8 fc. WO Quft Ä iii, “n )eiti9?n 5j’er?le Unter %' "ust iührcntfQU sPtei|e T 'ne, bQfnh. müllen.' j£ ene?nen- fpibrSCffenbe« ie.^Ueren'L leJUr 'bre ttniQ,in' bCr ^UffallUnn 8Tne W enÖOrltanh® Urbarer we se unb m r °°r 'n fid> «mes b rS«« Sir. 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Jahrgang Samstag, 2b. August 1933 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher. Preis für I mm höh« für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. WUH. Lange; für Feuilleton vr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. B. TH.Kümmel sämtlich in Biesten Postscheckkonto: Frankfurt am Main H68S. vnur und Verlag: vrühl'sche Universttälr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange tn Stehen. Schnstleitung und Sefchäftrftelle: Schulftrahe 7. Erscheint tügUch, autza Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustriert« (Lietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholli Monats-bezngsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zenisprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten! Anzeiger Sieben. Oer Donauraum. Es ist kein Zufall, daß die politische Stille, die nach alter Tradition während der Spätfommertagc zu herrschen pflegt und auch in diesem ereignisreichen und schicksalhaften Jahre im großen und ganzen ihre entspannende und gleichzeitig belebende Wirkung nicht verfehlt haben dürfte, mehrfach unterbrochen wurde durch diplomatische Aktionen, die in engem Zusammenhang stehen mit der G e st a 1 - tung des österreichischen Problems. Das Wiener Kabinett hat in seinem Kampf gegen den Nationalsozialismus nicht locker gelassen. Es hat sich nicht mit dem Verbot der Partei und der Ausweisung ihrer Führer begnügt, sondern sich durch eine Bundesoerordnung vom 16. August das Recht zur Vermögensbeschlagnahme von verbotenen Parteien und Privatpersonen, die deren Ziele fördern, genommen und bedroht ferner jede „offenkundige, auf welche Weise immer, Unterstützung österreich-feindlicher Handlungen" mit dem Verlust der österreichischen Staatsangehörigkeit. Das sieht fast wie eine Kopie deutscher Regierungsmaßnahmen aus. Nur übersieht man dabei in Wien geflissentlich, daß sich diese gegen die ins Ausland geflüchteten und nun von dorther aus sicherem Hinterhalt ihre vergifteten Pfeile gegen das neue Reich sendenden Drahtzieher des Marxismus und Kommunismus richten, während das Kabinett Dollfuß sich nicht scheut, die gleichen scharfen Waffen wirtschaftlicher und bürgerlicher Existenzvernichtung gegen die Führer des nationaleif Deutschtums ins Feld zu führen, die nichts weiter wollen, als das Selbstbestimmungsrecht des österreichischen Volkes. Denn gerade dem widersetzt sich die Regierung Dollfuß, wenn sie sich hartnäckig gegen die Ausschreibung von Neuwahlen sträubt und blind an der Fiktion festhält, als ob nur sie, der letzte Hort eines gründlich mißverstandenen Oestereichertums, das Land vor dem Chaos bewahren könne. Wenn sie „Chaos" sagt, meint sie damit den Verlust ihrer eigenen Parteiherrschaft. Die Entwicklung im Reich, wo die Machtergreifung des Nationalsozialismus kurz vor dem Abgleiten in einen Verzweiflungskampf aller gegen alle, an dessen Ende der Bolschewismus die Ernte seiner Zersetzungsarbeit zu halten hoffte, Volk und Staat auf neue gesunde Grundlagen gestellt hat, diese Entwicklung ist wohl der beste Beweis dafür, wie töricht die Anmaßung des christlich-sozialen Regimes in Oesterreich ist, wenn es glauben machen will, allein das österreichische Problem lösen zu können. Die an Mißerfolgen reiche Geschichte des in St. Germain geschaffenen Numpfösterreichs, die auf jedem Blatt erschütternde Beispiele eigener Hilflosigkeit und wachsenden wirtschaftlichen Elends trotz aller internationaler Bemühungen aufweist, sollte auch dem engstirnigsten Legitimisten und Anschlußgegner die Augen darüber geöffnet haben, daß ohne Deutschland und schon gar nicht gegen Deutschland eine Lösung des österreichischen Problems möglich ist. Niemand sieht heute in der Anschlußforderung eine aktuelle Frage der Tagespolitik, auch nicht der österreichische Nationalsozialismus. Die Entfchluß- losigkeit der Weimarer Nationalversammlung und ihre Angst vor Vergeltungsmaßnahmen der Sieger haben einst den günstigen Augenblick zur Errichtung des großdeutschen Reiches ungenützt verstreichen lassen. Aber was damals aus mangelndem Vertrauen in den eigenen Selbstbehauptungswillen versäumt wurde, ist nicht unwiederbringlich verloren. Wir haben die feste Zuversicht, daß naturgegebene Zusammenhänge stärker sind als kurzsichtige Verbote, die blinder Eigennutz und schändliche Verleugnung des Selbstbestimmungsrechts der Völker den Siegern in die Feder diktierten. Eine politische Konstellation, die gekennzeichnet wird durch die fast unbeschränkte Hegemonie Frankreichs auf dem europäischen Kontinent, versperrt vorerst unseren österreichischen Brüdern den Weg ins Reich, aber politische Konstellationen wechseln, bis dahin ist es unsere Aufgabe, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken und der Einsicht zum Siege zu verhelfen, daß ohne die einzig wirkliche Lösung des österreichischen Problems ein Friede in Mitteleuropa unb eine vernünftige, den Interessen Aller gerecht werdende Wirtschaftsordnung im Donauraum undenkbar ist. Ein Hauch dieser Erkenntnis schwang auch unverkennbar in der letzten Aussprache mit, die der österreichische Bundeskanzler Dr. Dollfuß mit Mussolini in Riccione, dem italienischen Adriabade, hatte. Wie erinnerlich hat sich Italien seinerzeit der diplomatischen Demarche in Berlin, die England und Frankreich für notwendig hielten um unter Berufung auf den Diermächtepakt ihre von Herrn Dollfuß offenbar kräftig geförderte Besorgnis über die wachsende Spannung zwischen Deutschland und Oestereich zum Ausdruck zu bringen, nicht angeschlossen. Aus der amtlichen Mitteilung über die Aussprache von Riccione geht trotz der sehr vorsichtigen Formulierung doch soviel hervor, daß Mussolini auch in Zukunft nicht beabsichtigt, sich an irgendwelcher einseitig gegen Deutschland gerichteten und in Berlin mit Recht als Unfreundlichkeit empfundenen Aktion zu beteiligen. Auch scheint er entschieden gegen eine Intervention des Völkerbundes zu fein. Es ist ja bekannt, wie wenig Zutrauen das faschistische Italien zu der praktischen Wirksamkeit der Völkerbundsinstitution hat, aber auch in Genf selber dürfte man nach den blamablen Erfahrungen bei früheren Gelegenheiten nicht besonders darauf aus sein, in den deutsch-österreichischen Konflikt hineingezogen zu werden. Wir wissen, daß Italien trotz seines betont freundschaftlichen Verhältnisses zum nationalsozialistischen Deutschland nach wie vor ein entschiedener Gegner des Anschlusses ist, weil es von ihm eine Gefährdung seiner eigenen Interessen befürchtet. Mit dieser Einstellung, mag sie noch so unbegründet fein, muß man rechnen. Es kann sich also immer nur um die Wie Ausländer das neue Deutschland sehen. Nie Wahrheit über Berlin. — Ein englischer Journalist drückt fein Erstaunen aus über die Wandlung der letzten Monate. London, 26. Aug. (WTB. Funkspruch.) „Die Wahrheit über Berlin", so ist ein Artikel des vormaligen langjährigen Berliner Korrespondenten des „Daily E x p r e ß", Selkirk Panton überschrieben, der darin schildert, wie er seinerzeit zwei Tage, bevor Adolf Hitler die Hakenkreuzflagge über dem Kanzlerpalais in der Wiihelmstraße hißte, glücklich war, „die dekadente st e und entarte ft e Stadt der dekadenten und entarteten Nachkriegswelt" zu verlassen und wie er jetzt sieben M o • nate später bei seiner Rückkehr nach Berlin mit eigenen Augen b i e umwälzenben Der - änberungen feststellen konnte, bie Hitlers nationale Erhebung in Deutschland Hauptstabt zu- ftanbe gebracht hat. Ponton zieht einen Vergleich zwischen Berlin Eberts, Stresemanns unb Brünings unb dem Berlin Adolf Hitlers und feiner Braunhemden und kommt zu dem Schluß: Das Berlin von heute ist dasselbe wie vor sieben Jahren, aber ohne die Dekaden,; und die moralische Entartung einer rückgradlosen Stadt. Berlin ist dieselbe Stadt wie vor Hitler, hinzugekommen ist aber Arbeitsbeschaffung, Hoffnung, Glaube und Vertrauen in die Zukunft, die Hitlers Sieg Deutschland gebracht hat. Unter allen bewegt sich ein Strom des neuen Geistes des Hitlertums Aus einer internationalen Stadt ist Berlin eine nationale Stadt geworden. Die Menschen sind vielleicht ärmer als zuvor; aber sie gehen in den Straßen mit mehr Geist umher. Es gibt mehr Arbeit, es gibt mehr glückliche Gesichter. Die Nazi-Sturmtrup- pen legen keineswegs die aus Sieg geborene Anmaßung an den Tag. Sie mischen sich unter die Menge und scheinen eins mit dem Volk. Bezüglich der Nazi-Umzüge, die Frankreich zum Anlaß genommen hat, um fein Militärbudget zu erhöhen, stellt der Korrespondent fest, er habe in den sieben Tagen in Berlin nicht ein einziges iSirk 1 iches Zeichen des preußischen Militarismus gesehen. Was bie Stellung ber Iuben betreffe, so stellt der Korrespondent fest, daß ber Kursürstenbamm noch voll von Iuben fei unb baß sie ganz unbehelligt blieben. „Financial News" veröffentlicht unter der Lleberfchrift ^Hitlertum in Praxis" Eindrücke über Deutschland. Es wird betont, daß für den ausländischen Besucher Deutschland das Bild größerer Buhe bietet, als vor einigen Jahren. Selbst diejenigen, die das Naziregime am wenigsten liebten, würden die Ansicht bestätigen, die ein bekannter Industrieller in Köln dem Verfasser des Artikels ausgesprochen habe, daß, wenn heute Neichstagswahlen stattfänden, 80 Prozent der Wähler für Hittier stimmen würden. Die gegenwärtige Negierung sitze, wie der Verfasser betont, für Jahre hinaus sicher im Sattel. Er rät, Kapitalsanlegern, die eine Neise nach Deutschland beabsichtigten, sich nicht durch beunruhigende Gerüchte beeinflussen zu lassen. Das Land sei ruhig und die Leute seien freundlich. „Roch nie so höflich behandelt" Ausländer auf einem deutschen Esperanto- Kongreß. W e l p a r (Sauerlanö), 25. Aug. (CNB.j Auf Einladung des Esperanto-Vereins Welpar weilte eine Anzahl ausländischer Espe- rantisten auf der Burg Blankenstein zu einer Tagung. Interessant war es, zu hören, wie diese Gäste über unser Vaterland urteilen. Ein japanischer Universitäts- Professor aus Tokio erklärte, daß es ihm hier so gut gefalle, daß er noch längere Ze in Köln bleiben wolle. Er fühle sich nicht wie im Ausland. — Ein englischer Richter aus Hastings äußerte sich dahin, man habe ihm allerhand Schreckensgespenster an die Wand gemalt und ihn davor gewarnt, nach Deutschland zu fahren. Er sei aber im Ausland noch nie so höflich behandel worden, wie jetzt in Deutschland. Er freue sich, daß er gerade mit Deutschland durch Esperanto in Beziehungen getreten sei. — Ein italienischer Industrieller aus Genua meinte, er sei bereits anderthalb Wochen in Deutschland und müsse besonders die Ordnung und Disziplin im Lande b ew u n d e r n. Verglichen mit den Zuständen in Italien, könne er keinen Unterschied finden. Er habe auf seinen nächtlichen Gängen durch Großstädte die vollste Sicherheit gefunden. Ein französischer Gencralinspektcur für öffentliche Arbeiten aus Algier erklärte, er sei mit der Erwartung hicrberge- kommcn, einen ganz entgegengesetzten Volkscharakter zu finden. Er habe aber ein I jeden s w ü r di g c s und herzliches Volk gefunden. 3ur Verlegung der Reichsführertagung des Stahlhelms. Berlin, 25. August. (Priv.-Tel.) Der Stahlhelm-Pressedienst schreibt zu der Verschiebung der Reichsführcrtagung folgendes: „Auf Wunsch des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler hat der Stahlhelm- Bundcsführer die für den 9. und 10. September angesetztc Reichsführertagung in Hannover auf den 23. und 24. September verlegt. Diese Nachricht löst bei dem einzelnen Stahl- hclmer einiges Bedauern aus, weil der im Zusammenhang mit der Führertagung geplante Aufmarsch selbst sich erklärlicherweise aus organisatorischen Gründen nicht mitverlegen ließ und darum ausfallen mußte. Es sind nicht politische Gründe, die dieses Bedauern Hervorrufen; denn die politischen Aufgaben der Stahlhelm-Aufmärsche in ihrer besonderen Form sind erledigt, seitdem die Eingliederung des Stahlhelm in die nationalsozialistische Wehrfront erfolgt ist. Aber der Stahlhelm-Aufmarsch in Hannover hatte für die Kameraden des Stahlhelm die Bedeutung, daß sie noch einmal in alter Form zusammenkommen wollten, um Abschied zu nehmen. Für diesen Abschied trafen sie ihre Borbcvei- tungen und auf dieses letzte Zusammensein in altöcrtrautcm Kreise hatten sie sich gefreut. Dann aber — das wußten sie — mußte es an eine neue Aufgabe Herangehen, bie bem Stahlhelm innerhalb ber nationalfozialistifchen Wehrsront gestellt ist. Doch höher als alle fchöncn Feierpläne steht ber Wunsch bcs Führers. Es ist im Solbaten- Icben nun einmal fo, baß Feiern tm Hintergrunbe zu stehen haben unb bie Ausgabe den Vorrang oerbient. So wollen wir auch bie neue Entwicklung ansehen. Darum richtet sich bas ganz besondere Interesse auf bie Führertagung in Hannover, bie Klarheit über bie künftige Arbeit ber Stahlhelmer bringen soll. In Godesberg hat ber Führer in ein- gehenben Ausführungen feine politischen Gebanken vor ben Führern ber SA., SS. unb bes Wehrstahlhelm bargelegt. Von allen beteiligten Wehr- stahlhelmern hören wir, baß ber Eindruck seines Auftretens ein außerordentlich starker gewesen ist. Nun, da durch das allmähliche Hineinwachsen in die nationalsozialistische Wehrfront jede einmal vielleicht vorhanden gewesene Reserve geschwunden ist, möchte man wünschen, daß auch der ganze Stahlhelm teilhaben bars an diesem Erleben. Es besteht jedenfalls der starke Wunsch, daß der Führer vor den gesamten Führerkameraden des Stahlhelm feine Worte von Godesberg wiederholen möchte, damit fie alle die Klarheit, den Entschluß und die innere Festigkeit und glühende Freude zur Mitarbeit auf neuen Wegen finden können, wie es den in Godesberg versammelten Führern bcschieden roar/* Das mlernalivnaleWeizenMommeil unterzeichnet London, 26.Aug. iTU.) Die Internationale Wcizenvercinbarung ist am Freitag um 22.30 Uhr von 23 Staaten unterzeichnet worden. Für Deutschland zeichnete Botschaftsrat Dr. Ritters. Im Artikel 1 stimmen die vier Hebers eeausfuhr- l ä n d e r einer Anpassung ihrer Ausfuhr an einen Weltbedarf von 560 Millionen Busbels, während der Zeit vom 1. August 1933 vis zum 31. Juli 1984 zu. In Artikel 2 einigen sie sich, in dem darauffolgenden Jahre 1934/35 die Ausfuhr um 15 v. H. zu verringern und einen etwaigen Mehrbedarf an Ausfuhrweizen unter sich zu verteilen. Die Donauländer verpflichten sich in Artikel 3 auf eine Höchstausfuhr- mengss für 1933 34 von 50 Millionen Bush eis mit dem Vorbehalt, daß dieser Betrag im Bedarfsfall auf 54 Millionen Bushels erhöht werden darf. In Artikel 4 sagen sie für 1934/35 eine Höchstaussuhrmenge von 50 Millionen Bushels zu und versprechen auch, die Anbaufläche in dieser Zeit nicht zu erhöhen. i Der Abschluß der Verhandlungen über die Einschränkung der Weizenproduttion in den Exportländern ist ein verspäteter Erfolg der Weltwirtschaftskonferenz, die sich in ihrem letzten Stadium nach Ausschaltung der Währungs- und Zollfragen nur noch mit der Produktionsregelung hatte beschäftigen können und von der WeIenkonferenz überlebt wurde. Das Hauptverdienst an dem jetzigen Ergebnis wird dem Vorsitzenden der Weizenkonferenz, dem kanadischen Premierminister Bennett, zugeschrieben, der vor allem den Goldpreis von 12 Goldfranken für den .Doppelzentm-r als bie ©runblage für bie Durchführung des ganzen Abkommens durchzu- sehen verstand. Allgemeine llebereinstimmung konnte über die Ausfuhrbeschränkung erzielt werden, für die sich insbesondere auch die Donauländer und Nußland aussprachen. Rußland hat sich allerdings nur für ein Jahr zur Beschränkung seiner Weizenausfuhr bereitgefunden. Es wird also nötig sein, mit der Sowjetregierung für das nächste Jahr über eine neue Vereinbarung ;u verhandeln. Die Zusage von Rußland, das zum erstenmal in dieser Frage Entgegenkommen gezeigt hat, ist auf den naheliegenden Umstand zurückzu- führen, daß Rußland in diesem Jahre kaum über einen wesentlichen Weizenex. portüberschuß verfüge. Schweden und Dänemark haben für ihre Regierungen das Recht vorbehalten, innerhalb von 14 Tagen von dem Abkommen zurückzutreten. Eine Reihe anderer Länder, namentlich Holland, Finnland, Estland, Lettland, Portugal, die Tschechoslowakei und die Tür- fei wohnten der Konferenz nur als Seebad), t e r bei, können dem Abkommen aber nachträglich beitreten. Alle übrigen Länder binden sich definitiv. Insbesondere hat auch der italienische Vertreter bereits gestern abend die Zustimmung seiner Negierung zu der Annahme des Grundprciies erhalten und der österreichische Vertreter konnte die von ihm vorgebrachten Vorbehalte zurückziehen. So ist durch das Abkommen eine gewisse Aussicht auf die im allgemeinen Interesse liegende Erhöhung des Preisniveaus, das die Arbeit der Landwirtschaft wieder lohnend gestalten soll, gegeben. zweitbeste Lösung handeln, die bei der gegenwärtigen politischen Konstellation für das österreichische Problem möglich ist. Auch Italien sieht das österreichische Problem im größeren Zusammenhang des Donauraums und es wünscht für eine alle interessierten Nationen befriedigende Beseiti- gung ber wirtschaftlichen Schwierigkeiten, wie sie aus ber Auseinanberreißung ber habsburwlchen Doppelmonarchie unb ber Grenzziehung ber Pariser Vorortverträge entstauben finb, bie Zusammenarbeit der Kontrahenten des Viermächtepaktes, indessen wie schon gesagt nicht im Sinne 'ines einseitigen Drucks auf Berlin, wie ihm überhaupt wohl eine wirtschaftspolitische Flurbereinigung als der gangbarste Weg für eine mciicrgretfenbe Verständigung der Donaustaaten oorzuschweben scheint. Damit sind frühere Pläne, die Deutschland auszuschließen strebten, ad acta gelegt. Von Prag aus hatte man früher einen Jnterefsen- zusammenschluß der 51 leinen Entente «Rumäniens, Südslaviens und der Tschechoslowakei) mit Oesterreich und Ungarn vorgeschlagen. Der Plan fand natürlich die warme Unterstützung Frankreichs, das mit ferner Hilfe die eigene Herrschaft auf dem Balkan zu stabilisieren hoffte. Der Plan scheiterte am Widerstand Italiens, das in diesem Zusammenschluß der Nachfolgestaaten unter französischer Aegide eine Bedrohung seiner Adriaflanke sehen mußte. Aber ebensowenig zeigte sich Ungarn geneigt, sich auf eine wirtschaftliche Vereinigung mit den drei Staaten einzulassen, von denen cs ihm in Trianon geraubtes Land zurückzufordern hat. Ganz un- diskutabel war diese Kombination natürlich auch für Deutschland, das durch eine am Inn und an der böhmischen Grenze errichtete Schranke hermetisch vom Südosten abgcsperrt worden wäre. Ein von Rom geförderter Plan, der die Gruppierung der Süüostmächtc durch das Einbeziehen von Deutschland und Italien zu erweitern suchte, fand natürlich den schärfsten Widerstand Frankreichs. So ist man auf diesen Wegen nicht weitcrgekommen. Neue Aussichten, wie man den Schwierigkeiten beizukommen vermöchte, sieht nun Mussolini in der Ausnützung der Möglichkeiten, die der Viererpakt für eine Zusammenarbeit der Unterzcichnermächte im Donauraum bietet. Worauf tm Einzelnen Mussolinis Absichten hinauslaufen, kann man dem Eommuniquö oon Riccione nur andeutungsweise entnehmen. Es geht von dem Grundsatz der Unabhängigkeit Oesterreichs aus und weist dann mit Nachdruck auf die Notwendigkeit einer Politik der Zusammenarbeit Mit den Nachbarn Ungarn, Italien und Deutschland hin. Itatieniiche Blätter haben dies weiter dahin ^vnutert, daß man sich in Rom vorerst eine wirtschaftliche Annäherung zwischen Oester- reich und Ungarn, sodann eine Neuordnung dcrBeztchungen dieser beiden zu den Staaten der Kleinen Entente und schließlich auch zu Deutschland und Italien vorstellt. Das ist also ein weiter Rahmen, der vielerlei Möglichkeiten in sich ichließt. Ter Viermächtcpakr findet hier seinen ersten Prüfstein. Mussolini hat sich erboten, als ehrlicher Makler die Fäden zu knüpfen. Ob ihm das gelingen wird, h ingt fast ausschließlich oon dem guten Willen Frankreichs ab, das bislang noch nicht gezeigt hat, oaß ihm an einer Beilegung des deutsch-öfter« rcichischcn Konflikts und einer ehrlichem Zusammenarbeit der Mächte an der wirtschaftlichen Neuordnung im Donauraum gelegen ist. Aber in Paris wird man sich auch darüber klar werden müssen, daß ohne den aufrichtigen Willen zur gemeinsamen Lösung der Schwierigkeiten im Donauraum Frankreich auch das weitcrgreifcnde Ziel der Bereinigung der französisch-italienischen Jntercssenkonfliktc, die es sich vom Abschluß des Vicrcrpaktö in erster Linie versprochen hat, niemals wird erreichen können. Geht man auf die wirtschaftspolitische Seite des Donauraumproblems ein, die hier bei früheren Gelegenheiten schon erschöpfend behandelt wurde, so ergibt sich immer wieder die unumstößliche Tatsache, daß weder die Nachfolgestaaten der alten Habsburger Monarchie unter sich, noch Frankreich oder Italien zu einem natürlichen Ausgleich ihrer wirtschaftlichen Interessen kommen können. Weder sind Oesterreich und die Tschechoslowakei in der Lage, den gewaltigen Ueberschuß an landwirtschaftlicher Erzeugung Ungarns, Rumäniens und Süöslawiens aufzunehmen, noch finden die Jndustrieen der Tschechoslowakei und Oesterreichs für ihre hochwertigen Erzeugnisse in den bedürfnislosen und wenig kaufkräftigen Agrarländern des Südostens einen ausreichenden Markt. Auch Italien und Frankreich sind weder willens noch in der Lage, ohne Beeinträchtigung ihrer eigenen Interesse hier cinzuspringcn. Nur Deutschland mit seinem gewaltigen Absatzgebiet eines 60-Millioncn-Volkcs kann hier den notwendigen Ausgleich bieten. Ohne Deutschland gibt es kein Mitteleuropa, ohne Deutschland auch keine gesunde wirtschaftliche Neuordnung im Donauraum. Darüber können auch provisorische Maßnahmen wie die Ausgestaltung des österreichischen Freihafens in Triest oder ein interner Güteraustausch zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn nicht hinwegtäuschen. Die natürlichen Wege der Wirtschaft lassen sich nicht ungestraft versperren oder umleiten. Das wird man auch eines Tages in Wien einschen, mag man heute auch noch so bockbeinig sich gegen Gründe der wirtschaftlichen Vernunft und der politischen Moral sperren. Ein Wirtfchastsplan Mussolinis? Welche Abmachungen wurden in Riccione getroffen? London. 26. Aug. (WTD. * Funkspruch.) „Daily Mail" veröffentlicht eine Meldung ihres römischen Korrespondenten, worin Einzelheiten über einen angeblichenPlan Mussolinis zur Konsolidierung derLage in Mitteleuropa enthalten sind. Die Ueber- einkünfte, die der italienische Premierminister in seinen Unterhaltungen mit dem ungarischen Mi- nisterpräsidenten G ö m b ö s und dann mit Dollfuß erreicht habe, seien hauptsächlich wirtschaftlicher Natur. Italien gewähre Oesterreich eine Freizone im Hafen von Triest. Es werde der Einfuhr österreichischer Waren Vorzugsbehandlung angedeihen lassen. Es werde eine größere Menge Waren i n O e st e r- reich kaufen, das für alle kontrollierten Organisationen die Hauptversorgungsquelle für importierte Fertigwaren werden solle. Ungarischem Weizen soll ebenfalls Vorzugsbehandlung gewährt werden. Ferner yabe Italien Ungarn versprochen, den Teil der ungarischen Maisernte abzunehmen, über den nicht anderweitig verfügt werde. Mussolini betrachte dies alles als einen ersten Schritt zur Vorzugsbehandlung auch der anderen Donaustaaten. * Als Ergebnis der eben abgeschlossenen ö st erreich-ungari sch en Wirtschaftsverhandlungen wird bekannt, daß das Ausfuhrkontingent für österreichi- sches Schnittholz von ursprünglich jährlich 5000 auf jetzt 12 000 Waggons erhöht wird. Das Ausfuhrkontingcnt für ungarischen Weizen wurde mit 1,2 Millionen Doppelzentner festgesetzt. Von Oesterreich soll auch das Zugeständnis der Einfuhr von rund 750 000 Doppelzentner ungarischen Mehls gemacht worden sein. Teilnahme ausländischer Dip'o- maten am Aürnberger Parteitag. Nürnberg, 25.Aug. (WTB.) Die ausländischen D i p lo m a t e n, die am Rcichs- parteitag der NSDAP, teilnehmen werden, treffen am Freitag, den 1. September, in Nürnberg in einem Sonderzug ein. DcrKom- mandant dieses Sonderzugs ist SS.-Gruppen- sührer Erbprinz zu Waldeck-Pyrmont. In Begleitung der Diplomaten werden sich der Chef des Protokolls Graf von Bassewitz und Legationssekretär von Mumm befinden. Der Sonderzug, der vom Freitag bis Sonntagabend am Nordbahnhof steht, dient den Diplomaten zur Wohnung und besitzt Schlafwagen und Salons. Am Bahnsteig werden Nadivanlagen mit Lautsprechern ausgestellt. Direkte Telephonleitungen werden in einzelnen Wagen gelegt. Zum Herbstappell selbst werden die Diplomaten in Pritavautos am Luitpoldhain Vorfahren und bei der Aufstellung wie bei der Abnahme der Herbstparade 1983 zugegen sein. Des weiteren nehmen die Diplomaten an der Kulturtagung teil, wo der Führer seine große Rede halten wird, die einzige Rede, die im Rundfunk Übertagen wird. Anschließend begibt sich das diplomatische Korps zur Festausführung der „Meistersinger von Nürnberg" ins Opernhaus. Um ein einheitliches Bild der Herbstparade 1983 zu gewährleisten, ist für sämtliche SA.- und SS.-Einhciten des Deutschen Reiches die zahlenmäßige Teilnahme genau festgelcgt. Angehörigen der SA., SS. und des Stahlhelms, die nicht an der Herbstparade tcilnchmcn, ist es strengstens untersagt, zum Reichs- partettag nach Nürnberg zu kommen. Oer Reichelernährungsminister mahnt zur Gläubigerdisziplin. Berlin, 25. Aug. (ERB.) Wie der Deutsche Landhandelsbund mittcilt, hat der Retchs- ernährungSminister dem Deutschen Landhan- dclsbund e. V., Berlin, in einem Schreiben folgendes mitgcteilt: Das gleichmäßige Interesse der Landwirtschaft, ihrer Gläubiger und der gesamten Wirtschaft bedingt es, daß die Getreideernte entsprechend den bestehenden Verwer- tungsmöglichkciten allmählich auf den Markt gebracht wird und daß ein von der Gläubigerscite ausgehender Druck auf die Landwirte in der Richtung von überstürzten Verkäufen in den ersten Monaten nach der Ernte vermieden wird. An die Gläubigcrkreise ergeht daher das Ersuchen, von einer Massierung der Fälligkeiten von Forderungen an Landwirte in den ersten Monaten nach der Ernt» abzusehen und die Fälligkeiten der Forderungen entsprechend dem Fortschreiten der Verwertungsmöglichketten der Ernte aus- einanderzuzichcn. Der Deutsche Landhandelsbund c. 93., Berlin, hat seine Mitglieder angewiesen, der Aufforderung des Retchs- ernährungsministcrs, strengste Gläubigerdisziplin zu halten, unbedingt Folge zu leisten. Fahndungsaktion bei Großberliner Verwaltungsstellen. Berlin, 25.Aug. (TU.) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, hat eine auf Ersuchen des Staatskommissars Dr. Lippert durchgeführte Aktion des Geheimen Staats- polizciamtes bei städtischen Verwaltungsstellen, vor allem Wohlfahrtsämtern und Steuerkassen, die mit dem Publikum besonders viel zu tun haben, zu einem äußerst befriedigenden Ergebnis geführt. Es ist gelungen, umfangreiche i l l e g a l e Zersetzungsschriften — insgesamt über zwei Zentner — sicherzustellen. 40 Personen sind verhaftet worden, von denen 15 ins Konzentrationslager überführt wurden. Unter ihnen befindet sich ein Stadtassistcnt, bei dem man kommunistisches Material beschlagnahmt hat. Einige Beamte und Angestellte befanden sich unbefugterweise im Besitze von Amtswalter- und Parteiabzeichen. Spaniens Interesse für Andorra. Madrid, 25. Aug. (TU.) Der spanische Außenminister veröffentlicht eine Presseerklärung, in der es heißt, die Vorgänge in Andorra seien darauf zurückzuführen, daß sich das Volk von Andorra eine eigene Meinung bilde. Außerdem sprächen auch wirtschaftliche Interessen mit. Spanien verfolge die Vorgänge mit großer Aufmerksamkeit, denn die Lage sei interessant und delikat. Spanien und Frankreich hätten dort völlig gleiche Rechte, der Bischof von Urgel genau so, wie der französische Präfekt von Perpignan. Eine einseitige Minderung dieser Rechte sei für Spanien unannehmbar. Französische Gendarmen seien freilich nicht zum erstenmal in Andorra eingerückt, doch wäre es wünschenswert, daß sie nun bald wieder fortgtngen. Oer Reichsjugendführer fordert Erfüllung der Aufgaben gegenüber Schule und Elternhaus. Berlin, 26. Aug. (LNB.-Funkspruch.) Der Iugendsuhrer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, Hal eine Anordnung an die verantwortlichen Führer der 3 u - genbverbänbe erlassen, bafür zu sorgen, baß alle beulschen Jungen unb Mädchen auch ben Aufgaben gegenüber Schule unb (Elfern ganz nachkommen. Heber- anffrengung von schwächeren Jungen unb Möbels beim Dienst soll vermieden werden. Kunst und Wiffenschaft. Dr. Castelle Reichsleiler des Bertragsamtes im kampfbund für deutsche Kultur. Die Neichsleitung des Kampfbundes für deutsche Kultur teilt mit: Zum Reichslci- ter des Vortragsamtes im KfDK. wurde Dr. Friedrich Castelle ernannt. Er ist ermächtigt, im Einvernehmen mit den Lan- dcsleitungcn des Kampfbundes die Vortragsämter zu organisieren und für das ganze Reich zu vereinheitlichen. Dabei ist die Gesellschaft für Volksbildung in Berlin, deren Eingliederung in den KfDK. beschlossen worden ist, entsprechend ihrer örtlichen Leistungsfähigkeit in die Bortragsarbeit der Landesstellen einzubeztehen. (Ernennungen der Reichsleitung des Kampfbundes für deutsche Kultur. Die Neichsleitung des Kampfbundes für deutsche Kultur teilt mit: Zum Reichsleiter der Fachgruppe Musik wurde Prof. Dr. Stein, Direktor der Staatlichen Hochschule für Musik, Berlin, ernannt. Zum Reichsleiter der Fachgruppe Körperbildung und Tanz mit den Untergruppen Gymnastik, Kunsttanz, Volkstanz und Gesellschaftstanz wurde Dr. D o d e ernannt, der gleichzeitig Reichsleiter der Fachschaft Gymnastik und Tanz im Reichsverband der Deutschen Turn-, Sport- und Ghrn- nastiklehrer im Rationalsozialistischen Lehrerbund ist. Aus der Provinzialhauptstadt. Karl Elbs +. Nachruf von E Lehmann, Direktor des Instituts für Mineralogie und stellvertr. Dekan der phil. Fakultät. Rasch und unerwartet hat am 24. August der unerbittliche Tod den Geheimen Hofrat Prof. Dr, Karl Elbs aus deu Reihen des Lehrkörpers unserer Alma water gerissen, in denen er fast 40 Jahre als eine der markantesten Persönlichkeiten gestanden und über 85 Jahre in treuester Pflichterfüllung und lebendiger Hingabe seines Lehramtes gewaltet hat. Zn aufrichtigem Schmerz stehen wir an der Bahre dieses ausgezeichneten Forschers und Lehrers, des aufrichtigen und warmherzigen Kollegen, des lieben, prächtigen Menschen, dem unser Gießen und das Hessenland eine zweite Heimat geworden ist. Karl Elbs wurde am 13. September 1858 in Alt-Breisach i. Baden geboren, studierte und promovierte in Freiburg i. Br., habilitierte sich dort 1883 und wurde 1888 ebenda zum außerordentlichen Professor ernannt. Als 1898 die Universität Gießen zur Besetzung des Lehrstuhls für physikalische Chemie, eines der ersten für diesen jungen Zweig der Chemie an deutschen Universitäten begründeten Lehrstühle, einen Vertreter suchte, der zugleich befähigt sein sollte, besondere Zweige der organischen und angewandten Chemie zu lehren, da fiel die Wahl aus den jungen Freiburger Gelehrten, der bereits damals eine Reihe beachtlicher physikalisch chemischer Arbeiten veröffentlicht hatte, und dessen bekanntes Buch „Die Akkumulatoren" soeben erschienen war. Im Jahre 1913 wurde Karl Elbs dann als Nachfolger von C. Naumann der Lehrstuhl für Chemie und die Leitung des chemischen Instituts an unserer Universität übertragen, die er bis zu seiner Emeritierung am 1. Oktober 1929 inne hatte. Elbs wissenschaftliche Arbeiten gingen aus von der organischen Chemie, aber schon sehr früh wandte er sich den elektro-chemischen unb vhnsikalisch-chemi- schen Fragen zu. Zumal die Erforschung elektrotechnischer Vorgänge dankt ihm viele ihrer wichtigen praktischen Fortschritte. An erster Stelle sind hier die bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiete der elektrolytischen Reduktion und Oxydation zu nennen. Mit zahlreichen Mitarbeitern hat er an vielen aromatischen Verbindungen diese Wege verfolgt. Genannt seien ferner die mit O. Schönherr ausgeführten Untersuchungen über die Bildung der Ueber- schwefelsäure und ihrer Salze. Die Ermittlung der Eigenheiten dieses verwickelten Vorganges in einer umfassenden, für alle späteren Untersuchungen grundlegenden Weise gestaltete sich für Wissenschaft und Technik gleich wertvoll. Zusammen mit feinem Schüler Franz Fischer gelang Geheimrat Elbs die elektrolytische Darstellung des Bleidisulfats und damit auch die experimentelle Bestätigung einer sehr lange ungeklärten, wichtigen wissenschaftlichenFrage. Seine experimentellen Erfahrungen auf diesem Gebiete hat Elbs in dem Buche „Uebungsbeispiele für die elektrolytische Darstellung chemischer Präparate" niedergelegt. Aus der sehr erfolgreichen Zeit seiner organisch-chemischen Arbeiten stammen „Die synthetischen Darstellungsmethoden der Kohlenstoffoerbindungen". Elbs' wissenschaftliches Lebcnswcrk hat in gleicher Weise der chemischen Wissenschaft und der chemischen Industrie wertvollste Förderung gebracht und hier wie dort vielfache Anerkennung gefunden. Die Deutsche Bunsen- Gesellschaft für angewandte und physikalische Chemie, deren erster Vorsitzender er in den schweren Jahren 1918 bis 1920 war, hat ihm am 70. Geburtstag den anläßlich der 23. Hauptversammlung hcrausgegebenen Band wissenschaftlicher Arbeiten gewidmet. Hier heißt es in der Einleitung: „Wer an den früheren Jahresversammlungen der Bunsen-Gesellschaft teilgenommen hat, der erinnert sich noch gern an Elbs' wissenschaftliche Mitteilungen, an die feinen wertvollen Beobachtungen, die sie besonders fesselnd machten, wie an die herzerquickende Frische und die lapidare Knappheit, mit der er vortrug und die Hörer in feinem Bann zu halten wußte." Und mehr als durch äußere Ehrungen wird diese Anerkennung dargetan durch die Tatsache, daß wohl an hundert seiner Schüler in den großen chemischen Werken Deutschlands, wie der Badischen Anilin- und Sodafabrik,- den Höchster Farbwerken u. a. Aufnahme fanden, und daß unter diesen Schülern Namen zu verzeichnen sind, wie Geheimrat Franz Fischer, der bekannte Leiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Kohleforschung, Dr. O. Schönherr, der Forscher auf dem Gebiet der Salpetersäure- gcwinnung aus Luft, Prof. K. Brand, Direktor des pharmazeutischen Instituts in Marburg und mancher andere. Mehr als äußere Ehrungen zeugt von der Leistung des üahin- gegangenen Forschers die Tatsache, daß daraus eine enge Freundschaft mit zahlreichen hervorragenden Fachgenossen erwachsen konnte. Seitens der Großherzoglich Hessischen Staatsregierung fand diese Leistung Anerkennung in der Ernennung zum Geheimen Hofrat im Jahre 1908. Mit ganzer persönlicher Hingabe widmete sich Elbs der Leitung des ihm anvertrauten chemischen Instituts, und bis ins hohe Alter blieb er mit jugendlicher Begeisterung akademischer Lehrer. Reben den pädagogischen Fähigkeiten und der Gabe, ein reiches Wissen in lebendig-anschaulicher und geistig-anregender Form anderen zu vermitteln, waren es ganz besonders die Eigenschaften, die so recht den eigentlichen und tiefen Kern seines Wesens ausmachten — das rein menschliche Verstehen und die wahre Herzensgüte — die ihn zu einem der beliebtesten Lehrer unserer Hochschule machten. Er hat es wie wenige verstanden, der lernenden Jugend nicht nur ein trefflicher Lehrer, sondern auch ein väterlicher Freund und Berater zu fein. Ihm war es gegeben, mit der Jugend zu fühlen, ihm lag es am Herzen, ihr zu helfen. So kann es nicht verwundern, daß ein Band herzlicher Gemeinschaft ihn mit seinen Mitarbeitern und Schülern verbunden hat, das gar oft über deren Lehrjahre hinaus zum Band der Freundschaft wurde. Unb mit gleicher Hingabe unb Treue fühlte sich Elbs mit dem engeren Kreis der Kollegen verbunden. Man mochte zu ihm kommen, womit und wann man wollte, stets fand man ihn hilfsbereit, zuversichtlich, liebenswürdig. Und wieviel Gutes die Universität Gießen ihm auch verdankte, er selbst suchte niemals Dank, Anerkennung, Geltung. Echte Bescheidenheit paarte sich als weiterer Grundzug feines Wesens mit der Herzensgüte und aufrechten Gesinnung. Förmlichkeit und Aeußerlichkeit waren dem allzeit schlichten Manne zuwider, Ehren und Würden lehnte er ab, das Wirken in der Stille im Dienst feiner Wissenschaft war ihm Lohn und Ehre genug. So trat er auch im öffentl.ichen Leben nie her» vor. Aber schwer litt er in den letzten Jahren um seines Vaterlandes Schmach und Schande und begrüßte mit jugendlich heißem Herzen die Stunde der inneren Freiwerdung seines Volke» in den Tagen des nationalen Aufbruches. Elbs war kein Stubengelehrter und kein Stubenhocker. Er war ein lebensbejahender und lebensfroher Mensch, den es in jungen Jahren hinaufzog auf manchen Alpengipfel, der bis ins hohe Alter in offenen Sinnen Wald und Flur der Heimat durchstreifte, der mit als einer der ersten in Freiburg dem Schneefchuhsport huldigte, der lebhafte» Interesse mit gründlichem Wissen verband auf ben Gebieten der Botanik und der Mineralogie. Auch diese enge Naturverbundenheit bildete einen charakteristischen Zug seines Wesens. Im Kreis seiner Familie fand Karl ElbS reiches Glück. Aber auch tiefes Leid ist ihm hier nicht erspart geblieben. Wohl am schwersten hat ihn der Verlust seiner Tochter getroffen, an der er mit besonderer Liebe hing und die ihm in blühenden Jahren entrissen wurde, und es bedurfte seiner ganzen Lebensenergie, diesen Schlag zu überwinden. Mochten ihm dabei auch die beiden Enkel helfen, denen nun seine besondere Liebe und sein ganzer Stolz galt, ganz überwunden hat er diesen Schmerz wohl nie. Ein lieber, prächtiger Mensch, ja das war Geheimrat Elbs in all den Jahren, in denen er mit uns wanderte und mit uns wirkte. Als dem lieben, prächtigen Menschen werden wir ihn über das Grab hinaus ein dankbares Gedenken bewahren. „Arbeit! Dienst! Pflicht!" im Gießener Stadttheater. Aus dem Stadttheater-Büro wird uns geschrieben: Die Kreisleitung der NSDAP, bringt am Dienstag, 29. August, ein Propagandastück des Pg. Heinrich Bartholomäus, Gießen, im Stadttheater Gießen zur Erstaufführung. Das Schauspiel: „Arbeit! Dienst! Pflicht!" unter der Spielleitung von Intendant Hanns König und unter Mitwirkung der Mitglieder des Ensembles des Stadttheaters wurde am 22. August in Darmstadt mit großem und starkem Erfolg in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Prof. Dr. Werner uraufgeführt. „Arbeit! Dienst! Pflicht!", ein Stück Leben und Erleben unserer Gegenwartstage, ein Appell an die Abseitsstehenden, eine Botschaft an unsere Brüder: steht nicht beiseite, sondern mit uns für alle, für Deutschland. Albert Mengels Einzelschicksal ist unser aller Schicksal. Auch wir glaubten einst an „weltbeglückende" Ideen politischer Irrlehren. Das Gcmeinschaftserlebnis, die deutsche Idee findet wieder Eingang bei Albert Menge! und bei uns. „Arbeite und diene Deinem Volke, dann tust Du Deine Pflicht!" endet das Motiv dieses Bekenntnisstückes. Bartholomäus spricht von allen und für alle,' drum sollen auch alle diesen Theaterabend besuchen. Die Kreisleitung hat daher für diese Veranstaltung Preise von 0,30 bis 1,50 Mark festgesetzt. Vorverkauf der Karten an der Theaterkasse ab Montag von 10 bis 13 Uhr, sowie Dienstag außerdem von 16 bis 17 Uhr: Vorverkauf im NS.-Buchladen "im Hause Soldan, Seltersweg, sowie bei den Amtswaltern der Ortsgruppe Gießen. Beginn der Vorstellung: 20.15 Uhr. Schwerhörige und Theaterbesuch! Aus dem Stadttheater-Dureau wird uns geschrieben: Es gibt unter den Theaterfreunden eine große Zahl, die infolge Schwerhörigkeit oder eines sonstigen Hörfehlers das Theater nur ungern bzw. überhaupt nicht besuchen. Die Intendanz beabsichtigt nun, in der kommenden Spielzeit die Schaffung von sogenannten „Schwerhörigen- Plätzen", um allen den Theaterbesuch zu einer Quelle ungetrübten Genusses zu machen. Da die technischen Vorbereitungen hierzu mit erheblichen Unkosten verknüpft sind und eine solche Anlage nur in Frage kommen kann, wenn sich eine bestimmte Anzahl schwerhöriger Theaterbesucher findet. bittet oie Intendanz bereits jetzt um Meldung solcher Theaterbesucher, die Interesse für ein Abonnement eines solchen Schwerhörigenplatzes haben. Einladung zum Stadttheater-Abonnement. Die Bürgermeisterei lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zum Abonnement auf die Vorstellungen im Gießener Stadttheater ein. Die Abonnement-Karten sind gegenüber den Tagespreisen bis zu 20 Prozent im Preis ermäßigt. Die Anmeldungen zum Abonnement müssen bis spätestens 10. September erfolgt sein. Interessenten feien auf die Bekanntmachung der Bürgermeisterei besonders hingewiesen. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 26. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Kochbutter 1,— Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing (grün), das Pfund 8, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, Bohnen (gelb) 15 bis 20, Erbsen 20 bis 25, Mischgemüfe 10, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10, Kürbis 6, Pilze 25 bis 35, Kartoffeln (neue) 3 Pf., der Zentner2,30 bis 2,50 Mark, Frühäpfel 20 bis 30, Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 35 bis 40, Preißelbeeren 30 bis 35, Birnen 15 bis 20, Zwetfchcn 10 bis 15, Mirabellen 16 bis 20, Reine- Hauben 15, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 5 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 4 bis 40, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 10 bis 15, Ober- kohlrabi 5 bis 8, Lauch 5, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 10, Radieschen, das Bund 10 Pf. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Turnhalle, Heuchelheim, 20.30 Uhr, Werbeabend aus Anlaß des 13. Frauen-Wettumens des Bezirks Hessen. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Cs war einmal ein Musikus". — Tageskalender für Sonntag: Oberh. Museum und Gailsche Sammlungen (Altes Schloß), 11 bis 13 Uhr, Ausstellung: Der Stadtkirchenturm. — Markusgemeinde. Hardt, Gemeindefeier, 15 Uhr. — Bootshaus Verein Rudersport, 13. Herbst-Regatta, Dor rennen: 8.10 Uhr: Hauptrennen: 14.45 Uhr. — Heuchelheim, ab 7.30 Uhr, 13. Frauenwettumen des Bezirks Hessen. — Waldesluft am Flughafen, 15.30 Uhr. großes öffentliches Volksfest mit Kinderbeluftigungen; abends Tanz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Es war einmal ein Musikus". • * * Sperrung des Riegelpfads. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Wegen Straßenbauarbeiten ist der Riegelpfad zwischen Ludwigstraße und Ebelstraße für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art auf die Dauer einer Woche polizeilich ge» sperrt worden. Die aufgestellten Sperrschilüer lind zu beachten. ♦* D i e Gießener Schulgruppenleiter des NS.-Lehrerbundes. Der Kreisobmann des NS.-Lehrerbundes, Kreis- und Stadtschulrat Dr. H e n ß, hat folgende Personen zu Schulgruppenleitern des NS.- Lehrerbundes ernannt: Für die Oberrealschule Gießen: Studienassessor Dr. Vogt: für das Realgymnasium Gießen: Sudicnrat Holzel: für die Studienanstalt Gießen: Studienrar Dr. Schäfer: für baS Gymnasium Gießen: Studienrat Dr. Heß: für die Pestalozzischule Gießen: Lehrer Wörner: für die Neue Pestalozzischule Gießen: Lehrer Biedenkopf: für die Schillerschule in Gießen: Lehrer Stroh: für die Goetheschule in Gießen: Lehrer Müller: für die gewerbliche Berufsschule: Lehrer Schneider: für die kaufmännische Berufsschule: Dipl.-Handelslchrer Dr. Römer: für die Mädchcnberufsschule Gießen: die Techn.-Lchrerin Frl. Zöller. ** Besuchszeiten der Museen. Die Museen und Sammlungen im Alten und Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet (Ausstellung). ** A u sst e ll u n g : Der S t a d t k i r - Konturm. Im Oberhesstschen Museum und den Gail schen Sammlungen (Altes Schloß» wird am Sonntag und Montag von 11 bis 18 Uhr und am Mittwoch von 14.80 bis 16.30 Uhr eine Ausstellung der Federzeichnungen Dunkel-Gießen gezeigt, die das Stadtbild, immer wieder überragend vom Stadtkirchenturm, in der verschiedensten Form zum Motiv haben. Man beachte die heutige Anzeige. " Wichtig für die Kaufmannschaft! Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt uns mit: Die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen vergibt im Wege des öffentlichen Anerbietens ihren Bedarf an Berzehrungsgegenstän- den (Oel, Essig, Zucker, Reis, Erbsen, Margarine, Marmelade usw.), Tabakwaren und Reinigungsgegenständen für die Zeit vom 1. Oktober 1933 bis 31. März 1934 zur Lieferung. In Anbetracht der erheblichen Mengen, die zur Vergebung kommen, weifen wir die Kaufmannschaft aus diese Ausschreibung hin. Die Bedingungen für die Bewerbung liegen in der Zeit vom 1. bis 6. September, Vormittaas von 9 bis 12 Uhr, bei der Landes- Heil- und Pflegeanstalt Gießen offen; die Angebotsformulare können gegen Erstattung der Selbstkosten von dort bezogen werden. Erösfnungster- min der Angebote ist der 12. September, vormittags 10 Uhr. Man beachte die Ausschreibung im heutigen Anzeigenteil. ** Kurzschriftbeherrschung, eine Forderung unserer Zeit! Seitdem sich die NSDAP, entschieden auf die Seite des stenographischen Fortschritts gestellt hat, der bereits mit der Schaffung der Einheitskurzschrift begonnen wurde, wird in Zukunft die Beherrschung der Kurzschrift für jeden Deutschen zur zwingenden Notwendigkeit. Unter der nationalsozialistischen Regierung hat die Kurzschrift endlich die ihr gebührende Stellung als Lehrfach erhalten und ist als pflichtmäßiger Unterrichtsgegenstand in allen bähe- ren Schulen, Handels- und Berufsschulen emge- führt worden. Alle Beamten ohne Unterschied des Alters und der Stellung müssen die Einheitskurzschrift kennen und anwenden. So wird die Stenographie in der kommenden Zeit eine wahre Volks- schrift werden, die jeder genau so kennen muß wie die Langschrift. Die Kurzschrift bis zur wirklichen Beherrschung zu erlernen, ist daher das Gebot der Stunde. In der Pestalozzischule, Wernerwall 18, eröffnet die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Steno- araphenbundes am Montag, dem 4. September, 19 Uhr, wieder einen Anfängerlehrgang. Die weitere Ausbildung erfolgt in acht Kursen, von denen jeder den Anschluß an den vorhergehenden darstellt, so daß für jeden die Möglichkeit besteht, die Stenographie bis zur höchsten Vollendung zu erlernen. Näheres ist aus der 'heutigen Anzeige zu ersehen. ** I n seiner Wohnung zu Tode gestürzt. Ein tragischer Unglllcksfall ereignete sich nachts im Hause Doeringstraße 12, sog. Platten- Hausen, in dem der Schuhmacher Georg Schuhl wohnte. Der bedauernswerte Mann wollte für kurze Zeit das Zimmer verlassen und stürzte beim Betreten der Treppe so unglücklich hinab, daß er einen doppelten Schädelbruch daoontrug, an dem er leider verstarb. ** Photowettbewerb der „ Heimatvereinigung Echisfenberg". Am Mittwochabend trat das Preisgericht für den Photowettbewerb der „Heimatvereinigung Schiffenberg" im Hotel Köhler zusammen, um aus den eingereichten Aufnahmen die drei schönsten Bilder her- auszusuchen. Es lagen 32 Ausnahmen vor, außerdem drei weitere außer Wettbewerb. Die Arbeit der Kommission gestaltete sich dadurch besonders schwierig, daß durchweg gute Aufnahmen zum Wettbewerb zur Verfügung gestellt wurden. Den ersten Preis erhielt Otto Reils, Marburger Straße 21 (Rr. 14), den zweiten Pfarrer Steiner, Hausen (Bilder der Heimat), der 3. Preis fiel auf Rr. 11. Dem Einsender, der versehentlich keine Adresse angegeben hat, wird empfohlen, dies nachträglich zu tun, damit Bekanntgabe und Aushändigung des Preises erfolgen kann. Auch bei den übrigen Aufnahmen waren recht schöne Motive, so daß das Preisgericht bedauerte, nicht mehr Preise zur Verfügung zu haben. 11m allen Freunden des Schiffenbergs Gelegenheit zur Besichtigung der zum Photowettbewerb eingereichten Aufnahmen zu geben, findet am Sonntag, 3. September, von 15 bis 19 Uhr auf dem Schiffenberg eine Ausstellung der Aufnahmen statt. ♦* Schachwerbeabend des Schach- klubs Gießen 18 5 8. Es ist wohl allen bekannt, daß das Schachspiel das edelste Spiel unter den Brettspielen ist. Richt allein die Forderung an den Geist, ein scharfes Denken aufzubringen, ist es, die es adelt, sondern vielmehr die vielseitige Möglichkeit, die es dem Spieler gibt, seinen Angriffsmut und seine geschickte Verteidigung zu zeigen. Aus dem Ganzen heraus wird es zum Spiel der auswärts- und vorwärtsstrebenden Ration, zum Rationalspiel der Deutschen. Alle Schachvereinigungen sammeln sich in Deutschland in dem Großdeutschen Schachbund unter dem Protektorat des Herrn Reichsministers für Dolksaufklärmrg und Propaganda, Dr. Goebbels. Auch der Gießener Schachklub, als einer der ältesten Deutsch- lands, will sich an dieser nationalen und sozialen Jittmon rege beteiligen und bittet alle Arbeiter ^Sttrn oder Faust, auch alle Schachfreundinnen, Ei"b^ 8U 'polten. Es gilt zu zeigen, daß eine - in nationalsozialistischem Sinne auch m Sch ach-Vereinigungen möglich ist. Es findet des- ™ Switafl, 1. September. 20.15 Ilhr, im Gewerkschastshaus. Schanzenstraße 18. im ersten Stock em Werbeabend für das Schachspiel statt der sich wöchenllich Freitags wiederholt. Um jedermann Gelegenheit zu geben, das Schachspiel zu erlernen, wird niemand gezwungen sein, etwas zu verzehren. Auf die heutige Anzeige sei hin- gewiesen. ** Eine billige Sonderfahrt mit der Reichsbahn geht vom 9. bis 17.September nach B er ch t e s g a d e n - K ö n i g s e e. Aus der Rückfahrt ist ein Tag Aufenthalt in München. Gelegenheit zum Besuch des Deutschen Museums. Für den sehr mäßigen Preis von 75,10 Mark wird geboten: Hin- und Rückfahrt mit Schnellzugsgeschwindigkeit in mo- dernen Eilzugwagen, Aufenthalt in guten Pensionen (Hotels 4,90 Mark Aufschlag) mit voller Verpflegung für sieben Tage in Berch- tesgaden, eine Uebcrnachtung mit Frühstück in sehr guten Hotels in München, besondere Veranstaltungen und Ausflüge laut Programm. Prospekte und Anmeldung im MER- Reisebüro, den größeren Reisebüros und bei den Fahrkartenausgaben. Man beachte die heutige Anzeige. Oderheffen. Oer Mörder eines Hitlerjungen in Butzbach hingerichtet. vuhbach, 26. Aug. (WTL.-Funkspruch.) Der Mörder de» hitlerjungen Peter Groehmann, Ludwig Buedjner aus Lindenfels, wurde heute um 5.30 Ahr im hiesigen Slaalsgefängnis mit dem Fallbeil hingerichtet. Friedberger Herbftmarkt 1933. Der bekannte Friedberger Herbstmarkt wird in diesem Jahre in der Zeit vom 7. bis 12. Oktober abgehalten. Mit diesem Markt werden in Verbindung mit einer Messe große landwirtschaftliche und gewerbliche Ausstellungen verknüpft werden. Als Ausstellungsräume stehen das „Haus des Handwerks" und die „Augustinerschule", als Messegelände die Anlagen vor letzterer und ein Teil des „Schühenrains" zur Verfügung. Am Sonntag, 8. Oktober, und Montag, 9. Oktober, finden unter Mitwirkung der 1. (Höfischen) Dallon-Arttllerie-Regiments Rr. 5, Fulda, und der 4. (Maschinengewehr)-Kompanie Infanterie- Regiments Rr. 15, Gießen, große Fahr- und Reitturniere auf der Seewiese statt. Rähe- res wird noch bekanntgegeben werden. Der Friedberger Herbstpferde- markt wird am Dienstag, 10. Oktober, abgehalten. Für die Pferdeprämiierrung stehen außer hohen Darpreisen wertvolle Gegenstandspreise als Zugaben zur Verfügung. Anmeldungen zur Pferdeprämiierung können bis zum Tag des Marktes vorgenommen werden. Auf die Anzeige in unserer Ausgabe wird verwiesen. Im Verlauf des Friedberger Herbstmarktes sind noch eine ganze Reihe weiterer Veranstaltungen vorgesehen, über deren Einzelheiten noch berichtet werden wird (Marktspiel, Freilichtaufführungen in der Burg usw.). Cs darf schon jetzt gesagt werden, daß der Friedberger Herbstmarkt an jedem Markttag eine Reihe hochstehender Veranstaltungen bietet, so daß jeder Marktbesucher von den ihm in der Kreisstadt Friedberg gezeigten Darbietungen vollauf befriedigt sein wird. Bullenversteigerung in Nidda. Die Hessische Bauernkammer veranstaltet am Montag, 4, September, gelegentlich des Prämierungsmarktes in Ridda eine Versteigerung von Fleckvieh-Bullen, deren Mütter unter Leistungskontrolle stehen und die auf Körperform vorbesichtigt sind. Zur Versteigerung, die mit Rücksicht auf das Prämiierungsgeschäft und die Dockversteigerung des Kreisziegenzuchtvereins Büdingen erst um 11 Uhr beginnen kann, sind 12 Dullen zugelassen. Landkreis Gießen. X Wieseck, 25. Aug. Aus dem Lindenplah/ Ecke Möserstraße stieß heute mittag ein Autofahrer aus Heskem mit einem hiesigen Fuhrwerk zusammen. Die Deichsel des Fuhrwerkes zerstörte die Windschutzscheibe des Personenwagens, doch wurden Personen nicht verletzt. Die von dem Autofahrer herbeigerufene Polizei stellte fest, daß er ohne FührerscAin und mit einer vor kurzer Zeit abgelaufenen Steuerkarte fuhr, was für ihn noch ein gerichtliches Rachspiel haben dürfte. + Grünberg, 25. Aug. Dieser Tage fand im Saale der Wirtschaft Deltrop eine große Kundgebung der RSDAP. und RSDO. Grünberg statt. In eindrucksvollen Ausführungen sprach der RSDO.-Deaufiragle, Pg. Bartholomäus (Gießen), über „Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit und wir wollen Helsen!" 2üe sehr zahlreich erschienenen Zuhörer spendeten dem Redner reichen Beifall. Die Versammlung, die von Propagandaleiter Apotheker Harder geleitet wurde, klang mit dem Horst- Wessel-Liede aus. * Grünberg, 26. Aug. Die Bürgermei- st er ei Grünberg kann die erfreuliche Mitteilung machen, daß es gelungen ist, allen ortsansässigen Wohlfahrtserwerbslosen Arbeit zu verschaffen. Es brauchen also zur Zeit keinerlei Unterstützungen an Wohlfahrts- erwerbslose gezahlt zu werden. < Hungen, 25. Aug. Das etwa zwei Jahre alte Söhnchen des Arbeiters Rudolf Gerhardt von hier fiel heute nachmittag beim Spielen in den Mühlbach. Da weder die Mutter, die in unmittelbarer Rähe im Garten arbeitete, noch sonst jemand den Vorfall bemerkte, wurde das Kind von der Strömung fort- getragen. Erst in der Rühe der Badeanstalt konnte es von dem dortigen Badewärter geborgen werden. Trotzdem sofort ärztliche Hilfe zur Stelle Oeuischlandmndflug 1933. Oblt. Geidemann Erster in Berlin. Staatssekretär Milch vom Reichsluftfahrtministerium, der die Vertretung von Reichsminister Göring übernommen hatte, gibt das Startzeichen. — Links: General von Hammer st ein, Chef der Heeresleitung. ' ■■ M, M J Start zur zweiten Etappe. Heute früh starteten die Deutschlandflieger zu ihrer zweiten Flugetappe im Flughafen Tempelhof. Auf dem Rollfeld hatten sich wieder zahlreiche Ehrengäste eingefunden, unter ihnen der Präsident des Deutschen Lüftsportverband s v o n Hoeppner. Die Wettermeldungen von der Strecke lauteten recht günstig, nur von Bremen wurde noch Bodennebel angesagt. Die 103 Flieger wurden in Gruppen zu je 4 gestartet. Als erste wurden die Teilnehmer der Klasse C auf ihre 1345 Kilometer lange Flugstrecke geschickt, die sie m den Rordwrsten bis nach Wyk Föhr und Westen bis nach Düsseldorf und Münster wieder zurück nach Berlin führt. In der ersten Reihe startete am äußersten linken Flügel der Rekordflieger Oberleutnant Seide mann auf seiner roten Heinkel „HE 64". Punkt 6 Ilhr senkte sich die Startflagge und die ersten Maschinen entschwanden ohne zu kurven in westlicher Richtung. Racheinander wurden dann in Abständen von 2 bis 4 Minuten die weiteren Teilnehmer der schweren Klasse und die Maschinen der Klasse B und A auf die 1061 bzw. 864 Kilometer lange Flugstrecke geschickt. Sportflieger poß und Begleiter tot. Auf der zweiten Tagesstrecke des Deutschlandfluges verunglückten am Samstag früh der bekannte deutsche Sportflieger Reinhold Poß, der Deutschland wiederholt bei internationalen Flugwettbewerben mit hervorragenden Erfolgen vertrat, sowie sein Begleiter Paul Meirich über Wilöberg bei Neustadt an der Doffe tödlich. Der Absturz erfolgte dadurch, daß Poß in einer niedrigen Höhe flog und mit seiner linken Tragfläche einen Kirchturm berührte. Man nimmt an, daß Poß so niedrig flog, um die in der geringen Höhe günstigen Windverhältnisse auszunützen. Die Besatzung war sofort tot. Herbfl-Regatta des Vereins Rudersport. Unter der Lhrenschirmberrschaft des Ministerpräsidenten Professor Dr. Werner. Die Herbstregatta des Lahn°Regattaverbandes, die am morgigen Sonntag durch den Verein Rudersport 1913 Gießen veranstaltet wird und sorgfälttg vorbereitet wurde, findet unter der Chrenschirmherrschaft des hessischen Ministerpräsidenten Pros. Dr. Werner statt. Der Herr Ministerpräsident will seine Verbundenheit mit dem Gießener Rudersport dadurch zum Ausdruck bringen, daß er auch morgen voraussichtlich anwesend sein wird. Die 'Regatta läßt guten Sport erwarten, beim bekannte und geschätzte Vereine haben ihre Mannschaften gemeldet. Die Regatta dürfte einen schönen Abschluß für die diesjährige Rudersaison, die sür die Gießener Rudervereine wieder recht befriedigend war, darstellen. Der veranstaltende Verein wird, um den Zuschauern die Regatta recht anregend zu gestalten, 10-Minuten-Starts durchführen, so daß sich die Rennen in rascher Folge abwickeln werden. Die notwendigen Dorrennen werden bereits am Vormittag gefahren. Die Regatta beginnt um 14.45 Uhr. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. Handball der Sp.-Vg. 1900. Dor dem Spiel der Liga wird am morgigem Sonntag ein Handballspiel ausgetragen. Kirchgöns, ursprünglich als Gegner der 1. Handballelf der Spielvereinigung vorgesehen, hatte leider abgesagt. Cs werden zur Zeit noch Verhandlungen um einen Spielabschluß mit anderen Vereinen gepflegt. Unter Umständen trägt die 1. Handball- mannschast gegen die zweite ein Spiel aus, das interessant zu werden verspricht. war, konnte man das bedauernswerte Kind nicht mehr ins Leben zurückrufen. Streik Schotten. i. Gedern, 25. Aug. Zwei hiesige Einwohner in guten wirtschaftlichen Verhältnissen mieten dieser Tage ohne jede Berechtigung auf der Wiese eines kleinen Bauern das Gras ab, um es dann mit einem rnitgcbrachten Schubkarren noch Haufe zu fahren. Bei diesem Felddieb stahl wurden die Täter erwischt, sie konnten flüchten, wurden jedoch erkannt und angezeigt. Entsprechend einem früheren Gemeinderatsbeschluß wurden sie unter Vorantragung eines Schildes mit entsprechender Aufschrift von SA.-Männern durch die Straßen unserer Stadt geführt, während durch die Ortsschelle die Einwohner auf die beiden Leute aufmerksam gemacht wurden. Kirchliche Jiacbncbten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 27. August. 11. Sonntag nach Trinitatis. Stadttirche. 8 Uhr: Pfarrafsiftent Dörsam; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Mal- thäusgemeinde; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Johannes- kirche. 8: Pfr. Bcchtolsheimer; zugleich Christenlehre ür die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Äinderkirche für die Iohannesgemeinde; Pfarrer Ausseid; 20: Bibel- besprechung im Iohannessaal; Psarrafsistent Dör- lam. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30 Uhr: Psarrafsistent Dörsam; 11: Kinderkirche für die Luther- gemeinde; Pfarrassistent Dörsam. — Petruskapelle. 9.45: Pfarrassistent Surfer; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfarrafsiftent Surfer. — IDieferf. 9.30: Hauptgottesdienst. — Allen-Suserf. 9: Kollekte. — Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst (Posaunen- chor); 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 13: Missionsfest (Posaunenchor und Kirchengesangverein, Kollekte). — AIbach. 8.30. — Steinbach. 9. — Klein- Linden. 9: Gottesdienst. — Heuchelheim. 7: Auf dem Sportplatz Gottesdienst aus Anlaß des 13. Frauenturnens des Bezirkes Hessen der Deutschen Turner- schäft. — Kirchberg. 11: Christenlehre für die Konfirmierten, weibliche Jugend; 13.30: Mainzlar. — Hausen-Garbenleich. 10.30: Hausen; 13: Garbenteich. — wahenborn-Steinberg. 10.15: Hauptgottcsdienst, zugleich feierliche Eröffnung des Konfirmandenunter, richtes (Kollekte). Katholische Gemeinden. Samstag, 26. August. Gießen. 16.30 und 19: Beichte. Sonntag, 27. August. Gießen. 4.30 Uhr: Messe; 6.30: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hoch- amt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. Oeffentllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. ' Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte .- Dr. Malech, Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. med. dent. Fischer. Apotheke: Hirschapotheke. Wetter vr> raussage. D»r hohe Druck hak sich weiter verstärkt, so daß sein Einfluß erhalten bleibt. Es ist daher weiterhin mit meist heiterem, sommerlich-warmem und trotte» nem Wetter zu rechnen. D o r h e r s a g e s ü r Sonntag: Morgens etwas dunstig, tagsüber heiter, warm und trocken. Lufttemperaturen am 25. August: mittags 19,5 Grad Celsius, abends 13,4 Grad; am 26. August: morgens 10,4 Grad. Maximum 19,5 Grad, Minimum 9,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. August: abends 19,6 Grad; am 26. August: mor- gens 14,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8% Stunden. — die Qualitäts-Zahnpaste — Zur Herstellung der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodont-Zahnpaste werden nur die anerkannt besten Rohstoffe verarbeitet. Chlorodont, morgens und vor allem abends benutzt: macht die Zähne blendend weiß und erhält sie gesund ist sparsam im Verbrauch und daher preiswert. 533 *D Gott dem Herrn hat es gefallen, unseren lieben Vater, Schwiegervater und Großvater Herrn Christian Viehl Veteran von 1870—71 im Alter von 86 Jahren durch einen sanften Tod zu sich zu nehmen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Viehl Lollar, Wetzlar, Mainzlar, den 25. August 1933. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 27. August, nachmittags 4 x/i Uhr statt. Vermietungen Herrschaftliche 7-Zimmer-Wohn., Moltkestr. 18 p, per 1. Oktober z. verm. Näheres A. Becker, Kevlerstrahe 9. Tel. 3804. 5210V Näh.Bahnh.u.Klin. 7-3imm.-®oliii. m. Fremdenz., zwei Mans., Bad, Balk., Veranda z.l.Okt. z. oerm. Schr. 2(rtg. u. 04984 an d. G. A. Herrschaft!, geraum. ?'ZiM.-wl>hlI. mit Bad, Balkon, Etagenheizung, FrankrurterStr.34, zum 1. Okt. evtl, früher zu verm. 4513D näh. A. 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Der preis für die 32 Vorstellungen einschließlich der Gastspiele beträgt mit Steuer: Ranglogen 2—6 und 13—17 RM. I. Rang, Reihe 1—2 95,— Ranglogen 7—8, 11—12 und Proszeniumslogen 90,— Ranglogen mit 5 Plätzen 300,— Ranglogen mit 4 Plätzen 200,— Proszeniumslogen mit 5 Plätzen 300,— Sperrsitz, Reihe 1—9, I Rang, Reihe 3—4 80,— Sperrsitz, Reihe 10—13, Logenrückplätze, I. Rang, Reihe 5—6 65,— Sperrsitz, Reihe 14—18, II. Rang Vorderplatz, Mitte 50,— II. Rang, Reihe 2—3 36,— II. Rang, Reihe 4—5 und vordere Seitenreihe 27,— Ueberschreitet die Abonnentenzahl 1000, so wird der Abonnementspreis um 5 0. $)., bei Erreichung von 1200 Abonnenten um 10 v. j). gesenkt. Weiter erhalten die Abonnenten nachstehende Vergünstigungen: ■ Jeder Abonnent erhält: 1. 1 Gutscheinblock, enthaltend 10 Vorzugsgutscheine: 10 v. h. Ermäßigung für alle Platzarten zu allen Abonnementsvorstellungen. 2. Preisermäßigung und Vorbestellrecht bei Gastspielen. 3. Keine Umtauschgebühr bei Verlegung einer Abonnementsvorstellung. Bei Nichtbenutzung der Abonnementskarten können, wie seither, Gutscheine gegen eine Gebühr gelöst - de' Die Ausgabe und Bezahlung der Abonnementskarten erfolgt in 8 Ratend Die erste Ratenzahlung verpflichtet zur restlosen Abnahme des bestellten Abonnements. Anmeldungen zum Abonnement sind bis spätestens 10. September 1933 nur schriftlich beim Stadttheater unter Angabe des Abonnementstages und der Platzart einzureichen. Die letztjährigen Abonnenten haben Anspruch auf Beibehaltung ihrer Plätze an ihrem Abonnementstag, wenn sie die Be- tellung bis zum 1. September 1933 bewirkt haben. Gießen, den 24. August 1933. Bürgermeisterei. Q. 21.: Bartholomäus. CITROVIN DAS bekömmliche Säuremittel FÜR SPEISE- UND EIN MACHEZWECKE In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. -vir Citrovin-Fabrik G. m. b. H., Frankfurt a. M. Lehrling für Bäckerei f.sofort gesucht in der Nähe von Gießen. Schr. Angeb. u. 5330V an den Gieß. Anzeiger. Ae!t., kinderl. 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Brot usw., 4. an sonstigen Verzehrungsgegenständen (Del, Essig, Zucker, Reis, Erbsen, Linsen, Bohnen, Margarine, Marmelade usw.), 5. Reinigungsmaterialien (Seifenflocken usw.), 6. Tabakwaren (Tabak usw.) soll im Wege des öffentlichen Anerbietens für die Zeit vom 1. Oktober 1933 bis 31. März 1934 zur Lieferung vergeben werden. Die in Anlage A des Erlasses der Hessischen Ministerien vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betreffend, enthaltenen Bedingungen für die Berner- bung um Arbeiten und Lieferungen sowie die hiesigen Lieferungsbedingungen liegen vom 1. bis 6. September 1933, vormittags von 9 bis 12 Ahr, bei uns offen. Die Angebotsformulare können gegen Erstattung der Selbstkosten von uns bezogen werden. Angebote find verschlossen und versehen mit der Aufschrift „Angebot zu der am 26. August 1933 ausgeschriebenen Lieferung" bis zum Eröffnungsterminr Dienstag, den 12. September 1933 vormittags 10 Uhr hierher einzureichen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. Die einzureichenden Warenmuster müssen getrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufschrift: „Muster zum Ausschreiben vom 26. August 1933" versehen sein. 5306D Gießen, den 26. August 1933. Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen. Wellblechhalle 9x5 m und schwere Kabelwinde, beides in sehr gutem Zustand zu verkaufen. Heuchelheim, 05003 Horst-Wessel-Str. 9 Vorhalle einer Scheuer im Alten Feld auf Abbruch sof. zu verkaufen. Angebote an W.Schmidt, Löber- straße 11II. [04983 1 Liter- Oiiel-Limousine Mod.l933,steuerfr., ganz kurz gef., um- ständeh. sof. z. verk. Sehr. Ang.u. 5338V a. d. Gieß.Anzeiger 4/20 Hanomag Kabriol.-Limousin., 4-Sitzer, in gut.Zustand, preiswert ali- zugeben. Schriftl. Anfrag. unt. 04967 an den Gieß. Anz. 1,2 Liter ßpel-Goöriolet Mod. 33, preiswert zu verkaufen. Schr. Angebote u. 5340D an den Gieß. Anz. BMW.-Limousine Modell 1931, hervorragend erhalten, 15000 km gelaufen, preiswert abzugeb. Schriftl. Ang. unt. 5339Va.d.Gß.Anz. Spar-oHd Vorscbulvereinl-G. Grofeen-Linden Die Aktionäre unserer Gesellschaft werden hierdurch zu der am 9. September 1933, 18 Uhr, im Saale des Philipp Schaum zu Großen-Linden stattfindenden ordentlichen Generalversammlung eingeladen. 5320V Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 1932, Vorlage der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung für 1932. 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und über die Verteilung des Reingewinns. 3. Entlastung von Vorstand und Auf- sichtsrat. 4. Wahl der Bilanzprüfer. 5. Beschlußfassung über die Aufwertung. Zur Teilnahme an der Generalversammlung sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die ihre Aktien ohne Gewinnanteil- und Erneuerungsscheine bis spätestens am 4. September 1933 in Großen-Linden bei der Gesellschaftskasse oder bei einem deutschen Notar hinterlegen. 9m Falle der Hinterlegung bei einem Notar ist die Bescheinigung des Notars in Urschrift oder in Abschrift spätestens einen Tag nach Ablauf der Hinterlegungsfrist bei der Gesellschaft einzureichen. Die Hinterlegung gilt auch bann als ordnungsmäßig erfolgt, wenn eine Bank Aktien mit Zustimmung der Gesellschaftskasse für sie bis zur Beendigung der Generalver- ammlung im Sperrdepot genommen hat. Großen-Linden, den 21. August 1933. Der Vorstand. Fiat 4/20 gut ‘erhalten, sowie ein Dreirad-Lieferwagen günstig zu verkaufen. 5335V Anzusehen bei Karl Velke Autoreparatur Frankfurter Str. 69. 4 Sitzer orsgv Kleinauto „Dixi“ billig abzugeben. Wolf Straße 31. Motorrad-Verkau! I 1 BMW R. 32, 500 ccm, m. Beiwagen 375 Mk.,' 1 DKW, 300 ccm, m. Zündl. 200 Mk.,- 1 DKW, 200 ccm, m. Dyna- mobel. 170 Mk.,-ein DKW, 152 ccm, m. Dreig.-Getr.100M. 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Die ganze Mandatsformel war ein Kompromiß zwischen dem Verlangen der Alliierten, die deutschen Kolonien einfach zu annektieren und dem vorher gegebenen Versprechen Wilsons, die Kolonialfragen gewissenhaft und unparteiisch imInteresse aller Beteiligten zu regeln. Pen Vorwand zur Fortnahme unseres Kolonialbesitzes bildete bekanntlich die Unwahrheit, wir hätten uns durch Mißhandlung der Eingeborenen unwürdig gezeigt, ihr Wohlergehen auch weiterhin anvertraut zu bekommen; daher würden Nationen mit kolonisatorisch so „reinen" Händen wie Engländer, Franzosen, Belgier, Australier, Südafrikaner, Japaner sich an unserer Stelle den Mandatsbevölkerungen widmen. Nach der Entstehung des Mandatsbegriffs und der Formulierung des Vorwandes, unter dem er geschaffen wurde, sind also offenbar in erster Linie afrikanische Eingeborenenvölker damit gemeint. Die deutschen Kolonien waren aber zum Teil auch Siedlungskolonien, in denen sich eine wachsende Zahl weißer Ansiedler niedergelassen hatte. Ganz besonders galt das für Südwestafrika. Hier existierten, abgesehen von dem noch gar nicht in Verwaltung genommenen Ovamba-Land, überhaupt nur noch Trümmer von eingeborenen Stämmen. Die Hottentotten, wenige tausend Köpfe, waren im Aussterben, die H e r e r o s hatten ihr Stammland verloren und niemand, die Engländer am wenigsten, dachten daran, ihnen ihre Stammesorganisa- tion wiederzugeben, die sogenannten Derg- d a m7a ras oder Klippkaffern hatten nie einen geschlossenen Stamm gebildet, die B a st a r d s von Rehoboth waren ein kleiner Splitter und die B u s ch l e u t e der Kalahari, unzähmbare Primitive, tarnen überhaupt nicht in Frage. Es war klar, daß Südwestafrika, wie der größte Teil der Kapkolonie und der ganze Oranjefreistaat einfach dazu bestiinmt war, „weißen Mannes San d" zu werden. Die Eingeborenen blieben unentbehrlich als wirtschaftliche Hilfskräfte und ihre humane und gerechte Behandlung war selbstverständlich, aber die Mandatstheorie für Südwestafrika auf ihr „Wohlergehen" und ihre „Entwicklung" aufbauen zu wollen, wäre Tlnsinn gewesen. Daraus folgt: Wer Südwestafrika trotzdem als ein Mandatsland ansehen und behandeln will, muß a l s „M andatsvolk" in erster Linie die hier wohnenden Weißen betrachten. Damit ist natürlich für jedes logische Verständnis der Mandatsbegriff innerlich aufgehoben, aber wer kümmerte sich in Versailles um Verstand, Ehrlichkeit und Logik? General Jan S m u t s, der schlaue Südafrikaner, sägte einige Jahre nach der Lleber- gabe Südwcstafrikas als Mandat an die Südafrikanische Union ganz offen zu den hiesigen Deutschen: „Bildet euch keine Torheiten ein. Mandat i st A n n e x i o nl" Alles, was die südwestafrikanischen Deutschen bisher für die Wahrung ihrer nationalen Rechte und Interessen getan haben, muß unter dem Gesichtspunkt verstanden werden, daß es, ausgesprochen oder unausgesprochen, eine Verteidigung gegen diesen schlechthin rechtswidrigen Sah war, daß „Mandat" nur ein anderer Name für „Annexion" sei. Mandat ist Mandat und ist nicht Annexion. Für ein Mandatsgebiet ist die das Mandat ausübende Macht dem Völkerbund Rechenschaft schuldig, und die deutsche Bevölkerung Südwestafrikas wird, solange sie unter dem Mandat lebt, nie davon abgehen, diesen Standpunkt zu vertreten und zu verlangen, daß auch ihr „Wohlergehen" und ihre „Entwicklung" eine „heilige Aufgabe" der Mandatsmacht ist. Hier in Windhuk ist eben eine bewegte Sitzung des Landcsrats zu Ende gegangen, in dem die deutschen Abgeordneten zwar eine Minderheit bilden, aber eine so starke, daß die afrikanischen" Mitglieder nicht die Zweidrittelmehrheit besitzen, die zu Verfassungsänderungen notwendig ist. Die afrikanische Mehrheit im Landesrat ist nicht natürlich, sondern durch forcierte Zuwanderung aus der Änion und durch den Antransport der söge- nannten Angola-Buren, ein völlig mißglücktes Unternehmen, künstlich hergestellt. Das zugewanderte afrikanische Element in Südwest wünschte verstärkte Selb st Verwaltung. Für die Deutschen hätte das unter Umständen die Auslieferung an die Südafrikaner bedeutet. Sie verlangten daher als eine gewisse Garantie dagegen erstens die Anerkennung des Deutschen als der dritten amtlichen Landessprache, neben Englisch und Afrikaans, 2. die automatische Einbürgerung (an ihr hängt das Wahlrecht zum Landcsrat) aller jetzt im Lande befindlichen Deutschen, drittens die Herabsetzung der Sperrfrist für die Erlangung des Mandatsbürgerrechls für neueinwandernde Deutsche von fünf Jahren aus zwei Jahre. Einwanderer aus der Südafrikanischen Union erhalten es schon nach einem Jahr. Hierüber erfolgte eine Verständigung zwischen Deutschen und Afrikanern, und sie wurde im Frühjahr 1932 in Kapstadt auf Grund eingehender Verhandlungen mit dem Premierminister General H e r h o g durch ein von allen Beteiligten anerkanntes und unterschriebenes „Memorandum" bekräftigt. Dazu sei noch bemerkt, daß einige Jahre Nach der Uebergabe des Mandats für Südwest- Afrika an die Union den damals im Lande verbliebenen Deutschen durch ein besonderes Abkommen neben dem ihnen verbleibenden deutschen Staatsbürgcrrecht auch das Mandatsbürgerrecht von^üdwestafrika zugcsprochen worden war. Von afrikanischer Seite wird nur dieses als praktisch in Betracht kommend angesehen. Bald nach der Unterschrift unter das Kap- städter Memorandum kam es zu einer gewissen Verminderung des afrikanischen Clements in Südwest durch Abwanderung von früheren Zuzüglern aus der Union, die sich wirtschaftlich nicht mehr halten konnten, und durch den Abbau des übermäßig aufgeblähten Veamtenapparates, um dadurch einige Ersparnis zu machen. Run wurden die Afrikaner in Südwest von der Sorge gepackt, ihre künstliche Mehrheit könne bei zukünftigen Wahlen in Frage gestellt werden. Sie haben daher die Umwandlung Deutschlands in den neuen nationalen Staat und die natürliche Anteilnahme, die das südwester Deutschtum daran nahm, als einen Vorwand benutzt, um die Deutschen der Illoyalität zu bezichtigen, die vorjährigen Kapstädter Abmachungen zu brechen und die den Deutschen zugesagten Rechte jetzt nachträglich zu verweigern. Hierüber erhob sich der Konflikt in der eben zu Ende gegangenen Landesratstagung. Die Deutschen haben durch ihren scharfen und einmütigen Protest vorläufig wenigstens soviel erreicht, daß eine von den Südafrikanern eingebrachte, gegen das Deutschtum als solches gerichtete Knebelungsordonnanz ihre gefährlichsten Schärfen verloren hat, und daß sie in ihrer stark abgeschwächten Form noch erst dem englischen Generalgouverneur der Union in Kapstadt vorgelegt werden muß. SvIahre Niederwalb-Oenkmal. Eine historische Aufnahme: Die feierliche Einweihung des Denkmals in Gegenwart Kaiser Wilhelms I. am 28. September 1883. Unter dem Baldachin des Kaiserzeltes am Ufer des Rheins sieht man Kaiser Wilhelm und den Kronprinzen Friedrich im Kreise der deutschen Bundesfürsten. ISBOrft# 8i iiii «r*i Das Katalanische Dreieck. CReifeeinbrücfe. Von Arpad Gorger. Tarascon, im August 1933. Für gewöhnlich wird behauptet, der Europäer hätte kein Einfühlungsvermögen in die Psyche von Völkern, die in anderen Erdteilen wohnten. Das hat zum großen Teil seine Richtigkeit, wenn auch die fortschreitende Technik, die den Erdball in dieser Hinsicht ständig verkleinert, vor allem durch den Film dafür Sorge zu tragen hat, daß die Kenntnis vom Leben, von den Sitten und Gebräuchen selbst der fernsten und entlegensten Striche dieses Planeten fast schon Gemeingut der großen Masse geworden ist. Auf der anderen Seite aber wissen oft die Bewohner irgendeines europäischen Landes nur herzlich wenig von dem, was jenseits ihrer Grenzen, beim Nachbarvolk, vor sich geht. Nicht zuletzt ist das in bezug auf Deutschland und Frankreich der Fall. Daß die Franzosen den Deutschen nicht verstehen wollen und oft auch tatsächlich aus Unkenntnis nicht verstehen, das hat sich erst jetzt wieder in diesen Monaten der nationalen Erhebung des deutschen Volkes deutlich gezeigt. Aber kennen wir denn Frankreich? Wir kennen Paris, und wir haben wohl auch einmal von dem Alphonse Daudets, „Tartarin de Tarascon“, gehört, jener inhaltlich und formal so wohlgelungenen Studie und Charakterisierung des Bewohners der französischen Provinz. Biel ist das jedoch nicht, und man muß schon die guten Leutchen an Ort und Stelle aufsuchen, um ihr Fühlen und Denken zu ergründen. Bor allem sei da mit einem ganz großen Irrtum aufgeräumt: Tarascon ist kein langweiliges „Provinznest", sondern es liegt malerisch, entzückend, in den Borbergen der Pyrenäen, biejid) dahinter in der Ferne bis zu Tausenden von Metern, bis zum ewigen Schnee emporrecken. Und langweilig ist das Städtchen auch nichts seine Bewohner sind von sprühendem Temperament, die Frauen liegen vor der Göttin Mode aus den Knie«, und bisweilen ist man pariserischer als in Paris. Aber eins fällt gleich zu Anfang auf: Man ist nicht mehr ganz unter Franzosen. Man ist, wenn man so will, gar nicht einmal in Frankreich, sondern in — Katalonien. Wenn die Menschen französisch sprechen, so rollen sie das R wie der Spanier oder der Italiener. Aber sie sprechen zumeist gar nicht die Sprache Racines, und auf dem Lande hört man fast ausschließlich dieselbe Mundart, die man in Barcelona oder in Andorra gebraucht. Ein politisches Kapitel von großer Tragweite tut sich vor dem Beschauer auf, ein Kapitel, das auch im Buche der Geschichte seinen gebührenden Platz einnimmt und vielleicht noch mehr in der Zukunft einnehmen wird. Frankreich hat seine Grenzen bis über die Pyrenäen vorgeschoben und damit ebenso wie in der Bretagne, m Savoyen und an der Riviera fremde Bevölkerungen in sich ausgenommen, von denen die Welt nichts wüßte, würde nicht hier und da eine Demonstration die Oessentlichkeit überraschen, die sich doch gemeinhin jagt, daß Frank- reich geradezu das Ideal eines volltommenen, in sich abgeschlossenen Staates bildet. Die katalanische Frage ist nun, um nur ein Beispiel zu erwähnen, vielleicht ausschlaggebend für die Unterstützung der spanischen Revolution in Frankreich gewesen. Man mußte Jid) in Paris sagen, daß ein national eingestelltes Spanien über die Katalanen unbedingt nach Süd-Frankreich nach und nach vorstoßen müßte, zumindestens kulturell, ivobei leicht die Gefahr einer Jrrebenta entstehen könnte. Durch die Revolution sollte nun eine Zentralisie- rung in Spanien stattfinden, die für die Pyre- näische Halbinsel das katalanische Problem durch Verschwinden des katalanischen Elements als solches „löste". Nun sieht allerdings Frankreich, daß es auf das falsche Pferd gesetzt hat. Durch die spanische Revolution ist das katalanische Element stärker denn je geworden, ja sogar eine separatistische Bewegung ist im Entstehen begriffen, und der Ruf: Los von Madrid! vermischt fid) mit dem anderen Ruf: Hinein in das katalanische Frankreich! Der Franzose wendet nun hiergegen ein bestimmtes Mittel an: Er unterstreicht die Schicksalsgemeinschaft burd) angebliche außenpolitische Gefahren, unb so finbet man in ben Bergen, an ben herrlichsten Stätten ber Natur, politische Hetzvlakate — gegen D e u t s ch l a n b. Und die Wirkung? Die Wirkung bleibt nicht aus. Sie bewegt sich aber in etwas anderen Bahnen als man dies in Paris so gerne haben möchte: Der Katalane bekommt eine fürchterliche Angst vor Deutschland unb ist überzeugt, baß bieses braus und dran ist, Frankreich zu überfallen. Dazu kommen bann bic Schauermärchen, bie Greuelpropa- ganba, bie bas, was in den Jahren nach dem Weltkriege wieder eingerenkt worden ist, rettungslos zerbricht. Diese katalanische Bevölkerung ist von Natur aus die friedlichste der Welt, und das Temperament dieser Menschen begnügt sich mit privaten oder, wenn es hoch kommt, mit innerpolitischen Entladungen. Ein Unterschied aber diesseits unb jenseits ber französisch-spanischen Grenze: Jenseits ber Pyrenäen, in Barcelona vor allem, herrscht bas syndikalistische Element vor, bas bie sozialen Leibenschasten aufpeitscht unb marxi- stische Propaganba treibt. Daher das ewig un- ruhige Barcelona, während das Land selbst in völliger Ruhe daliegt und ein gemeinsames Band alle Menschen verbindet von Toulouse bis Tarragona. Eine dritte Besonderheit darf nicht unerwähnt bleiben bei einer Betrachtung des katalanischen Problems. Es gibt noch einen Staat auf dieser Welt, der eine rein katalanische Bevölkerung hat, ein Zwerggebilde von Staat, das übrigens vor kurzem erst die Welt burd) verschobene Vorgänge überraschte, unter anderem sogar durch eine „Revolution", die allerdings in Wirklichkeit nichts anderes gewesen ist als eine erfolgreiche aber Harm- lose Demonstration für die Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts. Dieser Staat, mitten in den Pyrenäen zwischen Spanien und Frankreich gelegen, das ist die Bauernrepu- blik Andorra, bie Karl der Große einst gegründet und die sich ihre Freiheit erhalten hat bis aus den heutigen Tag. Hier teilen sich ein spanischer Bischof und der Präsident der französischen Repu- blik, der in dieser Beziehung noch von den französischen Monarchen den Fürstentitel „ererbte" in eine Art von Oberhoheit, bie sich barin erschöpft, daß im Lande französische und spanische Schulen angeboten und eingerichtet werden. Die Gebirgsleute nehmen alles, was man ihnen bietet und was für sie von Vorteil ist, bleiben aber unverändert das, was sie von jeher waren: Katalanen. Beweis dafür, ein Beweis von vielen, bie Tatsache, baß bie erwähnte „Revolution" von Barcelona aus vorbereitet worben ist, daß bie Demonstrationen burd) Provokateure ermöglicht würben, bie man aus ben spanischen Norb-Ost-Provinzen nach Anborra importiert. Verfehlt wäre es, anzunehmen, bie An> borraner spielten in einer pan-katalanischen Bewe- gung irgenb eine Rolle. Das Gegenteil ist ber Fall. Sie wollen ihre Selbstänbigkeit haben, unabhängig bavon, ob Satalanien zerrissen bleibt, aufgeteilt zwischen Spanien unb Frankreich, ober ob es zusammengeschweißt wirb zu einem einheitlichen Ganzen, zu einem katalanischen Staat. Betrachtet man bieses Dreieck, also Süb-West- Frankreich, Norb-Ost-Spanien unb Anborra, wobei ber Begriff Süd-West-Frankreich in bezug auf bie an ber atlantischen Küste wohnenben Basken korrigiert werben muß, bie mit ben Katalanen nicht bas geringste gemein haben, so kommt man zu ber Heber,jeugung, baß hier burchaus bie Sorbebingun- gen bafür geschaffen sinb, baß hier eines Tages Minberheiten erstarken, von beren Kräften sich Europa, Frankreich vor allem, nichts träumen lassen. 5334 A 5307D hättlich. Verpackung MaoA lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll aarwuchsmittel von Hofapoth. 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Run- mehr, ohne Zeichen, gehen wir auf der Straße nach Lauter, von der wir überraschend schön« Fernblicke genießen, später durch das rei^nde Brunnental hinauf zum hochgelegenen Grünberg, das ebenfalls viel Interessantes in seinen Mauern birgt. Wanderzeit 5 Stunden. Caldern—Rimberg—Dagoberlshaufen—Marburg. Aeußerst lohnend wegen der prächtigen Fernsicht ist ein Besuch des östlich von Marburg gelegenen Rimbergs, der in Form und Höhe unserem benachbarten Diinsberg gleicht und der am besten von Caldern aus zu besteigen ist. Don der Station Caldern führen uns rote Striche, die uns auf der ganzen Strecke begleiten, durch das malerisch gelegene Dorf in den Wold. In bequemen Windungen steigen wir in die Höhe und erreichen in etwa 45 Minuten den Gipfel des Berges, den ein hölzerner Turm krönt. Die Aussicht von diesem in die Ferne, auf die umliegenden Berge, auf Täler, friedliche Dörfer und das schöne Lahn- tal ist entzückend. Die Zeichen führen uns nun abwärts durch Dagobertshausen, einen kleinen Weiler von vier Gehöften, auf die Caldener Straße, die wir bei der „Blauen Pfütze" wieder verlassen, um den Landweg nach Marbach einzuschlagen. Rach einiger Zeit erreichen wir bei dem Kurhaus das als Sommerfrische bekannte, reizvoll gelegene Marbach. Durch das enge Marbach- tälchen gelangen wir in der Ketzerbach nach unserem Erdziel, der alten Musenstadt Marburg. Wanderzeit knapp 4 Stunden. Besuch im Nahetal. Äon Dr. Heinz Stephan. Mit allen übrigen Nebentälern des Rheins kann sich die Nahe getrost an Schönheit und Romantik messen. Schon vom Strom aus verlockt der Anblick der Nahemündung zu einem Besuch dieses mit Burgen und Weinhängen geschmückten Talschnittes. Sehenswert an der Mündung die alte Rhein- und Weinstadt Dingen, das eigentliche Tor des Nahetales, eine Stadt, erfüllt von echt rheinischem Leben, mit zahlreichen geschichtlichen Erinnerungen. Am anderen Naheufer Bingerbrück überragt von der Elisenhöhe, ein anmutiger Ort mit der nahen Burg Rhein- stein, die herrliche Ausblicke ins Dheintal bietet. Der elfte bedeutende Ort, dem wir bei der Wanderung flußaufwärts begegnen, ist Stromberg an einem kleinen Seitenschnitt der Nahe gelegen, ein typischer Hunsrückort, Geburtsstätte des „Deutschen Michel", infolge seines großartigen Waldreichtums und seiner beschaulichen Ruhe für Erholung besonders geeignet Weltberühmt Bad Kreuznach, die internationale Badestadt mit Kureinrichtungen, die ihresgleichen suchen. Ein Glanz stück der Stadt ist der Kurpark mit Kurhaus und Radium-Inhala- torium. Wertvolle Funde birgt das Heimatmuseum, darunter prachtvolle Fußbvdenarbeiten in römischem Mosaik. Nicht minder bekannt Bad Münster am Stein, dessen Kurerfolge sich denen der Nachbarstadt Kreuznach würdig anreihen. Bad Münster am Stein ist der Ausgangspunkt zahlreicher reizvoller Wanderungen ins Alsenz- tal zur Ebemburg mit Denkmal für Franz von Sickingen und Hutten. Weiter gelangt man zu den Trümmern der weitläufigen Qlltenbaumburg. Rechts von der Alsenz liegen der Lemberg mit prächtiger Aussicht und die Ruine Montfort, aus der Talsohle grüßt das altersgraue Pfalzstädtchen Obermoschel. Lohnend ist der Aufstieg zu dem gewaltigen Bergmassiv des Donnersberges, der als höchster Berg der Pfalz einen einzigartigen Rundblick gestattet. Gerade die kleineren Seitenschnitte des Rahetales bieten erhebende Eindrücke landschaftlicher Schönheit. So begegnen wir im mittleren Glantal in Meisenheim einem mittelalterlichen Stadtbild von eigenartigem Reiz. Man darf nicht vergeffen das alteSchloh zu besuchen und dieSchloß- kirche mit berühmten Denksteinen. Wieder am immer idyllischer werdenden Flußbett der Rahe liegt Sobernheim, eine altertümliche Stadt, die künstlerisch vollendete Bauwerke beherbergt. Eingebettet in schroff emporsteigende Bergwände, überragt von der alten Schlohruine Kyrburg, wird Kirn mit Recht als die schönstgelegene Stadt an der Rahe bezeichnet. Die eindrucksvolle Umgebung lockt zu lohnenden Ausflügen durchs Hahnenbachtal nach Burg Callenfels, die malerisch auf schroffen Felsenklippen steht, und weiter zum Schloß Wartenstein. Bon hier aus führt der Weg bergauf zu Schloß Dhaun. Hinter Kirn, das selb t schon bedeutende Mela- phyrsteinbrüche aufweist, beginnt die bekannte Achatindustrie des Rahetales. Weltruf als Sih traditioneller Edelstein- und Halbedelsteinschlei» fereien haben Ober ft ein und Idar, die aber auch schon allein wegen ihrer herrlichen Lage zu den Perlen des Fluhtales zählen. Unter den alten Schloßruinen der Stadt Oberstein steht die berühmte Felsenkirche. Die Schwesterstadt Idar bietet in ihrer Gewerbehalle einen anschaulichen Ueberblick über den Reichtum des Landes an Edelsteinen in vorbildlich auf gemach ter und reichhaltiger Ausstellung. Bon beiden Städten aus ist das Hochland des Hunsrücks in wenigen Stunden erreichbar. Hier erheben sich, dicht aneinandergedrängt, die höchsten Berge des Hunsrücks. Den großartigsten Rundblick genießt der Wanderer vom Erbeskopf aus. Weit über die Berge der Pfalz, ja bis zum Odenwald, reicht der Blick von diesem höchsten Gipfel des Hunsrücks. Im Südwesten taucht das Saarland, im Rorden die Kette der Eifelberge auf und in nächster Rähe, um den Berg her, hebt sich ein Bild in mannigfaltigen Formen und Flächen. Weiter flußauf, wo die Landschaft immer eigenwilliger wird und dem Fluß oft nur durch Felsschroffen den Lauf zum Rhein gestattet, zeigt Birkenfeld, die Hauptstadt des kleinen zu Oldenburg gehörigen Ländchens, sein gemütliches Häuserbild. Die kleine Residenz bietet neben dem imposanten Schloß manche baulichen Sehenswürdigkeiten. Roch weiter auswärts,' wo der Fluß zum kleinen hellen Gebirgsbach wird, liegt, um fein altes Schloß geschart, Rohselden-Türlismühle, ein Erholungsort von bestechenden Vorzügen der nahen und weiten Umgebung. r Spaziergang durch Nürnberg. Zn der Stadt der Meistersinger. Am 2. und 3. September findet in Nürnberg der erste Reichsparteitag der NSDAP, im neuen Reich statt. Ehrwürdige, hochgiebelige Häuser säumen den Straßenzug ein, auf dem ich emporstrebe und der zuletzt in einen kleinen Platz übergeht, in den einige Gäßchen einmünden. Windschief steht ein alter dreistöckiger Fachwerkban, der Gasthof „Zum Maulbeerbaum" da. Geradeaus und zur linken Hand erhebt sich auf steilem Hügel die alte „Kaiserburg von Nürnberg". Durch schmale, nur von eigenartig ausgewachsenen Sandsteinfelsen unterbrochene Anlagen, führen eine Straße und ein Fußpfad noch höher hinan zur Burg selbst. Bevor man durch den hohen gewölbten Torbogen eintritt, lädt ein breiter Altan mit einer Anzahl Bänke zum Verweilen ein. Ich aber rücke an die alte verwitterte Steinbrüstung vor und blicke herab auf Nürnberg. Scharf zeichnen sich die charakteristischen Türme der Sebalduskirche, der Lorenzer- und Jakobskirche ab, links daneben taucht der zarte Turm der Frauenkirche auf. Weiter drüben das Gebäude des Hauptbahnhofs und das neue Stadttheater. Unter mir aber ein Gewirr von Straßenzügen und Gäßchen, uralten Häusern und Häuschen mit roten, braunen und grauen Dächern und angerußten Schornsteinen — das typische Antlitz Alt- Nürnbergs. Und nun geht's zwischen zinnenbewehrten Mauern durch Torbogen, vorbei an der „Häsenburg" und dem gegenüberliegenden „Sinnwellturm", in den Vorhof der Burg, die im 12. Jahrhundert von Barbarossa erbaut und zur Residenz erhoben wurde, vorbei auch am „Tiefen Brunnen" in den verträumten Burghof mit seiner alten Linde, von der eigentlich nur noch ein Stumpf vorhanden ist. An der Ostseite der Burg erhebt sich der halbverwitterte „Heidenturm", während etwas außerhalb von ihr der fünfeckige Turm seine mächtigen Formen emporschiebt. Trotz der alles eher denn einheitlichen Schöpfung, da ja eine Reihe von Jahrhunderten an der Gestaltung der Kaiserburg gearbeitet haben, ist dennoch eine wunderbar künstlerische Einheit erzielt, die den Beschauer sofort gefangennimmt. So diente die Burggräfliche Feste, der alte Teil der Burg, teils als „Vorhut", teils auch als eigentlich Residenz. Die von Hans Bchaim 1494 erbaute „Kaiserstallung" war ein Kornhaus, das noch heute mit seinem mächtigen roten Dach und den sechsfachen Reihen von Luken imposant wirkt. Auf einer gegen Norden zu liegenden Mauerbrüstung wird der Abdruck zweier Pferdehufe gezeigt,' die daran anknüpfende Sage erzählt vom kühnen Raubritter Eckelein, der, als er auf der Burg gehängt werden sollte, mit seinem Pferde in kühnem Sprunge den an dieser Stelle vorbeiführenden Stadtgraben übersetzte und sich dermaßen vor dem Henkerstode rettete. Die Nürnberger müssen sich aber seit dieser Zeit sagen lassen: „sie hängen keinen, sie hätten ibn denn zuvor!" Noch werfe ich einen Blick auf das Festner- tor, besehe wieder die „Eiserne Jungfrau", die Folterkammer mit ihren unheimlichen Werkzeugen der Inquisition, und treffe auf zwei, drei hohe hölzerne Tore, die in ihrer ganzen Länge den schwarzen Doppeladler auf gelbem Grunde zeigen, Wappentiere vergangener deutscher Kaiserpracht. Nun hinab von der Burg auf anderem Pfade. Gilt es doch, Albrecht Dürer, Nürnbergs größtem Sohne, einen Besuch zu machen. In der Winklerstraße verkündet eine Tafel an einem bescheidenen alten Haus, daß hier im Hinterhause, am 21. Mai 1471, Albrecht Dürer als Sohn eines aus Ungarn eingewanderten Goldschmiedes zur Welt kam. Es gibt übrigens ein zweites, fast unbekanntes „Dürerhaus", heute Burgstraße 27, in dem Nürnbergs größter Meister seine Kindheit verlebte und seine ersten Zeichnungen schuf. Erst als er schon berühmt war durch viele Arbeiten im Auslande, ersteht er (1509) das allen Besuchern Nürnbergs so bekannte „Albrecht- Dürer-Haus" in der ehemaligen Zisselgasse, jetzt Albrecht-Dürer-Straße. Mit scheuem Tritt steigt man bis zum Erker in den zweiten Stock, in dem Dürer zu malen pflegte. Mit liebevollem Kunstsinn sind allenthalben im Hause Skizzen, Zeichnungen und Bilder des Meisters an den Wänden aufgehängt und die einzelnen Zimmer in ihrer alten Einrichtung so belassen, als ob keine Jahrhunderte zwischen dem Einst und Jetzt lägen. Nun über den Weinmarkt, vorüber an der Sebalduskirche mit dem berühmten Sebaldus- grabe, zum schönsten Platz Nürnbergs, dem „Adolf-Hitler-Platz", der von Sehenswürdigkeiten geradezu überfüllt ist. Seine Umrahmung durch alte, schmalbrüstige Pätrizierhäu- ser, die edle Frauenkirche mit ihrem prächtigen Portal, der reich ausgestatteten Vorhalle, der daraus gesetzten Michaelskapelle und dem figürlichen und architektonischen Schmuck, die berühmte Kunstuhr mit dem „Männleinlaufen", der zierliche Schöne Brunnen mit kunstvollem schmiedeeisernem Gitter, das „Gänsemännchen" von Pankraz Labenwolf, einem Schüler Peter Vischers, all dies gestaltet den Platz zu dem vielleicht schönsten Bilde einer deutschen Stadt. Es gibt in Nürnberg eine derartige Fülle des Sehenswerten, daß man bei auch nur oberflächlichstem Betrachten gut ein paar Tage daraus verwenden muß. Da wären vor allem das alte Rathaus mit den alten Brunnen in den drei Jnnenhösen, die wohlerhaltenen Häuser ehemaliger berühmter Nürnberger Söhne, das „Hans-Sachs-Hans", das „Gro- land-Haus", das „Pellerhaus", das „Topler- haus", das „Nassauer-, Palm-, Pilatus- und Pirckheimer Haus" und das Geburtshaus des Kosmographen und Seefahrers Martin Betz a i m. Nach einem kurzen Besuche im „Bratwurst- glöckle" geht es auf dem malerischen „Henkersteg" über die Pegnitz, in deren Fluten sich die alten hochgiebeligen Fachwerkbauten früherer Jahrhunderte spiegeln, zur Lorenzkirche, der größten, schönsten und bedeutendsten Nürnbergs (1439 bis 1477). Die wunderbaren Glasmalereien, der Hauptaltar, der „Englische Gruß" von Veit Stotz, der Hängeleuchter Peter Vischers, das berühmte „Sakramentshäuschen" Adam Krafts, die prächtigen Gobelins, Kirchenstühle und sonstige Schnitzwerke und Skulpturen fesseln den Besucher im höchsten Maße. Ergriffen von der Fülle der Schönheiten dieser unvergleichlichen Stadt, stimmt man in des Meistersingers Hans Sachs Lobspruch ein, der mit den Worten schließt: „Aus daß sein Lob grün’, blüh' und wachs', das wünscht von Nürnberg Hans Sachs". R. Taten für Sonntag, 27. August. 1576: der italienische Maler Tizian in Venedig gestorben (geboren 1477); — 1770: der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel in Stuttgart geboren (gestorben 1831); — 1928: Unterzeichnung des Kriegsächtungspaktes. Nie Arbeitsbeschaffung im Regierungsbezirk Wiesbaden. WSN. F r a n k fu r t a. M., 24. Ang. In Durchführung des Reichsgesetzes zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 wurden der Provinz Hessen-Nassau von der Reichsregierung durch die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten (Oeffa) zur Arbeitsbeschaffung 12 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Hiervon entfallen auf den Regierungsbezirk Wiesbaden 7,5 Millionen. Davon werden von der preußischen Staatsverwaltung zur Arbeitsbeschaffung innerhalb ihres stattlichen Arbeitsgebietes 600 000 Mark für eigene Zwecke verwendet. Der Kreis Wetzlar hat Tiefbau - und Flußregulierungsarbeiten in Höhe von 200 000 Mk., die Stadt Wetzlar solche in gleicher Höhe und außerdem 150 000 Mk. für Ge- bäudeinstandsetzungsarbeiten angemeldet. Im Ober tau nu s kreis sollen für 225 000 Mk. Arbeiten zur Herstellung und Aende- rung von Gas- und Wasserleitungen geschaffen werden. In Oberursel soll eine Teilkanalisierung mit Kläranlage und Melioration von Gru- bengelande ausgeführt werden. Objekt 200 000 Mk. Der Bezirksverband Wiesbaden beabsichtigt, zur Vergrößerung seiner Wafserkraft- anlage am Rehbach oberhalb Driedorf bei Herborn im Westerwald eine Talsperre mit einem Fassungsvermögenvonl Million Kubikmeter Wasserinhalt zu bauen. Von den auf rund 600 000 Mk. veranschlagten Gesamtkosten entfällt der weitaus überwiegende Teil (etwa 450 000 Mk.) auf Erdarbeiten mit 80 000 Erwerbslvsentage- werken, so daß 400 Erwerbslose auf 40 Wochen Arbeit und Verdienst erhalten können. Außerdem beabsichtigt der Dezirksverband für 100 000 Mk. Instandsetzungen an Gebäuden vorzunehmen. Im D i l l k r e i s sind Instand- setzungsarbeiten von verschiedenen Gebäuden in Höhe von etwa 100 000 Mark vorgesehen. Im Main-Taunuskreis sollet für 50 000 Mark Gebäudeinstandsetzungsarbeiten zur Ausführung kommen. Für die Instandsetzung von Kirchen usw. sind 40 000 Mark für evangelische und 78 000 Mark für katholische vorgesehen. Für die Ergänzung und Instandsetzung der öffentlichen städtischen Gebäude in Idstein sind 60 000 Mark zur Verfügung gestellt usw. Zur Durchführung und Aeberwachung der Ar- beitsbeschafsungsmaßnahmen und zur Förderung der öffentlichen und privaten Arbeitsbeschaffung ist vom Reichsarbeitsministerium ein Ausschuß unter dem Vorsitz des Treuhänders der Arbeit, Präsident der Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet, Dr. Q uer in Frankfurt a. M. gebildet worden. Der Ausschuß tritt ein für eine gleichmäßigeLlnter- verteilung der Arbeitsmahnahmen innerhalb des Rhein-Main-Gebietes und hat die Aufgabe, die besonders förderungswürdigen Projekte feftzustellen und dafür besorgt zu fein, daß möglichst viele Firmen bei der Zuteilung der Aufträge berücksichtigt werden. Strafkammer Gießen. Ein Kaufmann aus Frankfurt stand in einer Berufungsverhandlung wegen eines Jagdvergehens vor Gericht. Er soll während einer auf seinem gepachteten Jagdgebiet abgehaltenen Treibjagd einen Hasen geschossen haben, der noch etwa 30 Meter weit auf das Jagdgebiet seines Nachbarn zu laufen vermochte. Der Hund des Jägers folgte dem Hasen, würgte ihn und brachte ihn zurück; allerdings nicht bis auf das Gebiet des Jägers, der den Hasen schoß. Wie vier Zeugen unter Eid aussagen, soll der Jagdpächter das Tier selbst geholt haben, was ein Jagdvergehen im Sinne des § 292 des Jagdgesetzes darstellt. Der Staatsanwalt sah, obwohl der Angeklagte jede Schuld bestritt und für feine Unschuld auch Zeugen beizubringen bereit war, den Tatbestand des Jagdvergehens als erfüllt an und beantragte die kostenpflichtige Verwerfung der Berufung des Angeklagten. Dieser beantragte entweder Freispruch, oder aber Vertagung zum Zwecke einer weiteren Zeugenvernehmung. Das Gericht schloß sich dem Antrag des Staatsanwalts an und verwarf die Berufung. Ein junger Mann aus Villmar an der Lahn, der sich in Friedberg für einige Tage während seiner dortigen Tätigkeit ein Zimmer gemietet hatte und es nicht bezahlte, mar wegen Betruges angeklagt. Er wurde freigesprochen, da ihm ein Betrug bzw. eine Betrugsabsicht nicht nachzuweisen war. Als strafmildernd wurde berücksichtigt, daß er in Notlage gehandelt hatte. Höhenluüifurort Berhstein Angenehmer Aufenthalt für Sommergäste und Familien. Nähe Wald. Badegelegenheit, altbekannt gute Küche. Metzgerei and Gastwirtschaft Lodwig Statt. Niedern am Rhein hei iw PensionWirth. 3.25, 3.50, 3.80 Mk. 4Mahlzeiten. KeineNebenkost.Herrliche Lage direkt am Rhein. — Rheinterrasse. Langhecke Stat. Aumenau Lahnbahn. 4O*d Inmitten riesiger Tannenhochwälder gelegen, bedeutete dieser Taunusort schon jener wahre Erholung u. herrL Ferientage Pension Deutsches HausJäU Besucht die Perle des (Males Homberg, Ohm, Oberhessen Gute u. reichliche Verpflegung - Auto- Garagen — Große Terrassen — Angel- u. Badegelegenheit — Eigener Park Kegelbahn — Zimmer m. fließend. 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Sie hatte sich von der Köchin ein gutes und reichliches Frühstück Herrichten lassen, wozu sie gegen ihre Gewohnheit ein kleines Glas Portwein getrunken. Kaum war sie fertig mit dem Essen, als das Stubenmädchen ihr Lilo meldete, die ihr schon von der Schwelle aus entgegenrief: „Denke dir, Magussi, was ich in der Stadt erfahren, als ich zufällig am Theater vorbeikam —" „Du hattest mir wohl wieder nachspüren wollen?" mußte Magussi unwillkürlich denken, und hatte so ziemlich das Richtige damit erraten. Denn am Tage der Uraufführung mußte nach Lilos sicherer An. nähme Magussi doch in der Nähe des Theaters zu finden fein! Und sicher war sie sehr verwundert gewesen, wider Erwarten die Freundin zu Hause angetroffen zu haben! „— als ich am Theater vorbeikam, standen einige Musiker und Sänger in großer Aufregung an der Künstlerpforte, Na, du weißt ja — dreist und flottes- fürchtig wie ich bin, blieb ich stehen, um zu erfahren, was los war — ich hörte wie: ,ein Skandal', .unerhört' — »was wird werden?' —.Schließlich muß er doch bei der Grellberg um gut Wetter bitten' — ,das tut er nicht! Lieber verschiebt er die 2tuffü- rung! Die Grellberg ist ja unmöglich in der Rolle', — das sagte Körner, der Bassist, der den Oberpriester singt, — eigentlich hat sie ihm einen Gefallen damit getan, ihm die Rolle vor die Füße zu werfen", sprudelte Lilo heraus; die Worte überstürzten sich förmlich in ihrem Munde. Magussis Herz tat schwere, unregelmäßige Schläge, *— war es nun so weit, wie sie und Halling gehofft? „Verzeih, Lilo, ich verstehe aber von dem, was du mir da erzählst, kein Wort!" „Ich habe einfach einen Musiker gefragt, was los fei, und der sagte mir, Asta Grellberg sei durch fortgesetztes Tadeln und verbessern des Kapellmeisters so in Aufregung geraten, daß sie ihm erklärt habe, sie finge heute abend auf keinen Fall; er möge sich nach Ersatz umsehen. Man habe sie von allen Seiten beschworen, doch die Vorstellung nicht unmöglich zu machen. Aber sie sei keinem vernünftigen Zuspruch zugänglich gewesen. „Gut, so werde ich mich nach einem Ersatz umsehen!" habe der Kapellmeister gesagt. Die Grellberg habe dann tatsächlich die Probe verlassen und sich auch nicht vom Direktor zurück- halken lassen. Der lyrische Tenor, Waller Uhlmann, der den Leander singt, ist ihr in die Wohnung nach, gefahren. Die Vorstellung muß doch gerettet werden. jUtem Gott, was wird das für eine Enttäuschung heute abend geben. Ich war so neugierig. Alles wäre un Theater gewesen. Ich wollte mein neues Gesellschaftskleid Anziehen. Sagte ich dir schon, daß ich mir eins habe bei Horner arbeiten lassen? Nein? Dann hatte ich es vergessen — sehr hübsch ist es, fliederfarben mit Silberspitze überzogen. Ob ich meinen Platz zurückgebe? Wer weiß, welche Ersatz- oper man spielen wird. Ich will mal Baron Langen anrufen, was er meint. Er geht mit. Dich sieht man ja auf jeden Fall — wenn du nur Musik hören kannst!" Lilo hatte keine Zeit, sich noch länger aufzuhalten. Die Hauptsache hatte sie ja erfahren, daß Magussi zu Hause war. Ob der Bries gewirkt hatte? Wer weiß, ob Eduard nicht ein Machtwort gesprochen. Die Freundin hatte ihr einen ziemlich stillen, verstimmten Eindruck gemacht. Ohne Scheu und Scham über ihre hinterlistige Handlungsweise war sie Magussi entgegengetreten. Was die junge Frau sonst doch etwas erregt hätte, übersah sie heute: Lilos Unverfrorenheit, sie zu be- suchen, — alles ging unter in dem Gefühl der Er- Wartung; jeden Augenblick mußte ja Die Entscheidung fallen. Sie wurde am Telephon gewünscht. Wer es war, wußte sie vorher. „Gnädige Frau, ist Ihnen mein Besuch in einer äußerst dringenden Angelegenheit willkommen?" jederzeit, Herr Halling!" Eine leise Erregung schwang in ihrer Stimme. Nicht zehn Minuten, und er stand vor ihr, ihr beide Hände küssend. „Wissen Sie —?" „Soeben hat mich eine Freundin verlassen, die am Theater das Neueste gehört und es mir erzählte — Asta Grellberg wolle nicht fingen! Der Herr Kapellmeister möge sich nach Ersatz für sie umsehen —" Er nickte und lächelte ein unergründliches Lächeln. „Ich bin im Begriff, ihn mir zu holen! Mein Wagen wartet unten. Sie sind doch bereit, gnädige Frau?" Statt der Antwort fang sie ihm entgegen: „So wär's getan! Geschmückt der Tempel!" Es waren die ersten Worte ihrer Rolle. Er drückte ihre Hand. „Ach, Kind, wenn ich Ihre Stimme höre! — Haben Sie Mut und Vertrauen zu sich?" Bei dieser Frage schloß sie die Augen und stand wie nach innen lauschend da. Ja, sie hatte Mut, — aber das Geheimnis vor dem Gatten, — mit einem Male drückte es sie zentnerschwer. Hätte sie sich Eduard doch anvertraut! „Nein!" schnitt Bruno Halling nachdrücklich ihre geäußerten Bedenken ab, „es ist besser so! Es hätte unliebsame, aufregende Erörterungen gegeben, die Ihnen die innere Kraft und Sammlung genommen hätten. So kurz vor dem Ziel meidet man Umwege. Hinterher wird der Gatte sich doch freuen und sich gern mff her TalsachS ävfinden, daß die Gattin durch einen Abend eine berühmte Künstlerin geworden ist." „Wenn es so wäre! — Doch ich glaube es nicht!" Trübe schüttelte sie den Kopf, — „meines 'Mannes und meines Vaters Ansichten sind nicht zu beeinflussen, darum bin ich froh, daß beide aus geschäftlichen Gründen abwesend sind." „Diesem Zufall kann man dann ja dankbar sein! — fertig, meine gnädige Frau? Wir haben nicht viel Zeit! Das Orchester wartet. Natürlich ist alles in höchster Spannung! Eine Reklame, die auch dazu gehört, habe ich für heute abend, wie ich sie mir nicht besser wünschen kann —“ „—aber nicht nötig hatten, Kapellmeister!" Magussi zog über das einfache, ganz schlicht gearbeitete dunkelblaue Seidenkleid ihren Sealmantel und bestieg wenige Minuten später mit Bruno Halling den wartenden Kraftwagen. „Eine Bitte habe ich: Lassen Sie uns erst bei der Fürstin Waldenau vorfahren, — ich habe ihr anoertraut, daß ich Ihre Hero für alle Fälle studiert habe." Die Fürstin war zu Haufe. Als Magussi im (Empfangsraum in tiefer Der- neigung sich vor ihr verbeugte, wußte die Dame nach einem Blick in ihr erregtes Gesicht sofort Bescheid. „Kind?" „Ja, Durchlaucht! Ich muß für Asta Grellberg, die sich weigert, zu singen, einspringen! Bruno Halling hat mich geholt, er wartet auf mich. Doch ich wollte mir erlauben, Durchlaucht von dem Stand der Dinge zu unterrichten." „Sie fühlen wirklich die Kraft in sich, die Sängerin zu vertreten?" „Unbedingt, Durchlaucht! Ich bin der Rolle so sicher, daß ich sie im Schlaf fingen kann. Das Publikum wird mich nicht stören, weil ich es völlig aus meinen Gedanken ausschalten kann." Die Fürstin überlegte einen Augenblick. „Man wird mir sicher erlauben, der Probe mit beizuwohnen. Ich mochte es — Ihretwegen! Denn ich habe Sie kleine, törichte Frau so in mein Herz geschlossen, daß ich heute in Ihrer Nähe sein will —" In mütterlicher Güte streichelte die Fürstin die Wangen der jungen Frau, die sich tief über ihre Hand neigte — „ich bin Durchlaucht unendlich dankbar!" Da die Fürstin unnützes Aufsehen vermeiden wollte, wenn ihr Kraftwagen vor dem Stadttheater hielt, fuhr sie gleich mit Magussi und dem Kapellmeister. Sie war sehr gespannt auf den Verlauf der Dinge, und diese Angelegenheit interessierte sie, wie selten etwas in ihrem an Ereignissen nicht armen Leben. Inzwischen hatten die Künstler in größter (Erregung auf ihren Kapellmeister gewartet. Was würde er tun? Der lyrische Tenor Uhlmann hatte berichtet, die Grellberg sänge nur unter der Bedingung, daß der Kapellmeister sie vo • dem versammelten Künstler- perforntT auf her BkHne Um Verzeihung bitten würde! Und nun erwog man die Frage, ob der herrische Bruno Halling sich öa^u entschließen konnte! Die meisten waren nicht der Ansicht, — lieber würd« er, wenn auch schweren Herzens, die Oper absetzen, als sich vor der Grellberg demütigen! Und nun war er da! Eine den Künstlern ganz fremde Dame trat mit ihm auf die Bühne. Den sehr undeutlich gesprochenen Namen verstand man bei der Vorstellung nicht. Die Dame habe die Rolle für Dresden studiert, erläuterte er kurz, und sie habe nun die Güte, hier einzuspringen. In der ihm eigenen, herrischen, bestimmten Art, mit der er jedoch eine hinreißende Liebenswürdigkeit verbinden konnte, bat er die Herren vom Orchester, nochmals mit der Probe zu beginnen. Die Fürstin verfolgte vom Hintergrund ihrer Loge aus mit gespanntem Interesse das Spiel auf der Bühne. Wie nüchtern doch alles wirkte — der leere Zusckauerraum, di« Künstler in Strahenkleidung, die sich feltiam genug vor dem griechischen Tempel in der sanften, südlichen Landschaft ausnahmen. Magussi begann ihre Arie, von vielen Augenpaaren neugierig angestarrt. Dann aber, als die ersten Töne klar in wundersamer Süße ihrem Munde entquollen, lauschte alles auf. — Sie bemerkte nichts — sie sah nur den Kapellmeister, und es gab nicht die leiseste Schwankung zwischen ihr und dem ihr doch so ungewohnten Orchester, — es war so, als habe sie schon viele Proben mitgemacht, und auch in ihrem Spiel war nichts Unsicheres, Tastendes, — sie wußte, wo und wie sie zu stehen und zu gehen hatte. Wie aus dem anfangs noch kindlichen, sinnenden Mädchen die stolze Priesterin wird, ganz durchdrungen von ihrem göttlichen, hohen Beruf! Und so wie sie vor Amors Bildsäule die Worte sang: „Der du die Liebe gibst, nimm all die meine, dich grüßend, nehm ich Abschied auch von dir —" so inorünstig und weltentrückt, aus tiefstem Eigenem gegeben, so konnte es keine andere fingen als diese holde, mädchenhafte 5raal „Ein Wunder — ein Wunder —", murmelte die Fürstin. Und: „Ein Wunder — ein Wunder —", flüsterten die Männer im Orchester sich zu. Wer war die Sängerin? Vorn Ansehen kannten sie manche — mit einemmal durchflog es die Reihen: die Tochter vom Kommerzienrat Bunte! Fabelhaft war es, was diese Frau konnte. Den Kapellmeister, der sonst immer so kühl und sicher, überkam eine gewisse Erregung — Magussi Weiser übertraf seine Erwartungen — wie seine Melodien überirdisch schön aus diesem Munde flangen! Köstlich die Liebesszene mit Leander, dem jungen, sehr begabten lyrischen Tenor Uhlmann. So keusch und innig und doch mit verhaltener Glut sang sie sie, wie die Grellberg es nie fertig gebracht — und zuletzt, die erschütternde Klage um den Geliebten, die alle aufs tiefste ergriff. — (Fortsetzung folgt.) Oberb.Musenm und Gailsche Sammlungen (Altes Schloß) Ausstellung: Der Stadtkirchenturm Federzeichnungen von Fritz Dunkel, (Heben «"»Uhr Mittwoch y23-y25 Uhr 5304 d Eintritt 25 Pf. — Vergünstigungen aufgehoben. Gießener Schachklub 1858 Freitag, den 1. September 1933, abends 8% Uhr Schachwerbeabend Im Gewerkschaftshaus, Schanzenstr. 18, I. 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September 1933, um 11 Uhr, eine MenbeMerunM Zur Versteigerung angenommen sind 12 Bullen des hessischen Fleckviehs. ..................................................................... Eanöioiile Entschuldungöver- falirenbearb.si8sD Herrn. Kirchner, AmNabrunasb^^i; Mercedes Kleinschreibmaschine nur 172.— RM. schon für monatl.RM.7.90 Franz Vogt & Co. Seltersweg 44 Ruf 2464 4612A gder Futterdämpfer W mit gesetzt, geschütztem Lernt Einheitskurzschrift! Wir eröffnen am Montag, 4. September, nm 19 Uhr, in der Pestalozzischule, Wernerwall 18, einen Anfänger-Lehrgang in der deutschen Einheitskurzschrift für Damen u. Herren unter Leitung eines staatl. gepr. Lehrers der Kurzschrift. Unterrichtsgeld RM. 8.—, Arbeitslose RM. 4.—. Weitere Ausbildungskurse beginnen: Montag, 4. Sept., 19 Uhr Redeschrift für Anfänger. ,, . „ , ,A TT, f Fortbildung mit Diktat. 60 Silben. Montag, 4. 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