Nr. 75 Erstes Blatt Montag, 27.März 1955 185. Jahrgang Eriche,nl täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bienener Familienblätter Heimat mBild Die Scholle Monat,'Bezugspreis: Mit 4 ‘Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, «iernsvrechanschliifle anterSammclnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: granlfurt am Blain 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Universitötr-Vuch- und Zleindruckerei R. Lanze in Gießen. §chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnk^tra^e 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 201 , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undlürdenAn« zeigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Paul-Voncom über das Schicksal der Abrüstungskonferenz. ©er Revisionsgedanke immer energischer auf dem Marsche. Paris, 26. März. (WTB.) Auf dem Bankett des Komitees der Friedensfreunde zu Ehren der internationalen Presse hielt Außenminister Paul-Boncour eine Rede. Er führte u. a. aus. daß die Stunde des Handelns goto m m c n sei. Die gegenwärtigen Schwierigkeiten seien ernst, aber nicht unlösbar. Ls entscheide sich in diesen Monaten Frieden oder Krieg. Die Abrüstungskonferenz müsse zum Ziele kommen. Ihr Mißerfolg würde den Wiederbeginn des unheilvollen Wettrüsten» bedeuten. Frankreich habe ein Programm vorgeschlagen, das einen einheitlichen Heerestypus und eine ständige gegenseitige Kontrolle vorsehe, die das einzige Mittel sei, um Geheimrüstungen zu verhindern und die Klarheit wiederherzustellen. die das Vertrauen wieder aufkommen lasse. Frankreich begrüße die englischen Vorschläge, die einen Teil der französischen Grundsätze bestätigen. Auch die Vorschläge anderer Länder seien beachtenswert und verhießen eine mögliche Einigung, wenn man sich klug in einem er st en Abkommen darauf beschränkte, diese Cinigungspunkte zur Kenntnis zu nehmen und es einem ständigen Äon- troll- und Verhandlungsorganismus zu überlassen, mit den Erfahrungen der ,Zw chenzeit eine zweite Etappe vorzubereiten. Schon die Schaffung eines solchen Organismus würde ein wichtiges Ergebnis sein. 3n dieser Hinsicht seien also alle Möglichkeiten weiter vorhanden und Pessimismus scheine verfrüht zu sein, unter der Bedingung, daß man, bevor dieses Problem nicht gelöst sei, kein anderes Problem aufrolle. Auch dürfe keine Aufrüstung die Grundlagen verfälschen, auf der man handele. Zum Schluß betonte Paul-Voncour die Rot- wendigkeit, internationale Verhandlungen richtig vorzubereiten. Locarno sei ein Erfolg gewesen, well eS diplomatisch richtig vorbereitet worden sei. Ein großer Teil der Schwierigkeiten der Abrüstungskonferenz fei darauf zurückzuführen, daß man lange Monate die Oppositionsströmungen ermutigte. (Eine engere und beständigere Zusammenarbeit zwischen den vier westlichen Großmächten, die ständige Völkerbundsratsmitglieder find, im Rahmen und im Geist des Völkerbundes in den sie betreffenden Fragen würde zur Regelung vor den regelrechten Völkerbundsorganen erheblich beitragen. Eine solche Zusammenarbeit würde gegenwärtig auch an sich ein Element der Entspannung fein. Die Mächte würden in der Achtung der Gleichheit aller V ö l k e r b u n d s Mitglieder zusammenarbeiten. Das Völkerbundsstatut in feiner Gesamtheit bleibe die Leitlinie der französischen Politik. ©er Verlauf in Genf. Genf, 25. März. (WTB.) Die allgemeine Aussprache über das britische Abrüstungspro- j e k t, die heute im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz fortgesetzt wurde, wurde im wesenllichen von den Vertretern kleinerer Möchte geführt. Don den Großmächten äußerte sich heute nur der Vertreter Italiens, der sich vorbehaltlos für den Entwurf Macdonalds aussprach. Der englische Plan stoße in entscheidender weise in der Richtung der allgemeinen Abrüstung vor. Die italienische Regierung fei mit dem englischen Premierminister der Aussas- sung, daß die Abrüstung nicht einem Selbstzweck diene, sondern zur Befriedung der wett führen solle. Eine entscheidende These der italienischen Abrüstungspolitik werde in diesem Plan verfolgt, nämlich die Herbeiführung der Sicherheit zur Abrüstung. Ein Erfolg könne nur durch schnelle und positive Arbeit erreicht werden. Die übrigen Redner erklärten sich im Prinzip mit dem englischen Plan einverstanden, kündigten aber fast alle an, daß sie Abänderungswünsche vorzubringen hätten. Als Vertreter der abgerüfteten Staaten sprachen die Delegierten Oesterreichs und Bulgariens den Wunsch aus, daß die Konferenz zu einer allgemeinen und wesentlichen Herabsetzung der Rüstungen und zur Verwirklichung der Gleichberechtigung führen möge. — Die Aussprache wird am Montag fortgesetzt. Wie Frankreichs „moralische" Abrüstung aussieht. Paris, 26.März. ($11.) 3n Gegenwart des Staatspräsidenten, des Ministerpräsidenten und Kriegsministers, zahlreicher bekannter Generale und Admirale fand die Generalversammlung des Rationalverbandes der französ- schen Reserveoffiziere statt. Kriegs- Minister und Ministerpräsident D a l a d i e r versicherte in einer Ansprache die Reserveoffiziere, daß nichts geschehen werde, was die französische Sicherheit in Frage stellen könnte. Frankreich sei friedlich und menschlich, aber entschlossen, sich nie vor gewaltsamen Forderungen zu beugen. Die Regierung sei gewillt, die materiellen und moralifchen Kräfte aufrechtzuerhalten, die die Sicherheit des Vaterlandes stets verbürgen würden. Die Vereinigung der pazifistischen ehemaligen Frontkämpfer von Dijon hat heute eine Versammlung veranstaltet, in der der katholische Vorkämpfer für die deutsch-französische Annäherung Marc ©angnier das Wort ergreifen sollte. Roch Eröffnung der London, 27. März. (WTB. Funkspruch.) „Times" erörtert in einem Leitartikel die Notwendigkeit einer friedlichen Revision der Frie- densoerträge, vor allem erscheint es dem Blatt ratsam, daß bald eine Erklärung erfolgen füllte des Inhalts, daß keine allgemeine und unterschiedslose Abänderung der Grenzlinien in Europa auch nur im entfernte ff en erwogen werde. Rach Ansicht des Blattes sollte die genaue Methode der Behandlung des Reoifionsprobtems forg- fältig und in alter Ruhe zwischen den verschiedenen europäischen Kanzleien ausgearbeitet werden, „ver- tragsreoifion“, sagt das Blatt weiter, „ist bei der englisch-italienischen Zusammenkunft in Rom als das größte und dringendste politische Problem des Augenblicks feffgeflellt worden. Ls muß zumindesten zugegegeben werden, daß es nicht Deutschlands Schuld ist, wenn das Problem zu den Zeiten von Dr. 5 t r e f e - mann oder Dr. Brüning nicht freimütig in Angriff genommen worden ist. Die Tatsache, daß diese Staatsmänner für Deutschlands Forderung keine Genugtuung erlangen konnten, hat ihr Ansehen in ihrem eigenen Lande zerstört. Tatsächlich hat der deutsche Reichskanzler in feiner ersten offiziellen außenpolitischen Erklärung Genf, 25.Mörz. (TU.) Der Ständige Rat der Kleinen Entente, der aus den drei Außenministern besteht, veröfsenllicht eine amtliche Verlautbarung, die sich in ungewöhnlich scharfem Tone gegen jede Revision der Friedensverträge und die Versuche der vier europäischen Großmächte richtet, unter sich eine Einigung über die Reoisionspolitik und die «Abrüstungsfrage zu erzielen. In der phrasenreichen amllichen Verlautbarung heißt es u. a.: DaF man über das Eigentum eines anderen weder direkt, noch indirekt verfügen könne, melde die Kleine Entente jetzt bereits einen ausdrücklichen Vorbehalt gegen den Abschluß aller solcher Abkommen an, die ihre Politik oder Rechte berührten. Die Kleine Entente werde sich nicht an irgendwelche Abkommen für gebunden ballen, an denen sie nicht beteiligt fei. Die Kleine Entente bedauere insbesondere, daß in den Verhandlungen der letzten Tage der Gedanke einer Revis ivnspolitik als Grundlage des Erlebens angenommen worden fei. Die Kleine Entente sehe es als ihre unabweisbare Pflicht an, die Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, daß eine Revisionspolitik eine sofortige energische Gegenaktion auslöse. Kaller Wasserstrahl aus Berlin. Berlin, 27. Marz. (ERD.-Funkspruch.) Der Ständige Rat der Kleinen Entente, das Organ des neuen südo st-europäischen Etaatenbundes, der gern die internationale Rolle einer Großmacht spielen möchte, hat es für notwendig gehalten, unaufgefordert zu den Verhandlungen über einen Vier- mächtepakt Stellung zu nehmen. Ls wirkt wie eine Deltironie, wenn gerade die kleine Entente von diesem paktplan sagt, Abkommen dieser Art gehörten der Vergangenheit an und den Zeiten, da der Völkerbund noch nicht bestanden habe. Das gilt tatsächlich von den Abkommen zur gegenseitigen Garantierung des Status quo, jenen Militärallianzen, die in bestimmten Ländern den gemeinsamen Feind voraussetzen und dementsprechend, ganz wie in der Vorkriegszeit, ihre Ergänzung in sehr konkreten Vereinbarungen der General ft äbe finden. Die italienische Presfe weist denn auch mit Recht darauf hin, daß gerade dieser Geist der dauernden Feindschaft zwischen zwei Mächtegruppen dringend der Ablösung durch eine Zusammenarbeit, wie sie der Mussoliniplan vorsieht, bedarf. Auf der gleichen Linie bewegen sich die sehr sorgfältig abgewogenen, offenbar amtlich insperierten Versammlung griffen Vertreter der rechts eingestellten Frontkämpferorganisationen die Leiter der Versammlung an. Es kam zu einer Prügelei, während der auch Stinkbomben geworfen wurden. Zwei Personen wurden verletzt. Polizei stellte die Ruhe wieder her. eine sehr besonnene Sprache geführt. Das Argument, die erste amtliche Erklärung des nationalsozialistischen Führers mache eine freundschaftliche Erörterung zwecklos oder unangebracht, ist also unhaltbar. Uebrigens hat die Presse der Linken in Frankreich, d. h. die presse der jetzigen französischen Regierung, unverzüglich seinen maßvollen Ton anerkannt. Auch der Protest der kleinen Entente, die begreiflicherweise sehr beunruhigt ist, richtet sich nicht so sehr gegen den Revisionsvorfchlag selbst, als vielmehr gegen die A r t und weise, in der der Vorschlag gemacht worden ist und gegen die anscheinend geplante Prozedur. Das Argument der kleinen Entente, daß eine Revisionspolitik das vertrauen unter den Rationen nicht stärken würde, wird beträchtlich geschwächt durch die Tatsache, daß im heutigen Europa von einem Gefühl des vertrauens kaum noch etwas zu entdecken ist. Die Aufrollung der Revisionssrage muß zunächst Besorgnis erregen und Gährung verursachen; der weg zu dauernder Konsolidierung führt aber in der Regel über zeitweilige Unordnung. In Rom ist keine Art vier- mächtediktatur geplant worden. Eine ver- tragsreoision ist natürlich nur mit dem Einverständnis aller Beteiligten möglich. Erörterungen der Londoner „Time s" über die Paktfrage. Interessant sind die Andeutungen, daß England den Revisionsgedanken trotz aller Eabotageversuche weiter verfolgt und möglichst bald auf den Weg der praktischen Verwirklichung bringen möchte. Deshalb befürwortet es auch eine baldige Abgrenzung des Terrains durch Herausstellung der konkreten Revisionsziele, wobei offenbar an die in der ausländischen Presse genannten und überall als brennend empfundenen Probleme des polnischen Korridors und Ungarns gedacht ist. Italien antwortet deutlich. Rom, 26. März. (WTB.) Die Erklärung des Ständigen Rates der Kleinen Entente wird von der italienischen Presse mit Entrüstung zurückgewiesen. Die Genfer Korrespondenten verzeichnen den schlechten und kleinlichen Eindruck, den die Erklärung allgemein, besonders aber bei der englischen Delegation hervorgerufen habe, die darin eine beleidigende Antwort auf Macdonalds Rede im Unterhaus sehe. Selbst in den französischen Kreisen Genfs sei diese Erklärung als unglücklich und unangebracht empfunden worden. Simon habe Benefch klar und deutlich auf die Verantwortung hingewiesen. die nach den Worten Macdonalds auf jene falle, die die Vierer-Verständigung unmöglich machen. Der „(Sortiere della Sera“ nimmt sehr scharf gegen die Erklärungen des Ständigen Rates der Kleinen Entente zum Mussoliniplan Stellung. Diese Erklärungen atmen einen Geist der UnVersöhnlichkeit und der Vorurteile, der im offenen Widerspruch zum Geist des Mussoliniplanes stehe. Tatsache sei, daß die Staaten der Kleinen Entente, die bisher von der Uneinigkeit, die die vier großen Mächte getrennt habe, gezehrt hätten, jetzt fürchteten, ihr Privileg zu verlieren. Grotesk sei es, wenn von der Kleinen Entente der Mussoliniplan als im Widerspruch mit den Satzungen des Völkerbundes stehend bezeichnet würde. Ob etwa die Militärbündnisse und die Blockpolitik im Einklang mit dem Geist des Völkerbundes stünden? Mussolinis Plan stimme völlig überein mit den Richtlinien des Völkerbundes. Er wolle den Frieden aufbauen auf dem Grundsatz von Treu und Glauben, gegenseitigen Vertrauens und Ehrenhaftigkeit. Die Kleine Entente aber wolle Unordnung, Chaos und noch Schlimmeres und Katastrophaleres. Alle warten auf die Zustimmung Frankreichs. Rom, 27. März. (WTD.-Funkspruch.) Die große Bedeutung der Zustimmung Macdonalds und Hitlers zu dem Vorschlag Mussolinis wird in einem Leitartikel des Direktors der vielgelesenen Turiner „Stampa“ lebhaft unterstrichen. Die warme Zustimmung des Reichskanzler» fei sehr zur rechten Zeit gekommen, da tendenziöse Gerüchte bereits die Rational- sozialisten als Kriegsanstifter brandmarken wollten, die jeden Augenblick die Grenzen überrennen und Zwischenfälle auf den Rheinbrücken, in Danzig oder in Oberschlesien Hervorrufen würden. „Hitler hat", so führt das Blatt aus, „mit seiner Programmrede einen neuen Beweis seine- klaren politifchen Blickes gegeben. Er ist sich in feinem Innern klar bewußt, daß, wenn die letzten Kennzeichen einer widersinnigen, rechtlichen und moralischen Degradierung gefallen sind, die Hauptvoraussehung einer gleichberechtigten Mitsprache Deutschlands bei der Regelung der großen Probleme der Zukunft erfüllt ist. Mit Hitlers Rede ist jede Unsicherheit und llnllarheit über die Haltung Deutschlands ausgeschaltet und ein Vertrauensfaktor gleich dem aus Macdonalds Rede gegeben. Die Verantwortlichkeiten liegen ganz klar: Alle warten auf die Zustimmung Frankreich». Die Mitglieder der französischen Regierung müssen den Ernst und die Schwere ihrer Entscheidung spüren. Richt eine Falle ist ihnen gestellt, denn es ist lächerlich, unter Großmächten von Mehrheit und Minderheit zu sprechen, sondern Hände sind ausge st reckt, die aufrichtig die Hand Frankreichs ergreifen wollen. Zu geschicktem Manöver, mit dem man sich in Genf immer noch amüsiert, ist keine Zeit- Vorbehalte, die ausgehandelt werden sollen, würden die psychologische Wirkung der Initiative Mussolinis zunichte machen- Das Dilemma ist unerbittlich: Entweder Anschluß an die großzügigen Gedanken Roms, oder Leidensweg einer ihrer Zukunft unsicheren Menschheit." Oie Arbeitsbeschaffung durch den Fall Gereke nicht beeinträchtigt. Berlin, 25.März. (WTB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, erleidet durch die Verhaftung Dr. Gerekes die Fortführung der Geschäfte des Reichskommissariats für Arbeitsbeschaffung keine Beeinträchtigung. Die Reichsregierung hat beschlossen, mit der vorläufigen Wahrnehmung der Geschäfte des Reichskommissars für Arbeitsbeschaffung den Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Herrn Geheimen Regierungsrat Dr. Shrup, zu betrauen. Dr. Syrup hat die Geschäfte bereits übernommen. Wie jetzt fchon feststeht, ist eine vorschriftswidrige Verwendung irgendwelcher Mittel, die dem Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung zur Verfügung stehen, nicht erfolgt. Förderung der Forstkultur und Forflwegebauarbeiten. Berlin, 25. Mär,. (WTB.) Zum Zweck der Förderung der Forstkultur- und Forstwegebauarbeiten hat der Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung ausreichende Kreditmittel zur Verfügung gestellt. Träger der Arbeit können nur sein: Reich, Lä'nder, Gemeinden, Gemeindeverbände, sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts so- to;e gemischtwirtschaftliche Unternehmungen. Kultur- und Wegebauarbeiten in Privatwaldungen können daher nur durch einen der genannten Träger der Arbeit gefördert werden. Sowohl im Interesse der Erhaltung des deutschen Waldes wie im Hinblick auf die Beschäftigung der Waldarbeiter wäre es sehr erwünfcht, wenn der deutsche Waldbesih von der im gebotenen Möglichkeit noch in diesem Frühjahr ausgiebigen Gebrauch machen würde. Ein bayrischer Erlaß gegen Beschäftigung jüdischer dichter und Staatsanwälte in der Strafrechtspflege. München, 25. März. (TU. Amtlich.) Der kommissarische Iustizminister Dr. Frank II hat an die Präsidenten der Oberlandesgerichte und an die General st aats- anwälte bei den Oberlandesgerichten folgende Entschließung ergehen lassen: „Die in der politischen Reuordnung zum Ausdruck kommende Dolks- meinung macht es erforderlich, daß Richterjü - discher Abstammung nicht mehr mit der Handhabung der Strafrechtspflege und derDisziplinargerichts- barkeit befaßt werden, und daß Staatsanwälte und Amtsanwälte jüdischer Abstammung nicht mehr als Vertreter der Anklage in Gerichtssitzungen tätig werden. Eine Ausnahme kann für schwebende Verfahren nur mit vorher erteilter Einwilligung des Staatsministeriums der Justiz Platz greifen, wenn ein Wechsel in der Person des bisherigen Bearbeiters eine Beeinträchtigung wichtigster Interessen be; Rechtspflege zur Folge haben müßte. Verlragörevision das dringendste Gebot. Ein bedeutsamer Kommentar der „Times". Oie Kleine Entente als Gturmbock Oer Ständige CRof widersetzt sich der Vertragsrevision. Handelsrichter jüdischer Abstammung sind nicht mehr zur Dienstleistung heranzuziehen." * Auch das württember gische Iustizmini- sterium hat die Anordnung getroffen, das; jüdische Richter künftig nicht mehr in Strafsachen tätig sein dürfen und daß jüdische Beamte nicht mehr als Staats- und Amtsanwälte verwendet werden. — Das Justizministerium hat sich ferner veranlaßt gesehen, die sofortige Entfernung von Anhängern der KPD. und ihrer Hilfsorganisationen aus sämtlichen Laienrichter stellen anzuordnen. Damit ist die Gefahr beseitigt, daß Kommunisten noch als Geschworene, als Schöffen oder als Beisitzer tätig werden. Auch in Koblen; verbrennen Kommunisten ihre Zahnen. Koblenz, 27. März. (TU.) Am Sonntag fand in Koblenz eine nationalsoziali-- stische Kundgebung auf dem Clemensplatz, dem früheren Paradeplatz der Garnison, statt, zu der eine große Zahl Kommuni st en mit der eingerollten roten Fahne der Koblenzer Dezirksgruppe und weiteren Fahnen der Unterverbände erschienen waren. Während der Kundgebung traten die Kommunisten vor die Front der aufmarschierten SA.° und SS.-Leute, begossen ihre Fahnen mit Benzin und setzten sie in Brand. Die Kommunisten erklärten, sie hätten ihren Irrweg erkannt. Energische Abwehr der deutschfeindlichen Greuelpropaganda. Besprechung beim Reichskanzler. verliN. 27. März. (MTV. Funkspruch.) 21ml- l I ch wird mitgeteilt: Reichskanzler Adolf Hitler hatte am Sonntag in Berchtesgaden eine mehrstündige Besprechung mit dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels. 3n dieser Besprechung wurde der Gesamtaufbau des nevgegründeten Reichsministeriums für volksaufklärung und Propaganda, das in den nächsten Tagen seine Arbeiten in großem Mahstabe beginnen wird, endgültig festgelegt. wie verlautet, galt ein großer Teil der Besprechung auch der wirksamen Bekämpfung der von Interessierten jüdischen Kreisen in Deutschland und Amerika gegen das nationale Regime in Deutschland entfesselten Greuelpropaganda.Jn unterrichteten Kreisen wird erklärt, daß die nationalsozialisl.sche Bewegung schon in den nächsten Tagen zu s chär fst e n gesetzmäßigen Gegenmaßnahmen in Deutschland schreiten wird, um damit die intellektuellen Urheber und Nutznießer dieser landesverräterischen Hetze, die in der Hauptsache von ehemals in Deuischiand beheimateten Juden im Auslande betrieben wird, zu treffen. Ole stummen Gäste von Zweilinden Roman vonAnny vonpanhuyek. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold. 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Das späte heimliche Zusammensein mit Wulf Speerau hatte sie erregt, und ihre Nerven hatten ihr einen Streich gespielt. Ihre Nerven waren im allgemeinen nicht überempfindlich, aber das Glück und die Mitternachtsstunde, oer man ohnedies allerlei Zugeständnisse entgegenbringt, hatten sie schwach gemacht. Sie erhob sich und stellte sich vor den großen Pfeilerspiegel, blickte sich prüfend in dem Glase an. So sieht ein richtiger Furchthase aus! verspottete sie sich selbst, bann lachte sie sich an: Nein, jo sieht eine Glückliche aus, eine ganz unsagbar Glücklicye! Morgen kam ja Wulf Speerau zum Vater, und der Vater würde ihrer Liebe sicher keine Schwierigkeiten in den Weg legen. Trauer beschattete ihre Züge. In' ihrem siebenten Jahre war sie elternlos geworden, aber sie erinnerte sich deutlich an Mutter und Vater, die so jäh aus dem Leben gerissen wurden. Der Typhus ging damals im Dorfe um und riß sie beide mit so vielen anderen Dorfbewohnern ins Grab. — Bettina wandte sich vom Spiegel ab und trat vor ein Bild in glattem, chwarzem Rahmen. Vater und Mutter im Braut- taat. Einfache, schlichte Menschen waren es mit ein» achen, schlichten Gesichtern. ^Bettina sagte leise und zärtlich: „Ihr durftet es nicht erleben, wie glücklich euer Kind geworden ist!" Und sie sann, was die Eltern wohl sagen würden, wenn sie wüßten, aus ihrem kleinen Mädel würde nun bald eine Gräfin Speerau werden. Sie faltete die Hände und flüsterte bewegt: „Segnet mich, Vater und Mutter, segnet euer Kind." Mit tränenfeuchten Augen blickte sie auf das Bild. Drunten in dem alten Bankettsaal hatte sich aber keine Katze eingeschlichen, denn wenn Bettina unten geblieben wäre, würde sie noch einmal das Gläser- klingen gehört haben, aber bald danach auch wieder das Stühlerücken und die Schritte. Sie würde dann gewußt haben, die unsichtbaren Besucher, die stummen Gäste von Zweilinden, hatten sich nach kurzer Rast entfernt, der Bankettsaal war wieder frei von den Unheimlichen. 2. Graf Wulf Speerau auf Schloß Wiesenthal! Das klang sehr melodisch und gewichtig. Aber es stand hinter dem Titel und Namen nicht mehr allzuviel Bedeutung. Die Herren von Speerau hatten es nicht verstanden, so zu wirtschaften wie die Zweilindens, und je mehr sich der Besitz der Familie Zweilinden vergrößerte, um so mehr verkleinerte sich der ihre. Der letzte Graf Speerau war wie seine Vorjahren. Er liebte Vor Einführung der Arbeiisdienfipflicht. Schon im Sommer vermutlich Einberufung der ersten Jahrgänge. Berlin, 27.März. (TU.) 3n einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Ton und Bild (Degeto) hielt der neuernannte Reichskommifsar für den Arbeitsdienst, Studienrat Mahnkens, eine Ansprache, in der er u. a. sagte, daß alle zur Mitarbeit und Entscheidung über den Arbeitsdienst berufenen Stellen bei ihren letzten Besprechungen völlig übereinstimmender Auffassung über die Gestaltung des Arbeitsdienstes gewesen seien. Schon in den nächsten Tagen werde die Arbeitsdienstpflicht als Bestandteil eines Generalplanes zur Behebung der wirtschaftlichen und sozialen Röte beschlossen werden. 3n den verschiedenen Bezirken würden dann sofort die vorhandenen Führer- ft ä m m e eingeleilt werden. Ls sei selbstverständlich, daß auf die Männer, die sich im Freiwilligen Arbeitsdienst in vielen 3ahren Erfahrung und Verdienste erworben hätten, nicht verzichtet werden könne, sondern daß nur T at und Leistung zu entscheiden haben. Schon im Sommer hoffe man. organisatorisch so weit zu sein, daß genügend Führerstämme vorhanden seien, um bete i 16 ganze 3ahrgänge zur Arbeitsdienstpflicht einzuberufen. Die Arbeits- dlenstpslicht habe die große Ausgabe, zur Pflicht gegenüber Volk und Vaterland zu erziehen und die Erkenntnis zu wecken, daß Arbeit nicht ein notwendiges Uebel, sondern ein Segen sei. Die gewaltige Kraft der Arbeitsdienstpflicht werde eingesetzt in den Dienst der Bodenkultur (Oedlandkultivierung. Meliorationen, Aufsorsluug) und andere wichtige Arbeiten, wie z. B. hochwasserfchuh; die sich daraus ergebende landwirtschaftliche Schulung vieler Männer käme der Siedlung und damit dem national- und bevölkerungspolitischen Gedanken zugute. Aus aller Welt Aufsehen erregende Festnahmen in Karlsruhe. Die Pressestelle des badischen Staatsministeriums in Karlsruhe teilt mit: Führende Persönlichkeiten der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft in Karlsruhe, Präsident und Generaldirektor K e i d e l. Generalsekretär Wirths. Oberbuchhalter Weiß, Direktor Kunde, Direktor Pilger und Generalsekretär Hoffmann sind wegen Verdachtes der Untreue und Unterschlagung vorläufig fe ft genommen und dem Untersuchungsrichter zur Vernehmung vorgeführt worden. Gegen einen Teil der Genannten ist bereits Haftbefehl erlassen. Den Genannten wird vorgeworfen, über Vermögensstücke der Landwirtschaftlichen Zentralgenosjenschaft absichtlich $u deren Nachteil verfügt und meist in Tateinheit hiermit fremde beweguche Sachen, die ihnen anvertraut waren, sich rechtswidrig angeeignet zu haben. Außerdem wird der Vorwurf erhoben, daß Gegenstände des persönlichen Gebrauches zu Lasten der Zentralgenossenschaft beschafft wurden. Unterschlagungen bei der Sonneberger Ortskrankenkasse. Vor einigen Tagen sind bei der Sonneberger Ortskrankenkasse Unterschlagungen in Höhe Weib, Wein und Kartenspiel, doch er beherrschte die Kunst, seine Leidenschaften verbergen zu können. Frankfurt am Main war nicht allzu weit, und in der großen Stadt fand er die Sorte Frauen, die seinem Geschmack entsprachen, dort gab es ein paar Kumpane, die mit ihm tranken und lotterten, und dort gab es auch einen geheimen Klub, in dem er bis zum Morgengrauen spielen konnte, so lange, bis er sich die Taschen leer oder voll gespielt. Je nachdem ihm das Glück günstig war. Aber hier im Umkreis galt er als guter, solider Landwirt, der nach ein paar flotten Jugendjahren den Wert der Arbeit erkannt und es begriffen hatte, daß er fleißig sein und solide leben mußte, um sein Gütchen auf leidlicher Höhe zu halten. Er hatte einen alten Inspektor, der schon von seinem Vater her auf Wiesenthal in Diensten stand. Ein treuer ehrlicher Alter, der es wagte, dem Grafen Wulf zuweilem wie man so zu sagen pflegt, die Leviten zu lesen. Aber niemals hätte der treue, alte Ludwin West ein schlechtes ober nachteiliges Wort über seinen Herrn gesprochen. Er war Witwer und kinderlos und hing sehr an Wiesenthal. Es war ein sonniger Vormittag, als Wulf von Speerau das Schloß verließ, das nur zwei Stockwerke hoch war, über die sich ein rotes Ziegeldach schob. Es stammte mit den zwei kurzen, von Türmen flankierten Seitenflügeln aus dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. Der Gutshof schloß sich dicht an das Schloß an. Er setzte sich zusammen aus einer Kette von Schuppen und Ställen: dazwischen zwängte sich das kleine Jnspektorhaus ein. Knechte und Mägde gab es im Winter hier nur ein paar, erst im Frühjahr wurden einige Landarbeiter eingestellt, die bis zum Herbst blieben. Wulf von Speerau verließ seinen Besitz mit einem kecken Gassenhauer auf den Lippen. Er wollte zu Fuß nach Zweilinden hinübergehen, um sich dort Bettinas Hand au sichern und damit die Gewißheit, recht bald ein bißchen besser leben zu können. Es reute ihn, die Welt kennenzulernen, weitherumzureisen, es reizte ihn, mit eleganten, schicken Frauen Feste zu feiern und nicht immer gleich in der Klemme zu sitzen, wenn ihm einmal die Karten nicht günstig gesinnt waren. Bettina Claudius war der Goldfisch, den er sich eingefangen hatte, um ein Dasein nach' seinem Geschmack zu führen. Nun brauchte er nur noch den Segen des Pflegevaters, defs'n Reichtum seine leere Kasse mühelos füllen konnte. Er ging zu Fuß, weil er im Kopf einen leichten Druck spürte. Er hatte gestern, als er spät nach Hause gekommen, noch ein halbes Dutzend Kognaks gekippt, in der Freude, jetzt so dicht vor dem ersehnten Ziel zu stehen. Bettina war nicht sein Geschmack. Ihre ganze Art war ihm zu einfach und harmlos. Er liebte die Frauen, denen ein ordentlicher Schuß Schlechtigkeit im Blute saß, Frauen mit kokettem Wesen und launenhaftem Charakter, der sprunghaft immer Abwechslung juchte und Abwechslung schuf. von etwa 100000 Reichsmark festgestellt worden. Im Zusammenhang damit sind jetzt der Verwaltungsdirektor, der Vorsitzende des Vorstandes, der Leiter der Zahnklinik und ein Angestellter in Polizeigewahrsam genommen worden. Zweifaches Todesurteil. Vor den: Schwurgericht Arnsberg fand in später Nachtstunde der Siegener Frauenmord seine Sühne. Am 10. November v. 3. sanden Holzsammler im Walde der Gemarkung Aschenbach die schrecklich zugerichtete Leiche der geschiedenen Ehefrau Schüler aus Siegen. Am Tage darauf verhaftete die Polizei den Landwirtschaftseleven Werner S t i tz und seinen Arbeitskollegen Herbert K l e e m a n n, die auch ein Geständnis ablegten. Stih unterhielt mit Frau Schüler ein Liebesverhältnis, das nicht ohne Folgen blieb. Aus Furcht vor Entdeckung führte Stitz seine Geliebte am 9. November in den Wald, wo er sie gemeinschaftlich mit Kleemann. der dem Paar verabredungsgemäh gefolgt war. mit einem Strick erdrosselte. Da die Täter in der Schwurgerichtsverhandlung ihre Geständnisse in vollem Umfange aufrechterhielten, lag der Tatbestand für das Gericht klar, so daß beide zum Tode verurteilt wurden. Gericht und Geschworene wollen ein Gnadengesuch befürworten. Großfeuer in Oberfranken. Die in den letzten Jahren schon wiederholt von schweren Schadenfeuern heimgesuchte Stadt Teuschnitz (Oberfranken) wurde von einer neuen Feuers brunst schwer betroffen. Dem im' Stadel eines Landwirts entstandenen Feuer fielen insgesamt 14 Wohngebäude und Nebengebäude sowie 20 Stadel zum Opfer. Durch Vie Abwesenheit der meisten Einwohner, die das schöne Wetter ins Freie gelockt hatte, wurde der Brand sehr spät bemerkt und konnte sich in kurzer Zeit stark ausbreiten. Der Feuerwehr von Teuschnitz gelang es infolge des Wassermangels nicht, das Feuer einzudämmen. Bon Haus zu Haus, von Scheune zu Scheune fraß sich das Feu r, b günstigt durch den z.em ich fta.k.n Wind, fort. Erst nach Eintreffen der Kronacher Motorspritze gelang es, dem Wüten des Elements Einhalt zu gebieten. Auf Anordnung'der Feuerwehr und der Polizei wurden die umliegenden Häuser geräumt. Durch die aufopfernde Tätigkeit der «gesamten aus der näheren unt) ferneren Umgebung zusammengezogenen Feuerwehren konnte verhindert werden, daß neue Brandherde entstanden. Die Ursache ist noch völlig ungeklärt. Schweres Flugzeugunglück in USA. — 12 Personen getötet Beim QI 6 ft u r 8 ernes, Flugzeugs in Oakland (Kalifornien) kamen 12 Personen ums Leben. W'e zu dem Unglück aus San Franzisko berichtet wird, stürzte das Verkehrsflugzeug, in dem sich neben dem Flugzeugführer zwei Fluggäste befanden, auf das Dach eines Wohnhauses ab. Die Benzintanks explodierten. Der Motor wurde 100 Meter weit fortgeschleudert. Eine sechsköpfige Familie, die das Haus bewohnte und drei Gäste wurden getötet, auch der Flugzeugführer und die beiden Fluggäste fanden den Tod. Alle 12 Personen verbrann- t e n. Das Flugzeug war bei einem Wolkenbruch in eine plötzliche Regenböe geraten und zu Boden gedrückt worden. Das Wohnhaus ging trotz des strömenden Regens in hellen Flammen auf. Aus der Provinzialhauptstadt. Nachprüfung der seit 1918 in Hessen Eingebürgerten. WSN. Der Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen Dr. Best hat angeordnet, daß alle seit 1918 in Hessen «folgten Einbürgerungen AuJammengeftelÜ und einer Nachprüfung hinsichtlich volksfremder Clemente unterzogen werden. Diese Maßnahme ö.ent zur Vorbereitung der Durchführung der von der Reichsregierung in Aussicht genommenen Maßnahmen auf dem gleichen Gebiet. Der Staatskommissar hat weiter an die Kreisämter, die staatlichen Polizeiämter und das Landeskriminalpolizeiamt eine Bekanntmachung gerichtet, in der es u. a. heißt: „Zur ersten Einleitung einer bewußt völkischen Politik ist erforderlich: 1. die Zuwanderung von Ausländern ostjüdischer Nationalität abzuwehren, 2. soweit solche Ausländer sich zur Zeit noch unbefugt im Inland aufhalten, sie zu entfernen, 3. von der Einbürgerung ostjüdischer Ausländer bis auf weiteres abzusehen. Der Reichsminister des Auswärtigen wird die deutschen Vertretungen im Ausland anweisen, Gesuche um Erteilung des Einreisesichtvermerks dieser Ausländer grundsätzlich abzulehnen, soweit nicht im Einzelfall zwingende Gründe entgegenstehen. Ist letzteres der Fall, wird vor der Entscheidung die Verbindung mit den Jnnenressorts ausgenommen werden. Den Polizeibehörden, insbesondere den Paßstellen, wird erh.hte Aufmerksamkeit und scharfes Vorgehen gegen die Zuwanderung von Ausländern ostjüdischer Nationalität zur Pflicht gemacht. Gegen Ausländer ostjüdischer Nationalität, die sich unbefugt im Inland aufhalten, ist im Rahmen der bestehenden Gesetze und Staatsverträge mit Ausweisungsmahnahmen vorzugehen. Von der Einbürgerung von Ostjuden werde ich bis auf weiteres absehen." Daten für Montag. 27. März. 1813: Kriegserklärung Preußens an Frankreich. Einsegnung der Lützowschen Freischaren in der Kirche zu Rogau in Schlesien: — 1845: der Physiker Wilhelm Röntgen in Lennep geboren. Bornotizen. — Tageskalender tür Montag. Turnhalle am Oswaldsgarten, 10 bis 19 Uhr, Ausstellung „Stadt und Land". — Schützenverein Gießen: 20.30 Uhr, „Schützenhaus", Frühjahrsgeneraloersammlung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Glück über Nacht". ** Das Flughafenrestaurant ist wegen dringender Reparaturarbeiten für einige Tage geschlossen. ** Das Feuer im Schiffenberger Wald. Bei der Meldung in der heutigen Frühausgabe über den Brand im Schiffenberger Wald hatte der Setzfehlerteufel die Hand im Spiele. Es mußte bei der Angabe der in Mitleidenschaft gezogenen Fläche nicht 208 Hektar, sondern richtig 2,8 Hektar hÄßen. Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich weiter westwärts bis über die britischen Inseln ausgebreitet und erstreckt sich quer über Mitteleuropa. Sein Einfluß bleibt zunächst erhalten, obwohl eine Störung nach dem Mittelmeer vorgedrungen ist. Durch diese dürste späterhin vorübergehend etwas Bewölkung aufkommen, ohne daß die Schönwetterlage dadurch wesentlich beeinträchtigt wird. Aus sichten für Dienstag: Tagsüber weiterhin mild, noch vielfach aufheiternd und trocken. Aussichten für Mittwoch: Vorübergehend etwas Bewölkung, sonst Fortdauer der Wetterlage. Es war nicht weit von Wiesenthal nach Zweilinden. Ein Waldweg von einer halben Stunde lag zwischen beiden Gütern. Wulf Speerau rauchte eine Zigarette und legte es sich unterwegs zurecht, was er Konrad von Zweilinden sagen wollte, um ihn schnellstens von seiner großen Liebe zu Bettina ou überzeugen. Der Herr von Zweilinden war nicht allzu bequem, er war gründlich und etwas geradezu. Wulf Speerau warf seine Zigarette weg, es war wohl besser, wenn er nicht rauchte, denn Jein Kopfschmerz war schlimmer geworden anstcckt besser. Seine Augen hingen am Boden, den hier am Waldrand dünnes Frühlingsgras deckte, und da sah er plötzlich etwas, was ihn Haltmachen ließ. Dicht vor ihm auf dem Grasteppich lag ein Revo.ver. Wulf Speerau blickte sich nach allen Seiten um, feine Augen suchten den Boden gründlich ab, denn unwillkürlich dachte er sofort an einen Selbstmord, aber er sah nichts, weder einen toten noch einen lebendigen Menschen. Rechts von ihm lief die Waldchaussee, und da das niedrige Strauchwerk noch nicht allzu üppig belaubt war, konnte man ziemlich weit in den Wald hinein- Sauen. Der Revolver war gesichert. Er untersuchte i. Drei Patronen befanden sich noch Im Magazin. Er betrachtete ihn interessiert von allen Selten. Die Waffe gefiel ihm, sie war modern, von hübscher Form, und er entdeckte daran ein kleines Messing, schildchen mit der Inschrift einer Waffenhandlung in London. Also in der Hauptstadt Englands war das Dingelchen gekauft worden. Er kannte niemand hier in der weiteren Umgebung der in den letzten Jahren aus England gekommen war. Er steckte den Reool- oer in die Hintere Tasche seines Beinkleids. Wenn er horte, daß die Waffe von jemand gesucht wurde, konnte er sie ja immer noch zurückgeben, sonst befielt er sie einfach. Wuls Speerau hatte eine Vorliebe für Gegenstände, die er nicht zu bezahlen brauchte. Er schritt etwas schneller aus. Als er Zweilinden vor sich liegen sah, schlug es vom Dorfe gerade elf Uhr. Er blieb stehen, betrachtete das Bild vor sich mit den Augen des künftigen Besitzers — und schmunzelte. Das stattlichste Gut weit und breit war Zweilinden, auch hatte es das größte Herrenhaus und den prächtigsten Park. Und den Niesenbesitz würde Bettina einmal nach dem Ableben ihres Pflegevaters erben. Der alte Herr hatte ja die Mitte der Sechzig schon überschritten. Eine seine Sache war es, dachte Wulf Speerau, daß Ottfried Zwellinden nach einem bösen Krach mit seinem Vater davongelaufen war in die weite Welt und wahrscheinlich so weit gelaufen war, daß er nicht mehr zurückfand In die Heimat. Seine Mutter war darüber gestorben, und sein Vater hatte au seinen Freunden gesagt: Rede mir niemand mehr von dem schlechten Bengel. Ich will nichts mehr von ihm hören, für mich ist er tot, und er wird, falls er noch irgendwo aus einer Versenkung aufsteigt, keinen Heller von mir erhalten. Die Herren von Zweilinden hatten alle.zwei besondere Fehler. Ihren Jähzorn und ihren Trotz. Um eine Bagatelle waren Vater und Sohn vor zehn Jahren auseinandergeraten und hatten sich deswegen für immer getrennt. Wulf Speerau schmunzelte. Vor allem sollte Schwiegerpapachen erst einmal sein Scheckbuch öffnen und seiner Bettina, an der er sehr hing, eine gute Mitgift geben, damit er seine Verhältnisse ordnen konnte, er hatte dieses langsame Weiterkrebsen bis zum Halse herauf satt. Vor dem langgestreckten, einförmig weißen Herrenhause standen zwei mächtige Linden, die schon an ihrem Platz gestanden, ehe noch der Grundstein zu dem Herrenhause gelegt wurde, und die dem Gut den Namen gegeben hatten, und dazwischen gab es einen Platz mit hübsch gehaltenen Anlagen. Der junge Rasen war eben vom Gärtner besprengt worden, auf den feinen Halmen glitzerten noch die Wassertröpfchen wie kleine Brillanten. Ein Diener in grauer Livree öffnete dem Besucher. Er ließ ihn In die Eingangshalle eintreten und öat ihn, hier zu warten. Er kehrte bald zurück, sagte höflich: „Herr von Zweilinden läßt Herrn Graf von Speerau bitten!" Er nahm ihm den Paletot und Hut ab und führte ihn in das Arbeitszimmer des Gutsherrn. Konrad von Zweilinden saß am Schreibtisch, der so groß war, daß er das ganze Zimmer beherrschte, und legte eben eine Zahlenaufstellung fort, als der Graf eintrat. Er erhob sich und ging dem Besucher ein paar Schritte entgegen, reichte ihm die Hand: „Nun, Graf, was haben Sie auf dem Herzen? Fassen Sie sich, bitte, ein bißchen kurz, denn ich muß in einer halben Stunde in die Kreisstadt fahren. Da ist ’ne Gerichtssitzung, und ich bin als Sachverständiger oorgeladen. Wissen Sie, so 'ne Kartoffelgeschichte. Ein Händler hat faulendes Zeug geliefert. Aber ich will uns mit dem Kram nicht aufhalten. Bitte, nehmen Sie Platz." Er ließ sich wieder in seinen Schreibtischstuhl fallen, nachdem Graf Speerau sich gesetzt hatte. Kon- rat) von Zweilinden war nur mittelgroß, aber von breiter stämmiger Gestalt. Sein Gesicht war sehr gesund gefärbt, und die hellen blauen Augen hatten einen tlugen, kühlen Blick, lieber der geraden krästi- gen Stirn setzte das Haar an wie eine schneeweiße Bürste. Auch der kleine Schnurrbart war weiß, doch die breiten Brauen hatten noch Ihre dunkle Farbe. Wulf von Speerau ward plötzlich, angesichts des ruhig forschenden Blickes, bänalich Aumute. Aber in der nächsten Sekunde hatte er sich schon wieder klar- gemacht, daß er ja fein beliebiger Mann war, der Bettina zur Frau begehrte, sondern der Graf Speerau. Schließlich hieß Bettina nur Claudius und flammte aus dem Dorfschulhaus. Konrad von Zwei- linden würde ihm das Mädel mit Kußhand geben. Also los, fein Zögern war töricht. (Fortsetzung folgt.) an die man noch vor sie Weiße Zähne: Chlbrddont wältigende Regierung nie zuvor stellte, das der nationalen Revolution ein noch dagewesenes Vertrauensvotum aus- der Regierung eine Macht gibt, die über die Machtfülle Mussolinis Hingesetz bekommen hat, wie noch kein« Regierung zuvor. Den großen nationalen Umschwung haben wir der jungen aufstrebenden Bewegung der RSDAP. zu danken, die Dinge vollbracht hat, ... ______ zwei Jahren nicht glaubte denken zu dürfen. Dafür muß man der RSDAP. kommen, daß die deutsche bäuerliche Veredelungswirtschaft wieder rentabel ist. Ich habe das Vertrauen zu der nationalen Regierung, daß sie die richtigen Wege gehen wird. Der Bollslreckungvschuh ist leider sogar von Landwirten und von landwirtschaftlicher Äreditgeberseite zum Teil falsch beurteilt worden. Der Dollstreckungsschutz ist ein Schutz für die Gläubiger genau so wie für die Schuldner. Die Gläubiger sollten sich darüber klar sein, daß der Dollstreckungsschutz mit dazu dient, ihre Forderungen sicherzu st eilen. Der vollstreckungsfchuh muß aber in eine Umschuldung der deutschen Landwirtschaft übergehen. Diese Umschuldung muh Gesetz sein, ehe der Vollstreckungsschuh abläuft. Die Umschuldung darf nicht individuell, sondern . muß generell sein, wobei jeder gleichsteht. Der großen Masse der Landwirte muß es möglich gemacht werden, ihre Scholle zu halten und sogar noch ausgeht. Run beginnt die Arbeit auf der ganzen Linie. Wir begrüßen es besonders, daß die Regierung schon vor der Wahl angefangen hat zu regieren, anstatt wie die früheren Regierungen erst den Wahlausfall abzu- Wirtschaft. Frankfurt ruhig, uneinheitlich. Fr a n k f u r t a. M.. 27. März. (WTB. Draht- Meldung.) Die erste Börse der neuen Woche eröffnete zwar in freundlicher Grundtendenz, doch wa. das Geschäft bemerkenswert klein. Die Kulisse übte nach der Hochbewegung am Samstag Zurückhaltung und schien erst zu Glattstellungen geneigt, während von der Kundschaft nur in kleinem Umfange Orders Vorlagen. Das Aufmerksammachen vor überhöhten Kursen in den Wochenbetrachtungen der deutschen chandelspresse wird hierbei nicht ohne Ein- fluß geblieben sein, ebenso wie die meist schwächeren Auslandbörsen am Wochenende. Die Kursgestaltung war uneinheitlich. Die Mehrzahl der Papiere lagen aber nur wenig verändert, einige Spezialwerte lagen ziemlich fest, so in erster Linie Siemens mit plus 5 v. Sy und Contigummi mit plus 4,5 v. H., ferner Ilse Bergbau Genuß mit plus 3,75, Gesfürel mit plus 3,65 und Labmeyer mit plus 2,50 v. H. Höher eröffneten außerdem Kali Salzdetfurth (plus 2 v. Sy), Schuckert (plus 1,50 o. H.), Rheinische Elektro Mannheim (plus 1,75 v. H), Reichsbank und Daimler mit je plus 1,75 v. Sy, sowie Klöcknerwerke und Goldschmidt mit Besserungen bis zu 1 v. H. Gut behauptet setzten Schiffahrts- und Derkehrswerte ein. Abschwächungen von 0,50 bis 1 o. Sy verzeichneten Chemie- und Moniankatien, ferner Bauunternehmungswerte sowie Deutsche Linoleum und Aku. «tranffurlcr tarkt. Frankfurt a. M., 27. März. Auftrieb: 1270 Rinder (365 Ochsen, 97 Bullen, 370 Kühe, 306 Färsen), 556 Kälber, 37 Schafe, 3997 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausge- mäftete höchsten Schlachtwerts (jüngere) 28 bis 31 Mark, (ältere) 25 bis 27, sonstige vollfleischige 22 bis 24; Bullen: jüngere, oollsleischige, höchsten Schlachtwerts 26 bis 29, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 22 bis 25; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 23 bis 25, sonstige voll- fleischige ober ausgemästete 19 bis 22, fleischige 15 bis 18, gering genährte 12 bis 14; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 29 bis 32, vollfleischige 25 bis 28, fleischige 22 bis 24;Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 42, mittlere Mast- und Saugkälber 33 bis 37, geringe Kälber 28 bis 32; Schweine: vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 38 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund 38 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfund 37 bis 39, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 34 bis 37 Mark. — Marktverkauf: Rinder ruhig, ausverkauft, Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt, Schweine schleppend, geringer Ueberftanb. Die Arbeitslosigkeit muß so rasch und so gründlich wie möglich beseitigt werden. Ein künstliches Arbeitsbeschafiungsprogramm ist nur immer ein Rotbehecs ,ut eine llebergangszeit. Dauernde Arbeitsbeschaffung ist nur zu erreichen, indem man Käufer schafft für die Waren, die der Arbeiter Herstellen kann. Kann die deutsche Arbeiterschaft über den Export oder über die Kaufkraftstärke der Landwirtschaft wieder Arbeit finden? In den früheren Jahren hat man den Export so stark wie möglich gefördert und dabei auf jeden Schuh der Landwirtschaft verzichtet. In dieser Zeit ist die Arbeitslosigkeit von rund 3 Millionen um über 3 Millionen auf rund 6 Millionen Menschen gestiegen, da der Verkaufserlös der Landwirtschaft in der gleichen Zeit von 9,2 Milliarden auf 6,5 Milliarden sank, dadurch die Landwirtschaft immer weniger kaufkräftig auf dem Binnenmarkt wurde, infolgedessen der Absatz der Industrie immer mehr zurückging und die Arbeitslosenzahl ständig stieg. Das ist durch Export nicht gut» zumachen. Leider wurde auch die Torheit begangen, Fabrikationsmittel zu exportieren, mit denen sich das Ausland immer mehr von uns abhängig machte und sich abschloh. Dir stehen auf dem Standpunkt, daß der Export notwendig ist zur Finanzierung der unerläßlichen Wareneinfuhr, aber der Export muh größer fein als der Import von waren. Da wir den Export nicht mehr wefentlich steigern können, müssen wir die Einfuhr von nicht notwendigen waren abbremsen und dafür die Produktion in der Heimat fördern. Daher di« Forderung: Schasst dem Landwirt die Kaufkraft wieder, di« er gern« dem deutschen Volke zur Verfügung stellen wird! Mit dem Weltmarkt werden wir nicht konkurrieren können. Die holländische Butter, die für 80 Pf. pro Pfund auf den Weltmarkt kommt, muß in Holland selbst mit 1,30 bis 1,40 Mk. bezahlt werden. Dazu kommt eine hohe Margarinesteuer. Aus diesem Mehrerlös wird dann von Holland der Dutterexport finanziert. In Deutschland sind die Preise für Landwirtschaftsprodukte auf 80 Prozent, für Vieh sogar auf 60 Prozent des Vorkriegspreises gesunken, dagegen sind die Produktionskosten des Landwirts auf 180 Prozent des Vorkriegspreises gestiegen. Zwischen diesen gesunkenen Einnahmen und den stark überhitzten Unkosten muß ein gerechter Ausgleich hergestellt werden. Am schlimmsten sind die Verhältnisse bei der Veredelungs- Wirtschaft und besonders bei der Vieh- Wirtschaft. Hier muß vor allem- die Rentabilität der Landwirtschaft hergestellt werden. Die deutsche Fettversorgung erfolgte bisher nur zu 40 Prozent aus der deutschen Produktion, zu 60 Prozent aus der Einfuhr. Das ist eins gewaltige Gefahr für die Landwirtschaft und für das ganze Volk. Dieses Prozentverhältnis muß gründlich verbessert, mindestens umgekehrt werden. wenn die Schweine- und Kuhhaltung nicht mehr rentabel ist, stirbt der deutsche Bauer, dami verliert das deutsche Bolt durch die Fehler in der Fettoersorgung die Kraft feiner Ackerscholle, damit ist auch die Siedelung * hoffnungslos. Deshalb ist die raschelnd gründliche Lösung des Fett- und Milchproolems das wichtigste der Landwirtschaft. Wir müssen jetzt auch zu Handelsverträgen kommen, durch die die Veredelungs- wirtschaft geschützt wird. Die Regierung muß sich bei den kommenden Handelsvertragsverhandlungen nicht nur einen hohen Zoll- s a tz zum Schutze der Landwirtschaft schassen, sondern sie muß sich auch weiter die Hände freihalten. Ein Teil der Zölle wird jetzt noch nicht frei. Wir erwarten von der Regierung, daß diese Handelsverträge auch allmählich gelöst werden, damit der Iollfchuh für die Landwirtschaft auf der ganzen Linie frei wird. Solange das noch nicht der Fall ist, müssen wir ein Kontingentierungssh st em zur Hemmung der Wareneinfuhr haben. Andere Völker haben das gleiche für sich getan. Auch auf steuerlichem Gebiet kann viel getan werden, um den Verbrauch der deutschen landwirtschaftlichen Produkte zu fördern, ohne den Städter allzu sehr zu belasten. Vor allem ist ein Abbau der heutigen Doppelbesteuerung durch die Umsatz- (teuer namentlich auf dem ersten Wege der Ware vom Produzenten zum Konsumenten zu fordern. Weiter fordern wir: Deg mit der Zuckersteuer, her mit dem Südfrüchtcmonopott Bei dem Bezug der Südfrüchte können d i e Länder besonders behandelt werden, die für uns politisch interessant sind. Besser man besteuert das Volk dort, wo es sich einen Genuß leistet, als dort, wo es einen zwingenden Bedarf deckt! Ebenso fordern wir die Beseitigung der Schlacht st euer, das sie nur das Fleisch aus der deutschen Scholle verteuert. Wenn in dieser Weise gearbeitet wird, so werden wir in nicht allzu langer Zeit auch wieder dahin Am Samstagnachmittag sand in Alsfeld im 8rohen Saale des Hotels »Deutsches Haus" aus iinladung des Hessischen Land bundes eine eindrucksvolle Bauernkundgebung unter der Leitung des Landbund-Vorsitzenden im Kreise Alsfeld, Lutz, Klein-Felda, statt. Der Tagung wohnten u. a. Kreisdirektor Dr. Stammler, Aegierungsrat Strack und Ases- sor Dr. Gros vom Kreisamt Alsfeld, ferner Landbund-Vertreter aus Starkenburg und Rheinhessen und viele Landwirte aus den Kreisen Alsfeld unb Lauterbach bei. Der mit den Fahnen Schwarz-Weih-Rot und Rot-Weih, sowie mit der Hakenkreuzsahne geschmückte große Saal war dicht beseht. Oer Vorsitzende Lutz-Kle:n-Felda betonte in seiner Erösfnungsansprache — nach herzlichen Begrüßungsworien an den ersten Präsidenten des Reichslandbundes, Grafen Kalck- r e u t h , den Landesvorsitzenden Sr. von Hel- mol t, die Behördenverlreter, den Reichstagsabg. Dr. Wagner (RSDAP.), die Presse und die bäuerlichen Derusskollegen — u. a. mit großer Genugtuung, daß nun endlich ein anderer Wind über Deutschland weht, Schwarz-Weiß-Rot und das Hakenkreuz als nationale Freiheitssymbole ausgezogen sind. (Lebhafter Beifall.) Die Bauern schließen sich mit vollem Berbauen unb mit Begeisterung der nationalen Regierung an unb wollen Mitarbeiten an dem Wiederaufbau des deutschen Baterlandes. Dem Reichslandbund und insbesondere dessen ersten Präsidenten, Graf Kalckreuth, gebührt der Dank der Bauern dafür, daß sie durch die bekannte Entschließung den Stein zum Umschwung durch den Rücktritt des Kabinetts Schleicher mit ins Rollen brachten. Run liegt es am Bauernstand, von sich aus alles erforderliche zu tun.^Aber auch das ganze Volk muh sich bewußt sein, daß ohne eine rentable Landwirtschaft das deutsche Bolt nicht wieder hochkommen kann. Dun heiht es vor allem einig sein und die Streitaxt begraben, großzügig denken und handeln wie die Männer in der Reichsregierung. Wirtschasti.cy kommt es für den Bauernstand vor allem daraus an, daß die Zinsen-, Sozial- und Steuerlast gesenkt und der Vollstreckungsschutz durch eine Regelung ersetzt wird, die es ermöglicht, dah der Dauer auf seiner Scholle bleiben und existieren kann. Für dieses Ziel und damit zugleich für den Bestand des deutschen Vaterlandes werde auch der vberhessische Dauer gerne sich einsehen. (Starker Deifall., Graf Kalckreuth, erster Präsident des Neichslandbundes, sagte in seiner gut einstündigen Rede u. itaurant lovierung Tage ossen 2119D Anzüge e, preiswert am, Melton 21, 25.- 29.- epbonSt» if selter5’"69 73 SÄ ES Ms-V- Sta'dttheater «'«•&» Tien^.izlibr V-DLlbePrciie ÄW iang=fe,t0o5crn«- gekaun®nverwandt «e Lit: to tO e o ö CM e Cb> o w G «V E 53 2 S>Z E-2 3 B E rD t> E E B «g- 2v^ 8 ■E 8-2 E BIO E -b3 10 a s« £ is Hs Et 55 '— § = = e3 -e JO S) o ■2 •C JO' c 2 =S «- c.(D « o Ql •e •e Q c H Q O e N o c cv e a P cy d c e B Q o •e Welle umbllckten. ein paarmal zu o » c ■"5 cyö ■e— Q E e • Q-* . € s 'S 5 B B c ’GG ' E -E 5?ä; ze 5? 2 •e®* C H c -Ec e« Oot 3 3' <5- e, Eto -G u. 12 o L' E-e-^-E: E E —■€■ £A in -Ee c 82. O Sc' E — c, 55 xd 3 5 =9 £-e-£ -Q X-° c® ± r O Q E ,H 5 E _X ex E O ,C7™ ■E - dxO «j e 3 Q Je* e = I^-zdH g — t: ■eXZ X G L-3 E^r-E u. 'S e® ED c -o “ O (| 3 G X uSg 2 u.10 3 s 3 ^7-8* rci3. 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