Nr. 121 KrübauSsabe 185. Jahrgang Zreitag, 26. Mai 1955 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drorf und Verlag: vriihl'sche Universttälr-Vuch- und Stcinöruderei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Der erste Soldat des Dritten Reichs Zur zehnten Wiederkehr des Todestages Albert Leo Schlageters Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwonlich für'Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin undfür denAn- zeigcnteil i. D.TH.ltümmel sämtlich in (flitzen. Eriche, t täglich, auhei Sonntag- und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monati-Be$ug$preis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlusie unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger riehen. Pofifdiedfonto: Sronffurl am Main 11686. Symbol und Aufgabe. Don Friedrich Wilhelm Heinz (GDS.j. Aus dem Blute der Helden erneuern sich die Böller. Wenn der Strom des Opserblutes der Besten versiegt, verdorren die Böller an der Wurzel. Sie sinken in die Bucht der Geschichts- losigkcit zurück und verlieren die Rechtfertigung zur Herrschaft, mag Stamm und Krone auch noch grünen. Das Blut, das um die Wurzeln unserer Kraft flieht, bedarf des unaufhörlichen Zustroms. So ist keiner der Toten unserer zweitausendjährigen Geschichte umsonst gefallen, und so wird kein Opfer künftiger Entscheidungen vergebens gebracht sein. Wenn die Rainen verwehen und die Leiber vermodern, Jo geht der Geist ein in die Ewigkeit des Bolkes, um das mahnende Gewissen der Gegenwart und die anspornende Verheißung für die Zukunft zu bilden. Wenn gar der Opfertod einer Äielzahl von Helden ihr Sinnbild und Symbol fand in einem, der für alle starb, so wirken Tat und Tod dieses einen als eine volkbewahrcnde und volkerzeugende Kraft fort in die fernsten Jahrhunderte hinein. Bon dieser Art und von diesem Rang ist Albert Leo Schlageter, der vor 10 Jahren, am 26. Mai, in der Goltz- Heimer Heide unter den Kugeln der Franzosen niedersank. So geht es denn, wenn wir den Bamen Schlageter nennen, nicht um menschliche, fon* dcrn um göttliche, nicht um zeitliche, sondern um ewige Dinge. Schlageter ist das Symbol für einen Glauben, ohne den es keine Zukunft gibt. Bier Jahre und fünf Monate lang gehörte cs zum bittern und selbstverständlichen Tagewerk der Deutschen, die besten Söhne des Volkes in die Feindeserde zu betten. Bur von ganz wenigen, wie etwa von Richthofen, blieb einer Allgemeinheit der Toten Baine und Gesicht bewahrt. Die zwei Millionen Toten der grauen Armee aber wurden eins in Antlitz und Bild des schlichten und namenlosen Soldaten der Front. Bicht der Einzelne tritt in unser Gedächtnis, wenn wir an die unendlichen Gräberrcihen in West und Ost denken, sondern cs ist die skclett- haft-visionäre Gröhe des Frontsoldatengesichtes aus den furchtbaren Materialschlachten, das, die Stirne von der Krone aus Dornen und Lorbeer zerstochen, sich vor uns aufreckt. Der Soldat des Weltkrieges, der den Frieden erleben durfte, der kein Frieden war, und dem die Schmach des Vaterlandes unerträglich schien, warf sich hinein in die grohe Wandlung der deutschen Seele und der deutschen Gestalt, die mit dem August 1914 begann, und die in diesen Monaten ihren ersten revolutionären Durchbruch erlebte. Im Baltikum, in Oberschlesien, an der Ruhr, vor der Münchener Feldherrnhalle, überall, wo im Nach, krieg, der wiederum blutiger Krieg war, gekämpft und gestorben wurde, ging es um diese Verwandlung. Hanns Iohst hat recht, wenn er den Sinn dieser Wandlung dahin auslegt, daß Schlageter nicht der letzte Soldat des Weltkrieges, sondern der erste Soldat des dritten Reiches sei. Denn als das deutsche Volk, und in seinem Namen das heimliche und unterdrückte, das rebellierende und nicht verstandene Soldatentum an jenem blü- tenschweren Frühlingstag des Mai 1923 aus den Händen des Feindes den Sarg empfing, der das Sterbliche an Albert Leo Schlageter barg, häufte sich die Fülle der Kränze nicht über einem der zwei Millionen Namenlosen, sondern aller Schmerz und aller Stolz, aller Glaube und alle Opserbereitschaft entfammte am Vorbild dieses Einen, und der Name Schlageter, umweht von Weihe und Ehre, ging unmittelbar und ganz persönlich ein in das ewige und unauslöschliche Seelengut des deutschen Volkes. Der alemannische Bauernsohn, der Mensch, Soldat und Offizier «chlageter, war nicht mehr und nicht weniger gewesen — bis dahin —, als alle die andern toten ober überlebenden Namenlosen des großen Krieges. Schlageter hatte in Den feurigen Wirbeln der Schlachten jene Prägung durch das Hammerwerk des Schicksals empfangen, die eine andere Mannschaft in die verzweifelte und müde Heimat zurückkehren ließ, als sie die unterwürfigen und durch die Schlammflut der Novemberrevolte hochgespülten „Führer" erwarteten oder dulden konnten. Dieser jungen und heroischen Mannschaft war der Krieg zur Sinngebung des Landes gewor- den. Hatte das innere Kommando ihres Blutes ihr die erste Freiwilligkeit des August 1914 und die zweite Freiwilligkeit des Herbstes von 1918 befohlen, so befahl ihr jetzt die Schmach der Nation erst recht neue Gesetze, erst recht eine dritte Freiwilligkeit der bedingungslosen Hingabe, der Verwegenheit und des Einsatzes. Die Gefahr war Schlageters Heimat geworden. Freiheit hieß sein Wollen, das sichere Gefühl für das Entscheidende verkündete ihm beim Einbruch der Franzosen in das Reich, daß ohne Angriff und Gewalt die Macht des Feindes nicht zu brechen sei. Schlageter begriff nicht, daß ein kriegerisches Volk, wie das deutsche, vermeinen könnte, es könne einen siegestrunkenen und gutbewaffneten Gegner durch das Mittel des schweigenden Erduldens, des „passiven Widerstandes" vertreiben. So unterdrückte, Schlageter jeden Spruch des sogenannten „gesunden Menschenverstandes", ein Einzelner sei machtlos l gegen einen ganzen Staat, und zog los, Tag für i Tag, Nacht für Nacht, um mit jeder Brückenfpren- I gung die kalte Lavakruste um das Herz seines Volkes zu sprengen, um mit jedem hochgejagten Transport das Blut seines Volkes aufkochen zu (affen und um nicht nur dem Feinde, sondern auch der deutschen Feigheit und dem deutschen Kampfverzicht Abbruch zu tun. Bis zu dem Tage, da Verrat ihn in die Gewalt des Feindes fallen ließ, war Schlageter Soldat, Kämpfer, Hasser gewesen. Bun aber to-.r er mehr, nun stand er da für ein Volk, nun mußte er durch Haltung und Tat gutmachen, was die ganze Bation gefehlt hatte. Zuerst gedachte Schlageter zu fliehen. Doch als sich tatsächlich die Möglichkeit der Flucht bot, als ihm Hilfe von außen und die Menschlichkeit der Wächter den Weg in die Freiheit bahnten, lehnte Schlageter ab, diesen Weg xu gehen. Wir, seine Kameraden aus dem Ruhrkampf, haben ihn damals noch nicht begriffen. Heute wissen wir, daß er über sich hinaus gewachsen war, daß er in letzter Größe einsam für alle stand, er Gilbert Leo Schlageter, ein unbekannter deutscher Soldat. Mit heiterer Gelassenheit schrieb er die kindlich reinen Abschiedsbriefe an seine Eltern. Mit Der- achtender Ruhe wies er das Freiheitsangebot um den Preis des Kameradenverrats zurück. Schlageter war bereits vor seinem Tode Symbol geworden. Die Wurzeln unsres deutschen Lebens dürsteten nach dem versöhnenden Blute des Opfers. Schlageter beschloß, dieses Opfer zu sein. Selbst schon nicht mehr Teil dieser Welt, längst schon abgeschieden von dem, was er in seiner irdischen Verstrickung gewesen war, hauchte er am 26. Mai 1923 sein Leben aus unter den Kugeln der französischen Henker. Sein Leib ruht in der mütterlichen Erde seiner Heimat. Sein Blut kreist um die Wurzeln unsrer Kraft. Sein Geist ging ein in das ewige Gewissen der Deutschen. Sein Grabstein lastet solange auf der Ehre der Bation, als die volle außenpolitische Freiheit nicht erkämpft ist. Die Tragödie auf der Golzheimer Heide. Don ORolf Brandt. Dem Buche Rolf Brandts, „Leben und Sterben eines deutschen Heide n", Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, der einzigen authentischen Darstellung seines Lebens entnehmen wir folgende ergreifende Schilderung: Schlageter hatte nun auch ein letztes Auf- flammen seines Glaubens an Befreiung niedergerungen. Er sah jetzt dem Tod ins Auge. Ruhig und gut, ein einfacher und wahrhafter deutscher Mensch, ging er den Weg zu seiner letjten Stunde. Er schrieb an seine Eltern und Geschwister, und immer stand das Bild seiner Heimat dabei vor seinen Augen. _ 10. Mai. Liebe Eltern und Geschwister! Höret das letzte, aber wahre Wort Eures ungehorsamen und undankbaren Sohnes und Bruders. Seit 1914 bis heute habe ich aus Liebe und reiner Treue meine ganze Kraft und Arbeit meiner deutschen Heimat geopfert. Wo sie in Bot war, zog es mich hin, um zu helfen. Das letztemal hat mir gestern mein Todesurteil gebracht. Mit Ruhe tjabe ich es vernommen, ruhig wird mich auch die Kugel treffen. Hab' ich doch alles, was ich tat. nur in bester Absicht ausgesührt. Kein wildes Abenteuerleben war mein Verlangen, nicht Dandenführer war ich, sondern in stiller Arbeit suchte ich meinem Vaterlande zu helfen. Ein gemeines Verbrechen oder gar einen Mord habe ich nicht begangen. Wie alle anderen Leute auch über mich urteilen mögen, denkt Ihr doch wenigstens nicht schlecht von mir. Bemühet wenigstens Ihr Euch, das Gute zu sehen, was ich gewollt habe. Denkt auch in Zukunft nur in Liebe an mich und haltet mir ein ehrenvolles Andenken. Das ist alles, was ich in diesem Leben noch verlange. Liebe MutterI Lieber Vater! Das Herz droht zu brechen bei dem Gedanken, welch gewaltigen Schmerz und welch grohe Trauer Euch dieser Brief bringt. Werdet Ihr sie ertragen können? □Heine größte Bitte wird bis zu meiner letzten Sekunde die sein, daß unser lieber Gott Euch Kraft und Trost senden möge, daß er Euch stark erhält in diesen schweren Stunden. Wenn es Euch irgend möglich ist, bitte ich Euch, nur noch einige Zeilen zu schreiben. Sie werden mich stärken auf meinem letzten Gang Ich lege heute gegen das Urteil Revision ein. Bun lebt wohl, feit in Gedanken noch einmal geküßt von Eurem Albert. Der Vollstreckungsbefehl traf nachts um Haibein Uhr in Düsseldorf ein. Um zwei Uhr wurde ein Geistlicher und der Rechtsanwalt Eengstock benachrichtigt. Schlageter wurde geweckt. Ein Offizier las ihm den Vollstreckungsbefehl vor. Das Gesicht Schla- gcters hat niemals vor einem französischen Offizier einen Schatten seiner inneren Bewegung gezeigt. Er bat, daß er wenige Zeilen an seine Eltern schreiben dürfe. Auch die Handschrift dieses letzten Briefes ist fest. Liebe Eltern! 26. 5.23.... -Nun trete ich bald meinen letzten Gang an. Ich werde noch beichten und kommunizieren. Also bann auf ein frohes Wiedersehen im Jenseits. Nochmals Gruß an Euch alle. Vater, Mutter, Josef, Otto, Frieda, Ida, Marie, die beiden Schwager, Göttis, die ganze Heimat. Euer Albert. Posten ziehen auf. Ein Geistlicher wird zu Schlageter in die Zelle gelassen, damit er beichten und kommunizieren kann. Schlageter spricht ganz ruhig zu dem französischem Offizier: .Ich werde nicht in Gegenwart von.Ihnen und Ihren Soldaten mit meinem Gott reden." Der Geistliche sieht den un- geheuren heiligen Ernst im Gesicht des Todgeweihten. Er findet ein paar Worte, die den französischen Offizier bestimmen, errötend die Zelle zu ccr= lasten und die Posten draußen aufzustellen. Nur fünf Minuten gibt man Schlageter für die heilige Handlung. Der Offizier tritt in die Zelle und fragt ihn nach feinen letzten Wünschen. Schlageter sieht ihn fast ein wenig erstaunt an. Aber er weiß, daß er feine Nerven noch wird brauchen müssen. Er sagt: „Eine Zigarette..." Er nimmt ein paar Züge, sieht auf das glimmende Feuer, und wirft die Zigarette zu Boden. Festen Schrittes folgt er der Wache in das bereitstehende Auto. Die Franzosen hatten die Exekution nach der menschenunwürdigen Vorschrift, die in ihrer Armee gilt, vorbereitet. Draußen am Rande des Nordfriedhofs hielt eine Kompanie. Vor dem Abfall eines alten Steinbruchs war eine Grube aufgeworfen. Davor stand ein starker Pfahl. Ein paar Offiziere, eine Gruppe französischer Infanterie. Die Dämmerung des jungen Tages zieht herauf. Am Himmel blaßroter und dann dunkelroter Schein, wie von einer Wunde. Die Verteidiger Schlageters sind am Platz. Er wird bei ihnen vorbeigeführt. Einen Augenblick preßt er die Lippen zusammen. Dann ist feine Stimme klar und fest, als ob er einen Sturmangriff kommandiere. „Auf Wiedersehen!" Er läßt sich ruhig zum Richtpfahl führen. Nun kommt die Infamie der französischen Exekution, die auch auf deutschem Boden die Gemein- heit einer französischen Hinrichtung durchführen will. Ein Sergeant bedeutet ihm, er solle niederknien. In Schlageters Augen, die schon dem Bild dieser Welt entsagt haben, flammt es noch einmal auf. Niemals! klingt ihm das Andreas-Hofer-Lied durch den Sinn ... will sterben wie ich stritt ... Da drückt ihm eine Bestie von französischem Sergeanten von hinten die Knie durch, daß er auf den Boden sinkt. Seine gefesselten Hände werden hinter ihm am Pfahl feftgebunben. Die Augen von Schlageter finb in biefem Augen- blick blaue Blitze. Eine Szene, so unerhört in ihrer Bestialität, daß selbst dieses französische Peloton unruhig wird. Man merkt Bewegung und nervöses Klirren. Der Offizier schreit in diesem Augenblick mit lauter Stimme, da er merkt, wie die Dinge stehen: „Zurück!" Trommeln wirbeln. Die Kompanie präsentiert. Schlageter reißt sich empor. Er kniet aufrecht. „Feuer!" Die Salve peitscht durch die Morgenstille. Der Körper sinkt in sich zusammen. Ein Offiziersstelloertreter tritt an ihn heran und setzt ihm den Revolver an die Schläfe. Revoloerschuß. Noch einmal bäumt sich der arme Leib empor. Schlageter ist endgültig gemordet. Das Wort stirbt, der Lorbeer redet. Durch die Morgenluft weht die Schande Frankreichs und der Ruhm eines deutschen Menschen, der seine Heimat heißer liebte als sein Leben. * Elberfelder Kameraden verlangten bei der französischen Kommandantur, die merkwürdig nervös und betreten war, die Freigabe des Leichnams. Der Sarg wurde aus dem besetzten Gebiet nach Elber- feld überführt. Er wurde in der Stadthalle auf- gebahrt und unter Kränzen begraben. Die Reichs- kriegsflagge lag über dem toten Schlageter. Tau- lende folgten feinem Sarge, als ihn Offiziere zum Bahnhof trugen, um ihn in die Heimat zu geleiten. 21uf den Bahnhöfen Taufende von Menschen, Korporationen, Vereine. Einig in Trauer und einig im Haß. Nun, da dieser einfache, liebenswerte und starke deutsche Mensch geopfert war, fühlte man die illamme des Opfers.^Auch in Berlin bekam man um diese Zeit rote Flecke der Scham im Gesicht, wenn an Stellen, die wußten, wie die Dinge gegangen waren, der Name Schlageter fiel. Schlageter hatte zu seinen Lebzeiten irgendwo im Baltikum die Abwandlung, nur den Schluß eines Liedes in fin- nifdjer Sprachform kennengelernt: „Das Banner muß stehen, wenn der Mann auch fällt." lieber ihm mefjte die Fahne Deutschlands, an die er geglaubt, für die er gestorben war, schwarzweihrot. Schlageter. Von Friedrich Wilhelm Heinz GDS. Kein Wehruf klage, wenn wir kündend preisen Das Tatbekenntnis deines Heldentums. Wenn Opferwille, Mannesmut des Ruhms Sieghafte Banner in die Feinde reißen! e Ein Funke fiel aus gotterfüUten Fernen In eine Welt, von Feigheit Überfchlammt. Ein Funke fiel, und eine Tat entflammt Die Fackelantwort strahlend zu den Sternen. Denn Tat ist Anfang! Und der Kampf ist Zeugung! Ihr Alleswöger, Niemalswager: Wasser, Laulichtes Wasser bleibt eu'r Blut! Uns bebt Und kocht es grollend in der Ketten Beugung: Werft euer Herz ins Dickicht eurer Hasser, Und ihr lebt ewig, wie Schlageter lebt! Mein Batteriekamerad vom FM. 76. Von Or. Richard Wenzl, Freiburg, Stahlhelm-^andesführer Baden-Württemberg. Es war im Herbst 1914. Der Regimenlsadjutant rief an und meldete frisch eingefroffencn Mann- fchasts-Ersah. Darunter waren sechs Kriegsfreiwillige. Keine Batterie wollte diese jungen Kriegsfreiwilligen gerne haben, man hielt wenig ton ihrer Schnellausbildung und ihrer großen Jugend. Da bat ich darum, sie unserer Vat- terie und meinem Zug zu überweisen. So kam mit fünf anderen Albert Leo Schlageter in den 2. Zug der 6. Batterie FAR. 76. Die jungen Männer waren wirllich keine Soldaten, die Ausbildungszeit war zu kurz, das Lehr- Personal noch zu ungeübt. Aber eine heilige Begeisterung brachten diese jungen Freiwilligen mit, welche uns tief ergriff. Wir waren alle rauh und hart geworden, wir hatten die erste Nervenprobe, die erste Krise des unaufhaltsamen Vorstürmens gerade hinter uns, wir murrten über den Rückzug der ganzen Front, über den widerlichen Stellungskrieg, über den Dreck und Schlamm von Flandern, über den Munitionsmangel und wir sahen das erste Feldweihnachten sicher vor uns — ahnungslos, was uns noch alles bevorstand. Und nun standen diese jungen frischen Burschen vor mir, ein Hauch der Heimat war an ihnen und ohne daß sie es aussprachen, da stand vor uns allen das eine Wort ,M utter"! Da wurde uns wieder klar, daß zuhause Menschen, liebe deutsche Menschen wohnten, mit einem grenzenlosen Vertrauen zur Front, zu uns Soldaten — und daß diese Mütter uns ihr Bestes und Liebstes gesandt hatten, ihre Jungens, damit die Front stehe und neues Blut erhalte und neue Kraft. Und die Front standl So bin ich an die schwere Aufgabe gegangen, diese jungen Menschenkinder zu Soldaten zu erziehen und darüber zu wachen, daß sie uns nicht gleich weggeschossen würden. Riesengroß war ihr Lerneifer und heilig war ihnen die Pflicht. Ich weiß noch, daß ich einen um den anderen mitnahm bei den Gängen durch die Stellungen und daß es doch etwas Herrliches war, diese gläubigen Menschenkinder einzuweihen in ihren schweren Dienst. Der Uebel Größtes war damals das Feld- t e l e p h o n. Rie funktionierte es richtig und stets hatten die höheren Dienststellen etwas zu tadeln. Da kam mir der Gedanke, den Physikunterricht dieser jungen Freiwilligen auszunutzen und sie in den Telepyontrupp zu nehmen. Und nun auf einmal funktionierte das Telephon. Run auf einmal waren überall auch in anderen Formationen die , Kriegsfreiwilligen" begehrt und wurden in ähnlicher Weise eingesetzt. — Rur der Frontsoldat, das Grabenschwein, der Artilleriebeobachter, sie wissen was für eine ungeheuere Bedeutung der Telephondienst hatte im grohen Krieg. Das Leben von Tausenden — ja, in den Materialschlachten von Zchnt aus enden hing tausendfach oft an einer einzigen Strippe, an einem einzigen Stückchen Draht und an der todesmutigen Opferberritschaft der Telephontrupps. Es sind viel Heldenlieder gelungen worden auf den Infanteristen, auf den Pionier, auf den Flieger und U-Bootsmann — aber sagen muh ich, daß man eine Truppe prccht- vollster Frontsoldaten recht sehr vergeben hat: d i c Männer vom Feldtelephon! Und Albert Leo Schlageter war der Typ des pflichtgetreuen Feldtelephonisten in edelster Form' Wenn ich heute sein Bild zur Hand nehme, dann steht er wieder vor mir im stets mit Grabendreck beschmutzten Rock, die Finger schwarz vom Isolierband, Schraubenzieher und Zange in der Tasche, — und stets guten Mutes. Seine stille, unverwüstliche Fröhlichkeit, seine lachende, selbstt erständliche Pflichterfüllung, das unendlich Schlichte, Gerade und Einfache, aber durch und durch Soldatische sind mir als wesentliche Ein- orücke geblieben. War ich vorne bei der Infanterie zur Verbindung oder zu einem Kontrollgang — stets traf ich Schlageter irgendwo im Graben, immer wieder die Strippe flickend oder gar einen zweiten Draht lebend zur Sicherheit. Mehr als einmal kam er heim, den Vock durchlöchert von Granatsplittern oder Insanleriegescho sen. Inzwischen war er Gefreiter geworden. Das Regiment war aus Flandern an die Lorettohöhe und dann in die ruhige Champagne verlegt worden. Dann kam die Herb st schlacht in der Champagne. Duhendmale hatte ich Dienst im Graben als vorgeschobener Artilleriebeobachter. Iedesmal nahm ich mit Vorliebe Schlageter mit — er war im Stollen und Unterstand ein lieber, treuer Kamerad, ein zuverlässiger Kampfgenosse und die Verbindung zur Batterie war aufs Sicherste betreut. Vis dann die Absicht des Gegners immer offenkundiger wurde: die Herbstschlacht in der Champagne begann im Iahre 1915. Auch in unserem Abschnitt wurde getrommelt. Diesmal nahm ich Schlageter — er war inzwischen Unteroffizier geworden — nicht mit, er schien mir wichtiger als Leiter des Fernsprechtrupps, um die Erhaltung der Verbindungen mit allen Mitteln zu erzwingen. Es waren drei Tage furchtbarer Qual. Immer wieder riß der Draht — immer wieder meldete sich die Vätterie, hatten unsichtbare Hände geflickt und im tollsten Granatfeuer das Unmögliche möglich gemacht. Dann riß das Trommelfeuer ab und verlegte die ganze Wucht auf die rückwärtigen Verbindungen, Anmarschwege und Artilleriestellungen. Linis von uns steigt Welle auf Welle der graublauen Gegner mit aufgepflanztem Bajonett aus den Gräben. Ihr Hurra schallte bis zu uns herüber und am Kampf der Handgranaten erkannten wir, das; der Gegner tief eingebrochen war. Nahezu ohnmächtig lagen wir, Gewehr im Anschlag, hinter der Brustwehr — in diesem Feuer war ein Herstellen des Draptes eure Unmöglichkeit. Dann sta-.d plötzlich mein Kamerad Leutnant Geber vor mir! Pünktlich, auf die Minute, um mich nach den drei Tagen abzulösen. Wir muhten beide annehmen, daß unser Grabenstück jede Stunde angegriffen werden konnte. Das Schwerste kam — den treuen Kameraden vorne lassen und zurück zur Batterie. Befehl war Befehl — die Truppe brauchte jeden Offizier. Nie werde ich diesen Heimweg vergessen. Zerschossen bis zur Unkenntlichkeit jeder Laufgraben, ein Trichterfeld, dazu Granateinschläge rechts und links, vorwärts und rückwärts. Plötzlich pralle ich mit einem Kameraden zusammen: Schlageter flickt zum viel- hundertsten Male wieder den Draht — seit ©tun- den ist er unterwegs und arbeitet in diesem Hexenkessel Diese Minuten sind mir eine unauslöschliche Erinnerung an unseren Schlageter! Diese selbstverständliche Pflichterfüllung an einem Ort, wo alles vergebens und nutzlos schien. Kurz darauf wurde ich dann zur Fliegertruppe kommandiert. Im Frühjahr 1918 sah ich Schlageter wieder. Als das Iagdgeschwader Nichthofen in Cappy lag (wenige Tage nach dem Tode des Nittmeisters) zogen Feldartilleriebatter'.en am Flugplatz vorbei. Mit heller Freude erkannte ich meine Negimentsnummer — und dann kam Schlageter, er war inzwischen Offizier und Batterieführer geworden, aber sonst ganz der liebe alte Kamerad unverändert, stets froh und heiter, aber von hartem Willen und von eiserner Pflichterfüllung. Das Vorbild eines Soldaten von bestem Schrot und Korn, des wahren Offiziers, des Führers hat er seine Batterie musterhaft, und geliebt von seinen Leuten geführt bis zum Kriegsende. Es gibt für einen Mann und Soldaten nichts Schöneres, als aus jungen Männern wieder Soldaten, Offiziere und Führer machen zu dürfen. Das; ich dich, lieber Schlageter, zumSoldaten, zumOffizier und Führer erziehen durfte und daß du dies deinem alten Frontiameraden und Zugführer so gedankt hast, daß du der deutschen Iugend das leuchtende Beispiel gabst der restlosen, soldatischen Aufopserung — das ist der schönste und höchste Lohn, der einem Mann gegeben werden kann. . .1 Lind so kam Schlageter 1918 in die Heimat — und es erging ihm wie uns allen: Er verstand die Heimat nicht mehr! ilnfere Heimat war die Front geworden, die Kompanie, die Batterie! So wurden wir Freikorpskämpfer — so ging Schlageter ins Baltikum, so kämpfte er im Nuhr- gebiet 1923, so wurde er von eigenen Volksgenossen verraten und verkauft, wie Tausende von unseren Besten in den Freikorps! . .. Heute, im Mai 1933, prangt dein Heimat-Tal, das Wiesental, im Frühlingsschmuck, du mein Kamerad! Iunge deutsche Menschen im Braunhemd und im feldgrauen Rock marschieren wieder durch deine Heimatstadt Schönau, sie singen die alten, ewig jungen Lieder deutscher Soldaten, sie haben deine lachenden Augen, sie haben dein Blut und deinen Geist« . . . es ist wieder Frühling geworden in deutschen Landen! Dein Geist ist wieder unter uns — es ist de r Gei st der Front, der nie versagenden Liebe zu unserer Heimat, zu seinen Menschen! Das Werk, für das du geblutet und ausgelitten hast, das werden wir vollenden! Dein Opfer war nicht umsonst — es wird uns immer eine Mahnung sein in schwachen Stunden — und dein Name ist eingeschrieben in der Geschichte unseres Volkes als leuchtendes Beispiel des Freikorpsgsistcs, der die Fackel hochriß in den Tagen, als für unser deutsches Volk jede Hoffnung zerrann und der damit den Weg bereiten half zum Defreiungscampf für Deutschland! Oer neue Gicherheiispaki wird in Genf beraten. England kommt den Wünschen Polens und der Kleinen Entente entgegen. Genf, 24. Mai. (WTB.) Im Hauptausschuh der Abrüstungskonferenz hat der englische Außenminister Sir Iohn Simon einen gegenüber dem älteren englischen Entwurf teilweise st a r k a b - geänderten neuen Vorschlag über den Konsultativpakt eingebracht. Er sieht vor, daß im Falle einer Verletzung oder einer drohenden Verletzung des Briand-Kellogg-Paktes der Völkerbundsrat oder die Völkerbundsversammlung oder ein Staat, der nicht dem Völkerbund angehört, eine sofortige Konsultation zwischen dem Völker- bundsrat oder der Völkerbundsversammlung und irgendeinem Signatar staat der Abrüstungskonvention Vorschlägen könne. Zu diesem Vorschlag kündigte Norman Davis an, daß die Vereinigten Staaten bei der Sln- terzeichnung der Abrüstungskonvention etwa folgende Erklärung abgeben würde: In Anerkennung, daß jede Verletzung oder drohende Verletzung des Kellogg-Paktes eine Angelegenheit ist, die alle Signatarstaaten angeht, erklärt die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika, daß im Falle einer Verletzung oder einer drohenden Verletzung dieses Paktes sie bereit ist, in eine Beratung mit den anderenMäch- ten zwecks A u f r e ch t e r h a l tu n g des Friedens einzutreten. Der deutsche Vertreter Botschafter N a d o l n h erklärte: Deutschland ist der Ansicht, daß man zuerst die Abrüstung verwirklichen muh, gerade um die allgemeine Sicherheit aller Staaten zu gewährleisten. Das Recht aller Staaten, ihre nationale Sicherheit gewährleistet zu sehen durch eine allgemeine Herabsetzung und Begrenzung der Rüstungen nach den Grundsätzen der Gleichberechtigung ist unbestreitbarerweise in Artikel 8 des V ö l k e r b u n d s p a k t e s f e st g e l e g t. Deutschland als einzig abgerüstetes Land ist in hohem Maße an der Verwirklichung dieser grundlegenden Bestimmungen des Völkerbundspaktes interessiert. Andererseits hat Deutschland sich bereit erklärt, die allgemeine Sicherheit auch durch internationale Abkommen zu verstärken. Wie der Reichskanzler in seiner Reichslagsrede vom 17. Mai bereits erklärt hat, ist Deutschland durchaus bereit, neue internationale Sicherheiksverpflichtungen unter der Bedingung auf sich zu nehmen, daß sämtliche Mächte ebenfalls bereit feien, das gleiche z u tun und daß die fraglichen Bestimmungen auch zur Sicherheit Deutschlands beitragen. In diesem Sinne b e - gr ü fj t Deutschland die Erklärungen des Ter- treters der Bereinigten Staaten. Die deutsche Delegation ist ebenfalls gern bereit, an dem britischen Abänderungsvorschlag zu Teil I mitzuarbeiten. Der Vertreter Italiens sprach sich anerkennend über die Arbeit Sir Iohn Simons aus. Schon ein erster Blick auf den vorliegenden Vorschlag zeige, daß die bisherigen Schwierigkeiten überwunden seien. — Der französische Außenminister Paul-Boncour erklärte, daß die neuen Ausführungen des amerikanischen Vertreters in Verbindung mit der von Rußland vorgeschlagenen Definition des Angreifers eine Grundlage sei auf der man die Schaffung besonderer Sicherheiten in Form eines kontinental-europäischen Paktes über gegenseitige Hilfeleistung in Angriff nehmen könne. - Der polnische Vertreter stellte mit Befriedigung fest, daß der neue eng- li,che Vorschlag den Bedenken Polens gegenüber dem ursprünglichen englischen Entwurf Rechnung getragen habe. Dadurch seien die polnischen Abänderungsvorschläge hinfällig geworden. — Im selben Sinne sprach sich der rumänische Außenminister Titu- lescu im Namen der Kleinen Entente aus. Präsident Henderson stellte fest, daß nach den Erklärungen, insbesondere Sir Iohn Simons und Norman Davis', die Situation genüg enb geklärt sei, um zur ersten Lesung der sicherheitspolitischen Bestimmungen des englischen Entwurfes zu schreiten. Das Ergebnis. Zusammenfassend ist festzustellen, daß eine Entscheidung über den heute in einer allgemeinen Aussprache behandelten neuen Konsultativpakt vorläufig noch nicht getroffen wurde. Fast sämtliche Redner haben sich ihre endgültige Handlung für die zweite Lesung vorbehalten. Der englische Außenminister hat seinen Vorschlag in mündlichen Darlegungen näher erläutert. Aus seinen Darlegungen und den Erwiderungen, die insbesondere die Vertreter Polens und derKlei- nen Entente machten, wurde deutlich, daß der neue englische Vorschlag weitgehend den Einwendungen dieser Staatengruppe Rechnung getragen hat. Um die Bedenken der genannten Staatengruppen zu zerstreuen, ist in dem englischen Vorschlag auch noch eigens die Bestimmung ausgenommen worden, daß die Rechte und Pflichten der Mitglieder des Völkerbunds durch den neuen Kon- sultatiopakt in keiner Weise beeinträchtigt werden. Weiter hat Sir John Simon in der Formulierung des neuen Textes in erster Linie auf die Stellung der Vereinigten Staaten und der anderen Nichtmitglieder des Völkerbunds Rücksicht genommen, und der amerikanische Vertreter Norman Davis hat dem englischen Außenminister auch ausdrücklich bestätigt, daß diese neue Formulierung den Vereinigten Staaten den Beitritt zum Konsultativpakt ermögliche. Die Haltung Amerikas ist nach den Erklärungen von Norman Davis so, daß die Vereinigten Staaten von Amerika den Völkerbund bei künftigen Konfliktfällen positiv durch ihre Mitwirkung am Konsultativpakt unterstützen wollen. Amerika behält sich aber auch in Zukunft vor, im Nahmen des Konsultativpakts selbständig darüber zu befinden, ob es in einzelnen, Fällen den Verzicht auf feine Neutralität aufgeben will. Trotzdem bedeutet die neue Initiative, die die Vereinigten Staaten ergriffen haben, einen großen Schritt vorwärts im Sinne einer konsultativen und universellen Friedensorganisation. Man gibt sich aber in Genf bei nüchterner Betrachtung der Dinge keiner Täuschung darüber hin, daß auch durch diese Erweiterung der schon bestehenden Sicherheitsgarantien das Ziel der Abrüstungskonferenz, nämlich Abrüstung der hochgerü st etenStaa- t e n, in feiner Weise als gesichert angesehen werden kann. Schärfste Gegensätze in der Menslage. Frankreich, Japan und Rußland gegen die Geeabrüstungsbestimmungen des englischen Plans. Genf, 25. Mai. (TU.) Im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz wurden am Himmelfahrtstage die seit vielen Monaten unterbrochenen Verhandlungen über die Flottenfragen wieder ausgenommen. In der Aussprache stießen die Flotten- beftimmungen des englischen Abrü - siungsplans auf starken Wider ft andder meisten übrigen Flottenmächte und fanden nur auf amerikanischer Seite Unterstützung. Die Vertreter Frankreichs, Japans und Sowjetrußlands übten s ch ä r f st e Kritik am englischen Vorschlag. M a s s i g l i wies darauf hin, daß der englische Plan große Lücken und Unklarheiten enthalte und den allgemeinen Grundsatz der qualitativen Aufrüstung aufgebe. Massigli warf den Verfassern des englischen Planes vor, daß sie das Prinzip der qualitativen Rüstungsbegrenzungen zwar auf das Heeresmaterial angewendet wissen wollten, dagegen nicht auf das Flottenmaterial. Die englische Delegation möge doch einmal erklären, warum sie hier einen Unterschied gemacht habe. Je mehr man auf qalitative Begrenzung auf dem Gebiete des Heeresmaterials bestehe, um so unbegreiflicher sei es, daß bezüglich der Flottenrüstungen dieses Prinzip nicht angewendet werden solle. Der englische Plan verlange den Beitritt Italiens und Frankreichs zum Londoner Flottenoertrag. Man verlange, oaß Frankreich und Italien sich über ein Bauprogramm einigten, nicht auf ein Jlbbauprogramm. Außerdem beständen Unterschiebe zwischen den Bestimmungen des Londoner Vertrages und den neuen Vorschlägen des englischen Planes; die Rechte, die der Londoner Vertrag gewähre, sollten in dem neuen Abkommen teilweise aufgehoben werden. Was das leichte Schiffsmaterial angeht, so bezweifle er, daß es möglich sei, für die kurze Zeit von zwei Jahren ein Ueberein- tommen zu treffen. Zum Schluß erklärte der franzö- ftsche Delegierte mit deutlicher Anspielung auf Italien, das Prinzip der R e l a t i o i t ä t der Rüstungen müsse auf jeden Fall gewahrt bleiben. Der japanische Vertreter, Botschafter Sato, der sich in den letzten Verhandlungen des Hauptausschusses in vollständiges Schweigen gehüllt hatte k r i t i s i e r t e s ch a r s d e n e n g 1 i s ch en Plan und erklärte, JapanseinichtinderLage.die Londoner und Washingtoner Flottenabkommen cnt- prechend dem englischen Vorschlag als die Grundlage der Flottenregelung in dem künftigen Abkommen anzunehmen. Am weitesten in der Kritik ging der sowjet- r u H t sche Botschafter Dowgalewski, nach dessen Auffassung der englische Plan die Un- " ch h?i t zwischen den großen und kleinen Flottenstarken verewige. Der englische Plan sei ein A u f r ü st u n g s p l a n und gebe den großen Flot- tenrnachten völlige Freiheit, ihre Flottenrüstungen weiter auszubauen. Der italienische Vertreter So- rauna suchte einen Mittelweg einzuschlagen be- zeichnete jedoch den englischen Plan als annehmbare Grundlage. Nur der amerikanische Sonderbotschafter Norman Davis verteidigte den englischen Plan und erklärte, daß die großen Flottenmächte bereits ein ausgezeichnetes Beispiel einer wahrhaften Abrüstung gezeigt hätten und der englische Abrüstungs. plan zu einem Erfolg der Konferenz führen könne. Die großen Gegensätze bei der Behandlung der Flottenfrage haben starke Beachtung gefunden. Es zeigt sich, daß hier noch große, völlig unüberbrückbare Gegensätze bestehen, die den Abschluß eines allgemeinen Rüstungsabkommens außerordentlich fraglich erscheinen lassen und die bisher lediglich durch die monatelangen Verhandlungen über die deutschen Fragen in den Hintergrund getreten waren. Auch die kleineren Mächte melden neue Flottenforderungen für den Bau von Linienschiffen und Sinterseebooten an. Gegenüber dem Deutschland immer wieder gemachten Vorwurf angeblicher Rüstungsabsichten kann festgestellt werden, daß das englische Abrüstungsabkommen in zahlreichen Fällen Rüstungsverstärkungen vorsieht, wie dies der sowjetrussische Botschafter Dowgalewski ausdrücklich festgestellt hat. Die französische Regierung hat erneut eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß sie i n keiner Weise bereit sei, die Flottenbestimmungen des Londoner Abkommens zu unterzeichnen; sie will vielmehr die Nichtunterzeichnung als politisches Druckmittel benutzen. Somit haben sich auf einem Gebiet der Abrüstung, in das Sie deutschen Fragen nicht hineinspielen, große unüberbrückbare Gegensätze gezeigt, die die nach wie vor äußerst kritische Konferenzlage scharf beleuchten. Soll ein Provisorium die Abrüstungskonferenz beenden? Genf, 25. Mai. (SUj In leitenden Kreisen der Abrüstungskonferenz beschäftigt man sich jetzt bereits eingehend mit der Frage, in welcher Weise die Konferenz vor dem Beginn der Londoner Weltwirtschaftskonferenz zum Abschluß gebracht werben kann. Gerüchtweise verlautet, daß die Konferenz mit einer großen Entschließung vorläufig abgeschlossen und sodann auf mehrereMonate vertagt werden soll. In dieser Entschließung soll hauptsächlich die Sicherheit und Kontrollfrage behandelt werden, jedoch wird allgemein angenommen, daß das Schlußdokument ausdrücklich das Verbot neuerRü st ungen für Deutschland entstellen wird. Praktische Abrüstungsmaßnahmen durften in d r Entschließung nicht enthalten sein. ^nge,.chts dieser sich scyon jetzt abze.chuenden Entwicklung wird auf deutscher Seite ganz eindeutig festgestellt, daß die deutsche Regierung eine derartige Entschließung unter keinenälm ständen anerkennen werde. Es ist schon jetzt unbedingt notwendig, offen und jeden Tag von neuem die Schuldfrage klarzustellen, falls die Konferenz in zwei Wochen ergebnislos abgeschlossen wird Es ist d i e f r a n z ö s i s ch e R e g i e r u n g die j e d e A b r u st u n g sabotiert, und die sogar die neuen amerikanischen Sicherheitsvor- 'chlage als Grundlage für die Lösung der Abrü» stungsfrage abgelehnt hat. Auch in englischen Kreisen hegt man jetzt ernste Besorgnisse, über die völlige Aussichtslosigkeit in der kurzen bis zur Londoner Konferenz noch zur Verfügung stehenden Frist zu praktischen Ergebnissen zu gelangen. F. v. Bodelschwingh zum Aeichs- blschof der Evangechchen Kirche ausersehen. Berlin, 24. Mai. (ERB.) Zu unserer Meldung, wonach die deutschen evangelischen Kirchen über diepersondesReichsbischofs einig find, erfahren wir von zuständiger Stelle, daß kirchlicherseits als Reichsbifchof der neuen „Deutschen Evangelischen Kirche" Pastor D. Friedrich v. Bodelschwingh in Bethel bei Bielefeld ausersehen ist. Der zum Reichsbischof auserfehene Dr. Friedrich v. Bodelschwingh, der im Alter von 55 Iahren sieht, ist der jung st e Sohn des Begründers der weltberühmten Betheler Anstalten. Rach Beendigung feiner theologischen Studien trat er ebenso wie seine beiden Brüder in das Derk des Balers ein. Seit dem Jahre 1910 hat er öle Leitung der Betheler Anstalten, dessen Zweige weit über die Grenzen hinüber zum Auslandsdeutschtum und auf die Missionsfelder Afrikas reichen, in Händen. Trotz aller Schwierigkeiten, zumal in der Nachkriegszeit, hat er sie z u f a m m e n g e h a 11 e n und nach allen Seiten hin ausgebaut. Auf dem Gebiete des Schulwesens, der Volksbildung, des freiwilligen Arbeitsdienstes, der Umschulung jugendlicher Erwerbsloser zur Siedlung hat er immer i n lebendig st erveziehungzumvolkstum neue Wege beschritten. Dabei verstand er es, die verschiedenartigen Mitarbeiter zu einer innerlich verbundenen Gemeinschaft zusammenzu- schließen. Was ihn dazu befähigte, war eine staunenswerte Arbeitskraft. Zähe Energie, ein klarer Ueberblick und die Gabe schärfster Erfassung des Wesentlichen, die z. B. bei theologisch-wissenschaftlichen Auseinandersetzungen stets zutage getreten ist. vor allem aber ist ihm eine warme Herzlichkeit, eine scharfe Einfühlung in Menschen und eine vom Vater überkommene seelsorgerische Liebe und Kraft eigen. Wo er auch immer hinkommt und in feiner einfachen tiefen und herzgewinnenden Art redet, gelingt es ihm, die Menschen zu erfassen, zu erwärmen und für die Sache des Evangeliums tat- und opferbereit zu machen. An alle nationalsozialistischen Arbeitgeber. Arbeitsbeschaffung für alte Mitkämpfer Adolf Hitlers. Berlin, 24. Mai. (CNB.) (Eigene Meldung.) Der Preußische Pressedienst der NSDAP, veröffentlicht einen Aufruf des Preußenführers der NSDAP. K u b e an alle nationalsozialistischen Arbeitgeber, in dem es u. a. heißt: Niemals dürfen wir vergessen, daß das neue Deutschland entstanden ist allein aus dem erfolgreichen Kampf Adolf Hitlers und seiner er st en Mitkämpfer, die vor Iahren den Mut hatten, sich gegen alle Kräfte für den Nationalsozialismus einzusetzen. Ohne sie wäre Deutschland zugrunde gegangen. Ietzt muß es unsere vornehmste Pflicht sein, jene Idealisten, d i e Wegbereiter des neuen Staates, wieder in d i e Arbeit ein- 8 ureigen. Die nationalsozialistische preußische Landtagsfraktion hat deshalb für die Parteigenossen der Mi tgli ed sn ummern bis 1 0 0 00 0 eine Arbeitsbeschaffungsaktion eingeleitet. Sie fordert hiermit jeden Parteigenossen und jeden Sympathisierenden, der heute oder in nächster Zeit Arbeit zu vergeben hat, herzlich und nachdrücklich auf, diese alten 'Vorkämpfer des Nationalsozialismus in erster Linie zu berücksichtigen. Alle Stellenangebote sind zu richten an die „Nationalsozialistische Landtagsfraktion, Berlin SW 11, Preußischer Landtag". Oie NSDAP, und Adolf Damaschke. Eine Erklärung des Amts für Agrarpolitik Berlin, 24. Mai. (WTB.) Die Pressestelle des Amts für Agrarpolitik bei der Reichsleitung der NSDAP, teilt mit: Durch die Zeitungen läuft die Nachricht, daß ein Kuratorium für Siedlung unter Vorsitz von Dr. Meinshausen gebildet worden sei, in welchem der „Altmeister des Siedlungsgedankens" Dr. Damaschke mitwirke, gleichzeitig aber auch das „agrarpolitische Amt der NSDAP." einen Vertreter entsandt habe. Hierzu stelle ith fest: 1. Das Amt für Agrarpolitik bei der Reichsleitung der NSDAP, hat in dieses Kuratorium keinen Vertreter hineingesandt und wird auch keinen hineinsenden. 2. Das Recht, den Namen „Amt für Agrarpolitik" bzw. „Agrarpolitisches Amt" zu führen, ist vom Führer dem Amt für Agrarpolitik bei der Reichsleitung der NSDAP, zugewiesen worden und keiner anderen Stelle sonst. Ob die landwirtschaftlichen Gaufachberater in den Gauen ihre Geschäftsstelle „Amt für Agrarpolitik" nennen dürfen, hat der Führer noch nicht endgültig entschieden. 3. Die von mir in Uebereinftimmung mit dem Führer eingenommene Haltung gegenüber dem Bo- benreformer Adolf Damaschke ift unverändert dieselbe geblieben. Insbesondere lehnt das Amt für Agrarpolitik bei der Reichsleitung der NSDAP. Damaschke grundsätzlich nach ro i e d o r a b. Der Amtsleiter (gez.) R. Walter DarrS. Freimaurerei und ASODp. Berlin, 24. Mai. (CNB.) Der Führer des Um tersuchungs- und Schlichtungsausschusses bei der Reichsleitung der NSDAP., Major Buch, und der Stabsleiter der Politischen Organisation, Dr. Ley, haben für die NSDAP., die Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation und sämtliche übrigen nationalsozialistischen Organisationen s ch ä r f st e Wachsamkeit gegenüber den Versuchen von Freimaurern, sich Ausnahme in die Partei und ihre Organisationen zu verschaffen, angeordnet. Kein Freimaurer darf Eingang in die Partei und ihre Organisationen finden. Diese Anordnung richtet sich insbesondere^ gegen die neuerlichen Versuche Der Freimaurerei, d i e Umwandlung ihrer L o - g e n In fo genannte Orden usw. und durch s- 6 ™n.b * r u n 9 c n ihres Brauchtums sich verschafft!?^flußnahme der NSDAP, zu Adolf Hitler besucht dasBerliner^aihaus Oer Reichskanzler trägt sich in das Goldene Buch der Reichshauptstadt ein. (Berlin, 24. Mai. lWTB.) Der Reichskanzler Adolf Hitler ist zum ersten mal im Berliner RathauS erschienen und hat sich bei dieser Gelegenheit in das Goldene Buch der Stadt Berlin eingetragen. Den äußeren Rahmen zu diesem feierlichen Alt bildete der Empfang der Stadt Berlin aus Anlahder landwirtschaftlichen Ausstellung. Schon lange vor Beginn der Deranstaltung hatten sich Tausende von Menschen eingefunden, die den dem Rathaus gegenüberliegenden Bürgersteig und die Seitenstraßen dicht beseht hielten. Das Rathaus hatte außen und innen festlichen Schmuck angelegt. Sech-Herolde in ihrer historischen Tracht mit den Dreimastern auf dem Kopf unb Sol denen Stäben in den Händen bildeten Spalier. in 'ebenso farbenprächtiges Bild bot der Sitzungssaal selbst. Die Flagge der Stadt, flankiert von den Hakenkreuz- und schwarzweißroten Fahnen grüßten von der Hauptwand des Saales. Al- der Reichskanzler gegen 20.30 älhr vor dem Portal vorfuhr, wurde er von eineu Abteilung SA. und vom Publikum mit begeisterten Zurufen empfangen. An der goldenen Pforte, die den Dorraum vom Treppenhaus abschlieht, wurde der Kanzler von Oberbürgermeister S a h m und dem Stadtverordnetenvorsteher Spie wok begrüßt. Rachdem der Reichskanzler eine Anzahl höherer Beamter des Magistrats begrüßt hatte, begab er sich mit den Herren seiner Begleitung in den Sitzungssaal. Oberbürgermeister Dr. S a h m gab dort der ganz besonderen Freude darüber Ausdruck, daß den städtischen Behörden die große Ehre verschafft worden sei, den Herrn Reichskanzler, den Ehrenbürger der Reichshauptstadt als Gast willkommen heißen zu können. Gr faßte diese glänzende Deranstaltung al- Beweis dafür auf, daß die Reichsleitung und die Behörden Der- trauen zur Führung der Geschäfte der Stadt haben, ein Vertrauen, dessen sich würdig zu erweisen die beiden städtischen Körperschaften bestrebt sein dürften. Mit dieser Deranstaltung solle aber auch die Verbundenheit von Stadt und Land aufs Reue betont werden. Dieses geschlossene Zusammenstehen aller Deutschen, das Aufhören des Kampfes aller gegen alle sei der genialen Führung unseres verehrten Herrn Reichskanzler- zu verdanken. Rach weiteren Ausführungen de- Stadtver» ordnetenvorstehers S p i e w o k überreichte der Dorsihende der Deutschen Landwirtschafts-Gesell- schaft v. Websky der Stadt Berlin namens der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft mit Worten des Dankes eine Bronzeplastik des Begründers der Gesellschaft Ma? Eyth. Reichskanzler Adolf Hitler zeichnete sich sodann in das Goldene Buch der Stadt Berlin ein und besichtigte weiter mit mehreren Herren seiner Begleitung den großen Festsaal. 3m großen Festsaal selbst wurde ein bescheidenes Essen gereicht. An der Deranstaltung nahmen u. a. neben dem Reichskanzler Adolf Hitler die Reichsminister Dr. Goebbels, Dr. Frick und Freiherr v. Blomberg teil. Auch Ministerpräsident Göring erschien noch in später Stunde. Oie Heffenfahrt des Reichsstatthalters. Ein Triumph der Volksgemeinschaft. WSN. Die Fahrt des Statthalters in Hessen und Gauleiters Jakob S p r e n g e r, M. d. R., am Hirn- melfahrtstag durch die Provinz Starkenburg, ist eine Huldtgungsfahrt aeroorbcn, wie sie in Deutschlands Gegenwart nur für Adolf Hitler Überboten werden kann, und wie fix in der vergangenen Geschichte des Hessenlandes noch nie dagemesen ist. Der Berichterstatter steht noch so unter dem gewaltigen Eindruck der Fahrt, daß jebe Beschreibung von Einzelheiten unmöglich erscheint. Die 200 Kilometer lange Fahrtstrecke entlang der Bergstraße, durch den Odenwald, nach dem Ried und über Offenbach durch die Blainniebe- rungen nach Mörfelden, Groß-Gerau usw. war eine einzige Kelte von Braunhemden, Fahnen, Blumen, Ehrenbogen und begeisterten Menschenmassen, jeder Aufenthalt eine Kundgebung grenzenlosen vertrauens zum Volkskanzler unb feinem populären Statthalter In Hessen. Zahlreiche hulbigungen reihten sich von Aufenthaltsort zu Aufenthaltsort zu einer Ehrenketle des Volksverlrauens, wie sie fürstlicher unb erheben- der kaum gedacht werden kann. Chrenbürgerrechte, wertvolle Stücke hessischer Industrie- und Handarbeit, beispielsweise in Offenbach ein Stück bester Lederarbeit, in den Landgemeinden erste Früchte deS Feldes und ähnliche Geschenke wurden überreicht- So in Auerbach und Bensheim erste Kirschen, in Babenhausen den bekannten Spargel, vor den Rathäusern den Ehrentrunk und dazu Blumen in zentnerschwerer Pracht. 3n der Bemühung, ihr Bestes zu geben und den letzten Einwohner auf die Straße zu stellen im braunen oder Festtagsgewand, hat kaum eine Gemeinde die andere übertreffen können. Hervorgehoben seien hier nur wegen ihrer noch vor kurzer Zeit so berüchtigten „roten" Einstellung die Städte Offenbach und Groß-Gerau. Auch hier unübersehbare Menschenmengen und zahllose Fahgen an Öen Häusern und in den Händen zum Gruß geschwungen. Auch hier das einmütige Treuebekenntnis zum Führer des Dolles und seinen Statthalter. Auch Gr oß-Ge rau überreichte im festlich geschmückten Rathaussaal dem Statthalter das Ehrenbürgerrecht. Auf der etwa 200 Km. langen Strecke hatten SA -Posten Spalier gebildet und Schulkinder reihten sich mit Blumen und Girlanden dazwischen. An allen Aufenthaltsorten begrüßte außer den Behörden unb Parteiorganisationen besonder» viel festlich geschmückte Jugenb ben Statthalter. Auch der am Dormittag einsetzende starke Regen ließ das Spalier der begeisterten Odenwälder nicht abreißen. Auch hier aing der Statthalter in strömendem Regen durch Die jubelnden Massen der Odenwälder Bauern. An keinem Aufenthaltsort fehlten die zuständigen Geistlichen, die der Statthalter besonders herzlich begrüßte. Der Reichsstatthalter hat im Laufe des Tages nicht weniger als 2 7 Reden gehalten und einen großen Teil der Bevölkerung Starkenburgs an einem Tage unmittelbar zu Hörern gehabt. Einzelheiten der Reden müssen wir uns hier ersparen. Rur ein Bekenntnis des Reichsstatthalters sei angeführt. „Als Rheinfranke aus der Pfalz bin ich ben Starkenburgern stammverwandt, bin ich Ihres Blute»; weil ich Ihres Blutes bin, weiß ich mit Ihnen zu fühlen; weil ich mit Ihnen fühlen kann, weiß ich mit Ihnen zu hanbeln unb werbe bas auch beweisen. Ihr vertrauen zu mir unb bas vertrauen meines Führers macht mir bas zur höchsten Pflicht." Der Gesamteinbruck der Fahrt, welche in den nach, ften Tagen fortgesetzt wird, kann nicht treffender gekennzeichnet werden, als wenn alte nationalsozia. listische Führer erklären, daß nur der gewaltige Parteitag der NSDAP, in Nürnberg als Vergleich dienen kann. Aus aller Welt. Schweres Klugzeugunglück in Wiesbaden- Zwei Tote, ein Schwerverletzter. Der letzte lag des Internationalen Wiesbadener Automobil-, Flug- und Motorradturniers fand einen schrecklichen und vorzeitigen Abschluß. Beim Start zu einem Vergleichsrennen zwischen Auto und Flugzeug stürzte eine Klemm-Maschine aus ganz geringer höhe unmittelbar vor der dichtgefüllten Tribüne und einer vor der Tribüne stehenden grasten Menschenmenge ab. Zwei SS.-Leule namens K i ck unb Thieler wurden auf ber Stelle getötet, ber Pilot Herr wurde schwer verletzt. Allgemein gewann man den Eindruck, daß der Pilot, um einen Zusammenprall mit ber Tribüne zu oermeiben, wodurch ein weit größeres Unglück entflanben wäre, sich kurz entschlossen geopfert hat. Die Veranstaltung wurde sofort abgebrochen. Unwetter über dem Westerwald. Arn Himmelfahrtsnachmittag ging über dem Westerwald ein schweres Unwetter nieder, wobei Hagelkörner von drei bis vier Zentimeter Stärke gefunden wurden. Straßen und Wege waren von einer dicken Hagelschicht übersät. Stellenweise lag der Hagel 5 bis 10 Zentimeter hoch. Der Hagelschlag hat besonders großen Schaden an den Obstblüten angerichtet, die zum größten Teil vernichtet worden sind. In dem Dorf Elgert schlug der Blitz in eine Scheune und zündete. Trotz des strömenden Regens unb Haaelschlags ging die Scheune sofort in Flam- men auf. Auch eine zweite Scheune wurde ersaßt. Beide Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder. Bei den Löscharbeiten trugen einige Insassen des Arbeitsdienstlagers der NSDAP, in Elgert Brandwunden davon. Schwere» Unwetter im Siegtal. Im mittleren Siegtal, besonders in der Gegend von Betzdorf, ging ein schweres Unwetter mit Hagelschlag nieder. In Betzdorf lag der Hagel bis zu 30 Zentimeter hoch. Der Schaden in den Feldern und Gärten ist außerordentlich groß Line Tiroler Ortschaft eingeäfchert. 3n Mittelsdorf, einer Ortschaft der Gemeinde Birgen in Ost-Tirol brach ein Brand aus, der rasch um sich griff und 20 Wohnhäuser und ebensoviel Scheunen sowie die Kirche ein- äscherte. 100 Personen sind obdachlos, Derluste an Menschenleben sind jedoch nicht zu beklagen. Man vermutet Brandstiftung, da das Feuer an verschiedenen Stellen des Ortes zu gleicher Zeit ausbrach. Beitritt de» Deutschen Phstologenoerbande» zur Deutschen Lrziehergemeinfchast. Der Deutsche Philologenverband c._ D., der fast sämtliche Lehrer an den deutschen höheren Schulen umfaßt und der Leitung des kommissarischen Magistratsoberschulrats von Berlin, Bohm, untersteht, ist mit seinen 30 000 Mitgliedern als rechtsfähige Körperschaft korporativ der unter Führung des bayerischen Kultusministers Hans S ch e m m gebildeten Deutschen Erziehergemeinschaft beigetreten. Damit ist ein weiterer Schritt in dem großen Einigungswerk der gesamten deutschen Erzieherschaft vollzogen, an den in den letzten Wochen ununterbrochen gearbeitet wurde, und das auf einer großen Tagung der gesamten deutschen Erzieherschaft in Magdeburg am 8.3uni seinen Abschluß finden soll. Die endgültige Beschlußfassung erledigt die in Kürze stattfindende Der- treterversammlung des Deutschen Philologenverbandes. Eisenbahnunglück in England. — 6 Tote, 40 verletzte. Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich bei Wimbledon. Bis jetzt wurden sechs Tote und 40 Berichte geborgen. Die Katastrophe ereignete sich, als ein Expreßzug ber englischen Süd- bahn, in Dem über 100 Personen reiften, zwischen den Stationen Wimbledon und Rayne-Park bei einer Fahrtgeschwindigkeit von etwa 60 Kilometern plötzlich e n t g l e i ft e. Die Lokomotive und wenige Wagen stürzten um unb versperrten das Nachbargleis. In diesem Augenblick kam aus der entgegen- gesetzten Richtung ein elektrischer Zug, der in die umgestürzten Wagen h i rt e i n f u fj r und Damit das Unglück voll machte. Nach kurzer Zeit hatten sich mehrere Sanitätsabteilungen eingefunden, die die Toten und Verwundeten aus den Trümmern hervorzogen. Mehrere der Schweroerwundeten schweben in Lebensgefahr. Aus der provinzialhaupistadi. Oie Universität ehrt Schlageter. Don der Pressestelle der Llniversität Gießen wird uns mitgeteilt: Die ilnioetfität ehrt das Andenken S ch l a • geters durch folgenden Anschlag in den Dorhallen der Universität und sämtlicher Institute. Bei Beginn jeder Dorlesung wird zudem Schlageters feierlich gedacht. Adord- nungen der Dozentenschaft und der Studentenschaft nehmen an dec heutigen Abendvorstellung im Stadttheater teil. Aufruf. Am 26. Mai sind 10 Jahre verflossen, seitdem Albert Leo Schlageter für uns gestorben ist. Ein Aufschrei der Empörung ging damals durch das deutsche Land. Ein stiller Trauerzug geleitete die sterblichen Hebcrrcftc Schlageters durch die deutschen Gaue bi- in seine Heimat, wo er seine letzte Ruhe fand nach einem Leben voll Kampf und Heldentum. Auch unsere Stadt berührte damals der Zug, der die AIcberrefte Schlageters mit sich führte. Lehrkörper und Studentenschaft hatten sich aus dem Bahnhöfe versammelt. Unter tiefem Schweigen einer großen Menschenmenge legte der damalige Rektor, Professor Ggec, einen Kranz am Sarge nieder. Folgender Anschlag erschien in der Dorhalle der Universität: Kommilitonen! „Die Universität ehrt das Andenken Schlageters, der als deutscher Held für sein Dater- lanö gestorben ist. Er durste nicht in offenem, ehrlichem Kampfe fallen, er ist hingeschlachtet worden von einem Feind, der wider göttliches und menschliches Recht im Frieden in deutsches Gebiet eingebrochen ist und hier raubt, schändet und mordet. Aber auch Schlageter ist auf dem Felde der Ehre geblieben. Der Platz, da sein Blut vergossen wurde, wird für das deutsche Dolk eine geweihte Stätte sein. In einem freien Deutschland wird dereinst dort ein ragendes Denkmal den Hamen Schlageters späteren Geschlechtern verkünden. Für uns, die wir diese Zeit miterleben, bedarf es keines Denkmals aus Stein. Der Rame Schlageters ist eingeschrieben in unsere Herzen, er wird darin leben als ein Beispiel höchster Dater- landsliebe, des unerschütterlichen Glaubens an die Zukunft des deutschen Dolkes unb der heldenhaften Treue bis zum Tode." Diese Worte gelten wie damals, so auch heute. Rie werden wir älteren Generationen diesen Mitkämpfer aus schwerster Zeit unseres Landes vergessen! Die jüngeren Generationen aber, die den Weltkrieg unb seine blutigen Opfer unb bie Rachkriegskämpfe mit ihrem stillen Heldentum nicht erlebten, sollen in Ehrfurcht aufblicken zu diesem Helden der Tat, ihm nacheifern und aus seinem Sterben den Mut schöpfen, sich ebenso einzusehen für Deutschland und für das ganze deutsche Dolk, wenn wiederum ein feindliches Heer unsere Grenzen zu überschreiten wagen sollte. Oie Vergebung von öffentlichen Aufträgen. WSR. Der hessische Ministerpräsident hat an alle Behörden einen Runderlaß über die D e r - gebung von Aufträgen gerichtet, in dem es heißt: Die Dergebung von Aufträgen des Staates, der Provinzen, Kreise, Gemeinden und sonstiger öffentlicher Körperschaften und Anstalten ist ausschließlich Sache der zuständigen Organe dieser Körperschaften. Schon aus rechtlichen Gründen kann es nicht in Betracht kommen, Vergebungen von dem Einverständnis, oder der Zustimmung außerhalb stehender Organisationen,»wie z. B. des Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand, oder sonstiger Einrichtungen, abhängig zu machen. Darüber hinaus muß von den zuständigen Organen der öffentlichen Körperschaften unter allen Mmftänbcn verlangt werden, daß sie bei der Vergebung von Aufträgen als hierfür allein verantwortliche Stellen auch jede Einflußnahme von außen her, auch durch Organisationen der genannten Art, ablehnen. Für bie Vergebung öffentlicher Aufträge dürfen nur bie Interessen ber auftraggebenden öffentlichen Körperschaften selbst, nicht bie Sonderinteressen außenstehender Organisationen oder ihrer Mitglieder ausschlaggebend fein. Ich empfehle strengste Beachtung. Die Ihrer Aufsicht unterstehenden Verwaltungen öffentlicher Körperschaften, insbesondere die Gemeindeverwaltungen, sind entsprechend zu bedeuten. Die Durchführung des Erlasses ist zu überwachen. OaSneueGesichtdeö Gleiberg-Vereins. Vom Vorstand des Gleiberg-Vereins wird uns geschrieben: So manches ist in der letzten Zeit mehr oder weniger friedlich und freiwillig auf den Kurs des neuen Deutschlands gleichgeschaltet worden Zu den Vereinigungen, die im Bewußtsein der neuen Aufgaben ohne jeden äußeren Zwang und allein auf Grund ihrer eigenen Einsicht sich einer ilmftellung umertoarfen, gehört der Gleiberg- Verein, bet am Samstag, 27. Mai, in seiner Generalversammlung diesem neuen Kurs entsprechenden Ausdruck geben wird. Rach Auflösung des bisherigen Vorstandes unb mit der Wahl des neuen übernimmt in Zukunft der Gleiberg-Verein im Rahmen seiner besonderen Möglichkeiten die Aufgabe, an seiner Stelle ein Glied ber großen deutschen Arbeitsgemeinschaft zu werden, die ihr Ziel in ber enbgültigen Erweckung unb völkischen Erziehung bes Deutschen Volkes sieht. Wenn bisher der Gleiberg- Verein als Geselligkcitsverein lediglich den Zweck verfolgte, bie ihm eigentümlich gehörige Burgruine Gleiberg nach Möglichkeit zu erhalten und wiederherzustellen (§ 1 Der Satzungen) und damit lediglich eine Funktion erfüllte, die ursprünglich dem Preußischen Staate oblag, soll nunmehr der Sinn dieses Vereins darin liegen, eine Heimatvereinigung im besten Sinne dieses Wortes zu werden und ihr oberste- Ziel darin liegen, dem jungen Deutschland eine Stätte Der Erbauung und völkischen Erweckung an einer Stelle zu schaffen, die uralte Tradition zu heiligem Boden werden ließ. 3n dieser Richtung wird alles liegen, was ber neue Vorstand des Gleiberg-Vereins an eigener Arbeit vollziehen wird und was er an bereitwilliger Mitarbeit von allen seinen Mitgliedern verlangt. Schon heute geht man daran, bie Voraussetzungen für die kommenden Aufgaben zu erfüllen, indem einmal bie entsprechenden Satzungsparagraphen eine Qlbcftiberung erfahren und zweitens auf der Burg selbst bauliche Veränderungen getroffen werden, die eine fruchtbare Arbeit mit all den praktischen Rotwendigkeiten ermöglicht. Die Generalversammiung am kommenden Samstag, 16 Albe, wird den Grundstein zu dem neuen Werk legen Der Gleiberg-Verein erwartet, daß mit Rücksicht auf die Bedeutung dieser Tagung nicht nur alle Mitglieder des Vereins der Einladung des Vorstandes Folge leisten, sondern darüber hinaus noch manch einer zur Stelle ist, der den Wert unb die Ziele der gestellten Aufgaben anerkennt unb seine eigene Mitarbeit für die Gesamtheit zur Verfügung stellen will. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß für Postautobusfe für die Anfahrt der Vorstand des Gleiberg-Vereins Sorge tragen wirb. Taten für Freitag, 26. Mai. 1521: Luther wird in die Reichsacht getan — 1923: Albert Leo Schlageter, von einem französischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt, wird in Düsseldorf erschossen. Pornotizen. — Tageskalender für Freitag. Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Brand- play, 15 bis 17 Llhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Weiß Ferdi in „Der Meisterdetektiv". — Astoria-Lichtspiele: „Sprung in den Abgrund" mit Harry Piel. — Aus dem StaDttbentcrburcau wirb uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, 32. und letzte Vorstellung im Freitag-Abonnement mit einer Ausführung des deutschen Schauspiels „Schlageter" von Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgesellschast Berlin W 8, Behrensstraße 21/22, sowie aus deren Reichs- bankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Konlobezeichnung.- „Stiftung für Opfer der Arbeit". Hanns Iohst unter ber Spielleitung von Intendant Dr. Rolf P rasch in der Besetzung der Erstausführung. Aus Anlaß der Feier des Gedanktages der 10jährigen Wiederkehr des Todestages Schlageters am 26. Mai hält Paul Nieren als ehemaliger Angehöriger einer Aktionsgruppe und Bekannter Schlageters einen Vorspruch. Bernhard Ed 1 eroon Graeve, der Sprecher der Studentenschaft, wird die Gedenkrede halten. Dann folgt die Ausführung. Dos erste Drama der deutschen Revolution will die Wiedergeburt des deutschen Ehrgefühls, die einer neuen Zeit Wort werden läßt. Der Wille des Volkes, das Gedenken Schlageters zu feiern, ist ein Zeichen für die lebendigen ströme sittlicher Kraft. An den inneren Kräften, Die Schlageter zu dieser Heldentat befähigten, kann die Nation den Weg sehen, der zur eigenen inneren und äußeren Befreiung führt. Gottesglaube, Ehrfurcht und Liebe zu Volk und Heimat, das find die Kräfte, die dem deutschen Volke aufaubeden, Schlageter sterben mußte. Das, nur das will bie Aufführung und bie Gedenkfeier am heutigen Tage, gewidmet der Erinnerung feines Opfer- todes am 26. Mal 1923. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr und endet 23 Uhr. Gewöhnliche Preise. * "Probevorlesung. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Dr. med. H. Ä'reitmair, der sich für das Fach der Pharmakologie und Toxikologie an unserer Universität zu habilitieren wünscht, wirb Freitag, 26. Mai, 18 Uhr, in Der kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema: „Die arzneiliche Bedeutung von Rohprodukten und Reinsubstanzen". ** Zeitweise Sperrung Der Boots- h a u s st r aß e am n ä ch st e n Sonnt ag. Vom Polizeiamt Gießen wird uns mitgeteilt: Die Boyts Hausstraße wird aus Anlaß eines Werbekonzerts des Vereins Uferkritik am Sonntag, 28. Mai, in Der Zeit von 16.30 dis 20 Uhr vom Torhäuschen und der Rübsamfchen Wiese über den Verein Rudersport für den Durchgangsverkehr gesperrt. Kreis Schotten. □ ßaubad),24. Mai. Bei der hiesigen Stabt- kasse hat der Gehilfe Fr. Kreuder Veruntreuungen begangen, indem er einkassierte Gemeindegelder nicht abgeliefert hat. Er befindet sich bereits in Untersuchungshaft. Kreu- ber hat sich auch bei ber Wetterfelder G e - m e i n b e k a s s e, die er zeitweise verwaltet hatte, Verfehlungen zuschulden kommen lassen, die in ber Hauptsache gedeckt sein sollen. — Am Sonntag- abenbabenb trafen sich im Saale des , Schützenhofes" die Mitglieder ber beiden hiesigen Gesangvereine „Eintracht" und „Harmonie" zum Zwecke des Z u s a m m e n s ch l u s s e s, nachdem sich bereits in einer vorausgegangenen Sitzung bie beiden Vereinsvorstände für bie Vereinigung ausgesprochen hatten. Den Versammlungsvorsitz führte Glasermeister Heinrich Hertel. Mit großer Stimmen» mehrheit wurde die Verschmelzung Der Vereine beschlossen. Zum Ebormeister wurde Reallehrer Haas gewählt. Zur Ueberleitung führen bis zum Schluffe des Vereinsjahres die beiden Vorstände die Geschäfte gemeinsam. Der neue Verein führt dcn Namen „Vereinigte Männergesangoereine Eintracht und Harmonie Laubach". Kreis Alsfeld. I Kirtorf, 24. Mai. Gestern erhielt unser Städtchen militärischeEinquartierung, die allenthalben von den Bewohnern freudig empfangen wurde. Eine Kompanie der Rachrichtenabteilung in Cannstadt hält zur Zeit in der hiesigen Gegend -Hebungen ab. Rach ihrem Ab rücken werden die Quartiere für die Rächt zum Donnerstag dem Arbeitsdienstlager in Homberg zur Verfügung gestellt werden, dessen Angehörige unserem Städtchen einen Besuch abftatten wollen. Straßenumbenennungen in Oarmstadt D a r m ft a b t, 25. Mai. (WSN.) Anläßlich des zehnjährigen Gedenkens des Todestages von Albert Leo Schlageter wird der Rhönring in S d) l a g e - ter - Straße umbenannt. Mit sofortiger Wirkung wurde die seitherige Wilhelminenstraße von der Bismarckstraße bis zur katholischen Kirche in Peter- Gemeinder-^traße umbenannt. Von ber katholischen Kirche bis zur Karlsstraße bleibt bie Bc-/ zeichnung Wilhelminenstraße bestehen. S.Jt.-ifporf Die Zlaggensehung bei sportlichen Veranstaltungen. In Uebereinftimmung mit dem Reichsministerium des Innern werden jetzt Richtlinien für die Beflaggung veröffentlicht, die auch von den Verbänden und Vereinen für Leibesübungen, besonders bei sportlichen Veranstaltungen, zu beachten sind. Grundsätzlich gilt auch hier, daß bis zur endgültigen Regelung der Reichsfarben die schwarz- weißrote Fahne und Hakenkreuzflagge gemeinsamzu hissen sind. Dabei ist jedoch die Anbringung zweier Flaggen an einem Maste, einer Stange oder einer Flaggenleine unzulässig. Der Erlaß des Reichspräsidenten über die Flaggenfrage erwähnt die schwarzweihrote Fahne vor der Hakenkreuzflagge. Hieraus ergebe sich die Notwendigkeit, die schwarzweißrote Fahne im Falle des Vorhandenseins zweier gleichhoher Flaggenmaste auf dem rechten Flaggenmast, die Hakenkreuzflagge auf dem linken Mast zu hissen. Als rechter Flaggenmast gilt derjenige, der vom Innern des Hauses mit dem Blick auf die Straße gesehen, sich rechts befindet. Ist nur ein Flaggenmast vorhanden, so ist an ihm die schwarzweißrote Fahne zu hissen. Die Hakenkreuzfahne muß dann, wenn sich nicht ein zweiter Flaggenmast anbringen laßt, an bevorzugter Stelle gehißt werden. Bei Kraftfahrzeugen und Flugzeugen ist die schwarzweißrote Flagge rechts, gesehen von der Fahrtrichtung, und die Hakenkreuzflagge links zu setzen. Wenn neben der schwarzweißroten und der Hakenkreuzflagge Landes- ober Kommunalflaggen gesetzt werden, so kommt der schwarzweißroten und der Hakenkreuzflagge grundsätzlich der Vorrang zu. Bei drei in einer Front stehenden Masten wäre auf dem mittleren Mast die schwarzweißrote, rechts die Hakenkreuzflagge und links die Landes- bzw. Kommunalflagge zu hissen. Um den Aufstieg in die Bezirksliga. vfv. I — Germania Fulda I 0:1 (0:1). Zum zweiten Male trat VfB. I und Germania Fulda I diesmal auf dem Waldsportplatz zum Kamps um den Ausstieg in die Bezirksklasse an. Auch diesmal, wie im Vorspiel, mußten sich die Grünweißen beugen. Das Ergebnis fiel aber knapp aus und konnte gut auch umgekehrt lauten. Die hochsommerliche Hitze beeinträchtigte die Leistungen beider Mannschaften. Trotzdem wurde in flottem Tempo bis zum Schluß gekämpft. Die Gäste, technisch reifer und wendiger, waren besser als die Erünweißen. Die Stärke der Gastgeber lag im Schlußdreieck, das sich hervorragend schlug. Die Läuferreihe war nicht beweglich genug, der Sturm konnte sich nicht recht finden. In lebhaftem Tempo begann das Spiel. Beide Tore gerieten in Gefahr. Gefährliche Angriffe der gegnerischen Flügel wurden von Bingel-Leutheuser in Ruhe abgestoppt. Kurz darauf vergab VfB. eine große Chance. Roth schoß scharf aber knapp über das leere Tor. Der Germanentorwart hielt außerdem mit Glück und Geschick. Aus einem von Haas im VfB-Tor zu kurz abgewehrten fiel im Nachschuß das einzige Tor des Tages In die zweite Spielhälfte gingen die Grünweißen mit allem Eifer und konnten den größten Teil dieser Zeit einige Feldüberlegenheit herausarbeiten. Trotzdem war der VfB-Torhüter immer etwas mehr beschäftigt. Er meisterte aber selbst gefährliche Bälle mit sehr viel Ruhe. Der VfB. hatte in der Folge auch eine Anzahl greifbarer Torchancen, aber es wollte nichts glücken. Auch eine Umstellung konnte hieran nichts ändern. Gegen Schluß des Spiels streifte der Kampf öfters die Grenzen des Erlaubten. Schiedsrichter Henkel zeigte sich sehr nachgiebig, was dem Spiel durchaus nicht zum Vorteil gereichte. VfB. II — TDiefetf I 1:2 (1:0). Die Grünweißen trafen auf einen sehr spielstarken Gegner. VsB. lag bei Halbzeit mit einem Tor in Führung. Die Gegner, technisch gut, konnten zwei Tore und damit den Sieg erringen. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen. vfv. III — Leihgestern II 4:2 (0:2). Die Dritte konnte einen verdienten Sieg landen. Bei Halbzeit war die Partie zwar noch verloren, nach der Pause waren die Grünweißen aber stark überlegen und erzielten durch vorbildliche Kombinationsarbeit vier Tore. , FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Aßlar I — „Teutonia" I 3:5 (2:2.) Mit viel Ersatz trug die 1. Mannschaft ein Gesell- schaftssoiel in Aßlar aus. Die Gastgeber legten überraschend schon in der ersten Viertelstunde zwei Tore vor. Bis zur Pause glichen aber die Teutonen aus. In der zweiten Hälfte liefen die Teutonen zu großer Form auf, jeder Spieler setzte sich voll ein und in regelmäßigen Abständen wurden noch drei Tore erzielt. Aßlar hielt dem Tempo nicht stand. Erst in letzter Minute gelang es den Gastgebern auf 3:5 zu verkürzen. Die Jugend von Watzenborn-Steinberg siegte gegen die Jugend von Aßlar nach guten Leistungen mit 0:2 Toren. Turnverein Krofdorf. Io. Krofdorf I — 2. Komp. 15. 3nf.-Regt. II 8:8. Zum Handballspiel gegen die in Krofdorf immer gern gesehene Soldatenmannschaft waren viele Zuschauer zum Sportplatz gekommen und bekamen ein schönes Gesellschaftsspiel zu sehen. Die in letzter Zeit gut spielende junge Krofdorfer Mannschaft mußte sich anstrengen, um das Unentschieden zu erzielen. Schiedsrichter Mohr, Gießen, war dem Spiel ein gerechter Leiter. — To. Krofdorf II — To. Wißmar (komb.) 4:6. Sportverein 1920 Heuchelheim. Sportverein 1920 — Fußballklub Großenvuseck 4:5. Die Leistungen der Einheimischen war nicht überzeugend. Läuferreihe und Sturm hatten einen schwarzen Tag. Gefallen konnte nur die Verteidigung. Die Gäste zeigten ein flüssiges Spiel und ge- fielen durch ihre blitzschnellen Aktionen. — Heuchelheim Schüler — Großen-Buseck Schüler 3:3. Gauwanderfahrt der Radfahrer nach Braunfels. Der Lahngau im Bund Deutscher Radfahrer veranstaltete am Sonntag die erste Gauwander- sahrt nach Braunfels. Die Fahrt war von herrlichstem Sommerwetter begünstigt. Zahlreiche Radler, Radlerinnen und viele Jugendliche beteiligten sich. 3n seiner Begrüßungsansprache gab der Gauvorsihende Bellinger, Alsfeld, seiner Freude über die starke Beteiligung Ausdruck, er wies auf die Gleichschaltung auch des Radsports hin und teilte mit, daß es in Zukunft nur noch einen und zwar den „Deutschen Radfahrer-Bund" unter der Führung des Bor- sitzenden des „Bundes Deutscher Radfahrer" gebe. Sodann gab er bekannt, daß die Gaugeschäftsstelle zu Herrn Erwin Hauck verlegt sei. Er bat zum Schluß noch um lebhafte Beteiligung am Gausommerfest, das am 25. Juni in Aßlar stattfinde. Der dortige Verein gebe sich Mühe, das Fest würdig auszugestalten. Nachdem man einige Stunden gemütlich gemeinsam verbracht hatte, wurde die Heimfahrt angetreten. Mdclub „Germania" 1899 Gießen. RL. „Germania" Gießen unterliegt dem Weltmeister knapp 5:6. Einen großen Erfolg hatte die „Germania" am Sonntag in Bonn beim „Großen Radballpreis von Westdeutschland" zu verzeichnen. Zum erstenmal war nach der Gleichschaltung auch die „Union“ durch ihren Meister „Dixi-Hannover" vertreten. Rach einem Borspielsieg im Zweier- Radball (Stornrnel-Baurn) gegen Essen 84 hatten die „Germanen" das Pech gleich im Zwischenspiel gegen den Weltmeister „Wanderlust" Frankfurt (Schreiber-Dlersch) antreten zu müssen und verloren hier nach spannendem Kampf knapp 5:61 Die „Germanen" waren hier die einzigen, die mit nur einem Tor Unterschied gegen den Weltmeister unterlagen. Da die Spiele nach dem k. o.-Shstem ausgetragen wurden, konnten sich die „Germanen", obwohl auf Grund des günstigsten Torverhältnisses, zweitbeste Mannschaft, nicht placieren. 3m Dreier-Radball (Gebr. Stommel-Daum) siegten die „Germanen" im Vorspiel gegen Bonn 9:2, gegen Reuwerk 7:1 um alsdann wiederum im Zwischenspiel auf den Weltmeister (Schreiber- Blersch-Möser) zu stoßen. Zur allgemeinen Ueber- raschung zeigten die Germanen hervorragende Leistungen und gaben den Frankfurtern bis eine halbe Minute vor Spielende mit 3:2 das Nachsehen. Fast mit dem Schlußpfiff gelang es dann noch dem Weltmeister gleichzuziehen und so eine Spielverlängerung zu erzwingen, in der die größere Spielerfahrung den Frankfurtern zu einem schwer erkämpften, glücklichen 6:3°Sieg verhalf. 3m Endkampf um den 3. und 4. Platz konnten dann die „Germanen" den Meister der „Union“, Dixi-Hannover noch einwandfrei mit 8:1 Toren schlagen und sich den 3. Platz sichern. Trotz allem ist das Abschneiden der Germanen unter jeweils 11 Gegnern: Essen 84, Essen-Rüttenscheid, Bonn, Neuwerk, Aachen. Hannover, Köln, Duisburg und Frankfurt, also Gau-, Landesverbands-, Deutsche und Weltmeister) äußerst günstig. 3m Anschluß an die Preisverteilung (die den Germanen ein wertvolles Oelgemälde einbrachte) ließ der Dundeskampfrichter R a d e ck (Rheydt) den Gießenern eine besondere Ehrung zuteil werden, die besonders den Leistungen und dem fairen Spiel galt. Großes Straßenrennen über 275 km. Gießener Radfahrer beteiligen sich. Der Velocipedclub Frankfurt veranstaltet am kommenden Sonntag ein großes Straßenrennen, das über eine Strecke von 275 Kilometer führt. Zur Teilnahme haben sich viele Fahrer von gutem Ruf gemeldet, so daß man mit einem spannenden Kamps rechnen kann. Den ersten Preisträgern winken für über 2000 Mark Ehrenpreise. Der Sieger erhält außerdem noch einen wertvollen Ehrenpreis, der von Frau Geheimrat Sachs gestiftet worden ist. Dor den Radrennfahrern starten die Fahrer mit Sachs-Motoren. Die Fahrt führt über Friedberg und Butzbach nach Gießen. Von hier aus fahren die Rennfahrer nach Marburg weiter, passieren Lauterbach, fahren nach Fulda und kehren über Schlüchtern und Hanau nach Frankfurt zurück. An diesem Rennen nimmt auch der Gießener Radfahrverein von 1 8 8 5 mit fünf Straßenfahrern teil. Die Sportler passieren in Gießen die Frankfurter Straße, die Wilhelm- und die Ludwigstraße, den Ludwigsplatz, die Roon- und die Moltkcstraße, sowie den Hitlerwall, um auf der Marburger Straße unsere Stadt wieder zu verlassen. Startzeit 5 Uhr. Startplatz: Frankfurt, Friedberger Warte. Die Fahrer der Hauptklasse dürften gegen 6.45 Uhr in Gießen eintreffen. Tisch-Tennis der Sp.-Vg. 1900. 1900 I — ATL. Gießen 1 11:1. Dem Rückkampf gegen den bis jetzt einzigen Bezwinger von 1900’ä erster Garnitur, den Akad. Tischtennis-Club Gießen, sah man mit einiger Spannung entgegen. Da bekannt war, daß die ATC.er mit schwächerer Mannschaft als beim Vorspiel anzutreten gezwungen seien, räumte man den Spielvereinigungsleuten Gewinnchancen ein. Daß sie aber den Gegner einfach niederkantern würden, hatte niemand erwartet. Nachstehend die Ergebnisse (ATE. jeweils zuerst genannt) : Einzel: Hamann — Dietrich 13:21, 21:18, 9:21, 19:21; H. Meier — Beil 12:21, 24:22, 16:21, 13:21; Günther — Gebhardt 18:21, 18:21, 14:21; W. Meier — Petsch 24:26, 21:23, 21:13, 21:19, 7:21; Fischer — Reichel 10:21, 17:21, 16:21; Fath — Arzbächer 21:16, 13:21, 21:14, 9:21,18:21; Klein — Gros 17:21, 15:21, 10:21; Liang Wu — 3ung ltr.21, 13:21, 18:21. Doppel: Hamann, H. Meier—Dietrich, 3ung 21:10, 21:18, 22:24, 18:21, 21:14; Günther, W. Meier — Gebhardt, Gros 11:21, 20:22, 4:21; Fischer, Fath — Reichel, Petsch 8:21, 10:21, 10:21; Klein, Liang Wu — Arzbächer, Beil 10:21, 15:21, 9:21. 1900 II — ID. Lich 13:2. Auch hier handelt es sich um einen Rückkampf, der einen Bombensieg einbrachte, das Vortreffen war allerdings auch gewonnen worden. Nachstehend die Ergebnisse (Lich jeweils zuerst genannt). Einzel: Erb — Gros 10:21, 14:21, 17:21; 3nsel — Frau Hauser 18:21, 12:21, 17:21; Wepp- ler — Oelemann 4:21, 15:21, 17:21; Menges — Meyerhofs 16:21, 15:21, 11:21; Steuernagel — Götz 18:21, 12:21, 17:21; Pammler — Frl. Lai- chinger 9:21, 8:21, 12:21. Kreuzeinzel: 3nsel — Gros 20:22, 16:21, 13:21; Erb — Frau Hauser 8:21, 21:17, 24:22, 11:21, 21:19; Menges — Oelemann 19:21, 10:21, 8:21; Weppler — Meyerhofs 16:21, 16:21, 21:19, 12:21; Pammler — Götz 10:21, 8:21, 17:21; Steuernagel — Frl. Laichinger 8:21, 3:21, 7:21. Doppel: Weppler, Erb — Gros, Oelemann 19:21, 14:21, 17:21; 3nfel, Menges — Frau Hauser, Meyerhofs 12:21, 21:16, 8:21, 21:16, 21:17; Pammler, Steuernagel — Götz, Frl. Laichinger 9:21, 14:21, 17:21. Wirtschaft. Commerz- und Privatbank AG., Hamburg-Berlin. Die Commerz- und Privatbank AG., Hamburg- Berlin, vereinnahmte im Geschäftsjahr 1932 aus Zinsen, Wechseln, Sorten und Zinsscheinen 29,64 (im Vorjahre 38,45) Millionen Mark und aus Provisionen 31,15 (43,38) Millionen Mark. Demgegenüber erforderten Handlungsunkosten 46,37 (55,43) und Steuern 6,67 (8,77) Millionen Mark. (Bei den Vorjahresvergleichsziffern sind die Ziffern der Commerz- und Privatbank und der mit ihr im 3ahre 1932 verschmolzenen Barmer Bankverein Hinsberg, Fischer & Co. K. a. A. zusammengezählt.) 3m Geschäftsbericht wird der Schwund an wirtschaftlichem Betriebskapital als die wesentlichste Ursache der Wirtschaftsschrumpfung bezeichnet. Man dürfe aber zuversichtlich an- nehmen, daß durch die Wandlung der politischen Verhältnisse und den entschlossenen Willen der Staatsführung, mit der Wirtschaftspolitik der Nachkriegszeit zu brechen, dieser zerstörenden Entwicklung nunmehr endgültig Einhalt geboten fei. Deutschland verfüge in allen Zweigen des wirtschaftlichen Lebens über außerordentlich starke Auftriebskräfte, die geeignet feien, in verhältnismäßig kurzer Zeit aus der Not herauszuführen. Die Verwaltung halte es in Anbetracht der Wirtfchaftsnot für selbstverständlich, die Verteilung einer Dividende nicht in Erwägung zu ziehen und alle verfügbaren Mittel zur Konsolidierung zu verwenden. Der auf den 27.3uni einberufenen Generalversammlung wird borge» schlagen, den gesamten Betriebsüberschuh des 3ahres 1932 von 7,74 Millionen Mark zu Rückstellungen zu verwenden. Die Verwaltung glaube, mit dieser Maßnahme ausreichend für die Bereinigung der Bilanz gesorgt zu haben. • • Berlin —Karlsruher Industrie- Werke A G., Berlin. Der GV. am 29. Juni soll Verzicht auf eine Dividende vorgeschlagen werden. Aus dem Reingewinn, einschl. 527 969 Mark Vortrag, von 1 087 672 Mk. sind 461 857 Mark dem Fonds für Pensionsverpslichtungen zu überweisen und 625 814 Mk. vorzutragen. Der Geschäftsgang zeigt in 1933 bisher eine gewisse Belebung gegen das Vorjahr. *Mannesmannröhren°Werke, Düffel d o r f. In der Auifichtsratssihung am Mittwoch wurde der Abschluß für 1932 vorgelegt. Der Rohüberschuß stellt sich auf 48 676 563 Mk. Die gesamten Handlnngsunkosten, umfassend Löhne und Gehälter, soziale Aufwendungen und Abgaben, Steuern und sonstige Verwaltungskosten, betragen insgesamt 42 024 816 Mk. Dem hiernach verbleibenden Lieberschub von 6 651 747 Mk. stehen die Abschreibungen auf Anlagen und andere Vermögenswerte in Höhe von 9 816 857 Mk. gegenüber, so daß sich per 31. Dezember 1932 ein Betriebsverlust von 3165110 Mk. ergibt. Nach Abzug des Gewinnvortrages aus 1931 von 1 955 473 Mark verbleibt ein Verlust von 1 209 637 Mk., der vorgetragen werden soll.. Sranffurfer AbZudbörse geschästslos. Frankfurt a. M., 24. Mai. Das Geschäft an der heutigen Abendbörse war angesichts der morgigen Unterbrechung des Börsenverkehrs lustlos. Der Verlustabschluh der Mannesmann-Röhrenwerke wirkte noch weiter nach, nachdem bereits im heutigen Schlußverkehr der Kurs um 1,4 Prozent gefallen war, und infolgedessen war die Gesamtstimmung eher etwas schwächer. Die feste Eröffnung der Neuyorker Börse vermochte keinen Einfluß auszuüben. Mannesmann kamen nach Minus-Zeichen 1,75 Prozent unter dem Berliner Schlußkurs zur Notiz, und auch die übrigen Montanaktien bröckelten etwas ab. Dagegen konnten sich Siemens um 0,5 Prozent befestigen, während JG.-Farben im Verlaufe 0,5 Prozent schwächer lagen. Am Markte der festverzinslichen Werke schwächten sich Altbesitzanleihe um 0,75 Prozent ab, dagegen waren späte Reichsschuldbuchsorderungen und die Neubesihanleihe kaum verändert. Neu- besih 12,825, Altbesitz 76,10, Reichsbank 127,50, Harpener 95,75, Kali Aschersleben 131, Mannesmann 72 (Bries), Rheinstahl 90,50, Stahlverein 42,75, AEG. 25,10, Scheideanstalt 170, Licht und Kraft 114, JG.-Farben 132, Siemens 161,50 bis 162, Hapag 19,50- Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 24. Mai. Die Getreide» borfe verkehrte in ruhiger Haltung, zu Abschlüssen kam es kaum. Die Mehlpreise wurden um 0,25 Mk. per Doppelzentner Heruntergeseht, trotzdem blieb das Geschäft schleppend. Von Getreide gab Weizen und Hafer je 1 Mark nach, im übrigen blieben die letzten Notierungen in Geltung. Weizen 213 bis 214, Roggen 172,50 bis 174, Hafer 147,50 bis 151,50, Weizenmehl südd. und niederrhein. Spez. 0 mit Austauschweizen 30,50 bis 31,75, Roggenmehl, 60prozentige Ausmahlung, 23,75 bis 25,25, Weizenkleie 7,75 bis 7,80, Roggenkleie 8,70 bis 8,75. Tendenz: ruhig. Schweinemarkt in Friedberg. WSN. Friedberg, 24. Mai. Zum heutigen Schweine markt waren 324 Jungtiere aufgetrieben. Es wurden bezahlt: bis sechs Wochen alte Tiere 16 Mark, sechs vis acht Wochen alte Tiere 16 bis 20 Mark; acht bis zwölf Wochen alte Tiere 20 bis 28 Mark. Der Markt wurde geräumt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H.. Lombardzinsfuß 5 o H. »ranfturi a. Dl. Berlin Schluß» kurS Schluß,. Abend- börse Schluß» kurS Schlußk. Mlllag» börse ■«Datum 23.5- 24.5. 23.5. 24.5. 6% Treuliche Rctchoanleihe v. 1921 85,5 85 85,5 85 6% efcm.7% Dt.ReichSanl. v. 1929 91 92,4 91 92 t>Yi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.^Schuld mb 86,25 86,9 86,75 86,9 AuSlos.-Rechten ............ 77 76,13 77,13 76,9 DeSgl. ohne AuSIos.-Rechte...... 6% efiem. 8% Hess. BolkSstaat 1929 13,1 12,825 13,1 12,85 (rüdiafjlb. 102%)..... ..... 78 78,5 78,5 Lberhessen Provinz-Anleihe mb AuSlos.-Rechten ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt 70 68,5 — — Gold R. 12.......... 5%% Hell- Landes Hppotheken- 83 82,5 — 83 bank Darmstadt ßiqul . ----- Deutsche Komm. Sammetab I.An leche Sertel mit AuSlos.-Rechten — 85,5 — — 69,65 69,5 69,4 70 6% ehern. 8% Franks. Hpp.-Ban' Goldpfe. 15 unkündbar bl» 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Ban! 84 83,25 — — Goldpfe. 16 unkündbar bl» 1936 67z% ehern. 47s% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbrlefe ..... 83,5 83 — — 84,9 83,75 — 67i% cfjem. 47i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfc. ... 6% chem. 8% Pr. Landespfand 86 85,5 — brlefanstalt, Pfandbriefe R. 19 84 84 83,5 83,5 6% eyem. 7% Pr. Landcspsand briefanftalt. Pfandbriefe R. 1< 84 84 84,5 84,5 85,4 85,4 85,4 4% Oösterreichische Goldrente... 15,75 15,75 16 — 4,20% Oefterreichische Silbcrrenle —— — — — — ■-- 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — — 4V,% ÖC'SlI von 1913.......... — — —— — 6% aBflcft Goldmcxikaner von 99 7,9 7,65 7,75 7,95 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bogdadbahn-Anlech' 6,5 6,6 6,55 6,65 Serie l.................... 6,4 6,6 — 6,55 Frankfurt o.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend» börse Schluß» kurS Schlußk. Mittagbörse Datum 23.5. 24.5- 23-5. 24.5. 4% desgl. Serie ll ........... 6,3 6,55 6,5 6,65 5% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 5,65 5,65 5,75 — 47r%Rnmän.verelnh.Rentev.l913 10,75 10,75 10,7 10,6 4% Rumänische vereinh. Rente 4,8 4,7 4.7 4,55 8%% Anatolier ............. 29,25 29 29,75 29,13 Lamburg-Amerika-Paket ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff. c 20,65 19,5 20,65 19,75 0 — — 30,25 33,5 Hansa Dampfschiff........... 0 —— —- 30 31 Norddeutscher Lloyd ......... 0 21,9 20,4 21,9 20,9 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 53,5 54 53,13 54,25 Berliner Handelsgesellschaft.... Commerz, und Privat-Bank... 4 0 94 50,75 94 50,25 94 50,75 94 50,75 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................ 0 54,5 53 54,5 53 Dresdner Bank.............. 0 54 53 54 53 Reichsbank ................. 1 127,75 127,5 127,65 127,65 A.E.G...................... c 25 25,13 25,5 25,13 Elektr. LteferungSgefellschaft ... t 100 100 99,75 100 Licht und Kraft ............. 6 114 114 114 115,25 Felten & Guilleaume ........ Gesellschaft für Elektrische Unter» 0 67,5 67 67,75 67 nehmungen........ 4 93,25 93 93,25 93,13 Rheinische Elektrizität ........ 6 96 96 96 95,9 Schurke« L Co.......... 0 108 108,25 107,9 108 Clemens & Halske ........... f 162 159 161,5 Lahmcyer LEo.............. 10 124 124 124 124 Buderu» ................... ( 78 77,25 77 78 Deutsche Erdöl ............. 4 114,5 113,5 714 112 Gelsenkirchener.............. 0 64,75 63,25 64,75 63,5 Harpener................... 0 96 95,75 96 96,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuesien.. 0 77,4 76,5 Ilse Bergbau ............... 7 —— 152,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 7 — 116,5 115 filödnetiuerte............. 0 61.25 60 61,5 60,5 Mannesmann-Rühren........ 0 76 72 76 73,75 Iranlfurt a. M. Deriin Schluß» kurS Schluß!. Abend» börse Schluß» lurS Schlußk. Millag» börse Dalum 23.5. 24.5. 23.5. 24.5. Mansselver Bergbau...... ... 0 27,5 — 27 26 KokSwerke ............... ... 0 — — 86 85,5 Phönix Bergbau.......... ... 0 44,4 44 43,75 43,13 Rheinische Braunkohlen ... ...10 195 196,25 195 197 Rlieinilohl ............ ... 0 93 90,5 92,25 91 Vereinigte Stahlwerke..... ... 0 43 42,75 42,9 43 Olavi Minen ............ ... 0 17,5 17,5 17,5 17,75 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 129,75 131 129,5 132 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 132 134 132 132 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 9 183 183 182 182,5 g ®. Farbcn-Jndustrte .... 132,65 132 132,25 132,13 Scheideanstalt............ ...10 170,5 170 Goldschmidt ............. ... 0 55,13 55 55,75 55,25 Rütgerswerke ............ ... 0 57,5 58,65 57,4 58,4 Meiallgesellschaft.......... 36 36 35,75 35,5 Philipp Hohmann........ Zementwerk Heidelberg ... Cementwerk Karlstadt...... ... 0 57,5 54,25 58 58,5 :::! ü 80,75 Schultheis Patzenhofer..... ... 0 _ _ 128 126,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 39 38 39,5 38,25 Bemberg................ ... 0 48,75 49 48,9 49 Zellstofl Waldhof......... ... 0 53,5 54 53,75 54 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 24,5 24 24,13 25,65 Dessauer GaS............ ... 7 — 111,65 111,75 Daimler Motoren......... ... 6 31 31 30,75 30,65 49,13 Deutsche Linoleum ....... ... O 48,5 49,25 48,25 Orenstein & Koppel ....... ... O — 51 50,4 21,5 Leonhard Tietz........... ... 6 — 21,5 22 Chade................... 172 174 172,25 174 Gritzner............ 8,5 28 28,25 28 Mainkraftwerke Höchst a.M. ... 4 67 68 Süddeutscher Zucker ...... ... 8 - 155,25 155 156 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 23.Mal 24.Mal Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 1 Arie' Geld Brie Helsingsoro. 6,314 6,326 6,304 6,316 Wien...... 45,95 46,05 45,95 46,05 Prag...... 12,61 12,63 12,61 12,63 Budapest ... — — —- — Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 170,23 170,57 170,08 170,42 Oslo....... 72,53 72,67 72,43 72,57 Kopenhagen. 63,74 63,86 63,69 63,81 Stockholm... 73,33 73,47 73,28 73,42 London ..... 14,29 14,33 14,27 14,31 Buenos Airee 0,853 0,857 0,853 0,857 Neuyork .... 3,656 3,664 3,646 3,654 Brüssel .... 58,84 58,96 58,74 58,86 Italien..... 22,01 22,05 21,98 22,02 Paris ..... 16,615 16,655 16,595 16,635 Schweiz ... 81,52 81,68 81,37 81,53 Spanten.... 36,06 36,14 36,01 36,09 Danzig.... 82,52 82,68 82,52 82,68 Japan...... 0,869 0,871 0,874 0,876 Rio de Ian. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien 5,195 5,205 5,195 5,205 Lissabon.... 13,02 13,04 13,02 13,04 Serlin, 24. Mal Geld Brief Amcrllanhche Noten.............. 3,61 3,63 Belgische Noten.................. Dänischs Noten ............... 58,58 63,32 14,23 58,82 68,58 14,29 Englische Noten ................. Französische Noten............... 16,555 16,615 Holländische Noten............... 169,71 170,39 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 21,86 72,26 2,46 73,10 81,19 35,88 21,94 72,54 2,48 73,40 81,51 36,02 Schweizer Noten................. Spanische Noten............. .. Ungarische Noten ................ ßr.121 sot",lc9 N 8tlln9{n; rflinilie- Se30uftriertt ' Wu 6igi Iburg (b- $ einer für das DeutM ahrlstage die grc> Iburg, unter öi Morgenstunden ru braunemK unübersehbare vaterländischen 2er [der®«,«» Iburg an. Hm ä Einmarsch der emze lang der Fahnen« 10 bis 11 Hhr F Einige Minuten erreicht der große lüget als 25 Musi jen Vorbeimarsch sprich nahm, den feinem tunten Du, Voran zogen die Trachten, gefolgt formen des allen d vereine, soloie di Münster; dann fan gruppen aus dem g land, Ostpreußen, Ächeinländer, Kolm erneut das Zusa Deutschen wach. Vi fesselte Heim fesselte Frau eindi der Tschechoslowake nen Deutschen eiim Vizekan; sprach dann über entwickelte antnüpfi kanzlers.ein neue$ scheu Gesam/volles vollkommen ne Windung der rifsenheit Eui gründung und die liehen das deutsche die nach dem D Mahrn, so dah he, Pas aus nicht ü verteilt sind, i Volkes lebt a u grenzen. Sie I mc Va 1 kanisi 'Fkeunigt, die Aufsplitterung der derheitenschutz des ger Gerichtshofes 1 dm Slaatsbür d»rM Hi fe g.-bc Ale, ein aktj -^luderheitenrecht j S *"? We; Wo liegt der Fehlen LL°us, läßt nicht < N°°lle Staat ra S en|P^'r, das V $oben geistiges Leber ?°5 Dolfslum ist et! ^geschichtliche Lj 2,7 ,e> von Son * Ä'2' taiÜT'"“» h s°i>«n|länt Uns '"folge 6tM?e wir teiluna^'Oerte Eu M.-s mur. 4utonomie ntioniire ^ede ff * s tumern '°"dere A 'M «uj ;£«b, L Der . uhor wird eine°nhe der ( Nen be^9^ ""'st den mpNtri und ,7 8iure, folfferj^inb, ble <£ur09Dn nb eine. "'ch> bei ein5 Nf b*?'ben, oölf, b'oden' ^ 'n en $i