Nr. 08 Erster Blaff 183. Jahrgang Donnerstag, 27.April (933 Erschein« tügllch. autzei Sonntags und Feiertags Beilagen; Dir ODuftnertr (Bienener Familienblötter Heimat m Bild Die Scholl» monats>Be$ngsprel$. Mi« 4 Beilagen NM 1.95 Ohne DUuftrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, zernsvrechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anlchrist für Drahtnachrichten Anzeiger riehen. potzscheckkonto: fironUvrl am Blain 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drrd vnd Verlag: vrühl'sche Universttätz-Vuch- und Steinörnderel R. Lange in Siehrn. Zchristlettnng und Seschästrftelle: Zchufttrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Berantroortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; füc Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undiür denAn. zeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Die Besprechungen in Washington. Macdonald verabschiedet sich von Amerika. Washington, 26. April. (XU.) Der englische Ministerpräsident Macdonald verabschiedete sich herzlich von Roosevelt im Arbeitsraum des Präsidenten und anschließend auch von der amerikanischen Presse. Er führte u. a. aus: Dank der großen Kenntnisse und der weitaehenden Bereitschaft Der amerikanischen Sachverständigen sind wir ein gutes Stück weiter gekommen auf dem Wege, Möglichkeiten für spatere Abmachungen auszuarbeiten Ich habe das Bersprechen gehalten und mich nicht fe st gelegt. Roosevelt und ich sind genau so frei wie zuvor, aber ich verstehe die Schwierigkeiten der amerikanischen Regierung und der amerikanischen Nation besser al- am Freitag, als ich ankam. Wir haben jetzt „Tuchfühlung" genommen, und wir sind seht entschlossen, Schulter an Schulter zur Hebung der Bürden der ganzen Welt beizutragen. Amerika schließt keine Bündnisse und mischt sich nicht durch vertragliche Bindungen in die europäischen Probleme, aber sicherlich erkennt jetzt auch die amerikanische Regierung die Schwierigkeit besser, denen sich meine Regierung gegenübersieht und sicherlich sieht Amerika ein, daß keine Nation abseits stehen kann, sondern den anderen Völkern die Hand reichen muß. Roosevelt und Macdonald betonen in einer gemeinsamen Erklärung, daß die Erhöhung der Dohstosspreise eine Kernfrage sei. Eine gle chzeitige Aktion aus wirtschaftlichem und fi- nanz eilen Gebiet, Abschaffung der Handelsbeschränkungen und Kreditausweitung seitens der Zentralbanken sei unbedingt erforderlich. Zur Herstellung des inter- na'ionalen Währungsgle chgewichls sei die Wiederherstellung des internationalen Goldstandards notwendig. 2m Hinblick auf den Orienthandel sei der Silber frage besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Alle diese Fragen seien untereinander abhängig. Die Welterholung bedinge die planmäßige Anwendung von Hilfsmaßnahmen im Eigenlande, sowie deren Unter- stützung durch sinngemäße und gleichzeitige internationale Maßnahmen. Oer Kampf um Die neue Währungspolitik. TieHonstietzmcßrßeif fiireineInflationsbitt Washington, 27. April. (TU.) Das Repräsentantenhaus nahm am Mittwoch die W ä h. r u n g s v o l a g e an, durch die Roosevelt ermächtigt wird, den Goldgehalt des Dollars beliebig her- abzufetzen und Silber in bestimmtem Verhältnis zum Gold als Münzmetall zu verwenden. Die An- nähme der Vorlage ist jedoch noch nicht endgültig, da sie eine Zusatzvorlagc zu dem bisher noch nicht angenommenen Farrn-Hilfsgesetz ist. Trotz der von einer Reihe von Zeitungen und Senatoren geäußerten Warnungen ist die Mehrheit des Kongreises fest entschlossen, dem Präsiden- ten Roosevelt Vollmacht zur Herbeiführung einer weitgehenden Inflation zu erteilen, um dadurch die Warenpreise zu heben und die Lage der Hypothekenschuldner zu bessern. Neben der Vermehrung des Notenumlaufes soll Silber in größeren Mengen zur Deckung und Prä- gung zugelasfen werden. Der frühere Finanzminister Blaß, einer der führenden Demokraten im Senat, hat Roosevelt heute seine Gefolgschaft gekündigt, weil er die oben angeführten tzesetzlichen Maßnahmen für sehr gefährlich hält. Die Anhänger des Inflationsgesetzes sind demgegenüber der Meinung, daß die Lage anders geartet sei als etwa die Lage Deutschlands im Jahre 1923, weil Amerika genügend Gold und Rohstoffe besitze und den Notenumlauf daher jederzeit wieder einschränken und zu einem neuen Goldstandard zurückkehren könne. MrdAmenka ein neues Kriegsschulden- moroforium gewähren? Washington, 26. April. (Reuter.) Präsident Roosevelt bereitet eine Entschließung an den Kongreß vor, durch die er ermächtigt wird, bis nach der Weltwirtschaslskonferen; ein Kriegsschul- benmoralociutn zu gewähren. Der Antrag Roosevelts ist, nur von der Erzielung eines fron zäsisch-amerikanischen Abkommens abhängig, wonach Frankreich die rückständige Rate vom 5. Dezember 1932 zahlen würde. Dies wird noch zwischen Roosevelt und herriot erörtert Oie Abrüstungsfrage wird mit Herriot besprochen. Amerikas Einbeziehung in dasSichcrßeits- lystcm. W a f b i n g t o n , 26. April. (WTB.) Präsident Roosevelt, zwischen Herriot und dem iln- terstaatssekretär Philipps strhcnd, empfing die Pressevertreter zur regulären Konferenz. Er teilte stolz mit, daß er mit Herriot lange und ohne Dolmetscher verhandelt habe und daß die Untere«* dung durchaus befriedigend verlaufen sei. Er, wie Premierminister Macdonald und Herriot hatten wahrend der letzten 24 Stunden i n engster Verbindung mit Genf gestanden, und er hoffe zuversichtlich, daß die Abrüstung jetzt einen großen Schritt vorwärts kommen werde. Mit Herriot habe er — Roosevelt — nicht über die Kriegsschulden, sondern bisher nur über d i e Abrüstung verhandelt. Die gestrige Unterredung Roosevelts und Herriots galt, wie Havas aus Washington berichtet, ausschließlich den Abrüstungs- und Sicherheitsproble- men. Herriot habe erneut energisch die Lage Europas dargelegt und mit Roosevelt nach den Mitteln gesucht, die Lücke des englischen Planes auszusüllen. Aus dem Gebiete der Sicherheit würden die Vereinigten Staaten die traditionelle Auffassung von ihrer Neutralität und der Freiheit. der Meere aufgeben und an einer Finanzblockade gegen d i e des Angriffs schuldigen Mächte teilnehmen. Als zweites von Roosevelt vorgesehenes Sicherheitsmittel komme die | Frage einer wirksamen Kontrolle der 21 b • rüstungsmahnahmen durch die Inkraftsetzung von Sonderbestimmungen. Re chsbankpräsident Dr Schacht in Paris einqetroffen. Paris, 27. April. (WTV. Funkspruch.) Relchs- baukpräsidenk Dr. Schacht ist heule mittag i n Paris eingetroffen. Lr reift morgen früh nach Cherbourg weiter, wo er sich an Bord des Dampfers „Deutschland" nach den vereinigten Staaten einschissen wird. Lr will seinen kurzen Pariser Aufenthalt zu einer Jüfjl’ing- nähme mit seinem Kollegen von der Bank von Frankreich benutzen. Oie AbrüflungsDebaiie flockt. Amerika fordert Abrüstung vor Sicherheit. Genf 26. April. (WTB.) Der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz hat heute nachmittaa mit der artikelweifen Beratung des englischen Abrü- stungskonoentionsentwurses, und zwar zunächst der Sicherheitsbestimmungen begonnen. Schon nach kurzer Debatte gerieten die Beratungen i n s Stocken. Der Vertreter der Vereinigten Staaten, Norman Davis, teilte im Auftrage seiner Regierung mit, daß die Vereinigten Staaten noch nicht in der Lage wären, zu dem im ersten Teil des englischen Entwurfes vorgeschlagenen Konsulativpakt endgültig Stellung zu nehmen. Die Haltung der Vereinigten Staaten zu dem geforderten Ausbau der Sicherheitsgarantien werde sehr wesentlich von der Haltung bestimmt werden, die die Konferenz zur Frage der A b - r ü ft u n g einnehme. Die Sicherheit werde durch die Abrüstung weitgehend gefördert. Unter diesen Umständen schlage er vor, die Beratungen über das Sicherheitskapitel vorläufig zu unterbrechen und zu den anderen Teilen des englischen Planes überzugehen. Entgegen dieser Anregung entschied Präsident Henderson sich dafür, die Diskussion über die zum sicherheitspolitischen Teil vorliegenden Anträge fortzusetzen. Von Vertretern Englands und Frankreichs wurde darauf hingewiesen, daß eine Abstimmung unter diesen Umständen zwecklos sei. Aachdem die beiden ersten Artikel ziemlich ohne Beanstandung durchgcg^nzen w^ren forderte Henderson den Ausschuß auf, nunmehr zu dem entscheidenden Artikel III, der von dem K o n - sultativpakt handelt, und zu dem hierzu vor- l egenden polnischen Abänderungsantrag, der aus eine Einschaltung des Völkerbundes ausgcht, Stellung zu neh- nehmen. Als sich jedoch niemand zumWort m e l d e te , erklärte Henderson, deften innere Erregung unverkennbar war, daß eine Fortsetzung der Debatte heute wohl zwecklos sei, und vertagte die Verhandlungen auf Donnerstagnachmittag. Aach Schluß der Sitzung wurde bekannt, daß die für morgen angesehte Sitzung nachträglich abgesagt worden ist. Henderson hat beschlossen, das Präsidium der Konferenz ein- zuberufen, um zu der Konserenzlage Stellung zu nehmen. Der amerikanische Abrüstungsdelegierte Aorman Davis wird am Freitag nach London reisen, um an den Beratungen des Orga- nisationsausschus'es für die Wel.Wirtschaftskonferenz teilzunehmcn. Anter diesen Umständen hält man es für möglich, daß es zu einer Unterbrechung der Arbeit des Hauptausschusses für mehrere Tage kommen wird. Oie Mobilmachung der Technik für den nationalen Aufbau. Oie Aufgaben des Kampfbundes Deutscher Architekten und Ingenieure. München, 26. April. (WTB.) Der Dor- sitzende der politischen Zcntralkornmission der ASDAP hat eine Bekanntmachung erlassen, in der es heißt: Der Kampfbund der Deutschen Architekten und Ingenieure (K. d. A.2.) im Kampfbund für Deutsche Kultur e. V. ist die einzige von der ASDAP. anerkannte Organisation zur Sammlung der deutschen Architekten und Ingenieure. Die Unterkommis- sion IIIb (W.rtschaf^stechnik und Arbeitsbeschaffung) in der politischen Zentralkommission der ASDAP. mit ihren Untergliederungen im ganzen Aeich hat nicht die Ausgabe, Mitglieder zu sammeln, sondern sie besteht lediglich aus einem parteiamtlichen Mitarbeitecstab von beschränkter Anzahl. Sic ist aber die parteiamtliche Dienststelle, durch die die Gliederungen des K. d. A. 2. mit dem Derbindungsstab der ASDAP. und damit aUen Staatsbehörden in Verbindung treten kann und umgekehrt. Die Unterkommission III b hat die Ausgabe der Mobilmachung der Technik für die kommenden Aufgaben in Staat und Wirtschaft. Die Unterkommission Ulb wird unterstützt vom Kampfbund der Deutschen Architekten und Ingenieure. Die besondere Aufgabe des KdAI. ist die Sammlung und organisatorische E r - sassung der deutschen Architekten und Ingenieure zum Zweck ihrer nationalsozialistischen Erziehung und Schulung und der Fuhreraus» Icse für die kommenden großen Staats- und Wirtschaftsaufgaben. Der KdAI. bereitet die berufs- ständische Eingliederung der Architekten und Ingenieure in den kommenden Ständestaat vor. Er wird darüber wachen, daß deutsche Baufun ft und Technik sich mehr als bisher auf die kommenden Staats- und Kulturaufgaben einstellen im Bereich des Städtebaues und Heimatschutzes, der Landwirtichaft, des Heimstättenbaues und der bäuerlichen Siedlung, sowohl wie in der Energieversorgung und im Verkehrswesen, lieber dem notwendigen Fachwissen soll der Kampsgedanke für die nationalsozialistische Weltanschauung stehen. Mitglieder können Architekten und Ingenieure sowie Die aus den technischen Waffengattungen hervorgegangenen Männer werden, soweit sie arischer Abstammung sind und weder einem Geheimorden noch einer Loge angehör e n. Die Parteidienststellen der NSDAP, haben sich in allen baukünstlerischen und technischen Fragen, sowie bei der Besetzung von technischen Stellen im Bereich von Verwaltung und Wirtschaft an die Un- terkommission Ulb zu wenden. Die Bestrebungen des KdAI. sollen von allen Partei- und Behördenstellen und von der Parteipresie weitgehend gefördert werden. Eröffnung des preußischen Staalsrats. B e r I i n , 26. April. (VDZ.) Der neue Preußische Staatsrat hielt am Mittwochnachmittag seine konstituierende Sitzuna ab. Der Sitzungssaal hatte aus Blumen und Pstanzengrün ein festliches Gewand erhalten. Hinter dem Platz des Präsidenten war ein riesiges Hakenkreuzbanner angebracht, das von der schwarzweißroten und der schwarzweißen Fahne flankiert wurde. Die 54 Mann starke nationalsozialistische Fraktion, die allein d i e Zweidrittelmehrheit hat, war geschlossen in der braunen Uniform in den Saal marschiert. Von den vier Sektoren nimmt sie allein fast drei in Anspruch, während die 12 Vertreter des Zentrums und die acht Sozialdemokraten den vierten, den früheren kommunistischen Sekwr, einnehmen. Die sechs Vertreter der Kampffront Schwarzweißrot haben noch am Rande des dritten Sektors Platz gefunden. "Alterspräsident Freiherrv Der (Zentr.) hatte feine Funktionen dem Vorsitzenden der nationaljozia- liftifchen Fraktion Sprenger zur Verfügung gestellt. Auf der Regierungsbank erschien, von den Nationalsozialisten mit Heil-Rufen begrüßt, der preußische Ministerpräsident Göring. Während sich die Staatsratsmitglieder von ihren Plätzen erhoben, gedachte Abg. Sprenger der Toten des Weltkrieges und derer, die im Kampf um die revolutionäre Erhebung Deutschlands gefallen sind. Bei der Begrüßung des Ministerpräsidenten Göring hob er hervor, daß Preußen nun wieder eine Führung bekommen habe, und er gelobte unter lebhartem Beifall dieser Führung die treue Gefolgschaft des Staatsrates. IRinifferpräfiDenl Göring eröffnete die Staatsratssefsion. Preußen fei heute stärker denn je die Grundlage des Deutschen Rei- ches. Deshalb sei auch HitlerselbstReichs- stattholter für Preußen geworden. (Lebhafter Beifall.) Gewiß fei an Stelle des rein parlamentarischen eine zielbewuhte Führung von oben getreten. Das solle aber nicht heißen, daß Landtag und Staatsrat ausgeschaltet sind. Der Staatsrat habe die Aufgabe, das Staatsministc- rium dauernd und lebendig zu beraten. Die preußische Regierung wolle keineswegs über dem Volke thronen und den Zusammenhang mit ihm verlieren. So wie sie durch ihre Männer mit der größten Bewegung des Vaterlandes verbunden sei. wolle sie gerade durch den Staatsrat mit den Stellen draußen verbunden bleiben, die zur Leitung der Geschicke vorhanden find. Zu Staatspräsidenten wurden die drei Aationalso^ialisten Dr. Ley, Wagner- Bochum und Treff-Berlin gewählt. Auch die vier Beisitzer wurden allein von den Nationalsozialisten gestellt. Aus Antrag des Abg. Sprenger (AS.) wurde ohne Debatte die sofortige Zurücknahme der Staatsratsklage beim Etaatsgerichtshof beschlossen. Dr. Ley teilte dann mit, daß der Staatsrat voraussichtlich am 30. Mai zu seiner nächsten Arbeitstagung einberufen werde. Die lonstituierende Sitzung sand ihren Abschluß durch ein vom Abg. Sprenger auf den Führer und aus den preußischen Ministerpräsidenlen ausgebrachtes dreifaches Heil. Wahrend sich die Staatsratsmitglieder von iyren Plätzen erhoben, wurde dann noch das Horst-Wessel-Lied gelungen. Unerhörte Anwürfe des „Manchester Guardian". Schärfster Protest der Reichsrcgierung. Berlin, 27. April. (OB. Funkspruch.) Der „Mandjefler Guardian" veröffentlicht einen geradezu unglaublichen Artikel. Unter der Uebet- fchrisl: „ID e r war schuld! g?" wird der Reichstagsbrand behandelt und behauptet, daß die Brandstifter in der Reichsregierung säßen. Für morgen kündigt das Blatt ins einzelne gehendes Material darüber an. von maßgebender deutscher Seife wird dazu erklärt: Die Reichsregierung stehe auf dein Standpunkt, daß ein derartiger Vorwurf gegen die Regierung eines Landes in der Geschichte beispiellos ist. Die Reichsregierung wird gegen diese ungeheuerlichen Verunglimpfungen den schärf st en Protest einlegen. Italien gegen die Völkerverhetzung. Rom, 27. April. (TAB. Funkspruch.) 2n letzter Zeit sieht sich die italienische Regierung immer wieder genötigt, die hartnäckig auftretenden Tendenznachrichten zu dementieren, wie z. B. über angebliche italienischeAspi- rationen aus portugiesische Kolonien und auf den Hasen von Saloniki sowie über italienische Waffensendungen nach Ungarn. Man hat hier den Eindruck, daß ein systematischer Feldzug im Gange ist, um die italienische Außenpolitik zu verdächtigen. Da- .Giornale i>'2talia“ weist heute auf diesen Aach- richtenkrieg hin, der zeige, daß obwohl man in Genf von der Abrüstung der Geister gesprochen habe, man noch keinen Schritt aus dem Wege der Aufrichtigkeit und Loyalität in den internationalen Beziehungen weiter gekommen sei. Die Urheber der falschen Aachrichten, die immer neues Mißtrauen unter den Rationen Hervorrufen sollen, seien d i e üblichen Agenten der Geschützsabri- k e n und der Politik, die daraus abzielt, Frieden und Vertrauen unter den Völkern unmöglich zu machen. Oie politische Propagandaarbeit der Oerop. Eine kommunistische Zeisetzungezelte aucgeßobcn. Berlin, 26. April. (TU.) Wie die „TU." erfährt, haben die bisherigen Ermittlungen durch den auf Anordnung des preußischen Ministeriums des Innern eingesetzten Kommissars ergeben, daß bei der Derop (Deutsch-russische Petroleumhandelsgesellschaft) ein politischer Gefahrenherd entstanden war, der unbedingt beseitigt werden mußte. Dabei wird davon ausgegangen, daß Der kommerzielle Betrieb des Derop-Unternehmens keineswegs zerschlagen werden soll. Man beabsichtigt auch nicht den Russen die (seschästsleitung zu entziehen. Die Maßnahmen stehen einzig unter dem Gesichtspunkt, daß die Derop ein Geschäftsbetrieb, aber kein politischer ifL Es konnte bereits feftgeftellt werden, daß die Direktion der Derop geschäftliche Transaktionen vorgenommen hat, die mit einem rein kaufmännischen Betrieb nicht das geringste mehr zu tun haben, sondern lediglich im Sinne einer kommunistischen Propaganda in Deutschland getrosten worden sind. 70 v. H. Der Angestelltenschaft unD Der Arbeiter Der Derop waren kommunist i s ch e Funktionäre. Unter ihnen befanDen sich Leute in Buchhalterstettungen unD Dergl., Die Der deutschen Spradje nicht einmal mächtig waren. Der Aufsichtsrat der Derop, der sich aus Deutschen zusammensetzt, hat keine Möglichkeit, in den Geschäftsbetrieb Einblick zu erhalten. Protesterklärungen blieben nutzlos. Die Austichtsratsmitglieder konnten sich nur dadurch auf Dem ßaufenDen hallen. Daß sie sich von Den wenigen Deutschen Angestellten über Die Vorgänge in Der Derop berichten ließen. Auch die russischen Tankdampfer der Derop haben in Stettin und Hamburg kommunistische M o r b e r ausgenommen und sie a u f d e n S ch i f ° fen versteckt, so baß sie ungehinbert ben Kaiser- Wilhelm-Kanal passieren konnten. Es konnte auch festgestcllt werben, baß bie Derop Benzin unb Del u n ben verbotenen Rotfrontkämpfer- b u n b unb an bie „Rote Kavallerie", bie Kurierdienste leistete, auf dem Wege eines Gutscheinheftsystems abgab. Bei einem russischen Direktor der Derop wurde im Schreibtisch ein von russischen amtlichen Stellen herrührender Jnformations- briefdienst gefunden, in dem von angeblichen Greueln die in Deutschland passieren, die Rede ist. Es wird als sicher angenommen, daß die offiziellen Stellen in Mostar? von diesem Geboren bei der Derop Kenntnis haben mußten. Kommunisten, die unzufrieden waren, haben der Politischen Polizei bestätigt, daß die Derop stets bestrebt gewesen sei, die Kommunistische Partei und deren Organisationen tatkräftig zu unterstützen. Die Entlohnung am Tag der nationalen Arbeit. Berlin, 27. April. (WTB. Funkspruch.) Zur Klärung von Fragen, die sich bezüglich der Entlohnung von feiernden Arbeitnehmern am Tag der nationalen Arbeit ergeben haben, wird amtlich verlautbar: Voraussetzung für die Bezahlung der feiernden Arbeitnehmer ist, daß für sie am 1. Mai tatsächlich Arbeitszeit a u s f ä l l t. Diese Arbeitnehmer sollen nach der Verordnung vom 20. April d. I. so gestellt werden, als wenn sie am 1. Mai gearbeitet hätten. Fällt auf den 1. Mai planmäßig eine Feierschicht, so entfällt die Bezahlung: würde jedoch der Arbeitgeber auf den 1. Mai außerplanmäßig eine Feierschicht legen, so würde eine solche Arbeitsverteilung dem Sinne der Verordnung widersprechen: in diesem Falle würde also der regelmäßige Arbeitsverdienst zu zahlen sein. Hinsichtlich der Höhe der Bezahlung bestimmt die Verordnung, daß der regelmäßige Arbeitsverdienst für die ausfallende Arbeitszeit zu zahlen ist. Ueberstunden sind hiernach regelmäßig nicht zu bezahlen, weil nicht damit gerechnet werden darf, daß sie über die normale Arbeitszeit hinaus geleistet worden wären. Den Akkordarbeitern ist der durchschnittliche Akkordverdienst ihrer Gruppe zu zahlen, damit sie den regelmäßigen Arbeitsverdienst im Sinne der Verordnung erhalten. Die vorstehenden Grundsätze greifen nicht Platz, soweit tarifliche Bestimmungen eine andere Bezahlung ausfallender Arbeitszeiten an Wochenfeiertagen vorsehen. Für Arbeitnehmer, die am 1. Mai notwendige Arbeiten zu machen haben, wird folgendes zu gelten haben: Ist im Arbcits- oder Tarifvertrag für Arbeit an Wochenfeiertagen ein Zu - Ich l a g vorgesehen, so ist dieser Zuschlag auch ü r d i e Arbeit am 1. M a i zu zahlen. Sind ür die Wochenfeiertage Zuschläge in verschiedener Höhe vorgesehen, so ist der für ben Neu- jahrstag vorgesehene Zuschlag zu zahlen. Kammerwahlen in den Niederlanden. Amsterdan, 26. April. (CND. Eigene Meldung.) Die Neuwahlen zu der am 15. Februar d. 3. aufgelösten Zweiten Kammer fanden heute unter reger Beteiligung statt. Die Zweite Kammer hallte seinerzeit einem Gesetz der Regierung, das eine Tlmgestaltung der Land- und Amtsgerichte aus Ersparnisgründen vorsah, die Zustimmung versagt und war deshalb von Die stummen Gäste von Zweilinden Roman von Anny vonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold. 26 Fortsetzung. Nachdruck verbotenl Bestürzt brachte Konrad von Zweilinden ein Glas Wasser, und Frau Bettina trank in langen, gierigen Zügen, wie eine völlig Erschöpfte. Er sagte leise und besorgt: „Ich bitte dich, Mutter, wenn es dir irgend möglich ist, bann sprich. Ich mache mir Vorwürfe, dich zu sehr erschreckt zu haben, aber glaube mir, ich hoffte, dich angenehm zu über- 1 raschen mit der Neuigkeit, daß Angela doch in jeder Weise würdig ist, Frau von Zweilinden zu werden. Ich begreife nicht, warum du darüber so die Fassung verloren hast." Frau Bettina riß sich gewaltsam aus der Erstarrung, in die sie die Nachtricht versetzt, und sie fragte mit Nachdruck: „Erinnerst du dich noch an den Tag meiner silbernen Hochzeit?" Sie unterbrach sich- „Aber, wie könntest du ihn vergessen, dein Vater starb ja an dem Tage. Und nun denke einmal an bas, was bu an bem Tage, vormittags, dem Vater unb mir schenktest. Weißt bu es noch? Es war kein Buch unb kein Schmuckstück, es war nur ein Versprechen. Wie schwer es wog, darüber mochtest du dir wohl damals kaum klar gewesen sein. Damals habe ich über das Versprechen gelächelt und wie dein Vater gefunden, bu machtest dir bas Schenken reichlich bequem, heute aber scheint mir bas merkwürbige Geschenk wertvoller als alle Geschenke zu sein, bie Vater unb ich zur Silberhochzeit erhielten. Denn heute brauche ich es, heute ist ber Tag ba, wo ich es dir wie einen Scheck vor- lege unb bestimmt erwarte, baß bu es sofort einlösen wirst." Konrab von Zweilinben wich einen Schritt zurück, unb seine Stimme gehorchte ihm kaum, als er sagte: ?2ch versprach bem Vater unb bir barnals, wenn ich eines Tages baran benken würbe, mich zu verheiraten unb bem Vater ober bir gefiele bas Mäd- chen nicht, bas ich mir ausgesucht, bann hättet ihr das Recht, einen Verzicht von mir zu fordern. Ich erinnere mich ganz genau an den Inhalt meines Versprechens, bäs ich euch schenkte, weil ich beim besten Willen kein Geschenk für euch fanb, unb 'ch euch nichts schenken wollte, was euch alle West schenkte." Er atmete hörbar. „Unb an bas Der- sprechen, bas bu selbst barnals so wenig ernst genommen hast wie ber Vater, mahnst bu mich jetzt, wo ich als ber glückseligste Mensch auf Erben zu bir gekommen bin, um dir von Angela unb meiner großen Liebe zu ihr zu reben. Unb von meiner Freude, weil Angela in jeber Weise bie passenbe Frau für mich ist Mutter, stört es dich so sehr, baß Angela nur eine Blumenmacherin ist, nur eine Blumenoerkäuferin, unb baß sie bisher gelebt wie Wie Polen das Deuischiuni in Ost-Oberschlesien drangsaliert. Die Verhältnisse in Dst-Dberschlesien spitzen sich immer mehr zu. Die deutsche Bevölkerung lebt wieder unter dem schärfsten polnischen Druck wie in den Tagen der Wahlen zum polnischen Sejm. In den Städten werden in allen Straßenecken aufreizende Plakate gegen das Deutschtum angebracht. In den Plakaten wird die polnische Bevölkerung aufgefordert, sogar den Gebrauch der deutschen Svrache innerhalb der Familien zu verfolgen. In Königshütte fand am Sonntag eine große polnische Kundgebung statt. An ber Kund- gebung nahmen auch Vertreter ber Staats- unb Kommunalbehörden, so ber Lanbrat, ber erste Bürgermeister, ber Polizeibirektor unb anbere polnische Persönlichkeiten teil. Die Rebner hetzten in ber blutrünstigsten Weise gegen Deutschland. Es wurden unglaubliche Behauptungen aufgestellt. So wußte man von angeblichen Meuchelmorden zu berichten, die in Deutschland an Angehörigen der polnischen Minderheit verübt worden fein sollen. Der Nationalsozialismus wurde als eine hysterische Attacke der Deutschen gegen die polnische Grenze dargestellt, gegen bie sich bas ganze polnische Volk roenben würbe. Es blieb nicht bei biesen Kundgebungen. In Lublinitz wurde nach einer ähnlichen Demonstration der Geschäftsführer des Deutschen Volksbundes überfallen und mißhandelt. Einem deutschen Abgeordneten wurden in Hohenlohe-Hütte die Fenster eingeschlagen. Der Deutsche Dolksbund zur Wahrung der Minberheiten-Rechte hat sich, nachdem die offiziellen Schritte des deutschen Gesandten in Warschau und des deutschen Generalkonsuls in Kattowih erfolglos gewesen sind, direkt mit dem Wojewoden von Kattowih in Verbindung gesetzt, um ihn aufzufordern, Maßnahmen zu treffen, die verhindern können, daß Oberschlesien erneut 5um Schauplatz blutiger Ereignisse werd«. Die Vertreter des Deutschen Dolksbundes, Tllih und Dr. Pant, protestierten gegen die Sprache des Alarm-Aufrufs der Aufständischen und gegen die bereits begangenen Ausschreitungen, durch die die Lage außerordentlich verschärft worden sei. Der Woiewode, es ist immer >>oey jener berüchtigte Dr. Grazynski, dessen Abberufung der Völkerbund seinerzeit ben Warschauer Behörden nabegelegt hatte, erklärte nur, daß er die Sicherheitsmaßnahmen noch verschärft habe und entschlossen sei, die Ordnung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Was Dr. Grazynski unter Aufrechterhaltung der Ordnung versteht, ist ja aus den Tagen des polnischen Wahlkampfes bekannt. Der Präsident der gemischten Kommission, der Schweizer Bundesrat Cal and er, verfolgt die Entwicklung der Verhältnisse in Oberschlesien mit Aufmerksamkeit. Er hat Vertretern der deutschen Minderheit in Kattowitz erklärt, entschlossen zu fein, alle ihm zu Gebote stehenden Möglichkeiten zum Schutze der deutschen Bevölkerung auszuschöpfen. Diese Erklärung befriedigt die deutsche Minderheit nicht, sie verlangt, daß der Präsident der gemischten Kommission seine ganze Autorität einsetzt, um drohende Zwischenfälle zu verhindern und sich nicht darauf beschränkt, abzuwarten, bis erst die Beschwerdefälle an ihn herantreten. bem Ministerpräsidenten Ruhs b e D« eren- brouk aufgelöst worben. Es werben insgesamt 100 Abgeordnete gewählt. Sn ben Nieberlanben besteht Wahlpflicht. Seber Arbeitgeber muß seinen Angestellten mindestens eine Stunde für die Abstimmung freigeben. Aus Grund des vorläufigen Gesamtergebnisses der Wahlen zur Zweiten Kammer verteilen sich bie 100 Abgeordnetensitze auf bie einzelnen Parteien wie folgt: Römisch-katholische Staatspartei 28 (1929: 30), Antirevolutionäre Partei 14 (12), Christlich-Historisch« Partei 10 (11), Sozialdemokraten 22 (24), Liberale 7 (8), Demokraten 6 (7), Kommunisten 4 (2), Reformierte Staatspartei 3 (3), Protestantische Reformpartei 1 (1), Rationaler Bauernbund 1 (1), Verband für den nationalen Wiederaufbau 1 (0), Römisch-katholische Volkspartei 1 (0), Christlich-Demokratische Partei 1 (0), und Revolutionäre Sozialisten 1 (0). Von den 53 Parteien unb politischen Gruppieren haben es also nur 14 zu Mandaten gebracht. Aus oder Wett. Einweihung der neuen Brücke zwischen Mestre und Venedig. .Am Festtage des heiligen Markus, des Schutz- Patrons van Venedig, wurde die kolossale Brücke über bie Lagunen, die Mestre mit Venedig verbindet und der Trennung der Stadt vom Festlande eine Ende bereitet, ihrer Bestimmung übergeben. Die neue Straße hat eine Länge von 10 Kilometer. Sie besteht aus 228 Bögen über ben. Lagunen, einer großen Brücke über den Marghera- Kanal, zwei je 24 Meter breiten Gewölben über den Canale Grande, drei Eisenbahnoiadukten, einer Brücke über den Scovezera-Kanal, einem Platz von 40 000 Quadratmeter, einer Garage für 1800 Kraftwagen und einem Netz von Nebenstraßen, die eine Gesamtlänge von 8 Kilometer haben. Die Brücke kostete 40 Millionen Lire und ist aus istrianischen Steinen erbaut. Weitere 40 Millionen Lire find für dazu gehörigen Bauten verwandt worden. Vor dem Platz, wo die Brücke endet, beginnt ein neuer Wasserweg, der Rio Nuovo, der die Entfernung zwischen dem Canale Grande und dem San Marco-Platz abkürzt. Die feierliche Einweihung fand in Anwesenheit des Prinzen und der Prinzessin von Piemont statt, denen die Bevölkerung begeisterte Kundgebungen bereitete. Ein drittes Todesopfer der Granatenexplafion von Rösberg. Sn einem Walde bei Rösberg in ber Nähe von Bonn waren, wie bereits gemeldet, zwei spielende Kinder durch Explosion einer anscheinend aus dem Kriege zurückgebliebenen Granate getötet und zwei lebensgefährlich verletzt worden. Das eine der beiden schwerverletzten Kinder ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen, das andere schwebt noch in Lebensgefahr. Ferner erlitten noch mehrere Kinder bösartige Splitterverletzungen. Die Erdstöße in der Türkei dauern an. Begleitet von schweren Unwettern setzten sich, wje aus Angora gemeldet wird, in den Distrikten Dadya und Rechadiye die E r d st ö ß e weiter fort. Im Laufe der vergangenen Nächte wurden 140 Häuser durch das Erdbeben vernichtet. Die Stieftochter aus Unvorsichtigkeit erschossen. Sn der Zeughausstrahe in Kassel wurde die 17jährige Herta Butte durch einen Bauchschuß tödlich verletzt. Shr Stiefvater hatte eine Pistole, von ber er irrtümlicherweise annahm, bah sich im Ladestreifen keine Patrone befand, beim Reinigen des Laufes abgedrückt. Dabei war die Stieftochter von ihm unbemerkt in die Schußlinie geraten und von der Kugel in ben Leib getroffen worden. Das Mädchen starb nach kurzer Zeit. Deutscher Farbenring. Dom 3. bis 5. Suni (Pfingsten) findet in Goslar am Harz die 2. Dundestagung des Deutschen Farbenringes, Bund der farbentragenden Korporationen, statt. Als einziger Verband, welcher nur H. T. L-Korpora- tionen aller technischen Fachrichtungen umfaßt, ladet der D. F. R. alle Sntereffenten zu dieser Tagung ein. Politisches Attentat in Sofia. — Ein Woiwode erschossen. Vor dem Renaissance-Theater in Sofia wurde ein mazedonisches Attentat verübt. Der den Michailowisten angehörende ehemalige Wojwode Paraspunow wurde von drei Burschen, davon einer mit Studentenmühe, übersatten unb durch drei Schüsse getötet. Von den Mördern, die nach der Tat flüchteten, konnten zwei gefaßt werden. Bei ihrem ersten Verhör gaben sie an, daß sie der mazedonischen Gruppe Proto g e r o w angehören und die Bluttat auf Befehl ihres Revolutionskomitees verübt hätten. Der neue mazedonische Mord zeigt, daß die seit einiger Zeit von bulgarischer Seite unternommenen Vermittlungsschritte zwischen den beiden sich bekämpfenden mazedonischen Fronten gescheitert und der gegenseitige Vernichtungskrieg neu aufgelebt ist. Schwere Explosion in einem Braunkohlenkraftwerk. Ein Toter, zehn verletzte. Sm Braunkohlenkraftwerk Deutzen in Dorna bei Leipzig ereignete sich eine schwere Explosion. Bier Arbeiter erlitten schwere unb sieben leichtere Verletzungen. Don ben Schwerverletzten ist einer gestorben. vier Todesopfer eines Gasunglück» in Plauen. Ein schweres Gasunglück, dem vier Personen zum Opfer gefallen sind, hat sich in Plauen ereignet. Man fanb bort ben 35jährigen Kraftwagenführer Alfred Blüh er vor seiner Wohnung in nahezu bewußtlosem Zustand« auf. Sn der Wohnung lagen die 33 Sahre alte Ehefrau Blühers unb seine drei Kinder im Alter von 8, 7 und 1 Sahr t o t in den Betten. Dis Mutter hatte für das kleinste Kind Milch auf dem Gaskocher gewärmt, bann aber infolge eines Dersehens den Zuleitungshahn nicht toieber völlig geschlossen, so daß das "Gas ungehindert aus- ftromen konnte, nachdem sich die Famttie zur Ruhe begeben hatte. Der Ehemann erwachte durch ben Gasgeruch und konnte, schon halb bewußtlos, um Hilfe rufen. Wettervoraussage. Während es in West- und Süddeutschland bereits zu Niederschlägen gekommen ist und im Süden die Niederschlagstätigkeit noch onhätt, hat sich bei uns das trockene Wetter erhalten. Die stabilen Verhüll- nisse in Luftzufuhr und Druckoerteilung scheinen auch zunächst bei uns den Witterungscharakter nicht wesentlich zu ändern, wenn auch Bewölkung auftritt und vereinzelt Möglichkeit zu etwas Niederschlag besteht. Aussichten für Freitag: Stellenweise dunstig ober neblig-wolkig, sonst aufheiternd, trocken, warm. Aussichten für Samstag: Fortdauer der herrschenden Wellerlage. Lufttemperaturen am 26. April: mittags 14,6 Gr. Celsius, abends 9,9 Grad: am 27. April: morgens 4,9 Grad. Maximum 15 Grad, Minimum 1,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. April: abends 14,3 Grad: am 27. April: morgens 8,9 Grad Celsius. ein richtiges Kind des Volkes? Kann so etwas meine Muller stören?" „Ich bitte dich um das Einhalten deines freiwilligen Versprechens, Konrad, ich habe Gründe, dich darum zu bitten, und bin sicher, du weigerst dich nicht, denn ich weiß, ein Zweilinden bricht tein Versprechen." Konrad erwiderte ohne Besinnen: „Nein, ein Zweilinden bricht kein Versprechen, aber weh tut es mir doch über alle Maßen, Mutter, daß du mich an das Geschenk erinnert hast. Es kann für dich keinen anderen Grund geben als ben, bu willst dich nicht mit bem Gebauten befreunden, daß ich ein Mädchen heirate, das bis jetzt in ärmlichen Verhältnissen gelebt hat." Er setzte bitter hinzu: „Ich glaubte stets, mein Lebensglück wäre bir bas Wichtigste auf Erben. Du hast es mir oft versichert, unb aus all ber Besorgnis unb Liebe, bie bu mir immer bewiesen, meinte ich es überzeugen!) zu spüren. Deine Mutterliebe tritt jetzt nur beshalb weit zurück, weil es bich stört, eine kleine Blumenvertäuferin als Schwiegertochter anzuerkennen", ermiberte Konrab. Frau Bettina hatte schweigen wollen, sie hatte vor bem Sohne nicht bie Vergangenheit erst herauszerren wollen aus bem Dunkel, um ihm zu beweisen, warum Angela Speerau nicht seine Frau werben burfte. Aber nun zweifelte er ihre Mutterliebe an. Das tat weh. An biefer Stelle war sie empfindlich. Sie sah ihn traurig an. „Gab ich bir jemals Grund, mich so gering einzuschätzen, Konrad, wie bu es eben getan? Aber ich kann wohl nicht von dir verlangen, bu sollst ein Versprechen halten unb dich blinb fügen. Das Mäbchen ist betörenb schön, unb vielleicht ist es auch ut unb sogar in Wahrheit ein Engel. Angela heißt ja Engel. Aber trotz allem, selbst wenn ich einsähe, sie würbe bich glücklich machen, bleibe ich babei: Erfülle jetzt bein Versprechen! Aber ich werbe bir bie Gründe zu meinem Verlangen nennen, damit du nicht weiter so gering von deiner Muller denkst." Konrad wehrte ab. „Nein, Mutter, ich will nichts wissen, verzeih, wenn bich meine Worte kränkten, aber ich bin überzeugt, bu mußt wirklich überaus gewichtige Grünbe zu beiner Forberung haben. Sonst hättest bu bich auch anbers verhalten." Frau Bettina schüttelle ben Kopf. „Es freut mich, daß bu bas von mir glaubst, aber nun wir einmal so weit finb, ist es besser, bu erfährst alles. Du würdest den Gedanken ja doch nicht loswerben, warum ich so hanble." Sie lächelte flüchtig. „Wohl sah ich Schwierigkeiten, als ich merkte, bu hattest bein Herz an bie Blumenoerkäuferin verloren, aber ba störte es mich wirklich nur, daß biese Angela einer so völlig anberen Lebenssphäre entstammte als du. Ich fürchtete, sie könnte kaum lesen unb schreiben, unb fürchtete weiter, bu müßtest später darunter leiden, wenn man vielleicht im ganzen Kreise Witze reißen würde, wie einfältig bie junge Frau von Zweilinden wäre. Nun ber Grunb fortfällt, mochte 'ch gern, o wie gern sagen: Heirate bas Mäbchen, werde glücklich mit ihr: aber ich darf es nicht tun. Jetzt wäre es mir fast lieber, sie könnte nicht einmal ihren Namen schreiben, wenn dieser Name nur ein anderer wäre." Ihre Augen blitzten: „Der Name Speerau ist für mich ber oerachtungswürbigste, ben es gibt auf bem großen, weiten Erbenrund, unb biefes Mädchen, bas ihn trägt, barf niemals Zweilinben betreten." „Mutter, bas klingt alles so seltsam, so befrem- benb!" rief Konrad und blickte die blasse Frau bittend an. „Sprich deutlicher, sage mir rasch, was hängt an bem Namen? Mir kam er bekannt vor, aber ich legte keinen besonderen Wert weiter barauf." „Setze bich erst, Konrad", bat Frau Bettina, unb als er ihr gegenüber Platz genommen, begann sie: „D . warst noch gar nicht auf ber Well, unb ich hieß noch Bettina Claudius, als Wulf Speerau ber Schloßherr auf Wiesental war, auf unserem Nachbargut, bas seitbem schon burch mehrere Hände ging." Konrab nickte. „Natürlich, jetzt weiß ich, woher ich ben Namen Speerau kenne. Manchmal, aber ganz selten, klang er noch in unserer Gegenb auf." Frau Bettina fuhr fort: „Graf Speerau ver- schwanb schon aus Wiesental, ehe ich beines Vaters Frau mürbe. Die Schulben trieben ihn fort, aber auch bie Schaube, er war ein Boykottierter, ein von ber Nachbarschaft völlig Gemiebener, unb boch — ehe es erst soweit kam war er ber Mann gewesen, dem mein Herz gehörte, in bem ich ben zukünftigen Gatten sah." Konrad machte eine nervöse Handbewegung. „Dann warst du also mit dem Grafen Speerau verlobt?" „Nur heimlich verlobt. Ehe die Verlobung offiziell werden konnte, hörte er, ich fei nicht bie Erbin von Zweilinben, wie er geglaubt, unb bas kühlte seine kurz zuvor noch so heiße Liebe ab. Allerdings erbte ich Zweilinden bann boch, unb über ihm brach alles zusammen." Sie erzählte genau alles, was einmal geschehen, was ihr viel Leid und Sorge bereitet, und was sich bann boch noch so gut für sie gelöst. Sie erzählte auch, baß sein Vater Wulf Speerau mit ber Peitsche bie Straße hinaufgejagt unb ihm bann eine Genugtuung verweigert, weil man sich mit einem Ehrlosen nicht buelliert. Konrad hörte alles und dachte babei an ben schmalen, großen Mann mit bem beinahe weißen Haar über bem verfallenen Gesicht. Er begriff jetzt, warum Wulf Speerau so zurückhaltend gewesen, nachdem er erfahren, man stammte aus derselben Gegend Deutschlands. Aber er verstand jetzt auch seine Mutter. Nicht aus kleinlichen Gründen hatte sie ihn an sein Ver- sprechen erinnert. Und als sie zu Ende war mit ihrer Erzählung, reichte er ihr die Hand. „Verzeihe mir, Mutter, weil ich schuldig bin, daß ■bu nun alle bie bösen Erinnerungen herauskramen mußtest; aber ich bezweifle jetzt wenigstens nicht mehr deine Liebe zu mir. Ich sehe ein, ich darf es I dir nicht zumuten, Angela in Zweilinben willkommen zu heißen- es wäre zuviel von bir verlangt. Und dieser Vater würde geradezu eine Katastrophe bedeuten. Er könnte boch niemals nach Zweilinben kommen. Angela aber würbe sich kaum für immer von ihm trennen wollen, unb es wäre herzlos, ihr die Wahrheit über ihren Vater zu enthüllen." Er sprang auf, lief mit allen Anzeichen heftiger innerer Erregung auf unb ab über bie teppich- belegten Steinplatten. Frau Bettina tat es bitter leib, baß sie dem geliebten Sohn nicht helfen konnte, daß er seiner Liebe entsagen mußte. Sie beobachtete ihn unb dachte bekümmert, sie hätte jetzt wer weiß was dafür gegeben, wenn sie anders handeln dürfte. Konrad machte vor der Mutter hall. „Wir wollen es bei der Abreise morgen lassen. Ich werde Angela ein paar Zeilen schreiben, damit ist bann ber kurze Traum enbgültig zu Enbe." Frau Bettina streichelte seine Rechte. „Geh nur, lieber Konrab, geh, ich will bermeil ein wenig einpacken", gab feine Mutter zurück. Aber sie packte nicht, sie hatte wieder an der offenen Balkontür Platz genommen unb sann ohne Unterlaß darüber nach, warum bas Schicksal bie beiben jungen Menschen zusammengeführt, um sie gleich barauf wieber für immer zu trennen. Konrad von Zweilinden aber setzte sich in seinem Zimmer an den Schreibtisch und grübelte, was sollte er Angela schreiben, da er ihr, um sie zu schonen, die Wahrheit nicht erklären durfte. Ihm fiel ein, sie halle von ihm gefordert, wenn seine Mutter Schwierigkeiten machen würde und ihr der Gedanke vielleicht nicht angenehm wäre, sie als seine Frau zu sehen, bann sollte er es nicht auf Kämpfe ankommen lassen, fonbern sich fügen. Diesen Grund mußte er anführen. Er schrieb, und seine Rechte bebte babei ein wenig: „Meine über alles geliebte Angela! Leiber ist meine Muller gegen unsere Ehe unb ich füge mich, weil Du es so wolltest. Ich werbe Dich niemals vergessen unb wünsche Dir recht viel Glück für Dein ferneres Leben. Lebe wohl. Du mein schönes Lieb! Dein Konrad von Zweilinden." Er adressierte den Brief an „Senorita Angela Esperao" und fuhr mit der Untergrundbahn bis zur Station Borbeta. Von bort aus ging er nach dem Stadtviertel Coll Blanch bis in die Nähe des Häuschens, in bem er erst ein einziges Mal gewesen war, besten Lage er sich aber gut gemerkt hatte. Hier gab er einem urnherlungernben Jungen ben Brief, zeigte dann auf das deine, windschiefe Haus. Der Junge las bie Adresse und begriff, was ber Fremde von ihm wollte. Für alle Fälle fragte er noch: „Esta carta es para la senorita Angela Esperao verdad?“ unb Konrad Zweilinden nickte als Antwort auf die Frage, die auf Deutsch hieß: „Dieser Brief ist für Fräulein Angela Esperao, nicht wahr?" (Fortsetzung folgt), ttr.98 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Donnerstag, 27. April (Y3Z Oie Entscheidung zwischen Krieg und Frieden. Oie Kriegsmaschinen -er Kleinen Entente. Don unserem Berichterstatter Or. Hans Schrott lDachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Belgrad, im April 1933. Der Heine Verband wollte niemals abrüsten, fürchtete aber immer, dazu gezwungen zu werden. Er sah die Friedensdiktate und seine ganze natürlich vom südöstlichen Standpunkte aus hocherfreuliche Vormachtstellung schwer bedroht. Dabei war er aber nicht nur gegen Deutschland, Italien und England in der Klemme, sondern auch gegenüber der eigenen Bevölkerung, deren überwiegender Teil den Frieden wünschte und die Abrüstung sorderte. Er war daher von Anfang an bedacht, die Mittelmächte als grundsätzliche A n g r e i s e r hinzuslellen und griff dabei zu den unglaublichsten Winkelzügen. Schauermären von den deutschen ..Geheimrüstungen", gegen die keine Gegenrüstung stark genug sein könnte, gingen monatelang durch die Presse. Schreckliche Kriegs- Pakte zwischen Berlin und Moskau sollten den frommen Bürger bis in den Grund seiner Seele erschüttern. Ueberhaupt war die Plumpheit des Schwindels ein besonderes Merkmal der Werbetätigkeit des Kleinen Verbandes gegen die Abrüstung. Auch als man daran ging, eine wahre Kriegs- psychose zu schaffen und die Bevölkerung mit möglichster Kriegssurcht zu erfüllen, bediente man sich der gröbsten Kniffe. Die ganze Aktion wurde offensichtlich vom französischen Generalstabe organisiert, denn die Parallele der Mahnahmen mit Frankreich ist ossenkundig- Wie in Paris ging man u. a. auch in den Hauptstädten der Kleinen Entente daran, die Keller abzumessen. Amtliche Kommissionen erschienen plötzlich mit Zollstäben und Meterbändern in den Häusern und waren wichtigtuerisch und mit größter Hast am Werke, al- stände schon morgen ein Luftbombardement bevor und als mühte man in höchster Eile ausrechnen, wie vielen friedliebenden Bürgern man vor dem Feinde Schuh in den Kellern gewähren könne. Die Hausbesorger sahen mit gesträubten Haaren dem Wirrwarr der Kommissionen zu und stürzten dann auf die Strafte: Krieg! Wie ein Lauffeuer flog das Wort von Wund zu Munde. Eine nervöse Schreckverwirrung entstand in allen Orten. Die Ausländer wurden zehn- und zwanzigmal im Tage mit der bangen Frage bestürmt: Gibt es wirklich Krieg? Die große Masse war selsenfest überzeugt, daß es „im Frühling los- gche" Die Urheber der Verwirrung rieben sich vergnügt die Hände, denn jetzt hatten sie die Völler für die Abrüstungsverhandlungen „präpariert". Jedermann mußte nun verstehen, daß die Kleine Entente angesichts der furchtbaren Gefahren keinen Mann und kein Geschütz opfern könnte. Doch w'.e verhalten sich die Dinge wirllich? Den Deutschen muß es mit Empörung und bitterer Ironie erfüllen, wenn er die Fahlen Der- gleicht, die die militärische Stärke der enttoaff- neten Staaten und der südosteuropäischen Mächte bestimmen. Die gesamten Cffektivbestände der Tschechoslowakei im Frieden betragen 131 000 Mann, die Südslawiens 185 000 und die Rumäniens 259 000 Mann. Dagegen haben Oesterreich. Ungarn und Bulgarien — wir wollen Deutschland aus dem Spiele lassen, weil wir auch Frankreich und Polen nicht erwähnen — nur e n Heer von 30 000, 35 000 bzw. 20 000. Dabei ist zu erwähnen, daß Oesterreich. Ungarn und Bulgarien miteinander nicht verbündet sind, wie die Staaten der Kleinen Entente, und daß sie auch keine militärischen Geheimverträge besitzen wie diese. Es stehen also im Frieden 575 000 Menschen gegen 85 000! Aber dieses außerordentliche Mißverhältnis bildet nicht einmal den wichtigsten Unterschied. Die Üe6erlcgenftcit der Kriegsmaschinen, über die die Kleine Entente verfügt, ist noch unvergleichlich größer, als die lleberlegcn- heit des Mannschaftsstandes. Wie Deutschland dürfen auch die anderen entwaffneten Staaten kein einziges Bombenflugzeug, kein schweres Geschütz und keinen einzigen Tank besitzen. Die Tschechoslowakei hat aber heute schon 2500 Geschütze aller Kaliber bis zu den schwersten Mörsern, Südslawien besitzt davon 2700 und Rumänien 2300. Die wenigen Batterien leichter Feldgeschütze, die den entwasfneten Staaten erlaubt sind, kommen dagegen nicht in Betracht. Ebenso steht es mit den militärischen Flugzeugen. Die ausschlaggebende Bedeutung der Luftwaffe hat die Kleine Entente auch hier zu fieberhaften Rüstungen veranlaßt. Insgesamt verfügt sie über 1200 Luftkampfmaschinen, während Oesterreich, Ungarn und Bulgarien nicht einen einzigen Apparat besitzen. Richt anders verhält es sich mit den Tanks. Südslawien hat rund 50, die Tschccho- slowakei etwa 30 und Rumänien 40 gepanzerte und mit Geschützen gespickte Raupenwagen in allen Größen. Im Ernstfälle würde es sich natürlich nicht nur darum handeln, die oben erwähnten Machtmittel einzusehcn. Denn bisher wurden ja nur die Friedensbestände aufgezählt. Die Kleine Entente ist aber imstande, ihre Armeen sofort zu vervielfachen. weil sie über eine ungeheure Zahl Oos Geheimnis des Kascio. Don unseremBerichterstatter Or. Hans Mollier Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Rom, im April 1933. Der italienische Standpunkt zur Abrüstungsfrage ist oft und klar genug in Genf ausgesprochen worden. Italien ist bereit, weitgehend bis zu jenem Punkte abzurüsten, der auch von den anderen Großmächten angenommen wird. Italien hat selbst einen Vorschlag mit Ziffern eingebracht, Ziffern, die sich zu einem kleinen Teile auch in dem neuesten englischen Abrüstunas- plan wiedersinden. Diesem Plane Macdonalds hat es seinerseits bereits als einer geeigneten Verhandlungsgrundlage zugestimmt. Dieser äußerlichen Bereitschaft Italiens zur Abrüstung, die von niemand angezweifelt werden kann, weiter nachzugehen, ist überflüssig. Dagegen scheint es an der Zeit, einmal wenige Worte über die innere Bereitschaft zu sagen, d. h. über die Ehrlichkeit des italienischen Abrüstungswillens. Man begegnet in dieser Hinsicht vor allem in frairzösisch beeinflußten und inVöl- kerbundslreisen allerhand Zweifeln, die natürlich aus einer deutlichen Tendenz heraus ausgesprochen werden. Der Faschismus ist nicht pazifistisch im landläufigen Sinne und kann es auch nicht fein. Er erzieht seine Iugend nur in einem Gedanken, nämlich dem daß man dem Vaterlande dienen und ihm das letzte, das Leben zu opfern, bereit sein muh. Eine solche Erziehung der Hingabe an die Gesamtheit bis zum Aeußer- sten muß immer zugleich auch ausgesprochene Wehrerziehung fein, wenn sie nicht eine leere Phrase bleiben will. Zwischen ihr und der Kriegshetze besteht jedoch ein Abgrund. Und es darf von jedem genaueren Kenner der italienischen Verhältn sse aus ehrlichster Ueberzeugung erklärt werden, daß der Geist, der heute durch Italien geht, keinkriegsheherischerist. Die Worte Mussolinis bei der Einweihung der Stadt Litkoria, als er auf die weite, dem Sumpf in zähem Ringen entrissene Fläche mit den neuerbauten Kolonistenhäusern hinausblickte, sind nicht nur seine tiefste Ueberzeugung gewesen, sondern auch der wirkliche Geist des Faschismus: „Dies ist der Kampf, den wir bevorzugen!" Was unter großen Opfern und in unablässiger, harter Arbeit errungen und geschaffen worden ist, das zu verteidigen wird das faschistische Italien und die faschistische Iugend immer bereit sein. Der Wehrgcist wird sogar in Zukunft noch erstarken. Wer aber in dieser Betonung der völligen Hingabe an das Vaterland etwa einen Gegensatz zur ausgebildeter Menschenreserven und das entspre- chenbe Kriegsmaterial verfügt. Die entwaffneten Staaten mußten die allgemeine Wehrpflicht schon vor 14 Jahren abschaffen, so daß sie über ihre kärglichen Friedensbestände hinaus niemanden haben, den sie ins Feld senden könnten. Eie verfügen auch über keine Waffenreserven, die sie allfälligen Freiwilligen in die Hand drücken könnten, damit diese nicht mit Holzprügeln gegen die ehernen Kriegsmaschinen der Feinde vorgehen müßten. Oesterreich, Ungarn unb Bulgar en zusammen verfügen im Stieben ebenso wie im Konfliktsfalle nur über 85 00) Gewehre! Die Kleine Entente dagegen kann in den ersten Mobilifierungstagen 2 890 000 Gewehre aus Magazinen holen und zwar in der Tschechoslowakei 640 000. in Südslawien 1 400 000 unb in Rumänien 850 0C0!! Aber mit all bieten Gewehren, 7500 Geschützen. 1200 Bombenflugzeugen, 120 Tanks und 51 342 Maschinengewehren erklärt sie sich noch immer für bedroht. Dieser syste- matische Mangel an Wahrheitsliebe hat zweifellos viel dazu beigetragen, die moralischen Grundlagen zu erschüttern, auf denen die Zivilisation der Welt beruht. Abrüstungsbereitschaft Italiens sieht, oder wer darin eine Falschheit zu erblicken glaubt, daß die Iungfaschisten militär sch gedrillt werden, während in Genf der italienische Vertreter auf tatsächliche Verminderung der Rüstungen dringt, der zeigt nur, daß er den neuen Geist nicht begriffen hat, der eines Tages erst die Möglichkeit zur wirklichen Befriedung Europas schaffen wird. Die furchtbaren Rüstungen Frankreichs und seiner militärischen Verbündeten, durch die jeder andere nicht zur Selbstaufgabe neigende Staat ebenfalls zu schwerer Rüstung getrieben wird, sind der letzte Widerstand des alten Geistes gegen den neuen. Italien sagt ganz klar, daß es die Abrüstung vor allem dishalb wünscht, weil dadurch die Kriegs- , Möglichkeiten verringert, die Möglichkeiten, große Friedenswerte zu schaffen, aber vermehrt werden. „Unsere irrigen Meinungen sind gründlich geändert!'" D a d - R a u h e i m, 26. April. (WSR.) Etwa 20 Aerzte ausEngland, wovon die meisten ihre Praxis in London ausüben, wellten in den letzten Tagen in einer Reihe westdeutscher Städte. Ihr Besuch galt insbesondere den Badeorten Dad-Rauheim und Bad Ems. Ueberein- stimmend erklärten diese Herren, daß sie von der Besichtigung der deutschen Kureinrichtungen sehr befriedigt seien. Besonders lobenswert fanden sie angesichts mancher Vorurtelle, mit denen sie nach Deutschland gekommen waren, die Haltung der Bevölkerung in allen Orten, die sie kennen lernten. Sie waren überrascht von der allgemeinen Friedlichkeit und der Freundlichkeit, die ihnen überall begegneten. „Unsere irrigen Meinungen", hörte man allgemein mit Ueberzeugung sest- stcllen, „sind durch die Anschauung der tatsächlichen Verhältnisse gründlich geändert worden." Ein früherer Frankfurter Polizeipräsident in Hast. W2N. Frankfurt a. M., 26. April. In der B e st e ch u n g s a f f ä r e des Zentraloerbandes Deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens, in der sich bereits Kriminalrat M ü h r d e l und Rechtsanwalt Dr. Marx in Untersuchungshaft befinden, ist heute der ehemalige Polizeipräsident Steinberg in Frankfurt a. M. in Polizeihaft genommen worden. Mens innere MriistmigsbereiWast. Oer Mann, her hie Arme hob. 23on Kurt Miethke. Das Auto sauste durch die Rächt. Die Scheinwerfer rissen einen leuchtenden Streifen in das Dunkel. Plötzlich schrak Dagmar zusammen. Witten auf der Landstraße stand ein Wann, der die Arme hochhob. Die Bremsen knirschten. Dicht vor dem Unbekannten hielt Dagmar. .Was wollen Sie?" fragte sie den Wann. Er trug einen zerfetzten Anzug, fein Gesicht war bleich .Rehmen Sie mich mit“, bat er, .retten Sie mich. Ich bin gehetzt." Dagmar überlegte kurz, dann sagte sie: .Steigen Sie ein." Er lieft sich neben ihr nieder und als wieder das Surren des Motors ertönte, fragte sie: .Haben Sie etwas verbrochen?" .Fragen Sie nicht", bat et. .Jedenfalls schwöre ich Ihnen, daß ich unschuldig bin. Ich bin gejagt, gehetzt, gepeinigt. Wenn Sie mir jetzt nicht Helsen — bann kann mir niemand mehr helfen." Dagmar schwieg. Von Zeit zu Zeit warf sie einen schnellen Blick auf den seltsamen Reisegefährten. Und im Grunde ihres Herzens freute sie sich: denn dies war endlich einmal ein Abenteuer. Sie fuhren durch schlafende Dörfer, in denen manchmal ein Hund, geweckt vom Lärm des Motors, wild aufbellte. Und langsam näherten sie sich der großen Stadt. Als sie die erste Tankstelle passiert hatten, bat er: „Lassen Sie mich jetzt aussteigen." Sie hielt und er Heiterte aus dem Wagen. „Vielen Dank", nickte er ihr zu. „Sie wissen nicht, was Sie für mich getan haben. Ich kann jetzt wieder hoffen." Ein seltsames Lächeln spielte um seinen Mund, dann war er plötzlich im Dunkel verschwunden. Dagmar fuhr erregt nach Hause. Als sie den Wagen in der Garage untergebracht hatte, merkte sie, daß einer ihrer Handschuhe fehlte... Am nächsten Vormittag ließ sich ein Herr Wagner bei ihr anmelden. Sie drehte erstaunt die Visitenkarte in der Hand herum, zuckte mit den Achseln und ließ bitten. Als der Besucher das Zimmer betrat, fuhr sie mit einem Schrei hoch. Dor ihr stand niemand anders als der seltsame Passagier vom vergangenen Abend. Er trug einen tadellosen eleganten Anzug, einen riesigen Rosenstrauß in der Hand und machte eine Verbeugung. „Guten Morgen, gnädiges Fräulein", sagte er. Sie starrte ihn mit ausgerissenen Augen an. „Wollen Sie mir nicht erklären?", fragte sie. „Aber gern“, war seine Antwort. „Ich komme, um mich zu entschuldigen. Erstens, well ich Ihnen ihren Handschuh gestohlen habe ..." „Wie? Sie waren das?“ „Ratürlich. Ich muhte doch einen Grund haben, Sie wiederzusehen. Und zweitens bitte ich Sie um Entschuldigung, daß ich Sie gestern abend so — irregesührt habe." „Sie meinen wohl belogen?“ „Durchaus nicht. Ich habe die volle Wahrheit gesprochen.“ „Wie? Sie sind also doch ein Mörder?" „Ich habe nie behauptet, daß ich ein Mörder bin. Ich habe nur gesagt, ich sei gejagt, gehetzt, gepeinigt." „Von wem?" „Fragen Sie lieber von was. 3a, ich bin gehetzt von meinet Liebe zu Ihnen, gepeinigt von der Aussichtslosigkeit meiner Leiden'chast gewesen. Seit vielen Monaten verfolge ich Sie, seit vielen Monaten versuchte ich. Sie kennenzulernen. Rie gelang es mir. Da beschloß ich. eine verzweifelte Sache zu tun. Ich wußte, daß Sie am gestrigen Abend auf jener Landstrafte entlang fahren würden und danach richtete ich meinen Plan ein. Ich zog alte Kleider an, lieft mich hinausbringen und hielt Eie auf. Erzählte Ihnen wahrheitsgemäß, daß nur Sie selbst mich noch retten könnten, stahl den Handschuh, und nun bin ich hier, um Ihnen meine Entschuldigung, besagten Handschuh und diesen Rosenstrauft zu Füßen zu legen... Dagmar ging ihm lachend entgegen und schüttelte ihm die Hand. — — Vier Wochen später. Die Verlobten sitzen zusammen im Auto und fahren durch die Rächt. Wieder kommen sie an der Stelle vorbei, an der sie sich tennengelernt haben. „Hier ist der Platz, wo du mich zum erstenmal gesehen hast", lächelt er glückselig. „Du irrst", erwidert Dagmar lachend. „Wieso?" „Ich kannte dich schon lange. Du hast ja selbst eingestanden, daß du mich seit Monaten verfolgt hattest, in Konzerten, im Theater, in Cafes. Bildest du dir wirklich ein, du wärst mir nicht auf gefallen? Bildest du dir wirllich ein, ich hätte dich an jenem Abend nicht sofort erkannt? Bildest du dir wirklich ein, ich hätte die ganzen Monate, die mit deinen fruchtlosen Bemühungen ausgefüllt waren, nicht des öfteren gedacht: Wann wird es ihm denn endlich gelingen, sich heranzupirschen?" Er wollte etwas erwidern, aber sie beschleunigte die Geschwindigkeit des Autos, das nun in rasendem Tempo die Landstraße entlangfegte, während die Scheinwerfer einen leuchtenden Streifen in das Dunkel rissen. Das Glück fuhr über das Land — mit achtzig Stundenkilometern. Märtyrer der Heilkunst. In der Leipziger „Illustrierten Zeitung" erzählt Dr. G. Z e h d e n von den Märtyrern der ärztlichen Wissenschaft. Die uralte Erfahrung, daß viele Gifte in kleinen Dosen sehr wirksame Heilmittel sind, ver- anlaftte schon im Altertum die Aerzte, diese gefährliche Heilwirkung am eigenen Körper zu ver>uchen. Da die Herrscher die Vergiftungsgefahr fürchteten, so mußten die Hofärzte Gegengifte ausprobieren und auch immer größere Mengen von Giften zu sich nehmen, um auf diese Weise die Immunisierung" zu prüfen. Der König Mithridates nutzte solche bedenklichen Versuche an andern aus, um sich selbst gegen das Gift zu feien, und das nach ihm genannte „Mithridat" war noch im 18. Jahrhundert ein berühmtes Mittel gegen Schlangengift und soll das Blut giftfest gemachter Enten enthalten haben. Da man gewisse Dinge nur am Menschen erproben konnte, so wurden Sklaven und zum Tode verur- teille Verbrecher zu unfreiwilligen „Märtyrern", in dem man ihnen nur die Wahl ließ zwischen der Hinrichtung oder der Hingabe für solche gefährliche Versuche. Da dabei die stärksten Gifte verwendet wurden, so vertauschten diese Unglücklichen meistens nur den Galgen oder das Schwert mit dem Gifttod. Auch für chirurgische Versuche nutzte man Verbrecher. So schnitt man 1731 in London einem zum Tode Verurteilten das Trommel!eil aus dem Ohr, um zu sehen, ob er dann taub würde, unb dieser verhältnismäßig leichte Eingriff rettete ihm das Leben. Ludwig XIV., der an einer Mastdarm- Fistel litt, aber sich nicht operieren lassen wollte, entschloß sich erst dazu, nachdem der Eingriff an verschiedenen Verbrechern mit bestem Erfolg ausgeführt war. Als aufgeklärtere Zeiten nicht mehr solche Verwendung des Menschenlebens gestatteten. mußten die Aerzte vieles an sich selbst erproben, und ihr opfermutiges Forschen wurde oft mit Undank gelohnt. Männer, wie der große Anatom V e s a l i u s und Michael Servet, der als erster den Blutkreislauf zwischen Lungen und Herz erkannte, fielen der Inquisition zum Opfer, weil man ihr Studium des Menschenleibes für ketzerisch hielt. In der Reuzeit hat der Kampf gegen die Infektionskrankheiten unter den Forschern mehr Opfer gefordert als Scheiterhaufen und Galgen. Aerzte, die die mit Pest und Cholera, mit Malaria oder Flecktyphus Behafteten behandelten, spielten bewußt mit ihrem Leben, um den Geheimnissen dieser rätselvollen Krankheiten auf die Spur zu kommen. Als im Laboratorium des berühmten Wiener Klinikers R o t n a g.e l gegen Ende des vorigen Jahrhunderts solche Peststudien betrieben wurden, infizierten sich zwei Angestellte mit Pestbazillen und der wagemutige Assistenzarzt Rotnagels, Dr. Hermann F. Müller, folgte ihnen in die Pestbaracke, wo er nach wenigen Tagen verstarb. Kämpfer für neue Ideen in der Medizin, wie Rotnagel oder der große Hygieniker Pettenkoser, wurden durch Anfeindungen und Schwierigkeiten, die man ihnen in den Weg stellte, in den 2>d getrieben. Befonders schwer verfolgt worden ist einer der größten Wohltäter der Menschheit, der Engländer I e n n e r, der die Pockenimpfung einführte. Als dieRönt- genstrchfen den Schleier von vielen bisher nicht zugänglichen Krankheiten hoben und sich selbst als Heillingsmittel erwiesen, da wurde dadurch eine neue lange Reihe von Märtyrern geschaffen, denn die Forscher, die sich zuerst mit den X°Strahlen beschäftigten, mußten ihren Eifer mit Verstümmelung und Siechtum bezahlen. Ebenso hat das Studium der Rarkoseformen manches Opfer gefordert, da die Aerzte die Wirkung der verschiedenen Mittel an sich selbst erprobten. Aus Der protmuialbauptflaöt An die Mütter der ABC -Schützen! Don Albrecht Witte. Am 2. Mai vertauschen wieder Tausende von Kindern das Elternhaus mit der Schulbank. Mit dem ungewohnten Schulranzen ausgestattet, gehen sie mit erwartungsvollen Augen in einen neuen Abschnitt ihres jungen Lebens. Bis an die Schulpforte, wo sie dann der Lehrer empfängt, begleitet die Mutter ihr Kind. Früher mochte manche Mutter um ihr Kind. daS sie nun der Schule und damit einer völlig neuen Umgebung anretttauen mußte, Sorge gehabt haben, wenn der Junge oder das Mädel zum erstenmal auf sich selbst gestellt wurde. Verstand • sich, denn die Schule von damals war. mit der von heute verglichen, eine ganz andere. Inzwischen wurde aber aus dem gestrengen „Herrn Lehrer" viel mehr der Freund und Kamerad der Jugend. Früher hatte das Kind nur zu antworten. wenn es gefragt wurde, heute können die Kinder über ihre eigenen Erlebnisse plaudern und den Lehrer genau so befragen wie zu Haufe Vater und Mutter. Heute ist es felbstverständlich, daß das Kind fragt und der Lehrer antwortet, während früher der Grundsatz von Frage und Antwort die Schule beherrschte. Heute wird dem kindlichen Gedankenkreis mehr Rechnung getragen als früher. Ist das nicht köstlich sür die junge Well, und ist es nicht beruhigend für eine Mutter, zu wissen, daß ihr Kind nun nicht voll Hangen und Bangen auf jede Frage des Lehrers warten und ausgerechnet immer gerade dann antworten muß. wenn es nichts zu sagen weiß? Ist es nicht für jede Mutter, die in den kommenden^ Tagen der Reuaufnahme ihres Kindes in die Schule entge- genfieftt, ein Trost, zu wissen, ihr Kind darf dem Lehrer auch einmal das kleine Herz ausschütten? Heute spricht man nicht mehr nur allein von den Pflichten des Kindes. Der Gedanke der Selbstverantwortung des Kindes, der Berücksichtigung der eigenpersönlichen kindlichen Begabungen: dies alles und so manches, was vor ein oder zwei Jahrzehnten noch heiß umstritten war, ist heute selbstverständlich geworden, und das starre System der Abrichtung von einst hat sich gelockert. Man verlangt vom sechsjährigen Kinde nicht mehr, daß es stundenlang rechtwinklig geknickt in der Bank stille sitzen müsse. Man gewährt ihm Freiheit. Man läßt die Kinder im Schulhof und Turnsaal spielen und während des Spielens lernen. Mit Reif und Ball lernen sie zählen und rechnen, mit Puppe und Spielzeug sprechen und Sähe bilden, mit ihrem persönlichen Kleinkram die Welt der Gedanken erobern. Während sie im Schulhof Fangemaus oder am Pull des Lehrers Kaufmann und Käufer spielen, beginnen sie langsam und unmerklich, die Welt der Zahl und des Wortes zu erobern, bis sie mit der Zeit in die neue, Atmosphäre der Schule so eingelebt sind, daß ihnen dieser einst so fremde Lebensraum zur neuen Helmat geworden ist. Ganz langsam. Schritt für Schritt, verlieren sich die ursprünglichen Formen des Spieles, und an ihre Stelle tritt mehr und mehr der Ernst der Arbeit, der das Spiel allmählich ablöst, ohne es jedoch ganz auszuschallen,' denn was wi die Jugend ohne Spiel und ohne Freude am l .1? Bis dieser Wandel vom Spiel zur Arbeit sich vollzogen hat, sind Wochen und Monde vergangen, und das erste Schuljahr ist abgelaufen. Dann aber find die kleinen ABC-Stützen so schulreif und schulsicher, daß sie sich in den Geist und Ton der Schule eingelebt haben u..j gar nicht mehr erwarten, daß alles Tun nur Spiel sei. So wächst heute das K:nd langsam in die Schule hinein, so löst es sich allmählich aus der muttersorglichen Hand in die etwas gestrengere des Lehrers, der genau weiß, wann und wo er dieses oder jenes Bürschlein etwas strenger fassen und wo er auch zuweilen Recht vor Gnade wallen lassen muh, während die Liebe der umhegenden Mutter mehr zur Gnade zu neigen pflegt. Die Schule ist eine Stätte der Gemeinschaft, der gegenseitigen Duldung und Anerkennung der Leistungen und Persönlichkeit. Und dieses alles lernt sich in der Schule von selbst. Es beginnt schon am ersten Sage beim Spiel im Schulhof oder Turnsaal und führt so weiter bis in die alltäglichste Kleinarbeit beim gemeinsamen Lesen, Schreiben, Rechnen, Formen und Werkeln. Oie hessischen Schulen am I.Mai. Der Hessische Minister für Kultus und Dil- dungswesen hat über die Feier der Schulen am 1. Mai folgende Bestimmungen getroffen: 3n Baschtung der Anweisung des Reichsinnenministers für die feierliche Ausgestaltung des I. Mai durch die Schulen wird hiermit an- geordnet: Da dar Schulbeginn auf den 2. Mai verlegt wurde, bemühen sich sämtliche Schulleiter, Die Schüler — soweit es durchführbar ist — durch Die Presse, Ortsschelle oder andere Möglichkeiten am Montagvormittag schulgruppenweise zu versammeln und laut Darlegung des Aufrufs des Reichsministers für Volksauf- klärung und Propaganda „An das deutsche Volk" auf die Bedeutung des Tages hinzuweisen und demgemäß zu unterrichten. Es ist sehr erwünscht, Daß anschließend durch bis dahin fertiggestellte Rundfunkeinrichtungen der Festakt im Lustgarten zu Berlin den Schülern zu Gehör gebracht wird. Der Versammlungsraum und die Schulgebäude sind der Anweisung des Hessischen Gesamtministeriums entsprechend zu schmücken. Das Deutschlandlied, weitere vaterländische Lieder und solche der nationalen Revolution geben der freudigen Stimmung des nationalen Stolzes und der wiederbelebten Volksgemeinschaft aller schassenden Volksgenossen Ausdruck. Das nationale Ehrenkleid legen Lehrer und Schüler an, soweit sie dazu berechtigt sind. Der Rahmen der Veranstaltung darf auch Erwachsene aller Berufe und Stände umfassen, und die Kundgebung darf und soll somit zu einer solchen der gesamten Einwohnerschaft werden, in deren Mittelpunkt die Jugend steht und zur Ehre der Arbeit und damit zur Achtung des deutschen Arbeitertums der Stirne und der Faust. Die Zusammenfassung mehrerer Schulgruppen ist zulässig. An den festlichen Umzügen haben sich die Schulklassen unter Führung ihrer Lehrer zu beteiligen. Hierzu nicht benötigte Lehrkräfte fugen sich ebenfalls in geschlossener Gruppe ein, sofern sie nicht mit dem Rationalsozialistischen Lehrerbund marschieren. Die Sonntagsruhe im Friseurgewerbe. Der Hessische Minister des Innern (Arbeit und Wirtschaft) hat mit Rücksicht darauf, daß der diesjährige Feiertag der nationalen Arbeit auf einen Montag fällt, auf Grund des § 105 c der Gewerbeordnung angeordnet, daß die Friseur- ge schäfte in den Gemeinden, in denen sie sonst an Sonntagen geschlossen gehalten werden müssen, in diesem Jahre ausnahmsweise am Sonntag, dem 3 0. April, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr offengehalten werden können. Besichtigung Oer Gießener Hilfspolizei. Am kommenden Samstag wird der Polizeiführer von Oberhessen, Major von der Recke aus Butzbach, die Gießener SA.-Hilfspolizei in der Zeit von 14 bis 15 Uhr auf dem Trieb besichtigen. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß das 'Polizeiamt es möglich gemacht hat, auf Grund von gestifteten Geldern und freiwilligen Beiträgen der Polizeibeamten den Mannschaften der Hilfspolizei täglich morgens Frühstück und mittags eine kräftige Suppe verabreichen zu lassen. Vorzeitige Kündigung von Mietverträgen. Roch den am 7. April erlassenen Gesetzen können Beamte, die infolge des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums ihre Bezüge ganz oder teilweise verlieren, einen Mietvertrag über Räume, die sie für sich oder ihre Familie gemietet haben, vorzeitig unter Einhaltung der gesetzlichen Frist zum ersten zulässigen Termin kündigen. Die Kündigung ist nur für den Schluß eines Kalender- vierteliahres zulässig und muß spätestens am dritten Werktag des Viertellahres erfolgen. Darauf, wie im Vertrage der Mietzins bemessen war, kommt es für das- hier vorliegende außerordentliche Kündigungsrecht nicht an. Selbstverständlich kann der Mieter, wenn im Vertrag eine kürzere Kündigungsfrist vorgesehen ist, von dem ihm günstigeren vertraglichen Kündigungsrecht Gebrauch machen. Die gleichen Grundsätze gelten auch für die Fälle, in denen die Gesetze über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft und zur Patentanwaltschaft eine vorzeitige Kündigung von Mietverhältnissen zulassen. (Lietzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 27. April. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 120 Pf. pro Pfund, Landbutter 110, Kochbutter 90, Matte 20 bis 25. Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Spargel 60 bis 90, Unter» Kohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 15, Kartoffeln 3, Aepfel 25 bis 35, Dörrobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80; Tauben 40 bis 60 Pf. das Stück, Eier, inländ., 8, Käse 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 20, Salatgurlen 50 bis 60, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30; Rettich, neue, 15 bis 25 Pf. das Bund, Radieschen 10 bis 12; Kartoffeln 2,50 Mark der Zentner. Bornotizcn. — Tageskalender für Donnerstag. Bund der Lahnfreunde: Monatsversammlung. — Damen-Altersvereinigung von 1879/1929: „Schützenhaus". Zusammenkunft. — Lichtspielhaus, Bahnhufstraße: „Wenn die Liebe Mode macht". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Schritt und Tritt". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, als 28. Vorstellung im Freitagabonnement die Erstaufführung der Operette: „Liselott" von Künneke. Die Erstaufführung fand am 19. Februar 1932 mit größtem Erfolg am Theater tm Admirals-Palast zu Berlin statt. Text von R. Keßler. Die Spielleitung liegt bei Paul W r e d e. Am Dirigentenpult Kapellmeister Fritz C u i e. Für die Einstudierung der Tanze zeichnet Ballettmeister Ewald B ä u 11 e. Als Gast wirkt in der Aufführung unser früheres Mitglied Ludwig Linkmann vom Reußischen Theater zu Gera mit, der in der Rolle des Hasenklein großen Erfolg zu verzeichnen hatte. Operettenpreise. Spieldauer von 20 bis nach 22.30 Uhr. — Für Sonntag sieht der Spielplan eine nochmalige Wiederholung des Schwankes „Hasenklein kann nichts dafür!" vor als Fremdenoorstellung zu ermäßigten Preisen. Auch in dieser Fremdenvorstellung gastiert Ludwig Link- mann als Titus Hasenklein. Anfang 19 Uhr, Ende 21.15 Uhr. * ** Keine Postzustellung a m 1. Mai. Das Reichspostministerium hat die Oberpostdirektionen ermächtigt, am 1. Mai, dem Feiertage der Nationalen Arbeit, die Postzustellung ausfallen zu lassen. ** Schwerer Unfall i n Lang-Göns. Gestern gegen 22.30 Uhr ereignete sich am Dorfein- gang in Lang-Göns ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Motorradfahrer aus Lang-Göns geriet mit [einem Kraftrad in eine Gruppe der Hitler-Jugend, die sich auf der Straße aufhielt, und fuhr dabei den etwa zwölfjährigen Sohn des Händlers Julius P l ö g e r so heftig an, daß er zu Boden stürzte und einen Schädelbruch erlitt. Nach erster ärztlicher Hilfeleistung wurde der bedauernswerte Knabe durch die hiesige Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in das Evangelische Schwesternhaus gebracht. Das Befinden des Verletzten ist leider ernst. Die Ursache des Unfalls ist noch nicht völlig geklärt. ’’ Friseur-Innung Gießen-Land. Man berichtet uns: Die Freie Friseur-Innung Gießen-Land hielt dieser Tage eine außerordentliche Versammlung im Hotä Kobel dahier ab. Die Versammlung war gut besucht. Als Gäste waren erschienen in Vertretung des kommissarischen Vo.sitzenden drrHandwerkskammer-Reben- stelle Gießen Herr S o l d a n. Die Versammlung wurde einberufen, um die durch die politischen Verhältnisse geschaffene Umstellung auch in der Friseur-Innung Gießen-Land vorzunehmen. Der seitherige Obermeister K r a u s k o p f, Großen- Linden, begrüßte die Erschienenen und gab bekannt, daß von der Handwerkskammer verlangt wird, daß mindestens 51 Prozent des Vorstandes der Innung nationalsozialistisch eingestellte Mitglieder sein müßten. Da dies bisher nicht der Fall war, legte der Gesamtvorstand seine Aemter nieder, Hs folgte dann die Reuwahl, als deren Ergebn.s berichtet werden kann: Obermeister: K r a u s k o p f - Grohen-Linden, Obermeister-Stellvertreter: Alfred Richter- Grünberg, Schriftführer: Erich O t t o - Allendors a. d. Lda., Kassier: Gottlieb Herbst-Hungen, Beisitzer: Albert Fuchs- Lollar. Herr S o l d a n sprach noch über Maßnahmen, d:e von Der Regierung in Aussicht gestellt sind, um das schwer darniederliegende Handwerk und Gewerbe zu schützen. Seine Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Obermeister Kraus- k o p f dankte und sprach seine Freude aus über den erhebenden Verlauf der Versammlung. **Kriegerverein Gießen. In der am Montag im Cafe Ebel abgehaltenen Vorstandssitzung wurde, wie man uns mitteilt, u. a. beschlossen, daß sich der Kriegerverein Gießen an der Hassiakund- gebung im Eafö Leib am Sonntag, 30. April, 10.30 Uhr beteiligt. Da es sich bei dieser Kundgebung ins- besondere darum handelt, daß die berechtigten Interessen der Kriegsbeschädigten und der Knegerhin- terbliebenen gewahrt werden, ist das Erscheinen aller Mitglieder der hiesigen Militär- und Regimentsoer- eine zu dieser Kundgebung sehr erwünscht. Man beachte die heutige Anzeige. Ehrenbürgerschast für Reichskanzler Hitler und StaaiSpräsideniOr. Werner. WSN. Friedberg, 26. April. Der Gemeinderat von Ockstadt beschloß in seiner heutigen ersten Sitzung nach der neuen Zusammensetzung, dem Reichskanzler Adolf Hitler und Staatspräsident Professor Dr. Werner die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Ferner wurde beschlossen, im Schulhof eine Hitler-Eiche zu pflanzen. Gegen die Erfrischungsräume in den Warenhäusern. WSR. Frankfurt a. M., 26. April. Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung nahm einen Antrag der RSDAP. an, in dem der Magistrat ersucht wird, unverzüglich an den zuständigen Stellen Schritte zu unternehmen, durch die die Konzession für die Erfrisch u n g s rä u m e i n d e n W a re n - und Kaufhäusern, sowie in den Einheitspreisgeschäften umgehend zurückgezogen wird. Mit diesem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung wurde einer Forderung der Frankfurter Handwerkskammer Rechnung getragen. Große Polizeiaktion im Kreise Wetzlar. Zahlreiche Verhaftungen. — hochverräterisches Material sichergestellt. Wetzlar 26. April. (WSN.) In der Nacht zum Dienstag wurde wieder eine große Polizeiaktion im östlichen, an Hessen angrenzenden Teil des Kreises Wetzlar durchgeführt. Em durch Frankfurter Schupo verstärktes großes Polizei- a u f g e b o t umstellte das als kommunistisch bekannte Dorf Gleiberg, in dem dann überraschend und systematisch Haussuchungen stattfanden. Hand in Hand damit ging eine Überraschende Aktion in Wetzlar selbst. Es gelang, wie der Polizeibericht meldet, 11 Hauptagitato- ren der KPD. zu verhaften und Material sicherzustellen, das eindeutig auf Vorbereitungen zum Hochverrat schließen läßt. Der Kreis Wetzlar wird, so heißt es in dem Bericht, durch diese glückliche Aktion der erste sein, der den zuständigen höheren Dienststellen wertvolle Aufklärung bezüglich eines Verdachts geben kann, der von diesen schon seit längerer Zeit in bestimmter Richtung gehegt worden war. Die erfolgreiche Aktion ist ein Verdienst des Staatskommissars bei der Wetzlarer Polizei, Oberleutnant Stephan, der für fein Amt die besondere Erfahrung aus den Berliner Schreckenstagen von 1923 mitbringt, die er seinerzeit an führender Stelle miterlebt hat. Weitere Polizeimaßnahmen gegen Mainzer Kommunisten. WSR. Mainz, 25. April. Wie der Polizeibericht meldet, sind in den letzten Tagen erneut zahlreiche Funktionäre und Anhänger der KPD. in Schutzhaft genommen und in das Konzentrationslager Osthofen gebracht worden. Außerdem wurde eine Person wegen Spionageverdachts und eine weitere Person wegen Vorbereitung zum Hochverrat festgenommen. — Rachdem erst vor Airfa 14 Tagen eine kommunistische Geheimdruckerei ausgehoben werden konnte, wobei ein wertvoller Vervielfältigungsapparat und eine Menge Druckschriften enteignet wurden, wurden kurze Zeit später erneut illegale Druckschriften verbreitet. Runmehr ist es den Rachforschungen der Polizei gelungen, die hiesige P r o p a - ganoazentrale derKPD. ausfindig zu machen. Reben einem großen Vervielfältigungsapparat wuroen noch ein Ersatzapparat und große Mengen Propagandamaterial beschlagnahmt. Mehrere Personen wurden verhaftet. — Bei anderen Durchsuchungen wurden erhebliche Massen kommuni st isches Druckschriftenmote- r i a l gefunden, desgleichen auch einige Waffen. Bei der „Internationalen Bibelforschungsvereinigung" wurden etwa 15 Zentner Druckschriften, deren Inhalt die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu stören geeignet ist, beschlagnahmt. Wirtschaft. Frankfurt still aber freundlich. Frankfurt a. M., 27. April. (WTB. Draht- melduiig.) Die Börse hatte zwar heute eine freundlichere Grund st immung, eine nennenswerte Belebung des Geschäftes war aber nicht zu verzeichnen. Von Anregung besonders für Montanwerte waren die Eisenpreissteigerungen an der Brüsseler Eisenbörse, daneben wirkte sich die Verständigung bei den internationalen Eisenoer- hcmdlungen in Brüssel günstig aus. Eine Beachtung sand ferner die Tendenzbesserung Wallstreets. Anderseits übte man im Hinblick auf die schwebenden innen- und außenpolitischen Verhandlungen weiter Zurückhaltung. Mit Spannung erwartet man schließlich auch die Ausführungen des Reichskanzlers am 1. Mai, dem Tag der nationalen Arbeit. Hu den ersten Kursen lagen einige Kauforders der Kundschaft vor, fpäter herrschte jedoch wieder Ge- schäftsstille. Die Kursgestaltung gegenüber der Abendbörse war uneinheitlich, es überwogen aber Befestigungen von % bis 1 v. H. im Durchschnitt in erster Linie am Montanmarkt. Nur Har- pener und Ilse Bergbau Genuß eröffneten um 1K bzw. 1% v. H. niedriger. Am Chemiemarkt setzten sich Erhöhungen bis zu % o. H. durch. Rütgers- werke gewannen 1%, v. H. Sehr uneinheitlich war die Kursgestaltung für Elektrizitätswerte. Während AEG. %, Felten 1%, Siemens %, Licht & Kraft A v.H. nachließen, zogen Bekula % und Gesfürel 2 v.H. an. Schiffahrts- unb Verkehrswerte, ferner Daimler und Deutsche Linoleum tarnen von % bis A v. H. niedriger zur Notiz. Reichsbank und Aku verloren bis zu 1)4 v.H. und Holzmann 1 v.H., wogegen Zement Heidelberg 1 o. H. gewannen. Kaliaktien und von Kupferwerten Otavi-Minen waren nur knapp gehalten. Im Verlaufe wurde das Geschäft zeitweilig wieder etwas bewegter. Besonders IG. Farben und Montanwerte standen mit Erhöhungen von 1 bis VA v. H. im Mittelpunkt des Interesses. Späte Reichsschuldbuchforderungen, Stahlver- einsbonds und Reichsbahnvorzugsaktien gaben von 0,25 bis 0,50 Prozent nach und auch im Verlaufe bröckelten die Kurse offenbar in Tausch gegen Aktien weiter ab. Goldpfandbriefe waren erneut angeboten und von 0,50 bis 1 Prozent schwächer. Liquidationspsandbriefe waren etwa behauptet, Koinmunalobligationen lagen uneinheitlich. Staats- und Stadtanleihen hatten keine wesentliche Veränderung aufzuweisen. Von fremden Werten lagen Türken und Mexikaner etwas fester. Tagesgeld war im Hinblick auf den Ultimo etwas gesucht und wurde um 0,25 auf 3,25 Prozent erhöht. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a. M., 27. April. Auftrieb. Rinder 175, Kälber 938, Schafe 86, Schweine 690 Stück. Es wurden notiert: Kälber. Beste Mastrind Saugkälber 41 bis 44, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 40, geringe Kälber 28 bis 35. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 25 bis 28, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 24. Schweine. Vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 33 bis 36, von etwa 200 bis 240 Pfund 33 bis 37, von etwa 160 bis 200 Pfund 32 bis 35 Mark. Marktverlauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt: Schweine sehr schleppend, ausverkauft. (Schluß des redaktionellen Teils.) 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