Nr. 121 Erstes Blatt 183. Jahrgang greitag, 26. Mai 1933 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Suchrin» täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bießener Familienblätter Heimat imBild Die Scholle monatsiBeiugsprels: Mil 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsvrechanschlüfie anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: gtanHurt am Main 11686. t>me/feres! wiche mit steifen Beinen, gesunden und entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes 15.45 Uhr. Die Festpredigt wird von Pfarrer W e t fei. Heuchelheim gehalten. mengen. Verlangen Sie nur echtes Raffol in Origrnalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engel- apotheke Gießen, gu Haden in allen Apotheken. 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Abmarsch -mn Gepäckmarsch 8'/, Uhr: Feldgottesdienst aus dem Trieb 9'/, Uhr: Fortsetzung der Wchrsportkämpfe 11 Uhr: (bis 12 Uhr) Platzkonzert der Stahlbelmkavelle aus dem Hindenburgwall (Südanlage) 12 Uhr: ^eldküchenvervflegung der Wehrsvortteilnebmer 14'/, Uhr: Antreten auf dem Oswaldsgarten zum Marsch durch die Stadt 16 Uhr: Kameradschaft!. Beisammensein mit Gästen und Angehörigen in sämtlichen Räumen der LiebigS- höhe, Konzert der Stahlhelmkapellc 20 Uhr: in sämtlichen Räumen der LiebigShöhe: Feier unter Mitwirkung der Stahlbelmkavelle, des Bauer'schen Gesangvereins und der Wehrsport- Abteilung. Grober Ball Die Bevölkerung von Gießen und Umgegend wird -u den Veranstaltungen herzlich eingeladen. 3bmd Doranschlags-Verabschiedung in Alsfeld. Alsfeld, 24. Mai. Gestern fand nach der feierlichen Eröffnungssitzung des n e u e n Stadtvorstandes am 28. April die erste Arbeits- sihung mit einer recht umfangreichen Tagesordnung statt, die aber in knapp einer Stunde in flotter Arbeit erledigt wurde. Die vier Mitglieder der SPD. waren der Sihung ferngeblieben. Als erster Punkt gelangte der Voranschlag der Stadt-Hospital- und Armenkasse für das Rechnungsjahr 1933 zur Beratung. Der Voranschlag der Stadt beziffert sich auf 538 801,86 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Der Umlagenbedarf beträgt 126 0)0 Mk. Der Voranschlag des Hospitalfonds beträgt in Einnahme und Ausgabe 4591,75 Mk., derjenige des Armenfonds bilanciert mit 15 925 Mk. Die Do-anschläge, die vom Finanzausschuh durchberaten waren, wurden ohne Aussprache im ganzen angenommen. Die Einführung der Filialsteuer nach Mahgabe der neuen Vorschriften, die an Stelle der seitherigen Ortssahung treten, wurde beschlossen. Die Steuer beträgt 10) Prozent der allgemeinen Gewerbesteuer. Die Einführung der Waren Haus st euer wurde vorerst zurück- gestellt, bis zur Klärung der neuen Vorschriften. Die Regelung des Erlasses von Gewerbe st euerausDilligkeitsgründen für das Rechnungsjahr 1932 wurde nach denselben Grundsätzen beschlossen, wie für das Rechnungs- ber Anfertigung der Hausarbeiten tunlichst bis }um 7. Schuljahr zu benutzen. " 115er-Tag in Oppenheim a. Rh. Am 28. Mai findet in der alten Reichs- und Weinstadt Oppenheim ein Tag des Wiedersehens der ehemaligen Angehörigen des Leib- aarde-2nfanterie-Regiments 115 statt. Der Chef deS Regiments, der Grohherzog von Hessen, sowie das grobherzogliche HauS und die Generalität haben ihr Erscheinen zugesagt. •• Sine Pfingstfonderfahrt nach Kochel am See veranstaltet das MSR. am 3.3uni. Eine Woche Aufenthalt, auf der Rückfahrt einen Tag in München. Der Preis beträgt alleS in allem 73,50 Mark. (Siehe heutige Anzeige.) Hindenburg und Hitler Ehrenbürger von Offenbach. Offenbach a. M., 24. Mai. (WSN.) Nachdem bereits am gestrigen Vormittag die Vereidigung der nationalsozialistifechn Siadtratssraktion durch den Fraktionssührer Hurt Stein stattgefunden hatte, fand am Nachmittag die erste Sitzung des Offenbacher Stadtrates statt. Die Eröffnungsrede hielt der kommissarische Oberbürgermeister Dr. Schön- h a l s. Nach ihm ergriff der Fraktionsführer Kurt Stein das Wort zu einer programmatischen Rede. Anschließend wurde auf Antrag der NSDAP, dem Reichspräsidenten vonHindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler das Ehrenbürgerrecht der Stadt Offenbach verliehen. Auf Antrag des hessischen Ministers des Innern wurde das Stadtratsmitglied und Fraktionsführer der NSDAP. Kreisleiter Shirt Stein zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Offenbach ernannt. Ehrungen des Reichsstatthalters Sprenger. WSR. Gau-Algesheim, 24. Mal. Auf Antrag der nationalsozialistischen Fraktion hat her Gemeinderat einstimmig beschlossen, den Deichsstatthalter Sprenger zum Ehrenbürger der Gemeinde zu ernennen. Reben anderen Strahenumbenennungen wurde die Reufasse in Werner-Vest-Strahe umbenannt. WSR. Coden (Westerwald), 24.Mai. Die Westerwaldgemeinden Coden und Hahn haben beschlossen, je eine Straße in „Hakob-Spren- ger-Siraße" umzubenennen. Die Ehrung ist, wie eS in den betreffenden Gemeindebeschlussen heißt, erfolgt als Zeichen der Dankbarkeit für da- opferfreudige und unermüdliche Wirken deS Gauleiters und Reichsstattholters Sprenger für das Wohlergehen des Westerwalhes. sind aus der Anzeiae in unserem heutigen Blatte, auf die besonders hingewiesen sei, ersichtlich. Am Samstagabend werden im Verlaufe eines Begrüßungsabends Landesführer Robert Schmidt- Steinheim, Oberschulrat Ringshausen und Ministerpräsident Dr. Werner Ansprachen halten. Am Sonntagnachmittag werden bei der Kundgebung auf dem Festplotz nach der Begrüßung durch den Landesführer Robert Schmidt Ministerpräsident Dr. Werner, Staatskommi,'lar Dr. Wagner und der Präsident des Reichstandbundes M e i n • berg sprechen. Um 17 Uhr soll der aus seiner Ober- Hessen-Fahrt Nidda passierende Herr Reichsstotthal- ter und Gauleiter Sprenger empfangen werden, dabei wird der Herr Reichsstatthalter eine Ansprache halten. Am morgigen Samstag und am kommenden Sonntag findet in Nidda der vom Hessischen Jung- landbund veranstaltete große Landvolktag statt. Alle Einzelheiten über den Verlauf der Tagung sind aus der Anzeige in unserem heutigen Blatte, soll in Uebereinstimmung mit -essen, den Kreisen und Ge- »essen, auf Grund der vereinbarten Richtlinien, die Gewerbesteuer für 1932 auf Antrag insoweit ermäßigt werden, als die Minderung der Eteuerwerte 20 Prozent übersteigt. Eine Neufestsetzung der Vadegebüh- ren im städtischen Schwimmbad hat sich als den Zeitverhältnissen entsprechend notwendig erwiesen. Es wurden daher die Preise für die Dauerkarten auf 7 Mk. für die Person und ohne Einzelkabinen auf 5 Mk herabgesetzt. Die Echwimmabteilungen des Turnvereins, sowie der Hitler-Jugend und deS DdM. und des Schwimm- Vereins erhalten außerdem noch eine besondere Ermäßigung von 30 Prozent. Die Wiegegebühren im städtischen E ch l a ch t h 0 f erfuhren ebenfalls eine Herabsetzung. Außerhalb der Tagesordnung wurde noch die Aufhebung des städtischen Fuhrparks mit sofortiger Wirkung beschlossen. Großes Brandunglück in Freienseen. * Freienseen, 25. Mai. In unserem Dorfe ereignete sich am Mittwochoorrnittag ein großes Brandunglück, dem drei Scheunen, die Stallungen und eine Anzahl N e b e n g e - bä ude des Landwirts Gei, des Bäckermeisters Jung und der Landwirtswitwe Mara. Bon- n i n g zum Opfer fielen. Obwohl die Ortsfeuerwehr und die Feuerwehren von Laubach und Altenhain mit aller Kraft gegen die Flammen ankämpften, konnte die gewaltige Ausdehnung der Flammen nicht verhindert werden. Mit den Gebäuden fielen große Mengen von Stroh und Heu den Flam- men zum Opfer. Der Schaden ist sehr groß. Wodurch der Brand entstanden ist, steht bisher noch nicht fest. Landkreis Giesien. is Steinbach, 24. Mai. Heute zwischen 18 und 19 Uhr ereignete sich hier ein schwerer Unglücks fall, dem leider ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Als das Postverkehrsauto, von Albach kommend, zum Dorfe hereinfuhr, lief das drei Jahre alte Söhnchen des Schlossers Heinrich Balser seitwärts in das Auto und wurde so schwer verletzt, daß es nach seiner Einlieferung in die Klinik zu Gießen v e r - starb. — Am kommenden Sonntag (Eraudi) wird das Iahresfest der evangelischen Kirchengesangvereine des Dekanats Gie- ß e n in unserer Gemeinde abgehalten. Der Festgottesdienst beginnt 13.45 Uhr, die Nachoersammlung k zM- Landvolktag veranstaltet vom Hess, Nunglandbund am 27. und 28. Mai 1933 in Nidda Festfolge: SaniKtag, den 27. Mai: 14.00 Uhr: in der Turnballe: Versammlung des NS.-Lehrerbundes. 18.00 Uhr: »Zührerversammlung deS Junglandbundes. 19.00 Uhr: Platzkonzert auf dem Marktvl. 20.00 Uhr: Begrrtißungsabend in der Turnhalle. — Ansprachen: Landesführer Robert Schmidt, Oberschulrat Bingshansen, Ministerpräsident Dr. Werner unterMittvirkungd.Gesangvereine Nidda undRodheim und des Turnvereins Nidda Sonntag, den 28. Hai: 7.00 Uhr: Weckruf durch die Standarten- kavelle Friedbera. 8.30 Uhr: Totenehrung und Schlageter- feier am Zobanniterturm. 9.30 Uhr: Heldgottesdiensta. d.Festvlatz Predigt: Herr Dekan Scriba. 10.30 Uhr: Platzkonzert auf dem Jestvlatz 12.15 Uhr: Aufstellung des Festzuges. 14.00 U6r: Kundgebungen auf dem Festplatz. Begrüßung durch Landesfübr.ll. 8ehmlät. Ansprachen des Ministerpräsidenten Dr. Werner, Staatskommissars Dr. Wagner u. Reichslandbundvräsidenten Beinberg. 17.00 Uhr: Empfang und Ansprache des Reichsstatthalters Gauleiters Sprenger. Anschließend: Tana, Konzert. »hD Wirksame Werbe-Drucksachen ueu>rt di* Brühl'sche Druckerei Sommerkleid das zahlt man Heuchelheim, den 24. Mai 1933 3529 D Singen, Imheuser im 82. Lebensjahr. Tenn Heuchelheim, den 25. Mai 1933. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIllllll am Marktplatz 3521 D 3512 Heini v.16 03186 3507 A Verschiedenes Steinbach, den 25. Mai 1933. 3520 D RM, Nowack Im Trauerfall 3048 anrufen Seltersweg 81 1676 a 3502 A 50 Pfg. Paket Allgäuer Schweizer vollsaftig, wundervoll im Geschmack, •/» Pfd. 0.25 5-Pfd.-Beutel 0.95 Feinstes Kuchenmehl Salatöl, Kokosfett, Margarine zu billigsten Tagespreisen SCHUHHAUS Zum Pfingst-Hausputz unserer bekannten, bewährten Qual., als Sonderang. 800-g-Dose 0.50 Fordern Sie Prospekt im 3505 D Hapag-Reisebüro, Gießen, Seltersweg 89 3528 A, Pfd. 0.34 Pfd. 0.38 Handkäse. Sultaninen .u.03219 ieh. Anz. , 27. Mai cks 22.30 Geschmackvolle Ware zu billigsten Preisen! Samsta, 19.30 Schr. 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Die Richtlinien streben eine Verminderung der deutschen Sportoerbande, an, um so eine gröbere Llebersicht zu erzielen und andererseits auch die Vereine von finanziellen L a st e n , die ihnen durch die Mit- gliedschast in den zahllosen Verbänden aufge- oürdet waren, zu befreien. Zukünftig wird es nur noch 15 Fachverbände geben, und zwar: Turnverband (Turnerschaft; Turnen, Gymnastik. Sommerspiele, Fechten); Fußball-Verband (Fußball, Rugby. Äridct); Leicht-Athletikverband (Leichtathletik. Handball); Schwerathletik - Verband (Boxen, Ringen. Schwerathletik. Jiu-Jitsu, Gewichtheben); Schwimm-Verband (Schwimmen, Wasserball, Lebensrettung); Tennis- und Hockey-Verband (Tennis, Hockey, Golf, Tischtennis); Kegel- und Villard-Verband (Kegeln und Villard); Wintersport-Verband (Skilauf, Eislauf, Eishockey, Dobsahren, Rodeln und Rollschuh); Schießsport-Verband (Kleinkaliber, Sportschießen, Hunde, Brieftauben); Wassersport-Verband (Rudern, Paddeln, Segel, Motorbootfahren); Wander-Verband (Wandern, Zeltlager, Alpinistik, Jugendherbergen); Radsport-Verband (Straßen- und Bahn- fahren); Krastfahr-Derband (Automobil und Motorrad); Aerzte- und Sportlehrer-Verband (Sportärzte, Turn- und Sporllehrer aller Art); Sportpresse-Derband (Journalisten für Tages- und Fachpresse). Dke stramme Zusammenfassung, die in den Richtlinien vorgenommen wird, soll das Sport-Spezialistentum nicht fördern, sondern das Eigenleben der Mannschaften in den einzelnen Orten und Gauen in keiner Weise mindern. Aus den Leitsätzen ist noch besonders hervorzuheben, daß in Zukunft nur der anerkannte Spihen-verband das Recht hat, Meisterschaften, Pokalspiele, Reihenspiele ufro. zu veranstalten. Allen anderen Gemeinschaften ist die Durchführung solcher Veranstaltungen verboten, wie das ja auch logisch aus den Leitsätzen zu folgern ist. Oer Reichsführer-Aing. Die Führer der einzelnen Fachsäulen werden in einem R e i ch s f ü h r e r - R i n a zusam- menge faßt. Leiter dieses Ausschusses ist der Reichssport-Kommissar von T s ch a m m e r/O st e n. Das Führerprinzip soll in den einzelnen Fachver- bänden durchgeführt werden. Die Geschäftsstellen der Verbände sind in Berlin zu errichten. Bezirksiurnen des S. Bezirks. Oie Ergebnisse. In Ergänzung unseres Berichts über das De- ^irksturnfest des 5. Bezirks im Turngau Hessen, das bei einer Beteiligung von 703 Wettkämpfern in Friedberg stattfand, bringen wir nachstehend einen Auszug aus der umfangreichen Eiegerliste. L Mehrkämpfe im Volksturnen. Turnet, Fünfkampf (60 Bewerber, 53 Sieger): 1. K. Iehner, Tv. 18C0 Bad-Rauheim, 94 Punkte: 4. R- Bender, Tv. Griedel, 89; 11. G. Schweitzer, Tv. Wohnbach, 79; 13. K. Rcitschmidt, Tv. Eber- stadt, 76; 14. G. Rumpf, Tv. Gambach, 75; 15. Hch. Hofmann, Tv. Gambach, Karl Frey, Tv. Lang-Göns, 74; 17. L. Reitz, Tv. Holzheim, 72; 22. R. Dreier, Tv. Lang-Göns, 66; 24. K. Buß, Tv. Holzheim, 64; 25. M. Wagner, Tv. Gambach, 60; 26. I. Klein, Tv. Wohnbach, Gg. Volp, Tv. Steinfurth, E. Tröster, T. u. Spv. Griedel, 59; 27. W. Schäfer. Tv. Cberstadt, 58; 28- W- Ohlcmutz, Tv. Gambach, 57; 29. H. Rumpf, Tv Gambach, 56; 30 H. Eisenhuth, Tv. Steinfurth, QL v Diemar, Tv. Eberstadt, 55; 31. L. Agel, Tv. Steinfurth, 54; 32. Ernst Weil, Tv. Muschenheim, 52. Iugendturner-Oberstufe, Fünfkampf (42 Bewerber, 34 Sieger): 1. M. Keil, Tv. Ober- Mörlen, 103 Punkte; 3 W. Will, Tv. Kirch- Göns, 66; 4. Helmut Görlach, Tv. Lang-Göns, 82; 5- W- Gasche, Tv. Muschenheim, 79; 7. Paul Jäger, Tv. Gambach, 77; 9. QL Jäger, Tv. Grü- ningcn, W. Römer, Tv. Lang-Göns, 74; 10. H. Weil, Tv. Muschenheim, 73; 11. W. Weihrauch, Tv. Gambach, Gg. Ruppel, T. u. Spv. Griedel, 72; 12. W. Hofmann, Tv. Grüningen. Hch. Sann, Tv. Holzheim, 70; 14. K. Krausch, Tv. Gambach, W. Alban, Tv. Steinfurth, 68; 15. W. Weil, Tv. Muschenheim, 67; 17. K. BürgeL Tv. Grüningen, 65; 19. Hch. Klee, Tv. Holzheim, 63; 20. R. Rup- Ille, das Gchimpansenkind. TZon Paul Eipper Falsch wäre es, zu sagen, der Schimpanse sei der Clown unter den Menschenaffen, er ist nur der beweglichste, temperamentvollste Vertreter dieser Säugetiergruppe, und er hat vielleicht die größte Begabung, nachzuahmen, von anderen Geschöpfen zu lernen. Seine beiden Lippen sind beweglich; daher ist sein Mienenspiel so ausdrucksvoll. Ob er „lachen" kann (als Gemütsausdruck), vermag ich nicht zu entscheiden; jedenfalls bekundet auch bei ihm ein gewisses Schmunzeln frohe Laune, ebenso wie bei uns Menschen. Seit siebzehn Monaten kenne ich jetzt „Ille". Sie kam als halbjährides Tier aus Westafrika nach Deutschland und wir haben viele, viele Male zusammen gespielt, allein, in Gemeinschaft mit ihrem Pfleger, im Käfig, auch in der Wärterstube. Das kleine Afsenmädchen ist deswegen der typische Vertreter für einen gesunden, jugendlichen Schimpansen, weil sein Betätigungsdrang keine Grenzen hat. Zu- weilen durfte ich Ille die Flasche geben; sie kuschelte sich dabei in meinen Arm, saugte gierig die warme Flasche auf; doch ihre Augen bewegten sich unab- lässig nach links und rechts; Neugier und Unrast trieben ihre Hände, auch ihre Füße, immerzu auf Entdeckungsreisen. So, als sei die Hingabe an den Milchgenuß ausschließlich auf Zunge und Gaumen beschrankt. Dieser 2)4jährige Schimpanse hat ein vorzügliches Gedächtnis, erinnert sich — fast möchte ich sagen — unfehlbar an Gutes und Schlechtes mit allen Zu» ammenhängen. Jedesmal, wenn ich komme oder vrtgehe, umarmt mich Ille. Das ist keine Dressur, andern eine Liebesbekundung, ebenso eindeutig, wie das Andrücken beider Lippen auf meine Wange, meinen Mund. Sie will damit dem Menschen, den sie gern hat, etwas Gutes antun; wir nennen das: küssen. Aber Ille weiß auch, daß ich ein Prellbock bin und ein Schutz. Wenn ich in der Wärterstube bin, tobt sie noch etwas toller als sonst. Sollte der gute Vater Liebetreu, ihr Pfleger, deshalb schimpfen, so braucht das Schimpansenkind nur schnell dem Besuch auf den Schoß zu springen, ihn zu umarmen, bann lachen die Menschen alle zusammen und vergessen, daß sie eigenllich böse sein wollten. pel, Tv. Münzenberg, 54; 21. K. Boller, Tv. Muschenheim, 53; 22. A. Decker, Tv. Muschenheim, 52; 23. Hch. Pfannkuchen, Tv. Holzheim, 51. Iugendturner - Unterstufe, Fünfkampf (34 Bewerber, 31 Sieger): 1. E. Weisel, Tv. Gambach, 99 Punkte; 2. G. Weih, Tv. Münzenberg, 97; 3. K. Buß, Tv. Gambach, 96; 4. E. Ölern, Tv. Kirch-Göns, 95; 5. H. Volp, Tv. Steinfurth, 94; 6. W. Meusel, Tv. Muschenheim, 86; 8. K. Diehl, Tv. Holzheim, 79; 11. Hch. Rühl, Tv. Kirch-Göns, 75; 12. K. Ziegler, Tv. Steinfurth, 72; 14. K Decker, Tv. Muschenheim, 69; 19. K. Dinzer, To. Kirch-Göns, 63; 23. O. Reih, Tv. Holzheim, 55; 24. Hch. Schaftes, Tv. Muschenheim. 50. Schüler, Fünfkampf (142 Bewerber, 116 Sieger): 1. H. Habermehl, Tgm. Friedberg, 108 P.; 2. R. Diehl, To. Kirchgöns, 104; 4. H. Thönges, Tv. Steinfurth, 99, 5. Kurt Wagner, Tv. Lang-Göns, 97; 6. E. Nern, To. Kirchgöns, 96; 7. W. Alles, Tv. Gambach, 92; 8. W. Peter, To. ©rüningen, 91; 9. F. Wolffner, To. Gambach, 89; 10. E. Rumpf, Tv. Gambach, 88; 11. R. Grieb, Tv. Gambach, A. Mar- steller, To. Grüningen, 87; 12. H. Lefchhorn, To. Steinfurth, 86; 14. W. Diehl, Tv. Kirchqöns, 84; 16. W. Singel, To. Gambach, H. Schäfer, Tv. Griin- ningen, 81; 21. H. Falk, Tv. Steinfurth, K. Schneider, To. Eberstadt, 75; 22. K. Thönges, To. Steinfurth, 74; 23. A. Leidig, To. Grüningen, H. Huber, To Steinfurth, 73; 25. L. Hengst, To. Steinfurth, 70; 27. W. Hengst, Tv. Steinfurth, 68; 29. Hrch. Grieb, Tv. Gambach, O. Heuseling, Tv. Kirchgöns, 65; 30. W. Mohr, Tv. Gambach, K. Kraul, T u. Spv. Griedel, 64; 31. H. Guthe, To. Steinfurth, 63; 33 PH. Alban, Tv. Steinfurth, 61; 35. E. Schwegler, Tv. Steinfurth, 59; 36. W. Huber, Tv. Steinfurth, 58; 37. H. Walter, Tv. Steinfurth, E. Reit- Von einem Maler, der fast jeden Morgen am Käfig feine Staffelei aufstellt, hat Ille abgegudt, daß man auf das weiße Papier Striche kritzeln kann. Manchmal lege ich nun einen leeren Bogen vor mich hin und zeichne etwas. Plötzlich hockt Ille neben mir; selbst die Aepfel und Erdnüsse drüben im Futterkord reizen sie nicht mehr; sie sieht mir zu, und wenn ich ihr den Bleistift in die Finger gebe, zeichnet sie auch. Natürlich ist kein Sinn dabei; aber Die bloße Neugier wird zur Interessiertheit. Kein vierjähriges Menschenkind kann einen angespannteren Gesichtsausdruck haben, als Ille, wenn plötzlich auf dem Papier etwas erscheint, was zuvor nicht da war. Der Bleistift rutscht weiter hin und her, geführt durch den krampfhaften Druck der linken Hand, die Affenaugen werden immer weiter aufgeriffen; ich fühle, wie das Atmen anschwillt, und plötzlich kratzen die Zehen des rechten Hinterfußes auf dem eben entstandenen Bieistiftstrich, als sei das ein plastischer Gegenstand, den man vom Papier wegnehmen könne. Zugleich kneift mich Jlles rechte Hand ins Ohr — und schon ist die Schreibtätigkeit langweilig geworden. Ille flitzt mit einem herrlichen Spring- schwung am Fenster hoch, turnt auf der Vorhang- ftange. Interesse und Gleichgültigkeit wechseln bei den Schimpansen ohne Uebergänge. Aber ich habe noch nicht genug von der Fähigkeit. Gefühle und Stimmungen auszudrücken, gesprochen. Das scheint mir für Ille, für alle Schimpansen, ebenso charakteristisch zu sein, wie ihre körperliche Beweglichkeit. Zudem weiß ja jedermann, was für tolle Kletterer, Springkünstler, Schnelläufer die Schimpansen sind. Sie lassen sich unbedenklich aus großer Höhe und an Hindernissen vorbei herunterfallen, denn sie finden überall einen Halt, überkugeln sich schlimmstenfalls mitten im Sturz, und tun sich wohl niemals weh. In der Wärterstube führt eine geschwungene Treppe hinauf zum Futterboden. Ille geht gern dorthin, weil es droben immer wieder etwas zu stibietzen gibt. Eines Tages stellte der Pfleger eine vielleicht 30 Zentimeter hohe Hvlzfigur, die in Flachschnitzerei einen Affen darstellt, auf den Treppenknick. Jener Holzasfe ist nicht bemalt; nur seine Augen sind schwarz angetuscht, stechen also starr und böse aus dem weißen Holz. Ille will wieder die Treppe hinaufflitzen, sieht die Figur, stutzt im eiligen Lauf, ihr kleiner Körper zuckt zusammen; Kehrt machen und hellauf schreien iu,miöt, To. Eberstadt, 57; 38. R. Fenchel, Tv. Gambach, R. Sauer, T. u. Svo. Griedel, 56; 40. R. Agel, Io. Steinfurth, 54; 41. W. Löschhorn, Tv. Eberstadt, 53; 42. K. Gillmann, To. Steinfurth, 52; 43 Gg Strasheim, T. u. Spv. Griedel, W. Alban, To. Steinfurth, E. Bender, T. u. Spv. Griedel, 51. Turnerinnen, Dierkampf (27 Bewerberinnen, 26 Siegerinnen): 1. Tlli -vteinheimer, Tgm. Friedberg, 85 P.; 2. Anneliese Ruppel, T. u. Spv. Butzbach, 75, 3. A. Lack, To. 1860 Bad Nauheim, Minna Roth, To. 1860 Bad Nauheim, 69; 4. Frieda Ruppel, T u. Spv. Butzbach, 69; 5. A. Schwarz, Tgm. Friedberg, 68; 8. Erna Rühl, To. Lang- Göns, 61; 11. Märta Wagner, To. Lang-Göns, 58; 13. Hedwig Schmidt, To. Lang Göns, 55; 17. Anni Kraul, T. u Spv. Griedel. 49; 19. Elli Becker, T. u. Spv. Griedel. 42. Iugendturnerinnen-Ober stufe, Vierkampf (22 Bewerberinnen): 1. Henni Fisch, To. 1860 Bad Nauheim, Else Rupp, Tgm. Friedberg, 71 P.; 2. Liesel Sprengel, Tv. 1860 Bad Nauheim, 68; 3. M. Weißensee, Ilse Eschholz, Tgm. Friedberg, 66; 4. K. Luh, T. u. Spv. Butzbach, 65; 5. Frieda Hofmann, To. Gambach, 64; 7. Meta Meck, Tv. Gambach, 62; 10. Emma Isheim, To. Grüningen, 56; 11. Maria Heidt, To. Lang.Göns, 55; 13. Marta Isheim, Tv. Grüningen, Marie Isheim, To. Grü- ningen, 52; 14. M. Müller, T. u. Spv. Griedel, 47. Iugendturnerinnen-Unterstufe, Dreikampf (12 Bewerberinnen, 40 Siegerinnen): 1. Erna Diehl, T u. Spv. Butzbach, 58 P.; 2. Käte Rieß, Tgm. Wölfersheim, 55; 3. Ilse Schäfer, T. u. Spv. Butzbach, 53; 4. M. Klinkerfuß, To. 1860 Bad Nauheim, 52; 5. Hiltrud Oßwald, Tv. 1860 Bad Nauheim, 51; 10. Klara Sommerlab, T. u. Spv. Griedel. 2. Linzeiwettbewerbe und Staffeln. 1500-Meter-Lauf (Iugendturner): 1. K. Wagner. Tgm. Rieder-Florstadt, 4,50 Min.; 2. W. Dender, T. u. Spv. Griedel. 5,31 Min.; 3. W. Sauer. T. u. Spv. Griedel. 3000-Meter-Lauf (Turner): 1. QL Jung, Tv. Bellersheim. 9,443/5 Min.; 2. Paul Ehrig. Tgm. Friedberg, 10,01 Min.; 3. H. Stein. Tv. 1860 Dad-Rauheim; 5. K. Schindel. Tv. Ebersgöns; 6. H. Eisenhuth. Tv. Steinfurth. 4mal-100-Meter-Staffel (Turner): 1. Tgm. Friedberg, 47'/» Sek.; 2. Tv. 1860 Bad- Rauheim, 472/5 Sek.; 3. T. u. Spv. Butzbach. Handball: Das Endspiel in der Schülerrunde 1932 33 zwischen Tgm. Friedberg und Tv. Kirch-Göns endete 2:2 unentschieden. Durch Los wurde Kirch-Göns als bessere Mannschaft Sieger. 3. Wehrsport. Kleinkaliberschießen (je 5 Schuß liegend, kniend, stehend): E i n z e l k a m p f (120 Teilnehmer, 34 Sieger): 1. H. Kreh, T. u. Spv. Butzbach, 145 Ringe; 2. A. Heß, SA. 7/222 Friedberg; R. Hildebrand, To. Gettenau; F. Diehl, T. u. Spo. Butzbach, 132 R.; 4. E. Walther, To. Obbornhofen, 129 R.; 8. W. Falk, Tv. Steinfurth, 108 R.; 9. L. Agel, To. Steinfurth, 107 R.; 12. W. Müller, To. Obbornhofen, 103 R.; 14. K. Schindel, To. Ebersgöns, R. Jakob, Tv. Obbornhofen, 100 R.; 15. Hans Gönnewein, „Hassia" Steinfurti), 98 R.; 17. R. Eich, To. Eberftadt, 95 R.; 18. I. Fay, Tv. Grüningen; O. Roth, Tv. Obbornhofen, 93 R.; 19. L. Södler, To. Steinfurth, 92 R.; 20. H. Reibeling, „Hassia" Steinfurth; K. Volp, „Hassia" Steinfurth; K. Reitschmidt, To. Eberstadt; K. Görlach, To. Eberstadt, 91 Ringe. Mannschaftskampf (19 Mannschaften, 15 Sieger): 1. T. u. Spv. Butzbach, 523 Ringe; 2. Tv. Obbornhofen, 425 R.; 3. Frontsturm 7.222 Friedberg, 408 R.; 4. „Hassia" Steinfurth, 388 R.; 5. Stahlhelm Rendel, 388 R.; 6. To. Eberstadt, 354 R.; 8. Tv. Steinfurth, 350 R,; 11. Tv. Grüningen, 383 R.; 12. To. Lang-Göns, 280 R.; 13. Tv. Griedel I, 272 R.; 14. Tv. Griedel II, 266 R. Keulenweitwurf. Einzel kämpf (146 Teilnehmer, 49 Sieger): 1. R. Wiener, To. 1860 Bad-Nauheim, 58,60 Meter; 2. A. Görlach, To. Nieder-Mörlen, 55,60; 3. H. Berg, T. u. Spo. Butzbach, 55,60; 8. Karl Frey, Tv. Lang-Göns, 50; 9. R. Will, To. Lang-Göns, 49,80; 11. K. Buß, Tv. Holzheim, 49,20; 12. Erwin Müll, Tv. Lang-Göns, 49; 18. L. Agel, Tv. Steinfurti); R. Kaiser, Tv. Lang-Göns, 46,70; 21. Kart Reitschmidt, Tv. Eberstadt, 46; 24. Hrch. Kaus, To. Grüningen, 45,10; 25. W. Hoffmann, Tv. Grüningen, 45; 29. K. Müller, Tv. Lang-Göns, K. Steinhauer, Tv. Steinfurth, 43,70 ; 32. I. Baum, To. find eins; schon hängt sie an meiner Schulter, krallt sich mit allen Vieren fest und drückt ihren Kopf in meine Achselhöhle. Durch die Kleider hindurch spüre ich das rasende Klopsen ihres Herzens. Das sind vielleicht die einzigen fünf Minuten gewesen, in denen Ille ohne „Betrieb" war. Ganz scheu schielte sie über meinen Rücken hinweg nach dem Treppenknick und fing wieder an zu greinen. Nach acht Tagen getraute sie sich zum erstenmal, am Holzasfen vorbei, die Treppe hinaufzugehen, in rasender Eile und mit deutlicher Angst, das Gesicht von der Figur weggedreht. Aber herunterkommen wollte sie nicht; Mutter Liebetreu mußte sie holen. Wieder eine Woche später war es Ille aufgefallen, daß der Holzaffe sich niemals bewegte. Nun riskierte sie, sich uinzudrehen, als sie drei Stufen über den Treppenknick hinaufgerannt war. Doch da sah sie wieder die schwarzen Augen, zitterte und ging heulend nach oben. Auch dieses Stadium ist nun überwunden. Jetzt lacht sie den Holzaffen aus, grinst, zeigt die Zähne, halb belustigt, halb böse. Ich bin überzeugt, über kurz ober lang wird sie bas „Gespenst" angreifen unb endgültig besiegen. Tonfilm: „Oer Meisserdetektiv.^ Die Gießener, die den populären Münchener Komiker Weiß Ferdi vor kurzem bei seinem Gast- spiel in der Dolkshalle leibhaftig gesehen und gehört haben, werden sich gewiß diesen seinen neuesten Film im Lichtspielhaus auch nicht entgehen lassen wollen. Er hat sich diesmal etwas ganz Apartes ausgedacht und ist entschlossen, die Reihe jener renommierten und geheimnisvollen Kriminalstücksigu- ren — des Hexers, des Zinkers und des Greifers — um eine neue Gestalt mit dem charakteristischen Decknamen „Der Schnauzer" zu vermehren. Die Regie von Franz Seitz hat dafür gesorgt, daß man Weiß Ferdi in diesem Tonfilmschwank der Bayerischen Filmgesellschaft in den erstaunlichsten Situationen zu Gesicht bekommt. Im Schwitzbad unter den Händen der beiden glatzköpfigen und muskulösen Masseure und in der Verkleidung eines Stubenmädchens im Hotel ist er am schönsten. Die Damen Ria Waldau und Cry B 0 s, die Herren Stüwe, Kämpers und Rolf von Goth assistieren ihm nach Kräften in einer schwunghaft ausgelassenen Äri- mmalhandlung, die den heiteren Beifall des Publi- Lang-Göns, 43; .34. W. Schäfer, Tv. Ebcrstadt, 42; 36. Ernst Matheis, To. Ebersiadt, 40,80 Meter. Mannfchaftskamps (25 Mannschaften, 9 Sieger): 1. Tv. 1860, Bad Nauheim, 238,70 Meter; 2. Tv. Nieder-Mörlen, 238,20; Tv Lang Göns I, 230 ; 5. To. Eberstadt, 202,60 ; 6. To. Grüningen, 200 Meter. Gepäckmarsch. 70 Einzelkämpfer, 8 Mannschaften. Der Kampf wurde in zwei Gruppen durchgejührt. In Gruppe A (25 Pfund Gepäck und Karabiner) errang die SA. Friedberg zwei Mannschaftssiege und 8 Einzelsiege. In Gruppe B (25 Pfund Gepäck) gab es 6 Mannschaftssiege und 50 Einzelsiege; unter letzteren: R. Jakob, To. Obbornhosen, W. Müller, Tv. Obbornhofen, Otto Wagner, Lang-Göns, Willi Wagner, Griedel, Erich Bergh, To. Lang Göns, Willi Römer, To. Lang-Gons, Ernst Hock, Tv. Lang Gons, Willi Kammer, Tv. Obbornhofen. Tv. Lana Göns errang hier den 6. Mannschaftssieg mit 111 P. Wirtschaft. Frankfurt lustlos und schwächer. Frankfurt, 26. Mai. (WTB) Die heutige Mittagsbörse eröffnete nach Der Feiertagsunterbrechung in l u ft 1 o f e r $) a 11 u n g bei eher nach- gebenden Kursen. Die GeschäftsstiUe, hervorgerufen durch einen völligen Ordermangel und durch das Fehlen jeglicher Anregungen, ist kaum noch zu überbieten. Da auch die Genfer Abrüstungsverhandlungen einen nur schleppenden Fortgang zeigen, neigte die Tendenz zu kleinen Realisationen. Die Ermäßigung der Neuyorker Diskontrate blieb ebenso, wie die erneut schwächere Tendenz Wallstreets ohne Einfluß. Gegenüber den Kursen der Mittwoch Abendbörse wiesen nur die wenigen ersten Notierungen über- wiegend Rückgänge von % bis 1 v. H. auf. In erster Linie standen Die Werte des Montanmarktes in Nachwirkung des Verluftabschlusfes bei Mannesmann-Röhren. Am Elektromarkt lagen Siemens mit minus 3,25 v. H. bemerkenswert chwach, nachdem sie nach der letzten Abenvbörse im Gegensatz zur Gesamttendenz einen Gewinn verbuchen konnten. Auch die übrigen Elektrowerte gaben 0,50 bis 1 o. H. nach. Lediglich AEG. waren behauptet. Von Chemiewerten verloren deutsche Erdöl 2,50, IG. gingen nach behaupteter Eröffnung später um 1 v. H auf 131 zurück. Von Einzelwerten ließen Daimler Motoren 1,50, Zement Heidelberg 1,25 und Süddeutsche Zucker 1,25 v. H. nach. Dagegen zogen am Kunstseidemarkt Aku 1 v. H. an. Akkumulatoren Berlin gingen um 1,50 o. H. zurück, Schiffahrtswerte gaben im Verlaufe 0,25 bis 0,50 v. H. nach. Unter dem Druck der Geschäftsstille lagen die Kurse im Verlaufe meist erneut 0,50 bis 1 v. H. niedriger. IG. gingen auf 150 v. H. zurück und Siemens ließen erneut 1,50 vom Hundert nach,, während Schiffahrtsaktien geringprozentig erhöht waren. Ebenso zogen Akkumulatoren Berlin 3,50 v. H. an. Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr still. Von deutschen Anleihen gaben Altbesitz nach gut behauptetem Beginn 1 o. H. nach, die Neubesitzanleihe verlor etwa 0,25 o. H. Stahloereinsdonds und Reichs- bahnvorzugsaktien gingen 0,25 bis 0,50 zurück, wogegen späte Reichsschuldbuchforderungen mit 79,50 vorn Hundert unverändert lagen. Am Pfand- briefmarkt herrschte Geschäftsstille bei leicht nachgebenden Kursen. Staats- und Stadtanleihen wiesen keine bedeutenden Veränderungen auf. Der Auslandrentenmarkt lag gefdjäftslos. Tagesgeld blieb leicht und zum Satze von 3 v. H. unverändert. Obstmarkt in Ober-Rosbach v. d H. Auch in diesem Jahre findet in Ober-Rosbach v. d. H. (Kreis Friedberg), wie uns die dortige Bürgermeisterei mitteilt, der vor zwei Jahren ins Leben gerufene D b ft m a r 11 statt. Es kommen hauptsächlich Rosbacher Kirschen und Erdbeeren zum Verkauf. Die Bürgermeisterei wird auch in diesem Jahre dafür Sorge tragen, den Ruf, den die Rosbacher Kirsche und Erdbeere als Qualitätsware genießt, zu fordern. Auf den Markt kommen nur einwandfreie, erstklassige Früchte. Die Kirschen-, sowie die Erdbeerernte verspricht eine Vollernte zu werden. Der genaue Zeitpunkt Der Eröffnung, so- wie die genauen Marktzeiten werden in einigen Tagen im „Gießener Anzeiger" befanntgegeben (ums findet. — Jin Beiprogramm: Die neue Wochenschau; aufjerDem macht man eine anregende Reise durch das malerische Budapest. Mit Oon Quixote durch Spanien. Die .literarische Geographie". Die Den Schauplätzen großer Dichtungen nachspurt, hat sich schon immer mit Den Fahrten Don Quixotes beschäftigt und ist auf Den Spuren Des Ritters von Der traurigen Gestalt Durch Die Ebenen von La Mancha ge- toanDert. „Der Anblick Der Landschaft", schrieb schon vor 100 Jahren ein französischer Forscher in seinem Werk »Die Reiseroute des Don Quixote", »ist derselbe geblieben, so Daß man auf Der Reise Die ®Del- leute unD Geistlichen, Die EtuDenten unD Bauern, Die Leichenwagen unD HammelherDen, Die Windmühlen und all Das andere wiedersindet, was uns in Dem Roman so anschaulich entgegentritt. Die Treue Dieser Schilderung ist Derartig überwältigenD, Daß man, wenn man Danach zu Dem Buch selbst durüdte'irt, eine noch viel stärkere Lieberzeugung von Der Wirklichkeit Dieser Gestalten erhält." Die Mancha ist Die alte Provinz von Reu-Castilien, Die heute in verschieDene Provinzen aufgeteilt ist. Der spanische Cervantes-Forscher Enrique Ramos hat jetzt Den .Weg des Don Quixote" in allen Einzelheiten festgestellt unD für Die Belebung De? Frem- Denverkehrs nutzbar zu machen versucht. Es ist Die ganze GegenD östlich von Ciudad Real, Die von Dem GuaDania bewässert wirb unD in Deren Mitte Die berühmte Wein-StaDt Manzanares liegt Wer jetzt auf Djn Spuren Des irrenDen Ritters reift, fin- Det sich überall an Szenen Der Dichtung erinnert. So hat man zu El Toboso, Der Heimat feiner Dul- cinea, ein Cervantes-Museum eingerichtet unD einen Cervantes-Gasthof. Zu Quintanar ist ebenfalls eine Herberge eröffnet, Die an Die tragikomischen Erfahrungen erinnert, Die Don Quixote hier Durchlebte. Eine anDere Herberge grüßt Den Wanderer zu Argamasilla; auch hier ist das Rachtquar- tier Des Helden sehr stürmisch verlaufen. Es besteht Die Absicht, auf Diese Weise Die wichtigsten Szenen Des Meisterwerkes in ihrem natürlichen Rahmen zu verewigen. DaS Ministerium Der öffentlichen Arbeiten arbeitet Durch Verbesserung Der Wege mit, unD so toirD Die ganze Landschaft Dem Geiste dessen geweiht. Der ihr Bild Dem Geiste Der Welt ein» geprägt hat. Il vom 7. Fortsetzung Nachdruck verboten! Stadt-Kaffee SpÜtgel 29^0 A 352'v 1 1 1 Ta 3501 A WA-M JC+IM UCKER. Sehr unbequem Ist eine Kiste als Sitzgelegenheit im Garten. Die hübschen Gartenmöbel sind so billig. Und so stabil sind diese preiswerten Gartenmöbel. — Am besten Sie probieren das einmal selbst bei J.B. Häuser, Gießen Am Oswaldsgarten, Ruf 2145/46 '*«•* Z /ZZZZZ////ZZZ1 WZZ////Z/////ZZ/ZJ Stenografie- u. schreibmaschinenkundig von groß. Spezialgeschäft in Gießen sofort gesucht Selbstgeschriebene Angebote m.Zeugnisabschriften. 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Beim Berkaus einer gedeckten Stute an einen anderen in Hessen wohnhaften Besitzer kommt ein Erlaß des Rest- betrages des Deckgeldes nur in Frage, wenn von dem seitherigen Besitzer durch Vorlage einer amtlichen Bescheinigung nachgewiesen wind, daß die Stute bei dem neuen Besitzer ein Fohlen nicht zur Welt gebracht oder das Fohlen ein Lebensalter von 28 Tagen nicht erreicht hat. Für nach außerhalb Hessens verkaufte Stuten wird der Restbetrag des Deckgeldes auch dann nicht erlassen, wenn die Stute ein lebendes Fohlen nicht geboren hab Das Kreisamt weist, wie in den letzten Jahren, so auch in diesem Jahre auf die rechtzeitige Errichtung der vorge- schriebenen Protokolle, d. h. bis zum 31. Juli 1933, wegen des Erlasses der 2 Rate des Deckgeldes für die Fälle, in denen die Stuten nicht trächtig geblieben sind oder die Fohlen ein Lebensalter von 28 Tagen nicht erreicht haben, hin. Im Falle der verspäteten Errichtung der Protokolle erwachsen den Stutenbesitzern große Nachteile. 3510C Ein Erlaß des zweiten Teilbetrages kann auch künftig dann nicht eintreten, wenn etwa mündlich rechtzeitig Antrag auf Erlaß gestellt, das Protokoll aus irgendwelchen Gründen aber verspätet, d. h. nach dem 31. Juli 1933 errichtet werden sollte. Detektiv K. Gerz, Bad-Nauheim, Knr- straßel7erleöi0toUe vertrauliche Privat- u. Geschäftsangelegenheiten, wie Auskünfte, Beobachtungen,Erm ttelungen, Beschaffung v. Be- we smat. in Straf- u. Zivilvroz. streng diskr. Svrechst.: 9 b. 12'/rU.3-6Nbr «7,.d Der Wer w Ein vaterländischerRoman vontzansDietzke Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. Bitte die Preise beachten! Jeden Samstag, Sonntag, Mittwoch wieder Karl Jost mit seinen Künstlern Bekanntmachung Der Voranschlag der Gemeinde Heuchelheim für das Rj. 1933 liegt von Freitag, den 26.2Nai 1933, ab eine Woche auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen können da- selbst während dieser Frist schriftlich ober zu Protokoll vorgebracht werden. 35150 Heuchelheim, den 23. Mai 1933. Hessische Bürgermeisterei. Rinn. stark genug fühlte, an den bisher unzerreißbar schek« nenben Ketten zu rütteln. Man wagte allenthalben roieber ein freies Wort, wenn auch noch ber scheue Blick unter bcn Gewehren der Feinbe stand. Noch fühlte sich bie französische Besatzung in Berlin vollkommen Herrin ber Lage. Aber doch vermochte kein noch so bravouröses Auftreten bem Hellhörigen das nahende Rauschen der unterirdischen Wogen einer kommenden, neuen, stärkeren Macht zu verheimlichen, bie ihren grellen Schein durch bas düstere Gewölk des europäischen Staatenhimmels in mahnendem, kurzem Aufblitzen sandte, gleich einem Gewitter, bas nach Zeiten endloser Dürre aus heiterstem Himmel herniederbricht. Ein Brief Blüchers, den ber greife Haudegen in diesen Tagen an seinen nachmaligen Generalstabschef Scharnhorst richtete, war dem Volk aus ber Seele gesprochen: „Mich juckts in allen Fingern, den Säbel zu ergreifen! Wenn es jetzt nicht Sr. Majestät unseres Königs und aller übrigen deutschen Fürsten und ber ganzen Nation Fürnehmen ist, alles Schelmenfran- zosenzeua mitsammt bem Bonaparte unb all seinen ganzen Anhang vom deutschen Boben wegzuvertilgen, so scheint mich, baß kein beutscher Mann mehr bes deutschen Namens werth sei! Jetzo ist wieberum bie Zeit zu duhn, was ich schon Anno 9 anaerathen, nämlich die ganze Nation zu den Waffen aufzurufen, unb wenn bie Fürsten nicht wollen unb sich dem entgegensetzen, sie sammt dem Bonaparte wegzujagen. Denn nicht nur Preußen allein, sondern bas ganze deutsche Vaterland muß wiederum heraufgebracht unb bie Nation hergeftellt werden." Von allen Seiten stürmte der Druck auf die Regierung ein. Es waren schwere Tage für Hardenberg, der zwischen den Drängenden und dem zaudernden König stand. M |Oli Im Arbeitszimmer Friedrich Wilhelms III. im Charlottenburger Schloß, hält im Beisein des Gene» ralabjutanten und Direktors des Kriegsdepartements, Scharnhorst, der Flügeladjutant des Königs beim Yorckschen Korps, Major Graf Henckel von Donnersmarck, Vortrag. Yorck hat den Major nach Berlin geschickt, um den Hof von den schwebenden Verhandlungen mit den Russen in Kenntnis zu setzen, bie jedoch inzwischen durch die Konvention von Tauroggen ihren Abschluß gefunben haben, wovon ber Major noch nicht unter- richtet war, da er bereits am 26. Dezember das preußische Hauptquartier verlassen hatte. Der König hat, ttotz aller erdenklichen eindringlichsten Vorstellungen des Yorckschen Kuriers, eine Vereinigung mit den russischen Streitkräften strikt abgelehnt. Verzweifelt versucht Major von Donnersmarck das letzte, was zu tun übrig bleibt, den König um Auf- ruf zu den Waffen zu bitten. (Fortsetzung folgt.) 2>er General sieht den Oberst noch einmal starr und prüfend an. Dann geht er wieder mit hastigen schritten auf unb ab. Etwas Ungeheures geht in ihm vor. Run hält er ein mit dem Laufen. Langsam wendet er sich bem Obersten zu unb spricht, ihm babei bie Hand reichend, knapp unb klar, Satz für Satz betonenb: ."Ihr habt mich! Sagt bem General Diebitsch, baß wir uns morgen früh auf ber Mühle von Poscherun treffen wollen, unb baß ich jetzt fest entschlossen bin, mich von ben Franzosen unb ihrer Sache zu trennen! Jetzt leuchtet in seinen Augen etwas Strahlendes. „Wenn ich biefen Schritt nun einmal tue, so will ich ihn ganz tun! Ich verschaffe Euch auch meinen General Massenbach!" Er ruft zu bem roartenben Oberst Roeber hinüber: „Rufen Sie mir ben Leutnant Holm von ber Massen- bachschen Kavallerie!" Yorck steht abseits in Gebauten versunken. Erst das krachende Salutieren des Leutnants läßt ihn aufsehen. Leutnant Holm — was sagt man bei Euern Regimentern? Ihr versteht mich?" „Eure Exzellenz — es ist der sehnlichste Wunsch jedes einzelnen Mannes, von dem französischen Bündnis freizukommen!" Der General sieht lange in bas enthusiasmierte Gesicht des jungen Offiziers. Dann sagt er, halb 3" sich: „Ihr habt gut reden, Ihr jungen Leute! Mir Altem wackelt der Kopf auf den Schultern..." Unb zu Oberst von Clausewitz geroanbt, gibt er den Befehl: „Ich erwarte General Wittgenstein morgen punkt acht Uhr auf ber Mühle zu Poscherun!" Die Konvention von Tauroggen ist beschlossene Sache. Es gibt fein Zurück mehr. Die Lawine ist im Rollen. 7. Der geheime Kurier Hauptmann Döllnitz ist in Eilritten von Schloß Löbau unentdeckt in Berlin angekommen. Die preußische Hauptstadt steht bereits inmitten der politischen Brandung, deren Wogen immer drohender von Osten her heranstürmen. Das Lager der Meinungen ist geteilt. Der Hof zaudert, wie immer. Die Bürgerschaft, vor allem in großer Mehrzahl bie nieberen Stände, beginnen immer unverhohlener dem Wunsch nach endlicher Befreiung Ausdruck zu geben. Das Militär ist ganz in der Hand der Offiziere, die einmütig bereit find, jeden Augenblick loszu- fchlagen. Im Offizierskasino in Charlottenburg ist eine lebhafte Debatte im Gange. Der hohe, spitzbogige Raum mit seinen verräucherten Decken und den gloriosen Feldzeichen aus manch siegreicher friderizia- nischer Schlacht, hallt wider von den Gesprächen rauher Solbatenkehlen. General von Doyen führt das Wort. Der alte Mitarbeiter Scharnhorsts kann aus seinem Herzen keine Mörgergrube machen. Er redet frei herunter, was ihn drückt. „Das furchtbarste bei allem ist, daß ber König uns in biefem Augenblick in Stich läßt! Nie war ber Moment günstiger — Rußlanb steht hinter uns!" „Hardenberg erreicht alles beim König — er könnte jetzt ben Ausschlag geben!" ruft eine Stimme dazwischen. . Der alte Hauptmann Grumkow, der auf feinem Stammplatz in ber Mitte des Tisches sitzt, nimmt langsam seine Tabakspfeife aus bem Mund, sieht sich verächtlich nach bem Sprecher um und sagt: „Diplomat! Wenn wir uns auf ben verlassen, sind wir verlassen genug!" Doyen kommt die Galle hoch. Die Debatte erregt ihn bis aufs Blut. Immer dasselbe: Reden, reden unb nicht handeln! „Napoleon auf der Flucht — seine Armee ein Trümmerhaufen — unb wir sehen zu, wie sie sich alle heil nach Frankreich retten!" Etwas Mübes, beinah Verzweifeltes ist in seiner Stimme. „Dafür haben Scharnhorst unb ich in all diesen Jahren geschuftet, dafür hat Stein Rußland endlich für uns gewonnen .. Ironisch führt Grumkow, halb für sich, den Satz zu Ende: „... damit unser Herr Minister Hardenberg verhandeln kann! Man wird versuchen, durch diplomatische Traktätchen die Freiheit vom Himmel herunter zu reden — wo allein jetzt der Säbel entscheiden kann!" Er räuspert sich, als ersticke ihn etwas, bann spuckt er grob auf den Boden. „Pfui Deibel — über solche Schweinerei!" Da geht die Tür auf unb herein tritt Hauptmann Döllnitz, immer noch in Zivilkleidung, so baß sein Erscheinen im ersten Augenblick einen merfroürbigen Kontrast zu ben bunten Uniformen hier im Raum bildet. Die Begrüßung ist stürmisch. Der alte Grumkow schüttelt ihm strahlend bie f)änbe. „Döllnitz, Men- schenskind--Deibelskerl, du bist wohl wieder wie Exttapost geritten." Auch Doyen unb alle anderen sind beglückt, ihren tapferen Kameraden wieder bei sich zu haben. 9. B. GIESSEN AM OSWALDSGARTEN ren unb hofft, baß auch weiterhin ganz in seinem Sinne gearbeitet wirb." Grumbkow brummt dazwischen, daß es fast ein unfreiwilliges Gelächter gibt: „Worauf er sich verlassen kann! Machen wir schon allens von atteene!" Doyen fragt nach bem Befinben Steins. Döllnitz überlegt einen Moment bie Antwort, bann wirb er sehr ernst. „Der Freiherr ist, wie Sie wissen, seit langem von schwerer Gicht geplagt. Hinzu kommt das seelische Leiben: Das Leben im Exil! Was ihn aufrecht hält, ist nur ber Wille, ist ber unzerstörbare Glaube an feine Aufgabe, bas Vaterland frei zu machen." Döllnitz macht eine Pause, bann sagt er sehr einbringlich: „Uns allen sollte bieser unheimlich zähe Wille und tiefe Glaube, der über einen kranken Körper triumphiert, Mahnung unb Vorbilb sein." Doyen, ber sehr nachbenklich geworben ist, will noch einmal aus berufenem Munb bie Wahrheit hören: „Hauptmann — wie denken Sie über Rußland? Glauben Sie bestimmt, daß es mit uns gehen wird?" „Es ist nicht nur mein felsenfester Glaube — es ist bereits Gewißheit! Stein hat mich beauftragt, auch Ihnen, meine Herren, die Nachricht offiziell bekanntzugeben!" „Na, bann is ja allens jut! sagt ber alte Grumbkow unb trifft bamit ben Nagel auf den Kops. Alle Kameraden sind ber gleichen Meinung. „Unb wie steht es mit Schlesien, Hauptmann?" fragt Doyen. „Auf bas beste! Herr von Löbau gab mir Gelegenheit, vor den Vertrauensmännern des Landkreises zu sprechen. Man steht einmütig zu unserer Sache, man wirbt unablässig und rüstet insgeheim seit langem. Der Tugendbunb wartet auf unser Zeichen — unb wir können losschlagen!" Wie ein Aufatmen geht es durch die Reihen. Leben kommt in bie mürrischen, von Warten unb Hoffen zerquälten Gesichter ber Offiziere. „Es ist schon so: Deutschlands Freiheit wird von Osten kommen!" sagt nachbenklich Doyen. „Aber wie dem auch sei: Die Stunde muß uns gerüstet finden! Scharnhorst ist jetzt beim König. Hoffen wir, daß er ben Entscheid erzwingt!" 8. Wie im Offizierskasino, so stand auch in allen Bürgerstuben, in den Kaffees und Kneipen, in Gassen und Patrizierhäusern nur bas eine Thema zur Debatte: Wann marschieren wir? Der bämonische Druck, den das Genie Napoleons mit Sieg und Gewalt in die Herzen der Bevölkerung feiner Vasallenstaaten zu stoßen verstanden hatte, war nach dem furchtbaren Untergange feiner russischen Heeressäule aus einem ersten Aufatmen zu einem Besinnen und endlich zum Entschluß einer Sache gekommen, die sich Bedr.Wasch-K'seideo Qg “herrlicher Auswahl,nur g^ ,U« derne Muster......... Sellinec moderne Sommer- w Hy 1 bedruckt, für das modern .UV 1 kleid................ IK'seiden-Maroc jeder 1 _ l^Änd jeder Preislage-.-. - । ................. für das elegante Kleid . - _ M/006A -Schleier ® Modehaus —Salomon täglich 2X frisch Wilh. Hantel Tel. 2812. 3022D EKBetten Schlafzlm, Polster, Stahl- matr.an jeden,Telia. Knt.fr. ElaenruöbelfabrUt Suhl/Th. __ 3530A Lelbslfahrerl gewissenhaft IKausmannm. Geschäft in Gießen, sucht auf 5 big 8 Werktage z.Geschästsfahrteni.Umgebg. 4 bis 8 - PS-Wagen zum Selbstfahren. Nur gutes neuwertig. Fahrzeug. Angeb. unt. Angabe d. 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