nr.97 Svüvaussabe 183. Jahrgang Mittwoch 2b. April (933 Eriche«", iägltd), äuge« feonntoqs und Feierlags Beilagen: Die Illustrierte (Bitfiener Familienblatter Heimat Bild Die Scholle Monat,-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift |ür Drahtnach. richten Anzeiger Siehen. Pofifd)edfonlo: 5rontfiirt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Ünirf und verleg: vrühl'sche Unioeisitälr-Vuch- und Steinöruderei R. Lanze in Sletzen. Zchriftleitung un^ Geschäftsstelle: ZchulNrr^e 7. Annahme von Anzei.ien für die Tagesnummer bi» zum Nachmitlag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re» klamean eigen von 70 m Breite 15 Reichspfennig, Platzoorschrist 201 , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Berantworilich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und ür>e iAn- zeigentei! i.B.TH.Kümmel sämtlich in (Siegel. Deutschland rüstet zum Fest der nationalen Arbeit. Maifeier! Je näher der 1. Mai heranrüclt, an dem gdnj Deutschland das „Feit der nationalen Arbeit' feiert, desto mehr wachst im Volte das Jnieresse an den Veranstaltungen der Reg erung, die für diesen großen Tag vorgesehen sind. Man weih bereits seit längerer Zeit, dah der Reichskanzler Adolf Hitler an diesem Tage Abordnungen der Arbeiterschaft aus dem ganzen Reiche in feierlicher Weise empfangen will, um durch diesen Empfang symbolhaft zum Ausdruck zu bringen, dah die nationale Regierung im Arbeiter nicht einen Menschen 2. Klasse erblickt, sondern einen vollgültigen, gleichberechtigten Staatsbürger. Um diese Einstellung der nationalen Regierung im Volke bekannt zu machen, soweit dgs überhaupt noch nötig ist, scheut die Regierung keine Mittel, in den Abordnungen der Arbeiterschaft die Arbeiterschaft selbst zll ehren, und ihre Verbundenheit mit den arbeitenden Schichten unter Beweis zu stellen. Es mutet den unvoreingenommenen Betrachter an wir ein Treppenwitz der Weltgeschichte, daß Generationen hindurch die Sozialdemokraten und später auch die .Kommunisten den 1. Mai zum Feiertag der Arbeiterschaft erklärten, daß aber aus diesen Bestrebungen nichts anderes wurde als ein ewiger Stampf Aller gegen Alle, ein Stampf des Proletariats gegen das Bürgertum. Und nun sehen wir, wie es der nationalen Regierung, die doch von Sozialdemokraten und Stommuniftcn vor ihrer Machtergreifung als eine Regierung der Reaktion bezeichnet worden war, sozusagen aus dem Hand- . gelenk heraus gelingt, den großen Wunsch der Ar- • beiter zu erfüllen. Man braucht kein Prophet zu ein, um heute, in einer Zeit, die das ganze Volk geschlossen hinter der Regierung . sieht, vorauszu- agen, daß dieser 1. Mai wohl die erste Maifeier ein wird, die reibungslos und ohne den geringsten Zwischenfall verläuft. Wenn es vor einigen Jahren noch möglich war, daß die Schutzpolizei des sozial- demotratiichen Polizeipräsidenten Zörgiebel auf kommunistische Maifeier-Demonstranten schoß, wobei über 30 Tote auf der Walstatt blieben, so ist das heute unter der nationalen Regierung vollkommen unmöglich und undenkbar, weil nämlich heute, unter dem machtvollen Regiment des Reichskanzlers Hitler, Arbeiterschaft und Polizei keine Feinde mehr find, sondern Bundesgenossen, die Hand in Hand am gleichen großen Ziel zusammen arbeiten, nämlich an der Befreiung des öffentlichen Lebens vor verbrecherischen Auswüchsen auf der einen Seite und an der Förderung der nationalen Arbeit auf der anderen Seite. Jetzt erfahren wir aus dem Ministerium für Dolksaufllärung und Propaganda nähere Einzelheiten über die Ehrung, die die Abordnungen der Arbeiterschaft von feiten der nationalen Regierung, wie auch von feiten der Berliner Verbände erwarten. 71 deutsche Arbeiter und 8 Arbeiter aus Oesterreich werden am 1. Mai durch Flugzeuge vollkommen kostenlos nach Berlin befördert werden. Aus Oberschles.en und Ostpreußen, von der See her und vom rheinisch-westfälischen Gebiet, aus dem Süden, aus Stuttgart und München und aus Sachsen werden die schweren Maschinen anbraufen und diejenigen Männer zur Maifeier auf das Tempelhofer Feld in Berlin bringen, die als bewährteste und älteste Mitglieder der nationalsozialistischen Betriebs- zellen-Organisation schon seit Jahren in hartem Kampfe für die sich jetzt erfüllenden Ziele der nationalen Regierung unerschrocken und treu eingetreten sind. Die Abordnungen der deutschen Arbeiterschaft werden in nächster Rähe des Reichskanzlers Hitler auf der großen Festtribüne ihre Plätze erhalten. Sie sind in Wahrheit die Ehrengäste des großen Festes der nationalen Arbeit. Aber nicht nur die Regierung, sondern auch private Stellen wetteifern damit, den Abordnungen der Arbeiterschaft ihre Sympathien zu bezeugen. Sv hören wir jetzt auch, dah der Reichs- einheitsverband des Deutschen Gaststättengewe» bes E. V. sich bereit erklärt hat, alle 80 Delegierten in den ersten Hotels von Berlin, so z. B. im Hotel Bristol oder im Esplanade oder im Hotel Adlon kostenlos aufzunehmen. Die größten und bekanntesten Berliner Speiselokale haben von sich aus darum gebeten, die Delegierten als Gäste aufnehmen zu dürfen und kostenlos zu verpflegen. Die Theater und andere Betriebe haben sich bereiterklärt, den Delegierten für ihre Vorführungen die besten Plätze kostenlos zur Verfügung zu stellen. Der Gau Groß-Berlin der NSDAP, zeigt eine Verbundenheit mit den Delegierten der deutschen Arbeiterschaft dadurch, daß er jeder Delegiertem gruppe von 3 bis 5 Mann einen Wagen des natio- nalsozialislPchen >lrastsahr-Korps des Gaues Groß- Berlin zur 'Verfügung stellt. In den SO Arbeitern aus Oft und West, aus Nord und Süd ehren d-e Negierung und das deutsche Volk die ganze deutsche Arbeiterschaft und damit letzten Endes auch sich lelbst, weil der deutsche Arbeiter zum deutschen Volte gehört und weil ohne den deutschen Arbeiter ebensowenig eine deutsche Zukunft gedacht werden kania wie es für die Arbeiterschaft eine Zukunft außerhalb der deutschen Nation gibt. Das Programm für den 1. Mai. Berlin. 25. April. (wTB.) Amtlich. Das bisher veröffentlichte Programm für dep Tag der nationalen Arbeit (1. Mai) ist nur ein vorläufiges. Das endgültige Programm wird noch bekanntgegeben. Schon jetzt kann daraus hln- gcroiefen werden, daß z. B. die Kundgebung im £u ft garten auf 9 Uhr vormittags voroerlegt worden ist. Diese Kundgebung ist in der Hauptsache als Kundgebung der 3 u- gend gedacht, an der Schüler, Studenten und 3u- gendverbände teilnehmen werden. ^eichsminifter Goebbels nach Berlin zurückaekehri. Köln, 25. April. (TU.) Als Reichsminister Dr. Goebbels Dienstag mittag seine Vater» Berlin, 25. April. (TU.) Deutschland ist ein armes Volk, aber obwohl die nationale Regierung unter der Kanzlerschaft Hitlers nicht im entferntesten'daran denkt, mit den Steuergroschen der Bevölkerung in ähnlicher leichtsinniger Weise umzugehen, wie es unter der Regierung der sozialdemokratischen und anderen Parteien der Fall' war, so hat es sich^die Regierung nicht nehmen lassen, den Tag der nationalen Arbeit am Abend des 1. Mai auf dem Tempelhofer Feld durch e i n in solchem Ausmaße noch nie gesehenes Riesenfeuerwerk zu frönen. Die nationale Regierung, getragen von dem Willen zur unbedingten Sparsamkeit, war sich von vornherein darüber klar, daß aus den beschränkten Mitteln, die dem, infolge der verflossenen Mißwirtschaft verschuldete^ Reich noch zur Verfügung stehen, auch nicht ein einziger Pfennig für dieses Feuerwerk verwendet werden darf. Die Steuergelder, über die die nationale Regierung verfügt, dienen einzig und allein dem Wiederaufbau des Reiches und der Wirtschaft, sowie der Linderung der großen Rot und der fcer^-m^cn Volksschicht, in die sie durch die Arbeitslosigkeit g:ralen ist. Das Feuerwerk wird aifo nicht aus Geldern der Steuerzahlungen bestritten, sondern es wird getragen von den Eintrittspreisen, die die Besucher der Tribüne zu entrichten haben. Auch hier verfährt die nationale Regierung durchaus sozial, indem sie den, der mehr Geld hat, auch mehr zahlen läßt, als den anderen Bollsgenofjen. Wir erfahren vom Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda, in welchem Nahmen sich das Riesenfeuerwcrk am Tag der nationalen Arbeit vollziehen wird. Wie wir schon eingangs erwähnten, ist ein solches Feuerwerk in ganz Europa noch nicht gezeigt worden. Die einzelnen Fronten, die durch das Feuerwerck erfaßt werden, sind über vierhundert Meter lang. Sie verlangen den Einsatz fämt- lidjer Berliner Feuerwerksfirm en. Die Leitung dieser rein technisch schon sehr schwierigen Anlage liegt in den Händen der Berliner Kunslfeuerwcrke. Der Ingenieur Muffel arbeitet mit einem Stabe von 50 Pyro-Technikern, die das Feuerwerk abbrennen. Di/e Anlage ist so groß, daß die einzelnen Feuerwerkstrupps durch Feldtelephone verbunden werden müssen, um mit der Feuerwerksleitung und untereinander in Verbindung bleiben zu können. Bei Beginn des Feuerwerks rast eine aus hunderten der größten Raketen gebildete, sich dauernd bewegende, in allen Farben schimmernde Feuerwand in den dunklen Rachlhimmel Berlin, 25. April. (ERB.) Der Landesführer des Kampfbundes für deutsche Kultur, Staatskommissar z. b. V. Hans Hinckel, sprach am Montagabend in einer von mehreren hundert Obleuten aller Fachgruppen besuchten Versammlung über die Arbeit und die nächsten Ziele des Kampf- bundes. Man stehe heute am Schluß der ersten Etappe, und der Kampfbund könne stolz aus seine bisherige Arbeit sein. Ohne den Kampfbund hätten sich die kulturpolitischen Arbeiten nicht so reibungslos abgewickelt wie bisher. Wenn die Künstler versucht hätten, sich einzeln durchzusetzen, so würden sie sich, selbst bei bestem Willen, erfolglos im Raume gedrängt haben. Es sei dem Kampfbund gelungen, große K anälefürdieArbeitder Künstler zu schaffen. Der Bühnen-Volksbund sei gleichgeschaltet worden. Er werde übergeführt in die nationalsozialistische Reichs - Theaterbesucher - Organisation „Deutsche Bühne". Vor kurzem sei der Deutsche Musikkritikerverband gegründet worden Im alten Musikkritikerverband sei wegen der katastrophalen Derjuduna nichts gleichzuschallen gewesen. Der DeutscheReklamever- b a n d mit dem Bund der Gebrauchsgraphiker sei mit dem Kampfbund zusammen- geschlossen worden, Präsident der Bühnengenossenschaft sei das Mitglied des Kampf- biindes Otto Laubinger. Auch im Verband deutscher Variätetheater-Direktoren stadt Rheydt verließ, wurde er von der in den Straßen angesarnrnellen Menschenmenge b e - geiftert begrüßt. Der Minister flog zum Flughafen nach Köln, wo sich zu seiner Begrüßung der tommissarische Oberbürgermeister von Köln, der Landeshauptmann, der kommissarische Präsident des Landesarbeitsamtes Rheinland und zahlreiche hohe Führer der Parteiorganisationen eingefunden hatten. Nachdem der Minister die Front der 6'21.« Leute abgeschritten hatte, verabschiedete er sich herzlich und bestieg das Flugzeug, das um 13.40 Uhr nach Berlin startete. hinein. Dann zeigen sich in strahlendem Licht in gewaltiger Größe auf dem Hintergrund des Rachthimmels zwei sich vereinigende Hände, unter denen in Riesenbuchstaben zu lesen ist: „Tag der deutschen Arbeit". Dieses symbolische Bild wird eingeraljmt und umschlossen von tausenden und abertausenden Feuerblumen. Der rührige Ingenieur Müsset, ein Fachmann auf feinem Gebiete, hat außerdem noch mit dem bekannten K u n st f l i e g e r Ke r n ein Abkommen getroffen, dessen Verwirklichung in ganz Europa zu m ersten Male vor sich geht und das bisher nur in den Vereinigten Staaten von Amerika gezeigt wurde. Der Kunstflieger Kern stößt nämlich mit seinem Flugzeug in die dunkle Rächt und wird über dem Festplah mit feiner Maschine, die in genialer Konstruktion mit Feuerwerks körpern bestückt ist, gewaltige Feuer- spiele vorführen. kaum ist der fliegende Fcuerspuk verschwunden, so rasen 7 0 0 Bomben schwersten und größten Kalibers — Bomben bis zu 30 cm Durchmesser — gegen den Himmel. Diese Bomben überschlagen sich auf ihrer feuerspeienden Fahrt und werden begleitet durch das Bombardement Hunderter von Feuertöpfen. Dann fällt auf einer Front von 430 Meter aus 10 Meter höhe ein gewaltiger Sitberroafferfalt hernieder und bietet dem entzückten Beschauer einen märchenhaften Anblick. Kaum ist das Silberlicht des Wasserfalls im unersättlichen Schlund der dunklen Rächt versunken, so werden in 70 Sekunden, also in kaum mehr als einer Minute, von drei Stellen aus 2 11 Bomben batterieweise abgeschossen und bilden am nächtlichen Himmel ein neuer Far - benrounöer märchenhafter Pracht. Jetzt folgt ein Trommelfeuer von 60 000 Plahkanonenschlägen, das die ganze Luft erschüttert. Auch dieses Feuerwerk soll dazu beitragen, in einer Stunde der Feier und der Freude, die Arbeiter der Stirn und die Arbeiter der Faust, nach dem Willen der nationalen Regierung und des Reichskanzlers Hitler zu verbrüdern und d i e ehemaligen Klassengegensätze auf- zuheben und die Menschen zu einer einheitlichen, durch nichts mehr zu zerstörenden Volksgemeinschaft zusammenzuschließcn. Flammen der Freude strahlen über den Tag der nationalen Arbeit. fei die Gleichschaltung erfolgt. Es sei die Gewähr gegeben, daß alle diese Verbände im Sinne der nationalen Erneuerung weitergeführt würden. Besonderes Augenmerk richtet der Kampfbund auf die deutsche Sektion des Internationalen Pen-Klubs, helfen nächste Tagung in Ragufa bevorstehe. Die bisherigen Tagungen des Pen-Klubs, der sich stets in den Dienst einer pazifistischen Völkerversöhnung gestellt habe, hätten stets Empörung in Deutschland hervor- gerufen, zumal die vorige Tagung unter dem Vorsitz von Alfred K e r r, wo der kommunistische Schriftsteller Ernst Toller gegen den italienischen Vertreter Sturm laufen durste. Toller Hobe damals mit diesem Schritt Deutschland schwer st ens kompromittiert. Heute führten den Vorsitz in der deutschen Sektion des Pen-Klubs Hans Hinckel, Hanns I o h st und Dr. Schlösser, der kulturpolitische -Schriftleiter des ^Völkischen Beobachters". Zum Schriftführer fei Dr. v. Geers, zu Schatzmeistern Hanns Martin Elster und Herr Koch a n o w s k i gewählt worden. Damit sei eine Wiederholung der schmachvollen Geschehnisse der letzten Tagung in Zukunft unmöglich. Am Mon- tagnachmittag schließlich sei auch der Bund Deutscher Architekten gleichgeschaltet worden, der nunmehr unter dem Vorsitz des Rationalsozialisten Lörcher stehe. Das Msenseimwerk aus dem Tempchvser Feld. Stammen der Freude strahlen über den Tag der nationalen Arbeit. Die Arbeit des Kampsbuudes für deutsche Kultur. OieOurchführungdesGeseheg zur Wiederherstellung des Derussbeamientums. Besprechung beim Neicheinnenminister. Berlin, 26. April. (WTB.) Aus Einladung des Re chsministers des Innern hatten sich heute dieMinisterpräsidentenunddieJn- nen Minister sämtlicher Länder sowie die Vertreter aller Reichsresforts zu einer Aussprache über die Ausführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs- beamtentums im Reichsinnenministeriuin versammelt. Reichsinnenminister Dr. Frick, der den Vor'ih in der Sitzung führte, erläuterte in eingehenden Ausführungen die Grundzüge des Gesetzes und die Art seines Vollzuges an Hand der bereits im Entwurf vorliegenden, vom Reichsinnenministerium im Einvernehmen mit dem Reichsministerium der Finanzen aus» gearbeiteten Ausführungsbestimmun- g e n. Der preußische Ministerpräsident Göring ergänzte die Darlegungen des Reichsinnenministers insbesondere vom Standpunkt der preußischen Verwaltung. In der weiteren Aussprache ergab sich Liebereinstimmung in allen grundsätzlichen Fragen. Einzelheiten wurden einer ncch im Laufe des heutigen Tages stattsindenden Rcserentenbesprechung Vorbehalten, die insbesondere dazu dienen soll, Qinrcgun» gen der Länder entgegenzunehmen. Es ist daniit zu rechnen, daß b;c Ausführungsbestimmungen zum Beamtengeseh, die für den Vollzug dei- Gesetzes von besonderer Wichtigkeit sind, noch im Laufe dieses Monats veröffentlicht werden. Neuer Skandal um Döß. Riesige DiensLaufwendungsliquidotio, en des früheren Berliner Lberbürgermeisiers. Berlin, 25-April. (ERB.) Der Staatskommissar Dr- Lippert hat dem Oberbürgermeister Dr S a h m eine Darstellung von Vorgängen überreicht, die mit Liquidationen des früheren Oberbürgermeisters Böß zusammenhängen. Gleichzeitig hat Dr. Lippert ersucht, gegen Böß geeignete Maßnahmen zu ergreifen, vornehmlich d i e Frage der Pension zu klären. Dem früheren Oberbürgermeister wird vorgeworfen, alle Kosten seines Haushalts in Rechnung gestellt zu haben, obwohl er eine erhebliche Dienstaus- wandsentschädigung bezogen hat. Rach den b:5- herigen Feststellungen beläuft sich der Schaden, der der Stadt durch diese Manipulationen entstanden ist, in die Hunderttausende. 3n einer eingehenden Begründungsschrift hat sich Staatskommissar Dr- Lippert mit den einzelnen Füllen auscinandergesetzl Zunächst zeigt eine Zusammenstellung der früheren Bezüge der Oberbürgermeister, daß diese Bezüge in dem reichen Deutschland vor dem Kriege insgesamt 40 000 Mk- betrugen, ohne Dienstaufwandsentschädigung und ohne Dienstwohnung. Herr Böß dagegen erhielt zum Schluß 36 0.0 Mk. Plus 24 000 Mk. Dienstau'-wands ml- schüdigung, plus freie Dienstwohnung und dies in einer Zeit, in der Reich und Stadt sich in der bittersten Rot befanden und Millionen Velts- genoffen ohne Arbeit und Brot darben mußten. Hervorzuheben ist vor allem, daß der ehemalige Oberbürgermeister Böß nicht nur eine D i e n st - aufwandsentschädigung sich bezahlen ließ, sondern dah er darüber hinaus alle Aufwandskosten sich von der Stadt noch extra vergüten liefe, so dafe damit die Dienstaus- wandsenlschädigung zum reinen Gehalt wurde. Der Darstellung, die der Staatskommissar Dr. Lippert dem Oberbürgermeister Dr. Sahm überreicht hat, ist eine mehrseitige Liste dcr Aufwendungen für die Dienstwohnung beigefügt. In dieser Liste machen allein die Kosten für Ein- und Umbauten einen “Betrag von 150 000 Mk. aus. Darunter befinden sich folgende Beträge: Für Einrichtung einer Toilette 10 000 Mk., für die Verlegung des Schlafzimmers 3000 Mk., für die Verlegung des Vade- zimmers und Umbauten in anderen Räumen 12 000 Mk., für einen Abwaschtisch und eine Waschtoilette 4000 Mk., für den Umbau eines Wintergartens 15000 Mk. Aus den weiteren unzähligen Posten geht hervor, daß sogar Gegenstände für den täglichen Bedarf und den Haushalt liquidiert wurden. Für einen Kühlschrank wurden 3200 Mk., für Weingläser 4500 Mk., für Porzellan 1400 Mk. angerechnet. Der Wachhund, der für die Dienst- Wohnung angelchasst werden muhte, wurde mit 200 Mk. in Rechnung gestellt, der Maulkorb mit 9,55 Mk. und die Verpflegung für diesen Hund mit monatlich 30 Mark. Gegen Boß war Anfang 1930 im Zusammenhang mit dem Sklarek-Prozeß ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, das dieDienst- entlaf fung mit zwei Drittel Pension aussprach. Bei der von Boß eingelegten Revision wurde aber nur auf eine Geldstrafe in Höhe eines Monatsgehalts erkannt. Böß trat am 1. Rovember 1930 in den Ruhestand. Er bezieht zur Zeit eine monatliche Pension von 1700 Mk. netto. Llm die Deutsche Evangelische Kirche. Beschlüsse des Kirchcnausschusses. Berlin 25. April. (TU.) Der Deutsche Evangelische Kirchenausschuh, das oberste Vertretungsorgan des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes, trat am Dienstagnachmitlag zu einer außerordentlichen Tagung in Berlin zusammen. Uebcr das Ergebnis der heutigen Beratungen wird folgendes mitgeteilt: Der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß bekannte sich zu der Notwendigkeit einer neuen Verfassung des deutschen Protestantismus mit dem Ziele der Schaffung einer Deutschen Evangelischen Kirche auf der Grundlage des vorhandenen Bekenntnisses. Er stellt sich hinter die von seinem Präsidenten getroffenen Maßnahmen und billigt insbesondere die Berufung des lutherischen Landesbischofs D. M a - rohrens (Hannover) und des reformierten Studiendirektors v. Hesse (Elberfeld zu entscheidender Mitarbeit, sowie die Heranziehung anderer, in der kirchlichen Bewegung führender Persönlichkeiten. Der Kirchenausschuß erteilt seinem Präsidenten weitgehende Vollmacht für die Gesamtheit des deutschen Protestantis- m u s zu sprechen und zu handeln. Er begrüßt es, daß schon die Ankündigung des Reformwerkes ein großes zustimmendes Echo im Lande gefunden hat, u. a. bei zahlreichen freien Verbänden, insbesondere auch der Jugend. Neuordnung der Kirchenver- wattung in Mecklenburg. Der Staatskommissar wird zurückgezogen Berlin, 25. April. Amtlich. Auf Grund der Einsprüche, die von kirchlicher Seite gegen die von dem mccklenburg-schwerinschen Staatsministerium verfügte Einsetzung eines S t a a t s k o m m i s s a r s für die evangelisch- lutherische Landeskirche erhoben worden waren, hatte der Reichsmini st er des Inneren den mecllenburg-schwerinschen Ministerpräsidenten G r a n z o w und den Lamdesbischof Dr. D. Rendtorff zu sich gebeten. An der Besprechung nahm auch der von Ser mecklenburgischen Regierung bestellte Staatskommissar teil. 2m Laufe der Aussprache kam sowohl von staatlicher wie von landeskirchlicher Seite der Wunsch zum Ausdruck, den von beiden Seiten anerkannten, namentlich aufkirchlichemAbgaben- gebiet obwaltenden Mängeln mit möglichster Beschleunigung abzuhelfen und die zu diesem Zwecke schon wiederholt geplante staatsgeseh- liche Reuregelung ungesäumt in Angriff zu nehmen. Liebereinstimmung ergab sich auch dahin, daß die aus derartigen Maßnahmen sich mit Rotwend gk-ik ergebende Bereinfachungdes kirchlichen V e r w a l t u n g s a p p a r a t e s unverzüglich ins Werk zu setzen sei. Bei dieser weitgehenden Llebereinstimmung besteht für die meckienburg-schwerinsche Staatscegierunz kein Anlaß, -die von ihr getroffenen Anordnungen aufrechtzuerhalten. Es wird aber von dem Herrn Ministerpräsidenten aus den Kreisen des evangelischen Kirchenvolkes ein Gutachterausschuß b:rufen werden, der die Staats- regierung bei ihren Verhandlungen mit der Landeskirche und bei den zu treffenden Maßnahmen beraten soll. We tere Beurlaubung von prosestoren Der Kultusminister Dr. R u st hat auf Grund des Beamtenaesetzes bis zur endgültigen Entscheidung folgende Professoren beurlaubt: An der Universität Königsberg (Preußen) Prof. Hensel: eine Wiederverwendung von Pros. Hensel ist in Aussicht genommen; an der Handelshochschule Königsberg die Professoren R o g o w s k y, Häusler und K ü r b s ; an der Universität Kiel die Professoren Colm, Reißer, Adolf F r a e n - Oie Vorgänge beidenBraunschweigerOeuischnationasen B e r I i n , 25. April. (ERB. Eia. Meld.) Der neue beut|'d) nationale Landesführer für Braunschweig Oberstleutnant a. D. v. Feldmann-Hannover hat einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Durch den Uebertritt zahlreicher bisheriger Vorstandsmitglieder zur NSDAP, ist der Landesverband Braunschweig der DNVP. keineswegs aufgelöst. Sein weiterer Zusammenhalt wird davon abhängen, wie weit unsere Mitglieder von dem Gedanken erfüllt sind, der in der NSDAP, als maßgebend erklärt ist, nämlich der Gedanke der Treue und des Gehorsams gegen den Führer. Zu dieser Treue rufe ich hiermit auf. Unser Führer H u g e n b e r g ist von der Notwendigkeit durchdrungen, die DNVP. zu erhalten, gerade auch aus außenpolitischen Gründen. Dieser Standpunkt muß auch der unsrige sein. Wir haben den Lebenswillen und das Lebensrecht der DNVP. klar zu betonen. Hierbei ist es selbstverständlich, daß wir treu und loyal zu der nationalen Negierung stehen, die der Herr Reichspräsident am 30. Januar durch das Bündnis der nationalen Führer beschlossen hat. Heil Deutschland! * Zu dem Uebertritt des Landesvorstandes zur NSDAP, äußerte sich der stellvertretende Landes- vorsitzende Dr. Langebartels u. a.: „Wir sind zu der Uederzeuguna gekommen, daß, nachdem Adolf Hitler in seiner historischen Potsdamer Kundgebung am 21.März dieses Jahres erneut unter anderem auch das private Eigentum alsEndzieljeder Arbeitvorbehaltlos bejaht hat, es innen- und außenpolitisch nicht mehr tragbar ist, daß zwei Parteien, die d a s - selbe Ziel haben, nebeneinander marschieren und unter Umständen im politischen Ta- geskampf erneut z u Rivalen werden können. Wir haben uns deshalb an unsere Reichsparteileitung mit der Bitte gewendet, an Dr. Hugen- bcrg heranzutreten und ihn zu dem Schritt zu bewegen, den wir jetzt vollzogen haben. Wir hielten es'für richtig, daß der Führer Hugenberg nach Uebereinfommen mit dem Reichskanzler Adolf Hitler die gesamte Deutschnationale Volks Partei in die deutsche Freiheitsbewegung überführte. Dies umso mehr, als wir zu wissen glaubten, daß zwischen Hitler und Hugenberg keine Gegensätze bestehen. Nicht bekannt ist uns, ob diese unsere Bitte an unseren Parteiführer herangetragen wurde. Don der derzeitigen Parteileitung jedenfalls wurde unser Vorschlag abgelehnt. Die Trennung von der DNVP., die als allererste den Marxismus bekämpft und gradlinig diesen Kampf geführt hat, ist uns sehr schwer geworden. Nachdem wir aber den inneren Kampf ausgefochten hatten, vollzogen wir den Uebertritt freudigen Herzens. Uns beseelt vor allem der Wunsch und die Hoffnung, daß nunmehr, nachdem die Braunschweiger Deutschnationalen ein Beispiel gegeben haben, Hugenberg und die Reichsparteileitung die gesamte DNVP. der deutschen Freiheitsbewegung zuführen 1 mögen. Wir glauben dadurch das Wissen und Können eines Hugenbergs der nationalen Regierung am besten zu erhalten, zumal uns bekannt ist, daß unser Reichskanzler Adolf Hitler a u f b i e Mitarbeit Hugenbergs größten Wert legt. fei, Husserl, Stenzel, ßiepe, Rauch, Schücking, Dpet. lieber Prof. Horms, Kiel, und Pros. v. H e n t i g , Kiel, bleibt Verfügung Vorbehalten. Außerdem wurden von Minister Dr. Rust vorbehaltlich weiterer Maßnahmen die außerordentlichen Lehrkräfte an der Staatlichen Kunsthochschule in Berlin-Schöneberg, Prof. Georg läppert, Prof. Kurt Lahs, sowie der außerordentliche Lehrer für Werkunterricht, Joseph Vinecky, mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Desgleichen sind an den Vereinigten Staats- schulen für freie und angewandte Kunst die Professoren Karl Hofer und Edwin Schraff sowie an der Kunstakademie in Düsseldorf Prof. Paul Klee und der Direktor Professor Oskar Moll mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden. Eine Erklärung der Deutschen Studentenschaft gegenprof.Kohlrausch. Zu der Erklärung des Rektors der Berliner Uniöcrfität, Prof. Kohlrausch, über den Aushang der 12 Sähe „Wider den undeutschen Seist" erläßt die Deutsche Studentenschaft eine Gegenerklärung, in der es u. a. hecht: Herr Prof. Kohlrausch, der an Einzelheiten mäkelnd sich der Aktion der Deutschen Studentenschaft entgegensetzen zu müssen glaubt, hat in seiner Eigenschaft als Rector der Berliner Universität sein Llnbehagen über die Haltung der Deutschen Studentenschast dadurch zum Ausdruck gebracht, daß er den Aushang der 12 Sähe der Deutschen Studentenschaft „Wider den undeu.schen Seist" zu verhindern suchte. Wir sagen hierzu: Wir verehren die wenigen Lehrer an Deutschlands Hochschulen, die aus dem Geiste, aus dem wir leben und handeln, aus dem Geiste der SA., schaffen und lehren. Sie allein hätten das Recht der Kritik, weil sie unser Vertrauen haben. — Wir wenden uns nur dann gegen das Judentum, wenn es Anspruch darauf erhebt, uns innerhalb des Bereiches des deutschen Geistes, und damit in Rasse und Volkstum zu bevormunden. — Die Deutsche Studentenschaft hat lediglich die Aeuherung des Herrn Professor Kohlrausch mitgeteilt, er werde sein Rektorat niederlegen, wenn die 12 Sätze „Wider den undeutschen Geist" am Aushang blieben. Da sich die Sätze weiterhin am Aushang befinden, gab die Deutsche Studentenschaft der Vermutung Ausdruck, daß Professor Kohlrausch von seinem Amte zurücktreten und damit entsprechend seinem Worte handeln würde. Professor Dr. krieck Rektor der Frankfurter Universität. An der Frankfurter Llniversität wird in den nächsten Tagen die Wahl einesneuenRek- tors erfolgen. Von den nationalsozialistischen Studenten und Professoren wird die Wahl von Professor Dr. Ernst Krieck von der Pädagogischen Academie vorgeschlagen, der bekanntlich seinerzeit vom früheren preußischen Kultusministerium wegen seiner nationalsozialistischen Einstellung strafversetzt worden war. Professor Dr. Krieck hat einen Ruf an die Frankfurter älniver- fität erhalten, so daß seiner Wahl zum Rektor nichts im Wege stehen dürfte. Wiederlegung einer tollen Greuelhehe. Berlin, 25. April. (1DIB.) Das „Prager lag blatt“ verbreitet heute eine ©teuelmelöung und behauptet, der Berliner Groh-Rabbiner Jonas Fränkel sei heute in Prag eingetroffen und berichte über scheußliche Greuel an Juden in Deutschland. So behaupte er u. tu, er fei von SA.-Leutenüberfallenundum 2000 Reichsmark beftohlen worden. Die SA.- Leule hätley ihn und seine Tochter mit Revolvern bedroht, ihn niedergeschlagen und schwer verletzt. Er habe in Decken gehüllt in ein anderes Stadtviertel geschmuggelt werden müssen, und er habe sich dann so nach Prag durchgeschlagen. (Er leide noch jetzt an Gleichgewichtsstörungen und an einer Gehirnerschütterung. (Er habe die Absicht, nach Palä- Akte Photographie. Von Hans Thy-iot. Eigentlich hattest du, aus dem alleruntersten Fach vorn Schreibtisch oder Bücherschrank, etwas ganz anderes herauskramen wollen: aber auf einmal hältst du diese verblichene, abgewetzte und schon ein wenig altmodisch aussehende Photographie in der Hand, die du längst vergessen hattest. Ja, die ist wohl so aus dem Jahre 1911 oder 1910, ein Klassenbild aus der Quarta oder Untertertia. Wahrscheinlich ist es auf irgend einem Maifest entstanden. Maifest hieß der alljährlich wiederkehrende Ausflug des Königlichen Gymnasiums in F. Die Kleinen marschierten mit einer durch Tradition geheiligten Regelmäßigkeit in den Stadtwald zur Oberschweinstiege. Für die Größeren war es ausgemacht, mit der Bahn zu fahren, in den Taunus oder an den Rhein. Die Kleinen vertilgten an diesem Tage gewaltige Mengen von roter und giftiggrüner Brauselimonade und zogen sich für zehn Pfennige Stoll- werck-Schokolabe aus dem Automaten. Für die Großen war es Ehrensache, kaum daß sie die Rucksäcke ins Gepäcknetz geschmissen hatten, das Abteil mit einer schauderhaften Sorte von billigen Zigaretten vollzustänkern. Auf einem solchen Maifest vor dem Kriege muß diese Aufnahme entstanden sein. Nun hältst du sie, die längst vergessene, wieder in der Hand und schaust ein bißchen verwundert und lächelnd in die dreißig unfertigen Bubengesichter; dein eigenes ist auch darunter. Du kannst sie alle ober säst alle noch mit Namen nennen und mußt darüber nachdenken, was aus ihnen geworden ist, die du so lange nicht mehr gesehen und wohl im Laufe der Jahre völlig aus den Augen verloren haft. Erst im Anschauen dieser vergessenen und verblaßten Photographie begreifst du so richtig, wie dir die Zeit vergangen ist unb bas Leben dich in feine Arme genommen hat seit jenen verschollenen Bubentagen unb diesem Frühlingsausslug im Mai des Jahres 1911. Und es ist eine merkwürdige und etwas unglaubhafte Vorstellung, daß aus den dreißig Kindern da vor dir auf dem Bild inzwischen würdige Männer wurden — sofern sie überhaupt noch am Leben sind. Von etlichen weißt du gar nichts mehr, sie stick) schon früh und für immer aus deinem Gesichtskreis verschwunden. Aber die Spur der meisten von ihnen kannst du noch, für ein paar Jahre wenigstens, verfolgen. Der kleine Dunkle zum Beispiel, mit der widerspenstigen Haarsträhne über dem runden gesunden Gesicht und der Stupsnase, bas ist Kurtchen F. Er war immer so schüchtern und konnte erröten wie ein Mädchen. Wenn man ihn so dastehen sieht auf seinen dünnen Beinen unb mit ben unordentlich herunterhängenben Schuhbänbern, bann ist es schwierig, sich oorzustellen, baß er ein paar Jahre später über feinbebrurfte Visitenkarten verfügen wird, auf denen unter dem Namen die Worte stehen: Leutnant im Infanterie-Regiment 93. Am Semmel ist er verschüttet worden, aber er hat's überstanden unb ist heute praktischer Arzt in F. Neben ihm steht Konrab W., genannt Dabdi; Mathematik mangelhaft, Aufsatz gut. Durch einen Zufall habe ich vor einiger Zeit herausbekommen, baß er heute Verkehrsdirektor in Eisenach ist. Wenn ich einmal hinkomme, will ich ihn besuchen und ihn fragen, ob er sich noch auf die alte Photographie besinnen kann und später auf den gemeinsamen Heimweg von der Kriegsprimaner-Kneipe im November 1916. Am Vormittag hatte er noch in über quellendem Gefühl mit Kreide ganz groß quer über die Tafel geschrieben: Jahrgang 1916 rückt ein! Hurra! In der Nacht bann, als bas Fäßchen leer unb das letzte Lied gesungen war, gingen wir zusammen, vorüber am alten Eschenheimer Turm mit dem Neuner in der Wetterfahne, nach Hause. Unb Dabbi wurde auf einmal ganz still, bedrückt und traurig, aber bas war nicht vom Bier unb auch nicht vom Rauchen, fonbern weil er als einziger von uns allen seinen Befehl zum Einrücken noch nicht erhalten hatte. Er kam sich wie ein Aus- gestoßener vor; es hat sich inbessen ein paar Tage später herausgestellt, baß sein nächtlicher Kummer unbegrünbet war: er erhielt seinen Gestellungsbefehl bloß ein wenig später als wir andern, weil er, seiner Große wegen, zu einem Berliner Garderegiment ausgehoben worben war. Von dem schlanken Blonden, der dort mit gekreuzten Beinen am linken Flügel hockt, hab ich den Namen vergessen; aber wenn ich mich «richt irre, hat er als Schlußmann in der gefürchteten 3X1000-Meter-Staffelmannschaft des Gymnasiums eine hervorragende Rolle gespielt, auch als Schlagmann im Schülervierer auf dem Main. Unser Sportdreß — schwarze Hose, weißes Hemd, roter Adler auf der Brust — stand damals allenthalben in hohem Ansehen. Neben dem Blonden hockt Hans S. Er gehörte zu der Gruppe der sogenannten Poussierstengel und war ein frecher, aber sehr begabter Junge. Der hat wahrhaftigen Gott schon in Untersekunda ein Drama „Aeneas unb Dido" geschrieben, etwas später einen „Cesare Borghia" und als Student eine ganz expressionistische Sache mit symbolischen Figuren; dieses Schauspiel wurde sogar in einem literarischen Zirkel oorgelesen. Jetzt lebt er als Kaufmann in Ostpreußen unb schreibt schon lange feine Stücke mehr, unb bie kleinen Mäb- chen von damals sind, wie er selber, längst verheiratet. Gesichter, Gesichter: da ist Kurt G., ins Felb gerückt als Fahnenjunker bei ben Mainzer Pionieren, wenige Wochen später gefallen vor einer englischen Stellung in Nordfrankreich. Neben ihm Hans B., ein lieber, heiterer Kamerad; der hat mal Stabsarzt werden wollen, ist aber schon als Musketier bei den Sikbenunbachtzigern gestorben. Er sang so gern zur Laute, und ich habe noch heute, wo ich sein Gesicht wieder vor mir sehe, den Klang seiner Stimme im Ohr: „Es zieht eine Fahne vor uns her, herrliche Fahne ..." Dort steht Karl Gr., ein großer, schlanker Junge, immer einer der ersten in der Klasse; zehn Jahre später waren wir als Studenten zusammen im Theater: es gab ben „Struensee" von Otto Erler; wir waren zu britt und hatten Karl Gr. in bie Mitte genommen unb mußten ihn führen, weil er burch einen Granatsplitter sein Augenlicht verloren hatte. Ganz hinten aber, in ber letzten Reihe, steht einer ber Jüngsten und Kindlichsten von allen: in seinem gestreiften Matrosenanzug Walter W., schon damals eines der drolligsten Originale, bie mir je vorgekommen finb; sein Vater war ein bebeutenber Jurist, seine Mutter starb, als er in Quarta war, jein älterer Bruber Adalbert ist als Fahnenjunker- Unteroffizier vor Tukkum gefallen. Walterchen wohnte in der Maulbeerstraße, wir hatten denselben Schulweg unb haben oft zusammen gespielt. Seine Einfälle waren ebenso apart wie komisch. Als wir bas erste Jahr Französisch hatten, wurde uns zunächst der Unterschied zwischen den stimmhaften unb den stimmlosen Lauten beigebracht. Wir bekamen bas halb raus, aber keiner außer Walter wäre darauf verfallen, das „Stimmhafte" aus dem Französischen in die deutsche Umgangssprache zu übernehmen. Es klingt verrückt unb geht besonders gut in Sätzen mit vielen S unb Sch unb H, die natürlich korrekterweise nicht mitgesprochen werden. Wir haben uns halbe Nachmittage lang in dieser „stimmhaften" Privatsprache unterhalten. Jeden Samstag nach der letzten Stunde war Andacht in der Aula, welche übrigens durch bie riesige Büste Kaiser Friebrichs, durch bie Stein- hausenschen Wandgernälbe unb eine Orgel berühmt war; die wurde vom Gesanglehrer gespielt, wäh- stina weiterzureifeu und nehme überall die Hilfe der jüdischen Hilfskomitees in Anspruch. wie dazu von zuständiger jüdischer Stelle in Berlin fcftgeffellt wird, gibt es in Berlin überhaupt keinen Groß-Rabbiner. (Ein Rabbiner oder anderer jüdischer Geistlicher namens Fränkel oder ähnlichen Namens ist nirgends vorhanden. (Es handelt sich also wieder einmal um eine der üblichen ©reuelmelbun- gen aus Prag, deren Quelle im allgemeinen deutsche marxistische kreise sind. Aus aller Welt Deutschlandfahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin" am 1. Mai. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" wird als Auftakt seiner diesjährigen Fahrten am Tage der Rationalen Arbeit, 1. Mai, eine große Deutschland f a h r t unternehmen. Das Luftschiff wird am 1. Mai morgens um 2 Llhr in Friedrichshafen starten. Die Fahrt geht von Friedrichshafen über Stuttgart, Frankfurt a. M., Köln, über das westfälische Industriegebiet, Bremen, Hamburg nach Berlin, wo das Luftschiff gegen 15 älhr eintreffen wird. Eine Landung ist nicht vorgesehen. Das Luftschiff wird seinen Rückflug über Sachsen und Bayern vornehmen und am 2. Mai gegen 4 Llhr morgens wieder in Friedrichshafen landen. Hans Bettrams Australienflug beendet. Der deutsche Australienflieger Hans Bertram startete vom Kölner Flughafen mit seiner „Atlantis nach Dessau, wo er programmäßig eintraf. Damit hat Bertrams Australienflug sein eigentliches Ende gefunden. Taufe der „D 2500“ auf den Namen des Reichspräsidenten. Am 29. April findet auf dem Flughafen Der- lin-Tempelhof die Taufe des neuesten Großflugzeuges d'er Deutschen Lufthansa D 2500 auf den Ramen des Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg statt. Der Herr Reichspräsident wird diesem feierlichen Akt persönlich beiwohnen. Die Erdbebenkatastrophe auf kos. — 119 Tote, über 600 verletzte. Die furchtbare Erdbebenkatastrophe auf Kos (Dodekanes) hat noch mehr Opfer gefordert, als bisher gemeldet worden finb. Nach den letzten Berichten konnten bisher 119 Tote aus den Trümmern geborgen werben. Die Zahl ber Verletzten hat inzwischen 600 überschritten. Hamburger (Bängeoiertel soll verschwinden. Der Hamburger Senat hat beschlossen, den Polizeisenator Richter zum Staatskommissar für die Sanierung des Gängeviertels der nördlichen Reustadt zu ernennen. Man denkt zunächst an eine Auflockerung, indem verwahrloste Bauten, die freiwillig zum Abreitzen angeboten werden, dem Abbruch verfallen- Der ganze Komplex soll schließlich mit Wohnbauten unb kleinen Läden neu besiedelt werden- Betroffen werden von dieser Maßnahme etwa 12 503 Personen. Explosion einer Granate. — Ein Kind getötet, mehrere Kinder verletzt. In Rosberg bei Bonn ereignete sich ein schweres Unglück. Eine spielende Kinderschar hatte am Woldrande ein Feuer angezündet. Aus dem Feuer heraus entstand plötzlich eine weithin hörbare E x - p I o f i o n. Durch das Feuer war eine Granate zur Entzündung gebracht worben, bie einen fünfjährigen Jungen sofort tötete unb zwei weitere Kinber lebensgefährlich und mehrere andere Kinder leichter verletzte. Beim Absuchen des Geländes fand man noch zwei weitere Granaten, die vermutlich von durchziehenden Truppen im November 1918 zurückgelassen worben finb. renb ber Heizer bie Bälge trat. Der Profssspr, ber bie Andacht „hielt", trat vor und sprach etwa mit lauter Stimme: „Wir fingen heute aus dem Liede Nr. 320, „Lobe den Herrn", zu Beginn Strophe 1, zum Schluß Strophe 3!" Aber noch ehe dies geschah, hatte Walter W. "statt der Nummer 320 hinten im Register des Gesangbuches das Verzeichnis ber Dichter aufgefchlagen unb sich einen herausgesucht, der ihm angemessen schien. Unb währenb nun die ganze Schülergemeinbe, Sextaner vorn, Prrmaner hinten, zur Örqelbegleitung „Lobe ben ^)errn anstimmte, sang Walterchen mit schallender Stimme andächtig zu ber feierlichen Melobie bie im Register kurz verzeichneten biographischen Daten Martin Luthers ober Georg Neumarks ... unb freute sich kindlich, wenn es „aufging", das heißt, wenn er mit den andern zugleich fertig wurde. Ich habe, solange ich ins Gymnasium ging, nie erlebt, daß Walter W. etwas anderes gesungen hätte, als was hinten im Register stand. Die Lebensläufe Flemings, Speners unb Paul Gerharbts müssen ihm noch heute sehr vertraut sein. Oer Farbensinn der Schildkröten. Versuche, die R. 3- Wojtusiak an der kaspi- schen Wasserschildkröte vorgenommen hat und über die er in der Zeitschrift für vergleichende Physiologie berichtet, zeigen, daß diese Tiere einen ziemlich hoch entwickelten Farbensinn besitzen. Den Schildkröten wurde das Futter an den kürzeren Zinken einer Drahtgabel gereicht, wobei der Brocken vor einer Farbscheibe hing. Rach zehn- bis dreißigmaliger Fütterung mit farblos gemachtem Pferdefleisch schnappten die Tiere bei einer bestimmten Farbscheibc schon zu, wenn sie nur das Futterscheibchen erblickten, auch wenn kein Futterbrocken davor befestigt war. Dann wurden den Tieren zwei Drahtgabcln mit zwei Farbscheibchen geboten, einer Futterfarbe und einer Gegenfarbe. Räherte sich die Schildkröte der Gegenkarbe, dann wurde die Drahtgabel schnell zurückgezogen und das Tier erhielt nichts, während es an der Futterfarbe stets Rah- rung bekam. Cs ergab sich, daß sich die Schildkröten sehr gut auf Farben dressieren lassen, und zwar gelang die Dressur auf die fünf Hauptfarben Rot, Gelb, Grün/ Blau, Violett. 3m Spektrum wurden sogar zwölf Farbtöne unterschieden- 3m allgemeinen deckt sich der Farbensinn der Schildkröte mit der des Menschen. Das feinste Tlnterscheidungsvermögen zeigt sie im Orange und ist viel empfindlicher für das Rot als die Fische. Auch das Gedächtnis für Farbeindrücke ist bei diesen > Tieren gut entwickelt. Aus der Provnzialhauptstadt. OerTag der NationalnyArbeit in Gießen. Die Kreisleitung Gießen der NSDAP, teilt mit. daß im Hinblick auf die bereits getroffenen Vorarbeiten die Aufstellung eines besonderen Aus- schusses unterbleiben kann. Die Vertreter der NSDAP., der übrigen in Betracht kommenden Der- bände foroie_ die behördlichen Stellen (Kreisarnt, Polizeiamt, Stadtverwaltung) werden am Mittwochabend eine kurze Besprechung der organisatorischen Fragen abhalten. Beteiligung von Vereinen am Tag der Nationalen Arbeit. Die geschlossene Beteiligung von Vereinen jeder Art (Turn- und Sportoekeine, Gesangvereine. Schüt- zenocreine und dergleichen) soll einer besonderen Besprechung mit Vertretern derselben vorbehalten bleiben, die wahrscheinlich am Donnerstag, 27. April, 18 Uhr, stattfinden wird. Der genaue Ort und die Z?it werden morgen an dieser Stelle bekanntgegeben werden. Oie Geldzuftellung bleibt erhalten. Anläßlich der mehrfachen Uebersälle auf Geldbrief- trägcr hatten sich Bestrebungen geltend gemacht, die Geldzustellung durch Beamte der Reichspost überhaupt auszuheben und dafür eine Abholungspflicht der Empfänger anzuordnen. Das Reichspoflministe- rium Hot über diese Frage die Meinung der Oberpostdirektionen eingeholt und wie das Nachrichtenbureau des 232)3- hört, auf Grund dieser Stellungnahme von einer Neuregelung abgesehen. In einer Bersügung des Reichspostministers wird fcslgestellt, daß die Geldzustellung durch Postbeamte wie bisher bestehen bleibt. Taten für Mittwoch, 26 April. 1731: der Dichter des „Robinson" Daniel Defoe in London gestorben; — 1786: der Dichter Ludwig Uhland in Tübingen geboren. — 1812: der Indu strielle Alfred Krupp in Essen geboren; — 1910: der norwegische Dichter Bjornstjerne Bjürnson in Paris gestorben. — 1925: Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten. Bornotizcn. — Tage skatender für Mittwoch: Oberhess. Aunstoerein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, große Frühjahrs-Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,La, treu ist die Soldatenlieds". — Aus dem Stgdtthcaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, 27. Vorstellung im Mittwoch - Abonnement. Opern-Gastspicl des Hessischen Landestheaters Darmstadt mit der ein maligen Aufführung der Oper: „Fidelio" von Beethoven. Die musikalische Leitung dieser in der alten Inszenierung Ernst Legats herausgebrach ten klassischen Oper, die das Hohelied der Gattcn- treue zum Inhalt hat, liegt in Händen von Kapellmeister Dr. S ch m i d t. I s s e r st e d t, der Beetho vens gewaltige Komposition großzügig gestaltend unmittelbar zum Herzen sprechen läßt Es gelten für dieses Gastspiel Opern-Preise; Vorzugs- und Rundfunk-Gutscheine haben Gültigkeit. Ende: nach 22 Uhr. — Die Erstaufführung der Operette: ,Lise- lott" von Künneke findet am Freitag, 28. April, unter der Spielleitung Paul W r e d e s als 28. Vorstellung im Freitag-Abonnement statt; Operetten» Preise. Spieldauer von 20 Uhr bis noch 22.30 Uhr. •• Eine BittedesReichspropaganda- m i n i st e r i u m s. Der Reichsminisler für Volks aufklärung und Propaganda teilt mit: Die Bearbei tung der sehr zahlreich bereits vor der Errichtung des Ministeriums eingetroffenen Eingänge neben den täglich ankommenden vielen Hunderten von Postsachen erfordert geraume Zeit. Ich wiederhole daher meine Bitte an die Einsender, die Arbeit des Ministeriums nicht durch weitere Eingaben, wie Erinnerungsschreiben usw., noch weiter zu erhöhen, sondern Geduld zu üben. Da die Arbeitsplätze im Ministerium bereits besetzt sind und andere Verwendungsmöglichkeiten nicht bestehen, bitte ich ferner, von weiteren Bewerbungen obzusehen. Schließ lich bitte ich, Eingaben, die in den Aufgabenkreis des Propagandaministeriums nicht gehören, jiidjt hierher, sondern an die in jedem einzelnen Falle zuständige Stelle zu richten. " Sonntags-Rückfahrkarten zum 1. Mai. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. teilt mit: Zum 1. Mai werden Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben. Geltungsdauer zur Hinfahrt am Samstag, 29. April, ab 12 Uhr, am Sonntag, 30. April und Montag, l.Mai, und zur Rückfahrt am 29. und 30. April, sowie 1. und 2. Mai bis 12 Uhr. Auch die für die Deutsche Iagdausstellung in Köln ausgegebenen Sonntagsrückfahrkarten gelten bis 2. Mai 12 Uhr. "DerMarinevereinGießen hielt vor einigen Tagen, wie man uns berichtet, in feinem „Heim der Kameradschaft" eine schlichte Gründungsgedenkfeier ab, denn der Verein wurde am 14. April 1892 gegründet. Aus diesem Anlaß wurde an die Kameraden Georg H e b st r e i t. Karl Braun, Peter Schmidt, Karl Ohr, Ludwig Bischoff, Wilhelm Krause, Arnold H a n d l o s e r und Gustav I r l e das 40jäh- rige Abzeichen für „Treue" verliehen. Die neuen Gemeinderäie in Qberhessen. Landkreis Gicken. X Klein-Linden, 25 April. Der neue Gemeinderat besteht künftig aus 9 (bisher 12) Mitgliedern. Die SPD hatte keinen Wahlvorjchlag eingereid)t, so daß alle Sitze der NSDAP, zugewiesen wurden Es sind gewählt: Heinrich F i s ch e r, Kaufmann Friedrich Wilhelm Loh, Dautechniker, Philipp Klein V.. Landwirt, Heinrich Ufer, Bahnbeamter i. R., August Ruh Mr., Mechanikermeister, Konr. Lotz II., Landwirt; Wilh. Jung XL, Mechanikermeister, Heinrich Bechtold, Elektromeister, August Weller, Gastwirt. ' Grohen-Linden, 25. April. Der auf Grund "bed Gleichschaltungsgesehes neu gebildete Gemeinderat setzt sich aus 7 Ra- tionalsozialisten und 5 Sozialdemokraten zusammen. Die nationalsozialistischen Mitglieder des Gemcinderals sind: Wilhelm Becker, Heinrich Faber VI., Wilhelm Magnus II., August Rinn, Ludwig S t e i n m ü l l c r II., Wilhelm Schmidt III. und Georg T e f t o r. Bon der SPD. gehören dem neuen Gemeinderat an Georg Schneidmüller, Wilhelm Lu HIV., Otto Mengesl., Wilhelm Jung und Heinrich Falk. Der bisherigen Gemeindevertretung gehörten 5 Bürgerliche und 7 Mitglieder der SPD. an. f. Orüningen, 25. April. Für die Neubildung des Gemeinderats wurden Wahl- vorschläge der NSDAP., der DNVP. und der SPD. eingereicht. Nach der Feststellung der Gemeindewahlkommission erhält die N S D A P. 7, die SPD. 2 Sitze, während der Wahlvorschlag der DNVP. nicht berücksichtigt werden konnte, da die nötige Stimmenzahl nicht erreicht worden war. Zu Gemeinderatsmitgliedern wurden bestimmt: vom Wahloorschlag der NSDAP.: La über, Adam Hch, Kaufmann. Euler, Adam Hch., Landwirt; I s h e i m, Wilhelm Hch., Schneidermeister und Landwirt; Marsteller II., Karl Hch., Landwirt; Hofmann III., Heinrich, Arbeiter; Bender II., Ludwig, Händler; Fey III., Heinrich Wilh., Landwirt. Vom Wahlvorschlag der SPD.: Schäfer, Adam, Weißbinder; Schäfer, Heinrich, Arbeiter. z. CR ö b g c n , 25. April. Der n c ue QJcmeinöerat setzt sich wie folgt zusammen: Landwirt K. Klos, Wiesenarbeiter Ludwig Brück. Waldarbeiter K. 3o ft, Landw.rl Heinrich Bellof I., Landwirt Wilhelm Balser XVI., Arbeiter W. Aocker Landwirt Wilhelm Horn. Landwirt Peter Schlosser und Arbeiter Philipp Aöhrig, Sämtliche Manner gehören der Rationalsoztallsti- schen Arbeiterpartei an. Die Sozialdemokratische Partei hatte keinen Wahlvorschlag eingere cht. Q Lollar, 25. April. Der neue Gemeinde- rat setzt sich wie folgt zusammen: 5 NSDAP., 1 Vereinigte nationale Rechte, 6 SPD. Es sind gewählt: von der N S D A P.: Martin Zaubert, Steuerinspektor, Ludwig Wilhelm Becker, Prokurist, Karl Hildesheim, Arbeiter, Ludwig Hofmann V., Landwirt, Konrad Norwig, Arbeiter. Von der Vereinigten nationalen Rechten: Ludwig Forbach II., Landwirt. Von der SPD.: Wilhelm Seipp II., Schreiner, Georg Wisse- mann, Schlosser, Fritz Rohrbach, Buchdrucker, Karl Klinke l IV., Schlosser, Wilhelm Deuf- f i n g II., Schlosser, Karl K l i n k e l II., Former. sch. Saasen, 25. April. Der neue G e - meinderat unseres Ortes letzt sich aus, neun Mitgliedern zusammen. Die NSDA P. ist mit sechs Mitgliedern vertreten. Es sind dies die Herren: Wilhelm Schepp II., Arbeiter, Wilhelm Kutscher, Landwirt, Wilh. Start L, Landwirt, Heinrich Wagner, Landwirt, Ludwig S ch m id t V., Arbeiter, und Karl W i ß n e r, Fabrikarbeiter. Die SPD. entsendet drei Vertreter und zwar die Arbeiter Karl Pfeiffer, Heinrich Wickenhöfer und Wilhelm Müller. Zwei Mitglieder der NSDAP. (Wilhelm Stark 1. und Heinrich Wagner) gehörten bereits dem früheren Gemeinderat an. + Grünberg, 25. April. 3n der ersten Sitzung der Wahlkommission waren Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Wahtvorschlags der SPD., dem zwei Sitze zugefallen wären, entstanden und die Entscheidung vertagt worden. Das Kreisamt. dem die Angelegenheit zur Prüfung unterbreitet wurde, hatte die Rechtsgültigkeit des Wahlvorschlags bejaht. 3n der zweiten Sitzung beschloß jedoch die Wahlkommission mit Mehrheit, den Wahlvorschlag der SPD. abzulehnen und sämtliche 12 Eitze dem Wahlvorschlag der RSDAP. zuzuweisen. Die Zusammensetzung des neuen Gemeinderates ist folgende: Heinrich Spengler, Arbeiter; Hermann G e h-- ringer, Heizer; Georg Feichtenbeiner, Kaufmann; Otto Stein, Schneidermeister; Konrad Trinkaus, Landwirt; Jakob Q u e ck - börner, Landwirt; Georg Stein, Gefängnisaufseher; Wilhelm K reu der. kaufmännischer Angestellter; Karl Möller, Bankvorstand; Philipp Bender, Rektor; Heinrich Berk, Schmied; Karl Thom, Arbeiter. *!* Weickartshain, 25. April. Bei der Bildung des neuen Gemeinderats fielen entsprechend dem Reichstagswahlergebnis vom 5. März alle Sitze der NSDAP. ,w. Die neuen Gemeinderatsmitglieder sind: Hans Melchior, Ernst I r ü (l e r, August Thraum, Karl Zimmer, Karl Kühn, Wilhelm Biedenkopf III. und Heinrich O p p e r. < Queckborn, 25. April. Der neue G e - meinderat setzt sich nur aus Mitgliedern der N S D A P. zusammen. Die SPD. hatte keinen Wahloorschlag eingereicht. Die neuen Gemeinderäte sind: H. F r i tz i u s, Architekt, L. G ö r n e r t XIV , Landwirt, K. A s f II., Maurer, K. Schmidt II., Landwirt, K. Hör ft II., Landwirt, L. L i n k - mann I., Küfermeister, L. G ö r n e r t XV., Land wirt, W. Heßler IV., Maurer. W. Schorn- p e r t II., Landwirt. )) Lich, 25. April. Die Gemeindewahlkommission trat gestern zu einer öffentlichen Sitzung im Rathaus zusammen. Der Vorsitzende gab davon Kenntnis, daß für die Neubildung des hiesigen Gemeinderats je ein Wahloorschlag der NSDAP, und der SPD. eingereicht sei und der Gemeinderat, wie seither, aus 12 Mitgliedern bestehe. Sodann wurde festgestellt, daß auf den Wahloorschlag der NSDAP. 8 Sitze und auf den Wahloorschlag der SPD. 4 Sitze entfallen. Als gewählt gelten: für die NSDAP.: Karl Kuhn, Kaufmann Ernst Wilhelm Drechsler II., Schlosser ; Ludwig Z i m- mcr, Landwirt; Hch. Wilhelm Schäfer, Postschaffner Ehristian L. Fischer, Landwirt; Ludwig Erb, Rektor. Ehristian Fey, Bauunternehmer und Heinrich Jakob Menges, Schreinermeister. Für die S P D.: Konrad Schöne, Baum- roart; Franz BaIcerski, Maurer, Johann Karl Schöne, Kranführer und Heinrich Kaspar Ranft, Lackierer. n. Muschenheim, 25. April. Für den hiesigen Gemeinderat wurden zwei Wahlor- schläge eingereicht. Die N«DAP. steltt acht Mitglieder, und zwar: Obsthändler Eduard Schäfer, Maurer Heinrich Wagner, Landwirt Otto Weisel, Metzgermeister Wilh. Fischer, Landwirt Karl schwarz, Maurer Hugo Wagner, Schuhmachermeister Wilh. Krau sch und Landwirt Paul Becker. Alle acht waren im seitherigen Gemeinderat nicht vertreten. Die SPD. stellt ein Mitglied und zwar den Arbeiter Otto Naumann, der bisher dem Gemeinderat anaehörte. - Rabertshausen, 25.April. Der neue Gemeinderat unseres^Ortes setzt sich aus sieben Abgeordneten der NsDAP. zusammen. Als gewähtt gelten die Herren: Landwirt Sang, Lehrer Roth, Landwirt Walther, Landwirt Konrad Hofmann, Landwirt Karl Hofmann, Maurer Faber und Landwirt Heinrich Reich Hardt. Unser Dorf wählte am 5.März hundert- prozentig nationalsozialistisch. Streik »vricdbcrg. pb. Butzbach, 25. April. Der neugebildete S t a d t r at setzt sich wie folgt zusammen: NSDAP.: Angestellter Weickhardl, Heizer Em rich, Stud. Rat Dr. Röschen, Schreiner meister Emil Diehl, Kaufmann M atern, Landwirt Hrch Sauerbier, Strafanstalts-Haupt Wachtmeister Klee; SPD.: Parteisekretär Wittig, Gustav L i n f m a n n, Backer Schneider, Elektromonteur Bender, Schreiner Gambs; Zentrum: Werkställen-Vorfieher Schloßma d) e r; Gemeinschaftsliste DVP und Kampffront Schwarzweißrot. Kaufmann Karl Seippcl und Kaufmann Otto Gerhardt. Mr eie Büdingen. * Nidda, 25.April. Zur Gemeinderots- wähl waren bei der hiesigen Bürgermeisterei drei Wablvorschläge cingegangen Nach dielen gelten als gewählt die 8 Nationalsozialisten: Küfer meister Ernst Philippi, Landwirt Heinrich Q r k, Bahnmeister a. D. Gustav Kräh. Bäckermeister Adolf Ratschlag II., Bahnarbeuer Willi Sch e i g, Kaufmann Karl Singel, Kaufmann Hermann Reinhardt und Gastwirt Wilhelm Wagner; ein Mitglied der Kampffront Schmarzweißrol: Bau Unternehmer Hermann D r o ft und drei Sozial beniolrnlen: Dachdeckermeister Richard Orth, Weißbindermeister Gustav P s a n n ! a ch und Schreiner Willi, Luft. Von den Gewählten gehör ten nur die beiden Sozialdemokraten Orth und Pfannkoch auch dem seitherigen Gemeinderat an. Entdeckungsfahrt durch menschenleeres Land. Vögel und perlen in Nordwest-Australien. Ein menschenleeres Land — das war der entscheidende Eindruck, den der Präsident des Ge setzgebenden Rates von Westaustralien, Sir John Kirwan, bei seiner mehr als 8000 Kilometer um spannenden Erkundungsfahrt durch die gewaltigen Gebiete von 'Nord- und Nordwestaustralien empfing. Eine Fläche, die mehr als fünfmal s o groß i st wie Großbritannien und Irland, beherbergt kaum 7000 Europäer neben einigen tausend nomadisch lebenden Eingeborenen. Und doch birgt dieses Land neben reichen Zukunftsmöglichkeiten auch manche Wunder, von denen Kirwon in zwei Aufsätzen der „Times" berichtet. Da ist vor allem die leuchtende Farbenpracht seiner durchaus tropischen Vogelwelt, der Papageien, Edelsittiche, Kakadus, Ibisse, schwarzen Schwänen, die sich den Javanischen Sperlingen, Finken, Tauben, Gänsen und Wasserhühnern zugesellen. Wie zahm diese Tiere werden tonnen, beweist die innige Freundschaft, die eine weiße Köchin in einer der entlegenen Stationen mit ihnen geschlossen hat. In ihrer Küche und Wohnung fliegen die Gäste der Wildnis aus und ein; setzen sich auf ihren Ruf auf ihren Kopf und ihre Arme und lassen sich von ihr gern streicheln, während sie sich von jedem Fremden in respektvoller Entfernung halten. Eine der charakteristischsten Erscheinungen unter der Vogelwett dieser Gebiete ist der Emu. Das Automobil Äirwans hatte kaum einige Kilometer zurückgeleat, als eine stolze Emu-Mutter mit elf halberwachsenen Jungen dicht vor dem Wagen den Weg kreuzte. Bald sahen die Reisenden diese Tiere zu Hunderten. Gegen Ende des Vorjahres haben sie sich zu einer wahren Landplage in den weizen- reichen Gebieten Westaustraliens entwickelt, indem sie in Scharen auftraten und die Saaten nieder trampelten. Von dem Amt für Landesverteidigung wurden Truppen mit Maschinengewehren entsandt. Aber die klugen Vögel erkannten bald die ihnen drohende Gefahr und' zogen sich zurück, io daß den Angreifern kaum einige hundert von ihnen zum Opfer fielen. Eine Wett für sich bildet d i e Perlen st adt B r o o m c mit ihrem in wundervollen, seltsam grau-blauen, bisweilen türkisblauen Tönen schimmernden See. Man sagt, daß die Perlen und Per- lenmuscheln von Broome der Färbung dieses Wassers ihren herrlichen Schimmer zu verdanken hätten. Viele Geschichten von berühmten Perlen sind in Broome in Umlauf. So erzählt man von dem „Stern des Westen s", einer Perle von der Große eines Sperlings Eis, die im Jahre 1'117 hier gefunden und für mehr als 200 000 Mark verkauft wurde. Aber die merkwürdigste Perle, die jemals hier zutage gefördert wurde, ist wohl „d a s K r c u z des Südens", ein wunderliches Gebilde aus neun einzelnen Perlen, die sich zu einem Kreuz von saft vier Zentimeter Länge zusainmensetzten. Es wurde von einem Eingeborenen gefunden, der zur Zeit der Ebbe nach Muscheln suchte. Er verkaufte seinen Fund für ein Paket Tabak an einen jungen Mann; dessen Vater löste bann 200 Mark dafür, nach mancher Wertfteigerung soll das seltene Stück schließlich mehrere tausend Psund gebracht haben und sich heute unter den Kostbarkeilen des Vatikans besinden. Eine andere in Broome gern erzählte Geschichte berichtet von einem Manne, der in seinem Boote stehend eine Muschel öffnete und in ihr eine wun verrolle tropfenförmige Perle fand. Als er seinen Fund hinein vorüberfahrenden Fischer zeigen wollte, entglitt er seinen Fingern und fiel in dos 36 Meter tiefe Wasser. Eine 'Boje wurde ausgeworjen und ein Taucher in die Tiefe geschickt, der io glücklich war, beim ersten Versuch die Perle zu finden. Sie wurde für 60 000 Mark verkauft. Viele Perlen werden bei Seite gebracht, und nur, wenn die Besitzer der Boote selbst die Muscheln offnen, sind sie sicher, alle Perlen zu erhalten. Andere Funde werden auch »er schwiegen, um der Steuer zu entgehen. Es ist nicht schwer, diese Ware an den Mann zu bringen, da Aufkäufer aus Europa mit gut gespickten Brieftaschen nach Broome kommen und nicht nach den« Ursprung der begehrten Perlen fragen. Bevor die Wirtschaftskrise eine Beschränkung der Forderung gebot, wurde nach Perlenmuscheln bis zu 45 Meter tief getaucht, während man heute selten tiefer als 21 bis 25 Meter geht. Dabei wandern die Taucher nicht auf dem Boden des Sees umher, sondern sie werden in einer Art Stuhl unter dem Boot durch das Walser gefahren. Wenn sie eine Muschel er blicken, dann senden sie ein Signal hinaus, das Schiss hält und sie lösen die Muschel ab. Auf das Zeichen „Aufwärts!" wird der Taucher mit seinem Stuhl langsam emporgezogen, wobei der Apparat mehrmals stillsteht, damit sich sein Insasse allmählich an den veränderten DhObrurf gewöhnen kann. Dieser Vorsicht ist eine merkliche Abnahme der Unglücksfälle unter den Perlentauchern zu verdanken. B. H. Buntes Allerlei. Sonderbare Geschichten aus Indien. Indien ist auch heute noch das Land unzähliger Wunder. Das zeigen einige Geschichten, die R. 3. Minney in seinem soeben in London erschienenen Buch „Indien schreitet zurück" erzählt. Wenn man in den indischen Großstädten mit einem Mietsauto fährt, dann kann es einem oft begegnen, daß der Fahrer plötzlich anhält, hcrunterspringt, sein Lendentuch auf das Pflaster breitet und zum Gebet niederkniet. Wenn er fertig ist, steigt er wieder auf und fährt weiter. Jeder Mohammedaner muß nämlich fünfmal am Tage, ganz gleich, wo er sich befindet, t)en Blick nach Mekka richten und seine fromme Hebung vollziehen. Dieser alltägliche Borfall zeigt, wie wenig die abendländische Kultur noch in Indien vermag. Rach einem Jahrhundert der Erziehung können nur 8 Prozent der Gesamtbevölkerung lesen und schreiben, die übrigen Millionen leben noch in Unwissenheit. Wie der Aberglaube in Indien herrscht, geht aus der Geschichte eines Rajah hervor, dem von einem Propheten das nahe Ende vorausgesagt worden war. Sofort gab er seine Regierungsgeschäfte aus und zog sich in den Dschungel zurück, um feine Seele zu läutern. Sein Wesir folgte ihm und suchte ihn auf jede Weise zur Rückkehr zu überreden, aber vergeblich. War nicht der Tod aus den Sternen prophezeit? Die Sterne konnten nicht irren. Da schleppte der Wesir den Llnheils- propheten in die Wildnis vor den Herrscher. „Sagst du noch immer, daß S-ine Majestät sterben muß?" fragte er. „So ist es der Wille des Schicksals", nickte der Astrologe. „Kannst du auch die Stunde deines eigenen Todes Vorhersagen?" forschte der Wesir. „Ich werde in sieben Jahren und zwei Monaten sterben", verkündete der Wundermann. Im Ru hatte der Wesir fein Schwert gezogen und ihn getötet. „Sieh her, erhabener Herrlcher", sagte er, „kannst du an das Wort eines Menschen glauben, der nicht einmal seinen eigenen Tod richtig angeben konnte?" Die schier unglaublichen Taten der Pogis, die vermöge meisterhafter Beherrschung der Atemtechnik sich lebendig begraben lassen, sind bekannt. Indien, das Land der größten Gegensätze, besitzt die reichsten und ärmsten Men- schen der Welt. Während mehr als 300 Millionen Menschen dort von einem Einkommen leben, das nicht mehr als höchstens 50 Mark im Jahre beträgt, wohnen hier auch die Krösusse, die viel reicher sind als alle amerikanischen Dollar-Millionäre. Der Palast des Maharadscha von Patiala ist 400 Meter lang und hat eine Terrasse von verleiben Ausdehnung, die ganz aus Marmor besteht; in seiner Garage stehen zahlreiche Luxus-Autos. Oie Köchin als Bildhauerin. Unter den tausenden Malern und Bildhauern, die für die nächste Ausstellung der englischen Akademie Kunstwerke eingefanbt haben, befindet sich auch eine Frau, die jetzt cüs Köchin ihr Brot verdient. Henriette D u n s o w stammt aus einer alten Wiener Künstlerfamilie; ihr Urgroßvater, Gottlieb Friedrich Lieder, und auch ihr Großvater waren Hofmaler. Sie selbst ist als Bildhauerin aufgetreten und hat früher häufig in deutschen Ausstellungen ihre Werte gezeigt. Dann zwangen sie die schlechten Verhältnisse die Heimat zu verlassen und statt der Wiener Kunst die Wiener. Küche in England zu verbreiten. Ihre Herrschaft, die mit ihr sehr zufrieden ist. hat ihr aber ein kleines Atelier eingerichtet, und so hat sie von dem Söhnchen der Familie, in der sie lebt, zwei Plastiken geschaffen, eine Porträt düste und eine Statue in ganzer Figur, die nun von der Jury der englischen Akademie beurteilt werden sollen. Aus der Geschichte des Trauringes. Aus der Geschichte des Trauringes erfährt man, daß sich in Deutschland der Ring schon frühzeitig eingebürgert hat „Bingerlin" nannten ihn die alten Germanen, und er galt ihnen als ein Zeichen der Liebe und Anhänglichkeit. Ohne Anfang und Ende ist ö'v’cr Reis, und ohne Anfang und Ende soll die Treue sein, die er symbolisiert. Wie bei uns. so findet man auch in der antiken Welt bereits die Sitte, daß Brauc und Bräutigam als Untcrbfanb ihres ®cLbnr. 6 Ringe tauschen. Richt nur die Römer und Griechen kannten dieses schöne Sinnbild, auch den alten Aegyptern war es nicht fremd- Ais das Kreuz die Welt besiegte, übernahm das Christentum den schönen Brauch, Ansprüche des Herzens durch Ringe zu verpstinden. Die ersten Anhänger des neuen Glaubens — so schreibt ein alter deutscher Kulturhistoriker — behielten den Ring nicht allein zum Llnterpsande der Verlobung bei, wozu er meist vordem diente, sondern sie flochten ihn auch noch in die Feierlichkeit des Altars ein, um die Berlobung nochmals vor den Augen der Gemeinde zu bestätigen. Die Brautringe wurden vor der Feier von dem Geistlichen eingefegnet und den Verlobten an die Finger gesteckt Zuerst brachte der Priester den geweihten Ring der Braut an den Finger des Bräutigams mit den Worten: „Jin Ramen Gottes des Vaters!". Hierauf zog er den Ring wieder ab und steckte ihn an den nächsten Finger unter den Worten: „Lind des Sohnes!". Dann steckte er ihn endlich an den dritten Finger mit dem Spruch „Lind des Heiligen Geistes!"- — An welcher Hand man den Ring trägt, war nicht bei allen Böllern gleich. Griechen und Römer trugen ihn z. B am vierten Finger der linken Hand. weil, nach ihrer Ansicht, dieser Finger eine Ader habe, die zum Herzen führe. Den Ring am Mittelfinger zu tragen, wurde für unsittlich gehalten. Heute schmückt der Trauring — wenigstens in Deutschland — den vierten Finger unserer rechten Hand; die Symbolik ist die gleiche geblieben. „Der Ring macht Ehen, und Ringe sind s, die eine Kette bilden", sagt Schiller. S.Jf.-tfpor/ Han-ball: 1900 - SA. Stmm 11. Der Sturm 11/116 hat eine Handballmannschaft .zusammengestellt. Die Mannschaft tritt heute abend zum ersten Male auf dem Platz der Universität auf den Plan. Gegner der Mannschaft ist die 1. der opielvereinigung 1900, die verschiedene bewährte Grafte in ihrer Elf hat und in der letzten Zeit mit guten Ergebnissen aufwarten konnte. Man hofft auf einen spannenden Kampf, da sich auch in der Mannschaft der^SA. einige gute Handballspieler befinden. Der Sieg dürfte der Spielvereinigung 1900 zuzusprechen sein, weil sie immerhin die routiniertere Mannschaft stellt. Die Gegner treten in folgenden Aufstellungen an: 19 0 0 : Schlarb Fischer Volk Otto Hoffmann Schwalm Herbert II Linsemann Betz Hamann Diefenbach. Weller, Barth, Vetter. Hopfenmüller, Balser. Metz, Birkenstoek, Lenz. Gujot, Schmelz. S 01.: Enders. VfB. Gießen. VfB. Gießen I — VfB. Butzbach I 1:4 (0:2). Die BfD-er traten am Sonntag einem Vertreter der ^-Klasse gegenüber und---verloren, und das sogar sehr deutlich. Dabei waren die Grün-Weihen bis auf Knaus in bester Besetzung angetreten. Das Spiel sollte ein Probegalopp auf das 1. Aufstiegspiel sein. Aach Entschuldigungen oder Ausflüchten für die Aicder- lage suchen, hiehe der VfB.-Elf einen schlechten Dienst erweisen. Die Butzbacher stellten eine aus jungen Leuten zusammengesetzte Elf und zeigten nie gesehenen Eifer, der ihnen dann auch den Sieg brachte. Der Kampf spielte sich fast während der ganzen Spielzeit in der Hälfte des Gegners ab. Sn ieder Halbzeit tarnen die Gastgeber zu zwei Toren: sie wurden von den Auhenstürmern, die die auf der Mittellinie stehenden VfB.-Verteidi- ger ständig überliefen, geschossen. Vor dem Tor der Butzbacher spielten sich die dramatischsten Szenen ab. Der grün-weihe Sturm versagte bis auf Schmidt gänzlich. Als die Partie 0.2 für Butzbach stand, begann man mit Timstellungen, die mehr verdarben als gut machten. Beim Stande von 0:4 ging Wilhelm in den Sturm, und ihm gelang es, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen. VfB. II — Garbenteich I 3:5 (3:5). Die Grün-Weihen muhten sich einem besseren Gegner beugen. Garbenteich hatte eine sehr spielstarke Mannschaft zur Stelle. Man sah einen schnellen, interessanten Kampf, dessen Halbzeit- Ergebnis auch das Endresultat war. VfB. III — Rieder-Weisel I 4:2 (2:1). Die dritte Mannschaft des VfB. konnte seit langem wieder einmal einen Sieg nach Hause bringen. Aicht nur taktisch, auch technisch waren sie ihrem Gegner überlegen. Sn jeder Spielhälfte schossen die Grün-Weihen nach schöner Kombination zwei Tore. Trotz körperlicher ^leberlegenheit konnte der Gegner nicht auskommen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 III — Heuchelheim I 2:2 (1:1). Das letzte Meisterschaftsspiel dieser Saison auf dem 1900-Sportplatz. Es wurde viel zu hart ausgetragen. Beiderseits hatte man Versager in den Reihen. Mit den Entscheidungen des Schiedsrichters war man nicht immer zufrieden. Rach einem Wortwechsel in der zweiten Spielhälfte muhte der Gießener Mittelläufer das Spielfeld verlassen. Trotzdem nahte gegen Spielende der Sieg in Gestalt eines Elfmeters. Weißmüller setzte den Ball aber weit neben den Pfosten. Die Tore für 1900 erzielte Wilhelm!. 1900 IV — Heuchelheim II 4:2 (2:1). Auch hierbei gab es keine erbaulichen Leistungen. Man spielte beiderseits noch zu anfängerhaft. Der eigene Platz bot den Gießenern gewisse Vorteile, unter deren Ausnutzung es auch zum Siege kam. Der Sieg war verdient. Tisch-Tennis der Sp.-Vg. 1900. TTL. (Io. 1860) Lich — 1900 II 2:12. Die 1900er konnten den Mannschaftskampf siegreich gestalten. Bei der Mehrzahl der Spiele mußten sie jedoch ganz aus sich herausgehen, da sich die Licher als ernsthafte und hartnäckige Gegner entpuppten. Nachstehend die Ergebnisse (Lich jeweils zuerst genannt): Einzel: Erb-Gros 18:21, 17:21, 18:21; Jnsel- Oelemann 18:21, 7:21, 18:21; Menges-Götz 15:21, 20:22, 10:21; Weppler-Meyerhoff 10:21, 22:20, 19:21, 7:21; Steuernagel-Frz. Koch 14:21, 14:21, 12:21; Pamler-Enders 21:16, 15:21, 21:17, 21:7. Kreuzeinzel: Erb-Oelemcmn 14:21, 21:12, 16:21, 21:16, 14:21; Insel-Gros 21:18, 12:21, 14:21, 21:15, 19:21; Menges-Meyerhoff 17:21, 25:23, 27:25, 15:21, 19:21; Weppler-Götz 10:21, 16:21; Steuer- nagel-Enders 21:14, 21:13, 21:14; Pamler-Frz. Koch 18:21, 15:21, 14:21. Doppel: Erb-Weppler — Gros-Oelemann 21:12 15:21, 19:21, 16:21; Insel-Menges — Götz-Mener- hoff 21:13, 21:15, 14:21, 14:21, 17:21. Wirtschaft. Der Reichsbankstaius am rr.Apnl. Berlin, 25. April. (WTB.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 2 2. April hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 155,2 Millionen auf 3263,6 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 125,6 Millionen auf 2870,6 Millionen Mark, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 25,8 Millionen auf 6,2 Millionen Mark, die Lombardbestände um 3,2 Millionen auf 68,9 Millionen Mark und die Bestände an Effekten um 0,6 Millionen auf 317,9 Millionen Mark abgenommen. 2ln Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 157,2 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbänknoten um 144,3 Millionen auf 3278,2 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 12,9 Millionen auf 383,7 Millionen Mark verringert. Der Umlauf an Scheidemünzen verringerte sich in der Berichtswoche um 94,1 Millionen auf 1374,8 Millionen Mark. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 35,3 Millionen Mark, diejenigen an Scheidemünzen unter Berücksichtigung oon 0,8 Millionen Mark Neuausprägungen auf 300,6 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 372,1 Millionen Mark eine Zunahme um 12,1 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- l oh'gen D e vifen haben sich um 17,8 Millionen auf ol2,0 Millionen Mark vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 14,3 Millionen auf 407 1 Millionen Mark, die Bestände an deckungsfähige'n Devisen um 3,5 Millionen auf 104,9 Millionen Mark abgenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am 22. April 15,6 gegen 15,5 Prozent am 15. April. Nach Abzug der noch bestehenden kurzfristigen Devisenverpflichtungen in Höhe von 45 Millionen Dollar stellt sich die Deckung auf 9,9 gegen 10,0 Prozent am Ende der Vorwoche. Forderungen des Erzbergbaues im Lahngebiet. Wetzlar. 25. April. (WTB.) Beim (Berg- und Hüttenmännischen Verein zu Wetzlar fand eine vorn kommissarischen Vorstand der Handelskammer Dillenburg nach Wetzlar einberufene Aussprache statt, an der die Vertreter des Eisenstein-Bergbaues an Lahn, Dill und in Oberhessen teilnahmen. Wie in der tags zuvor stattgefundenen Sitzung der bergbaulich maßgebenden Kreise des Siegerländer Wirtschaftslebens in Siegen, wurden in der Aussprache die besonderen Verhältnisse und Aotwen- digkeilen des Bergbaues an Lahn, Dill und in Oberhessen dargestellt. Es wurde eine Ent- sVrcJ’W 9^’ in der zur Unterstützung des Elsensteinbergbaues an Lahn, Dill und in Oberhessen gefordert werden: ri V Die Abnahme von 1 Million Tonnen Eisenstein jährlich. 2. Die Vorkriegspreise. 3. Zur Finanzierung der Differenz zwischen Vorkriegspreis und dem jeweiligen Preis für Auslandserze die Schaffung einer Ausgleichskasse oder Aebernahme durch das Reich. 4. Timbau der gegenwärtigen Reichs- Staatsbeihilfe. 5. Planmäßige Durchführung großzügiger Aufschluß- und (Untersuchungsarbeiten durch den Staat. Diese Forderungen sollen ebenso wie die gleichlautenden des Siegerlandes den maßgebenden Berliner Stellen unterbreitet werden. * * Neueinstellungen bei der Adam Opel AG., R ü s s e l s h e im. Die Adam Opel AG., Rüsselsheim, deren Belegschaft sich am Anfang d. I. nur auf zirka 6000 Köpfe belief, hat infolge der Geschäftsbelebung zahlreiche Neueinstellungen vorgenommen. Die Belegschaft wurde um zirka 1200 Arbeiter vermehrt, so daß die Gesellschaft jetzt etwa 7200 Mann beschäftigt. Frankfurter Abendbörse weiter befestigt Frankfurt a. M., 25. April. Die festere Haltung des Mittagsschlußverlchrs über (rüg sich auch auf die Abendbörse, an der das Geschäft auf kleine Kundenorders etwas größer war und an der im Vergleich zu den Berliner Schlußkursen weitere und . Besserungen von 0,^ bis 1 Prozent eintraten. Darüber hinaus konnten sich (Betula auf die Ausführungen in der J-Jeutigen Generalversammlung um 3 Proz. befestigen, und auch andere Tarifwerte kamen fester /zur Aotiz. Aur Licht & Kraft setzten 0,5 Proz. j/iebriger ein, zogen aber später um 1 Proz. aiiu Von Vontanwerten waren besonders turd 59 53,4 37,25 46,9 19,5 143,5 144 205 2.46 75,85 82,19 36,23 3,82 59,47 65,73 14,78 16,78 171,84 22,15 75,30 73,5 118 69,75 103 3,80 59,23 65,47 14,72 16,72 171,16 22,07 75,00 64 74,25 31,9 32 89,5 106,5 68 31 87,5 105,5 68 47 309,5 93,25 70,5 117,25 68,5 99,25 74 92,9 94,5 105,25 164 130,5 143 174,5 59 53 37,25 91 97,25 104,5 163,25 128,5 27 146,5 35 40,25 59 52,25 37,5 30,25 88 105,5 68 39 51.9 144,65 174 58,65 54 37,75 91,25 91 104,13 165 129 70 117,25 67,5 99,25 73 117,25 69 101,25 75,5 117 64.25 76,5 30,13 79,75 48.5 308 9o,5 Philipp Holzmann Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt. ®ai)6 & Drehtag 2,48 76,15 82,51 36,37 143 143,5 - । 143,25 — I 206 3 ®. Farven-Industrie Scheibeanstall Goldschmidt . Niitgcrdwerke Metallgeiellschast. Griyner Moinkraftwerke Höchst a.«. Süddeutscher Zucker 117,5 64 J 74, ft 31,25 78,13 46,5 209.5 9' 7,75 5,6 46,5 210,5 90.5 5,6 5,65 5,55 9,75 4,5 27,5 176 116,75 64,5 77 31,5 A.E.G.................... Elektr. Liesc-rungSgesellschast ... Licht und Kraft ...... Felten & Guilleaume Gesellschaft für Elektrische Unte» nehmungen .............. Rheinische Elektrizität Schucken & Go............. Siemens & Halske Labmeher L Eo. 59 74 Gchlußk. Ml lag» 6er c 45,9 I 19,9 ' 143,5 144 204,5 I Votum Bereinigte Ltadlwerke. Otaol Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzvetsurl) Geld > Bries 46 I 19,5 । 4% Oelterretchtsche Kvlbrenie ... <,20% Lesterreichlschc- Sillierrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4'/z% deögl von 1913 6% abgeii. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zoltanleibe von 1911 4% Türkische Bogdoobahn-Anleihe Serie I 4% vesgl. Serie II . ... 5% üiumän. vereinh. Rente v. 1Ö03 4^%Ruman.vereinh.Rcniev.I9i:! 4% Rumänische vereinh. Rente 8%% Anatolier............. Schultheis Payenhoser SOu iAIIgemeine Kunstseidel Bemberg ... Zellstosl Waldhos .... Zclistoss Aschaffenburg Dessauer Gas Daimler Motoren . Deutsche Linoleum Ctenffeln & Koppel Leonhard Tietz Lbade. Banknoten. Berlin, 25- Äpiil ' | Amerikanische Noten Belgische Noten Dänische Noten .... Englische Noten zran^ösische Noten Holländische Noten .............. , Italienische Noten Norwegische Noten .............. Deutsch Lesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten Schweiler Noten.......... Spanische Noten Ungarische Roten .. 0 .. 0 .. I> .. 7 .. 7 ,. 0 . ii .. 0 .. 0 ,. 0 ,.10 .. 0 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. bmter Bin papieren angeführten Zistern geben Die Höhe Der zuletzk be|ct)lof|enen Dividende an. — Reichsbankdiskonl 4 v H. Lombardzinsfuß 5 o. H. Buderus .......... Deutsche iStbfll ........... Gelsenkirchener Harpener ............. Hoesch Eisen—Köln-Neuesten Ilse Bergbau S 6% ehem. 7% Franls. Hnp.-Ban! 88,75 88,5 - — Goldvfc. 16 unkündbar bis 1936 5’4% ehern. 4'/-% Tranks. Hyp. Bank-Liau.-Pfandbriese ..... 88,5 — — 89,5 89,5 616% ehem. 4'/.% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. 6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand 90,75 90,5 - - btiefanftall, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpfand 89,5 89,5 89,9 89,9 vriesanstalt. Pfandbriefe R. in 90 89,75 - - • .rraniiun u. jji. Berun Echluß- kurS Echlußk. Abend- börfe Schlußkurs Smlußk. Mittag- börfe Datum 24.4. 25.4. 24.4. 25.4. vamburg.Atnerlka.Pake: ..... ( 20,5 20 20,13 20.13 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 40,25 Hansa Dampfschiff ..... 0 _ 39 95 go 5 Norddeutscher Llohb ........ 0 20,5 20,75 20 65 90 9 •ä G. für Verkehrswesen Sllt. .. 0 52,75 51 52 59 95 Berliner HandelSgeieUschast.... 4 96,5 96,5 96,5 Commerz, und Privat-Bank... Deutsche Bank und DiSronto» 0 53 53 53,25 53 Gefellschaf»................ 0 69 68 69 Dresdner Bank........... 61,5 135,75 61,5 137,5 61,5 136.25 61Ü 137,25 Reichsbank ................ 1 24. April 25. Slpill Amtliche Jioncrunq Amtliche Notierung Brie ß'eih Brw Geld Helsingiors. 6,523 6.537 6,513 6,527 Wien .... 45,45 45,55 45,45 45,55 Prag..... Budapest ... 12,71 12,73 12,70 12,72 — — Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 171,58 171,92 171,53 171,87 Oslo ...... 76,42 76.58 75,17 75,33 Kopenhagen. 66,68 66,82 65,83 65,97 Stockholm... 77,92 78,08 76,02 76,18 London ..... 14,96 15.00 14,76 14,80 Buenos Aires 0,853 0,857 0.853 0,857 Nenyork .... 3,916 3,924 3,846 3,854 Brüstet .... 59,41 59,56 59,39 59,51 Italien..... 22,10 22,14 22,09 22,13 Paris ..... 16.77 16,81 16,76 16,80 Schweiz... 82,42 82,58 ■ 82,37 82,53 Spanien.... 36,46 36,54 36,36 36,44 Danzig .... 83,67 83,83 83,42 83,58 Japan..... Rio de Jan. 0,899 0,901 0,899 0,901 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon... 5,195 13,54 5,205 13,56 5,195 13,49 5,205 13,51 — 126,75 131,5 38 38.25 37,75 49 51 49 52,5 52 53,25 26,5 -7.5 26,75 — 108,75 111 35,25 34,65 35,25 40,25 39,9 40 - 49 48,5 27,75 27 27,25 146,75 146,5 147 32,5 30,25 71 - 173,75 172 175 — — 13,75 I — 1 — — —- — — — — _ M3 8.25 8,4 5.5 5,6 5,5 3,5 5,62 5,65 I 5,5 5,6 5,5 5,7 5,5 5,5 9,9 9.75 10 4,8 4,75 4,65 1 — — 27.13 |