Montag, 27.mar.n955 185. Jahrgang Nr. 75 KrübauSsabe Eriche,nl tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Di,neuer Familienbiatter Heimat m Bild Die Scholle monatsBeiugsprets: Mit 4 Beilagen NM 1 95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. >ernsorechanschllisse unter Sammclnummer 2251. Anfchrist tüt Drahtnachrichten »nzeiger Liehen. Postscheckkonto: Lronlsnrt am Mal" 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Pn-tf »n!> Verlaa: Vr01>l'lchc Hniotrfitäts.Bud). und $tcin6nitftrei R. £me in «letzen. Sd)rf,tldtung und «cschSstriielie: Schnftrntze 7. Annahme von Mnjeigen für die Tagevnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Nrichspseiinig; für Ne. klameanzeige» von 70 nm Breite 35 Rcichspsennlg, Plahvorschrist 20 , mehr. Ehesredakteur Dr. ftricbr. Will). Lange. Verantwortlich für‘Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr jS.'Ihnnot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und tllr den Anzeigenteil i.B. Th.Klimme! sämtlich «n Wiegen. Minister Göring gegen die deutschfeindliche Greuelpropaganda. Die Wahrheit findet immer mehr Verkünder. I t R Berlin. 25. Mär-. (TLl.) Der kommissarische Innenminister Goring empfing heute die getarnte ausländische Presse, um ihr bedeutsame Erklärungen über die Borgänge in Deutschland abzugeben, die dazu dienen sollten, die Vreuelnachrichten im Ausland über Pogrome in Deutschland zu widerlegen. Goring erklärte einleitend, die Regierung sei erschrocken, empört und schließlich sassungSloS gewesen über daS, was im AuSlande über die Zustände in Deutschland geschrieben werde. In Wirklichkeit habe Deutschland seine nationale A userstehung gefeiert und ein Bolk habe sich endlich zusammengesunden. Seit dem 30. Januar habe sich eine Revolution in Disziplin vollzogen, und, abgesehen von einigen bedauerlichen Ausnahmen, sei in Deutschland niemandem etwas zu Leide getan worden, jedenfalls bei weitem nicht so viel wie 1918, als die Revolte des Spartakismus die kommunistische Weltdämmerung eingeleitet habe. GS gebe in Deutschland nicht einen Menschen, dem ein Fingernagel abgehackt oder ein Ohrläppchen abgezwictt worden sei, und das Augenlicht h"!ten alle behalten. Die Zahl der Toten sei tägl.ch nicht h her gewesen, als die der politischen 3tDi|u).n|ällc der vergangenen Jahre. <88 habe sich nicht einmal ein Dutzend Zusammenstöße ereignet, bei denen eS Tote gegeben habe. 2n der ausländischen Presse seien mast lose und schamlose Entstellungen über die Zustande in Deutschland erschienen, nur deshalb, weil das nationale Deutschland es gewagt habe, jene, die seine Ehre zerstör t hätten, aus ihren Aemtern und Pfründen zu wer- s c n und in Schutzhaft zu nehmen. Gr bestreite nicht, dast mehrere tausend kommunistische Funktionäre verhaftet worden seien, aber diese wurden genau so behandelt, wie jeder andere Gefangene auch. Wo Ucbergriffc vorgekommen seien, habe die Regierung alles getan, um diese Vorgänge abzustellen. Gs habe auch Fälle gegeben, wo Juden sestgenommen und geschlagen worden seien. Er könne aber versichern, dast bereits eine ganze Reihe Angehöriger nationaler Verbände, die sich ilebergrlffc hätten zu» schuldenkommen lassen, bestraft und entlassen worden seien. wo etwas geschehen sei, habe die Regierung durchgegrifsen. Der beste Beweis dafür sei die Tatsache, dast seit einer Woche jegliche Uebcr- grisse ausgchört hätten. Die Regierung habe unerhört scharfe Bestimmungen gegen derartige llebergrifse erlassen, und sie gehe mit ganz besonderer Energie gegen diejenigen vor, die Ausländer belästigen würden. An einem Beispiel in Köln wies der Minister nach, dast ganz gewöhnliche Verbrecher in Uniform sich hätten Uebergriffe zuschulden kommen lassen. Da, wo Kommunisten oder andere Personen als Provokateure tätig seien, um diplomatische Verwicklungen hervorzurufen und der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten, werde die Regierung mit drakonischen Strafen vorgehen. Riemals feien Uebcrgriffc von der Regierung gefordert, oder geduldet worden. Zwar feien Rat- häuser befehl und vereinzelte Geschäfte vorübergehend geschlossen gewesen, aber niemals fei auch nur ein einzigesWarenhaus geplündert worden. „Die Regierung und ich selber dulden niemals, dast jemand einer Verfolgung ausgesetzt ist nur deshalb, weil er Jude ist. Wenn die Regierung Mastnahmen gegen eine Ueberwucherung des jüdischen Clements ergreift, dann ist das ihre Sache. Man darf nicht vergessen, dast im Volke eine starke antisemitische Stimmung vorhanden ist. Aber, wenn trotzdem die Geschäfte offen sind, dann ist das em Beweis für die eiserne Disziplin, von der die nationale Erhebung begleitet war." Alle die völlig entstellten Gerüchte hätten ihren Ursprung in den internationalen Beziehungen marxistischer Kreise. Aber auch vom Judentum selbst sei im Auslande eine Hetze gegen Deutschland inszeniert worden. Angeblich werde daS deutsche Volk unterdrückt, während in Deutschland in Wirklichkeit ein politischer Frühling angebrochen sei. Wenn heute nochmals gewählt werden würde, dann würden n.cht 20, sondern 30 Millionen Deutsche für die nationale Regierung stimmen. Die weit müsse Deutschland danken, dast cs die abendländische frultur vor dem Bolschewismus gerettet habe. Wenn er, Göring, die sozialdemokratischen Zeitungen in Preusten verboten habe, dann nur deshalb, weil die Presse der marxisti- schen Internationale im Ausland Heye. Solange die ausländische sozialdemokratische Presse in so gemeiner Weise Deutschland befch mpfe, so lange würden in Deutschland keine sozialdemokratischen Zeitungen mehr erscheinen. Wenn der jüdische Staatsbürger sich in gewissen Grenzen halte, werde ihm auch unter der neuen Regierung nichts passieren. Die Reichsregierung und die preußische Regierung seien bestrebt, jedes Mittel zu ergreifen, um Disziplin. Ruhe und Ordnung ausrechtzu- Reichsminister Göring bei feiner Ansprache an die erhalten. Die Beruhigung in Deutschland werde mit jedem Tage gröster. Die Ausführungen des Ministers Göring fanden außerordentlich starken Beifall der ausländischen Journalisten. Eine Anzahl von ihnen erhielt besondere Ausweise, um die Gesäng- niffe z u besichtigen und sich durch eigenen Augenschein zu überzeugen, wie verlogen die Greuelnachrichten über die politischen (befangenen sind. Vizekanzler von papen klärt Amerika auf. Berlin, 25. März. (WTD.) Amtlich wird mitgeteilt: Auf eine telegraphische Anfrage der Deutsch-amerikanischen Handelstammer in Reu- hork betreffend angebliche Ucbergriffc gegen amerikanische Gefchäflsin crcffen un s onst.ge Ausschreitungen hat Vizekanzler v. Papen heute in einem ausführlichen Antworttabei geantwortet, daß diese Rachrichten jeder Begründung entbehrten. Das GeschästSleben verlaufe durchaus normal und irgendwelche Klagen über Beeinträchtigungen amerikanischer Inter- elfcn seien auch von der hiesigen amerikanischen Handelskammer nicht gemeldet worden. Vizekanzler v. Papen nimmt dann weiter scharf Stellung gegen die im Ausland verbreiteten Greuelrneldungen und betont, daß die nationale Revolution, deren Ziel sei, Deutschland von schwerer kommunistischer Gefahr zu befreien und die Verwaltung von minderwertigen Elementen zu säubern, sich in bemerkenswerter Ordnung vollzogen habe. Gewiß seien einige beklagenswerte Uebergrisfe vorgekommen, die aber nach der scharsen Erklärung des Reichskanzlers vom 12. März unterblieben seien. Hunderttausend«: von Juden lebten in Deutschland völlig unbehelligt. und der Betrieb zahlreicher jüdischer Ge- schäste und Derlagshäuser verlaufe normal und ungestört. Die in Amerika verbreiteten gegenteiligen Rachrichlen stammten offenbar aus Quellen, die ein starkes Interesse daran haben/ die freundschastlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika zu vergiften und die nationale Regierung, obwohl sie sich auf die Mehrheit des deutschen Volkes stütze, bei dem amerikanischen Volk systematisch zu diskreditieren. Der Reichsbund jüdischer Jronl- soidalen gegen die Hetze. Anndgcbnng an die amerikanische Botschaft in Berlin. Berlin, 25. März. (WTD.) Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat an die Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in Berlin das nachstehende Schreiben gerichtet: „Wir erhielten Kenntnis von der Propaganda, die in Ihrem Lande über die angeblichen Greuel tat en gegen die Juden in Deutschland gemacht wird- Wir halten es für unsere Pflicht, nicht nur in vaterländischem Interesse, sondern auch im Interesse der Wahrheit zu diesen Vorgängen Stellung zu nehmen- Es sind Mißhandlungen und Ausschreitungen vorgekommen, die zu beschönigen gerade uns bestimmt fernliegt. Aber derartige Exzesse sind bei keiner Umwälzung vermeidbar. Wir legen Wert auf die Feststellung, dast die Berichterstatter der ausländifchen Zeitungen. Behörden in allen uns bekannt gewordenen Fällen energisch gegen Ausschreitungen vorgegangen sind, wo immer die Möglichkeit des Eingreifens vorlag. Die Ausschreitungen wurden in allen Fällen von unverantwortlichen Elementen unternommen, öle sich Im verborgenen hielten. Wir wissen, dast die Regierung und alle sührenden Stetten die oorgcfallencii Gewalthandlungen ausv schärfste inistbittigen. Es ist aber auch unseres Ermessens an der Zeit, von der unverantwortlichen Hetze a b z u r ü ck e n, die von sogenannten jüdischen Intellektuellen im Auslande gegen Deutschland unternommen wird- Diese Männer, die sich zum überwiegenden Teil nie als Deutsche bekannten, ihre Glaubensgenossen im eigenen Lande, für die sie Vorkämpfer du sein vorgaben, Im kritischsten Augenblicl im Stiche ließen und i n s Ausland flüchteten, haben das Recht verwirkt, in d e u t s ch - j ü d i s ch e n Angelegenheiten mitzureden. Ihre aus sicherem versteck abgeschofsenen Pfeile schaden wohl Deutschland und den deutschen Juden, aber sie dienen den Schützen selbst gewiß nicht zur Ehre. Ihre Berichte strotzen von llcberkelbungen. Wir waren der Botschaft der Bereinigten Staaten sehr dankbar, wenn sie dieses unser Schreiben, das wir in vollem Berantwortungs- gefühl für das, was wir damit auSsprechen, der Botschaft überreichen, unverzüglich nach Amerika fabeln würde Der unterzeichnete Bund ist bereit, die entstehenden Kosten zu übernehmen." Amerikaner gegen den Lügen- feldzug in Amerika. Köln, 25. Mörz. (TU.) Die Zweigstelle Köln der Amerikanischen Handelskammer feilt mit: Beunruhigende Nachrichten in der deutschen Presse über die Bemühungen bestimmter Kreise in den Bereinigten Staaten zur Herbeisührung eines Boyko11s deutfchcr Waren haben der Kölner Zweigstelle der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland Bcranlafsung gegeben, nachstehendes T e l e g i a m m an d i e N a l i o n a l e H a n d e l s - k a m m e r der Vereinigten Staaten in Washington zu senden: „Heutige Sitzung des geschäslssührenden Ausschuß ses, bestehend aus ausschließlich amerikanischen Vertretern amerikanischer Firmen, bedauert die Möglichkeit eines Boykotts gegen deut« Iche Waren, wie in der deutschen Presse berichtet. Unsere feste Ucberzeugung ist es, dast die Boykottbewegung gegen die ureigensten amerikanischen Interessen oerstöstt, insbesondere angesichts m i aktiven Handelsbilanz der Vereinigten Staaten und der mit Sicherheit zu erwartenden deutschen Gegen- Maßnahmen. Wir haben bisher nicht scstgeslellt, noch erwarten wir Eingriffe gegen Personen oder Eigentum amerikanischer Firmen oder Staatsangehörige infolge politischen Umschwunges in Deutschland." Weiter heißt es in der Mitteilung: „Darüber hinaus haben die Amerikanische Handelskammer in Deutschland und die ihr nahestehenden Kreise Fühlung mit maßgebenden Stellen genommen, um ihre Dienste dafür zur Verfügung zu stellen und daraus hinzuwirken, daß ein unversälschlicher Bericht über Deutschland dem amerikanischen Volke möglichst bald ein wahres Bild von den tatsächlichen Geschehnissen und Vorgängen in Deutschland geben wird. Wenn auch die in Deutschland lebenden Amerikaner der Angesicht sind, dast hinter diesen Bestrebungen in Amerika lediglich^ b e st l m m t c Kreise stehen, die sich hierbei der Sensations^'resfe bedient haben, so halten sie e» doch in ihrer oorge für die Aufrechterhaltung der bestehenden sreundschast- lichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern ür dringend wünschenswert, dast mit tunlichster Be- chleunigung alles geschieht, um solchen Bestrebungen n i hren Anfängen wirksam entgegen» 3 u t r e t e n." Zum Schluß heißt es nach, daß ähnliche leie« grainme von der Berliner Zentrale und anderen Zweigstellen der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland abgesandt worden sind. Es dämmert im amenkamschen Volke. Wasbington, 25. März. (WTB.) Das Staatsdepartement, das ebenso wie daS Weiße Haus in der Frage der jüdischen Protest« gegen die deutsche Retchsregierung sich konsequent zurückhaltend und mäßigend verhielt, ist auch jetzt bemüht, vor einer falschen Meinungsbildung zu warnen. Trotz zahlloser Forderungen nach Protesterhebung Ist der Außenminister fest entschlossen, nichts zu unternehmen, was nicht durch einwandsreie Beweise gerechtfertigt sei. In der amerikanischen Presse hat die Erregung über Deutschland nachgelassen. Die größeren ernsthasten Zeitungen rüde n allmählich davon a b, derartige Meldungen in großer Ausmachung herauszubringen. teils weil sie so offensichtlich unwahr sind und an die Greuelmär - ch e n aus der K r t e g s z e t t erinnern, teils weil die sensationelle Boulevardpresse, insbesondere in Reuyork, die Schauermeldungen dazu benutzt hat, um ihre Auslagenzisser hochzutreiben. französische Journalisten stellen dce Wahrheit fest. Paris, 26. März. (WTB.) Die Berliner Korrespondenten des „I o u r n a I" und des „P etil P a r i f i e n" berichten über den Besuch, den ausländische Journalisten im Gefängnis des Alexander- Platze-, den politischen Häftlingen, nämlich Thälinann, Torgler, Ludwig Renn und Karl von Ossietzky, haben abftatlen können. Der Berliner Korrespondenl des „Journal" spricht sich dahin aus, daß er der Wahrheit gemäß erklären müsse, dast er alle vier genannten Häftlinge am Leben vor- gefunden habe und daß keiner von ihnen eine Verletzung aufgemle|cn hätte. Auf Fragen der Journalisten hätten die Häftlinge zwar ziem- lid) einsilbig geantwortet, aber nicht Beschwerde geführt. — Nach dem „Petit Parisien" sollen sie erklärt haben, dast sie nicht mißhandelt worden seien. Moskau für freundliche Beziehungen zu Deutschland. Moskau, 26. März. (TU.) Am Montag kehrt her russische Botschafter Chintschuk wieder nach Berlin zurück. Er Hal sich in M o v k a u ausgehalten, um Stalin, Molotow, Litwinow, Krestinski und Woroschilow über die allgemeine politische Lage in Deutschland Bericht zu erstatten. Wie mir erfahren, hat die Regierung der Sowjetunion die Erklärung des Reichskanzlers Hitler über die deutsch-russischen Beziehungen mit Befriedigung auf* genommen und den russischen Botschafter angewiesen, auch weiterhin s r e u u d i ch a s t l i ch e Beziehungen zu Deutschland zu pflegen. In Moskau verspricht man sich allgemein eine weitere Besserung der deutsch-russischen Beziehungen. Gründung des Deutschen Landhandelsbundes. München, 25.März. (WTB.) Der Deutsche L a n d h a n d c l s b u n d . der die vom Amt für Agrarpolitik der RSDAP. geförderte StandeS- organilatlon aller auf deutscher nationaler Grundlage stehenden Landcsproduktcnhändler darstellt, hielt heute seine G r ü n d u n g S v e r s a m in - l u n g und erste ordentliche Generalversammlung ab. Der Adjutant des StaatskommissarS Luber, Eichinger, legte eingehend die Ziele des neuen DerbandeS dar. Er betonte erneut den Grundsatz Adols HitlerS, daß dem Volke die Wirtschaft und das Kapital der Wirtschaft zu dienen habe und nicht umgekehrt. Jede spekulative Betätigung müsse aus dem Getreidehandel ausgeschaltet werden. Die Getreidebörsen, über deren Reugestaltung schon In der nächsten Zeit grundlegende Maßnahmen den. hätten keine Berechtigung mehr. 3u- sammensassend gelte für die Äeugründung des Deutschen LandhandelSbundcS der Grundsatz: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Rach den Ausführungen Eichingers nahm die Versammlung eine entsprechende Entschließung an. in der u. a. gesordcrt wird, daß jede weitere Subventionierung der landwirtschaftlichen Genossenschaften sofort einzustellen lei. Der deutsche Getreidehandel fei sofort von allen spekulativen Elementen und Einrichtungen au säubern, um im Interesse der Ernährung de« Volke« eine möglichste Verkürzung deS Absatzwege- zu erzielen. Au« den einstimmig angenommenen Satzungen ist hervorzuheben, daß die Ausnahme in den Bund nur Händlern arischen Ursprunges mag- lich fein darf und daß auch die Müller in diesen Bund einbezogen werden sollen. Die einzelnen Landesorganisationen des Bundes werden in engster Zusammenarbeit mit den staatlichen und Reichsstellen stehen, so daß auf diese Weise eine einheitliche Organisation des Getreidehandels gewährleistet wird. Zum ersten Borsihenden des Reichsvorstandes wählte die Generalversammlung den Landesproduttenhändler Eichinger. Eingreifen des Polizeipräsidenten beim Gußstahlwerk Haspe. Hagen. 25.März. (WTB.) Vom Polizeipräsidenten wird mitgeteilt: Auf dem Haspe-Werk hatte sich eine tiefgreifende Unzufriedenheit bemerkbar gemacht wegen geplanter Lohnkürzungen, für die man den technischen Leiter des Werks verantwortlich machte. Nachdem sich Hunderte von Arbeitern und Teile der Bevölkerung in drohender Haltung vor dem Direktionsgebäude ansammelten, verfügte der Polizeipräsident Herrmann die vorläufige Jnschutzhaftnahme des Betriebsleiters. Ein Dcmonstrationszug marschierte unter polizeilicher Sicherung durch die Straßen von Haspe. Polizeipräsident Herrmann legte der Direktion des Werkes nahe, den anscheinend in weiten Kreisen unbeliebten Betriebsleiter auch nach der Freilassung aus der Schutzhaft vorläufig nicht in seiner alten Stellung zu verwenden und riet ihr, die geplante Lohnsenkung nochmals eingehend durchzuprüfen, um gerade in dieser Zeit der Gärung und Not U n - billigfeiten und Härten zu vermeiden. Die Direktion gibt bekannt, daß im Einver- nehmen mit der NSBO. eine Klärung der Lohnfrage dahin getroffen wurde, daß die Angelegenheit dem zuständigen Neichsinnen- und Arbeitsministerium zur Nachprüfung übergeben worden ist. Gegen Eingriffe in die Wirtschaft. Berlin, 25. März. (WTB.) Die_ politische Zentralkommission der NSDAP, veröffentlicht eine Anordnung, in der es u. a. heißt: Die G a u w i r t s ch a f t s b e r a t e r stellen sich den politischen Dienststellen zur Verfügung, um zu o e r - hindern, daß Angriffe irgend welcher Art auf Spitzen- oder R e i ch s verbände f ü r W i r t s ch a f t, W i r t s ch a f t s - u n d Gewerbeoertretungen anderer Art, amtliche oder halbamtliche Wirtschastsstellen, Syndikate usw. erhoben werden. Auch sind persönliche Angriffe auf einzelne Firmen und Firmenleiter zu unterbinden. Wo Mißstände vorliegen, ist dies der übergeordneten Stelle zu melden, die das weitere veranlassen wird. Abgesehen davon, daß solche Angriffe häufig aus Mangel an Unterlagen als unberechtigt zurückgezogen werden müssen, wird der Kampf für b i c Reinigung und Wiederaufrichtung der deutschen Wirtschaft mit anderen । Mitteln geführt als mit persönlichen Angriffen, I Zeitungsartikeln und Einzelaktionen in Betrieben. Die Gleichschaltung geht weiter. Neue Oberprasidenten in Preußen, außerdem weiterer Beamtenschub. Berlin, 25. März. (TLl.) Wie amtlich mit- gcteilt wird, hoben die Kommissare des Reiches für Preußen folgende Oberpräsidien neu- besetzt: 1. 2In Stelle des Oberpräsidenten Dr. Maier ist der nationalsozialistische Fraktionsführer des Preußischen Landtages, Wilhelm K u b e , zum Oberpräsidenten von Brandenburg und von Berlin ernannt worden. 2. An Stelle des Oberpräsidenten Dr. Graf von Degenfeld-Scho m bürg ist der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Helmuth B r ü ct n e r zum Oberpräsidenten von Riederschlesien ernannt worden. 3. An Stelle des Oberpräsidenten Dr. Thon ist der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Heinrich Lohse zum Oberpräsidenten vo n Schleswig-Hol st ein ernannt worden. 4. An Stelle des Oberpräsidenten Fuchs ist der Präsident der Landwirtschaftskammer in Bonn. Hermann Freiherr v. L ü n i n ck zum Oberpräsidenten der Rheinprov inz ernannt worden. 5. Zum Oberpräsidenten von Hannover ist der Polizeipräsident i. R. Lutze ernannt worden. Unter Gewährung des gesetzlichen Wartegeldes wurden weiter sofort einstweilen in den Ruhestand versetzt: Die Regicrungspräsidente n Dr. Höhnen in Hildesheim. Dr. Sonnenschein in Osnabrück. Dr. Rose in Stade. Die Polizeipräsidenten von Zitzewitz in Potsdam. Zsenrath in Gladbach-Rheydt. Elfes in Krefeld-Lkerdingen, Wackercapp in Gleiwitz (hinsichtlich feiner anderweitigen Verwendung behielten sich die Kommissare des Reiches ihre Entschließung vor). ^i.Polizeidirektore nMock in Schneidemühl, Dr. Sommer in Hamm. Die Landräte Schlemminger in Berlin, M i h in Wetzlar, Dr. Becker in Greisswald, Dr. Abel in Crossen, Onnen in Hannover, Dr. Müller in Schlüchtern, Dr. Ohle in K a s s e l, Schmidt in Stendal, Dr. Bentlage in Unna. Zu Regierungspräsidenten wurden ernannt: Zn Hildesheim das Mitglied des Land- tages Dr. Hermann M u h in Göttingen, in Osnabrück der Regierungsrat a. D. Dr. Eggert, in Stade das Mitglied des Landtages Albert Leichter in Rienburg an der Weser, in Gumbinnen der Oberregierungsrat Rohde in Königsberg, in Allenstein der Regierungsrat Dr. Schmidt in Schneidemühl, in Minden der Oberregierungsrat a. D. Freiherr v. Oeynhausen in Crevenburg (Westfalen), dieser zum 1. April 1933. Außerdem wurden noch eine Anzahl Regierungsvizepräsidenten usw. beurlaubt. Gleicher Zug in Reich, Ländern und Kommunen. Berlin, 25. März. (ERD.) Das Reichskabinett dürfte sich voraussichtlich am Dienstag mit dem Gesetz über die Gleichschaltung von Reich und Ländern beschäftigen. Das Gesetz, das inzwischen im Entwurf fertiggestellt ist, liegt bereits dem Reichskanzler vor. Die Bedeutung des Gesetzes liegt hauptsächlich darin, daß die Regierungen und politischen, sowie parlamentarischen Bertretungen in den Ländern, die am 5. März nicht neu gewählt haben, ohne jede Reuwahl auf Grund des Reichstagswahlergebnis sesvom 5. Märzneugebildet werden sollen. Die bisherigen Landtage der süddeutschen Länder und Sachsen werden also aufgelöst. sodann wird auf Grund der am 5. März auf das betreffende Land bzw. auf die betreffende Partei entfallenden Wahlziffern der prozentuale Mandatsanteil resp. die Mandatsziffer jeder Partei errechnet. Es wird den Parteien dann selbst überlassen bleiben, welche Persönlichkeiten sie mit den neuen Ländermandaten betrauen wollen. Auch für sämtliche kommunalen Bertretungen, sowie für die Kreis- bzw. Bezirkstage in den Ländern soll ein ähnliches Berfahren angewandt werden. Diese Regelung soll ebenfalls nur für diejenigen Körperschaften gelten, zu denen nicht bereits am oder nach dem 5. März gewählt wurde. Die preußischen Vertretungen der Kommunen und Kommunalverbände werden nach dem Wahlergebnis vom 12. März zusammengesetzt. Oer Präsident des Landesarbeitsamts Heffen beurlaubt. WSR. Frankfurt a. M., 25. März. 3m Auftrag des Reichsarbeitsministers hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenfürsorge den Präsidenten des Der tapfere Kommandant. Von Wilhelm Schäfer. Als einmal spanische Soldaten Caub belagerten, übergab der Kommandant die Pfalz am Rhein und auch Burg Gutenfels so schnell, daß schon am dritten Tag die Spanier trotz ihrer geringen Zahl des Ortes völlig Herr gewesen waren, wenn nicht der große Turm inmitten sich tapferer gehalten hätte. So saßen sie als Sieger in einer Stadt, darin sich trotzdem fein Spanier auf der Straße zeigen tonnte. Wenn sie mit einer weißen Fahne vor die Besatzung kamen, erschien wohl hinter der Zinne der weiße Kommandant, die Uebergabe zu verweigern: sonst aber war nichts gegen die wackeren Verteidiger zu unternehmen, zumal die Spanier nicht mit Geschütz versehen waren. Denn Leitern anzulegen, getraute sich keiner, weil ihm die Kugel sicher war. ^So gab es einen sonderbaren Zustand in der Stadt: weil es schon spät in den Herbst ging, wollten sich die Spanier behaglich für den Winter ihr Quartier einrichten und konnten doch nur im Schutz der Mauern zueinander schleichen. Auch mußten Tag und Nacht die Posten stehen, weil niemand wußte, ob nicht die tapfere Besatzung einen Ausfall machen könnte durch einen unbekannten Gang. Diese Sorge nahm mit den Wochen zu, well die Verteidiger unmöglich soviel Proviant im Turm verwahren konnten, um wochenlang davon zu leben, und also solch ein unterirdischer Gang bestehen mußte. Als deshalb nach einem Monat endlich die weiße Fahne am Turm luftig im Oktoberwind flatterte — es war zwar nur ein schlechter Leinwandfetzen — und ein Signal geblasen wurde, daß die Besatzung bereit zu unterhandeln sei, war es den Spaniern zumut, als ob ihnen endlich der Teufel aus dem Nacken ginge. Ihr Oberst, der gerade den Bart ab schaben ließ, versäumte feine Zeit, den Schaum erst abzuwischen: er schickte sogleich den Trompeter, Antwort zu blasen, und brauchte keinen Trommelwirbel, die Mannschaft heranzuholen, weil die sich selber schon in den Winkeln rundum versammelt hatte. Die Musketenläufe, die sonst aus den Scharten drohten, waren endlich fort, und auf der Plattform verkündete der Kommandant, daß die Besatzung gegen freien Abzug die Burg zu übergeben bereit sei, was ihm um ihrer Tapferkeit willen eilfertig zugebllligt wurde. Da schlugen die spanischen Trommeln an; wie sie da waren, stellten sich die Belagerer auf, neugierig, ihren unheimlichen Feind zu sehen. Es dauerte noch einige Zeit, dann hörten sie die Stangen und die Riegel an der Turmtür fallen, und knarrend ging sie auf. Eine lange Leiter wurde umständlich herausgedrückt, bis sie fast auf dem Boden stand. Als Erster erschien ein altes Weib, das rückwärtsschreitend die Leiter herunterkam und eine Geiß auf den Schultern trug. Wie sich die Spanier noch wunderten, daß dieser Kommandant zunächst mit der Bagage tarn, erschien er selber und war ein kleiner Greis, der gleichfalls rücklings herunterkletterte und feine Muskete selber trug. Danach kam keiner mehr, und als die drei inmitten all der Spanier auf ihren Füßen standen, war es der Torwächter mit feinem Weib und einer Geiß, die zum knappen Brot die Milch gegeben hatte, solange der nasse Herbst auf dem Turm Gras wachsen ließ, das nun in der Oktobersonne vertrocknet war. Da gab es mehr als einen bei den Spaniern, der in Gedanken an die Kameraden, die ihm der alte Kerl wie Hasen abgeschossen hatte, den dreien gern zu Leibe gegangen wäre. Jedoch der Oberst war ein Äkann von guter Dicke und Gemüt und hielt der tapferen Besatzung sein Wort: auch lut er nicht, daß sie sich jetzt zum Winter auf ungewisse Wege begeben mußten. So kam es, daß mancher Spanier noch mit dem alten Kriegsmann eine biedere Freundschaft Oer Thunfisch — ein neuer Gast in unfern Gewässern. Der Thunfisch war früher ein Bewohner wärmerer Gegenden und hauptsächlich am Mittelmeer anzutreffen, wo er, besonders in 3talien» Griechenland und der Türkei, einen viel verspeisten Leckerbissen darstellt. Diese riesige Makrele, die meist über 2 Meter lang wird und 3 bis 4 Zentner, bisweilen auch über 5 Zentner schwer ist, war in den nordischen Gewässern kaum bekannt, ist aber seit etwa einem Jahrzehnt ein häufiger Gast in der Rordsee und vor allem an den Küsten Rorwegens geworden, wie in einem Aussatz der Frankfurter Wochenschrift »Die Llmschau" mitgeteilt wird. Dieses unerwartete Eintreffen des wertvollen Gastes mag z. T. darauf zurückzuführen sein, daß der Thunfisch seine Lebensweise mehr und mehr dem nördlichen Klima angepaht hat, und dazu wird ihn besonders der Hering verlockt haben, der seine bevorzugte Rahrung ist und sich in solchen Mengen weiter im Süden nicht findet. Dann aber sind die Fischer wohl auch jetzt über die Bedeutung dieses Fisches besser unterrichtet und schenken ihm daher mehr Beachtung. Jedenfalls spielt der Thunfisch seit einigen Jahren in unfern nörd- Der Rundfunk im Dienst des nationalen Aushaus. Reichsminister Goebbels über die Programmgestaltung des Rundfunks. Berlin, 25. März. (TU.) Der Reichsminister für Solfsaufflärung und Propaganda, Dr. Goebbels. begrüßte am Samstag im Hause des Rundfunks in Berlin die versammelten Angestellten und Mitarbeiter Der drei Berliner Rundfunkgesellschaften. Der Minister erklärte, daß die Regierung der nationalen Revolution in den vergangenen Wochen gezeigt habe, daß sie keinen langweiligen Rundfunk machen werde. So viele Hörer, wie in den letzten Wochen, hätte der deutsche Rundfunk wohl noch niemals gehabt. Es solle auch in Zukunft keinMuckertumim deutschen Rundfunk geben und es brauche niemand nach einem Parteibuch z u jagen. Selbstverständlich müsse jeder Mitarbeiter des deutschen Rundfunks innerlich die hohen Ziele der nationalen Regierung bejahen. Konjunkturpolitiker könne man allerdings nicht brauchen. Er werde dafür sorgen, daß diejenigen unter seinen Mitarbeitern, auf die er sich verlassen könne, sich auch auf ihn verlassen könnten. Der deutsche Rundfunk solle das vornehmste Instrument in der Hand der Regierung der nationalen Erhebung sein, bei der Lösung der großen Aufgabe, die noch nicht hinter der Regierung stehenden Volksterle über das Wollen des neuen Deutschlands aufzuklären und in feine Reihen einzuordnen. Am Anschluß daran empfing der Reichsminifter in Gegenwart des Reichsrunofunkkommisfars Dr. Kruckenberg die Intendanten und D i r e t • toren sämtlicher deutschen Rundfunkgesellschaften. Dabei führte der Minister u. a. folgendes aus: Am 30. Januar sei die Zeit des Individualismus endgültig gestorben und abgelöst worden von einer eit völkischen Gemeinschaftssinnes, io Auffassung, daß die Arbeit des Rundfunks ein Selbstzweck sei, könne nicht scharf genug zurück» gewiesen werden. Die nationale Revolution werde sich auch die Rundfunkhäuser erobern. Die 3dee der nationalen Revolution verlange offene Gefolgschaft. Der Rundfunk gehöre deshalb dem neuen Deutschland und werde von diesem in den Dienst des nationalen Aufbaus gestellt. Das Volk habe ein Anrecht darauf, durch den Rundfunk zu erfahren, was in Deutschland vorgehe. Der Rundfunk habe deshalb die Pflicht, aktuell ä u sein und Langeweile zu vermeiden. Er habe sich der Zielsetzung, die sich die Regierung der nationalen Revolution gestellt hat, unterzuordnen. Die Weisungen für ihn gebe die Regierung. Man brauche aber keine Angst zu haben, daß sie es kurzsichtig tue. Die Männer, die am 30. Januar die Macht erobert haben, besähen ein ebenso großes Herz für die Kunst wie für die Kultur. Aufgabe des Rundfunks sei Dienst am CB o*t k. Er helfe, Rord und West, Süd und Ost, Katholiken und Protestanten, Proletarier, Bürger und Bauer zu vereinigen. Richt den Patriotismus zu machen, Märsche herunterzuschmettern und nationale Gedichte vorzutragen sei Ausgabe des Rundfunks, sondern er müsse mithelfen, eine nationalistische Kunst und Kultur ans Licht der Welt zu bringen, die wirklich auch dem modernen Tempo und dem modernen Zeitempfinden entsprechen. Der als Reichssender bestimmte Deutschland-Sender werde mit der Zeit ein großes repräsentatives deutsches Programm entwickeln. Vom 1. April werde er täglich von 19 bis 20 Llhr eine „Stunde der Ration" veranstalten, an der sämtliche übrigen Sender teilnehmen. Landesarbeitsamts Hessen, Dr. h. c. Engler, bis auf weiteres beurlaubt. Die Dienstgeschäfte werden von dem stellvertretenden Präsidenten, Oberregierungsrat Kühne, geführt. Dr. Engler war bis zum Jahre 1923 Arbeitsminister in Baden und gehört der SPD. an. Der Evangelische Vnnd begrüßt die nationale Revolution. Der Evangelische Bund, als berufener Vertreter des deutschen Protestantismus im öffentlichen Leben, fühlt die Verpflichtung, zu den Geschehnissen unserer Tage öffentlich Stellung zu nehmen. Er erläßt folgende Kundgebung: Evangelischer Glaube und Vaterlandsliebe sind die beiden starken Triebkräfte des sittlichen Handelns, die leuchtenden Sterne unseres Lebens. Es ist die geschichtliche Bedeutung der Reformation, daß sie die unzertrennliche Verbundenheit beider dargetan hat. Evangelischer Glaube gibt uns das getroste Gewissen, unser deutsches Volk aufs innigste zu lieben, und wahres Volkstum erneuert sich immer wieder aus den Tiefen echter Frömmigkeit. Darum bekennen wir uns freudig zu der völkischen Reugeburt. Denn wir litten darunter, daß undeutscher und unchristlicher Geist dem Volkstum geschadet und den Glauben zersetzt hat. 3eht aber haben wir das heiße Sehnen, daß sich mit der deutschen Volksgemeinschaft auch das Glaubensleben der Deutschen aus dem Geist der Reformation verjünge und zu neuer verantwortungsbewußter Gemeinschaft führe. Wir wollen, daß über der gewaltigen Volksbewegung unserer Tage nicht vergessen wird: Was jetzt gebaut wird, kann nur gebaut werden im Anschluß an die gewaltigste deutsche Volksbewegung, die deutsche Reformation, im Geiste des größten Deutschen aller Zeiten: Martin Luthers! Der Hessische Hauptverein des Evangel. Bundes Der Vorsitzende: Der Schriftführer: (gez.) Berck, Pfarrer. (gez.) Dr. Berger, Pfarrer. liehen Gewässern eine wichtige Rolle, und die Fischerei hat sich auf seinen Fang umgestellt. Deutsche Fischdampfer haben in den letzten Jahren große Mengen Thunfisch gefangen, so z. B. ein einziger deutscher Fischdampfer 71 Stück, die über 200 Zentner des schönen Fleisches lieferten. 3n Rorwegen hat man sich seit 1932 auf den Thunfischfang umgestellt, der z. B. mit Beutelnetzen noch häufiger mit der Angel betrieben wird. Dieser Fang mit der Angel, zu dem ein kräftiges Seil und ein schwerer Haken gehören, erfolgt meist in der Rähe der großen Heringszüge, denen der Thunfisch nachstellt. Dabei hat man sonderbarerweise beobachtet, daß gerade in der Rachbarschaft von Heringsschwärmen, die dem Tier doch eine leichte Beute liefern, der Fisch besonders schnell an die Angel geht, weil ihm offenbar der auf den Haken gespießte Hering stärker anlockt als der lebende. Auch die Harpune ist beim Thunfischfang mit großem Erfolg verwendet worden. Der jugendliche Thunfisch tritt an der norwegischen Küste in großen Scharen von 100 und 200 Stück auf, und feit 1927 hat man in Rorwegen jährlich bis zu 5000 Zentner erbeutet. Der Thunfisch wird meist zu Konserven mit Oel berarbeitet und vor allem nach 3talien ausgeführt. Auch dort gibt es eine bedeutende Konservenindustrie für Thunfische, aber die Norweger arbeiten billiger. Italienische Znstrumenten-Kunst. Unter den Veranstaltungen, die jetzt alljährlich in Florenz unter dem Titel „II Maggio Musicale Fiorentino" stattfinden, wird diesmal mit an erster Stelle eine interessante Ausstellung stehen, die im Palazzo Vecchio eine Llebersicht über die Meisterwerke des italienischen Saiteninstrumenten- Baus bietet. Mussolini hat selbst dabei mitgearbeitet unb nicht nur die öffentlichen Stellen Italiens und die Privatsammler, sondern auch das Ausland veranlaßt, dazu beizusteuern. Auf diese Weise wird nun eine einzigartige Sammlung in den Prachtsälen zu sehen sein, die einst die Mitglieder der florentinischen Staatsbehörde bewohnten. Unter den Schätzen ragt die Sammlung hervor, die der Großherzog Ferdinand von Toscana zusammenbrachte und die im Jahre 1715 der Aussicht des berühmten Cembalisten Barto- lomäo Christofori unterstellt wurde. Unter den Schätzen dieser Sammlung befindet sich eine Geige, die von Ricolo A m a ti 1662 geschaffen wurde, eine andere, die pon Antonio S t r a d i v a - rius aus dem 3ahre 1690 herrührt, sowie ein Aus aller Welt. Jntenbantenwechsel am Kasseler Staalslhealer. Der Intendant des Staatstheaters in Verwaltung der Stadt Kassel, Edgar Klitsch, ist von seinem Posten zurückgetreten. Die künstlerische Leitung des Theaters hat vorerst Opernsänger Schillings übernommen. Zwischen dem Leiter der Abteilung für Volksbildung der MSDAP. und dem Intendanten Klitsch hatte zuvor eine Unterredung stattgefunden. Don nationalsozialiftischer Seite wurde darauf hingewiesen, daß die Gauführer der NSDAP, seine künstlerische Tätigkeit anerkennen, daß aber in einer Zeit der nationalen Erhebung an führenden Stellen nur Männer stehen könnten, die bis zum Letzten das Vertrauen der nationalen Bevölkerung hätten. Daraufhin hat der Ientendant seinen Rücktritt erklärt. Auf Vorschlag von nationalsozialistischer Seite wurde vorläufig Opernsänger' Schillings mit der Leitung des Theaters betraut. Im Anschluß an die Unterredung wurde der jüdische Dramaturg M i r o w mit sofortiger Wirkung entlassen. Lifte Reichsgastwirtsmesse in Berlin. 3n der großen Ausstellungshalle I am Kaiser- damrn in Berlin wurde die elfte Reichsgast Wirtsmesse eröffnet. Weit über 200 Aussteller zeigen, was von Klein- und Großbetrieben für Küche und Keller benötigt wird. Reuerungen bringt die Metallwaren- und Ma- fchincnindustrie an Apparaten und technischen Einrichtungen zur Verbesserung und Verbilligung der Wirtschaftsführung. Eine Sonderschau „Gast - stättenbeleuchtung" zeigt, mit wie geringen Mitteln jeder Gastraum und jede Fassade beleuchtet werden kann, und wie kostspielig und unzweckmäßig dagegen die veralteten Beleuchtungs- Methoden sind. Ein besonderer Wettbewerb der Angestellten des Gaststättengewerbes wird Anregungen geben für ein vernünftiges und zweckmäßiges Ausbessern derTisch--und Bettwäsche. Täglich findet von vormittags bis 20 Mr ein großes Schau- und Sportkegeln statt, an dem sämtliche Berliner Kegelvereine beteiligt sind. Violoncello mit dem Wappen der Medici. Die Amati-Geige, deren Wert auf 2 Millionen Lire geschätzt wird, ist ungewöhnlich groß. Erst vor kurzem erhielt der Lautenspieler Antonio Sca- r a m p e l l a . ein besonders guter Kenner des ältesten Geigenbaus, die schwierige Aufgabe, den Deckel des Instrumentes abzunehmen, um dem im Innern hausenden Holzwurm zu Leibe zu gehen. Der Eingriff gelang glücklich, und der bereits bedrohte Ton der einzigartigen Geige wurde gerettet. Eine der berühmten Geigen, die von Stradivarius für die Medici angefertigt wurden, hatte den Namen „Die Toscanerin" erhalten: man schreibt ihr eine besonders reiche Tonfülle zu; sie wurde dem Hause Lothringen von einem Engländer abgekauft, und ist jetzt auf die Ausstellung geliehen. Mailand liefert eine Anzahl hervorragender Violinen, wird aber noch von Cremona, der Heimat der Meistergeigen, übertroffen, beim diese Stadt füllt einen ganzen Saal mit Reliquien und Instrumenten von Stradivarius. Parma hat die kleine Orgel des Claudio M i r u l o geliefert und Modena Violinen und Violoncellos mit köstlicher eingelegter Arbeit, die von Galli für die Este-Fürsten geschaffen wurden. Aus dem Süden find die reichsten Beiträge aus Neapel gekommen, das herrliche Instrumente der berühmten Geigenbauerfamilie Gagliano sandte, sowie eine Stradivarius-Harfe mit 27 Saiten, die mit einer Sirene und Cherubs geschmückt ist. Sehr kostbare Gegenstände sind vom Pariser Konservatorium bei- gesteuert worden. Daß die große Ueberlieferung nicht unterbrochen ist und auch heute noch in Italien vorzügliche Saiteninstrumente hergestellt werden, zeigt die moderne Abteilung. Ein illustrierter Katalog gibt einen Ueberblitf über die Saiteninstrumente in Italien von den frühesten Zeiten bis zur Geaenwart und stellt einen wichtigen Beitrag zur Instrumentenkunde bar. F. G. Zeitschriften. — „Deutsche Ration", unabhängige Monatsschrift für Gestaltung des Reiches, Verlag 3. 3. Weber, Leipzig Die „Deutsche Ration" stellt sich in den Dienst des nationalen Wiederaufbaus unseres deutschen Vaterlandes, sie will die Drücke schlagen zwischen den Führern des Staates und denen, deren Einsatzbereitsschaft zu nationaler Aufbauarbeit noch ungenutzt der Berufung harrt. Heft 4 ist im besonderen darauf abgestimmt, die 3ntereffen und Forderungen der nationalen deutschen Polizeibeamtenschaft im allgemeinverständlicher Form der Oeffenllichkeit zugängig zu machen. Aus der Provinzialhauptstadt Buntes Allerlei Industrie- und Handelskammer Gießen elt. Ztaalskhealer. »in Berwaltu.ig 'j|t von feinem lüMerische Lei- lchWrTchil. m Leiter der Ad- AP. und dem Ln- eine Unterredung Wischer Seite ie Eausührer der gleit anerkennen, ilen Erhebung an ehen könnten, die ’r nationalen Le der Lentendant >lag von national- ufig Opernsänger • de; Theaters bc- . rebung wurde der il sofortiger Wir- die Ruhe und Stetigkeit im Wirtschaftsleben empfindlich gestört werden würde. Obwohl auch schon rein zahlenmäßig der Einzelhandel in den einzelnen Kammern gut vertreten sei, ständen die Kammern dem Gedanken durchaus freundlich gegenüber, auch den nicht handelsgerichtlich eingetragenen Einzelhandelsfirmen eine Vertretung in den bei den Kammern gebildeten Einzelhandelsabteilungen einzuräumen. Zur Prüfung der Vorlage wird eine Kommission aus fünf Herren gebildet. Line Reufeslsehung der Linheilswerte auf den 1. Januar 1934 wird angesichts der feit 1931 eingetretenen Wertverschiebungen für unumgänglich gehalten. Bei der Bewertung der Mietwohngrundstücke soll von der Nettomiete' ausge- gongen werden, deren Begriff genau umschrieben werden muß. Als Bewertungsmaßstab für Villen und Fabrikgrundstücke soll nicht mehr der Wehr- beitragswert, sondern der gemeine Wert dienen. Auch eine Neufestsetzung der Multiplikatoren mit dem Ziel einer Vereinheitlichung für größere Veranlagungsbezirke ist anzustreben. Die Offenlegung der Einheitswerte ist beizubehalten, daneben sind aber auch Einzelmitteilungen notwendig. Als das von der Kammer zu bestellende Mitglied für das Finanzgericht in Darmstadt wird Herr Bankdirektor Grießbauer bestimmt. Nach einem Erlaß des Herrn Ministers des Innern an die Provinzialdirektion und Kreisämter vom 7. Juni 1932 hatte der 1. November 1932 als äußerster Termin zu gelten, bis zu welchem kommunale Steuervorauszahlungen erhoben werden dürfen. Wenn auch die Einstellung der Erhebung von Steuervorauszahlungen einem schon lange gehegten Wunsche der Handelskammer entspricht? so kann sie sich doch mit der Art der steuertechnischen Durchführung des Systemwechsels M. Mfanfe. D? ’ MeUt W K-n. St 6oP M^'rh “»»■ 3«nu“ Änf’ 1 Kultur. 2uf, swS. '1 Ratholifcn ° n3honalt (V, ti» Ur tln9en, xn. Dec 016 repcchntati- 5 ^om 1. April L.20, eine •nftalten, an bet men. deshalb nicht einverstanden erklären, weil der Besteuerung Werte zugrunde gelegt werden, die zwei Jahre zurückliegen, also in Wirklichkeit vielfach nicht mehr vorhanden sind. Den Steuerpflichtigen ist aber auch nicht mit Steuernachlässen aus Billigkeitsgründen, oder mit Steuerstundungen gedient. Der steuerlichen Gerechtigkeit kann nur mit der Wiedereinführung des dreijährigen Durchschnitts Genüge geschehen. Die vom Institut für Wirtschaftsprüfer aufgestellte Gebührenordnung begegnet seitens der Wirtschaft ernsten Bedenken. Auch die Kammer teilt diese Bedenken und gibt dem Verlangen Ausdruck, daß ein gerechter Ausgleich zwischen den Interessen der Wirtschast und denen der Buchprüfer gesucht und gefunden wird. In einer Denklchrift des Verein» der Tabak- industriellen von Gießen und Umgebung an den Herrn Reichskanzler und an den Herrn Hessischen Staatspräsidenten werden zur Behebung der schweren Notlage in der Zigarrenindustrie feite Ausstellung „Stadt und Land" Oer Beginn der Gießener Frühjahrs Werbewoche. Seit über sieben Jahren wird in Indien an dem Bau eines riesigen Wasserkraftwerkes gearbeitet, dessen bisher vollendeter Teil vom Bizekvnig kürzlich in feierlicher Weise eingeweiht wurde. Zunächst werden durch das Werk 13 große Städte des Pendschab — des Fünfstromlandes — sowie weite Landstrecken dieses Gebietes und einiger angrenzender Staaten mit Strom für industrielle und häusliche Zwecke versorgt werden, und wenn die beiden anderen Teile des großangelegten Planes, an deren Aus- ührung gearbeitet wird, erst fertiggestellt sind, wird das ganze, umfangreiche Pendschab mit einem Lleberfluß der billigen elektrischen Kraft so reichlich versorgt sein wie England. Die Grundlagen für das gewaltige Unter- nehmen waren recht einfach In dem kleinen Gebirgsstaat Mandi im Bordwesten des Pend- schab-Gebietes fließen zwei Ströme parallel, der Uhl und der Rana. Durch einen Ausläufer des Dauladar-Gebirges werden die beiden Flüsse getrennt und der Rana verfolgt seinen Lauf rund 1000 Meter tiefer als der Uhl. Man mußte nun durch das zwischen den beiden Flüssen liegende Gebirge einen Tunnel bohren, um das Wasser des Uhl 1000 Meter hinab zum Rana stürzen zu lassen. Das Werk in seinem jetzigen Ausbau ermöglicht em Gesälle von 600 Meter und die Ausnutzung von 150 Kubikfuß Wasser in der Sekunde. Ist die Anlage vollkommen fertig, so wird das ganze Wasser des Uhl über ein Gesälle von 1000 Meter ausgenuht werden können. So einfach wie die Ueberlegung, so schwer war die Ausführung, deren Kosten sich bis jetzt auf nahezu 1 00 Millionen Mark belaufen. Erschwerend fiel ins Gewicht, daß in weitem Umkreis von dem Entstehungsort des Kraftwerkes sich nicht die kleinste Ansiedlung befand. Daher mußte zuerst ein Dors angelegt werden, in dem die fünftausend Arbeiter mit ihren Familien Unterkunft finden konnten. Für die Kinder mußten Schulen eingerichtet werden. Krankheiten wie Cholera und Typhus Ein indisches Riesenkrastwerk Triumph der Technik im Iünfstromland. Das Stadttheater in der Werbewoche. 2lus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In der Werbewochc vom 26. März b.s 2. April gewährt die Intendanz allen auswärtigen Theaterbesuchern gegen Vor- zeiaung der Fahrkarten oder eines anderen AuS- weises auf allen Plätzen 20°/o Preisermäßigung »u allen Wochentagsvorstellungen. Als 25. Bor- stellung im Dienstag-Abonnement kommt morgen 20 Uhr unter der Spielleitung des Intendanten Gerhart Hauptmanns Schauspiel „Bor Sonnenuntergang" mit Intendant Dr. Rolf P r a s ch in der Rolle des Geheimrats Clausen zur Ausführung. Gewöhnliche Preise. Ende 23 Uhr. — Mittwoch, 29. März, von 19.30 bis 22.30 Uhr, Wiederholung der Operetten-Reuheit: «Glückliche Reise" von Künnecke (Leitung: (W r e d e - M o e h l - B ä u l k e) als 24. Borstel- lung im Mittwoch-Abonnement. Operettenpreise. Brand im Schiffenberger Wald. Gestern gegen 14.30 Uhr bemerkten Spaziergän- gcr im Distrikt 110 im Schisfenberger Wald am Schreiberweg einen großen Waldbrand und benachrichtigten fofeyrt die Polizei. Die alarmierte Feuerwehr rückte wenige Minuten spater aus. Unter Führung von Oberförster Lippe, der sofort zur Stelle war, wurde der Brand mit Reisig und Schippen ausgeschlagen. Eine große Anzahl Spaziergänger, Damen und Herren, war dabei behilflich. Der R a d e l h o l z b e st a n d m Eine germanische Königshalle. Eins der eigenartigsten Gebäude, die es auf deutschem Boden gibt, ist die „Tor-Halle", die in Lorsch an der Bergstraße als der wichtigste Rest des dort im Jahre 763 gegründeten Reichs- klosters steht. Was an diesem uralten Denkmal besonders auffällt, das ist der farbige Schmuck der beiden Fassaden, die sich über den drei gleich hohen Torbogen erheben: es ist ein Mosaik aus weihen und roten Steinplatten von drei-- und sechseckiger Form. Die verschiedensten Deutungen sind unternommen worden, um dieses ehi> würdige deutsche Baudenkmal zu erklären, aber erst durch die Grabungen der letzten Jahre hat man erkannt, daß es sich hier um eine germanische Königshalle in Deutschland handelt, wie Prof. Friedrich Behn in der „Lefestunde" ausführt. Durch die Grabungen, die 1927 und 1928 auf dem Gebiete der Klosterkirche stattfanden, wurde die Torhalle in ein ganz neues Licht gerückt. Es erwies sich nun, daß der Bau nicht die Eingangshalle des Klosters war, to:e man bisher angenommen, sondern ursprünglich vollständig frei wie ein Triumphbogen im Borhof der Klosterkirche stand. Die alten Wandmalereien, die im Innern der Kirche aufgedeckt wurden, offenbarten in ihren übereinanderliegenden Schichten eine zeitliche Stufenfolge von vorkarolingischer bis spätgotischer Zeit. Ebensowenig wie als Torhalle des Klosters konnte das Denkmal als Wächterstube gelten, da es augenscheinlich der vornehmste Bau des Klosters war, und auch mit der Gruftkapelle des ostkarolingischen Herrscherhauses, die hier für Ludwig den Deutschen errichtet wurde, hat der Torbau nichts zu tun, da diese Kapelle bei den Ausgrabungen in unmittelbarem Anschluß an den Ostchor wiedergefunden wurde. Es kann sich hier nur um eine Königshalle handeln, die dazu bestimmt war, den Fürsten aufzunehmen, wenn er das Kloster besuchte. Aehnliche Königs- Hallen der Germanen aus der Dölkerwanderungs- zeit sind anderweitig bekannt geworden: auch im Kloster Farsa in den Sabinerbergen gab es ein solches „Palatium", in dem die deutschen Kaiser bei ihren Romsahrten abstiegen. Die Torhalle von Lorsch, die am Eingänge der mittelalterlichen deutschen Baukunst steht, macht in ihrer Formen- spräche doch einen fremdartigen Eindruck. Gewiß ist das Borbild der römische Triumphbogen. und diese Ausnahme der Antike entsprach dem Geist der ..karolingischen Renaissance", die noch ganz organisch an die Kultur des Altertums an» knüpfte. Aber so klassisch-antik die Bauform ist, so unklassisch ist der Schmuck. Hier handelt es sich um orientalische Anklänge, die sich im Osten bereits in viel früherer Zeit nachweisen lassen. Die persönlichen Beziehungen Karls des Großen zu dem Kalifen Harun al Raschid waren ein sichtbarer Ausdruck für diese Begegnung von Ost und West, w:e sie sich in der Sympathie der beiden größten Herrscher ihrer Zeit zeigte. Die- selben Zusammenhänge zwischen abendländischer Kultur und Kunst spiegeln sich in dem Lorscher Baudenkmal, das eine germanische Königshalle war. in Berlin. Ml am Kaiser- ■Ute Reichste it übcr200 Hein' und Groh« r benötigt wird, raren» und Mach technischen Sin- । Verbilligung der Krschau »Gast« t, mit wie gerin- b jede Fassade be- kostspielig und unten Deleuchtungs» Wettbewerb Mättcngcwerbes vernünftiges und »er Tisch- und von vormittags Schau- und sämtliche ‘Berliner der Medici. ®ic 2 Millionen Lire grob. Erst v°r c Antonio vca- iter Kenner des jgc Aufgabe, den men, um dem Leibe zu gehen- ,h dec bereits be- qe mürbe gerettet. M einen ganze .gier Albern ylus Haffen - jeapel itnte-v; ioWie eine ' fan?j! mlt einer -he UWtqlien Md-n, fk" Äw / Hilgen f.G. Am gestrigen Sonntagvormittag wurde als Auftakt der Gießener Frühjahrs-Werbewoche die Ausstellung „Stadt und Land" in der Turnhalle am Oswaldsgarten eröffnet. Zur festgesetzten Stunde hatten sich neben den Ausstellern und ihrem Personal zahlreiche geladene Gäste kinaesunden, aber auch Interessenten aus der Bürgerschaft waren schon zahlreich erschienen. Der Vorsitzende des Verkehrsvereins, Stadlratsmitglied Schmieder, leitete die schlichte Eröffnungsfeier mit einer kurzen Ansprache ein, in der er allen an der Bor- bereitung der Ausstellung beteiligten Personen insbesondere den Borstandsmitgliedem Derwal- tungsoberinspektor Müller und Kaufmann L >eb, ferner den Ausstellern für die vortreffliche Herrichtung der Stände den Dank und die volle Anerkennung des Berkehrsvereins übermittelte. Ferner wies er noch in einem kurzen Rückblick auf die großen Schwierigkeiten bei der 23er- anstaltung der Ausstellung auf das Bemühen hin. auch auf diesem Wege die enge Verbundenheit der Interessen von Stadt und Land zu betonen und vom Berkehrsverein alles zu tun, um der Wirtschaft in Gießen und in Oberhessen neue Antriebskraft zuzuführen. Er betonte schließlich noch, daß der Berkehrsverein nicht Selbstzweck sei, sondern nur für den Dienst zum Besten der Allgemeinheit in Betracht komme, daß der Verein selbstlos arbeite und darum fein Wirken und feine Werke allgemeine Anerkennung, insbesondere auch durch Erwerbung der Mitgliedschaft durch alle Kreise der Geschäftswelt verdiene. Bürgermeifter Dr. Hamm (Gießen) brachte als Vertreter der Stadt Gießen und als erster Bundesvorsitzender des Berkehrsbundes Oberhessen deren beste Wünsche für einen vollen Erfolg der Ausstellung zum Ausdruck. Er betonte dabei ebenfalls die Interessengemeinschaft von Stadt und Land, von Provinzialhauptstadt und Provinz, würdigte mit anerkennenden Worten die Tätigkeit des unermüdlich schassenden Verkehrsvereins, wie auch die sehenswerte Herrichtung der Ausstellung und betonte in kurzen Worten die dringende Rotwendigkeit der unablässigen, regen Verkehrswerbung für unser Oberhessen und dabei auch für Gießen. Ein Rundgang durch die Ausstellung im Anschluß an deren Eröffnung durch den Verkehrsvereinsvorsihenden S ch w i e d e r brachte den Besuchern viel Interessantes. Die Ausstellung zeigt durch geschickte Ausnutzung des Raumes der Turnhalle einen vielseitigen Ausschnitt aus der heimischen Wirtschaft und den mannig- u. a. die folgenden Vorschläge gemacht: Ermäßigung der Banderole für die Zigarren von 23 auf 20 d. $)., Befreiung der Banderole von der Umsatzsteuer und Wegfall der Ausgleichsteuer auf die Einfuhr von Rohtobak. Die Kammer wird diefen dringlichen Wünschen der Zigarrenindustrie die erforderliche Unterstützung angedeihen lassen. Die Kammer hat sich durch den Hessischen Industrie- und Handelskammertag beim Deutschen Industrie- und Handelstag für Aufhebung der Gemeindebier st euer eingesetzt. — Die praktische Durchführung des landwirtschaftlichen Vollstreckungsschuhes bereitet besonders denjenigen Unternehmungen in Industrie und Handel, die vorwiegend Landkundschaft haben, schwerste Sorgen. Es muß immer und immer wieder von den Vollstreckungsbehörden ge- fordert werden, daß sie bei der Handhabung der Verordnung nicht allein den Schuldnerschutz in den Vordergrund rücken, sondern daß auch die berechtigten Ansprüche der Gläubiger die gebührende Berücksichtigung finden. forderten ihre Opfer, und die Hindernisse, denen der Transport und die vorbereitenden Jngenieursarbei- ten begegneten, waren außerordentlich. Im Februar 1926 konnte endlich mit den Arbeiten begonnen werden, aber erst zwei Jahre später konnte die Eisenbahn von ihrem Endpunkt Pathan- kot bis zur Stätte des zukünftigen Kraftwerkes durch- geführt werden, und während dieser zwei Jahre muhte alles Material über eine Strecke von 170 Kilometer auf Lastkraftwagen herbeigeschafft wer- den. lieber 3000 Tonnen Maschinen ujm. wurden aus diese Weise transportiert. Auf beiden Seiten des Gebirges mußten Wege angelegt werden, auf denen weitere 115 000 Tonnen Material herangebracht wurden. Da diese beiden Wege auf dem Gipfel des Gebirges nicht vereinigt werden konnten, war eine Bahnquerverbindung notwendig, die in 2300 Meter Höhe durch Granitfelsen gelegt werden mußte. Ebenso war die Durchstohung des Tunnels für die Wassermassen eine Arbeit, die an die Geschicklichkeit der Ingenieure und an die Ausdauer und Leistunas- fähigkeit der eingeborenen Arbeiter die größten Anforderungen stellte. Auf einer Strecke von vier Kilometer erfolgte die Bohrung und immer wieder geschahen Einbrüche und Ueberflutungen durch große Wasser- massen. Infolge der häufigen Zusammenstürze mußten in dem Felsmassiv große Höhlungen ausgefüllt werden, von denen eine allein 10 000 Kilogramm Material erforderte. Im März vergangenen Jahres, über vier Jahre nach Beginn der Bohrung, stießen die beiden Tunnelenden mitten im Gebirge zusammen. Die Arbeiten waren so genau ausgesührt, daß der Irrtum sich nur auf dreiviertel Zoll waagerecht und ein Zehntel Zoll senkrecht belief. Nun ist das größte Kraftwerk, das je von britischen Ingenieuren hergestellt wurde, schon soweit fertig, daß die Turbinen bei 428 Umdrehungen in der Minute 132 000 Volt erzeugen, und der Triumph der Technik und der weißen Kohle ihren Siegeszug auch durch Indien antreten können. Ein merkwürdiger See in Afrika. Daß gewisse Gebilde der Erdoberfläche durch außerirdische Vorgänge entstanden sind, war bis vor 40 Jahren unbekannt. Damals wurde der Meteorkrater des Coon Dutte beim Diable- Cannon in Arizona als eine Aushöhlung erkannt, die durch den Aufprall einer riesigen Meteormasse entstanden sein muß. Seitdem hat man verschiedene solcher Krater mit mehr oder weniger Sicherheit bestimmt. Der Merkwürdigste unter ihnen dürfte der Bosumtwi-See im afrikanischen Ober-Guinea sein, über dessen nunmehr gelöstes Rätsel Dr. Richard Uhden in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" nähere Mitteilungen macht. Mitten im Urwald befindet sich ein fast kreisrunder, 60 bis 70 Quadratkilometer großer und 7,50 Kilometer im Durchmesser haltender See, dessen tiefster Punkt 73 Meter unter dem gegenwärtigen Wasserspiegel liegt. Die Ufer* wände fallen ringsum sehr steil ab und bilden eine vollkommene Hohlform, deren größte Breite 13 Kilometer ist. Da es im weitesten Umkreis keine Seen gibt und der Bosumtwi demnach ein völlig isoliertes Gebilde darstellt, hat man sich über seine Entstehung lange den Kopf zerbrochen. Für vulkanischen Ursprung sprechen keine Anzeichen, und das Seebecken kann erst in geologisch junger Zeit aufgetreten fein, da nirgends bisher Wasserläufe seine Ränder zu Durchschneiden vermochten. Durch einen Vergleich mit dem Arizona- Krater und durch Hinweis auf die ringförmigen Gebilde der Mond-Oberfläche, die man ebenfalls durch den Aufsturz von Meteoren erfärt, ist man nun zu einer befriedigenden Erklärung der Entstehung dieses seltsamen Sees gekommen. Allerdings wurde Meteoreisen, das sich in der Umgebung des Arizona-Kraters so reichlich findet, nirgends festgestellt. Der Bosumtwi-Meteor kann daher nicht aus Rickeleisen bestanden haben, sondern muh von steiniger Beschaffenheit gewesen sein. Sehr interessant sind die Veränderungen in dem Gewässernetz, die der Meteor hervorgeruten hat. Das System des Buonim, eines Reben- flusses des Anum, wurde vollständig vernichtet, und statt dessen trat ein in sich geschlossenes System des Sees auf; auch fein Wasserhaushalt ist sehr merkwürdig. Die jährliche Regenmenge, die in diesem Gebiet etwa 160 Zentimeter beträgt, erhöht beständig den Spiegel des Sees, da div Verdunstung bet der hohen Luftfeuchtigkeit gering ist. Infolgedessen müssen die Eingeborenen immer wieder vor dem Steigen des Wassers zurückweichen. Da das Wasser vollkommen süß ist, nimmt man an, daß der See einen unterirdischen Abfluß hat, der jedoch nicht genügt, um das zuströmende Wasser abzuführen. Das Wasser des Sees dürfte daher in absehbarer Zeit den Kraterrand überfluten und eine Verbindung mit dem Anum Herstellen. Die Eingeborenen, die um den See herumwohnen, die Aschanti, halten ihn für heilig und behaupten, häufig auf dem Wasserspiegel einen Fetisch in Gestalt eines weißen Wesens zu sehen, dessen Erscheinen von Getöse und Aufwallen des Wassers begleitet sein soll. faltigen Beziehungen zwischen Stadt und Land. Die Firmen Reinig (Seltersweg) und Hensel Rachf. (Walltorstraße) sind mit Stahlwaren, Erzeugnissen der Kleineisenindustrie usw. der verschiedensten Art für Stadt und Land erschienen. Das Konfektionshaus C. Frensdorf zeigt Bekleidungsstücke aller Art, die Firma Reumeyer läßt ihre Schuhwaren sehen: beides unter sportlichem Gesichtspunkt mit entsprechender Erweiterung sieht man in dem Stand des Sport- Hauses Schwan. Don der Firma Elektro lux werden Staubsauger usw. gezeigt. Die Gießener Gasvereinigung und die Gemeinschaft der Elektrofirmen zeigen Heiz-, Koch- und Heißwassergeräte usw. in vielsältiger Auswahl. Für Rähmaschinen suchen die _ Firmen Singer und Seim, für Polstermöbel die Firma G. Bau und für Oefen die Firma Sommerlad das Interesse zu Wecken. Teppiche und Tapeten zeigt die Firma Zaubert. Mit Musikapparaten usw. ist das Musikhaus von Ernst C h a l l i e r erschienen. Das Gebiet der Landwirtschaft wird in vielseitiger Weise von dem Universität-Tierzuchtinstitut Oberer Hardthof, von der Eier-Ver- wertungsgenossenschaft, vom Hof- gut Winnerod und von der Molkerei Grieb nicht mit theoretischen und ähnlichen Dingen, sondern mit Sachen der Praxis, der Erzeugung und des Verbrauchs gezeigt. Zigarren und alle Tabakwaren halten die Firmen Loeb, M o e s e r und Chambre in der Ausstellung zur Schau und zum Kauf bereit. Für das gewerbliche und das kaufmännische Schaffen zeigen die Vogtsche Handelsschule, das Büro- bedarfshaus Vogt und die Firma Riederhausen & C o. viel Sehenswertes und Interessantes, auch den Besuchern, die für derartige Dinge nicht selbst Verwendung haben. Ein gemütliches Ausstellungs-Restaurant, das von Frau Schmuck geführt und gut versorgt wird, bietet den Besuchern die Möglichkeit, sich bei einer Erfrischung ausruhen zu können. An musikalischer Unterhaltung fehlt es in der Schau ebenfalls nicht. Die Ausstellung war gestern nachmittag bereits stark besucht und sand allenthalben mit Recht volle Anerkennung. Die Besichtigung der Ausstellung ist dis einschließlich 2. April täglich von 10 bis 19 Uhr ununterbrochen möglich. Riemand sollte versäumen, diese Schau zu besuchen! Die Landbevölkerung möge am nächsten Mittwoch bei ihrem Besuche des Pferdemarktes auch diese Ausstellung aufsuchenl lieber die Sitzung der Industrie- und Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach, die am 23. März in Gießen stattfand, wird uns von der Kammer folgender Bericht übermittelt: Vor Eintritt in die Tagesordnung gedenkt der Herr Vorsitzende der großen und gewaltigen Ereignisse der letzten Monate. Er gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß der große Sieg der nationalen Bewegung Ordnung und Sauberkeit bringen und der Wirtschaft die Grundlage geben werde, auf der sie aufbauen kann. In den vergangenen Jahren bat es hieran vielfach gefehlt, und bei der großen Unsicherheit einerseits und der steuerlichen Uederlastung anderseits sind unendliche Schäden angerichtet worden und zahllose Betriebe zusammengebrochen. Der Herr Vorsitzende erinnert in diesem Zusammenhang an das Wort des großen Preußenkönigs: „Der Berg ist überschritten, nun wird es leichter gehen", und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß sich dies nun auch von^der weiteren Entwickelung sagen lassen möge. — Ferner berichtet der Herr Vorsitzende über den Besuch der Präsidenten der hessischen Industrie- und Handelskammern bei dem Herrn Staatspräsidenten, der den oorgetraaenen Wünschen der Wirtschaft nachdrückliche Förderung zusagte. Der Versammlung wird der Entwurf einer Eingabe des Hessischen Industrie- und Handelskammertages an den Herrn Staatspräsidenten vorgelegt, in welcher zum Ausdruck gebracht wird, daß durch die geforderte Errichtung von Einzelhandelskammern die bisherige harmonische und gedeihliche Zusam- . menarbeit von Industrie, Großhandel und Kleinhandel in den Kammern unterbrochen und damit I dem betreffenden Distrikt, der etwa 208 Hektar groß ist. dürfte nach Angabe der Oberförfterei zu zwei Dritteln vernichtet sein. Bei dem Ablöschen des Brandes wurde eine Tabakpfeife ohne Deckel gefunden, fo daß anzunehmen ist, daß dieser Waldbrand auf Fahrlässigkeit zurückzuführen ist. Um 15.40 Uhr rückte die Wachmannschaft der Feuerwache von der Brandstelle ab. Lauterbach ebrf den Reichskanzler und den hessischen Staatspräsidenten. WSR. Lauterbach, 25. März. In der gestrigen Gemeinderatssihung wurde ein nationalsozialistischer Antrag eingebracht, demzufolge Der seitherige „Hohhausplatz", auf dem das Kriegerdenkmal von 1870/71 steht, in „Adolf - Hitler - Platz" umbenannt werden soll. Ferner beantragte die nationalsozialistische Fraktion, in Anbetracht der Beziehungen, die den neuen hessischen Staatspräsidenten durch seine frühere Tätigkeit in Lauterbach mit unserer Stadt verbinden, Professor Dr. Werner zum Ehrenbürger der Stadt zu ernennen. Der Gemeinderat nahm beide Anträge einmütig gegen die Stimmen dreier sozialdemokratischer Gemeinderäte an. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslag nachmittag geschlossen. SJ.-fpor/ Gießener Fuß- und Handball-Ergebniffe Der vergangene Sonntag brachte eine Reihe von Spielen, die zum Teil hier, zum Teil auf auswärtigen Plätzen stattfanden. Die 1. Elf der Spielvereinigung 1 900 wartete zur allgemeinen freudigen Aeberraschung im Verbands- spiel zu Ockershausen mit einem Sieg auf, der, wenn er auch knapp ausfiel, doch ein ehrenvolles Ergebnis bedeutet. Mit 0:1 Toren entschieden die Gießener den Kampf für sich. Die 2. Mannschaft weilte in Lollar und mußte sich dort über Erwarten hoch mit 6:2 Toren geschlagen bekennen. Mit diesem Sieg konnte sich Lollar die Meisterschaft der 2. Bezirksklasse sichern. Die 3. Mannschaft konnte sich gegen die spielstarke 2. Elf des VfR. Butzbach mit 3:1 (1:1) Toren erfolgreich behaupten. Die 4. Mannschaft verlor gegen eine kombinierte Mannschaft von Daubringcn knapp mit 1:0 Toren auf dem Platz des Gegners. Die 1900er begingen allerdings den Fehler mit nur acht Mann anzutreten. Die 1. Äugend gewann gegen DfD. Aßlar I auf eigenem Platz mit 5:2 Toren. Die 2. Jugend schlug die 1. Jugend von Wiescck mit 6:2. Einen beachtenswerten Sieg errang die 1. Handball-Mannschaft der Spiel- vereinigung 1 9 0 0 indem sie die schwer zu nehmende Elf des Polizeisportvereins Butzbach auf dem Platz in Butzbach mit 7:10 Toren schlug. Die Blau-weißen waren in hervorragender Form. Die 2. Handballelf war gegen die 2. Elf des gleichen Bereins mit 7:3 erfolgreich. Von den Mannschaften des VfB. Gießen traten gestern nur zwei in Aktion. Die 2. Els konnte sich gegen die 1. Mannschaft von „Teutonia" Laubach auf dem Waldsportplatz mit 4:2 siegreich behaupten. Die 3. Mannschaft errang gegen die 1. von Steinbach ebenfalls einen Sieg von 4:1 Toren. Das Spiel der 1. Jugend fiel aus, da der Gegner (Lich) nicht antrat. Fußball in Heffen-Hannover Die Meisterschaftsspiele des Sonntags standen im Zeichen des Abstiegskampfes. In Hersfeld blieben die Hessen über Spielverein Kassel mit 4:1 Sieger, nachdem der Kampf bis zur Pause noch torlos stand. Da Tura Kassel Göttingen 05 glücklich mit 1:0 schlagen konnte, dürfte Spielverein oder Göttingen 05 den Weg in die zweite Klasse antreten. Hermania Kassel fertigte Germania Marburg mit 6:1 ab und Borussia Fulda schlug in ihrem letzten Berbandsspiel die Marburger Kurhessen mit 7:1. Im Privatspiel behielt SE. 03 Kassel über den Lokalrivalen Kurhessen mit 4:2 die Oberhand. Vorentscheidungen in den süddeutschen Endspielen. Bei den süddeutschen Endspielen, die sich ihrem Abschluß nähern, sind am Sonntag wichtige Borentscheidungen gefallen. In der Abteilung II steht fest, daß für die beiden ersten Plätze der Tabelle nur noch die Frankfurter Mannschaften Eintracht und Fußballsportverein in Frage kommen. Mit Lieberraschungen wartete die Abteilung I auf. München 60 und 1. FL. Rürnberg wurden auf eigenen Plätzen von Waldhof bzw. Bayern München geschlagen, so daß hier der Ausgang der Kämpfe wieder völlig offen ist. Bei den Spielen in der A b t e i l u n g I wandte sich das Hauptinteresse der Begegnung 1. FL. Rürnberg gegen Bayern München zu, die in Nürnberg vor 15 000 Zuschauern zum Austrag kam. Es wurden nur mäßige Leistungen gezeigt. Die Bayern sicherten sich einen 2:0-(2:0-)Sieg. Die zweite Lleberraschung war im Spiel München 60 gegen SV. Waldhof fällig. Waldhof überraschte die 7000 Zuschauer mit einer sehr guten Leistung. Das entscheidende Tor des l:0-Spieles fiel nach der Pause. Der FK. Pirmasens erreichte zuhause gegen die SpVg. Fürth ein 1:1 (0:1). Fürth tarn noch glimpflich fort. In der Abteilung II brachten die Spiele durchweg die erwarteten Ergebnisse. Eintracht Frankfurt kam auf dem gefährlichen Gelände in Karlsruhe zu einem verdienten 3:2(2:1)-Sieg über den KFV. FSV. Frankfurt schlug zuhause vor 8000 Zuschauern Phönix Karlsruhe mit 2:1 (2:0). Die fast ständig überlegen spielenden Frankfurter hätten auch einen höheren Sieg verdient. Mainz 05 konnte in Stuttgart gegen die Kickers ein ehrenvolles und verdientes Unentschieden von 1:1 (0:0) erreichen. Wormatia Worms konnte zuhause Union Bückingen mit 6:1 (2:1) überlegen abfertigen. WaMaufmeisterschasten der Gruppe Main. Siegel (post Frankfurt) Meister. Auf gut markierten Strecken wurden am Sonntag bei herrlichem Wetter im Frankfurter Staüt- wald die Waldlausmeisterschaften der Gruppe Main ausgetragen. Beteiligung und Ergebnisse befriedigten. 3n der Meistertlasse streckte der vorjährige Sieger S e i f f e r t vorzeitig die Waffen. Rach etwa 5000 Meter lag Siegel knapp vor Schröder in Führung. Er hielt den Vorsprung nicht nur, sondern konnte ihn bis ins Ziel sogar noch auf 100 Meter vergrößern. Im Mann- schastslauf siegte der Post SV. Spannende Kämpfe und gute Leistungen gab es auch in den übrigen Klassen. Um die deutschen Motorrad- Meisterschaften. 1. Lauf: Eilenriede-Rennen. Die deutsche Motorrad-Rennsaison wurde am Samstag in Hannover mit den beiden ersten Rennen der Klassen 250 und 350 Kubikzentimeter eingeleitet. In der kleinsten Klasse siegte der Engländer Davenport auf Rew Imperial vor dem Kölner Soenius, Kirchner und Geis. In der anderen Klasse war der Düsseldorfer Schneider, ebenfalls auf einem ausländischen Erzeugnis, Velocettes, erfolgreich. Fleischmann, Bodmer und D e r t h o l e t belegten die folgenden Plätze. Bei den Rennen des Sonntag (über die wir noch eingehender berichten), die vor 65 000 Zuschauern ausgetragen wurden, gewann R ü 11 - cb en-Erkelenz auf RSLl. mit einem Stunden- Sieg und Niederlage. Rugby: Frankreich - Deutschland 38:17(9:13) Vor 40 000 Zuschauern kam am Sonntag in Paris der Rugby-Länderkampf Deutschland—Frankreich zu in Austrag. Erhebend war der Moment, als die 40 000 Zuschauer, über deren Köpfen neben der Trikolore die schwarzweihrote Reichsflagge wehte, das Deutschlandlied anhörten. 9m Spiel schlug sich die deutsche Mannschaft ganz hervorragend und erzielte ein Ergebnis, das auch von den Franzosen als durchaus ehrenvoll bezeichnet wurde. Man sah jedenfalls, daß die deutsche Rugby- Mannschaft in der letzten Zeit wieder wesentliche Fortschritte gemacht hat. Bei der Pause lagen die Deutschen, unter denen sich der Frankfurter Haux, sowie die beiden Hannoveraner Heine und Tasker besonders auszeichneten, sogar mit 13:9 in Führung. Die Punkte für Deutschland waren durch erhöhte Versuche von Loos und Viegten, sowie durch einen weiteren Versuch von lasier erzielt worden. Rach der Pause wurden die routinierteren Franzosen dank ihrer vorzüglichen Dreiviertelreihe stark überlegen, sie kamen zu sieben Versuchen, von denen vier erhöht wurden. Einige Versuche waren allerdings nicht ganz einwandfrei. Erst im letzten Moment konnte Heine durch einen Dropkick das Ergebnis noch auf 38:17 verbessern. Hockey: Deutschland siegt mit 3:2 (0:0) Zum Hockey-Länderkampf auf dem Berliner Preußenplatz fanden sich am Sonntag bei schönem Wetter 8 0 0 0 Zuschauer ein. Die französische Mannschaft wurde vom Publikum sehr freundlich ausgenommen und erhielt auch später Beifall, als sie ein über Erwarten gutes Spiel lieferte. Die deutsche Els konnte dagegen nicht voll befriedigen. Sie spielte vor allem in der ersten Halbzeit sehr unsicher und vergab manche Torchance. Die Franzosen waren in dieser Zeit ein völlig ebenbürtiger Gegner. Rach dem Wechsel wurden die Deutschen mit ihrem stilreineren Spiel zwar überlegen, aber eine wirklich gute Leistung erreichte unsere Mannschaft nie, und auch der knappe 3:2-Sieg bleibt hinter dem zurück, was man erwarten mußte. Eine Enttäuschung bereitete vor allem die deutsche Läuferreihe. Rach torloser erster Halbzeit wurde Deutschland nach Wiederbeginn deutlich überlegen, und bald fiel auch durch Scherbarth auf Vorlage von Schmitz der Führungstreffer. Schmitz verwandelte in der 19. Minute eine Vorlage von Katzenstein zum zweiten Treffer. Durch Goubert erreichten die Franzosen einen Gegentreffer. 9n der 29. Minute konnte zwar Kurt Weiß für Deutschland auf 3:1 erhöhen, aber schon wenig später verringerten die Franzosen die Tordifferenz durch einen Treffer von Soule auf mittet von 97,7 Kilometer Öen Meisterschaftslauf der Klasse bis 1000 Kubikzentimeter. Leider gab es auch schwere Unfälle. Der Berliner BMW.-Fahrer Fritz Weber zog sich einen Schädelbruch zu und starb. Kurze Sportnoiizen. Reichspräsident von Hindenburg hat dem ADAC einen Ehrenpreis für den schnellsten Fahrer des diesjährigen ADAC-Avus-Rennens gestiftet. * Zum englischen Eupfinal, das am 29. April stattfindet, sind bereits über 200 000 Kartenbestellungen eingegangen. Da das Wembley-Sta- dion aber nur 93 000 Zuschauer fassen kann, konnte nicht einmal die Hälfte der Kartenbestellungen befriedigt werden. Die englische Sportpresse verlangt deshalb eine Vergrößerung des Stadions aus Mitteln des b 'her bei den Endspielen erzielten Reingewinns. C i l l y A u ß e m und Marielouife Horn errangen beim Tennisturnier in San Rcmo schöne Erfolge. Cilly Außem fertigte Frl. Baumgarten 6:1, 6:1 ab und Fr. Horn blieb der Engländerin Thomas mit 6:1, 6:4 überlegen. * Die Tatsache, daß Deutschland in dieser Saison wieder offiziell mit einem neuen Rennwagen bei den großen internationalen Automobilrennen vertreten sein wird, hat bei den ausländischen Firmen großes Aufsehen erregt. Der Porsche-Wagen wird in vierfacher Ausfertigung bei Horch in Zwickau hergestellt und verspricht der schnellste Rennwagen der Welt zu werden. * ^Berlin — Paris in 18 Stunden, diese automobilistische Glanzleistung vollbrachten die beiden Berliner Ingenieure Macher und E. Voigt auf einem serienmäßigen DKW-Frontantriebswagen Typ „Reichsklasse" mit 600 ccm Zylinderinhalt in der Zeit von Donnerstagabend bis Freitagmorgen. 9 m Fußball-Länderkampf Frankreich- Belgien siegten die Franzosen in Paris mit 3:0 (1:0). Wirtschaft. * D i e Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 22. März berechnete Indexziffer der Großhandelspreise stellt sich auf 90,8 (1913 — 100). Sie ist gegenüber der Vorwoche (91,2) um 0,4 v. H. gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 81,6 (minus 1,0 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,2 (minus 0,1 v. H.), und industrielle Fertigwaren 111,5 (minus 0,1 v. H.). * Herabsetzung der gesetzlichen Zinsen in Oesterreich. Durch eine Verordnung des österreichischen Bundesministers der Iustiz werden die gesetzlichen Zinsen von 7 auf 6 Prozent und in Handels- und Wechselsachen von 9 auf 7 Prozent ermäßigt. Berlin unregelmäßig, spater fester. .Berlin, 24. März. (WTD.-Funkspruch.) Zum heutigen Wochenschluß setzte das Geschäft überraschend groß und lebhaft ein. Die Kundschaft bekundete auf dem teilweise mehrprozentig ermäßigten gestrigen Abendniveau ziemlich große Kaufneigung, dje die Spekulation, die gestern stärker realisiert hatte, zu Rückkäufen zwang. Die gut behaupteten Auslandbörsen, Berichte über erhöhten Kaliabsatz und zuversichtlichere Dividendenschähungen für die Farbenaktie trugen gleichfalls zu einer freundlicheren Stimmung bei. Kursmäßig war die Tendenz gegen gestern mittag aber noch uneinheit - I i ch. Heber den Durchschnitt von 0,50 bis 1,50 Prozent hinaus lagen Bubiag, Farben, Schubert & Salzer und BMW. gebessert. Letztere gewannen bei einem Llmsah von 60 Mille aus den bekannten Gründen 5,25 Prozent und konnten nach Anfang noch weitere 4 Prozent an- ziehen. Anderseits waren noch Stolberger Zink und Metallgesellschast mit 3,50 bzw. 3 Prozent stärker rückgängig. Elektrische Lieferungen büßten auf kleines Angebot 2 Prozent ein. Dortmunder Union verloren erneut 3 Prozent. Lebhafter und über Erwarten f e st ging es auch am Anlagemarkt zu. Besonders die Deutschen Anleihen, die gestern abend noch weiter bis zu 1 Prozent gedrückt lagen, eröffneten sehr fest. Die Altbesihanleihe gewann 1,25 Prozent, während die Reubesihanleihe um 40 Ps. anzog. Jndustrieobligationen und Reichsbahnvorzugsaktien hatten nicht ganz einheitliche Tendenz, Auch Reichsschuldbuchforderungen waren nur etwa behauptet. Für Goldpfandbriefe bestand eher Rachfrage. Völlig vernachlässigt lagen die Auslandrenten. Rur für die im Freiverkehr gehandelten Serben bestand anhaltend Interesse. Im Verlaufe machte die freundlichere Tendenz Fortschritte. Montane traten in den Vordergrund, auch Berlin-Karlsruher Industriewerke, BMW., Siemens und Farben hatten weiter lebhafteres Geschäft bei steigenden Kursen. Sonst betrugen die Kursbesserungen gegen den Anfang selten mehr als 1 Prozent. Deutsche Anleihen bröckelten sogar leicht ab. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,4» Prozent an der unteren Grenzt weiter etwas! steifer, Privatdiskonten waren zum Ultimo eher leicht angeboten, in Reichswechseln per 20. Juni und Reichsschahanweisungen per 15. Rovember war das Geschäft ruhig, doch überwog eher kleine Abgabeneigung. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 25. März. Unter dem Einfluß der sehr starken Zufuhren bröckelten die Preise weiter leicht ab, das Geschäft verlief weiter schleppend. Bulgaren 7,50 bis 7,75, 3ugo- slawen 7,50 bis 7,75, Rümänen 6,75 bis 7, Holländer 6,50 bis 8,75, Flandern 7,75 bis 8, bayerische Landeier 7 bis 8, deutsche Frischeier je nach Größe 6 bis 9 Pfennig per Stück ab Frankfurt am Main. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M, 25. März. Das Geschäft war vorübergehend auf Grund der ermäßigten Preise etwas besser, später stagnierte es aßet? wieder fast vollkommen. Die Angebotsverhältnisse haben in der letzten Woche keine wesentliche! Aenderung erfahren. Deutsche Butter 95 bis 98. holländische Butter 102 bis 106 Mark (alles unverändert) per 50 Kilo im Faß. Die Zusammenstöße in Eschenrod. Zu unserem Bericht in Nr. 65 vom 17. März über Zusammenstöße in Eschenrod, der sich auf Feststellungen der Polizei aufbaute, wird uns von Rechtsanwalt Spanier in Nidda im Auftrage des Herrn Rudolf Hahn in Eschenrod die nachstehende Schilderung der Vorgänge übermittelt: „An dem fraglichen Abend saß die Familie Hahn sowie einige bei ihr zu Besuch weilende Leute aus Wingershausen gegen 10 Uhr in der Wohnstube am Tisch. Plötzlich ertönte ganz in der Nähe des Hauses ein Schuß. Gleich darauf flog ein schwerer Stein durch das Fenster in die Stube. Fast zu gleicher Zeit fiel ein weiterer Schuß. Daraufhin begab sich Hahn in Begleitung seines Sohnes und Schwiegervaters sofort auf die Straße, um festzustellen, wer den Stein geworfen habe. Keiner der drei hatte irgend eine Waffe bei sich. Beim Betreten der Straße sahen sie sofort, wie ein Mann eilig die Straße hinunterlief. Hahn und seine Begleiter eilten dem Flüchtenden nach und holten denselben, einen gewissen Herrn Koch aus Sschenrod, auch gleich ein. Zur Rede gestellt, ergriff dieser einen in der Nähe liegenden ftar* ken Knüppel und schlug auf Hahn und seine Begleiter ein. Gleichzeitig rief er dabei die übrigen, offenbar auch vorher Beteiligten, zu Hilfe. Von allen Seiten stürzte auch alsbald eine größere Menge mit schweren Knüppeln bewaffneter Leute herbei, die unter wüsten Beschimpfungen und Bedrohungen auf Hahn und feine Begleiter einschlugen. Hahn und fein Schwiegervater wurden von der Menge blutig geschlagen. Es gelang ihnen jedoch, sich alsbald in die Hofreite zurückzuziehen. Die Menge begann nun das Haus zu stürmen, wobei fast alle Fenster eingeworfen wurden und zahlreiche Schüsse fielen. Um die Menge zurückzutreiben, holte Hahn seine Schrotflint'e und gab einen Schreckschuß ab mit dem Erfolg, daß sich die Menge auch zurück^og. Kurze Zeit daraus kehrte der zweitälteste Sohn Hahns in Begleitung eines Bekannten von auswärts mit dem Rade zurück. Als er die Orts- ftrafje passierte, warf sich aus dem Hinterhalt plötzlich eine Menge der früheren Angreifer auf den überraschten jungen Mann und schlug ihn blutig. Hahn jun. konnte sich gegen die Menge nicht zur Wehr setzen und rief laut um Hilfe. Einen Schuß gab er dabei keinesfalls ab, da er überhaupt keinen Revolver bei sich hatte. Auf die Hilferufe eilte sein Vater, mit der Schrot« flinte bewaffnet, ihm zu Hilfe, während sein Bruder, mit einem Karabiner bewaffnet, den Hofeingang freihielt. Hahn sen., der sofort mit Steinen beworfen wurde, gelang es, seinen Sohn der Menge zu entreißen. Gleichzeitig wurde auf die beiden geschossen und beide verletzt. Es gelang ihnen jedoch, sich noch bis in ihre Hofreite zu retten. Die Menge verlies sich daraus alsbald." Äie wir auf Anfrage bei der Landeskriminalpolizeistelle Gießen hören, ist die polizeiliche Untersuchung des Vorfalls noch im Gange. Nach deren Abschluß wird evtl, auf den vorstehenden Bericht zurückzukommen sein. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v H. Lombardzinsfuß 5 v. H Srannun a. 211. Benin «rrantiun u. zu. äcrnn Frankfurt a.M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. Schlußkurs Schluß!. Abmd- hörte Schluß« Iure Schluß!. Mittag, börfe Schluß« kurs Schluß!. Abend- börfe Schluß« !urs Schluß!. Mittag- börfc Schlußkurs Schluß!. Avend- b6rf- Schuß« turs Schlußk. Miltag- börie 24. März 25. März Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung Brie' Datum 24-3- 25.3 24.3- 25-3. Datum 24.3. 25-3. 24-3. 25-3 Datum 24-3- 25.3. 24-3. 25 3. ßVlh Brie Helsingsoro.. Wien....... 6-344 48,45 3,047 169,03 73,63 64,09 76,02 14,38 0,818 4,186 58,44 21.55 16,465 80,87 35,26 82,02 0,899 0,239 5.295 13,09 1 6,356 48,55 3,053 169,37 73,77 64,21 76,18 14,42 0,822 4,194 58,56 6,344 48,45 3,047 168,93 73,53 64,04 76,02 14,35 0,818 4,186 58,43 21,53 16,46 80,80 35,26 81,92 0,899 0,239 5,275 13,07 6,356 48,55 3,053 169,27 73,67 64,16 76,18 14,39 0,822 4,194 58,55 21,57 16,50 80,96 35,34 82,08 0,901 0,241 5,285 13,09 6% Deutsche ihetdjüanleihe v. 1921 6% rfjem.7% Dl. RelchSanI. v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit Auslos.-Rechten .......... Desgl. ohne Ausios.-Rechte...... 6% ehern. 8% Hess. Bolköstaat 1929 trückzahlb. 102%) ........... Cbcrheffen Provinz-Anleihe mii 86 98,5 87 5 79,5 13,8 85,5 76 76 92 91 5 91,5 91,5 91.5 86,25 98,25 85,5 79,5 14,5 84,5 78 76,5 91,25 91,5 91 91,5 91,5 85,25 98,5 86,75 80,13 14,45 85,25 r? 91-5 85,9 98,25 85,5 80 14,55 85 77 91,5 13,4 14 5,95 6 7,75 10,9 6,25 25.65 Hamburg-Ämertka-Pakei ..... i Hamburg-Sübam. Dampfschiff. 0 Hansa Tampfschifs........... 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz- und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und DiScont» Gesellschaft................0 22,25 23,65 56,5 99,25 3.5 70 61,75 151 23 24,25 56,5 99 53,5 70 61,75 153 22.75 45 38 23,75 56.75 98,5 3,75 70 61,75 151,4 22,65 44,5 36,5 23,65 56 98 53,5 70 61,75 153,5 Vereinigte Stahlwerke........u Olavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......v 3 G. Farben-Industtts.......7 Scheideanstalt...............10 46 18,75 139,75 140 204 130,9 171 54,5 40,5 73 6,3 39 50 7.25 27,75 44.75 33 127,5 47.25 18,75 140,5 143.5 204 137,25 171 59 6,65 40,13 57,75 71,5 6 ~A 52 58 28,25 30,25 45,25 33 127 46,65 18 138,5 140 205 132,25 58,25 55,4 41 59 116,5 39,5 50,75 57,75 29 118,5 28,75 45 52,5 33,75 128 47,75 18.65 142 143,5 209,5 137,5 60,25 56,5 39,5 57,75 117,75 44 54 58,4 28 119,4 31 41 53,5 34 127,25 Prag...... Budapest ... Sofia ...... Holland .... Oslo ...... Kopenhagen. Stockholm... London..... Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Seriel mit Ausloi.-Rechten 6% ehern. 8% 5ranff. Hpp.-Bant Goldpfe 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franls. Hyp.-Banl Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 y/t% ehern. 4'/.% srrankf. Hhp. Bank-Liau.-Psandbriefe ..... b'/,% ehern. 4%% Rheinische Hyv.-Bank-Liqu.-Goldpse. 6% ehern. 8% Pr. Landespfand briefanflall, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Reichsbank ............. 1 Goldschmidt ................o Rütaerswerke ...............o Buenos Aires Neuporl.... Brüssel.... Italien..... Paris..... Schweiz.... Spanien.... Danzig.... Japan ..... Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon.... Metallgelellschaft............. o A.E.G......................0 Elektr. LieseruiigSgeselllchast ... 5 Licht und Kraft ..........6 Reiten & Guilleaume ........0 Gesellschaft für Elektrische Unto> nehmungen .............. 4 Rheinische Elektrizität ........6 Schlickert & Go..............0 Clemens & Halske...........0 LahmeherLEo..............10 35 90,5 104,5 65 95 101 98,5 154 137,75 36,75 88 67 97 103 156,5 136 35,13 89 105,5 65,9 95,5 100 155 135 37,13 90,75 108 67,4 97,5 99 104,9 157,5 136,25 Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......4 Cementwerk Karlstadt.........0 Wahß & Frehtag ............o Schultheis Payenhofer........o Aku (Allgemeine Kunstseide) ... v Bemberg .................o Zellstoff Waldhof ............o Zellstoii Aschaffenburg .......o Dessauer Gas ..............7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum .......... 0 Orenslein & Koppel .......... 0 Leonhard Tietz........... <5 3 habe....................... 21,59 16,505 81,03 35,34 82,18 0,901 0,241 5,305 13,11 Zanknoten Scrlin, 25.Mörz Geld Bries <% Oesterrelchlfme womrente... 4,20% Leslerreichifche Silberrenle 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'zi% besgl. von 1913 8% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische gollanleibe von 1911 4% Türkische Bagbadbahn-Anleihe (Sprie 1 ............. IJ /Z J 1,25 6,4 5 3 5,9 5,9 7,4 6,25 25,5 13,29 6,5 5,25 5,9 7,9 6,25 25.65 6,4 5,35 5,9 6 ■-,75 11 6,25 25,3 iMUDenti ...................o Deutsche Erdöl .............4 Gelsenkirchener............ 0 bl,5 104 69 95,5 118 65,5 75 29.75 47 206,5 86,5 h'2,3 106 71 95 114,25 64 76 29,5 48,5 207 89,75 61,ä 103,9 69 75 94,75 71,13 115 64,25 75.9 30 82.5 47.5 207 87 62 105,75 70,75 93,75 71,4 165,25 116,25 63.65 76 29,5 84,75 48,65 205 88,65 Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, t 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Rot«................. Ungarische Roten ............... 4,17 58,27 63,67 14,31 16,42 168,56 21,51 7», 35 2,46 75,85 80,62 35,13 4,19 58,51 63,93 14,37 16,48 169,24 21,59 73,65 2,48 76,15 81,94 35,27 Harpener..................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuesten.. o Ilse Bergbau ............ 7 Jiie Bergbau Genüsse........ 7 Klbcknerwerke ...... 0 Mannesmann-Röhren........0 ManSfelber Bergbau.........0 Oberschles. Koköwerke.........0 Phönir Bergbau............. 0 Rhtinische Braunkohlen ......10 öcheinstahi ............. o 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 *yt %Rumün.vereinh.Rentev. 1913 4% Rumänische verein!). Rente .. 8%% Anatolier............... Mrltzner ...................0 Mainkraftwerke Höchst a.M. ... 4 Süddeutscher Zucker .......... 36,25 77,1 162 38 2 1 161 36,5 162.5