l« « in J I "“«■feliS Sluimlu,™ *« M tz Lrhlnn -» .' Dmrf vnd Verlag: vrühl'sche UntverfltStr-vuch, mrö Stetaörnderei K Lange in Gießen. S^rfftiettnng und SeschSstrftelle: Zchnlitraße 7. “'N Ntr n Dresden die 1) / bereits Stellung einnahmcn. sind auf la i n 9 q b 6 r Mporf den Raü- aus Washington hin geradezu in ein Itichtbereitschast verfallen. Sie 'rklären, von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Sern|pred)anfd)lüfle onttr Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siebe». Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. dsturz hat die k und 6 030 000 1 inblungcn mit ' hliehlich eine ?: wonach die t des Derluftei ( Glichen 40 Prvx 6o. übernomr für Die iScir« - lust von 30501 •?> »i !! n> Ä LfJ'ner Ditt-a ^ >'"8 den K. ''teten ,,T°ldt» 'M 46.95 12.54 3,047 166.Ö 71.« 63,84 73.« 14- 0,928 3 397 58,94 22,15 16-60 81, 35,31 82.« 0,894 0.229 5,195 13,03 Ms 58,78 8'8 !!Z ti 71,7« 2'46 73,5« 81. 35,18 ihren Vertreter Hüll zuerst eine entgegenkommende und, wie es schien, zu wirklich greifbaren Abmachungen ' einen Anpfiff Extrem der 9i lizen. 8Qn - 3iüt, b°lichilIer.L O0 Zuschauern t Lrfchelni täglich, autzer Sonntags und Feiertags * Beilagen: Die Illustriert» Gießener Farnilienblätter Heimat im BUd Die Scholl» monatsBeiugsprcts: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Annahme von Anzetaen für die lagesnummer "bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20“, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.Ttzyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür denAn» zeigenteil t D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Heute wird mit dem Bau der ersten Autostraße begonnen. Oie Strecke Frankfurt - Mannheim in Angriff genommen. — Wie daö Auto- straßenneh vermutlich aussehen wird. cmartt. ini. Der 6ietafc imfraft des N das Geschäft ■ luch die mebrj hreszeit g* 11 in diesem 3a. Preise blieben ■ ie Preise: Deuts- ti 9,50. Klasse )ii 8, Klasse C 6,80, Dayen» 8 2. Gröhe >- z'l.Ib. Hvllä-> ,e A 8 bis W ne in- wü> ff in 6,50 biS? f ,W. ermarlt. Mi. Der W den letzten asspreife. faingen. ®« V* he und MZ is bei Hollah j um zirka 3 -Ä mhror üu 1 ?S -niNl °rsfÄ* Sn , an\ium H' Preise unterrichten. Die Preise sind nicht nur nicht gestiegen, sondern sie sind bei verschiedenen Dingen, so offenbar besonders bei Textilien, trotz der Entwertung des Pfundes, eher gefallen, wenn sie auch bei dem flüchtigen Vergleich immer noch über der deutschen Preishöhe zu liegen scheinen. Es sieht fast so aus, als ob eine etwas paradoxe Abwandlung eines deutschen Sprichwortes „CE ährung währt a m läng st en" recht behalten sollte, als ob das Vertrauen zum Pfund in der Innerwirtschaft Englands so stark ist, daß das ganze Volk mit einer beispiellosen Disziplin auch heute noch den gleichen Gegenwert für eine Rote der Bank von England zu geben gewillt ist, trotzdem in der Relation zum Gold die Abwertung von einem Viertel eingetreten ist. Auch die Arbeit wird nicht besser bezahlt, nicht die Lebensrnittel, nicht das Vergnügen. _England ist es also gelungen, den inneren Stand seiner Währung durchaus zu halten, und wenn von Amerika Mitteilungen über ein sprunghaftes Ansteigen der Preiskurve herüberdringen, so ist hier jedenfalls bis in die letz- ten Tage nicht einmal etwas von einem Anziehen der Preise zu verspüren. Ob das England gegenüber Amerika einen festeren Stand gibt, oder ob das die Position Englands im internationalen Währungswettlauf erschwert, das mögen die Fachleute entscheiden, aber das eine ist gewiß, von allen den gefährlichen Nebenerscheinungen und Auswirkungen einer Inflation, wie wir sie in Deutschland schaudernd erlebten, ist England zur Stunde noch völlig unberührt. Es ist so unberührt davon, daß die englischen Staatsmänner unbesorgt um die Stimmung der Bevölkerung in die Tiraden von der Notwendigkeit einer allgemeinen Preissteigerung auf der Weltwirtschaftskonserenz einstimmen können. Der englische Konsument läßt die hier ver- kündeten Theorien zu dem einen Ohr hinein- und zu dem anderen Ohr hinausgehen. Er hat noch nicht das Erlebnis der Praxis der Inflation und kann sich infolgedessen von dieser Praxis auch fei» nerlei Bild machen. Für ihn währt in der Tat die „Währung am längsten". ' mrichst mtz,, 70 unter Wna Ier aus bet gleit» 1 geflogen ljat. ü | M Kilometer 1© 72 Shinton. fuhr im (BriHn. des Tages R 5 d°r Masse h ilotorr ab-Strafe. gen hat, einen Derm ö gen Sverlu st von einem Viertel erlitt. Nein, selbst dieser Begriff gehört der Vergangen- heit an, daß etwas so sicher wie die Bank von England sei. Die Bank von England ist nicht mehr sicher, der Gott Merkur und die Unterhändler auf dcr Weltwirtschaftskonferenz mögen wissen oder auch nicht wissen, welchen Umfang noch der durch das ßeid)tormathen des Pfundes den sparsamen Leuten angetane Vermögensoerlust in der Zukunft anzunehmen vermag und annehmen wird, wenn der Entwertungswettlauf so weiter geht, wie es den Anschein hat. Der Dermögensverlust ist eingetreten. Darüber läßt sich nickt mehr diskutieren, das ist eine Tatsache. Nun aber ist etwas Eigentümliches und fast Unbegreifbares geschehen; unbegreifbar auch dann, wenn man mit dem ganzen Rüstzeug der modernen Finanzwirtschaft an diese Erscheinungen herangeht, und die langatmigsten Erklärungen gibt. Der Verlust ist da, aber trotzdem bekommt man überall in London für fein Pfund genau den Sachwert, der der aufgedruckten Zahl entspricht, d. h. in verständliches Deutsch übersetzt, daß die Preise in keiner Weise gestiegen sind. Oft der Platz, an dem die Bank von England liegt, der finanzielle Mittelpunkt der englischen Volkswirtschaft, so ist der „Piccadilly- Eircus" das geschäftliche Zentrum, von dem die Hauptgeschäftsstraßen ausstrahlen. Es gibt kaum etwas interessanteres und lehrreicheres als ein Gang durch die Geschäftsstraßen oder, vielleicht noch besser, ein Bummel in der großen Rotunde der Tlntergrundbahn, die unter dem Piccadillh-Eircus liegt. Diese Rotunde ist sozusagen der Zentralbahnhof der „Subway". Hier entwickelt sich in den Mittagsstunden eine regelrechte „Promenade", wie man sie aus kleineren deutschen Städten her kennt. Dabei ist das weibliche Element in beherrschender Lieberzahl. Es sind in der Hauptsache die Frauen, die aus den Vororten zum „Shopping", zum Einkauf, hereingekommen sind, und die sich nun erst einmal an den Schaufenstern, die die großen Geschäfte in dieser Rotunde eingerichtet haben, über die besonders die R h e i n st r a ß e n ausbauen und die bereits vorhandene Autostraße Köln — Bonn nach den zum Gesetz erhobenen Richtlinien über Koblenz bisMainz ausbauen und so eine Rothilfsverbindung zwischen den beiden Ost-Westverbindungen Herstellen. Die Autostraße Köln—Bonn ist zwar außerordentlich breit und weist guten Strahenbelag auf, hat aber keine Richtungsfahrdämme. Die neuen Straßen werden aber durch Fahrdämme aufgeteilt und der dazwischenliegende Rasenstreifen mit Buschwerk bepflanzt, um eine Blendung des Kraftfahrers durch entgegenkommende Autos zu verhindern. Don Saarbrücken würde über Mannheim— S t u 11 g a 11—il I m eine Reichsauto- bahn nach Augsburg führen und dort an die Straße Berli n—M ü n ch e n anschließen. In Mannheim würden sich die Reichsautobahn H a m b u r g—B asel bzw. K ö l n—M a n n - h e i m—B a f e I kreuzen. Ob eine Reichsautostratze nach dem Osten überKüstrinnach Schneidemühl gebaut wird, steht noch dahin, da auf dieser Strecke die vorhandenen Straßen bisher völlig ausreichen. Es handelt sich um r-in agrarische Gebiete, in denen der Kraft- verkeyr verhältnismätzig schwach ist. Eine der Hauptverkehrsstrahen ist die Strahe Rr. 5 Don Hamburg über Wittenberge, Reu - ruppi n—F rankfurt a. d. Ode r—® logau na chB reslau und B e u t h e n , also die Verbindung zwischen dem Welthafen Hamburg und Oberschlesien. Diese Strahe wird besonders von Lastautozügen in unverhältnismähig starker Weile befahren. Sie umgeht bewußt den Verkehrsknotenpunkt Berlin zur Beschleunigung des Verkehrs. Wie aus dem jetzt bekanntgewvr- denen, aber wvhl nicht als amtlich anzuseyenden Plan hervorgeht, würde die Reichsautobahn H a m b u r g—D euthen künftig über Der - l i n führen. Da die Reichsbahn für den Umbau der Strecke Berlin—Hamburg zwecks Llmletzung von Schnelltriebwagen (Fliegender Hamburger) in letzter Zeit große Mittel aufgewendet hat, dürfte sie — soweit uns bekannt ist — an die Herstellung einer Autostraße Hamburg—Berlin erst verhältnismätzig spät Herangehen. Schweres Erdbeben in Sumatra. von einem schweren (Er b b e b e n wurde die nie. derländische Residenzstadt B e n f u l e n auf Sumatra heimgesucht. Zahlreiche Häuser wurden zerslörl. Unter den Trümmern wurden 67 Menschen begraben und getötet. Die Bevölkerung ist in großer (Erregung. Berlin, 25. Juni. (ERB.) Mit dem D a u des ersten Teilstücks der ersten großen Rcichsautostrahe Hamburg — Bremen — Hannover-Frankfurt -Mannheim—Basel, der Strecke Frankfurt — Mannheim, wird schon in dieser Woche begonnen werden, und zwar werden zunächst die Landmesser mit der Vermessung der Strecke und der Vorbereitung des Ankaufs bzw. der Enteignung des benötigten Geländes beginnen. Zur Durchführung des Baues ist in Frankfurt a. M. bei der Reichsbahndirektion eine oberste Bauleitung unter Deichsbahnoberbaurat P ü ck e l eingesetzt worden, dem ein Stab von ausgezeichneten Fachleuten beigeordnet wurde. Die K 0 st e n für das erste Teilstück Frankfurt—Heidelberg—Mannheim werden mit etwas über 20 Millionen Mark veranschlagt. Die bisherige Autostraße Frankfurt- Darmstadt — Heidelberg bzw. Mannheim wird man für die neue Straße nicht benutzen können, da sie sehr ungünstig verläuft und durch zu viel Ortschaften führt. Im Zuge der bereits bekannten und nummerierten Fernverkehrsstraßen sind neben der schon genannten Autostraße S) a m b u r g —F r a n f f u rt — Bafel, die noch eine kurze Verlängerung nach Lübeck erhalten soll, an Straßen noch geplant eine Verbindungsstraße B e r l in — S t e 11 i n. Ferner wird bestimmt eine Reichsautostraße Berlin-Leipzig entstehen. Nach dem bisher bekannt gewordenen Plan soll sich diese Strecke in Leipzig abzweigen und von dort einmal über Plauen — Nürnberg — Augsburg— nach München und weiter nach Kufstein führen, wo Anschluß an die Straße nach Innsbruck und über den Brenner nach Italien gewährleistet wäre. Eine Abzweigung von München würde noch München mit dem Salzburger Gebiet verbinden. Die zweite Abzweigung würde von Leipzig über Naumburg — Weimar — Eisena ch— hersfeld — Frankfurt a. M. — Mainz — nach Saarbrücken führen und dort an die Pariser Straße anschließen. Die dritte Abzweigung würde Leipzig mit Dresden — Görlitz, dem Waldenburger Industriegebiet und Breslau verbinden. Eine große Querstraße würde von Berlin über Magdeburg — Braunschweig — Hannover zum Ruhrgebiet unb von Osten über Düsseldorf nach Köln führen. In Köln würde die Straße nach Aachen anzweigen und dort den Anschluß finden an die große Straße über Brüssel nach O st e n d e bzw. nach Calais. Selbstverständlich würde man auch Reue Bildungswege für den deutschen Lehrer. Kultusminister Rust fordert engste Verbindung mit Volk und Boden. Lauenburg, 24. Juni. (TU.) In einer Ansprache aus Anlaß der feierlichen Eröffnung der neuen landgebundenen Hochschule für Lehrerbildung in Lauenburg in Pommern umritz der preutzischc Kultusminister Rust die Aufgaben der Erziehung im neuen Staat, wobei er besonders auf die Wichtigkeit der Volks - und Bodenverbundenheit der Lehrerschaft hinwies. Der Minister erinnerte an die unzweckmäßige Verschiedenartigkeit der Ausbildungsformen, die Lehrern auf den bisherigen Pädagogischen Akademien geboten worden sei, und betonte, daß auch jetzt noch Vorstellungen über die Ausgaben der deutschen Schule bestünden, die nur aus der Vergangenheit zu erklären seien. Es sei selbstverständlich, datz für die weltanschauliche Bildung im neuen Staate d i e bisherigen Schul - und Hochschul form en nicht geeignet seien. Es bestehe die Absicht, in Deutich- land drei Universitäten ins Lebei zu rufen, auf denen in einem gewissen Hinblick auf die Hochschulbildung an den englischen Llnioersitäten Oxford und Cambridge die künftige Führerschaft des jungen Staa.es heran* gebildet werden solle. Was wir aber zunächst zu bilden haben, so fuhr der Minister frrt, das sind jene Lehrer der breiten wertvollen Volksschichten. das ist der deutsche Volks schulleh- r e r der Gegenwart. Begreif n Sie, deutsche Lehrer, welche großen Aufgabm Ihnen gestellt sind, wenn man Sie nun aul eigens dazu zu formenden Lehrerhochschulen au neuer Basis und mit neuen Lehrplänen Heranbidet D i e Lehrer sind die SA. -Führer der deutschen Volksbildung. Bicken Sie nicht nach jenen lideralistischen Hochschulgeiilden der Vergangenheit. Man wollte unter dem Decknamen der Sozialwissenschaft, der Sozialpädagostk, der Industriepädagogik, der Gegenwartskunde ufro. den marxistischen Volkszerstärer der Zukckstst heran- ziehen. An deren Stelle werden neue Lehrfächer treten: Volkskunde, Wehrgeogrcphie, Grenzland- und Rasfenkunde. Es soll eint bisher nicht bekannte Beziehung zum Volke ge- schaffen werden. Zu dieser Volksverbundenheit soll die Bodenoerbunden he it kommen. Die vergangene Zeit wußte nichts Besseres zu tun, als die pädagogischen Akademien in die Großstädte zu legen und den Lehrer damit loszulösen von den Urkräften, auf denen ein völkischer Organismus sich aufbauen muß. Hinaus au f das Land, so rufen wir jetzt, wo die Menschen heimatoerwurzelt und in ihren Empfindungen inzerstort beieinander wohnen. Dort soll der junge Lehrer sich bilden in unmittelbarer Verbindung mit Volk und Boden. Die Reugliederung der Zugendverbände. Eine Programmatische Rede Baldur von LchirachS. Hannover, 25. Juni. (WTB.) Vor der zur Sonn- wendseier auf der Pferderennbahn Hannover versammelten Jugend hielt Reichsjt gendfährer Bal- dur von Schirach die Festi.de, in der er die Grundzüge seiner zukünftigen Arbeit entwickelte. Der Hitler-Jugend gehöre die alleinige Führerschaft innerhalb der deutschen Jugend- verbände. Niemals soll Deutschland vergessen, daß es die junge 21 r b e it e r • und Bauernschaft gewesen sei, die das neue Deutle land zum Siege geführt habe. Der Kampf aegin die Reaktion werde mit derselben Unerbittlichkeit vorge- tragen werden wie gegen den M 'rxismvs. Den Großdeutschen Bund habe er verboten, weil er der Ansicht sei, daß Elemente, die nicht die Konsequenzen aus ihrer nationalen Gesinnung zu ziehen vermögen, keine Daseinsberechtigung hätten. Gegenüber den konfessionellen Verbänden werde er seine Haltung von dem Verhalten dieser Vereinigungen abhängig machen,'und er werde lich energisch gegen solche Organisationen wenden, die Gebiete, die der Hitlerjugend gehörten, als ihre Einflußzone betrachteten. Wer sich dem roolutionären Wollen der Hitlerjugend entqegcnfteUe, werde in Zukunft ausgeschaltek. Baldur von Schirach gab bekannt, datz ihm der Reichskanzler außer den Iugendverbänden a u ch d i e Studentenschaften der Hoch- und Fachschulen unterstellt habe. Diese Maßnahme stelle keinen Eingriff in das Eigenleben der akademischen Verbände, vielmehr handele es sich um eine Eingliederung der Studentenschaften in das große Werk der Iugenderziehung. Heute gelte die Parole der allgemeinen Verbundenheit zwischen Arbeiter- und akademischer Iugend. Der Reichsführer schloß seine Rede mit dem Gelöbnis, im Damen der gesamten deutschen Iugend weiterzuwirken im Sinne der Entsagung und Opferfreudigkeit, die immer das Beste an einer Iugend gewesen seien. Nichts für uns. alles für Deutschlandl Der Aufbau der Deutschen Arbeitsfront. Tie Angestelltensäule umfaßt alle Angestellten. Berlin, 24. Juni. (Ddz.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley unb der Führer des Gesamtverbandes der deutschen Angestellten Albert Forster haben eine Verordnung veröffentlicht, in der zur Behebung von Zweiselssällea (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, den 24. Juni 1933. (Durch Flugpost.) Will man als Fremder einen Querschnitt durch London gewinnen, so muß man den Omnibus Nr. 15 besteigen. Der führt einen in gemütlicher Fahrt — alle Omnibusse und alle Automobile fahren für das Gefühl des an stärkeres Tempo gewohnten Berliners oder erst recht des Parisers äußerst langsam und gemütlich — durch alle Stadtteile, die man in London sehen muß, bis hinaus ins Whitechapel und in das Elendsviertel der Docks. Der Omnibus Nr. 15 durchquert auch die berühmte „City", in deren Mit- telpunkt die Börse und das Gebäude der Bank von England liegen. In den Geschäftsstunden ist diese Gegend wohl die belebteste in ganz London. Da drängt sich ein geschlossener Menschenstrom Schritt für Schritt vorwärts, da sitzen Fahrzeuge aller Art buchstäblich aufeinander und kommen kaum weiter. Da sieht man überall die nervösen und van der Arbeit gespannten Gesichter der unzähligen Angestellten. Mit einem Schlag aber hört das alles auf. Noch einmal bei Gefchaftsschluß strömt alles auf die Straßen, und dieser Menschenstrom wird von den Eingangspforten der Untergrundbahn in unvorstellbar kurzer Zeit abgeleitet. Dann liegt die City plötzlich wie ausgestorben da. In den Abendstunden kann man straßauf, straßab wandern, und es wird einem auf weiten Strecken kaum ein Mensch begegnen. Ganz besonders still, fast wie verwunschen ist es bann auf dem kleinen Platz, der vom Palast des Lordmayor, des Bürgermeisters von London, der Börse und der Bank von England begrenzt wird. Hier war einmal d er Finanzmittelpunkt der Welt. Wo ist er heute? Wäre diese Frage einfach zu beantworten, so brauchten im Geological- Museum an der Exhibition Road, dem Sitz der Weltwirtschaftskonferenz, nicht Kommis- [ionen und Unterkommissionen eingerichtet zu werden, dann konnte die ganze auf Monate und Monate au berechnende Arbeit der Weltwirtschaftskonferenz sehr wahrscheinlich innerhalb von wenigen Tagen, vielleicht innerhalb einer Woche, von ganz wenigen Leuten befriedigend erledigt werden. Aber die Frage ist nicht zu beantworten. Es gibt feinen finanziellen Mittelpunkt der Welt mehr, und wenn Die Finanzmächte Amerika, England und natürlich Frankreich sich darum bemühen, durch Uebercin- künfte die Wirkung eines solchen finanziellen Mittelpunktes, nämlich die Stabilität der Währungen, wieder herzustellen, so erscheint dies Bemühen von vornherein aussichtslos. Jeder will ja doch sein eigenes Rezept durchbringen, jeder will selbst der Führer und die entscheidende Macht sein, und jeder wirst dem anderen vor, daß er die Schuld daran trage, wenn nichts zustandekommt. Solche Einigungs- bemühungen wirken sich auch hier genau wie in Genf letzten Endes doch nur dahin aus, daß der Streit verschärft wird und auf allen Seiten Verbitterung aufsteigt. Darüber ist man sich selbstverständlich einig, daß der Wettlauf zwischen Pfund und Do l- I a r in der Entwertung auf die Dauer so nicht mei- tergehen kann, daß irgendwo eine Grenze liegen muß, und daß alle Arbeiten, alle Vorschläge, die xur Behebung der Weltwirtschaftskrise gemacht werden, einfach in der Luft hängen, wenn nicht die Wertbeständigkeit des Geldes wiederhergestellt und gesichert ist. Aber jeder sagt dem anderen. „Hann e- mann, geh du ooran!" Die Amerikaner, die daß Stabilisierungsmaßnahmen gegenwärtig nicht Aweckmäßig wären, und wenn es nach .hnen ginge, so dürste sozusagen vom Dollar überhaup.nicht mehr gesprochen werden. Dabei acer oerlangen sie, daß die anderen Länder der Welt alle Zollmauern abbauen und der mit dem entwerteten Dollar hergestellten Produktion der Vereinigten Staaten überall ungehinderten Eingang gewähren, wohingegen die USA. ihrer Volkswirtichast mit dem entwerteten Dollar geradezu einen Schutzpanzer umlegen. Der Laie wird triefe finanziellen Dinge bis zum Letzten nie begreifen. Das ist ihm ein Buch mit sieben Siegeln, und er kommt schließlich, wie jenes wackere Bäuerlein, zu dem radikalen Schluß, datz man das böse Weib, die „Valuta", totschlagen solle, damit die Welt endlich Ruhe habe. Dieses radikale Rezept läßt sich nun leider nicht durch - führen. Das Schlimmste dabei ist, daß der Laie ob er nun mehr oder weniger Verständnis für die verwickelten Dinge der Finanzwirtschaft hat, unmittelbar unter ihnen in seiner Existenz und sogar an seinem Leben leidet. Mit welch melancholischen Blicken der Engländer, der sich ein kleines Vermögen zusammengespart hat, heute die Bank von England betrachtet, kann man sich denken. Don ihr hieh es einmal „sicher wie die Bank vonEngland", womit man ausdrücken wollte, daß diese Dank sicherer sei, als aUes andere in der Welt, als jeder andere Wertmesser, sei es nun Gold, Silber oder sonst ein „Sachwert". Aber die Bant von England hat das Pfund u m ein rundes Viertel herabgesetzt, das bedeutet, daß jeder, der seinen Besitz in einstmals vollgültigen Pfundscheinen bei sich trägt oder im Strumpf verwahrt oder im Safe einer Bant lie- Währung währi am längsten., In London während der Weltwirtschafiskonferenz Don unserem 8-Sonderkorrespondenten. ----In Sl ’i ni cf i nr. 146 Erstes Blaff 183. Jahrgang Montag, 26. Ml 1935 »^Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen klar zum Ausdruck gebracht wird, daß der G e - sanitverband der Deutschen Ange st eilten, also die Angestelltensäule innerhalb der Deutschen Arbeitsfront, alle deutschen Volksgenossen zu umfassen hat, die angestelltenoersicherunds- p f licht i g sind, und zwar auch wenn die tatsach- liche Versicherungspflicht infolge der Einkommenhöhe nicht mehr gegeben ist. Insbesondere müssen auch leitende Angestellte der An- gestelltensäule angehören, die im übrigen bereits ab 1 Juli zu arbeiten beginnen wird. Weiter besagt die Anordnung, daß unter Aufhebung aller entgegenstehenden Anordnungen, Ermächtigungen, Sondervollmachten usw. das folgende verfügt werde: 1. Die Deutschs Arbeitsfront stellt die Gesamt- organisation der wirtschaftstätigen deutschen Volksgenossen dar, 2. die Deutsche Arbeitsfront gliedert sich in drei Gesamtoerbände, a) für Arbeiter, b) für Angestellte, c) für Unternehmer. Dazu verlautet noch, daß an der endgültigen Gestaltung des einheitlichen Arbeiter- und des einheitlichen LInternehmerverbandes zur Zeit noch gearbeitet wird. 3n den Arbeiterverband werden jetzt die christlichen Gewerkschaften eingegliedert, worauf diei r s ch - D u n ck e r s ch e n und die kleineren Organisationen folgen sollen. Wenn diese organisatorische Arbeit geleistet ist, dann wird voraussichtlich spätestens zum Herbst mit den gesetzgeberischen Maßnahmen zu rechnen seien, die bet Deutschen Ar- beitsfrom die gesetzgeberische Betätigungsgrundlage geben werden. Dabei kann angenommen werden, daß im Sinne des berufsständischen Gedankens Vorsorge getroffen wird, daß die drei Unterabteilungen der Deutschen Arbeitsfront jeweils wirklich alle in Frage kommenden Volksgenossen organisatorisch umfassen. Entlassung in Schuhhast genommener Pfarrer in der Pfalz. Neustadt a. d. H., 26. Juni. (WTB.-Funk- spruch.) Die ,n Schutzhaft genommenen pfälzischen Pfarrer wurden, wie der NSZ. „Rheinfront" mel- bet, nach i ner Aussprache zwischen dem Bischcs von Speyerund einem Vertreter der (Bauleitung der NSDAP, wieder aus der Schutzhaft entlassen. Die zur Entlassung gekommclen Geistlichen haben folgende von der Gauleitun' vorgelegte Erklärung unterzeichnet: „Der Un!e zeichnete verpflichtet sich hiermit, unter keinen Umbdnben den Versuch zu machen, das Gottesha. s zu politischen Zwecken zu m i ß b r a !. ch-n. Ausdrücklich erklärt und versichert er, daß ei a u ch nidjtben Versuch unternimmt, i n d er ft e cf t e r Weise die Regierung Adolf Hillers, rzw. ihre Maßnahmen einer Kritik zu unterziehen, die einer Verächtlichmachung gleich- kommt. Die Pcrteileitung ihrerseits übernimmt die Verantwortung,daß sie mit allen Mitteln den Priester schützen wird, wenn er sich nicht gleichzeitig herab äßt, seine Würde zu Parteizwecken zu mißbrauchen/ Lleberraschende Wendung in der Lsniersucheng der Bombenattentate in Oesterreich. Wien, 26. Jini. (OB. Funkspruch.) Der „Kampfruf" erklär» daß die Untersuchungen der Bombenaltentate dw vergangenen Woche eine überraschende Dendung genommen hätten. Im Interesse der ge ührlen Ermittlungen könne heute jedoch nichts Näteres gesagt werden. Schon in den nächsten lagen Dürften die Behörden in der tage sein, der Oesfen lichtest das zutage geförderte Material zu Übergeber, das eine st a rke Entladung der Nationelsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei bedeuten würde. Aus VZKZLT° Vornan von Helma von Hellermann. 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Direktor Vösling lehnte sich in seinem rotledernen Klubsessel zurück, blies aromatische Tabakwölkchen in die Luft und betrachtete zwischen zusammen- gekniffenen Aeugle,n, freundlich schmunzelnd, das blonde Mädchen, Lessen feingliebrige Vornehmheit ihm nun in einer, ganz anderen Licht erschien. „Können Sie gut echnen?" fragte er plötzlich aus seinen Gedanken h raus. Wera lächelte Sie sah sehr reizend aus, wenn fie lächelte; die stillen, fast ein wenig streng wirkenden Züge wurden weich und jung. Ein Grübchen vertiefte sich in 1 r rechten Wange. „Ich habe es gelernt, Herr Direktor." „Ich werde Ihre Versetzung in die Kartothek Der- anlassen", entsck eb Vösling. „Da bekommen Sie einen Raum fü> sich und bedeutend höheres Gehalt. Es wäre in jeder Weise günstiger und leichter für Sie." Wieder beugte er sich vor,streichelte den Arm, da die Hand nicht erreichbar. „Man muß doch was für so ’ne arme, kleine, verlaufene Gräfin tun — ich bin kein Leuteschinder, helfe gern, wo ich kann!" Sein Ton floß über von väterlichem Wohlwollen. Wera erhob sich. ,Hch danke Ihnen von Herzen, Herr Direktor, Sie sind sehr gütig; aber ich arbeite gern in meiner Abteilung — wirklich!" Vösling schüttelte den Kops. „Unsinn! Wozu flunkern? Man sieht doch, daß die Arbeit da unten Sie anstrengt. Sie sind viel zu zart dafür. Hier oben haben Sie Ruhe und bessere Luft. Melden Sie sich morgen früh um zehn Uhr bei mir, da ist alles schon erledigt. Na, bin ich nicht nett zu Ihnen? Verdiene ich nicht ein bißchen Dank?" Sein Lachen klang fettig. Wera zwang sich ein Lächeln ab, streckte die Rechte aus, die sofort ergriffen und festgehalten wurde. „Passen Sie mal auf, wir werden uns glänzend verstehen, kleine Gräfin — glänzend!" Ganz nahe war sein Gesicht nun dem ihren, das sich steil zurückbog. Dieses vollwangige, gerötete Antlitz mit den lüsternen Augen, der hörbar gehende Atem, der heiß ihre Wange streifte, erfüllte sie plötzlich mit einem Ekel, dessen Heftigkeit alle Schranken der Vernunft zerbrach. Es war nicht das erste Mal, daß Mannesbegierde die Hand nach ihr ausstreckte, nicht das erste Mal, daß es nötig war, Frauenlist anzuwenden, bis em neues Asyl gefunden. Jedes Mädchen, das sich, ohne Rückhalt an Familie und Gesellschaftskaste, sein Brot unter Fremden verdienen mußte, geriet in derartige Lagen. Aber heute vermochte Wera Wettern nicht, Komödie zu spielen. Jeder Tropfen ihres Blutes wehrte sich in sonst nie gekannter leidenschaftlicher Aufwalweiteren Ausführungen geht hervor, daß die Provokateure im Lager der Legitim! st en zu suchen seien. Aktion gegen de Atientatsseuche in Bulgarien. Sofia, 25. Juni. (TU.) Line außerordentlich energische Aktion zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit in der bulgarischen Hauptstadt, die durch zahlreiche politische Worde in den letzten Wochen auf das schwerste erschüttert worden war, wurde auf Anordnung der Regierung von dem Sofioter Stadtpräfekten mit Unterstützung der Garnison durchgeführt. Die Aktion begann um Witternacht von Samstag auf Sonntag und dauerte bis Sonntag 20 Uhr an. In dieser Zeit durfte die Bevölkerung die Wohnungen nicht verlassen. Alle Straßen, wie auch die abgelegenen Vororte, waren von Truppen abgeriegelt. Im ganzen waren 6000 Wann aufgeboten worden. Die Polizeibeamten durchsuchten sämtliche Häuser nach Waffen und zweifelhaften Elementen. Der Straßenverkehr sowie die Telephon- und Telegraphenverbindungen waren voll ständig gesperrt. Die mit den Zügen aus der Provinz Ankommenden wurden auf den Bahnhöfen f e st g e h a l t e n. Ls soll eine Unmenge von Waffen sichergestellt und 1100 Personen, meist Wazedonier oder Kommunisten, verhaftet worden sein. Aehnliche Aktionen wurden auch in den größeren Provinz st ädten durchgeführt. Litwinow in London. Bor einer Aussöhnung mit England? London, 24. Juni. (TLl.) Die englische Regierung hat den ersten Schnitt zur Lösung der englisch-russischen Spannung getan. Außenminister Simon hat den russischen Außenkomnässar Litwinow zu einer Zusammenkunft im Außenamt am Montag geladen, auf der ohne Zweifel das englische Einfuhrverbot und die Freilassung der in Moskau gefangenen englischen Ingenieure Macdonald und Thornton besprochen werden wird. „Daily Expreß" erklärt, die Hauptpunkte für die Einigung seien bereits aus^earbeitet worden. Es handele sich nur noch um eine formelle Vereinbarung. Beide Regierungen würden Roten austauschen, in denen u. a. lung gegen die Nähe dieses laut atmenden Menschen, dessen Körper sich nun fest und fühlbar gegen den ihren drängte. Der letzte Rest von Vorsicht floh. „Weg da! — Was erlauben Sie sich?I" Mit einem kraftvollen Stoß vor die Brust befreite sie sich von dem Manne, der, zurücktaumelnd, über den Stuhl, auf dem Wera gesessen, stolperte und fiel. Da saß er auf dem Boden, mit offenem Munde und hervorquellenden Augen, die kurzen Beine steif ausgestreckt, vor Schreck und Zorn unfähig, auch nur ein Wort hervorzubringen. Komisch sah das aus — sehr komisch sogar. Aber das Mädchen bemerkte es nicht. „Ich bitte um meine sofortige Entlassung, Herr Direktor Bösling!" Schneidende Schärfe war plötzlich in der weichen Stimme. Die Lippen zu schmaler Linie zusammen- gepreßt, mit bebenden Nasenflügeln stand sie vor dem keuchenden, glotzenden Menschen da zu ihren Füßen. Und so voller Haß und Zorn flammten die schwarzen Augen ihn an, daß er wie gebannt in seiner unfreiwilligen Stellung verharrte, bis sich die Tür hinter Wera Wettern geschlossen hatte. Da erst richtete der Direktor sich auf, rieb fluchend und stöhnend seine schmerzende Sitzfläche und hinkte zum Schreibtisch. Gleich darauf gellte auch schon seine Privatklingel durch das Haus. Hocherhobenen Hauptes ging Wera durch Flure und Gänge des großen Warenhauses zurück'in ihre Abteilung und an ihren Platz. Das Blut der Em- pörung brannte noch in ihren Wangen. Als Anne Weber die Nahende betrachtete, den Blick in den nachtdunklen Augen sah, erstarb ihr die Frage nach dem Resultat der Unterredung auf den Lippen. Stumm reichte sie Wera die Kartons von der kleinen Trittleiter am hohen Regal herunter, deren Inhalt auf dem großen Verkaufstisch vorn aufzubauen war. Stumm nahm Wera sie in Empfang, trug die Last auf beiden Armen hinüber und begann, das bunte Durcheinander von Krawatten, Handschuhen und Taschentüchern zu ordnen. Bis in die Fingerspitzen hinein spürte sie ihren Herzschlag. Nun war sie fertig hier ... Das harte Klappern schnell nahender Absätze wurde hörbar. Die Abteilungsleiterin nahte wieder. Wera fuhr herum. Die Blicke der beiden Frauen kreuzten sich. „Sie- sind entlassen! Packen Sie Ihre Sachen zusammen! An der Lohnkasse wird Ihnen Ihr Gehalt bis zum heutigen Tage ausgezahlt, weitere Ansprüche haben Sie nicht zu stellen. Und seien Sie froh, daß es der Chef bei der fristlosen Entlassung bewenden läßt!" Merkwürdig klang die Stimme der Frau, hämisch triumphierend, aber mit einem seltsamen Unterton der Erleichterung. „Er weiß wohl, warum, Fräulein Henner!" erwiderte Wera ruhig, die Rotblonde voll ansehend. „Uebrlgens habe ich um meine sofortige Entlassung Rußlands Recht zum gerichtlichen Vorgehen gegen verdächtige Ausländer und die ordnungsgemäße Führung des Moskauer Prozesses anerkannt würden. Die konservative „Morningpost" ist sehr erregt über das englische Entgegenkommen gegenüber Rußland. Simons Einladung an Litwinow habe in konservativen Kreisen wie eine Bombe gewirkt. Diese seien der Ansicht, daß England kein Kompromiß eingehen und das Einfuhrverbot. auf russische Waren, das am 18. Juli abläuft, weiter verlängern solle. Aus aller Welt. ..Graf Zeppelin" in Saarbrücken. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Sonntagfrüh 8.30 Ahr von Friedrichshafen kommend nach dreieinhalbstündiger Fahrt über Vaden und die Pfalz auf dem Flugplatzgelände der Deutschen Lufthansa in Saarbrücken gelandet. Eine riesige Menschenmenge, die in musterhafter Weise Ordnung hielt, hatte sich aus dem ganzen Saargebiet eingefunden. Ist es doch das erstemal, daß das Luftschiff dem abgetrennten Saargebiet einen Besuch abftattet. Sofort nach der Landung begaben sich Oberbürgermeister Dr. Reikes und das saarländische Mitglied der Regierungskommission, Koßmann, an Bord des Luftschiffes. Beide Herren begrüßten Dr. Ecke- ner im Ramen der Stadt Saarbrücken sowie im Ramen der deutschen Bevölkerung des Saargebietes. Dr. Eckener gab der Freude Ausdruck, daß es ihm vergönnt sei, mit dem „Gras Zeppelin" das deutsche Saargebiet besuchen zu können. Am 9 Ahr stieg das Luftschiff, unter dem Jubel der Bevölkerung, die das Deutschlandlied anstimmte, mit 35 Passagieren zu einer achtstündigen Rheinlandfahrt aus, die über Köln bis Aachen und zurück nach Saarbrücken führte, wo das Luftschiff um 18 Ahr wieder eintraf, um dann die Rückfahrt nach Friedrichshafen anzutreten. Der Jubel in Saarbrücken ist ungeheuer. Die Stadt ist außerordentlich reich beflaggt. Drei Kinder bei Kowno von einer Granate zerrissen. In einem Wäldchen bei Kowno sanden, wie das „Memeler Dampfboot" meldet, drei Kinder, ein Mädchen und zwei Knaben im Alter von 7 bis 12 Jahren, beim Tannenzapfensammeln eine anscheinend aus der Kriegszeit stammende Granate, an der sie ahnungslos herumhantierten. Plötzlich explodierte das Geschoß. Die drei Geschwister wurden buchstäblich in Stücke gerissen. gebeten." Sie deutete auf den nur halb geordneten Verkaufstisch. „Das Weitere wird wohl Fräulein Weber nun besorgen müssen." Ein höfliches Neigen des blonden Hauptes. „Guten Morgen, Fräulein Henner!" Diese warf den Kopf zurück, schürzte die Lippen. Gottlob, daß diese hochmütige Person fortkam, die Galle konnte die einen anärgern! Wie, wenn sie Richard Bösling erhört hätte! Sie konnte sich schon denken, was da oben geschehen war, trotz aller Schwüre und Beteuerungen. Ach, man war so eines Mannes doch nie sicher ... Honigsüß lächelnd, trat sie vor, um ein Rudel Käufer zu begrüßen, die eben dem Lift entquollen. „Fräulein Weber, bitte! Fräulein Sacher, hier fehlt noch jemand! Blau? Jawohl, gnä’ Frau — die allerneueste Nüance! Bette sehr, gnä’ Frau! — Fräulein Weber!" Aber Anne Weber hörte nicht. Sie war der sich still entfernenden Wera nachgeeilt und erfaßte sie am Aermel. „Wera, warum gehst du denn fort? Was ist denn?" Wera Wettern sah auf die kleine Brünette herab, deren Wuschelkopf just an ihre Schulter reichte. „Entlassen, kleine Anne!" sagte sie, leise lächelnd. „Aber das ist doch einfach unerhört, bloß wegen dem bißchen Zuspätkommen! Das brauchst du dir nicht gefallen zu lassen — sei nur nicht so dumm! — Ja, ja, ich komme! — Wera, einen vollen Monat müssen sie dir bezahlen — hörst du? Einen vollen.. — Herrgott, ich komm ja schon! — Wera ..." Aber die hatte sich gebückt, sie auf die Wange geküßt. Lebe wohl, liebe, kleine Anne! Hab' Dank für all deine Freundlichkeit!" Dann war sie zur Hintertür hinausgeeilt." Und Anne Weber trabte verstört an ihren Der- kaufstisch zurück, ließ Fräulein Henners leises Schelten ungerührt über sich ergehen und legte dem nach Handschuhen fragenben jungen Mädchen gedankenversunken Herrenschlipse vor. Der ganze große, lärmerfüllte Raum mit seinem grellen, künstlichen Licht erschien ihr plötzlich traurig und leer. 3. Kapitel. Wera Wettern war in der Garderobe gewesen hatte an der Kasse den Lohn für drei Tage in Empfang genommen und schritt nun ziellos durch die verkehrsreichen Straßen der inneren Stadt. Der furchtbare Druck, der seit dem Erwachen mit Zentnerschwere auf ihr gelastet, war gewichen. Es war, als habe sich all die aufgewühlte Erregung, all die seit Jahren anaehäufte Bitterkeit in jenem einen Stoß gegen den Mann entladen, dessen Hand sie frech angetastet. Sie mußte auf einmal leise auf- lachen in der Erinnerung an fein verdutztes Gesicht, als der kleine Dicke mit ausgestreckten Beinen auf dem Boden saß wie eine Gliederpuppe. Nach war sie Herrin über Wollen und Versagen, noch war sie frei! Aus der Provinzialhaupistadi. Deutscher Abend der SA.-Zlieger. In der völlig besetzten Gießener Dolkshalle, die von schätzungsweise etwa 4000 Menschen besucht war, veranstaltete gestern der SA.-Flieger-Ersatz- trupp Gießen und Oberhessen einen in allen Teilen wohlgelungenen Deutschen Abend. Die Veranstaltung war der Auftakt der Deutschen Luftfahrt» Werbewoche 1933, die im Rahmen des Deutschen Luftsportoerbandes, Untergruppe Hessen-Darmstadt, von der Ortsgruppe Gießen bis zum 2. Juli durch- geftihrt wird. Flotte musikalische Darbietungen der Gießener Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krauß e leiteten den Abend in stimmungs- voller und schöner Weife ein. Der Führer des Fliegerfturms Balser begrüßte sodann in einer kurzen Ansprache die Besucher, dabei besonders die Vertreter des Offiizerkorps, der Behörden, der Universität und des Deutschen Luftfahrtverbandes. Er wies darauf hin, daß der Fliegersturm Gießen sich aus kleinsten Anfängen emporgearbeitet und. den schönsten Erfolg feiner bisherigen Tätigkeit mit dem Bau des ersten, felbstgeschasfenen Segelflugzeugs erreicht hat. Er bat die Besucher, dieser Arbeit des Fliegersturms allezeit in förderlicher Weise behilflich zu sein und dadurch einem Sßerfe zu helfen, das ganz im Sinne der von ihren Gegnern meuchlings ermordeten SA.-Männer in voller Hingabe an das Dritte Reich geleistet werden soll. Mit der Versicherung, daß der Fliegersturm jein Wirken nach den leuchteten Vorbildern von Jmmelmann, Richthofen, Boelcke und Göring gestalten werde und alle Arbeit nur dem deutschen Volk und Vaterland gelte, schloß der Sturmführer seine mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache. Schauspieler Förderer vom hiesigen Stadt- theater und Schauspieler Luft erfreuten sodann mit Rezitationen bzw. Gesang verschiedenster Art, die sämtlich dem Charakter des Abends ausgezeichnet angepaßt waren. Eine Sängerin aus Marburg, die sich außer Programm für die künstlerische Bereicherung des Abends zur Verfügung gestellt hatte, bereitete dem Publikum durch ihre Gesangsvorträge, die am Flügel in feinsinniger Weise begleitet wurden, einen erlesenen Genuß. Dazwischen musizierte die Militärkapelle in unermüdlicher Weise. Die Taufe des neuen Flugzeugs vollzog bann daZ Förderer - Mitglied des SA. - Fliegersturms Dr. Schliemann. Während des Taufaktes war das Segelflugzeug auf der Bühne aufgestellt, zu beiden Seiten flankiert von SA. mit Fahnen. Dr. Schliemann erinnerte in seiner kurzen Taufrede an die Unterdrückungsmaßnahmen des Versailler Diktats gegen die deutsche Luftfahrt, er versäumte aber auch nicht, darauf hinzuweisen, daß der Führer Adolf Hitler auch in dieser Hinsicht dem deutschen Freiheitswillen in jahrelanger Pionierarbeit einen mächtigen, aufwärtstreibenden Impuls gegeben hat. Unter Hinweis auf den jüngsten unerhörten Vorstoß der roten Fliegerpest vom Auslande her gegen Berlin betonte der Redner eindringlich die Notwendigkeit, Deutschland auch auf dem Gebiete der Luftfahrt unbedingt die Freiheit und wirksamen Schutz zu verschaffen, damit es nicht für immer wehrlos seinen Feinden preisgegeben ist. Der Redner feierte sodann den opferwilligen deutschen Geist, der in der Fliegerei lebendig ist und der auch in dem selbstgeschaffenen Segelflugzeug des SA.-Fliegersturins Gießen seinen erneuten sichtbaren Ausdruck findet. Mit dem Wunsche, daß nach dem politischen Erwachen Deutschlands auch der Gedanke der freien deutschen Luftfahrt überall erwachen und zum Durchbruch kommen möchte, schloß er seine Ansprache und taufte das Flugzeug auf den Namen „H o r st W e s - s e l". Anschließend wurde der erste Vers des Horst- Wessel-Liedes gesungen. An Stelle des am Erscheinen verhinderten Reichs- statthalters in Hessen und Gauleiters Sprenger richtete der frühere Führer der Standarte 116, Graf BernhardzuSolms-Laubach, vom Publikum mit lebhaftem Beifall empfangen, eine kurze Ansprache an die Besucyer. Er zog dabei zunächst einen Vergleich zwischen der Erfüllung der tausendjährigen Sehnsucht der Menschen, fliegen zu können, und dem Befreiungskampf des deutschen Volkes durch die nationalsozialistische Bewegung. In diesem Zusammenhang feierte er das große Einigungswerk der NSDAP, unter der Führung Adolf Hitlers, sowie den opferbereiten, hingehenden Dienst der SA. für die Durchsetzung des Gedankengutes der nationalsozialistischen Bewegung. Er forderte die SA. auf, nicht etwa zu glauben, daß der Kampf zu Ende sei. sondern in Beharrlichkeit weiterhin zum Kampfe bereitzustehen, vor allem zum Kampf gegen den Spie- ßer und die Menschen, die den nationalsozialistischen Freiheitskampf zu verfälschen suchen würden. Er warnte weiterhin vor den Nutznießern des nationalsozialistischen Kampfes, die in den letzten Monaten sich in den Vordergrund zu drängen suchten, mit Nachdruck warnte er aber auch alle Widersacher, etwa eine Gegenrevolution anzuzetteln, oder die Arbeit der Führer des neue« Deutschlands zu hemmen und zu kritisieren. Unter Hinweis auf ein Wort des Reichsministers Dr. Goebbels auf der Führer- tagung in Berlin forderte der Redner auf, den Geist der alten nationalsozialistischen Kämpfer stets lebendig zu erhalten und in Beharrlichkeit und Treue im deutschen Aufbauwerk wirksam werden zu lassen. Man traue dem Spießer nicht, der heute „Heil Hitler" rufe, sondern man traue nur sich selbst und dem alten nationalsozialistischen Geist, der auch die im deutschen Freiheitskampfe gefallenen Kameraden beseelt habe. Mit der Aufforderung, den Nationalsozialismus als Höhenflug unseres deutschen Volkes immer zu fördern und opferfredig für ihn zu kämpfen und dabei in Beharrlichkeit und Treue zu dem Führer Adolf Hitler zu stehen, schloß der Redner seine mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache. Anschließend wurde der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. Hierauf wurde ein Theaterstück „Schlagetec" in eindrucksvoller Weise aufgeführt, das den Zuschauern einen Ausschnitt aus den heroischen letzten Stunden des deutschen Freiheithelden Albert Leo Schlage- t e r gab. Mit einer Huldigung für das deutsche Vaterland, die der Zuschauer mit dem Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes Ausdruck gaben, fand die Aufführung ihren Abschluß. Der weitere Verlauf des Abends brachte noch mancherlei schöne gesellige Darbietungen. Ein tiefer Atemzug hob ihre Brust. Wie wohl die kalte Luft tat! Der scharfe Ostwind, der sich frühmorgens erhoben, hatte die dicken Nebelschwaden zerteilt, die Straßen von Dunst reingefegt. Wera spürte auf einmal, daß sie hungrig war Sie trat in das nächste Automatenrestaurant, nahm sich ein Krabben- und ein Schinkenbrötchen, nahm schnell den eben leer werdenden Platz an einem Seitentisch ein, bestellte eine Fleischbrühe und begann in aller Ruhe zu frühstücken. Wie lange war es her, seit sie so behaglich eine Mahlzeit zu sich nehmen konnte! Tagsüber aß man mit dem Blick auf die Uhr, in soundsoviel Minuten mußte man fertig fein. Und abends war sie zu müde, um mit Appetit den unterwegs gekauften und hastig zu- bereiteten Imbiß zu genießen. Da war sie oft derart erschöpft, daß der bleierne Schlaf keine Erfrischung brachte. Oder noch schlimmer: sie konnte keinen Schlaf finden, weil jeder Nero des überanstrengten, zarten Körpers zuckte und schmerzte und bas Blut hinter den Augenballen pochte. Eine Woche werde ich mir Urlaub geben, beschloß Wera, ihre Frühstückssemmel verstohlen aus der Handtasche langend und mit bfanten Zähnen in das altbackene Gebäck beißend. Köstlich schmeckte es ihr heute. Sie lächelte dem jungen Mädchen zu, das sich mit hochbepacktem Teller an ihren Tisch setzte und genüßlich zu schmausen begann. „Die Kälte macht hungrig — nicht wahr?" Es war ihr ein Bedürfnis, mit irgendeinem Menschen zu reden. Die Rotwangige nickte, mit vollen Backen kauend. „Ich komm' vom Land 'rein", bemerkte sie, soweit dies möglich, „bin um fünf aufgestanden, um sechs ging der Zug und seit acht bin ich unterwegs. Ich hab' viel zu besorgen — ich bin verlobt, im März ist Hochzeit." Verliebt drehte sie am goldenen Reif am vierten Finger der Linken, kicherte ein bißchen verlegen und ganz und gar glückselig. „Er" war Bürovor- stand, einunddreißig Jahre alt, hatte seine alte Mutter unterstützt. Aber die war gestorben. Sie bekamen eine Wohnung in einem der neuen Häuser in der Gartenkolonie draußen; zwei Stuben, Kammer und Küche. Die Einrichtung brachte er zur Hälfte mit; aber sie stellte „die Wäsche". „Ich freue mich aufs »Heiraten , sagte die Kleine und hatte strahlende Augen. Wie wenig brauchte der Mensch, um glücklich zu sein, wenn Liebe das Ganze übersonnte! Jrn Herzen des lächelnd lauschenden Mädchens regte sich ein leises, wehes Gefühl des Neides. Ja, sie beneidete dieses robust aussehende junge Ding mit seinen glänzenden Augen und roten Arbeitshänden, das sich so „aufs Heiraten" freute. Schlicht und gerade lag vor ihm das Leben, das kannte feinen Zwiespalt zwischen einst und jetzt, keinen Gefühlszwang, keine seelischen Konflikte. (Fortsetzung folgt.) Pfarrer-Gchulungs-Lehrgang in Gießen Heute nachmittag beginnt im Studentenheim am Leihgesterner Weg ein Pfarrer-Schulungs-Lehrgang, dem als leitendes Thema »Theologische Besinnung auf Volkstum und Staat zugrunde liegt. Es sprechen: Prof. Dr. Born- k a m m über »Rasse und Volkstum bei Martin Luther"; Prof. Dr. Rudolph über »Volk und Staat im Alten Testament"; Prof. Dr. Bertram über »Volk und Staat im Reuen Testament"; Prof. Dr. Haenchen über .Volk und Staat in der Lehre dec Kirche", und Prof. Dr. Cordier über .Volk und Staat in der Predigt der Kirche". Einbrecher und Wäschedieb festgenommen. Der heutige Polizeibericht meldet: Ein langgesuchter Einbrecher und Wäschedieb konnte am 23. Juni 1933 in der Person des früheren Hoteldieners Mathias 3 c p p e I, geb. am 5. Februar 1882 zu Mühlheim a. d. Ruhr, in der Lahnstraße 3 hier wohnhaft, festyenommen werden. Bei der Durchsuchung seines Zimmers und einer von ihm benutzten Dachkammer wurden große Mengen Diebesgut, aus Einbrüchen und Dieostäh- len herrührend, voraefunden. Größere Posten gestohlener Wäsche, Kleidungsstücke, Schinken und Wurst konnten den Bestohlenen wieder zurückge- geben werden. Es ist außerdem noch eine Menge Diebesgut vorhanden, deren Eigentümer noch nicht ermittelt werden konnten. Diese werden ersucht, bei der Kriminalpolizei, Zimmer 5, während den Büro- stunden die beschlagnahmten Stücke einzusehen und onzuerkennen. Unter anderem sind vorhanden: Bettbezüge, Kopfkissenbezüge, Bettlaken, Taschentücher, Handtücher, Küchentücher, Badetuch, Herren-Ober-, Sport- und Normalhemden, Herrennachthemden, Herrenunterhemden, Herrenunterhosen, Metzger- schürzen, Pullover, eine blaue Trainingshose, eine wertvolle Chaiselonguedecke, ein Schal, zahlreiche Tisch- und Zierdeckchen, Zierrissen, Herrenhandschuhe, Herrenstrümpfe, Lodenmäntel, Kinderwagendeckchen und Windeln, eine rote Plüschdecke, eine dunkelbraune gerippte, fast neue Ledertasche (kleineres Format), ein Damenfüllfederhalter Marke Primus, eingemachte Früchte, 2-Liter-Gläser mit Gurken, Zwetschen und Mirabellen (Gläser tragen die Bezeichnung „Groheinkaufsgeselllchaft deutscher Kon- sumoereine G. m. b. H., Chemnitz"), eine Aktentasche gezeichnet R. SB., eine Sparuhr und verschiedene Werkzeuge. Unter der Bettwäsche und den Taschentüchern befinden sich Stücke mit den Zeichen A. L., B. D., A. W., C. D.. H. K.. F. T.. E. H., XL. T., L. L., P. M. und L. Ein vor dem L. befindlich gewesener Buchstabe ist entfernt. Es steht auch bereits fest, daß der Tater DiebeSgut verkauft hat. Um Unannehmlichkeiten zu entgehen, werden die Käufer ersucht, der Kriminalpolizei Rachricht baten zu geben. Unter dem Verdacht der Mittäterschaft wurde der Hausbursche Hermann Blaut, geb. am 9. Februar 1908 in Lüneburg, ebenfalls Lahnstraße Nr. 3 wohnhaft, festgenom- ' men. Beide wurden dem Amtsgericht Gießen zugeführt und kamen in Untersuchungshaft. itfornoti^cn. — Tageskalender für Montag. Kaufmännischer Verein von 1873: 21 Uhr, im Vereins- Haus, Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „SA.-Mann Brand". • Schulpersonalien. Der Lehrer Hans Schwedes zu Landenhausen, Kreis Lauterbach, wurd^mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Der Rektor Ferdinand Bach (Großen-Linden) wurde auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Juli in den Ruhestand versetzt. Der Lehrer Heinrich Engel in Götzenhain wurde mit Wirkung vom 1. Juli zum Reallehrer bei dem Landeszuchthaus Marienschloß ernannt. *• DaS Ergebnis der Sammlungen für das Rote Kreuz. Die Sammlungen, die in der jüngsten Zeit für das Rote Kreuz in Gießen durchgeführt wurden, erbrachten recht befriedigende Beträge. Die Strahensammlung anläßlich des Rot-KreuztageS erbrachte den Betrag von 941,99 Mark, das Ergebnis der Haussamm- lung die über einen Zeitraum von vier Wochen durchgeführt wurde, belief sich auf 737 Mark. Das Gesamtergebnis entspricht ungefähr bem Aufkommen im vergangenen Jahre. Die Gießener Bürgerschaft hat erneut bewiesen, daß sie der Arbeit des Roten KreuzeS in Gießen alles Verständnis entgegenbringt Lahres-Hauptversammlung der evangelischen Männervereim'gungen *10 Jahre Evangelische Männervereinigung der Matthäusgemeinde Gießen. Unter dem Vorsitz von Oberreallehrer Fritz Frank, Darmstadt, fanden sich am Samstag und Sonntag die Vertreter der im Hessischen Landesverband evangelischer Männervereinigungen zusammengeschlossenen evangelischen Männervereine zur 10. Jahreshauptversammlung zusammen. Zugleich mit dieser 10. Jahreshauptversammlung des Landesverbandes konnte das 10jährige Bestehen des evangelischen Männervereins der Mat- thäusgemeinde Gießen begangen werden. Den Auftakt der Veranstaltungen bildete am SamStag- nachmittag im Gasthaus Hindenburg die Verireierversammlurig. In feiner Begrüßungsansprache hieß der Leiter der Versammlung, Oberreallehrer Frank, Darmstadt, die Teilnehmer willkommen und begrüßte besonders Oberkirchenrat D. Wagner und Pfarrer Mahr. Lehrer Wehrheim begrüßte die auswärtigen Vertreter im Rarnen der Älännervereinigung der MatthäuSgemeinde (Sieben. Die Arbeit, die die Männer zusammenführe, gelte dem Glauben und der Kirche. Die 10jährige Arbeit sei schwer gewesen, denn es habe gegolten, gegen die Bewegung der Gottlosen zu kämpfen. Unter der nationalen Regierung sehe man einer günstigeren Entwicklung auch im Männer- verei ns wesen entgegen. Der Vorsitzende dankte für die freundliche Aufnahme in Gießen und verlas sodann verschiedene Glückwunschschreiben zum 10- jährigen Bestehen. Schriftführer D i l l m a n n. Darmstadt, gab einen sehr umfangreichen Jahresbericht, der einen lückenlosen Rückblick auf die Arbeit des Landesverbandes seit seiner Gründung barftellte. Insbesondere waren darin auch die Ziele deS Landesverbandes umrissen und die mannigfache Kleinarbeit geschildert die bisher geleistet wurde. Dem Bericht war u. a. zu entnehmen, daß im hessischen Landesverband der evangelischen ZRänneroereinigungen insgesamt 30 Vereine mit etwa 6000 Mitgliedern vereinigt sind. In einer Aussprache wies Pfarrer Mahr auf die Verschiedenheiten in der Arbeit der Dorfkirchen- gemeinschaft einerseits und der Männeroereinigun- gen anderseits hin, betonte aber, daß zwischen beiden Organisationen keinerlei grundsätzliche Gegensätze bestünden. Er gab der Versammlung wertvolle Anregungen für die Form der weiteren Arbeit. Der Jahresbericht wurde nach kurzer Aussprache ge- nehmigt. Der Kassenbericht, vom Rechner Ingenieur Eichenauer (Aüey) verlesen, ergab eine Einnahme von 951,31 Mark, eine Ausgabe in Höhe von 437,97 Mark, (o daß ein Ueberschuß von 513,97 Mark verblieb. Die Kasse wurde in bester Ordnung befunden und dem Rechner Dank und Entlastung zuteil. Einige Satzungsänderungen wurden in der vom Vorstand vorgeschlagenen Form gutgeheißen. Die Wahl des Vorsitzenden brachte einstimmig die Ernennung des bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, Oberreallehrer Frank, zum 1. Vorsitzenden. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden verschie- denen verdienten Mitgliedern Ehrungen zuteil. Der langjährige Vorsitzende, Ministerialdirektor i. R. Urstadt, wurde zum Ehrenvorsitzenden, Pfarrer Kleeberger (Darmstadt), der geistige Urheber der Männeroereinsbewegung, zum Ehrenmitglied ernannt. Der Rechner, Ingenieur Eichenauer (Alzey), wurde durch ein Geschenk geehrt; Schrift- sichrer Dillmann sowie Pfarrer Palmer erhielten Ehrenurkunden zugesprochen. Ministerialdirektor 11 r ft a b t dankte für die Auszeichnungen auch im Namen der anderen geehrten Herren und stellte seine weitere Mitarbeit zur Verfügung. In verschiedenen Anträgen wurde die weitere Gründung von Männeroereinigungen angeregt, ein Antrag, in dem die Abhaltung von Schulunastagen und Schulungswochen gefordert wurde, fand Zustimmung, ein weiterer Antrag, in dem zur Beteiligung an der Spende für die Opfer der Arbeit aufgerufen wurde, fand ebenfalls freundliche Annahme. Die nächste Vertretertagung soll in Pfungstadt ftattfinben. Nach einer Pause befaßte sich die Vertretung mit aktuellen kirchenpoliti^chen Tagesfragen. Am Sonntagvormittag fand in der Stadtkirche ein gutbesuchtcr Festaottesdieust statt. Pfarrer Weih von der Petrusgemeinde in Darmstadt knüpfte in seiner Predigt über Matthäus 10 32,33 an an den 25. Juni 1530, die Verlesung des ersten evangelischen Glaubensbekenntnisses in Augsburg, und rief die evangelische Männerwelt auf, Bekenner in Wort und Tat zu sein. Seine Ausführungen gipfelten in der Forderung evangelischen Männerdienstes in allen Gemeinden, der die Klarheit und Kraft der evangelischen Glaubensüberzeugung als bestes Gut in die nationale Erhebung hineinarbeiten sollte. Oie Hauptversammlung fand am Rachmittag in der „Liebigshöhe" statt, die durch gesangliche Darbietungen des Kinder- chorcs (Leitung: Lindenstruth, Gießen) und des Kirchenchorcs (Leitung: Lehrer Rebeling) besondere Ausgestaltung erfuhr. Der Londes- verbandsvorsihcnde Obcrrcallchrer Frank aus Darmstadt hieß die Teilnehmer und die zahlreichen Ehrengäste herzlich willkommen. Sr gedachte gleichzeitig der im Laufe der zehn Jahre verstorbenen Mitglieder des Verbandes, deren Andenken geehrt wurde. Dec Tag deS zehnjährigen Bestehens bedeute einen Meilenstein in der Geschichte deS Verbandes. Die zehnjährige Arbeit sei schwer gewesen, immer aber seien die Richtlinien des Verbandes unerschütterlich beibehalten worden. Die Zukunst liege lichter vor den evangelischen Männervercinigungen. Wan begrüße den Volkskanzler Adolf Hitler und den nationalen Staat, der auch der Kirche den Raum lasse, der ihr gebühre. Man hoffe, daß dem Volke eine einheitliche Kirche erhalten bleiben möge. Superintendent, Oberkirchenrat D. Wagner übermittelte die Grüße des LandeSkirchcnamtes und sagte Dank allen jenen, die als tätige Glieder in der evangelischen Männcrvereins- betoegung stehen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich die Arbeit im einzelnen vertiefen möge. Prof. Dr. Cordier vermittelte Glückwünsche im Auftrage der Universität. Er wies auf die entschei- dende Wandlung in der geistigen Haltung der Studenten, auf den Zug zu ernsten Idealen des Werdenden, des deutschen Mannes hin. Der Student wolle sich führen lasten von wahrhaften Männern. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß dem Iungmann gezeigt werden möge, was ein aufrechter evangelischer Mann sei. Der Direktor des Predigerseminars in Friedberg, Prof. Dr. Stroh dankte den evangelischen Män- neroereinigungen für die Aktivierung der Männer- schaft im Dienste der Kirche. Prof. Dr. M a 11 h e s vom deutschen evangelischen Gemeindetag betonte die tiefe innerliche Verbundenheit zwischen den Männeroereinigungen und dem Gemeindetag. Seitdem es evangelische Männervereinigungen gebe, sei das Problem der Auswahl der Kirchenvorsteher und Kirchengemeindevertreter gelöst. Jedes Volk brauche die Organisation des religiösen Willens. Stadt- und Kreisschulrat Dr. Henß widmete der Tagung im Auftrage der Stadt und des Oberbürger. Meisters herzliche Grütze. Man lebe im Zeichen der Revolution, die auch nicht spurlos an der Religion vorübergehen könne. Aus tiefer nationaler Sehn- sucht zur Freiheit werde auch neues religiöses Leben erwachsen. Die Politik heiße „Deutschland", die Re- ligion „Christus". Volk und Gott seien die Hoch, ziele menschlichen Strebens. Pfarrer Mahr sprach im Namen der Gesamt- gemeinde, der Gesamtkirchengemeindevertretung und des Pfarrkollegiums in Gießen. Keine Frage, jo führte er aus, fei aktueller, als die Frage „Kirche und Männer". Lebendige und fruchtbare Beziehun- gen müßten beide verbinden. Kirche und Männer müßten sich finden. Pfarrer S a 11 k e r-Wiefeck be- glückwünschte den Landsoerband im Namen des Dekanats Gießen und der übrigen oberhestifchen Dekanate. Er forderte zur Werbetätigkeit besonders in Oberhesten auf. Die Männer müßten über die Frauenvereine in Oberhesten als Mittler gewonnen werden. Der Vorsitzende des Landesverbandes dankte für die übermittelten Glückwünsche. Sodann sprach der Festredner Pfarrer Probst (Frankfurt a. M.-Oberrad) über das Thema: „Die kirchliche Lage der Gegenwart und die Aufgaben der TNännervereinigungen in ihr". Er führte u. a. auS: Die kirchliche Lage der Gegenwart wechsele ständig. Man erlebe gegenwärtig fo etwas wie eine Geburt. Wem: so etwas geboren werde, wie eine deutsche evangelische Kirche, fo könne das nicht so ohne weiteres vor sich gehen. Man müsse aber den Kopf oben behalten. Gegenwärtig stehe die Frage des Reichsbischofs im Vordergrund des Interesses und dabei werde fast vergessen, daß die kirchliche Lage im Volke viel wichtiger sei. Hier stehe man vor ernstesten Fragen. Das religiöse Interesse im Volke fei geschwunden. Vieles andere sei lange Zeit wichtiger erschienen als Kirche und Gottesdienst. Die Geistlichkeit habe unter leeren Kirchen gelitten. Run warte man mit Sehnsucht auf das innerste Erwachen des deutschen Volkes. Das Dritte Reich bedürfe zu seiner festen Gründung auch der Erneuerung in Christus. Er, der Redner, sei der Lleberzeugung, daß Adolf Hitlers Bewegung Aufbruch in Volk und Kirche fei. Adolf Hitler ringe auch um Luther. In ihm lebe echtes Luthertum. Jetzt breche ein Keim aus der deutschen Erde, der zwei Blüten bringe: den nationalen Sozialismus und eine neue in Christus gegründete deutsche evangelische Kirche. In Adolf Hitler habe Gott seinen Mann geschickt zu rechter Stunde. Adolf Hitler, ganz erfüllt von unerschütterlichem Glauben zu Gott, habe dem Volke etwas Reues geschenkt. Die Kirche habe die natürliche Aufgabe, das Gewissen des Staates zu sein. Davon habe man allerdings in den letzten 14 Jahren nicht viel verspürt. Heute könne man fast sagen, daß Adolf Hitler das Gewissen der Kirche geworden sei. Die Kirche fei in schweren Jahren nicht kämpferisch genug gewesen. Eie dürfe sich nun nicht mehr in Ueberheblichkeit Adolf Hitler und dem Rationalsozialismus gegenüber- stellen, sondern müsse Llmkehr halten. Der Wunsch der evangelischen Männervereini- gungen, die Männer zusammenzuschließen, fei ein glücklicher Gedanke. Dabei dürfe man aber nicht stehen bleiben. Cs gelte der Kirche eine Schar zu schaffen, die. eine geistliche SA., Kämpfer für das Wertvollste und Innerste werden. Die Verbände müßten sich umstellen nach dem Prinzip, daß sich jeder sage »ich will mich Christus und der Kirche ganz zur Verfügung stellen". Jeder müsse dabei fein mit fanatischer Hingabe. Es gehe nicht mehr, daß man für seinen Glauben nur noch einige Pfennige übrig habe. Es nütze nicht der schone Gedanke allein, auch nicht die Theologie allein, sondern allein der Eifer zu Jesus ChristuS. Man brauche Männervereinigungen, in denen jeder Soldat der Kirche sein müsse. Laienschulungsstätten mühten errichtet werden, und Hunderte, die hinaus- ziehen, müßten Tausende bringen. Alle müßten ergriffen werden vom Geiste Christus', dann würden Rom und der Bolschewismus die deutsche Festung vergeblich berennen. Wenn von innen heraus die evangelische Kirche gefestigt sei, dann sei ihre Schwäche überwunden. Dann werde sie wieder das ganze deutsche Volk umfassen. Dann stehe die Kirche nicht mehr im Schatten Roms. Dann gebe es eine starke evangelische Kirche im Deutschen Reich. Gottes Aufgabe sei aber noch nicht erfüllt. Erst müsse in einigem evangelischen Geiste das Volk verbunden sein, denn erst bann fei die wahre Volksgemeinschaft Wirklichkeit. (Lebhafter Beifall!) Mit einem kurzen Schlußwort beendete der LandesverbandSvorsitzende der evangelischen Männervereinigungen Oberreallehrer Frank, Darmstadt, die anregende Tagung. G. A.-Sport. Gießener CRuhergefellfdjaff in Würzburg und Bad Ems. Die Mannschaften der Gießener Rudergefell- schäft starteten am vergangenen Samstag und Sonntag an zwei Plätzen, und zwar in Würzburg und in Bad Ems. Die Rennen brachten für die hiesigen Ruderer zum Teil angenehme, zum Teil unangenehme Dieberraschungen. Am Samstag vermochten die GRGer im Deutschen Ruder-Ver- bandsvierer den deutschen Meister „Unbine“ Saarbrücken zu schlagen. Zeiten: 5:09,8 5:10.04 Minuten. Der Jubiläumsachter, der am gleichen Tage ausgefahren wurde, ging im Kamps gegen den Achter des Würzburger Rudervereins verloren. Am zweiten Tag nahmen die Saarbrückener Ruderer im Kaiser-Vierer an der Mannschaft der GRG. Revanche und verwiesen den Sieger deS Vortages auf den zweiten Platz. Im Prinz-Luit- pold-Achter mußten die Gießener abermals die Dleberlegenheit der Würzburger anerkennen. Auf der Regatta in Bad Ems errang Friedel 3 ö b t gegen Leih- Wetzlar, einen Sieg im ersten Einer. 3m Ermunterungs-Vierer ließen die Mannen der Gießener Rudergesellschaft ihre Mitbewerber RD. Bad Ems und »Rhenania", Koblenz, weit hinter sich. Schon 50 Meldungen zum „Großen Motorradpreis von Deutschland^. Der erstmals vom ADAC, durchgeführte „Große Motorradpreis von Deutschland" verspricht schon jetzt, nach Meldungseingang und Publikumsintcr- esse zu urteilen, das Ereignis im deutschen, ja im europäischen Motorradsport zu werben. Obwohl der Meldeschluß für die am 9. Juli auf der Avus zum AuStrag gelangenden Veranstaltung erst am kommenden Sonntag abläuft, sind schon jetzt weit über 50 Rennungen für den „Großen Preis" eingegangen. Drei große deutsche Fabriken, und zwar BMW., DKW. und Triumph werden zu diesem Ereignis neue bzw. verbesserte Maschinen herausbringen, um im Kampf mit der ausländischen Elite erfolgreich bestehen zu können. Auch der gleichzeitig ausgetragene letzte Laus um die Deutsche Seitenwagen» Mei st erschuft wird stark umstritten fein. Die bisherigen deutschen Meister dieser Kategorie — die Seiten- Wagen-Meisterschaft wird erst im dritten Jahre ausgefahren — haben ihre Meldung abgegeben und treffen auf beste Gegnerschaft. Wettervoraussage. Don Westen her steigt der Luftdruck weiter an, so daß sich ein Tiefdruckwirbel über England bereits aufgefüllt hat. Die Störungstätigkeit im Nordosten ist Zwar noch nicht ganz behoben, wird aber auch mit der Zeit mehr abflauen. Da zuitzichst von Nord- westen noch ozeanische Luft herankommt, wird neben Aufheiterung zeitweise wechselhafte Bewölkung auf- treten, wobei vereinzelt auch Neigung zu gewitter- artigen Schauern besteht. Im allgemeinen geht aber die Wetterlage einer Besserung entgegen. Vorhersage für Dienstag: Teils wech. feind wolkig, teils aufheiternd, schwankende Temperaturen, vereinzelt noch Neigung zu Gewitterstörung. Vorhersage für Mittwoch: Fortfchrei- tende Besserung der Wetterlage. stamntie für absolute Echtheit und Reinheit unserer vollkommen auf alle Motortypen und alle Jahreszeiten abgestimmten SHELL AUTOOEL-Sorten bietet die Verplombung unserer Kanister und SHELL AUTOOEL- Kabinefrts, der modernen, überall auf gestellten gelb-roten Oelpumpen. SHELL AUTOOELE werden in deutschen Fabriken hergestellt und auch in beträchtlichen Mengen von uns In außerdeutsche Länder exportiert, eine Tatsache, die die deutsche Handelsbilanz günstig beeinflußt. SHELL AUTMELE _______immer ««terPlomdeu-M schufj! 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I. 295 633 Arbeitsuchende (246 262 Männer und 49 371 Frauen) gezählt, das sind 27 231 Arbeitsuchende weniger als im gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Entwicklung in den einzelnen Arbeitsamtsbezirken war nicht ganz einheitlich. In fünf von den 18 Arbeitsamtsbezirken nahm die Zahl der Arbeitsuchenden zu. Die Zahl der Arbeitslosen betrug Mitte Juni 282 044. Die berufliche Gliederung der Arbeitsuchenden zeigte in den Saisonaußenberufen Landwirtschaft, Industrie der Steine und Erden, Baugewerbe und Berkehrsgewerbe eine weitere stärkere Abnahme. Bei den industriell beeinflußten Berufen ergab sich in den Gruppen Bergbau, Holz- und Schnitzstoffgewerbe und vor allem in der Metallindustrie durch die anhaltend gute Beschäftigungslage in der Automobilindustrie ein weiterer Rückgang. Die Gruppe Häusliche Dienste nahm zum Teil im Zusammenhang mit der Aufhebung der Beitragspflicht zur Arbeitslosenversicherung und der Senkung der Beiträge Die Zahl der hauptunterstühungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung ist von Ende Mai zu Mille Juni um 1351, die in der Krisenfürsorge um 591, in beiden Unter- stühungseinrichlungen zusammen um 1942 zurückgegangen. Es wurden Mitte Juni in der Arbeitslosenversicherung 21 501, in der Krisenfürsorge 67 708, in beiden Unterstützungseinrichtungen zusammen 89 209 Hauptunterstützungsempfänger gezählt. Die Zahl der Notstandsarbeiter betrug nach dem Stande von Ende Mai 7403 gegenüber 7616 von Ende April. Hierunter waren im Mai 890 und im April 782 Notstandsarbeiter aus der öffentlichen Fürsorge. In der letzten Maiwoche wurden insgesamt 4390 (3216 Männer und 1174 Frauen) Kurzarbeiter mit drei und mehr Ausfalltagen gezählt. Sronffurf überwiegend schwächer, im Verlauf gebessert. Frankfurt a. M., 26. Juni. (WTB. Drahtmeldung.) Der amtliche Verkehr litt zu Wochen- । Beginn immer noch unter der Geschäftslosigkeit. Gegenüber verschiedenen Verkäufen (hinter denen man das Ausland vermutet), die das Kursniveau recht weitgehend beeinflußten, boten Anregungen aus der Wirtschaft dem Aktienmarkt eine gewisse Stütze; auch die ziemlich feste Haltung der Aeuyorker Samstags-Dörse und eine wieder etwas zuversichtlichere Beurteilung der Weltwirtschaftskonferenz stärkten die Widerstandsfähigkeit. Dennoch überwogen zunächst noch die Abschwächungen, die im Allgemeinen von 0,5 bis 2 Prozent gingen. Einzelne Werte zeigten dagegen Erhöhungen, so Metallgesellschaft 0,75 Reichsbank 0,88 und Mannesmann 2,25 Prozent. Am Montanmarkt gaben Harpener und Klöckner- Werke bis 1,25 Prozent nach, Rheinstahl verloren 2, von Chemiewerten IG.-Farben 0,88 und Dt. Erdöl 0,5 Prozent. Von Elektrvpapieren verloren Licht & Kraft und Gesfürel etwa je 2,5 Proz. und Lahmayer 1,5 Prozent. Von sonstigen Aktien büßten Aschaffenburger Zellstoff 1,38, Dt. Linoleum 0,5, Kali Westeregeln 1,5 Prozent ein. Der Verlauf zeigte dagegen allgemein Erholungen von durchschnittlich 0,5 bis 1 Prozent. Farben konnten so den Anfangsverlust wieder einholen; durch besondere Festigung fielen Dt. Erdöl mit plus 1,5 Prozent gegen den Anfang und Chade mit plus 3 Mark auf. Felten kamen 0,75 Prozent höher zur Notiz. Am Rentenmarkt konnten sich die Kurse nach anfänglichen Abschwächungen meist auf Samstagsniveau erholen. Schuldbuchforderungen waren etwas schwächer, Schutzgebiete waren gesucht und gegen Samstag etwas höher. Stahlverein-Bonds gewannen nach schwächerem Beginn 0,50 Prozent. Ausländer lagen vernachlässigt, Mexikaner etwa unverändert. Am Pfandbriefmarkt waren Rheinische Hypotheken-Dank ziemlich unverändert, Goldpfandbriefe und Kommunalobligationen der Frankfurter Institute lagen eher etwas schwächer. Mit Minus-Minus erschienen 1928er Hessische Dolksstaat-Anleihe, ebenso am Einheitsmarkt Süddeutsche Immobilien und Vereinigte Strohstoff Dresden. Auch der Rentenmarkt hatte im Verlaufe etwas freundlicheres Aussehen. Tagesgeld war zum Satze von 3,50 Prozent unverändert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 26. Juni. Auftrieb 1300 Rinder (349 Ochsen, 105 Bullen, 437 Kühe, 362 Färsen), 608 Kälber, 85 Schafe, 3993 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgif- mästete höchsten Schlachtwerts, jüngere 29 bis 32 Mark, ältere 25 bis 28, sonstige vollfleischige, jüngere 22 bis 24; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 26 bis 30, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 21 bis 25; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 24 bis 27, sonstige vollflei- schige oder ausgemästete 20 bis 23, fleischige 16 bis 19, gering genährte 12 bis 15; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 29 bis 32, vollfleischige 25 bis 28, fleischige 22 bis 24. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 37 bis 40, mittlere Mast- und Saugkälber 33 bis 36, geringe Kälber 26 bis 32. S ch a f e: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 24 bis 27. S ch w e i n e : vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 35 bis 38, von etwa 200 bis 240 Pfund 35 bis 38, von etwa 160 bis 200 Pfund 33 bis 37, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 31 bis 35 Mark. — Marktverkauf: Rinder schleppend, nahezu ausverkauft, Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine ruhig, später obflauend. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. V.: H. L. N e u n e r. Wann _ I / Stevhanstraße 18. A166Q 4I63D Gießen (Schützenstraße 12). den 25. Juni 1933. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 28. Juni, nachmittags 2 Uhr statt 4164D Gretel Wetterhahn und Enkelkinder 4165 D Ginzach (Allgäu), den 21.3uni 1933 416’0 4158 A 4056 A gewiß, aber der Gedanke, den diesjährigen Urlaub zu Hause verbringen zu müssen, braucht deshalb nicht trüb zu stimmen. — Man kann sich’s ja daheim doch gemütlicher und schöner machen. Am leichtesten.... mit einer neuen, geschmackvollen TAPETE von dem Alleinsteh. Dame sucht in gut. Hause 2 schöne Zimmer mit Küche pari. ob. 1. Stock für 1. Aug. Schrift. Angeb. unt. 03869a.d.Gieß.Anz. Or.Hch.Molaus u.FrauAnni,geb.Zung zeigen voll Freude die Geburt eines gesunden Zungen an In tiefer Trauer: Louis Wetterhahn Siegbert Wetterhahn u. Frau Käthe, geb. Muth Dr. Curt Mayer u. Frau Irma, geb. Wetterhahn I oder 2 Zimmer und Küche von ölt. Ehepaar z.1. August gesucht. Schriftliche Angebote mit Preis u. 03811 a. d. G. A. Bekanntmachung. Sehr.: Die Eichung ortsfester Waagen. Die Fuhrwerkswaage in der Gabelsbergerstraße wird wegen Neueichung vom Dienstag, dem 27. Juni, bis einschließlich Samstag, den 1. Juli 1933, gesperrt. Gießen, den 24. Juni 1933. (4159E Bürgermeisterei Gießen. I.V.: Dr. Hamm. Meine innigstgeliebte, treue Frau, unsre herzensgute, treusorgende Mutter und Schwiegermutter, unsre liebe Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Jenny Wetterhahn geb. Haas wurde uns in ihrem 57. Lebensjahr durch einen sanften Tod entrissen 0Tapet£nhaus • Hch. Hochstätter Brandplatz 1 ,,, auch aparte Dekor-Stoffe habe ich Das Personal der BroiwMerei „EdeleeW" Gießen, den 26. Juni 1933. für Sie .... 1 Tieferschütternd erhielten wir die schmerzliche Nachricht von dem so plötzlichen Ableben unseres so guten, hochverehrten Seniorchefs Herrn FrieM Kiner. Alle, die mit ihm und für ihn gearbeitet haben, wissen, was uns verloren gegangen ist Weit über das Grab hinaus werden wir ihn in gutem Andenken behalten. Sein Name wird bei uns fortleben! 1-2000 BL gegen erstkl. Sicherheit f. kürzere Zeit v. Selbstgeber gesucht. Schriftl. Ang. unt. 03871 an d. G. A. Statt besonderer Anzeige. Unerwartet verschied nach längerem Leiden mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Gatte, mein lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Wörner Inhaber der Großwäscherei »Edelweiß« Eme packende Schilderung des heldenmütigen Kampfes des erwachten Deutschland bis zum endgültigen Siege. Dieses Ringen des Volkes nm seine Freiheit Ist ein Erlebnis für alle! Deshalb mnß jede deutsche Fran, jeder deutsche Kann jedes deutsche Kind diesen FUm sehe«. Im Beiprogramm: Anläßlich der Gießener Luftfahrt-Werbe-Woche „Hochstraßen der Luft“ und die Ufa-Ton-Woche. D 5000 M. geg.risikoloseSicher» beit zu leihen ges. Schr.Ang.u.4169D a.d. Gieß.Anzeiger. im Alter von 53 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenem Minna Wörner, geb.Treppinger Hermann Wörner und Familie. W nähen - sticken • kurbeln - zeichnen machen Hohlsaum - Wir fertigen Gardinen und Matratzen an i46sa "* Haus... 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Richter spricht einen eigens für „SA.-Mann I Brand“ verfaßten Prolog. Bühneneinlage: „Der No vemberverbrecher“ I melodramatische Soloszene, verfaßt und I dargestellt von Oskar Sauer. Bäl Der erste deutsche SA.-Film HH| Wochenendhäuser, Schuppen,Fahrradständer, zerleg- und versetzbar 32B0V Gehr. Achenbach GmbH., Weidenau/Sieg Postfach 150. Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstralle 7 Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 4167D Am 19. Mai 1933 bei der Firma Tapetenhaus Llise Nennstiel in Gießen: Die Firma ist geändert in: Ferdinand Nennstiel Sohn. Inhaber ist Ferdinand Nennstiel jun., Kaufmann, in Gießen. Am 27. Mai 1933: die Firma Happel & Co. in Gießen: Gesellschafter sind: Kaufmann Hans Happel in Gießen und dessen Ehefrau Anna Happel, geb. Waldt, in Gießen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 29. April 1933 begonnen. Kaufmann Hans Happel ist mit Wirkung vom 20. Mai 1933 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese erloschen. Dem Kaufmann Hans Happel in Gießen ist Prokura erteilt. Am 2. Juni 1933 bei der Firma heinr. Böhringer in Gießen: Der Heinrich Böhringer Ehefrau, Helene geb. Härpfer, in Gießen, und dem Kaufmann Richard Kraus, daselbst, ist Einzelprokura erteilt. Am 22. Juni 1933 bei der Firma J. Hirsch Dwe. & Co. in Gießen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 23. Juni 1933. Hessisches Amtsgericht. Gießen (Liebigstraße 3) _ , 5---. , . l(-----t"q-------q.’ den 25. Juni 1933 Frankfurt/M. (Georg-Speyer-Str. 19) Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. Juni, nachm. 3.30 Uhr, vom Portale des Neuen israeL Friedhofs in Gießen aus statt Auw gut erhalten, neuwertig, gegen Kasse gesucht. Schriftliche Angebote unt. 03870 an den Gießener Anzeiger. Gartenmöbel besond. Friedhorö-Bänke, -Sessel, Gießkannen. Kranzständer usw. sowie berausnebmb.,vat.Wäsche- •mA pfähle, per Stück RM. 5.— u. 6 — Edgar Dorrmann, Gießen. 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SS 'S®» * ,-c^. »sr E E » E 2 ,19 S e B C, 55 2 ® EX Eta »5? =3 = ö€ ID •e' b = ■§ E, = E «• § e) o 2 5S S"8 E j- §.2- £ S o: a e Z.sr S E SA" 2 s «ä-t |« A:S O E 2 2 e~ a* £ C >— 2 □ 2xj E A ID c 2 55 2 °§e = ! e 5^ 9 E HE EZ-ß -8 4s s 3 oS3 .2« F— JJS (9 - e E öj-« E w ~ Ea£. E^E°E 1^. s£> s K B s? t a 5 HD Cb» ■Seb 13 ü€ €€tö-2 --E± 8 g& » 2 ä >- 3, C r_. 3 « • L) 2 UC E u ? 5 2 5) = b e E |E«E c$.*— = 8 E o a t- c E? K 7: E9 — 9 — ö- O ----* a E C «. X 5 ® baAA aO E ZZLZ 1 E_-3 E 0-2 O 3 - Vs« 9'Z9 _ ocy 35^le E'SjS^e C biÖ E? -b — c 2,2 -e = to E E = 19 « RK- - u. C 8 c — ß« = _E e . •5.2 O-:O H8 -C Q _a h b.e E 8 E E a sr dC o •355 -- E 8-8 Z 8 cs 3 g; ■c- e 67 G E ’E Q e u. ■3 8 b «I U o» C — VOaO _ s 3 —* cv‘ S E 2 0 G tf> 'S -Q E E 8 -E M Q E E ° E — c o kC? E3^ 'S C E o ■XD O 9 d 9 u := §s ID® = E E ° E — isej. 'E.= ese c E E CoHe c O c- — .fp 2;^jo a c 3 E O 5 = -- c CS ö 3 —L b. _: — E 0 2 . = H L E -- CS - 5^-0 =« 3 ® ° I 12ß~ Hs Q-S.9 t E = §= L"L® 8 3-0 3 — Zs; Q — b.4 ■21 o jh 3 a. ty o o w ■ - 1* S e> ■ CS OH E 9 «1 2 ^.8 Z'D 2tD Q in e 3 L = iDg-2 2^3 2 67 67 J3 5 ’S» cs x> 5 a L m 4 c A E . 4 id£- ^2-FA 4 s ä 5-e to-e-19 (Dl tD S- EÄ 2 = g-E «A m •— CH » « m = 67 3® sr B m gf — S® b? 3 cj -SjZZsr S 3- iStD CSE E 3 E o ~ -0 25 = jQi--’ a. - AZT o o A-8 »t-E-ö CS ^4=0 »‘i: 3^ 9= Je . E AC7 e B. o'S? •e 0 3 b4 ^«sr B c =s M E 3 IDS = ■ "2 *° = ES 3’S — 2 2 E J El. C ® 2 = fio-£ «XÄ Zu sr-jL -38 (D Ss ■’e = 67 _A- C = ä? El C 230«! >—exs^? £^-389: ^8A - e E ~' 2 "c ° b. 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