Nr. 225 Erster Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 26. September 1935 Erich«»«» »ckgltch, außa Sonntag» und Feiertag» Beilagen: Dte Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat» - B e jngspr e I r: MU 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustriert« , 1-80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Sem|pred)anfd)lüfle anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen. povscheckkonlo: granlfnrt am Blain 11686. MetzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen thud nnö Verlag: vrühl'sche UntversitStr-vudft «nd Stcbitruderei K Lange in Gießen. Schriftleitung nnö Seschästrstelle: Zchnlftrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen oon 70 mm Breite 35 Reichepfennig, Platzvorschrist 20'/. mehr. llhesredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Volitii Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil L D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Saisonbeginn in Genf. Don unserem ständigen v. H.-Äerichierstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verbaten! G e n f, 25. September 1933. Die politische Hochsaison in Genf hat begonnen. Die diesjährige Vollverlammlur.g des Völkerbundes bildet den Hintergrund und äußeren Rahmen für die politischen Verhandlungen der leitenden Staatsmänner der Großmächte. Einen unerwartet starken Austrieb von außen hat der langsam dahinfiechende Völkerbund plötzlich erhalten. Er hat dies Deutschland zu verdanken. Die großen außenpolitischen Fragen der Gegenwart, Abrüstung, Minderheiten, die österreichische Frage, die internationalen Finanz- und Wirtschaftsprobleme, die Krisenbekämpfung, neuerdings auch die Flüchtlingsfrage werden jetzt an 'liefet großen modernen Börse der Politik ausgehandelt werden. Wieder einmal steht Deutschland im Dor- dergrund des gesamten internationalen Interesses. Der Regierungswechsel in Deutschland, das Hervorlrteten einer neuen gefestigten und zielbewußten deutschen Regierung, mußte unvermeidlich Rückwirkungen auf die internationale Politik Hervorrufen. Es ist selbstverständlich, daß das neue Deutschland im Genfer Völkerbund nicht mehr die bisherige nur geduldete Rolle eines besiegten Volkes spielen kann. Deutschland als Großmacht tritt fordernd in die Arena der internationalen Politik. Ueber den Ernst und die Größe der zu lösenden internationalen Fragen kann heute kein Zweifel mehr bestehen. UcberaU steht Deutschland einet Koalition von feindlichen Kräften gegenüber. Im Mittel- punkt der außerordentlich bedeutsamen Verhandlungen der nächsten Tage steht die Abrüstungs- frage. Eigens hierzu kommt der französische Ministerpräsident D a l a d i e r, die englischen und französischen Außenminister, sowie die der fifeinen (Entente, der Kabinettschef Mussolinis und die ver- antwortlichen Kabinettsminister der neutralen Mächte nach Genf. Außerhalb der amtlichen Genfer Dölker- bundssitzungen, in denen die reinen Völkerbundsprobleme behandelt werden, werden jetzt in den Hotelzimmern die entscheidenden Besprechungen über das weitere Schicksal der Abrüstungskonferenz statt- finden. Die Gegensätze auf dem Abrüstungsgebiet sind bekannt, haben sich jedoch in den allerletzten Wochen außerordentlich verschärft und vertieft. Die französische Diplomatie treibt ein kühnes Spiel. Frankreich will die Abrüstungskonferenz endgültig sabotieren. Die französischen Forderungen sind nichts weiter als die endgültige Ableugnung der von den alliierte»! Großmächten in Versailles feierlich übernommenen Verpflichtungen zur Abrüstung. Ein geradezu absurdes Programm bietet die französische Regierung den übrigen Mächten an. Eine fünf- bis achtjährige Bewährungsfrist soll eingeschaltet werden, innerhalb der es sich erweisen soll, ob das französische System einer internationalen Kontrolle der Rüstungen verbunden mit scharfen Sanktionsmahnahmen funttio- niert. Unerfindlich blieb bisher, was eigenttich in diesen acht Jahren kontrolliert werden soll. Die französische Regierung hat jetzt den Schleier gelüftet, und erklärt, sie müsse als Voraussetzung ledcr Regelung der Abrüstung verlangen, daß innerhalb der nächsten acht Jahre nachgewiesenermahen i n Deutschland keinerlei Verletzung der Entwaffnungsbestimmungen des Der- failler Diktats ftattfinbet. Dazu also wird ein neues fiontroH - und Sanktionssystem geschaffen. Dies bedeutet nicht anderes als eine Verewigung, ja eine Verschärfung des Versailler Zwangsdiktates. Dies Programm soll nun jetzt in Genf nach den französischen Wünschen durchgehandelt werden. Die Gegensätze sind jedoch auch auf der alliierten Seite außerordentlich groß. Die englische H a 11 u ng ist bisher noch unklar und zögernd, jedoch lehnt die englische Regierung, offenbar unter dem Emslutz der englischen Admiralität traditionsgemäß ein Sanktions- und Kontrollsystem ab. Die amerikanische Regierung hält nach außen noch ihre Forderung auf allgemeine Herabsetzung der Rüstungen aufrecht, scheint jedoch unter dem Einfluß der geschickten französischen Diplomatie den französischen Wünschen in einigen Punkten nachgeben zu wollen. Es ist selbstverständlich, daß die deutsche Regierung ein derartig unehrliches und lügnerisches Abrü- ftunqsprogramm uneingeschränkt ablehnen wird. Deutschland kann nur auf der gegebenen I Dertragsbasis verhandeln, die die übrigen Mächte aur Einlösung der in Versailles gegebenen ! Verpflichtungen zwingt. Tritt dies nicht em, , so wird Deutschland, wie alle Welt weiß^ von feinen vertraglichen Verpflichtungen frei. Aus dieser I Laae heraus ergibt sich die außerordentliche Trag- I weite der bevorstehenden Genfer Besprechungen. I Kommt keine Einigung zustande, so ist das Schick- sal der am 16. Oktober wieder zusammentretendcn Abrüstungskonferenz besiegelt, und eine neue Ent- i Wicklung muß einsetzen, deren Folgen heute mter- ! national noch nicht zu übersehen sind Die Ber- ! antroortung für die sich daraus ergebenden Folgen trägt jedoch dann nie und nimmer Deutschland, sondern die alliierten Großmächte allein. Die österreichische Frage scheint für inten nationale Verhandlungen nicht reif zu sein, icdoch wird angenommen, daß die gleichzeitige Anwesenheit des deutschen Außenministers und des Bundes- kanzlers Dollfuß gemeinsam mit den Außenministern Englands und Frankreichs und dem Vertreter Mussolinis unvermeidlich dazu fuhren wird, daß auch das österreichische Problem und im Zusammenhang damit die Neuregelung des sudosteuropäischen Raumes zur Sprache kommen wird. Die österreichische Frage ist jedoch erftlimg eine bi» leit zwischen Deutschland unb Oesterreich zu re» Oie Wirtschaftspolitik des neuen Deutschland. Reichswirtschastsminister Or. Schmitt steckt als Ziel auf: das rentable Einzelunternehmen. Senkung der Steuerlast und Vermeidung staatlicher Zwangseingriffe. München, 26. Sept. (TU.) Die NSBO.-Be- triebsgrupp Danken und Versicherungsanstalten veranstaltete zusammen mit der Industrie- unb Handelskammer München eine Kundgebung, auf der Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt u. a. folgendes erklärte: Unser Volk muß sich selbst helfen. Aber wir wollen uns nicht abschließen von dem Handel unb dem Verkehr zwischen den Völkern der Welt. Wir sind durchaus bereit, mit den Völkern der Welt in einen Güteraustausch zu treten und diesen zu fördern und zu pflegen. Der Ausgang der Kon- ferenz von London hat gezeigt, daß es unmöglich ist, eine Verständigung zwischen allen Völkern zu erzielen. Deshalb treffen wir mit jedem einzelnen Lande Abmachungen, die in unserem Interesse liegen. Der Minister wandle sich dann entschieden gegen den vorsch1ag, den Deg der Deflation w e 11 e r z u g e h e n. Ls ist undenkbar. durch weitere Einschränkungen die Krise bekämpfen zu können. Denn wir leiden ja gerade darunter, daß durch die Schrumpfung der Wirtschaft der verbrauch softarkzurückgegangenist: daß eine Inflation für Deutschland keine Rettung sein kann, braucht nicht mehr betont zu werden. Der Minister warnte davor, allzu viel von Zwangsmaßnahmen der Regierung zu erwarten. Es ist schwierig, solche Maßnahmen vorzunehmen, ohne der Wirtschaft schweren Schaden zuzufügen. Ein gesunder Druck auf die Handelsspanne ist zwar nötig; aber es würde eine außerordentliche Härte bedeuten, wenn wir nun durch allzu scharfe Maßnahmen dem Einzelnen den Weg zur Existenz abschneiden würden. Ebenso schwierig liegt die Sache beim Problem des Doppelverdieners. Der Grundgedanke ist gesund; aber wenn man sich das in der Praxis näher ansieht, ist es schwer, eine gesunde Linie herauszufinden. Wir dürfen auch Warenhäuser, Konsumvereine und Banken nicht einfach zerstören. In den Warenhäusern werden 52 000 Menschen beschäftigt und eine Milliarde ist in ihnen investiert. Mit dem Aufschwung unserer Wirtschaft können wir auch die Zügel an die Entwicklung der Warenhäuser legen, aber wir dürfen f i e nicht Sufammenbredjen lassen. Das gleiche gilt ür unsere Banken und für die Konsumvereine. Die lufgabe des nationalsozialistischen Staates gegenüber der Wirtschaft kann nur in einer lieber- wachung bestehen, niemals aber darf der Staat eingreifen ober bie Wirtschaft selbst betreiben. Der Minister gab weiter einen Ueberbluf über das, was die Reichsregierung auf dem Gebiete der Wirtschaftsankurbelung bisher erreichte und fuhr dann fort: E» komm! jetzt darauf an, alles zu tun, um die wieder in Arbeit Gekommenen über den Winter hindurch weiterzubeschästigen, damit kein Rückschlag in der Arbeitslosigkeit eintrift. Darüber hinaus wird die Wirtschaft nur dann wieder zur vollen Blüte kommen, wenn es gelingt, d i e Rentabilität des einzelnen wirtschaftlichen Unternehmens wieder zu sichern. Die Steuern sind heute für die Wirt- schäft untragbar. Deshalb wird es die Sorge der Regierung fein, diese Steuerlast zu ermäßigen. Ferner müssen die Zinsen gesenkt werden, damit die daraus entstehenden Lasten wieder auf das Niveau der Vorkriegszeit zurückgeführt werden können. Das größte Uebel war die Vers ch,u 1 d u n g der Kommunen, die als die größten Auftraggeber Deutschlands mit den Aufträgen und Erneucrungs- arbeiten wegen ihrer finanziellen Sage zurückhalten mußten. Durch die Hilfe, die den Kommunen nunmehr durch das Reich gewährt wird, sind die Voraussetzungen hierfür wieder geschaffen. Durch das allgemeine Vertrauen auf die Regierung und bas Vertrauen ber Gläubiger in ihre Anleihen werben wir erreichen, baß ber Zinssatz eine E r - m ä 6 i g u n g erfährt. Die Regierung habe sehr wohl baran gedacht, jetzt schon an eine Senkung der Hauszins st euer heranzugehen. Aber im Interesse der Arbeitsbeschaffung mußte die Steuersenkung unterbleiben. Dafür hat bas Reich 500 Millionen RM. bereitgestellt für Repara« turzuschüsfe an den Hausbesitz. Zur Frage von Preis und Lohn erklärte bet Minister, in dem Augenblick, wo die deutsche Regierung große Mittel einsetzt, um der Arbeitslosigkeit den unerbittlichen Kampf anzusagen, in diesem Augenblick muß durch eiserne Disziplin vermieden werden, was in der Richtung liegt, daß bet Wert und die Kaufkraft unseres Geldes i r g c n b • w i e Schaben leiden könnten. Infolgedessen betrachtet es die Reichsregierung als ihre ersten Aufgaben, neben der Arbeitsbeschaffung dafür zu sorgen, daß sich das Preisniveau und auch das Lohnniveau nicht rührt, d. h. auf dem Stande stehen bleibt, wie es jetzt ist. Zur Kartellfrage bemerkte der Minister schließlich, es sei nicht die Aufgabe ber Staates, bie ganze Wirtschaft in Kartellen zusammenzuschließen. Die Völkerbundsversammlung eröffnet. Oer ZRatepräfibcnf beklagt die Unfruchtbarkeit der internationalen Konferenzen. Das Abrüstungsgespräch beginnt. Genf, 25. Sept. (WTB.) Die 14. Völkerbunds- versammlung ist heute um 10.30 Uhr vom norwegischen Ministerpräsibenten M o w i n ck e l eröffnet worben. Die meisten Mitgliedsstaaten sind durch ihre Außenminister und andere führende Staatsmänner vertreten. In der ersten Reihe haben Reichsaußenminister Freiherr o. Neurath, der Reichsminister Dr. Goebbels, Gesandter v. Keller und Ministerialdirektor Gauß die Plätze der deutschen Hauptdelegierten eingenommen. Der vorläufige Präsident, Ministerpräsident Mowincke 1 (Norwegen), stellte in der Eröffnungsansprache mit Bedauern fest, daß sich die Lage des Völkerbundes seit ber letzten Versammlung nicht verbessert habe. Was die Völker interessiere, sei nicht die tägliche Arbeit des Bundes, sondern seine Fähigkeit, eine bessere Verständigung zwischen den Völkern zu schaffen. Noch schlimmer als das Versagen im ost- asiatischen Konflikt seien die Enttäuschungen in Europa selbst. Die Idee und die Möglichkeit eines Krieges schwebten wie ein Gespenst über der Zukunft Europas. Es fei enttäuschend und entmutigend, daß die Ergebnisse der Ab- rüstungskonferenz ziemlich negativ auszufallen drohten. Man könne auch nicht leugnen, daß die Not und die Arbeitslosigkeit- zur Erhöhung der politischen Mißstimmung unter den Völkern beitragen. Gerade deshalb sei das Scheitern ber Londoner Konferenz so bedauerlich. Allerdings dürfe man eine gewisse Hoffnung auf die Tatsache gründen, daß im vergangenen Jahre trotz allem gewisse Anzeichen eines wirtschaftlichen Fortschrittes, einer Aufklärung der handelspolitischen Atmosphäre festzustellen gewesen seien. Es sei oftmals gesagt worden, daß die Gegensätze zwischen Deutschland und Frankreich die Wurzel allen Uebels seien. Deshalb knüpften sich so große Hoffnungen an den Diererpakt als ein Mittel, das die Verständigung unb vielleicht sogar bie Freundschaft herbeiführen könnte. Zum Schluß erinnerte Mowinckel daran, daß Stresemann in seiner letzten Rede vor der Versammlung am 9. September 1929 erklärt habe: „Wir haben hier die sehr bescheidene Aufgabe, in der Versammlung der Nationen an der Beseitigung der Gräben, die uns trennen, zu arbeiten. Diese Aufgabe kann nicht von heute auf morgen und nicht in einem einzigen Angriff erfüllt werden". Die Vollversammlung wählte dann mit 30 Stimmen von 53 Stimmen den Oberfommiffar bet Südafrikanischen Union in London, Ter Water, zum Präsidenten ber diesjährigen Vollversammlung. Don lebhaftem Beifall begrüßt, hielt der jugendliche Vertreter der Südafrikanischen Union seine Eröffnungsrede, in der er die Notwendigkeit einer weitgehenden Verständigung zwischen den- Mächten mit Nachdruck hervorhob. Die Völkerbunds- versammlung wählte .weiter zu Präsidenten der Arbeitsausschüsse: Rechtsfragen: Motta (Schweiz), Wirtschaftsfragen: Garton d e Wiart (Belgien), Budgetfragen: Fotitch (Jugoslawien), Soziale Fragen: Fräulein Hessel- green (Schweden), Politische Fragen: deMada» r i a g a (Spanien). Die Dritte Kommission (A b - r ü ft u n g) wird nicht konstituiert, da bie Abrüstungskonferenz noch im Gange ist. Zu Vizepräsidenten der Versammlung wurden der deutsche Außenminister v. Neurath, der französische Ministerpräsident D a l a ö i e r, der englische Außenminister Simon, ber Kabinettschef Mussolinis A 1 oisi, ber persische Außenminister Foroughi, der Mexikaner Castilla N a j e r a gewählt. Die Völkerbundsversammlung wird morgen nachmittag mit der allgemeinen Aussprache beginnen, für bie ungefähr fünf Tage vorgesehen sind. Die Kommissionen werden morgen früh ihre ersten konstituierenden Sitzungen abhalten. Auf Vorschlag der deutschen Delegation beschloß die Versammlung, ebenso wie in den früheren Jahren in ber politi- gelnbe Angelegenheit, bie keine Einmischung anberer Staaten verträgt. Zu ben zahlreichen in ben nächsten Wochen in Genf zu behandelnden Fragen gehören weiter bie fortlaufend den Völkerbund beschäftigenden Minderheitenprobleme. Immer wieder liegen aus den verschiedensten deutschen Gebieten Minder- heitenbeschwerden vor, die bisher nie eine genü- Senbe, sachlich gerechte Regelung gefunden haben. nter den Danziger Fragen steht im Mittelpunkt die Neuernennung des Danziger Völker- bundskommissars. Der bisherige, höchst ver- dienstvolle unb allgemein anerkannte Dölkerbunds- kommiffar R o st i n g tritt am 15. Oktober zurück, um die Leitung ber Minberheitenabteilung im Völ- kerbunbsfekretariat zu übernehmen. Trotz ber schon über ein Jahr laufenden Versuche ist es bisher noch immer nicht gelungen, eine geeignete Persönlichkeit für den Danziger Posten zu finden. In ben internationalen, vor allem englischen Diplomatenkreisen, zeigt sich noch offene Abneigung, bie mit bem Danziger Posten verbunbenen Schwierigkeiten auf sich zu nehmen. So sind alle bisher genannten Kandidaturen gescheitert. Es ist heute durchaus verständlich, daß Diplomaten oon Rang keine Neigung verspüren, in diesem Wetterwinkel Osteuropas einen Posten anzutreten, dessen Dauerhaftigkeit höchst zweifelhaft erscheint. So steht eine Völkerbundstagung in Genf bevor, die zweifellos an politischen Ereignissen, Verhandlungen von entscheidender Tragweite hinter ben Kulissen unb großen öffentlichen Debatten reich fein wirb. Gleich zu Beginn ber nächsten Woche findet die große alljährliche Generaldebatte statt, in der nach bisherigen Ankündigungen der französische Ministerpräsident in einer programma- tischen Rede zu den Erklärungen Des deutschen Außenministers vor der auswärtigen Prefie Stellung nehmen will. Mit betonterer Spannung sieht man daher der deutschen Regierungserklärung entgegen, die Baron Neurath vor den 54 Mitgliedsstaaten des Völkerbundes abgeben wird, und in der der grundsätzliche deutsche Standpunkt zu den großen internationalen Problemen behandelt werden soll. Zum ersten Male wird an der Genfer Dölkerbundstagung der Reichspropagandaminister Dr. Goebbels teilnehmen. Schon die Ankündigung seines Eintreffens in Genf war eine Sensation. Der Zustrom der internationalen Presse ist dieses Jahr ungewöhnlich stark. Ueberall wird die Erwartung laut, daß der Reichspropagandaminister, ber als ein glängenber unb geistvoller Rebner bestens bekannt ist, vor ber Völkerbundsversammlung den geistigen Neuaufbau des neuen Deutschland entwickeln wird. Damit bietet sich für Deutschland die zweifellos höchst bedeutungsvolle Gelegenheit, vor dem bedeutendsten internationalen Forum seinem friedlichen Aufbauwillen Geltung zu verschaffen. Fafl2,MillioneliAeubeschDigte Tas Ergebnis der Krankenkassenftatistit. Berlin, 25. Sept. (OB.) Nach ben vorläufigen Ergebnissen der Statiflif der Krankenkasse n- Mitglieder Hal am 31. August bie Zahl ber Neu- ober Wiederbeschästtglen um 288 004 mehr betragen als am 31. Juli 1933. Am 31. August waren gegenüber dem Tiefstand im Januar 1933 nach bem Ausweis ber Reichsansiall für Arbeitsvermittlung unb Arbeitslosenversicherung im gongen 2 236374 Deutsche wieder oder neu in den A r- beitsprozeß eingegliedert, hierzu kommt noch die Zunahme, die der Reichsanstalt für die Zeitspanne vom 31. August bis 15. September 1933 mit 57 169 gusroeiß, so daß die Zunahme der Beschäftigten seit der Machtübernahme Adolf Hitler» insgesamt 2 293 543 beträgt. Stabschef Röhm gegen das Muckertum. Berlin, 25. Sept. (CNB.) Der Stabschef der SA., Röhm, hat einen Ausruf ergehen lassen, der sich gegen das Muckertum richtet. Daß dieses in letzter Zeit geradezu Orgien feiere, sei unbestreitbar. So würden z. B. für den Anzug unb das Verhalten in den Badeanstalten die unsinnigsten Bestimmungen gefordert. Der deutschen Frau werde verboten, sichzu pudern oder in Lokalen zu rauchen. In den Großstädten sollten alle irgend wie aus dem Spießerrahmen fallenden Vergnügungsstätten a u s gerottet werden. Dies alles geschehe angeblich im Gefühl heiliger Verantwortung für das Wohl des Volkes. Aus der jüngsten Zeit lägen neue Meldungen vor, daß auch SA.-, SS.-Füyrer und -Männer sich öffentlich zu Moralrichtern aufgeworfen und weibliche Personen in Badeanstalten, Gaststätten oder auf der Straße b e l ä ft i g t hätten. Es müsse einmal eindeutig festgestellt werden, daß die deutsche Revolution nicht von Spießern, Muckern und Sittlichkeits- a poft ein gewonnen sei, sondern oon revolutionären Kämpfern. Diese allein würde sie auch sichern. Die Aufgabe der SA. bestehe nicht darin, über den Anzug, Gesichtspflege oder Keuschheit anderer zu wachen, sondern Deutschland durch ihre freie und revolutionäre Kampfgesinnung Hochzureißen. Er verbiete daher sämtlichen Führern und Männern ber ©2L und SS., ihre Aktivität auf diesem Boden einzu- setzen und sich zum Handlanger verschrobener Moralästheten herzugeben. schon Kommission die Tätigkeit des Völkerbundes aus -em Gebiete des Minderheitenschutzes «u behandeln. Erste Fühlungnahme. Dr. Goebbels spricht mit dem britischen Außenminister. 25-Sept (Xll.) In der Eröffnungssitzung oer Volkerbundsoersammiung fand während einer Pause vor der Wahl des Präsidenten der Ver- fammUing eine Zusammenkunft Zwischen dem ei'glischen Außenminister Sir John Simon und Rcichspropagandaminister Dr. Goebbels statt. Außenminister von Neurath machte die beiden Herren miteinander bekannt, die sich daraufhin in freundschaftlicher Weise miteinander unterhielten. Auf einem Frühstück beim Präsidenten des Völ- rervundsrates, dem norwegischen Außenminister M o wl ncke I, fand ein Zusammentreffen zwischen Außenminister v. Neurath und dem polnischen Außenminister Beck statt. In den Nachmit- tagsstunden stattete der Kabinettschef Mussolinis, l. °cJ •1' &em Freiherrn o. Neurath einen Besuch ab. In den Abendstunden ist der deutsche Außenminister Gast des amerikanischen Vertreters Stör« man D a o i s. Man erwartet, daß bei der Unterredung, an der keine weiteren Personen teilnehmen, von amerikanischer Seite nähere Mitteilungen über die grundsätzliche amerikanische Haltung in den letzten Pariser Abrüstungsbesprechungen gemacht werden. Uebereinstimmend wird gegenwärtig auf englischer und amerikanischer Seite betont, daß entgegen „Darstellungen der französischen Presse in den Abrüstungsfragen keineswegs eine einheitliche Front Englands, Frankreichs und der Bereinigten Staaten gegenüber Deutschland besteht. Vielmehr wird in englischen Kreisen mit Nachdruck gefordert, daß jetzt unter allen Umständen eine gemeinsame Grundlage für die Annahme eines Abrüstungsabkommens geschaffen werden müsse und diese Grundlage nur mit Zu st immun g Deutschland zu finden sei. Auf deutscher Seite kann jetzt in aller Ruhe obgewartet werden, welche Vorschläge die übrigen Großmächte Deutschland in der Abrüstungsfrage zu machen haben. Zunächst bildet der von der Abrüstungskonferenz einstimmig angenommene Mac- donaldplan d i e alleinige Verhandlungsgrundlage. Eine internationale Äon» troll e, die sich praktisch nur gegen Deutschland richten würde, ist nach deutscher Auffassung völlig unannehmbar. Italiens Vermittlerrolle. Rüstungskontrolle nur unter tatsächlich gleichberechtigten Mächten. Rom, 25. Sept. (TU.) Im „Giornale d'Jtalia" schreibt Gayda, an der diplomatischen Vorberei- tungsarbeit zur Abrüstungskonferenz beteilige sich ötalien mit eigenen Anregungen und Formulierungsvorschlägen, und zwar in einer ausge- sprochen vermittelnden Rolle. Die Stellungnahme Italiens sei klar und einfach. Mussolini sei der H a u p t b e f ü r ro o r t e r der stärksten Abrüstung. Das b ezeuge der seinerzeit von ihm in Genf e-ingebrachte Plan. Aber der realistische Sinn und der aufrichtige Wille zur Zusammenarbeit in der Abrüstung ließen die Politik Mussolinis nicht in unveränderlichen Programmen erstarren. Für sie gebe es in einem so schwierigen und lebenswichtigen internationalen Problem nicht die Fragestellung: Alles oder nichts. Die Formel der stärksten Abrüstung bleibe daher das Endziel Italiens, das freilich n u r f ch ritt- weise erreicht werden könne. Italien stimmt, so sagt Gayda wörtlich, der Rüstungskontrolle zu unter der Bedingung, daß sie auf a l l e L ä n - der in den gleichen Formen und mit den gleichen Funktionen Anwendung findet. Eine solche Kontrolle kann daher nicht einseitig sein und darf überhaupt erst beginnen, wenn die Gleichberechtigung zwischen den verschiedenen Staaten tatsächlich ver- w i r k l i ch t sein wird. Der Vatikan und Sowjeirustland. Paris, 25. Sept. (END.) In einer Havas-Mel- bung aus der Vatikanstadt wird darauf hingewiesen, daß der Vatikan und die Sowjetregierung möglicherweise zu einer Bereinigung ihrer Beziehungen gelangen könnten. In vatikanischen Kreisen erklärt man, daß der Vatikan niemals in die Verfassungstragen eines Landes habe eingreifen wollen. Die Sowjetstaats form Rußlands würde also kein Hindernis für ein Konkordat sein. Der Vatikan vertrete die Auffassung, daß d i e F r e i h e i t des Kultus der Kirche zuerkannt werden müsse, und daß die Priester die Möglichkeit haben müßten, sich geistlich zu betätigen. Der Vatikan seinerseits würde dem Klerus anempfehlen, f i ch nicht in d i e Politik des Staates ein» zumischen. Man könnte auch darüber verhandeln, wie man am besten die Rekrutierung eines den Sowjeteinrichtungen nicht feindlichen russischen Klerus organisieren würde. Sozialdemokratische Mehrheit bleibt im Züricher Gemeinderat. Zürich, 25. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Bei den gestrigen Wahlen zum Züricher Gemeinderat (Legislative) erhielten die Sozialdemokraten 64 und die Kommunisten 2 Sitze gegen 59Mandate aller bürgerlichen Parteien. Von diesen entfielen 10 Sitze auf die Nationale Front. Die Sozialdemokraten behalten also die absolute Mehrheit. Als Stadtpräsiden t wurde der Sozialdemokrat Dr. K l ö t i mit rund 40 000 Stimmen wiedergewählt, während auf den Kandidaten der vereinigten bürgerlichen Parteien, den Demokraten Dr. B r i n e r, rund 30 000 Stimmen entfielen. ImStadtrat (Exekutive) be- halten die Sozialdemokraten ihre bisherigen 5 Mitglieder, die bürgerlichen Parteien erhalten 4 Mitglieder, 2 Freisinnige und 2 Demokraten, rohrend das bisherige christlich-soziale Mitglied ausfallt. Der auf der Liste der vereinigten bürgerlichen Parteien stehende Kandidat der Nativ- na len Front, die zum ersten Male bei Ge- memdewahlen um eine Vertretung kämpfte, ist nicht gewählt worden. * Am Freitag und Samstag war es zu schweren politischen Ausschreitungen gekommen. Ein von den bürgerlichen Parteien veranstalteter Fackelzug, der zur Hälfte aus Anhängern der Nationalen Front bestand, wurde in der Bahnhofstraße mit Johlen und Pfeifen empfangen. Im Ver- lauf der Kundgebung kam es dann zu einem Handgemenge. Die Polizei konnte zunächst nichts ausrichten, so daß Verstärkung herangezogen werden mußte. Die Polizei nahm eine Reihe von Verhaftungen von. v x - , 1 DerLeipzigeiProzeß gegen dieReichsiagSbrandstister Ser Angeklagte Torgier wird vernommen. Van her Lubbe am Vorlage der VrandstifMna. kein Wort Deutsch. Wie sollte ich überhaupt mit ihm zusammenkommen? Rechtsanwalt Dr. Teichert: Ich möchte feststellen, baß bei dieser Frage der Angeklagte van der Lübbe sich vor Lachen schüttelte. Auf die Frage des Oberreichsanwaltes nach dem Zweck seines Berliner Aufenthaltes erklärt Ta- neff, er fei vom Zentralkomitee der bulgarischen Partei beauftragt gewesen, gemeinsam mit Popoff die Kampagne für d i e Amnestierung der bulgarischen Emigranten zu fördern. Berlin sei für diese Arbeit das geeignete Zentrum ge- gewesen. fung durch meine Mutter vorlag. Meine Mutter ist seit fünfzig Jahren Soziali- st i n. Mit Vollendung des 18. Lebensjahres wurde id) Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. 1919 wurde ich Mitglied der Unabhän- g l g e n Sozialdemokratischen Partei, der ich bis dur Gründung der Kommunistischen Partei angehörte. Seit Dezember 1920 bin ich M i t g l i e d d e r Ä ° m m un i ft i f cf) e n Partei Deutschlands. Im Herbst 1925 wurde ich Vorsitzender des Beamtenausschusses des Reichstages. In den letzten Jahren war ich noch Mitglied des Preußischen Staatsrates und 1929 wurde ich Vorsitzender der kommunistischen Reichstagsfraktion. Dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei habe ich nicht ange- hört. Im letzten Jahre war ich Herausgeber des Mitteilungsblattes der koxnmunistlschen Fraktion „Der rote Wähler", sonst Bin ich nicht als Herausgeber in die Erscheinung getreten. Der Angeklagte Torgier weist auf mehrere bei den Akten befindliche Briefe der Angehörigen van der Lübbes hin, in denen von einer kommunistischen Arbeiterpartei die Rede sei, der, wie Torgler behauptet, die Freunde van der Lübbes und sicherlich van der Lübbe selbst angehört haben. Diese kommunistischen Arbeiterparteien in den einzelnen Ländern, betont Torgler, seien kleine Gruppen von Leuten, die mit den Kommunistischen Parteien und mit der Kommunistischen Jnternatio- nale nicht das a 11 e r m i nt) e ft e zu tun hätten. Sie seien im Gegenteil mit ihrer anarchisti - schen Einstellung die schärfsten Gegner der eigentlichen Kommunistischen Partei. Leipzig, 25. Sept. (WTB.) Vor Eintritt in die Verhandlungen teilt Rechtsanwalt Dr. Teichert mit, daß d i e Schwester des Angeklagten Dimitroff bitte, zur Verhandlung als Zuhörerin zugelassen zu werden. Sie solle ferner bezeugen, daß Dimitroff bis 1923 Mitglied verschiedener Körperschaften in Bulgarien war, ferner, daß er im Jahre 1931/32 ihr geschrieben und auch in Moskau erzählt habe, daß er sich in Deutschland mit den Verhältnissen der bulgarischen Kommunistischen Partei und mit der Sammlung von Literatur darüber, sowie mit schriftstellerischen Arbeiten beschäftige. Fräulein Dimitroff muß mit Hilfe des Dolmetschers vernommen werden. Die Zeugin gibt an, daß Dimitroff seit 1905 Generalsekretär des Arbeitersyndikates der Kommunistischen Partei ist. Ferner sei Dimitroff seit zwölf Jahren ununterbrochen Volksvertreter im bulgarischen Parlament gewesen. Dimitroff habe ihr geschrieben, er halte es für seine Pflicht, in Deutschland weiter für die bulgarische kommunistische Bewegung tätig zu fein, Uebersetzungsarbeiten zu machen und Artikel zu schreiben, die sich mit der Kommunistischen Arbeiterpartei Bulgariens beschäftigen. Angeklagter Dimitroff: Die Uebersetzung ist nicht ganz genau gewesen. Ich frage die Zeugin, ob ich ihr geschrieben habe, daß die Internationale Pressekorrespondenz wöchentlich ein bis drei Artikel über die bulgarischen Verhältnisse aus meiner Feder gebracht hat. Zeugin: Ja, das hat er mir geschrieben. Angeklagter Dimitroff: Habe ich ihr nicht auch geschrieben, daß ich an einer Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung Bulgariens arbeite? Die Zeugin bestätigte das, ebenso wie die weitere Frage des Angeklagten, ob er ihr nicht mitgeteilt habe, daß er die Kampagne zugunsten der Amnestie in Bulgarien durch seine Arbeiten und durch seine Reise nach Paris fördern wollte. Rechtsanwalt Dr. Teichert fragt bann noch, ob sie auch Popoff kenne und in Moskau gesehen habe. Die Zeugin bestätigt, daß sie mehrfach mit Popoff und auch mit seiner Frau zusammengekommen ist. Die Zeugin selbst ist von 1926 bis 1933 ununterbrochen in Moskau gewesen. Der Angeklagte Taneff. Es.beginnt bann die Vernehmung des letzten bulgarischen Angeklagten Taneff. Der 36jährige Schuhmacher Wassil Taneff ist in dem mazedonischen Städtchen Gevgeli geboren als Sohn eines Eisenarbeiters, der 1903 an dem Ausstand der ma- zedon-ischen Revolutionäre teilgenommen hat und 1906 im Kampf gegen die Türken gefallen ist. Taneff wurde 1925 wegen Zugehörigkeit zu der verbotenen Kommunistischen Partei Bulgariens zu 12% Jahren Zuchthaus verurteilt. Davon habe er elf Monate abgesessen, da sei die Amnestie in Kraft getreten. I n seiner Abwes e n h e i t sei er dann Anfang 1927 zu zwölf- einhalb Jahren Zuchthaus verurteilt worden, weil er Mitglied des Reichskomitees der Kommunistischen Partei Bulgariens war. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er 1925 nicht an einem kommunistischen Aufstand in Bulgarien teilgenommen habe, antwortet Tancff, 1925 habe es in Bulgarien keinen kommunistischen Ausstand gegeben. Er habe also daran auch nicht teilgenommen. Damals seien allerdings etwa 20 000 bulgarische Arbeiter niedergemetzelt worden. Das Gericht läßt eine Auskunft der Poli zeidirektion Sofia verlesen. Danach hat Taneff an den kommunistischen Unruhen im Jahre 1925 aktiv teilgenommen. Er war ferner Mitglied einer Geheimorganisation, nach deren Aufdeckung er die Grenze überschritt. Der politische Polizeidienst hat weiter erfahren, daß Taneff auch in Wien an kommunistischen Ver- ammlungen teilgenommen hat. Taneff b e st r e i - tet, in Wien kommunistische Versammlungen besucht zu haben und bestreitet ferner, Mitglied der Geheimorganisation gewesen zu sein. Mitte Oktober 1926 sei er in Moskau eingetroffen. Dort habe er von 1926 bis 1927 in einer Schuhfabrik gearbeitet. Don 1928 bis 1931 fei er politisch geschult worden. Mit der russischen Kommunistischen Partei habe er in keiner Verbindung gestanden. Die Schule sei eine rein bulgarische Emigrantenschule gewesen. Die Lehrer an der Schule waren ausschließlich bulgarische Emigranten. Oktober 1931 sei er über Polen nach der Tschechoslowakei gefahren, und in Prag habe er vom bulgarischen Konsulat einen regelrechten Paß bekommen. Am 24. Februar will Taneff in Berlin ein- getroffen sein. Vorsitzender: Mit einem Paß, der zwar Ihr rich- tiges Bild zeigte, aber den falschen Namen Deneff trug. Taneff: Diesen Paß habe ich von bulgarischen Emigranten in Moskau bekommen. Rechtsanwalt Dr. Seuffert fragt den Angeklagten Taneff, ob er van der Lubbe früher schon gekannt habe. Taneff: Woher soll ich ihn kennen? Ich verstehe Als letzter der Angeklagten wird nun der frühere kommunistische Reichstagsabgeordnete Torgler vernommen. Ehe der Angeklagte Angaben zu seiner Person macht, erklärt er, er wolle die erste Gelegenheit benutzen, um vor der Weltöffentlichkeit seine absolute Unschuld zu beteuern und zu erklären, daß er an dem Reichstagsbrand absolut unbeteiligt sei. Der Angeklagte sckildert dann seinen Lebensverlauf. Er sei als Sohn eines Arbeiters der Städtischen Gasanstalt geboren. Er wäre gern Volksschullehrer geworden, wurde aber wegen der Armut seiner Eltern nach Beendigung der Gemeindeschule kaufmännischer Lehrling in einem Herrenmodengeschäft. Im Dezember 1914 wurde er zum Militär eingezogen. Fünf Monate war er Armierungssoldat in Russisch-Polen. Dann kam er als Infanterist an die Westfront. Bei Ausbruch der Revolution hat er als Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Neuruppin gewirkt. 1924 wurde er dann in den Reichstag gewählt. Torgler schildert dann seinen politischen Werdegang und führt u. a. aus: Ich möchte mit aller Betonung, auch mit einer gewissen Berechtigung und ohne Uebertreibung sagen, daß der Kampf für den Sozialismus zum Sinn und Inhalt meines Lebens geworden ist. Was ein Mensch aus Idealismus aufbrinaen kann, das habe ich für die Sachs der Arbeiterschaft aufgebracht, und ich werde auch weiterhin nicht ruhen, mich für die Sache der deutschen Arbeiterklasse einzusetzen. Ich gebe zu, daß bei mir eine gewisse Beeinflus - Die Vernehmung der Angeklagten über ihre Person ist damit abgeschlossen. Das Gericht geht dann zur Behandlung des zweiten Teiles der Anklage, dem objektiven Sachverhalt, über. Der Vorsitzende wendet sich zunächst an den Angeklagten van der Lubbe und fragt ihn, ob .es richtig fei, daß er am 22. Februar 1933 vor dem Neuköllner Wohlfahrtsamt geäußert habe, die Arbeiterschaft müsse jetzt mit einer Gegenaktion einsetzen, es sei dazu noch nicht zu spät. Der Angeklagte gibt zu, sich in ähnlicher Weise geäußert zu haben. Vorsitzender: Sie sollen weiter gesagt haben, man müsse öffentliche Gebäude an st ecken, damit das Volk aufgerüttelt würde und den Anfang der Revolution erkennen könne. Van der Lubbe äußert sich zu diesen Fragen wieder in derselben zögernden und widerspruchsvollen Weise wie am ersten Verhandlungstage. Er gibt schließlich z u, daß in feiner Gegenwart von der Notwendigkeitgesprochenworden s e i, öffentliche Gebäude anzuzünden. Dagegen b e- streitet er, daß bei dieser Gelegenheit gesagt worden sei, der Reichstag müsse in Brand gesteckt werden. Die Inbrandsetzung öffentlicher Gebäude habe nicht er selb st empfohlen, aber im Laufe des Gespräches sei davon geredet worden. Der Vorsitzende stellt fest, daß die heutigen Bekundungen van der ßubbes sich im großen und ganzen mit dem Ergebnis der Vernehmungen in der Voruntersuchung decken. Dem Angeklagten werden dann zahlreiche Aeuße- rungen vorgehalten, die er in Gesprächen gemacht haben soll. So hatte er zu dem Zeugen Janicke, einem Zeitungshändler, geäußert, die Deutschen wüßten nicht, was sie machten und die Kommunistische Partei arbeite nicht durchgreifend genug. Auch in der Wohnung Starters, wo van der Lubbe übernachtet hat, sagte van der Lubbe, daß er Angehöriger der Kommunistischen Partei sei, jedoch mit der jetzigen Führung der Kommunist schen Partei nicht einverstanden sei, da diese zu flau arbeite. x Van der Lubbe b e ft ä t i g t alle diese Aeußerun- gen durch ein kurzes Ja oder iiuich ein Kopfnicken. Das gilt auch von weiteren Weiterungen wie: Man müsse Revolution machen, er wolle Erwerbslose zusammenbringen, um die Revolution vorwärts zu treiben, jeder müsse sich selbst Führer sein und nicht er ft die Befehle her Parteileitung abroarten, er wolle bis zum 5.März in Berlin bleiben, und wenn bis dahin nichts geschehen sei, wieder nach Holland zurückkehren. Einem Wohlfahrtspfleger gegenüber hat er geäußert, man müsse äußerst radikale Maßnahmen ergreife n. Am gleichen Nachmittag hot sich van ber ßubbe einen SA.-Ausmarsch in Neukölln angesehen und auch dabei geäußert, man müsse etwas machen. Van der Lubbe b e ft ä t i g t alle diese Aeußerungen. Auf den Vorhalt des Vorsitzenden bestätigt der Angeklagte van der Lubbe, daß er am Donnerstag, 23. Februar, von derPost Geld abgeholt und dann die Absicht gehabt habe, eine im Sport« Palast stattfindende kommunistische Versammlung zu besuchen. Diese Versammlung sei aber aufgelöst worden. Am Freitag, 24., also am Tage vor der Bra.ndstiftung, hat van der Lubbe sich mit einigen jungen Leuten darüber unterhalten, daß etwas unternommen werden müsse, um die Arbeiterbewegung vorwärts zu treiben. Die Frage des Vorsitzenden, ob er sich an diesem Tage mit dew Gedanken beschäftigt habe, gegen die Nationalsozia, listen etwas zu unternehmen, verneint der Angeklagte. Der Vorsitzende vertagt dann die Vernehmung auf Dienstag. Die Vorbereitungen zum Erntedankfest im Weserbergland. 0er Schauplatz. Berlin, 25. Sept. (CNB.) Arn 1. Oktober werden in allen Gauen Deutschlands große Erntedankfeste abgehalten, die in einem großen Sauerntreffen im W e s e r b e r g l a n d am Bückeberg ihre Krönung erhalten. Unmittelbar von der Weser aus hebt sich der Berg, auf dem wie viele geschichtliche Dokumente aufweisen, früher die Things der alten Germanen abgehalten wurden, etwa 400 Meter hoch heraus Seme Spitze ist mit dichtem, gemischten Hochwald geschmückt; nördlich von ihm erheben sich, getrennt von der Weser und einem Nebental, zwei Anhöhen und so entstand da eine leicht gewellte Gegend, auf der sich ein Feld neben dem anderen erstreckt und damit einen Hintergrund bildet, wie er für ein Bauerntreffen nicht besser ausersehen werden konnte Zu Fußen des Berges, direkt an dem lieblichen Tal der Weser, liegt das kleine Ackerstädtchen Tün- dern und bei klarem Wetter grüßen von weitem die Konturen der Stadt des historischen Rattenfängers Hameln. 006 Heranbringen der Festieilnehmer. Vom frühen Morgen ab werden auf den fünf in der Nahe liegenden Bahnhöfen Hameln, Rohrsen Groß- und Klein-Berkel und Tündern in ununterbrochener Folge, teilweise in einem Abstand von nur fünf bis zehn Minuten, die Sonderzüqe eintreffen, dieannähernd250 OOOTeilneh- mer aus a11en Teilen des Reichs nach dem Budeberg bringen. In großen Säulen werden die Bauern von den Bahnhöfen zum Bückeberg I M S k 4 ch i i F i u, unö um ein forsches Marschtempo. । einzuhalten, werden an allen Bahnhöfen und auf den Wegen verteilt sowie im Talkessel unterhalb des Bückeberges große Lautsprecheranlagen den ganzen Vormittag bis gegen 16 UhrMarschweifen spielen. Man hofft, daß um 15 Uhr der Aufmarsch am Berg beendet ist. Für die Teilnehmer, die bereits in den ersten Vormittagsstunden am Festplatz erscheinen, sind zu beiden Seiten des Berges riesige Verpflegungszelte aufgebaut worden. Abseits vom Berg sind Feldquartiere für 100 000 Mann eingerichtet. Darüber hinaus sind in der nä» Heren Umgebung etwa 20 000 Privatquartiere requiriert worden. Ein großartiges militärisches Schauspiel. Die Ehrengäste werden geschlossen in der Zeit von 15 bis 16 Uhr vom Hotel Monopol in Hameln auf einer freigehaltenen Strecke direkt auf den Festplatz gebracht und um 16.15 Uhr wird der Diplomaten-Sonderzug auf freier Strecke unmittelbar am Berg halten, um den ausländischen Gästen das Erreichen des Festplatzes zu erleichtern. Erst wenn alle Teilnehmer auf dem Festplatz versammelt sind, wird gegen 16.30 Uhr der Führer erscheinen, der vom Reiterregiment Nr. 13 von Hameln aus bis zum Bückeberg eskortiert wird Reichswehr, Schutzpolizei, SA., SS. und St. werden in starken Bereitschaften am Fuße des Berges zur Begrüßung des Führers Aufstellung nehmen und nach Abschreiten der Front wird der Kanzler sich auf die Ehrentribüne, die für 2000 Personen auf der Spitze des Berges erbaut worden ist, begeben. Fanfarensignale eröffnen den großen Staatsakt Und lekteu das miUtärijche Schauspiel ein. Ueber eine der Pontonbrücken über die Weser wirk eine Batterie angeprescht kommen, unterhalt des Berges einschwenken und abprotzen. Von hie« aus werden 21 Schuß Salut abgegeben werden Das gesamte Reiterregiment 13, das der Führer eskortier hat, wird aus einer in der Näh, liegenden Domäne, in die es sich zurückgezogen hat hervorbrechen und auf dem großen Feldgeländ, Reiter spiele und Gesechtsübunger vorführen. Den Abschluß bildet ein Parade marsch im Galopp, an dem sich die Artillerist die durch ein großes Umaehungsmanöver hinter dii Reiterei gelangt ist, anschließt. Das gemeinsam ge fungene Lied „Nun danket alle Gott" wird über leiten zu der Ansprache des Reichsernährnngsminlslers D a r r ö, worauf dann der Führer Reichs- kanzler Adolf Hitler das Dort ergreifen wird. Den Abschluß des Bauerntreffens bildet der groß, Zapfenstreich mit dem Deutschland-Lied uni gleich darauf werden der Führer und die Mitglieder der Reichsregierung sowie die Ehrengäste in Son derfahrzeugen nach Bad Pyrmont gebracht. Währenddessen spielt sich auf den umliegende« Anhöhen ein wohl noch nie dagewesenes Schau fpiel ab. Aus Sparsamkeitsgründen hat man fid für ein Feuerwerk entschieden, das trotz gro feer Wirksamkeit keine großen Mittel benötigt. Dre Salven — 45-Zentimeter-Bomben — eröffnen da, Feuerwerk und auf ein Kommando hin werde« auf den Anhöhen riesige Holzseuel entzündet, in denen weißes, rotes und grüne, Magnesium aufflackert. Fünf Minuten lang werden die Anhöhen zu brennen scheinen. Weitere 45 Born ben werden das ganze Tal zum Erschüt« tern bringen und bann wird hinter dem Ohv berg, der nordöstlich vom Bückeberg liegt, e i t riesiges Feuer entzündet, das den Ber( als Silhouette klar vom dunklen Himmel abheber wird. Noch einmal wird es von allen Seiten auf blitzen und aufdonnern und wie ein großet Wetterleuchten den Abschluß des großer Bauerntages anzeigen. r^-x^ I e*Jfernl mit ZKchi: Berlin- „ (tnannit il ((er Pf« T)r.’3nfl- feine Öfe”“ stub'>ta uattm® I ,r in bet SÄX k arer Berantroo- . nnm Vertrauen fr einer oom f hat her Reichskanzler an( DieAeugl der deutschen Frau ‘ Berlin, 25. Sept.JI MchMrer ber »ja scheu jjrauenfroni Dr. Ri aenbe Wnorbnung: 2a w über die Zusammen ta arbeitsgemeinscha' der Deutschen Fraue bereits aussichtsreich fortger ich hierdurch im ffinoerfti Reichsminister Dr. Frick dieser Verhandlungen sofor banden ejne merlraue nähme auszunehmen ist. schaslsverbole jebei Frauenoerbände find aus llntertdhungdestz deutschen Verbrat Hamburg, 25.Sept deutscher Berbrautyrgenofl teilt durch ben flor/igenben Direlior ffar' Müller, n. Wtotrl | Zustands in \tintn %tüubtn und dene angehärenden Derbrauchrroe- der nächst«, Monate rin B Nonen Mark zufiie sich bei diesen Hnslandktz die an und für sich erst Zeitpunkt ausjufü d'° aber in Unterftftüfeung Programmes der Regierur griff genommen werden. Minister a.O.Hirtsb beschu! lkj/en, 25. Sept. (TU Material aus lMsdezernats der Staats, fuieTttPreu6i|dle'2 Ve,er W sich jein Mnlfi?e'l'n9en' °'nem Äß,aulrunb 10000 • fchenken taffen Kleinwohnungsbau Sä ■t'". 6MtJn W. bii«hu *n "»« "in,. ^abez g», Cept p 6rn»N «■ «or? t i»t ! "ntn, ift fj Nm* * di- T„ 7en deutschen Verbrauchergenoffenschasten, einstweiligen Ruhestanb versetzt worben. 8^ LW 105 8eei9n^ 3^«; *meii S'Sä 1 a l h».Wres murx, Partei Se'^eU6e^s,lQ8nb,■ W Staatsrates Kartei ^^^vniitee e mat >4 ^Th14|t enge, rommuni(tn*»U^t *?ei 'st bin ich nS nU^ltion ’g getreten $ '"6-rS‘a7h-r£*’ «fei* mH9 h* ’eiln lleint Grup. m,t ben ftommunjitiidX ÄV3utun^n. dle fcharssten @?gner lustischen Partei. Parteigenossen, welche in bie Reichswehr eintreten, müssen auf Grunb ber bestehenben Bestimmungen bei der zuständigen Ortsgruppe Zeitpunkt auszuführen gewesen mären, ! 1$ r e nu s t r i t t aus der NSDAP, erklären, die aber in Unterststützung des Arbeitsbeschaffungs- -. 7 ehrenvollem Ausscheiden aus der Wehrmacht Programmes der Regierung jetzt schon in An- m,iröm,.iev.n._ Parteigenossen bei Wiederanmeldung griff genommen werden. uls Mitglied zur NSDAP, ihre alte Mit- Minister o. O. Hirtsiefer der Bestechung <=‘'cb5numm” Berlin, 25. Sept. (ERB.) Die Deutsche Evan« Leusche Nationalsynode, die am 27. Septmber in der Luther stabt Wittenberg Zusammentritt, wirb durch einen,@ottesbienft in ber Schloßkirche eingeleitet werben. Die eigentlichen Beratungen ber Synobe beginnen in ber Stabttirche, ber Prebigtkirche Lu- tbers. Die Nationalsynobe ist keine parlamentarische Körperschaft, ihre Mitglieber werben von ben Lan« beskirchen aus ben Synoben unb Kirchenleitungen entsandt, ein Drittel wirb nach bem Grundsatz der Bewährung im kirchlichen Dienst berufen. Als ein Bat ber kirchlichen Führer ist die Synode etwa mit ber Institution bes Staatsrats zu vergleichen, wobei allerbinas bie Eigenständigkeit unb Besonderheit des kirchlichen Lebens zu berücksichtigen ift. Nach der Verfassung hat bie Nationalsynobe bei ber Bestellung ber Kirchenleitung unb bei ber Gesetzgebung mitzuwirken. Auf ber bevorstehenben ersten Tagung wird sie vor allem ben Reichsbischof Z u berufen haben. Aus bem Kreise ber Führer der Lanbeskirchen wird in Gemeinschaft mit ber einstweiligen Leitung ber Deutschen Evangelischen Kirche ber Reichsbischof der Nationalsynobe oorge- schlagen, biese nimmt bann bie eigentliche Berufung vor. Der Reichsbischof ernennt bie Mitglieder bes geistigen Ministeriums, wobei bie theologischen Mitglieber ihm burch bie Führer der Landeskirchen vorgescblagen werden. Der kommende Reichsbischof wird auf der Nationalsynobe programmatische Erklärungen über die Aufgaben der Deutschen Evangelischen Kirche im neuen Staat geben. Zur ersten Nationalsynobe sinb von ben Lan- beskirchen aus ben Synoben unb Kirchenleitungen folgende Mitglieder entsandt: 1. Preußen: Bischof Hossenfelder, geistlicher Vizepräsident des Ev. Oberkirchenrates, Oberpräsi- bent Sube, Ministerialdirektor Jäger, Pfarrer Loer- zer, Oderkonsistorialrat Dr. Wienecke, Oberkonsisto- rialrat Eckert, Pfarrer Dr. Oberheid, Landrat Dr. Krummacher, Oderkonsistorialrat Peter, Pfarrer Adler, Rechtsanwalt Dr. Werner, Präses ber Ge- neralsynobe Pastor Thom, Präses der Pommerschen Prooinzialsynobe Oderkonsistorialrat Dr. Fürle, Pfarrer Hei den reich, Rechtsanwalt Dr. Noap Prä» fes der Sächsischen Provinzialsynode Genera'lsuper- intenbent D. Zänker, Pfarrer Themel, Pfarrer Besonders schwierig gestalteten sich die Vorbereitungen für die Stromversorgung. Von einem Hochspannungsnetz, das mehrere Kilometer entfernt liegt, wird ber Strom herangeführt. Eine große Umformstation mit 14 Transformatoren, also mit ber hoppelten Leistung, wie sie auf bem Tempelhofer Felb benötigt würbe, hat eine Leistung von 200 000 Watt zu bewältigen. Das Walbstück, bas ben Berg krönt, wirb ebenfalls, unb zwar vom Walbboben aus, in ein L i ch t m e e r g e t a u ch t, unb auch der Fahnenwald um den Platz "herum wird durch etwa 50 Scheinwerfernester angestrahlt. Vier große Lich11ürme spenden während unb nach ber Veranstaltung bas Licht. Eine mehrfach ausgeprobte Lautsprecheranlage wirb bis in die entferntesten Winkel bie Reben verständlich machen. Nie Deutsche Studentenschaft erhalt eine neue Verfassung. Berlin, 25. Sept. (TU.) Der vom Reichsminister des Innern ernannte Führer der Deutschen Studentenschaft, Dr.»Jng. Oskar Stäbe! bat seine Amtsgescbäfte übernommen. Zugleich ist er als Referent für allgemeine Studentenangelegenheiten in das Reichsministerium des Innern emaetreten. Der Reichsminister des Innern hat die in der Verfassung ber Deutschen Stubentenschaft festgesetz- ten Befugnisse ber Aeltesten unb des Hauptaus- schusses auf d en Führer ber Deutschen Studentenschaft D r. Stäbe! übertragen und ihn zu allen Maßnahmen ermächtigt, die er zur Wiederherstellung geordneter Verhältnisse in der Deutschen Studentenschaft für erforderlich hält. Da die gegenwärtige von der Deutschen Studentenschaft erlassene Verfassung ber Deutschen Stubentenschaft s i ch in wesentlichen Punk - ten als ungeeignet zur Herstellung klarer Verantwortung, zur Sicherung einer vom Vertrauen ber Stubenten getragenen Führung unb zur Erfüllung ber ber Deutschen Stubentenschaft obliegenben Aufgaben erwiesen hat, hat ber Reichskanzler angeorbnet, baß ber Reichsminister bes Innern ber Deutschen Stubentenschaft eine neue Verfassung gibt. Oie Neugliederung der deutschen Frauenorganisationen. irüien über die Wsserwirl prescht kommen, unterM PS großen. BO» WH an dem l’V hinter di' 0Äü"«eme^=® 9« "b,t SS*“** ö»nit -b,S‘S‘ Seii58°,"“,w irrt ff -sstzK ,.?r-2omben ^jn a>erd" -n l /'Ler un2,fl ^Vtöir6 1)'nler(ieat, ei' V°""«ü-keberS J £ 00^. *«(, dar H-W artifeln ift außerorbentlich kühl unb zurückhaltenb, mol)! mit Rücksicht auf bie engen griechisch-türkischen Beziehungen. Kunft und Wissenschaft. 30. Deutscher Architeklenlag in München. Unter zahlreicher Beteiligung von Delegierten aus auen Teilen bes Reiches trat im Münchner Künstlerhaus ber Bunb Deutscher Architekten U.^"er 30- Hauptversammlung zusammen. Im Mittelpunkt ber Tagung steht ber Neuaufbau des Stanbes ber beutschen Architekten. Der neue Sun» besprafibent Professor Hönig (München) eröffnete bie Tagung mit einer programmatischen Ansprache. Das vornehmste Kampfziel bes Kampfbundes für Deutsche Kultur unb auch bes BbA. sei bie Erziehung aller Volksgenossen zu wahrhaften unb verantwortlichen Trägern ber politischen unb kulturellen Macht. Die Umstellung bes Technikers vom Spezialisten zum Volksgenossen sei bas zunächst Entscheibenbe. Wir wollen ben deutschen Bau- meister neu schaffen. Die ganze Arbeit ber Zukunft unserer Organisation muß aufgebaut fein auf bem Führerprinzip. Die Tagung befaßte sich bann mit ber Neufassung ber Satzungen. Als Zweck bes Bundes wirb angegeben: Der Bunb beutfcher Architek- ten schließt bie ihren Beruf als felbftänbige Meiler ausübenden deutschen Architekten unb bie an- gestellten Architekten in einem Einheitsverbanb zu- ammen unb bilbet ihre berufliche Vertretung. — Den ersten Taa ber Derhanblungen beschloß ein Bierabend» im Künstlerhaus, bei bem u. a. Oberbürgermeister Fiehier ben Willkomm ber Stabt München aussprach unb ein Vertreter bes preußischen Kultusministeriums Grüße unb Wünsche für ben Erfolg ber Tagung überbrachte. Deutsche Angestelltenschaft und „Deutsche Bühne". Wie das Vdz.-Büro meldet, hat der Führer des Gesamtoerbanbes ber beutschen Angestellten inner- halb der Deutschen Arbeitsfront, Albert F 0 rster, einen Aufruf an bie beutfche AngesteIlten s ch a st gerichtet, worin bie Angestellten er- sucht werben, mit allen Kräften mitzuarbeiten an ber Erneuerung bes beutschen Theaters, insbesondere burch ftärferen Theaterbesuch ben Wieberaufbau biefer Kulturstätten unb ihre Erhaltung zu förbern. Der Aufruf verweist barauf, baß auf Veranlassung bes Führerrs ber Reichsverbanb „Deutsche Bühne" im Kampfbunb für beutfche Kultur^ gegrünbet würbe unb baß bie „Deutsche Bühne" als einzige Theaterbesucher-Organisation für bie NSDAP, gemäß einer Anorbnung von Rudolf Heß anerkannt worden fei. Die „Deutsche Bühne" habe sich den Kampf um die geistige Wiedererweckung unb Festigung bes beutschen Volkes, um bie Erhaltung unb (Erneuerung des deutschen Theaters zur Aufgabe gemacht. Er, Forster, mache es allen Angehörigen bes Gesamt- oerdanbes ber Angestellten zur Pflicht, neben ber Erfüllung ihrer beruflichen unb wirtschaftlichen Aufgaben tatkräftig zur Erhaltung unb Sortierung unserer beutschen Theaterkultur beizutragen. Kein Angestellter bürfe sich ber persönlichen Stellungnahme zu unserer beutschen Theaterkultur unb ihren ■neuen großen Zielen entziehen. Forster beauftragt tue Leiter ber ihm unterstellten Derbänbe, burch ihre Bezirks-, Kreis- unb Ortsgeschäftsführer unb sonstige Mitarbeiter bie Arbeit ber „Deutschen Bühne" zu förbern, ihre Propaganbamittel in ben Dienst ber Sache zu stellen unb alle ihre Mitglieber zum Anschluß an bie „Deutsche Bühne" aufzurufen. 10 Tage Deutsche Buchmesse Berlin 1933. Hamburg, 25. Sept. (TU.) Der Reichsbunb deutscher Verbrauchergenossenschaften in Hamburg ®,e ber Reichsschatzmeister mitteilt, wirb die teilt durch den Vorsitzenden seiner Geschäftsleitung, Befhmmung, wonach Mitglieder, die nachweisbar Direktor Kar' Müller, mit, daß dem deutschen n ' ch/ 1 n d e r L a g e sind, ihren Mitglieds- Handwerk f Jnstandsetzungsarbeiten berl!rfra 9 bezahlen, nicht aus der Partei aus» in seinen Belieben und denen der dem Reichsbund geschlossen werden dürfen, mit sofortiger Wirksam- angehörenden Verbrauchergenossenschaften im Laufe I teit ausgeh 0 ben. der nächsten Monate ein Betrag von 1,5 Milli 0 n e n M a r k zufließen wird. Es handelt sich bei diesen Jnstandsetzungsarbeiten um solche, bie an und für sich er ft ju einem späteren Der türkische Ministerpräsident Ismet Pascha, ^c^buiuinister Ruschdy Bey sowie mehrere tür- "sche. Abgeordnete sind am Mittwoch im Sonder- Z.ug 1 n <5 0 f i a eingetroffen. Die Straßen Sofias sind mit türkischen Flaggen geschmückt. Der Ton — Der bulgarischen Zeitungen in den Begrüßungs- finden beschuldigt. Der Führer des Jungsturm, Rittmeister von Essen, 25. Sept. (TU.) Die Nationalzeituna" ?“.un$0® hat die Ueberführung seiner Drgani« veröffentlicht Material aus den Akten des Korrup- Aber ‘"martaeü ‘ mV ‘bV uVert.'.brn 10; tionsdezemats der Staatsanwaltschaft in Bochum. Hftler ^uaenb -c» 1" blC f" rä?6n&1n'f,'8uf,1ref™; d) e n in Heisingen einem Essenir Vorort dessen ce(mfeÜ,94r Rücktritt des Jungsturms von ber Kosten sich auf rund 10 000 Mark beliefen, von einer getroffenen Vereinbarung wirb nicht anerkannt. Stelle schenken lassen, bie Gelber für den » , , *, Kleinwohnungsbau Minberbemittel- . „ie .^ansumentenkammer Hamburg ter verwaltet hatte. Der Bau wurde von der Ge- L e»™ ®inrid)tung der Hamburger Verbraucher- nossenfchaftlichen Bauvereinigung Bochum, bie bie ^eno! en schäften unb ber ehemaligen Großeinkaufs- Bauten ber Deutschen Heimbau zu errichten gesellschaft Deutscher Konsumvereine m. b. H., Ham- hatte, ausgeführt. Die Rechnung sei später nach bürg, jetzt Reichsbunb deutscher Verbrauchergenosseneinigem Hin unb Her in ein großes Bau- s^aften G. m. b. H., Hamburg, hat ihr Vermögen Projekt „Gelsenkirchen I unb II" eingeschach- !n. DDn run6 ^50 000 Mk. bem Wintertest worben. So sei Hirtsiesers Wochefienbhäus- h ' l f s w e r k zur Verfügung gestellt. chen, besten Selbstkosten etwa 10 000 Mark betra-1 ' * gen, bezahlt worben, ohne baß bei ber Deut- I Die Stabt Berlin hat als erste Gemeinde scheu Heimbau ein Kon10 Hirtsiefer entstan- ihren Beitritt zu bem burch bas Gemeindeumschul- t>€n war. Da man bei ber Deutschen Heimbau ver- bungsgesetz errichteten Umschulbungsver- gefjen habe, bie ursprünglich auf ben Namen Hirt« banb erklärt. Das Angebot ber Stabt Berlin auf siesers ausgestellte Buchungskontrollkarte nach ber Umfchulbung ber am 1. Oktober b. I. fälligen Verschachtelung in bas Bauprojekt „Gelsenkirchen" Schatzanweisungen ift veröffentlicht. Der Umschul- 3U vernichten, sei sie später bei ber Beschlagnahme dungsverbanb nimmt seine Tätigkeit in biefen Ta- 1 n 0 1 e 5) a n b e b e r 58 0 * u m e r <5 t a a t 5 a n - 9en in den Geschäftsräumen ber Preußischen walts ch a s t gefallen. Hirtsiefer ist i n s K 0 n- Staatsbank (Seehandlung) auf. zentrationslager gebracht worden. I * An Lied vom Gliilk. Roman von Anny von Panhuys. s. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Sie zitterte vor Erregung. „Wir denken nicht daran, Sie zu verklatschen. Beruhigen Sie sich aber jetzt ein bißchen. Denken Sie an Ihre Kinder. Mit Ruhe kommt man weiter. Vielleicht hat es Zweck, wenn Sie sich an Herrn von Malten wenden." Die Frau lachte bitter. »Ich sagte doch schon vorhin, der Herr ist gut, aber die Dlbers regiert. Nein, bei dem Herrn ist nichts zu wollen." Sie schluchzte laut auf. „Mein Mann und ich drücken uns durch; aber man will doch die Kinder satt kriegen und anziehen können. Es sind so kluge, hübsche Kinder." Sie ballte die Hände und hob die Arme: „Totschlägen möchte ich die Kanaille!" Ganz erschrocken trat Marlene einen Schritt zurück. „So etwas dürfen Sie nicht sagen, liebe Frau; das ist ja furchtbar. Gehen Sie, statt ins Dorf zu den Klatschbasen, zu Ihren Kindern, und geben Sie sich, ihnen zuliebe, Mühe, ruhiger zu werden. Wenn Ihr Mann tüchtig ist, findet er wohl auch bald ein anderes Unterkommen." Die Frau holte tief und beklommen Atem. Aber nach einem Weilchen flog ein kaum wahrnehmbares Lächeln über ihr kräftiges, frisches Gesicht. „Sie haben eine Stimme, Fräulein, die ist wie Musik. Wie so 'ne weiche Musik. Man wird, ob man will oder nicht, ruhiger dabei, und wie Sie einem so vernünftig sagen, kann man gar nicht mehr sein. Sie haben recht, Fräulein, ich will wieder gehen. Mein Aeltester ist fünf Jahre alt; die q: beiden sind drei und ein Jahr. Das Jüngste vorhin geschlafen; aber vielleicht ist's aufgew. und schreit nach mir, und ich laufe derweil wie ne Verrückte auf der Landstraße rum." Sie wischte sich mit dem Handrücken über die Augen. „Nichts für ungut, und als Dank dafür den Rat: Nehmen Sie sich vor dem Inspektor in Weiberröcken in acht!" Sie stürmte los, als würde sie verfolgt. Nun sie sich an ihre Mutterpflichten erinnert hatte, war sie Mutter, nur Mutter. Marlene und Olga hätten rennen müssen, wenn sie an ihrer Seite hätten bleiben wollen. Langsam gingen sie weiter. Olga wiegte bedenklich den Kopf. „Dieser Inspektor in Weiberröcken, wie Frau Wollner Roberta Dlbers nennt, scheint wirklich eine herrschsüchtige Person zu sein. Aber so leid mir die Frau tut, bin ich doch froh, weil wir beide eigentlich mit der Dlbers nicht direkt zu tun haben." Marlene gab zurück: „Als sie heute die Bücher in der Bibliothek allein zu ordnen wünschte, hatte sie wirklich einen abscheulichen Befehlston." Schweigend gingen sie weiter. Wie schon seht Schloß und Gut vor ihnen lagen! Im Vordergrund das Schloß mit den langen Seitenflügeln und der ein wenig seitab stehenden Kirche, weit dahinter der ausgedehnte Gutsbesitz. Viele Ställe und Schuppen sah man, und eine kleine Kolonie von einstöckigen Häuschen drängte sich zusammen wie eine Herde plumper Tiere. Als sie die Halle betraten, kam ihnen Roberta Dlbers entgegen. Sie blieb vor ihnen stehen, sagte lässig: „Da ich Ihnen vorhin anscheinend doch nur eine Freude damit weggenommen habe, will ich vom Bücherordnen zurücktreten. Sie dürfen Ihre Beschäftigung wieder aufnehmen, ich werde Sie nicht dabei stören." Sie sah Marlene fast herausfordernd an und ging dann sofort weiter, war schon zur Tür hinaus, ehe Marlene noch antworten konnte. „Wahrscheinlich ist ihr die Arbeit doch zu langweilig geworden", meinte Olga, „und da mir jetzt Zeit haben, können wir also weiterschaffen." Marlene nickte nur, und nachdem sie ihre Mäntel abgelegt, suchten sie die Bibliothek auf. „Donnerwetter!" entfuhr es Olga beim Eintritt. „Die scheint ja merkwürdige Begriffe vom zlup räumen zu haben. Sie hat die Unordnung nur noch vermehrt. Man meint fast, sie hätte die Bucher^erft recht gründlich durcheinander geworfen. Kem -Bud) hat sie inzwischen in das Regal gestellt. Es befindet sich noch nicht ein einziges mehr darin als vorher. Ich erinnere mich deutlich, wie das Regal aussah, als ich die Bibliothek verließ." Marlene nickte. „Sie soll doch eine ganz schlimme Leseratte sein. Wahrscheinlich hat sie sich in trgenth einem Buch festgelesen und darüber die Luft zur "/ Reiterarbeit verloren." Sie hockten sich auf den Fußboden und begannen ober mit dem Drbnen. Ein Diener trat ein. Ich sah bie Damen zurückkommen. Die gnabige Frau bittet Fräulein Werner zu sich " „Also mache ich mich zunächst allem ans Werk, lächelte Olga. Marlene aber folgte bem Diener auf bem Fuße. _ , In ihrem Wohnzimmer, bas mit braunen Samtmöbeln etwas altfränkisch, boch behaglich eingerichtet war saß Frau von Malten in einem Armstuhl. Sie hob ben Kopf. „Ich kann heute mieber gar nicht einschlafen unb brauche ben Nachmittagsschlaf so nötig, weil ich auch nachts schlecht schlafe. Mir hat Ihr Gesang so gut gefallen, liebes Fräulein Werner! Bitte, fingen Sie mir noch etwas vor. Ich hatte vorhin bas bestimmte Gefühl, Ihre Musik beruhigt sehr. Vor allem Ihr Gesang. Bitte, gehen Sie ins Nebenzimmer unb lassen Sie bie Tür auf." Marlene spielte unb sang ja so gern. Die Aufforderung war wie eine Belohnung für sie. Lächelnb ging sie in den saalartigen Raum, in bem sich ber Bechsteinflügel befand, geschützt von der roten, dick mit Gold gestickten Seidendecke. Kostbare geschnitzte Schränke und Truhen standen hier — Gegenstände aus längst vergangenen Jahrhunderten, Gegenstände von Museumswert. Ein sehr großes Bild bedeckte fast die Hälfte einer Wand. Man sah darauf ein schlankes, schneeweißes Pferd und auf seinem Rücken eine schmale Frau m langem roeifjem Keitfleib. Es wirkte sehr, bas eigenartige ©emalbe. Marlene war bas Bild bei ihrem ersten 'Aufenthalt jm Musiksaale merkwürdigerweise gar nicht aus- gefallen; jetzt aber drängte es sich vor B Unheimlich lebenswahr waren Pferd unb Dame. Blond war bie Dame, ihr Gesicht kühl und hoch- ^Marlene wußte sofort: das mußte sie sein die weiße Reiterin, von der man behauptete, sie lasse sich manchmal nachts in ber Nahe des Schlosses eben. Es mußte jene Frau von halten Jem, bie ihr Pferb so über alles geliebt, baß sie keine Ruhe im Sarge gefunben und noch jetzt lange nach ihrem loöe, nachts auf bem Rücken ihres treuen Tieres über ben Heimatboben ritt. Marlene setzte sich an ben Fluge! und fang, sich mit herzwarmen Akkorden begleitend: „Am Brunnen vor bem Tore ..." Biegsam unb klangvoll war bie Altstimme, einfach unb boch bewegend der Vor- trag. An dieses Lied reihte sich gleich ein zweites an, dessen schlichte innige Melodie sie selbst gefunden zu einem Text, der ihr gefallen hatte. Sie fang den Refrain: Du bist wie ein Wunder, das zu mir kommt, Das mir in Not und Jammer frommt, Auf das ich gewartet feit Jahr und Tag, Weil niemand sonst mich erlösen mag, Weil niemand die Kraft hat. Nur du, nur du! Du bist mein Wunder, mein Glück, meine Ruh'! Marlene erhob sich und trat in die Verbindungstür, um zu fragen, ob Frau von Malten noch ein Lied zu hören wünschte. Sie mußte lächeln. Da saß die Schloßherrin, den Kopf fest gegen die braune Samtlehne ihres Stuhles gepreßt und schlief. Schlief fest und ruhig. Ganz leise schlich sich Marlene hinaus. Sie wollte in die Bibliothek und dort Weiterarbeiten. Sie mußte an ber Außentür des Musiksaales vorbei und auch der Tür zum Arbeitszimmer Achim von Mattens. Sie horchte auf, denn eben klang hinter der zweiten Tür die Stimme des Schloßherrn: „Du bist wie ein Wunder, das zu mir kommt!" Ganz laut und deutlich vernahm Marlene die Worte. Sie stellte fest, Achim von Malten hatte von seinem Zimmer aus ihren Gesang ganz deutlich hören müssen. Sie ging weiter, da öffnete sich bie Tür, unb weil sich Marlene unwillkürlich umblickte, sah sie Achim von Malten an. Er grüßte unb sagte: „Sie haben meiner Mutter roieber vorgesungen. Sie fingen lehr schön. Beruhigend ist wohl der richtige Ausdruck dafür. Ich glaube. Sie passen gut hierher, meine Mutter sprach sehr günstig von Ihnen. Auch von ber Baronesse — ja, aber Ihr Gesang hat es ihr besonbers angetan." Sie war stehengebtteben, und Ihre Augen durchforschten sein Gesicht. Qualvolles Mitleid spürte sie. weil sie bie bitteren galten um Augen und Mund des Mannes sah, bie ihm bas Leid um unverdiente Schmach eingezeichnet. Er lobte: „Das letzte Lied war besonders melodiös." Sie gestand: „Ich komponierte es, weil mir die Verse gefielen." Seine Augen waren erstaunt auf sie gerichtet. „W^e vielseitig sind Sie denn eigentlich, Fräulein Werner? Wenn ich nicht irre, schrieben Sie in Ihrem Bewerbungsschreiben auch, daß Sie vier Sprachen beherrschen." Sie erwiderte einfach: „Vater pflegt zu sagen, heutzutage seien Sprachen sehr wichtig. Ich spreche Französisch, Englisch, Italienisch und Spanisch." Er nickte und dachte: Was für wunderbare Augen hat die neue Hausgenossin! Er hatte Lila von Born, die arme Ermordete, sehr gern gehabt, vielleicht hätte er sich eines Tages in fie verliebt. Vielleicht! Sicher war es nicht. Ihre Augen hatten ihm besonders gefallen. Marlene Werners Augen glichen Denen der Loten sehr, aber sie waren schöner; Lilas Augen waren kälter gewesen. Er sagte bittend: „Vielleicht fingen Sie heute abend noch einmal. Ich glaube, es würde nicht nur meiner Mutter, sondern auch mir gut tun." Er neigte seine hohe Gestatt ein wenig zu ihr nieder. Von ganz nahe blickten sie sich beide an, und es war, als ströme ein geheimes Fluidum von ihr zu ihm, von ihm zu ihr. lieber Marlenes Gesicht legte es sich wie ein spinn- webfeines Rosenrot, und sie antwortete etwas befangen: „Ich finge sehr gern. Doch verzeihen Sie, Herr von Matten, darf ich bei ber Gelegenheit jetzt eine Bitte äußern? Sie ist vielleicht dreist, aber ich möchte wenigstens einen Versuch machen, armen Menschen zu helfen!" Er öffnete die Tür zu seinem Zimmer. „Treten Sie, bitte, einen Augenblick ein. Auf dem Gange ist es ungemütlich zugig." Ein Zimmer in matt Eiche, sehr gediegen ausgestattet, aber nicht mit Möbeln überladen. Einen Schreibtisch gab es, ein paar Klubsessel und einen kleinen Bücherschrank mit Mattens Lieblingsautoren. Er bot ihr Platz an. Sie setzte sich ein wenig schüchtern. Sie wußte nicht recht, wie sie mit ihrer Bitte herauskommen sollte. Er rückte seinen Schreibtischstuhl zurecht, saß ihr nun schräg gegenüber. Sie erhob sich wieder. „Verzeihen Sie, Herr von Malten, ich sehe eben ein, ich habe fein Recht zu ber Bitte, weil sie nichts mehr unb nichts weniger bebeutet als etjte Einmischung in Ihre Angelegenheiten. Sie könnten breist finden, wozu mich nur mein Herz drängt. Verzeihen Sie gütigst, ich gehe lieber." Sie schritt stracks auf die Tür zu. (Sortierung folgt.) Anerkannte Qualitätsware katift wvoav, vhäSL mau weiß, u>oa vnaukat. Deshalb wvwwk cUe rechnende Wan60t ™ *ebi| »Brt Lebensbaum" İ^che darstellt, Waldes horsten und -l'ergewimmel der 1 Der Oaleriebirefti Üblich der!DlQ[er E-W s¥*’.k. la9«ten A 'm Beeist, I ln ein, dSt» da r Örtlich iMrn den stehen ©runde 'h fier den ^ger eoube ?n * i05’ HabiL31® ncbi e>n wenin Q,ter Dt ^'?"°r°ui? öen vlQufcen blbeni lig h6,n 'm fiet Uni !em Ä , Ueber h;fL ,llef)e P- daß stn K schwor L"? ausg, Mem fö zu üe hoch ’ Q!,eNi sr Hb- riij^r unö Q 5* izeifl®n Zwiebel tetÄtt9R.4^ verIn.^Zation Nacbir sssaMö &SÖSS i*SS ÄUsZ La*1,u" «au»«-Änerfc wies« «»"ggt, Bettel (,ensl0OSwenlb4H; ZtellenloiF.^anvl WS "" u.a.läst.Haarewerd. nur ö.bie o.mrr an- nett) anbte, ein», fid). Methode unt.n ■ Werners 9i,ln. l^ln bt. s« ch mir gut tu?-- ?cld)t nut **•**££ 2ZV-L ft® 3"*r. r«Fw‘fcMk. iKtaÄ “"1 "* ‘ü.te ns Lieblingsautoren. e" wenig y re«?t mte he mit ihrer te. Er ruckte seinen Schreib, nun schräg gegenüber^ von Malten, ich s^ eben SU der Litte, weit sie nichts ger bedeutet als eine Tin. Gelegenheiten. Cie könnten uch nur mein herz drängt. >ch gehe lieber." s die lür zu. ehung folgt) nr.225 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Dienstag, 2b. September (933 deutschen 2ln< lassen. Es ist sich dahin verständigt, daß die Partei- und Parlamentsreformwünsche zurückzustehen hätten und eine unabhängige, mit Vollmachten versehene Regierung notwendig sei, die die Volkskraft aus den Ausbau der Wehrmacht zu konzentrieren habe, d. h. Ausbau der Flotte und der Luftwaffe. Damit soll wohl für den Augenblick die Auseinandersetzung um Faschismus und nationale Diktatur, die vor allem in der akademischen Welt und auch im Offizierskorps Anhänger haben, vertagt, andererseits aber die nötige Em- heitlichkeit der Front und des Willens für Entscheidungen gesichert sein, die man ganz offenbar, sei es von der Seite der Abrüstungsfrage, sei es von dem fernöstlichen Konflikt her, kommen sieht oder für möglich hält. Uns scheint, daß damit für den außenstehenden Beobachter recht wichtige Symptome aufgezeigt werden. Zeder Abonnements-Platz ist ein Baustein am geistigen Neubau unseres Vaterlandes! Deutschlands flüssige Kohle. Eigene Kraststoffversorgung - keine Utopie mehr? - Kohle wird Benzin. Neueste Forschungsarbeit schafft Unabhängigkeit. Von Egon Larsen. Indien, wo der Baumwollkampf zwischen englischer und japanischer Industrie nicht beigelegt ist, in Holländisch-Jndien, in Europa und nun auch in Südamerika, zunächst in Argentinien. Wie lange kann das so weitergehen und wie lange überhaupt die latente Krisis und Spannung im Fernen Osten? Wir erheben diese Frage angesichts zweier wichtiger Vorgänge in der Innenpolitik Japans. Am 14. September ist der bisherige Außenminister U ch i d a durch den früheren Botschafter in Moskau, S) i r o t a , ersetzt worden, der nicht nur ein fähiger Diplomat, sondern ein naher Freund des Kriegsministers A r a k i ist. Dieser aber ist Ser» fechter einer energischen Vorwärtspolitik Japans in China, Mandschukuo und Mongolei. Und am 5. September haben die Führer der beiden großen Parteien, der Minseito und der Seynkai, deren Spiel trotz des allgemeinen Wahlrechts auch heute noch im japanischen Parlament ausschlaggebend ist. Herr Ober. Don Udo X Fischer. „Die Speisekarte, bitte!" Der Gast — man denkt so — der Gast hat es gut: er setzt sich hin, bestellt, ißt und bezahlt. Dann geht er wieder. Der Kellner windet sich durch die Reihen besetzter Tische, bringt die Speisekarte. „Zahlen!" ruft es daneben, gerade wenn der Kellner die Bestellung entgegennimmt. „Moment, bitte!" Eins nach dem anderen, denkt der Kellner. Und er hat Recht. Der Gast denkt anders. „Bummelwirtschaft!" sagt er, wenn er warten muß, und wehe dem Kellner, wenn er nicht gleichzeitig bedienen, kassieren, Auskunft erteilen, Gerichte empfehlen und nebenher noch beim An- und Ausziehen des Mantels helfen kann. Der Herr dort ein Bier, angewärmt, aber schnell, der Tisch daneben dreimal Essen zu 90 und eine Flasche „Schwarze Katz". Die einzelne ältere Dame da hat ein Filet bestellt, anschließend einen Kaffee, die zwei Herren am Fenster wollen ein kleines und ein großes Bier, dazu das Kursbuch. Nichts von alledem darf der Kellner vergessen oder durcheinander bringen. Jeder hat es eilig, will individuell bedient sein, gut, schnell, genau so, wie er es eben gesagt hat, nicht einen Deut anders. Don der Küche kommt die Meldung, daß Kalbsbraten und Rehrücken von der Karte zu streichen sind, aber Rehkeule ist noch da. Das muß der Kellner wissen. Er muß auch verstehen, den Gast zu halten, der gerade deshalb gekommen ist, weil er einmal wieder Rehrücken essen will. Und hier beschwert sich einer, die Kartoffeln feien zu hart, und dort jemand, sie seien zu weich, und bald findet sich auch ein Gast, der braucht Mostrich, und der steht drei Tische weiter. Gleich an der Tür sitzt einer, der so aussieht, als könne er nicht bezahlen. Aber man darf es ihn nicht merken lassen und ans Büfett muß man doch schließlich auch und die Tür ist so nahe. Am Telephon wird Herr Meier aus Bernau verlangt und der Herr mit der Brille da drüben will ein Gespräch anmelden, da und dahin, die und die Nummer, und eine Dame fragt, ob ihr Mann schon hier war, groß, blond, grauer Mantel und Aktentasche. Der Kellner muß das wissen, er muß Zahlen, Namen, ganze Adressen, Personalbeschreibungen und Aufträge im Kopf haben. Er muß rennen, er muß höflich sein, er muß sorgfältig die Rechnung aufstellen plus Getränkesteuer plus Trinkgeldablösung, nicht zum Nachteil des Gastes, sonst gibt Im Zusammenhang mit den grundlegenden Ausführungen, die Staatssekretär Feder dieser Tage über die deutsche Kraftstofsver- soraung machte, dürfte die nachfolgende Dar- stelluna der deutschen Produktionsquellen und Zukunftsmöglichkeiten besonders interessieren. Ein Wort des „Tigers". Am Nande der großen Politik. Außenpolitische Umschau. Von Or. Otto Hoehsch, o. ö. Pros, der Geschichte dn der Universität Äerlin Der griechisch-türkische Freundschaftsver- trag, der am 14. September im Ankara unterzeichnet wurde, ist vielleicht kein großes Ereignis der europäischen Politik, aber unwesentlich für den europäischen Frieden ist er nicht. Denn er setzt den letzten Punkt hinter eine Verständigungs- und Friedenspolitik zwischen Griechenland und Der Tür- fei, die man vor zehn Jahren noch für ganz unmöglich gehalten hatte. Man erinnere sich an das großgriechischeProgramm, die sogenannte „große Jdeea" von Venizelos 1918, als die Türkei zusammenbrach, an den von England und Frankreich angeregten griechischen Krieg zur Verwirklichung in Kleinasien, an den entscheidenden Sieg der Türkei unter Mustapha Kemal über die im Frühjahr 1921, an den Lausanner Frieden und das Abkommen über,den Bevölkerungsaus- tausch vom 30. Januar 1923: alle Griechen in der Türkei, alle Türkei, in Griechenland zwangsweise heraus und in das andere Land auszutau- fchen. Es drehte sich um über l1/« Million Griechen und knapp ‘/» Million Türken. Der Prozeß mußte große Schwierigkeiten und Härten und Konflikte mit sich bringen, und der Rivalitätenkampf der Großmächte in Athen miteinander trug nichts dazu bei, das zu erleichtern. Erft 1930 konnten die Austauschfragen im Abkommen ganz geregelt werden, heute ist der Prozeß im ganzen beendet. Beide Staaten, personell Mustapha Kemal und Venizelos, sind dabei einander immer näher gekommen und haben immer mehr das Intrigieren und Hereinreden der Großmächte, hinter dem für die Um- roorbenen niemals etwas Reelles stand, immer wehr bei Seite geschoben. Schon 1930 kam ein Neutralitäts- und Schiedsgerichtsvertrag und ein Seerüftungsprotofoll zustande. Dem ist setzt, indem die Annäherungspolitik zielbewußt weitergetrieben wurde, bei einem Besuch des griechischen Minister- Präsidenten in Angora dieser neue Vertrag als Ab- schluß gefolgt. Er ist weder ein Defentivbündnis im alten Sinn, noch etwa ein Nichtangriffspakt etwa im Sinne der neuen russischen Verträge. Er garantiert die Unverletzlichkeit der Grenzen und legt gemeinsame Beratung und gemeinsames Vorgehen in allen Fragen der internationalen Ordnung fest, die gemeinsame Interessen berühren, sogar mit der Möglichkeit gegenseitiger Vertretung aus internationalen Konferenzen. Das zielt nicht nur auf die allgemeinen Fragen der europäischen Politik, sondern ganz konkret auf die Einigungsbestrebungen, die mit dem Wort „Balkanföde- r a t i o n" bezeichnet werden. Für diese Idee ist nun ein griechisch-türkisches Zusammenwirken ge- sichert, das nach langen Kämpfen an einer Ecke wenigstens zu schiedlich-friedlichem Zusammenleben unter fast völliger (früher niemals für möglich gehaltener) nationaler Vereinheitlichung der beiden Ländern geführt hat. Was hier möglich war, müßte eigentlich auch in der, freilich noch verwickelter liegenden jugoslawisch-bulgarischen, d. h. der mazedonischen Frage möglich fein. * 5m Fernen Often stagnieren großenteils die Dinge, insofern als Japan hält, was es gewonnen hat, und nur langsam in der Mongolei vorrückt und die Verhandlungen zwischen Rußland und Mandschukuo, die um den Verkauf der Ost- chinesischen Bahn an letzteren Staat in Tokio geführt werden, nicht vorankommen. Währenddem rückt Japan als Ausfuhrmarkt mit Hilfe der Den- Entwertung (der Yen, Pari 2,07 Mk., heute in Berlin 77 Pf.!), der geringen Löhne und der lan- gen Arbeitszeit, immer schärfer vor: in Britisch- Industrie sich äußerst elastisch nach den jeweiligen Marktbedürsnissen richten kann: daß die Benzinproduktion mit Leichtigkeit gesteigert oder gedrosselt werden kann, wenn der Absatz es verlangt. Führende Wirtschaftler und Politiker des neuen Deutschland haben es in letzter Zeit häufig ausgesprochen, daß die Zukunft dem Kraftwagen gehört. Erleichterungen aller Art für den Automobilisten, Bau neuer Fahrstraßen, Förderung der Krastwagenindustrie sollen die Revolution des Verkehrs einleiten. Hand in Hand damit geht selbstverständlich die wirtschaftliche Revolution. Sollen die mangels Absatz stillgelegten deutschen Kohlengruben für immer geschlossen bleiben? Nein — wir brauchen Kohle mehr Denn je, aber nicht nur für Dampfmaschinen, Lokomotiven, Kraftwerke, Hochöfen, sondern jetzt auch zur Benzinerzeugung. Kraftwagen in Front. Wenn nicht alles täuscht, so wird der Benzinbedarf Deutschlands mit steigender wirtschaftlicher Besserung enorm steigen. Schätzungen besagen, daß statt der heute für Vergasermotoren benötigten 1,5 Millionen Tonnen Treibstoff im Jahr 1935 schon reichlich 2 Millionen, nach einigen weiteren Jahren 2,5 und 3 Millionen Tonnen verbraucht werden dürften. Da wäre es nicht nur Unsinn, sondern geradezu ein volkswirtschaftliches Verbrechen, sich mit einigen 100 000 Tonnen heimischen Benzins zufrieden zu geben — während es möglich ist, den gesamten Bedarf im Inland zu decken, Millionen Mark an Devisen zu sparen und deutschen Arbeitern Brot zu schaffen! Es wird keine lange Zeit vergehen, so werden wir an der Wiege einer neuen großen deutschen Industrie stehen: der Benzinerzeugung durch Kohleverflüssigung. Techniker und Wirtschaftler sind dabei, die Grundzüge dieses Planes aufzustellen. Wahrscheinlich werden mehrere Hydrierungsstätten mit hoher Leistungsfähigkeit in den verschiedensten Gegenden Deutschlands entstehen — eine Dezentralisierung, die aus mannigfachen Gründen erforderlich ist. Und die Zeit, in der wir in der Benzinversor- gung unabhängig vom Ausland fein werden, ist damit in nächste Nähe gerückt. Noch marschiert Deutschland, vor allem wegen seiner bisherigen Abhängigkeit doih internationalen Oelmarkt, in letzter Reihe der motorischen Kul- turländer. Während das petroleumreiche Amerika auf 4,8 Einwohner ein Auto zählt, während sogar das öllose Frankreich auf 25 Einwohner einen Kraftwagen besitzt, trifft in Deutschland e r ft auf 10 0 Einwohner ein Auto. Aber alle Anzeichen sprechen dafür, daß schon im nächsten Jahr die Statistik anders ausferjen wird! es Aerger, nicht zum Vorteil des Gastes, denn die Differenz trägt immer der Kellner selbst. Der Kellner muß ein Universalgenie fein, geschickt in seinen Bewegungen, sonst fällt der Por- ■jellanturm um, geschickt im Verhandeln, sonst kommt Der Gast nicht wieder. Und immer wieder rechnen und tausend Dinge im Gedächtnis haben. Und rennen und immer wieder rennen. Und nie schwitzen. Das ist der Kellner. „Oie Blume von Hawaii Die erfolgreiche und an vielen Bühnen gespielte Operette hat unter der Regie von Richard Oswald ihre Filmfassung gefunden und wurde von der Äafa mit Marta Eggerth in der Titelrolle herausgebracht: seit gestern läuft sie im Lichts piek- Haus. Die phantastisch ausgesponnene Handlung, von einer weichen und großenteils einschmeichelnd sangbaren Musik umspielt, verbindet in lockerem Libretto-Stil ein exotisches Liebesabenteuer mit einer Palastrevolution in der Südsee und hält, obwohl nicht übermäßig wahrscheinlich, den Zuschauer bis zur letzten Szene in angenehm temperierter Spannung. Marta Eggerth, hier schon aus dem „Kaiserwalzer" bekannt, setzt sich mit Temperament und hohem Sopran für die nach Europa verschlagene Prinzessin Laya ein. Iwan Petrooich und Hans Fidesser (von der Berliner Staatsoper) sind ihr darstellerisch und gesanglich angemessene Partner. In kleineren, überwiegend heiteren Aufgaben: Verebes, Junkermann und Baby ©rat). Oswalds Regie zeigt vor allem in einigen sehr malerischen Landschaftsaufnahmen ihre filmische Begabung. — Im Beiprogramm sieht man u. a. ausführliche Bildberichte von den großen nationalen Feiern am Tannenberg-Denkmal und anläßlich der Saar-Kundgebung. Ferner je einen Vorspann zu den demnächst hier erscheinenden Filmen „SOS. Eisberg" und „Lachende Erben". Lochschulnachrichten. Professor Dr. R. Brinkmann von der Universität Göttingen hat einen Ruf auf den geologischen Lehrstuhl an der Universität Hamburg angenommen und seine Ernennung zum Orbina- rius und zum Direktor des Geologischen Staats- Instituts in Hamburg erhallen. Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurden in den Ruhestand versetzt: Professor Dr. Alfons N e h r i n g (vergleichende Sprachwissenschaft) in Würzburg: der ao. Professor Dr. Traugott Saumgärtei (Bakteriologie) und Diplomingenieur Oskar Poebing von der Technischen Hochschule in München. materials gewährleistet, der Schlüssel zur deutschen Eigenversorgung gefunden worden ist! Wirtschastsrevolution der Zukunft. Was das bedeutet, ist nicht schwer zu errechnen. Das schon früher gefundene Steinkohle-Hydrierungs- verfahren ermöglicht es mit Leichtigkeit, jährlich eine Million Tonnen Benzin herzustellen: dazu sind 3,5 Millionen Tonnen Steinkohlen erforderlich — nur etwa 2,5 Prozent der jetzigen deutschen Steinkohlengewinnung! Auch bei Der Braunkohleoer- flüssigung spielt die für eine weitere Million Tonnen Benzin benötigte Kohlenmenge im Rahmen der Gesamtförderung Deutschlands keine wesentliche Rolle. Das Wichtigste aber ist, daß die Hydrierungs- Das ewig unvollendete Bild. Don Bruno Brehm. In einer schwedischen Galerie hängt ein großes, -.Der Lebensbaum" benanntes Bild, das eine mächtige Esche darstellt, in deren Krone die Vögel des Waldes horsten und nisten, und deren Schatten das Tiergewimmel der Erde aufnimmt. Der Galeriedirektor hatte sich dareingefunden, daß sich der Maler, der vor Jahren, durch Armut genötigt, dieses Bild schweren Herzens veräußert hatte, an Tagen, da die Galerie dem allgemeinen Besuch gesperrt war, vor seinem Werke mit Pinsel und Palette einfand und hier an einem Blümchen, dort an einem Federchen herumänderte. Als er aber eines Tages den alten Herrn dabei traf, wie dieser einen mächtigen, am Fuße des Baumes gelagerten Tiger in einen Elefanten umzuwandeln im Begriffe war, da riß ihm die Geduld, und er 9a° öem Maler zu verstehen, daß er seiner unmaßgeblichen Meinung nach der älteren Fassung des Bades entschieden den Vorzug gäbe. Ob er das lr^te ber a(te Maler sich auf seinem Klappstuhl umdrehend, ob er denn nicht oer- ftehen könne, daß ihm, dem Schöpfer eines im ^^?de friedlichen, ja idyllisch gedachten Bildes, ein so blutdürstiger Tiger unter all dem friedlichen Getier den Schlaf rauben müsse? Mit dreißig Jahren glaube man an das Paradies, da pinsle man ruhig em sanftes Reh neben solch einen bunten Räuber bin, aber als alter Mann lasse man sich alle Sachen ein wenig durch den Kopf gehen. Wenn jedoch der Direktor auf dem Tiger bestehe, bann müsse er auch erlauben, baß all die Hirsche, Rehe und Gazellen die Hasen, Rinber unb Giraffen, ja selbst die Affen oben im Geäst und die Vögel in der Krone vor diesem Räuber fliehend dargestellt würden. Ueber diesen Plan erschrak der Galeriedirektor so, daß er mit aufgehobenen Händen den Maler beschwor, in drei Teufels Namen den Tiger in einen Elefanten zu verwandeln und bann aber enb- lich ein für allemal Ruhe zu geben. Hoch und heilig versprach es der alte Herr, übermalte die sein Idyll störende Bestie und ließ sich ein ganzes Jahr nicht mehr bei dem Galeriedirektor sehen. Da aber auf diesem Bilde Vögel und Vierfüßler nach wie vor die Plätze tauschten, stellte der Direktor den alten Herrn einmal auf der Straße zur Rede. Mit Blick und Gebärde alles leugnend, wich Der JDtaler aus und ging, trotzigen, ja verstockten Blicks feiner Wege. , Etnes Abends, da der Direktor spät aus der Ge- lellschaft heimkehrte, sah er oben im Museum Licht. Deutschlands Erde — aber der Wirtschaftler schüttelt den Kopf: eine einzige Bohrung, die oft genug eine Fehlbohrung ist, kostet bei uns eine Vier- tel Million Mark! Unb die fünf deutschen Förderstellen — in Hannover und Thüringen — können nur einen verschwindenden Bruchteil des Verbrauchs decken, nämlich im allerbesten Fall 80 000 Tonnen im Jahr. Nun kommt uns der Chemiker zu Hilfe. Schon während des Kriegs, als der Treibstoffmangel katastrophale Folgen zeigte, zerbrach man sich in den deutschen Laboratorien den Kopf, um einen Ausweg zu finden. Unb genau so, wie es gelang, Stickstoff aus der Luft zu zaubern, entdeckte man auch Möglichkeiten, Benzin auf „k ü n ft l i d) e nr Wege herzuftellen. Benzin aus Braunkohle. Als Nebenprodukt der Kokserzeugung entsteht Benzol. Heute werden in Deutschland etwa 200 000 Tonnen davon produziert; eine Zahl, die sich jedoch fast verdoppeln ließe, wenn die Ueberzeugung von der Wichtigkeit deutscher Eigenoersorgung mit Treibstoff Allgemeingut würde. Aber auch bann wäre bie Benzoloersorgung aus eigenen Mitteln nur ein Tropfen auf einen heißen Stein. Erst im Anfang steht eine weitere Ausnutzungsmöglichkeit heimischer Bobenschätze — die Benzin- geroinnung durch Schwelen von Braunkohlenteer. Sie ist jedoch heute noch stark beschränkt, da der Schwelkoks, bei dessen Gewinnung Benzin anfällt, wirtschaftlich wenig ergiebig ist. So bleibt nur der Weg, den uns die modernste Forschung zeigt. Die ganze naturwissenschaftliche Welt geriet in Aufregung, als Sergius fein Verfahren der Kohleverflüssigung bekanntgab. „Katalytische Druckhydrierung" heißt das Zauberwort, das tatsächlich imstande ist, Deutschland den Weg zur völligen Unabhängigkeit vom Ausland in der Benzinversorgung zu garantieren. Eine lange Reihe von Untersuchungen war nötig, um aus Experimenten, die in den Reagenzgläsern der Laboratorien vor sich gingen, wirtschaftliche, im Großen durchführbare Verfahren zu machen. 1927 wurde die erste Großversuchsanlage gebaut, 1929 gelang die Hydrierung von Braunkohlenschwelteer, und in jüngster Zeit entdeckte man endlich das Verfahren, um Braunkohle direkt z u verflüssigen. Die deutschen Braunkohlenlager sind so ausgedehnt, daß mit diesem System der Hydrierung, das die höchstmögliche Ausnützung des Roh- Dies alles ist nicht nur historische Theorie für unsere damaligen Gegner; es ist zugleich das Programm für die Zukunft. Gewiß ist ein wichtiger Grund für Frankreichs krampfhaften „Sicherheits". Ruf die Unsicherheit feiner Petroleumverforgung. Es weiß, daß die stärksten Forts, die größten Armeen machtlos sind ohne Kraftstoff. Der Mangel eigener Oelquellen ist Frankreichs Achillesferse. Ein Tribut von 200 Millionen Mark. Wie steht es um Deutschland? Dreiviertel der deutschen Motortreibstoffe werden heut a u s dem Ausland eingeführt: von 2,66 Millionen Tonnen Mineralöl, die alljährlich verbraucht werden, rund 2 Millionen Tonnen. Das ist ein Tribut von jährlich 200 Millionen Mark, der an das Ausland entrichtet wird. Die Frage, ob diesem wirtschafts» und wehrpolitisch gleich unhaltbaren Zustand ein Ende gemacht werden kann, ist in den letzten Jahren von den verschiedensten Seiten her aufgegriffen worden. Da kamen die Geologen und erklärten, sicher gebe es noch eine Reihe unentdeckter Petroleumquellen in Er läutete den verschlafenen Torwart heraus, der ihn durch die schweigenden Säle führen mußte. Dor dem Lebensbaum saß beim Lichte einer Blendlaterne der Maler und war gerade dabei, einen Adler in einen Auerhahn zu verwandeln. „Nun habe ich dich! Nun hab' ich dich! Und den Torwart hast du wohl auch bestochen! Dem Mann kann das die Stelle foftenr frohlockte der Direktor. „Der Adler", klagte der Maler, „hat mir den Frieden der Vogel gestört, der Adler war ein schlechter Kerl!" „So! Und warum hast du den Reiher aus der Krone des Baumes auf den Rücken des verdammten Elefanten flattern kaffen?" »Der große graue Fleck hat nach Farbe geschrien! Bedenke doch, wie bunt vorher der Tiger war! Es gibt doch nicht nur Gesetze der Moral, es gibt auch Gesetze der Schönheit!" „Aber das Bild gehört doch nicht mehr dir", erwiderte der Direktor, „das Bild gehört doch der Galerie, dein Anrecht darauf hast du um bares Geld dem Staat, dem Volk, der Mit-, und wenn du nichts mehr daran herumänderst, vielleicht sogar der Nachwelt abgetreten." Aber nicht einmal der Hinweis auf den Nachruhm verfing bei dem alten Herrn, dem der Gedanke, diesen Vogel, der nun vorne ein Auerhahn und hinten ein Adler war, in die Welt gesetzt zu haben, den Schlaf zu rauben drohte. Er müsse nach seinem Tode wiederkommen, beteuerte er fast unter Tränen, der Direktor möge nur ein Fünkchen Mitleid haben. Mit Mühe nur wahrte der Direktor den Ernst, erlaubte dem alten Mann, diese Aenderung noch durchzuführen und nahm ihm das Versprechen ab, von dieser nächtlichen Begegnung hichts verlauten zu lassen, da sonst alle Maler herbeikämen, um an ihren Bildern herumzupatzen. Auf die Frage des Malers, wann er denn wiederkommen dürfe, bestimmte der Direktor einen Tag des Jahres, an dem der alte Herr geschlagene Drei Stunden an feinem Bilde herumpinseln dürfe. „Denn lasse ich dich öfter herein, so übermalst du bas ganze Bild und man wird mich beschuldigen, deine gute Mannesarbeit veräußert und gegen ein lahmes Alterswerk ausgetauscht zu haben." Jährlich, am 5. Mai, an feinem Geburtstag, kam der Alte, saß drei Stunden vor feinem Bild, erbettelte sich zwei weitere Stunden und wurde nach Ablauf dieser Frist vom Direktor selbst sanft aber nachdrücklich hinausgeleitet. „Auf diese Weise , rief der alte Maler an feinem dreiundsiebzigsten Geburtstage, „zwingst du mich, hundert Jahre alt zu werden!" »Wenn die Verbündeten, den Krieg nicht verlieren wollen, dann dürfen sie am Vorabend des großen ~ igriffs Frankreich nicht ohne Benzin . für die kommenden Schlachten ebenso notwendig wie Blut." Clemenceau, der „Tiger", war es, der diesen Appell während des Weltkrieges an den amerikanischen Präsidenten Wilson richtete. Frankreich hatte im Schrecken der Marneschlacht erkennen gelernt, welche Bedeutung das Benzin im modernen Krieg erlangt hat. Damals charterte der Pariser Militärgouverneur ©allieni sämtliche verfügbaren Autos, einschließlich der Taxis, um die Imke französische Armee gegen die rechte deutsche Flanke zu werfen und die drohende Ueberrunwelung der Hauptstadt abzuwenden. Aber auch die Schlacht um Verdun wurde von den Franzosen gern als „Sieg des Lastautos über die Lokomotive bezeichnet. Und Lord Cur- g o n faßte die Bedeutung des Motorentreibstoffs im Weltkrieg in die lapidaren Worte zusammen: „Die Alliierten wurden auf einer Oelwoge zum Siege geschwemmt". S.J.-fport Regelung des Handballs im Bezirk Hessen OT. und OSB. Zu einer eingehenden Besprechung hatte der Handballeiter des Gaues Nordhessen Denn (Kassel) oer- gangenen Sonntag die maßgebenden Warte aus den alten Gauen des Mittelrheinkreises, die nunmehr zum Gau Nordhessen (Kassel) gehören, eingeladen. Von der DSB. war der Sachbearbeiter Baum- s ch u b (Wetzlar) anwesend. Trotz der mancherlei Schwierigkeiten der praktischen Durchführung der gegebenen Richtlinien ist von den Beteiligten eine Lösung gefunden worden, die allen Vereinen gerecht wird. Bei einer derartigen tiefgreifenden Umgestal- hing, wie der neuen Einteilung in Sportgaue, lassen sich natürlich anfänglich manche Härten nicht vermeiden, doch bei gutem Willen werben auch diese bald beseitigt sein. Für die Vereine unserer engeren Heimat ist aus der Sitzung folgendes Wissenswertes mitzuteilen: Wir gehören im Gau Nordhessen zum 2. Bezirk Gießen. Dieser Bezirk umfaßt auch die zweite Staffel der Gauklasse, der acht Mannschaften angehören. Diese sind wieder nach geographischen Oefid)t9punt= ten in zwei Gruppen zusammengefaßt. In der Gruppe Gießen spielen: Spieloereinigung 1900 und Mtv. Gießen, To. 1847 Wetzlar und Hachenburg. Sollte letztere Mannschaft aus wirtschaftlichen Gründen' freiwillig ausscheiden wollen, so springt hierfür Turnv. Wetzlar-Niedergirmes ein. In der Hanauer Gruppe sind: Polizei Hanau, Dörnigheim, Kesselstadt und Nieder-Eschbach. Beide Gruppen beginnen ihre Spiele am 8. Oktober unter Leitung von Gauspiel- wart Denn (Kassel). In der folgenden Bezirksklasse spielen alle Meister- Mannschaften der alten Turngaue Hessen, Lahn- Dill, Aar, Main-Offenbach-Hanau nebst den gleich spielstarken DSB.-Mannschaften. Leitung und Spielbeginn wie bei der Gauklasse. Alle übrigen Mannschaften haben schon ihre Runde in den alten Turngauen begonnen, so daß hier nur noch die DSB.-Mannschaften eingereiht werden müssen. Die Verwaltung dieser Spielreihen geht an die Spielwarte der neuen Turnkreise über. Und zwar ist diese Neueinteilung folgendermaßen im Bezirk Gießen: der Bezirk hat keinen Spielwart und untersteht dem Gau. Der 1. Kreis umfaßt die politischen Kreise Marburg, Biedenkopf und Dillenburg; der 2. Kreis Gießen, Wetzlar, Alsfeld und Schotten; einen weiteren Kreis bilden die Kreise Friedberg, Büdingen und Usingen. Die übrigen Kreise liegen außerhalb unserer engeren Heimat. Für den Kreis Gießen soll als Spielwart: Turner Albert Luh, Allendorf (Lahn), für den Kreis Friedberg: August Langsdorf, Bad-Nauheim, zur Ernennung voraeschlagen werden. Dies ist in Kürze das Wichtigste für die Vereine, die damit nun wissen, wo sie spielen. Hoffentlich beginnt nun mit der Einigung ein weiterer Auf- stieg in der Spielbewegung unserer Heimat. , FE.Teutonia^Wahenborn-Steinberg Teutonia Watzenborn-Steinberg (Liga) gegen Sportverein 1920 Lollar (Liga) 3:2 (2:2). Der abwechslungsreiche, mit größter Energie und letztem Einsatz eines jeden einzelnen Spielers aus- getragene Kampf brachten den Teutonen einen weiteren Erfolg. Zwei gleichwertige Mannschaften kämpften um Sieg und Punkte. Das Spiel begann mit stürmischen Angriffen der Platzbesitzer. Der Ball wurde genau und immer flach zugespielt. Es klappte in allen Mannschafts- teilen ganz vorzüglich. In der 7. Minute fiel bereits der Führungstreffer durch den Mittelstürmer der Platzbesitzer. Die Gäste wurden überspielt, wurden nervös. Bei einem neuen Angriff wurde der Links- außen zu Fall gebracht und der verhängte Straf- stoß aus 18 Meter Entfernung von ihm selbst mit unheimlicher Wucht in der 12. Minute zum zweiten Treffer verwandelt. In der 14. Minute folgte ein harter Schluß des Halblinken, der aber von dem Lollarer Torhüter bravourös zur Ecke abgelenkt wurde. Die Teutonen fühlten sich siegessicher, aber mangelhafte Deckungsarbeit der Platzbesitzer begünstigte die Gäste. In Der 16. Minute holte der Rechtsaußen Lollars ein Tor auf und in der 20. Minute erzielten die Gäste den Gleichstand. Die Lollarer wurden nun recht angriffslustig und Steinbergs Hintermannschaft bekam viel Arbeit. Es wurde weiter hart um die Führung gekämpft. Beiderst s wurden aber sichere Gelegenheiten zum Torschuß "^Dtt""roette ^Halbzeit begann mit begeisterndem Elan. Das Spiel erreichte seinen Höhepunkt. Wer wird am besten durchhalten, war die große Frage. 25 Minuten vor Schluß schied Steinbergs rechter Läufer wegen Verletzung aus, außerdem prallten Lollars linker Läufer und der linke Verteidiger zusammen. Der Verteidiger konnte sich daraufhin nicht mehr voll einsetzen. Im Endspurt stand aber Watzenborn-Steinberg besser durch, wurde leicht überlegen. 12 Minuten vor Schluß wurde em gut her- eingegebener Eckball durch Steinbergs Mittelläufer zum Siegestreffer verwandelt. Die Teutonen blieben nach heroischem Kampf, der auf beiden Seiten be- achtliche Leistungen zeigte, glücklicher Sieger Schiedsrichter Michel hatte das Spiel stets m der Hand und leitete gut. . Die zweiten Mannschaften beider Vereine lieferten sich vorher einen schönen Kampf, der im Zeichen eines Freundschaftskampfes ausgetragen wurde. Beide Mannschaften zeigten recht ansprechende Leistungen. Das Spiel wurde in überraschend lebhaftem Tempo geführt. Die Gegner waren sich im Feldspiel ebenbürtig. Lediglich im Sturm waren die Einheimischen etwas schwach und dieser Um- stand brachte sie um den Sieg. Erst zum Schluß gelang es den spielstarken Gästen, zweimal zum Erfolg zu kommen. Die 1. Jugend spielte in Alten- Buseck und landete einen überzeugenden Sieg. Mit 5:2 Toren wurden die Gastgeber geschlagen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Die erste Geländesportübung am Samstagabend zeitigte eine überraschend gute Beteiligung der Aktiven, denn annähernd 50 Teilnehmer hatten sich dazu eingefunden. Die Ucbung an sich war recht gut aufgezogen. Insbesondere der Marsch durch die Wälder stellte bei der herrschenden Dunkelheit große Anforderungen. Die Teilnehmer waren aber mit Begeisterung bei der Sache. 1900 11 — Leihgestern I 4:4 (2:2). Das Resultat gibt hierbei den Spielverlauf nicht wieder. Zweimal hatten sich die Hiesigen einen Vorsprung von 2 Toren verschafft (2:0 und 4:2), aber jedesmal glich der eifrige Gegner aus. 1900s Angriffsreihe verschenkte den sicheren Sieg. Fischer im Tor ließ manchen haltbaren Ball passieren. 1900 111 — Grüningen 1 2:0 (0:0). Seit ihrem letzten Auftreten in Gießen haben sich die Grüninger spielkulturell sehr verbessert. 1900 hatte eine gute und eifrige Elf gestellt, so daß auch dieses Treffen stets sehr spannend war. Durch Mißverständnis verschuldeten die Gäste ein Eigentor. Arnold II stellte durch einen weiteren Erfolg den Sieg sicher. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Großen-Buseck 1 — Daubringen I 6:0 (2:0). Am Sonntag löste die 1. Mannschaft des SC. 1921 Daubringen eine Rückspielverpflichtung gegen die 1. Elf des FC. 1926 Großen-Buseck em. Die Gäste, mit nur 10 Mann antretend, konnten in der ersten Halbzeit das Spiel offen halten. Eine 2:0- Führung der Einheimischen bis zur Halbzeit war, obwohl die gegnerische Hintermannschaft sich gut verteidigte, nicht zu vermeiden. Nach Halbzeit sah man nicht mehr das schöne Spiel wie vorher, da die Gäste dem Spieltempo nicht mehr standhielten und in die Abwehr gedrängt wurden. Eine Verbesserung der Ergebnisse war trotzdem dem einheimischen Sturm, der sehr gut zusammenspielte, vorerst nicht möglich. Erst in der letzten Viertelstunde konnte das Endergebnis von 6:0 hergestellt werden. Der Großen-Busecker Mannschaft gebührt, obwohl sie auch Ersatz in ihren Reihen hatte, für das schöne Spiel ein Gesamtlob. Das Spiel wurde von Roon (Gießen) sicher geleitet. Vor diesem Spiel standen sich die Schüler beider Vereine gegenüber. Auch hier konnten die Einheimischen, nachdem die Gäste bei der Pause 1:0 in Führung lagen, mit 4:1 Sieger bleiben. Das Programm des Deutschen Skiverbandes. Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele1936. — Besondere Förderung der Jugend. pflichten, die als Wandertrainer eingesetzt werden sollen und in diesem Winter an den skisportlichen Brennpunkten Sondierungskurse abhalten Der DSV. hat zwei Fronten Die eine läuft vom Harz über Thüringen, das sächsische Bergland zum Riesengebirge. Die andere große Linie reicht entlang der Alpen, vom Feldberg bis nach Berchtesgaden und in den Bayerischen Wald. Auf diesen beiden Fronten werden zwei Norweger eingesetzt, um in Kursen, an bestimmten Plätzen unter Aufsicht der sportlichen Führung des DSV. Auswahl zu halten, mit besonderem Augenmerk auf den Nachwuchs. Als Grundlage für ihre Arbeit hat die sportliche Führung des DSV. die Absicht, den Wettkampf mit Rücksicht auf die Olympischen Winterspiele ausschließlich nach der Internationalen Wettlauf-Ordnung durchführen zu lassen. Unsere Läufer müssen sich an diese Bestimmung gewöhnen. Beispielsweise ist hier im Gegensatz zur alten DSV.-Wettlauf-Ordnung festgeleat, daß Junioren von 18 bis 20 Jahren keinen Langlauf gehen dürfen. Die Jungens müssen springen und immer wieder springen. Hier lag einer der größten Fehler der Vorbereitung unseres Nachwuchses. 3n den letzten Jahren trat immer deutlltcher zutage, daß wir wohl ausgezeichnete Langtäufer besitzen, vielleicht auch einige Speziat- springer, aber keineswegs Leute, die, mit Ausnahme der alten Kämpen, gut in der Kombination waren. Die Krone des Laufes bleibt nun einmal die Kombination von Lang- und Sprunglauf. Einen dritten Norweger wollen wir in Garmisch- Partenkirchen, also im Gelände der Olympischen Winterspiele, einsetzen. Hier soll eine Art Wander- lager am Eckbauer, dem Domizil von Altmeister Martin Neuner, eingerichtet werden, wohin die geeignetsten Nachwuchsläufer des DSV. für bestimmte Zeit geschickt werden. Kein Konzentrations- lager, sondern ein zwangloses Beisammensein, wo die Leute sich kennenlernen sollen und mit dem I Norweger Tag für Tag im Langlaufgelände herum- 1 treiben. Jeder Fleck, jeder Busch, jeder Hang, jede Der D e u t s ch e S k i - V e r d a n d hat an den Deutschen Olympischen Ausschuß ein in allen Einzelheiten ausgearbeitetes Programm über die Vorbereitungen der deutschen Skiläufer für die Olympi- fchen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen überreicht, dem wir Folgendes entnehmen: „Der Deutsche Ski-Verband und seine sportliche Führung ist in der Lage, dem Deutschen Olympischen Ausschuß ein klares Programm für die Vorbereitung der Olympischen Winterspiele zu unterbreiten. hervorragendes, prächtiges Menfchenmalerial stehl in großer Masse dem Deutschen Sfi- verband zur Verfügung. In weitem Umfange muß dessen sachgemäße und organische Ausbildung in die Hand genommen wer- den. Mit Freude kann festgestellt werden, daß nach den Besprechungen des Sportwartes nicht nur das Reichsheer, sondern auch die SA ihre Jugend in weitgehendem Maße unseren Zwecken zur Versü- flung stellen will. Das gleiche ist von der Turner- schäft zu erhoffen, die bisher gerade im Skilauf eigene Wege ging, heute jedoch nach einer Rück- spräche mit dem seinerzeitigen ersten Vorsitzenden, Dr. Vteuenborff, das notwendige Verständnis unseren Zielen entgegenzubringen scheint. Im soliden Aufbau, ruhig und selbstverständlich sollen die Vorbereitungen des Deutschen Ski- Verbandes für die Olympischen Winterspiele 1936 in die Hand genommen werden. Zunächst sei ein Programm für den Winter 1933/34 aufgestellt. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß uns bis zum Jahre 1936 nur noch zwei Winter zur Verfügung stehen. Es muß also sofort mit aller Energie und mit dem Einsatz aller zur Verfügung stehenden Kräfte an die große Aufgabe herangegan- gen werden. Zunächst soll davon abgesehen werden, die Skiläufer in einem Trainingslager zusammenzuziehen. Es gilt heute erst einmal die Spreu vom Weizen zu sondern. m Es sind bereits Verhandlungen im Gange, norme gif c^e Amateurtrainer zu oer. Sonnen- und Schattenseite muß kennengelernt werden und ebenso oft als möglich unter Anleitung des Norwegers auf der Olympiaschanze ihr Sprungvermögen verbessert werden. Also keineswegs eine Vorbereitung wie sie im Jahre 1928 für St. Moritz in großem Ausmaß in die Hand genommen war, jedoch später restlos versagte, weil man es nicht verstanden hatte, auf die Eigenart des sportlichen Skiläufers einzu'gehen. Es soll nicht verkannt werden, daß Diszi- plin und straffe Zucht die erste Vorbedingung für die Arbeit des Deutschen Ski-Verbandes sind. In ähnlicher Form sollen Abfahrt und Slalom durch erprobte Könner (Friedel D ä u b e r usw.) in den Hauptgebieten geübt werden (Beurteilung des Geländes, Slalomroutine — nicht durch stures Tainieren auf ein- und derselben Abfahrtsstrecke, sondern durch freizügiges Bewegen im Gelände). Für die Frauen ist ein zehntägiger Lehrkursus am Kreuzeck vorgesehen, wo ebenfalls einer unserer besten Abfahrtsläufer den Mädels das nötige Können beibringen soll. Zu bemerken ist, daß von jetzt ab Langläufe für Damen oder die sogenannten Geländeläufe im DSV. allgemein verboten sind. Wie dies auch bereits die rIS bei ihren großen Damen-Veranstaltungen tut, sollen für die Damen nur leichte Abfahrtsläufe und Slaloms abgehalten werden. Der DSV. hat dies bereits in den Ausschreibungen der Winter-Kampfspiele 1934 angeordnet. Es wird von den Frauen also keine ungeheure Willens- und Energieleistung verlangt, wie dies früher, keinesfalls zum Nutzen der Mädels der Fall war. Nach all diesen Vorbereitungsarbeiten werden die Besten bei den DSV.-Meisterschaften in Berchtesgaden zu einer geschlossenen Nationalmannschaft zusammengestellt. Kapitäne werden alte erfahrene, aktive Läufer, die für alles verantwortlich gemacht werden, was das richtige Management anbelangt. Für die Lang- und Sprungläufer ist Gustl Mül- (e r in Aussicht genommen, für die Abfahrtsläufer Karl Neuner und für die Domen Hadi Pfeif- fer-Lantschner. Der DSV. wird sodann Expeditionen zu den fI8-Wettkämpfen, zu. den Meisterschaften der Schweiz, Finnland und Bulgarien, des HDW. und tunlichst auch des Oesterreichischen Ski- Verbandes entsenden, um die Läufer und Springer an fremde Umgebung, unbekanntes Gelände und verschiedenartige Sprungschanzen zu gewöhnen und letzten Endes, um zu zeigen, daß deutsche Skiläufer ihren Mann stehen. Hand in Hand geht die Vorbereitung der Jugend, vornehmlich der Jugendklasse I (16 bis 18 Jahre), die in sportlicher Hinsicht in die Hände des Sportwartes überzuleiten ist. Diese Buden werden zum großen Teil im Jahre 1936 in der Nationalmannschaft vertreten sein. Die Besten werden zu einem Sonderkursus in Berchtesgaden während der Meisterschaften zusammengezogen. Der Tag des deutschen Radfahrers in Berlin. In Berlin wurde von den Radsportverbänden ein „Tag des deutschen Radfahrers" begangen, der feinen Höhepunkt in einem großen Korso der Fahrer durch Berlins Repräsentationsstraße „Unter den Linden sand. W r'' DasTrengelöbniSderTurneramAaiionaldenkmal Zur 50-Jahr-Feier am Niederwald haben die Turner des etwa 200 000 Mitglieder zählenden Mittelrheingaues der DT. fünf große Gedenkftaffeln gelaufen, an denen über 20 000 Turner teilnahrnen. Der Hauptlauf 4, der durch unser Heimatgebiet führte und 200 Kilometer lang war, beanspruchte zur Hauptstaffel und den vier dazu gelaufenen Nebenstaffeln allein 4000 Läufer. Der Lauf begann in Marburg mit einer kleinen, aber würdigen Feierlichkeit, zu der sich auf dem ehrwürdigen Marktplatz außer der Marburger Turnerschaft eine sehr stattliche Zuschauerzahl eingefunden hatte. Nach einigen flotten Märschen des Spielmannszuges eröffnete der Vorsitzende der Marburger Turnerschaft, Studienrat Dr. Stier, mit Worten herzlicher Begrüßung, worauf Bezirksoberturnwart R. Paul (Gießen) Sinn und Zweck der Niederwald-Gedenk- läufe treffent) barlegte. In Gießen fand in der Mitternachtsstunde, als dort die von Lauterbach und Friedberg kommenden Nebenläufe eintrafen, ebenfalls eine kleine Feier statt, über die wir schon berichtet haben. Aehnliche Feiern gab es in der Nacht in Limburg (Eintreffen der Nedenstaftel von Hachenburg) und in Freiendiez (Aufnahme der Nebenstaffel von Ems). Nachfteyend bringen wir die Urkunden des Hauptlaufs 4 und feiner Nebenstaffeln im Wortlaut. Die Urkunden wurden am Niederwald feierlichst Reichsminister Goebbels als dem Vertreter des Herrn Reichskanzlers überreicht. Zu bemerken ist noch, daß Hauptlauf 4 unter der Oberleitung von Bezirksoberturnwart Paul (Gießen) einen reibungslosen Verlauf nahm. Oie heimischen Urkunden Haupt staffel 4, von Marburg kommend: „Die Hessenturner entbieten am Tage der Enthüllung des Nationaldenkmals in 200Kilometer langem Lauf, in Marburg an der Lahn beginnend, dem hochverehrten Kanzler des Reiches treueste Grüße und versichern mit heißem Herzen unbegrenzte Hingabe für die Arbeit am Neubau des Reiches. Für Marburgs Turner: Dr. Stier. Für den Bezirk Hessen: R. Paul, Oberturnwart." Nebenlauf, in Lauterbach beginnend: „Unserem Führer! Aus der Nordostecke des Vo- gelsberges, unweit des Hoherodskopfes, jenes Berges, auf dem wir am Abend des 18. Juni 1932 der unvergeßlichen Bergpredigt unseres Füh- rers lauschen durften, aus dem alten Hefsenstädtchen Lauterbach, der Geburtsstadt Adolf Spieß', des Begründers des deutschen Schulturnens, des Wegbereiters Iahn'schen Gedankengutes, entbieten Turner und Turnerinnen unserem Stangler und Führer an- läßlich der 50-Iahrfeier am Niederwalddenkmal Gruß und Treugelöbnis. Fest steht und treu die Wacht am Rhein, wir alle wollen Hüter sein! Turnerschaft Lauterbach, Hessen." Nebenlauf, in Friedberg beginnend: „Zur 50. Wiederkehr des Tages der Einweihung des Nationaldenkmals als Sinnbild der Deutschen Einheit überbringen die Turner der Wetterau von der alten Reichsstadt Friedberg aus das Gelöbnis | unverbrüchlicher Treue zu Volk und Vaterland und seinen großen Führern. Friedberg in Hessen, 24. Sep- | tember 1933. Kreisführer: Thierolf. Handball im OSC. Am Sonntag trug der OSC. sein erstes Handballspiel aus. Mit einer schwachen Mannschaft wurde das Spiel gegen die 1. Mannschaft der hiesigen 2. Kompanie 16:2 verloren. Die Soldaten traten mit ihrer kompletten Ersten an. Die Läuserreihe des OSC. war dem schuhgewaltigen Sturm der Soldaten, die mit Schmidt, Hill, Langenohl, Kern, Krämer spietten, nicht immer gewachsen. Das Spiel wurde äußerst hart ausgetragen. Trotz der hohen Niederlage hielten die OSC.er das Spiel offen, wenn auch nicht zu verkennen war, daß die Soldaten hinsichtlich der Technik und Stellungsspiel vieles voraus hatten. Hilde Krahwinkel siegt weiter. Auch das Tennisturnier in Montreux konnte am Montag zu Ende gebracht werden. Hier gab es erfreuliche deutsche Erfolge. Nachdem unsere Spitzen- spielerin Hilde Krahwinkel schon im Einzel siegreich geblieben war, holte sie sich auch noch die Titel im Damen-Doppel mit der Schweizerin Payot zusammen, und mit von Gramm als Partner legte sie auch auf das „Mixed" Beschlag. Der deutsche Meister von Gramm zeigte wieder eine schöne Leistung und überspielte im Einzel den Italiener de Stefani 6:4, 6:3, 0:6, 6:3. Ionath nicht mehr aktiv? Der deutsche Meisterläufer Artur I o n a t h (Bochum) wird sich aus beruflichen Gründen nicht mehr aktiv betätigen. Ionath ist dem väterlichen Geschäft eine wertvolle Kraft und wird mit der ihm übertragenen Arbeit so stark beansprucht, daß er keine Zeit mehr zu einem geregelten Training findet. Ionath hat sich aus diesem- Grunde entschlossen, an sportlichen Wettkämpfen nicht mehr zu beteiligen. Der Rücktritt unseres ausgezeichneten Kurzstreckenläufers, der in diesem Jahre wegen einer Verletzung nicht so stark in Erscheinung trat, kommt trotz der Gerüchte, die schon hier und da herumschwirrten, dennoch etwas überraschend. Ionath ist erst 24 Jahre alt und tritt damit schon sehr frühzeitig von der Kampfbahn ab. Seine großen Erfolge, vor allem fein Doppelsieg bei den Deutschen Meisterschaften des Jahres 1932 über 100 und 200 Meter find noch in guter Erinnerung. Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles war Ionath der schnellste weihe und europäische Läufer, lieber 100 Meter holte er für Deutschland hinter den Schwarzen Tolan und Metcalfe die Bronze- Medaille. Kurze Sportnotizen. Im Ausscheidungskamp f um die Fußball-Weltmeisterschaft trennten sich die Schweiz und Iugoslaoien in Belgrad vor 20 000 Zuschauern mit einem Unentschieden von 2:2, so daß also erst das Rückspiel auf schweizerischem Boden entscheiden wird, wer an den Schlußspieler» in Italien teil- nehmen wird. * Gin weiteres Fußball-Länderspiel endete in Oslo mit einem l:0-(l:0-)Sieg der Schwe- den über Norwegen. Dienstag, 26. September 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen) Ur. 225 Drittes Blatt Die ReichssühreMimg des Sichlhelms in Hannover Bilder vom ersten Spatenstich zur Autobahn Der Reichskanzler begrüßt Die Arbeiter. fttMM ’ers begangen, der (einen raße „Unter den Linden' Die Ankunft der Führer im Hindenburg-Stadion. In der Mitte: Reichskanzler Adolf Hitler: links. Stabschef Röhm; neben Hitler rechts: Bundesführer S e l d t e ; ganz rechts: Reichswehrminister von Blomberg. Der Reichskanzler mit Reichsstatthalter Sprenger (ganz rechts); — Reichswehrminister o. Blomberg (links vom Reichskanzler); — Reichsverkehrsminister Freih. Elz o. Rübenach (in Zivil); — Staatssekretär Feder Das neue Gauheim „Adolf-Hitler-Haus" in der Gutleutstraße zu Frankfurt a M Oer Mord an dem SA-Mann Handwerk vor dem Schwurgericht. Eine alte und zwei neue Standarten des Stahlhelms beim Aufmarsch. n Urlunden , Marburg kommend: etea am Tage der Enthül- in AMlometer langem Der Lahn beginnend, dm es Reiches treueste Truhe m -erzen unbegrenzte Jin- Neubau des Reiches. Für Stier. Für den Bezirk •tiirmnart' auterbach beginnend, us der Rordostecke des Do- »g hoherodskopfes, wir MAbend de-18. Fun, i Vergpredigt unstres Fuh us dm alt-n h^enstMen sstadt Adast Sp'°b ij"* • ÄÄ Thieroll- i°«Kill! 'nem Grunde ent- lUsgezeichnetenKurB"^, Jahre ®eJentrflt, kommt »Erchemungnu ,as ÜW'Ä * f* tritt bi®1' * jrifti" dch» *7»! Erinnerns. gonali) ^ Ä- Anstel-L Heber VS"**85 und qZK- ad D°r„ [o dav °^tscheiden UKe?tn 3t°l,Cn * < ytiS* nem *• Frankfurt a. M., 25. Sept. (WER.) Heute vormittag begann vor dem Schwurgericht der Mordprozeß Reitinger und Genossen. In einer Ecke hat sich erstmalig in einem Frankfurter Gerichtssaal ein Photograph aufgebaut. Die Der- Handlung wird vom Landgerichtsrat E r d n i ß geleitet, die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Dr. Rausch, die Verteidiger sind von den Angeklagten nicht selbst gewählt, sondern pflichtgemäß vom Gericht gestellt. Es fungieren als Offizialverteidiger die Rechtsanwälte Sundermeyer (für Reitinger), Engelhardt (für Götte) und Weigand (für Kniedel). Kurz vor 9 Uhr wurden die drei Angeklagten aus der Untersuchungshaft oorgeführt, von denen nur Reitinger ein jugendliches Aussehen hat. Der Verhandlung wohnt die Mutter des getöteten SA. - Mannes Hans Handwerk als Nebenklägerin bei, ferner ist der verletzte SA.» Mann Friedrich Handwerk als Nebenkläger zugelassen und durch Rechtsanwalt Dr. Wirth vertreten. Oie Anklage. Aus der Verlesung des Eröffnungsbeschlusses ergibt sich, daß der 1913 in München geborene Kochlehrling Josef Reitinger des Mordes an Hans Handwerk, des Mordversuches an Friedrich Handwerk, ferner des Mordversuches mittels hinterlistigen Ueberfatls an dem SS-Mann Willi Weißenborn und dem Kom- muniften Karl Kutschka, der Körperverletzung und des schweren Landfriedensbruches beschuldigt wird. Der 1909 in Siegen in Westfalen geborene kaufmännische Angestellte Erich Götte soll Reitinger Begünstigung geleistet und der 1904 geborene Fuhrmann Ernst Kniedel aus Oberrad sich des Landfriedenbruches schuldig gemacht haben. Oie Tatvorgänge erstrecken sich auf Ereignisse, die sich am 24. Juni und am 4. Juli v. I. abspielten. In Gräfs Garten hatte am 24. Juni eine nationalsozialistische Versammlung stattgefunden, deren Teilnehmer durch die Breitegasse nach der Zeil zogen und von Kommuni st en verfolgt wurden. Es wurde scharf geschossen. Der schwarzgekleidete K u t s ch k a , der vermutlich von seinen Parteiangehörigen für einen SS.-Mann gehalten worden ist, erhielt einen Schuß in den Oberarm und einen Bruststeckschuß. Der SS.-Mann Weißenborn wurde in die Hüfte getroffen. In der Nacht des 4. Juli wurde am Als der Angeklagte aufgefordert wird, sich zum Fall Handwerk zu äußern, schildert er, wie er mit der Waffe in der Tasche am Abend des 4. Juli sich in der Altstadt befand, wo Demonstrationen roarerr. Nächst dem Allerheiligentor say er etwa 50 Reichsbannerleute, die riefen: „Die Nazis wollen das Gewerkschaftshaus stürmen". In der Nähe von Gräfs ©arten will er Horn getroffen und diesem seine Pistole übergeben haben. Horn verschwand dann in der Menge am Städelshof. Eine Weile später habe er sich dort auch eingefunden, es war bereits eine Schlägerei im Gange. Dieser will Reitinger zugesehen Haden. Auch will er gesehen haben, wie Horn schoß. Der Angeklagte will sich dann aus der Menge entfernt haben. Arn Aller- Heiligentor habe ihm Horn die Waffe wieder zuge- steckt. In der Nähe des Würzburger Ecks traf man Vogt. Horn habe ihm gesagt, wenn er, Reitinger, Vogt treffe, dann solle er ihm sagen, er, Reitinger, habe auch geschossen. Horn, der noch äußerte: „W er uns verrät, der fällt", sei gleich fortgegangen. Reitinger wurde am 11. Oktober v. I. in Hast genommen und am 3. November wieder entlassen. Horn hatte ihm die Weisung gegeben, vor dem Untersuchungsrichter nichts zu sagen, ehe er mit einem Anwalt gesprochen habe. Am 19. Mai d. I. kam Reitinger wieder in Haft. Während Reitinger in der chauptverhandlung dabei bleibt, nicht geschossen zu haben und Horn als Den Täter bezeichnet, hat er vor der Polizei angegeben, daß er an dem Abend baden gewesen sei. !öor Der SA. hat er zugegeben, daß er in der Hans-Handwerk- Strahe gezchosjen habe. Er habe fünfmal geschossen und Der sechste Schuß sei infolge Ladehemmung nicht losgegangen. Bei einer Vernehmung am 10. Mai sagte er, daß er im Falle Handwerk die Schuld auf sich nehme, aßer er tue es nicht, um Die SchulD eines anDeren zu Decken, Das würde er feiner Mutier zuliebe nicht tun, Da er Das Gefchäft seiner Mutter nicht ruinieren wolle. Vor Der Staatsanwaltfchast sagte Reitinger, Daß er Die Tat eingestehe, weil er nicht wolle. Daß Vogt belastet werDe. Dem Untersuchungsrichter gab er am 20. Mat an, Daß er sein GestanDnts aus freiem Willen abgelegt habe. Jetzt will Reitinger sich nicht Derart geäußert haben. Bei feiner Vernehmung vor Der SA. will er unter einem gewissen Druck geftanDen haben. Angeklagter Götte. Darauf wurDe Der Angeklagte Götte vernommen. Er ist Der Sohn eines Siegener SchneiDers, Der 1914 nach Frankfurt zog. Der Angeklagte war längere Zeit als kaufmännischer Angestellter tätig. 3m Frühjahr vorigen Jahres kam er mit feinem SchulfreunD Horn zusammen. Der ihn in kommunistische Kreise einsührte. Zu Den Ereignissen in Der Breitegasse will Götte nur zufällig hinzuge- kommen sein. Er behauptet. Daß Die Dort gefallenen Schöffe nur von Horn herrühren konnten. Der auf Die Mitte der Straße gesprungen fei und geschaffen habe. Am folgenden Tage habe er Horn getroffen, der ihm sagte, er habe nur Angst machen wollen, scharf geschossen habe er nicht Er habe Drei Tage vor Den Ereignissen Die rechte HanD gebrochen und sei nicht in der Lage gewesen, zu schießen. An dem Vorfall in der Hans-Handwerk- Straße will Götte nicht beteiligt gewesen sein. Seme Aussage vor der SA. bezeichnet er als unwahr. Oer Angeklagte Kniedel befand sich in Fürsorgeerziehung und kam dann in eine Spenglerei. Später wurde er Fuhrmann. Er trat der KPD. bei, wurde aber später wegen Stceikbruchs wieder ausgeschlossen. Aus einem Städelshof, einer kleinen Seitenstraße der inzwischen zur Hans - Handwerk - Straße umbenannten Langestraße, Hans Handwerk erschossen. Er kam mit seinen beiden Brüdern von einer nationalsozialistischen Kundgebung in Westhausen. Als man nach der Wohnung im Städelhof einbog, erfolgte ein U e b e r f a 11, bei dem Friedrich Handwerk schwer verletzt worden ist. Reitinger soll die Schüsse abgegeben haben. Oer Angeklagte Oettinger ist noch unbestraft. Er war viereinhalb Jahre in einem Waisenhaus in der Oberpfalz, dann eine zeitlang bei Verwandten und betätigte sich als Maurer. Als das Gerede ging, er habe feine Großmutter bestohlen, bat er feine in Frankfurt wohnende Mutter, ihn aufzunehmen. Die Mutter betreibt eine Restauration. Er sollte Koch werden, fand aber keinen Geschmack an diesem Berus und ging zu einem Installateur in die Lehre, wo er es ein Jahr aushielt. Die Beschäftigung kam ihm lang- wellig vor und er fing an, sich politisch zu betätigen, wozu ihn Freunde animierten, die Kommu- nisten aus der Altstadt waren. 1931 trat er der Internationalen A r b e i k e r h i l f e und nach zwei Monaten der Kommunistischen Partei bei, schließlich gehörte er auch dem schon verbotenen Rotfrontkämpferbund an, bei dem er zum Hauptkassierer ernannt wurde. Oie Vernehmung Peitingers. Vorsitzender: Wollte Ihre Partei Revolution machen? Angeklagter: Es hieß, es gehe bald los. Der Angeklagte bekundet bei feiner weite- ren Vernehmung, daß eine unausgesprochene Aufforderung, sich Waffen zu b e s ch a f f en, bestanden habe. Er schilderte den Vorfall am 24. Juni. Eben waren die Nationalsozialisten von der Zell in die Breitegasse eingebogen, da fiel ein Schuh und er hörte, wie gerufen wurde: „SS. vor, Straße frei". Da habe er auch geschossen. „Ich gab'Zwei Schüsse ab, weil ein anderer geschossen hat. Vorsitzender: Es war einer von Ihren Leuten. Angeklagter: Gesehen habe ich ihn nicht. Ich habe nicht gezielt und auch nicht mit der Möglichkeit gerechnet, jemand zu treffen. Dem Angeklagten wurde vorgehalten, daß nach dem Sachverständigen-Gutachten das Kaliber, mit dem die Leute verletzt wurden, mit dem Kaliber Der Waffe Reitingers übereinstimmt. Der Ange- klagte behauptet, es könne nicht fein, Daß er Getroffen habe. Spaziergang mit feiner Frau kam er ans Allerhelligentor. „Hier ist dicke Luft, da will ich nichts mit zu tun haben", jagte er zu feiner Frau und entfernte sich nach der Langestraße. „Meine Frau blieb stehen." Der Angeklagte will am Städelshof an die Wand gedrückt worden sein. Gleich darauf seien Schüsse von der gegenüberliegenden Seite gefallen. Der Angeklagte, dem Landfriedens» d r u ch zur Last gelegt wird, will dann gesehen haben, wie zwei Reichsbannerleute Schösse auf die Nationalsozialisten abgaben. Als er gefragt wird, ob er sich schuldig bekenne, zuckt er die Achseln. Damit war die Vernehmung Der Angeklagten be« enDet. Am Dienstag beginnt Das Zeugenveryör. Kunst und Wissenschaft. Die Grönland-Expedition von Lauge koch. Die Expedition unter der Führung von Dr. Lauge Koch, ist, wie bereits kurz gemeldet, an Bord der beiden Fahrzeuge „Gustav Holm" und „Gustav Godthaab" aus Grönland zurückgekehrt. Dr. Koch äußerte sich Pressevertretern gegenüber außerordentlich befriedigt und betonte, daß die Expedition ungewöhnlich gute Arbeitsbedingungen vorgefunden habe. Der Dampfer „Gustav Holm" sei bis zu 79,10 Grad nördlicher Breite oorgedrun- ?en, was einen Rekord bedeute, da bisher noch ein Schiss soweit nördlich gewesen sei. Man habe Untersuchungen auf einem Gebiet oorgenommen, das vorher kein menschlicher Fuß betreten habe. Bei der Umfliegung der grönländischen Nordost- küste seien vollkommen kahle, wöstenähn- liche Landstriche ohne Niederschläge und daher auch ohne Eisbildung oder Schnee entdeckt worden. Dort gebe es weder Pflanzen- noch Tierleben. Bei einem Erkundungsflug in nördlicher Richtung habe man die nördlichen Teile von Christian- IX.-Land untersucht und die Beobachtungen des deutschen Fliegers von Gronau in Bezug auf wette Landstrecken bestätigt gefunden. Es gebe dort mindestens vier Gebirgsmassive mit Bergspitzen von 4000 bis 4300 Meter Höhe. Im ganzen sei es von der Luft aus gelungen, 3 0 0 000 qkm zu kartieren Um diese gewaltige Arbeit zu ermöglichen, mußten die Flugzeuge 40 000 km zurücklegen. Was die Goldfunde anbelangt, so dürfe man sich keinen übertriebenen Hoffnungen hingeben. Die Goldmengen seien zu gering, um praktischen Ausbeutungswert zu besitzen. Sehr reich sei die Ausbeute an Versteinerungen aus der Devon-Periode und besonders wissenschaftliches Interesse komme den vierbeinigen F i s ch e n zu, die man in Mengen gefunden habe und jetzt nach den Versteinerungen genau beschreiben könne. Außerdem habe man den Stammvater aller zurzeit lebenden Fischarten entdeckt. 20 000 Exemplare der verschiedenen versteinerten Uebergangsformen habe er in 50 Kisten mitgebracht. Die Untersuchung werde mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Der Dampfer „Gustav Godthaab" sei von Skoresbysund aus in einen Fjord eingedrungen, der nicht weniger als 300 Kilometer lang und 1450 Meter tief fei; man habe es hier also zweifellos mit dem tiefsten und längsten Meereseinschnitt der Welt zu tun. Vortrag von Professor Herzog in Athen. Professor Dr. Rudolf Herzog, der klassische Philologe und der derzeitige Kanzler der hessischen Landesunioersität Gießen, hielt in der Athener Universität in deutscher und in neugriechischer Sprache einen Vorttag über das Deutschland von 1933. Der Vortrag fand starken Beifall; ein Hoch auf Deutschland und Griechenland beschloß die Ver» anstaltung. T höher , h0N*^: %*sr '■für ÄMji. »h'Ä: sä: 'e ^ufe Äen Sn- 5°rbereif,. iÄ '«Nin. - Aus der Provinzialhauptstadt Oer Luchs. Von Otto Alfcher. Es schien, als ob sich der Felsvorsprung bewegte. Doch nun wurde ein runder Tierkopf mit breitem Backenbart und spitzen Pinselohren erkennbar, der sich gegen den Abendhimmel abzeichnete; hochbeinig ragte das Tier, auf, ein federnder Sprung in die Tiefe — der Luchs begann seinen nächtlichen Jagdgang. Rasch, doch unhörbar, gleitet er hin. Manchmal verhofft er, lauscht minutenlang, aber bis auf den dumpfen Ruf eines Uhus am Hange der Schlucht und dem unsichtbaren Flappen eines Ziegenmelkers irgendwo im Grau des Himmels schweigen noch die Geräusche des nächtlichen Waldes. Der Luchs wendet sich der Tiefe der Schlucht zu. Himbeeren und Nesseln wuchern zwischen den Stämmen, es raschelt da und dort, pfeift — Mäuse sind es. Doch nun sinkt der Luchs jäh in sich zusammen, reglos klebt er im Fallaub, dann schiebt er sich hin, wie ein Schatten, der allmählich weiterrückt, bis er vor einer dichten Hecke von Ranken und aufstrebendem Jungholz wieder zur Unbeweglichkeit erstarrt. Ein Tappen, ein Zupfen in der Hecke. Ranken werden herabgezogen, das mahlende Geräusch eines äsenden Tieres ist vernehmbar, lieber die Rückenhaare des Luchses huscht es wie ein glättender Lufthauch, sein kurzer Stummelschwanz zuckt vor Be- gieroe, noch ein kurzes Näherschieben, jetzt ein mächtiger Satz — mitten in die Hecke hinein schlägt das Raubtier. Doch er landet nicht auf dem Boden, die Ranken der Brombeeren sind wie ein Netz, der schräge Stamm einer Jungesche wirft ihn zur Seite — unter ihm fährt entsetzt der Hase heraus und poltert davon. Aller Jagdeifer war in dem Luchs versunken. Er ließ ein mißmutiges Mauen hören, trabte noch eine Strecke hin, schwang sich dann auf einen Stamm, wo er sich trüg und unlustig ausstreckte. Es war, als wolle er seinen Taaschlaf fortsetzen, denn er bewies keinerlei Aufmerksamkeit. Plötzlich kam über die Schlucht, vom jenseitigen Bergrücken, das Klagen eines Rehkitzes. Es brach entsetzt los, wurde dünn und stechend vor Schmerz, erstickte dumpf, schrillte wieder auf, zerriß im durchdringenden Flehen, konnte nicht ersterben, immer wieder von neuen Qualen aufgejagt. Lange dauerte es bis der letzte Jammerruf verhallt war. Er wußte genau, wo sich die Stelle befand, von der der Todesschrei des Rehkitzes erklungen war. Mit einer den Menschen unbegreiflichen Deutlichkeit Oer neue Polizeidirektor in Gießen. Gestern nachmittag übernahm der neuernannte kommissarische Polizeidlrektor Jost, der bisher m gleicher Amtseigenschaft in Worms wirkte, die Ge- schäfte der Gießener Polizeidirektton. Aus diesem Anlaß begrüßte Poli^eidirektor I o st gestern nach- mittag die vor dem Polizeiamtsgebaude aufgestellten Beamten der uniformierten Polizei, der Kriminal-, Staats- und Verwaltungspolizei, sowie das Sonderkommando bei der Gießener Polizeidlrektion. 3u Ehren des neuen Polizeichefs waren an Den Flaggenmasten vor dem Polizeigebäude die Fahnen der nationalen Erhebung gehißt. Kurz nach 17.30 Uhr betrat Polizeidlrektor I o st, vom Kreisamtsgebäude kommend, den Hof des Polizeigrundstücks. Hier meldete ihm der Leiter des Außendienstes, Polizeioberinspektor Hoffmann, die angetretenen Beamten der Polizei und das Sonderkommando. Hierauf richtete Pg. Bullmann, der z. b. B. zum Polizeiamt Gießen kommandierte Wormser Kreisleiter, eine kurze Begrüßungsansprache an den neuen Polizeichef. Pg. B u l l m a n n brachte zunächst den Dank an das Ministerium für den neuen Polizeidirektor, d. h. für den Polizeidirektor an sich zum Ausdruck. Er wies dann darauf hin, daß nunmehr im Gegen- fatz zu dem System Leuschners und des Liberalismus ein anderer Geist auch im Dienste der Polizei zur Geltung gekommen sei. In dem neuen Polizeichef habe man einen SA. - Mann vor sich, für den der Geist des Nationalsozialismus bei seiner Amtsführung bestimmend fei. Pg. B u 11 - mann begrüßte sodann den neuen Polizeidlrektor Pg. Jost namens der Angehörigen der Polizei- direktion und hieß ihn herzlich willkommen. Polizeidirektor 3oft dearühte die PolAibeamten und das Sonderkommando als feine Kameraden und dankte Pg. Bullmann für die herzlichen Worte der Begrüßung. Der neue Polizeichef gab sodann der Hoffnung und dem Wunsche Ausdruck, daß zwischen ihm und den Angehörigen der Gießener Polizei stets ein gutes Zusammenarbeiten im Geiste des neuen Deutschland Platz greifen mochte, das uns durch die nationalsozialistische Revolution freigemacht habe. Im Geiste des SA.-Mannes solle für den neuen Staat gearbeitet werden, der uns wieder zu Größe und Stärke führen werde. Ge- meinsam müßten alle Kräfte zum-Wohle unseres Vaterlandes eingesetzt werden, das Ziel dabei heiße immer nur: Deutschland. Im Anschluß an seine eindrucksvollen Worte schritt Polizeidirektor I o st die Front der Beamten und des Sonderkommandos ab, wobei er jeden einzelnen durch Handschlag begrüßte, damit auch zugleich zur Mitarbeit im Sinne des neuen Chefs verpflichtete. Der denkwürdigen schlichten Feier wohnten auf dem Platze vor dem Polizeigebäude auch zahlreiche Bürger bei. Bekanntmachungen des Personalamtes Aus Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederher- stellung des Derufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurden am 21. September 1933 mit sofortiger Wirkung aus dem hessischen Staatsdient entlassen: der Amtsgerichtsrat in Friedberg, Burkhard Erwin Friedrich Georg Thurn: der Oberjustizsekretär in Worms, Philipp Weckler; der Staatsanwalt in Darmstadt, Dr. Hans Meu - sezahl; der Oberbuchhalter bei der Hauptstaatskasse Darmstadt, Franz K r a e g e zu Darmstadt; die Kanzlistin bei der Hauptstaatskasse Darmstadt, Rosa Groß zu Darmstadt; der Förster bei dem Forstamt Bad-Nauheim, Bernhard Jacob zu Ober-Mörlen; der hessische Notar Dr. Alfred Andrae zu Vilbel; der Kanzleiassistent beim Amtsgericht Alzey, Paul Friedrich zu Biebelnheim; der Gerichtsreferendar zu Gau-Odernheim, Ernst K ö h m ; der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Vilbel, Johannes Adam Schreiber zu Vilbel; der Justizinspektor bei dem Amtsgericht Vilbel, Georg Wilhelm Giegerich zu Vilbel; prägte sich jede Richtung, jede Entfernung eines gehörten Lautes in feinem Wahrnehmungsvermögen ein. Darum legte er die letzte Strecke schon schleichend zurück, um den Räuber überraschen zu können, falls dieser ihm gewachsen war. Doch der andere mußte ein scharfes Gehör haben, denn schon vernahm der Luchs, wie er sich schleichend verzog. Da jagte er wie ein Pfeil hin. Er erreichte das tote Rehkitz, das der Räuber xurütfgelaffen. Jäh verhasste er, denn ein ihm noch fremdes Tier hatte das gerissen. Seine Witterung war, scharf von Blutgeruch und Grausamkeit durchmischt, zurückgeblieben. Das war ein Tier, artnahe, aber viel tückischer, schlauer und unbarmherziger als er und auch weit gefährlicher für die schwachen Tiere des Waldes. Ein^Tier, Das ihm ähnelte und doch als Feind ihn umschlich. Ferner von seinem Jagdbezirk hatte er wohl die Spur dieses Tieres gefunden, nie aber hatte sich dieses in sein Revier gewagt, ihm die Vorherrschaft streitig zu machen. Die Wölfe, der Bär jagten ja auch in diesem Walde, doch das waren Artfremde, die ihm nicht glichen, nicht wie er in den Felsen und in den Wipfel die Beute zu suchen vermochten. Dieses Tier war aber so behend wie er, berührte überall seinen Weg und ließ nichts für ihn zurück. Der Luchs empfand dies alles nicht mit klarer Erkenntnis, aber es stand vor ihm wie eine persönliche Bedrohung. Seine Schnurrhaare zitterten, sein Fell war gesträubt, er fauchte mit scharfem, harten Ton und knurrte rasselnd. Als wäre er plötzlich seiner Freiheit beraubt worden, schäumte die Raserei in ihm auf, der Wille zu vernichten, um sich Raum, Ungebundenheit zu schaffen. Und schon schnellte er los. Er, der nie sein Opfer jagte, nie zähe einer Spur folgte, wie die anderen Raubtiere, es nur in jäher Ueberraschung bewältigte, begann die Wildkatze zu Hetzen. Er hörte sie nicht mehr, doch der scharfe Blutgeruch wies ihm den Weg zum Versteck, in das sie sich gedrückt hatte, um die Entfernung des Störers abzuwarten. Bald hörte der Luchs den Sprung, mit dem die Wildkatze vom Baume herabschoß, um zu flüchten. Sie hatte wohl den Verfolger erkannt, der hinter ihr her war, und wußte, daß es eine Flucht auf Leben und Tod galt. Die Katze suchte über die Schlucht hinweg die Felsen zu erreichen, um sich dort verklüften zu können. Aber der Luchs erkannte ihre Absicht und suchte, ihr den Weg abzuschneiden. Schon war er seitwärts in gleiche Höhe mit ihr gekommen, da fand die Katze einen Fuchsbau, in den sie rasch einfuhr. Der Luchs wollte ihr folgen. Die Röhre jedoch war eng, ihre Wandungen Fels uni) auch die Goldene Früchte. Die Schwalben und Störche haben uns verlassen. Still und einsam wird es in der Natur. Die Laub- bäume ziehen ihr buntes Gewand an, das bald vom Sturmwind abgerissen und fortgefegt werden wird. Es kommt nun ein Atemschöpfen der Natur. Alles muß einmal vergehen, helfen, daß andere kommen können. Aber bevor die Bäume ihr Laub abwerfen, schenken sie uns ihre gotdnen Früchte. Die leuchtende Sonne der letzten Woche hat sie gereift und köstlich gefärbt. Was wir einst von der Blütenpracht im Mai erwarteten, ist zwar nicht überall eingetroffen, die Fröste waren zu stark und zerstörten die zarten Blüten. Aber gar mancher Baum hängt voll von schönen Aepfeln, und Zwetschen gibt es soviel, daß die Aeste gestützt werden mußten, sonst würden sie unter der Last zusammenbrechen. Aller Ueberfluß und alle Güte des Lebens hat sich in prächtiger Farbe und süßen Duft verwandelt. Von den Wandspalieren leuchten purpurrote Trauben, mit bunten Blättern dazwischen, die spaten Pfirsiche mit ihrer samtweichen Haut locken, grüne Hasel- und Walnüsse wollen geerntet sein, die Bronzefarbe der Birnen schimmert matt, aber alles ist durchglüht von den leuchtenden Farben der Aepfel. Es ist ein Reichtum von Farben, der wohl an die Sommerblumen erinnert, aber doch in seiner zarten, matten Schönheit ganz anders wirkt. Ist eine solche reife Frucht nicht etwas Wunder- bares? Sehen wir einmal einen reifen Apfel genau an! Er stellt in seiner Form —einmal ganz kugelig, dann wieder breit und abgeplattet, wieder ein anderer länglich hoch — und in seiner goldenen Farbe etwas Kostbares dar. Er lockt das Auge, es zuckt in unfern Händen. Wir müssen zugreifen, ihn fest- halten, aber nicht wie die kleinen Kinder gleich hineinbeißen, sondern ihn erst einmal Aart und liebevoll in Händen halten. Manche haben so dünne, empfindliche Schalen, daß jeder Druck sofort sichtbar wird. Andere wieder besitzen eine hauchdünne Wachsschicht, die ihnen hilft, daß sie recht lange fest und prall bleiben und nicht Runzeln ansetzen, wie alte Männlein und Weiblein. Dann nehmen wir die Frucht am Stiel und stellen uns noch einmal vor: So hing er am Baum, viele Wochen lang, zuerst klein und grün, dann von Tag zu Tag mehr anschwellend. Er ließ Regenschauer über sich ergehen, trotzte den stärksten Winden, ließ sich schaukeln auf feiner luftigen Höhe, blieb aber fest hängen. Die Vögel tarnen zu Besuch und fangen ihm ihre Lieder vor, am freudigsten aber begrüßte der kleine Apfel die Sonnenstrahlen, die ihm halfen, ein aoldenes Festaewand an- zulegen, im Innern aber Das kostbare Aroma und das würzige Fleisch anzusammeln. Oder ist es mit den gelben, schmelzenden Birnen, mit den duftenden Zwetschen, vom hellblauen Schutzkleid umgeben, innen aber goldgelb und süß, anders? Immer wieder kommt uns die Frage: Wie ist es möglich, solche Farben und Gewürze aufzuspeichern, solch köstlich frisches Fruchtfleisch zu er- zeugen? Wir Menschen können Maschinen und Brücken bauen, wir fahren im Auto, in Luftschiffen, wir stellen die empfindlichsten Apparate her, wir besiegen eine Krankheit nach der andern, aber eins werden wir niemals können: Das ist die „Fabrikation" auch nur des kleinsten Apfels. Darum beugen wir uns in Demut vor der schöpferischen Natur und nehmen dankbar und bescheiden die Früchte entgegen, die sie uns schenkt. Der Herbst ist die Zeit zum Lobsingen und Danken. Und keine Ernte verläuft so leicht und fröhlich wie die Obsternte. UeberaU lachende Früchte, jubelnde Kinder und frohe Gesichter der Obstbauern. Die Leitern werden angestellt, die Früchte kommen in kleine Körbchen, werden ausgelesen in große, weichgepolsterte Behälter, gleich sortiert und heim- gefahren. Und über dem bunten Gewimmel der Herbsthimmel. Am Abend kommen zarte Nebel und breiten sich vor den dunklen Bäumen wie lange Schleier aus. Es wird still um die Obstbäume. Ihrer Früchte ledig, können sie nun auch zur Winterruhe eingehen. G. der Vermessungssekretcir Jacob Friedrich Storck beim Vermessungsamt Nidda; f der Verwaltungsobersekretär in Schotten, Wilhelm De?Direhor der Chemischen Prüfung-Anstalt für die Gewerbe, Untersuchungsamt für Nahrungsmittel, Darmstadt, Willy Prager, zu Darm- ftabt; Ä ber Mebizinalrat zu Bübingen, Dr. Friedrich Wil- Helm Eduard Balser; der Amtsgerichtsrat in Gießen, Franz R e u t t e r, zu Gießen; der Rechnungsrat bei der minifterialabteiluna I d (Finanzen) Wilhelm Hammann in Darmstadt; der Rechnungsbirektor (Gerichtskostenrevtsor) Heinrich Koch zu Darmstabt. * Auf Grunb bes § 2 bes Gesetzes zur Wiederher- stellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurden am 21. September mit sofortiger Wirkung aus dem hessischen Staatsdienst entlassen: der Werkmeister Karl Pracht beim Hessischen Staatsbad Bad-Nauheim; der Parkwart Quirin Stephan beim Hessischen Staatsbad Bad-Nauheim; der Ministerialobersekretär bei der Ministerialab- teiluna I b (Innern) Philipp Weyland zu Darmstadt; der Notar in Sprendlingen (Rhh.) Karl Albert Theodor Schröder. Auf Grund des § 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums oont 7. April 1933 wurde am 21. September 1933 der Gerichtsassessor Steffen, Friedberg, zur Zeit Berlin-Steglitz, aus dem hessischen Staatsdienst entlassen. NSDAP. Gießen. In der Ortsgruppe Gießen-Süd findet heute, Dienstag, 20.15 Uhr, im Physiologischen Institut der zweite Luftschutzabend für die Zellen Bahn« Höfe (5) und Schiffenberger Tal (6) statt. Pg. Dr. Eichler spricht über „Erkennen von Gaskampfstoffen". Alle Volksgenossen sind dazu eingelaben.- — Im Cafö Leib findet am nächsten Samstag, 20.15 Uhr, die Fahnenweihe der Ortsgruppe statt. Morgen, Mittwoch, in der Ortsgruppe Gießen« Nord Dlockabend in der Wirtschaft Nohl, Eder« straße. Die NS.-Frauenschaft Gießen-Nord hat heute, Dienstag, 20.30 Uhr, für die Zellen 4, 5, 6, 7 Zellenabend im Cafä Ebel. Pg. Michel spricht. Für die Zellen 1, 2, 3 findet morgen, Mittwoch, 20.30 Uhr, Zellenabend im Cafä Ebel statt. Die Geschäftsstelle des N S K K. 11 6 G i e ß e n befindet sich jetzt Bismarckstraße 24, Telephon 3100. Die Teilnehmerinnen an der Tagung des B d M. in Köln müssen das Fahrgeld von 5 Mark bis Donnerstag, 12 Uhr, den zuständigen Scharführerinnen abliefern, die es bis nächsten Samstag, 16 Uhr, bei der Führerin, Frau Elfriede Fischer, abzugeben Haden. Vorbildliche Spende für die NS-Volkswohlfahrt. Die NS.-Frauenschast des Kreises Gießen hat als ihre erste Spende für die NS.-Dolkswohlfahrt den Betrag von 700 Mark abgeführt. Diese vorbildliche Spende verdient alle Anerkennung und sei zur Nachahmung empfohlen. Weitere Spenden werden auf das Konto 4513 bei der Bezirkssparkasse Gießen erbeten. Oer deutsche Erntedankiag. Oer erste Großkampftag gegen Hunger und Kälte. Schon die wenigen Tage, die seit der würdigen, von Kampfgeist und Verantwortungsbewußtsein getragenen Eröffnungskundgebung für das große Winterhilfswerk des deutschen Volkes vergangen sind, haben erfreuliche Beweise der Begeisterung und Einmütigkeit geliefert, mit denen sich das gesamte deutsche Volk zu diesem Kampf gegen Hunger und Kälte bekennt. Die eingegangenen Spenden, besonders aus den Kreisen der Wirtschaft, beweisen schon jetzt deullich, daß die Notwinter der vergangenen Jahre und die Zersetzungspolitik des alten Parteienstaates nicht vermocht haben, die Opferbereitschaft des deutschen Volkes und den Geist der Verbundenheit mit den Aermsten unserer Volksgenossen zu zerstören. Aber jeder Kampf braucht Höhepunkte, Großkampftage, an denen aus den Trägern des Kampfes das Letzte an Leistung, Willenskraft und Einsatzbereitschaft herausgeholt wird. Auch der Kampf gegen Hunger und Kälte bringt solche Großkampftage, an denen das deutsche Volk als Träger des Winterhilfswerks feine Anstrengungen verdoppelt und verdreifacht, um den grimmigen und würgenden Feind, der Millionen unserer Brüder und Schwestern zermürben und vernichten will, aus dem Feld zu schlagen. Der erste Großkampftag dieser Art ist der 1. Oktober, der Tag. an dem gleichzeitig der ..Deutsche Lrntedanktag" in Stadt und Land feierlich begangen wird. Der Tag des deutschen Dauern soll gleichzeitig ein Tag des Gebens werden, lieberaD in Stadt und Land soll gleichzeitig mit dem Dank für Gottes Segen das Gedenken an die Aermsten unseres Volkes verbunden fein. 3n ganz Deutschland soll jeder, der sich heute wieder mit Stolz ein Deutscher nennen und voll Hoffnung in die Zukunft blicken kann, fein Aeuhersies einsehen, um den groß angelegten Kampf gegen hunger und Kälte zum Siege zu verhelfen. UeberaU sollen die nationalsozialistischen Kämpfer mit alter Begeisterung und Siegeszuversicht den ersten großen Angriff gegen Elend und Not vorantragen. Die Führer des deutschen Bauerntums werden an diesem Tage vor den Führer des neuen Deutschland treten und ihm die Mengen an Lebensrnitteln und anderen Spenden melden, die von den deutschen Bauern in der kurzen Zett von einem halben Monat für ihre notleidenden Volksgenossen schon aufgebracht worden sind. Eine tiefe symbolische Bedeutung wird in dieser Handlung liegen; zeigt sie doch die innige Verbundenheit des deutschen Nährstandes, des deutschen Bauerntums mit dem gesamten Volke, besonders mit seinen notleidenden Schichten. Aber auch die Städte werden in einer gewaltigen Krastanstrengung beweisen, daß sie den Ruf der Führer verstanden haben und wissen: Kämpfen heißt Opfer bringen! Die der 1. Rial, so soll auch der 1. Oktober weit über den selbst gegebenen Raum hinaus ein Symbol der neuerst andenen Einheit des Volkes fein. Jeder, aber auch jederfollfichandief frm Tage ein Opfer auf erlegen, foll fparen und das Ersparte dem Winterhilfswerk zuführen. U. a. soll diese Opferbereitschaft auch im Essen gezeigt werden. Am 1. Oktober soll in ganz Deutschland, auch in den Hotels, Gastwirtschaften und Speisewagen, nur ein einfaches Mittagessen, e i n billiges Eintopfgericht (äußerstenfalls zum Höchstpreise von 50 Pfennig für jede Person) auf den Tisch kommen. Mindestens das, was von den Familien und Einzelpersonen durch diese Selbst» bescheiduna gegenüber anderen Sonntagen e r» spart wird, ist von ihnen für den Kampf gegen Hunger und Kälte zu spenden (Postscheck-Konto Berlin 77 100 NS.-Dolkswohlfahrt Reichsführung, Konto Winterhilfswerk oder das gleichlautende Konto bei der Reichsbank). So soll der Kampf gegen Hunger und Kälte das Hirngespinst der internationalen Solidarität des Proletariats endgültig zerstören und durch eine höhere Idee ersetzen: durch den Gedanken der nationalen Solidarität aller schaffenden Stände des deutschen Volkes! anderen Ausgänge boten keine Möglichkeit des Einschlupfes für das große Tier. Den Luchs befiel eine tobende Raserei, daß ihm der Feind entgangen war. Er riß große Erdbrocken aus, fauchte, knurrte und konnte sich nicht fassen vor Enttäuschung. Die Katze aber, die sonst durch wütendes Trommeln jeden Gegner abzuschrecken sucht, verhielt sich ganz still, gelähmt vor Furcht. Mit der Zeit wurde Der Luchs ruhiger, legte den Kopf auf die Pranken, seine Lichter glühten unverwandt in das Dunkel des Fuchsbaues und er schien, ganz wieder seine Natur, die Katze belagern zu wollen. Aber bald darauf kam er zu anderer Einsicht. Er ließ ein gelangweiltes Plärren hören und entfernte sich bergwärts. Nicht weit zog er weg, in dem Wipfel eines niedergebrochenen Baumes legte er sich auf die Lauer. Lange verharrte er so. Die Nacht schritt vor, die Wölfe hatten schon längst zu heulen auf- gehört, Rehe wechselten unweit vorbei, ein Hase hoppelte unter ihm weg, der Luchs aber regte sich nicht, tat keinen Sprung nach der leichten Beute. Bis dann die Eulen wieder reger wurden, das Zirpen der Fledermäuse verstummte, Vögel wie erwachend wisperten und der dumpfe Ruf des Uhu den Morgen ankündigte. Da vernahm der Luchs ein ganz leises Geräusch. Es kam vom Fuchsbau her. Wie ein Schatten glitt der Luchs auf den Boden herab und wand sich langgestreckt hin. Doch die Katze beeilte sich, zu Der verlassenen Beute zu kommen und der Luchs mußte ihr rascher folgen. Da hörte ihn die Wildkatze. Der Vorsprung war zu gering, als daß die Wildkatze dem viel schnelleren Feind auf dem Boden hätte entkommen können. Wie der Blitz fuhr sie eine Buche hinauf. Und als der Luchs ihr auch da folgte, flog sie mit weitem Satz in die Nachbarwipfel hinüber. Prasselnd ging die Hetze. Manchmal auf dem Boden, Dann wieder in den Wipfeln. Doch der Zwischenraum blieb immer der gleiche, denn die Wildkatze war viel behender im Klettern als der Luchs. Wieder schwang sich die Verfolgte auf einen Nachbarbaum hinüber. Sie hatte es jedoch nicht beachtet, daß dieser eine Weißpappel war, deren Holz spröde und leicht brechend ist. Der Ast, auf den sie sich warf, splitterte ab, mit Gepolter fiel sie in die Tiefe. In dem Augenblick, da die Katze den Boden berührte, landete auch der Luchs neben ihr und ging sofort zum Angriff über. Die Katze war ein starker Kuder, der den Gegner mit scharfen Prankenhieben empfing. Dieser mußte auf feiner Hut fein, um nicht in die Lichter getroffen zu werden — im Sprung warf er sich über den Kater hinweg, ihn von rückwärts zu fassen. Blitzschnell fuhr dieser herum, stand wieder abwehrbereit. Wie ein Kreisel drehte sich der Kuder, fauchte, hieb nach dem Feind, der immer wieder über ihn hinwegsetzte. So waren sie in dicht aufschießende Buchensämlinge geraten, die die Katze in ihren Bewegungen behinderten, die der Luchs aber leicht übersprang. Und als die Katze wieder einmal herumfahren wollte, hatte sie sich in den Schößlingen verfangen — schwer schlug der Luchs auf ihren Rücken nieder. Es nützte Dem Kuder nichts, daß er mit den Hinterpranken die Läufe des Luchses zu fassen bekam. Der hatte sein Gebiß in den Nacken des Feindes geschlagen, immer tiefer drangen feine Zähne ein, schwächer wurde die Verteidigung der Katze, Dann kam Der ToDesschrei, lang unD klagend, bis jäh die Nackenwirbel am Gebiß des Luchses knackten und sich die Katze verzuckend zu strecken begann. Der Luchs hatte von dem toten Feinde abgelassen. Er fauchte einige Male in der Nachwirkung seiner Wut, aber er schnitt die Beute nicht an, um sie zu verzehren, schob sie auch nicht spielend mit den Pranken umher. War auch der Feind tot, so war doch sein Haß noch nicht gestillt, der grenzenlose Zorn ob dem artnahen, ebenbürtigen Feind, der es gewagt hatte, ihm die Herrschaft streitig zu machen. Als er sich dann wieder auf feinen Deutegang begab, um noch vor Tag seinen Hunger zu befriedigen, tat er es knurrend, als empfinde er noch immer jene gefährliche Begegnung seines Lebens- kreises, gegen die er hatte ankämpfen müssen, um sich jene starke, alle Tiere der Wildnis überragende Unbänbigteit, in welcher allein seine Wesenheit wurzette, bewahren zu können. Achthunderijährige Farnilieniradiiion. Eine der ällesten Familien Deutschlands Dürfte die Familie Domizlaf f sein, die in Stettin ihren Familientag abhiett und auf ein achthundertjähriges Bestehen zurückblicken kann. In einem Kirchenfenster in Der Jacobikirche in Stettin ist die Taufe der Söhne des Edlen Domizlaff durch den Bischof Otto von Bamberg am 25. Oktober 1124 DargefteUL Diese beiden, Tepitz und Borante Domizlaff, waren die ersten Pommern, die sich nach Der Einführung des Christentums taufen Hetzen. An der Stelle, an ber bie Taufe ftattfand, steht heute die Sankt- Peterkirche, die älteste Kirche Stettins. Der Senior ber Familie ist Der aus Dem Weltkrieg als Chef des deutschen Feldpostwesens bekannte frühere Präsi- dent der Oberpostdirektion, Leipzig, Geheimer Oberpostrat Georg D o m i z l a f f. An die Geistlichen beider Konfessionen. Die Reichspropagandoleitung der NSDAP, fordert olle Geistlichen katholischen und evangelischen Glaubensbekenntnisses auf, ihre Anschrift an den Leiter der HA. II bekanntzugeben, soweit sie vor dem 5. März 1933 Mitglied der NSDAP, waren. Mitteilungen, die vertraulich behandelt werden, sind zu richten an bie Reichspropagandaleitung, HA. II Volksbildung, München, Herzog-Wilhelm-Straße 32. Gegen die Verunreinigung der Bürgersteige durch Hunde. Don der Polizeidirektion Gießen wird uns geschrieben: In der letzten Zeit häufen sick die Beschwerden über Verunreinigung der Bürgersteige durch Hundekot. Nicht allein daß derartige Verunreinigungen vom Publikum ekelerregend und belästigend empfunden werden, sie bilden auch eine Gefahr, daß Trassanten ausgleiten und sich ernsllich verletzen önnen. Daneben besteht auch die Gefahr von Krankheitsübertragungen auf Menschen. Die Poli- zei ersucht daher alle Hundebesitzer, im Interesse ihrer Mitmenschen dafür Sorge zu tragen, daß die Hunde ihre Bedürfnisse auf der Fahrbahn verrich- ten, und daß sie nicht dulden, daß die Tiere die Bürgersteige beschmutzen. Kommt ein Baby auf die Welt. Kommt ein Baby auf die Welt wird die Nacht zum Tag erhellt. Kleine Finger, rosig zart, ' Aeuglein von besondrer Art. Auf dem Köpfchen schon ein Schopf, und das Näschen wie ein Knopf. Und die liebe Großmama teht ja schon seit Tagen da. leberglücklich, hilfsbereit, . ucht sie gleich nach Aehnlichkeit. Großpapa steht freudig da, grad, als sei er selbst Papa. Der Papa, der Angst entschwebt, tut, als ob er garnicht lebt. Sieht das Wunder dann und wann immer nur von weitem an. Anzufassen wagt ers nicht, denn er weiß, daß er's zerbricht. Tanten drängen sich voran, gucken sich das Baby an. Spielen mit dem Wunder zart, wie es guter Tanten Art. Sind bezaubert und beglückt, wie verrückt und ganz entzückt. Auf dem Kopf steht Herd und Haus. Baby mackst sich nichts daraus. Neues Hoffen, neuer Traum, . neues Reis am Lebensbaum. Schmerz wird lind zum Glück erhellt, kommt ein Baby auf die Welt. Nach einem amerikanischen Kinderlieb frei übersetzt von Puck. Kartenverkauf für «.Schwarzwaldmädel^. Die Intendanz des Stadttheaters teilt mit, daß aus kassentechnischen Gründen ber Vorverkauf für bie Operette „Schwarzwaldmädel" erst ab Donners- tag, 28. September, erfolgen kann. Frühere Vorbestellungen, schriftlich oder telephonisch, können auf keinen Fall berücksichtigt werden. Kartenverkauf für die Vorstellungen vom 3. bis 8. Oktober finden ab Montag, 2. Oktober, statt-, auch für diese Borstel- lungen können vor dem 2. Oktober keinerlei Vor- bestellungen angenommen werden, da die Abonne- ment^bestellungen noch nicht abgeschlossen sind. Die Intendanz bittet im Interesse aller Theaterbesucher und um einen reibungslosen Kartenverkauf zu er- möglichen, diese Bestimmungen einhalten zu wollen und der Theaterkasse keine Schwierigkeiten zu bereiten. Geländenti als Auftakt des Pferdemarktes. Zur Einleitung des morgigen Gießener Herbst- Pferdemarktes findet heute Dienstag, um 14,30 Uhr beginnend, auf Anregung des Verkehrsvereins ein G e l ä n d e r i t t statt, an dem Angehörige der Reichswehr, des Gießener Reit- und Fahrklubs und der Reitervereine aus der Umgegend beteiligt fein werden. Der Geländeritt beginnt beim Tierzuchtinstitut Oberer Haardthof, geht von dort durch das Neustädter Feld mit Durchquerung der Lahn zwischen dem Felsen und dem Launsbacher Steg, in Richtung nach der Karlsruhe, wo das Ziel liegt. Auf die interessante reitsportliche Veranstaltung sei besonders aufmerksam gemacht. Am morgigen Mittwoch gegen 11 Uhr finden im Anschluß an den Herbst-Pferdemarkt wertere reitsportliche Darbietungen auf dem Gelände hinter dem Pferdemarktplatz statt. Auch hierbei werden Angehörige der Reichswehr, des Reit- und Fahr- klubs Gießen und der Reiteroereine der Umgegend beteiligt fein. H u Lustschutz tut not ! Der Ruf .Luftschutz tut not" hat auch in Aretzen offene Ohren gefunden, wie die zahlreichen Anmeldungen zur hiesigen Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes beweisen. In diesen Tagen werden, wie man uns schreibt, durch Beauftragte die Mitgliedskarten zugestellt. Es wird hiermit gebeten, den geringen Betrag bereitzuhalten, damit der Mann, der fein Amt ehrenamtlich versieht, nicht umsonst kommt. Bestrafte StaatSseinde aus Gießen. Dom Strafsenat des Oberlandesgerichts in Darmstadt wurden die Arbeiter Ludwig Stork und Heinrich Balser aus Gießen wegen Verbreitung staatsfeindlicher Schriften zu einem Jahr und sechs Monaten bzw. zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Giehencr Wochcnmarktpreise. * G i e ß e n, 26. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,10 Mark, Malte 20 bis 25 Pf. Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11 ois 12, Wirsing (grün), das Pfund 8 bis 10, Weihkraut 6 bis 7, Rotkraut 10, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, Bohnen (gelb) 20, Unterkohlrabi 6, Mischgemüse 10, Tomaten 10, Zwiebeln 10, Meerrettich 25 bis 60, Kürbis 6, Pilze 30, Kartoffeln 3 Pf., der Zentner 2,30 bis 2,50 Mark, Falläpfel, bas Pfund 5Pf., Pfirsiche 25 bis 35, Brombeeren 30 bis 35, Preißelbeeren 25 bis 30, Aepfel 10 bis 15, Birnen 8 bis 12, Zwetschen 5 bis 7, Suppenhühner 70, Tauben, bas Stück 50, Blumenkohl 5 bis 60, Salat 8 bis 10, Sakatgurkcn 10 bis 20, Ein- machgurken 1 bis 2, Endivien 8 bis 12, Oberkohl. rabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bund 5 bis 10 Pf. Taten für Dienstag, 26. September. 1759: Generalfeldmarschall Graf Porck von Wartenburg in Potsdam geboren (gestorben 1830); — 1909: der Zoologe Anton Dohrn in München gestorben (geboren 1840); — 1914: Hermann Löns bei Loivre gefallen; — 1914: Einschließung von Tsingtau. Vornotizerr. — Tageskalender für Dienstag: 16 und 20 Uhr, Caf6 Leib, Vortrag über Glanzplätten mit praktischen Vorführungen. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Blume von Hawai" mit Marta Eggerch. * * Don der Landesuniversität. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor an der Universität Frankfurt a. M., Dr. Albert Wilhelm Fi- scher, hat den an ihn ergangenen Ruf als Nach, folger des verstorbenen Geh. Medizinalrats Pro- fefsor Dr. Poppert angenommen. ** E i n Siebzigjähriger. Am morgigen Mittwoch, 27. August, kann Herr Julius D i ck o r 6, Bleichstrahe 12, in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag feiern. ** Victoria-Versicherungen werden aufgewertet. Der heutige Anzeigenteil enthält ein Bekanntmachung der „Victoria zu Berlin", aus der zu ersehen ist, daß die V o l k s v e r s i ch e r u n- gen zur Aufwertung gelangen. Wir raten unseren bei der Victoria versichert gewesenen Lesern, die Bekanntmachung genauestens zu beachten und ihre Ansprücke aus Dolksversicherungen sofort anzumelden. Foren. Gold» und Liquibationspfandbrlefe sowie Kommunal-Obligationen und Stadtanleihen lagen ziemlich widerstandsfähig, da das herauskommende Material glatt ausgenommen wurde; nur verein, zelt ergaben sich Rückgänge von 0,25 bis 0,50 v. H. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 10,90, Altbesitz, anleihe 80,25 bis 80,13, Schutzgebiete alle 7,50, 6proz. Stadt Mainz von 1926 und 1928 69, 6proz. Stadt Darmstadt von 1928 70,75, 6proz. Franks, hyp- Bank Gold R. 1 bis 4 84,25, 5,50proz. Li- quibation 84,75, 6proz. Franks. Pfandbriefbank- Gold-Komm. 76,50, Reichsbank 139,50, Buderus 64/50, Harpener 81,50, Mannesmann 52,50. frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a. M., 25. Sept. Auftrieb? Rinder insgesamt 1205 (gegen 1417 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 399 Ochsen, 107 Bullen, 366 Kühe und 333 Färsen, ferner Kälber 544 (450), Schafe 93 (76) und Schweine 4007 (3935). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen al) 29—32, a2) 25—28, b) 22—24. Bullen a) 27—30, b) 22—26. Kühe a) 24—28, b) 20—23, c) 16—19, d) 12—15. Färsen a) 30—33, b) 27—29, c) 22—26. Kälber a) 39—43, b) 34—38, c) 29—33, d) 24—28. Schafe e) beste Schafe 26—28, f) mittlere 24—25. Schweine a) 49 bis 52, b) 47—52, c) 45—51, d) 42—49, e) und I) nicht notiert, g) Sauen 40—46. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt zogen Rinden 1 Mk. an, Schweine blieben unverändert, während Kälber und Schafe je 1 Mk. nachgaben. Marktverlauf: Rinder ruhig, ausverkauft. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Schweine mittelmäßig, später stark abflauend, Ueberftanb an geringen Schweinen. Die Preise für Klasse a) unb b) gelten nur für Fettschweine. Fleischgroßmarkt Beschickung: 689 Viertel Rinbfleich, 26 ganze Kälber, 10 ganze Schafe unb 223 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in RM.: Ochsen- unb Rind- fleisch I 50—53, II 46—50. Bullenfleisch 46—50. Kuhfleisch II 36—40, III 25—30. Kalbfleisch II 65 bis 75. Hammelfleisch 60—65. Schaffleisch nicht notiert Schweinefleisch I 63—68 Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: lebhaft. Mainzer Schwememarkt. Mainz, 25. Sept. Auftrieb: 790 Schweine. Marktoerlauf: ruhig, Ueberftanb. Notiert würbe für 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: b) voll- fleischige von ca. 120 bis 150 Kilogramm 50 bis 54, c) von ca. 100 bis 120 Kilogramm 49 bis 52, d) von ca. 80 bis 100 Kilogramm 47 bis 49. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 25. Sept. Am Produkten- markt blieb die Stimmung bei kleinem Angebot, aber auch nur wenig Nachfrage fest. Weizen war besser beachtet und 2 Mark per Tonne höher, fer- ner war Sommergerste zu Bauzwecken um 5 Mark erhöht, während Hafer und Roggen etwas ruhiger tendierte. Die Weizenmehlpreise lagen 25 Pf., bie für Roggenmehl 50 Pf. fester. Kleie unb sonstige Futtermittel zogen bei knappem Angebot gleich- falls weiter an. Es notierten in Mark: Weizen 194,50, Roggen 157,50, Sommergerste 185 bis 187,50, Hafer 137,50, Weizenmehl Spez. 0 mit Auslandweizen 28,25 bis 29, bo. ohne Auslanb- weizen 26,75 bis 27,50, Roggenmehl 0 bis 60proz. Ausmahlung 23 bis 23,50, do. fübd. Spez. 0 23,50, Weizenkleie 9, Roggenkleie 8,75, Soyaschrot 8,30 bis 8,70, Palmkuchen 8,85, Erdnußkuchen 10,45, Treber 14,75 bis 15, Heu 5,50, Weizen- und Rog- genstroh drahtgepreßt 2, bo. gebünbelt 1,60. Kar- toffeln: Industrie hiesiger Gegend 2,25 bis 2,30 per 50 Kilo bei Waggonbezug. Tendenz fest. Mannheimer Getreidebörse' Mannheim, 25. Sept. Es notierten: Weizen (inländischer, 67/77 kg) 19,75 bis 19,90 Mark, Roggen (süddeutscher) 16 bis 16,25, Hafer (inlän- d'scher) 14 bis 14,25, Somergerste 18 bis 20, Futter- gerfte 16, Mais (gelber, auf Bezugsschein mit Sack) 17,75 bis 18, Sojaschrot (Mannheimer Fabrikat, prompt) 14,50 bis 14,75, Biertreber 15, Trocken- schnitzel (ab Fabrik) 8,50, Erdnußkuchen (prompt) 15,75 bis 16, Wiesenheu (loses) 4 bis 4,60, Rotklee- heu 4,40 bis 4,80, Luzernkleeheu 5,80 bis 6,20, Stroh, Preßstroh Roggen-Weizen 1,60 bis 2, geb. Stroh, Roggen-Weizen 1,40 bis 1,70, Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) September-Oktober 28,75, per November 29, Weizenmehl (Spezial 0, mit Jnlandweizen, alte Ernte) September-Oktober 27,25, per November 27,50, Roggenmehl (70- vis 60-v. H.-Ausmahlung, je nach Fabrikat, norddeut- sches 22 bis 23, Rog/enmehl (pfälzisches und süd- deutsches) 22,75 bis 23,75, Weizenkleie (feine) 8,75 bis 9, Rapskuchen 12, Palmkuchen 13,75 bis 14, Leinkuchen 16,75, Sesamkuchen 15,75 Mark. — Ten- denz: stetig. Getreide und Futtermittel fest. Besonders fest liegen Mühlennachprodukte, da da? An- gebot hierin fortgesetzt äußerst klein ist. — Notiz: Südeutsches Auszugsmehl 3 Mark höher, fübbeut. sches Weizenbrotmehl 7 Mark niedriger als Epe- zial 0. — Die Kurse verstehen sich per 100 kg netto waggonfrei Mannheim ohne Sack. Wirtschaft. Hessen - Nassauische Lebensversicherungs-Anstalt und Nassauische Landesoersicherungsbank in Wiesbaden. In den Hauptversammlungen dieser ein- heimischen öffentlichen Versicherungsanstalten wurde, nachdem der bisherige Verwaltungsratsoorsitzende, Landeshauptmann Dr. Lutsch, von seinem Amt zurückgetreten war, Herr Landeshauptmann Trau- p e l (Wiesbaden), zum Vorsitzenden der Verwaltungsräte beider Anstalten auf die Dauer von fünf Jahren gewählt. Die Hauptversammlungen genehmigten weiter die günstigen Jahresabrechnungen ür das Jahr 1932, sowie einige weitere Vorlagen, larunter die bedeutsame Einführung der Ueoer- chußbeteiligung bei der Nassauischen Landesversiche- rungsbank für die Sachschaden-, Unfall- und Haft- Pflichtversicherung. Frankfurter Börse. Mittagsbörse fest. Frankfurt a. M., 25. Sept. Nachdem bereits die Berliner Börse am Samstag in sehr fester Hal- tung verkehrte (die hiesige Börse war bekanntlich geschlossen), eröffnete auch die Frankfurter Mittagsbörse zu Beginn der neuen Woche in fester Haltung, wobei im Vergleich mit den Berliner Schlußkursen vom Samstag überwiegend neue Kursbesserungen von 0,5 bis 1 o. H. im Durchschnitt zu verzeichnen waren. Gegenüber den Abendbörsenkursen vom Freitag allerdings ergaben sich Steigerungen um etwa 2,5 bis 5 v. H. Das Publikum war mit weiteren Kaufaufträgen an den Markt gekommen, wobei sich aber das Interesse nicht mehr ganz so einseitig auf den Rentenmarkt erstreckte, sondern auch der Aktienmarkt wieder erhöhte Nachfrage fand. Don Anregung für die weitere "Befestigung waren die letzten Maß- nahmen der Reichsregierung zur Belebung der Wirtschaft, die stark nachwirkten, aber auch die Aus- führungen des Reichskanzlers anläßlich des Gauparteitags in Frankfurt a. M., in denen vor allem der Wille zum Wiederaufbau und für Arbeit zum Ausdruck gekommen war, fanden viel Beachtung. An den Rentenmärkten erschienen die meisten Kommunal-Papiere mit Plus-Plus-Zeichen. Am Aktienmarkt betrugen die Kurserhöhungen gegenüber dem Freitagabend am Montanmarkt von 2 bis 3,5 v. H., am Elektromarkt von 1,5 bis 4 o. H. und am Chemiemarkt unter Bevorzugung von IG. Farben von 1,75 bis 3,5 o. H. Scheideanstalt waren jedoch nur knapp gehalten. Don sonstigen Werten sind noch Holzmann mit plus 5 v. H., Reichsbank mit plus 3,5 v. H., Ilse Bergbau Genuß mit plus 4,5 v. H. und Kaliwerte mit plus 4 bis 5 v. H. zu erwähnen. Schwächer lagen Südd. Zucker Mannheim mit minus 1,5 v. H. Don deutschen Anleihen eröffneten Alt- und Neu» besitz je 0,25 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 1 v. H., Reichsbahn-DA. 0,65 v. H. höher. Sehr stark befestiat waren Stahloerein-Bonds mit plus 6,65 o. H (Kurs 59,90, in Berlin am Samstag 57,25 d. H ). Am Pfandbriefmarkt lagen die Kurse mehrprozentig hoher, vielfach mußte infolge fehlenden Angebots repartiert oder gestrichen werden. Gold- Pfandbriefe lagen zirka 2 bis 4 v. H., ßiquibations- Pfandbriefe 1,5 bis 3 v. H. höher. Sehr fest waren Kommunal-Obligationen mit Plus 5 bis 7 v. H., ferner Stadtanleihen, die etwa 4 bis 6 v. H. an- zogen. Auch Staatsanleihen lagen fest, besonders 5,5prozentige Young-Anleihe mit 87,5 nach 85,40 v. H. Don Länderanleihen Hessen von 28 80 v. H. (plus 3 v. H.). Industrie-Obligationen waren ebenfalls stark erhöht, so u. a. Voigt & Häffner (61 nach 56), Eisenbahn-Rentenbank (60 nach 55,5 v. H.). Die Befestigung des Dollars führte auch eine höhere Bewertung der Dollar-Bonds herbei, die im freien Verkehr zirka 2 bis 3 v. H. fester gehandelt wurden. Von fremden Werten bröckelten Türken und Bosnier ab. Im Verlaufe ergaben sich an den Aktien- mär f ten zunächst weitere Erhöhungen um etwa 0,5 bis 1 v. H., die aber später infolge von Gewinnmitnahmen der Kulisse, die sich mehr und mehr dem Nentengeschäft widmete, meist verloren gingen. 5®. Farben büßten 2,5 v. H. ein und schlossen mit 117 v. H. Recht fest lagen noch Conti Gummi mit plus 4 v. H. Die variablen Renten blieben stark gefragt, Altbesitz bis 80,75 nach 80,25, Neubesitz bis 11,05 nach 10,70, dagegen späte Schuldbücher nur knapp gehalten, 83,50 nach 83,65 unb Stahlverein- Bonds 59,50 nach 59,80. Am Kassamarkt lagen Hypothekenbankaktien sehr fest und etwa 5 bis 7 v. H. höher, im übrigen war nur kleines Geschäft zu verzeichnen. — Tagesgeld war zu 4 v. H. gefragt. Abendbörse: ruhig. Die Abendbörse war recht ruhig, da von der Kundschaft neue Orders nicht mehr eingetroffen waren. Die Kulisse nahm dagegen weitere Glattstellungen vor, so daß die schon ermäßigten Schlußkurse der Berliner Börse nur knapp behauptet waren. Holzmann verloren sogar 1,75 v. H., wäh. rend andererseits Conti Gummi um 1,25 v. H. auf 134,25 v. H. anzogen. IG. Farben bröckelten nach knapp behauptetem Beginn später weiter ab. Auch an den Rentenmärkten kam die stürmische Aufwärtsbewegung der letzten Tage zu einem gewissen Stillstand. Die variablen Werte lagen ausnahmslos etwas leichter, etwas stärker gedrückt waren Altbesitzanleihe mit minus 70 Pf. Für die übriaen festverzinslichen Werte nannte man zunächst noch Mittagskurse, doch war einiges Angebot vorhanden. 3m Verlaufe bröckelten die Kurse eher weiter etwas ab, Stahlverein-Bonds lagen mit 57 v. H. recht schwach und haben seit heute mittag 2,50 ver- Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. "Datum ^ranfruri u. m. Berlin Schluß, hirt Schlußk. Abend- bSrse Schlu-' furi Schlußk. mittag» bSrse 22-9. 25.9. 22.9. 25.9. 8% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 6% eftem.7% Dl. Retchianl. v. 1929 6Vi% Doung-Anleche von 1930 .. Deutsche Anl.-Wlüs.-Schuld mtt AuSlos.-Rechten ............. DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte 6% eötm.8% Hess. Bolktstaal 1929 (rückzahld. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. •y*% Heft. LandeS^Hypotheken. banl Darmstadt Ltoul......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechlen ............. Deutsche Komm. Sarnrnelabl. Anleihe Serie 1 mit LuSlos.-Rechten 6% ebem. 8% Franks. Hov.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bti 1935 6% ebem. 7% Franks. Hyp.-gank Goldpse. 16 unkündbar Mi 1936 6^1% ehern. C',% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Psandbriese 6H% ehern. 4ft% Rheinische Hyp.-Bank.Liou.-Goldpse 6% ehern. 8% Pr. Landeöpfand- briesanstalt, Psandbriese R. 19 6% ebem. 7% Pr. LandcSpsand- briesanstalt, Psandbriese R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 83.25 97.65 85,4 80 10,45 81 79,75 83,5 70 72,9 82 81.5 82,25 87,25 81,5 81,75 86,7 f^P'ftenetdliltfie Goldrente.... 4,204 Oesterreichische Eilberrente ** Ungarische Soldrente....... ivo/u01®1*** Staatsrente v. 1910 Abelal. von 1913.......... Goldmexikaner von 99 Zollanleihe von 1911 Bagdadbahn-Anleihe 0,65 5,13 4,4 5,5 5,15 5 85.9 83.5 85,5 98.4 98 98,7 87,6 86 87,5 80,13 79,4 80,8 10,9 10,25 10,95 82,5 81 81,75 83 79 83 85 — — 72 — — 75,25 73,65 75,75 84,75 — — 84,75 — — 84,75 — — 87,5 — — 85,5 81,5 85 85 81,5 85 86,7 86,7 86,7 11 11 10,75 ü, 70 0,65 0,65 4,65 4,4 4,7 5,4 4,2 5,25 4,25 4,3 4,5 5.5 5,9 5.05 5 5,05 5 — 4,95 FranHun a.m. Berlin Schluß« kurS Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß!, mittag» börsc Datum 22-9. 25-9. 22.9. 25.9. 4% desgl. Serie II ............. 5.05 2,9 4,5 2,5 24,9 11 12 40 46 47 39 138 17,5 110 68,5 89 39 71,25 88,75 139,75 62 95 46,5 82 — 95 52 51,75 5.05 2,9 4,5 2,5 25,25 12 42 45,5 46,5 39 139,5 18,25 111,5 72 88,5 43,25 77 90,25 141 114 64,5 97,25 48 81,5 99,5 54,5 52,5 5.13 4,5 2,5 25 10,65 23 19,25 11.75 39.25 84.25 46 47 39 138,75 17,9 110,13 68 89 39 70,25 88,5 137,5 112 62,25 95 46,5 82,5 52,65 128 95,13 51,25 50,75 5,05 4,3 2,5 25 11,13 24 20,25 12,25 42 139,5 18,75 112 74,5 89,75 41.5 73 76,65 91 138,75 115,25 65,25 96,25 48,5 82,13 53,25 130 99,75 53,5 53 5% Sumin, oeretnh. Rente v. 1903 4/,°L>Rumän.vereinh.Renteo.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. S54% Anatolier............... Hamdurg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschlfs........ 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.S. für Verkehrswesen 9(tL .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz» und Prioat»Bank... 0 Deutsche Bank und Dtsconlo- Gesellschaft................ 0 Dresdner Bank.............. o Reichsbank ................ y »-S.G....................... Bekula................. Q SS*Liefennrgsgesellschäst... g Licht und Kraft ............. g Selten & Guilleaume......... o SchuckertLCo........ 6 Siemens L Halske... ? SahmeyerLCo............. 10 Buderus .... q Deutsche Erdöl 4 Gelsenkirchenei 0 Harpener...... 0 Voesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Nie Bergbau ............... g 3lfe Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke...............0 Mannesmann-Rödren........0 Frankfurt a. m. Berlin Schluß» hir< Schluß!. Abend- börse Schluß» furd Schluß?, minag» börse Datum 22-9. 25.9. 22.9. 25.9. Mansselder Bergbau.........0 Kokswerke..................c Phonir Bergbau............. 0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl..................0 Vereinigte Stahlwerke........0 Olavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....?/, 3. G. Farben-Industri».......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................0 RütgerSwerke...............0 Melallgesellschaft........... 0 Philipp Hol»mann ........... 0 Zementwerk Heidelberg ......0 Zementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Patzenhofer .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Daldhof............0 Zellstoff Aschaftenburg ....... 0 Dessauer GaS ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........0 Oren stein & Koppel .......... 0 Leonhard Dietz .............. 0 Chade......................10 AcrumuIatoren-FabrS........0 Conti-Gummi...... 0 22 11,75 172 70,65 31,25 11 112,5 113 154 115 170.25 40 47,25 52,754 s 27,5 40,5 33 24,25 37 10,5 179,5 129 17,5 157) 23,5 33,5 174,25 72 32 11,25 116,5 115,5 160 116 170 40,75 48 53 s 27 42,5 34 20 25,75 41 11 152 179 134,25 55 1 1561 22 64,75 31 171,75 71 30,5 11,75 112 112 154 115,13 40 46,5 53,65 k 91 26,5 40 32,5 19 95,5 24,13 37,75 27 10,5 146,5 178,5 129 157| 23 68,65 33 174,5 72,65 32,13 11,25 116 115,5 159,5 116,75 41,75 49,5 53 59,75 93 26,K 42 34 99,5 25,75 39,5 28 10,75 152 179 133 156,25 Gritzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a.M-.. 4 Süddeutscher Zucker.........8 67,33 dl,19 35,07 T71 58, i2 57.98 12,99 16,-6 168.61 21,92 65,37 67,07 80,87 34,93 2,73 58.56 8,22 13,05 16,42 169,29 22.00 65 63 Gelb | Brief Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M ! Noten ! Noten Noten. __Banknoten. Amerikanische Noten.............. Belgische Roten Dänische Noten Englische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Note» .... 22. September 25. September Amtliche Geld Notierung Äriet Amtliche Geld Notierung 1 Brie HelstngfoH.. Wien....... Prag....... 5,729 47,95 12,41 5,741 48,05 12,43 5,764 48,05 12.41 5,776 48,15 12,43 Budapest ... Sofia ...... 3,047 3,05J 3,047 3.05.3 Holland .... Oslo....... 169,38 65,13 57,89 169,72 65,27 58,01 169,03 65,53 58,24 169.37 Kopenhagen. 65,67 58.36 Stockholm... London ..... Buenos Aires 66,83 12,96 0,963 66,97 13,00 0,967 67.23 13,03 0,963 67.37 13,07 0.967 2,763 Nenyork.... 2,707 2,713 2,757 Brüssel..... 58,52 58,64 58,48 58,60 Italien..... 22,06 22,10 22,04 22,08 Paris ...... Schweiz.... Spanien.... Danzig..... 16,41 81,12 25,06 81.52 16,45 81,28 35,14 81,68 16,40 81,05 35,06 81.52 16.44 81,21 35,14 81,68 Japan...... Rio de Jan. . Jugoslawien. Lissabo, .... 0,756 0,232 5,295 12.68 0,758 0,234 5,305 12,70 0,761 0,231 5,295 12,68 0,763 0,233 5,305 12,70 Oberhessen. Rindviehmarkt und Prämiierung in Hungen. + Hungen, 25. Sept. Der heute hier abgehaltene Schweine - und Rindoiehmarkt war infolge der günstigen Witterung gut besucht. Es waren 97 Stück Rindvieh und 517 Ferkel aufgetrieben. Der Handel auf dem Ferkelmarkt war trotz des starken Angebots gut. Es wurden bezahlt: für bis zu 6 Wochen alte Ferkel 8 bis 10 Mark, für bis 8 Wochen alte Tiere 11 bis 13 Mark, für bis 10 Wochen alte Tiere 14 bis 17 Mark und für bis 13 Wochen alte Ferkel bis zu 20 Mark. Besonderes Interesse bot der Handel in Vieh und die Prämiierung von Tieren des Hessischen Fleckviehes und der Sßogelsberger Rasse. Es war nicht nur eine große Menge, sondern auch ganz hervorragendes Material zur Prämiierung aufgetrieben. Oie Prämiierungs-Ergebnisse: Aeltere Bullen: Gemeinde Langsdorf, 1. und 2. Preis. Jüngere Bullen: Heinrich Seipp, Trais- Münzenberg, 1. Preis; Philipp Bersch, Heuchelheim, Adam Bausch, Reichelsheim, je einen 2. Preis; Willi Schultheis, Heuchelheim, Wilhelm Scheid, Langsdorf, je einen 3. Preis; Emil Walther, Langsdorf, 3. Preis und Anerkennung; Eduard Fay, Langsdorf, Anerkennung. Aeltere Kühe: Adam Hofmann, Langsdorf, Wilhelm Schmidt I., Langsdorf, je einen 1. Preis; Heinrich Steuernagel, Nieder-Bessingen, Ludwig Weber, Langsdorf, Karl Nathes, Llch, je einen 2. Preis; Wilhelm Roth VI., Langsdorf, Wilhelm Bausch, Reichelsheim, je einen 3. Preis; Otto Lang, Steinheim, Wilhelm Gasche, Muschenheim, Ludwig Weck, Hungen, Eduard Pauli, Langsdorf und Wilhelm Roth, Langsdorf, erhielten Anerkennungen. Jüngere Kühe: Philipp Keck, Lich, Emil Sonnenburg, Hungen, je einen 1. Preis; Karl Walz, Lich, Wilhelm Bausch, Reichelsheim, Karl Nathes, Lich, je einen 2. Preis; Adam Krämer II., Langsdorf, Ludwig Weber, Lich, Heinrich Schmidt I., Langsdorf, Emil Bausch, Langsdorf, Karl Walter, Langd, und Philipp Keck, Lich, je einen 3. Preis; Otto Lang, Steinheim, Heinrich Schmidt, Langsdorf, Eduard Pauli, Langsdorf, je eine Anerkennung. 'Kalbinnen: Karl Nathes, Lich und Otto Köhler, Langsdorf, je einen Ehrenpreis; Karl Walz V., Lich, Eduard Pauli, Langsdorf, je einen 1. Preis; Heinrich Hofmann V., Hungen, Heinrich Köhler II., Langsdorf, Peter Anton Kopf, Bellersheim, je einen 2. Preis; Adam Hofmann, Langsdorf und Wilhelm Bausch, Reichelsheim, je zwei 3. Preise; Wilhelm Döll, Langd und Karl Müller, Hungen, 'je eine Anerkennung. Jungrinder: Heinrich Köhler III., Langsdorf, Otto Köhler I., Langsdorf, je einen 1. Preis; Adam Hofmann, Langsdorf, Karl Nathes, Lich, je einen 2. Preis; Ferdinand Kühn, Ober-Bessingen, Wilh. Roth VI., Langsdorf, Emil Bausch, Langsdorf, je einen 3. Preis; Adolf Bausch, Reichelsheim, Heinrich Brück III., Nieder-Bessingen, Wilhelm Gasche, Muschenheim, Wilhelm Bausch, Reichelsheim, Wilhelm Reuhl, Oberhörgern, Wilhelm Kopf I., Bellersheim, und Emil Sonnenburg, Hungen, erhielten Anerkennungen. Familie: Karl Nathes, Lich, Eduard Pauli, Langsdorf, je einen 1. Preis; Wilhelm Bausch, Reichelsheim, Emil Sonnenburg, Hungen, Ludwig Weber, Langsdorf, je einen 2. Preis; Ludwig Schmidt I., Langsdorf, Adam Hofmann, Langsdorf, je einen 3. Preis; Wilhelm Roth VI., Langsdorf, und Otto Lang, Steinheim, je eine Anerkennung. Vogelsberger Vieh: Jüngere Bullen: Ludwig Prinz zu Solms- Lich (Mühlsachsen), 3. Preis. Aeltere Kühe: Karl Keblowski (Nieder-Bes- fingen), Ludwig Prinz zu Solms-Lich (Mühlsachsen), c einen 1. Preis; Wilhelm Steg (Billmgen), Ruo. Schmidt (Weickartshain), 2. und 3. Preis. JüngereKühe: Ludwig Prinz zu Solms-Lich (Mühlsachsen), 1. Preis; Wilh. Schmidt (Weickartshain) 2. Preis; Karl Keblowski (Nieder-Bessingen), 2 und 3. Preis; Ernst Pein (Nieder-Bessingen), W. Fach (Nieder-Bessingen) und R. Schmidt (Weickarts- Hain), je eine Anerkennung. Rinder: Karl Keblowski (Nieder-Bestingen), Ludwig Prinz zu Solms-Lich (Mühlsachsen), je einen 1 Preis; Rudolf Schmidt (Weickartshain), 2. Preis. Familie: Karl Keblowski (Nieder-Bessingen^, Ludwig Prinz zu Solms-Braunfels (Mühlsachsen), je einen 1. Preis; Rudolf Schmidt (Weickartshain), 2. Preis. Baupläne in Friedberg. Friedberg, 25. Sept. (WSN.) Die Verlegung der Bensheimer Aufbauschule nach hier macht in Verbindung mit der Errichtung des Po- dagogischen Instituts größere bauliche Aufwendungen erforderlich. Diese sind weiter noch bedingt durch die geplante Verlegung des Hauptsitzes der oberhessischen Hitlerjugend nach hier. In einer geheimen Sitzung des Stadtrats wurde im Zusammenhang mit diesen Plänen erwogen, die S ch i l l e r s ch u l e im Hause des Handwerks einzumieten und die in dem genannten Haufe befindliche Fortbildung s- und Gewerbeschule auf die Berg-Kaserne zu verlegen. In einer Versammlung des Ortsgewerbe-Vereins schloß man sich nach längerer Aussprache einem Vorschlag der Lehrerschaft der Gewerbeschule an, durch bauliche Aenderungen im Haus des Handwerks für die Schillerschule mit der Frauenschule, sowie für die Gewerbeschule Platz zu schaffen. Es sei dann leicht, die Fortbildungsschule auf der Berg- Kaserne unterzubringen. Mit diesen Vorschlägen scheint Gewähr dafür gegeben, daß die großen Bauprojekte in der Burg — Erweiterung der Aufbauschule usw. — verwirklicht werden können. Dadurch würden zahlreiche Arbeitslose in Friedberg wieder in den Arbeitsprozeß eingeschaltet. Der Führer des Ortsgewerbevereins erhielt die Ermächtigung, mit den maßgebenden Stellen die abschließenden Verhandlungen zu führen. Der Hitlerjugend wird zukünftig das Versorgungshaus als Unterkunft überlassen. Landkreis Giesren. u. Klein-Linden, 25. Sept. Am Samstagabend hielt der Spar- und Darlehenskassenverein Raiffeisen im Gasthau.se „zur Deutschen Eiche" seine Generaloevsammlung ab. Der Vorsitzende, Lokomotivführer Karl Lotz, gedachte zunächst in ehrenden Worten des vor einigen Tagen verstorbenen Rechners Karl Glaum, der in unermüdlicher Treue die Geschäfte des Vereins geführt hat. Die Versammlung ehrte den Verstorbenen, wie auch das verstorbene Mitglied Wilhelm Volk in üblicher Weise. Sodann trug Derbandsrevisor Io l k die Bilanz des verflossenen Geschäftsjahres vor. Der Umsatz an Waren und Konsumwaren beläuft sich auf 53 430,17 Mk.; die Spareinlagen beziffern sich auf 35 026,77 Mark. Die Genossenschaft wurde mit 5900 Mark aus der Reichsgenossenschaftshilfe unterstützt. Das Reichsgenossenschaftsrückstellungskonto (gleich Rsservekonto) beläuft sich auf 11 268,70 Mark, worin 6900 Mk. zur Abschreibung auf Immobilien enthalten sind. Die Höhe der Dividende beträgt 8 v. H. Spareinlagen wurden mit 4 v. H., Depositen mit 4,5 v. H. verzinst. Darlehen auf Bürgschaft und solche auf Hypotheken waren mit 6,5 o. H. zu verzinsen. Die Zahl der Mitglieder betrug am Ende des Geschäftsjahres 180; die Höhe des Geschäftsanteils belief sich pro Mitglied auf 10 Mark. Die Jahresrechnung wurde in allen Teilen einstimmig genehmigt. Für den verstorbenen Genossenschaftsrecyner Karl Glaum wurde auf Vorschlag des Vorstandes der Lagerhalter Wilhelm Fourier einstimmig zum neuen Rechner gewählt. Anschließend referierte Herr Iolk (Gießen) über die Ent- und Umschuldung der Landwirtschaft, während der Vereinsführer Lotz über Steuergutscheinbeschaffung und deren Verwertung Aufschluß aab. 00 Klein-Linden, 25. Sept. Heute vormittag wurde das Obst an der Provinzialstraße Klein-Linden—Dutenhofen versteigert. Zum Ausgebot kamen einige Allendorfer Rosenäpfel, wenige Baumanns Renetten und kleine Mengen Goldparmänen. Der Zentner kam, je nach Art und Güte, auf 5 bis 10 Mark. Ferner wurde die Versteigerung der Birnen an der Provinzialstraße Klein-Linden—Dutenhofen vorgenommen. Sixt- und Versammlung der Amtswalter der AS Dolkswohlfahri. Von der NS. - Dolkswohlfahrt des Kreises Gießen wird uns mitgeteilt, daß am morgigen Mittwoch, 27. September, 18.30 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Schanzenstraße, eine Sitzung der Amtswalter der NS.-Volkswohlfahrt statt- findet. Sämtliche Amtswalter des Kreises Gießen haben sich einzufinden. Butterbirnen und Pastorenbirnen kosteten pro Zentner 2 bis 4 Mark. An der auf der Straße Klein- Linden—Großen-Linden stattfindenden Versteigerung beteiligten sich viele Interessenten aus Klein- Linden, Großen-Linden und Gießen. Geringwertige Rheinische Bohnäpfel wurden sehr billig zugeschlagen, Taubenäpfel und Luxemburger Renetten kosteten pro Zentner 3 bis 6 Mark, Goldparmänen 8 bis 10 Mark, Schöner von Boskoop in recht guter Qualität 10 bis 15 Mark. öp Lich, 25. Sep. Die Bautätigkeit in unserer Stadt blieb auch in diesem Jahre hinter der früherer Jahre zurück. Es wurden neben kleineren An- und Umbauten nur drei Einfamilienhäuser neu erbaut, nämlich eins an der Hungener Straße, eins am Garbenteicher Weg, das dritte in der Gießener Straße. Mit dem Bau eines vierten Einfamilienhauses in der Amtsgerichtsstraße wird gegenwärtig begonnen. oo Langsdorf, 25. Sept. Am 22. September beging Frau Elisabeth Wirth Wwe. ihren 9 0. Geburtstag. Die ehrwürdige Jubilarin ist noch bei leidlicher Rüstigkeit. Bei dem Ständchen, das ihr junge Mädchen brachten, fang sie noch fröhlich mit. Das Landeskirchenam ließ ihr ein Gedenkblatt überreichen. Wir haben bei einer Gesamtbevölkerung von 946 Einwohnern 80 Personen, die im ^.Lebensjahr und darüber stehen. Darunter befinden sich 16 Personen über 80 Jahre und zwei Personen über 90 Jahre. Kreis Friedberg. WSN. Friedberg, 25.Sept. Im benachbarten Nieder-Florstadt stürzte der betagte Zimmermeister Karl Hirsch beim Apfelpflücken ab. Die dabei erlittenen Verletzungen führten den sofortigen Tod herbei. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 25. Sept. Unsere Handarbeitslehrerin, Frau Marie Steinbach, ist nach einer mehr als 36jährigen Wirksamkeit freiwillig in den wohlverdienten Ruhestand getreten, um einer jüngeren Kraft Platz zu machen. Aus diesem Anlaß fand in der Schule eine kleine Feier statt, in der der aus dem Amte Scheidenden viel Dank und Anerkennung zuteil wurde. Der Vorsitzende des Schulvorstandes, Pfarrer D. Fritsch, und Bürgermeister Lind hielten kurze Ansprachen. — Die Obst- oersteig erung brachte der Gemeindekasse als Erlös aus größeren Mengen Zwetschen und Birnen, aber nur wenig Aepfeln, rund 9^0 Mark ein. Der Zentner Zwetschen stellte sich am Baume auf etwa 2 Mark. PreuBen. Ein Denkstein an der Stelle des ersten Spatenstiches. WSN. Frankfurt a. M., 25. Sept. An der Stelle, wo Reichskanzler Adolf Hitler am denkwürdigen 23. September 1933 den ersten Spatenstich zur ersten Reichsautobahnstrecke Frankfurt—Darmstadt—Mannheim—Heidelberg getan hat, soll, wie wir erfahren, zum Gedenken an diesen für das Verkehrswesen, wie den Wiederaufbau der Wirtschaft gleich wichtigen historischen Tag ein G e d e n k st e i n errichtet werden. Die Stelle, wo der Kanzler nicht nur d e n ersten Spaten- stich tat, sondern gleich die ganze zur Aufschüt- tung des Fahrdammes mit Erde angefahrene Lore mit mächtig ausgreifenden Spatenstichen voll- kommen ausräumte, befindet sich an der Ostseite des im Werden begriffenen Fahrdammes der Autostraße, dort, wo sie durch Mauerwerk abgeschlossen und an die über den Main führende Brücke anschließen wird. Zur Baustelle gingen am Sonntagnachmittag unzählige Menschen aus der Stadt; besonders auch viele auswärtige Besucher des Gauparteitages ließen es sich nicht nehmen, die Stelle aufzusuchen, von wo die neue große Offensive gegen die Arbeitslosigkeit ihren Ausgang genommen hat. Dillkreis. < B i s ch o f f e n, 25. Sept. Am Sonntag gegen 21 Uhr verunglückte der hier wohnhafte Dentist Schl aud raff mit drei Personen auf der Rück- fahrt mit feinem Auto von der Feier am Niederwalddenkmal schwer. Das Auto soll in der Nähe von Braubach am Rhein gegen einen Baum gerannt sein, so daß es in Trümmer ging. Herr Schlaudraff und die übrigen drei Insassen wurden dabei mehr oder weniger schwer verletzt. 2V2 Jahre Gefängnis für fahrlässige Tötung. WSN. Mainz, 25. Sept. Der als rücksichts. loser Motorradfahrer bekannte 23jährige Kaufmann Jakob B e r n a r ö aus Nackenheim fuhr am 15. Juli d. I., gegen 24 Uhr, am Ausgang des Vorortes Weisenau mit 70 bis 80 Kilometer Geschwindigkeit in eine SS. - Kolonne, die gerade von einem Marsch zurückkehrte. Die Folgen waren grauenhaft. Der 42jährige SS.-Mann Hauck wurde sofort getötet, der SS.-Mann Nassau derart verletzt, daß er heute noch im Krankenhaus schwer darnieder, liegt, fünf weitere SS.-Männer waren teils schwer, teils leichter in Mitleidenschaft gezogen. Der. Angeklagte hatte sich gestern vor der Zweiten Großen Strafkammer wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung, sowie verschiedener Uebertrehin- gen der Kraftfahrzeugordnung zu verantworten. Die Vorstraflifte des Angeklagten weist außer mehreren Strafbefehlen -wegen Übertretungen Bestrafungen wegen fahrlässiger Körperverletzung in Höhe von 100 Mark und wegen vorsätzlicher Körperoer, letzuna in Höhe von 300 Mark auf. Aus »Grund des schweren Unglücks wurde dem Angeklagten der Führerschein entzogen. Der Staatsanwall beantragte gegen den Angeklagten unter Verneinung mildernder Umstände drei Jahre Gefängnis. Das Gericht erkannte auf 21/* Jahre Gefängnis. Berliner Frühbörse. B e r I i n, 26. Sept. (WTB. Funkspruch.) Im Berliner Frühverkehr blieb das Geschäft sehr ruhig und unentwickelt. In Bankkreisen beurteilt man die bevorstehende Börse auf Grund der vorliegenden Orders als etwas leichter, und zwar sowohl für Aktien, als auch für festverzinsliche Werte, für die der Kulminationspunkt vorerst erreicht fein dürfte. Taxen von Aktienkursen waren kaum zu hören. JG.-Farben nannte man mit zirka 116. * Arn Devisenmarkt notierten Pfund gegen Kabel 4,7375, Schweiz 16,08, Amsterdam 7,7150, Paris 79,50, Mailand 59,18, Spanien 37,15 und Brüssel 22,29. 4AUSSTELLUNGSHALLEN ' FREIER EINTRITT fERKER-U. GEWERBEVEREIN KELKHEIM IM TAUNUS. 5778 V EINXBetten Schlaf zim, Polster, Stahl- matr-an jeden, Teils. Kiu.fr. Einen ni öbelZabrik Suhl/Tb. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstraße T Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Wir bitten, sich die ummeni der eingereichten Poücen aufzuschreiben. ro V dn vom 20. Dezember 1932 ■ V u B I Nr. 84) wären wir an sich berechtigt, die Zahlungen bis zum 31. Dezember 1934 hinauszuschieben, gleichwohl werden wir aber die Anmeldungen mit größter Beschleu- niffung erledigen und Zahlungen leisten, ohne damit die Fälligkeit der Forderung anzuerkennen. Da viele Tausende von Briefen erwartet werden, ist eine sofortige Erledigung nicht möglich. Erinfie- rungen vor Ablauf von 2 Monaten stören nur die Erledigung ünd sind zwecklos. Ansprüche, die vor dem 15. Juni 1922 entstanden und noch nicht reguliert sind, müssen zur Vermeidung des Ausschlusses spätestens bis zum 30. April 1934 bei unserer Aufwertungsstelle unter Einsendung der Policen aügemeldet werden. Berlin, den 20. September 1933. VICTORIA ZU BERLIN Allgemeine Versicherungs - Actien - Gesellschaft W. Seemann. ppa. Römer. 5885 V Gute Strümpfe sehr preiswert! Damen-Strümpfe, künstl. 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September 193,3 vormittags 10 Uhr wird das Obst des Hofgutes Winnerod versteigert. Zusammenkunft bei Nr. 1 an der Straße Winnerod- Reiskirchen. Versteigerungsbedingungen werden zu Beginn d. Versteigerung bekanntgegeben. Hofgui Winnerod Bahnstation Reiskirchen Tel. Großen-Buseck 57 05608 Detektiv K. Gerz, Bad-Nauheim, Kurstraße 17 erleöifltaUe vertrauliche Privat- u Geichättsangele- genbeiten, wie Auskünfte, Beobachtungen,Erm ttel ungen, Beschaffung 0. Berne smai in Straf- u. Zioitvroz streng diskr. Svrechst.:9b. 12»/,u zr»0 Achenbach- Garagen Wochenendhäuser, Schuppen,Fahrradständer, zerleg- und versetzbar s«»sV Gebr. Achenbach 6mbH.,Weidenau/Sieg Postfach 150, Mittwoch, den 27. September 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 1. Tische, Stühle, Sessel, Chaiselongues, Sofas, Büfetts, Kredenzen, Waschkommoden, Schreibtische, Bücherschränke, Kleider- und Weißzeugschränke, 1 Spie» gelschrank, 1 Konsolschrank, 1 Vertiko, Pianinos, Trumeauspiegel, 1 Ständerlampe, 1 Rauchtisch, 1 Regulator, 1 Bett, Eisschränke, Kassenschränke, 1 Warenschrank, Teppiche, 1 Gasherd, 1 Kaffee- und 1 Eismaschine, 1 Wäschemangel, 2 Küchenherde, Nähmaschinen, Schreibmaschinen, 1 Schnellwaage, 1 Radioapparat, 1 Dauerwellenapparat, 1 Pritschenwagen, 1 Personenwagen (Wanderer-Schönau, 40 PS). 2. An Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal): 11 Gänse. 3. Bestimmt: 1 Schreibmaschine (Ideal), 1 Gußkessel mit Kesselmantel). 5893V 3 u n t e r, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 KYFHWJSER TECHNIKUM BAD FRANK IN MAUSEN W Ein Blick genilgtl Hier fehlt nur Hühneraugen- „Lebewohl“, 4570 V Hühneraug.-Lebewohl Blechd. (8 Pflast.) 68 Pf. in Apoth. u. Drog. Sicher zu haben: Hed.-Drog. Haue Hindenburg, H. 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