Nr. 122 Erstes Blatt 183. Jahrgang Samstag, 27. Mai 1953 (Er|d)tini tägltd), außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustriert« ©iefienet ^amilienblätter Heimat >m Bild Die Scholl« monats:Be$ag$prels: Mit 4 ‘Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richtens Anzeiger Liesten. Postscheckkonto: fironlfuri am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn'ck vnd Pcrloo: vrühl'sche Univerfikälr-Vuch- und Steindruckerel R. Lange in Gießen. SchlifHeitung und Geschäftsstelle: Zchulitraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer ois zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mnt Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. B. TH.Kümmel sämtlich in Gienen. WillAankleichdieAbriistung? Cs ist nicht zu leugnen, daß dieGenferAb- rüstungstonferenz, die Anfang des Monats Mai schon hoffnungslos festgefahren schien, neuen Antrieb erhalten hat. Dazu haben in erster Linie die Botschaft des Präsidenten Roosevelt und die große außenpolitisch« Programmrede des Reichskanzlers Adolf Hitler im Reichstag wesentlich beigetragen, ebenso wie die Erkenntnis, daß. wenn vor dem Beginn der Weltwirtschastskonferenz in London man in Gens zu irgendwelchen greifbaren Ergebnissen kommen will, man keine Zeit zu versäumen hat. So ist es auch dem Konferenzvor- sihcnden Henderson gelungen, durchzusehcn, daß die Beratungen ohne Unterbrechung sortgesührt werden und selbst an den Feiertagen keine Pausen eintreten sollen. Allerdings mußte er sich gefallen lassen, daß auf Frankreichs Betreiben dieses löbliche Borhaben bedenklich verwässert wurde. Man hat sich über die Methode der Fortführung Der Beratungen auf ein Kompromiß geeinigt, das, wie diese Woche bereits schlagend erwiesen hat, Den französischen Obstruktionsversuchen Tür und Tor öffnet. Cs sollen nämlich im Hauptausschuß der Konferenz nebeneinander, also abwechselnd Tag für Tag die Frage der materiellen Abrüstung, also die Beschränkung des Kriegsmaterials, und Das Sicherheitsproblem verhandelt werden. Aus Diesem Nebeneinander droht durch die französische Taktik ständig die Gefahr eines Durcheinander zu werden, waS Frankreich ja im Grunde bezweckt, um mit Hilfe seiner immer wieder vorgeschobenen Sicherheitsforderungen irgendwelchen Zugeständnissen auf dem Gebiet der materiellen Abrüstung so lange wie möglich ausweichen zu können und schließlich eine Situation herbeizuführen, die es ihm erlaubt, mit einem Schein des Rechts die ganze Konferenz an der Nichterfüllung der französischen Sicherheitswünsche durch das halsstarrige und aufrüstungslüsterne Deutschland überhaupt auffliegen zu lassen. Eine solche Sabotage den Franzosen nicht leicht zu machen, ist der feste Wille der deutschen Delegation und man kann heute schon sagen, daß sie, ausgehend von der großen Linie, die der Kanzler in seinen grundsätzlichen Ausführungen vor dem Reichstag abgesteckt hat, durch eine Politik kluger Mäßigung Deutschland aus der zeitweiligen Bereinsamung geschickt herausbugsiert hat, wogegen Frankreichs Lage jetzt in die wenig beneidenswerte geraten ist, vor einem konzentrischen Angriff der übrigen Mächte sich in eine Sackgasse gedrängt zu sehen, aus der es schließlich nur noch durch ein brutales „Rein!" einen Ausweg gibt. Der Führer der deutschen Delegation, Botschafter Radolny, hat diesen Schluhkampf in Genf mit der Erklärung eröffnet, daß Deutschland den englischen Entwurf nicht nur wie bisher als Diskussionsgrundlage, sondern als Grundlage für die abzuschließende Abrüstungskonvention selber annimmt. Dieser neuen Haltung entspricht auch die Zurücknahme der von Deutschland eingebrachten Abünderungsanträge, ohne daß damit nun Deutschland darauf verzichtet, auf das Ziel eines vollständigen Verbots und der restlosen Vernichtung der schweren Angrisfswaffen hinzuarbeiten. Deutschland hat mit diesem Entgegenkommen seinen Verständigungswillen erneut unter Beweis gestellt und die Annahme der Bestimmungen des englischen Planes über die Beschränkung der Artilleriewaffe in erster Lesung ermöglicht. Aber hier machte sich schon die französische Gegenwirkung unangenehm bemerkbar. Diese erste Lesung gilt nämlich als noch durchaus unverbindlich für die endgültigen Entscheidungen. Und wie wenig besonders Frankreich gesonnen ist, sich daran ge- Kunden zu erachten, bewies der französische Außen- Minister Paul-Boncour schon in der gleichen Sitzung, als er mit einem Handgriff wieder Abrüstung und Sicherheit miteinander verflocht und ohne jede Anerkennung für das deutsche Entgegen- kommen mit Hilfe ältester Requisiten seines eigenen inzwischen längst zu den Akten gelegten Sicherheitsplans forderte, daß man die schweren Angriffswaffen dem Völkerbund zur Verfügung stellen müsse, als dessen „Treuhänder" natürlich Frankreich gerne erbötig wäre, ihre Lagerung zu beaufsichtigen. Wenn Paul-Boncour dann noch die Zustimmung Frank- reichs zur Beschränkung der Angriffswaffen von der Errichtung einer scharfen Kontrolle der Rüstungen, wie der Waffenfabrikation und des Waffenhandels abhängig machte, so kann Deutschland darauf Hinweisen, daß cs sich durch den Mund seines Kanzlers bereit erklärt hat, sich jeder Rüstungskontrolle auch der schärfsten Art zu unterwerfen, die auch die andern Mächte für sich gelten lassen wollen. Der französische Pfeil, der natürlich angebliche deutsche Geheimrüstungen treffen sollte, fliegt also auf den Schützen zurück. Es ist nichts mit versteckten Verdächtigungen und hinterhältigen Anwürfen. Deutschland spielt mit offenen Karten und fordert nichts als gleiches Recht für alle, wobei es sogar den hochgerüsteten Staaten eine Uebergangsfrist zubilligen will, die eine etappenweise Angleichung auf ein allgemein gültiges Rüstungsniveau gestattet. Aber darauf kommt es Frankreich eben im Ernst gar nicht an. Der französischen Rechten geht Paul- Boncours Taktik schon viel zu weit. Sie wittert in dem ehemaligen Sozialisten einen Gegner ihrer eigenen Unnachgiebigkeit, und ihre Presse wirft dem in Genf in vorderster Front kämpfenden Minister unverzeihliche Schwäche und unangebrachte Versöhnlichkeit vor. Gleichzeitig erklärt der'Kabinettschef und Kriegsminister D a l a d i e r, daß es im Augenblick illusorisch sei, an eine Verlangsamung der militärischen Vorbereitung zu denken, solange man nicht wisse, ob die andern Völker bereit seien abzurüsten, müsse Frankreich vorsichtig sein. Der Senat hat dem Keine Einigung über die Flottenabrüstung. Scharfe Gegensätze zwischen den großen Seemächten. — Oer deutsche Standpunkt. Genf, 26. Mai. (WTB.) Der Hauptausschuh der Abrüstungskonferenz hat heute den ganzen Seeabrüstungsteil des englischen Konvcn- tionscntwurss in erster Lesung erledigt. Auf die sehr komplizierten und detaillierten Einzelbestimmungen des Entwurfes ist dabei überhaupt nicht cingegangen worden, und der Präsident Henderson hat sogar entgegen dem bisherigen Verfahren davon abgesehen, den Entwurf Artikel für Artikel zu besprechen. Bei diesem merkwürdigen summarischen Berfahren, das sich nur aus dem unbedingten Bestreben Hendersons, weiterzukommen, erklären läßt, ist es selbstverständlich, daß das Ergebnis dieser ersten Lesung, in der nicht ein einziger Beschluß gefaßt wurde, für die endgültige Gestaltung des Konventionsentwurss praktisch bedeutungslos ist. Es lagen verschiedene Abänderungsanträge zum englischen Entwurf vor, die der eng" lisch« Vertreter Llnterstaatssekretär Eden hartnäckig bekämpfte, wodurch er zunächst erreicht hat, daß diese Abänderungsanträge größtenteils bis zur zweiten Lesung zurückgestellt wurden, inzwischen soll auf dem Weg privater Besprechungen geklärt werden, in welcher Weise den Wünschen, die insbesondere von kleineren See-- Mächten vorgebracht worden sind, in dem eng" lischen Plan Rechnung getragen werden kann. Die Wünsche Deutschlands, das sich in einer Sonderstellung befindet, wurden von Botschafter Radolny noch einmal kurz Dargelegt. Gegenüber, der Aufforderung Edens, der einen ostentativ freundlichen Charakter trug, Den deutschen Antrag bezüglich des Ersahbaues eines Linienschiffs zurückzustellen, hat Botschafter Radolny nicht nachgegeben, sondern sich die A u f - rechterhaltung seinesAntrags für Die zweite Lesung, ebenso wie es Iapan tat, Vorbehalten. Indem Deutschland sich jetzt bereit erkläre, ein Linienschiff bis zum 31. Dezember 1936 auf Stapel zu leg?tt,*b[ e tbeeSin vollem Einklang mit Den Grundideen des englischen Plans und fordere nur das, was für die Sicherheit der Schiffsbesahung und die Aufrechterhaltung des regulären Ersahturnus in der auf ein Minimum abgerüsteten deutschen Flotte notwendig sei. Zum Schluß brachte Radolny die alten Vorschläge zur qualitativen Abrü- st u n g in Erinnerung, die Deutschland am Anfang der Konferenz im letzten Iahr vorgeschlagen hatte. Deutschland halte an diesen Vorschlägen heute noch fest. Wenn die Konferenz in Der qualitativen Seerüstung noch weitergehen würDe, würde Deutschland dies mit Begeisterung aufnehmen. Japan beantragte das bisherige Machtverhältnis zwischen den Flotten der drei großen Flottenmächte von 5 zu 5 zu 3 zu Gunsten Japans unzu- stellen. Japan beansprucht in Zukunft mit England und den Vereinigten Staaten in den Linienschiffen gleidjgeftellt zu werden. Die englische Regie- rung lehnte diese japanische Forderung nachdrücklichst ab. Zum Schluß gab M a s s i al i eine an Ablehnung und Kritik alle früheren Reden übertreffende Erklärung ab, nach der Frankreich die eng- lischen Flottenvorfchläge für sich als unannehmbar ansieht und auch auf diesem Gebiet somit jede praktische Abrüstung verweigert. Die Lage ist durch die Behandlung der Flottenfrage noch verwor- rener und schwieriger geworden und hat die bisherigen oberflächlich verdeckten Gegensätze zwischen den großen Flottenmächten jetzt in aller Deutlichkeit zutage treten lassen. Der Hauptausschuß beginnt am Sonnabend die Generalauvsprache über die ßuftrü ft ungen. Endgültige Ausgabe des Goldstandards in USA. Wirtschaftliche Tatsachen werden legalisiert. Washington, 26. Mai. (WTB.) Präsident Roosevelt teilte mit, daß die Vereinigten Staaten den Goldstandard „statutenmäßig" verlassen werden. Er ersuchte daher den Senator Steagall, den Vorsitzenden des Bankkomitees des Repräsentantenhauses, eine entsprechende Vorlage im Repräsentantenhaus einzubringen. Wie Steagall erklärte, sind nach Annahme des entsprechenden Gesetzentwurfs weder Bonds noch Regierungsobligationen oder sonstige Verpflichtungen irgendwelcher Art in Gold oder zum Goldwert zahlbar. Das Gesetz befreie die Vereinigten Sta a t e n von den Hemnifsen des Goldstand a r d s , es sei ein Teil des Nothilfeprogramms Roosevelts und werde eine Devalvation des Golddollars gemäß den Bestimmungen des Goldgesetzes unnötig machen. Mit der Annahme der Vorlage sei einer der wichtig st en Schritte zur W ä h r u n g s ft a b i l i f i e r u n g in den USA. getan. Die Vorlage sei der letzte endgültige Schritt zur Hebußg der Geschäftstätigkeit und zur Wiederherstellung der Prosoerität. Man ist der Auffassung, daß die Vorlage den Zweck verfolgt, Roosevelt volle Handlungsfreiheit auf der Weltwirtschaftskon- s e r e n z zu geben. Im Weißen Hause wurde erklärt, die Vorlage bezwecke de jure die ftlarftellung des bisherigen Tatbestandes, nämlich daß nicht mehr in Gold gezahlt werde. Dies betrifft in erster Linie die offiziellen auf Gold lautenden Schahanweisungen Der Bereinigten Staaten, bezieht sich aber auch auf alle privaten, auf Gold lautenden Wertpapiere sowie a u f ausländische Goldverpflichtung en,die entweder an die amerikanische Regierung oder an private amerikanische Gläubiger zu zahlen sind. Dieser offizielle Schritt dürfte u. a. Die Zahlung der alliierten Kriegsschulden und der deutschen kurzsristigenKre- dite erleichtern. Weiter bereitet man sich auf eine geeignete Position auf der Londoner Weltwirtschaftskonferenz vor, indem man in das Jndustriekontroll- gesetz verschiedene erhöhte Zollsätze ausgenommen hat, deren internationale Harmlosigkeit man damit zu erklären versucht, daß bei einer allgemeinen Hebung der Weltmarktpreise, die man auf Der Londoner Konferenz vertrete, der flatus quo ungeändert bleibe. Dies bedeutet unzweifelhast Aufgabe des früher von Staatssekretär Hüll vertretenen Standpunktes, daß Schutzzölle ein Hindernis gegen den Welthandel und für die einheimische Wirtschaft nutzlos seien. Auch in der noch schwebenden Farmkreditvorlage sind Zölle vorgesehen, die die inländische Steuer auf Verarbeitung von Agrarprodukten ausgleichen sollen. auch bereitwillig Rechnung getragen und trotz der Finanzklemme, in der Frankreich sich befindet, dös Kriegsministerium als einziges von einer allgemeinen Ausgabenkürzung um 5 Prozent ausgenommen. Der Zynismus, der in diesem Vorgang als Begleitmusik zu den Genfer Beratungen liegt, ist kaum zu überbieten. Es gehört schon eine gute Portion böser Wille dazu, den wahren Feind der Abrüstung noch länger zu verkennen. Aber die angelsächsische Presse schwingt sich gegenüber dem verhätschelten Schoßkind Frankreich auch heute noch selten genug zu einer ernsteren Mahnung aus, meist bleibt es bei gütlichem Zureden, wo gegenüber Deutschland im gleichen Falle längst schwerstes Geschütz aufgefahren worden wäre. Aehn- lich äußern sich leider auch die Delegierten Amerikas und Englands in Genf. Allzu selten fällt ein deutliches Wort gegen Frankreichs offen zu Tage liegende Abrüstungssabotage, und meist ist man darauf bedacht, es im Nachsatz mit einer drohenden Geste gegen Deutschland wieder abzuschwächen. So hielt es auch der amerikanische Sonderbotschafter Norman Davis für zweckmäßig, zwar die in den Friedensverträgen übernommene Pflicht der hochgerüsteten Staaten, also Frankreichs und seiner östlichen Trabanten, zu einer in Etappen durchzuführenden Senkung ihrer Rüstungen anzuerkennen, ebenso wie Deutschlands Recht auf Sicherheit, um aber dann in betont scharfer Form Deutschland die Verantwortung für den erfolglosen Ausgang der Konferenz zuzuschieben, falls es ihm einfallen solle, auf seinem Recht zum Wiederaufrüsten zu bestehen auch wenn andere Mächte „bedeutungsvolle und wirksame Abrüstungsmaßnahmen" ergreifen. Herr Norman Davis kämpft wie Don Quichotte gegen Windmühlen, denn wann hätte jemals Deutschland es abgelehnt, konkrete Beweise für seine friedlichen Absichten zu geben und auf seinem Recht zum Wiederaufrüsten zu bestehen, wenn die andern Mächte ihrerseits ihren WUlen zur Abrüstung auch nur in die kleinste Tat umgesetzt hätten? Aber wo sind denn die „bedeutungsvollen und wirksamen Abrüstungs- Maßnahmen" der Andern, von denen der Amerikaner emphatisch spricht? Grade Deutschland ist es ja, das vor vierzehn Jahren mit der Abrüstung begonnen hat und heute noch auf die erste wirksame Abrüstungsmaßnahme feiner Versailler Vertrags- kontrahenten wartet. Wenn also die Amerikaner trotz des Genfer Anschauungsunterrichts immer noch nicht von falschen Vorstellungen loskommen, so zeigt doch ihre Zustim- mung zu dem im englischen Entwurf enthaltenen Konsultativpakt, daß die Vereinigten Staaten gewillt sind, jetzt endlich die aus ihrer Beteiligung am Weltkrieg ihnen erwachsene Verantwortung für den Unfrieden Europas mitzuübernehmen. Amerika ist demnach also künftighin bereit, bet Verletzung des Kelloggpakts mit den anderen.Mächten zur Erhaltung des Friedens zusammenzuarbeiten. Da auf Wunsch der Kleinen Entente und Polens der Völkerbund als beratende Instanz eingeschoben worden ist, so bedeutet das Ganze zweifellos eine Annäherung Amerikas an das Völkerbundssystem, wie es ja praktisch auch schon im chinesisch-japanischen Konflikt zur Auswirkung gekommen ist. Da ferner die Vereinigten Staaten sich verpflichten wollen, an einer Aechtung des Angreifers sich zu beteiligen, wenn dieser von den übrigen Mächten übereinstimmend festgestellt wird, so hat Frankreich damit nun endlich eine Sicherheits-Garantie, wie es sie stärker und bindender von Amerika gewiß niemals wird erhalten können, ist es doch ohnehin noch fraglich, ob der amerikanische Kongreß unter dem Einfluß der öffentlichen Meinung einer so weitgreifenden Verpflichtung gegenüber den europäischen Mächten seine Zustimmung neben wird. Aber das Angebot Amerikas liegt jedenfalls vor und Sache Frankreichs ist es nun, durch entgegenkommendes Verhalten in den Fragen der materiellen Abrüstung die Ehrlichkeit feiner Sorge um die Sicherheit und den Frieden Europas unter Beweis zu stellen. Treibt es auch weiterhin eine Politik reiner Negation, so wird es sich sagen müssen, daß das ganze Geschrei nach Sicherheit eitel Spiegelfechterei war, gut genug, um jeder ernsthaften Entscheidung in der Abrüstungsfrage auszuweichen und die Uebernahme irgendwelcher konkreter Abrüstungsverpflichtungen zu vermeiden. Bis zum Beginn der Weltwirtschaftskonferenz ist nur noch eine kurze Zeitspanne, soll bis dahin ein Ergebnis zuftandegebracht werden, von dem neues Vertrauen in die politische Stetigkeit und den Friedenswillen der Völker in die Welt aus- strahlen kann, so wird man den Herren in Genf dringend raten müssen, bei Frankreich auf den Dusch zu klopfen und es zu zwingen, endlich Farbe zu bekennen. Neuland durch den ArbeitSdiensf. Berlin, 26. Mai. (WTB.) Unter dem Vorsitz Des Staatssekretärs v. Rohr tagte heute der Reichsausschuh für Moorkultur und Oedlander- schließung gemeinsam mit der Reichsleitung des Deutschen Arbeitsdienstes. Staatssekretär v. Rohr wies darauf hin, daß es jetzt gelte, das Zuwenig an Futtermitteln und Zuwenig an Fett zu beseitigen. Zur Bewältigung dieser großen nationalwirtschaftlichen Ausgabe sei eine großzügige Gewinnung von Reuland durch Kultivierung brachliegender Moor- und Oedlandflächen erforderlich. Hier könne der Arbeitsdienst seine große national- und volkspolitische Misison verbinden mit einem für unsere gesamte Volkswirtschaft gleich wichtigen Werk. In der Generalaussprache wurde darauf hingewiesen, daß noch drei bis dreieinhalb Millionen Hektar Moor- und Oedländereien urbar zu machen seien, was gleichbedeutend sei mit der friedlichen Eroberung einer Provinz von der Gröhe der Mark Branden» bürg. Ein Vertreter der Reichsleitung des Arbeitsdienstes erklärte, daß die Landeskulturarbeiten die für den Arbeitsdienst wichtigste und geeignetste Aufgabe seien, und teilte mit, daß bis zum 30. September D. 2. vom Arbeitsdienst etwa 300 000 Freiwillige, ab 1. Ianuar 1934 etwa 350 000 Arbeitsdienstpslichtige, und ab 1. April oder 1. Juli 1934 etwa 700 000 Arbeitsdienstpflichtige erfaßt sein würden. Zur ständigen Sicherung der Zusammenarbeit der in Frage kommenden Behörden und Stellen wurde ein kleiner Ausschuß vom Reichsernährungsministerium, Reichsarbeitsministerium und Arbeitsdienst gebildet. Die Grundziige der neuen evangelischen Kirchenverfassung. Eine Kundgebung der Loccumcr Bevollmächtisiten. Berlin, 26. Mai. (TU.) Die Bevollmächtigten des deutschen Evangelischen Kirchenausschusses erlassen folgende Kundgebung, die das Ergebnis der Beratungen über die kirchliche Neugestaltung in Loccum zusammenfaht: „Unser heißgeliebtes deutsches Vaterland hat durch Gottes Führung eine gewaltige Erhebung erlebt. In dieser Wende der Geschichte hören wir als evangelische Christen im Gauben den Rus Got- tes zur Einkehr und Umkehr, den Ruf auch zu einer einigen deutschen evangelischen Kirche. Diese deutsche evangelische Kirche, vereinigt in einem feierlichen Bunde g l e i d) bered) t i g t e r Bekenntnisse, ist berufen, das im deutschen evangelischen Kirchenbund erst begonnene Werk der Verfassung des deutschen Gesamprotestantisrnus zu Ende zu führen. Das Bekenntnis ist ihre unantastbare Grundlage. Der Dienst an ihm bestimmt und begrenzt di« Vollmachten, deren die Kirche für ihre Sendung an diese Welt, vornehmlich an das deutsche Volk im Inland und Ausland bedarf. Die räumliche Zersplitterung des deutschen Protestantismus wird sie beseitigen, aber alle kräftigen Landeskirchen sind ihr willkommene Helfer. Lin Reichsbischof lutherischen Bekenntnisses steht an ihrer Spitze. 3hm tritt ein geistliches Ministerium zur Seite. Dessen Mitglieder haben In Gemeinschaft mit dem Reichsbischos und wo es die Mahrunz und Pflege eines anderen als jetzt von ihm vertretenen Bekenntnisses erfordert, an feiner Stelle die Kirche zu leiten. Einer deutschen Rationalsynode liegt ob die Mitwirkung bei der Gesetzgebung und der Bestellung der Kirchenleitung. Die Synode wird durch Mahl und Berufung eines Kreises von Persönlichkeiten gebildet, die sich im kirchlichen Leben hervorragend bewährt haben. Beratende Kammern verbürgen den im deutschen evangelischen Volkstum lebenden Kräften die freie schöpferische Mitarbeit im Dienste der Kirche an Volk und Reich. Unter Zustimmung zu diesen Grundzügen der Verfassung der deutschen evangelischen Kirche bezeugen die in ihr vereinigten Christen von dem Gemeinsamen, das sie auf Grund des Wortes Gottes und der reformierten Bekenntnisse verbindet: Unser ganzes Vertrauen sehen wir auf den allmächtigen Gott, unseren Vater im Himmel. 2hm und seinem Gebot sind wir jeden Augenblick und überall verantwortlich. Wir bekennen, dah wir vor Gott mit unserer bösen und verkehrten Art verloren sind. In fester Zuversicht blicken wir aber auf unseren Herrn Iesus Christus den Sohn Gottes, der für uns auf Erden gekämpft und gelitten bat, gestorben und auferstanden ist. In ihm haben wir Vergebung und Freiheit, Leben und Seligkeit. Gottes heiliger Geist ist der Geist der Wahrheit und der Kraft- Er verpflichtet uns als Glieder der Kirche Iesu Christi in Wort und Wandel aller Orten Bekenner und Streiter unseres Heilands zu sein, vor allem in Familie und Beruf, in Volk und Vaterland. Unter den Sorgen und Nöten des irdischen Lebens warten wir in Vertrauen und Verantwortung. Christus kommt wieder und bringt eine ewige Vollendung im Reiche seiner Herrlichkeit!" Die Krage des Reichsbischofs. Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" hält an Wehrkreispfarrer Müller fest. Berlin, 2b. Oltci (ERB.) Die Rei:')sleitung der Glaubensbewegung Deutsche Christen teilt mit: „Die Kirchenführer sämtlicher deutschen evangelischen Kirchen waren heute nachmittag versammelt und hörten einen Vortrag des Schirmherrn der Deutschen C h r i st e n Wehrkreispforrer Müller, welcher mit ganzem Ernst zu der Frage des Reichsbischoss Stellung nahm. Der Eindruck dessen, daß wir nicht eine Kirchenpartei im alten Sinn, sondern die kirchenerneuernde Bewegung sind, wird, so hoffen wir, sich auch in jenem Kreis von Kirchenmännern gefestigt haben. Unsere Linie liegt unverrückbar fest. Für uns gibt es nur eine Lösung: Wehrkreis- Pfarrer Müller wird Reichsbischos. Die Verantwortung für das, was kommt, fällt von jetzt ab auf den Kreis jener Männer. Entweder sie gehen mit uns, die wir bereit sind zu jeder Mitarbeit, und finden so die für den weit überwiegenden Teil des Kirchenvolks einzig tragbare Lösung, oder dieses Kirchenvolk steht, wie es die Stunde von ihm verlangt, bereit zu einem unerbittlichen Kampf." • Am Samstag, dem 27. Mai, von 21.45 bis 22 Uhr wird Wehrkreispfarrer Müller im Deutschen Sender zu der Frage des Reichsbischoss Stellung nehmen. Ein Aufruf der Zungresormaiorischen Bewegung. Berlin, 26.Mai. (TU.) Zu der Nominierung Friedrich v. Bodelschwinghs als Kandidaten für den Reichsbischof nimmt die Jung- re f o r m a t o r i f ch e Bewegung in einem Aufruf Stellung, in dem es heißt: Ein tausendfältiges Echo aus allen Teilen des Reiches bekundet, daß die Nennung dieses Namens weithin be- freiend gewirkt hat und dah mit diesem Mann der wahre Volksbischof gefunden ist. Für die Jungreformatorische Bewegung ist es selbstverständlich, daß sie sich hinterdiesenBeschlußder Kirchcnleitung stellt, denn wir erwarten, daß die Führung der Kirche durch Bodelschwingh eine große rind tiefgehende Einheit schafft. ♦ Die heute in Bad Blankenburg (Thüringen) versammelten theologischen Berufsarbeiter der I n n e- r e n Mission Deutschlands haben sich hinter den zum Reichsbischof ausersehenen Dr. Friedrich von Bodelschwingh gestellt. Roosevelt will Frankreich unter Druck nehmen. Amerika droht sich ganz zurückzuziehen. Washington, 27. Mai. (havas.) Gestern Abend hat sich Präsident Roosevelt direkt mit Sir John Simon in telefonische Verbindung gesetzt und, über die aus Genf kommen- den Nachrichten immer stärker beun- ruhigt, den englischen Außenminister daran erinnert, dah im Falle des Scheiterns der Abrüstungskonferenz die vereinigten Staaten sich an sämtlichen Angelegenhei- ten kontinental-europäischer Art vollständig desinteressieren, den Ereignissen ihren Lauf lassen würden und höchstens eingreifen würden, um gegebenenfalls ihre besonderen Interessen zu schützen. Präsident Roosevelt habe ferner darauf hingewiesen, dah eine von der englischen Regierung abgegebene gleichlautende Erklärung wie die Roosevelts einen sehr starken Druck darstellen würde, der zur Förderung der Genfer Verhandlungen beitragen könnte. Auch „Journal" spricht von diesem Schritt Roosevelts, den er ein außergewöhnliches Ereignis nennt. Der persönliche Schritt Roosevelts bei Sir John Simon bezwecke nichts weniger, als zu versuchen, eine Einheitsfront Eng- londund Amerika zu schaffen, um einen Druck auf Frankreich auszuüben. Kleine politische Nachrichten. Bon den Schlageterfeiern wird nur die Weiheft u n d e am Grabe Schlageters in Schönau vorn Rundfunk übertragen werden. Die Feier, dieinderNachtvom27. zum28. Mai um 24 Uhr stattfindet, wird vorn Stuttgarter Sender auf alle deutsche Sender übernommen Es werden voraussichtlich der preußische Kultus- Minister R u st und der badische Minister Dr. Wacker Ansprachen halten. * Reichspropagandaminister Dr. Goebbels wird Samstag, 21.31 Uhr, mit seiner Gattin vorn Anhalter Bahnhof nadj 91 o m abreifen. In der Begleitung des Ministers befinden sich sein persönlicher Referent Hanke, sein Adjutant Prinz S ch a u rn b u r g - L i p p e und Dr. Ley. Der österreichische Ministerrat hat mit Rücksicht auf die staatsgefährliche und illegale Tätigkeit der Kommunistischen Partei das Verbot dieser Partei in Oesterreich ausgesprochen. Dem Gedächtnis Schlageters. Eine Gedächtnisausstellung in Düsseldorf. Düsseldorf, 26. Mai. (TU.) Die großen Schla- geter-Gedächtnisfeiern wurden am Freitag mittag mit der feierlichen Eröffnung der Schlageter- Gedöchtnisausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum eingeleitet. Nach einem Vorspruch sprach als Erster Oberbürgermeister Dr. Wagen- führ, der die Heldengestalt Schlageters als ein Mahnzeichen zu deutscher Einigkeit eingehend würdigte. Freikorpsführer H a u e n ft e i n, in dessen Reihen Schlageter kämpfte, gab der Erwartung Ausdruck, daß die Ausstellung auf ihrer Wanderfahrt durch die deutschen Lande zu einem eindrucksvollen Akt der deutschen Nachkriegszeit werden möge. Kreisleiter Keyßner erklärte dann die Ausstellung mit dem Rufe „Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen" für eröffnet. Die Ausstellung zeigt die verschiedenen Etappen der Freiheitskämpfe der Nachkriegszeit. Immer wieder wird die Wirksamkeit Schlageters und seine echtdeutsche Gesinnung überzeugend dargestellt. Hier steht der Besucher vor dem Schandurteil, das über Schlageter gefällt wurde, dort sieht er das Kurzisix, das ihn auf feinem letzten Wege begleitete, das Eichenkreuz von der Richtstätte, ferner unter der Kriegsflagge der Sarg Schlageters, umgeben von dunklem Grün. Man sieht endlich eine Reihe kleiner persönlicher Dinge, die au teueren Heiligtümern aus jener Zeit geworden sind. Eine Zigarettenschachtel, die Schlageter in der Gefängniszelle als Kalender benutzte, mehrere Briefe, u. a. der letzte an feine Eltern. Ehrungen inder Reichshauptstadt Berlin, 26. Mai. (CNB.) Am heutigen Todestage Albert Leo Schlageters zeigten die Straßen Berlins reichen Flaggenschmuck. Am Ehrenmal Unter den L i nd en zog die Wache auf. Eine große Menschenmenge hatte sich eingefunden und wartete auf den feierlichen Augenblick, wo die Kapelle das Lied „Ich halt' einen Kamera- d e n" spielte, während die Kompanie das Gewehr präsentierte. Kurz zuvor war eine Abordnung des Reichsverbandes der Rheinländer erschienen und hatte einen großen Kranz am Ehrenmal zum Andenken an den gefallenen Freiheitskämpfer niedergelegt. Der Berliner TV. (Kartellverband der farbentragenden katholischen deutschen Studentenverbindungen) beging die Gedächtnisfeier für seinen Kartellbruder Albert Leo Schlageter, der in Freiburg bei „Falkenstein" aktiv gewesen ist und dem CV. bis zu seinem Tode angehörte, mit einem feierlichen Gedenkgottesdienst in der St. - Hedwigs-Kathedrale. Das feierliche Reguiem zelebrierte Kartellbruder Domkapitular Msgr. B a n a s ch unter Assistenz der Kartellbrüder Pater Siebert und Domvikar T k o t s ch. Rach dem Requiem formierte sich der Teilnehmerzug und zog über den Franz-Iosephs- Plah zum Reichsehrenmal, wo der Senior der präsidierenden Verbindung „Hansea" einen Lorbeerkranz mit Schleifen in den nationalen Farben schwarzweihrot und Hakenkreuz, umschlungen von dem weihgrünorangeweißen Burschenband der Verbindung „Falkenstein"-Freiburg nieder- legte. Arn Freitag abend fand in der Wilhelmsaue in Wilmersdorf die Enthüllung eines Schlageter- gedenkfteins statt. Es beteiligten sich sämtliche 17 Ortsgruppen des Kreises II der NSDAP., Gau Groß-Berlin, die Standarte 7, der Sturmbann 17, die Fliegerstaffel, ferner Abordnungen des Vereins für das Deutschtum im Auslande, der Schutzpolizei und der Technischen Nothilfe. Unter den Klängen des Liedes „Ich halt' einen Kameraden" fiel die Hülle. Dann marschierten die Verbände zum Adolf-Hitler-Platz, um dort Reichs- minifter Dr. Goebbels als ehemaligen Rhein- und Ruhrkämpfer zu ehren. Am Fenster feiner Wohnung begrüßte der Minister den endlosen Fackelzug. Ein Schlageter - Heim aus Trümmern der gesprengten Brücke. In der Rähe der kleinen Eisenbahnbrücke über den Haarbach in der Gemeinde Groß- Wittlaer bei Kalkam, die während der Desahungs- zeit im März 1923 gesprengt wurde, — die Sprengung war der unmittelbare Anlaß der Erschießung Leo Schlageters —, soll nun einSchla - geter - Heim erstehen. Der Plan hierzu ging von dem Förster Kurz aus, der seinerzeit die Trümmer der gesprengten Drücke sammelte und verborgen hielt. Diese Trümmer sollen zu der Errichtung des Ehrenheimes verwendet werden. Außerdem ließ Kurz aus Schlageters Heimat in Schönau im Schwarzwald von dessen Bruder, der dort ebenfalls Förster ist, junge Fichten und Tannen kommen, die den Grundstock zum Schlageter-Heim bilden sollen. Das Heim ist in seinen rohen Tlmrissen bereits fertiggestellt. Die feierliche Einweihung soll voraussichtlich am 26. Mai 1934, dem 11. Todestag Schlageters, stattfinden. Aus aller Well. Neugliederung der deutschen Heilmittelindustrie. Unter Mitwirkung des Kommissars im Reichsministerium des Innern für Berufs- und Der- bandsfragen im Heil- und Heilmittelwesen, Dr. Hörmann, ist der Rationalverband der Deutschen Heilmittelindustrie errichtet worden. Der nach dem Führerprinzip aufgebaute geschäftssührende Vorstand besteht aus den Herren Gregor Strasser (Schering-Kahlbaum AG.), Dr. Werner H e y l (Heyl & Co AG.), Hermann Zech (C. Tosse & Co.). Der neue Verband umfaßt alle Gruppen der deutschen Heilmittelindustrie. Drei lote, fünf Schwerverletzte wegen eines verbotenen Stierkampfes. Wie das spanische Innenministerium mitteilt, ist es in dem Dorfe Zarga de Granadilla (Provinz Caceres) zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Die Bevölkerung hatte trotz des Verbotes der Regierung versucht, auf einem öffentlichen Platz einen Stierkampf zu veranstalten. Als die Polizei den Platz säubern wollte, fielen plötzlich aus der Menge heraus Schüsse, durch die ein Polizist schwer verletzt wurde. Darauf feuerte die Polizei in die Menge, und es wurden drei Personen getötet und vier verletzt. horatio Vottomley gestorben. Der berüchtigte englische Journalist und Finanz- swwindler Horatio Vottomley ist in London im Alter von 73 Jahren g e st o r b e n. Vottomley, der auch einmal von 1906 bis 1912 Abgeordneter des Unterhauses war, ist durch seine erpresserischen journalistischen Erzeugnisse und durch üble Finanzkunststückchen, die er besonders in Ausnutzung der Nach- kriegspsychose unternahm, bekannt geworden. Er wurde im Jahre 1922 zu sieben Jahren Zwangsarbeit verurteilt. 100 Jahre Petrischule zu Leipzig. Wie wir erfahren, feiert das älteste sächsische Realgymnasium, die Petrischule zu Leipzig, im Mai 1934 ihr lOOjähriges Bestehen. Alle alten Pe- triner werden hiermit aufgefordert, ihre jetzigen Anschriften an die Petrischule zu Leipzig zu richten und gegebenenfalls bekannte Anschriften anderer ehemaliger Petriner sowie Meldungen über Verstorbene oder Gefallene an die gleiche Stelle weiterzuleiten. Feierliche Papftmesse In der Lateran-Basilika. Am Vormittag des Himmelfahrtstages fand in der Basilika St. Johann im Lateran in Anwesenheit des Papstes ein feierliches Pontifikalamt mit der Capella Papale statt. Auf dem großen Platz vor der Basilika hatten sich Tausende versammelt, die im Innern der Kirche keinen Raum mehr fanden. Im Freien wurden zwei Messen gelesen. Der Papst erteilte an die Massen den Segen. Nach etwa einer Stunde kehrte der Papst nach dem Vatikan zurück, den er zum vierten Male seit dem Abschluß des Lateranvertrages verlassen hatte. Unlergrundbohnunglück in USA. — 1 Toter, 29 verletzte. 3n der Stadt Brooklyn ereignete sich ein schweres Tlntergrundbahnunglück. Ein llntergrundbahnexpreh überfuhr die Haltesignale und fuhr auf einen die Station Brooklyn- Museum gerade verlassenden Antergrundbahn- zug auf. Dabei wurde der Führer des Expreß- zuges getötet und vier Reisende schwer und 25 leicht verletzt. Ein Hilfswagen mit Polizei und Feuerwehr begab sich sofort zu der Tin- glücksstelle und barg die Verletzten, die zum Teil aus den Trümmern der Wagen herausgesägt I werden mußten. Fritz Roller aus Liechtenstein geflohen. Fritz Rotter, der Tieberlebende der beiden Brüder, die bei der Flucht verunglückt sind, ist, wie von gutunterrichteter Seite mitgeteilt wird, aus Vaduz (Liechtenstein) geflohen. Er lag noch im Krankenhaus wegen seiner Fußverletzung und hat anscheinend davon Kenntnis erhalten, dah das Verfahren in Deutschland abgeschlossen sei und nun Liechtenstein gegen ihn ein Verfahren einleiten werde auf Grund des Vertrages mit Deutschland. Seine Auslieferung an die deutschen!) Behörden befürchtend, ist er wahrscheinlich nach Frankreich oder der Schweiz entflohen. Er besah die Staatsangehörigkeit Liechtensteins und genoh dort Asylrecht. Italienisches Flugzeug verunglückt. Zwei Tote. Ein auf der Strecke Barcelona—Genuar verkehrendes italienisches Wasserflugzeug wurde bei Ma- rignane mit drei Mann Besatzung und drei Passagieren im Augenblick des Starts von einer scharfen See erfaßt und umgeworfen. Der sinkende Apparat konnte von einer italienischen Barkasse ins Schlepptau genommen werden. Der Bordfunker erlag einem Herzschlag, und ein amerikanischer Passagier ertrank. Die Piloten und ein Passagier wurden leicht verletzt, ein weiterer Passagier erlitt einen Schädelbruch. Die Leiche des Amerikaners konnte später geborgen werden. Sprengstoffanschlag auf wichtige Telegraphenkabel in Steiermark. In einer der letzten Rächte ist in der Rähe von Bruck in Steiermark auf einer in der Rähe der Stadt gelegenen Mur-Insel ein Sprengst o f f a n s ch l a g auf die staatlichen Telegraphen» und Telephonkabel verübt worden. Es handelt sich um das Fernkabel von Wien über Klagenfurt nach Italien, dann ein zweites Fernkabel von Bruck nach Linz an der Donau und ein Lokalkabel von Bruck nach Leoben. Der tief in die Erde versenkte gemauerte Kabelschacht ist anscheinend mit D Y n a m i t in die Luft gesprengt worden. Die zwei inländischen Kabelleitungen sind vollständig zerstört. Das für den Verkehr nach Italien dienende Kabel ist bis auf einige Adern ebenfalls ' auseinandergerissen worden. Die Ausbesserungsarbeiten sind im Gange, so dah der Verkehr nach kurzer Tlnterbrechung wieder in voller Stärke wird durchgeführt werden können. Von den Tätern fehlt jede Spur. Fast 225 000 Selbstmorde in 14 Jahren. In feiner großen Rede vor dem Reichstag hat Reichskanzler Hitler mit Recht darauf hingewiesen, daß die von ihm genannte Ziffer von 224 900 Selb st morden in noch nicht 14 Jahren eine furchtbare Anklage gegen den Ungeist des Versailler Friedensdiktats darstelle. Es ist interessant, im Zu- iammenhang mit den Ausführungen des Kanzlers Die Bewegung der Selbstmordstatiftik feit 1919 zu verfolgen. Es zeigt sich, daß die Selbst- mordziffern vor allem in den Jahren der Wirtschaftskrise ständig zugenommen haben. Geradezu bedenklich stimmen die Zunahmen seit dem 1. Januar 1931, also seit jener Zeit, da Arbeitslosigkeit und soziales Elend in Deutschland einen Rekord aufzuweisen hatten. Von 1920 bis 1923 lag die Selbstmordziffer um 13 000 (pro Jahr). Sie stieg 1924 auf 14 330, 1925 auf 15 273, 1926 auf 16 480, um dann einen leichten Rückgang im Jahre 1927 auf 15 974 zu erfahren, vom Jahre 1928 aber sprungartig bis auf 17 880 im Jahre 1930 zu steigen. Zieht man nun die Summe der amtlichen Ziffern bis zum Jahre 1930 von der Gesamtzahl der 224 900 Selbstmordfälle ab, so bleibt für die Zeit von Januar 1931 bis Mai 1933 eine Selbstmordziffer von 53 745. Das heißt also, daß wir im Jahresdurchschnitt dieser 2% Jahre mehr als 21 000 Selbstmorde in Deutschland zu verzeichnen hatten. Gegenüber dem letzten Kriegsjahr 1918 bedeutet diese Durchschnittsziffer mehr als eine Verdoppelung der Selbstmorde. Prozentual berechnet ergibt sich aus den Schätzungen eines Berliner Blattes gegenüber der Vorkriegszeit, daß heute in Deutschland auf 100 000 Einwohner mehr als 31 Selbstmorde fallen gegen 24 vor 1914. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß die Zahl der Selbstmorde weiblicher Personen seit 1923 ständig zugenommen und sich bis 1930 bereits verdoppelt hat. Ein erheblicher Teil der Selbstmorde entfällt auf die Großstädte, in denen Wirtschaftsnot und soziales Elend gerade in den letzten Jahren sich besonders bemerkbar gemacht haben. Die deutschen Lebensmittelchemiker unter national- sozialistischer Führung. Auf der am 24. Mai in Eisenach tagenden Versammlung des Vereins deutscher Lebensmittelchemiker wurde folgende Resolution gefaßt: „Der amtlichen Lebensmittelkontrolle ist mit dem Tlebergang der Regie- rungsgewalt in die Hände des Volkskanzlers eine besonders verantwortliche Aufgabe zugefallen. Adolf Hitlers Sorge um Arbeit und Brot legt den Lebensmittelchemikern Pflichten auf, die eine restlose Hingabe an den Beruf erfordern. Sie tragen einen großen Teil der Verantwortung dafür, daß die Lebensmittel, auch wo sie vorübergehend nur knapp zur Verfügung gestellt werden können, wenigstens in einwandfreier, vollwertiger Beschaffenheit und preiswert zur Verteilung kommen. Die beamteten Chemiker werden die Lebensmittelkontrolle so handhaben, dah dem Aermsten sein Recht wird und daß daneben auch die wirtschaftlichen Belange der Erzeuger einen gerechten Ausgleich finden Diese Aufgabe im Rahmen des Volksganzen kann aber nur dann ihre Erfüllung finden, wenn die Organisation der Lebensmittelkontrolle auf eine einheitliche Grundlage gestellt wird. Bisher ist sie noch unvollkommen, ein Abbild der politischen Zerrissenheit unserer Vergangenheit. Eine einheitliche, lediglich auf das Wohl der Bevölkerung gerichtete Durchführung der Lebensmittelüberwachung in die Wege zu leiten, ist eine große und dankbare Aufgabe der nationalsozialistischen Führung des Vereins deutscher Lebensmittelchemiker. Heil Hitler!" 4% Millionen Auslage des „Arbeitertums". Die Zeitschrift „A r b e i t e r t u m“, Blätter für Theorie und Praxis der Rationalsozialistischen Detriebszellen-Organisation und amtliches Organ der Deutschen Arbeitsfront, erscheint jetzt in einer Auflage von4,5 Millionen Exemplaren und hat damit die höchste Auflageziffer aller Zeitschriften der Erde. Das soeben herausgekommene erste Iuniheft bringt Aufsätze der Reichstagsabgeordneten S t ö h r über den Aufbau der neuen Arbeitsfront, des Leiters des Presseamtes der Arbeitsfront, Hans B i a l l a s , über das neue Staatsbürgerrecht, von Gerhard Starke über Adolk Hitler als den Schirmherm der Arbeiter und Bauern und von -Ernst Pfister über die weltgeschichtliche Bedeutung des nationalsozialistischen Freiheitskämpfer Das Gesamtwerk der evangelisch-kirchlichen Frauenarbeit. Der Präsident des Deutschen Evangelischen Kir- chenausschusses D. Dr. Kapler hat die Vorsitzende der Vereinigung Evangelischer Frauenver- bände Deutschlands, Frau D. v o n T i l i n g, als Bevollmächtigte des in dieser Bereinigung einheitlich zusammengefaßten Gesamtwerkes evangelisch-kirchlicher Frauenarbeit ernannt und dieses Gesamtwerk evangelisch-kirchlicher Frauenarbeit der Kirche verantwortlich zu geordnet. Das Gesamtwert wie die Arbeitsaufgaben der einzelnen Verbände sollen in enger Verbindung einerseits mit dem deutschen evangelischen Kirchenbundesamt andererseits mit der Leitung der einzelnen evangelischen Landeskirchen durchgeführt werden. Die Selbständigkeit der einzelnen Verbände im Bezug auf ihre Organisation und Arbeit bleibt erhalten. Durch diese Erklärung wird ausdrücklich bestätigt, dah die sämtlichen in der Vereinigung Evangelischer Frauen- verbände Deutschlands zusammengeschlossenen Vereine ihre Arbeit als Glied und im Menst der Kirche und in voller Verantwortung ihr gegenüber ausführen. Heinrich Sklarz erneut wegen Betruges angeklagt. Der Kaufmann Heinrich Sklarz, der zur Zeit eine Gefängnisstrafe von einem Iahr sechs Monaten wegen Betruges im Zellengefängnis Berlin verbüht, ist jetzt wiederum von der Staatsanwaltschaft angeklagt worden. Ihm wird Betrug in drei Fällen zur Last gelegt. In einem Falle hat Sklarz einen Berliner Fabrikanten zum Verkauf einer Thermosflafchenfabrik veranlaßt, die Kaufsumme nicht bezahlt und die Vorräte der Fabrik geplündert. Zur gleichen Zeit verstand es Sklarz, das Vertrauen eines Mechanikers zu gewinnen unb diesen um seine gesamten Ersparnisse im Betrage von nahezu 12 000 Mark zu bringen. Schließlich hat Sklarz einem Kleinrentner zur Tlebergabe von Wertpapieren im Betrage von etwa 1000 Mk. bewogen und ihn um den größten Teil der Summe gebracht. Marga von Etzdorf zu einem Australienflug gestartet. Die bekannte deutsche Ostasienfliegerin Marga von Etzdorf ist vorn Flugplatz Staaken bei Berlin Samstag früh 3.15 Uhr zu einem neuen F e r n - flug nach Australien gestartet. Marga von Etzdorf fliegt eine Klemm-Maschine mit Argus- rnotor. Die Fliegerin wird sich voraussichtlich längere Zeit in Siam aufhalten, da ihre Route für Australien noch nicht genau festliegt. DDI.-Tagung in Friedrichshafen. Die 21. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure nahm in Friedrichshafen ihren Anfang. Etwa 1300 deutsche Ingenieure aller Fachrichtungen und zahlreiche Gäste aus Oesterreich, der Schweiz, Dänemark, Holland, England, Rußland usw. nahmen an der Hauptversammlung teil. Mit dem Luftschiff „Graf Zeppelin" unternahmen unter Führung von Kapitän Lehmann etwa 35 Tagungsteilnehmer eine dreistündige Schweizfahrt. Anschließend startete das Luftschiff zu einer zweiten Fahrt in die Schweiz mit ebensoviel Fahrgästen. In der Eröffnungssitzung des Vorstandes wurde der neue Vorstand gebildet, der sich wie folgt zusammensetzt: 1. Vorsitzender Dr. Schult, Berlin, stellvertretender Vorsitzender Diplomingen. Reuter, Mannheim, Kurator Prof. Dr. R ä g e I, Dresden, Beisitzer Direktor F ihn er, Breslau, Prof. B i e r h a l s, Essen, Dr. T i e f k a l k. Höchst, Regierungsbaumeister Kloth, Köln, Dr. Lange, Berlin, Staatssekretär Ohnesorge, Prof. Petersen, Berlin, Dr. R o s d e ck, Düsseldorf, Prof. Garbotz, Berlin. Türkische Fähre gefenferf. — 33 Tote. 3n der großen Handelsstadt und Karawanenstation Tokat im Vilajet Sivas ist eine Fähre, auf der sich 59 Passagiere befanden, mitten auf dem Kilkit-Fluß gekentert. 33 Fahrgäste sind ertrunken, zahlreiche Personen werden vermiß. Aus der provinziashauvtstaDt Oer Besuch des Heichsstatihaliers in Gießen. Bei seinem morgigen Besuch in Gießen wird der Herr Reichsstatthaller und Gauleiter Sprenger nach der Begrüßungsfeier aus dem Landgraf-Phi» lipp-Plah durch folgende Straßen wetterfahren: Landgrafenstraße. Hitler-Wall, WalUorslrahe, Lindenplatz, Kirchplatz, Schulstraße, Reuen Baue, Hin- denbura Wall Goethestraße, Ludwigstraße und Kai- Der Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger schreitet in Michelstadt t. O. die Front ab. ser-Allee in Richtung Grünberg. Während der Fahrt durch die Straßen werden die Schulkinder Spalier bilden. Wie uns von Herrn Kreispropagandaleiter Hop- Je nm ülier mitgeteilt wird, wird nicht er, wie nfolge eines Mißverständnisses heute früh berichtet wurde, die Begrüßungsansprache an den Herrn Reichsstatthalter halten, sondern der Kreisleiter der NSDAP. Herr Dr. H a r t h wird sprechen. Die Ansprachen werden von einem Podium aus durch Lautsprecher auf den garuen Matz übertragen werden. Der Landgraf-Philipp-Platz wird zum Empfang des Herrn Reichsstatthalters festlich geschmust, sein. Es sei noch einmal an die Bürgerschaft appelliert, aus Anlaß des Besuches des Herrn Reichsstatt. Halters die Straßen der Stadt mit den Fahnen der nationalen Erhebung festlich zu schmücken. Die Stadtverwaltung fordert in unserem heutigen Anzeigenteil die Bürgerschaft ebenfalls auf, durch Flaggenschmuck ihrer Freude über den Besuch des Herrn Reichsstatthalters Ausdruck zu geben. Grob und fein. Die Her^enshöflichkeit, die nicht gesellschaftlichen Gewohnheiten, sondern einer Güte des Herzens entspringt, ist etwas Positives, dafür ist sie selten. Die andere Höflichkeit aber muß immer irgendwie gerechtfertigt werden. Wer nichts als höflich ist, wird vom gesunden Sinn ebenso ab- gelehnt wie der, der nichts als grob ist. Die Zivilkourage ist bekanntlich selten, aber sie findet sich oft bei Leuten von Herzenshöflichkeit. Ihr Widerspiel, den Drückeberger, hat der Geschichtsschreiber Heinrich v. Treitschke einmal in Derse gebracht: „Ich sag' nicht so und sag' nicht so. denn sagte so ich oder so, so könnte einer sagen: Du hast so oder so gesagt: und kriegte mich, Golt sei's geklagt, beim Kragen." Als Aapoleon I. einst, wie üblich, wie ein Fuhr- knecht schimpfte und Talleyrand, seinen berühmten Diplomaten, anfuhr, sagte dieser sonst sehr diplomatisch-höfliche Aristokrat: „Sire, es ist schade, Oie Gleichschaltung im Verkehrsverein. Gestern abend versammelte sich der von der jüngsten Generalversammlung neugewählte Ausschuß des Verkehrs- und Verschönerungs- Vereins Gießen im Gasthaus Hindenburg, um satzungsgernäh aus seiner Mitte den D o r st a n d des Vereins jju bestimmen und dabei der erforderlichen Gleichschaltung gerecht zu werden. Zu Besinn der Sitzung gedachte der Dereinsvor- sitzende, Apotheker Schwieder, mit herzlichen Worten der Ehrung und der Dankbarkeit des Frei- heitskämpsers Albert Leo Schlageter, zu dessen Ehren sich die Versammlung von den Sitzen erhob. Das leuchtende Beispiel dieses vorbildlichen deutschen Mannes in der selbstlosen Hingabe beim Dienst für die Gesamtheit der deutschen Nation wurde von Herrn Schwieder allen Volksgenossen als nachahmenswertes Beispiel vor Augen gestellt. Sodann wurde mitgeteilt, daß die Leitung des Hapag-MER-Reisebüros im Torhaus am Seltersweg ab 1. Juni von dem bisherigen Inhaber Kaufmann Loeb auf Herrn Dr. Kreger, seither in Stuttgart, übergeht. Weiterhin wurde festgelegt, daß wiederum eine Anzahl Ruhebänke aufgestellt werden sollen, und zwar auf dem Rodberg, in der Alicestraße, auf dem neugeschafsenen Promenadenweg auf dem Trieb entlang der Grünberger Straße und an der Straßenbahn-Haltestelle Marburger Straße ' Ecke Wiesecker Weg, letztere Bank wird vom Städtischen Elektrizitätswerk ausgestellt, alle übrigen Bänke vom Vcrkehrsoerein Fernerhin beschäftigte man sich kurz erneut mit der Frage der Straßenbahnfahrpreise, über die demnächst von der Stadtverwaltung im Zusammenwirken mit dem zuständigen Betriebsaus- schuß des Stadtrats entschieden werden wird. Nach einer längeren Aussprache über Eisenbahnfragen und Angelegenheiten der Wirtschaftsbelebung kam die Versammlung zu der Neuordnung des Vereinsvorstandes im Sinne der Gleichschaltungsbestimmungen Der neue Vorstand wurde wie folgt zusammengesetzt: 1. Vorsitzender Bürgermeister Dr Hamm, 2 Vorsitzender Oberforstmeister Nicolaus, Schriftführer und Rechner Verwaltungsoberinspektor Müller, Beisitzer: Stadtratsmitglied S o l d a n , Redakteur Dr Röder, Redakteur B l u m s ch e i n, Kaufmann H o r st, kommissarischer Vorsitzender der Handwerkskammernebenstelle Gießen Kaufmann Schimmel, Direktor des Elektrizitätswerks Stolte, Kaffeehausbesitzer Schwarz, Kaufmann F a l k e n st e i n, ferner je. ein Vertreter der Reichsbahn, der Reichs- post und des Polizeiamts. Die Berufung der neuen Vorstandsmitglieder erfolgte in völliger Einst i m m i g k e i t und gab dadurch ein eindrucksvolles Bild des geschlossenen Willens für die Fortführung einer gedeihlichen Verkehrswerbung zum Nutzen unserer Stadt. Sodann wurde die Durchführung eines CB l u - menschmuck-Wettbewerbs einstimmig beschlossen. Anmeldungen zur CBctciligung an dem Wettbewerb sind an den Dorstand zu richten. Besonderes Gewicht wird vom Dorstand daraus gelegt, daß auch der kleine Wann, der vielleicht nur ein Fenster mit Blumen schmücken kann, sich an dem Wettbewerb beteiligen soll und dabei in voller Würdigung seiner Leistungen für die Verschönerung des Strahenbildes bei der Preisverteilung berücksichtigt werden wird: es braucht sich also niemand, der nur in kleinem Umfange Blumenschmuck anbringen kann, von dem Wettbewerb zurückzuhalten. Lieber die Durchführung einer Werbever- anstaltung im Herb st soll in einer erneuten Sitzung eingehend beraten werden. 2lm Schlüsse der Sitzung sprach der neue Führer des Vereins, Bürgermeister Dr- Hamm, dem bisherigen Vorsitzenden Apotheker Schwieder unter lebhafter und einhelliger Zustimmung der Dersammluna herzlichsten Dank und wärmste Anerkennung aus für feine hingebungsvolle Arbeit im Dienste der Derkehrswerbung für unsere Stadt, der er in jähriger Mitgliedschaft im Derkehrs- nerein und in Sjäbrigcm Wirken als Vereins- Vorsitzender eine starke Stütze gewesen ist. Der neue Dereinsführer hob besonders hervor, daß Herr Schwieder sich allezeit die größte Mühe gegeben habe, den Aufgaben des Vereins die beste Erfüllung zu verschaffen, und daß fein jetziges Ausscheiden aus dem Vorstand in keiner Weise als ein Mißtrauen gegen ihn an-usehen sei, sondern auch der neue Vorstand Wert darauf lege, die reichen Erfahrungen und Kenntnisse des Herrn Schwieder in vertrauensvoller ilntcr- stühung noch oft genießen zu können. Seine Tätigkeit im und für den Derkehrsverein solle und werde nie vergessen sein- Herr Stadtratsmitglied S o l d a n hob in eindrucksvollen Worten hervor, daß die Erklärungen des Herrn Bürgermeisters Dr. Hamm an Herrn Schwieder ihm voll aus der Seele gesprochen seien. Auch er habe stets die Arbeit des Herrn Schwieder für den Verkehrsverein bewundert und anerkannt, und er hoffe gern, daß der Verkehrs- Verein Herrn Schwieder in nicht zu ferner Zeit wieder in der Führung des Vereins sehen könne. Er bat gleichfalls Herrn Schwieder, feine wertvolle Kraft dem Verein durch Bat und Tat noch oft zu widmen und dabei versichert zu fein, daß man sein Wirken stets in dankbarer Anerkennung zu würdigen wissen werde. Herr Schwieder dankte beiden Herren und dem Ausschuß, der die Erklärungen der beiden Redner durch lebhaften Beifall sich einstimmig zu eigen gemacht hatte, in kurzen und herzlichen Worten für die Anerkennung und lieh dabei erkennen, daß der Verkehrsverein auch künftighin in ihm einen treuen Förderer und Berater, auch durch die Tat. haben wird. daß ein so großer Mann so schlechte Manieren hatl" Die geistreiche Grobheit ist die salonfähige Grobheit. Der „Sonnenkönig" Ludwig XIV., der unsere schöne Pfalz und das Heidelberger Schloß niederbrennen ließ, bildete sich ein, ein Dichter zu sein und die Höflinge lobten ihn. Der größte Kritiker der Epoche, Doileau, wird zu Hos befohlen, der König übergibt ihm seine Meisterwerke, Boileau lieft die Verse still und gibt sie mit den Worten zurück: „Cw- Majestät ist nichts unmöglich. Es hat Ew. Majestät beliebt, schlechte Derse au machen, und der Dersuch ist unübertrefflich gelungen.“ Der Wirklichkeitssinn des Volkes hat sehr richtig bemerkt, daß auf einen groben Klotz ein grober Keil gehört, und dieses Bild ist sehr sinnfällig, weil der grobe Klotz bei richtiger Anwendung des Keiles — Acrfpringt. Eine Lüge aus Höflichkeit wird, wo es Darauf ankommt, mit einer goldenen Rückfichtslosig. feit, die bekanntlich auch der zarte Dichter Theodor Storm erfrischend wie Gewitter nannte, beantwortet werden. Als Bismarck Gesandter am Frankfurter Bundesrat war, verteidigte der österreichische Gesandte o. Prokesch einst eine österreichische Behauptung und meinte: „Wenn das nicht wahr wäre, da hätte ich ja im Namen der K. und K. Regierung gelogen!" Bismarck, der die betreffende Stelle im Bundesratsprotokoll für Preußen abträglich hielt und sie geändert haben wollte, sagte nur: „Aller- dmgs, Exzellenz!" Worauf alle Gesandten die Augen niederschlugen und taten, als hätten sie nichts gehört. Die Stelle im Protokoll aber wurde stillschweigend geändert. Es ist nicht ganz richtig, daß man immer im Deutschen lügt, wenn man höflich ist, aber Shakespeares Percy Heißsporn weiß eine ganz gute Richtschnur: „Redet wahr und lacht des Teufels". Pas schließlich wieder auf oben bemelbete Zivilkourage heraus- komrnt und, wenn es nicht plumpe Grobheit fein soll, entweder mit Geist oder Herzenshöflichkeit oer- bunden werden muß. Bornotizcri. — TageskalenderfürSamstag: Stadt- theater, 19.30 bis 22.30 Uhr „ßifelott". — Gleiberg- verein, 16 Uhr, Gleiberg, Generalversammlung. — Bund der Frontsoldaten, 17 Uhr Festakt, 20 Uhr Stahlhelmheim, kameradschaftliches Zusammensein. - GDA., 20.30 Uhr, „Hess. Hof", Monats-Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Meisterdetektiv". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Sprung in den Abgrund". — Tageskalender für Sonntag: Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — „Der Stahlhelm , Bund der Frontsoldaten, ab 7 Uhr, Gau-Wehrsport- Treffen. — Verein „Uferkritik" Gießen 1922, 17 Uhr, Bootsplatz des Gießener Ruderklubs „Hassia" 1906, großes Militärkonzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Oer Meisterdetektio". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Sprung in den Abgrund". — Deutscher Abend unb Stander- Weihe des Motorsturmes 1/116 und der NSKK. Der Motorsturm 1/116 Gießen veranstaltet am morgigen Sonntag, 20.30 Uhr, im Cas6 Leib in Verbindung mit dem NSKK. (Nationalsozialistische Kraftfahrkorps) einen Deutschen Abend, mit dem die Weihe eines Standers verbunden sein wird. Für den Abend haben verschiedene Künstler des Stadtheaters (Frl. B e l i n g , die Herren M i - d) e l, Mieten, öierment, Wrede, C u j 6 und Zimmer) ihre Mitwirkung zugesagt. Die Spielleitung liegt in Händen von Heinrich Hub. Die Standartenkapelle 116 bestreitet Den musikalischen Teil der Veranstaltung. Die Rede zur Stander-Weihe hält Standartenführer E n g m a n n. Den Beschluß des Abends bildet die Aufführung des deutschen Lustspiels „Der Nachtwächter" von Theodor Körner. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Penftonierung als nationale Tat. Der Hess. Minister für Kultus und Bildungswesen gibt bekannt: Unter besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns traten folgende Lehrpersonen in den Ruhestand: Stadtschulrat Karl Maurer, Offenbach a. ‘JW. Stadtschulrat Bach, Darmstadt. Lehrer Kabel, Mümling-Grumbach. Rektor Ioh. Thomas, Fränkisch-Crumbach. Lehrer Heinrich Saal, Pfungstadt. Lehrer Wilhelm Hä Izel, Rumpenheim. Lehrer Anton Schuchmann, Langen. Lehrer Ioh. Huth, Sprendlingen, Rheinh. Lehrer Otto Lentz, Geiß-Nidda. Lehrer Wilhelm Schmeck, Bruchenbrücken. Lehrer Fr. Römer, Großen-Linden. Lehrer Wilhelm Schäfer, Nieder-Ohmen. Studiendirektor Zörb, an der Realschule Neu- Isenburg. Studiendirektor L u l e y, an der Realschule Bad Wimpfen. Oberstudiendirektor Krauß, am Gymnasium Worms. Oberstudienbirektor Z u l a u f, am Realgymnasium Mainz. Oberstudiendirektor Lauteschläger, am Lud- wia-Georg-Gymnasium Darmstadt. Oberstudienrat Bergmann, an der Viktoria- schule Darmstadt. Oberstudienrat Krämer, am Realgymnasium Gießen. Dberftubienrat Noll, an der Oberralschule Gießen. Dberftubienrat Meyer, am Realgymnasium Mainz. Dberftubienrat Matthes, am Adam-Karrillon- Gymnasium Mainz. Dberftubienrat Sartorius, am Adam-Karil» lon-Otjmnafium Mainz. Dberftubienrat Biebenkopf, an der Adolf- Hitler-Dberrealschule Groß-Umstadt. Der Abschied vorgenannter Lehrpersonen ist nach meiner Verfügung vorn 8. Mai 1933 mit einer würdigen Feier zu umrahmen. Auflösung der früheren Gießener Freimaurerloge. In einer Mitgliederversammlung der Bauhütte (frühere Freimaurerloge) „Ludewig zur Treue", die gestern abend ftattfano, wurde die Auflösung mit sofortiger Wirkung einstimmig beschlossen. *• Schwerer Unfall. Gestern nachmittag ereignete sich im nahen Watzenborn-Steinberg ein schwerer Unglücksfall. Der 9jährige Sohn des Pfla- ftcrermeifters Dörr, Rudolf Dörr, glitt in Der elterlichen Scheune so unglücklich von einem Heuhaufen herab, daß er hart auf Den Scheunenboden stürzte und einen schweren Schädelbrucy erlitt. Der bedauernswerte Junge mußte durch die freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die hiesige Chirurgische Klinik gebracht werden. ** Iahresfeste der D e k a n a t s - K i r - chengesangvereine. Auf die am morgigen Sonntag in Leihgestern, Steinbach und Treis an der Lumda stattfindenden Iahresfeste der Kirchen- aesangvereine des Dekanats Gießen fei auch an dieser Stelle hingewiesen. Festprediger sind in Leihgestern Pfarrer Schultheis (Großen- Linden), in Steinbach Pfarrer Weise! (Heuchelheim), in Treis a. d- Lda. Pfarrer Hau- mann (Alten-Duseck). wettere Cofalnad)rid)ten im 2. Blatt. Ohne WWW Ä -4 '• . • / y undstück MS ES. sn Film-Bildern^^ mit neuen Film-Bildern kennt und schätzt der Raucher seine Ramses. Er weiß, daß dieser „Mangel“ einen großen Vorzug bedeutet, genießt er doch so unbeeinträchtigt und rein das köstliche Aroma seiner Lieblingscigarette ftl 215 Zu Pfingsten ein neues Kleid iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiii I. A d. C. 3546 D 3547 D (x) x, F. M. Karlfried Schott 3564 D C. Rübsamen Fernruf 3659 [03240 mieten. [03271 mieten. 3554D sagen wir hiermit allen unseren herzlichsten Dank Gießen, den 27. Mai 1933 03276 gesucht. [03177 Wieseck, den 26. Mai 1933 3569 D [03224 Hof. Ein zweistöckiges ff 03242 zu Weitzer [03256 Der Versuch lohnt! Der Versuch lohnt! 3530 A 1 AM OSWALDSGARTEN Lin de “nb aus Mattkrepp, Craquelä, Borkenkrepp oder Flamlsette, in aparten Farben und Mustern erbeten. Außerdem ist ein 2-Zimmer und Küche v. jung, kindl. Ehev. gesucht. Schrift!. Ang. unt. 03275 a. ö. G. A. du verkaufen: 1 Kindervult, 1 fast neue Laute, 1 Tennisschläger. 03283tzroethestr.2H. -Seekel verkauf. [3662D Lich, Unterstadt 11. M enn er mit Hilfe der vielerlei praktischen Gartengeräte seine Arbeit vollbracht hat. wenn alles sprießt und lustig gedeiht, dann steht er auf dem Standpunkt: Nach der Arbeit die Bequemlichkeit Deshalb hat er sich eine wunderhübsche Ecke mit Gartenmöbeln eingerichtet, in der sich'8 nach Feierabend und und Sonntags urgemütlich sitzen läßt. Meint’s die Sonne mal zu gut — klapp, hat er den bunten Gartenschirm schon aufgespannt und sitzt im Schatten. Lustige Gartenfiguren schauen ihm zu und ein paar „Stein"-Pilze schaffen mit einer Tanne zusammen einen Privat - Wald. Eine Idee — was? Die paar Mark für Gartenmöbel bringen Sie doch auch noch auf? Kommen Sie mal in meine Gartenmöbel-Ausstellung. zu vermieten. Die Vergebung dieser Wohnungen kann nur an Mitglieder der Genossenschaft erfolgen. Schriftliche Anträge mit Angabe der Mitglied-Nummer bis spätestens 31.5.1933 an den Vorstand Feldbahnmaterial Gleise, Muldenkipperund Drehscheiben, la Material, zu verkaufen oder zu verleihen. 3518D Anfragen erbeten an Neils & Kraft, Kraftfahrzeug- Reparatur, Gie- Herr, Marburger Strotze 68, Telephon 2748—49 Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Heimgang unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen zuteil wurden, für die vielen Kranz- und Blumenspenden sowie die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Sattler am Grabe, sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Werner IV. Im Namen der Hinterbliebenen: Otto Göbel Heute entschlief sanft nach langem Leiden unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Wwe. Elise Busch, geb. Heinz im 63. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Paula Busch. Gießen (Liebigstraße 13), 26. Mai 1933. Die Beerdigung findet Dienstag, den 30. Mai, nachmittags 2 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. __________0^61 2-3-Zimmer-WohDung mit gr. Küche und Zubehör, per l.Juli zu mieten gesucht. Westviert. bevor^z. Schrift!. Ang. unt. 03237 a. d. G. A. FW: Schöne 5 - Zimmerwohng. i. gut. Hause, an ruhigen Mieter z. 1. Juli zu vermiet. Schrift!. Ang. unt. 03261 a. d. G. A. Laden Mäusburg 4, zu vermieten. Anfrag. i. Laden das. [03243 5-Zimmer-WoliD. (Parterre) m. Zubehör, Nähe Klmik u. Bahn ab 1. Juli zu vermieten. [03266 Wetzlarer Weg 391. Zirka 3 Morgen ewigen Klee an der Marburger Strotze liegend zu verkaufen. [03272 Nah. Televb. 3887. Jung. Herr sucht zwecks gemeinsam. SoliöooMonren jung. Dame kennen zu lernen. Schrift!. Angeb. unt. 03284 an den Gietz. Anz. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen Andreas Göbel Unterfertigte betrauert tief das Ableben ihres lieben A. H. Geh. Schulrat i. R. Franz Schwabe rec SS. 75 die sind. Belonnverh. AdeWhia im V. D. B. tVohsrrmgs- veLsebrrrrs. In unserer Siedlung „Am Kugelberg" sind zum l.Jult d.J.3 Einfamilienhäuser, und zwar je eines von 3 Zimmern und Küche GMMIIS in freier, ruhiger Lage, 4 Zimmer, Küche, Bad, Heizg., Balkon, sofort zu vermieten. Schriftliche Angebote unt. 03245 a. d. G. A. 1 lUUlllUp Ausschlag, K morrhoiden, I Wundsein usv Löwen Drog. W.KIIbinger Nach!., Seltersweg 79a; Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10; Kreuz-Drogerie A. Nell, Bahnhofstr. 63 Med.-Drogerie H. Elges Seltersweg 68a. Schön möbliertes Zimmer für sofort zu ver- Einfamilienhans (4 Zimmer u. Küche) als Eigenheim gegen Erfüllung der in Frage kommenden Bedingungen abzugeben. Nähere Auskunft hierüber erteilt Der Vorstand der Baugenossenschaft 1894 zu Gietzen e. G. m. b. H. H. Fourier. E. Müller. ZßlTient, la Portland ganz erstklassige Qualität, weit unter Syndikat-Preis Spezialgeschäft für Stoffe und Stoffresfo Karl Reuß, Gießen Seltersweg 46 Men- Heck- u. Flugkäfige, Schlagkästen u.Ein- satzkäfige zu 0erlaufen. [3577 D Am Kugelberg 49. Sehr preiswert zu verkaufen: Elegante Herren - Anzüge, ein- und zweireihig / Smoking- und Frack-Anzüge / Blaue Kammgarn- Anzüge / Mod. Knickerbocker-Anzüge / Burschen- Anzüge in großer Auswahl / Der moderne Slipon / Frühjahrs-Mäntel in all. Farben / Sommerjoppen und Lüsterjacken / Lodenjoppen / Windjacken / Gestreifte Hosen / Sporthosen / Flanellhosen / Schwarze Hosen für Kellner u. Musiker / Knickerbocker hosen / Berufskleider in jeder Art Moderne Damen - Mantel Ich suche zum 15. Juni einfache Stütze die perfekt kochen, backen, einmachen und nähen kann u. bitte um ausführl. schriftl. Bewerb, od. persönl. Vorstellg. bis 29. Mai zwisch. 12 u. 14 od. 19 u. 21 Uhr. [3540D Fran Dr. Gail, Frankfurt. Str. 34. 2-Ziöimer-MMBg u. Küche z. 1. Juli zu mieten gesucht. Pünktl. Mietzahlg. Kein Hinterhaus. Schriftl. Ang. unt. 03285 a. d. G. A. Der Naturforscher Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Oskar Prochnow ,,Der Naturforscher** ist die allgemeinverständliche, hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u.bedeutenden Mitarbeitern aus allen Gebieten derNaturwissen- schaften. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50. Probehefte u.Werbeblätter kostenlos Hugo Bermühler Verlag - Berlin-Lichterfelde Stadttheater Gießen. 3559D Sonntag, 28. Mai: Geschlossen! Montag, 29. Mai, 20 bis gcg. 23 Uhr Auher Abonnem. Geschl. Sonderauff. f. d. Milit.-Vereine Schlageter. Schausp.v.H.Johst Dienstag, 30. Mai, 20—22 Uhr Die Nacht zum Donnerstag. Einmalige Auff» Mittwoch, 31. Mai, 19.30 b. 22.30 Uhr Schlageter. (Zum letzten Male.) SÄ'.. Und niini.M <•*&* Bahnhofstr. 56 I. Gut möbliertes Zimmer mit sep. Eingang, in ruhiger Lage, ab 1. Juni zu ver- 3 Zimmer möbl. od. leer, mit Küche, a. als Büroräume, von einer Part.-Wohn., Nähe Univ., z. 1. Juli zu verm. Schr. Ang. u. 03257 an d. G. A. 2-Zimm.-Wohn. m. Küche (Neubauw.), 60 qm, in der Nähe Gietz. f. 18-20 3t sofort z. vm. Schr. Ang.u.03234a.GA. Gut erhaltener Ooppelspänner- Kastenwagen .überzählig) preiswert abzugeb. [03246 Engen Weber, Lang-Göns. Gut erhaltene 1*11* u. Regale zu verk. Schriftl. Ang. unt. 03250 an d. G. A. "'"Ä' einenne Mrer. au^MdieD Hal > r&s @s • wachse s?n Hän Wen Ulla, in bi 61= ren, 'N her « 6*I6 lä‘»8 ' S in hi-61«^' » “ iS er baio du Ute er den 6taa gierung entgegen, l" Seutschen an in ben hatte und-Mr 0 Sehnsucht im Die Spannung jtni, der tägliche Kampf a turne, der wachsende der deutschen Sendung ten Habsburger Dtzna brochenes Erlebnis vc krieg, der ihn W\' Zahnen sah. setzte V feit fort Am eigene mation erlebte er die Deutschtum Oesterrei mehr Toten und De und anderen Truppe einen Staat und eine längst die Treue geb. Der Zusammen Probe und die glanze ten, dem strategisch Teile Seutschöslerrent manen, Slaven und ■ hier liegen die alten, Straßen, durch die 21 Dien vollzog - Ivar gebrochen, um das ShS.-Staat einzuver Dien, die Landesre loten Mut und Kops zu ermatten. Die Ai mit allem abgesunde Fahne aus den Hohen La war es der junge! a ch e r von den Kämt tiative an sich riß ersten Kanonen! brüde, zwischen markt Land, Leute ut in einen Desreiungsb manchem Umweg und lichen Abstimmun tobet 1920 endete, ner Dindischen treu durch den die 6üb|li ramm zuruckgeworsen ler viele gesunden, dii ser nannten. Der Ke Md Treuesten hatte ' gesammelt, den W die eigene Heimo len Komps schon vor Äetefn neuen Reit ten i^m [enie südlichf Ä?Qrnterl aus j ^e ^ns etc 0Ä >ns Rhein! ßä&S ^iwliftentamlIfcon mit öen c, vor. ® ®«l ^den BÄ'N den deie ^W'chleiten Üblich " '°nen. Dje d>Iler.scha[7j den Arct W »i $L®roI t °n beö n ?u auf 2-Zimm.WoliDg. zu mieten oder gcg. 4-Z.-Wohn. z. tauschen ges. Schriftl. Angeb. unt. 03247 an den Gietz. Anz. Ein möbliertes Zimmer (auch Wohnzimmer) Bahnhofsnähe,Zentrum, hell, Parterre für Praxis gesucht Schriftl. Ang. unt. 03179 a. d. Gtz. Az. Wollen Gie sich eine neue Dauerexistenz schaffen durch zielbewußte -und fleitzige Arbeit, dann kommen Sie zur 3534D Lloydbank Franksurt/M. Bei seriöser Tätigkeit bieten wir sofortigen hohen Verdienst bei wöchentlicher Auszahlung. Nach kurzer Einarbeitung gewähren wir bei Eignung feste Zuschüsse und eventuell Festanstellung. Vorzustellen Montag, den 29. Mai 1933, zwischen 11 und 14 Uhr, Hotel Schütz. Nahrungsmittel-' «6*Ott Handel sucht VkvTkHLvv (Nebenbeschäftigung, für Pensionär geeignet.) Kleine Kaution oder Bürgschaft erforderlich. Schriftliche Angebote unter 03255 an den Gtetzener Anzeiger erbeten. Wilhelmstr. 56 1. Ein gebraucht, aber noch gut erhaltener ftantenWliity preisw. abzugeben. 3544D Witzmar 47. Weitz. Svortwagen u. moderne Helle Pömbs-Schuhe,Gr. 39, bill.z.verk. 03240 Franks. Str. 7, H. Gut erhaltener Löberstratze 18 1. | m^etgesuoue | 4-S-Zimmer- Wohnung zum 1. Juli oder August gesucht. Schrift!. Ang. unt. 03277 an d. G. A. Aelterer Arzt, zwei Pers., sucht z. 1. 7. 4-Zimnier-Wohn. m. Zentralheizg. u. Bad in ruhig. Lage. Schriftl. 2lngebote mit Preis unter 3561D a. d. G. A. fodesanzeige Gestern mittag 1 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unsre innigstgeliebte, herzensgute Tochter, Schwester, Schwägerin und Enkelin Fräulein Else Kröck im blühenden Alter von 14 Jahren In tiefem Schmerz: Familie Ferdinand Kröck II. und alle Angehörige Heuchelheim, den 27. Mai 1933 Die Beerdigung findet am Montag, dem 29. Mai, nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause Gießener Straße 28 aus statt Herrengarderobehaus L. ROSENZWEIG Giefaen, Neustadt Nr. 10 —------------3541 A Zirka 4 Morgen Heugras (Wiese) zu vergeben. [8532D Schützenstratze 12. | Kaufqesucne | Suc^e eine 6/äÖPS 4türige Wanderer- Limousine a. Kabriolett, Baujahr 1930/32 g. bar. Fritz Breitenbach, 3566P Schotten. Nähmaschine, gebraucht, auch des., zu kaufen gesucht. Schrift!. Ang. unt. 03252 an d. G. A. [Verschiedenes1 [ISO X1: Beiten Scblafzim, Pol-ler, Stahl- matrjm jeden,Teüz. Kai.tr. Eiseiuuübelfabrik Suhl/Th. LeupinCreme und Seife vorzügliches Hautpflegemittel, seit Ja*"-»" zend bewä SotBiiänltiii sofort gesucht für neuzeitliche u. Diät- Küche. Schr. Ang. u. 03258 a. d. G. A. Tagesmätichea nicht unt. 18 Jahre, 2 Zimmer und kleine Küche, am liebsten an alleinstehende Damen abzugeben. [03244 Löberslr. 19 II. 1 groh. u. 1 kleines MM.-Miner bill. abzugeben. Zu erfragen [3571D Kaiserallee 8 I. 1 Zimmer u. Küche mit allem Zubehör, sofort zu vermieten. Sev. 6ing. [03233 Wolfstratze 26. Sonniges, preisw. Zimmer (Villa) an berufstätige Dame zu vermieten. Küchenbenutzung möglich. 03264 Bonrcarde Stevhanstratze 7II. Zwei grotze leere Zimmer m. Kochgelegenheit zu vermiet. [3543D Ederstratze 6. Möbl. Helles Zimmer m. 1-2 Betten, evtl. Küchenbenutz., Kaiserallee, verin. Schriftl. Ang. unt. 03251 an d. G. A. M-Ziin-Mag. zu mieten gesucht. Schrift!. Ang. unt. 03267 a. d. G. A. Lehrer sucht 3-4-Zinnner-Wohnung zum 1. od. 15. Juni. Schriftl. Ang. unt. 3537 D a. d. G. A. 2-3-Zmi.-Wohmg v. ruhig. Familie, 3 Pers., bis 1. Juli gesucht. Schriftl. Ang. unt. 03231 a. d. G. A. Stellenangebote) Hoher Verdienst d. Liebem, ein. Hamb. Kaff.-Vertr.z.Verk. a. Selbswbr. Kaff.- Nösterei Hartmann LCo.,Hamburg 36. Kaufmannslehriing mögl. aus Gietzen, für sof. ges. [03286 Meldung Arbeitsamt Gietzen, Abt. Berufsberatung, Frankfurt. Str. 29. Motorrad steuerfrei, m. elektr. Licht u. Horn zu verk. Anzusehen bei I. Schuvv, Stein- stratze 38, täglich nach 19 Uhr. [03238 Deutzer-Kleindiesel gebraucht, aber sehr gut erhalten, weil zu klein, sofort bill. abzugeben. Schriftliche Angebote unt. 3231V a. d. G. A. gesucht. [03268 Frau Schmid, Löwengasse 2. [Stellengesuche] Für empfehlensw. 20jähriges Mädchen v. Lande, erf. in Haus u. Küche, w. pass. Stelle gesucht. Schriftl. Ang. unt. 03280 q. d. G. A. Verkäufe Ein Wurf Kinderwagen billig zu verkaufen. Anzusehen vormitt. _____Aulweg 76. Moderner, weiher Kinderwagen sehr gut erhalten zu verkaufen. [03274 Gnanthstr. 8 II. Weiher u. schwarzer ||prr| zu ver- nera kamen. 03281 Mühlstr.26 n. [Vermietungen [ 6 Zimm.Woling. Walltorstr. 481 zu vermieten. 2440D Näheres: Becker. Keplerstrabe 9. Herrschaft!. 3- oder 6-3im.-Wohn., 1. u. 2. St., Port). Wilhelmstr. z. verm. Näheres Ä. Becker, Kevlerstr. 9. [3233p dinWWoiis 5 Zimmer, Stallg. u. groh. Obstgarten, am Bahnhof Gr.- Linden, sofort zu vermiet, evtl, zu verkauf. Anfragen: Luh, Steinau (Kr. Schlüchtern) Bahn- Hitler-Wall 43 H. Selbständiges, ehrliches, sauberes Mädchen zum l.Jüni ges. Bäckerei, Konditor. Willi. Kröck, Wetzlar, Henry- Bndge-Platz 1. Tel. 2547. [03210 Suche für sofort ordentliches Mädchen für Haus u. Landwirtschaft. [03287 Lich,Bahnhofstr.62 Jüngeres Dame in silbergr. Mantel, Himmelfahrt mit Freundin in Marburg (Cafs u. Kino), wird unt. 03265 um Anschrift gebeten an den Gießener Anz, Damenscliinn v. einig. Tag. verloren. Abzug. [03235 Franks. Str. 103 I. Vereine Elsaß- Lothringer. Die Mitglieder werden gebeten,sich zahlreich an d. Festlichkeiten des Stahlhelms zu beteiligen. 03232 Der Borstand. m. Gastwirtschaft u. Nebengeb. i. nächst. Nähe v. Gieh. unt. günft. Beding, zu verk. Schr. Ang. u. 3579 D a. d. G. A. Sehr gut erhaltener LielerWen 1 Tonne Tragkraft, preiswert abzugeb. B.G!ahhaar&Sohß 03278Frankf.Str.19 Gelegenheitskauf! Verkaufe 4türige, 6-Cnlinder, 6fach gut bereiste Spelllliivllsine m._gr. Koff. Otehme kl. Wag. i. Zahlung. Bal.Glebe,Schotten 3567D Tel. 76. 4sitziges BMW.-Kabriolett neuwertig, 12000 Kilometer gel., geg. Kasse preisw. zu verkaufen. [03209 Näheres in der Geschäftsstelle d. G.A. Wegen Geschäftsaufgabe zu verkauf, fast neue, moderne BMW. - Limousine <4Sitz., dklblau) sowie Geha-Notary- Bervielfältig.kaum gebraucht. K. Martenstein, Marburg, Schwanallee 16 Schöne [03270 4-Zimmer-Wohn. m. Bad, Balk., Erk. u. evtl. Mans, per 1. 7. zu verm. Näh. Schubertstr. 14 P. Schöne 4-Zimin.WolinO. per sofort zu verm. Schriftl. Ang. unt. 03254 an d. G. A. 4-3innn.-IDol)n. m. Bad, NodHeimer Str. 42 p, sofort zu vm. Näh. A. Becker, Kevlerstr. 9. [3254D 4-Zimm.-Wohng., mit Bad u. Balkon, zu vermieten. [03094 Haas, Schubertstr.2 In Heuchelheim (Neubau) 3- en. 4-3imm.- ffloljnimg mit Bad u. Zubeh. »um 1. 7. 33 evtl, früher zu vermiet, schriftl. Ang. unt. 03223 a. d. G. A. Geräumige 3'3imm.-lDoön. m. Bade;., in gut. Hause zu vermieten. Schriftl. Ang. unt. 3572 D a. d. G. A. Z-nä-Ziin-hg. mit Bad in d.Schu- 1 bertstr.z.verm. 3102D I Näh. Sicher Str. 5. Wäschemangel billig abzug. Wer besucht regelmähig Vä'ckereien, Konditoreien? Für den Verkauf eines erstklassig., leichtverkäuflichen Backhilfsmittels wird gut eingeführter Bezirksvertreter gegen hohe Provision gesucht. Schriftliche Angebote unter 03239 an den Gießener Anzeiger. Bekannte berufsständische Versicherungsanstalt beabsichtigt in aller Kürze zwei Herren für freiwerdende Bezirke einzustellen. Bei zufriedenstellenden Leistungen bietet sich neben gutem Verdienst Aussicht auf Dauerexistenz. Bewerb, m. Lebenslauf u. Angabe v. Referenz, u. 03282 a. d. G. A. r* in m S,«fr«M9 ißen 4 Morgen ugras Miese, wen. Immd Jjesücnel llunge °derer- nousine »«au. Heilenbach, schollen, ^wschive^ a>t •bet zu dop N. uitD :ngen erbe- le> & Kraft, vtiabvw znratur, Sie- i, '.'.ilnrburner rafee 68, feiern 2748-49 Herr sucht |y gemeinsam. OodlloBten .Tamcjennen ’m en. Llkiriltl. J! unt. 03284 >en GiebLn. -Vereine__| TisJ” .othringer. ssg Kfite Ker^ornanb. adttheatcr Gei^^ai, ,nlng' 7 .)Z ubr b.i^.MN'-em, V^^onoewuch baui"'"zo.'Wi' ÄS Sme lbergr. Mantel, Melsahrt nut nndm in Mar- ,, , unt. 03265 um hril't gebeten an Gie8ener_Wl meisiM SLZ Nr. 122 Zweites Blatt Gießener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Gberhesfen) Samstag, 27. Mai 1955 Hans Steinacher. Oer neue Führer und die neue Führung ittf Verein für das Deutschtum im Ausland Don Or. Karl Megerle. Die Deutschtumspolitik des neuen Reiches wird einen neuen Charakter haben. Daher bedarf sie auch neuer Führer. Aus dieser Einsicht heraus Hal der DDA. die Leitung seiner Arbeit von sich aus einem neuen Mann übertragen. Wer ihn und feine Arbeit kennt, darf zuversichtlich feststellen mit Hans Steinacher ist der rechte Mann an den rechten Platz gekommen. Denn er ist von Kindesbeinen an im Deutschtumskamps ausgewachsen. Unten an den Hängen des berühmten Bleierz- bergeS bei Dillach in Kärnten geboren, in dessen Stollen feine Däter und feine Sippe von je her in harter, karger Lebensführung ihr tägliches Brot sanden, wuchs er von selbst in die Staats-, Volks- und Grenzproblematik hinein, in der er jetzt an führender Stelle Dem neuen Deutschland dienen soll. Stieg er von seinen Bergen ins Tal hinunter, so traf er bald auf fremdes Volkstum, die Windischen, Kärntner Slowenen im Gail- und Drautal. Wanderte er durchs Kanaltal nach Süden, dann begegnete er bald den Welschen, den Italienern. Suchte er den Staat, dann trat ihm eine Regierung entgegen, die bereits die Erstgeburt der Deutschen an die Slawen und Ungarn preisgegeben hatte und ihrer deutschen Jugend verbot, ihre Sehnsucht im Reich zu befriedigen. Die Spannung zwischen Volkstum und Staat, der tägliche Kampf an der Grenze des Deutschtums, der wachsende Groll gegen die Preisgabe der deutschen Sendung im Interesse der verwelsch- ten Habsburger Dynastie, das war sein ununterbrochenes Erlebnis von Iugend an. Im Weltkrieg, der ihn sofort als Freiwilligen bei den Fahnen sah, setzte sich diese Schule der Deutsch- heit fort. Am eigenen Leibe, in der eigenen Formation erlebte er die schwersten Dlutopfer, die das Deutschtum Oesterreichs, mit doppelt so viel und mehr Toten und Verwundeten als die slawischen und anderen Truppen der Doppelmonarchie, für einen Staat und eine Monarchie brachten, die ihm längst die Treue gebrochen hatte. Der Zusammenbruch brachte die schärfste Probe und die glänzende Bewährung. InKärn - len, dem strategisch und politisch interessantesten Teile Deutschösterreichs, — denn hier stoben Germanen, Slawen und Roickknen aneinander, und hier liegen die alten, weltgeschichtlichen Pässe und Strahen, durch die Rapoleon 1. seine Märsche auf Wien vollzog — waren die Südslawen ein- gebrochen, um das schone köstliche Land dem SHS.-Staat einzuverleiben. Die Regierung in Wien, die Landesregierung in Klagenfurt verloren Mut und Kopf. Hilfe war von ihnen nicht zu erwarten. Die Niedergeschlagenheit hätte sich mit allem abgefunden. Die Slawen hätten ihre Fahne auf den Hohen Tauern auf pflanzen können. Da war es der junge Oberleutnant Hans Steinacher von den Kärntner Siebenern, der die Initiative an sich rih und mit jenem berühmten ersten Kanonenschuß an der Gurk- b r ü d e, zwischen Klagenfurt und Völkermarkt Land, Leute unb Regierung von Kärnten in einen Befreiungskampf hineinriß, der nach manchem Umweg und Rückschlag mit jenem herrlichen Abstimmungssieg vom 10. Okto b e r 1 9 2 0 endete, bei dem sich auch die Kärntner Windischen treu zu ihrer Heimat fanden und durch den die Eüdslawen auf den Karawankenkamm zurückgeworfen wurden. Es haben sich später viele gesunden, die sich Kärntner Heimatkämpfer nannten. Der Kern der Tapfersten, Zähesten und Treuesten hatte sich immer um Hans Steinocher gesammelt, denn ihnen ging es nicht nur um die eigene Heimat, sondern sie führten diesen Kamps schon vor 14 Iahren im Auftrag des erwarteten neuen Reichs der Deutschen. Sie wollten ihm seine südlichste Grenzmark erhalten. Don Kärnten aus führte der Leidensweg des Deutschtums Hans Steinacher ins Burgenland, in die Pfalz, ins Rheinland, ins Ruhrgebiet, nach Oberschlesien und Memel. Wo immer deutscher Dolksboden in Gefahr war, verlorenzugehen, ver- fewaltigt zu werden, dem Separatismus zu Der- allen, da tauchte er auf und setzte den Gegen- ongriss an, leitete die Abwehr ein, drang ins Herz der feindlichen Stellung vor, unermüdlich, mit kühlem Kamps und brennender Leidenschast. Lahr für Iahr. Bis heute hat seine Lebensarbeit dem Deutschtum gegolten. Diese reichen Erfahrungen aus allen Gebieten des Kampfes an geographischen, ethnographischen, kulturellen Grenzen bringt er in sein Führeramt mit Darüber hinaus aber, und das tat seit Iahren not eine neue Kampfauffassung. Die Rachkriegsregierungen waren nicht von der Art, diesen Kampf ums Deutschtum als eine Einheit und offensiv geführt wissen zu wollen. Dazu fehlte ihnen der Mut, die Einsicht, der gesamtdeutsche Wille. So wurde diese gewaltige Aufgabe des deutschen Volkes nach und nach aufgesplittert in Teilfronten. Immer mehr drang das Spezialistentum vor. Die lebendige Verbindung mit den breiten Massen fehlte. Konjunkturkundige erspähten in den zahlreichen Deutschtumsverbänden Möglichkeiten oder Sprungbretter für andere Positionen. Die Erkenntnisse schlummerten friedlich in den Archiven ober verstaubten in wissenschaftlichen Zeitschriften. Häufig wußte einer nichts vom andern. Die echten Kämpfer aber sahen mit Grimm unb Groll eine Ausgabe versacken, Fonds ohne Wirkung zerrinnen. Run gilt es, die Deutschtumsarbeit in großem Stil neu aufzubauen. Der Konzeption des Deutschtums diesseits unb jenseits bet heutigen Reichsgrenze als eines (Samen entspricht die Auffassung, bah auch bie vorhandenen Mittel unb Kräfte a l s Ganzes eingesetzt werden müssen. Wir fordern den Generalstad des Deutfch- tumskampses, der nach einheitlichem Plan arbeitet, der sich einen kampsaewohnten Rachwuchs heranzieht, der die Ausgaben der Deutschtums- Politik mit denen der allgemeinen Außenpolitik abstimmt und in deren Rahmen zur Geltung bringt. Wir fordern Ausnützung der Mittel bis zur höchsten Wirkung, Vermeidung des Leerlaufs Uebergang zur Volksdeutschen Offensive unb Beseitigung der bureaukratischen Hemmungen in den Behörden. Aus der „2aft“ des Aus- londbeutschtums muh ein Aktivposten gemacht werben, ein millionenfältiger Träger des Reichs- unb Volkswillens, eine hunberttausenbfache Dor- Postenkette unserer Zukunft. Wir wissen, baß Hans Steinacher seine Ausgabe in biesem Licht sieht unb auch die feste und harte Hand hat. Widerstände zu brechen. Oer Gereke-Prozeß. Im Gereke-Prozeß erklärt Frau H e r m i n g - haus als Sekretärin im Landbund- b ü r o, sei jedermann im Büro davon überzeugt gewesen, daß die Zeitschrift Dr. Gereke persönlich gehörte. Freigang habe ihr auch ausdrücklich verboten. von den Ueberschüssen au sprechen, bie bie Zeitschrift ergab. Die nächste Zeugin Frau Geb- Darbt erklärt, sie habe angenommen, bah bie Zeitschrist Verbanbseigenturn sei. Eie habe sich beshalb immer barüber getounbert, baß Dr. Gereke so hohe Summen aus bem Ueberschuh ber Zeitschrist für seine Drivatzwecke entnahm Redakteur Dr. Gotlholb M ü h l n e r, Schriftleiter am Derbanbsorgan unb Pressechef bes Lanbgemeinbeverbanbes. erklärte, er habe bie Derbanbszeilschrift als Eigentum von Dr. Gereke betrachten müssen, benn Dr Gereke habe allein über alle Dinge ber Zeitung bestimmt, unb es sei auch von Dorstandsmitgliedern niemals ein Zweifel baran geäußert worben, baß sie baS Eigentum von Dr. Gereke war. Die Zeitschrift-Debatte in ben Gesamt-Vorstanbssihungen habe nie ben Charakter gehabt, bah man bas Eigentum Dr. Gereles an ber Zeitschrift anzweifelte. Dr. G. habe von Anfang an mit ihm besprochen, bah bie für bie Hinbenburg- wahl gesammelten Gelber auch zur Finanzierung einer Hinbenburgpolitik nach dem Ab- schluh der Wahl verwendet werden sollten. Die ganze Arbeit der Hindenburg-Propaganda habe deswegen ihre peinliche Seite gehabt, weil der überparteiliche Hindenburg-Ausschuß sich aus politisch heterogenen Elementen zu- sammensetzte und auch linksstehende Streife um- schloh. Dr G. und ihm nahestehende politische Kreise wollten nach dem Wahlabschluß verhindern, daß etwa der hier aufgezogene große Apparat bei den Preuhenwahlen von jenen Links- kreisen mit in Anspruch genommen wurde, die die Hindenburgwahl unterstützt haben. Für die Abrechnung mit dem Hinbenburg-Aus» schuh sollten eben bie Ausgaben falsch belegt werben. Er selbst sei zu oem Buchdrucker Schütz gefahren, unb habe im Auftrage von Dr. Gereke veranlaht, fingierte Rechnungen auszustellen. Er habe bieses Vorgehen aus politischen (Srünben für zulässig gehalten. Die fingierten Rechnungen waren auch so ausgestellt, bah eine flüchtige substantielle Rachprüfung sofort ergeben mühte, dah es sich um fingierte Beträge handelte Angeklagter Dr. Gereke: Habe ich Sie (zum Zeugens nicht beauftragt, gewisse ganz diskrete Summen an bestimmte Stellen im Interesse der Hindenburg-Wahl auszugeben, unb habe ich Ihnen nicht gesagt, bah biefe Summen wahrscheinlich nachher als an Sie gezahlt, erscheinen würben? Der Zeuge bejaht diese Frage. Dr. Gereke. Habe ich Ihnen nicht die Ramen der Prominenten, eng um den Reichspräsidenten herum- stehenden Menschen genannt, mit denen ber Vertragsentwurf zur (Srünbung einer Hindenburg - Zeitung besprochen worben ist, unter ber Auflage, biefe Sache ganz biskret zu behanbeln? Auch diese Frage bejaht ber Zeuge. 3nlerefWe Neuerwerbungen im berliner Zeughaus. I ■ v- % U Links: deutscher Sturmmann in ber vollen Aufrüstung, roie sie die deutsche Infanterie in ben letzten Weltkriegsjahren aufwies. — Rechts: Die schlichte Uniform bes Bataillons „Garbe", die Friedrich der Große in seinen letzten Lebensjahren trug. Lappo marschiert wieder. Von unserem st.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, oerbotenl jjelfingfors, Mitte Mai 1933. Es naht bie Zeit der weißen Nächte. In ben Ländern des Nordens haben sie einen nerven- aufpeitschenden Zauder an sich Noch um 10 Uhr abends wandert man durch die von der Sonne vergoldeten Straßen Die Beleuchtung hat nicht das Müde des Unterganges, die Schatten legen sich nicht als dunkler Fleck auf die Erde, sondern zittern als durchsichtiger Schleier über dem Boden. Zwar sinkt die Sonne nur im äußersten Norden Finnlands hinter den Horizont, aber schon in Helsingfors läßt sie die Dunkelheit nicht aufkommen. Ueber dem westlichen Himmel bleibt eine rosa-graue Dämmerung unb auf der Erde ist es geheimnisvoll hell, wie bei einer Sonnenfinsternis. H e l i s i n g f o r s ist immer line schöne Stabt, am schönsten ist sie zur Zeit der weißen Nächte. Im Mai glitzert das frische Grün der Bäume, als ob es mit Tautropfen aus Silber besprengt wäre, Studentinnen in ihren weißen Mützchen tragen Kränze aus Feldblumen im Arm, vor Alphüddan sitzen die Menschen in warme Plaids gewickelt unb lauschen der Musik von Sibelius und Grieg. Rings um die Hauptstadt aber lagern d i e Kreuzfahrer aus Lappo, Romantiker der Politik und Fanatiker des Glaubens, und wie einst zu Luthers Zeiten klingt aus ihren Zelten beim Abendgebet das trotzige Lied „Ein' feste Burg ist unter Gott". Lappo oder Lappus ist ein kleines Städtchen in der Provinz Dfterbotten, weltabgewandt und wenig beachtet. Dort lebt ein schwerblütiger Menschenschlag, ber nicht leicht aus feiner Ruhe zu bringen ist, der aber einmal aufgerüttelt, bereit i ft, alles einer Idee z u opfern. Die meisten Bewohner der Provinz Dfterbotten gehören pieti- ftifdjen Bereinigungen an. Sie erblicken im russischen Bolschewismus eine Schöpfung Satans, unb haben geschworen, die Scharen des Antichrist, wie sie die Kommunisten nennen, in ihrem Lande zu vernichten. 1930 zogen sie.etwa 20 000 Mann stark, schweigend, in geschlossenen Reihen, ben Pukko im Gürtel, voran Dihtori K o f o (a und Probst Kares, vor das Riksdagsgebäude, verlangten den Rücktritt der Regierung und den Erlaß eines Antikommuniftengefetzes. Das Volk jubelte ihnen zu, überall fanden patrotifche Demonftrationen statt und die Lappoleute erreichten ihren Willen. Die Regierung trat zurück, das Parlament wurde aufgelöst unb der neue Reichstag erließ die Antikommunistenakte. In ihrem Eifer nahmen es die Lappoleute mit den bestehenden Gesetzen nicht genau, es kam roie- dcrholt zu Ausschreitungen und Gewalta k t e n. Zahlreich waren die Kommunisten, die von den Anhängern der Bewegung aufgegriffen und nach einer Tracht Prügel über die sowjetrussische Grenze abgeschoben wurden, auch einige bekannte Sozialdemokraten wurden mißhandelt, denn die Lappobauern wollten nur ungern zwischen den bei- den marxistischen Parteien unterscheiden. Sogar der frühere finnländische Staatspräsident S ta h I b e r g, dem man Sympathien mit der Linken vorwarf, wurde in einem Auto an den Ladogasee entführt, später aber wieder freigegeben. Ursprünglich eine religiöse Bewegung, schwenkt die Lappopartei bald mehr in das politische Fahrwasser herüber und ist heute dem deutschen Nationalsozialismus vergleichbar. Sie nennt sich heute auf "finnjfd) „ I k o e l" und ihr Anhang ist über alle Volksschichten verbreitet. Ein großer Teil der Armee, das Schutzcorps, die studentische Jugend sympathisiert mit ihr und auf dem Lande trifft man überall Leute, Männer und Frauen, die das Lappo- abzeichen tragen. Der unbestrittene Führer ist Vih- tori K o s o l a, ein lanbeingefeffener Bauernwirt aus Dfterbotten. Schon 1917/18 hat er in eingeweihten Kreisen viel von sich reden gemacht, indem er während des Krieges den heimlichen Transport der finn- ländischen Jäger nach Schweden in die Wege leitete. Er war immer e in Führer unter feinen Leuten Breitschultrig, mit gelichtetem Haar, in den Gesichtszügen eine auffallende Ähnlichkeit mit Mussolini, die aber schwindet, wenn er lächelt. Und dieser stille Mann und Kämpfer lächelt oft, denn neben dem eisernen Willen strömt von ihm Güte aus; der politische Kopf innerhalb der Lappobeweguna war ursprünglich Dr. Donner, der bekannte Dozent an der Helsinforfer Universität und der Forscher der ugro-finnischen Sprachen. Dr. Donner ist schwedisch, blutig, wohlhabend, Diplomat in seinem Wesen und in feiner Sprache, er assistiert dem Führer geschickt, wo die Geradheit und Unkompliziertheit des Bauern- führers eventuell Konflikte schaffen könnte. Probst Kares, Landgeistlicher, fromm und Glaubensstrei- ter. vertritt die religiöse Seite der Ikvelpartei. Leider haben sich Schatten über das Verhältnis Kvfolas zu Dr. Donner gebreitet, die an die Beziehungen Zwischen Gregor «straffer und Hitler erinnern. 21m 16. Mai nun wiederholten die Anhänger der Lappobewegung ihren Marsch auf Heising- f o r s. Es galt diesmal nicht eine Regierung zu stürzen, sondern es sollte eine große vaterländische Demonstration sein, Finnland sollte aufgerüttelt werden und sich auf sich selbst be» sinnen.Gleichzeitig stellte der Marsch eine Machtprobe vor den Wahlen zum Riksdag bar, die am 1. Juli stattfinden und bei denen die Ikoel-(Lappo)Partei die absolute Mehrheit zu erlangen hofft. Mit der Nationalpartei wurde ein Wahlbündnis abgeschlossen, ähnlich roie es zwischen den Nationalsozialisten und den Deutschnatianalen besteht. In Helsingfors herrschte beim Aufmarsch der Ikoet eine nervöse Spannung, man befürchtete Störungen durch die Linkparteien aber die Finnländer sind ein diszipliniertes Volk, und so verlies denn der Marsch in bester Drönung unter der jubelnden Begeisterung der Bevölkerung. Es war ein großer Tag, den niemand so bald vergessen wird. Es wurde am Abend bei Schwedenpunsch in Feststimmung gefeiert. Bei Kemp, in Societäthuset, überall sah man fröhliche Gruppen, vaterländische Lieder wurden gelungen, und da die lästigen Antialkohol Gesetze gefallen sind, fo hatte wohl auch mancher über den Dürft getrunken, aber die sonst fo strenge Polizei nahm es dies- mal nicht allzu genau. Der Marsch am 16 Mui war eine neue Etappe auf dem Siegeszug der finn- ländischen nationalsozialistischen Lappobewegung. Das Duell für Deutschland. Der sechzigjährige alte Universitätsprofessor Dr. DI e y e r , der Führer der deutschen Minderheit in Ungarn, hat den deutschfeindlichen Abgeordneten im ungarischen Par'a- ment 3 f i l i n a a 11) zum Säbelduell mit schweren Kavalleriesäbeln unter härtesten Bedingungen gefordert. Das Duell mit idem sechzigjährigen deutschen Führer ist tatsächlich ausgetragen worden. Professor Dleyer erhielt Verletzungen am linken und rechten Arm und einen Säbelhieb über die Stirn. Kaum war die Wunde vernäht und die Blutkruste von den mangelhaften Bandagen entfernt, so übergab Universitätsprosessor Bleyer der ungarischen Regierung ein ausführliches Memorandum über die Wünsche und Beschwerden der deutschen Minderheit in Ungarn. Das heroische Beispiel dieses deutschen Führers, der an der Schwelle des Greisenalters steht, aber lenkt alle deutschen Blicke aus der Innenpolitik hinweg auf die Dorpostenkämpfe des Deutschtums im Auslande. Es mußte schon Blut fließen, um die Aufmerksamkeit der deutschen Deffentlichkeit einmal auf jene beiden Brennpunkte des Volkstumskampses zu richten, die heute, aller politischen Einsicht zum Trotz immer noch die Beziehungen gerade der Völker vergiften, die schicksalsnotwendig zusainmengehörten. In Südtirol wird, allen italienischen Freund- schaftsbeteuerungen zuwider, das uralte deutsche Volkstum Walters von der Vogelroeide ausgerottet. Die italienischen Schulbücher in Südtirol enthalten, roie nationalsozialistische Zeitungen vor kurzem fest- stellten, immer noch die ungeheuerlichsten Beschimpfungen gegen Deutschland. Reichskanzler Adolf Hitler hat in feiner großen Rede zur Außenpolitik bc- i tont, daß Deutschland gerade jetzt Verständnis für die völkischen Interessen anderer Vvlkstümer habe, llmfo mehr muh Deutschland aber nun auch verlangen, daß die Staaten, die sich um die deutsche Freundschaft bemühen, weil sie diese deutsche Freundschaft brauchen, jegliche Unterdrük- kung desdeutschen Volkstums aufgeben. Das gilt für Südtirol, das gilt in noch größerem Maße für die deutsche Minderheit in Ungarn. 3n Deutschland wußte man seither von dieser Unterdrückung wenig. Erst als vor wenigen Wochen Professor Bleyer im ungarischen Abgeordnetenhaus die Methoden aufdeckte, nach denen das Deutschtum vernichtet werden soll, begann man, auch in Deutschland, aufzuhorchen. Das jetzt von Professor Bleyer gebrachte Dlutopfer verpflichtet jeden Deutschen, rücksichtslos und unerschütterlich sich für seine Dolksgcnossen im Ausland einzuschen. Tschechische, belgische und polnische Unterdrückungen sind wir gewohnt. Unterdrückungen einer deutschen Minderheit durch das mit uns im Kriege verbunden gewesene Ungarn aber werfen einen dunklen Schatten auf die Ehre des ungarischen Ramens, und die ungarische Regierung sollte in Anerkennung der gemeinsamen Dergangenheit und der gemeinsamen Zukunft endlich einmal Schluh machen mit allen Entdeutschungsmahnahmen, die ein Restbestand aus der liberalistischen Zeit des 19. Jahrhunderts sind. Rur das Beispiel der autoritativ regierten Staaten kann den Gedanken der völkischen Revolution über die zu eng gewordenen Landesgrenzen hinaustragen und zu einer Waffe gegen das Dersailler System machen. In Ungarn wird in ungeheuerlichster Weise die Iugend der deutschen Minderheit bereits in den Kindergärten, besonders aber in den Dolks- und Mittelschulen, aber auch im Heer dem deutschen Dolkstum entfremdet. Dis auf die österreichische Grenze in Westungarn gibt es keinerlei Schulen, die als deutsche Schulen angesprochen werden werden können. Dabei lebten vor einigen Iahren in Ungarn mehr als 500 000 Deutsche, d. h. rund tausend Dörfer zu je 500 Einwohnern sind von Deutschen bewohnt. 70 v. H. der deutschen Kinder mit Dolksschulbildung können auch nicht Halbwegs deutsch oder ungarisch lesen und schreiben. Man hat diese heranAachsende deutsche Iugend bewußt zu verdummen versucht, um sie ihrem Dolkstum zu entfremden. 90 v. H. der deutschen Jugend mit Mittelschulbildung kann nicht einmal einen deutschen Brief schreiben. Das Ergebnis dieser raffinierten Entdeutschungsmethode 4ft denn auch ein theoretisches Zurückgehen der deutschen Minderheit von rund 100 000 in zehn Iahren. In Wahrheit hat sich das Deutschtum durchaus gehalten, und lediglich die ungarischen Statistiken haben auf Grund der kümmerlichen Schulbildung die Kinder deutscher Abstammung der ungarischen Stammbevölkerung zugeschlagen. Als Professor Bleyer diese beweisbaren Dor- würse vorbrachte, war er von nun an kaum noch seines Lebens sicher. Die greise Frau des Professors Bleyer wurde im Theater körperlich m i ß- bandelt und mit Unrat beworfen. Die Dor- lesungen an der Fakultät Professor Bleyers muhten für eine Woche aussallen. Der ungarische Staat hat bisher nicht die notwendigen Schritte ergriffen, um einmal Professor Bleyer zu schützen und zum andern die deutschen Schulverhältnisfe au verbessern. Wenn zu Pfingsten der Verband für das Deutschtum im Ausland in Kärnten aufammentritt, wird er sich auch mit der bedrohten Lage des ungarländischen Deutschtums zu befassen haben. Deutschland erwartet von Ungarn die Ritterlichkeit, die es ihm von jeher zugebilligt hat. Das neue Europa beruht auf der Freiheit und nicht auf der Unterdrückung der Dölker. Aus Der Provinzialhauptstadt. Oie Jinanzkaffen lösen Reichs- verbilligungsscheine für Speisefette ein. Die von den Verkaufsstellen angenommenen Abschnitte der Deichsverbilligungsscheine für Speisefette werden von den Finanzkassen eingelöst. Die Abschnitte sind von den Verkaufsstellen bei der Annahme durch Aufdruck des Firmenstempels zu entwerten und dann in Einlieferungsblätter einzukleben, die von den Finanzkassen unentgeltlich verabsolgt werden. Das Ein- kleben darf jedoch nur in der Weise geschehen, daß die Abschnitte nur mit ihrer linken Hälfte festgeklebt werden, damit sie bei der Einlösung von den Finanzkassen ohne Zeitverlust auf ihre Echtheit geprüft werden können. Mehrere gleichzeitig vorgelegte Einlieferungsblätter sind zu bündeln. Die Einlieferungsblätter müssen den Finanzkassen innerhalb des auf den Abschnitten aufgedruckten Zeitraumes entweder durch Llebergabe im Kassenraum, oder durch Lleberweisung mit der Post zur Einlösung vorgelegt werden: spätere Einlösung ist ausgeschlossen. Die Abschnitte werden auf fällige Reichssteuerri angerechnet: bare Einlösung kann verlangt werden, wenn die Abschnitte im Kastenraum übergeben werden und der Wert dergleich- zeitig eingereichten Abschnitte zusammen mindestens 10 Mk. beträgt. Oie Neuordnung im Männer-Turnverein. Man schreibt uns: Die außerordentliche Mitgliederversammlung, die sich mit der Gleichschaltung des Männer-Turnvereins befaßte, gestaltete sich zu einer einmütigen Vertrauenskundgebung für den langjährigen 1. Sprecher, Vektor Gg. Kling. Dieser hatte sein Amt freiwillig niedergelegt, um der Neuordnung der Dinge nicht im Wege zu stehen und um den Platz für eine jüngere Kraft freizumachen. Von allen Seiten jedoch wurde ihm vollstes Vertrauen ausgesprochen und er dringend gebeten, das Amt des Vereinssührers zu behalten. Ein Antrag auf seine Wiederwahl fand einstimmige Annahme, ein dreifaches „Gut Heil" auf den neuen Führer jubelnde Zustimmung. Don dieser treuen Anhänglichkeit aufs tiefste bewegt, erklärte Vektor Kling sich schließlich bereit, das Führeramt zu übernehmen. Er dankte allen denen, die ihn seither in der Vereinsarbeit so warm unterstützten, aufs herzlichste und bat um diese Unter» stühung auch fernerhin. Seine seitherigen Mitarbeiter berief er wieder und brachte ein „Gut Heil" auf die Führer des neuen Deutschland und des Hessenlandes aus. Stehend sang die Versammlung den ersten Vers des Deutschlandliedes. Der später eingetroffene Gauführer, Dr. V a u, Butzbach, zollte dem neuen Vereinsführer, besonders wegen seiner stets bewiesenen nationalen Gesinnung, hohes Lob und bestätigte ihn gern in seinem Amte. Bei dem Gesang des Horst- Wessel-Liedes, anderer vaterländischer und Turnerlieder blieben die Anwesenden, unter denen sich auch einer der Vereinsgründer, Adalbert D i n d e w a l d, befand, in dem mit den Fahnen des Reichs, dem Hindenburg- und Hitlerbild und der Icchnbüste geschmückten Versammlungsraum noch lange zusammen. Kleinfeuer. Am gestrigen Freitagabend gegen 22.15 Tlhc bemerkten die Bewohner der „Dergschenke" in einer Feldscheune am Leihgesterner Weg Feuer und Rauch. Die alarmierte Feuerwache traf alsbald ein, konnte aber wegen des Wassermangels vorerst nicht eingreifen. Es wurde deshalb ein Motorgießfaß nachgeholt und mit dessen Hilfe das Feuer gelöscht. Gegen 1 Llhr konnte die Wachmannschaft wieder abrücken. — Desgleichen wurde gegen 3 Uhr heute morgen von der Hauptpost aus Feuer gemeldet. In einem Garten Deutscher Meertraum. Zur Marine-Werbe-Woche vom 24. bis 31. Mai. See, Schiffahrt, Macht auf dem Meere, Flotte, — so klein Deutschlands Küstenstrecken im Vergleich zu seinen Landgrenzen sind, — immer sind diese Begriffe bei uns Glaube, Liebe und Hoffnung des Volkes gewesen. Keiner kontinentalen Ration stand das „Navigare necesse“ — Schifffahrt i st not! — so tief ins Herz geschrieben, wie der deutschen, und vor bald einem Jahrhundert sind es Dichter und Denker aus allen Gauen Deutschlands, auch des mittleren und südlichen, strandfernen, gewesen, die den Meertraum träumten, die von der Herrlichkeit der Menschenherrschaft über die Wogen der See geschrieben und gesungen haben. „Schiffahrt i st not!" Gorch Fock, der niederdeutsche Dichter, nach dem das jüngste Schiff der Reichsmarine seinen Äamen bekommen hat, schrieb davon in einem seiner besten Werke, damals, ehe die Stunde kam, da man uns Deutschen trotz allem, was deutsche Schiffbaukunst, deutsche Technik, deutscher Mannesmut für die Bezwingung der völkerverbindenden Meere geschaffen und geleistet hatte, das Meer verbieten wollte, da man uns unsere besten Handelsschiffe wegnahm und — unsere herrliche Kriegsflotte, die vor dem Skagerrak siegreich bestanden hatte gegen die stärkste Seemacht der Welt. wann ist's dringlicher, die Stimme wieder so laut als möglich zu erheben mit jenem alten Ruse „Schiffahrt ist not!" als heule, wo eine neue Reichsgestaltung über die ersten zagen, derweil getanen Schritte zur Wiederherstellung der deutschen Geltung zur See hinausgehen will und wird, um unter lleberwindung humanitätsduseliger, pazifistischer, korrupter Hindernisse vergangener Jahre Deutschland die Freiheit auch auf dem Meere wieder zu gewinnen? Richt mit uferlosen Plänen handelspolitischer und militärischer Art soll das geschehen, sondern auf der Grundlage des gleichen Menschenrechts für alle, auf den Platz an der Sonne, den Deutschland kraft seiner Volksmaße und Leistung mit heiligen Rechten beanspruchen kann. Im Schoße der deutschen Marine-Vereine und des Deutschen Flottenvereins ist der Gedanke an diese Rechte lebendig gehalten worden über die schwärzesten Tage deutscher Geschichte hin. Ietzt gilt es, das wohlbewahrte Gut wieder so zu erneuern, wie es dem gewaltigen nationalen Aufschwung entspricht, der durch das Deutsche Reich pulst. Flottenverein und Marine-Vereine, die fast anderthalb Iahrzehnte hindurch^ nfreiwillig, aber notgedrungen im düsteren Halbdunkel stehen mußten, treten wieder in die Front, in die Kampffront für Deutschlands ebenbürtige Stellung in derWelt in allen Belangen friedlichen Wettbewerbes und militärischer Wehrhaftigkeit, und sie rufen zur Tat in einer Marine-Werbewoche, die an die Vieren und Herzen aller guten Deutschen greifen, an unser aller Gewissen rütteln soll, der See zu gedenken, der See und was sie uns gibt als Brücke zwischen den Ländern der Erde, der See und was sie uns genommen hat im Kampf mit Elementen und feindlichen Völkern, der See, wie sie den für Deutschlands, seiner Küsten und seines Handels Sicherheit so unmeßbar wichtigen Teil seiner Wehr auf dem Rücken trägt. Mindestens 1% Millionen deutscher Frauen und Männer haben in solchen Gedanken schon gespendet, als es darum ging, der Marine Ersatz zu schassen für das oerlorengegangene Schul schiff „Viobe". Mit offenen Händen wollen und sollen wir nun auch bereit sein zu geben für die vereine und Organisationen, die dem Ausbau der Sicherheit deutscher Küsten und deutscher Seeschiffahrt dienen wollen, die den maritimen Wehrgedanken im Volke wachhalten und die schließlich — wie in dem Ausbau des großen Marineehrenmals in Kiel-Laboe — Deutschlands Dank zu weithin sichtbarem Ausdruck bringen wollen, für die, die im Kampf zur See ihr Leben ließen für das Vaterland. Mit dem 24. Mai beginnend, findet darum, bis zum Skagerraktag am letzten Maitag reichend, die deutsche Marine-Werbe-Woche statt, in deren Verlauf überall in Deutschland Straßensamm- lungen, Platzkonzerte von Reichswehr-, Marine-, Schupo-usw.-Kapellen, Vorträge, Rundfunkansprachen und derlei mehr staltfinden, während als Höhe- punkt der Werbetätigkeit der S o n n t a g, 28. Mai, gedacht ist, der zugleich die Hauptversammlung des Deutschen Flottenvereins bringt, eine allgemeine Ostseefahrt-Veranstaltung und Jugendtreffen. Die verschiedenen deutschen Länderregierungen haben zu all dem ihre Genehmigung erteilt. Die Sammlungserträge werden von den Ortsgruppen des Flottcn- vereins im Sinne der Vereinsbestrebungen verwandt werden, von den Marine-Vereinen zur Vervollständigung des geldlichen Grundstockes für dieFer° tigstellung des Marine-Ehrenmales, von dem zwar der gewaltige und wuchtige Turm bereits zu imposanter Höhe ragt, die große Ehrenhalle auf dem Hohlraum des ehemaligen Panzerturmes Laboe aber bis zum Frühjahr 1936 noch errichtet werden soll, um dann voll dem Zweck dankbarer Mahnung an die zahllosen Opfer zu dienen, die im Weltkriege See und Kampf von den Männern unserer Flotte gefordert hat. Hier geben und mithelfen ist deutsche Ehrenpflicht! in der Bahnhofstraße stand eine aus Brettern bestehende Schuhhütte, in der auch Packmaterial lagerte, in hellen Flammen. Vach halbstündiger Tätigkeit war der Brand gelöscht. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 27. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Landbutter 130, Kochbutter 110, Matte 20 bis 25 Pf. das Pfund, Käse 5 bis 10, Eier, inländische, 8 Pf. das Stück, Wirsing, grün, neuer, 18, rote Rüben 10, Spinat 10 bis 15, Spargel 25 bis 45, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 15, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln, alte, 3 (per Ztr. 2,30 Mk.), neue 12 bis 14, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 40, Obstmus 40 bis 45, Äüsse 60, Iunge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pf. das Pfand, Tauben 40 bis 60, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 45, Ober-Kohlrabi 15, Lauch 5, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 25 Pf. das Stück, Gelbe Rüben, neue, 15, Radieschen 8 bis 10 Pf. das Bund. ♦ ** Zeitweise Stillegung des Straßenbahnbetriebs am Sonntag. Die Direktion der Straßenbahn teilt in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil mit, daß der Straßenbahnbetrieb am morgigen Sonntag während der Zeit des Besuchs des Reichsstatthalters Sprenger von 10.30 bis 11.30 Uhr ruht. ** Umtauschgutscheine und Spielzeitende im Stadttheater. Die Intendanz des Stadttheaters macht darauf aufmerksam, daß die Gültigkeit sämtlicher für nicht besuchte AbonnementsVorstellungen ausgegebener Umtauschgukschelne mit Schluß der Spielzeit erlischt. Die letzte Operetten- Vorstellung: „Lisclott" ist daher die letzte Möglichkeit für Operettengutscheine, die Erstaufführung: „Die Rächt zum Donnerstag" und die letzte Aufführung: „Schlogeter" die letzte Umtauschmöglichkeit für Schauspielgutscheine. ** Sommerfest der Heimatvereinigung Schiffenberg. Man schreibt uns: Die Heimatvereinigung Schifsenberg begeht am 18. Juni auf dem Schifsenberg ihr diesiähriges Sommerfest. Diesmal soll in erster Linie die Jugend zu ihrem Rechte kommen. Kinder aller Volksgenossen, gleichviel welchen Standes, sind herzlich willkommen. Nicht allein, daß den Kindern Freude und Vergnügen bereitet werden soll, die Kinder von Stadt und Land sollen sich näherkommen, kennen und verstehen lernen, getreu der Aufgabe, die sich die Heimatvereinigung von jeher gestellt hat. In diesem Sinne werden die Darbietungen durchgeführt werden. Vorstand und Ausschuß haben in vielen Sitzungen das Programm zusammengestellt und hoffen, wie das immer bei den Schiffenberg-Veranstaltungen der Fall gewesen ist, auch diesmal auf eine zahlreiche Beteiligung aller Volksgenossen. (Siehe heutige Anzeige.) ** H o h e Auszeichnung oberhessischer M i l ch Auf der 39. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (D. L. G.) in Berlin. wurden die Vorzugsmilch und die Hessische Markenmilch des Hofgutes Winnerod bei Gießen mit einem 1. Preis und der Silbernen Preismünze ausgezeichnet. Die Ehrungen sind der Milch dieses Gutsbetriebes feit 1929 alljährlich zuteil geworden. (Siehe heutige Anzeige.) ** D i e diesjährigen Impfungen. In einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil wird auf die Impftermine, wie auch auf die Nachschautermine cntsmerksam gemacht. Jmpflokal ist die Turnhalle der Pestalozzischule am Werner-Wall 18. Eltern impfpflichtiger Kinder seien auf die Bekanntmachung hingewiesen. ** Dolkswirte-Tagung in Gießen. Man schreibt uns: Der Reichsbund Deutscher Diplomvolkswirte E. D. Landesverband Hessen und Hessen-Nassau veranstaltet am Montag, 29. Mai, um 20 Uhr c. t. im Studentenhaus, Leihgesterner Weg, einen Vortrag über das Thema „Der Diplomvolks- roirt im derufsständifchen Staat". Referent des Abends ist Bürgermeister Dr. Knopp aus Frankfurt, 1. Vorsitzender des Landesverbandes. Gleichzeitig wird an diesem Abend die Gründung einer Ortsgruppe für die Kreise Gießen und Wetzlar erfolgen. Da der Um- und Neubau von Staat und Wirtschaft äußerste Aktivität erfordert, wird dringend um vollzählige Beteiligung der Gießener Di- plomoolkswirte, sowie jener Wirtschaftsstudenten, welche die Diplomprüfung ablegen wollen, gebeten. ** Sonderz ug zum Iung-Landoolk- t a g. Aus Anlaß oes großen Iung-Landvolk- tages, der am morgigen Sonntag in Viddcr stattfindet, verkehrt von Gießen nach Vidda und zurück ein Sonder zu g. Für die an der Strecke Gießen—Vidda liegenden Orte gelten folgende Abfahrtszeiten: Gießen ab 10.45, Schiffenberg ab 10.56, Garbenteich ab 11.00, Lich ab 11.11, Langsdorf ab 11.17, Hungen ab 11.23, Treis- Horloff ab 11.28, Ober-Widdersheim 11.33, Dörsdorf 11.38, Vidda an 11.43 Uhr. Der Sonderzug fährt um 19.30 Uhr von Vidda zurück und kommt um 20.31 Uhr wieder in Gießen an. Wettervoraussage. Obwohl sich das Polentief etwas abgeflacht hat, ist die Störungstätigkeit noch nicht beendet. Ein neuer flacher Wirbel hat sich über England gebildet und dort eine Regenzone hervorgerufen. Wechselhafte Zufuhr ozeanischer Luft läßt auch über Deutschland dauernd noch Bewölkung auftreten, wobei zeitweise teils gewittrige Niederschläge zu erwarten sind. Aussichten für Sonntag: Weiterhin wechselhaftes, teils wolkiges und teils etwas auf» heiterndes Wetter mit schwankenden Temperaturen, einzelne Viederschläge. Aussichten für Montag: Voch keine wesentliche Aenderung der Wetterlage. fcfyck dem Essen 100 gramm 25 Pfg Tabletten 20 Pfg Ä/H "1*1 ^l*«5l*eAiÄ Oä ■ *Sdem Jahre 1917 war ich mit einem schweren Magenleideo behaftet Nach der vierten erfolglosen E MM bj? Operation aus dem Krankenhause entlassen, machte ich dann den letzten Versuch mit Ihrem Bullrich- Salz. Dieses nehme ich seit März 1927 täglich und mein Zustand ist wieder so hergestellt, als ob ich niemals etwa» von Magenschmerzen gekannt hatte. Josef Dankeimann, Aachen. Der Magenkranke braucht das Salz täglich, kann sich nur damit helfen. Dr. med. Qu... d'ii ■ l c । bul rich-Salz oder 1 bis 2 Bullrich-Tabletten nach jeder Mahlzeit verhindern Verdauungsstörungen, beseitigen Magenbeschwerden und Sodbrennen. Bul r:ch - Salz bleibt selbst bei jahrelangem, regelmäßigem Gebrauch stets von gleich guter Wirkung und hat nie irgendwelche schädlichen Folgen. Kbeii Don uns notverv J^ten 3 lm«en u; Pob."" Mqenht'N E8Ä-. UM 3Äe*i»‘ "tu*** * ‘ 45 «M* . v° Ä 655 TeilneM Krunberg. gjch, vom 22 c 89 Teilnehmer- Äiedcr'ölor Sl.Aärz 1933, TM Zusammen NA 24 Leibliche befinde» Sie Teilnehmer o im Alter von lo bis und in den umiM Die Mhnohmendtt lidjer beruflicher j Sie berufliche & rufs-und Fachschule' und Derussverbandc und geistige Detrew Hess. Heimatwerles, und Sportvereine, s ufa Das Rote R« Hilfe gehalten. Fu weg die Kommune: stehende Cinrichtan stichen ufto. mit in Bataillon hatte ebi Koch zur Verfügung stand in einem reic Zn Ringenheim ton währt, da die Seietli ■ waren. Die Kosten für die den von der Reichsai Hoh ßekc licht Bekanntmachung Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen findet wie folgt statt: 1. Impftermin: Mittwoch, 31. Mai, von 15 bis 16 Uhr,- Nachschau: Mittwoch, 7. Juni, von 16 bis 16.30 Uhr,- 2. Impftermin: Mittwoch, 7. Juni, von 15 bis 16 Uhr,- Nachschau: Mittwoch, 14. Juni, von 16 bis 16.30 Ubr,- 3. Impftermin: Mittwoch, 14. Juni, von 15 bis 16 Uhr; Nachschau: Mittwoch, 21. Juni, von 16 bis 16.30 Uhr. Jmpflokal ist die Turnhalle der Pestalozzischnle, Werner-Wall 18. Zu diesen ^Terminen können alle in 1932 oder früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung blsher noch nicht erbracht wurde, vorgestellt werden. Die Kinder müssen mit rein gewaschenem Körper und remen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Rankheiten herrschen, find niclit zugelassen. [3539C Gießen, den 20. Mai 1933. Bürgermeisterei Gießen.J.V.: Dr.Seib. MMMkel-VeMWW. Am 2. Juni 1933, 10 Uhr, werden die Küchenbedlirsnisse des I. (Hess.) Batls. 15. I. R. für die Zeit vom 1. Juli bis 81. Dezember 1933 zu festen Preisen verdungen. Los I: Kolonialwaren, Los II: Bohnenkaffee, Los III: Frischgemüse, Los IV: Obst- und Gemüsekonserven. Die Lieferungsbedingungen liegen bei der Küchenverwaltung des Bataillons, Kaserne I, Zimmer 153, aus. Sie sind daselbst geaen Zahlung einer Gebühr von 0,50 RM. erhältlich. Angebote mit der Aufschrift: „Angebot auf Lebensmittel für 1. Juli bis 31. Dezember 1933" sind bis 2. Juni 1933,10 Uhr, der Küchen- Verwaltung einzureichen. Angebote mittels Bietungsschein, den die Küchenverwaltung unentgeltlich verabfolgt, können nur auf ganze Lose gemacht werden. Bieter find nach der Berdingungsord- nung bei der Oeffnung der Angebote nicht zuzulaifen. [3535D Kiichcnverwaltung I. ( Hess.) Batl. 15.1. R. hamburg-ämerikTünleI Die Firma Hapag-Reisebüro Loeb GIESSEN, Seltersweg 89 steht als sachkundiger Vermittler von Seereisen aller Art nach Nord-, Mittel- und Südamerika, Kanada, Afrika, Ostasien, Niederländisch-Indien, Australien usw. sowie Erholungsreisen zur See zu Diensten. Alle Auskünfte bereitwilligst und kostenlos. E8 reist sich gut mit den Schiffen der HAMBURG-AMERIKA LINIE Zur Lieferung von Herden, Oefen, Ersatzteilen oder sonstige in mein Fach einschlagende Artikel ,10rA Ärnstein-Anisatze, Kaminrobre USW. usw., im Sinne der Verordnung für Instandsetzungsarbeiten an Wohngebäuden und Umbauten, gewährleistet durch Reichs-Zuschüsse, halte ich mich bestens empfohlen. — Zu fachmännischer Auskunft sowie Angebot, ohne jeglichen Kaufzwang Ihrerseits, bin ich jederzeit gern bereit Edgar Borrmann Eisenhandlung ♦ Gießen Montag, 29. Mai 1933, versteigere ich im Löwen, Neuenw. 28, ab 2 Uhr: 2 Eisschränke, Kleiderschr., Wasch- tische, Schreibtische, Bücherschränke, Büfetts, ein Kinderbett, Küchenschranke u.n.v.a. — Ferner- 6 Schreibmaschinen wie folgt: Remington Iloiseleß, Klein-Erika, ünterwood Mod. 5, 2 Adler Mod. 25 und 7, 1 Mignon. Sämtliche Maschinen sind einwandfrei. "Versteigerung bestimmt. 3545D Ludwig Savtnietz. Auktionator u. Taxator, Neuenweg 28. uiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Bekanntmachung Betr.: Straßenbahnbetrieb. Am Sonntag, dem 28. Mai 1933, ruht der Straßenbahnbetrieb während der Zeit von etwa 10.30 bis 11.30 Uhr. Gießen, den 26. Mai 1933. [3549D Direktion der stcidt. Straßenbahn. Stolte. Bekanntgabe. Der Voranschlag der Gemeinde Mainzlar für das Rechnungsjahr 1933 liegt vom Montag, dem 29. Mai l. I. ab eine Woche auf unterzeichneter Bürgermeisterei zur Einsichtnahme offen. Während der Offenlegung können Einwendungen der Beteiligten gegen seinen Inhalt schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. sbtsD Es wird eine Umlage erhoben, wozu auch die Ausmärker beizutragen haben. Mainzlar, am 27. Mai 1933. Hess. Bürgermeisterei Mainzlar. _____________Vogel._____________ Oeffentliche Bekanntmachung. Der Metrgermeister Wilhelm Nagel zu Beuern ist durch rechtskräftiges Straf- erkenntnis wegen Umsatzsteuer-, Einkommensteuer- und Gewerbesteuer-Hin- terziehung mit einer Geldstrafe im Betrage von RM. 600,— (Sechshundert Reichsmark) bestraft worden. ssssD Gemäß § 399 der Neichsabgaben- Ordnung wird die Bestrafung auf Kosten des Verurteilte»! bekannt gemacht. Gießen, 26. Mai 1933. Finanzamt. la Lahn-Kies-Splitt la Lahn-Sand alle Körnungen, reingewaschenes, bestes Betonmaterial, v. allen Baubehörden !62iD all anerkanntu.vorgeschrieben C. Rübsamen Fernruf 3659 Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschlags . _ Postkarten bei Brühl. Schulstraße 7 Geschäftskarten WALD WIE BIEN Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes In Bildern 150eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- u Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald ist der Gesundbrunnen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mühen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge säende t dem erschlafften Körper neue KraftundFrlsche. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele zu Reinheit, Schönheit und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bieten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung vonBäumen. ein Stück Landschaft schlechthin. Er Ist die Einheit ■; eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wirduind deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden} Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischem Oanzleinenband. Größe: 20x26 cm, nur RM. 4.80. Das Buch ist in jeder Buch- Handlung erhältlich.BebllderieWerbeblätt kostenlos. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Teppiche beste Qualitäten billigst H.Hochstätter bei 3576 » LPn "'"91161 ^<9entur( Orope (Strafkammer (Niepen. • 0 i e 6 e n, 23. Mai. Der Viehhändler H. Zi«- g e l st e i n aus Treis a. d. Lda. war durch drei Urteile de» Amtsgerichts bzw. des Schöffengericht» Gießen wegen Wechselfälschung. Betrugs und Unterschlagung zu insgesamt 14 Monaten Gesängni» verurteilt worden. Es handelte sich um ein« ganze Reihe von Straftaten. Meist hatte er die geschäft- liche Unerfahrenheit seiner Kunden auf das gröblichste ausgenutzt. Gegen sämtliche Urteile- hatte so- wohl der Angeklagte, als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt, so daß alle drei Sachen miteinander verbunden wurden und zur gemein- famen Verhandlung und Entscheidung vor die Große Strafkammer kamen. Der Angeklagte bestritt in allen Fällen eine strafbare Handlung. Durch die Beweisaufnahme, zu der eine große Anzahl von Zeugen geladen worden war. wurde er jedoch auch in zweiter Instanz in den meisten Fällen der ihm zur Last gelegten Straftaten überführt. Durch die Zusammenfassung sämtlicher Fälle trat sogar das Bild seines üblen Geschäftsgebarens noch viel deutlicher als in den erstinstanzlichen Verhandlungen zutage. Im Verlauf der Berufunarverhandlung nahm denn auch der Angeklagte seine sämtlichen Berufungen zurück. Die Staatsanwaltschaft bestand jedoch aus Durchführung der ihrigen Die Strafkam- mer verurteilte den Angeklagten zu einer Gesamt- gefängnisstrase von zwei Jahren und drei Monaten. Der Angeklagte wurde sofort in Haft abgesührt. Äirchtiche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 28. Mai. Exaudi. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Mahr. Zugleich Christen- lehre, für die Neukonfirmierten der Matthäusge- meinde. 9.30: Pfr. Becker. 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde., Pfr. Becker. — Iohonnevkirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde. 9.30: Pfr. Ausfeld. Zugleich Militärgottesdienst. 11: Kinder- kirche für die Johannesgemeinde, Pfr. Ausfeld. 20: Bibelbesprechung im Io Hannessaal. Pfr. Lenz. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz. Zu- aleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde. 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfr. Lenz. — Pelruskopelle. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde. 9.45: Pfarrassistent Surfer. — wieserf. 8.30: Früh- gottesdienst. Kollekte. — Heuchelheim. 9. — Klein- Linden. 10: Gottesdienst: 11: Kindergottesdienst. — Hausen-Garbenteich. 9.15: Garbenteich: 10.15: Hau- sen. — Steinbach-Albach. 8: Albach: 13.15: Steinbach. Dekanatskirchengesangvereinsfest, Pfr. Weisel, Heuchelheim. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: Heil. Abendmahl für die Jugend von Daubringen: 13.30: Lollar. — Watzenborn-Steinberg. 9: Grüningen.: 10.30: Watzenborn-Steinberg. — Gr.-Vuserf. 10 30: Großen-Buserf: 8.30: Oppenrod. — Alten-Vuserf. 10. — Lich. 9.30: Sustsdechant Kahn. Christenlehre für die weibliche Jugend. — Annerod. 9: Feier des Heil. Abendmahl. 13: Rödgen. katholisch« Gemeinden. Samstag, 27. Mai. Gießen: 16.30 und 19: Beichte. Sonntag, 28. Mai. 6. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30: Beichte. 7: Messe, Komm. d. Frauen. 8 Uhr: Kommunion. 9: Hochamt mit Predigt. 11: Mess« mit Predigt. 14: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt — Hungen. 9.30: Hochamt mit Prediat und Christenlehre. — Lich. 7.30. Hochamt mit Predigt, 20: Christenlehre und Andacht. Dienstag, 30. Mai. Gießen. 20: Maiandacht. Oefteatlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244 45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schlicßsachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Frau Dr. Rochenberger: Dr. Steinreich. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Engelapotheke. ZAHNPASTA erhält die Zähne 1 schön weiss u. gesund Wenn Ihr Wohlbefinden durch schleppende Verdauung. Maaenbeschwcrdcn, Sodbrennen ufw. gestört wird, Dann versuchen Sie es einmal mit Vullrich-Solz. Ein gestrichener Teelöffel Bullrich- Salz oder 1—2 Bullricb-Tabletten verhüten die üblichen lästigen Beschwerden und bewirken eine leichte Verdauung. Bullrich-Salz übt stets seine gleich gute Wirkung aus und ist ohne irgendwelchen nachteiligen Einfluß weder auf den Organismus noch auf Die Derdauungsorgane. 1760 V. Erhaltung der Wäsche bedeutet persönlichen Vorteil und Ersparnisse am Wirtschaftsgeld. Es ist bekannt, daß die Wäsche weniger durch den täglichen Gebrauch ruiniert wird, als durch das Waschen, und es lohnt sich deshalb, dem Waschvorgang größere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Bei Verwendung des organischen Wäsche-Einweichmittels „Burnus" wird der größte Teil des Schmutzes bereits durch ruhiges Liegen im Einweichwasser gelöst, so daß jede harte und scharfe Behandlung der Wäsche vermieden wird. Außerdem wird durch das Einweichen mit „Burnus" die Wascharbeit wesentlich erleichtert und auch verbilligt. 3309 V. R ■Haben Sie "fuss-Sjthmmen? Dann benutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Füße am Montag und Dienstag dem 29. und 30. Mai 1933 kostenlos durch den Fußspezialisten vom Fuss- Pflege Dienst prüfen zu lassen, der Sie auch kostenlos beraten wird. Sofortige Erleichterung Ihrer Beschwerden! Ihr Besuch verpflichtet Sie zu nichts! Gießen Seltersweg 87 3553 A u. Spiel wand für Kinder C. Rübsamen Fernruf 36SS Bohnenstangen ä Stück 10 Pfennig _ pfähle 3452D f.Tomat.u.Beeren- sträucheräStLPfg. Sägmehl z. Streuen bill.abqg. Ilulins Wellhöfer, Marburger Str. 24 Neue und gebrauchte Klaviere empfiehlt zu günstigen Zahlungsbedingungen Georg Ebert, Klaviermacher Gießen. Ludwigstr. 5p, Teleph. 2403 Kein Laien 857D ehe QuallW*n it •tätte' g: Doch keine erläge. <&•« «cs ä* >°,"""en. Nicht te. «’t*» tarn “W UL1 Wiche Har, 'r dies«, Jtei1 fleroorben. J“n8eti 3n n Netgtnitü Quf die Nich, ^pslokol ist bi« •erner.jQD 18- I die Sttannb " Sleßen. Deutscher Li- 3 Hessen und - Mai, um Werner Weg, ^ichmvolks! intsrnnt des eiben chatt des In Bildern sssssü fflwi•*i1Sä5 asßg «tüUrZMbertrMW* xLLL rr" '^Sieder Bo* ler Verleg ertelde__ Brünbuna mb Wetzlar er- von Staat und ert, wird drin- r Gießener Di- schafisstudenien, wollen, gebeten. -Üandoolk- lung-Landvolk- lag in Äidda nachAidda für die an der Ode gelten solid 10.45, Schis- 11.00, Lich ab ab 11.23, Treis- im 11.33, Sori- hr. Der Son- Äidda zurück in Gießen an. e. abgeffadjt hach beendet. Sin nglanb atbitod tuten. Weihselch über Deuisch- eten, wobei «it- ,u erwarten sind, ig: Weiterhin :eilg etwas aus- Xn Temperatu- Das Noitverk der deutschenLugent) im Bezirk des Arbeitsamts Gießen. Don der Arbeitsgemeinschaft deS Jugend- iwtwerkS wird unS berichtet: In den Monaten Januar bi» April 1933 wurden im Bezirk des Arbeitsamts Gießen 8 N o t w « r k s - Maß na hmen durchgeführt, und zwar in Bad- Nauheim, Bingenheim, Butzbach, Friedberg, G i c- ßen, Grünberg, Lich und Nieder-Florftadt. An anderen Orten fand unsere starke Werbung keinen Widerhall. lieber sicht: Dad-Dauheim, vom 19. Januar bis 31 März 1933, 67 Teilnehmer. Bingenheim, vom 15. Februar bis 15. April 1933, 12 Teilnehmer Butzbach, vom 30. Januar bis 11. März 1933, 45 Teilnehmer. Friedberg, vom 23. Januar bis 31. März 1933, 130 Teilnehmer. Gießen, vom 26. 3anuar bis 31. März 1933, 655 Teilnehmer. Drünberg, vom 26. Januar biS 17. März 1933, (0 Teilnehmer L i ch, vom 22 Februar bis 31. März 1933, 89 Teilnehmer Dieder-Florstadt, vom 25- Januar bis 31-März 1933, 70 Teilnehmer. Zusammen 1128 Teilnehmer, worunter sich 24 weibliche befinden. Die Teilnehmer waren jugendliche Arbeitslose im Alter von 16 bis 25 Jahren, die in den Kursund in den umliegenden Orten wohnten. Die Maßnahmen de» Notwerks bestanden in täglicher beruflicher Fortbildung, sportlicher und geistiger Betreuung und gemeinasmer einmaliger täglicher Verpflegung. Die berufliche Fortbildung hatten teils Berufs- und Fachschulen, teils arbeitslose Lehrkräfte und Berufsverbände durchgeführt: die sportliche und geistige Betreuung lag in den Händen des Hess Heimatwerkes, des Stahlhelms, der Turn- und Sportvereine, sowie von Lehrern, Geistlichen ufw. Das Bote Kreuz hatte Dorträge über erste Hilfe geholten. Für die Küchen sorgten durchweg die Kommunen: dabei wurden bereits bestehende Einrichtungen, wie Dolkshilfe, Schulküchen usw. mit in Benutzung genommen. Das Bataillon hatte ebenfalls eine Feldküche nebst Koch zur Verfügung gestellt. Die Verpflegung bestand in einem reichlichen warmen Mittagessen. 3n Bingenheim wurde die volle Verpflegung gewährt, da die Beteiligten auch dort untergebracht waren. Die Kosten für die berufliche Fortbildung wurden von der Deichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ausgebracht. Zur Durchführung der Derpflegung, sowie der sportlichen und geistigen Betreuung leistete das Deich durch das Arbeitsamt eine Beihilfe von 25 Pf. pro Teilnehmer und Tag. Die Destkosten sind durch freiwillige Spenden an Daturalien und Geld gedeckt worden. Behörden, vereine, Firmen und Privatpersonen hoben nach einer von der Arbeitsgemeinschaft durchgeführlen Werbung in über Erwarten reichem Maße Lebensmittel und Gelder für dos Jlotroerf zur Verfügung gestellt. Außerdem hatten die Iugendvcrbänbe im Stadttheatcr Gießen einen Ging- und Epielabend veranstaltet, der einen ansehnlichen Ueberschuh Zugunsten des 3ugendnotwerks ergab. Abgesehen von den Geldspenden, die einzelnen Maßnahmen unmittelbar zugingen, sind beim Arbeitsamt Gießen insgesamt 4205,38 Mt. eingegangen. Davon wurden 2682 Mt. verbraucht, so daß ein Lieber- schuß von 1523,38 Mk. verbleibt, der bei einer Wetterführung ober Wiederholung des 3ugcnt>- notwerks Verwendung finden kann. Die rege Teilnahme der Jugend, besonders an den größeren Orten, hat die Notwendigkeit der Einrichtung und Durchführung des Norwerks bewiesen. Wir hoben uns deshalb für eine Wiederauf, nähme des Notwerks im kommenden Winter eingesetzt. Inzwischen Hot das Reich weitere Geldmittel zur Wetterführung des Notwerks bis vorläufig 30. Juni 1933 zur Verfügung gestellt. Es ist beabsichtigt, in Gießen und nur an Orten, in denen Nachfrage herrscht Einrichtungen zu schaffen. In Gießen sind berufliche Kurse für kaufmännische Angestellte und Metallarbeiter in Aussicht genommen. Mit der Weiterführung de» Dotwerks neben dem FAD. und der Londhllfe hoben olle erwerb»- lofen Jugendlichen, die guten Willens find, Gelegenheit, sich zu betätigen. Allen, die durch ihre Mitarbeit oder durch Spenden zum Gelingen beigetragen haben, sei auf diesem Wege nochmals herzlich gedankt. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 I — TV. Buhboch I. Dos ursprünglich für heute, Samstag abend,, vorgesehene Spiel gegen die Polizei Darmstadt, fällt aus. Die 2. Mannschaft trägt heute abend auf dem Sportplatz an der Liebigshöbe einen Lokalkampf im kleinen gegen die 1. Handballelf des OSC. aus. Die Begegnung dürfte nicht ohne Reiz fein. Geschmack. Bekömtn- Hchkeit- Das bekömmliche Säuremittel für Gesunde und Kranke. 1 Liier ergibt 3-4 Liier gebrauchsfertigen Cltrovin Untere neueste Rucplsimmlung, wie man mit Cltrovin und Cltrorln-Oiltsalz schmackhaft und bekömmlich kochen und einmachen kann, stehl zur Vertilgung. Beachten Sie die seit Jahrzehnten dngefUhrte Orlglnalmarke In eilten einschlägigen Geschäften erhältlich Cltrovln-Fabrlk G.m.b.H., Frankfurt a. M. Daimlerstr. 25 (Postfach 409) TORPEDO und ERIKA Kleinschreibmaschinen schon für monatlich RM. 10 — Niederhausen&Co. Seltersweg 17, erst Stock von Klelder-Köhler. öe4t) Grau- und Weiß- Katt liefert billigst [os2»8 Bangeschäft Schlierbach 1 D Am Montagabend, pur.kt 8 Uhr, beginnt das reignis, das ganz Gießen In sein.Bann ziehen wird. Keine sinnlose Häufung einz. Da'bietung.. nein, ein einziges gewaltiges Circuserlebnis im neuen riesig. Rennbahncircus Nur Leistung! Bedr.Wasch-K’seide, zOcm br., in riesiger Aus-ft 00 wähl, 0.55, 0.48 und U.uU Tuche für einige Fahrten kleines Lieferauto m. Chauffeur. [03243 Karl Bickel, Frankfurt. Str. 31. VOLL-VOILE 100 cm breit, in vielen geschmackvollen Mustern.. Auch andere preiswerte Sommerstoffe &ritz ^Kinder SKanna Ständer, geö, Sirof) Uermäßlte Glanzpunkt deutscher Circuskunst in wundervollen Ausmusterung 2u außergewöhnlich niedrigen Preisen Gipfelpunkt deutscher Organisation Baumw.________ Streifen, 70 cm br.. ft AO MusUHaus- bes. schw. Qualität U/tO tenkleid., 80 geht ganz Gießen in den Sonntag, den 28. Mai 1933, 9.30 Uhr: Gottesdienst in der Stadtkirche. Abmarsch 9 Uhr: Oswaldsgarten. Mittwoch, den 31. Mai 1933, 20 Uhr: Skagerakgedenkfeier im Caf£ Leib. Hierzu laden wir alle Kameraden, Freunde. Gönner Lichtspielhaus Gießen Heute und morgen Sonntag noch Am Montag errichtet Krone auf dem Trieb in der phantastisch kurz. Zeit von 8 S und die größte Zellstadt, oie jein Europa gebaut wurde.-Geht alle hin, schaut Euch d.Wunderleist, an u. all Eure Zweifel werd, verschwinden Krone blufft nicht! Bedr. Selinecf Kunstseidenleinen), neuesten ÜC Muster, 1.25, 0.98 u. U.O J Mindener Linnen f.Haus- u. Gartenkleid.,extra ft QC schwere Qualität v.UU Bedr. Volle, ca. 100 br., eine Deutscher Abend verbunden mit Stander-Weihe Einladung zu den Zahresfesten der ev. Kirchengesangvereine 3570d des Dekanats Gießen in Leihgestern, Steinbach u.Treis a.d.Lda. am Sonntag, 28.Mai 1933,ob 13.30 Uhr. J.A.: Stauback), Pfarrer zu Watzenborn. B Der Meisterdetektiv ED Sie alle müssen Weiß Ferdi gesehen haben Astoria-Lichtspiele Harry Piel in seinem neuen Sensationsfilm Sprung in den Abgrund Beiderwand, schöne Bedr.Indanthren-StoH.mod. Bedr. Wollmnssellne mod. - Must.f.Haus-u.Gar- Q HO Must, auf la Grund-ft QQ tenkleid., 80 cm br. U.UÖ wäre . . 1.45,125. U.ÖO ..über jeder krifik- Der wundervolle, figurverbessernde Schnitt und die elegante Form braucht nichts extra zu kosten. Es ist Sache des modernen Fachmannes. Sehen Sie die Auslagen unserer Fenster an. Da merken Sie's schon - und gehen Sie zu: 80 cm breit, in all. ft CQ Höchstleist. in bez. ft QC Farben......0.68, U.uU auf Preis u. Quaht. U.UU T1EJITDE1R Kirchenplatz 8 3552 D Haben Sie sich schon Ihre Karte besorgt? Beeilen Sie sich u. besuchen Sie vor all. die erste Vorstellung. Der Andrang am letztenTag wird enorm sein. Vorverkauf: Zigarrenhaus Wilh. Moeser, Gießen, Seltersweg 38. Tel. .828 Nur 2 Taae — 29. und 30. Mai Unter dem Motto fTcst der Jugend findet am 18. Juni d. J. auf dem Schiffenberg unser Sommerfest statt. Die Kinder sollen an diesem Tage ihre Freude haben. Wir laden Eltern und Kinder herzlichst ein. In folgenden Geschäften haben wir Listen zum Einzeichnen aufgelegt: K. Mahnkopp (Kaiser-Magazin) Bahnhofstraße; Brüder Schmidt, Seltersweg; Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz; Kaiser- Drogerie, Lindenplatz; Drogerie Hans Noll, Ludwigsplatz; Neustadt-Drogerie, Neustadt; und müssen Kinder, die teil- Mainsand—Mainkies in jeder Körnung abgesiebt liefert billig und prompt 32480 Mainkies-Vertrieb J. Aumann Tel. 109 Babenhausen (Hessen) Tel. 109 Bedruckte Bemberg-K'seide Hahnentrittmuster,4 Äft hervorrag. Qualität I • ■" Bedruckte DIaroc, nur hoch aktuelle Must, auf- 4 QC fallend billig, 2.50, Lull K’seid. BorkencrÄpe, bedr., in viel. Farbstellg., 4 QC z. Sonderpreis von Luu Bedr. Cr6pe-Georgette, ca. 100cmbr.,eineSpit- ft Cft zenleist. erst.Rang. 4.UU KOHLER Herren- und Knabenbekleidung Gießen, Seltersweg Wissen Sie schon, daß wir für Qualitäts-Anzüge und Mäntel schriftliche Garantie geben? 3555A Den Stoll fürs neue Sommerkleid von Nowatk! Wieseck, den 27. Mai 1933 3574 D Evang. Stadtmission • Sonntag, den 28. Mal, 8' - Uhr, Vortrag: „Religion und Wahrheit“. 03241 SudtvkKMUVS (Jttmannsbnrg) b Wieseck. Jnh.51.Klug Sonntag, den 28 Mai 1933 Tam-Mumrr Bestgevflegte Biere ssssD 51altc Studie 12Minuten v.d.Endstation d.Strastenb. , Bedr. Baumwoll • Craquel6, Perkai für die moderne 70 em br ein ganz Sport-Bluse, klein- ft 7C neuer Art. f. Kind.-1 Ok kariert..........U« i U Kleider und Blusen l«fcU Dirndl-Karo Bedr. B'woll-Cripe, schöne Gewebe. Q gg OR 70 cm breit......UeVW erstklassig!.^asch. I.£U Perf. erstkl. Bielef. Namenslickerin | nimmt n. Kund. an. Kaiserallee 34 H. Verkäuferin findet freundliche Pension geg. bill. Berechnung. [03259 Zu erfrag, t. d. Geschäftsstelle d. G. A. Detektiv K. Gerz, Bad-Nauheim, Kur- Straße 17 erleöigtiiUe vertrauliche Privat- u Geichnsttzanaele- genbeiten, wie Auskünfte, Beobachtungen,Grrn ttelungen, Beschaffung v. Be» we srnat in Strai- u. Zivilvroz streng dlskr. Svrechst.: 9 b 12'/rtt 3—6Uhr „„v Empfehle meine Hess. u. nassauische Meemilch roh 11. tiefgekühlt, hygienisch einrofr. u. trinkfertig als Kindermilch. Ich bin dem Tuberkulosentilgungsverfahren angeschl. [03273 Höchst, Gießen - Stadlgut, Marburg. Str. 66, Telephon 2705. Suche 1000 Mark zw. Abl. e. Slufro.- Hyv. a. 1. Stelle a. Wohnh. (fast neu) geg. gute Sichert), u. pünktl. Zinszahl. Etwas Berm. vorh. Schrift!. Ang. unt. 3580 D a. d. G. A. 300 Mark von Geschäftsmann für ein Jahr, gegen monatliche Ratenrückzahlung, hohe Zinsen, bei erstklais. Sicherheit zu leihen gesucht. Schr. Ang. u. 03279 a. d. G. A. Gutgehendes Geschäft sof. z. verm. erfordl. Kap. 10000-15000. Schrift!.- Ang. unt. 03262 a. d. G. A. Nr. 122 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsenl Samstag,27. Mai (955 Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. fleiDMS'od«;6 im Odenw. IErholungsheim Eichhof NS Lauterbach (Hessen) 'fldSalghaiiien j“ hilft Ihnen, bei: Auskunft Hessische Badedirekiion. Nordsee-Hotel Borkum führ.Haus Borkums.dir.a. Meer. Volle Pension v.Mk.6.50an Fl.k.u.w.Wass. Hot.-Prosp.i.d.Geschäftsstd.Ztg.frei Herz und Gefäßleiden, Rheumatismus, Gicht, nervöser Erschöpfung. Bei.: Adam Büchner, Gasthaus u.Pension Bayrischer Hof Prospekte. 3,7.0 Taten für Sonntag, 28. Mai. 1862: Der Baumeister Theodor Fischer in Schwein- >urt geb. — 1872: Der Forschungsreisende und Geograph Leonhard Sigismund Schultz-Jena in Jena geboren. dieiet Ihnen: schönste Lage, großen Kurpark, Ereiswerte Unterkunft esonct günstige Pauschalkuren Bad Salzschlirf • Hotel Kaiserhof Pens. 5.- bis 6.50. Eig. Konditorei.Caf6 / Küche. Keller best Ruf Frühjahrskur für 576 v | Nervenkranke und Nervös- Erschöpfte Spexialhnranstall Hofheim Im Tannns bei Frankfun a. M. — Prospekte durch 1 San-Rat Dr. M. SdiDlze-hahleyss. B Vad-Aauheim zur Waldlust beit, seit 1860. - Größtes bürgerl.Gartenrestaurant am Platze.-Eigene Schweine- mevgerei. Bürger!. Mittagstisch. Reichh. Abendkarte Bill. Preise. Aufmerksamste Bedienung. Hauvtsvezialität: Original selbstgekclteter ülvfelwein. 3222V Inh, kritx Laag. Lehs Saapt- a. Taanasatr. Falkeneck Braunfels/Lahngebirge Neuzeitl. Haus f. phys.- diätet.Therapie. Anwendgn. nach Kneipp Felke, Priehsnitz.Vorzgl. Heildiät. FachärztL Leitg. Prosp. frei. Ab 15. Juni: Wochenkurs Frau Prof. Leser- Lasano, rhythmisches Vokal-Atmen. — Sehschulung. a.Fun.d. Breubergs, Herrlich.Crbolungs- qufentß. bei 4 reichlichen Mahlzeit.,pro Pers.u. Tag 2.50 M. lunt. 5Tagen 3M.) EigeneLandwirtsch. In der Heimat des Schinderhannes Von Ludwig Klaas. lOMmuteno. Bad-Sal»schlirf,am Ludost- aboang des Etchbergs mit großen in die Waldungen des Etchbergs übergehenden Parkanlagen. Neuzeitliches Schwimmbad m nächster Nähe. Ruhige, sonnigeHvhen- lagen sichern beste Erholung. „„D Volle Pension m. 4 Mahlzeiten 3.50. darmerie zu verraten. Hierher brachten die Han- dclsjuden aus dem Nahe-Hunsrück-Gebict die ihnen von Schinberhannes auferleglen Kontributionen. 3n der Nähe von Sobernheim, dem heutigen bekannten Pastor-Felle-Kurort, überfiel er einmal bei der sogenannten Schinderhanncs- eiche eine ganze Schar von Handelsleuten, plündert sie aus und zwang sie, die Schuhe auszuziehen, die er dann durcheinander warf. Mit vor- gehaltener Pistole erklärte er, jeden, der innerhalb einer Minute seine Schuhe nicht anhabe, zu erschießen. Eine wüste Keilerei um die Schuhe entstand und Schinderhannes hatte seinen Spaß daran. Bei Meisenheim, in dessen alten Fachwerkhäusern der Näuber mehr als einmal wohnte, hatte er Berhandlungen mit den Behörden, die immer wieder versuchten, da sie mit Gewalt seiner nicht habhaft werden konnten, mit ihm ein gentlcman agreement zu schlichen. Als es gegen das Ende seiner Räuberlaufbahn ging, benutzte er oft die alten Kupferbergwerke im Hut- tental bei M ü n st e r am Stein zum Unterschlupf, dort, wo heute friedliche Kurgäste lustwandeln, stapften damals die wilden Räuber durch den Wald. Don ihren Verstecken sahen sie die Gendarmen von Bad Kreuznach her vorbeireiten. Schinderhannes mag sich oft ins Fäustchen gelacht haben, wenn die französischen Landjäger ahnungslos an ihm vorbeiritten. In Bad Kreuznach befand sich das Hauptquartier der französischen Gendarmerie, die jahrelang verzweifelte Anstrengungen machte, des Räubers habhaft zu werden. Heute erinnert in dem schönen Radium- solbod nichts mehr an jene unruhigen Zeiten. Ein vergilbtes Zeitungsblatt, ein paar Chroniken einige Gerichtsakten und der Dolksmund melden allein die Tage des Schinderhannes. Damals um 1800 herum, zur Zeit der Franzosenherrschaft am Rhein, war er der ungekrönte Herrscher des Landes von Birkenfeld bis Dingen am Rhein. Roch sind die Taten des Schinderhannes lund seine Streiche lebendig in der Erinnerung des Volkes. In den Stuben uralter Bauernhäuser an der Rahe und im Hunsrück hängt vielfach noch sein Bild, in den Heimatmuseen der Städte befinden sich Briefe, Dokumente, Waffen, die von Johannes Bückler stammen. Zweitägige pfingstfahrt in den Vogelsberg. 1. Sag: Hungen— Schellnh 0 f — Schotten. Dom Bahnhof Hungen durchschreiten wir das aufstrebende Landstädtchen und folgen blauen Strichen. die uns bis Schotten das Geleite geben. Bald hinter Hungen nimmt uns der Wald auf. Aus stillen wenig begangenen Pfaden wandern wir durch herrliche Baumbestände an einer Eisengrube vorüber Beim Schnittpunkt der blauen Kreuzmartierung. Nidda Laubach erfreut uns ein prächtiger Blick auf das hochgelegene Stornfels und aus den Hohen Vogelsberg. Nach geraumer Zeit, nachdem wir den Schellnhos passiert haben, stoßen wir aus rote Kreuze, mit denen wir gemeinsam mit unserem seitherigen Zeichen weitergehen. Wir überschreiten das reizvolle Gierbachtal, kommen durch den Spichwald und erreichen nach knapp vierstündiger Wanderung das Endziel^dcs ersten Tages Schotten, das Herz des Bogelsbergcs. Hier suchen wir in einem der guten Gasthäuser Anter- kunst. zarte Gras der Wiese zertrampelt ist von den übermütigen Spaziergängern. Das Herz tut einem weh, wenn man solche Zerstörung sehen muß. Mit welchen Gefühlen mag der Bauer, dem die Wiese gehört, in den nächsten Tage hier stehen! Soll er da nicht wütend werden auf die „nichtsnutzigen Faulenzer", die ihm alles zertreten und verunreinigt haben. Und dabei ist der rafenbewachsene Weg doch genau so weich und schön wie die Wiese. Am Bache blühen die goldnen Sumpfdotterblumen, daneben das Wiesenschaumkraut und das Dergiß- meinnicht. Ein solcher Strauß mit den leuchtenden Blüten wird uns auch im Zimmer noch erfreuen. Aber müssen wir beim Plücken das Gras niedertreten und überall gerade die schönsten Blumen heraussuchen, wohl gar einen Strauß in der Größe eines Korbes mit nach Haufe schleppen, oder, was noch schlimmer ist, die abgepslückten Blumen wieder wcgwerfen? Ueberall auf den Waldwegen liegen die welken Blüten der schönen Frühlingsblumen. Muß das sein? Tressen wir tm Walde eine frohe Schar von Wandervögeln, bann lacht uns das Herz im Leibe. Sie sollen uns ein Dorbild geben, wie man wandern soll Bei ihnen herrscht Zucht und Ordnung, so denken wir. Aber leider müssen wir dann sehen, wie sie mitten im Wald ein Holzfeuer anzünden, nach dem Essen ihre Zigaretten rauchen und die Papierreste genau so achtlos liegen lassen wie die Sonntagsspaziergänger. Das waren jedenfalls keine echten Wandervögel. Wir sehen sie abends wieder. Sie stören die Ruhe des abgelegenen Dörfleins, schreien und erzählen laut tolle spaße und lachen den Leuten ins Gesicht. Wahrhaftig, es gibt immer noch Wanderflegel. Wir sollten mit Andacht und innerer Freude den wundervollen Dom des gejchmüdten Waldes betreten, sollten die Schönheit still und beglückt genießen und den Zauber des deutschen Frühlings ganz auf uns wirken lassen, nicht aber die Natur beschmutzen mit Zeitungsresten, Bierflaschen und anderen Gegenständen. Die Stille des Waldes sollten wir nicht durch unflätige Schreie und Worte stören. Ehrfurcht sollen wir auch haben vor den Pflanzen und Tieren, die sich nicht wehren können, wenn sie mißhandelt werden Auch sie sind Gottes Ge- schöpfe. Wir wollen deshalb schon bei unseren Kindern beginnen, sie aufmerksam machen aus diese Sünden vieler, vieler Wanderer. Das gilt besonders auch für aüe Schulklassen, die einen Ausflug machen. Man achte streng barauf, baß ber Platz, auf bem gerastet würbe, keine Spuren von irgenbwelchen Uederresten aufzeigt. Die Wanbe unb Balken von Aussichtstürmen bürfen nicht mit Namen beschmiert, bie Wiesen nicht zertrampelt werben. Soviel muß unsere Jugend begreifen können. Alle Wanderer aber, die noch Gefühl für die Reinheit unserer Wälder und Felder haben, grüßen wir! Zirkus in Zahlen. Die Ankunft des Zirkus Krone in Gießen lenkt die Aufmerkfamkeit weitester Kreise auf die Fragen der Organisation und des Verbrauches in einem so riesigen fahrenden Unternehmen, wie es der Zirkus Krone darstellt. Dem Zirkus Krone geht der Rus voraus, der größte Zirkus der allen Welt zu fein. Wer eine solche Behauptung ausstellt. muß dies durch Ziffern bcweüen können. Der Zirkus Krone kann diesen 'Beweis beibringen. Gewaltige Zifsern. die Marksummen darstellcn. marschieren auf: Zwei große Ausgabeposten stehen im Vordergrund des Etats. Es sind die Kosten für Gehalter und Löhne und für Fourage aller Art. Der Troß der 1200 Menschen unb 800 Tiere verschlingt (bitte dies nur bei den Tieren wortwörtlich zu nehmen) zusammen mit allen lau- senden Ausgaben zwischen 16 000 bis 18 000 Mark täglich. -Beweise: Da liegt ein alter Frachtbrief aus dem vorigen Jahre. Er berichtet, daß die vier Extrazüge allein für den Transport von Mühlhaufen im Elsaß nach München eine Frachtsumme von 40 500 Mark erforderten. Da liegen Quittungen aus dem (Ein- foufsetat des Unternehmens wahllos entnommen: „Betrag für 160 Zentner Heu dankend erhalten!" — „130 Zentner Stroh find ordnungsmäßig bezahlt worden!" — „Der Betrag für 425 Zentner Säge- fpöhne zur Verwendung in der Manege ging am 26. April ein!" Der Pferdebestand eines friedensstarken Regiments wandert alljährlich in den Magen der Löwen. Tiger und anderen Bestien. Tag um Tag werden dreibisvierPferde geschlachtet, 18 Pfund frisches Fleisch verbraucht ein Tiger beispielsweise zu einer einzigen Mittagsmahlzeit. Sieben Brote hintereinander stellen für einen Elefanten nicht viel mehr dar, als für uns ein paar bayerische Klöße. Reichsbahn und Rcichspost sind Großverdiener am Zirkus Krone Mehrere hunderttausend Mark vereinnahmt die Reichsbahn jährlich durch den Transport der vier Ektrazüge 2003 bis 2500 Briefe gehen täglich in den acht Büroabteilungen hinaus in alle Welt Briefmarken werden nur engros, aber leider ohne Rabatt, eingetauft. Die Rechnungen für Telephon und Telegramme erreichen in jeder Stadt auch nur bei drei- oder viertägigem Aufenthalt vierstellige Marksummen. Ein erheblicher Teil der Einnahmen bleibt gleich in der jeweiligen Gastspielslabt. Zwölfhundert Menschen wollen wohnen, essen und Dinge des täglichen Bedarfs einkaufen. Geht bas Geschäft in einer Stabt einmal für ben Zirkus schlecht, so kann es passieren, baß er direkt und indirekt mehr Geld dort läßt, als er einnimmt. Die lau- senden Ausgaben der Zwölshundert. die jetzt mit Krone kommen, betragen in jeder Stadt im Durch- schnitt in je drei lagen 15 000 Mark Statistisch errechnet und unter Beweis zu stellen! Auf der Ueberfieblung von Landshut nach Straubing ging ein See-Elefant ein. lieber 20 000 Mark Verlust an einem einzigen läge! In Marseille wurden in drei Tagen 28 wertvolle Kamele und Drome- dare von einer tropischen Krankheit dahingerafft. In Turin erlitten im August des Borjahres drei See- lowen und ein Eisbär Hitzschlag. In Budapest gingen zwei Leoparden und eine Löwin ein. Verluste, die hunderttausend Mark übersteigen, unvorhergesehene Verluste in einem einzigen Jahre. Verluste, bie allerdings ben Zirkus zum wertvollen Käufer für bie großen Tierhanblungen machen. Alle kennen wir ihn, den berühmten und berüchtigten Räuberhauptmann. Rebellen und Eu- lenfpicgel, Iohannes Bückler, genannt S ch i n - derhanncs. haben von seinen Taten gelesen, sein Konterfei in Film und Theater gesehen. Wer von uns jedoch hat einmal seine Heimat besucht, ist durch die Schluchten und Wälder. Städte, Dörfer und.Burgen feines Reiches gestreift? Nichts ist reizvoller, als den Spuren dreses rheinischen Desperados nachzugchen. Ueberall finden wir Erinnerungen an ihn, im Hunsrück, an der Nahe, in allen Städten und Dörfern, in der einzigartigen Landschaft. Bei Trechtingshausen, dem lieblichen Winzerdorf am Rhein, ist Schinderhannes oft aus dem Rechtsrheinischen über den Fluß gekommen. Seine Spießgesellen hielten von der Burg R h e i n st e i n Ausschau nach ihrem Herrn und Meister, warteten an der uralten Klemens- k a p e l l e auf ihn und dann ging der Marsch los. hinauf durchs Morgenbachtal in die Wälder des Hunsrücks. In Stromberg, dem heutigen Luftkurort, wurde Rost gemacht, im Wirtshaus fröhlich gebechert und so nebenbei dem Faktor von der Stromberger-Neuhütte oder irgendeinem anderen vermögenden Beamten ein Brandbrief in das Haus geschickt. In Gemünden wurde die Beute verteilt, die Bande zerstreute sich in die endlosen, wundervollen Wälder, verschwand in alle Winde, um sich einige Zeit später bei B i r k e n s e l d wieder zusammenzufinden. Hier hatte man einen besonderen Streich vor. Schinderhannes wollte das Schloß Burg-Birken- feld stürmen. Die Dauern läuteten Sturm. Es kam zu einem blutigen Kampf. Schinderhannes erlitt seine erste Niederlage. Oberstein-Idar, damals schon berühmt durch seine Edelsteinschleifereien und seinen Schmuckwarenhandel, übte auf die Räuber eine starke Anziehungskraft aus. Heute noch ist unweit der Stadt eine Eiche zu sehen, an der Schinderhannes den Pretiosenhändlern auflauerte und ihnen die Edelsteine abnahm. Die Deute wurde gewöhnlich noch der Schmittburg. einer damals noch gut erhaltenen Ruine (bei Kirn an der Nahe) geschleppt. In dieser Raub- rittcrburg präsidierte Schinderhannes jahrelang. In weitem ^Umkreis gehorchten die Dauern seinem Defehl, niemand wagte es. ihn an die Gen- 2. Tag: Schotten — Hoherodskopf — Herchen - Hainer Höhe - Hartmannshain. Da der erste Teil unseres Weges nahezu schattenlos ist. benutzen wir die frühen Morgenstunden au unserem Ausstieg. Wir folgen grünen Ringen, Die uns in 2*/t Stunden übet Michelbach und Breungeshain hinauf zum Hoherodskopf bringen, wo wir uns im Elubhaus des DHE. erholen können. Nunmehr folgen wir gelben Strichen nach dem benachbarten Taufstein, um vom Bismarckturm die großartige Rundschau zu genießen und auf schönen Waldwegen, abwechselnd über blumenreiche Triften, vorbei an der Lauterbacher Hütte, zur Herchenhainer Höhe zu gelangen. Hier besuchen wir zunächst das stimmungsvolle Gefal- lenen-Denkmal und steigen dann hinab zum Dater- Dender-Heim. unterwegs unsere Blicke an der prächtigen Fernsicht weidend. Nach einer Ersri- schungspause in dem gastlichen Heim gehen wir durch Herchenhain, dem höchstgelegenen Dorfe Hessens, nach unserem Endziel Hartmannshain, von wo wir die interessante Bahnfahrt durch das liebliche Niddertal über Stockheim antreten. Wanderzeit am zweiten Tage fünf Stunden. A\IR^S)BUJR(G Estemal.Znterzienserkloster, nuterbaltcne Ruine schone Sarodbautcn. Waldweg durch das herrliche Wettertal, 8I< Stü. von tich, oder Wanderung längs des Psastl- grabens, 1 stunden von Garhenteich. Ommhus z.^kuckmstn 19 Uhr ab Hoi Güll I re ix werte 1 crpflegung rind M6,d ■><> in in erfrische bei trau Thörner Besuchen Sie den herrlich gelegenen Schiffenberg um sich an dem entzückenden Landschaits- bild in der Svuhlingspvacht zu erfreuen Der Omnibus verkehrt täglich ab Lud- wigsvlatz um 3.30 Uhr, Rückfahrt 6 Uhr. ^0'eU'ckastsmhrten na di liebere,nkunft, Sei.30341 Poit)od.Tel.2283k Sdnnenbq ) Wander-Günden. Von Phil, oofmann, Lang-Göns. Wir freuen uns, wenn wir sehen, wie in diesen strahlenden Maitagen die Menschen ihre Wohnungen verlassen und mit Kind und Kegel hinausziehen in den srischgrunen Wald, um dort Erholung und neue Kräfte für die Tagesarbeit zu suchen. Ueberall begegnen wir frohen Gesichtern. Kinder fingen und jubeln, und die Erwachsenen machen aus ihrer heiteren Stimmung kein Hehl. Die letzten bösen Wochen sind vergessen, die Sonne mit ihrer verjüngenden Krast zeigt sich wieder als der rechte Zauberer. Dort am Bergeshany hat sich eine Familie gelagert Die Kleinsten spielen im Gras, die kelteren sitzen im Kreise. Aus den Rucksäcken wird nun gar manches Schöne herausgeholt, belegte Brote, Kuchen, und die Thermosslasche spendet das nötige Getränk. Für die Kinder gibt es sogar noch Schokolade. Wohlig strecken sich alle in dem jungen Grase aus. Lachen und Scherzen schallt zu uns herüber. Wir kommen nach einiger Zeit an dem Rastplatz vorüber Gern würden wir auch hier ruhen, denn der Blick auf die Wälder und Fluren ist wundervoll. Ader da, wo die andere Gesellschaft gelagert hatte, da mögen wir nicht bleiben. Schon von weitem sehen wir die zurückgelassenen Zeitungsblätter, in die die Brote eingewickelt waren, sogar die Scherben einer zerschlagenen Flasche liegen daneben, Stanniolpapier, ein zerrissener Karton, Eierschalen und Reste von Apfelsinen All das findet man hier wild zerstreut auf der Wiese. Und jetzt erst bemerken wir, daß das Hiihillflnn bas obersten.Rotenburg I ZJUuIiIulII 2Bahnst.v.Frankfurt/M. VllUlliym 1'/.,Balmstunde v Gießen Herr!.L-ommerfrische.Ausgedelinte Laubund Nadelwaldungen. Hübsche Svazicr- gänge.AlsAufentst.s.Erholungsbedürftige beivnd.geeignet u.gern befuckn.Gesundes Klima m.triicherHöstenluft.Bolle Pension in guten Häusern 3,50—5 RM Pauschat- outentbalt für 1—4 Woch. v.26—90 RM. Prospekte durch d. Berkestrsoerein. z«ssv Bad-Nauheim3’2*0 Gasthaus „Zur Waldlust“ Bett, feit 1860 - Größtes bürgert. Garten- re,taurant am Platze.-Eigene Schweine- metzgerci Bürgeri. Mittagstisch. Reichst. Astendkarte Billigste Preise Aufmerksamste Bedienung. Hauvtsvezialität: Original selststgekeltcrtcr Apfelwein Iah.: Frila Haag, Ecke Haapt- u. Tannnaalr. NORDSEEBAD Wangerooge Verbindungen über Bremerhaven Wilhelmshaven Carolinensiel PROSPEKTE DURCH BADEVERWALTUNG Badeschriften durch die Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6, Telephon 3888 und durch die Kurverwaltung Bad Wildungen. bei Nierenleiden, Harnsäure. Eiweiß, Zucker, 932: 17200 Badegäste NcutMAanMiftlr ‘fliea ufß&ue Zur Haus-Trinkkur: Ä 2728V MmMlWI Ein vaterländischerRoman vonHcmsVietzke Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. 8. Fortsetzung Nachdruck verbotenI „Eure Majestät — aus meinem Wege über Memel und Königsberg habe ich die ganze Hilflosigkeit, die ganze Zermürbung der dem Untergang geweihten napoleonischen Armee vor Augen gehabt. Die Reai- menter zerfallen, von Kälte und Hunger aufgene- ben, die Offiziere versuchen ihr Leben zu retten, indem sie der Truppe vorauseilen. Jede Disziplin ist zu Ende. Ick bitte Eure Majestät inständigst um die Gnade, ein Kavallerieregiment führen zu dürfen. Ich werde Generäle, Marschälle und Stabsoffiziere Napoleons zu Hunderten als preußische Gefangene einbringen. Wenn wir jetzt losschlagen, wird der Sieg über Nacht unser sein. Nie mehr wird es dem Kaiser gelingen, ohne diese Elite neue Armeen aufzustellen. Nie war der Augenblick günstiger, Majestät — jetzt wäre mit aller Unterdrückung ein Ende zu machen --mit einem Schlag!" Der König bemüht sich krampfhaft, den Schrecken, den ihm diese Worte eingejagt haben, hinter schroffer Abweisung zu verbergen. „Für Sie, Donnersmarck, wäre das ganz schön — für mich aber malhonette!" Er wendet sich Scharnhorst zu, stumm, mit einem scheuen, angstvollen Blick dessen Meinung au erraten. „Eure Majestät müssen sich entscheiden! Die Stunde ruft — dringender denn je!" Fast unbeherrscht, drohend erregt, kommen Scharnhorsts Worte. Der Disput wird gereizt. Uebernervös antwortet der König: „Man drängt, Scharnhorst, drängt mich — überall! Immer nur Entscheid erzwingen. Kenne das! Vermisse Besonnenheit! Hasse alle Uebereilung." Scharnhorst, jetzt gefaßter und ruhiger, bemüht sich, seiner Stimme Ueberzeugung und Sachlichkeit zu geben. „Eure Majestu. vergessen, was im Herzen des Volkes seit Jena und Auerstedt vorgegangen ist. Ohnmächtig slüchten die Bedrücker durch das Land. Das Volk, durch Jahre der Not und Schmach aufs äußerste gereizt, kennt nur einen Gedanken: Rache! Ein Wort — und wir können marschieren!" Der König weicht aus. Nur nicht jetzt, nicht jetzt die Last dieser ungeheuren Verantwortung tragen — man muß warten, Zeit gewinnen . . . „Kenne das! Marschieren — und bann: Flucht! Immer weiter. Immer tiefer ins Elend. Kenne das! Mag nicht mehr, Scharnhorst! Blut, immer wieder Blut . . ." seine Worte werden stockend und heiser „. . . . Befehle sind schnell gegeben — aber Folgen bluten lange in Wunden." „Eure Majestät müssen den Glauben haben an das Volk! Ein Gedanke brennt in aller Herzen: Freiheit! Aber wir müssen losschlagen — wir können marschieren--Jahre Der Arbeit sind nicht umsonst gewesen!" Scharnhorsts Stimme wächst mit der Wucht der Idee. „Der Feinde findet uns gerüstet! Die allgemeine Wehrpflicht hat Wunder gewirkt: Wir können Armeen aufstellen! Und diese Armeen, Majestät, werden sich schlagen wie keine zuvor: Denn ein Geist der Rache und ein Geist der Freiheit lebt in ihnen, gegen den Kanonen umsonst aufgefahren werden!" Der König hat sich erhoben. Er geht zum Fenster, sieht lange‘hinaus in den winterlichen Park. Die Macht der Worte Scharnhorsts arbeitet in ihm. So kann nur einer sprechen, der aus tiefster Seele überzeugt ist von seinem Denken und Fühlen. Aber der schwache Wille, das halbe Wollen des Königs zerbricht bei dem einen Gedanken: Jena und Auerstedt! Er kann das nicht vergessen, nie wird er das vergessen und niemals wieder will er das erleben. „Gut gesprochen — Scharnhorst! Könnte mich überzeugen. Aber--werde erst mit Hardenberg reden. Muß Zeit haben, lieber keine Attacken, muß erst wissen, was mit Oesterreich wird. Alles hängt davon ab." Dann wendet er sich seinen Papieren auf dem Schreibtisch zu. Nickt kurz — die Offiziere sind entlassen. Schrill klingt das Klirren ihrer Sporen in den hohen Raum. Türen fliegen auf. Würdig stehen die Pagen. Die Audienz ist beendet. Es war — wie immer — umsonst . . . 9. Die erste Woche des neuen Jahres 1813 war noch nicht voll ins Land gegangen, als wieder von Osten her ein neues Fanal flammender Begeisterung seinen Glutschein bis in das Herz des preußischen Vaterlandes warf. Es schien ein gutes Omen für kommende Tage: Zum ersten Male sprach laut und vernehmlich die Stimme des Volkes! Am 5. Januar trifft General Porck in Königsberg ein. Am gleichen Tage spricht er vor den ostpreußischen Landständen jene bedeutende Worte, die die Königspartei in die Enge treiben, und allen Fran- zosenfreunden den entscheidenden Entschluß eines Für oder Wider bringen. Militärisch kurz, voll verbissener Energie, ganz dem Augenblick hingegeben, ist die Rede Porcks. „Als alter Soldat spreche ich zu Ihnen und sage Ihnen: Es ist im Augenblick Ihre heiligste Pflicht, um sofortige Mobilmachung besorgt zu sein! Verstärken Sie aus Ihren Reihen Preußens bewaffnete Macht gegen Frankreich — kein Tag mehr ist zu verlieren! Wir leben in einem Zeitpunkt des Handelns, nicht des Fragens — fordern Sie deshalb von Seiner Majestät den Aufruf zu allgemeiner Landesbewaffnung. Die Gelegenheit ist günstig wie nie — ich bin den ersten Schritt gegangen und opfere gern mein Haupt dafür — tun Sie das Ihre!" Tosender Beifall ist die Antwort. Die Männer bilden eine Gasse. Hochrufe umbranden den General, der dem Ausgang zuschreitet. Noch einmal wendet er sich um. Sieht mit finsterem Blick auf die begeisterte Versammlung. „Auf dem Schlachtfeld verbitte ich mir bas!" Unerbittlich ist der düstere Ernst dieses Mannes, gegen alles Aeußerliche. Er erwartet schweigenden Gehorsam. Das Echo sei: Die Tat! Seit Beginn des Jahres schon brannten Tag und Nacht ununterbrochen in den düsteren Amtsstuben der Berliner Regierung die Dellampen auf den wurmstichigen Schreibpulten: Jetzt gab es Arbeit! Jetzt hieß es: Zu guter Zeit den Kops heil aus der Schlinge ziehen-- Hardenberg hat wirkliche Sorgen. Seine Klugheit gebietet ihm, auf die Stimme der Zeit zu hören. Sein Amtszimmer ist belagert, es regnet Debatten, Anträge, Vorwürfe, Teilnahme, Meinungsverschiedenheiten, und alles in einem Temperament wie nie zuvor. „Man munkelt ja von ganz unglaublichen Vorgängen im Osten", sagt sein Besuch, Herr von der Marwitz, „ich glaube, Herr von Hardenberg, jetzt ist der Augenblick gekommen, auf den wir seit Anno 6 warten!" Hardenberg seufzt. Er ist froh, einmal sich aussprechen zu können, garu offen und ohne Hintergedanken, soweit ein Diplomat dazu noch fähig ist. „Ganz meine Meinung, Herr von der Marwitz! Lange genug habe ich auf diesen Augenblick gewartet. Wir sind nicht untätig gewesen: Meine Verhandlungen mit England und Oesterreich werden nun doch zu Ehren kommen. Der Scharnhorst rüstet seit Jahr und Tag ..." „Vortrefflich! Wir werden die Waffen bald gebrauchen müssen", erklärt Marwitz mit Nachdruck. „Das ist noch sehr die Frage!" Hardenberg lehnt sich, atemholend, weit in seinen Sessel zurück. „Meine Meinung ist die: Wir werden es diesmal ohne Blutvergießen schaffen. Napoleon ist bis auf das äußerste geschwächt — er wird zu diplomatischen Schritten sich gezwungen sehen, die uns in die Lage setzen werden, leichten Kaufes Ehre, Ansehen und Besitz der alten Zeit wieder herzustellen." Marwitz ist außer sich. Er vergißt über diesen Worten die Höflichkeit, die dem Minister geziemt. Er schreit Hardenberg an: „Herr Minister — Sie glauben wirklich, wieder mal mit „Diplomatie" die furchtbaren Scharten der letzten Jahre wettzumachen? Hat man denn hier die Zeit immer noch noch begriffen?! ... Napoleon noch nicht kennengelernt? ... Ist die Forderung des Volkes noch nicht bis in die muffigen Wände dieser Amtsstuben gedrungen?" Hardenberg ist peinlich berührt. Seine Stimmung schlägt blitzartig um. Der Mensch verkriecht sich in den Diplomaten, der gelernt hat zu schweigen, wenn es gefährlich wird. Marwitz ist im Zuge. Er achtet nicht auf den Minister. Er spricht wie beschwörend gegen die Wände der Amtsstube. Seine Arme zeichnen erregte Gesten in die Luft. Er redet sich den lange aufgespeicherten Zorn herunter. „Ich warne Sie, Herr Minister, alles hängt von Ihnen ab! Jetzt ein entschiedener Schritt der Regierung und das Volk wird alles Vergangene vergessen, alles würde sich noch einmal auf legalem Wege zu einem guten Ende führen lassen ... Werden Sie vor allem bei Seiner Majestät vorstellig: Man muß raschest zu den Waffen greifen!" Beschwörend beugt er sich hinüber zu Hardenberg. „Sie allein haben Einfluß! Es ist die dringendste und größte Ausgabe dieser Stunde!" Hardenberg antwortet kühl: „Dazu kann ich den König nicht bewegen." „Sie haben Seine Majestät während Ihres Ministeriums zu allem gebracht — jetzt, in diesem wichtigsten, diesem dringendsten Moment muß Ihnen auck das möglich sein!" „Majestät läßt sich wohl leiten bis zu einem gewissen Punkte, aber wenn es zur Entscheidung kam- men soll, behält er seinen Willen." „Dann werden wir alles, aber auch alles verlieren!" Hardenberg versucht es mit einem schwachen, beinah ironischen Lächeln: „Das ist zumindest übertrieben, Herr von der Marwitz! Man kann schließlich nichts übereilen. Wir arbeiten ja — wir wollen vor allem völlige Übereinstimmung mit Oesterreich — aber bas braucht Zeit!" Marwitz trocknete sich die vor Erregung feuchte Stirn. Langsam gibt er den Angriff auf. In diesen Mauern krepiert der stärkste Wille. „Zeit ... wir brauchen Zeit ... das kennt man nun schon noch- gerade!! ... Lieber, verehrtester Herr von Harden- berg ..." will er es noch einmal auf andere Weise versuchen, aber der eintretende Sekretär unterbricht ihn. Das Schreiben Ports, vom dritten Januar, aus Tilsit datiert, ist soeben mit der Nachricht der Konvention von Tauroggen in der Kanzlei eingetroffen, befördert durch reitenden Kurier. Mit nervösen Händen erbricht Hardenberg das Siegel. Er lieft. Sich unterbrechend, Luft holend, setzt er sich. Wischt sich über die Augen, als sei das unwirklich. was er da vor sich in der Hand hält. Nun begreift er die ungeheuerliche Tragweite dieser Zeilen. Das Unabänderliche ist, da. Jetzt wird man endgültig Stellung nehmen müssen ... f Rortfehung fob''' Zum Aufwaschen, Spülen, Reinigen für Geschirr und alles Hausgerät! Hergestellt in den Persilwerken. i Schöne Tischdecken Vorhänge Kleiderstoffe Wäsche und Unterkleidung sehr preiswert be C.Röhr&Co. ____________________________________________3561* A sowie sämtl. Wolf-Garten- u. landwirtschaftlich. Geräte Edgar Borrmann Eisenhandlung 1906A Stachel-und Spanndraht •s c 5 flj N 8 t -v o Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen 1933 Die Hauslisten werden jetzt bei den Hausbesitzern abgegeben. Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohneraufnahme ist es erforderlich, daß jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig oornimmt. Nach einigen Tagen werden die Listen wieder eingefordert. — Es wird dringend darum gebeten, die Ausnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Nur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Der Geschäftswelt zur Benachrichtigung, daß neben der Hausliste eine Firmen- liste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adreßbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, daß fie diese Sonderliste sofort und vollständig ausfüllen; fie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. REICHSVERBAND DER ADRESSBUCH YERLEGM Vereins- und Kassen-Vorstände sowie andere am Vereinswesen Beteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die dafür vor- gesehene Abteilung der Hausliste. Oberhessischer Adreßbuchverlag Brühl'sche Univ°-Buch und Steindruckerei R. Lange, Gießen Schulstraße 7 Fernsprecher 2251 Fünfmonatige Kurfe an der Haushaltungsfchule der Land wirt- fchaftskammer in Michelftadt i. O. Vollftändige Ausbildung in allen Zweigen der Hauswirtfehaft, Molkerei und Kleintierzucht Ferner gründliche Unterweisung in der Fertigung von Handarbeiten, Weißzeugnähen, Kleidermachen sowie theoretischer Unterricht auf den verschiedensten Gebieten. Billigster Pensionspreis einschließlich Schulgeld usw. Beginn des nächsten Kursus: 3. Juli 1933. Auskunft u Verland der Aufnahmebedingungen durch die Landwirtfchaftskammer in Darmftadt, Rheinftrafee 62. 3201D Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen SCHÜliitHER GIESSER Jugendliches Wasch-Kleid aus la Trikolette in verschiedenen Farben ................ Panama-Kleid aus la weife. Panama in sportlicher Machart.................. Jugendliches Kleid aus reinwoll. Mousseline, eine Spitzenleistung von ganz besonderer Bedeutung Kunstseidenes Maroc-Kleid flotte Machart in sehr schönen modernen Mustern .. Elegante Sportkleider in mehieren Stoff arten und bester Verarbeitung ........................... Mod. Complet aus Hammerschlag mit Jäckchen und Handschuhärmeln, fesch im Aussehen und bester Qualität Herrliches Hochsommer-Kleid aus la Mattcrepe mit Hohlsaumgarnitur, jugendliche Machart............ StaunenA Sie nicht f über unser billiges Kleiderangebot RI