1 vttmnarkt. >em Preisbericht der Kölner der Troßeinkaufspreis für lation einschließlich Faß in Deutsche Markenbutter 135 38), deutsche Mvlkereibutter gelten. » <****°ch ffiJjw'lBnö-cn5 lt wie ■ »ff'» 5 EjsS ‘äSs. Z-rK . V5 bis 13,10 bis K E 7,95,6proj. Stobt 2tei(f)5bQnt 155,25, Gelsen, «°HKni7i.75,T g'oj?ntl ®ummi 129,25, "htoie-martt. 'ieb; 31 Ochsen, 11 M. 2,n- ’12 Salbet unb 13 v°leh nitm, tzrdrchand. geräumt, dotiert wurde id)t m Mark: Ochsen al) y. Julien b) 22 bis 25 W bis 22, c) 14 bis 17; >er a) 28 bis 34, d) 25 bis ArotzHiehmarkt. )tt Auftrieb: 228 Ochsen, 340 Färsen, 740 Kälber, eine, 79 Arbeitspferde, 55 erten: Ochsen: junge, voll- !8 bis 31 Mark, ältere 22 lige 24 bis 27; Men: jün- s 29, sonstige oollfleischige is 23; Sübe: jüngere voll- ge DDÜfleildjige 17 bis 20, ng genährte 10 bis 12; -mästete 29 bis E» biae 23 bis 25; Mer: beite W und Cauz- Dasl- unb Taugkälber 29 22 bis 25; Echse: beste t) 21 bis 26; Schweine: smd 54 bis 56, vvllfleisch'g- 52 bis 55, von 200 bis 2W )0 bis 200 Pfund 49 bis 5m 900; Lchlachlpftrde 30 dl- aus: 5n allen DieUttunge beitspferde ruhig, iojt genommen. . to 23.Okt. Die ZU sieben Len WWJ rr1inbN.tif’ ihrer eigenen Echrhett.n n worden. utw- ~.Jn Strauß (Solchln 3?5 - 1827: der The- I^Paris geboren l ' llo JflOl S^e 6tie_ *f979 ti,05 12.41 60,13 13,485 Illg lg-1 67.8’ Donnerstag, 26. Oktober 1953 183. Jahrgang Nr. 251 Erstes Blatt Ertcheini lägltd), autzo Sonntags und Feiertag» Setlagen D,e 3Du(triertt ©iefienei $amilienblättei tzetmat im Bild Die Scholl» Monars-Sezugsprets: Mit 4 ‘Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . I 80 Iustellgedühi . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsse anter5ammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen. poftschecktonlo: fitonffurt am ülain 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrLHI'Iche UniverfilLlr-vuch- und Stelnönideret R. ränge in Sietzen. Schristieitung und SeschSftrftelle: Schulitratzs 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°;, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantroortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i.B.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Adolf Hitlers Kampf für einen wahren Frieden. Oie große Rede des Führers im Berliner Sportpalast. Oer Kanzler spricht. Ä M ■> NN 7? fr. K Ä s i... I M DU:WKU MM« ix’*» yo k * *' < & ;li ■* Meine deutschen Volksgenossen und -genossinnen! Wenn man im Leben sehr schwere Entschlüsse zu treffen hat, dann ist es immer gut, den Blick in die Vergangenheit zurückgleiten zu lassen, um sich selbst dabei zu prüfen, ob der zu treffende Entschluß richtig ist, ob er sich zwangsläufig aus dem ergibt, was hinter einem liegt, und aus dem, was zwangsläufig als Folgeerscheinung in der Zukunft kommen muß. Und so will ich denn auch zunächst einen Blick in die Vergangenheit werfen, nicht um Einzelwunden aufzureißen, sondern nur um festzustellen, warum w i r so handeln müssen, und nicht anders handeln können, wenn wir nicht auf der Welt überhaupt die Daseinsberechtigung als großes Volk und damit unseren Lebensanspruch preisgeben wollen. (Lebh. Bravo!) Wir haben aus der Geschichte gelernt, daß auf die Dauer das Leben nur den Völkern gegeben wird, die gewillt sind, ihr Leben, ihre Ehre vor der Welt zu vertreten. Als uns die Revolution im Jahre 1918 zur Ergebung zwang, und wir diese Ergebung vollzogen im damaligen verständlichen Vertrauen vieler Deutscher auf die Zusicherung eines Staatsmannes, des Präsidenten Wilson, da hatte ein Kampf fein Ende gefunden, der vom deutschen Volke — wir müssen das immer und immer wiederholen — nicht gewollt war. wenn das deutsche Volk und auch seine Regierungen diesen Kampf gewollt hätten, dann wäre er zu einer anderen Zeit und unter anderen Voraussetzungen abgelaufen (Wiederholtes lebhaftes Bravo und Händeklatschen.) wir wollen heule auch nicht darüber streiten, wen nun eigentlich die Schuld trifft. Es mag ein Verhängnis gewesen fein, für das sicher Menschen verantwortlich find. Das eine aber wissen wir: unser Volk hat den Krieg nicht gewollt — er kam über dieses Volk genau so wie er vielleicht über andere Völker gekommen ist. Ls hat damals nur Jein Leben und seine Existenz mutig und tapfer verteidigt. (Bravo!) Und wenn wir damals der Ueberzeugung waren, daß wir unsere Freiheit verteidigen mußten, dann hat der Friedensvertrag von Versailles uns nicht eines anderen belehrt, vielmehr hat er uns gezeigt, was uns tatsächlich bevorstand. Was hat das deutsche Volk damals getan? Nichts anderes, als was die anderen Völker auch taten. Es hat seine Pflicht erfüllt! Daß wir dann am Ende unterlegen sind, ist für uns ein großes Unglück gewesen, Unehre war es nicht. Wir haben tapfer gekämpft, bis zum letzten Augenblick. Erst als wir sahen, daß jeder Widerstand schon infolge der Revolution in der Heimat vergeblich war, haben wir uns auf Grund von Zusicherungen ergeben. Wir wußten genau, daß man in der Weltgeschichte selbstverständlich das Recht, den Frieden zu bestimmen, dem Sieger zubilligt. Allein der Sieger kann nicht das Recht so auf- faffen, daß er damit einen moralischen Anspruch besitzt, das Volk, das das Unglück hatte, zu unterliegen, als zweitklassiges und damit selbstverständlich auch zweit- rechtliches für alle Zeiten z u erklären, besonders dann nicht, wenn der Besiegte die Waffen nur niederlegte, weil man ihm feierliche Zusicherungen gab. (Stürmische Zustimmung.) Wir haben die Waffen gestreckt in einem Augenblick, in dem die Gefahr bestand, daß ganz Europa unter Umständen in den Bolschewismus b i n e i n g l i 11. Denn das war nicht nur damals, sondern ist auch heute die Erkenntnis, daß eine militärische Niederlage zugleich zu einer Katastrophe des Volkes werden kann, das seinen inneren Halt verliert und sich in ein Chaos auflöst. Ein solcher Vorgang kann für die anderenVölker nicht gleichgültig sein. Ein Volk wird durch Bazillen vernichtet, die von diesem nunmehr gewonnenen Herd aus ihre Vergiftung weitertreiben. Die Infektionsgefahr ist seitdem in Europa nicht kleiner, sondern eher größer geworden. Die Folgen des Ausbruches einer solchen Erkrankung müssen uns klar sein. Im westlichen Europa mit seinen dichten Besiedlungsverhältnissen würde ein kommunistisches Chaos z u einer Katastrophe führen. Wenn in einem Gebiet, in dem auf 82 Bauern 18 Städter kommen, die Not schon so groß werden kann, daß Millionen Menschen nichts mehr zu essen haben, wie würde es erst in einem Gebiet werden, in dem auf 25 Bauern 75 Städter kommen! Die Katastrophe wäre unvorstellbar. Der Scrfoiller Vertrag eine Quelle des llnsriedens und llnglülks für alle Völker. Bei Friedensschluß hätte man wirklich erwarten können, daß die andere Welt diese Gefahr berücksichtigen würde. Sie hat es nicht getan. Es ist ein Friede geschlossen worden, ohne Rücksicht auf die Wirklichkeit, ja ohne Rücksicht selbst, auf die primitivste Vernunft; ein Frieden, bei dem nur ein einziger Gedanke Pate stand: wie kann man den Geschlagenen unterdrücken, wie kann man den Geschlagenen um jede Ehre bringen, wie kann man ihn für alle Zeit als den Schuldigen festnageln! Ein Friede, der nicht Friede war, sondern der zur Derewi- gung desHasses derVölker führen mußte. (Wiederholte lebhafte Zustimmung und Pfui-Rufe.) 440 Paragraphen, von denen uns die meisten beim Lesen die Schamröte i s Gesicht treiben, ein Frieden, der nicht zu vergleichen ist mit ähnlichen Vorgängen aus früherer Zeit. Ich darf darauf Hinweisen, daß im Jahre 1870 kein Mensch an der damaligen Kriegsursache und damit an der Kriegsschuld zweifeln konnte. Und ebenso konnte nicht daran gezweifelt werden, daß wir damals die Sieger gewesen sind. Was aber hat Deutschland dem Besiegten aufgebürdet? Den Verlust eines Gebietes, das einst deutschen Ursprunges war, eine finanzielle Last, die in keinem Verhältnis stand, zu dem vermögen des damaligen Gegners, zu seinem natürlichen Reichtum, eine Last, die in knapp drei Jahren vollständig abgedeckt war. Und im übrigen nicht eine einzige, die Ehre des Volkes kränkende Klausel, gar nichts, was für die Zukunft das Volk irgendwie hätte bedrücken können. Keine Behinderung feiner eigenen Entwickelung, feines Eigenlebens, feiner Möglichkeiten, feiner Fähigkeiten, nicht der geringste Versuch, feine Wehrmacht für die Zukunft niederzuhalten. Nein, nichts von alledem. Nach drei Jahren war Frankreich tatfächlich vollständig frei. (Sehr richtig.) Der letzte Frieden aber war überhaupt nicht mit dem Maßstabe der Vernunft zu messen. (Wiederholte Zustimmung.) Was hat es noch mit Vernunft zu tun, wenn man auf der einen Seite die Tatsache einer 65-Millionen-Nation doch nicht aus der Welt schaffen kann und ihr auf der anderen Seite die Lebensmöglichkeit nimmt. (Pfui!) Dieser Friedensvertrag fußt auf dem kapitalen Irrtum, daß das Unglück des einen das Glück des anderen sein müßte, auf dem Irrtum, daß das wirtschaftliche Unglück des einen Volkes das wirtschaftliche Glück des anderen mit sich bringen würde. Heute hat sich ja die Auffassung der Welt auch darüber etwas geändert. Man hat gesehen, daß man nicht eine 65-Millionen- Nation einfach aus dem Gefüge der Weltwirtschaft herausbrechen kann, ohne daß man selbst davon betroffen wird. Im Laufe der Jahre hat man unter- des eingesehen, daß ein solcher Vorgang alle früher ober später gleichmäßig treffen muß, sie sind ja auch alle getroffen worden. Dieses Motto: „Schädige deinen früheren Gegner, soweit du ihn schädigen kannst , dieses Motto hat sich als e b e n J o unfruchtbar rin wirtschaftlicher Hinsicht erwiesen, wie als unfruchtbar zur wirklichen inneren Befriedung der Welt. Aus diesem Widersinn heraus kam die Politik der Reparationen auf der einen Seite und der wirtschaftlichen Knebelung auf der anderen. Man bürdete einem Volke die Reparationslast auf und raubte ihm alle Voraus- etzungen zur Erfüllung. (Rufe: Pfui!) Ein Wider- inn, der späteren Generationen einmal in der Ge- chichtssorschung vollständig unverständlich sein wird. Wann ist jemals ein Frieden in der Welt geschlossen worden, der nicht einmal eine fixierte Summe seiner Schuld dem Gegner bekanntgibt, sondern wo es einfach heißt: dieses Volk verpflichtet sich zu bezahlen, was nachträglich fe st gesetzt wird. Stürmisches Pfui!) Und was hat man festgesetzt? Man kam bei dieser Festsetzung niemals au einem endgültigen Ergebnis. Die Summen schwankten zwischen 100 und 200 Milliarden, Beträge, die naturgemäß niemals überhaupt zu leisten sind, die aber > genügten, um zu einer vollständigen Zer- i störungdes ganzen wirtschaftlichen Lebens der Welt zu führen. Denn es war klar, daß diese Forderungen normal überhaupt nie beglichen werden konnten. Wollte man sie begleichen, mußte man eine Umschuldung vornehmen, das heißt, die politische Schuld in eine wirtschaftliche verwandeln. Diese Verwandlung in eine Wirtschaftsschuld bedeutet aber im Endergebnis nichts anderes, als daß die Kontribution in einen Zinsendienst verwandelt wird, das heißt also, der Zinsendienst wird genau dieselben Wirkungen ausüben, wie vorher die Kontribution. Das deutsche Volk mußte sich sofort auf den Welt- markt stürzen, es mußte stärker produzieren. Die anderen Völker taten dank ihrer Schuldverpflichtungen aus dem Kriege dasselbe. Sv erlebten wir in 15 Jahren diesen wahnsinnigen Kamps um den Weltmarkt. Aber nicht etwa um die Völker glücklich zu machen, um ihnen das Leben zu ermöglichen, nein, u m R e p a r a t i v n e n und um Zinsen zu zahlen, die man nur in internationalen Werten begleichen konnte. Wir haben den Prozeß des langsamen Ruins der ganzen Weltwirtschaft nun 14 Jahre hinter uns. Das Ergebnis sehen wir. Richt Verewigung des Haffes, sondern Befriedung der Völker. Dieser Friede, der die Well von allen Leiden heilen sollte, dieser Friede, der der Welt endlich Vernunft bringen sollte, den Menschen Leben und Brot zum Leben geben sollte, dieser Friede hat in Wirklichkeit die Welt in ein maßloses Leid gestürzt. Mlllionen-Armeen von Arbeitslosen sind die lebenden Zeugen für die Unvernunft derer, die diese Verträge gemacht haben. (Andauernder stürmischer Beifall.) X£s gibt gar kein vernichtenderes Urteil über diesen Friedensvertrag als die Tatsache, daß er nicht nur die Besiegten in maßloses Unglück gestürzt, sondern auch den Siegern keinen Ruhen gebracht hat. (Sehr richtig!) Man kann eben auf die Dauer nicht eine Weltordnung aufbauen auf dem Gedanken des Hasses; man kann nicht auf die Dauer in Europa eine Lebensgemeinschaft aufbauen zwischen Rationen, die nicht gleichberechtigt sind. Das ist auf die Dauer unerträglich und muh zur Zerstörung einer solchen Gemeinschaft führen. Es ist nicht zu bestreiten, daß nach über 13 Jahren dieser Friedensver- trag Europa keinen Frieden gebracht hat, sondern ewige Unrast, Unruhe, Mißtrauen, haß, Unsicherheit, Verzweiflung. (Lebhafter Beifall)) Und so, wie man wirtschaftlich sinnlos handelte, handelte man auch politisch sinnlos. Nur ein einziges Beispiel: Zwischen Polen und Deutschland wird der Korridor gelegt. Es hätte sich damals eine andere Lösung finden lassen. Es gibt in Europa Deutsche, es gibt in Europa Polen. Die beiden werden sich daran gewöhnen müssen, n e - beneinanber und miteinander z u leben und auszukommen. (Lebhafter Beifall.) Weder können die Polen das deutsche Volk aus der europäischen Landkarte wegdenken, noch sind wir unverständig genug, um etwa die Polen wegdenken zu wollen. (Sehr richtig! Heiterkeit.) Wir wissen, beide sind da, sie müssen mit einander leben. Warum legt man ihnen dann einen Zankapfel in ihr Leben hinein? (Lebhafte Zustimmung.) Alles vermochten die Mächte damals. Warum mußten sie das tun? Nur um den Haß zu verewigen. (Lebhafter Beifall.) Nur um Völker, die miteinander auskommen würden, in Zwietracht zu stürzen. Es wäre wirklich möglich gewesen, leicht einen anderen Weg zu finden, um beiden Ländern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Aber man wollte das ja nicht. Dieser Frieden hat eben überall den Gedanken: Wie kann man den Unfrieden künstlich für dieZukunft weitererhalten? Es ist klar, daß man so nicht etwa zu einer Befriedung der Welt und zu einer Abrüstung kommen wird, sondern zu einem noch größeren Unfrieden und damit zu einer dauernden Steigerung der Rüstungen. (Sehr richtig!) Wir wissen auch hier, was man damals versprach. Man sagte: Die Welt ist nur gerüstet, weil die Deutschen gerüstet sind (Heiterkeit), daher müssen die Deutschen abrüsten, damit die Welt endlich auch ihre Rüstung ablegen kann. (Große Heiterkeit.) Run gut, wirhabenab- g e r ü st e t. Die anderen können das nebst Drehen und Deuteln nicht wegbringen. Roch niemals hat ein Volk, ich möchte geradezu sagen, selbstmörderischer seine Waffen zerstört und verschrottet als das deutsche Volk. Wir waren damals ein starkes Volk, hatten eine der größten Armeen und haben uns abgerüstet, buchstäblich bis zum Richts. Die Welt hätte da folgen können, wenn sie nicht künstlich die Abrüstung verhindert hätte. (Lebhafter Beifall.) Sie hätte das um so leichter tun können, als sie damals nicht sagen konnte, in Deutschland sei ein kriegerischer Geist. 13 Jahre hatten sie Zeit gehabt, sich mit dem deutschen Volke zu verständigen, in einer Zeit, da nicht wir regierten, sondern unsere Antipoden. (Heiterkeit.) Die Menge staut sich vor dem Berliner Sportpalast, um die An- und Abfahrt des Kanzlers zu sehen und seine Rede zu Horen, die durch Dutzende von Lautsprechern in der Potsdamer Straße übertragen wurde, wo sich trotz der Kälte der Herbstnacht Zehntaufende unter freiem Himmel versammelten. ■ ■ T:W fc'l ... 'S': .• ' -M.* u Zllännet Ihres eigenen Geistes, Demokraten unb Wellpazifisten. warum tjat man denn nicht abgerüstet? Sie werben wohl nicht behaupten wollen, bah etwa vom damaligen Deulfch- lanb der Welt eine Gefahr gedrohl hätte, (fjei- lerkeit und lebhafter Beifall.) Ulan kann den früheren Regierungen alles oorroetfen, etwas kann man ihnen nicht vorwerfen, daß sie kriegslüstern gewesen sind, (heilerkett und stürmischer Beifall.) Rein, man hat erst einen unvernünftigen Vertrag ge- macht und halte dann das Gefühl, daß zur Behütung dieses monströsen Vertrages ungeheure Armeen notwendig sind. Ls ist ja nicht so, daß etwa all diese Staaten sich so vor Deutschland fürchteten — das wäre zu viel Ehre für uns — (Heiterkeit und lebhafter Beifall) nein, sie rüsten untereinander nicht ab. Aber es ist angenehm zu sagen: wir würden alle ja abrüsten, so wie wir Hochgerüstei haben, wenn nicht dieses Deutschland wäre. (Heiterkeit.) Sie rüsten untereinander nicht ab und sind damit in das Wettrüsten erst hineinge- kommen. Das deutsche Volk hat sich in seinen Regierungen damals diesen Verträgen immer unterworfen. Die Frage ist bloß: Was haben Forderungen denn für i einen Ginn, wenn der, der sie unterschreibt, weiß: Das kann ich gar nicht erfüllen und auch die Gegner sagen: wir glauben nicht, daß sie das er- I füllen werben! Nur einen: Die Welt in ewige unb andauernde Unruhe zur stürzen, die Völker mit haß zu erfüllen und mit Hoffnungen, die dann e n t t ö u s ch l werben müssen. Auf die Dauer kann man auf solchen Prinzipien keine Völkergemeinschaft ausnchten und auf die Dauer können besonders in (Europa die Völker nur leben, wenn sie wieder zu einer Gemeinschaft zurückkehren. Die Folgen davon sind, auf der einen ©eile für unser Volt eine grauenhafte materielle R o t und auf der anderen Seite eine nicht min- der große moralische Verzweiflung und Not. Die Welt hat leider von ihr zum größten Teil keine Kenntnis genommen. Man hätte sich einmal Mühe machen sollen, in unsere Massenquartiere zu gehen, in unsere Proletariersködte, dann hätten sie ein anderes Bild von den Segnungen unb Wirkungen ihres sogenannten Friedensoer- trages bekommen. (Stürmischer Beifall.) Die Wirtschaft einer ganzen Nation ist zerstört worden. Am Ende standen wir mit 6 bis 7 Millionen Erwerbslosen da. Das ist ein Drittel der Gesamtzahl derer, die überhaupt im Erwerbsleben tätig sind Es ist heute noch entsetzlich, zu wissen, daß 13 Millionen bei uns tätig sind und daß fast vier Millionen keine Tätigkeit befihen. Es ist ein grauenhaftes Resultat einer politischen „Befriedung" Europas, ein Resultat, das allerdings nicht auf Deutschland allein beschränkt blieb, sondern sich den anderen Nationen mitteilte. Dazu kamen noch in Deutschland die Zerstörung von Treu und Glauben, die Vernichtung unserer gesunden Finanzen Deutschlands Kamps gegen das bolschewistische Chaos. Glaubt denn die well wirklich, daß aus die Dauer eine TTlillionenarmee von 7 oder 8, ober 9 ober 10 Millionen Erwerbsloser ertragen werden kann, ohne daß das zum Zusammenbruch führt? Der weg, den Europa ging, war der direkte weg In den Bolschewismus hinein. Und was dieser Bolschewismus für Europa bedeutet hätte, das brauche ich nicht auszumalen. So ist es ganz klar, daß In Deutschland, wenn überhaupt eine Rettung kommen sollte, der Kamps gegen diese Entwicklung ausgenommen werden muhte, wir haben ihn nun ausgenommen, wir haben damit genau dasselbe getan, was in Italien eine ähnliche Bewegung vor uns schon tat. mir haben versucht, da» deutsche Volk von diesem Abgrund wieder zurückzureihen. Ls war das keine leichte Arbeit, sondern eine sehr schwere. Das deutsche Volk wählte sich ein neues System, am damit seiner Rot Herr zu werden. (Stürmischer Beifall.) Als wir ain 30. Januar mit der Bildung der Regierung betraut wurden, wußten wir alle, daß eine Zeit unerläßlicher Arbeit begann. Man mußte wirklich mit einem unerhörten Mut Herangehen und ein arenAenlojcB Vertrauen besitzen, um überhaupt diese Arbeit zu übernehmen. (Lebhafter Beifall.) Wir haben uns ein großes Programm auf- gestellt mit dem ersten Ziel: Kampf dem Marxismus, Kampf dem Kommunismus. Denn wir sahen in ihm die Vernichtung des deutschen Volkes und sahen in ihm vor allem den Ruin des deutschen Arbeiters. Man wird nicht bestreiten können, daß wir diesen Kampf heroisch und mutig durchgeführt haben. (Stürmischer Beifall.) Als zweites nahmen wir uns vor, sofort den Kampf aufzunehmen gegen unseren latenten politischen Zerfall. Wir haben bas Programm ausgestellt, daß wir nur eine Einheit kennen, und wer sich dagegen wendet, ist unser Feind und wird von uns bekämpft. (Lebhafte Zustimmung.) Aus dieser Gesinnung heraus fassen wir als weiteren Programmpunkt auf den Kampf gegen den Klassenkampf. Wir haben sie alle zerschlagen und beseitigt, die auf ihre Klasse pochten und damit als politische Armee in die Er- scheinung treten wollten. (Zustimmung.) Wir sind genau so vor den Arbeiter hingetreten unb haben ihm erklärt: „Volksgenosse, du mußt z u deinem Volk zurü d". Wir sind aber genau so auch hingegangen zu unseren sogenannte nIntellektuelken unb haben ihnen nicht weniger gesagt: „Laßt euren Standesdünkel! Bildet euch nicht ein, daß ihr besser seid!", und wir haben ihre Parteien genau so zerbrochen, wie wir die anderen zerbrochen hatten. (Stürmische Bravorufe.) Wir haben weiter im deutschen Volke wieder langsam das Vertrauen hergestellt, das Vertrauen vor allem aus die eigene Kraft. Millionen Menschen sehen heute wieder anders in die deutsche Zukunft hinein wie früher (Sehr richtig!) Es ist ein anderer Geist in dieses Volk gekommen. Das deutsche Volk glaubt nun wieder an ein mögliches Leben. (Sehr wahr!) Wir haben weiter begonnen den Kampf für ein neues Recht. Wir wollten das Vertrauen in unsere Justiz ^wieder Herstellen. Wir haben keine Sekunde gezögert bis in das Reichskabinett hineinzugreifen, um einen Missetäter bestrafen zu lassen, ohne Rücksicht darauf, wer das sei. (Lebhafter Beifall.) Nicht minder wollten wir nun den Kampf aufnehmen für eine bessere Mora I. Was wir in diesen Monaten •n Deutschland gesäubert haben, ist unerhört! Und dieser Säuberungsprozeß geht dauernd weiter. (Bravo!) Und nicht minder haben wir ausgenommen den Kampf gegen d i e Zersetzung unserer Religion. Wir haben den Kampf gegen die Gottlosenbewegung nicht mit ein paar theoretischen Erklärungen ausgenommen, wir haben sie ausgerottet. (Lebhafter Beifalls Arbeiter und Ralion.-Versöhnuna der Stände Unb wir haben uns vor allem eine Riefen- aufgabe gestellt, den deutschen Arbeiter in die deutsche Ration zurückzuführen. (Bravo!) wenn in der Zukunft die Frage an uns gerichtet wird, „was schätzt Ihr denn als eure größte Leistung ein?", dann kann ich nur sagen, daß ev uns gelungen ist, den deutschen Arbeiter wieder in die Ration hineinzustellen und ihm klar zu machen: „Die Ration ist nicht ein Begriff, an dem du keinen Anteil hast, sondern du selbst bist Träger der Ration, du gehörst zu ihr, du kannst dich nicht von ihr trennen! dein Leben ist gebunden an da» Leben deines ganzen Volkes: da» ist nicht nur die wmzel auch für deine Kraft, fon- betn auch dlewurzelfürdein Leben." (Stürmische Rufe: Bravo!) Das macht un» stolz, daß wir unzählige Millionen Menschen, die seil wärl» gingen, zum Teil neiderfüllt, zum Teil mit haß auf den Teil sahen, der sich als national bezeichnete, nun wieder hlnelnsührten In das Volk und damit zu Trägern des nationalenGedanken» machten, wir haben ihnen die Ration geöffnet und haben sie vereint mit all denen, die jjenau so wie sie in ihrem Volk. In der Ration ein hohes unb höchst" Gut sehen, da» von allen verteidigt werden muh, weil es für alle zugleich die Voraussetzung de» Leben» überhaupt in sich birgt, wir haben bann weiter ben Kampf für ble Verstänblgung ber verschiedenen Stände untereinander begonnen, wir haben sie langsam näher gebracht, unb wenn man mir sagt: „Aber c» ist noch lange nicht ganj gelungen" — nun diese Bewegung ist auch noch jung. Sie wird vollenden, roa» sie begonnen hat. (Stürmischer Beifall.) Und dann kamunserKampfsürdiedeut- sche Wirtschaft. Wir haben begonnen. Gesetze Zu beseitigen, die die Wirtschaft hemmen. Wir haben begonnen, Steuern zu senken, die die Entwicklung der Wirtschaft oerhinbem. (Ein Riesenstraßennetz wird in Deutschland gebaut, gedacht für kommende Jahrzehnte und Jahrhunderte. Die Wasserstraßen werden genau so ausgebaut, und das bisherige Straßennetz wird ebenfast» in Ordnung gebracht. Wir versuchen, unseren Hausbesih wieder intakt zu machen. Wir haben den Kampf für die Sanierung unserer Finanzen aufgenommen Gewaltige Umschuldung»- oder (EntfAulbungsproiefte sind verwirklicht oder in Vorbereitung Und wir haben habet zugleich aber auch b i r vermal- iung gesäubert, haben ta ÄouupUou packt, und wo wir sie finden, wird sie herausge- zogen. (Bravo!) Wir tyaben damit zugleich begonnen, Unrecht auszugletchen, unverdiente, wahnsin- nige Geholter überall abzubauen, den Beamten- körper selbst allgemein zu säubern. Es ist eine ungeheuere Arbeit, die Monate und Monate geleistet wird Wir haben ferner den Arbeitsdienst als eine Säule der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit einerseits und der Erziehung zur Volksgemeinschaft anderseits ausgebaut. Ein Riesenhilfswerk ist jetzt wieder organisiert. Frauen und Mädchen bringen wir wie- der in die Ehe und damit aus den Betrieben, um Männer an ihre Stelle treten zu lassen. Wir haben die V o 1 k s e r z l e h u n g auf eine neue Grundlage gestellt, für die Volksgesundheit und den Sport einen Kampf von in Deutschland nicht gekannten Ausmaßen eröffnet. Es ist ein !R i c f e n Programm der Arbeit auf allen Gebieten. Seit acht Monaten schuften wir Tag und Nacht für die Verwirklichung dieses Programms. (Stürmischer, immer wiederholter Beifall.) Wenn wir die Arbeits- losigkeit zum erstenmal wieder um über 2’/< Millionen vermindern konnten, so überschätzen wir das auch nicht. Aber unsere Gegner sollen es gefälligst nicht unterschätzen. Was haben sie denn fertig geb r ad) t? Unter besseren Verhältnissen ha- ben sie das deutsche Volk in die Arbeitslosigkeit gestürzt. (Sehr richtig!) Ich kann nur sagen: Selbst wenn die eine ober andere Maßnahme nicht hält, so werden wir vor der Geschichte wenigstens sagen können, daß wir nicht faul und nicht feige gewesen sind, sondern daß wir uns bemühten. (Stürmische Zustimmung.) Wir haben auch die Regierung stabili- fiert. Es ist bei uns nicht so, wie bei anderen Nationen, daß die Regierung heute abend nicht weiß, ob sie den morgigen Tag noch erlebt, weil die Parteien nicht einverstanden sein könnten. (Stürmische Heiterkeit und Zustimmung.) Wir haben den Mut, unserem Volk an Lasten das auf zu- bürden, wovon wir überzeugt sind, daß das Volk eben das an Lasten tragen muß. Wir sind ent- schlossen, nicht zu kapitulieren. Dir sehen in die Zukunft und können auf lange Sicht disponieren, weil, solange der Hebe Gott uns hier läßt, Menschen uns nicht so ohne weiteres beseitigen werden. (Brausende Zustimmung.) Und roa» hil die Welt? Sie hat In diesen acht Monaten an» heruntergeseht. (Entrüstete Raft: pfui!) Wae haben roir der Well getan? Warum läßt un» die Well feine Rahe? (Brau- sende Zustimmung and Zurufe.) Sie sagen: .Ja. bei euch geschehen Greuel?" Die größten Greuel lind In Deutschland geschehen I m R a - ■ tM hi ^liebiasoHlfagn m Versailles. (Stürmischer Beifall.) Durch den jrieben5oertrag von versaille» haben sich jährlich in Deutschland rund 20 000 Menschen da» Leben genommen. (Bewegung.) Und dos find anständige Menschen gewesen, die nicht mehr Leben konnten, weil ihnen dieser Vertrag alle Lebensausfichten and Lebensmöglichkeiten zerstört hat. Wann ist überhaupt je eine Revolution so ohne Greuel vollzogen worden, wie die unsere? (Zustim- mung.) In den Tagen, da bei uns die Revolution war, war es bei uns geordneter als in vielen anderen Ländern, die keine Revolution hatten. (Brausende Zustimmung.) Wieviel« deutsche Hoheitszeichen sind in der Zett nicht von deutschen Konsulaten vom Pöbel heruntergerifiea worden' (Lebhafte Rufe: Pfui?) Wo ist der Staat, der sagen kann, daß auch nur eine Fahne von ihnen von einem Konsulat bei uns heruntergeholt worden wäre? (Sehr wahr!) Selbst wenn Greuel gewesen wären, wir könnten den Vergleich schon aushnlten mit den Greueln der Revolutionen anderer Völker. Gewiß, wir müßen auch die Straßen absperren, aber nicht weil das Volk die Regierung steinigen will, sondern höchstens, weil das Volk der Regierung zujubelt. (Brausender Beifall.) Sie Srenellügen eines verhetzten Auslands. Wir haben selbst die schlimmsten Elemente nur von der Nation abgesondert. Leider nimmt sie un» die andere Welt nicht ab: wir würden sie diesen gerne zur Verfügung stellen. (Große Heiterkeit.) In England erklärt man, man habe offene Arme für alle Bedrängten, in Sonderheit für die aus Deutschland herausgehenden Juden. England kann das auch! England ist groß und reich. Wir sind klein, sind übervölkert, pnö arm, haben keine Lebensmöglichkeit. Aber es würde noch schöner sein, wenn dann England seine große Geste nicht abhängig machen würde von 1000 Pfund. Wenn auch wir erklärt hätten, nach Deutschland könne man nur herein unter der Voraussetzung, daß man 1000 Pfund mitbringt oder gar bezahlt, dann gäbe es bei uns überhaupt keine Judenfrage. (Lebhafte Zustimmung und Heiterkeit.) Wir sind jetzt noch so großzügig und geben dem jüdischen Volk einen viel höheren Prozentsatz als Anteil an Lebensmöglichkeit, als er uns selbst zur Verfügung steht. Allerdings vertreten wir neben dem Recht des auserwählten Volks auch noch die Rechte des unterdrückten Volks, nämlich des deutschen Volks, denn dafür find wir letzten Endes da! Das aber ist durchaus kein Greuel Das deutsche Volk Hal sich überhaupt für solche exaltierte Aeuherungen seines politischen Leben» noch nicht geeignet, weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart. Unser Volk geht ruhig feiner Arbeit nach. 3n unseren Städten herrscht mehr Ruhe und Frieden al» jemals zuvor. Die Menschen sind glücklicher, al» sie in den letzten Jahren je gewesen sind. (Starker Beifall.) Da» einzige Unglück, da» un» verfolgt. liegt außer uns? E» Ist der Haß unterer (Regner. (Sehr wahr?) Wir haben ohne Kampf natürlich nicht zur Macht kommen können. Allein roir haben diesen Kampf so diszipNnlert geführt, wie da» keine Revolution vor an» außer der faschistischen getan hat. Allerdings, es sind die „Emigranten", die bisher anderer Meinung sind. Es ist etwas Schönes, -ns Ausland gehen zu können mit dem Nimbus und der Gloriole des vom Tode Bedrohten, wahrend , n Wirklichkeit bloß der Staatsanwall in Deutschland hinter einem her ist. (Erneuter ftür- Mischer Beifall ) Und der kleine Teil der Emigranten, der wirklich aus politischen Motiven im Ausland ist? Ich muß gestehen: Wir sind glücklich, daß sie von uns weg sind! Es ist aber bisher nicht üblich gewesen, daß der Abschaum die öffentliche Meinung großer Nationen bestimmen und be- einfluffen kann. Es ist jetzt leider möglich geworben. (Sehr wahr!) Denn es denkbar ist, daß in der Welt ein Braunbuch erscheint, in dem bas ganze beutsche Volk in feiner Regierung auf bas mafjlofefte beschimpft unb geschmäht wird, so kann ich wirklich nur fragen: Was würden da wohl die Regierungen anderer Lander (agen, wenn das etwa in Deutschland geschähe? (sehr gut!) Man würde erklären: „Das dulden wir nicht!" Wir haben genau dasselbe Ehrgefühl und wollen uns auch nicht von diesen Halunken so beschimpfen lasten. (Starker Beifall.) E» ist auch für die anderen Völker keine Ehre, wenn ein großes Volk wie das deutsche so beschimpft wird. Ich glaube, ich trete für die Ehre meines Volke» ein, indem ich auch die Ehre der anderen, die damals gegen uns standen, nicht besudeln und nicht heruntersetzen laste. (Bravo!) DeuWanvs vertrauen ist getäuscht worden. Aber wie lange soll die Diskriminierung unseres Volkes noch bauern? Entweder roir sollen gleichberechtigt sein, bann sind roir's! Ober roir sollen es nicht fein, bann finb roir’s nicht! (Leb- Hafter, anhaltender Beifall.) Uns Ist ble Ehre oiel zu wertvoll, als daß wir sie fo leichtsinnig preisgeben wollten. Wir haben jetzt 15 Jahre gewartet. Daß roir Versprechungen nicht mehr vertrauen können, bas Ist nicht unsere Schuld. Wir vertrauten einst ben Zusicherungen des Präfibenlen Wilson. Vie Welt wird nicht behaupten, daß diese Zusicherungen gehalten worden sind. Wir haben ganz vertraut den Versprechungen Im Jriebensoertrag. Vie Welf wird nicht behaupten, daß sie gehalten worden find. Und roir haben wieder bei unserem Eintritt in den Völkerbund darauf vertraut, daß man uns als Gleichberechtigte behandeln werde. Und die Well kann wieder nicht behaupten, daß das gehalten worden Ist. Jedenfalls niemals durch die Tal. Wenn man aber bann erklärt, man könne uns diese Gleichberechtigung jetzt nicht geben, unb zwar weil angeblich bet uns ein militärischer GeIst herrsche, bann muß ich eins feststellen: Bald sagen sie — wenn das zweckmäßig Ist —, in Deutsch- land geht alles drunter unb drüber. Unb dann heißt es wieder: Bei euch ist alle» militärisch diszipliniert, wir fühlen uns dadurch bedroht Bald heißt es: Da» Volk ist unterdrückt von einer Horde von Usurpatoren — das sind wir. (Große Hefter- feit.) Dann wieder heißt es: Die Usurpatoren, die reden natürlich von Frieden, aber bas Volk I st s o kriegslüstern. Wenn wir aber nun Er- flärungen für ben Frieben abgeben, bann sagt man roieber: Diesen Erklärungen ist nicht zu trauen, roir oerlangen Beweise. Wenn wir nach ben Beweisen fragen, bann sagen sie, Frankreich fühlt sich bedroht! Gut! Vor dem ganzen Volk erkläre ich: Wir sind bereit, dem französischen Volk die Hand zur Versöhnung zu bieten. (Starker Beifall.) Nun aber schreiot die Presse: „Sie wollen uns von England roegziehen!" (fitütrlttt.) Sie schreibt weiter: „Eine neue Intrige wird ge* spannen." Ja, was sollen wir denn tun? Ich weiß es: für unsere Ehre eintreten und nicht von dieser Ehre welchen. (Tosender Beifall.) Nach Ihrem Willen soll die Abrustungskonfe- renz einen Entwurf verwirklichen, auf Grund dessen die hochgerüsteten Staaten gerüstet bleiben, da» abaerüstete Deutschland noch weiter abzurüsten ist, und nach Jahren sollen die Voraussetzungen für eine bann ins Luge zu fassenbe wirkliche Aorüstung unter Umständen geprüft werden. DeuWaud will den Frieden, aber einen Frieden der Ehre und vollen Gleichberechllgung. Dazu haben wir nur eines zu erklären: W i r machen solche Methoden nicht mit. (Lebhaftes Bravo!) Wir haben den Willen zum Frie- den, roir sehen auch keine Konfliktsmöglichkeit. W i r wollen mit allen Frieden haben. (Stürmischer Beifall.) Wir wollen aber auch, daß die anderen daraus endlich die Konsequenzen ziehen, und zwar ganz klare Konsequenzen. Wir lassen uns weder als minderwertig behandeln, noch werden wir jemals etwas unterzeichnen, das wir nicht unterzeichnen dürfen, weil es ehr- widrig ist, noch lassen wir uns jemals durch irgendeine Drohung von diesem unseren Grundsatz abbringen. (Lebhafter Beifall.) Wir können nicht anders handeln. Tut, was ihr tun wollt, niemals werden roir an unserem Volk ehrlos handeln. (Stürmisches Bravo!) Wir wissen, daß hinter uns die deutsche Na- t i o n steht. Ich für meine Person erkläre, daß ich jederzeit lieber ft erben würde, als daß ich etwas unterschriebe, was für bas deutsche Volk meiner heiligsten Heber,eugung nach nicht erträglich ist. (Stürmische Heilrufe.) Ich bitte, daß das deutsche Volk sich nun selbst zu dieser Auffastung befenht. Es möge über mich ur- | teilen. Das deutsche Volk wird hinter uns stehen, denn seine Ehre ist auch unsere Ehre, und unsere Ehre ist seine Ehre. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Unb bie Welt wird sehen, daß die Ehre des deutschen Volk» keine schlechte ift Unb so bitte ich Sie, biefe» Mal — wirklich zum ersten Mal in meinem Leben — geben Sleuns Ihre Stimmen. Holen Sie jeden Volksgenossen hin zur Urne, auf baß er mil- enlscheldel über ble Zukunft seine» Volke». Zum ersten Mal nach 14 Jahren bitte Ich Sie jetzt, geben Sie Ihre Stimme für ble Gleichberechtigung, bie Ehre unb ben wirklichen Jrleben, unb geben Sie damit zugleich die Stimme ab für ben neuen Reichstag, der der Garant dieser Politik sein wird. Denn auf die Dauer kann man auch rolrlschastlich ein Volk nicht retten, wenn es politisch und morajisch zugrunde geht. Wir kennen nur ein Ziel auf ber Welt: Richt haß anderen Völkern, sondern Liede zu der deutschen Ration! (Andauernde tosende Heilrufe.) Beschlüsse des Reichskabineiis. Londwirlschastlicher Dollstreckungsschuh und Pächterschuh verlängert. Berlin, 25. Olt. (WTB.) Da» Reich», tabinett beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung im wesentlichen mit dem vorn Rcrchsjustlz- minifterium oorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung des Verfahrens in bürgerlichen Rechts st reitigkeiten, das als die Vorbereitung für eine für |pater in Aussicht zu nehmende gründliche Reform ber Zioilprozeh- o r b n u n g gedacht ift. Ferner wurden verabschiedet ein zweite» Gesetz zur Aenderung be» Gesetze» über Pächterschutz, ein fünftes Gesetz zur Abänderung de» Gesetzes über die Errichtung der Deutschen Rentenbank-Krebitanslalt und ein Gesetz über denlanbwtrtjchaftlichen Lsllstrsckung»schutz. Das Gesetz über den landwirtschaftlichen Bollstreckungsschutz bestimmt, daß die in ber Verordnung be» Reichspräsidenten über den landwirtschaftlichen Vollstreckungsschutz vom 14. 2. gegebenen Ausführungen bis zum 31. 12. in Kraft bleiben Ebenso bleiben bie zu der Verordnung de» Reichspräsidenten für bie Zeit bi» Zum 31. Oktober in ben Ausführungsverordnunae» erlaßenen Vorschriften in Kraft. — In ber Be- grünbung zu dem Gesetz wirb barauf hingewiesen, daß bas Erbhofgesetz noch z u kurz» Zeit in Kraft ist, um übersehen zu können, welche Hofe im einzelnen Erbhofeigenschaft haben unb banach ben Erbhofvollstreckungsichutz genießen unb ftrntA daß bi« gesetzlich« fliftlm— 1 J}xbetS SBicölth K.K.L “e'n V»K <*4^ H 3ulube|t Wöttj. iw 1 link ÖQ9 ?nö L'fdjmäht 'nhQ9enn5 Kirben °nbe/er W« (Qgen chl°nd geschähe» (Ahr .Las dulden wir nicht!" ?l°lb°Ehr°eiü^ 1 D°n,Men Hatunken «Es ist auch >ker keine Ehre e das deutsche |0 id) trete für die Lhr« ich auch die Ehre der - uns standen, nicht be. rtzrn laste. (Bravo!) -2=5 TSft* Met mit dem -ns BebtoSm»?JUS ?nb et 8 7'?^ in “irWiÄ 5Qn®aH SaJJpft L^ZL lb( ,! oesiinNen und h». '»rsS H er^eint il'bmbj “fff"9?“'»- d drüber. Und dann heißt .es militärisch diszipliniert, droht. Bald heißt es: Das on einer-orde von sind wir. (Troße heiteres: Die Usurpatoren, die den, aber dar Volk ist Benn wir aber nun Gr- i abgeben, dann sagt man jen ift nicht zu trauen, >eife. Wenn wir noch in fagen fie, grant« of)t! (Sui! Sor btm Dir finb bereit, oll die Hand ',nr en. darin Deisatt.) „Tie walten uns von ; nt" (heitnleit.) Sie eue Intrige wird ge- wir denn tun? Ich weiß eintreten und nicht .eichen. «Tosender Sei- soll die 2Lbrü|tungstonfe- wirklichen, aus Grund des- aalen gerüstet bleiben, dar noch weiter abzurüsten ist, bie Loraussetzungen für aisendc wirkliche Abrüstung I werben. inen Stieben HM . ehre. (Stürmischer «« Und die Welt wird seh n. n ‘Solls keine schlechte'st- Mo »I - ” * al? 4 I Iahten bitte tch , Stimme sur \xt Ehre utiö tten.w*?“".® nh für den 'Ter der Saran' 'wird, oütiich auf M ' .'■'run0 gn d« I,noch känneN' ^rbhof«ögeniy Eine Negierung, ein Volk, ein Wille! Oer Führer spricht in Hannover. — Oie Volksabstimmung vom 12. November entscheidet über Deutschlands Zukunst. Hannover, 25. Okt. (TU.) In der überfüllten großen Stadthalle sprach Reichskanzler Adolf Hitler vor einer ihn immer wieder begeistert zu- jubelnden Menge. Der Führer legte einleitend die Gründ- dar, die ihn verpflichteten, neuerdings an das deutsche Volk zu appellieren. Die Welt wolle nicht glauben, daß der Wille zum Kampf für unser Recht, für unsere Ehre, für unsere Freiheit, für den Frieden und damit für das tägliche Brot der Wille des ganzen deutschen Volkes fei. Die Welt, die kaum Verständnis für unsere Arbeit habe, für unseren Friedenswillen, für unsere Bereitwilligkeit zur Versöhnung, solle sehen, daß wir nur Sprecher der deutschen Nation seien und daß das deutsche Volk in allen diesen Forderungen hinter ihm stehe. Der Führer geißelte in scharfen Worten den Versailler Vertrag mit seiner Verewigung von Sieger und Besiegten und zeigte die grauenhaften Wirkungen auf, die diese weltpolitische Einstellung für das deutsche Volk gehabt hat und die politischen Konsequenzen, zu denen sie letzten Endes hätten führen müssen. Er warf einen Rückblick auf den eigenen heroischen Kampf der letzten 14 Jahre, der vom ersten Tage an f i ch gegen diese verantwortungslose Politik aufgelehnt habe und nur dem deutschen Volke geben wolle, was notwendig fei für seine Zukunft. In den letzten 8 Monaten habe die nationalsozialistische Regierung unentwegt gekämpft für die Einheit des deutschen Volkes, das nichts als Ruhe wolle, damit es arbeiten könne. Was wir wünschen müßten, ist, daß die Welt sich einmal überlegt, daß nicht nur sie eine Ehre hat, nicht nur England und Frankreich eine Ehre haben, sondern, auch wir. (Stürmischer Beifall.) Die Welt hat kein Verständnis dafür, daß es nicht fair ist. ein Volk, das sich nicht wehren kann, beschimpfen zu lassen. (Beifall) daß es nicht fair ist, eine Nation zu diskriminieren, bloß deshalb, weil sie einmal im Kampfe unterlegen ist. Bisher glaubte ich immer, daß man den tapferen Soldaten in dem Moment, wo er kapituliert, militärische Ehren erweist. Die Welt hat eine andere Auffassung. Ich habe mich in meinem ganzen Leben in keine illustre Gesellschaft hineingedrängt, von der ich annehmen konnte, daß ich nicht erwünscht bin und sie mich nicht als gleichberechtigt ansieht und ich möchte nicht, daß das deutsche Volk eine andere Meinung als Ausdruck seine» politischen Charakter» wählt. (Stürmischer Beifall.) Der Führer behandelte sodann in eindrucksvoller Weise die Argumente, auf Grund deren man uns sachlich die Gleichberechtigung versagt und uns die Abrüstungsverpflichtungen nicht ein- löst, auf die wir ein Recht haben. Wenn man sage, das deutsche Volk habe nicht den Geist des Friedens, dann rufe er die Welt selbst zum Zeugen auf, ob wir in den acht Monaten der nationalsozialistischen Herrschaft etwas anderes getan hätten, als Frieden und Verständigung zu predigen. „Ich habe der Welt öfter als einmal feierlich versichert, daß wir aufrichtig die Verständigung wünschen, daß wir aufrichtig mit den anderen Völkern Zusammengehen wollen. An dieser Versicherung wird sich nie etwas ändern, denn ich halte jeden Krieg für Europa für einen Wahnsinn. Er führt zur gegenseitigen Zerfleischung, ohne daß er Wesentliches mehr ändern kann. Wir ertragen nicht, daß alle von Sicherheit reden und nur ein Volk ohne jede Sicherheit sein soll, nämlich unser Volk. Und wenn die Welt glaubt. uns das diktieren zu können, dann, meine Herren, aber ohne meine Unterschrift und ohne die Unterschrift des deutschen Volkes. Dann müßt Ihr bekennen, daß Ihr mit Gewalt das Recht gebeugt habt. Der Führer schloß seine Rede mit dem Bekenntnis: „Ich habe das vertrauen, daß das deutsche Volk in dieser Stunde seine geschichtliche Aufgabe erkennt und daß es sich wie ein Mann zu sich selb st bekennen wird. Zu meinem Schuh und zu meinem Schirm brauche ich keine neue Volksabstimmung. Diesmal appelliere ich an Sie, daß Sie Ihre Pflicht erfüllen für sich selbst, für Ihre kin- der und damit für die Zukunft, daß Sie den Mut haben, lieber selbst Drangsal auf sich zu nehmen, als unsere gesamte Zukunft freizugeben. Treten Sie ein für unser Volk, treten Sie ein für Deutschland!" (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Schallplattenwiederholung der 2Rehe des Führers. Aus dem ganzen Reich treffen bei der Rundfunkleitung fortgefeht Drahtungen und Fernfprüche ein mit der Bitte, daß die gestrige große Rede des Führers noch ein zweites Mal übertragen werden möge. Um diesem Wunsche zu entsprechen, wird die Rede am Freitag, dem 27. Oktober, von 22.15 bi» etwa 24 Uhr von wachsplatten wiederholt und von der Funkflunde Berlin, dem Bayrischen Rundfunk und der Schiesifchen Funkstunde übertragen. über die Schuldenregelung für d i e Erbhöfe noch ausstehen. Eine Aufhebung des Dollftreckungsfchutzes würde im gegenwärtigen Zeitpunkt unter diesen Umständen zu einer Unsicherheit über die Rechtslage führen, die im Interesse der Wirtschaft vermieden werden müsse. Es erscheint daher angezeigt, den Vollstreckungsschutz in seinem bisherigen Umfang noch auf eine beschränkte Frist zu verlängern. Das zweite Gesetz zur Aenderungüb erden Pächterschutz setzt an die Stelle der in dem bisherigen Gesetz vorgesehenen Termine den 30. Juni 1934. In dieser Form soll das Gesetz entsprechend auch für die Pachtverhältnisse gelten, die für einen zwischen dem 31. Dezember 1933 und dem 1. Juli 1934 liegenden Zeitpunkt gekündigt sind, oder vor dem 1. Juli 1934 ablaufen. Es erscheint notwendig, das bestehende Pächterschutzgesetz zu verlängern, bis den Pächtern eine Entschuldung in ähnlicher Weise ermöglicht wird, wie den Eigentümern, andernfalls würden die Pächter mit der Beendigung ihrer Pachtverträge zu einer Verschleude- rung ihres Inventars gezwungen fein, der eine Vernichtung großer wirtschaftlicher Werte bedeuten würde. Schließlich genehmigte das Reichskabinett ein Gesetz zur Abänderung des Gesetzes über die Errichtung der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt. Dieses Gesetz bringt Aenderungen hinsichtlich der Zusammensetzung und Berufung der Anstaltsoersammlung und des Verwaltungsrates der Deutschen Rentenbankkreditanstalt. Oie Feststellung des Wahlergebnisses. Berlin, 26. Okt. (ERB.) Der Reichsinnenmini' fter hat eine einheitliche Abstimmungsniederschrift für die Reichstagswahl und die Volksabstimmung anfertigen lassen, die hinsichtlich der Feststellung des Abstimmungsergebnisses drei für den Abstimmungs- vorstand wie für den Wähler wichtige Bestimmungen enteilt. Wenn in einem Umschlag nur ein Stimm- zettel enthalten ist, z. B. nur ein Stimmzettel zur Volksabstimmung, so wird die Nichtabgabe einer Stimme zur Reichstagwahl nicht als „ungültige Stimme" zur Reichstagswahl betrachtet, vielmehr beschränkt sich in einem solchen Falle der Abstimmende auf die Stimmabgabe zur Volksabstimmung, während er sich zur Reichstagswahl d e r Stimmabgabe enthält. Das gleiche gilt für den umgekehrten Fall. Auch in den Fällen, in denen etwa ein Umschlag feinen Stimmzettel enthält, gilt die Abgabe des leeren Umschlags als Enthaltung d er Stimmabgabe sowohl zur Reichstagswahl wie zur Volksabstimmung. Somit gilt der völlig leere Umschlag nicht als ungültige Stimme, d. h. er wird weder bei der Reichstagswahl, noch bei der Volksabstimmung als ungültige Stimme gezählt. Wenn ein Abstimmender auf irgendeine andere Weise als durch ein Kreuz in den Ja- oder in den Neinkreis feinen Willen kundtut, fei es, daß er das Wort „Ja" („Nein") einträgt oder daß er eines der beiden Vierecke bzw. den Kreis durchstreicht oder ankreuzt oder daß er eines der vor- gedruckten Worte „Ja" („Nein") ausstreicht oder eines dieser beiden Worte anhakt, so ist der Stimmzettel gültig. Entscheidend ist also, daß der Wille des Stimmberechtigten unzweideutig zum Ausdruck kommt. Selbstverständlich wird sich die Wahl- und Äb- stimmungshandlung sowie die Festellung des Ergebnisses wieder in völliger Oesfentlichkeit vollziehen. Treuekundgebung deutscher Schriftsteller. B e r I i n , 25. Okt. (TU.) 88 deutsche Schriftsteller haben durch ihre Unterschrift dem Reichskanzler Adolf Hitler das folgende Treuegelöbnis abgelegt: „Friede, Arbeit, Ehre und Freiheit find die heiligsten Güter jeder Nation und die Voraussetzung eines aufrichtigen Zusammenlebens der Völker untereinander. Das Bewußtsein der Kraft und der wiedergewonnenen Einigkeit, unserer aufrichtiger Wille, dem inneren und äußeren Frieden oorbehalt- los zu dienen, die tiefe lieber,jeugung von unserer Aufgabe zum Wiederaufbau des Reiches und unsere Entschlossenheit, nichts zu tun, was nicht mit unterer und des Vaterlandes Ehre vereinbar ist, ver- anfaffen uns, in dieser ernsten Stunde vor Ihnen, Herr Reichskanzler, das Gelöbnis treuester Gefolgschaft seierlichst abzulegen. Den Aufruf unterzeichneten u. a. auch: Friedrich Ahrenhövel, Gottfried Benn, Werner Beumelburg, Rudolf G. Binding, Walter Bloem, Hans Fr. Blunck, Arnolt Bronnen, Otto Brües, Marie Diers, Peter Dörfler, Max Dreyer, Richard Euringer, Ludwig Finkh, Hans Franck, Otto Flake, Heinrich von Gleichen, v. Gleichen-Rußwurm, Gustav Frenffen, Friedrich Griefe, Max Halbe, Agnes Harder, Rudolf Herzog, Hans v. Hülfen, Pauloscar Höcker, Rudolf Huch, Hanns Johst, Max Jungnickel, Jo- Hann v. Leers, Heinrich Lilienfein, Heinrich Lerch, Berlin, 25.Okt. (WTB.) Die heutige Zeugenvernehmung beginnt mit der Aussage des nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Karwahne, der zusammen mit dem Reichstagsabgeordneten Frey (München) und dem Landesbetriebszellenobmann Kroyer aus Linz am Nachmittag des Brandtags im Reichstag eine Begegnung mit dem Abgeordneten Torgler hatte, der sich in Begleitung des Angeklagten van der L u b b e befunden habe. Torgier hätte einen völ - lig anderen Eindruck als sonst gemacht. Er sah bleich aus und schreckte auch sofort zusammen, als er uns sah. Später seien sie Torgier, der mit einer anderen Person auf einer Lederbank vor dem Haushaitsausschußsaai saß, noch einmal begegnet. Er und seine Begleiter wären beim Verlassen des Reichstags das Gefühl nicht los geworden, daß irgendetwas nicht stimmte. Im kommunistischen Fraktionszimmer gingen viele Personen umher, die eine gewisse Aufgeregtheit zur Schau trugen. Van der ßubbe habe er nach dem Bild hauptsächlich am Gesicht wiedererkannt; den Typus Lübbes könne er nicht verwechseln, ob er ihn einmal oder zehnmal sähe. Lr habe sofort erklärt: Der hier sitzende Mensch isi der, der mir mit Torgier im Reichstag ent- gegenkam! Der Zeuge erklärt auch heute, daß er mit alter Bestimmtheit Lübbe als denjenigen wledererkenne, den er damals mit Torgier zusammen im Reichstag traf. Ais der Angeklagte Torgler vor den Richtertifch geführt und neben van der Lubbe gestellt wird, erklärt der Zeuge karwahne mit aller Bestimmtheit, an der Richtigkeit feiner Ausfagen bestehe gar kein Zweifel. Die Frage des Oberreichsanwalts, ob es vielleicht Dr. Neubauer gewesen sei, der bei der zweiten Begegnung mit Torgler auf dem Sofa saß, verneint der Zeuge. Er hätte Dr. Neubauer, der ihm feit Jahren gut bekannt fei, ernennen müssen. Der Angeklagte Torgler stellt an den Zeugen einige Fragen über etwa sieben Jahre lang zurückliegende Vorgänge, die nut der früheren Zugehörigkeit des Zeugen Karwahne zur Kommunistischen Partei in Zusammenhang stehen. Der Zeuge erklärt, er denke nicht daran, diese Frage zu beantworten. Auch der Ober- reichsanwalt erklärt die Frage als n ich t zur Sache gehörig. Trotzdem ersucht Rechtsanwalt Dr. Sack um einen Senatsbeschluß, da die Fragen Torglers mit der suggestiven Einstellung des Zeugen Zusammenhängen. Der Senat beschloß, die Fragen Torglers z u z u l a s s e n. Der Angeklagte Torgler wiederholt seine Fragen. Karwahne bestätigt, daß er in Hannover zu der U m g e • bung von Katz gehörte; der Zeuge weigert sich aber, die anderen Fragen zu beantworten. Erst als der Vorsitzende diese Fragen aufnimmt, erklärt er: Die politische Auseinandersetzung der Kommunistischen Partei um 1925 ging nur darum, ob der deutsche Arbeiter länger in einer Bewegung bleiben solle, die von der Internationale in Moskau bevormundet wurde. Die Frage des Vorsitzenden, ob die Gruppe Katz besonders radikal gemeßen sei, verneint der Zeuge. Daß Leute wie Katz an der Spitze der Gruppe standen, erkläre sich daraus, daß Katz als derjenige galt, der seit langem d i e Beeinflussung durch Rußland ablehnte. Als sich herausstellte, daß Katz andere Absichten hatte, habe er das Feld räumen müssen. Zum Ruf „Los von Moskau" habe sich als zweiter Ruf gefeilt: „Los vom internationalen Juden!" Auf die Frage Torglers, ob Karwahne 1925 an dem Sturm auf das kommunistische Oskar Loerke, Gerhard Menzel, Alfred Richard Meyer, Agnes Miegel, Walter von Molo, Borries Freiherr v. Münchhausen, Müller - Partenkirchen, Mühlen-Schulte, Josef Ponten, Rudolf Presber, Heins Schauwecker, Johs. Schlaf, Anton Schnack, Friedrich Schnack, Wilhelm von Scholz, Lothar Schreyer, Gustav Schroer, Ina Seidel, Prof. Heinrich Sohnrey, Diedrich Speckmann, ßulu v. Strauß und Torney, Eduard Stucken, Will Vesper, Magnus Wehner, ßeo Weißmantel, Heinrich Zerkaulen, Hans Caspar von Zobeltitz. Parteihaus an führender Stelle beteiligt war, erwiderte Karwahne, er denke nicht daran, diese Frage zu beantworten, denn er wolle nicht deutsche Menschen an die Dritte Internationale ausliefern. Das müßte aber geschehen, wenn er wahrheitsgemäß unter seinem Eid aussagen würde. Karwahne weigert sich ferner, die Frage Torglers zu beantworten, ob er 1925 nach seinem Ausschluß aus der KPD. Material an bürgerliche Zeitungen geliefert habe. Auch nach einem Hinweis des Vorsitzenden auf den Senatsbeschluß bleibt der Zeuge bei seiner Weigerung und protestiert energisch gegen feine „Vernehmung durch den Angeklagten Torgler". Als ein Beisitzer bemerkt, er brauche doch nur Ja ober Nein zu sagen, erklärt Karwahne, er habe niemals für bürgerliche Zeitungen Artikel geschrieben; auch Material habe er nicht geliefert. Als nächster Zeuge schildert der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnele Frey (München) die Begegnung mit Torgler im Reichstagsgebäude. Auch ihm fei d i e Verstörtheit Torglers ausgefallen. Seinen ersten Begleiter habe er nicht genau betrachtet, er könne deshalb nicht mit Gewißheit behaupten, daß van der Lubbe der Mann war, der mit Torgler vorbeiging. Lr habe aber den Lindruck eines Menschen gemacht, der nicht in den Reichstag hineingehörte. Deshalb fei ihm auch der zweite auf dem Sofa sitzende Begleiter Torglers aufgefallen, der ein blasses Gesicht und einen außerordentlich stechenden Blick gehabt habe. Bei der Gegenüberstellung habe er ihn als Popofs wiedererkannt. Nunmehr wird der Angeklagte Popoff vor den Richtertifch gerufen. Der Zeuge Frey beobachtet ihn scharf und sagt dann: „Vas ist der Mann, der neben Torgler gesessen hat!" Eine verwechslungsmöglichkeit hält der Zeuge für ausgeschlofsen, es sei denn, daß Poposf einen Doppelgänger habe. Das Gericht beschließt, im Vorraum des Haushaltssaals einen ßofaltermin zur Rekonstruktion der von den Zeugen wiederholt beobachteten Begegnung abzuhatten. Bei dem Lokaltermin hielten sowohl der Zeuge Karwahne wie der Zeuge Frey ihre Aussagen aufrecht. Karwahne bleibt dabei, daß van der Lubbe derjenige war, der mit Torgler durch den Raum ging; Frey erkennt auch diesmal Popoff wieder und glaubt nicht an die Möglichkeit einer Verwechselung mit Dr. Neubauer. Meine politische Nachrichten. Pfarrer Bruno Adler, der Provinzleiter der Glaubensbewegung Deutsche Christen ist zum evangelischen Bischof von Münster ernannt worden. Bischof Adler ist 37 Jahre alt. Er ist in Itzehoe geboren und stammt aus einem alten Bauern- und Freischöffengeschlecht. Nach fünfjährigem Militärdienst begann er 1919 mit dem Studium der Theologie. Seit 1922 gehört er der NSDAP, an. Die deutsche Gesandtschaft in Prag hat gegen die Aufführung der tschechischen Revue „Der Esel und fein Schatten" Einspruch erhoben. Die Revue enthält Stellen, in denen das Deutsche Reich, feine Regierung und das Haupt der Regierung in schwer st er Weise verhöhnt und herabgesetzt werden. Die Revue wird Dan der Lubbe und popoff werden von Zeugen als Degleiier Torglers wiedererkannl. in den besuchtesten tschechifchen Revuetheatern aufgeführt. * Durch Dorstandsbeschluß wurden aus dem Ver» ein Berliner Presse u. a. ausgeschlossen: Hans Goslar, ehemaliger Pressechef im Staatsministerium, Paul Lobe, ehemaliger Reichstagspräsident, Victor Schiff (früher Redakteur beim Vorwärts), Karl Spiecker, ehemaliger Reichspressechef im Kabinett Marx. Bis zum 12. November wird der Großsender Mühlacker von 19 Uhr ab wieder regelmäßig den Betrieb übernehmen und daneben zu gewissen Tageszeiten, die besonders bekanntgemacht werden, senden. Auch der Großsender München bleibt bis zum 12. November täglich ab 19 Uhr in Betrieb. Für die zeitweiligen Tagessendungen des Großsenders München ist dieselbe Regelung wie für Mühlacker vorgesehen. Vom 13. November ab stellen die Großsender Mühlacker und München ihren Betrieb zur Fortsetzung der Umbauarbeiten ein und werden — wie es jetzt schon bei Tage geschieht — durch die Rundfunksender Stuttgart» Degerloch und München-Stadelheim ersetzt. Oer hefsischeBundessängeriag in Bürgen. Aus allen Teilen des Hessenlandes, aus Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen, sind die Anmeldungen zahlreich in Bingen eingelaufen. Das Interesse, das die hessischen Sänger dieser ersten Sängerkundgebung entgegenbringen, ift sehr groß. Selbst aus Oberhessen, das von Bingen am weitesten entfernt ‘liegt, haben sich Vereine mit großer Mitgliederzahl angemeldet, um an dieser Kundgebung für den deutschen Männergesang am 28. und 29. Oktober teilzunehmen. Fast jeder Verein wird wenigstens eine Fahnenabordnung nach Bingen schicken, so daß der Festzug, der zum Bundes- fängertag, Sonntag, 29. Oktober, sich durch die Straßen der Stadt bewegt, ein farbenprächtiges Bild geben wird, lieber 120 Fahnen werden erwartet. Diesem Festzuge voraus gehen Fahnenschwinger. Verschiedene Musikkapellen begleiten den Zug. Auch das Bundesbanner, das ganz feilen zu Veranstaltungen gezeigt wird, soll im Festzuge mitgeführt werden. Da es sehr schwer ift und von Fahnenträgern nicht getragen werden kann, wird ein besonderer Wagen für dieses Banner der hessischen Sänger aufgebaut. Die Sänger marschieren, nach Stimmen einge» teilt, zum Marktplatz und nehmen vor dem Fahnenwald Ausstellung. Der Massenchordes Gaues Bingen, der aus 2500 Sängern und 200 Kindern besteht, trägt bann bie Chöre „An bas Vaterland" von Kreuzer und „An die deutsche Nation" von Franz Willms vor. Einstimmig begleitet von Blä- fern singt zum Schluß der Kundgebung der Massen- chor den Chor von Musikdirektor Jos. K n e 11 e I (Gauchormeister des Gaues Bingen), „Deutschland, heil'ger Name". Dieser gewaltige Chor wird wie ein Bekenntnis zum neuen Staat erbrausen und den vielen tausend Sängern, die an der Kundgebung teilnehmen, zu Herzen gehen. Der Chor wurde in Düsseldorf und in Bingen aufgeführt und hinterließ stets einen tiefen Eindruck. Auf dem historischen Marktplatz wird ferner ein bedeutender Führer der Sängerbewegung sprechen. Welcher Führer erscheinen wird, steht noch nicht fest. Zur Sängertagung ist ferner eine wertvo11e Ausstellung in Vorbereitung. Material aus der Gründerzeit der alten rheinhessischen Vereine wird im Binger Heimatmuseum gezeigt. Wertvolle Urkunden sind für die Ausstellung vorgesehen. Die Sitzung des erweiterten Bundesvorstandes ist bereits Samstag um 10 Uhr. Um 20 Uhr findet der Deutsche Abend statt, der die hessischen Sänger zu einem fröhlichen Beisammensein vereint. Da bie Tagung in Bingen für alle Gesangvereine Hessens von großer Bebeutung ift — weil hier zum ersten Male bie Stellung der Gesangvereine im nationalsozialistischen Staate einer eingehenden Würdigung unterzogen wirb unb weil bie Richtlinien für bie künftige Weiterarbeit der Vereine bekannt gegeben werden — erwartet die Bundesleitung, daß kein Verein fehlen wirb und jeder Dirigent es als feine Ehrenpflicht anfieht, zu dieser großen Heerschau zu erscheinen. Die weinfrohe Rheinstadt Bingen rüstet zum Empfang. Sie bereitet nicht nur die große Kundgebung würdig vor, sondern wird auch dafür sorgen, daß der Binger Dreiklang „Worscht, Weck und Woi" den Sängern in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Daten für Donnerstag, 26.Oktober. 1757: ber Staatsmann Friedrich Karl Freiherr vom unb zum Stein in Nassau geboren (gestorben 1831); — 1800: Graf Helmuth von Mottke in Parchim geboren (gestorben 1891); — 1828: ber Land- mirt Albrecht Thaer in Möglin gestorben (geboren 1752); — 1918: Rücktritt Ludendorffs; — 1919: Oesterreich ratifiziert den Frieden von Saint-Germain. Wettervoraussage. An ber Rückseite bes sich norboftroärts verlagernden Tiefs bringt nunmehr kalte maritime Lust nach Deutschland vor. Unter ihrem Einfluß wird sich der Witterungscharakter veränderlich gestatten. Neben wechselhafter Bewölkung, die ab und zu durch Aufheiterung unterbrochen wird, treten vereinzelt Regenschauer auf. Die Temperaturen bleiben dabei verhältnismäßig niedrig und dürften nachts stellenweise unter den Gefrierpunkt zurückgehen. Aussichten für Freitag: Wechselnd wolkig, mit Aufheiterung, kühl, nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt, einzelne Regenschauer. Aussichten für Samstag: Noch wechselhaftes Wetter. Lufttemperaturen am 25. Oktober: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 11,1 Grad; am 26. Oktober: morgens 6,3 Grad. Maximum 14,7 Grad, Minimum 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Oktober: abends 10 Grad; am 26. Oktober: morgens 8,7 Grad Celsius. — Niederschläge 3,5 mm. —> Sonnenfcheindauer eine Stunde. Sin Lied vom Glück. Vornan von Anny von panhuys. 34 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Es klingelte an der Korridortür der kleinen Wohnung. Olga Zabrow legte die Morgenzeitung hin, aus der sie eben Paul Werner oorgelesen, und ging öfjnea. Sie schrie leicht auf, denn sie Halle Draußen t'-n Briefträger zu sehen erwartet und sah sich statt dessen Achim von Mallen gegenüber. Er war fast ebenso erstaunt wie sie, an die Baronesse hatte er überhaupt nicht mehr gedacht und am wenigsten daran, sie hier zu finden. Ein froher Schreck durchzuckte ihn, vielleicht war auch Marlene hier. Aber er erfuhr sofort: sie war nicht hier. „Sie reift jetzt viel. Und ich darf hier bei ihrem Daker bleiben, bis ich wieder eine Stellung finde", erklärte Olga. Er fragte: „Marlene hat aber anscheinend eine gute Gesellsckafterinstellung gefunden?" Sie tat seyr von oben herab. „So eine Stellung hat Marlene nicht mehr nötig. Wenn sie wollte, könnte sie fick jetzt selbst eine Gesellschafterin halten." Sie beobachtete, wie blaß er wurde. Er fragte zaghaft: „Sie ist doch nicht etwa verheiratet?" Olga Zabrow zuckte die Achseln. „Nein, aber das kann Sie auch wohl kaum interessieren." Er gab zu: ,Hch hatte kein Recht, danach zu fragen! Aber bitte, geben Sie mir die Adresse von Fraulein Werner — ich habe ihr sehr Wichtiges mitzuteilen: ich möchte ihr auch etwas wieder zu- stellen, was sie mir hat schicken lassen und wodurch meine Ehre wieder hergestellt wurde." Jetzt erwachte in Olga die Neugier: sie wollle eine Frage stellen — doch eben trat Paul Werner aus dem Zimmer, hinter ihm sein weißer Spitz. Der alte Herr wunderte sich, mit wem Olga Zabrow so lange sprach. Achim von Malten dachte sich gleich, wen er vor sich hatte, und nannte seinen Namen. Als der alte Herr den Namen hörte, verdüsterten sich seine freundlichen Züge, und er brummle: „Was wünschen Sie, Herr von Malten? «sie sollten uns lieber fern bleiben. Was ich von Ihnen hörte, ist kein Empfehlungsbrief." Der weiße Spitz bellte böse. Achim von Malten erwiderte leise: „Sie haben recht, Herr Werner, und ich kam nur, um von Ihnen die Adresse Ihrer Tochter zu erfragen: ich möchte Marlene etwas abbitten und ihr einen Gegenstand zurückgeben, den ich vor einiger Zeit in ihrem Auftrage aus Paris erhielt." Jetzt erwachte auch in Paul Werner Neugier. Sehr freundlich klang feine Aufforderung zwar nicht: aber er bat den Besucher jetzt doch wenigstens nccherzutreten. Ein behagliches, allmodisches Wohnzimmer nahm Achim von Malten auf, und Olga rückte ihm einen Stuhl zurecht. Er saß nun da, von zwei fragenden Augenpaaren zu schneller Erklärung seiner rätselhaften Worte gedrängt. Marlene hatte nichts nach Haufe berichtet von dem Kleeblatt, und seine beiden Zuhörer lauschten mit Verwunderung der Neuigkeit. Sie staunten, als sie vernahmen, daß der Mörder ohne das Kleeblatt vielleicht nie gefunden worden wäre, und Olga warf ein, daß ihr Traum und der Marlenes in Der ersten Nacht in Maltstein eigentlich zusammengehörten. Sie mußte sich am Schrank feschallen, neben dem sie saß, so ging es ihr durch und durch, als sie hörte, welche grauenhafte Rolle Roberta Olbers in dem Maltsteiner Drama gespielt hatte. Achim von Malten erklärte: ,Hch muß. an Marlene schreiben. Am liebsten bäte ich sie ja persönlich um Verzeihung, denn meine Schuld gegen sie drückt mich furchtbar." Er bat: „Geben Sie mir die Adresse: meine Ehre verdanke ich Marlene, und ich muß chr dafür danken. Ich fände sonst keine Ruhe mehr." Paul Werner erwiderte bedächtig: „Ich werde das in Ihrem Namen besorgen, Herr von Malten — das genügt. Das Kleeblatt kann ich aufheben, dis Marlene einmal nach Haufe kommt." Die Baronesse dachte an ein paar Sätze im letzten Dries, den sie von Marlene erhalten. Sie sagte: „Marlene hat jetzt vielleicht gerade das Aller- schwerste etwas verwunden: man soll da nichts aufrühren." Er erwiderte mit bebender Stimme: „Sie mögen recht haben, Baronesse: aber es ist doch ein elendes Gefühl, nicht selbst danken zu dürfen. Ich möchte ihr ja am liebsten zu Füßen fallen und sie bitten: Vergib mir, ich schäme mich entsetzlich — nur deine Vergebung will ick." Er flehte: „Geben Sie mir die Adresse, Herr Werner, ich verspreche Ihnen, kein Wort lasse ich in meinen Brief einfließen von meiner Liebe, die sich nicht hat töten lassen. Ich leide sehr, Herr Werner, und es ist gerecht so: aber geben Sie mir Marlenes Aufenthalt an — ich finde keine Ruhe, ehe ich meine drückende Dankesschuld losgeworden bin." Er wußte nicht, wie es tarn; aber ein schluchzender Laut sprang plötzlich aus seiner Kehle, und feine Augen standen voll Tränen. Er senkte tief Den Kopf. „Verzeihung, daß ich mich so gehen lasse: aber ich bin nervös. Alles, was ich durchgemacht habe, liegt noch zu nahe, ist noch nicht verwunden. Ich schäme mich vor Ihnen und will gehen. Ich werde Ihnen das Kleeblatt schicken, Herr Werner. Geben Sie es Ihrer Tochter gelegentlich mit meinem innigsten Dank." Er stand auf. „Meine Mutter knüpfte große Hoffnungen an meine Reife hierher. So viel Glück wagte lch natürlich nicht zu erhoffen: aber ein bißchen mehr, als ich gefunden, doch." Er fuhr sich über die Stirn. ,Lch bin ein Narr, ein Tölpel! Wisien Sie, was ich getan habe, nachdem ich Marlene durch meine Schuld verloren? Ich habe mich von Roberta Olbers einfangen lasten und mich mit ihr verlobt: bas erwähnte ich noch nicht. Ein ganz widerlicher Mensch bin ich, ein schlapper Kerl, ein —“ Paul Werner legte ihm die Hand auf den Arm. „Nicht weiter, so tief sollen Sie sich hier vor uns nicht demütigen. Ich weih genau, das wäre nicht im Sinne meines Kindes." Er drückte ihn, der ganz willenlos mit sich umgehen ließ, auf einen Stuhl nieder. „Bleiben Sie noch ein wenig, in dem erregten Zustand möchte ich Sie nicht fortlassen." Auch in Olga regte sich jetzt Mitleid, und sie dachte wieder an Marlenes letzten Brief. Darin gab es einen Satz: der war das Bekenntnis ihrer noch immer starken Liebe zu Achim von Malten. Und sie dachte weiter: Was würde wohl Marlene tun, wenn sie seine Selbstanklagen gehört hätte, wenn sie ihn sähe in der gebrochenen Haltung? Aus diesen Gedanken heraus sagte sie: „Der- zeihen Sie, Herr von Malten, wenn ich mich mit Herrn Werner ein paar Minuten in ein anderes Zimmer begebe; ich möchte etwas mit ihm besprechen." Achim von Matten nickte und blieb still sitzen. Er schien es kaum zu merken, daß die beiden die Wohnstube verliehen. Draußen zog Olga den alten Herrn, der sie wie eine Tochter behandelte, einfach in die Küche, raunte: „Der arme Mensch tut mir leid, und man darf ihn vielleicht gar nicht so scharf beurteilen. Er war ja damals auch in einer verteufelten Lage, da wird der Glaube an anständige und gute Menschen wohl tüchtig erschüttert. Im letzten Briese von Marlene steht: Ich kann Achim nicht vergessen, soviel Mühe ich mir auch gebe. Manchmal träume ich von ihm, und dann ist mein ganzer Tag zwar traurig, aber dock wunderschön!" Paul Werner sah sie groß an. „Und er hat sie auch noch lieb, da sollte man —* Olga wiederholte gespannt: „Da sollte man —?" „— da sollte man alles tun, um die beiden wieder zusammenzubringen", vollendete der alte Herr, und Olga nickte begeistert. „Also soll er die Adresse haben", entschied nun Paul Werner. Sie kehrten zu Achim von Matten zurück. Der saß auf seinem Stuhl wie ein ganz müder Mensch. Der alte Herr zog sich einen Stuhl herbei und begann: „Die Baronesse und ich haben Kriegsrat gehalten — Sie sollen die Adresse bekommen. Notieren Sie sie nur gleich." Achim von Malten atmete tief auf. Gottlob, nun war fein Weg hierher doch kein vergeblicher gewesen. Eben hatte er seiner Brieftasche ein Kärtchen entnommen und wollte schreiben, da klingelte es zweimal scharf an der Tür. Der «Spitz fing an S bellen wie toll, und Olga eilte hinaus: Paul emer aber saß wie wartend da, schien vergessen zu haben, daß er eben noch die Adresse diktieren wollte. Er murmelte: „(Es scheint Post zu fein — vielleicht ist es ein Brief von Marlene." Nun nahm auch Achim von Malten eine wartende Haltung an. Olga erschien schon wieder: sie hielt ein Telegramm in der Hand, reichte es dem alten Herrn. Der drückte erst eine Brille auf die Nase, öffnete und las leise für sich: „Bin in den nächsten Tagen bei Euch. (Engagement Wintergarten. Berlin, telegraphisch einge- schoben. Auf Wiedersehen. Marlene." Er reichte die Depesche Olga, deren Hände plötz- sich leise zitterten. Marlene kam nach Berlin, und nun kam auch Ramon Vega nach Berlin. Sie würde ihn wiedersehen, wenn auch nur vom Zuschauerraum aus. Nur sehen, nur ibn sehen und feine Stimme hören, das war schon Seligkett übergenug. Sie zwinkerte dem alten Herrn zu. sagte lächelnd zu Achim von Malten. „Nun brauchen Sie Marlenes Adresse gar nicht mehr, ein Zufall fügt es, daß sie schon in den nächsten Tagen hierher kommt." Er fragte erregt: „Glauben Sie, daß sie sich von mir sprechen läßt?" Olga lächelte weiter. „Wenn Sie noch ein paar Tage in Berlin bleiben könnten, würde ich Ihnen Marlene zunächst erst von weitem zeigen, und danach wird sich alles finden." Sie wurde ernst: „Vielleicht wollen Sie selbst Marlene dann gar nicht mehr sprechen." Paul Werner verstand Olga sofort. Und er dachte, wenn Achim von Matten die Art, wie Marlene sich ihr Brot verdiente, stören könnte, dann hätte Marlene nichts an ihm verloren. Achim von Malten erwiderte verwirrt: „Das klingt alles geheimnisvoll und befremdend, Baroneste, aber das weiß ich schon jetzt: wie und wo Sie mir auch Marlene zeigen, werde ich sie sprechen wollen, um ihr zu danken und sie um Verzeihung zu bitten. Ich bleibe gern in Berlin und wohne im Adlon." Olga nickte. „Ich werde Sie in Kurze anrufen oder selbst zu Ihnen kommen. Aber hatten Sie sich immer ab achtzehn Uhr im Hotel auf!" Er versicherte: ,Lch bin dann bestimmt im Hotel anzutreffen." Sie nickte wieder. „Also, abgemacht!" Er hatte das Gefühl, zu stören, wenn er jetzt noch bliebe. Er verabschiedete sich mit warmen, herzlichen Händedrücken, fuhr nach Berlin zurück und dachte unaufhörlich über die Rätselworte der Baronesse nach. Warum wollte sie ihm Marlene erst von weitem zeigen und meinte, vielleicht wolle er Pe danach gar nicht mehr sprechen? Er fand keinen Sinn hinter den Worten: aber er war glücklich, Marlen« sehen zu dürfen. Sein Herz pochte froh. (Fortsetzung folgt.) Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine treusorgende Gattin, unsere unvergebliche Tochter, meine liebe Schwiegertochter, unsere liebe Schwester, Schwägerin, Tante und Gote Frau Karoline Klos geb Inderthal im Alter von 39 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Ferd. Klos Rödgen, den 25. Oktober 1933. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 2 Uhr statt _______________________________6608D Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Helmgange unseres Heben, unvergeßlichen Vaters Herrn Fritz Krämer zuteil wurden, sprechen wir hiermit allen unseren herzlichsten Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen. Ruttershausen, Dillenburg, Wißmar, im Okt. 1933. ______________________________________6613D 8 Vermietungen PreiSw., mod. 4-Z.-Wohnung am Kugelberg 1, ll.Llock, ab 15.November zu vermiet. <«uD Honlumoetein (Sieben unO Umfl. In unser.Häusern 1. derBeethooenstraße haben wir 6081D tXS-Zim.-Wohna. mit eingerichtetem Bad u.(Etancnbei)fl. undinderHöndetttr. IXL-Zim.-Wobng m eingerichtet.Bad ver sofort ob. sväter zu vermieten. «oyD 6le6. Wohnungsbau 0s- nos»an»chtt,Llch>fitr.6 p oei8» Große Vhn städtisch. Haus i*Jcl,critrahe 4, I. ist ab 1.11. 33 eine Wohnanz bcft.aut43immcrn, Küche mit Sveisek., Balkon, Diele, Bad, Borvlay, zwei Dachkammern n. 2 Kell., fu oerm. 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Okt., in Bingen je einen Vertreter zu entsenden.Vollmachten müssen vorgelegt werden. Den Vereinen, die nickt vertreten sein können, wird im alleräußersten Falle gestattet, sich Durch den Gauoorsitzer vertreten zu lassen. Auch hier ist schriftt. Vollmacht vorzulegen. Die Vertreter benutzen den ersten Frübzug. 66060 Der Gauvorfiüer. Hlotlne-Betein Sieben, e.B. Antreten der Kameraden zur Kundgebung am 26. Cftober in der Volkshalle um 19 Uhr Roonstraße, Ecke Kaiseralle. esioD Ter Führer. Spengler nnö WW.-WlW für Stott unö Stets siebe». Antreten der Mitglieder zur Kundgebung am 26. Okt. m d. Golkshalle um 19 Uhr Roonstr. - Ecke Kaiserall. eenD Derlaaugslfihrer. B.s.B. Donnerstag,26.Okt. 19.45UbrTrenr>unkt zur Kundgebung Die Binion tritt an! Veremöbeim. Erscheinen Pflicht. misD Ter Führer. 6R61877 Antreten zur WaDltunöseöung Donnerstag, 26.Oktober,19.15 Ubr.Ecke Moltkestr.— Kaiserallee. Erscheinen ist Psttcht. (6602D Zur Kundgebung in der Volksballe heute abend 7 Uhr Antreten (Hessischer Hof). Es muß alles zur Stelle sein. osmD Ter Vorstand. Kameradschaftliche Tereinignngehsni.llBer MitRücksicht auf die ind VolkSballeftatt- findende Kundgebung her NSDAP. „DieNation trittan" muß die für beute abend vorgesehene Veranstaltung oer- hundenmit Fahnenweihe verschoben werden. ms*d Ter BereiuSkübrer. Sausfrauen- beratuna Ter Brbeitsabend fällt mit Rücksicht a. die Kundgebung in der Bolkoballe aus. osiei Ter Borstand. SLnklM-WM- 3onung. Ließen. Zur.Kundgebung in der Golkshalle beute abend 7 Uhr 91 ntret. am LudwigSvlatz. Erscheinen sämtlich. Damen u. Herren ist Pflicht. Freitag, 27. CtL 2H—2230 Uhr 4. Freitag - Abonn. Overettenv reife Do Ole Lerche nnfl von Franz Lehär.