De Valeras Wahlsieg in Irland würdigsten, romantischsten Zügen von vornherein Erregte Kammerdebatte. -Cheron verzichtet auf drei Milliarden Emsparungen Seine Matter war Irin. Sein Vater kam von weit her, aus Spanien. Daß er Katholik ist, liegt nicht nur an den Gebräuchen des Landes, an dessen Spitze ec steht. Es steckt ihm im Blut, -'ine s l same Mischung aus irischem und spuni- chem Fanatismus, aus dem Geist dec mittel- - .^.ucqen Inquisition und dem modernen irischen Menschen wird, hangt nur davon ab, wie lange sie leben." De Valera war vielleicht nicht der größte dieser Helden. Aber er war — erstens einer der hitzigsten, der konsequentesten, und zweitens vrel- leicht der glücklichste von allen. Denn er überlebte all seine Freunde. Aus diesem beifpiello.en Hexenkessel eines jahrzehntelangen Freiheits- kampscs auf Leben und Tod ging er nut gesunden Gliedern, mit unverändertem Enthusiasmus, unveränderter Treue zu seiner alten Sache hervor. Er war es vielleicht nicht, der gesiegt hat. Gesiegt hat ein ganzes Volk, jahrhundertelang unterdrückt, bedrängt, zertreten. Aber er war es. der die Früchte dieses Sieges fo_ test in Händen zu halten vermochte, daß er, ursprünglich der revolutionäre Utopist, sich auch über die Verwirklichung seiner Utopie, über die Erbauung des irischen Freistaates hinweg die Liebe und daS Vertrauen seines ganzen Volkes zu bewahren wußte. Uni das ist sehr viel. Hnnatme von Snjeige.« für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspsennig; für Re- hlameanteigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorfchrijt 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Longe. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyr ot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und 'ür ^enAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Siegen. Oer Freiheitskämpfer der grünen Insel. Don Viktor Schweizer. Vie Landtagswahlen in Irland haben dem Präsidenten de Valero einen Sieg eingetragen. Bisher sind ungefähr zwei Drittel der Wahlergebnisse bekannlgeworden. Der Stand der Parteien ist folgender: Regierungsparteien: de Valero 49, Arbeiterpartei 5, Unabhängige Arbeiterpartei 1, ju- sammen 55. Opposition: Losgrave 33, Unabhängige 7, Mittelpartei 6, zusammen 46. General-Anzeiger für Oberhessen Drrtf vnd verleg: vrLhl'sche Unlverfitätr-Vuch- vnd Steinöruderei R. tanie in Gietzei. Zchristleitunz un) Grschäftzstelle: 7. Sache treu bleiben sollten — über den Hungertod hinaus. Ucberreich ist diese Zeit an abenteuerlichen Ge- chichten. Befreiungen aus dem Gefängnis, Aufopferung heldenmütiger Frauen für tue Führer im Gefängnis, — nichts ist so unwahrscheinlich, daß es sich in diesen Tagen nicht ereignen konnte. Man fühlt sich an die Legenden der ersten russischen Revolutionäre aus den achtziger Jahren erinnert: an einen Geheimbund junger und alter Menschen mit leuchtenden Augen, an Studenten, Aachtwandler. Verschwörer, weise alte Männer, die aus fanatischer Güte zum Gift griffen, oder zum Sprengstoff... Das irische Tempo aber unterscheidet sich von dem der russischen Verschwörer. Es ist heftiger, und in seiner Heftigkeit zäher. Ein englischer Dichter hat einmal gesagt: .Ein irischer Streit endet nicht nur in Gewalttätigkeiten, sondern in Permanenz." Roch eines anderen Ausspruches kann man sich in Verbindung mit diesen irischen Rebellen entsinnen: .Was aus diesen heißblütigen thcker nicht überwiegend Verkäufer von Arzneien ist, sondern daß seine Preise eine Vergütung vor allem auch für seinen Be- reitschaftsdienst darstellen. Ohne d e Vorlage würden wir, namentlich in den ländlichen Dezirken des Ostens, ganze Regierungsbezirke haben, in denen bis auf wenige Ausnahmen die Versorgung mit Arznei nicht mehr gewährleistet sein würde. — Die Abstimmung über die Arz- - neitaxe 1933 soll am Dienstag vorgenommen werden. Ertchein, tägltd),autzei Sonntags und Feierlags Beilagen; Die Illustriert. (Bienen« Familienblatter Heimat m Dild Die Scholl. Monats-vezugsprets: «jjht 4 Beilagen NT? 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen Doi einzelnen Nummern infolge höher« Gewalt. jjernssrechanfchlüsfe ant«5ammelnumm«2251. Anschrift für Drahtnachrichten Bnjelgtr Stehe«. Postscheckkonto: fronlfrrt am Blain 11686. richtshof zu verweisen. Der Berichterstatter, der tschechische Außenminister B e n e s ch , beantragte Vertagung der Angelegenheit, da er die Erklärungen der Vertreter Englands und Persiens zunächst prüfen müsse. ausgezeichnet. Er war einmal, Jahrzehnte ist es her, Rebell. Aus diesem Rebellen ging e i n g l ü h e n - derRevolutionär hervor, ein Revolutionär nicht des sozialen, sondern des nationalen Freiheitskampf es. Ist er heute darum Renegat geworden, daß er den höchsten Staatsposten innehat? Rein. Vom Verrat eines Frontenwechsels hat er sich sein Leben lang freigehalten. Er. einer der wenigen überlebenden Heroen des irischen Freiheitskampfes, war der erste und ist der letzte, der an der Lime seines Kampfes festgehalten hat. Viele sind in diesem Kampf gefallen — ver- hunge.t, erfchofsen, vergiftet, erhängt. Viele unmittelbar im Kampf mit dem englischen Unterdrücker. Manche auch, weil sie an der gemeinsamen Sache Verrat begangen haben. Die alten Revolutionäre konnten es denjenigen, tue das Kriegsbeil gegen England plötzlich eingruben, n cht vergessen, daß sie von ihrer Seite gewichen waren. Eine Feme schaffte sie aus der Welt. Umnelehrt ließen auch zahlreiche Ueberlaufer I ihre früheren besten Freunde, tue sreiheits- kämpler, kaltblütig hinrichten. c , Der irische Freiheitskampf der letzten fünfzehn Jahre ist ein mörderisches, mit Blut geschriebenes Kapitel. Es erzählt nicht nur von Heldengeist. Zusammenschluß. Aufopferung — fast mehr erzählt es von Verrat. Rastlosigkeit, Flucht vor dem Tode. Von einem der irischen Führer der damaligen Zeit wurde erzählt, seine eigentliche Wohnung sei sein Fahrrad. De Dalera selbst konnte jahrelang nicht zweimal auf demselben Fleck übernachten. Monatelang war es ihm nicht De, gönnt, in einem Bett zu schlafen. Hunderte wanderten damals ins Gefängnis. Hunderte traten in den Hungerstreik. Die meisten starben — am fünfzehnten Tag dieses Streiks. Manche hielten es bis über dreißig Tage aus. Draußen, auf den Plätzen vor den Gefängnissen, sammelte sich die Masse ihrer Anhänger, sammelten sich Frauen, Mütter, Kinder. Sie beteten. Wofür beteten sie? Dafür, daß der Gefangene in seinem Hungerwahnsinn ni ch t einen A u gen« blick des Rachgebens gegenüber der englischen Gewalt haben sollte. Dafür, daß sie ihrer Oie WeltwirtschastSkonferenz. Genf, 26. Jan. (WTD.) Der Völkerbund srat hat die Beschlüsse des Organisationsausschusses über die Einberufung der Weltwirtschaftskonferenz einstimmig gebilligt ES wurde befchlossen, die von den Sachverständigen ausgearbeitete Tagesordnung der Konferenz den Regierungen die Stellungnahme zuzu- leiten. Der Rat erklärte sich ferner damit einverstanden, daß das Datum der Konferenz vorläufig noch offen bleibt. Es wurde aber festgestellt, daß die Regierungen mindestens drei Monate Zeit haben müßten, um die Tagesordnung der Konferenz zu prüfen, daß demgemäß die Konferenz nicht vor Ablauf dieser Zeit zusammentreten kann Der Rat hat den englischen Premierminister Ma c» bona ld eingeladen, den Vorsitz der Konferenz zu übernehmen. Oer englisch-persische Oelstreit vor dem CRat. Die Arbeitszeitkonferenz zeichnet sich dadurch aus daß sie keinerlei Ergebnisse hat. aber in endlosen Debatten ihre festgesetzte Arbeits- zeit regelmäßig überschreitet. Bei den Beratungen Über den persisch-englischen Oelkonflikt spielen die Hauptrolle die gutbezahlten Agenten des Herrn Deterding. Die Sinnlosigkeit des Ganzen ist so offensichtlich, daß auch der Dümmste sie nicht übersehen kann. Die Erkenntnis, daß man den großen Problemen durch diese Mechanik nicht beikommen kann, zwingt die Beteiligten jur Selbstironie und Mittelmäßigkeit. So entsteht die Genfer Atmosphäre. . . Ein englischer Staatsmann sagte: Hätten wir die Reparationsfrage vor dem Völkerbund behandelt, wir ständen heute noch auf dem Standpunkt der ersten Rachkriegskonferenzen". Diese Betrachtung gibt zu denken. Die Reparationsfrage war nicht weniger schwierig und bedeutend als alle anderen großen europäischen Fragen. Man hat sie einigermaßen gelöst, indem man sie vom Bo - kerbund hinweg auf em anderes Gleis fäoÄ, ©t« Erkenntnis, daß wir mit allen anderen großen Problemen weiter kommen würden, wenn wir He aus der Genfer Maschinerie befreiten und an die frische Luft beförderten, ist allgemein. Rur in der Genfer Atmosphäre sieht man nicht Har, der alltägliche Trott läßt keine Zeit zum Anhalten und zur freien Sicht. Mißbräuche bei der Bewilligung von Pensionen an Kriegsoerletzte, wurde aber von der Rechten lärmend unterbrochen. Cheron ries: „Unsere Finanzen werden geplündert! Mein Amt gebietet mir, solche Mißbräuche aisfzudecken. Die Kürzung der Beamtengehälter solle nur provisorischen Charakter tragen. Don größter Dedeu- hing sei es, Steuerhinterziehungen zu bekämpfen. Die augenblicklichen Bedürfnisse zum Ausgleich des Budgets von 10 Milliarden könne man auf < Milliarden zurückschrauben. Die autonome Amortisationskasse würde in diesem Jahre etwa Milliarden an Staatsschulden tzu tilgen haben, diese Summe könne man vorläufig a u ße r Betracht lassen, vorausgesetzt allerdings, daß man später bei der Beratung des endgültigen Budgets diesen Betrag wieder emsetze. Dadurch wurde die Verabschiedung des Budgetzwolftels für Februar erleichtert werden. Nachdem noch zwei Redner zu Worte gekommen waren, wurde die Weiterberatung vertagt. Wie verlautet, soll sich die radikale Kammerfrak- tion nicht mehr grundsätzlich gegen die von Chöron geplante, aber vom Finanzausschuß der Kammer abgelehnte bprozentige Erhöhung sämtlicher direkten Steuern aussprechen. Gegen neue Steuern. Aenderung der Arzneitaxe. Beratungen im ilieichsrat. Berlin, 26. Jan. (DdZ.) Der Reichsrat beriet die Arzneitaxe 1933. Diese bringt angc- sichts der Rotlage zahlreicher 2lpotheken gegenüber 1932 eine Heraufsetzung des Apothekcrzu- schlages bei Arzneispezialitäten un Preise bis zu einer Mark von 64 auf 70 Prozent und eine Herabsetzung der Zuschläge für Spezialitäten un Preise über 2,50 Mark von 60 auf 50 Prozent. Weiter sicht die Arzneitaxe 1933 eine Erina- higung des Rabatts für Krankenkassen ufto. bet aanz kleinen Apotheken mit einem Umsatz bis zu 15 000 Mark jährlich von 3 auf 1 Prozent vor, während es im übrigen bei dem bisherigen Rabatt bleibt. Schließlich sott die Zeit in der eine Rachttaxgebühr erhoben werden darf, nicht mehr von 20 bis 8 Uhr, sondern nur von 22 bis 7 Uhr dauern. Reichsinnenminister Dr. Bracht erklärte, um nicht ein allzu einseitiges Bild in der Oeff«it- lichkeit entstehen zu lassen, daß die sämtlichen Apothekerpreise von demPreiskommis- sar sehr streng unter die Lupe genommen, und dabei Preissenkungen erzielt worden sind, die im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise dann die R o t l a g e zahlrei - cherApothekenmit berbeigefünrt habemVri dielen Preissenkungen ist nach Anficht der Fach- bchörden der Länder nicht genügend dem Umstande Rechnung getragen worden, daß der Apo- Oie Genfer Tragödie. Don unserem D-Korrespvndenten. Genf, Januar 1933. Ein eiskalter Wind fegt durch die Straßmi von Genf. In den Glashallen des Dolkerhundspala- stes, in denen das Präsidium der Mrustungskon- ferenz, die Arbeitszeitkonferenz und verschiedene andere Kollegien tagen, ist es so kalt, daß die Staatsmänner ihre Mäntel nicht ausziehen können. Der Dreier-Ausschuß berat d.e deutsche Beschwerde gegen die Vergewaltigung des deutschen Grundbesitzes in Polen, in einem anderen Saal brütet man über den fernöstlichen Konflikt und den Japan-Tölkcrbundslonslilt insbesondere, eine dritte Versammlung beschäftigt sich mit dem per- sisch-englischen Oelstreit... Auch den lebendigsten Geistern dieser Konferenz frieren d i e <5 u ft e unö es ist. als sei dieser Zustand symbolisch für die Situation Europas. Politische Einrichtungen, die nur reinJot- mal einen Zweck erfüllen, einen Selbstzweck also, der fachlich ohne Sinn ist, haben oft eine längere Lebensdauer als lebendige und wichtige Institutionen, die die Schwierigkeiten überwinden oder an ihnen zugrundegehen. Das D^kammer- Lü)cn ^nqui,irion uiu> uem gericht m Wetzlar wurde in trauriger ^^elttnr Freiheitskampf hat mit düsteren Griffen fein kung immer alter und unfruchtbarer und deshalb . feinen verwegensten, merf- um fo gefährlicher. Denn eines ist uns ui ®enf ------*-— schon längst klar geworden: die Ueber-Lebens- dauer des Völkerbundes verhindert es, daß in den notwendigen Zwischenpausen spontan Verhandlungen zwischen den Völkern ausgenommen werden, die die Erkenntnis, daß es so nicht mehr I weiter geht, zur Voraussetzung haben. In welchem Maße das rein formale Dasein des Völkerbundes solche lebendigen, zielbewussten Verhandlungen hemmt oder vielmehr geradezu verhindert, das wird gerade bei den gegenwärtigen Ereignissen in der Völkerbundsstaüt besonders deutlich erkennbar. Um dies zu ver- stehen, muß man sich in die .Genfer Atmosphäre hineinversetzen. 2n den Hallen des Hotel Metro- I pole des Beau Rivage und anderswo trifft man am Abend dieselben Leute beim Bier oder Cocktail die dort, abgesehen von un'a)e,ent.ia)en 23er- änöerur.gcn, seit zwölf Jahren sitzen. D.e Glatze des Herrn Bencsch ist inzwischen etwas großer geworden, Herr Massigli, der Franko,e. benimmt sich ebenso taktlos und gehässig wie in Versailles, Herr Motta ist ebenso alt und verständig und ruhig wie damals vor einem Dutzend Jahren und wundert sich über die Unverständigkeit dieser Welt. Die Engländer entsen'.en nach wie vor Persönlichkeiten, bei denen man, namentlich in bezug auf die Abrüstungspläne, nicht weiß. I bis zu welcher Grenze sie träumende Idealisten und von wo an kluge Geschäftsleute sind. Lloyd George und Henderson. — das bedeutet ein Fort- schreiten in gerader Linie. Für Lord Cecil bc- deutete das Scheitern feiner Abrüstungsidee wirk- lief) einen menschlichen Zusammenbruch, — trotzdem mußte er verstandesmäßig erkennen, daß sie weder durchführbar noch weitreichend war. Viele sind über diesen Völkerbunds, itzungen gestorben, andere Persönlichkeiten gleicher Gesinnung haben ihren Platz erseht. Aber es smd dieselben Imponderabilien geblieben. Auch auf Öen Korridoren wird die neue deutsche Minderhe.ten- beschwerde gegen Polen verhandelt. Und was die Vertreter der Großmächte drinnen im Konferenzsaal nicht tun, hier draußen zeigen sie Weniger Scheu. „Das sind doch alte Kamellen... Sie haben dos Wiederkäuen ja alle restlos satt und der „Genfer Rundgcfang", wie Stresemann diese endlosen Debatten nannte, ist längst em Trauerchoral geworden. Jedes Bonmot wird tote eine Oase in der Redewüste begrüßt. Bonmots pflegen in der Regel ironisch, selten aber produktiv zu fein. Wenn Benesch bei der Frage der Abrüstungskontrolle die Straffreiheit solcher Landesverräter fordert, die dem Völkerbund Wehrge- heimnisse verraten und sie gleichstellt den Minderheiten. die sich an den Völkerbund wenden, so wird diese gegen Deutschland gerichtete freche Geschmacklosigkeit heftig belacht. Und niemandem fällt cs auf, daß die Leute über ihre eigene Minderwertigkeit und Mittelmäßigkeit lachen... Paris, 26. Jan. (WTB.) Sofort nach Eröffnung der Kammerdebatte, auf deren Tages- Dränung die Bewilligung des Budgetzwolftels für Februar und zugleich die Verabschiedung der Finanz - Sanierungsmaßnahmen stand, stellte der Abgeordnete Louis Marin die Vorfrage unter Protest gegen die Arbeitsmethoden des Finanzausschusses der Kammer, die eine unter den gegenwärtigen Umstanden unannehmbare Anleihepolitik herauf.cschworen habe. Die Ausführungen Marins bewegten sich in leidenschaf Nich en Angriffen gegen die Person des 5 i n a n 5 m 1 n 1 ft e r 8 , gegen die Sozialisten und gegen die Radikalen. Sie führten zu heftigen Erwiderungen und arteten schließlich in eine allgemeine Lärm- szene aus. Als der Finanzrninistec unter lebhaftem Beifall der Linken antunbigte, daß Die Regierung gegen die Vorfrage die Vertrauensfrage stelle, erklärte Louis Marin, unter diesen Umständen ziehe er feinen Antrag ju« rück, um nicht der Regierung die Genugtuung zu geben, eine Vertrauenskundgebung der Linksparteien zu erhalten. Der Generolberichterstatter des Finanzausschusses, Lamoureux, {teilte fest daß von 146 Artikeln des Gesetzentwurfes etwa ICO der Initiative der Regierung entsprungen seien. Der Finanzausschuß sei der An- sicht, daß es unter den augenblicklichen Umständen nicht unbedingt notwendig fei, einen vollständigen B ud g e t au s g l e 1 ch zu erreichen. Er habe einen Entwurf ausgearbeitet, der im ganzen 7139 Millionen Einsparun- gen und neue Einnahmen enthalte. Die Einnahmen sollen dabei 3662 Millionen betragen. Kinanzminister Eheron. Paris, 27. Ian. (WTB. Funkspruch.) Die französischen Arbeitgeb er Vereinigungen veranstalteten in Paris eine große öffentliche Kundgebung gegen jede neue steuerliche Belastung. Sie erklären, daß die Wirtschaftsnot in Frankreich und die Höhe der Lebenshaltungskosten zum großen Teil auf die übertrieben hohen Herstellungskosten zurückgehen und diese nur gesenkt werden könnten, wenn die Steuern revidiert mürben und eine 2) e f l a t i 0 n 5 p 01 i t i f PlaN greife. Leider scheine es schwierig zu fein, in der Kammer eine der Deflation günstige Mehrheit zu finden Die Arbeitgeber drohen, falls die Krise nicht schnell durch geeignete Regierungsmaßnahmen bekämpft Genf, 26. Jan. (TU.) Der Völkerbundsrat beschäftigte sich am Donnerstag in stundenlanger Aussprache mit dem persisch-englischen Oelstreit. Der englische Außenminister Simon suchte zu beweisen daß die persische Regierung nach den bestehenden Verträgen keinerlei juristische Rechte habe, die Konzession zu kündigen. Er betonte, daß das Verfahren des Artikels 15 des Völkerbundsvertrages in erster Linie ein Versöhnungsoerfahren sei. Er hoffe, daß es gelinge, eine beide Teile befriedigende Lösung zu finden. Ser Vertreter Persiens, Donar, schlug zur Klärung der Frage, ob der Völkerbunds- rat oder die internen persischen Rechtsinslanzen zuständig feien, vor, die Verträge an den Haager Ge Eine Abordnung des deutschen Handwerks beim Reichspräsidenten. B e r l i n , 27. Jan. (WTB. Funkspruch.) R e > ch s- Präsident von Hindenburg empfing heute eine Abordnung des deutschen Handwerks. Sie'berichtete dem Herrn Reichspräsidenten über die Lage des deutschen Handwerks und unterbreitete Vorschläge zur Besserung des vorhandenen Notstandes. Der Dresdener „Oberleutnant* 3raehri(6. Berlin, 27. Jan. (ENB. Funkspruch.) Von dem Redner der jo blutig verlaufenen kommunistischen Versammlung in Dresden, Oberleutnant a. D. Fraedrich, war verschiedentlich behauptet worden, daß er bei der Reichswehr oder, w:e von anderer Seite gesagt wurde, bei der preußischen Polizei gewesen sein soll. Aus Kreisen des Reichswehrministeriums erfahren wir dazu, daß Fraedrich niemals Re i ch s w e h r 0 ff 1 - zier war, ebenso unzutreffend ist tue Behauptung, wie wir von preußisch« Regierungsseite erfahren, daß Fraedrich preußischerPotizei- offizier gewesen ist. Nr 23 Erstes Blatt 183. Jahrgang §reitag,27.Zanuar (933 Gießener Anzeiger bezeichnete alle Inflationspläne als Verbrechen. Entweder werde eine entschlossene Anstrengung zur Sparsamkeit schon beim Budget 1933 die Finanzen Frankreichs retten unB das Vertrauen wieder hcr^ stellen oder man müsse eine Anleihe nach der anderen aufnehmen und werde dadurch in 1 durch geeignete .^egieruny^nu eine viel ernstere Lage geraten. — Chöron besprach I werden könne, mit eteuerftreit. Aus -er Provinzialhaupista-t Des touste nett", entgegnete ihm mich dut.' Für die Winterfahrt nach Garmisch-Partenkirchen haben viele Fahrer i. Wagen m. Continental-Reifen gemeldet — für große Strapazen die besten Reifen« Der Meurerphilipp, ein mittlerer Sechziger, sah vor feinem Häuschen auf der Dank und klagte dem vor ihm stehenden Deckerskonrad sein Leid über die schlechten Zeiten, über Geldmangel, Schmerzen im Kreuz, Steuern, niedere farbf,el- preise, den Derlu t einer Kuh usw. „x5ann das nett baal annericht werd, schäitz (schiebe) eich *• Die Auszahlung der Militär- Dersorgungsgebührnisse (Heeresrenten) für den Monat Februar erfolgt am Samstag, 28. Januar, in der Zeit von 8.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr beim Postamt, Dahnhofstr. 91. •• AuStausch-TheatergastspielGie- ßen-Koblenz. Man schreibt uns: Am Donnerstag. 2. Februar, findet das Gastspiel deS Ensembles des StadttheaterS Koblenz in Gießen statt. Zur Aufführung gelangt das Schauspiel .Gestern und heute" von Christa Winsloe. Dieses interessante Schauspiel ist bekannt durch den Film «Mädchen in Uniform“, dem eS den Stoff -u der der Deckerskonrad, „wenn eich mich aach bei jeder Klaanigkeit dutschäihe wollt, kam eich die ganz Woch nett aus dem Dolwcrdamb (Pulverdampf) erauS." „Kathrinche“, sagte der auS einer festlichen Deranstaltung deS Kriegervereins heimgekehrte Hornsjost zu seiner Frau, „Kathrinche, der Hauptmann Meier hott der aber e Red' gehaale, die sich gewäsche hott: ordentlich warm 18 mirsch gcworde, beinah hätt' eich gegornt (geweint), so hott mich die Red' aagegriffe, un die annern aach. Menn Widder emool su e Fest is, wer «ich aach e Red' haale." „Jost". sagte darauf daS Kathrinche, „wenn dou emool eboeS haale (halten) willst, fo haal der Maul.“ Zur Zeit der allgemeinen Wehrpflicht war eS Sitte, daß die Gestellungspflichtigen auS den Dörfern zur Musterung in die Kreisstadt zogen, je nach der Zahl der Pflichtigen und dem Stand der vorher errichteten Kaffe mit oder ohne Musik, denn der Musterungstag war nächst der Kirmes für die Burschen ein wichtiger Feiertag. Reichte das Geld nicht für eine Musikkapelle, so tat's auch ein Trommler oder ein Flötenspieler. Zn einer kleinen Gemeinde drS KreifrS Lauterbach waltete der einzige „Musiker" gleichzeitig feines Amtes alS Diehhirt. Jeden Tag gab er mit einem schon etwas verbeulten Flügelhorn das Zeichen zum Sammeln der vierbeinigen Dorf.nsassen, der Schweine und „Gaasen" und zog dann mit ihnen „ins Feld". Am Tage der Musterung stellten die Gestellungspflichtigen das Ersuchen an den alten Dorfhirten, beim Marsch in die Stadt mit dem Flügelhorn aufzuspielen, für Essen und Trinken sei gesorgt. Rachdem seine Bedenken um die Beaufsichtigung seiner Diehherde durch den Hinweis auf die schon besorgte Stellvertretung beseitigt waren, gab er dem Drängen der Burschen nach, indem er bemerkte: „Ra, mir soll's recht sei, eS iS aanerlei, ob eich mit de Koih auS dem Dorf ennaus zäih, odder m i euch!" H. E.-Dr. Gewerkschastsbund der Angestellten imZahre 1932. Die Ortsgruppe Gießen im Gewerkschaftsbund der Angestellten hielt — wie man uns berichtet — am SamStag ihre Generalversammlung ab, zu der die Mitglieder in stattlicher Anzahl erschienen toatcn. Ortsgruppenvorsteher Zecher begrüßte di« Erschienenen und gab dann einen Ueberblick über die im vergangenen Jahre geleistete Arbeit. Dem Bericht sei entnommen, daß die Ortsgruppe Gießen im vergangenen Jahre stark unter den wirtschaftlichen Bcrhältnissen zu leiden hatte. Trotz der Schwere der Zeit konnte der Mitgliederbestand gehalten werden. Der Dorschende sprach sodann allen Ghrenamtsinhabern Dank aus. Das Hauptinteresse des vergangenen Jahres war der D i I- dungsorbeit zugewandt. 3n einer am 21. August 1932 stattgefundenen Dezirlsbildungs- obmänncrtagung wurde das Bildungsprogramm der Ortsgruppe Gießen festgesetzt. 3m Rahmen dieses Dildungsvrogramms fanden sozialpolitische Borträge. Lichtoildcrvorträge und Sondcrveran- staltungen statt, stets gut besucht waren. Um den Mitgliedern etwas besonderes zu bieten, hatte sich die Ortsgruppe dem Goethebund angeschlossen. 3n der 3ugendbewegung zeigte sich eine erfreuliche Aufwärtsbewegung. Sämtliche Veranstaltungen des 3ugendbundes konnten mit Erfolg durchgeführt und auch verschiedene Reu- oufnahmcn vorgenommen werden. 3n der Scheinfirmenarbeit zeigte die 3ugend beachtliche Leistungen: sie gelangte beim letzten Scheinfirmenwettkampf des GaucS Hessen in di« Reihe der besten Gruppen. Auch im S p o r t war die Gießener 3ugendgruppe auf der Höhe und errang auf dem Gaujugendtag in Wetzlar sowie auf dem Dezirksjugendtag in Butzbach verschiedene Preise. Durch gute Werbeerfolge im 3ahre 1931 konnte die Ortsgruppe Gießen als Werbeprämie eine Bücherei verbuchen. Alles in allem ergab sich aus dem Bericht des Vorsitzenden eine rege Verbandstätigkeit. Kamps gegen vie Grippe! 6,1 v Togal-Tabletten sind ein hervorragend bewährtes Mittel gegen Grippe und Erkältungskrankheiten. Togal ist stark harnsäurelösend und in hohem Maße bakterientötend! Im Anfangsstaüium genommen ver° hindert Togal den Ausbruch der Grippe. Erstaun» liche Erfolge! Mehr als 6000 Aerzte-Gutachten! Ein Versuch überzeugt. In allen Apotheken. Mk. 1,25. 12,6 Llth ,0,46 Chin., 74,3 Acid. acet. »alle. Dem Schimmelskarl, der schon, seit er laufen konnte, diesen Spitznamen trug, war schon in der Schule der Unterschied zwischen Sie und Du ein Rätsel, so daß ihn oft nichts davon abhielt, den Lehrer zu duzen, trotzdem dieser sich die größte Mühe gab, ihn von diesem Uebel zu heilen. So platzte Schimmelskarl eines Tages, ausgerechnet im Religionsunterricht, mit den Worten heraus: «Herr Liehrcr, bei Hond (Hund) hott gest ^gesternt dem Mexter (Metzger) Kunncrod e Worscht gestchle, der hättn, wann ern verwischt hätt', glei tut gchaage." Auch als Schimmelskarl längst der Schule entwachsen war, duzte er jeden, der ihm in die Quere lief. Eines Tages traf ihn im Walde beim Holz- aufarbeiten der erst vor kurzem in die Gegend versetzte, mit den Wegerichtungen im Walde noch nicht vertraute Schulrat Zimmermann und fragte ihn nach dem nächsten Weg zum Dorfe. «Do an der zwett (zweiten) Schne'.s kannste enabber (hinunter) gieh", antwortete der Schimmelskarl. ohne seine «Peif" aus dem Munde zu nehmen. Der Schulrat entgegnete, ungehalten über diese Art der Auskunft: «Hören Sie mal. ich bin der neue Schulrat Zimmermann". «Su, das mächt naut, wenn dou aach der naue Schulroat seist, des- wege mußte doch däi zwett Echneis' enabber gieh," war die den Schulrat ebenso verblüffende Antwort. wie die vorhergegangene. Der Bericht des Rcchnungsführers zeigt« einen guten Stand der Kassenverhältn'.sse. Die Kassenprüfer hatten keinen Anlaß zu Beanstandungen. Der Voranschlag für das 3ahr 1933 wurde genehmigt. Bei der Wahl des Vorstandes wurde der bisherige Vorstand in seiner Gesamtheit wieder- gewählt. Lediglich neu gewählt wurde zum Bildungsobmann Wolfgang Oelbermann und zum Wcrbeobmann Heinrich Ohr. Rach der Wahl überbrachte Gaugcschäftsführer Fuhrmann. Frankfurt a. M., die Grüße des Gaues und der Bundesverwaltung. Dann streifte er in kurzem Ueberblick die Gewerkschaftsarbeit im Gau Hessen und im Reich, wies auf den Wert der Gewerkschaften hin und beleuchtete insbesondere die Leistungen für die Angestelltenschaft. Seine Ausführungen fanden allgemeinen Bei, all. Rach einer kurzen Aussprache wurde die anregend verlaufene Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen. Oberhessische Geschichten. Wer öfter abseits vom Verkehr liegende kleine Gemeinden besucht, wird bald gewahr, daß sich der Abstand zwischen Einheimischen und Fremden bei der Unterhaltung rasch verwischt. Allgemein ist auf dem Lande das gegenseitige Duzen üblich, ohne Standes- und Altersunterschied: ausgenommen gegenüber dem Pfarrer, Oberförster und Lehrer, während der Bürgermeister als Eingeborener sich die Duzbrüderschaft meistens gefallen lassen muß. Daß sich auch Ortsfremde ohne weiteres mit «Du" anreden lassen müssen, ist gar nichts seltenes. Handlung gab. Auf Einladung der Koblenzer Theaterleitung gastiert das Ensemble des Oie* ßener Theaters mit der eindrucksvollen Aufführung des deutschen Frontstückes «Die endlose Straße" von Graff und Hintze unter der Spielleitung des Intendanten am 11. Februar in Koblenz. ** Ausfall des Tanzabends im Stadt« theater. Aus dem Stadtthcaterbureau wird uns geschrieben. Das für Samstag, 28. Januar, 20.15 Uhr angcsctzts Tanz-Gastspiel der Solotänzer des Hessischen Landestheaters Darmstadt „Tänze aus drei Jahrhunderten" muß wegen Erkrankung des Herrn Gustav Blank ausfallen. •• Erwischter Manteldieb. Der Poli- zeibcricht teilt mit: Die beiden Täter, die während der Singstunde des Gesangvereins „Heiterkeit" 4 Mäntel aus dem Flur des Realgymnasiums entwendeten, konnten ermittelt und der eine davon auf Grund eines von der Kriminalpolizei Gießen erlassenen Ausschreibens in Saarbrücken festgenommen werden. Es handelt sch um den Konzertsänger Gottfried 2 ü l l e s aus Herbestal, der bereits im Frühjahr vergangenen Jahres wegen eines in Siegen verübten Mantel- dicbstahls hier festgenommen worden war. Er hatte bei seiner jetzigen Festnahme zwei der gestohlenen Mäntel im Lefitz, di« an die Eigentümer zurückgegeben werden konnten. Der zweite Täter, dessen Personalien feststehen, konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. ** Einbruch im Zigarrengeschäft Loeb. In der letzten Nacht wurde, wie der heutige Polizeibericht mitteilt, in das Zigarrengeschäst Loeb in der Bahnhofstraße eingebrochen. Die Täter stiegen durch das Oberlichtfenster über der Eingangstüre ein und entwendeten aus dem Laden eine große Menge Zigaretten aller Marken und Wechselgeld im Gesamtwerte von etwa 700 RM. Aufgeklärter Einbruchsdiebstahl. Der Polizeibericht gibt bekannt: Der in Klein- Linden in der Nacht zum 30. Dezember 1932 in der Wirtschaft „Zur Burg" verübte Einbruchsdiebstahl konnte inzwischen aufgeklärt werden. Als Täter kommen drei Personen aus Kinzenbach in Frage, die mit Fahrrädern das Diebesgut in Sicherheit brachten. *• Jntarsienarbeit im Fortbildungskursus. Auf Anregung des Holzarbeiter-Verbandes Gießen wurde mit Unterstützung des Arbeitsamtes Gießen ein Kursus durchgcführt, der jungen Derufsangehörigen des Bauschreiner-Handwerks Gelegenheit zu einer besonderen Art fortbildender Arbeit gab. Der Holzarbeiterverband organisierte den Kursus, an dem etwa 33 junge arbeitslose Menschen teilnahmen, die schon bald nach ihrer Lehrzeit ihre Arbeitsstelle verloren ufib keinerlei Möglichkeit hatten, sich beruflich weiter zu entwickeln. Unter der Leitung von erfahrenen Kollegen saßen die Kursteilnehmer wöchentlich 16 Stunden beisammen und waren damit beschäftigt, zum Teil nach Vorlagen, zum Teil aber auch nach eigenen Gedanken Jntarsienarheiten anzufertigen, die nun als Früchte dieser Kursarbeit in diesen Tagen im Gewerkschaftshaus in einer Ausstellung gezeigt werden. Cs läßt sich feststellen, daß all« Stücke mit großer Sorgfalt hergestellt sind. AuS dünnen Furnieren galt es die einzelnen Jn- tarsienteile auszuschneiden, sie zunächst sorgfältig mit Papier zu verbinden, um sie dann auf Sperrholz aufzukleben und zum Schluß zu polieren. Man sieht prächtig gearbeitete Schach- und Raucht sch:, fein gestaltete Schatullen, Kästchen, die sicherlich mancher Hausfrau sehr gefallen würden: man sieht aber auch Bilder (Landschaften) in der Technik der Intarsien hergestellt mit Rahmen versehen, die sich in reizvoller Wirkung präsentieren. Aus allen Arbeiten spricht große Freudigkeit an dieser sinnvollen Beschäftigung, die sicherlich manchem der schon lange arbeitslosen jungen Menfchen neuen Auftrieb >u geben vermochte. Der Holzarbeiterverband will die Fortbilbungsarbeit fortsetzen und demnächst mit einem Treppenbaukursus beginnen. Jntar- sienkurse sollen auch in Nidda und Friedberg stattf.nden. In Lauterbach haben sich junge Leute bereits zur gleichen Arbeit zusammengefunden. Erfreulich ist, daß durch diese Art Beschäftigung der jungen Menschen das handwerlliche Können wieder mehr in den Vordergrund gestellt wird. Tagung der oberhessischen Frauenvereine. Der zweite Arbeitstag der Oberhessischen evangelisch - kirchlichen Frauenvereine am Donnerstagvormittag begann mit einer Andacht, die von Pfarrer Köhler - Darmstadt über das Bibelwort aus dem Evangelium Matthäus 10, Vers 38—39, gehalten wurde. Anschließend behandelte Pfarrer K ö h l e r in einem Lortrag des Thema: „Vom wahren Opfer". Der Redner sagte u. a.: Schon die Naturgesetze hätten den Beweis erbracht, daß Schwächeres dem Stärkeren weichen müsse. Wo man hinsehe, könne man Kampf und Vernichtung feststellen. Auch wir Menschen, die wir unter dem Naturgesetz stünden, spürten diese Machte. Eine behagliche Art des Daseins gebe es für uns nicht mehr. Selbst bis ins Familien- und Eheleben hinein setze sich dieses Naturgesetz, Kampf des Stärkeren gegen den Schwächeren, fort. Die Christen seien dazu berufen, dafür zu sorgen, daß das Schwächere im Kampf nicht vernichtet werde. Christen könnten sich nicht auf die Seite des Stärkeren stellen. Wie sehr wären gerade Frauen bereit, Opfer zu bringen. Man denke nur an die Mutterschaft. Das Christentum lehre, dem Nächsten im Opfer zu dienen, uns zum Leiden bereit zu machen und auf den Heiland zu sehen, der sich selbst uns zum Opfer gegeben habe. — Der Vortrag hinterließ einen so tiefen Eindruck bei den Zuhörern, daß von einer Aussprache abgesehen wurde. Nach der Mittagspause wurde von den Teilnehmerinnen die neu hergerichtete Petruskapelle besichtigt. Sodann sprach die Verbandsvorsitzende Frau Heraeus über das Thema: „Abänderung des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten" (§316,6). Die Rednerin berichtete, was im Laufe der letzten Jahre alles von Frauenverbänden unternommen worden fei, um dieses Gesetz, das auf die Prostitution eher fördernd als hindernd gewirkt habe, ab- zuändern. Sie bat dringend alle Mütter, ihre beranwachfenden Kinder auf die Gefahren der Krankheit hinzuweifen. — In der anschließenden Aussprache wurde noch manche Frage aufgeklärt. Am Abend waren die auswärtigen Tagungsteilnehmer Gäste des Frauenverelns der Markus- gemeinde. Eine Einbrecherbande festgenommen. Der heutige Polizeibericht meldet: Die Ende ver- gnngenen Jahres in Gießen und Umgebung in großer Anzahl begangenen Einbruchsdiebstähle, über die bereits berichtet wurde, haben durch die Festnahme der neuerdings ermittelten weiteren Täter, des Schmiedes I. W. aus Alten-Bpfeck, des Maschinenzeichners E. D. aus Landau, Des Arbeiters O. K. aus Mainzlar und des Schlossers K. H. aus Wieseck. eine fast vollkommene Aufklärung gefunden. In mehr als dreißig Fällen konnten die Täter an Hand von aufgefundenem Diebesgut und Teilge- ftänbniffen einwandfrei überführt werden. Eine Reihe weiterer Straftaten kommt mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf das Konto dieser Einbrecherbonde, zumal bei einem der Festgenommenen eine Pistole gesunden wurde, die mit »estimmtheit aus einem in Gießen begangenen Waffendiebstahl herrührt. Ein großer Teil des Diebesgutes, darunter sehr wertvolle Stücke, konnte den Geschädigten zu- rückgegeben werden. Ein noch sehr gut erhaltenes Motorrad, Marke „Zündapp , und eine komplette Bosch-Lichtmaschine, konnten trotz eingehender Er- Hebungen noch nicht untergebracht werden. Personen, die an diesen Stücken Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, der Striminalabtei- lung Nachricht zu geben. Taten für Freitag, 27. Januar. 1756: der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart in Salzburg geboren; — 1775: der Philosoph Friedrich Wilhelm von Schelling in Leonberg geboren; — 1859: Wilhelm II., ehemaliger Deutscher Kaiser, in Berlin geboren. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr: „2:2 unentschieden". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand- platz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Matthäus- gemeinde: 20 Uhr, Matthäuslaal, Kirchstraße 9, Vortrag über „Alt-Gießen". — Lichtspielhaus, Bahn- hofstrahe: „Tarzan". — Astoria-Lichtspiele, Selters- weg: „Der Hexer". — Grenzland-Abend im DHV. Der Dcutschnali.n le HandlungSgchil en-Verbend hat es sich bisher angelegen fein lassen, durch Grenzlandfahrten, Tagungen in Grenzstädten usw. der Kaufmannsjugend die Rot der Bevölkerung in den deutschen' Grenzgebieten bewußt werden zu lassen. Der DHV. will auch weiterhin das Interesse für Deutschlands Grenzlandfragen in breitesten Volkskreisen wachrufen, und er veranstaltet deshalb am Sonntag, 29. Januar, 20 Uhr, im Eafe Leib einen Grenzland-Abend. Roheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. G. A Sport. Handball im Gau Hessen (O. T ) Vor vielen Zuschauern wurde dieser Tage zwischen den Handballmannschaften des Turnverein- Hochelheim und des Sportv. Groß-Rechtenbach ein Handballspiel ausgetragen, das im Spätsommer des vorigen Jahres einmal abgebrochen worden war. Als Schiedsrichter fungierte Geismär (Dießen). Als Vertreter des Gaues war dasDvr- ftandsmitglied Mohr (Gießen) anwesend. Zur Halbzeit führte Hochelheim mit 2:1 Toren. In zähem Kampf konnte Hochelheim auch in der zweiten Halbzeit die Oberhand behalten und mit 4:3 Toren den Kampf knapp siegreich beenden. Aus aller Welt. Hotelbrand in Detmold. - Eine Tote, zahlreiche verletzte. 3n dem Detmolder Hotelrestaurant „Zur Traube", in dem auch ein kabarettbetrie'M unterhalten wird, entstand heute früh ein Brand, der sich in kürzester Zeit zu einem Grohseuer entwickelte. Die schta- senden Gäste konnten nur das nackte Leben retten. Insgesamt befanden sich 15 Personen in dem Gebäude. von denen 12 mit mehr oder minder schweren Brandwunden ins Krankenhaus eingeliefert werden muhten. Eine Jrau ist bereits auf dem Transport gestorben; eine andere ringt mit dem Tode. Das Hotel brannte bis auf die Grundmauern nieder. Die Lofcharbeiten gestalteten sich infolge der Kälte äußerst schwierig. Die Lnlstchungsursache des Brandes ist noch nicht endgültig festgestellt, doch wird Ueberheizung eines Ofens angenommen. Die Lisoerhältnisfe auf Rhein, Mosel und Saat. Auf dem Rhein oberhalb der Loreley hat sich das Eis bis über Caud hinaus gestaut. Ein mit einer besonders starken Maschine ausgerüstetes Motorboot versucht, bis zu dem am Loreleyfelsen festsitzenden Frachtschiff vorzudringen, um es frei zu bekommen. Die meisten der in der Rheinschifffahrt beschäftigten Schiffe haben die Winterhäfen ausgesucht. — Die Obermofd ist von Wellen bis über Wormeldingen und von Temmels bis über Grevenmachern und die Saar von Mettlach ab stromaufwärts zugefroren. Schulschliehungen wegen Grippe. Um einer toeiteren Ausdehnung der Grippe vorzicheugen, haben auf Antrag der DezirkSärzte die Mannheimer Volksschulen und die höheren Lehranstalten voraussichtlich bis 14. Februar einschließlich geschlossen. Luftschutz-Lehrgang des Kyffhäuserbundes. Der Deut.che Reichskriegerbund „Kyffhäuscr" veranstaltet in Berlin unter Leitung des Präsidenten P a e t s ch und des von der Dundes- le.tung beauftragten Luftschuhreferenten Dr. W ö l b i n g einen Lehrgang für die Luftschuhobleute feiner Verbände. Der Kyff- h^ ^»Bundespräsident. General der Artillerie außer Di.nst v Horn, e.öffnete m.t einer Be- g.ujdng der T.llnehmer die erste Tagung im Dundeshause. Bei d.e.er Gelegenheit sprachen die für den Luftschutz zuständigen Vertreter des Re.chsinnenmin.steriums und des Reichswehrministeriums. Den Teilnehmern wird im Laufe des Lehrganges das ge'amte Gebiet des Luftschutzes in instruktiven Vorträgen nahegebracht, für die sich zahlreiche Sachbearbeiter der einzelnen Spezialgebiete zur Verfügung gestellt haben. Dieser Lehrgang, in dem auch verschiedene Besichtigungen. wie die eines Flugwachkommandos, des Jndustrie-Luftschuhes, des Flughafens und einer Muster-Schutzanlage eingeschlossen sind, ist ein Beweis für die Möglichkeit engster Zusammenarbeit zwischen den für den zivilen Luftschutz zuständigen Behörden und Dienststellen des Reiches und Preußens und den mit den Luft- schuharbeiten betrauten Vertretern deS Khff« Häuserbundes. Heidelberg soll einen Zoo erhallen. In Heidelberg trägt man sich seit einiger Zeit mit dem Projekt der Errichtung «ine8 Zoologischen GartenS. Wie neuerdings bekannt wird, soll eine G. m. b. H. Trägerin deS ilnter- nchmenS sein. Die Anteile werden von den Stiftern übernommen. Die Stadt Heidelberg wird lediglich das 15 Hektar große Gelände und darüber hinaus wahrscheinlich Material aus dem städtischen Wald und ihren Steinbrüchen zur Verfügung stellen, so daß sie keine Daraufwendungen haben wird. Das Gelände bleibt außerdem ihr Eigentum. Der Tierpark deS Gartens soll sich im ersten Jahre auf europäische Tiere vom Mittelmeer bis zum Polargebiet beschränken und dann weiter ausgebaut werden. Ein Anwalt im Gerichtssaal verhaftet. Der Berliner Rechtsanwalt Dr. Georg Meyer wurde während eines Prozesses, an dem er als Verteidiger mitwirkte, im Gerichtssaal verhaftet. Es wird Meyer oorgeworfen, daß er wisientlich seinen Klienten — er verteidigte insbesondere Einbrecher, Geldschrankknacker usw. — (Belegen- ?eit zur Flucht besorgt hat. Er hat ihnen erner E i n b r u ch s w e r k z e u ge in di e Zel - len geschmuggelt. Außerdem besteht der dringende Verdacht, daß er in ihrem Interesse Akten beseitigte. Bei einer Haussuchung im Büro und in der Wohnung des Rechtsanwalts wurden Kassiber gefunden, die er auf unerklärliche Weife mit seinem in Haft befindlichen Klienten getauscht hatte. Auf Grund dieses Materials wurde der Anwalt ins Polizeigefängnis eingeliefert. Beim Eishockeyspiel ertrunken. Auf der Eisdecke der Wied bei Riederbieber (Kreis Reuwied) vergnügten sich mehrere zwölf- biS vierzehnjährige Jungen mit Eishockeyspielen. Der 12 Jahre alte Ernst Michels aus Riederbieber, der einem auS dem Spielfeld rollenden Ball nacheilte, versank plötzlich in dem zwei Meter tiefen Wasser. Die Rettungsversuche der Freunde waren leider ohne Srsolg. Erst nach längerem Absuchen des Wassers konnte die Feuerwehr die Leiche deS Jungen bergen. wieder ein Toter der „Riobe" geborgen. Don einem dänischen Fischerboot wurde die Leiche des mit dem Segelschulschiff „Niob e" untergegan- Serien Seeoffizieranwärters Krellenberg ge- argen. Die Beisetzung wird in seiner Heimat Lübeck erfolgen. Damit sind von den insgesamt 69 Opfern der „Niobe" bisher 47 geborgen. 22 werden noch vermißt. Kunst und Wissenschaft. Geheimrat Strecker Ehrenmitglied der helnrich-herh- Gesellschast. Die unter dem Vorsitz von Präsident Wagner in Berlin abgehaltene Hauptversammlung der Heinrich-Hertz-Gesellschaft hat Präsident i.R. Geh. Oberpostrat Dr. Dr.-Jng. n. c. Karl Strecker zu ihrem Ehrenmitglied ernannt Präsident Strecker, der demnächst feinen 75. Geburtstag begeht, ist einer der Pioniere der elektrischen Rachrichtentechnik. Er hat die technische Zentralinstanz der Reichspost, das Reichspostzentralamt, aus den bescheidenen Anfängen deS JngenieurbureauS deS Reichspostamtes zu einer umfassenden wissenschaftlich-technischen Organisation ausgebaut und war ihr erster Präsident Die Gründungsversammlung der Heinrich-Hertz-Gesellschaft erwählte ihn zu ihrem ersten Vorsitzenden. Strecker lebt seit 1923 im Ruhestgnd in Heidelberg, wo er der Universität als Honorar-Professor angehört Wettervoraussage. Obwohl bereits über Nordostdeutschland durch den Einfluß der nördlichen Störungstätigkeit Milderung eingetreten ist und auch von der Diskaya her Druckfall an Ausdehnung gewinnt, steht für unser Gebiet und Süddeutschland durch den hohen Druck weiterhin Frost in Aussicht, der sich zwar tagsüber etwas ab* schwächt Aussichten für Samstag: Im Flachlande noch strenger Frost, in der Höhe weitere Temperaturzunahme, Dunst- und Wolkenbildung, aber auch aufklarend, trocken. Aussichten für Sonntag: Fortdauer des winterlichen Wetters, nachts kalt, jedoch tagsüber etwas mehr Frostabschwächung als seither. Lufttemperaturen am 26 Januar: mittags —1,5 Grad Celsius, abends — 9,1 Grad; am 27. Januar: morgens —12,3 Grad. Maximum —4,1 Grad, Minimum — 12,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Januar: abends —4,1 Grad; am 27. Januar: morgens —5,9 Grad Celsius. Geschäft weiter sehr I mit minud 0,13 Proz., Holzmann, ^>apag und kleinste Veränderungen I ReichSbahnvorzugSaktien lagen widerstandsfähig. 2lm Rentenmarkt war die Geschäftslosig- umoeiestt worden 346 819 Mark de. 3m Verlaufe war das Geschäft weiter sehr Nachruf, Herrn Direktor Richard Töppler Flugbelrieb im Flieflorloger 595 D Krofdorf, den 26. Januar 1933. 602 D Die Beerdigung findet am Sam■ tag, nachmittags 2.16 Uhr, statt. I Rutzholzversteigerung im Buhbacher Staotwald. St. 6,23 fm Kl. 2 27 Eichenstämm« 596 D Fichten'^tämme [Stellengesuche 93 594 D 94 29 Unerwartet erreichte uns die Nachricht von dem plötzlichen Ableben des Leiters unseres Werkes Mainzlar, des 19 24 Duchen'stämme Kiefernstämme 3 4 5 6 3 112 46 11 1 11 10 1 2 3 1 92 158 121 23 3 122 37 15 Ueber 25 Jahre lang war er für uns tätig und hat unsere Werke in Duisburg und Mainzlar vorbildlich geleitet Wir verlieren in ihm einen unserer besten und tatkräftigsten Mitarbeiter, dessen Fleiß und unermüdliche Pflichterfüllung ihm die Wertschätzung und Verehrung seiner Untergebenen,Kollegen undVorgesetzten erworben haben. Wir beklagen sein Ableben aufs tiefste und werden ihm ein dauerndes ehrenvolles Andenken bewahren. 67,57 44,59 13,04 1,41 9,03 10,41 0,69 1,32 1,96 0,85 14,26 51,48 77,74 22,45 3,82 10,98 2,22 0,45 2b 3a 3b 5a la 1b 2a 2b 3a Die Trauerfeier findet Samstag, 28. Januar, nachm. 4 Uhr, in Gießen auf dem Neuen Friedhof statt _________________ W9D 1931 insgesamt 3172 Stück Vieh umgeietzt worden . seien, die einen Geldumsatz von 346 819 Mark he- wirkt hatten. Aus der Differenz von 11 252 Mark sei zu ersehen, wie die Diehpreife gesunken seien. Die Bilanz, die in Aktiva und Passiva mit 6095.05 Mark und im Soll und Haben mit 3388,46 Mark abschließt, wurde unbeanstandet genehmigt ruhig, es ergaben sich nur nach beiden Seiten. Die Versteifung am Geldmarkt machte vor Die Beamten der alten Scheidhauer & Giessing A.G. jetzt Didier-Werke A.G. WerksgruppeWest, Bonn. Didier-Werke A. G., Berlin Der Vorstand. Die Verwaltung und die Angestellten der Didier-Werke A.G., Werksgruppe West, Bonn, und Magnesit GmbH., Bonn. Auf dem Weg zur Arbeit •Ind u. bleiben der freue Begleiter und Hüter der Gesundheit die millionenfach gegen Hurten. Heiterkeit und Katarr* bewahrten Nachruf. Am 25. Januarl933 verschied unerwartet der jetzige Leiter unseres Mainzlarer Werkes und frühere Leiter unseres Duisburger Werkes Herr Direktor Richard Töppler 25 Jahre haben wir in demselben Unternehmen miteinander gearbeitet und Freud und Leid geteilt. Die schweren Schläge der Nachkriegszeit konnten die Tatkraft und den Schaffensdrang des Verblichenen nicht beugen. Er war uns in seiner unermüdlichen Pflichterfüllung stets ein leuchtendes Beispiel. Wir verlieren in ihm einen alten und lieben Kollegen und werden sein Andenken stets in Ehren halten. Hch. Kalbfleisch Ltebigstrafie 66 5970 Telephon 3685 Ingenieurschule Jlmenau । Maadimen-u.Elektrotediaik. Aate.a.Flufieu|l Lebrfabnk fürPraktikan ten. Wer km eist erabteili Arbeitsfreud. junges gebildetes Fräulein, erfahr, in all. Hausarbeit., an felbständ. Arbeiten gewöhnt, fchonmehrereJabre in Stellung, sucht SteM als Hausdame in frauenlos.Hausb. Scbriftl. Ang. unt. .607 D a. d. G. 21. Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl. 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Drogerien und wo Plakate sichtbar. 7298V knüppel rm Fichten, und Kiefernreiser rm Ficyten- und Äiefernstöcke. | Verkäufe | Einlamilienhans 7 Zimmer, Bade;., Heizg-, Garten, Neubau, steuerfrei, schöne Lage, sehr billig zu verknus. Schr.Ang. unt. 0548 a. d.G.Ä. Montag, den 30. Januar, wird im Stan- genröder Gemeindewald, Distrikt Lumhaide und Zaunbach, folgendes Holz versteigert: ‘ Fichtenstämme = 69,41 fm, 17 Kie- fernstämme - 15,37 fm rm Kiefernscheit, 50 rm Fichtenscheit rm Kiefern knüppel, 16 rm Fichten- Vatter ÄMttour Sonntag, den 29. Januar 1933, in der Stadlkirche, abends 6'/, Uhr für Kinder, 8 Uhr für Erwachsene, Mlmvortrag von Missionsvrediger Lank-Frankfurt a.Main Aattmautan Neuer Borneo «Film ans dem 533D Arbeitsfeld derBaslerMission Jedermann ist herzlich eingeladen.Eintritt für Erwachsene 30 Pf., für Kinder 15 Ps. feit noch stärker ausgeprägt und Erstkurse kamen zunächst nicht zur Notiz. QIm Pfandbriefmarkt war das Geschäft weiter sehr still, und dta Kurse zeigten me'.st unwesentliche Veränderungen. Liquidationspfandbriefe lagen teilweise etwas leichter. Stadtanleihen waren überwiegend unverändert. Don Jndustrieobligationen waren 7proz. Öberschlesischer Eleliroverband angeboten und etwa 2 Prozent schwächer. Deutsche Anleihen kamen schließlich zur Rotiz, und zwar Alt- besih minus 0,5 Prozent, Reubesih blieben behauptet. Späte Acichsschuldbuchsorderungen lagen nach anfänglicher Echwächeneigung später 0,25 Prozent höher. 3m Derlaufe hielt die Geschäftsstille auf der ganzen Linie an, die Kurse waren meist unverändert. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 3.5 Prozent auf Ultimovorberei- tungen etwas gesuchter. und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die ausscheidcnden Vorstands- und Aussichlsrats- Mitglieder wurden wiedergewählt. HierauLhielt Geschäftsführer Ehlers (Frankfurt a. M.) einen Vortrag über „Erfahrungen am Frankfurter Markt aus letzter Zeit". In welcher Weise die Preise für Vieh gesunken seien, zeige folgende Statistik. Umgesetzt seien bei der Zentral- genossenschaft: m 1930: 78 851 Schweine, 9336 Kälber, 2692 Groß- vieh. 640 Schafe, 6 Pferde im Gesamtbetrag von 13 261805 Mark. 1931: 93 079 Schweine, 12 692 Kälber, 6274 Groß^ Dich, 1683 Schafe, 4 Pferde im Gesamtbeträge von 12 352 620 Mark. 1932: 101 250 Schweine, 17 345 Kälber, 6475 Großvieh, 1225 Schafe, 5 Pferde im Gesamtbeträge von 10 860 471 Mark. Trotz erhöhtem Umsatz an Vieh sei also zwischen 1930 und 1932 ein Mindererlös von 2,4 Millionen festzustcllen. Weiter beschäftigte man sich mit der Beratung über die Durchführung der Lieferpflicht b e i G r 0 ß 0 i e h. Die Aussprache endete damit, daß auf Antrag von Magnus (Grohen-Linden) die Entscheidung hierüber auf etwa vier Wochen vertagt wurde, um den einzelnen Ortsgruppen Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. _________ Fichten.Derbstang. „ 1 „ „ 2 „ 3 IRontaa, den 30. Januar 1933, nachmittags 2 Uhr, wird auf dem Butzbacher Aorskhaus aus den Forstorten Zipfen, Sommerberg, Pfingstweide, Struth und Jungwald nachstehendes Holz versteigert: | Vermietungen | 5-,6-u.7-Zimm.-Wohn. in besten Lagen zu vermieten. om« G. Kate, Ludwigitrahe 45. Wohnung v er 1.Avril z.verm., 5 grobe Zimmer u. Bade-., 2 Mans.» Zimm.,Bleichvl.,in vornehm, ruh. Lage, NäheBahnh.u.Unw. Schrift!. Angebote unt. 0540 a. ü. G. A. Wirtschaft. Große Zurückhaltung in Berlin. 2 erkin, 27. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die schon gestern aut der Börse lastende Unsicherheit hielt auch weiter an und dürfte erst nach Klärung der innerpolitischen Situation verschwinden. Gestern nachmittag nannte man die Kurse durchweg schwächer, da Gerüchte über eine Umbildung der Reichsregierung usw. verstimmten, die sich später nicht bewahrheiteten. Die Zurückhaltung des Publikums und der Börse ist durch diese Gerüchte und die andauernden Kombinationen um die Lösung der schwebenden Fragen natürlich stärker geworden, so daß die Umsätze zu Beginn des heutigen Verkehrs ganz gering waren. Auch die heutige Aeltestenrats- sitzung braucht die erhoffte Klarheit noch immer nicht zu bringen. Die vorliegenden Nachrichten waren sowohl günstiger, wie ungünstiger Natur und beeinflußten auch kaum die davon betroffenen Märkte. Die Dividendenerhöhung der Berliner Handelsgesell- chaft kam der Börse nicht unerwartet. Immerhin and der Abschluß eine recht gute Beurteilung. Die eichte Zunahme der Ruhrkohlenförderung, sowie das Dementi der Aku zu den gestrigen Kapitalzu- sammenlegungsgerüchten blieben ganz ohne Einfluß auf die Tendenz. Dagegen verstimmte am Montan- markt die in der gestrigen Hauptversammlung der Rohstahlgemeinschaft zum Ausdruck gekommene Meinung, daß trotz einer leichten Geschäftsbelebung von einer nennenswerten Besserung doch noch nicht gesprochen werden könne. Das schwächere Neuyork und der Rückgang der Walzwerkproduktion waren gleichfalls retardierende Momente. Die Kurse zeigten keine einheitliche Haltung, doch überwogen bei weitem die Rückgänge, die sich im Rahmen von XA bis 1 v. H. hielten. Am Montanmarkt lag weiteres Angebot in Gelsen vor. Der Anleihemarkt war gleichfalls sehr ruhig, in Altbesitz kam Prämienware heraus, so daß der Kurs um über V» v. H. zurückging. Industrieobligationen zeigten keine einheitliche Haltung, Pfandbriefe waren knapp behauptet. Bezirlsgenossenschast für Dieh- velweriung Äuhbach e. G. m. b. H. pb. Butzbach, 26. Ian. Irn „Hessischen Hof" fand gestern die Generalversammlung der B ez, r k s g e n 0 ss e n s ch a f t für Viehoerwert u n g e. G. m. b. H. statt, die von etwa 150 Mitgliedern besucht war. In Verhinderung des Vorsitzenden, Landwirtschaftsrat Dr. D i e n st, führte Bürgermeister L a n d 0 0 g t (Rockenberg) den Vorsitz- Den Geschäftsbericht erstattete Landwirt Hildebrand XVI. (Nieder-Weisel). Er führte aus, daß seit Gründung der Genossenschaft im Jahre 1930 die Mitgliederzahl ständig zugenommen habe, sie sei von 245 auf 950 in 1932 gestiegen. An Hand einer Tabelle über den Umsatz 1 m letzten Jahr wies er nach, daß 2879 Schweine, 547 Kälber, 119 Schafe und 203 Stück Großvieh (zusammen 3748 Tiere) umgesetzt wurden, die einen Geldumsatz von 335 567 Mark ausmachten, während im Jahre Nachruf. Am 25. Januar 1933, morgens, verstarb unerwartet der langjährige Leiter unseres Werkes Mainzlar bei Gießen Herr Direktor Richard Töppler Ueber 25 Jahre lang hat er seine besten Kräfte unserem Unternehmen gewidmet und mit Energie und Tatkraft die Werke Duisburg und später Mainzlar der Scheidhauer & Giessing, Aktiengesellschaft, geleitet Wir verlieren in ihm einen unserer besten Mitarbeiter, dessen aufopferungsvolle Tätigkeit und dessen nie ermüdender Fleiß ein leuchtendesVorbild für die Angehörigen unseres Unternehmens gewesen ist und bleiben wird. Wir werden ihm ein dauerndes ehrendes Andenken bewahren. Statt Karten Heute morgen 4 Uhr entschUef sanft und still mein lieber Mann, unser herzensguter, stets treubesoigter Vater, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Gustav Schmidt, Postmeister a. D. fan 52. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karoline Schmidt, geb. Pfeiffer dem Ultimo weitere Fortschritte. Tagesgeld war an der unteren Grenze nur mit VA, ganz vereinzelt nur noch mit VA v. H. erhältlich. Monatsgeld blieb unverändert 5 bis 7 0. H. Am Privatdiskontmarkt kam weiter Material heraus, das ober Unterkunft fand. In Reichswechseln per 25. April, sowie in Reichsschatzanweisungen per 17. Juli hat das Geschäft merklich nachgelassen. Sronffurt abwartend. Frankfurt a. M., 27.Jan. (WTB. Draht- Meldung.) Die unsichere Stimmung gegen Schluß der gestrigen Abendbörse, hervorgerusen durch Gerüchte über innerpolilische Schwierigkeiten, übertrug sich auch auf den heutigen Börsenbeginn, und in Anbetracht der heute entscheidenden 6it* zung des Aeltestenrates herrschte f a st vollkommene Geschäfts st ille. Kulisse und Kundschaft verhielten sich sehr abwartend, wozu auch die Schwäche der gestrigen Reuyorker Börse beigetragen hat. Die Dividendenerhöhung bei der Berliner Handelsgesellschaft um 1 auf 5 Proz., die man allerdings bereits erwartete, und der recht günstige Bilanzbericht fanden zwar Beachtung, boten aber bet der herrschenden Unsicherheit dem Gesamtmarkt nur wenig Anregung. Die wenigen Kurse, die anfangs zustande kamen, lagen auf kleine Abgaben der Kulisse meist um Bruchteile eines Prozentes schwächer, nur ganz vereinzelt waren leichte Besserungen festzustellen. Am Rlontanmarkt setzten sich die Rückgänge für Gelsenkirchen um 1 Proz. fort, Rheinstahl und Klöcknerwerke gaben bis zu 0,75 Proz. nach, wogegen Harpener und Buderus gut behauptet blieben. Am Chemicmarkt eröffneten ID. mit 104.88 0,13 Proz. niedriger, Deutsche Erdöl waren dagegen 0,25 Proz. höher. Am Elektro- markt konnten sich AEG. gegen den Abendbörsenverkehr um 0,75 Proz. erholen, Dekula und Schuckert lagen unverändert. Riedriger eröffneten nur ReichSbank mit minus 0,50, Rordd. Lloyd Das Holz ist vor der Versteigerung an» stehen. Nähere Auskunft erteilt Herr örfter Lämmersdorf, Butzbacher orsthaus. 587V Butzbach, den 20. Januar 1933. Bürgermeisterei der Stadt Butzbach. Dr. S ch e lle r.______________ Rutz- und Brennholzversteigerung aus dem Markwald Grüuingen.Dorf-Gill am Mittwoch, dem 1. Februar L 3-, in der Turnhalle zu Grüniugen, 9‘A Uhr vormittag», aus den Forstorten: Weißedriesck, Schlemperwald. Reichholzberg. Hupbach, Schäferwald u. a.: 603D Abschnitte N: Liche Kl. 1—5 66 Stück = 25 fm; Lsche Kl. 1 0,17 fm; Langholz N: Sichte Kl. la—2b 27 Stck. - 13,70 fm; Derbstangen: Eiche II. Kl. -- 3 Stck., Fichte Kl. 1—HI - 41 Stck.: Reisstangen: Fichte RL IV—VIII = 1160 Stck.; Nuhscheiter: Eiche (2,5 m Ißj 34 rm. Brennboh: Scheiter, rm: 65 Buche I. Kl., 8 II. Kl., 0,4 Hainbuche II. Kl., 100 Eiche I. Kl., 7 II. Kl., 36 Kiefer I. Kl, 2 U. Kl., Knüppel, rm: 153 Buche I. Kl., 4 U. Kl., 8 Hainbuche, 146 Eiche 1. Kl., 3 U. Kl., 8 Kiefer, 0,8 Erle, 2 Lärche, 3 Fichte; Stammreifer, rm: 5 Hainbuche, 5 Eiche; Astreisig, rm: 174 Buche, 199 Eiche, 30 Kiefer; Schlagreisig, rm: 2 Fichte (geschätzt); Stöcke, rm: 15 Buche, 13 Eiche. Die blau unterstrichenen Nummern werden nicht versteigert. Es wird empfohlen, das Holz einzusehen. Gießen, den 26. Januar 1933. Der Vorsitzende des Markoorstandes. Nicolaus, Oberforstmeister. Holzversteigerung. Sorten verk. Schrift!. Ang. u.0544 a.d.G.Anz. 4 PS 353> Opel-Lieierwagen in tadelloser Verfassung, sehr preiswert OpelfxleGen Frankfurter Str. 52. Alte Geige u. neuer 2 flammig. Gasherd z.o.,evtl.geg.Radio o.Grammovh.m.M. -.tausch.Zu erfr.im Gießen. Anzeig. 0»« | Kaufgesuche | Kletehreiömaschine wenig gebr.,zukauf. gef. Schrift!.Angeb. m.Preis u. Marke». 0539 a.d. Gieß.An, [Verschiedenes | Ski-Autobus —Rhön— Sonntag, 29. Jan., 6.30 Ubr Abf. 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Wenn er dann stolz und verschlossen ihr gegenüber war, dann weinte sie und klagte, dah feine Liebe zu ihr schon erloschen sei. Harry von Achern wuftte, dah er mit dieser Heirat den grötzten Irrtum begangen, doch nach auften hin lieft er sich nichts werten. Herr Ängsten war einmal in Achern, hatte eine kleine Meinungsverschiedenheit des Jungen Paares mit angehört und meinte dann später zu Achern: „Sie hat viel von der Mutter. Ich habe geglaubt, eine tiefe, große Liebe würde vieles ändern können. Biclleicht, wenn sie ein Kindchen hat, wird ihr das Leben mehr Inhalt geben." Harry von Achern lächelte bitter zu den Worten seines Schwiegervaters. Er dachte an Edel- „Er muß fort! Er ist mir unsympathisch. Seine feindlichen Blicke habe ich nur zu wohl bemerkt." Achern hatte ihre Hände in die feinen genommen. Schlupfhose Welch und elastisch schmiegt sie sich eng an den Körper an. Sie Ist angenehm Im Tragen und verleiht dem Kleid einen tadellosen Sitz. und dachte: Was berührt daS Chauffeur denkt! Herr von der Ledde neigte Joseph Wimpert besaß Bildung. Er haßte die junge Frau, aber es fiel ihm nicht ein, in Gegenwart eines anderen Dienstboten davon zu sprechen. Der Kutscher nickte mit dem Kopf und machte sich so allerlei Gedanken. Währenddessen fuhr Edelgarde mit dem leichten Iagdwagen nach Gollwern. Eie hatte keine FurchL Die Tiere gehorchten ihr auch, und der leichte Wagen, rollte jetzt auf der Landstraße dahin. Ein Auto kam ihr entgegen. Als Edelgarde etwas langsamer fuhr, sah sie, daß auch der Herr im Auto stutzte. Er ließ halten, und auch Edelgarde fuhr Schritt. Der Herr lüftete freudig erstaunt den Hut. „Gnädige Frau, ich bin entzückt. Ihnen hier zu begegnen." Edelgarde lachte. Sie hielt und streckte ihm die Hand im eleganten Wildlederhandschuh entgegen. „Ich will gerade nach Gollwern", sagte Herr von der Ledde. „Ich habe doch nicht etwa das Bergnügen, mit Ihnen zusammen hinfahren zu dürfen? Ja? Aa, da soll einer noch behaupten, es gebe keine Glückspilze! Darf ich mich zu Ihnen sehen? Mein Chauffeur kann vorausfahren." Nachdem er die Erlaubnis hatte, mit im Iagdwagen Platz zu nehmen, gab er seinem Chauffeur Anweisung. Der fuhr davon. Edelgarde ärgerte sich plötzlich über den hämisch-verstehenden Blick, den der Mann ihr noch zuwarf. Glaubte der vielleicht gar, sie habe sich hier mit seinem Herrn verabredet? Dann warf die junge Frau den Kopf zurück ‘o == meldete?" Sie lachte ihn aus. „So? 2!a, ich habe aber wenig davon gemerkL Fräulein Osterroth gefiel Ihnen doch sehr, — warum heiraten Sie sie nicht?" Er wehrte erschrocken ab. „Fräulein Osterroth? Aber ich bitte Sie, Gnädigste, das war ja alles nur.. M nachdem ich sah. daß Sie mir verloren waren." Edelgarde kam es plötzlich zum Bewußtsein, daß es doch wohl nicht schicklich sei, dah sie hier allein mit diesem tollen Menschen, von dem man sich die unglaublichsten Dinge erzählte, nach Gollwern fuhr. Was sollten sie dort denken? Lind Harry! Mein Gott, Harry, wenn der das wüßte! Er hatte manchmal eine Art, vor der sie sich fürchtete. Aber nun hatte sie sich einmal leichtsinnig in diese Situation begeben, nun mußte sie auch zusehen, die Sache mit Geschick unauffällig zu Ende zu führen. (Fortsetzung folgt.) Familien-Drucksachen veriooungs4nzerBen Vermählungsan zeigen bei Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen Säte neueste Modelle A Marktplatz 20 „Adler“ MmIMANg zum b“ ’> --S u z t-ÖC E- • Elegante Herren-Ulster .. von Mk. 19 — an Schwarze Paletots mit und ohne Samtkragen .......von Mk. 28.— an Loden-Mäntel ..........von Mk. 13.— an Kindei^Lodenmäntel.....von Mk. 6 — an Loden-Joppen...........von Mk. 6.50 an Lack-Mäntel............von Mk. 950 an Burschen-Ulster in großer Auswahl von Mk. 18.— an zu ihr. „Wissen Sie auch. Gnädigste, war, als man mir Ihre Derlobung mit Achern gardes Worte: „Ein Kind? Bein. Harry, ich will kein Kind. Alle Frauen sind alt, sobald sie ein Kind haben, und ich will immer jung und schön sein. Ich mag Kinder überhaupt nicht. Mich würde ein solcher Schreihals nur stören." Der letzte Achern! Es war, als riefe eine höhnische Stimme eS aus allen Ecken des alten Schlosst, als f ' U „Der letzte Achern!" Den ersten ernstlichen Auftritt hatte ihr, als sie darauf bestand, daß der alte Wimpert entlassen werden sollte. Achern hatte seine Frau erstaunt angesehen. „Wimpert? Aein, er bleibt! Was hat er getan? Wimpert ist ein Stück von Achern. wird nicht fortleschickt." Das klang sehr bestimmt. Sie bäumte sich unter den festen, bestimmten Worten. Alle Schweine, 3U rödige blieb ene?nb otche mit Helfen Seinen, gesunden und 163D entwickeln sich Überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echte» Am Sonntag, 29. Januar 1933, große Geilüßeln.KaiiiadienaDSlteilon6 mit Preisschieben in Rodheim a. d.B.! im Saale des Gastwirts M a n k. — Alle | Interessenten und Freunde sind berz- > lickst eingeladen, «osv Der Vorstand.1 Verein Gießen Sonntag, 29. Jan.. nachmitt.B'/iUhr im gut geheizten Saale des Hotel Kobel, Liebigs t. 9 Vortrag überSameD,Saal Lhlanzung von Garteninspektor Rehnelt Sammelbestellung von Beerenobst und Pfirsichbüschen.— Mitglieder und Gäste Modehaus Salomon .....st. St 1.75 Neuanschaffungen meiner Garderobe bezahlen." Er sah sie einen Augenblick lang fassungslos an. dann stieg ein wilder Zorn in ihm auf. „Mir scheint, du hast dir nicht nur daS Land- leben, sondern die Ehe überhaupt falsch vorgestellt. Eine Frau gehört zu ihrem Mann. Ich habe nicht die geringste Lust, eine lächerliche Figur abzugeben. Du wirst hier bleiben, Edelgarde: ein weiteres Wort darüber zu verlieren, wäre zwecklos. Wenn du dir Mühe gibst, dann wirst du mit der Zeit auch unserem alten, schönen Achern Geschmack abgewinnen können. S'.eh dich nach ein paar kleinen Pflichten um, damit es dir nicht langweilig wird. Lind nun wollen wir diese LlNterredung beenden, sie war unerquicklich genug." Er reichte ihr die Hand, die sie trotzig übersah. Er seufzte unmerklich und ging. Als Cdelgarde allein war, stampfte sie mit dem Fuß auf. „Lind ich werde doch reisen! Papa wird mir Geld geben. Wie verhaßt mir Harrys stolze, herrische Art ist! Papa hat mir nie einen Wunsch abgeschlagen, und er wagt, mich schulmeistern zu wollen?" Die junge Frau ging in ihr Ankleidezimmer, räumte Schränke und Kästen aus. Warf ihre kostbare Garderobe durcheinander und brachte ihre Zofe zur Berzweislung. Eine Stunde später fuhr sie nach Gollwern hinüber. Sie kutschierte selbst. Der alte Kunscher sah ihr entgeistert nach. Dann bekreuzigte er sich heimlich. In das stille Schloß war ein anderer Geist gekommen! Der gnädige Herr machte jetzt auch immer solch düste- res Gesicht. Langsam ging der alte Mann in das Wirtschaftsgebäude zurück. Er konnte dies auch nicht ändern. Die gnädige Frau hatte ihm die Zügel aus der Hand gerissen und war selbst auf den Sih hinaufgeklettert. Ihre herrische Stimme: „Ich will jetzt keine Lakaienseele um mich haben!" klang ihm noch jetzt in den Ohren. Lind dabei waren es die neuen Pferde. Die waren lange nicht so fromm wie die zwei Braunen. Wenn mir da kein Llnglück passierte! Die gnädige Frau hatte die Gäule geschlagen, und das hatte ihm der gnädige Herr streng untersagt. Sie wurden dann störrisch und gingen durch. Aengstlich schlich der Kutscher ins Leute- zimmcr, wo Joseph Wimpert gerade Kaffee trank. Er trank sonst stets drüben im Schloß bei der Mamsell in der Küche, aber ab und zu kam er doch zu einem Plauderstündchen herüber. Wimpert hatte es bald genug heraus, was seinen alten Freund drückte. Er nickte mit dem Kopf. „Ja, ja, es ist kein Glück mit ihr gekommen. Der gnädige Herr ist tagelang auf der Jagd, oder er sitzt allein in seinem Zimmer und arbeitet. An, vielleicht wird noch einmal alles gut, man darf die Hoffnung nicht verlieren. Der gnädige Herr wird wohl auch so denken." Stadttheater Gießen. <8sD Lrnnotag,28. Ian., 20.15—22.15 Uhr: AuherAbonnement. Meine Preise, oon0.30bisl.30Mk. Tanzabend Tänze aus 3 Jahr- Hunderten. Gastspiel: 91 ernte u. Milln Reih, Gustav Blank (Solotänzer d.Hess.Landestheat. Darmst.) Am Flügel Erwin Palm. „Edel, fei doch vernünftig. Der alte Mann kann dock dir zulieb sein Gesicht nicht ändern. Er hat mich stets bedient, ich würde ihn sehr vermissen." Sie hatte ihre Hände befreit, hatte ihn trotzig angesehen. „Er soll fort!" Achern war einen Schritt zurückgetreten. Auf seinem Gesicht war der finstere, ablehnende Zug. den sie schon längst an ihm haßte. „Liebertreibe deinen Hochmut nicht, Edelgarde. Die Leute haben es dir noch nicht vergessen, daß du ihnen bei deinem Einzug hier nicht einmal die Hand reichtest. Hier in Achern hat man die Leute immer als gleichberechtigte Menschen betrachtet: du darfst dich nicht wundern, wenn sie dir nun keine Liebe entgegenbringen. Sie lieben Pia — warum dich nicht?" In ihren Augen loderte Hatz. „Pia? Was geht mich dieses Findelkind von der Straße an? Ist es nicht schon schlimm genug, daß mir ihre Anwesenheit hier im Schloß zugemutet wird? Daß ich sie als gleichberechtigt an- erkennen soll? Warum willst du mir dieses Mädchen als Borbild hinstellen?" Er mühte sich, so ruhig wie möglich zu bleiben. Aber es fiel ihm schwer. „Edelgarde, Pia ist meine Schwester. Sie wurde als solche von meinen Eltern erzogen. Mein Vater hat gewußt, wen er erzog, das muß dir genügen. Ich wünsche, daß du dich mit Pia verträgst. sie kommt dir ganz gewiß entgegen und bleibt dir fern, wenn du es wünschst, doch mit deinem Haß verfolge sie lieber nicht, du würdest nur verlieren in meinen Augen." „Ach ja, ich muß mich wohl mit ihr vertragen, du wirst ja allen Grund haben, daß du das viele Geld für ihre Heilung ausgegebcn hast. Aur, mein Freund, düpieren lasse ich mich nicht, — daß du das weißt. Denkst du, ich weiß nicht, dah sie dich liebt? Männer lassen sich so etwas ja immer gern gefallen, sie verlangen nur von der Frau die eheliche Treue. Aun, ich bin nicht eifersüchtig auf die Kleine. Aber, wie gesagt, du sollst wenigstens erfahren, dah ich Bescheid weih." Mit hartem Griff faßte er ihre Hand. „Du wirst dich nicht noch einmal vergessen, solche Sachen zu behaupten. Ich warne dich, Edelgarde. Ich bin nicht so geduldig, wie es dein Dater deiner Mutter gegenüber war." Er war brutal geworden und bereute es schon Im nächsten Augenblick. Vichts war ihm so verhaßt als derartige Auseinandersetzungen. Er strich sich über die heiße Stirn. Seine Augen gingen an ihr vorüber. Leise sagte sie: „Otty Weiler hat mich so dringend eingeladen, ein paar Wochen zu ihr nach Bo lin zu kommen. Hättest du etwas dagegen? Cs ist mir zu langweilig hier. Ich habe mir das Landleben nicht so gräßlich vorgestellt. Ich konnte dann mit Otty Bälle und Theater besuchen. Papa wird gern die Qualit ät AMWlWWMl Roman von Gert Nothberg. (Llrheberschuh durch C. Ackermann, Aomonzentrale Stuttgart.) .-l«: " = E Der Versuch lohnt! Kommen Sie und überzeugen Sie sich von der Güte u. Billigkeit! 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