Nr.M SvübauSgabe 183. Jahrgang Samstag, 26.Augustch35 Lrlchelnl täglich, autz« Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» monats-Bejngsprets: Mit 4 Beilagen 7tUL 1.95 Ohne Illustriert« . 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, ütrnsprechanschlüffe antetSammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: »nzelger Sieben. poflfd)t(ffonto: Frankfurt am Main 11686. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmrf und Verlag: vrühl'sche Universtlülr-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Zchriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Niizeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rcichspfennig; für Ne» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfürdenAn» zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Sieben. Riesige Beteiligung an der Ostland-Treuesahrt. 1045 Kraftwagen und 483 Motorräder. Berlin, 25. August (TU.) Die D ft I a n b - Treuefahrt nach dem vom Reich abgetrennten Ostpreußen weist eine Beteiligung auf, wie von t einer Seite erwartet wurde. 10 4 5 Kraft- wagen und 483 Motorräder, im ganzen 1528 Kraftfahrzeuge mit über 5000 Insassen aus allen Teilen Deutschlands sind nach dem Osten unterwegs. Im Einzelnen halten sich mit rund je 550 Meldungen die Motor-SA. und SS. das NSKK. mit dem ADAC, die Waage. Es folgen dann der AvD. (83), DMB. (22), Reichswehr und Polizei (je 21), DTE. (20), NDA. (18) und Stahlhelm (17). Erfreu- lief) ist, daß auch mehrere Wagen der nationalsozialistischen Kriegsopseroersorgung teilnehmen, die von Schwerkriegsverleßten selbst gesteuert werden. Schließlich meldeten sich beim Arbeitausschuß drei Hitlermäbel mit langen blonden Zöpfen auf Fahrrädern als Sendboten des Deutschen Touring-Clubs München. Auch die Reichs» marine beteiligt sich mit drei Sendboten- mannschasten (zwei Kraftrad-, eine Personenkraftwagenstaffel) unter Führung des Kapitänleut, nants Born an der Ostland-Treuesahrt. Sie überbringen die Huldigungsadressen der Marinestationen der Ost- und Nordsee. Die Abordnungen der Marine fahren mit denen des Reichsheeres g-meinfain über See nach Pillau, nehmen an der Feier am Tannenbergdenkmal teil und beteiligen sich ebenfalls an der Rundfahrt über die anderen ostpreußischen Schlachtfelder. Reichswehrminister General v. Blomberg begab sich am Samstagfrüh im Flugzeug nach Neubeck, wo er an einem Abendessen beim Herrn Reichspräsidenten teilnimmt. Am 27. August wird Reichspräsident v. Hindenburg in Begleitung Generals v. Blomberg an der Kundgebung am Tannenbergdenkmal teilnehmen. Auch der Chef der Heeresleitung, General F r h r. von Hamm er st ein und der Chef der Marineleitung, 2(bmiral Dr. h. c. Ra oder, werden den Herrn Reichspräsidenten zu dieser Kundgebung begleiten. Der erste Tac> Königsberg, 25. Aug. (CNB.) Am ersten Tage der Ostland-Treuesahrt waren die Landstraßen von Berlin zur polnischen Grenze bereits am frühen Morgen von Hunderttau senden belegt. Morgens brach vom Berliner Rathaus d i c Scndbotcn-Mannschaft der Stadt Berlin auf, zur gleichen Zeit startete vom Propagaudaministerium aus der Leiter der Fahrt Staatssekretär Funk, der auch die Fahrt in die Wege geleitet hat. Staatssekretär Funk ist Ostprenßc, stammt aus Trakchncn und hat die Ostland-Treuesahrt propagiert, um seiner ostpreußischen Heimat den Dank Deutschland s für ihre wegweisende Arbeit in den letzten Wochen abzustattcn. Am frühen Abend hatten bereits mehr als 800 Fahrzeuge die Kontrollstelle Niese - wanz bei Firchau passiert. Die Fahrt durch den Korridor verlief ebenfalls reibungslos, nur in Dirschau wurden einige Wagen von halbwüchsigen Jungen mit Stök- kcn beworfen. Königsberg glich schon am Freitagabend einem Heerlager. Ganze K rast Wagenburgen waren in den Straßen aufgefahren. Der Samstag wird weit über 1000 Wagen nach Ostpreußen bringen, und am Sonntag wird dann am Tannenberg- Denkmal die denkwürdige Huldigung an Ostpreußen stattfinüen, wobei die Scndbotcn- mannschastcn aus dem Reich dem Obcrpräsi- dentcn Koch, dessen Tatwillcn und Wagemut die Befreiung Ostpreußens von der Arbeitslosigkeit zu danken ist, die Botschaften überreicheir, in denen das Reich Ostpreußen huldigt und dankt. Ministerpräsident Göring besucht Ostpreußen. Als Gast beim Reichspräsidenten in Neudeck Berlin, 25.Aug. (WTB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mittcilt, hat sich der preußische Ministerpräsident Göring heute vormittag im Flugzeug zu einem osfiziellen Besuch der Provinz Ostpreußen und des Herrn Reichspräsidenten nach Marienburg begeben. Nach der Landung begab sich der Ministerpräsident dann im Kraftwagen durch die Stadt zum Schloß, freudig begrüßt von den zahlreichen Vereinen, Innungen und Schulen, die auf dem Wege dorthin Spalier bildeten. Es fand eine Führung durch das Hochschloß statt. Ministerpräsident Göring zeigte außerordentlich lebhaftes Interesse für die schöne Marienburg. Ein Frühstück in den Gastkammern folgte, wobei Obcrpräsiüent Koch den Ministerpräsidenten begrüßte und Göring für den Empfang dankte. Vom Schloß begab sich Ministerpräsident Göring zum Marktplatz, wo er vor dem alten Rathaus von einer vieltausendköpfigen Menschenmenge begrüßt wurde. Oberbürgermeister Ebert überreichte dem Ministerpräsidenten die E h r e n b ü r - gerurkunde. Ter Ministerpräsident nahm darauf einen Vorbeimarsch der Schutzpolizei, der SS. und SA. ab und bestieg mit Staatssekretär Meißner und Oberst von Hindenburg den Kraftwagen, um sich über Stuhm und Marienwerder nach N e u d e ck zu begeben. Die Hungersnot in Südrußland. Erschütternder Augenscheinbericht aus dem Nordkaukasus.-Menschenfrefferei, Malaria und Typhus. — Weite Gebiete verödet. — Gänzliches Versagen der Gowjetwirtschast. London, 25. Aug. (CNB.) „Daily Telegraph" beginnt heute mit einer Artikelreihe über die Hungersnot in Rußland. Der Verfasser gibt aus eigener Anschauung an Ort und Stelle ein erschütterndes Bild der Zustände in den Landwirtschaftsgebieten des Nordkaukasus. Bekanntlich ist den ausländischen Korrespondenten in Moskau in letzter Zeit verboten worden, ohne besondere Erlaubnis der Sowjetregierung die Stadt zu verlassen. Angesichts dieser Tatsache beanspruchen die Artikel des Daily Telhegraph besonderes Interesse. Der bereits i m M a i verfaßte Bericht des Beobachters war ursprünglich nur für dessen Vorgesetzten und nicht zur Veröffentlichung bestimmt. In dem Bericht heißt es: Das Hauptproblem der nordkaukafischen Landwirtschaft ist die Hungersnot, die feit dem Spätherb st desJahres 1932 sofurchl- bare Ausmaße angenommen hat, daß die Bevölkerung tatsächlich an hunger stirbt. In ganzen Bezirken schwindet die Bevölkerung rasch dahin, und die landwirtschaftliche Tätigkeit st e h t völlig st i l l. Der größte Teil der Kosaken des Kubangebietes wurde von der Sowjetregierung gewaltsam aus ihren Dörfern vertrieben und nach ukrainischen Gebieten übergeführt. Die Zahl der noch zurückgebliebenen Kosaken ist infolge der Hungersnot so zurückgegangen, daß große Kosakenniederlassungen im Kubangebiet fast unbewohnt sind. Die letzten Ueberlebenden werden vor Ende des Jahres durch die Hungersnot ausgetilgt fein. Vom politischen Standpunkt aus gesehen, ist damit die Kofaken- gefahr beseitigt. 3n den Stäbfen Krasnodar und Siavropol will der Beobachter die „volle Bestätigung" dafür erhalten haben, daß in diesen Bezirken Fälle von Kannibalismus vorgekommen feien. Der Korrespondent betont, daß die Hungersnot nicht fo sehr die Folge der lehtjährigen Mißernte sei, als vielmehr eine Folge der „Kampagne der staatlichen Getreideeintreiber, die ganz brutal oor- gingen.“ Ein Gebiet im Nordkaukasus mache einen etwas günstigeren Eindruck „dank dem Bestehen der deutschen Konzession Drusak". Der englische Gewährs- mann macht dann statistische Angaben über den furchtbaren Rückgang der Bevölkerung in den einzelnen Bezirken infolge der Hungersnot. Er erklärte, mit eigenen Augen gesehen zu haben, daß früher blühende Dörfer fetzt völlig verlassen seien. Auch große Städte wiesen eine beträchtliche Abnahme der Bevölkerung auf. In Krasnodar seien bei einer Einwohnerzahl von 230 000 Köpfen 40 0 0 0 Hungers g e ft o r 6 e n, in Stavropol seien von 140 000 Einwohnern 50 000 dem Hunger erlegen, und die Stadt mache einen „leblosen Eindruck". 3n den Dörfern, die er — der Berichterstatter — besucht habe, habe die Zahl der Todesfälle zwischen 30 und 40 täglich geschwankt. Die Menschen, die noch am Leben seien, befänden sich im letzten Stadium der Schwäche infolge der Entbehrungen und des Genusses von Gras, wurzeln, verkohlten Knochen, toten Pferden ufro. Die Mehrheit der noch Ueberlebenden werde zweifellos, wie der Gewährsmann meint, mit dem herannahenden herbst weiter an der Malaria sterben, und Typhus werde wahrscheinlich epidemisch werden. Die von der Hungersnot heimgesuchte Bevölkerung mache den Eindruck völliger Hoffnungslosigkeit. Die verlassenen Häuser in den WSN. Darmstadt, 26. Aug. Unter dem Vorsitz von Reg.-Rat B e r g n e r sand in der Abteilung für Arbeit und Wirtschaft des hessischen Staatsministeriums eine Sitzung statt, in der Beschlüsse über die Verteilung der dem Lande Hessen aus dem Reinhardt-Programm zu- slicßenden Mittel gefaßt wurden. Reg.-Rat Berg- ner betonte, daß alle hier behandelten Anträge von der hessischen Regierung genau geprüft, genehmigt und nach der Dringlichkeit ausgewählt seien. Der Gesamtbetrag, der von der Bank für öffentliche Arbeiten vorläufig für Arbeitsbeschaffung zur Verfügung gestellt ist, ist 300 Millionen. Davon entfallen aus Hessen 6,6 Millionen. Anträge in hohe von 4,5 Millionen sind von der hessischen Regierung bereits genehmigt. Dem Lande helfen sichen demnach noch 2 Millionen zur Verfügung. Sie werden in den nächsten Tagen ebenfalls für vorliegende Anträge nach deren genauer Prüfung genehmigt. Es wird allerdings nicht möglich fein, alle wenn auch noch so berechtigten wünsche zu befriedigen, da die Gesamtsumme der Anträge annähernd 11 Millionen be- CBcrlia, 25. Aug. (CAD.) Die erste Hauptversammlung des 69. Deutschen Genossenschasis- tages in (Berlin wurde vom Vorsitzenden d:s (Sir* geren Ausschusses und des Gesamtausschustes, Derbandsdirltor SHinlel Hannover, eröffne;. Aach Degrützuirgsworten des Vorsitzenden sprach Dr. Kunze über die Stellung der Genossenschaften im nationalsozialistischen Staat und die zukünftigen Aufgaben des Deutschen Eenossenschaf.soerbandes. 3n der Herbeiführung einer nationalen Wirtschaft und eines nationalen Geld- und Kapitalmarktes werde der Rationalsozial.smus de n Z u - sammenschlußgedanken vor allem auf berufsständischer Dosis fördern. Die Genossenschafts- form werde deshalb zukünftig eine bedeutsame Aolle spielen, weil sie eine nationale und soziale Gemeinschaft bilde. Der Deutsche Gencssen- schaftsverband habe sich folgerichtig in die Aeichs stände des Handwerks und des Handelseingegliedert. Da das Genossenschaftswesen mit unserem Volks um lebendig verbunden sei, werden die Kreditgenossenschaften die zukünftigen Dolksban- ken fein. Zur Erreichung eines nationalen Geld- und Kap talrnark es mf.fe die z'ig llo'e Gew.rbe- freiheit in der Anlage von Geldmitteln unterbunden werden. Dringend notwendig sei die Heu» Ordnung des Depot- und Depositenrechts. Städten und Dörfern fielen zusammen. Man sehe kaum Hunde oder Katzen, da sie zum größten Teil von der hungernden Bevölkerung verzehrt worden seien. trägt. Alle behördlichen und staatlichen Prestigefragen traten zurück vor der großen Aufgabe, i n möglich st zweckentsprechender weise möglich st viele Erwerbslose des großen Gebietes wieder in Arbeit und Brot zu bringen. Bei der Verteilung der Mittet und der Besprechung der einzelnen Anträge wurde es als selbstverständlich angesehen, daß nicht sinnlos jedem Bezirk das Gleiche zugeteilt werden dürfe, sondern daß die großen Rotgebiete des Landes, die die meisten Arbeitslosen und Untcrflüt- zungsempsänger haben, zuerst berücksichtigt werden müssen. Dies find vor allem die Städte Mainz, Offenbach und Worms, bei denen prozentual geringste Abnahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen ist. Die Vergebung der geplanten Arbeiten, die zum Teil über 3 a h r e laufen, wird auch in Hessen wieder Tausende von Erwerbslosen in Arbeit unbBrot bringen. Es besteht die begründete Aussicht, daß in kurzer Zeit der erste hessische Kreis , als arbeitslosenfrei gemeldet werden kann. Aach Einbau des Führerprinzips werde die Genofsenschaftssorm den heutigen wirtschaftlichen Dedürfnissen angepaht werden. Die Haftsumme müsse in sich eine höhere Bewertung und gesetzliche Begrenzung nach oben erfahren. Auch die Aevifion fei reformbedürftig. Der Deutsche Genossenschastsverband habe das wichtige Aufgabengebiet der genofsenfchastlichen Arbeitsbeschaffung aufgegriffen. Hierbei handele es sich um die Bildung und Förderung von Zentral-Lieserungs genösse lisch asten. Ihre Finanzierung sei über die Deutsche Zentralgenoffenschaftslaffe sichergestellt. Bei den Rcv s.onsvcrbänden würden d shalbArbeits-Beschaffungs st eilen eingerichtet werden. Das große Reformwerk des Deutschen Genossenschaftsverbandes bedinge O r g a n i f a - tionszwang. Wilde Genossenschaften dürfe es nicht mehr geben. Erst auf dieser Basis könne die Erneuerung des genossenschaftlichen Geistes durchgeführt werden. Die nächste große Aufgabe fei die D a n k e n r e s o r m. Es müsse eine genaue Trennung zwischen Depositenbankgeschäft und langfristiger Finanzierung erfolgen. Da die Genossenschaft eine Gemeinschaft der Selbsthilfe fei, müsse ihr uneingeschränkt der gemeinnützige Charakter zugesprochen werden. Abgestellt auf Selbsthilfe müsse zukünftig jede Subventions- Politik vermieden werden. Hessen erfi(M6,6Äionen MArbeiisbeschaffmig aus dem Reinhardt-Programm. Besondere Berücksichtigung der Noigeb ete. —Noch 2 Millionen zur Verfügung. Die Ausgaben der Genossenschaften im neuen Staat. 0er Prozeß gegen die Reichstagsbrandstister Em Verteidiger an die ausländische ommission. Leipzig, 25. Aug. lWTB.) Rechtsanwalt Dr. Paul Teichert, Leipzig, hat an Rechtsanwalt Branting in Paris ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: „Sehr geehrter Herr Kollege! In einem Schreiben vom 18. d. M. an den Herrn Oberreichsanwalt wegen des die Reichstagsbrand st iftnng betreffenden Prozesses konstatieren Sie, „daß die vom Gericht bestellten Verteidiger sich nicht an Sie gewandt haben". Diese Erklärung ist geeignet, die Oefsentlichkeit irre zu führen. Ich stelle demgegenüber fest: 1. Seit dem 29. Juli 1933 ist der gesamten Oefsentlichkeit, also auch Ihnen, bekannt, wer die vom Gericht bestellten Verteidiger sind. Der Verteidigung ist demgegenüber die Tatsache, daß Sie Mitglied einer im Auslande wirkenden Kommission zur Untersuchung des Reichstagsbrandes seien, erst am 17. August durch die Prcsic bekannt geworden. Warum haben Sie und die Kommission in der Zeit vom 29. Juli bis 17. August nicht den einzig gesetzmäßigen Weg zu der Ihnen bekannten Verteidigung gefunden? 2. Heute erfahre ich durch Veröffentlichung Ihres Drieses vom 18. August erstmalig, wer die Mitglieder dieser Kommission sind. Danach gehört u. a. auch Herr Rechtsanwalt Arthur Garfield H a y s dieser Kommission an. Herr Rechtsanwalt Hays hat mich am 7. QI u g u ft ausgesucht, um mit mir über die Verteidigung zu sprechen, mir aber verschwiegen, daß eine solche Kommission bestehe und daß er derselben angehöre. Warum ist mir dies verschwiegen worden? 3. Schon am 7. August, als ich von der Kommission nichts wußte, habe ich Herrn Rechtsanwalt Hatzs gebeten, mir, wenn er Material besitze oder verschaffen könne, das zugunsten der von mir vertretenen bulgarischen Angeklagten spreche, dieses Material zur Verwendung im Prozeß zukommen zu lassen. Herr Hays hat mir — obwohl er doch Mitglied dieser Kommission war — erklärt, er besitze kein solches Material. 4. Am 21. August habe ich Herrn Hays erneut um Aeberlassung dieses Materials und Weitergabe meines Schreibens an die mir im übrigen unbekannte Kommission ersucht. Am 15. August habe ich sowohl den in Paris lebenden bulgarischen Rechtsanwalt D e t s ch e f f, als auch den amerikanischen Rechtsanwalt Levi n s o n bei ihren Besuchen in Leipzig gebeten, mir etwa i m Auslande Vorhände ne s Material zugänglich zu machen. Das Schreiben des Rechtsanwalts Dr. T e i ch e r t schließt: Ich weiß nicht, was Sie zu der Auffassung veranlaßt, daß in Deutschland der Verteidiger nicht frei sei und deshalb das Matertal nicht objektiv verwenden könne. Sie verkennen damit die deutschen Verhältnisse und die deutsche Anwaltschaft, die stets frei und unabhängig gewesen ist, es auch heute ist und immer bleiben wird. Dieser Grund vermag deshalb Ihre bisheriae Zurückhaltung der gesetzmäßig berufenen Verteidigung das Verteilst- flungsmaterial zugänglich zu machen, nicht zu recht- fertigen. Einer der in Paris lebenden Anwälte Hot mir auf meine Bitte um Beschaffung des Materials der Kommission allerdings erklärt, er glaube nicht, daß dieses Material den Angeklagten von Nutzen sein könne. Aus Ihrem neuerlichen Schreiben ist jedoch zu entnehmen, daß Sie gegenteiliger Auffassung sind. Ich würde mich deshalb freuen und wäre Ihnen sehr verbun» den, wenn Sie veranlassen könnten, daß das der Kommission vorliegende Material nunmehr mit möglich st er Beschleunigung und Doll- ständigkeit mir übermittelt wird, um fo alle Möglichkeiten der Verteidigung auszuschopfen. Oie Neuorganisation -es Handels, Handwerks und Gewerbes. Von Or. von JRenfeln, Führer der „NS. SAGO" und des Gesamtverband.'S deuischer Hand- werter, Kaufleute und Gewerbetreibender in der Deutschen Arbeitsfront. Von der Staatspresse st eile geht uns der folgende Aufsatz zur Veröffentlichung zu. Eine Organisation ist niemals Selbstzweck. Sie ist immer Mittel zum Zweck. Aendert sich der Zweck, für den eine Organisation geschaffen wurde, so muß sich die Organisation und ihre Form gleichfalls ändern. Von diesem immer gültigen Satz macht auch der Kampf- bunü des gewerblichen Mittelstan- d c s in der NSDAP, keine Ausnahme. Der Kampfbund ist in einer Zeit geschaffen worden, in der die nationalsozialistische Bewegung im Kampfe um die Macht stand. Dieser Kampf wurde auf allen Fronten geführt, und auf dem Abschnitt des Handwerks, Handels und Gewerbes wurde der Kampfbund eingesetzt. Seine Aufgabe war es einerseits, den Nationalsozialismus in die Reihen des Handwerks, der Kaufleute und Gewerbetreibenden hineinzutragen, sie zu organisieren und dadurch einsatzbereit zu gestalten, — anderseits — die Einrichtungen des öffentlichen Lebens auf dem Gebiete des Handwerks, Handels und Gewerbes zu erobern, um auch von dieser Seite her das alte System zum Sturz zu bringen. Beide Aufgaben hat der Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes als Hilfsorganisation der NSDAP, in feder Weise g e l ö st. Dafür gebührt den Amtswaltern des Kampfbundes, die sich fast durchweg aus alten erprobten Nationalsozialisten zusammensetzten und deren aufopferungsvoller Arbeit dieser Erfolg zu verdanken ist, ganz besonderer Die NS. HAGO., die aus älteren und schon bewährten Kämpfern besteht, ist die Kcrntruppe dieser Aufklärungs- und Schulungsarbeit. Sie ist eine Unterorganisation der NSDAP. und untersteht der obersten Leitung der PO. der NSDAP. Ihre Mitgliederlisten sind bis auf weiteres gesperrt. Die GHG. ist die Organisation der Handwerker, Handels- und Gewerbetreibenden in der deutschen Arbeitsfront, in der auch die Arbeiter, Angestellten und industriellen Unternehmer bereits organisiert sind. Mit der Hereinnahme der selbständigen Handwerker, Kaufleute und Gewerbetreibenden erfaßt die deutsche Arbeitsfront nunmehr auch die Millionenzahl der Inhaber der mittleren und kleinen Betriebe. Damit schließt sich der Ning der Arbeitsfront, die auf diese Weise alleinderdeutschenWirtschafttäti- gen Volksgenossen umfaßt. In ihrem Verhältnis zueinander, zur NSDAP, und zur deutschen Arbeitsfront, bilden die NS. HAGO. und der GHG. eine Parallelerscheinung zur NSBO. und den Gesamtverbänden der deutschen Arbeiter und Angestellten. Es muß dabei betont werden, daß J>ie Aufgabe beider Organisationen, der NSHAGO. wie des GHG., die Ausbreitung und die Vertiefung des nationalsozialistischen Geistes in Handel, Handwerk und Gewerbe ist. Wobei die NSHAGO. als nationalsozialistische Organisation in personeller, organisatorischer und weltanschaulicher Hinsicht das Rückgrat des GHG. bildet. Die Schulungs- und Aufklärungsarbeit vollziehen diese Organisatio- । nen im Wege der unmittelbaren Erfassung der I einzelnen Mitglieder wie in entsprechender Zusammenarbeit mit bereits bestenden Organisationen und Verbänden. Hierbei gelangen von Lehrbriefen, Schulungskursen und Vortragsfolgen bis zu kulturellen Veranstaltungen, Aufführungen und Kundgebungen alle geeigneten Mittel zur Anwendung. Daß beide Organisationen das ihnen gesteckte Ziel, den deutschen Menschen zur nationalsozialistischen Haltung auf allen Lebensgebieten und insbesondere zu dieser Haltung in bezug auf das Denken und Handeln auf wirtschaftlichem Gebiete zu erziehen, beharrlich und kompromißlos verfolgen und erreichen werden, dafür ist durch ihre straffe und einheitliche Gliederung, durch ihre zuverlässige nationalsozialistische Führung an allen entscheidenden Stellen und durch einen klaren Arbeitsplan, die in eingehenden organisatorischen Besprechungen in diesen Tagen sichergestellt wurden, eine völlige Gewähr geboten. Diese beiden Organisationen und insbesondere die NSHAGO. sind gleichsam das nie rastende nationalsozialistische Gewissen gegenüber den wirtschaftsliberalistischen Zersetzungserscheinungen und wird unermüdlich dort anklopfen und sich durchsetzen, wo Eigennutz noch vor den Gemeinnutz gestellt wird. Daß diese Aufgabe nicht leicht und einfach ist, das Weitz jeder von den Zehntausenden Amtswaltern der NSHAGO. und des GHG. Aber getreu dec Parole unseres Führers Adolf Hitler, der und 14 Iahre gelehrt hat, datz Schwierigkeiten dazu da sind, sie zu überwinden, werden sie hart und unbestechlich das Ziel des reinen Nationalsozialismus verfolgen. Wir find nicht umsonst Nationalsozialisten und wir wollen nicht umsonst Nationalsozialisten gewesen sein, durch Kampf und Arbeit vielleicht schneller verbraucht als andere Generationen, dem nachfolgenden Geschlecht das Erbe Adolf Hitlers rein und unversehrt übergeben, damit dereinst im vollen Glanze Wirklichkeit werde: Das Dritte Reichl Dank und Anerkennung, denn jeder, der Jahre hindurch an der Front der Bewegung gekämpft hat, weiß, wie schwierig und oft undankbar es war, gerade die Kreise, die der Kampfbund zu bearbeiten hatte und die dem Gift des Wirtschaftsliberalismus ausgesetzt waren, dem politischen Aktivismus zuzuführen. Heute hat die nationalsozialistische Bewegung die Macht im Staate erobert. Tie Aufgabe, die dem Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes im Kampfe um die Macht gestellt wurde, kommt also in Fortfall. Es ist aber falsch, zu glauben, daß mit der Machteroberung durch den Nationalsozialismus auch schon das Dritte Reich verwirklicht worden sei. Das Dritte Reich kann sich in seiner endgültigen Form nur auf einem Volke aufbauen, das in seiner Gesamtheit nation al soziali st i sch ist. Die Erziehung zum Nationalsozialismus ist demnach die große Aufgabe, die der nationalsozialistischen Organisation des Handwerks, Handels und Gewerbes heute gestellt wird. Um diese Aufgabe, mit der der nationalsozialistischen Bewegung eigenen Stoßkraft durchzuführen, wird der Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes in die Nationalsoziali- stische Handwerks», Handels - und Gewerbeorganisation (NS. HAGO.) einerseits und in den Gesamtverband der Handwerker. Kaufleute und Gewerbetreibenden (GHG.) auseinan- dergegliedert. Die Aufgabe beider Organisationen ist die Erziehung des wirtschaftenden deutschen Menschen zur nationalfozialistischen Weltanschauung, zum nationalsozialistischen Wirtschaftsdenken und Wirtschastshandeln und aut gegenseitigen Selbsthilfe. Dazu gehört selbstverständlich auch die Heranbildung des Fü h r e r n a ch w u ch - s e s für Handwerk, Handel und Gewerbe in der deutschen Arbeitsfront. Aus aller Wett. Der Heidelberger Klinikbau gesichert. Wie „Der Führer" meldet, ist es den Bemühungen des badischen Kultus- und Finanzministerium endlich gelungen, die Mittel für den dringend notwendigen Neubau der Heidelberger Chirurgischen Universitätsklinik sicherzu. stellen. Es ist damit zu rechnen, daß noch im Laufe des Spötjahres 1933 zunächst mit dem Bau des Operationsgebäudes der Chirurgischen Klinik begonnen wird. Der Montblanc fordert sieben Tote. Fünf italienische Touristen, die bei der Besteigung des Montblanc von dec italienischen Seite i n ein schweres Unwetter gekommen waren, sind ums Leben gekommen. Auch zwei weitere Alpinisten, die zunächst noch so viel Kraft besaßen, daß sie von der nächst clegenen Schutzstation Ballot Proviant und Seile herbeiholen konnten, um ihre völlig erschöpften Kameraden zu retten, sind auf dem Rückwege vor Schwäche und Kälte umgekommen. Ihre Leichen wurden von der aus 21 Mann bestehenden Rettungskolonne zuerst gefunden. Die Rettungskolonne hat nach Bergung der beiden Leichen die Suche nach den fünf anderen Verunglückten fortgesetzt. Da der Unfall sich auf der italienischen Seite, und zwar in einer Höhe von etwa 4600 Meter ereignete, fehlen in Chamonix weitere Einzelheiten. Schwere Sturmverwüstungen auf einer Molukken- Insel. Auf der Insel Llmboina (Molukken) richtete ein großer Wolkenbruch starke Zerstörungen an. Die Stadt A m b o i n a wurde teilweise unter Wasser gesetzt. Mehrere große Brücken wurden weg- gerissen. Die Wasserleitung und die Elektrizitätsversorgung sind gestört. Bei Erdrutschen in der Umgebung wurden neun Personen verschüttet und getötet. Auf der ganzen Insel ist der Verkehr unterbrochen, da überall Wege und Brücken zerstört wurden. Die Flüsse führen Hochwasser mit sich und sind mehrfach über die Ufer getreten. Der angerichtete Materialschaden ist groß. Die Regenfälle, die bereits zwei Tage ohne Unterbrechung niedergehen, dauern zur Zeit noch an. Auch auf Java hat man unter starken Regen- güssen zu leiden. So trat in der Residenzstadt Solo der durch Regengüsse stark angeschwollene Fluß Kali Temoen über die Ufer. Zahlreiche Häuser wurden weggespült. Zwei Personen ertranken; ganze Herden find umgekommen. Zwei Todesopfer einer Pilzvergiftung. In einer der letzten Nächte st a r b e n im Ma- rienhospital in Altenessen bei Essen iber 69 Jahre alte Berginoalide Franz V a n e c e k und der acht- jährige Schüler Herbert Wenzel an Pilzver- g t f t u n g Familienangehörige, die mit den Ver- storbenen in Kettwig zu Besuch weilten, hatten im Stadtwald Pilze gesucht, die sie zubereiteten und aßen. Bei fünf Personen stellten sich im Laufe des Tages Dergiftungserfcheinungen ein, so daß sie dem Krankenhaus zugeführt werden mußten, wo die beiden Genannten verftarben. Bei den übrigen besteht zur Zeit keine Lebensgefahr. Raubüberfall im Schnellzug Bukarest—Prag. Ein verwegener Ueberfall wurde in einer der letzten Nächte von fünf Banditen auf den Schnellzug Bukarest—Prag in der Nähe von der königlichen Sommerresidenz Sinaia in Rumänien ausgeführt. Die Räuber hatten sich in den Zug eingeschmuggelt und versuchten Reisende des Schlafwagens zu berauben. Eine Dame schlug Alarm, woraus die Banditen flüchteten und sich auf den ersten Waggon hinter der Lokomotive zurückzogen, wo sie vom Zugpersonal und einigen Reisenden mit Revolvern in Schach gehalten wurden. AlS der Zug nahe Sinaia eine Minute auf freier Strecke hielt, sprangen die Räuber ab und entkamen bis auf einen, der von einem Offizier überwältigt wurde. Der Verhaftete gehört einer internationalen Eisenbahndiehesbande an. „Stunde der SA.- Der Deutschlandsender teilt mit: In vollem Einvernehmen zwischen oberster SA.-Führung, Neichssendeleitung und Deutschlandsen- dcr ist nunmehr die Stunde der SA. endgültig festgelegt worden. Vorerst findet sie in jeder zweiten Woche am Freitagabend im Anschluß an die Stunde der Nation statt und wird voraussichtlich von allen deutschen Sendern übertragen. Sie wird in dem was sie bringt, eine Herausstellung des kämpferischen deutschen Mannes und des heldischen Gedankens sein. In der ersten Stunde der SA., am Freitag, 1. September, wird der Organisator der braunen Armee, Stabschef Röhm, kurz das Wort nehmen. Der Lastkahn-Sperrgürtel auf der Oise beseitigt. Ein gewaltiges Aufgebot von Feuerwehr, Polizei und Marinetruppen war am Freitag an der Oise bei Confluens versammelt, um den Sperrgürtel zu sprengen, den die st r e i k e n d e n Fluh - und Kanalschiffer an dieser Stells durch Zusammenkuppelung ihrer Lastkähne gebildet hatten. Die bereitgehaltene Wafsersprihe brauchte nicht in Tätigkeit zu treten, weil die Aufforderung des Präfekten, Raum zu schaffen, genügte. Dav brennende Munitionslager bei Lille in die Lust gesprengt. Um jede weitere Gefahr durch das Brennen des Munitionslagers in Air für la Lys für die Stadt Lille auszuschalten, haben sich die zuständigen Behörden entschlossen, das ganze Lager mit Dynamit indieLustzusprengen. Man schachtete auf zwei Seiten Kanäle aus und füllte sie mit Sprengstoff. Es erfolgten zwei gewaltige Explosionen. Man rechnet damit, datz auch die letzten Reste von Handgranaten, Granaten und Gasbomben zerstört worden sind. Nunmehr wird man an die Aufräumungsarbeiten gehen, da keine Rauchentwicklung mehr festgestellt wurde. Meine politische Nachrichten. Die gesamten Dauernführer Deutschlands tagten in Berlin. Der Reichsernährungsminister und Reichsbauernführer Darrs gab den Dauernführern die neuen Linien der kommenden Agrarpolitik bekannt. Die Dauernführer haben die Richtlinien für ihre organisatorische Arbeit in den kommenden Monaten erhalten. Der preußische Ministerpräsident Göring hat zum Dienstag eine Konferenz von Sachverständigen für Fragen des Tierschutzes und der hiermit zusammenhängenden medizinischen Forschung einberufen. Die Tagung verfolgt den Zweck, durch Besprechung der einzelnen gor- schungs- und Arbeitsgebiete und aller hierbei gegebenen Möglichkeiten zur Verhütung von Tierquälereien für die sofortige volle Auswirkung des Erlasses vom 16. 8. 33 gegen die Vivisektion Sorge zu tragen. * Das allgemeine Befinden des Adjutanten des Reichskanzlers, Brückner, ist gut. Es wird jedoch eine Hautverpflanzung notwendig sein. Beamte des Geheimen Staatspolizeiamtes nahmen in der Wohnung des ehemaligen Reichstagsabgeord- neten Karl Hildenbrand in Steglitz eine Haussuchung vor. Hierbei wurden etwa zwei Zentner illegale Druckschriften beschlagnahmt. Hilden- brand ist fe ft genommen worden. Der Gouverneur des Staates N e u y o r k hat ein Gesetz unterzeichnet, das die Todes st rafe für Entführer vorsieht für den Fall, daß die Opfer nicht vor Beginn des Prozesses freigelassen werden. Lebenslängliches Zuchthaus ist für verschiedene andre Fälle vorgesehen. Münchhausens tetzieGeschichie Von Ludwig Böte. Es war sehr still in Bodenwerder am 22. September 1797. Die Leute lasen draußen die letzten Kartoffeln auf, an die man sich seit den Hunger- jahren des Siebenjährigen Krieges so langsam gewöhnt hatte, und manchmal kroch der scharfe Rauch eines Erdäpfelieuers beizend zu den Gärten hin, in denen die Aepfel brannten, und der Walnußbaum, der an den sonnenwarmen Uferhängen herrlich gedieh, bei dem leisesten Lufthauch prasselnd seinen Fruchtsegen über die dahlienbunten Rabatten schickte. Kinder spielten auf den Gassensteigen, und von den Tennen stob der Dunst des geworfelten Roggens in die klare, beinahe noch sommerliche Luft: der Himmel stand leuchtend und fast schmerzlich-schön über den gebreiteten Buchenwäldern, durch die die Weser gleißend ihre glasgrünen Fluten schob. Der grauköpfige Major, der eben über die Schiffsbrücke gekommen war, hielt auf der kleinen Anhöhe am Ufer an und sog mit kräftigem Atem seiner Heimat Schönheit in sich. „So gar kein Wetter heut' für die Flausen, die der alte Kamerad vorhat", meinte er nachdenklich, schritt dann aber schnell seines Weges, bis er gerade vor der Apotheke auf den Königlich Hannoverschen Domänenverwalter Meyringk stieß, der noch ins Feld wollte, und einigermaßen verwundert auf den Major schaute, den man am Nachmittag hier selten zu sehen gewohnt war. „Geh' Er lieber mit", knurrte der Alte, „und halte Er Maulaffen feil, am Lager unseres Kumpanen und viellieben Wirts, der sachte aus diesem Erdteil zu retirieren gedenkt." Meyringk hielt erschrocken seinen Stab eine halbe Elle von sich, so daß der Major beinahe zurückfuhr: „Seitdem er das Biest, die Bährnde, die ihm der saubere Herr von Brunn dort" — er deutete nach Polle hin — ,/mgeschnackt hat, endlich los ist, wird's schlechter mit ihm anstatt besser, und der Holzmindener Regimentsmedikus gibt ihm nur noch Tage." Der Verwalter sann vor sich hin. Die Frauens- leute und bald alle Wochen das Haus voller Gäste und die Badereisen nach Pyrmont mit allerlei flatterhaftem Volk und dann die mit allen Hunden gehetzten hannöverschen Advokaten, da konnte freilich das Lebensflämmlein, das sowieso nach dem Tode von Frau Iakobine nur noch trübe brannte, langsam erlöschen. „Komm' Er", entschied der graue Krieger barsch, und hakte sich bei ihm ein, „helfe Er, dem Freunde die letzte Bataille gewinnen! Sie brauchten nicht weit zu gehen. Nach ein paar Minuten stieg der hohe Giebel des fast bäuerlichen Sitzes derer von Münchhausen, Linie Bodenwerder- Rinteln, aus den braungoldenen Ulmen des Vorgartens; scharf schlug ein Hund an, und der getreue Leibjäger Rosemeyer, der den Herrn auf allen Fahrten begleitet, schloß die nur lose eingehängte Tür auf und konnte kaum des Majors Frage nach dem Befinden des Kranken beantworten. In der Halle, von deren Wänden überall die fett- famft geformten Iagdbeuteftücke hingen, manchmal ein gedunkeltes Ahnenbild einfassend, war's kühl. Der Diener bat die beiden in das angrenzende Besuchszimmer, in dem man so manchen Pfeifenkopf leergeraucht, und Meyringk fiel's schwer auf die Seele, daß er den Freihern oben lange nicht besucht hatte. Aber man hatte so viel in diesen Wochen zu tun, und die Mahnungen, bis aufs Letzte aus den Domänen herauszuholen, die leeren Kaffen zu füllen, rissen nie ab. Der Major, der seine Gedanken wohl erriet, und der in diesem ungewohnt strengen Geist des Hauses still geworden war, suchte ihn abzulenken. Dann kam der Geistliche herunter und brachte die Aufforderung, ans Sterbelager zu kommen. Gedrückt schritten sie hinter Ehrwürden dem Pastor primarius Hörnlein her über die mit Decken und Matten belegten Treppen, bis ziemlich am Ende des langen, schmalen Fensterganges der Pfarrer leise und behutsam die Schlafstubentür auftat. Der Kranke saß aufrecht im Bett und sah lächelnd auf die Getreuen, mit denen er in besseren Tagen so manchen Abend zusammen gewesen. Das vergnügliche Zucken lag wieder um die Mundwinkel, und wenn nicht schon in den Augen sich still der Glanz ferner Welten gespiegelt hätte, man hätte ihn für den allezeit aufgeräumten kaiserlich russischen Rittmeister a. D. Hieronymus Karl von Münch- bausen halten können, über den der entlaufene und spitzbübische Bibliothekar und Münzkabinett-Verwalter Raspe sein schmählich-freches Lügenbuch mit nem guten Namen in die Welt gesetzt, wenn er auch manchmal die Professoren und Skribenten Lichtenberg und Bürger in Göttingen für die eigentlichen Sünder hielt. In Göttingen, dessen Universität mit ihren unzähligen Akademisten einer seines Bluts und Wappenschildes gegründet! „Bringe Er den Herren die Pfeifen", zwinkerte er Jobst zu, „und vergesse Er auch meinen Meerschaum nicht! Der Pfarrer, der ans Fenster getreten war, und im Gesangbuch blätterte, wandte sich erschrocken um und schaute fragend auf den Arzt, der ihn nicht aus dem Auge ließ, um ihm zuzuwinken, wenn es aufs Allerletzte aing, beschwichtigte mit leiser Handbewe- gung, indessen der Diener die dicken Rohre herum- reichte und mit Stahl und Schwamm Feuer zu schlagen begann. Endlich brannte der Tabak, und auch er hielt den geliebten Meerschaumkopf und zog dann und wann mit aufmunternben Blicken auf die beiden ehrlichen Kumpane, denen das Wasser in den Augen stand. Der Medikus schob die Tür auf und öffnete auf dem Flur vorsichtig einen Fensterflügel. Münchhausen lächelte kaum sichtbar. Ehrwürden Hörnlein betete still vor sich hin. Die Sonne floß abendruhig durch das dichte Weingerank in den schlicht weiß- getündjten Raum mit seinen spärlichen Möbeln. „In Rußland", hob der Sterbende plötzlich an, und der Mund zuckte wieder ein wenig, „kam ich einst in ein Kloster, allwo ich eine Orgel fand", hier paffte er, „für die hundert Mann den Wind machen mußten. Die Tasten waren so breit, daß ein Heuwagen hätte darauf stehen können. Aus \i- der Seite einer", fügte er hinzu, als er sah, wie der alte Krieger vor ihm ein mühsames Lächeln um seine grauen Kummerfalten bekam. „An jeder hing ein Strick, an dem nach des Küsters Angaben die Männer, die es unten in einer geräumigen Halle hielten, abwechselnd zogen und eine solche Musik machten, daß selbst das zweitausend Fuß hohe Kirchenschiff manchmal umzufallen schien. Ich hatte mein Pferd an der Tür festgebunden und wollte gerade mit einem der Mönche, der ein fünf Fuß langes Sprachrohr bei sich trug, (der Abt hatte eins von Gold, das neunzig Pfund wog), damit er sich in dem ungeheuren Raum bei der Messe verständigen konnte, in die Kirche gehen, als plötzlich wider alle Verabredung die Orgel zu spielen begann. Ich flog, da ich mich nicht wie die Gläubigen in der Bank festgeschnallt hatte, auch keine Bleisandalen wie mein Begleiter trug, hoch und wurde von dem Luftzug über die Orgel gehoben, wo ich gottlob in die Region der dicken Bässe geriet, deren Brausen mich hielt, bis mit einem Male — der Küster mußte wohl alle Register gezogen haben, — der Wind mich aus den geöffneten Fenstern fegte. Ich stieg, von den Liedern zu Gottes Ehre gehoben, immer mehr aufwärts — es wurde so hell mit einmal, ganz hell, und . . ." Die Pfeife fiel auf die schwere Flauschdecke, Asche stäubte, der Pfarrer hob laut an: „Im Namen.. Münchhausen hörte es nicht mehr. Vom Städtchen kam Abendläuten. Das nahe Kemnader Kloster antwortete. Ein Lächeln eigener Art lag um den Mund des Toten, wie immer, wenn er seine Freunde so recht stutzig gemacht hatte. Oie Welimeinung über die Saar. Ein deutscher Amerikaner, der Professor Dr. O. E. Lessing, ein ausgezeichneter Kenner seiner Lands- leute und feinfühliger Beobachter der uns feindlichen, insbesondere französischen Propaganda in den Vereinigten Staaten, tritt im Septemberheft von Ve 1 hagen & Klasings Monatshef - t e n der irrigen Meinung entgegen, als werde mit der Volksabstimmung 1935 das Saargebiet ohne Frage frei. Es bedarf vielmehr einer kraftvollen Aufklärung, um die französischen Ansprüche vor der Wettmeinung als unberechtigt erscheinen zu lassen. Auch vor zwölf Jahren hat in Oberschlesien eine Volksabstimmung für Deutschland entschieden und trotzdem ist der wertvollste Teil den Polen zugefallen. Was Ostoberschlesien dort, ist der kohlenreiche Warndt hier. Was würde ein Deutschland günstige Abstimmung helfen, wenn die Franzosen einfach sitzen blieben? Wenn sie bis dahin die ganze Welt davon überzeugt hätten, daß ein Gebiet mit französischen Namen wie Saarlouis doch ohne Zweifel ur^ranzösischer Besitz sein müsse? Ist von deutscher Seite schon irgend etwas geschehen, um dieser Gefahr entgegenzutreten? Die stetig zunehmende Keckheit der Saarkommission, die ein Recht des deutschen Volkstums an der Saar nach dem andern mit Füßen tritt und die so offenbar die Geschäfte Frankreichs besorgt, spricht wirklich deutlich genug. Was weiß vollends die Welt draußen von den Noten der Deutschen an der Saar, in Eupen-Malmedy, Nordfchleswig, Danzig, im Korridor, in Memel, Schlesien? Was weiß die Welt von deutschen Rechten und Ansprüchen überhaupt? Gewiß, es wird viel geschrieben und geredet, und da und dort sind auch im einzelnen moralische Eroberungen zu verzeichnen. Doch alles, was bisher von deutscher Seite und von auswärts für die Sache Deutschlands getan worden ist, kommt bei weitem nicht auf gegen die unablässige, gewissenlose, sehr geschickte und darum äußerst gefährliche Propaganda der Deutschland nach wie vor feindlich gesinnten Volker. Sochschulnachrichten. Professor Dr. Hans B l u n t s ch l i, Ordinarius für Anatomie an der Universität Frankfurt am Main, ist an Stelle von Professor Dr. Wilhelm Zimmermann an die Universität Bern berufen worden. Professor Dr. Karl Rauch, Ordinarius für deutsche Rechtsgeschichte und Handelsrecht an der Universität Kiel, hat einen Auf an die Universität Bonn erhalten. ing über die 6aar. Beobachter der uns senw' S@s- L---- tzE te Tnl J 1 b0I'nWN e* rrde «inÄo|en em- । wenn die ?" ganze hätten, W® tzoch ohne sy^yäi > und dre) :rMi* deut' S&$ FS'”, s'-ass SK- auswärts P"Ä meuciN on °7(, kommt VN -ehr HK- wie vor । 1|tia*ri*|fl*' Dri|„,ri«i •'»«fi'äi* •Win ► ’s.w1’* ■ ' - z M . 0rd'n2oa-er » D dt e'E [len- ^tlaU «r M die?- Minute SW ' D6‘r?et: ’«PÄ ÄB-L °'-d in ff™ > •»LZK °prK Asches Rüh^"'^ W«» Ä6,* ™g"WCi"e^w „e3uJ,Mengen. QBan m und füllte nnf e"t V sewaltige ne^ ^Mll, dah auch die ®tQnaten und ltVnme^ bürd Aalten gehen, da feine estgestellt wurde. he Nachrichten, rnf Lhrer Deutschlands er Aeichsernährungsmini- uhrer Darre gab den -u Linien der lammenden Die Dauernfuhrer haben organifatvnfche Arbeit in n erhalten. sterpräfident Döring hat mserenz von Sachver- ndesTierschuhesund nhängenden medizinischen Die Tagung verfolgt den ung der einzelnen For- biete und aller hierbei ge- zur Verhütung von ir die sofortige volle 2IuS- M 16. 8. 33 gegen die ju tragen. en des 2lbjutanten des : r, ist gut 68 wird \v ng notwendig \röu -taatspolizeiamtes nahmen tätigen Reichstagsabgeord- nd in Steglitz eine -aus. arden ein» zwei Zentner en beschlagnahmt Hilden- nen worden. ♦ Staates Neuyork hat ein die Todesftrafe sur m den Fall, daß die Opfer rozesses freigelassen werden, ms ist für verschiedene andre Oie letzten Anordnungen zum Landestreffen der NSBO. Frankfurt a.M., 25.Aug. (MSN.) Der Abmarsch findet nicht um 14 Uhr, sondern bereits um 12,8 0 Uhr statt. * Die Direktion des Zoologischen Gartens Frankfurt a. M. teilt mit, daß sie an die Besitzer von Festabzeichen für das Landes- trefsen der NSBO. am Samstag, 26., sowie am Sonntag, 27. August, 50 Prozent Ermäßigung für den Besuch des Gartens gewährt. * Absperrmaßnahmen a m Main: Den Abschluß des Landestreffens der NSBO. bildet bekanntlich ein großes Feuerwerk am M ai n. Es wird hierzu folgendes Gebiet abgesperrt: Beide Uferseiten des Mains von der Adolf-Hitler-Brücke bis zur Obermainbrücke. Die NSBO.-Formationen stehen auf der Frankfurter Seite von der Adolf-Hitler- Brttcke bis zur neuen Brücke: auf der Sachsenhäuser Seite 100 Meter rechts und links des Eisernen Stegs. Für die Besitzer von Festabzeichen ist die Adolf-Hitler-Brücke, sowie beide Mainuferseiten (soweit diese durch NSBO.- Formationen nicht besetzt sind) bis zur Obermainbrücke reserviert. Bcrkaufsplätze für Festabzeichen zum Feuerwerk befinden sich zu beiden Seiten des Mains, an der Adolf-Hitler-Brücke, an der Neuen Brücke, sowie an der Obermainbrücke. Zugänge für das Publikum befinden sich auf der Frankfurter Seite an Langestraße, Fahr- gasie, Neue Mainzer Straße. Auf der Sachsenhäuser Seite an der Schweizerstraße, Schul- straße, Schifferstraße, Brückenstraße und Fran- kensteinerplatz. Die Zugänge für Inhaber von Sitzplatzkar- ten und von Zulaßkarten für den Eisernen Steg befinden sich auf der Frankfurter Seite am Fahrtor, auf der Sachscnhäuser Seite am Aufgang zum Eisernen Steg. * Es wirb darauf hingewiesen, daß für Kriegsbeschädigte sowohl im Stadion, wie auf dem Eisernen Steg nur soviel Plätze vorhanden sind, wie Karten ausgcgcben wurden. Die Karten wurden der offiziellen Nationalsozialistischen Kriegsbeschädigtenorganisation übergeben. Aus der Provinzialhaupistadt. OerZernsprech AnschlußderNSOAP.- Gauleitung Heffen-Naffau. Das Gaupresfeamt der NSDAP, teilt mit: Die neue Fernsprechnummer der NSDAP.- Gauleitung Hessen-Nassau. Frankfurt am Main, Gutleutstraße 8/12, ist für alle Abteilungen die Sammelnummer 30381. Untermieter? Das Wohlfahrtsamt bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: „Immer wieder werden Klagen darüber erhoben, daß in unserer Stadt die Abgabe von möblierten Zimmern auch von solchen Wohnungsinhabern erfolge, die nach ihrem Einkommen auf diese Nebeneinnahme sehr wohl verzichten könnten. Dagegen gibt es eine große Zahl von Mitbürgern, die infolge des wirtschaftlichen Niederganges darauf angewiesen sind, durch Untervermietung eines Zimmers wenigstens einen Teil der Wohnungsmiete aufzubringen. Für eine große Zahl alter oder alleinstehender Personen bedeutet die Einnahme aus Untervermietung sogar die einzige Erwerbsquelle. Wenn jedoch solchen minderbemitteUen Personen diese Erwerbsmöglichkeit dadurch genommen wird, daß auch wohlsituierte Familien Zimmer vermieten, so müssen dem Wohlfahrtsamt Mehraufwendungen entstehen, die im Interesse der Eindämmung der öffentlichen Unterstützungslasten unbedingt zu vermeiden sind. Es wird deshalb an das soziale Gewissen aller derjenigen Wohnungsinhaber, die noch über genügendes Einkommen verfügen, die Mahnung gerichtet, das Untervermieten künftig ausfchließlich den Mitbürgern zu überlaffen. die auf diese Einnahme dringend angewiesen sind. Es wird erwartet, daß dieser Aufforderung, die sich auf die Ausführungen des Herrn Reichsstatthalters betr. Beseitigung des Doppelverdienertums gründet, allseits entsproßen wird." Wallfahrt zum hl. Hort nach Trier. Dom Katholischen Pfarramt wird uns geschrieben: QIm kommenden Mittwoch, 30. Aug., esteht die wahrscheinlich letzte Gelegenheit, mit einem Pilgersonderzug (60 Prozent Fahrpreisermäßigung) zum heiligen Dock nach Trier zu fahren. Der Pilgersonderzug fährt von Limburg aus. Zubringerkarten von Gießen nach Limburg werden ausgegeben. Hinfahrt: Gießen ab 5.38 Uhr: Rückfahrt: Ankunft in Gießen 23.26 Ahr. Der Fahrpreis beträgt für Hin- und Rückfahrt 7,90 Mark. Die Anmeldungen der Teilnehnrer müssen (wegen der Fahrkartenbestellung) bis Sonntag abend beim Katholischen Pfarramt, Liebigstr. 28, abgegeben werden. Die Fahrkarten werden nur beim Katholischen Pfarramt ausgegeben. Daten für Samstag, 26. August. 1802: der Bildhauer Ludwig von Schwantaler in München geboren (gestorben 1848); — 1813: Sieg Blüchers über die Franzosen an der Katzbach und Theodor Körner fällt bei Hof Gadebusch (geboren 1789); — 1860: der Komponist Friedrich Silcher in Tübingen gestorben (geboren 1789); — 1914: Sieg der Deutschen bei Berdun; — der Dichter Ludwig Thoma in Rottach gestorben (geboren 1867). ^omotiAcn. — Tageskalender für Samstag. Katholisches Vereinshaus: 9 bis 19 Uhr, Möbelausstellung der Kelkheimer Möbelfabrik. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Es war einmal ein Musikus". •* Don der Landesuniversität. Don der Pressestelle ber Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Prof. Dr. Wilhelm Kleberger an unserer Landesuniversität hat den an ihn ergan- genan ehrenvollen Rus als ordentlicher Professor für Agrikulturchemie und Direktor des Agrikulturchemischen Instituts an der türkischen Landwirtschaftlichen Hochschule zu Ankara abgelehnt. Der Hessische Heimaibund. Heimatschuh und Heimatschönheit sollen allen nahegebracht werden. — Ein großes Werk nationaler planvoller Aufbauarbeit durch pg. Ministerialrat Ringshausens Initiative. Von Prof. Dr. Spilger in Darmstadt. Früher als in anderen deutschen Ländern begann man in Hessen damit, alle Vereinigungen und Einrichtungen, die sich auf die Erforschung und den Schutz der Heimat sowie auf die Pflege des Heimatgedankens beziehen, zu einer großen Einheit zu- fammenzufafsen. Es war Ministerialrat Rings- hausen, der bereits im April dieses Jahres alle Kräfte zur Schaffung eines großen Heimatbundes aufrief und fo den ersten Anstoß dazu gab, das bedeutungsvolle politische Geschehen durch eine gleichgroße kulturelle Leistung zu vertiefen und zu ergänzen. Es dürfte von allgemeinem Interesse sein, einmal kurz zusammenzufassen, was in Hessen bereits sseschassen wurde und nach welchen Richtlinien hier gearbeitet wird, bildet doch die Verwurzelung unserer Kultur in der Heimat einen so wichtigen Grundpfeiler deutschen Wesens und deutscher Art, daß die Vertiefung des Heimatgedankens als grundlegende Kulturarbeit erscheint, die überall ausgenommen werden muß. Die stand es in Hessen seither mit der Heimatarbeit? Es muß anerkannt werden, daß auf vielen Gebieten mit großem Eifer zum Teil sogar mustergültig gearbeitet und so im einzelnen viel Wertvolles geschaffen wurde. Schon seit einem Jahrhundert befassen sich wissenschaftliche Gesellschaften mit der Er- forschung der Natur und Geschichte unserer Heimat. Heimatmuseen sind bereits vor dem Kriege in be- trächtlicher Zahl ins Leben getreten. Ucberall standen tüchtige Persönlichkeiten, vor allem ßehrer und Pfarrer, im Dienste der Heimatbewegung. Als nach dem Kriege die Verwüstungen der heimatlichen Natur und die Zerstörungen des Landschaftsbildes einen immer bedrohlicheren Umfang annahmen, fehten sich weite Kreise unseres Volkes spontan für die Schaffung eines Naturschutzgesetzes ein. Aber so bedeutungsvoll die geleistete Einzelarbeit auch vielfach war, so konnte sie doch nie zur rechten Wirkung kommen, da große e i n h e i t l i ch e G e s lchts - punkte zur gleichmäßigen zielbewußten Gestaltung der ihrer Natur nach vielgestaltigen Heimat- arbeit fehlten. In der Heimatforschung herrschte u nnötige Doppelarbeit, verbunden mit gleichzeitiger Vernachlässigung einzelner Forschungsgebiete. Staatliche Institute sammelten wertvollen Rohstoff, ohne den ein geordnetes Wissen von unserer Heimat undenkbar ist, aber er blieb zum Teil unveröffentlicht in den Archiven liegen, und niemand wußte, wo da die den verschiedensten Behörden angegliederten staatlichen Stellen nebeneinanderher arbeiteten. Die Heimat, und Heimatschutzvereinigun- gen waren zu unbedeutend, sie umsahten nicht alle Dolkskreise und konnten sich darum nicht durchsetzen, außerdem hatten sie weder mit der Forschung noch mit der praktischen Heimatarbeit genügend innige Fühlung. Wir haben zwei Heimatzeitschriften, ein Unding für ein kleines Land wie Hessen, ihre längst als notwendig empfundene Vereinigung scheiterte an kleinlichen äußeren Schwierigkeiten. Daneben war eine solche Fülle kleiner heimatkundlicher Blätter ins Leben getreten, daß kein Mensch mehr einen Ueber- blicf über die von diesen geleistete Kulturarbeit hatte. Diese Verworrenheit konnte im Dritten Reich nicht länger geduldet werden. E s war eine kulturell bedeutungsvolle Tat, daß der Leiter der THlnifferialabteilung für Bil- dungswescn, Kultus, Kunst und Volkstum, Ministerialrat Ringshausen schon bald nach seiner Amtsübernahme die Anregung gab zur planmäßigen Zusammenfassung aller heimatkundlichen Vereinigungen und Einrichtungen zu einer einheitlichen, von nationalsozialistischem Geist und Wollen getragenen Organisation, dem neuen großen H ei m a t b u n d c. wie ist der neue Heimatbund gestaltet? In welcher Weise wird sich in Zukunft in ihm die Arbeit an der Heimat vollziehen? Die Mannigfaltigkeit der heimatkundlichen Bestrebungen macht eine Gliederung des Bundes in verschiedene Arbeitsringe notwendig, die organisch miteinander verbunden sind. Alle Arbeit an der Heimat hat eine allser- tigc, wissenschaftlich genaue Kenntnis der Heimat nach Natur, Geschichte, Kunst und Volkstum zur Voraussetzung. Die Aufgabe der Erforschung der Heimat übernimmt der Forschungsring. Er gliedert sich naturgemäß nach den verschiedenen Forschungszweigen in ebensooiele Unterabteilungen (Landeskunde, Geologie, Geographie, Botanik, Zoologie, Geschichte, Volkskunde usw.). Ueberall wird in Zukunft nach einheitlichen, in gemeinsamer Beratung der Forscher aufgestellten Planen gearbeitet werden. Verschiedene rein wissenschaftliche Zeitschriften, zwischen denen eine Arbeitsteilung zum Teil bereits verabredet ist, zum Teil noch einsehen wird, stehen zur Veröffentlichung der wisienschastlichcn Arbeiten zur Verfügung. Da Hessen weder natürlich noch kulturell ein einheitliches Gebiet barstellt, ist ein Zusammenarbeiten mit den Wissenschaft lichen Kreisen benachbarter Länder allgemein in Aussicht genommen. Die Schaffung einer allgemeinen hessischen landeskundlichen Biograp hi c nach den Plänen von Direktor Tr. Eppelheimer ist bereits in Angriff genommen worden und soll beschleunigt durchgeführt werden. Eine in allen Einzelheiten vollwertige und umfassende Zu sammcnschau des gesamten heimischen Natur- und Kulturlebens muß das Ziel der Heimatforschung bilden. Als einer der wichtigsten weiteren Ringe im Rahmen des großen Heimatbundcs erscheint der Volksbildungsring. Was die Heimat für unsere gesamte Kultur wie für jeden einzelnen bedeutet, was die Forschertätigkeit erarbeitet, welche sittliche Forderungen der Heimatschuh an jeden Volks genossen stellt, das muß klar hcrausgeschält und jedem Kind unserer Heimat deutlich zum Bewußtsein gebracht werden. Was die Forschung über die Eigenart unsrer Heimatnatur, über unsre Vorfahren, ihre Sitten und Gebräuche, ihre Taten im Krieg und Frieden ermittelt hat, das muß in geeigneter Weise in das entfernteste Dörflein hinausgetragen werden, so daß auch der letzte Taglöhner vom warmen Gefühl für die Schönheit feiner Heimat und von Stolz auf seine Vergangenheit erfüllt und sein Wille gestärkt wird zu Taten der Heimatliebe und des Heimatschutzes. So hat also der Volksbildungsring die Aufgabe, die Ergebnisse der wisienschaftlichen Heimatforschung volkstümlich zu gestalten und das ganze Volk, vor allem auch die Jugend im Sinne des Heimatgedankens zu erziehen. Alle Bildungseinrichtungen des ganzen Landes, die Schulen von der Hochschule bis zur Volksschule, die Büchereien und Museen, die gesamte Presse und vor allem die volkstümlichen Heimatzeitschriften, Rundfunk, Film und Bildstellen, sowie die Volkshochschulen sind planmäßig in den Volköbildungsring einzugliedern und im Dien st e der Heimatbewegung weiter auszubauen. Wie dies gedacht ist, mögen einige Beispiele zeigen. Unsre Bildstellen verfügen bereits über reiches Material volkskundlicher Lichtbilder. Ihre Sammlungen sind nach der geographischen und naturkundlichen S«ite zu ergänzen. Ein photographisches Bildarchiv muß geschaffen werden. Alle Bilder von Ereignissen, die für das ganze Land oder für einzelne Orte bedeutungsvoll erscheinen, sind hier zu sammeln. Den Vereinigungen der Liebhaberphotographen eröffnet sich hier ein weites Betätigungsfeld. In den großen und kleinen Museen muß der Heimatgedanke mehr als seither und alle Gebiete des heimatlichen Natnr- und Kulturlebens gleichmäßig umfassend zur Geltung kommen. Bestimmte Teile der Museen sind ferner so einzurichten, daß sie ohne weiteres bei Tagungen oder örtlichen Festlichkeiten zumal an kleineren Orten Verwendung finden können. Eine im großen Stile auszubauende Heimatzeitschrift wird regelmäßig über den Stand der Heimatarbeit und die Behandlung zeitgemäßer Fragen berichten. Die Träger der ganzen Volksbildungsarbeit sind naturgemäß in erster Linie die Lehrer. Es ist nun hierfür von ganz besonderer Bedeutung, daß die gesamte Lehrerschaft Hessens bereits in der mächtigen Organisation des gleichfalls von Ministerialrat Ringshausen geschaffenen NalionalsoziaNstischen Lehrerbundes zusammengeschlossen ist, in den sich auch die Geistlichen noch einfügen. Der RSLB. ist in einzelne Arbeitsgemeinschaften gegliedert, die sich, was die verschiedenen Gebiete der Volks» bildungsarbeit anlangt, vollkommen mit ben gleichen Organisationen des Vvlksbildungs- ringes decken, so daß hier sruchtbarste, von nationalsozialistischem Geiste getragene Zusammenarbeit von selbst sich ergibt. Bon ausschlaggebender Bedeutung aber ist es, daß im NSLB. mit seiner glänzenden Organisation das beste und zuverlässigste Werkzeug für die Propagierung des Heimatgedankens und das Hinaustragen aller ethischen Werte in das Volk gegeben ist. Ter Heimatbund umfaßt ferner zwei Ringe, deren Arbeitsgebiet die einzelnen Zweige praktischer Heimatarbeit bilden. Von diesen ist der Tierschuhring bereits gegründet, der Naturschutzring wird in nächster Zukunft ins Leben gerufen werden. Um mit dem letzteren zu beginnen, so hat sich die Hessische Forstbehörde bereit erklärt, ihn zu beraten, da sie es ist, der bei uns die praktische Naturschutzarbeit untersteht. Eine besondere Ausgabe der Naturschutzringe besteht darin, die für den Naturschutz nötigen Mittel zu befchaffen. Da Hessen erst seit wenigen Jahren ein Naturschutzgebiet besitzt, müssen eine derartige Menge von wichtigen Ausgaoen in der nächsten Zeit verwirklicht iverden, daß die vom Staat hierfür zur Verfügung stehenden Drittel nicht entfernt ausreichen. Verschiedene große Verbände wie der Vogelsberger Höhenklub, der Odenwaldklub, der Hessische Jagdklub u. a. haben sich aber bereits dazu bereit erklärt, den Naturschutzring mit beträchtlichen Mitteln finanziell zu unterstützen, so daß u. a. die Herausgabe einer Abbildungstafel der in Hessen geschützten Pflanzen, sowie die Einrichtung größerer Naturschutzgebiete nicht mehr aus Schwierigkeiten stoßen wird. Der große sittliche Gedanke der Ehrfurcht vor allem Leben, der dem Naturschutz seine ethische Berechtigung verleiht, kommt in der gleichen Weise auch im Gebiete des Tierschutzes zur praktischen Auswirkung. Ein besonderer T i e r s ch u tz r i n g , der sich vor allem mit der Pflege aller mit dem Menschen, in Berührung kommender Tiere, mit der Verhütung von Quälereien aller Art, mit der ethischen Beeinflussung der Jugend und des ganzen Volkes zu befassen, darf darum im Heimatbund nicht fehlen. Der Tierschutzverein für Hessen wird mit seiner gesamten Organisation ganz in diesem Ringe aufgehen und dadurch seine Arbeitsziele ebenso erweitern wie vertiefen. Tie verschiedensten Vereine und Verbände, die sich wirtschaftlich oder züchterisch mit einzelnen Tiergruppen befassen, sowie die Hessische Bauernkammer haben durch korporative Vereinigung mit dem Tierschutzring wie durch das Zusammenarbeiten mit ihm bewiesen, daß auch für sie der Schutz gott geschaffenen Lebens Hochziel und heimatliche Notwendigkeit darstellt. Es darf mit Genugtuung festgestellt werden, daß seitdem der erste Aufruf NiugshausenS zur Gründung des Heimatbundes durch die Prsse ging, sämtliche Verbände und Vereinigungen unserer Heimat, darunter auch solche, die wirtschaftliche, sportliche oder andere Ziele verfolgen, mit Freude und Begeisterung sich zur Mitarbeit an dem großen Werke der Heimatarbeit bereit erklärt haben. Heber die Ein- zelorganisation des Heimatbundes und über seine Weiterentwicklung wird später noch berichtet werden. Daß die allseitige Pflege des Volkstums, die natur- und kulturwissenschaft- liche Erforschung der Heimat, die Vereinigung aller Kreise unseres Volkes zu einer geistigen Gemeinschaft im Sinne des Heirnatgedank'us auf dem beschrittenen Wege gelingen wird, kann mit Sicherheit erwartet werden. Nun-funkprogramm. Sonntag, 27. August. 6.15: Don Bremen: Hafenkonzert. 8.15: Choral- blasen. 8.30: Evangelische Morgenfeier. Veranstaltet von der Evang. Landeskirche Frankfurt am Main. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 11: Dom Flugplatz Dödlingen: Deutlchlandslug 1933. Hörbericht von der Etappe Stuttgart. 11.30: Don Leipzig: Dach-Kantate. 12: Don der Funk-Aus- stesiung: Mittagskonzert der Reichswehrkapellen. 13: Schallplattenkonzert. 14.40: Stunde des Landes. 15.30: Stunde der Jugend. Kasperl-Stunde. 16.30: Don Leipzig: Rachmittagskonzert. Das Hallesche Konzertorchester. 18.25: Fröhliches Zwischenspiel. Erwin Eckersberg: „Menschliches — Allzumenschliches". 18.55: Sportbericht. 20: Abendkonzert des Rundf unk-Orche sters. Montag, 28. August. 7.10: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Rachmittagskonzert. Das Reue Münchener Symphonie-Orchester. 18: Edward Durne-Jones. Eine Gedenkstunde. Don Dr. Carl Oskar Jatho. 18.30: 3X5 Minuten. 18.45: Kurzbericht vom Sage. 19: Don Hamburg: Reichssendung: Stunde der Ration. »Das Wappen von Hamburg." Hörspiel von Robert Walter. 20: Opernkonzert des Frankfurter Rundfunk-Orchesters. 21.25: Derse von SA.-Sturmsuhrer Oskar Wendnagel. 21.45: Aus dem Saal der Firma Ed. Rold 8t Sohn. (Original-Ausnahmen auf dem Welte- Mignon-Klavier.) 22.45: Don Leipzig: Racht- musik. Sommerabend. Leipziger Symphonie-Orchester. Dienstag, 29. August. 7.10: Bad Homburg: Frühkonzert des Kurorche- sters Bad Homburg. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Baden-Baden: Mittagskonzert des Städt. Kurorchesters. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Der Hausfrau zur Erholung. 16.30: Rachmittagskonzert. 18: Deutsche Belange in Afghanistan. Ein Dreigespräch zwischen Edgar Manfred Eber, Peter Reisdorf und Dr. Liebig. 18.25: „Holzwoll- und Holz-Wirtschaft", Dor- trag von Ernst List, Groh-Ostheim. 19: Don Leipzig: Reichssendung: Stunde der Ration. Musik im deutschen Haus. 20.05: Franzi wird Zimmermann. Hörspiel von Paul Sorembe. 20.50: Die ewige Aufgabe der Ehe. 21.25: Liederstunde. Unbekannte Loewe-Balladen. 22.45: Rachtmusik. Mittwoch, 80. August. 7.10: Bad Homburg: Frühkonzert des Kurorchesters Bad Homburg. 10.10: Schulfunk: Grenzlandkinder — Kleine Helden des Weltkrieges. Erinnerungen aus Lothringen, von Augustine Amann. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.40: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Don Leipzig: Rachmittagskonzert. 18: Schriften an die Ration. Besprechung von Dr. W. Köniher. 18.25: Zeitfunk. 19: Reichssendung: Stunde der Ration. Lied und Wein in der sonnigen Pfalz. 20: (Leipzig): Das Leben spielt auf. 20.45: L. Boccherini: Konzert für Diolincell und Orchester. 21.35: Klaus Jos. Ahl liest eigene Lyrik. 22: Zeitdienst. Donnerstag, 31. August. 7.10: Bad Orb: Frühkonzert d?s Kurorchesters Bad Orb. 9: Schulfunk: Auf dem Bahnpostamt einer Großstadt. Ein Hörbericht. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mit- tagsronzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. Grenzland spricht zu uns. 16.30: Rachmittagskonzert. 18: „Autostraßen und Autoindustrie", Dortrag von Dr.-Jng. Karl Kling- hardt, Frankfurt a. M. 18.25: „Die neue Stunde der deutschen Kunst." Don Wilhelm Michel. 19: Reichssendung: Stunde der Ration. Aus Jahrhunderten deutscher Marschmusik. 20: Spessart- geschichten. Don Dalentin Pfeifer. 20.20; „Wie soll man reisen?" Plauderei von Dr. Hans Geisow. 20.45: 3x5 Minuten. 21 bis 1: Tanzabend. Freitag, 1. September. 7.10: Bad Orb: Frühkonzert. 10.10: Schulfunk: Jungens erzählen aus dem Arbeitslager. Hörfolge. Lockung: Paul Laven. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Äachmittagskonzert. 18: „Sinn und ihüinn des Dirluvsentums", Dortrag mit Schallptatten von Dr. Hans Scholz. 18.25: „Der Himmel im September." Don Prof. Edmund Sittig. 19: Don Köln: Reichssendung: Stunde der Ration. Beethoven in Bonn. Eine Hörfolge mit der Musik von Beethoven. 20.05: And wie das so geht... Ein Abend mit Musik und heiteren Spielen. 22: Zeitdienst. 22.45: Rachtmusik. Samstag, 2. September. 7.10: Frühkonzert. 10-.10: Schulfunk: Schleusenwärter, Weichensteller usw. erzählen über Tag- und Rachtdienst. Leitung: Harry Cobler. 12: Don Miltenberg: Mittagskonzert. 14.30: Kleines Wochenend. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Rachmittagskonzert. 18: „Die Preußische Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Maini- fche Wirtschaftsgebiet", Dortrag von Kammer- Syndikus Diplom-Dolkswirt Karlrobert Ringel. Frankfurt a. M. 19: Dom Deutschlandsender: Reichssendung: Stunde der Ration. Heitere Wilhelm-Busch-Stunde. 20: Unterhaltungskonzert. Große Walzer-Suite. 21.15: Bunter Abend. S.Jlxfport Oeutschlanbrundflug 4933. Obli. Seidemann Erster in Berlin. Wirtschaft. Die Ergebnisse: Fe st scheibe 100 Meter: 1. Karl Becker 39 R.,' 2. Karl Nickel «Nidda) 39 91; 3. Arnold Schuster «Nidda) 38 9L; 4. Gustav Schneidt jun. 38 9L; 5. Willy Hahn «Lich) 36 9t.; 6. Dr. Roßbach 36 9t.; 7. Ernst Höpy 36 91.; 8. Karl Pitz 36 91.; 9. Otto Högy 36 9t.; 10. Karl Wallenfels «Nidda» 34 91.; 11. Karl Schlörb 34 91. Meisterscheibe 100 Meter: 1. Karl Becker 33 Ringe; 2. Willy Hahn «Lich) 33 91.; 3. Karl Wallenfels «Nidda» 33 9!inge. Tabelle 100 Meter: 1. Karl Pitz 147 Ninge; 2. Willy Hahn «Lich) 147 91.; 3. Karl Wallenfels «Nidda» 143 Ringe. Meisterscheibe 175 Meter: 1. Otto Högy 55 Ringe; 2. Theo Spamer sen. «Nidda» 51 9t.; 3. Karl Nickel «Nidda» 51 R. Zentrum 100 Meter: 1. Karl Schlörb; 2. Wilh. Neumann «Schotten»; 3. Theo Spamer sen. «Nidda»; 4. Beig. Lupp «Nidda»; 5. Ernst Högy; 6. Beig. Lupp «Nidda»; 7. Wilh. Neumann «Schotten»; 8.Rudolf Justus; 9.Karl Pitz; 10. Karl Nickel «Nidda»; 11. Karl Pitz; 12. Wilhelm Jost; 13. Karl Nickel «Nidda»; 14. Karl Becker. Kleinkaliber-Tagesehrenscheibe: 1. Karl Poth; 2. Albert Spengler «Nidda»; 3. Friedrich Stotz. Kleinkaliber -Mei st er «Serie»: 1. Karl Schlörb 35 Ninge; 2. Albert Spengler «Nidda» 34 9t.; 3. Pfeiffer «Nidda» 34 9t.; 4. Theo Spamer jun. «Nidda» 34 R. Nachdem sein schärfster Konkurrent, Eugen- Darmstadt, auf Akaflieg in Danzig wegen eines Defektes aufgehalten wurde, war für ihn der Weg frei, und mit fast zweistündigem Dorsprung erreichte er um 13.55 Ahr das Etappenziel Berlin. Eine gewaltige Zuschauermenge brach in hellste Begeisterung aus. als die rote Heinkelmaschine Hans Seidemanns am Horizont erschien. Bis um 20 Uhr waren auf dem Flughafen Tempelhof 97 Teilnehmer gelandet. Mit weiteren acht Fliegern ist noch zu rechnen, so daß insgesamt 10 5 Maschinen d i e erste Etappe des Streckenfluges beendet haben. Ausgeschieden sind 18 Apparate. Ein Llnglücksfall. Auf dem Rückflug der Deutschlandflieger von Königsberg nach Danzig streifte eine von 1)em Piloten Stöcker gesteuerte Maschine der Freien Sportgruppe Köln, deren Motor kurz vor dem Flugplatz in Danzig aussetzte, beim Niedergehen eine Telegraphenstange und wurde teilweise zerstört. Die Insassen blieben unverletzt. Bezirks-Frauenturnen der NT. in Heuchelheim. Der Bezirk Hessen «DT.» veranstaltet am nächsten Sonntag in Heuchelheim sein 13. Bezirke--«Gau-» Frauenturnen. Die Leitung des Bezirks hat diese turnerische Großveranstaltung erstmals einem größeren Landvcrcin übertragen, nachdem dieser, als er 1927 das 54. Gauturnfest der Hcssenturner in vorbildlicher Weise durchführte, bewiesen hat, daß er in jeder Hinsicht in der Lage ist, auch große turnerische Aufgaben zu lösen. 450 Turnerinnen aller Altersklassen wer- den sich am Sonntag dem neuen Fachwort für das Frauenturnen im Bezirk, Hrch. Schneider «Wetzlar», und dem aus etwa 100 erfahrenen Helfern und Helferinnen bestehenden Kampfgericht stellen. Die Zahl der Meldungen ist um 50 höher als im Vorjahre beim 12. Gaufrauenturncn in Bad-Nauheim. Obenan in den Wettbewerben stehen die gemischten Mehrkämpfe «Geräte- und Volksturnen» der verschiedenen Wcttkampfstufen «Turnerinnen- Oberstufe, Turnerinnen-Untcrstufe, Jugend- turncrinnen-Oberstufe, Jugcnd-Turnerinnen- Ilnterstufe». Dazu kommt ein volkstümlicher Vierkampf für alle Stufen. 17 Vereine warten mit Sonder-Vorführungen «Gymnastik, Tanz, Körperschule usw.) auf, von denen ein großer Teil bereits Samstag abend das Programm eines großen Bühncnturnens ausfüllt. Insgesamt beteiligen sich 38 von etwa 80 Frauen- abtcilungen des Bezirks an dem Heuchelheimer Turnen. Davon sind an den Sondervor- führungen beteiligt: Tv. 1846 Gießen, Mtv. Gießen, Tv. Wieseck, Tv. Großcn-Linücn, Tv. Klein-Linden, Tv. Lich, Tv. Krofdorf, Tv. Heuchelheim, Tv. Treis a. d. L., T. u. Spv. Marburg, Tv. Lauterbach, T.u.Spv. Butzbach, Tv. Nieder - Wöllstadt, Tv. Grünberg, Mtv. Bad-Nauheim, Tv. 1860 Bad - Nauheim, Tv. Wetzlar, Tgm. Friedberg. Minister Göring beSohni Weltrekord-Segelflieger. Der Reichsminister für Luftfahrt, Hermann G ö- r i n g, hat jetzt den Königsberger Studenten Kurt Schmidt, der vor einigen Tagen einen neuen Dauersegelflug-Weltrekord von 39 Stunden aufstcllte, durch Aebermittlung einer einmaligen Anterstühung von 2500 Mark für seine große Leistung besonders belohnt. Der Restbetrag der von Reichsminister Hermann Göring gestifteten Summe von 5000 Mark wurde der Flieger- Landesgruppe Ostpreußen zur Schulung und Förderung des Luftsports überwiesen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 Liga — INarburg-Ockershausen. Ein altes Rückspiel, das eigentlich auf des Gegners Platz zum Austrag kommen müßte, wegen dem Marburger Lokaltreffen „Germania" — „Kurhessen" aber in Gießen stattfindet. Die Ockershäuscr sind noch im Ausprobieren und konnten daher bis jetzt noch nicht erfolgreich abschneiden. Die Marburger Dorstädter werden aus den Niederlagen gelernt haben und mit anderer Mannschaftsausstellung als bisher disponieren. Im übrigen lieferten die Gäste auf dem 1900er Platz immer spannende Spiele mit recht knappem Spielausgang. Ockershausen bringt sicherlich auch diesmal wieder einen rasanten Angriffsgeist mit. 1900 wird dem späteren Klassenkameraden mit folgender Aufstellung gegenübertreten: Schlarb, Hch. Schneider, Lippert; Glitsch,Heilmann,Schmelz, Luft, Grünewald, Hofmann, Roth, Hembach. Der Ausgang des Spieles ist völlig offen. Die Spielleitung liegt in den Händen von Schiedsrichter Scharf «Biskirchen». 1900s 'Ligareserve reist zu einem Pokal- tournier nach Münchhausen im Kreis Marburg. An Pfingsten gastierten die Blauweißen dort und erwarben sich durch gutes Auftreten und schönes Spiel die Sympathien der dortigen Sportler. 1900s Aufstellung ist voraussichtlich die beste. Lieber das Abschneiden ist nichts vorauszusagen. Die 3. M o n n s ch a f t der Spielvereinigung, die ursprünglich gegen Leihgesterns 1. Elf spielen sollte, springt jetzt als Ersatz gegen Daubringens Erste ein. Sie wird einen sehr schweren Stand haben, wenn sie nicht komplett antritt und sich nicht zu besseren Leistungen aufrafft. Das Spiel findet in Gießen statt. VfB. Gießen. Teutonia Watzenborn-Steinberg — VfB. 08 Gießen. Das Gesellschaftsspiel Gladenbach gegen VfB. fällt durch die Absage der Gladenbacher aus. Am Sonntag fährt deshalb die 1. Elf der DfD.er nach Watzenborn-Steinberg, um gegen die Teutonen ein Gesellschaftsspiel auszutragen. Die I DfD.er müssen sich dort sehr anstrengen, wenn sie einen Sieg mit nach Hause bringen wollen. Die Teutonen sind auf eigenem Gelände starke Gegner. Die Gießener spielen in folgender Aufstellung: Decker; Leutheuser, Kreß; Schmidt, Knauß, Feuster; Heinzmann, Sauer, Fehling, Lehrmrmd, Bender. VfB. 08 IH — Sportfreunde Wetzlar II. Das Dorspiel konnten die Gießener mit 2:0 gewinnen, in Wetzlar wird es sehr schwer sein, das Spiel zu gewinnen. VfB. 08 1. Jugend — Lich 1. Jugend- Die Jugendlichen spielen erstmals ohne den Jahrgang 1915, trotzdem müßten sie über die etwas körperlich kräftigeren Licher siegen. Hauptschießen des Schützenvereins Laubach. Am Sonntagnachmittag fand auf den Schicß- ständen am Tricch das Hauptschießcn des Laubacher Schützenvercins unter großer Beteiligung auch von auswärts statt. Am Abend trafen sich die Schützen im Vereinslokal zur Preisvertcilung. Erst in den späten Abendstunden des Donnerstags wurden die genauen Ergebnisse des H ö ch st - geschwindigkeitswettbewerbrs bekanntgegeben. Rur vier Flieger konnten hier die Höchstpunktzahl von 100 erreichen. Arsache dieses schwachen Ergebnisscs ist die Tatsache, daß nicht die absolute Geschwindigkeit der Piloten, sondern der über die angesehte Leistungsfähigkeit des Flugzeuges erzielte Durchschnitt gewertet wurde. So erhielten nur W. Zenner-Hamburg auf Messerschmidt (170 Stdkm.), Karl Schwabe- Derlin auf Klemm (169 Stdkm.», Dietrich - Hannover auf Klemm (165) und Eugen Kopp - Göppingen (183) 100 Punkte. 3n den frühen Stunden des Freitag war dann das 124 Flugzeuge starke Feld auf dem Berliner Flughafen Tempelhof zur e r st en E t a p pe aufgestiegen, die in einer großen Schleife nach Danzig, Königsberg, noch einmal Danzig, Frankfurt a. O., Görlitz und wieder zurück nach Berlin führte. Wie erwartet, entpuppte sich der vom Luropa- rundflug des letzten Jahres her bekannte Oberleutnant Hans Seidemann als schnellster Flieger. Besserung des ReichsbankflatuS. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. August hat sich in der verflossenen Dankwoche die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 98,3 Millionen auf 3319,2 Millionen Mark verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 80,1 Millionen auf 2928,7 Millionen Mark, die Bestände an Reichsschahwechseln um 7,1 Millionen auf 5,8 Millionen Mark, die Lombardbestände um 10,5 Millionen auf 64,9 Millionen Mark und die Effektenbestände um 0,6 Millionen auf 319,8 Millionen Mark abgenommen. An Rcichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 80,9 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgcslossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 76,5 Millionen auf 3251,4 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 4,4 Millionen auf 379,5 Millionen Mark verringert. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 49,0 Millionen auf 1360,3 Millionen Mark ab. Die Bestände der Reichsbank an Rcntcnbankscheinen haben sich dementsprechend auf 29,5 Millionen Mark, diejenigen an Scheidemünzen auf 316,9 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 420,3 Millionen Mark eine Zunahme um 67,3 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 16,3 Millionen auf 361,0 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 16,3 Millionen auf 286,8 Millionen Mark zugenommen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 40 000 auf 74,2 Millionen Mark abgenornmen. Die Deckung der Roten betrug am 23. August 11,1 Prozent, gegen 10,4 Prozent am 15. August. Frankfurter Abendbörse: still, behauptet Frankfurt a. M., 25. Aug. An der Abendbörse ging es auf allen Marktgebieten sehr still zu, da nennenswerte Orders nicht vorlagen. Die Stimmung war aber nicht unfreundlich, und die Berliner Schluhkurse blieben in den meisten Fäl'en gut behauptet. Vereinzelt traten auch einige Vesserungcn ein, wobei wieder Montanwerte bevorzugt waren, die offenbar gegen 3G.-Farben getauscht werden. 3G.-Farben selbst lagen jedoch ebenfalls 0,25 Prozent höher. Die feste Eröffnung der Reuyorker Börse bot keinen Stimulus, weil diese Haltung schließlich auf die Dollarschwäche zurückzuführen ist. Der Verlauf brachte vereinzelt leichte Befestigungen, so bei Deutsche Erdöl, vielfach kamen Variable nur per Kasse, jedoch höher zur Notiz, während IG.-Farben nicht ganz gehalten blieben. Das Geschäft war anhaltend gering. Renten lagen ebenfalls über Gebühr still, doch nannte man meist unverändert Kurse. Späte Reichsschuldbuchforderungen etwa 79,50. il. a. notierten: Neu besitz 9,75, Altbesitz 77,60, 6proz. Stahlvercin 55.25, Schuhgebietsanleihe «alle Jahr- gänge) 6,60, Reichsbank 148, Harpener 87, Kali Westeregeln 119, Mannesmann 53,75, Phönix 32,25, Rheinstahl 77,50, Stahlverein 32,10, AKA. 29 40, AEG. 17,60, Conti Gummi 143,25, Deutsche Erdöl 95,50 bis 96, 3G.-Farben 125,75 bis 125,60, Holzmann 42, Rütgers per Kasse 47,90, Schlickert per Kasse 94, Siemens 148,75, Reichsbahn-Vorzugsaktien 99,25, Hapag 11,10, Rordd. Lloyd 12,IQ, Gegen Preisdrückerei im Mehlhandel. WSN. Frankfurt a. M., 24. Aug. Der Dor» stand der Frankfurter Börse, Abteilung Getreide, muß feststellen, daß von Mehlhändlern Mehl an Bäcker zu außergewöhnlich niedrigen Preisen verkauft wird, die unter Zugrundelegung der derzeitigen Verkaufspreise der Mühlen zu einem Verlust führen müssen. Dies rechtfertigt die Annahme, daß die betreffenden Mehlhandlungen damit rechnen, später sich zu bil. ligeren Preisen eindecken zu können. Ein solches Verhalten ist geeignet, einen weiteren Preisdruck auf den Mehl- und Getreide- Märkten herbeizuführen. Dies steht im Wider- pruch zu der Absicht der Regierung, der Landwirt- chaft angemessene Preise für ihre Erzeugnisse zu ichern und widerspricht der Auffassung ehrbarer Kaufleute. Der Börsenvorstand warnt vor einer solchen Handlungsweise und wird gegen Firmen, die ungeachtet dessen sich eines derartigen unverantwortlichen Gebarens schuldig machen, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln vorgehen. Der Vorstand der Frankfurter Börse, Abteilung Getreide: Kuhn, Ehlers. * * 6-v. H.-Schatzanweisungen der Deut« sch e n Reichsbahn von 19 3 0, Reihe 1. Ab 1. September wird der Zinsschein Nr. 6 zu den 6-v. H.-Schatzanweisungen der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft vom Jahre 1930, Reihe 1, bei den für die Einlösung vorgesehenen Zahlstellen eingelöst. Gewinnauszug 5. Klasse 41. Preußisch-Süddeutsche (267. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 14. Zichungstag 24. August 1933 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinn» bu 75000 M. 251179 6 Gewinne zu 10000 M. 199975 287709 373886 12 Gewinne zu 5000 M. 206292 234786 249898 273064 337233 373951 16 Gewinn- zu 3000 M. 73984 78489 78750 131106 167359 231658 388381 395856 70 Gewinne zu 2000 M. 8559 24241 33598 48396 51167 84869 90079 138518 140615 144890 152729 164005 170395 179868 193143 238405 255876 272807 274429 281101 283426 283831 284932 293921 300137 301600 307574 320859 323337 334156 342751 361673 384662 385761 396512 122 Scw-nn« zu 1000 M. 317 4084 6473 10415 10951 11565 25571 30353 37250 46230 46935 69583 75068 112499 114016 126503 139215 144926 170265 171433 186142 186618 192854 198942 208436 209797 210356 211868 225506 225917 238862 243433 245420 247553 248738 252446 253398 261077 269011 271608 275885 279913 282553 288047 291691 293372 ^99159 301721 304062 323738 323774 340583 340865 357020 364786 372916 378715 385055 385842 390192 398458 184 Gewinne zu 500 M. 2918 3679 6565 8384 10431 12935 14358 14370 14971 14974 21800 21980 37418 37976 41426 44878 45117 54512 54652 69065 78365 78644 85254 86721 94380 96490 96801 97086 97795 97920 109597 110633 110898 113645 115162 133602 137607 138117 143387 152925 158464 168547 178793 180444 193474 196302 19643b 197319 204851 205784 208280 209704 214056 214625 218428 227488 232256 240964 256134 257086 257197 265866 267993 271351 271713 271964 280074 280474 283806 284898 285682 289628 292058 295499 296025 298986 311455 340068 340615 340917 344204 346888 348017 358526 367022 368262 369152 381099 384574 394433 395404 397604 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 136720 2 Gewinne zu 5000 M. 235315 10 Gewinne,n 3000 M. 18939 19617 222366 253650 359954 40 Gewinne zu 2000 M. 4871 25524 47277 65708 63975 85407 97359 118510 125130 128425 130481 163896 182248 250470 260168 267031 293868 295680 311518 337037 102 Gewinne zu 1000 M. 1458 4413 6164 11889 23576 26577 29095 29338 47184 49087 49224 52867 55728 56214 60833 66268 92472 98002 101348 101515 108052 118525 125150 130050 131575 142241 145320 154316 163898 168734 170167 173021 196874 211233 238868 248674 248919 261128 262930 275300 281078 282200 285079 332621 348249 349750 351630 356554 360141 364400 399093 11 2 Gewinne zu 600 M. 6065 6259 28887 34273 38441 81813 82951 101027 101667 114648 119851 144618 150924 153842 166206 168406 180731 185955 187136 188082 194054 195907 201771 219434 220432 225041 228804 238713 239118 246390 251133 251166 254162 255778 263422 271141 274434 280795 284102 295442 297810 299028 303882 306726 309489 314668 317955 318059 334930 354432 357354 362391 363289 367216 369644 392050 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 500000 . 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 8 zu je 5(0)0, 22 zu je 25000, 110 zu je 10000, 254 zu je 5000, 494 zu je 8000, 1474 zu je 2000, 2986 zu je 1000, 4888 zu je 500, 14882 zu je 400 iDL Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Jranliun a. Ml. Strlm Gchluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Echlußk. Mittag« börse 'Datum 24.8. 1 25.8. 24.8. 25.8. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 84 »84,75 84,25 84,65 6% etjem.7% 2t. ReichSanl. v. 1929 6/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 97,4 98,25 97,13 98 84,25 84,25 84,5 84,25 Deutsche Anl.-Ablvl.-Schuld mit 77,6 Auslos.-Rcchlen ........... 77,5 78,65 77,5 Desgl. ohne Austos.-Rechte...... 6% etjem.8% Hess. Bolkostaal 1929 9,55 73,25 9,75 9,5 74,75 9,75 (rückzahlb. 102%)............ 74 75 C% Hess. Saubecban! Darmstadt Gold R. 12.............. 80,75 80.75 80,75 5’/.% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ligui......... 83,25 83,25 —— — Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 67,5 — Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 69,25 69,25 69,5 69,25 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 80,25 80,13 — — 80,25 80,13 Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 b/t% chem. 4'2% Franks. Hyp.» Bank-Ligu.-Psandüriese....... — — 84 84,5 ——— ■■■ 6,/i% ehem. 4‘/2% Rheinische 85,75 Hyp.«Bank>Liau.-Goldpfc..... 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- 85 82,75 — 82,75 briesanstalt, Psandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- — 82,5 bricscmstall, Pfandbriefe R. 1( 83 83 83 83 Steuergutsch. VcrrechnunaskurS. 86,4 86,4 86,4 86,4 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Silberrentc 10,3 0,6 10,5 0,60 10,4 0,75 10,5 0,70 4,4 4,25 4,2 4,2 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 3,75 3,9 3,65 4 41/2 % desgi. von 1913.......... — — 3,8 3,75 5% abgest" Goldmexikacker von 99 6 — 6 6,1 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 5 5,05 5 4,9 5,05 4,95 Serie 1..................... •— — Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börle Datum 24.8. 25-8. 24-8. 25.8. 4% desgl. Serie II ............. 5 5 5,05 5,1 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 3 3 3 — 4!.%Rumän.vereinh.Rcntev.l913 5,25 5,2 5,4 5,7 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2,5 2,6 2,4 2,55 2*4% Anatolier............... 23,65 24 23,75 24,4 Hamburg-Amerika-Pakel .....0 11 11,13 11,13 11,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — 26,25 29 Hansa-Dampsschisf...........0 — — 17 17,5 Norddeutscher Lloyd .........0 11,9 12,13 12 12,4 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 40 40,5 39,4 40.75 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 84,75 84 85 84.5 Eommerz- und Privul-Bank ... 0 48,25 48,4 48,5 48,65 Deutsche Bank und $15conto- Gesellschaft................0 52 52 52 52 Dresdner Bank..............0 44,4 44,4 44,4 44.13 Reichsbank ................ 12 147,5 148 147 147,9 A.E.G......................0 18 17,65 17,75 17,5 Bekula.....................0 104 104,5 104,25 104 Elektr. LieserungSgelellschaft... 6 80,5 — 80 81 Licht und Kraft ............. 6 93,5 93,75 93,25 93,75 Felten & Guilleaume.........0 43 43 43 43 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 74,75 74,5 74.13 74,25 Rheinische Elektrizität ........ 5 — 79,5 76 80 Schuckert L Co............... 6 89,13 94 88,25 93,5 Siemens L Halske............ 7 148,25 148,75 149 149,25 LahmeyerLEo............. 10 110 — 115 Buderus ...................0 60 64 60,25 62,65 Deutsche Erdöl.......-......4 94,5 96 93,5 94.75 Gelsenkirchener..............C 48,25 49,5 48,5 49,5 Harpener................... C 85.65 87 85 87 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. C — — 52,5 54 Flse Bergbau ............... 6 129 130 130 132.5 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 100,5 — 100,5 101,5 »lücknerwerke ............... c 49.75 51.5 49,5 51,25 Mannesmann-Robren........ C 52 53,75 51,75 53,65 Sranljun a. Ml. Äeriin Schluß- kurs Echlußk. Abend« börke Schluß« turs Echlußk. Mmag- börse- Z)alum 24.8. 25.3. 24.8. 25.8. Marisfelder Bergbau....... .. 0 21 22,5 21 22 Kokswerke................ .. 0 — —— 67,7b 68,4 Phonir Bergbau........... Rheinijche Braunkohlen .... .. 0 30,75 32,25 30,65 32,13 . 10 194,75 196,5 195,25 196 Rhcinstahl................ Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 75,25 77,5 75,25 77,5 .. 0 30 32,13 30,25 31,9 Otavi Minen ............. .. 0 11 11.25 11 11,13 Kaliwerke Aschersleben...... .. b 113 116,5 113 117 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 115,5 119 114,5 118,25 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?'/r 158 T— 158,5 156 F. G. Farben-Industrte..... .. 7 126,4 125,65 126.25 125,5 Scheideanstalt............. .. 9 171 171,65 — — Goldschmidt .............. .. 0 38 43 38,5 43,25 Rüigeröwerle............. .. 0 45,25 47,9 45.25 47,5 Metallgeiellschaft........... .. 0 54 55,75 53 56 Philipp Hol,mann......... 0 40,25 42 58,65 57,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 0 77 77 Eementwerk Karlstadt....... .. 0 — — Schultheis Payenhoser ..... .. 0 — — 102,5 102 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 28,4 29,4 28,25 29,25 Bemberg................. .. 0 45 45,75 45 45,25 Zellstoff Waldhos .......... .. 0 34,5 35 33,25 35 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 22 22 — 22 Dessauer GaS............. 7 — — 95,5 98,5 Daimler Motoren.......... .. 0 22,13 24 21,5 24, 25 Deutsche Linoleum......... .. 0 40,5 40,25 40,25 41 Orenstein & Koppel........ .. 0 — — 28 29,75 Leonhard Tietz............ .. 0 11,13 11,25 11,5 11 5 Ehode.................... ..10 153 153,5 152.75 154 Arcumulatoren-Fabrik...... .. 0 167 167,5 167 167 Conti-Gummt............. .. 0 140 143,25 139,5 143 Grihncr.................. .. 0 — Mainkrastwerke Höchst a.M.. .. 4 59,25 151 58,5 — Süddeutscher Zucker....... .. v 153 152 153,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 24.August 25-August Amtliche Notierung Geld | Stic Amtliche Notierung Geld | Lrie Helsingfors.. 6,094 47,95 12,42 3,047 169,58 69,33 61,64 71,13 13,78 0,928 3,032 58,57 22,09 16,44 81,09 35,01 81,62 0,824 0,244 5,195 12,66 6,106 48,05 12,44 3,053 169,92 69,47 61,76 71,27 13.82 0,932 3,038 58,69 22,13 16,48 81,25 35,09 81,78 0,826 0,246 5,205 12,68 Banknoten 6,094 47,95 12,42 3,047 169,59 69,23 61,54 71,03 13,745 0,928 2.997 58,57 22,14 16,44 81,15 35,04 81,62 0,822 0,244 5,195 12,64 6,106 48,05 12,44 3,053 169,92 69,37 61,66 71,17 13,785 0,932 3,003 58,69 22,18 16,48 81,31 35,12 81,78 0,824 0,246 5,205 12,66 Budapest ... Sofia...... Holland .... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neunori.... Brüssel..... Italien..... Paris ...... Schweiz .... Spanien.... Danzig..... Japan ...... Mio de Ian. . Jugoslawien. Lissabon.... Lettin, 25-Augusi Geld Lrief Amertkanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... 2,95 58,41 61,28 13,705 16,40 169,16 22,02 69,06 70,86 80,97 34,91 2,97 58,65 61,52 13,765 16,46 169,84 22,1t 69,34 71,14 81,29 35,05 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................