Nr. 97 Erstes Blatt 183. Jahrgang Mittwoch, 2b.April (933 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn ra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tkyrivt; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich in Biegen. Erlcheinl täglich,oug« Lonniags und Feiertags Beilagen: *Dte Illustrierte Giegencr Fomilieiiblattei Heimat m Bild Die Scholl» Monaliivezugsprets: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . I 80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüffe unter Sammelmimmer 2251. Anschrift |ür Drahtnach- richten Anzeiger fttefotn. Postscheckkonto: ftronlfuri am Blain 11686. Riffe im Sowjet-Turm. Bon Or. Paul Rohrbach. Nicht oft sind Vorder- und Hintergrund eines politischen Bildes so unterschieden voneinander gewesen, wie bei dem jetzt zu Ende gegangenen Prozeß der englischen Ingenieure in Moskau. Auf den ersten Anblick war es eine gewöhnliche Anklage wegen Pflichtversäumnis, Bestechung und dergleichen - betrachtet man aber die Dinge näher, so wird man gewahr, daß es sich um starke Symptome einer Erschütterung der i. .errussischen Verhältnisse handelt. Bor vier Jahren lieh die russische Negierung mit dem Bau eines gewaltigen Kraftwerkes an den Stromschnellen des D n j e p r beginnen. Diese Schnellen, russisch „porogi", haben ein Gesamt- gesälle von etwa 40 Meter und sind insofern eine Merkwürdigkeit, als sie ganz im Unterlauf des großen Stromes, nur 300 Kilometer vor der Mündung, liegen. Der Dnjepr sägt sich hier durch die südrussische Gneiszplatte hindurch, und von jeher wurden die Katarakte als lästiges Schiffahrtshindernis empfunden. Born modernen technischen Standpunkt aus betrachtet bieten sie aber aus dein weiten Baum des europäischen Rußland zwischen Kaukasus, Ural und Eismeer die einzige Möglichkeit zu einer Kraftanlage im größten Stile dar. Schon Lenin hatte mit der Leidenschaft, die ihn charakterisierte, die Parole ausgegeben: Ganz Rußland muß elektrifiziert werden! Der Dau des sogenannten „Dnjeprostroi" geschah geradezu in Erfüllung des Testamentes Lenins, und jahrelang wurden die Erwartungen auf eine überwältigende Riesenleistung des großen Sowjeiwerks mit allen Mitteln ber Propaganda gepflegt. Den Bau besorgte die englische Weltfirma Vickers. Gleich nach der Dollendung zeigte sich, daß nur für einen kleinen Teil der erzielten Kraftleistung Bedarf vorhanden war. Die russische Industrie war nicht entwickelt genug, das Leitungsnetz mangelhaft ausgebaut, alle übrigen Vorbereitungen viel zu schlecht getroffen, um den Dnjeprostroi wirklich in Funktion zu sehen. Das meiste Wasser brauste unbenutzt an den Turbinen vorbei. Richt lange, und es wurden auch Störungen innerhalb der beschränkten Region des Betriebs offenbar. Das Riesenwerk, dessen Dau immense Kosten verursacht hatte, stand so gut to i e nutzlos da eine unerhörte Enttäuschung, und eine Blamage von bedrohlicher Wirkung. Kein Dorwurf konnte unsinniger sein, als daß die englischen Ingenieure die Arbeit ihrer eigenen Firma sabotiert und absichtliche Zerstörungen angerichtet hätten. Dielmehr ist es auch ohne nähere Untersuchung klar, was am Dnjeprostroi geschehen war: Rachläfsigkeit und mangelhafte Vorbildung der am Werk tätigen russischen Kräfte hatten die höchst komplizierten und aus genaueste Bedienung eingerichtete Anlage in Unordnung gebracht. Selbstverständlich aber konnte nur „ausländische kapitalistische Tücke" an dieser Schädigung der Eowjetsache schuld sein! Wir erinnern uns an den ähnlich gearteten „Sch a ch t y -P r o z e ß" vor zwei Jahren, in dem zur Beruhigung der öffentlichen Meinung mit deutschen Ingenieuren dasselbe Schauspiel wie jetzt mit den Engländern aufgeführt wurde. Die Deutschen sollten schuld sein an der gestörten Kohlenausbeute im Donez-Bassin. Diesmal aber hat die Energie, mit der England in das Schicksal seiner Staatsangehörigen eingriff, die volle Entwicklung des verlogenen Theaters der Sowjetjustiz verhindert. England drohte mit Sperrung der russischen Einfuhr nach allen seinen Häfen und hat damit teils Freispruch, teils Herabminderung des Urteils auf geringe Strafen erzielt, die kaum zur Dollstreckung gelangen werden. Trotzdem wurde sofort, nachdem das Urteil in Moskau gefällt war, die Proklamation über das Derbot der Einfuhr russischer Waren vom König von England unterzeichnet. Sie bleibt so lange aufrecht erhalten, bis die verurteilten Ingenieure Thornton und Macdonald frei gelassen sind Außerdem wird als weitere Repressalie die diplomatische Immunität der russischen Handelsniederlassung in London aufgehoben. Durch ein eigentümliches Zusammentreffen lief gleichzeitig mit dem Moskauer Prozeß die Kündigungsfrist des bestehenden englisch-russi- schenHandelsvertrages ab, am 17. April. England hatte den Dertrag mit Rußland auf Verlangen dcs Dominirms Kanada und infolge der Abmachungen auf der vorjährigen Reichs» konserenz von Ottawa gekündigt, um in einem neuen Vertrage kanadisches Holz und Getreide vor russischem bevorzugen zu können. Die starke und nicht rückziehbare Pression des Einfuhrverbotes konnte man englischerseits nur wagen, weil man des russischen Zurückweichens im Voraus sicher war. Eine Durchsicht der englischen Zeitungsberichte aus Rußland bestätigt die rapide Zunahme der russischen Finanz» und Er- nährungslchwierigkeiten. Die schon vor einem 2ahr aufgetauchte Meldung, Rußland wolle d i e „v st chinesisch e" (d. h. die durch die Mandschurei führende) Eisenbahn an Japan verkaufen, um Geld zu bekommen, wiederholt sich jetzt mit größerer Bestimmtheit, nur daß als Käufer jetzt der neue Staat Mandschukuo genannt wird (Der mit -0) Millionen Mark angegebene Kaufpreis ist aber zu niedrig, Alle praktischen Kenner der gegenwärtigen russischen Wirtschaftslage stimmen dahin überein, daß in diesem Jahr die Zahlangsfrage für die Sowjetwechsel wahrscheinlich kritisch werden wird- Zum Teil ist sie es schon geworden. Wenn England, ein Hauptabnehmer für russische Rohstoffe und Lebensmittel, die Einfuhr sperrt, so bedeutet das Das Reichsgesetz gegen die lleberftemdung von Schulen und Hochschulen durch das Kabinett beschloßen. Berlin, 25. April. (CRB.) 3u der heutigen Sitzung des Reichskabinetts wurde das Gesetz gegen die Ueberfremöung deutscher Schuten und Hochschulen verabschiedet. Dieses Gesetz hat folgenden Wortlaut: § 1. Bei allen Schulen, außer den Pf l i ch t schuten , und bei den Hochschulen ist die Zahl der Schüler und Studenten soweit zu beschränken, daß die gründliche Ausbildung gesichert und dem Bedarf der Berufe Genüge getan ist. 8 2. Die Landesregierungen sehen zu Beginn eines jeden Schuljahres fest, wie viele Schüler jede Schule und wlevlele Studenten jede Fakultät neu aufnehmen darf. § 3. 3n denjenigen Schularten und Fakultäten, deren Besucherzahl in einem besonders starken Mißverhältnis zum Bedarf der Berufe steht, ist im Lause des Schuljahres 1 933 öle Zahl der bereits aufgenommenen Schüler und Student en soweit herab- Zusehen, wie es ohne übermäßige Härten zur Herstellung eines angemessenen Der- h ä l t n i s s e s geschehen kann. 8 4. Bei den Neuaufnahmen ist darauf zu achten, daß die Zahl der Reichsdeutschen, die Im Sinne des Gesetzes jur Wiederherstellung des Berufsbeamlentums vom 7. April 1933 (Reichsge- sehblatl I Seite 175) nicht-arischer A b st a m - mung sind, unter der Gesamtheit der Besucher jeder Schule und jeder Fakultät den Anteil der R i ch t a r i e r an der reichsdeutschen Bevölkerung nicht übersteigt. Die Anteilzahl wird einheitlich für das ganze Reichsgebiet festgesetzt (1,5 Prozent). Bei Herabsetzung der Zahl dec Schüler und Studenten gemäß 83 ist ebenfalls ein angemessenes Verhältnis zwischen der Gesamtheit der Besucher und dec Zahl der Richt- atier herzustellen, hierbei kann eine von der Anteilszahl abweichende höhere Verhältniszahl zugrunde gelegt werden (5 Prozent). Absatz 1 und 2 finden keine Anwendung auf Reichsdeutsche nichtarischer Abstammung, deren Väter im Weltkriege an der Front für das Deutsche Reich oder für seine Verbündeten gekämpft haben, sowie auf A b - kömmiinge aus Lhen , die vor dem 3 n - f r a f 11 r e t e n dieses Gesetzes geschlos - s e n sind, wenn ein Clterntcil oder zwei Großeltern arischer Abkunft sind. Sie bleiben auch bei der Berechnung der Anteilszahl und der Verhältniszahl außer Ansatz. 8 5. Verpflichtungen, die Deutschland aus internationalen Staatsoerträgen obliegen, werden durch die Vorschriften dieses Gesetzes nicht berührt. 8 6. Die Aussührungsbesiimmungen erläßt der Reichsminister des 3nnern. 8 7. Das Gesetz trift mit seiner Verkündung in Kraft. Berlin, den 25. April 1933. Oie Begründung des neuen Schulgesetzes. In der Begründung zu dem neuen Schulgesetz wird ausgeführt, daß der deutsche Schulausbau einer Reugliederung bedürfe, weil fal» scheBildungsvorstellungen die Schule von ihrer Ausgabe, das Volk zu bilden, entfernt und sie zum S e l b st z w e ck für die reine Bildung der freien Einzekpersönlichieit gemacht haben. Ferner wird unterstrichen, daß die Volks- schule, der als der Hauptschule des Volles der erste Rang im Schulwesen gebührt, zugunsten der höheren Schulen arg vernachlässigt ist. Der Zudrang zu den über die Volksschule hinausführenden Bildungsanstalten bis hinaus zur Hochschule hat einen Umfang angenommen, der auherjedemVer- h ä l t n i s zu der Kraft unseres Volkes und zu dem Bedarf der Berufswelt an höher ,vorgebildeten Kräften steht. Am schlimmsten wirkt sich diese Fehlentwicklung bei den Abiturienten. Studenten und Iung- akademikern aus. Diese Fehlentwicklung kann die Reichsregierung nicht sich selbst überlassen Allgemeine Mahnungen und Warnungen bleiben ohne Wirkung, da oic falschen Bildungsoorsiellungen und das falsche Auf- füegsftreben sich zu tief in vielen Schülern und Eltern festgesetzt haben. Daher müssen gesetzliche Maßnahmen getroffen werden, um den Schulausbau und die Schullaufbahn in ein geordnetes Verhältnis zur Arbeitswelt des Volkes zu setzen. Die Begründung räumt ein, daß manche Maßnahmen des Gesetzes den betroffenen Einzelnen hart erscheinen mögen. Sie unterstreicht aber, daß sie vom Volksganzen gesehen unerläßlich sind. Um wirksam zu sein, muß die Zulassungsbeschränkung von Maßnahmen innerhalb der höheren Schulen und Hochschulen und von allgemeinen Kultur- und volkspolitischen Maßnahmen begleitet sein, die vor allem im Rahmen der wirtschaftlichen Maßnahmen des V i e r j a h r e s p l a n e s eine besondere Bedeutung beanspruchen. Im übrigen ist dahin zu streben, die mechanische Regelung der Zulassungsbeschränkung möglichst bald durch o r - ganische Maßnahmen zu ersetzen. Berlin, 25. April. (ERB.) Die heutige Sitzung des Reichskabinetts hat bis nach 22 Uhr gedauert. Außer dem Gesetz gegen die Ueberfremöung deutscher Schulen und Hochschulen wurden eine Reihe anderer Gesetze verabschiedet. Dazu gehört zunächst eine Aenderung des Statthaltergesetzes. § 5 Abs. 1 dieses Gesetzes erhält folgende Fassung: In Preußen übt der Reichskanzler die im § 1 genannten Rechte aus. Er kann die Ausübung der im § 1 Abs. 1 unter Ziffer A—5 genannten Rechte aus den Ministerpräsidenten übertragen, der ermächtigt ist, diese Reckte weiter ju übertragen. Aus der Begründung des Gesetzes geht hervor, daß es sich um das Recht der (Ernennung und Entlassung unmittelbarer Staatsbeamter und Richter handelt, soweit sie bisher durch die oberste Landesbehörde erfolgte, und um das Begnadigungsrecht. Diese Rechte werden nicht auf die Landesregierungen, wie bisher vorgesehen, sondern auf die Ministerpräsidenten übertragen. Ferner kann der Reichskanzler die Ausfertigung und Verkündigung von Gesetzen zu seiner Entlastung weitergeben. Mit den gestrigen Beratungen des Deutsch- Evangelischen Kirchenausschusses ist die in den letzten Tagen vielfach erörterte verfassungsmäßige Reuordnung der evangelischen Kirche nun auch von den leitenden Instanzen der Kirche selbst ein geleitet worden. Der Deutsch-Evangelische Kirchenausschuh ist das geschäftsführende und vollziehende Organ des Kirchcnbundes. Er besteht aus 36 Mitgliedern, von denen die Hälfte vom Kirchenbundesrat aus feiner Mitte bestimmt und die andere Hälfte vom Kirchentag aus seiner Witte gewählt wird. Der evangelische Kirchenbund ist im Jahre 1922 als die föderative Zusammenfassung der 2 8 deutschen evangelischen Landeskirchen gebildet worden, nachdem am 25. Mai des gleichen Jahres die neue evangelische Kirchenverfassung in feierlicher Sitzung in der Kirche in Wittenberg verabschiedet worden war. Dieser vielgestaltige und auch von evangelischen Kreisen als schwerfällig anerkannte Verwaltungsapparat uei «.uungaqq^n x-rcye mfjt es in dielen Tagen der Reuordnung aller Dinge als notwendig erscheinen, auch dem organisatorischen Aufbau der evangelischen Kirche neue Gestalt zu geben. ^>inzu kommt, daß mit der Kirchenverfassuny von 1922 an Stelle des landesherrlichen Äirchenregimen- tes e ij e synodale Kirche getreten ist, die mit allen Fehlern und Schwächen eines parlamentari- Ichen Systems behaftet war In weiten Kreisen der Kirche bestand schon lange der Wunsch, an die Stelle der Synodaloerfassuna die Episkopaloer sas- s_u n g zu setzen, d h. aus dem parlamentarischen System herauszukommen und im Sinne des Autoritätsgedankens die Verantwortung der leitend en Persönlichkeit zu stärken. Bei aller Anerkennung der geschichtlich begründeten Viel- | Die allgemeine Beschränkung deS Zuganges zu den Schulen und Hochschulen macht besondere Anordnungen bezüglich des Anteiles der Personen nichtarischer Abstammung an dem Besuch dieser Bildungsanstalten erforderlich. Der Anteil von Personen nichtarischer Abstammung an den höheren Berufen in Deutschland ist weitaus größer, als ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht. Der w'rt- schaftliche und geistige Einfluß, den die Fremd- stämmigen dadurch im deutlchen Leben haoen, schwächt die einheitliche Gesinnug und die geschlossene nationale Kraft des Volkes und Staates. Bei der Knappheit des deutschen LebenS- raumes für gehobene Berufsarbeit haben d i e eigenen Volksgenossen ein natürliche» Anrecht auf Vorrang und Bevorzugung. Das deutsche Volk und der deutsche Staat sind vor allem durch die Aufgaben der deutschen Erneuerung daraus angewiesen, zum mindesten das Verhältnis im Anteil der Richtarier an den höheren Berufen herzustellen, das sich aus ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung ergibt. Weiter hat das Reichskabinett ein Gesetz über die Höhe der Aufbringungsumlage für 1933 bis 1936 verabschiedet. Danach wird das Industriebankgesetz dahin geändert, daß die Um läge jährlich 100 Millionen RM. beträgt und der Umlagesatz der Aufbringungsumlage für 1933 auf 4 pro Mille aufbringungspflichtigen Betriebsvermögens festgesetzt wird. Ein anderes Gesetz ordnet an, daß bei landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieben der Schuldner grundsätzlich als Zwangsoerwal ter bestimmt werden kann, wenn seine Persönlichkeit die vertrauensmäßigen Voraussetzungen dafür mitbringt. Em weiteres Gesetz trifft neue Bestimmungen für den Verkehr für Vieh und Fleisch ein anderes regelt die Gebühren für Schlacht- oiehmärkte, Schlachthöfe, Schlachthäuser und Großviehmärkte neu. Schließlich hat das Kabinett beschlossen, daß die laufende Kreditaktion zu Gun st en von Konsumgenossenschaften nicht ausgeführt werden soll. geftaltigfeit des evangelischen Bekenntnisses über- sieht man in evangelischen Kreisen nicht die Notwendigkeit, das evangelische Deutschland mehr als bisher auch kirchlich-organisatorisch einheitlich zu sammenzu fassen. Der Führergedanke kommt ganz deutlich in dem gestrigen Beschluß des Kirchenausschusses zum Ausdruck, der dem Präsi- benten D. Dr. Kappler weitestgehende Vollmachten für die Durchführung dieser Aufgaben erteilt hat Oer Reichskanzler und die Evangelische Kirche. Berufung des Weßrkreispfarrers Müller zu feinem Vertrauensmann. Berlin, 26. April. (CNB. Funkspruch.) Mit Rücksicht auf die Vorgänge in Mecklenburg und die bekannten Bestrebungen zur Schaffung einer aUge« meinen Evangelischen Deutschen Kirche hat der Reichskanzler den Wehrkreispfarrer Müller als seinen Vertrauensmann bevollmächtigt. Wehrkreispfarrer Müller erläßt einen Aufruf, in dem es heißt: Die „Deutschen C h r i st e n" wollen eine evangelische deutsche Reichs kirche. Die Kirchenregierungen wollen ebenfalls eine große „Evangelische Kirche deutscher Nation". Diese Kirche muß jetzt gebaut werden. Es ist der Wunsch und der Wille des Reichskanzlers, daß die evangelische Christenheit das große Werk mit vollem Oottoertrauen beginne und in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit bem Reich vollende. Im Namen des Reichskanzlers fordere ich alle Beteiligten zu ehrlicher Mitarbeit auf. Die weiteren Beschlüsse desReichskabinetts Um die Deutsche Evangelische Kirche. unter den gegenwärtigen Verhältnissen binnen kurzer Frist eine Katastrophe der russischen Zahlungsfähigkeit, denn diese ruht vollständig auf den Eingängen ausländischer Devisen für den staatlich betriebenen Export. 2ln diesem Punkt wird auch das deutsche Interesse berührt. Rach einer Berechnung im Londoner „Economist" sollen die deutschen Forderungen an Rußland 7'0 Millionen Mark betragen. Sehr wahrscheinlich sind sie höher und belaufen sich auf mindestens eine Milliarde. England denkt nicht daran, die Einfuhrsperre gegen Rußland aufzuheben, bevor nicht nur die Ingenieure freigelassen, sondern auch starke Russische Zugeständnisse im Sinne Kanadas für dsn neuen Handelsvertrag erzielt sind. Außer der Geldnot der Sowjetregierung haben auch die verzweifelten inneren Zustände, die zunehmende Desorganisation der W'Ortschaft und des gesamten Lebens durch den Rahrungsmangel und die Mißstimmung gegen den Kreml in der roten Armee Öen Engländern ihr Vorgehen ermöglicht. Die Armee fühlt, daß sie innerhalb der wachsenden Zerrüttung der einzige feste Faktor ist, und daß die roten Machthaber ganz von ihr ab- hängen. An dem Tage, wo die Armee als Instrument der Sowjetmacht versagt, ist es mit dieser zu Ende. Innerhalb der Armee aber gibt es Kreise, für die der Gedanke, das Schicksal Rußlands aus den zerstörenden Händen der Sowjetgewaltigen zu nehmen und mit einer neuen Aer a zu beginnen, nichts Erschreckendes mehr hat. Alle diese Dinge sind maßgebend für die jetzt von England gegenüber Rußland »erfolgte Politik. England sieht die Risse im Sowjet- Turm, und cs richtet seine Handlungen danach ein. Oer Mitwisserschaft der Reichstags« brandftiftung beschuldigt. Halle, 26. April. (ERD. Funkspruch.) Dom Zentralausschuß zur Durchführung der nationalen Revolution, der an der ilnioerfität Halle gebildet worden ist, wird eine Erklärung ausgegeben, durch die der früher in Halle tätig gewesene jüdische Professor Hertz der Mit- wrsserschaft der Reichstagsbrand- ftrftung beschuldigt wird. Am 12.3uni Zusammentritt der eltwirtschastskonserenz. Eine gemeinsame Erklärung Roosevelts und Macdonalds. Washington. 26. April. (1BIB. Funkfpruch.) (Reutet.) Roosevelt und Macdonald erörterten Dienstag nachmittag die Kriegsschuldenfrage. 3n einer gemeinsamen Erklärung heißt es u. o.: Leide Staatsmänner glauben, daß d i e Grundlage eines klaren Verständnisses für die Situation gelegt worden ist, die die beiden Rationen berührt. Es würde völlig irreführend fein, anzunehmen, daß irgendein Plan oder irgend eine Regelung unterlegt wäre. Die einfache Wahrheit ist, daß bisher nur vorläufige Besprechungen begonnen haben und daß in freundschaftlicher weife Fortschritte gemacht worden find. Rad) der Abreise des Premierministers können diese Besprechungen sehr wohl in London und Washington fortgefeht werden. Roosevelt und wacdonald find übereingekommen, den 12. Juni zum Eröffnungstag der Weltwirtschaftskonferenz zu bestimmen. Man glaubt zu wissen, daß im Verlauf der englisch- amerikanischc.l Unterhaltungen eine allgemeine Basis für eine Stabilisierung der Währungen gefunden worden ist. IHacöo- nald und Roosevelt kamen weiter zu einer Verständigung über die Frage der Schulden zwischen beiden Ländern. Oie Schweiz geht nicht von der Goldwährung ab. Dem, 25. April. (WTD.) Der Schweizer Bundesrat hat sich in seiner heutigen Sitzung mit der Aufgabe der Goldwährung durch die Bereinigten Staaten befaßt. Die Beratungen haben ergeben, daß die amerikanischen Ereignisse die Wahrung der Schweiz in keiner Weise berühren und daß die Schweiz bei der Goldwährung bleiben werde. Erörterungen über die Gicherheitsfrage. Washington, 26. April- (Aeuter-Funkspr.) Die englischen und französischen Sachverständigen hatten gestern abend eine zweistündige Konferenz, auf Grund deren sie Roosevelt und Herriot Bericht erstatteten. Wie es heißt, ist Roosevelt dafür, die französische Sicherheit in der Weise zu gewährleisten, daß sich die Bereinigten Staaten verpflichten, mit den anderen Unterzeichnern des Kelloggpaktes in Beratungen ein^'dtreten, fal s der Pakt verletzt werden sollte. Rach dem Abendessen hatten Herriot, Wacdonald und Roosevelt eine mehrstündige vertrauliche Aussprache. Herriot gewann in dieser Aussprache den Eindruck, daß Roosevelt im allgemeinen dem Plan Macdonalds zu stimme und den Kelloggpakt im Sinne einer ausdrücklichen Garantie gegen Angriffe, die zum Kriege führen können, ergänzen wolle. Roosevelt suche aufrichtig nach Mitteln, um die Bereinigten Staaten in die internationalen Bestrebungen zur Berhinderung aggressiver Handlungen einzuschalten. Er soll auch den Wunsch haben, eine dauernde internationale Rüstungskontrolle zu schassen, als Bestandteil des vorgeschlagenen Abrüstungsvertrages. Die Kontrolle sollte nicht nur gelegentlich in die Erscheinung treten, sondern dauernd, beweglich und sachverständig sein. Sie sollte ihre Untersuchungen dort vornehmen, wo die Umstände es erfordern. Die Auffassung Roosevelts ist aus französischer Seite mit allgemeiner Befriedigung ausgenommen worden. Wiederbeginn derAbrüstungs- konferenz. Aussprache über den englischen Abkommcnsentwurs. G e n f, 25. April. (TU.) Die Abrüstungskonferenz hat nach fast vierwöchiger Unterbrechung ihre Arbeiten wieder aufgenommen Unter dem Vorsitz des Präsidenten Henderson eröffnete der Haupt- ausfchuß heute nachmittag seine Verhandlungen über den Abkommensentwurf der englischen Regierung. Die heutige erste Sitzung hinterließ keinen vielversprechenden Gesarntcinbruck. Die Hoffnung, daß die Osterpause auf diplomatischem Wege zur Forderung der Abrüstung benutzt werden würde, hat sich nicht erfüllt. Die materiellen Verhandlungen begannen mit der a r - titelweisen Beratung des englischen Konventionsentwurfes. Zunächst begründeten verschiedene Delegierte, die Abänderungs- und Ergänzungsanträge zum Sicherheitskapitel des englischen Entwurfes eingereicht haben, ihre Anträge. Der Vertreter Polens, Graf Rafchifki, verlangte, daß eine völlige Umgestaltung des englischen Planes im Sinne eines automatischen Einschreitens des Völkerbundes erfolgen müsse. Der sowjetrussische Botschafter Dowgalewski forderte eine bis ins Einzelne gehende Bestimmung derjenigen Maßnahmen, Die als einen Bruch des Kelloggpaktes aufzufassen sind. Der von Massigli vorgebrachte Abänderungsantrag der französischen Regierung sucht das Schwergewicht auf die europäischen Regionalsonderabkommen und die gegenseitigen Hilfsmaßnahmen zu lenken, obwohl bereits Deutschland und Italien grundsätzlich den gegenseitigen Hilfspakt a b g e l e h n t hatten. Zum Schluß der Aussprache wandte sich der englische Staatssekretär Eden gegen die allzuweitgehenden Abänderungsanträge und bezeichnete insbesondere den polnischen Antrag als unannehmbar. Die englische Regierung halte im wesentlichen an ihrem ursprünglichen Vertragsentwurf fest und wende sich gegen eine jede Verschiebung der Grundlagen ihres Entwurfes. AnschiMageunMerinächtepalt Die Kleine Entente und Deutschland. Prag, 25. April. (WTB.) Außenminister Dr. B e n e s ch sprach vor beiden Kammern der Nationalversammlung über das Thema: „Der Kampf um die Demokratie in der europäischen und in der Wett- politit". Dr. Benesch kündigte Verhandlungen über einen polnisch - tschechoslowakischen Freundschaftsoertrag an. In Deutschland erblicke man in der Kleinen Entente ein Mittel der französischen Politik, auf Schaffung einer neuen politischen Konstellation in Mitteleuropa, die einen Anschluß Oesterreichs an Deutschland für absehbare Zeit u n - möglich machen würde. Immerhin gebe es politische Faktoren, die die Möglichkeit sehr guter Beziehungen zwischen der Kleinen Entente und Deutschland erhoffen ließen; um so mehr, als die Kleine Entente die Anschlußfraae als ein Problem ansehe, das durch eine Zusammenarbeit der vier Großmächte gelost werden könne. Eine definitive Lösung werde von der Kleinen Entente gerne akzeptiert werden, die von den Großmächten gemeinsam mit der Oie stummen Gäste von Zweilinden Roman vonAnny vonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold, 25 Fortsetzung. Rachdruck verboten! Aber das war ein Schicksal, welches er mit vielen Standesgenosjen im Auslande teilte. Doch nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland gab es arme Adelsträger, die in ganz kleinen Verhältnissen lebten. Es war jedenfalls an Angelas Vater sehr zu loben, daß er seine Tochter selbst in vielem Wissenswerten unterrichtet hatte. Es kam ihr jetzt besonders zugute. Sie würde sich als Herrin von Zweilinden keine Bloßen zu geben brauchen, und das war |ehr viel wert. Man weiß nie, wie kleinlich die Menschen oft denken, wie Klatsch und Tratsch stets auf der Suche noch neuen Opfern sind. Es wäre immerhin nicht erfreulich gewesen, wenn seine Frau den Hima- laja für die Hauptstadt Hollands gehalten hätte und Peking für eine Speise. Er sagte glücklich: „Der Himmel ist mit unserer Liebe einverstanden, deshalb räumt er uns sogar die geringsten Schwierigkeiten aus dem Wege, damit wir sorglos zueinanderkommen sollen." Er blieb stehen. In ihrer nächsten Nähe befand sich kein Lebewesen, und Konrad van Zweilinden dürstete nach Angelas Lippen. Sie liebten sich, sie hatten schon ganz verständig über das Allerwichtigste gesprochen, nun wollte er endlich auch wissen, wie die roten Lippen schmeckten, die wie reife Früchte waren. Er umfaßte Angela blitzgeschwind und preßte seinen Mund auf den ihren mit langem, festem Druck. Als er die schlanke Gestalt losließ, taumelte sie ein wenig, als hätte sie einen Rausch. Er blickte das schone Mädchen voll Seligkeit an. Dann sagte er, und seine Augen strahlten: „Angela, landein, landaus gibt es jetzt keinen glücklicheren Menschen als mich!" „Dach", lachte sie übermütig, „es gibt nach einen viel glücklicheren Menschen, und der bin ich. So toll glücklich, so glücklich wie ich kann niemand sein, auch du nicht." Konrad von Zweilinden betrachtete sie, wie ein Sammler das wertvollste Stück seiner Sammlung betrachtet. „Du bist eine Köstlichkeit, Angela, die eigentlich viel zu schade ist für einen Landmann, du gehörst in ein Fürstenschloß." Sie erzählte wieder mit dem Stolz von vorhin, mit dem sie ihm den Namen ihres Vaters genannt: „Mein Vater hat früher in Deutschland ein Schloß besessen, aber mir nie besten Namen genannt." In Konrad regte sich eine leicht begreifliche Neugier. Er dachte daran, daß er Angelas Vater gefragt, aus welcher Gegend Deutschlands er flamme, worauf ihm der alternde Mann geantwortet hatte: „Aus der Taunusgegend." Aber nachdem er ihm erklärt, auch er stamme dorther, war Angelas Vater plötzlich verschlossen geworden. Graf Spcerau! Immer klarer wurde es Konrad von Zweilinden, er mußte den Namen schon gehört haben. Angela bat zärlich: „Wir wollen umkehren, ich muß wieder in meinen Kiosk zurück." Er fragte hastig: „Muß das sein? Laß doch die Blumen; meine Braut soll nicht bei Wind und Weiter, bei greller Sonne und Staub, halb auf der Straße sitzen, um ein paar Peseten zu verdienen. Geh nach Hause, Liebste, bereite deinen Vater vor, ich fahre zu meiner Mutter, um auch ihr die große Neuigkeit zu bringen." Angela meinte ängstlich: „Deiner Mutter wird cs nicht recht fein, daß du so tief unter deinem Stand heiraten willst." Sie faßte seine Hände. „Ich bin schon so glücklich über deine Liebe, es wäre zuviel des Glücks, wenn ich deine Frau werden dürfte. Bitte, versprich mir wenigstens eins. Sollte deine Mutter Schwierigkeiten machen, sollte ihr der Gedanke, mich als deine Frau zu sehen, nicht angenehm (ein, bann füge bich. Laß es nicht auf Kämpfe ankommen! Ich mochte nicht ber Störenfrieb zwischen euch beiben sein. Versprich mir, um was ich bich bitte", brängte sie. Konrad dachte, nichts auf der Well war leichter, als seine Mutter dazu zu bringen, Angela als Tochter willkommen zu heißen. Seine Mutter hatte wohl am meisten gefürchtet, die kleine Blumenoerkäuferin wäre ein armes, unwissendes Ding, mit der man sich über nichts unterhalten und über die man als Herrin von Zweilinden heimlich und offen spötteln und lachen könnte. Sie würde staunen, wenn sie hörte, Angela wußte genau soviel oder noch mehr wie viele deutsche Mädchen, die eine höhere Schule besucht, und sie durfte sich dazu noch mit dem klangvollen Namen einer Komtesse Speerau schmücken. Er blickte der Geliebten voll Innigkeit in die Augen, in diese herrlichen, schwarzen Augen, die ihm die schönsten ber Welt schienen. ..Ich fahre jetzt sofort ins Hotel unb spreche mich mit meiner Muller aus, die meinem Glück nicht im Wege stehen wirb. Sie am wenigsten! Sie ist mein guter Karnerab: über alles kann ich mit ihr ganz offen sprechen. Unb morgen nachmittag, mein Lieb, komme ich bann mit ihr zu beinern Vater." Angela nickte strahlenb: „9dj möchte laut auf- schreien vor Glück. O bu, wie sehnsüchtig habe ich mir immer gewünscht, einmal Deutschlanb kennenzu- lernen, unb nun werde ich dort wohnen als deine Frau. Ja, komm nur morgen, komm nur. Daker wird auch ein anderer fein, wenn er hört, wie lieb bu mich hast, daß bu mich heiraten willst, um aUs der armen Blumenverkäuferin eine vornehme Dame zu machen. Er wirb sich sicher freuen, wenn ich Kleinen Entente und in vollem Einvernehmen mit Oesterreich vorbereitet werde. Die Kleine Entente sehe den Diermächtepakt so. wie ihn Italien vorgeschlagen habe, als einen großen Schritt nach rückwärts in ber Entwicklung Europas an. Die Frage ber Grenz- reoifion, bie im Dierrnächtepakt angeschnitten werbe, sei nicht genügenb durchbacht. Wenn irgenbwo eine kleine Korrektur an den Grenzbestimmungen ber Friebensoerträge auf srieblichem Wege möglich sein bürste, bann nur unter ben Bebingunaen, bah bei einem berartigen Verfahren tei nerlei äußerer Druck ausgeübt werben bürfe, baß es nur nach einer Reihe von Jahren ruhiger Zusammenarbeit der daran interessierten Volker möglich sei, und daß eine Korrektur endlich nur gegen entsprechende Kompensationen möglich sei. Rechtsruck in (Spanien. Niederlage der Regierung bei den Gemcindewahlen. Madrid, 25. April. (WTB.) Das Endresultat der spanischen Gemeindewahlen wird an der Tendenz nichts ändern, dah die Regierungsparteien eine klare Riederlage erlitten haben. Auf sie entfallen nur 5048 Sitze. Die Opposition erhielt 9717 Sitze; außerdem haben die Kommunisten bisher 26, die Syndikalisten 58 und parteilose 1159 Sitze erzielt. * König Alfons, ber vor zwei Jahren feine Heimat verließ unb in England ein Asyl fand, hat bekanntlich auf seinen Thron nicht verzichtet. Daraus wurde damals allgemein der Schluß gezogen, daß er als guter Kenner seines Volkes wohl mit einem baldigen Stimmungs Umschwung unb mit seiner Rückkehr nach Madrid rechne. Zwei Jahre sind inzwischen ins Land gegangen, die jedoch keinerlei Ereignisse brachten, aus Denen König Alfons irgendwelche Hoffnungen hätten schöpfen können, vielmehr setzten die neuen Machthaber alles daran, um die republikanische Staatsform zu verankern, um den Adel zurückzudrücken, die Macht der Kirche und des Großgrundbesitzes zu brechen und Diejenigen mit allen möglichen Vorteilen und Vorrechten auszustatten, die sie nun einmal zur Stützung ihres Regiments brauchten. Dennoch haben sie es nicht verstanden, sich auf der Hohe zu hatten, auf bie sie durch den Sieg bei den Gemeindewahlen vom 12. April 1931 hinaufge- hoben wurden. Ständige lokale Unruhen, Parteikämpfe, Aufstände, bolschewistische Zersetzungs-Erscheinungen. Ungerechtigkeiten und vieles andere riefen doch bei manchem Spanier, ber an ber Monarchie allerlei auszusetzen gehabt hatte, eine starke Ernüchterung hervor. Man merkte, baß man schlecht getauscht hatte und daß die Republikaner doch nicht die geeigneten Männer waren, um die nationalen Ausgaben läsen zu können. Diese Ernüchterung hat letzt in ben Gemeindewahlen vom 23. April 1933, deren genaues Ergebnis erst in einigen Tagen zu erwarten fein wird, ihren Ausdruck gefunden. Ein unverkennbarer Ruck nach rechts ist zu verzeichnen, der aber noch nicht ausreicht, um den König in London zu veranlassen, seine Koffer $u packen. Zwei Jahre hat er warten können, er wird auch noch weiter warten, bis seine Stunde gekommen ist. Erlogene Mitteilungen über den Reichskanzler. Berlin, 25. April. (ERD.) Auf dem Kirchentag des Landkreises Königsberg t P r. vom 24. April hat nach Zeitungs- melbungcn der Geschäftsführer der Deutschen Christen Klundt erklärt, daß Reichskanzler Adolf Hitler bereits vor acht Monaten zur evangelischen Kirche habe wieder in Lebensverhältnisse zurückkehre, aus denen ihn bas Unglück hinausgebrängt." Konrad von Zweilinden nickte lächelnd. Zweilinden ist sehr, sehr groß. Dein Vater kann bei uns wohnen, bann brauchst bu bich nicht einmal von ihm zu trennen." Sie jubelte laut auf unb dachte nicht baran, daß doch vielleicht jemand in der Nähe sein konnte. Ihr schönes Gesicht strahlte vor Freude und Glück, und in ihren Augen schimmerten Tränen. So sah Konrad von Zweilinden Angela vor sich, während er ins Hotel fuhr, so sah er sie noch immer vor sich, als er das Zimmer seiner Mutter betrat. 18. Frau Bettina saß an der offenen Balkontür als ihr Sohn zurückkehrte. Sie rief ihm entgegen: „Nun, wie ist es, Konrad, werden wir Fensterplätze bekommen können?" Er war verdutzt über die Frage. Richtig, er war fortgegangen, um Eisenbahnfahrkarten zu bestellen, aber bas Verlangen, bie schöne Blumenverkäuferin noch ein einziges Mal zu sehen, Halle ihn Dann m ben Autobus B gedrängt. Er trat näher, und ein Lächeln lag um seine Lippen. „Mutter, wir dürfen morgen noch nicht abreifen, erst mußt Du mir noch helfen, mein Zukunftsgiück zu sichern." Frau Bettina fah ihn verwundert an und fragte: „Diejer poetische Satz hängt doch nicht etwa mit Dem Mädchen aus Dem Blumenkiosk zusammen, die so schön aussieht und so grobe Briese schreibt, daß sie damit gleich ein halbes Dutzend Verliebter in die Flucht schlagen konnte?" Konrad lächelte noch immer. „Ach, mit dem Brief hat sie gar nichts zu tun, Mutter, den hat ihr Vater hinter ihrem Rücken geschrieben. Er hat ihr heimlich Das ArinbanD fort« genommen, Den Brief geschrieben und beides selbst dem Portier abgegeben. Er wollte zweifellos dadurch ein nochmaliges Zusammentreffen zwischen seiner Tochter unb mir verhindern. Ich habe mir meine Bewunderung für sie wohl zu beutlich anmerken lassen, und ber Himmel mag wissen, was er baraus alles folgert. Jedenfalls, Angela hat mit bem Briefe nichts zu tun. Ich war bei ihr, unb wir haben uns völlig ausgesprochen. Ich wollte sie nur noch einmal von weitem bewundern. Mutter, unb jetzt haben wir uns unsere Liebe geftanben." Frau Bettina wollte reben, aber ihr Sohn war im Schwünge, er ließ ihr nicht Zeit, auch nur cin einziges Wort einzuwerfen. Er berichtete hastig mit leuchtenden Augen von seinem Spaziergang mit Angela am Bahndamm entlang, und erzählte, daß Angela über derlei Bildung unb Kenntnisse verfüge, bie man bei bem Mäbchen kaum vermutet hälle. Enblich schob er boch eine Pause ein. Aber Das tat er mit voller Ueberlegung, Damit bas, was er übertreten wollen. Klundt habe den Kanzler von diesem Schritt abraten müssen, da die Kirche vorerst noch einer gründlichen Rei- n i g u n g bedürfe. Hierzu wird festgestellt, daß diese Mitteilungen von A bis Z erlogen sind. Ausschluß marxistischer und jüdischer Verbände aus dem Rerchsausfchuß deutscher Iugendverbände. Berlin, 25. April. (CRD.) Auf Anordnung Baldur v. Schirachs, des Borsitzenden des Reichsausschusses der deutschen 3u- gendvcrbände, sind mit Wirkung vorn 24. April 1933 folgende Verbände aus dem Reichsausschuh ausgeschlossen worden: Bund freier sozialistischer Jugend, Deutscher Republikanischer Pfadfinderbund E. V.. Jugendabteilungen des Arbeiter-Samariterbundes E. V., Jugendgruppen des Arbeiter-Turn- und Sportbundes E. V Jugendpflege-Organisation des Arbeiter-Rad- und Kraftfahrbundes „Solidarität". Jungbanner Schwarz-Rot°Gold, Reichszentrale der Jugendgruppe im T. V. „Die Raturfreunde". Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Verband der Sozialistischen Arbeiter-Jugend Deutschlands. Ferner ist die F r e i s ch a r „Schi! l", deren Bundesführer Werner Lah zusammen mit anderen führenden Mitgliedern des Verbands wegen verschiedener Terrorakte, kommunistischer Propaganda und Vergehens gegen das Sprengstosfgeseh vor einiger Zeit verhaftet worden ist, mit sofortiger Wirkung aus dem Reichsausschuh der deutschen Jugendverbände ausgeschlossen worden. Kleine politische Nachrichten. Das preußische Staatsministerium hat unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Goring beschlossen: Auf Grund des § 3 der Verordnung vom 26. Februar 1919 werden unter Gewährung des gesetzlichen Wartegeldes sofort 19 Landräte einstweilen in Den Ruhestand verseht, darunter der Landrat Delius in Gelnhausen, Regierungsbezirk Kassel. * Die Reichspropaganbastelle ber Glaubens- bewegung Deutscher Christen melbet: Der Führer Abolf Hitler hat als Serbin- bungsmann zwischen sich unb ben amtlichen Stellen ber evangelischen Kirche ben Wehrkreispfarrer Müller aus Königsberg (Ostpr.) ernannt. Der Der Reichsleitung Der Glaubensbewegung angehört. Anläßlich einer Führertagung des Deutschösterreichischen (bayerischen) Heimatschutzes in Linz a. d. Donau erklärten 32 Ortsgruppenführer des bisherzuStarhem- berg gehörenden oberösterre'.ch schen Heimatschuhes, geschlossen zum deutsch-österreichischen Heimatschutz übergehen zu wollen, d. h. sich Hitler zu unterstellen. Die beiden früheren Dorstandsmitglieber ber Görreshaus-AG, Julius Stocky unb Generalkonsul Heinrich Maus, würben o e r h a f - t e t. Die Verhaftung ist auf Grund des Nachprüfungsergebnisses Der Vorgänge bei Der Orünoung der Gorreshaus-AG. erfolgt. Kunst unS Wissenschaft. Professor Spränget beantragt Amtsentlassung. Professor Dr. Eduard Spränget hat den preußischen Kultusminister gebeten, ihn von Den Pflichten eines orDentlichen Professors Der Philosophie unD Pädagogik an Der Universität Berlin z u entbinden. seiner Muller nun noch mitteilen wollte, auch recht wirken sollte. Er hotte tief Atem: „Und jetzt, Mütterchen, kommt der Höhepunkt meiner gewiß aparten Siebes- geschichte. Eigentlich ist Angela eine Art Dornröschen. Du weißt aus bem Märchen, eine hohe Rosenhecke war um Dornröschen unb ihr Schloß gewachsen, und niemand ahnte, was hinter der hohen Hecke war, bis ber Prinz kam, sie zu erlösen, unb er erkannte, sie war eine echte Prinzessin." Frau Bettina war wie betäubt von ber Lebhaftigkeit bes Sohnes. Seine Worte waren wie Sturzwellen gewesen, bie alles, was ihnen in ben Weg kam, Umrissen unb überspülten. Jetzt aber schob er eine zweite Pause ein. Seine Mutter brängte: „Sprich deutlicher, Konrad, ich weiß nicht, wo du mit dem Dornröschenvergleich hinauswillst." Er lachte: „Die hohe Hecke um Dornsröschen, Die alles, was mit ihr zusammenhängt, verbirgt, ist ein Gleichnis für Die armen Lebensverhältnisse Angelas unD ihres Vaters. Man vermutet hinter Den einfachen Leuten gar nichts BesonDeres. Aber nun kommt meine Ueberraschung, Mutter, unD jetzt staune auch gebührenD. Dieser Senor Esperao, wie man ihn hier nennt, weil man seinen Namen nicht aussprechen kann, heißt in Wirklichkeit Graf Wulf Speerau, unD Singelau ist eine waschechte Deutsche Komtesse." Frau Bettina war totenblaß geworben. Nach langen, langen Jahren schlug ber Name Des Mannes wieDer an ihr Ohr, Den sie so tief verachtete, Daß es sich mit Worten gar nicht beschreiben ließ. UnD in welchem Zusammenhänge war Der verhaßte Name wieDer aufgetaucht aus Dem Dunkel, Das ihn so viele, viele Jahre umgeben! Wulf Speerau war Der Vater Des Mädchens, das ihr Sohn liebte, das er zur Herrin von Zweilinden zu machen beabsichtigte. Es war ein boshafter Scherz des Schicksals, daß sich Konrad gerade in Die Tochter bes Mannes verliebt hatte, Der im Leben seiner Mutter bie Rolle eines ganz erbärmlichen Schuftes gefpieU hatte. Nie unb nimmer burfte ihr Sohn bas Mäd- chen heiraten! Es wäre ber furchtbarste Schlag, der sie treffen konnte. Sie rang nach Worten, sie erstickte fast an ber Bergeslast, die ihr der Sohn aufs Herz gewälzt. Konrad hatte das jähe Erblassen der Mutter beobachtet, als er den Namen von Angelas Vater genannt, und nun blickte sie ihn so entfeht an, als hätte er ihr soeben etwas ganz Furchtbares mü- geteilt. Sie fuhr sich mit einem kleinen Spitzentuch Über die Stirn, hinter ber bie Gebanken schmerzhaft wühlten, bie Vergangenheit aufwühlten unb ferne, böse Tage heraufbeschworen. Sie stöhnte: „Gib mir, bitte, ein ©las Wasser, ich bin einer Ohnmacht nahe." (Fortsetzung folgt.) Paul Warntfe t- Der Hauptschriftleuer Des Jt I a b b e r a b a t f d)" Paul iöarncfe, ist In seiner Wohnung in Neu- Babelsberg bei Berlin einer Herzlohmung erlegen Warncke, ber kurz vor DoUenbung seines 67 Lebensjahres ftanb, litt bereits seit zwei Monaten an einem schweren Darmleiben, bas sich in ben letzten Tagen sehr verschlimmert hatte Paul Warncte hat als Nachfolger von Johannes Troja n 26 Jahre ben „Kladderadatsch" bas bekannte, von Albert Hofmann 1848 gcgrünbete. politische Wochenblatt geleitet, an bem er schon vorher mitgearbcitet hatte Der Konservator bee Goethe-Museum, In Sesenheim gestorben. 3n Sesenheim, unweit von Straßburg, ist ber Konservator des Goethe-Museums, Billig, im Alter von 87 Jahren gestorben Gillia hatte 1895 baS Museum aus Erinnerungsgegenständen an Goethe unb seine Jugendliebe Friederike D r i o n gegründet. Aus afler Welt. Vorubcrgchcnbe Sperre des Zugangs zur Apolhekerlausbahn in Preußen. Um einer weiteren Ueberfüllung des Apothekerberuses oorzubeugen unb im Einblick barauf, baß in nächster Zeit die N e u f a s s u n g ber Prüsungsorbnung für Apotheker unb biejenige ber Apothekerbetriebsordnung zu erwarten ist, ble wesentliche Aenberungen ber lehigen B».- stimmungen über bie Annahme unb bie Ausbildung von Apothekerpraktikanten enthalten werben, hat ber preußische Minister bes Innern bestimmt, bah mit sofortiger Wirkung ausnahmslos jebem Gesuch um Einstellung eines Apothekerpraktikanten bie ® e- nehniigung zu versagen Ist. Die Gleichschaltung des Deutschen Gultemplerorbens Wie bie Reichsleitung bes Deutschen Gut- templcrorbens in Berlin mitteilt, ist bet Reichsvorstanb in einer eigens bazu einberufenen Versammlung, bie von Vertretern aller beutsch->n Gaue beschickt war, einmütig neugewählt worben, um bie notwenbige Gleichschaltung burchzu- führen. Der neugewählte zwölfgliedrige Vorstanb setzt sich nur aus Nationalsozialisten unb Angehörigen ber Kampffront Schwarz-Weih-Not zusammen. Zum 1 Vorsitzenden würbe der Pg Dr. Kraut gewählt Ferner würbe beschlossen, bie Zugehörigkeii zur internationalen Ordenszentrale aufzugeben, aber mit ben Auslanbbeutschen unb mit ben Deutschen in ben abgetrennten Gebieten in engster Fühlung zu bleiben, im übrigen bie Arbeiten bes Ordens wie bisher auf bem Boden christlicher Grundlage durchzuführen Bemerkenswerte Leistung eines 87jährigeu Radrennfahrers. In einer der letzten Rächt« übernachtete in 5kyrih (Brandenburg) ber älteste Rennfahrer Deutschlands, der 87jährige Hch Werner aus Bonn. Der greife Fahrer hatte eine Fahrt mit dem Rad vom Rhein nach Berlin gemacht, um persönlich seine Glückwünsche zum Geburtstage des Kanzlers in das in der Reichskanzlei ausgelegte Buch einzuschreiben. Run befindet sich Werner aus ber Fahrt von Berlin nach Hamburg, wo er bei einem großen Rennen eine Ehrenrunde fahren soll. Der 87jährige legt noch täglich 80 Kilometer auf seinem Fahrrade zurück Die Erdbebenkatastrophe auf kos. — 119 Tote, über 600 verletzte. Die furchtbare Erdbebenkatastrophe auf Kos (Dodekanes) hat noch mehr Opfer gefordert, als bisher gemeldet worden find Nach den letzten Berichten konnten bisher 119 Tote aus ben Drummern geborgen werben Die Zahl der Verletzten hat inzwischen 600 überschritten Explosion einer Granate — Lin Kind getötet, mehrere Kinder verletzt In Rösberg bei Bonn ereignete sich ein schweres Unglück Eine spielende Kinderlchar hatte am Walbrande ein Feuer angejunbet. Aus bem Feuer heraus entftanb plötzlich eine weithin hörbare E r - plosion. Durch bas Feuer war eine Granate zur Entzündung gebracht worben, die'einen fünfjährigen Jungen sofort tötete unb zwei weitere Kinber lebensgefährlich unb mehrere anbere Kinder leichter verletzte Beim Absuchen des Geländes fand man noch zwei weitere Granaten, die vermut- licb von durch,iehenben Truppen im November 1918 zurückgelasien worben sind. Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Frühling in der Küche. Wie In den Kleiderschrank, so sollte setzt auch In die Küche ber Frühling seinen Einzug halten Das ist um so notroenbiger, als unsere Ernährung im Winter zwangsläufig eine mehr ober minber unzweckmäßige gewesen ist. Vor allem haben uns frisches Gemüse unb srisches Obst gefehlt Dieser Mangel, ber sich bei vielen Menschen in Gestalt ber |og „Frühjahrsmüdigkeit" mit all Ihren unangenehmen Begleiterscheinungen bemerkbar macht, muß jetzt möglichst halb ausgeglichen werben. Vor allem gilt es, bie in bei Winterkost fehlenben Vitamine unb Salze jetzt bem Körper zuzuführen Da finb zunächst bie oerschiebenen Maikräuter, bie uns bie Natur für biefen Zweck zur Verfügung stellt. Zu ihnen gehören Schnittlauch, Peiersilie unb ähnliche, bie sich befonbers als Zutaten zu Suppen, zu Soßen, zu Käse unb Butter eignen. Das junge Gemüse, besten gesunbheitlicher Wert natürlich be- onbers hoch zu veranschlagen ist, wirb seines Prel- es wegen vielen Hausfrauen noch zu teuer er cheinen, wenngleich sich eine solche Ausgabe burch lic Verbesserung ber Gesunbheit wohl bezahlt macht. Es stehen aber auch für Minberzahlungskräftige genügend Wilbgemüse zur Verfügung, bie man zum Beispiel von einem Frühlingsspaziergang mit hcim- bringen kann Die ersten Triebe bes Löwenzahns können zu schmackhaftem Salat ober feinem Gemüse verarbeitet werben, aus Kresse, Sauerampfer unb Feldsalat lassen sich ebenfalls gut schmeckende unb ber Gesundheit dienliche Gerichte Herstellen Spinat unb Radieschen finb aufoerbem wohl für jeben (Selb- beutel erschwinglich Von weiteren Gaben bes Frühlings sei besonders unb mit Nachbruck auf Milch unb Butter aufmerksam gemacht Die Maibutter erfreut sich nicht nur wegen ihres guten Geschmackes allgemeiner Beliebtheit, fonbern sie ist ebenso wie bie Milch, um bie jetzige Jahreszeit vitaminreicher als sonst, da bas Vieh bereits auf bie Weibe kommt unb hier Frisch- futter genießt. Sehr wichtig ist es noch, barauf hinzuweifen, baß man vom Markt ober aus bem Gemüselaben nur deutsches Gemüse, bas bem nuslänbischen in keiner Weise nachsteht, nach Hause bringt unb so nicht nur sich selbst unb seiner Familie, (onbern auch bem deutschen Volksvermogen einen wertvollen Dienst erweist Brauereibesiher Heinrich Zhring'Lich t- Nach kurzer Krankheit ist gestern ber Semorchef ber Brauerei Jhring-Melchio» tn Lich, Heinrich Ihring. im 73. Lebensjahre verstürbe «. Der Heimgegangene kam im 26 Lebensjahre nach bem Abschluß seiner fachlichen Ausbildung als technischer Leiter in die von seinem Vater gegründete Brauerei, bie damals noch kleinen Umfanges war, unter (einer Leitung mit Einsatz seines großen fachlichen Wissens unb Könnens im Laufe ber Jahre aber sich zu einem bebeutenben Wirtschaftsunternehmen unserer Provinz entwickelte Die Brauerei Ihring-Melchior ist heute ber mobernste unb größte Brauereibetrieb in Oberhessen, ein Werk, bas insbesondere auf bie rastlose unb weitblickende Tätigkeit des Verstorbenen zu buchen ist. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war Heinrich I h r i n g mehr als drei Jahrzehnte lang ehrenamtlich im Stabtoorftanb von Lich tätig, ferner stellte er seine Kraft in uneigennütziger Arbest bem Kreis Gießen unb der Provinz Oberhessen zur Verfügung. lange Jahre war er auch Mitglied der Industrie- unb Hanbelskammer Gießen, bes großen Ausschußes bes Deutschen Brauerbundes unb Vor- sitzenber ber Brauereigruppe bes Dill- unb Lahn- gebiete unb ber Provinz Oberhessen Bei ben Angestellten seiner Firma, aber auch bei ber Bürgerschaft von Lich unb in weiten Kreisen von Gießen unb Oberhessen genoß ber Heimgegangene hohe Wertschätzung bie u. a. auch dadurch zum Ausbruck kam, baß an feinem 70 Geburtstage im Juli 1930 die Licher Vereine ihrem geschätzten Mitbürger unb Gönner einen großen Fackelzug barbrachten Das Andenken an den jovialen Mann wird bei allen, die ihn kannten, in Ehren fortleben. „Bibelforschers-Versammlungen in Hessen verboten. Der Staatskommissar für das Polizeiwesen hat folgende Verfügung erlassen: „Die Propaganda der .Internationalen Bibelforscher-Bereinigung' (auch .Bibelforscher Zeuge Jehova') hat wiederholt zur Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung geführt. Die Bereinigung steht außerdem im Verdacht, mit den marxistischen Parteien in Verbindung zu stehen. Aus Grund der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 verbiete ich deswegen alle Versammlungen von Angehörigen des Bundes und jede Propaganda desselben, insbesondere durch Verbreitung von Druckschriften." Amtsenthebung oberhessischer Bürgermeister und Beigeordneten. Die Staatspressestelle teilt mit: Die Amtszeit folgender Bürgermeister wurden für beendet erklärt: sie werden durch die nachstehend Benannten erseht: Reiskirchen: Bürgermeister Schomber durch Wilhelm Launsbach, Glasermeister. Londorf: Beigeordneter Wilhelm Hasselbach durch Heinrich Andreas Becker. Kesselbach Beigeordneter Dietz durch Wilhelm Faulstich. Lin- denstruth: Der zurückgetretene Beigeordnete ist durch Georg Krug ll. zu ersetzen. Allertshausen Bürgermeister Reinhardt durch Heinrich Schubach. Hassiakundgebung in Gießen. Die Kriegerkameradjchaft Hassia, Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen. Darmstadt, Ahastraße 5, gibt bekannt, daß am Sonntag, 30. April, 10.30 Uhr eine grobe Kundgebung, reriunden m:t Provinzialtagung der Kriegsb^ichädigten und Kriegerhinterbliebenen, im (Safe Leib in Dietzen, Wall- torstratze 36, stattfindet, zu welcher außer den Mitgliedern der Hassia, die Angehörigen der Regiments- und Marine-Verein«, sowie der Hassia nahestehenden Kameraden und Kameradinnen herzlich eingeladen sind. '-vornotizerr. — Tageskalender für Mittwoch. Etadtchcater: 1950 bis nach 22 Uhr, „Fidelio". — Lichtspielhaus Bahnhof strotze: „3a treu ist die Soldatenliebe" (heute zum letztenmal). • •* Aufgehobene Verordnung. Der Minister des Innern Dr. Müller hat durch Bekanntmachung vom 24. April 1933 die Bekanntmachung zur Durchführung der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des deutlchen Volkes vom 4. Februar 1933 vom 16. Februar 1933 aufgehoben. § 1 dieser Bekanntmachung besagte, das Sammlungen von Geld- und Sachspenden zu politischen Zwecken oder zur Verwendung durch politische Organ.sativnen ohne pol ze l che Erlaubnis verboten bleiben. Ausgenommen sind, so hieß es weiter, Sammlungen, die in Versammlungen, oder im Zusammenhang mit ihnen am Versammlungsort ftattfinLen, sowie Samin.ungen von Haus zu Haus, die sich auf Mitglieder der sammelnden Organisationen beschränken. * ' Beurlaubungen bei den Gießener UniD-ifilälsflinircn. Vom Ministerium st r Kultus und Bildu igswefen wurden mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres beurlaubt: Oberarzt Pri- oatdozent Dr. S t o r ch in ber Neroenklinit ber Lan- desunioersität Gießen, Assistenzarzt Dr. (S r ä n - berg an ber Neroenklinit ber Landesuniversität Gießen, Assistenzarzt Dr. Egon Winter an ber Universitäts-Frauenklinik Gießen und Vol.-Arzt Dr Ernst Adler an ber Unioersitäts-Frauenklinik Gießen. • • Zur Auflösung ber Notarkammer. Im Anschluß an bie Mitteilung über bie Auslösung ber Notarkammer ist zu berichten, baß ber bisherige 2 Dorsitzenbe der Hessischen Notarkammer, Notar I o st (Alzey) von ber hessischen Regierung mit ber Wahrnehmung ber Geschäfte bes Vorsitzenden ber Kammer bis zur Neuwahl beauftragt wurde. ' Keine nachträgliche Verleihung militärischer Titel, Orden und 11 ni - formen. In der letzten Zeit mehren sich die Anträge von ehemaligen Angehörigen der alten Wehrmacht um n. chträgl ch: Beförderungen, Charakter und ällnifvrmverleihungen und um Verleihung von früheren Kriegsauszeichnungen. Beförderungen, Charaktererhöhungen und Uniform» Verleihungen für Angehörige der alten Wehrmacht sind mit dem 1. Januar 1923, die Der- Sur Verlobung im Hause Hohenzollern. Dorothea von Salvtati. Prinz Wilhelm von Preußen. leihung von alten Kriegsauszeichnungen mit dem 31 Mai 1924 eingestellt worden. Eine Wiederaufnahme solcher Verleihungen ist nicht möglich, da eine gerechte Prüfung der Verdienste des einzelnen Wehrmachtsangehörigen nicht mehr erfolgen kann. • * Dingfeft gemacht. Im Juni v.I. ging der 25 Jahre alte Stadtkassengehilse Fritz Jung von Lich flüchtig, nachdem er bei ber Stadtkasse Unterschlagungen in Hohe von etwa 2000 Mark begangen hatte, für beren Ersatz ber Stabtkassenrechner von Lich haftbar gemacht würbe. Die veruntreute Summe ist mittlerweile von ben Angehörigen bes Flüchtlings zum Teil ersetzt worben. Jung tauchte vor kurzem unter Vorlage falscher Papiere in einem Arbeitslager auf, wo er Unterschlupf suchte. Die von ihm abgelieferten Papiere mußten zu einer Fest- fteUung nach Gießen gefanbt werden, wo man an bem Bild ben ungetreuen Stabtkassengehllfen von Lich erkannte. Daraufhin erfolgte in Gifhorn bei Hannover bie Festnahme bes Flüchtlings, dessen Ueberführung nach bem Gießener Lanbgerichtege- fängnis zur gerichtlichen Aburteilung dieser Tage erfolgen wird. •• Trierer Kriegsgräberfahrten. Der Vezirksverband Trier des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge veranstaltet, mit dem Monat Mai beginnend, eine Anzahl ein-, zwei- und dreitägiger Kriegsgräberfahrten an die ehemalige Westfront, die von Trier aus unter sachkundiger Leitung im Gesellschaftswagen unmittelbar zu den einzelnen deutschen Friedhöfen führen. Der Fahrtenplan erfaßt nahezu sämtliche deutschen Kriegerfriedhöfe in Frankreich: von ihnen liegen etwa 50 Friedhöfe im Bereich der eintägigen Fahrten. Anfragen mit Angabe des Friedhofs, der besucht werden fotl, sind an das Städtische Verkehrsamt, Trier, zu richten, das die Durchführung der Fahrten übernommen hat. " Warnung vor einemfalschenVor. tragsreisenden. In versch «denen Städten trat in der letzten Zeit ein Mann auf, der sich Hans ober Otto Steuer nannte und Vorträge hielt über angebliche Erlebnisse im Saargebiet. Später lietz er duichblicken, dah er eigentlich Hans von Mopelius heißt und vom Frankfurter Polizeipräsidium die Ermächtigung erhalten habe, den Ramen Steuer anzunehmen. Als Grund gibt er an, dah er von den Franzosen im Saargebiet aus politischen Gründen verfolgt würde. Diese Angaben sind Schwindel. Steuer will nur Mitleid erregen und sich dadurch geldliche Vorteile verschaffen. Da der Schwindler nicht nur Personen schädigt, sondern sein Auftreten auch geeignet ist, der Saarsache Abbruch zu tun, wird vor ihm gewarnt. ** Versammlung des Sparerbundes. In einer öffentlichen Versammlung bes Sparer- bunbes am Samstagabend im Katholischen Vereins- Haus sprach Bankprokurist König (Berlin) über das Thema „Der Sparer im neuen Deutschland". Der Redner begrüßte zu Beginn seiner Ausführungen die Säuberungsaktion der nationalen Regierung und die in Aussicht genommene Herabsetzung der Riesengehälter und Tantiemen ber Großbankdirektoren und Aufsichtsräte der großen Unternehmungen Während Parteibonzen sich 14 Jahre lang auf Kosten des deutschen Volkes bereicherten, seien Millionen deutscher Sparer und Rentner ihrer sauer verdienten Ersparnisse beraubt worden. Statt die neuen Spargelder an den kleinen Handwerker und mittlere Unternehmungen auszuleihen, hätten in den letzten Jahren viele Großbanken diese Gelder an zweifelhafte industrielle Großkapitalisten weitergegeben. Der Zusammenbruch zahlreicher Banken sei die Folge gewesen und hunderttavsende neuer deutscher Sparer seien wiederum nach ber schon im Jahre 1923 erfolgten Inflation um ihr Vermögen gebracht worden Zum Schutze des kleinen Sparers und des Mittelstandes habe der Sparerbund vor mehreren Jahren Sparerschutzkasien ins Leben gerufen, die sich von Monat zu Monat eines immer stärkeren Zuspruchs erfreuten. Die Hauptaufgabe der Sparcrfd)uRtaf|en fei es, die verborgenen Kapitalien herausuholen, um sie der nationalen Wirtschaft zu überlasten. Auch nehme sich z. Z. der Sparerbund besonders der Pfandbriefgläubiger und Anleihebesitzer an und fordere alle Besitzer dieser Wertpapiere auf, ihren Bestand bei der Sparerbundzentrale in Berlin anzumelden. Der viel zu hoch an» gesetzte Derwaltungsbeitrag der Hypothekenbanken mäste verschwinden und zum größten Teil den Pfandbriefgläubigern gutgeschrieben werden. Auch die sog Neubesitzanleihe müsse endlich einer gerechten Regelung mit jährlicher Zinsvergütung unterzogen werden Der Sparerbund brauche nicht die von jeher nationale Einstellung seiner Mitgliedschaft zu betonen, denn diese fei eine Selbstverständlichkeit, die sich schon aus dem Hauptziel „Schutz des Sparereigentums" ergebe Die Schicht der Sparer fei ein wichtiger Bestandteil der deutschen Volkswirtschaft, der besonderer Berücksichtigung und besonderen Wohlwollens bedürfe. Dienst am Volke, Recht und Gerechtigkeit und sachliche Arbeit am deutschen Wiederaufbau seien die Ziele der deutschen Sparer- bundbewegung Der Sparerbund, der hinter der nationalen Regierung stehe, werde es auch an schriftlich einzureichenden Vorschlägen und Verhandlungen mit den Regierungsvertretern nicht fehlen lasten. Mit der Aufforderung, ben Sparerbunb durch Beitrittserklärungen zu stärken, schloß ber Reber seine Ausführungen. Große Strafkammer Gießen. e Gießen, 25. April. Angeklagt waren zwei Brüder aus Hannover wegen schwerer Sir - kundenf älschung. Es wurde ihnen zur Last gelegt, einen Bestellzettel gefälscht zu haben. Sie hatten als Reisenbe bei einem Schmiedemeister Vorgesprächen, und dieser hatte «inen Bestellzettel auf Stahl ausgefüllt. Später stand ein« größere Menge als bestellt auf dem Zettel verzeichnet. Der Schmied verweigerte die Zahlung, es kam zum Prozeß, in besten Verlauf die Firma di« Klage zurückzog. Heute war nur einer der Angeklagten zur Verhandlung erschienen: der andere hatte sein Ausbleiben mit Krankheit entschuldigt. Die Verhandlung ergab, daß der er- sch «nene Angeklagte sich an den Derhandluirgen mit dem Schmied nicht beteiligt hatte: er hatte nur das Auto gefahren und draußen gewartet. Dieser Angeklagte wurde mangels DewäseS frei- gesprochen. Die Verhandlung gegen den zweiten Angeklagten wurde abgetrennt. Ebenfalls freigesprochen wurde ein junget Bursche, der im Dezember vorigen Jahres bei einem Demonstrationszug der Eisernen Front gerufen hatte: „Rieder mit der Hitler-Regierung". Gr war deshalb wegen öffentlicher Aufforderung oder Anreizung zur Gewalt gegen Personen an- geklagt. Die Freisprechung erfolgte im Einklang mit der Rechtsprechung des Re.chsgericht, wonach ein derart allgemein gehaltener Ausdruck als Aufforderung oder Anreizung nicht genügt, ferner weil nicht anzunehmen war, daß der Angeklagte sich etwas Greifbares dabei gedacht hat, Treugelöbniffe aus dem Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 25. April. Die Bürgermeister - Versammlung des Kreises Lauterbach richtete an den Herrn Staatspräsidenten folgendes Telegramm: „Die versammelten Bürgermeister des Kreises Lauterbach geloben der neuen Regierung Gefolgschaft In altbewährter Treue und stellen sich rückhalllos in den Dienst des großen nationalen Werkes der Erneuerung. gez.: Dr. Michel, Kreisdirektor." Der Herr Staatspräsident antwortete darauf telegraphisch wie folgt: „Staatsregierung dankt der Bürgermeisterversammlung für Gelöbnis und grüßt den treuen Vogelsberg mit Hessengruß, gez.: Dr. Werne r." Einstellung von 75 Anwärtern bet öer po'izei. Darmstadt, 25. April. (WSN.) Die Staate- Pressestelle teilt mit: In der Hessischen Polizei sind 75 Anwärter eingefteUt worden, die ausjchließ - lich aus der SA., SS. unddemStahlhelin hervorgegangen sind. Damit ist der Regierung und auch bem hessischen Volk die Bürgschaft gegeben, daß auch in Zukunft der neue Geist der Polizei niemals verwässert ober verfälscht werden kann. Oer neue Darmstädter Stadtrat. Darmstadt, 25. April. (WSR.) Die Zahl der S t a d t r ä t e für Darmstadt ist auf Grund des Gleichschaltungsgesetzes auf 35 festgelegt worden. Die RSDAP. nimmt davon 20 Plätze ein, die SPD 9, das Zentrum 2, bie Kampffront Schwarz-Weih-Rot und Christlich- soziale-DVP. ebenfalls je 2 Eitze. Drei frankfurter Polizeibeamte in Schuhhast. WSN. Frankfurt a. M., 25. April. Gestern wurden ber Kriminalbezirkssekretär Len, ber Polizeihauptwachtmeister Schönbach unb ber Polizeimeister Wierschein in Schutzhaft genommen. Die brei Beamten waren vor ber Umwälzung in führenber Stellung bes Polizeibeamtenverbanbes tätig, und man macht ihnen über ihre Tätigkeit schwere Vorwürfe. Eine Versammlung, die zu diesem Zweck abgehalten wurde, verlief außerordentlich erregt, so daß sich die Polizei veranlaßt sah, tm Interesse der persönlichen Sicherheit die drei Beamten in Schutzhaft zu nehmen. Slrcie Wctzlar. * Krofdorf, 26. April. Bürgermeister Brockmeier, der in der Nacht zu gestern anläßlich des gestern berichteten Vorfalles zu seiner eignen Sicher- beii von ber Wetzlarer Polizei in Schutz hast genommen unb nach Wetzlar verbracht worben war, hat gestern nach Aushebung ber Schutzhaft seinen ihm alljährlich zustehenben Urlaub angetreten. Seine Vertretung im Amt erfolgt gesetzmäßig. Wettervoraussage. Allmählich bringt ozeanische Luft vor und bringt Bewölkung unb auch Niederschläge mit sich. Mit der weiteren Zufuhr maritimer Lust bürste sich mehr eine Westwetterlage entwickeln, wobei ber Witterungscharakter etwas wechselhaft wirb. Die Temperaturen gehen später leicht zurück, unb einzelne gewitterartige Schauer dürsten noch auftreten. Aussichten für Donnerstag: Ausgeglichenere Temperaturen und mild, meist wolkiges Wetter mit etwas Regen. Lufttemperaturen am 25. April: mittags 16,3 Grad Celsius, abends 10,4 Grad, am 26 April: morgens 8,2 Grad. Maximum 16,6 Grad, Minimum 1,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe um 25 April: abends 17,3 Grad, am 26. April: morgens 9,1 Grad. — Sonnenscheindauer 12% Stunden. ZAHNPASTA - erhält die Zähne schön weiss v.gesund Denken Sie an Stoffe, «lenken Sie an !♦ Bernard im 73. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 2798 D Am 25. April, vormittags 9 Uhr, verschied der Mitinhaber unserer Firma Herr Brauereibesitzer Heinrich Ihring Fahnenstoffe 2261 A LViv suchen Lieh, Butzbach, den 25. April 1933. 2.24 1799 V 0.85 Färbung . p. m 0.98 Laden. 02597 offene Viersitzer in, Waschmaschine MMW gesucht. 0369» Carl-Vogt-Ltr. 10. Lieh, Butzbach, den 25. April 1933. 9800 n Gardinen Baustoffe sowie das Aufmachen. 2H6D Haus der Handarbeit Seltersweg 73 aller Art werden in unseren Werkst .tten durch geschulte Kräfte angefertigt. Wollen Sie dieselben selbst anfertigen, so schneiden w-r die bei uns gekauften Gardinen gerne zu. Aeltera Stoffe können verwandt werden. Auch übernehmen wir die Lieferung ganzer Innen-Ausstattungen weiß entsprech, billiger Beinwell. Fahnenstofl, schwarz, weiß, rot, 50 cm breit, echte Färb., p. m im 73. Lebensjahr. — Er war fast 50 Jahre in unserer Firma tätig und hat an deren Entwicklung die größten Verdienste. Wir werden sein Andenken stets in höchsten Ehren halten. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 27. April, nachmittags 3 Uhr, in Lieh vom Trauerhaus aus statt Nach schwerem Leiden entschlief heute vormittag unser Seniorchef Herr Brauereibesitzer Heinrich Ihring im Alter von 73 Jahren. — Wir betrauern in dem Verstorbenen nicht nur den ehrenwerten, charakterfesten Chef, der das von seinem Vater übernommene Geschäft zu hoher Blüte brachte, sondern vor allem den Menschen voll seltener Herzensgüte, der uns immer gerne mit Rat und Tat zur Seite stand. Wir werden des Verewigten allzeit in dankbarer Verehrung gedenken. Heute früh entschlief nach kurzem schweren Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Schwager Herr Brauereibesitzer Heinrich Ihring Tüchtiges SalbkWuMAn Die Prokuristen, Angestellten und Arbeiter der Brauerei Ihring-Melchior. In Hausen wurde unter dem Rindvieh- bestande der ansteckende Scheidekatarrh festgestellt. Die Gemeindebullen dürfen bis auf weiteres zum Sprung nicht zugelassen werden. 2806C Der Dieb reißt aus. er nahm nichts mit — er ließ was da! Ein Stückchen Hosenboden nämlich, das ihm der Stacheldraht beim Heraufklettern an dem neuen Gartenzaun herausriß. Denn Stacheldraht ist kampfbereit! Wie leicht hätte der Kerl ein paar der liebevoll gepflegten Bäumchen mitgehen heißen, oder die sorgsam angelegten Beete zertrampelt Gut, daß der neue Zaun so gründlich abgehalten hat. Wie leicht ist’s doch, sich selber solch einen schützenden Zaun aus Drahtgeflecht und Stacheldraht aufzustellen. Und Sie? Wollen Sie erst abwarten, bis Sie unerwünschten Besuch hatten? Lieber gleich zu Hans Ihring Elisabeth Küchel, geb. Ihring Marie Melchior, geb. Ihr.ng Gertrud Ihring Lieh, Butzbach, den 25. April 1933. Brauerei Ihring-Melchior Kommandit-Gesellschaft Auch m sehr schweren Fällen hat die seit 6 Fahren bewährteBreslauerHörkavsel geholfen. Kein Hörrohr, kein elektrischer ÜIPDarat. Beauem im Ohr bei jeder Art Tätigkeit au tragen. Die Erfindung eines Ingenieurs, der seit seiner Kindheit sehr schwerhörig war. Notariell beglaubigte Dankschreiben mit voller Adressenangabe. Unser Vertreter ist am Freitag, dem 28. Avril, inGießcn.Bahnhof-Hotel. 1 .Eta., von <) bis 19 Uhr, erteilt kostenlos Auskunft und nimmt Bestellungen entgegen. 6öriopki-@e|eiifö)fllt,Bteslflüi6. AeuMche preiswert zu verk. Marktplatz 10 im anerkannt beste Qualitäten liefert prompt und billigst 2621 D C. Rübsamen Fernsprecher 3659 1.60 1.92 Fahnenstoff, 115 cm breit rotund schwarz,f.große Fahn., allerb.Indanthr.- GIESSEN AM OSWALDSGARTEN -jtA [Verschiedenes | 4000 Ä sofort auszuleihen auf l.Hppotbek und gegen zeitgem. Verzinsung. Schr. Ang. unt. 02591 a.d.G.A. Eilt! Aufl.Hrwoth.Baugelände t.22.ü.5000 werden per sofort 1500 RM. gesucht. Schr. Ang. U.2811D a. d. G.A. billig zu verkaufen. Bleichstr. 22. 02588 Amtsverkündigungen aus den oberhessischen Kreisen. zireis Gtetzeu Die Direktion der Städtischen Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen hat bei dem Herrn Minister des Innern um Genehmigung zur teilweisen Umlegung ihrer Hochspan- nungssreileitung in der Gemarkung Rödgen nachgesucht. Gemäß Artikel 3 des Hessischen Gesetzes über die Anlage von elektrischen Hochspannungsleitungen und von Gas- und Wasserleitungen vom 30. Marz 1928 werden die die Umleitung betreffenden Pläne und Beschreibungen in der Zeit vom 26. April bis 2. Mai einschließlich auf der Bürgermeisterei Rödgen zur Einsicht der Beteiligten offengelegt. Etwaige Einwendungen gegen das Unternehmen sind während der Offenlegungsfrist und innerhalb einer Woche nach ihrem Ablauf bei dem unterzeichneten Kreisamt schriftlich unter Angabe der Gründe oorzubringen. Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz,Unterricht, Wirtschaft u.Technik Herausgeber: Dr.Oskar Prochnow Der Naturforscher“ ist die allgemeinverständliche, hochwertige naturwissenschaftl cheMonatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild u.Wort von angesehenen und bedeutenden Mitarbeitern aus allen Gebieten derNaturwissehschaften.Preis: Vierteljahr) nurRM.2 50 Probehefte u Werbeblätt kostenlos Hugo BermühlerVerlag - BIn-Llchterfeide L. BERNARD Stoll-Sperl alhans — Ploekstrafle 16 Welche absolut werbe- und organisationssichere Persönlichkeit möchte sich großzügig entwickeln können? Bewerbungen zu richten tm MlMMlMe 27MV MenMWeriiWviivk A.S. — Ursprung 1806 — Braunschweig — Postfach. Der Ingenieur Walter Müller zu Lang- Göns beabsichtigt, auf dem Grundstück Flur II, Nr. 441 der Gemarkung Lang- Göns eine Feldbrandziegelei zu errichten. Die Pläne hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an gerechnet, auf der Bürgermeisterei Lang- Göns zur Einsicht für Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind bei Meldung des Ausschlusses innerhalb der Offenlegungsfrist schriftlich oder zu Protokoll bei der Bürgermeisterei Lang-Göns vorzubringen. B.f.B.OSe.B. Freitag, 28. Avril, abends 8'/? Uhr im Bereinsheim Anßerordtl. Haupt- Versammlung Tages-Ordnung: 1. Satzungsänderg. bett. Spielerveri. 2. Evtl. Anträge. 3. Anordnungen u. Treffpunkt z. Festzug am 1. Mai. Mäßige Preisei Schnelle Bedienung! Fahnenstofl,80cm breit, ä f|p weiß, kräftige Kretonne-11 mäßemUnierrichi und sorgf. Erziehung zu SelbslLndigkeii und pfllchibewußtseln. Keine privat» llunden eisorderlich. Sexta—llnierset.,Ob.-Realsch. itJteal» gymnasium. Kein Zei vertu L Umschulungen. Gesunde Lage an ausgedehnten Waldungen. Anfragen an Dr. Lunns. »s-übrenöe, für das ganze Reichsgebiet zugelafs. Privat - Kranken - Persicherung vergibt die (2802V) WIMM iiit «en u. Umgebung z. äußerst günstigen Be- dmgungen.Besondersvorteilh.Land- Tarif l Monatsbeitr. Mk. 2.80), sowie 3 weitere konkurrenzlose Tarife. Die Vertretung kann auch als lohnender Neberwerdienst betrieben werd. Ang. vonBerficherungs-Fachleuten bevorzugt. Angebote unt. D8376 an Annoncenmayer,Frank(.a.H. I Donnerstag, den 27. April 1933, nachmittags 2 Ahr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2805D 1 Radioanlage, 9 Diwans, 1 Nähmaschine, 5 Schreibmaschinen, 1 Eßzimmer, 2 Warenschränke, 1 Registraturjchrank, 2 Klaviere, 1 Damenfrisiertoilette, 3 Vertikos, 2 Tische, 1 Broschüren-Heft- maschine, 1 Perforier- und Rillmaschine, 75 Weinbücher, 3 Gläserschränke, 1 Wirtschaftsbüsett, 6 Büfetts, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Lüster. 1 Sprechapparat, 1 Kommode, 1 Grammophon, 2 Kleiderschränke, 1 Wäscheschrank, 1 Vitrine, 1 Spiegel, 1 Waschtisch, 1 Bücherschrank, 1 Kredenz, 1 Schreibtisch, 1 Sessel, 1 Ständerlampe, 1 Teppich, 1 Chaiselongue mit Decke, 1 Harmonium. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Bersteigerungslokal): 1 Pferd, 1 Horch-Personenwagen, 1 Hobelbank, 2 Schweine, 1 Bohrmaschine. 211 ö 11, Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 — Telephon 3239 Alter Herr oder Dome auch altes Ehepaar, findet auf kürz, oder längere Zeit schönes fjelm unö Pflege bei evang. Ehepaar i.Gießen.Schr.Ang. unt. 02589 a.d.G.A. Zwei schöne sonnige Partaiiniw Lonnstraße, möbl., als Logis ob. Büro an Dauerm. abzug. Schriftl. Ang. unt. 02600 a. d. Gß. Az. Garage mit u. ohne Wagenpflege zu vermieten. Groß-Garage Am Aulweg. 025ee DKW 200 i elektr. Licht, sehrgut erhalt., zu verkaufen oder Tausch gegen stärkere Maschine 'Näheres bei Weller, Leihgestern. Weg 29 Photo-Apparat 9X12, 1:4,5 hamrollkliMlM Original Zön billig zu verkaufen. Friedrichttr. 9. [02593 MöblZimmer z.Preise v.Rm. 15.- zmiet.ges.Schr.Ang. u.02602a.Gieß.Anz. | Stellenangebote | Lehrling m. gut. Volksschulb. f. em Detail-Gesch. gesucht. Schr. Ang. mit Zeugnisabschr. erbeten unter 02607 an den Gieß.Anzeig. Weifabinder- Lehrling wird sofort gesucht. Weinbindermeister Schäfer Tnubringen. 2773V ünabhäng.bess. Frau i.Hausb.«.Krankenpflege erf.,z.l.5.ges. Vorzust. abd. zw.'/ ,8 u.9. Stephanstr.39p. Weg. Verheiratung des seitherigen, jüne. Mädchen zuverl. u. fleißig, für bald gesucht. Näher, zw. 8—10 norm. u. I27—8Ufit abds.o26it Neuen Bäue 25, I. 4-, 5-, 6 und 7- Zimm.'Wohn. zu vermieten, ozsoa Wohnungsnachweis Schanmberger&Sohn Ludwigstraße 30. Ger. 2-Zimm.-W. m. all. Zub. außerb. derStadt, monatlich 35 M sofort od.fvät. zu verm. Schr. Ang. u. 02598 a. d.G.A. Mbl.Zimmer oder 02606 Wohn- und Schlaf- zimmetlev.f.2Pers.l zu vermieten. Tauermiet. bevorz. Tel.u. Bad Vorhand. Lftanlage 49 n. | Mietgesuche | Angestellter sucht sonnig., freundliches Zimmer Schr.Ang. m.Pr.u. 02v10 ack>.Gieb.Anz. Gelegenheit! 1 fast neues Mark.- Piano (*/s Jahr im Gebr.)schw.vol.,77^ Okt., sehr weit. unt. Perkaufs-Preis, sofort zu verkauf. 02608 (?. Zollinger Gleßen.Seltersw.69H Kreissäge j Kräftige .Kreissägewelle m. Holzgestell u.Niem. bill. abzug. Zuerfr.i.Gieß.Anz. tadellos.Verfassung,^ sehr preiswert. naaA Ovel, Gießen Frankfurter Str. 52 8/40 PSW mit Gaftfitzen, sehr gut erhalten, sowie Limousinen u. Lieferwagen 02601 billig abzngeben. O.3o|er.IeL3096 4/16£pel,2SI6et in gutem Zuftand, neue Bereitung, zu 300 RM. bar z. verkaufen. Fahre den Wagen Freitag in Gießen vor. 02595 Humbert Gladenbach.H.N. Mittwoch, 26. AprilsyZo Giehrner Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Ht.97 Zweites Blatt Für den Büchertisch. Hessische Geschichte und Volkskunde ifl Gerhard Ganzleinen Hygiene und Raffenpflege be- hard otalling, Oldenburg i. O. Geb. 1 Mark. — (547.) — Ernst Rudolf Huber zeigt in dieser Schrift Gefcchren, die von größter politischer Bedeutung für Gegenwart und Zukunft find. Was das alle Deutsche Reich zugrunde gerichtet hat, der „politische Mißbrauch des Heichsgedankens und der Prozeßmöglichkeit", die traurige Zeit der Prozesse vor dem Reichskammergericht uno dem Reichshofrat, das lebt heute wieder auf. Der Slaatsaerichtshof wird zum Instrument reichsfeindlicher Tendenzen des „Parteienbundesstaates". Hubers Kritik des Leipziger Urteils ist nicht nur ein Plädoyer für die Er Haltung der Reichsgewalt, es ist der Weckruf eines Deutschen, der erkennt, daß mit diesem Urteil eine alte deutsche Krankheit das Reich zu zerfressen beginnt: der föderalistische mißverstandene „Eigen- wuchs" und der parteipolitische Egoismus. höchster Aktualität, insofern es die heute führenden Persönlichkeiten des Reiches in Bild und Karikatur des Auslandes zeigt: wir sehen, wie die politische Bildpresse der anderen arbeitet und in welch ungeahntem Maße durch sie das Urteil der Massen beeinflußt wird. Bildsälschungen werden aufgedeckt und ihre politischen Hintergründe nachgewiesen. Und in einer Anzahl vorzüglicher Textbeiträge deutscher Ausland Berichterstatter wird die Mentalität der anderen großen Nationen gedeutet und gezeigt, warum das Ausland uns in solcher Verzerrung sieht. Damit werden uns die geistigen Waffen an die Hand gegeben, der Verkennung deutschen Wesens zu begegnen. — Ern st RudolfHuber: Reichsgewalt und Staatsgerichtshof. Stalling-Bücherei „Schriften an die Ration", Band 42. Verlag (9er- — Rassenpflege im völkischen Staat. Ron Prof. Dr. Staemmler. Preis geh. 2,20 Mk. 3. F. Lehmanns Verlag, München. (61.) — 3n knapper Form gibt der Verfasser seine Ansichten über die Rassenzusammensehung des deutschen Volkes, über Vererbung über die Gesetze der Fruchtbarkeit und der Auslese, über Dcvölkerungspolitik vom völkischen Standpunkt aus. — Die Vlutgruppenbestimmung in Vaterschaftsprozessen. Gemeinverstand, lich dargcstellt von dem Hygienischen Institut der Hessischen Landesuniversität. Direktor Prof. Dr. med. Phil. Kuhn. Druck und Verlag von Justus Christ, Gießen. (£0 ) — Die Ergebnisse der Vlutgruppensorschung sind für Jugendämter, Gerichte, Rechtsanwälte, Studierende der Medizin und der Rech swi senschaft gemeinverständlich Dar- gestellt. Die sog. Blutgruppen O, A 6 und AB und schließlich auch die Blutgruppen M. N und M N werden dem Laien einfach und klar unter Fortlassung ollen verwirrenden gelehrten Beiwerkes geschildert. Es wird gezeigt, daß durch Verbindung der Untersuchung auf die Blutgruppen O, A, B uni) A B mit der Untersuchung aus die Blutgruppen M, N und M N die Aus» schluhmöglichkeiten in Vaterschaftsprozessen sich etwa verdoppelt Haden, daß heute bei gemeinsamer Anwendung beider Methoden etwa ein Drittel aller zu Unrecht Beschuldigter von der Vaterschaft ausgeschlossen werden kann und daß sich Fälle, bei denen zwei Männer als fragliche Erzeuger in Betracht kommen, diese Ausschluß- Möglichkeit sogar aus 40 Prozent erhöht Der Wert des lediglich für den Laien als Einführung gedachten Echristchens liegt in der überaus verständlichen einfachen und klaren Darstellung des Themas. Dr. med. Kranz. — Die Sterilisierung Minderwertiger in Deutschland. Von Dr. med. A. Wichmann. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. med. PH. Kuhn. Druck und Verlag von Justus Christ in Gießen. (91.) — Aus der Abhandlung geht hervor, daß es eine unverantwortliche Kurzsichtigkeit bedeutet, nur für das lebende Geschlecht zu sorgen, daß die Gesundheit der kommenden Geschlechter für die Zukunft unseres Volkes ausschlaggebende Bedeutung hat und daß die rassenhygienische Forderung nach Unfruchtbarmachung Minderwertiger ein Gebot der Stunde ist. Die von den verschiedenen Autoren in Deutschland festgestellten Zahlen der Minderwertigen werden mitgeteilt, ebenso die enormen Unkosten, die dem Staat durch den Unterhalt dieser asozialen Menschen erwachsen. Don sonders lokalem Interesse dürften die vom Ter fohlen. Ä Prof. D r. P hi laleth es Kühnste Führer frage der Deutschen. Verlag Adolf Bonz & Comp., Stuttgart. (116.) Der Hygieniker unserer Landesuniversität, der als Distriktschef in Südwestasrika, Schuhtruppenführer während des Hereroaufstandes und in zahlreichen ärztlichen Verwaltungsdienststellen der Heimat und der Kolonien die Bedürfnisse unserer Verwaltung, wenn man sie in das rechte Verhältnis zum Volkscha- ratter bringen will, tennengelernt hat, behandelt in dieser nachdcntlichen und anregenden Schrift schlechthin das Problem unserer staatlichen Organisation. De^ Verfasser geht davon aus, daß unsere deutsche Eigcnwescnhcit, die dem nordischen Streben nach Wahrhaftigkeit entspringt, wohl der Ausbildung von Persönlichkeiten dient, aber auch der Parteizersplitterung und der Zerrissenheit des Voltes Vorschub leistet, wenn es nicht gelingt, den wertvollen Kern, der in der deutschen Eigenwesenheit liegt, für den Dienst am Gemeinwohl nutzbar zu machen, ohne die Schattenseiten eines auf die Spitze getriebenen Individualismus überwuchern zu lassen. Die bisherigen Versuche hierzu lehnt Kuhn unter einleuchtender Begründung ab und kommt zu der von Moltke im preußischen Gro- ßen Generalstab und in den oberen Kommando- stellen des Heeres begründeten Zwiesührung, von deren Anwendung in allen Zweigen der staatlichen Verwaltung, wie besonders auch im Ausbau unseres Schulwesens, unserer wissenschaftlichen Einrichtungen, unserer Wirtschaft und schließlich auch des privaten Dereinswesens er sich die fuan- mäßige Heranziehung einer breiten Führerschicht verspricht, deren Fehlen dem deutschen Volke so oft schon in kritischen Augenblicken seiner Geschichte zum Verhängnis geworden ist. Die Zwic- führung, die sich vom römischen Konsulat dadurch unterscheidet, daß sie in Wahrheit nur eine Spitze hat, den Führer, dem der jüngere Zwic- führer (im Heere der Chef des Stabes) mit dem Recht und der Pflicht zur Meinungsäußerung zur Seite tritt, versöhnt Jugend und Alter, ermöglicht eine zweckmäßige Arbeitsverteilung und fördert die rechtzeitige Führerauslese. Es wird damit an Gedanken angeknüpft, die Ottmar Spann (Befreiung) und Oswald Spengler (Moltke als Schöpfer des Dorbildes für einen neuen deutschen Dearntenkörper) in ihren grundlegenden Werken entwickelt haben, aber Kuhn zeigt die Rotwendigkeit ihrer praktischen Durchführung an treffend skizzierten und einleuchtenden Beispielen aus dem öffentlichen Leben und zuletzt auch ihre Anwendbarkeit auf die Staatsführung selber, für die er sich nach Ablehnung des parlamentarischen Systems und der Erbmonarchie für eine Wahlmonarchie einseht nach dem Beispiel des sich immer wieder erneuernden englischen Adels, der katholischen Kirche, der römischen Adoptivkaiser und schließlich der faschistischen Rachfolgeordnung im modernen Italien. Kuhns anregende und aufschlußreiche Schrift verdient gerade im Augenblick einer grundlegenden staatlichen Reuordnung in Deutschland besondere Beachtung, wenn diesmal Fehler vermieden werden sollen, die dem deutschen Volk schon so oft verhängnisvoll geworden sind. — Willy Stiewe: „So sieht uns die Welt" (Verlag Deutsche Rundschau G. m. b. H, Berlin). Preis 3,20 Mark. — 78.) — Das Buch gibt Auskunft, welche Anschauungen über Deutschland im Ausland verbreitet sind. Wir sehen Bilder, die uns den ganzen Abstand der reihend schnellen Entwicklung unseres Volkes von den langsam nachfolgenden Versuchen der anderen, diese Entwicklung zu verstehen, vor Augen führen. Stiewes Buch ist von — Wilhelm Hoffmann, R h e i n h e s - fische Volkskunde. 1932. Verlag von Ludwig Röhrscheid in Bonn und Köln, Preis 7,50 Mk. — (19.) — Es gab eine Zeit, da die Bevölkerung der reck;tsrheinischen hessischen Landesteile mit den Rheinhessen nicht gerade harmonisierte. In Darmstadt war man nicht sonderlich erfreut, als Rheinhessen im Jahre 1816 zum Großherzogtum Hessen kam, namentlich hätte der damals regierende Großherzog lieber gesehen, wenn Westfalen feinem Staat angegliedert worden märe. Viele Jahrzehnte hin- durch glaubten die Rheinhessen, besonders die Mainzer, daß sie in Darmstadt gegenüber Oberhessen und Starkenburg zurückgefetzt würden, es bestand und besteht auch heute noch ein Gegensatz zwischen der Art der rechtsrheinischen und der linksrheinischen Bevölkerung: der Rheinhesse ist von ganz anderem Schlage als der Bewohner des Vogelsberges und der Odenwaldtäler. Deshalb ist es von Wichtigkeit, daß die Wissenschaft der Volkskunde ihre Forschungen auch auf Hessen ausdehnt. Wilhelm Hoffmann hat in feiner „Rheinhessischen Volkskunde" es mit großem Glück unternommen, Land und Leute in Rheinhessen zu schildern. Er selbst ist geborener Rheinhesse und hat die weitaus größte Zeit seines Lebens in seiner Heimatprovinz zugebracht, somit beruhen seine Schilderungen vorzugsweise auf eigenen Feststellungen. Aber er beherrscht auch durchaus die Geschichte des Landes, dem er angehort, weiß von den früheren Herrschaften, die aus dem linken Rheinufer sehr zahlreich waren, zu erzählen, und weiß auch, wie in den verschiedenen Territorien die Regierungen auf das Volksleben gewirkt haben. Er schildert die Dorfanlagen, Straßen und Häuser, redet von Trachten, verbreitet sich namentlich über Sitten und Gebräuche, über Ackerbau, Weinbau und Handwerk, über religiöse Sitten, Scherzreden, sowie über den Handel und die Verkehrsverhällnisse. Professor Maurer und Dr. Szogs liefern zu dem Buch einen Beitrag über die Volkssprache. Ungemein reichhaltiges Material ist darin verarbeitet, 74 charakteristische Abbildungen sind beigegeben, alles in allem ist Hoffmanns Buch eine Darbietung, der man nicht nur in Hessen, sondern auch über die Grenzen des Dolksstaates hinaus mit großem Interesse begegnen wird. — „ — Hessen-Rass auifches Dolksw o r - terbuch .. bearbeitet von Luise Berthold. Band II, Lieferung 6 (Metzehaupt bis Muhheinz). Marburg: Elwert 1933. 2,50 Mk. - Die sechste Lieferung des wertvollen, auch Oberhessen ein- Politik und Geschichte. _Theodor Mommsen: Das Weltreich der Casaren mit einem Nachwort von Prof Eduard Norden. Ganzleinen, Preis 4,80 Mark. 820 Seiten, lieber 200 Tiefdrücke auf Tafeln und 10 Landkarten. Phaidon-Verlag in Wien. — (56.) Der Verlag hat schneller, als -erwartet werden konnte, fein Versprechen eingelöst und legt nun mit einem überaus stattlichen und glänzend illustrieren Bande den fast ungekürzten 5. Band der Rörniichen Geschichte vor. Er enthält eine Kulturgeschichte der gesamten antiken Wett. Ein zweiter Teil ist aus den -Kapiteln über Literatur, Kunst und Kultur zu- lanimengelragen, die in dem Originalwerk verstreut waren. Besonderer Wert ist in diesem Band auf das Abbildungsmaterial gelegt. Es ist wiederum außerordentlich jorgfäüig vusgewählt und nut verschwenderischer Fülle und in technisch ausgezeichneter Wiedergabe geboten. Besonders begrüßenswert ist daß in diesem Bande auch das Kartenmatenal nicht zu kurz gekommen ist und auch eine große farbige Karte beigegeben wurde. — M E. Townfend. Macht und Ende des deutschen Kolonialreiches. Verlag Günther Schulz in Leipzig C 1, fRofjftr. 5/7. preis 4,80 Mark mit 64 Bildern in Tiefdruck. — (558.) — Es ist bemerkenswert, daß in die nicht sehr zahlreiche Literatur über die Geschichte der deutschen Molonialbeftrcbungen nun zum erstenmal auch ein Engländer mit einem Buch eintritt, das auf Grund sorgfältiger Quellenforschung der deutschen Kolonial« polltik durchaus gerecht wird. Der Verfasser geht weit zurück auf die ersten Anfänge kolonialer Bestrebungen in Deutschland, untersucht dann die Bc- mÜbungen zur Gründung eigener Kolonien in der Bismarckschen Aera und schildert schließlich die gute wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Schutzgebiete unter der deutschen Verwaltung bis zum Kriege. Die Uebertragung des Krieges in die Kolonien macht auch er den Alliierten zum Vorwurf. Die letzten Kapitel find dem Kolonialfeldzug und den Bestimmungen des Versailler Vertrages über den Raub der Kolonien gewidmet. faster in diesem Zusammenhang angegebenen Ge- sam' ürsorgekosten der Stadt Gießen sein, die 19.0 eine Höh: von 1 755 678 Mk. erreichten. Aus dem Abschnitt über die Abhllfemaßnahmen gegen die Minderwertigkeit geht hervor, daß gerade das Aufblühen der Wohlfahrtseinrichtungen die Lebensdauer der Asozialen und das Maß ihrer Fortpflanzung den Vollwertigen gegenüber steigert und daß als einzig wirksame Methode der Zukunft die künstliche Unfruchtbarmachung der Minderwertigen anzusehen ist. Hierbei wird auch der prinzipielle Unterschied zwischen Sterilisation und Kastration erörtert. Die Abschnitte über die historische Entwicklung der Sterilisation in Deutschland und in anderen Ländern sind sehr lesenswert und lehrreich. Klar und einfach wird der Standpunkt geschildert, den die Psychiater, die Rassenhygieniker und die Kirche gegenüber der Forderung nach Steril.sation Winderwer.iger einnehmen. 3n dem letzten Kapitel wird die Einstellung der Politiker verschiedenster Richtungen der Rassenhygiene gegenüber besprochen und gezeigt, daß die rassenhygienischen Bestrebungen bei den verschiedenen Dölkern verschieden sind und auch verschieden sein müssen, weil eben jedes Volk seine eigene Rassenhygiene hat. Ferner wird bewiesen, daß der von den Gegnern immer wieder erhobene Vorwurf gegen die Rassenhygiene, sie schüre den Haß der einzelnen Rassen gegeneinander, unberechtigt ist. Bei der Fülle des in der Arbeit zusammengetragenen Materials ist eine eingehendere Besprechung unmöglich. Da das klar und verständlich abaehandelte Problem heute außerordentlich aktuell und seine Lösung für die Zukunft des deutschen Dolkes entscheidend ist, dürste die Anschaffung des Heftchens in jeder Weise zu empfehlen sein. Dr. med. Kranz. — Ein Führer zu gesunder und glücklicher Ehe nennt sich ein Buch aus der Feder eines der meistgelesenen medizinischen Schriftsteller Deutschlands, Dr. med. W. Schweisheimer: ..Dars icd heiraten, Herr Doktor?" (Wilhelm Köhler, Verlag, Winden i. W.. 160 Seiten, Preis 1,60 Wk. — 124.) — Die vielfältigen Fragen und Probleme, die vor einer Eheschließung geprüft werden sollten, alle Einzelhetten des Ehelebens, die zahlreichen gesundheitlichen Fragen, die Gesetze der Vererbung usw. werden hier von berufener Seite offenherzig aber dezent in allgemeinverständlicher Weise erörtert. — Hitler, Eine deutsche Bewegung von E. Czech-Jochberg, völlig neu bearbeitete Auslage, 61. bis 65. Tausend. Verlag Gerhard Stallinq, Oldenburg i. O. Preis in Ganzleinen 2,85 Mark. — (47.) — Jetzt, da Adolf Hitler Reichskanzler geworden ist, verdient dieses Buch, das nunmehr in neu bearbeiteter Auflage und in 65 000 Exemplaren erschienen ist, besondere Beachtung. Hier wird von einem Gesolgmann Hitlers in einer plastischen und leidenschaftlich bewegten Sprache das Werden Hitlers und der nationalsozialistischen Be- roegung von den ersten Anfängen bis zu den Ereignissen der neuesten Zeit dargestellt. Jedem, der sich über die Entwicklung der NSDAP, und ihres Führers gut unterrichten will, sei dieses Buch emp* schließenden Mundartwörterbuchs führt schon bis Spalte 384 und dringt fast bis zum Ende des Buchstabens M vor. Einen großen Teil seines Inhalts bilden die Zusammensetzungen mit Metzger. Metzler, Milch, Mist (über fünf Spalten!), mit, Mittel, Mucke und Mücke. Die Steigerungen durch ..mords—" gehen über das schriftsprachliche Maß hinaus: mordsschön, -schlecht, -groß stehen neben mordsdumm und -faul, neben Mordsspah und -spektakell An Kartenbildern bietet diese Lieferung die Verbreitung der Bezeichnungen für das Mietgeld (Mietpfennig, -taler, -geld, Licb- pfennig, Dinggeld, -taler), für morsch (die Birne ist milde, mürbe, moll, muck, teigig), und für Mutterschwein. Wenn auch die Zimmersliege durch ein Kartenbild vertreten wäre, könnte man das Lieber- und Gegeneinander von Wucke und Mücke klarer beobachten. Auch diese Lieferung gibt wieder eine Fülle von Anregungen: man kann nur die Aufforderung immer wiederholen, daß möglichst viele, vor allem die Schulen aller Gattungen, zur Vertiefung ihres deutsch- und heimatkundlichen LInterrichts, sich das Wörterbuch verschaffen. Erlangen. Friedrich Maurer. — Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins. Reue Folge. 30. Band. Verlag von Alfred Töpelmann, Gießen 1932. — Der vorliegende Band enthält die folgenden, für die Geschichte unserer Provinz und ihrer Rachbargebiete aufschlußreichen und interessanten Abhandlungen: „Sie Eisenhütte zu Hirzenhain. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Eisen- Hüttenwesens.'^ Don Lehrer Fritz Sauer (Ober- Lais). — „Salinen und Salzhandel in der Wetterau mit besonderer Berücksichtigung von Rauheim im 17. und 18. 3ahrhundert" von Dr. Elsa Blöcher in Wallau. — „Dos Archiv eines Alsfelder Patriziergeschlechts" von Prof. D. Dr. Eduard Edwin Becker in Darmstadt. — „Decken sich die .Capturae Itani et Madabrahtes' mit der späteren Gemarkung Landenhausen?", von Ka,n- merdirektor i. R. Dr. h. c. K. Th. CH. Müller in Darmstadt. — Ferner enthält der Band eine vom Herausgeber besprochene Liebersicht über die neuere Literatur zur Geschichte Oberhessens und der Rachbargebiete, den Vereinsbericht des Schriftführers über die 3ahre 1930 bis 1932, schließlich den Bericht über das Oberhessische Museum und die Gailschen Sammlungen von Museumsdirektor Professor Paul Helmke in Gießen. Neue Dramen. — Ernst Wiechert: Das Spiel vom deutschen Bettelmann. (Die kleine Bücherei Nr. 18.) In farbigem Geschenkband 80 Pf. Albert Langen Georg Muller, München 1933. — (94.) — Mehrere Rundfunksendungen hoben Ernst Wiccherts „Spiel vom deutschen Bettelmann" schon vor der Drucklegung berühmt gemacht Don dieser an Um- ang kleinen, ihrer Bedeutung nach großen und star ken Dichtung wird überall eine bewegende und erhebende Wirkung ausgehen, beim einfachen Lesen wie bei Aufführungen von Laienspielern, die nicht lange auf sich warten lassen werden. In der schlichten eindringlichen Weise eines Votksfpieles deutet der Dichter unser Schicksal der letzten Jahrzehnte bis zur jüngsten Gegenwart: deutsche Not und deutsche Hoffnung. — Auf die typographische Gestaltung des mit elf holzschnittartigen Zeichnungen von Willy Harwerth geschmückten Bändchens wurde ganz besondere Sorgfalt verwandt. — HannsIohst: „o d) l a g e t c r". Schauspiel. Albert Langen Georg Müller, München, 1933. — (80.) — Iahst ist der neue Dramaturg des Staats^ theaters in Berlin: fein jüngstes Stück „Schlageter" trägt die Widmung „Für Adolf Hitler in liebender Verehrung und unwandelbarer Treue". In vier knapp gebauten Akten, die die Handlung kühnen Schwungs zum Gipfel führen, formt Johst Leben und Ovfertod eines deutschen Helden in harter Zeit: er richtet ein Mahnmal auf mit der Verheißung, daß Deutschland leben wird, solange es Männer gibt, die so zu kämpfen und zu sterben wissen für die deutsche Sache und den deutschen Geist. Am Anfang ehen mir Schlageter als fleißigen Studenten be- trebt, der Heimat als ein Mann des Friedens im vaterländischen Sinne zu dienen, wie er für sie als Frontsoldat im Felde gestanden hat. Die Richrbe- jetzung ruft ihn zu neuer Tat. Nach reiflicher Ge- wissenserforschung entschließt sich Schlageter, neben dem passiven Widerstand der Regierung den aktiven der Patrioten zu entfesseln, die man die ewigen Soldaten nennen mag. Er handelt rasck) und kühn und geht, als er dem Feinde in die Hände fällt, aufrechten Mutes in den Tod — um leuchtend als ein Vorbild fortzuleben für alle aufrechten Deutschen. Aus diesem Stoff hat Johst vielleicht bas stärkste Werk geschaffen, das ihm bisher gelang. — — Peter Martin Sampel: Alarm im Arbeitslager. Ein Schauspiel in drei Akten. 67 Seiten. 2,20 Mark. Im Dietzmann-Verlag, Leip- zig. — (11.) — Aus dem Vorwort des Verfassers: „Dieses Schauspiel beruht auf keinem bestimmten oder authentischen Vorgang: ich will mit ihm eine freie Gestaltung von Eindrücken geben, die ich auf Erkundungsfahrten in die Arbeitslager fand ... Tatsache ist, daß eine freiwillige Arbeitsdienstkolanne durch ihren Einsatz beim Waldbrand ein Dorf gerettet hat ... Was ich durch dieses Schauspiel propagieren und entzünden will, das ist das Miterleben und Beteiligtwerden an dem verblüffend neuen Einsatz der bündischcn Jugend, die in handfester Hilfsbereitschaft und Zllimeradschaft gläubig ihre eigene Gemeinschaft auf baut ..." Deutsche Erzähler — Hans Grimm: „Der Oelsucher von D u a 1 a". Ein afrikanisches Tagebuch In Seinen gebunden 4,80 Mk. Verlag Albert Sangen ®eorg Müller, München. — (99) — Im Jahre 1917 wurde Hans Grimm aus dem Felde gerufen, um die Geschichte vom Martyrium der Kamerun- und Togo- Deutschen vor die Oefsentlichkeit Deutschlands und wenn möglich an das Gewissen der weiteren Welt zu bringen. Der Dichter knüpfte an diesen Auftrag die Bedingung, die Sammlung sämtlicher Papiere, Verhöre, Berichte, Briefe, frei würdigen zu dürfen. Das Buch, das daraus entstand, ist das Dokument einer ungeheuerlichen Schmach, die aus blindem Haß Wehrlosen, in die Hände der Feinde gefallenen Deutschen angetan wurde. Die Erzählung beginnt als spannender Oelsucher-Roman und führt in die Dschungeln und Urwälder von Kamerun. Der Kriegsausbruch unterbricht die Arbeit des Oelfuchers. Sein Schicksal verbindet sich mit dem der übrigen Zivilbevölkerung von Duala. Und nun schildert die Erzählung den Leidensweg der Deutschen von Duala, wie sie ausgetrieben wurden gleich Hunden, abtransportiert aus ihrer Stadt unter dem von Engländern und Franzosen gerne geduldeten Spott und Hohn der Schwarzen, geöemütigt, verladen, zusammen gepfercht auf Transportdampfern und dem Haß der Franzosen ausgeliefert. Senegalneger eskortieren sie in das heiße, feuchte Flachland von Dahomey, das wegen Malaria, Dysenterie v-.d Gelbfieoer berüchtigt ist. Und hier werden die Wehrlosen, die sich nichts hatten zu Schulden kommen lassen, als eben das eine, daß sie Deutsche waren, aufs grausamste mißhandelt. — Endlich, nachdem die deutsche Regierung davon erfahren und zu Vergeltungsmaßnahmen gegriffen hatte, wurden sie nach Casablanca gebracht. 2lber für viele war es zu spät, und unter ihnen ist auch der Oelsucher tfcn Mißhandlungen erlegen. — Nur fein kleines Notizbuch kündet von dem, was er körperlich und seelisch erlitten hat. — Hans Franck: Totalitär aliter (Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, „Die kleine Bücherei". — (96) — Der schonen Geschichte von den zwei frommen Klosterbrüde Bt sind die Titel worte dieses Bändchens entnommen. „Totalster aliter", zu deutsch „ganz anders" — fei das Jen feits, als sie fich's im Leben ausgedacht, antwortet der Verstorbene dem überlebenden Freund, dem er einmal noch erscheinen darf „Ganz anders" sind die kostbaren, teils heiteren, teils ernsten Geschichten, die hier vereinigt find. Ganz anders geht jede von ihnen aus, als der Leser vorauszuahnen meint, ganz anders ist jede einzelne, als die anderen. Nur in einem gleichen sie sich, in der ersindungs- und kunstreichen Gestaltungskraft ihres Verfassers. — H. Friedrich Blunck: „Spuk und Lügen". Glaubhafte und unglaubhafte Geschichten. Verlag Albert Sangen- Georg Müller, München, „Die kleine Bücherei". — (98) — In all diesen neuen Geschichten des niederdeutschen Dichters Hans Friedrich Blunck lebt die Wett der Geister, lebt und webt die „wohlbekannte Schar" von boshaften und luftigen Kobolden. Ihm begegnen diese heimlich-unheimlichen Gesellen nicht nur in Natur, Wald, Wasser und Erde, wo sie von jeher zu Hauie waren: er sieht sie auch in der modernen Welt, in der Eisenbahn, im Auto, im Flugzeug ihr Wesen treiben.--Köstliche Geschichten sind es, teils unheimlicher, teils humorvoller Art, alle aber von elementarer Lebendigkeit. Oberhessen ehrt den Reichskanzler. Lanvkrcis (ließen 4- Grünberg, 25. April. Anläßlick; des Geburtstages des Reichskanzlers veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, im Saale der Gastwirtschaft Beltrop eine Feier, die sich eines zahlreichen Besuches erfreute. Propagandaleiter Rockel hielt die Ansprache und trug ein von Sturmbannführer Stammler verfaßtes Gedicht vor. Mit Musikvorträgen der SA.-Kapelle und Tanz fand die wohlgelungene Feier ihr Ende. — Rüddingsyauien, 25. April.- Am Wend des Geburtstages des Herrn Reichskanzlers fand hier eine Ehrung der Gefallenen statt. Scharführer Krüger hielt am Denkmal eine Ansprache im Sinne des Führers an die SA. und die übrigen Teilnehmer. -Zum Schlüsse wurde der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. XX Eberstadt, 24. April. Anläßlich des Geburtstags des Reichskanzlers Adolf Hitler fand auch hier eine nationale Feier statt. Rach einem flott gespielten Marsch hielt Bürgermeister G ö r l a ch eine Ansprache, in der er die Verdienste Adolf Hitlers um das Wohl des deutschen Volkes und der nationalen Erhebung würdigte. Pfarrer K ö d d i n g feierte in längeren Ausführungen den Reichskanzler als Dolksführev und gab seiner Freude Ausdruck über die mächtig angewachsene nationale Bewegung. Wusikvorträge, gemeinsamer Gesang vaterländischer Lieder und ein Dortrag von W. G ö r l a ch umrahmten die würdige Feier. O Trais-Horloff, 25. April. Eine würdige Feierstunde zu Ehren des Volkskanzlers Adolf Hit- l e r wurde auch hier veranstaltet. Nach dem Vortrage des Liedes „Wir treten zum Beten" begrüßte der Ortsgruppenleiter Pg. Erich K ö h l e r die Gäste. Sodann entwickelte Lehrer Schwarz, Rudingshain in einem längeren Vortrage das Lebensbild des Kanzlers und zeigte, an die heimischen Verhältnisse anknüpfend, den tiefen Sinn der nationalsozialistischen Revolution. Mit einem dreifachen Siegheil auf den Führer schloß der Redner seine Ausführungen. Es folgten im bunten Wechsel gemeinsame Lieder, Musikstücke, Gedichte der Jugend und der NS.-Frauenschaft. Den Abschluß bildete ein Lichtbildervortrag über „Die Wallfahrt des nationalen Deutschland nach Potsdam". Mit dem Horst-Wessel-Lied klang die Feier aus. 0 Steinheim, 24. April. 3n unserem Dorfe wurde am Geburtstage des Reichskanzlers eine Hitler-Eiche gepflanzt. Pg. Robert Schmidt hielt die Weiherede. Bürgermeister Schmidt übernahm die Eiche in den Schutz der Gemeinde. Anschließend fand eine erhebende Gedenk st unde im Saale des Gastwirts Döp- fer statt. Cs sprachen Pg. Lehrer Schwarz aus Rudingshain über „Die seelische Wiedergeburt des deutschen Volkes", und Pg. R. Schmidt. Steinheim, entwarf ein treffendes Lebensbild unseres Volkskanzlers. Gedichte, Lieder und Lichtbilder umrahmten die Ausführungen der beiden Redner. = Rabertshausen, 25. April. Auch hier wurde der Geburtstag des Volkskanzlers Adolf Hitler festlich begangen. Auf dem Mühlberg wurde ihm zu Ehren neben der 1913 gepflanzten Freiheitslinde eine Eiche gepflanzt. Lehrer Roth hielt die Weiherede. Außerdem hielt Bürgermeister Karl Hofmann eine vaterländische Ansprache. Der hiesige Gesangverein sang einige Chorlieder. Auch die Schüler sangen und trugen Gedichte vor. Dlockwart Sang leitete die erhebende Feier ein und schloß sie mit herzlichen Worten des Dankes. Die hoch lodernden Flammen eines mächtigen Holzstoßes leuchteten noch lange zum nächtlichen Himmel. .tlrcie Büvingen -f- Hirzenhain, 24. April. Aus Anlaß des Geburtstages des Reichskanzlers Adolf Hitler fand in der Kantine der Eifenwerke eine Feier statt, an der sich die gesamte nationale Bevölkerung beteiligte. Zur würdigen Ausgestaltung des Abends trugen der Musikverein, der Gesangverein und der Turnverein bei. Kreis Schotten. c. Schotten, 21. April. Zur Feier des Geburtstages unseres Reichskanzlers fand auf dem Sportplatz Bockzahl ein weihevoller Feldgottesdienst statt, an dem die gesamte SA., SA.-Reserve, die Hitler-Jugend und die gesamte, 2C0 Mann starke Belegschaft des hiesigen Arbeitslagers teilnahm. Dekan Widmann hielt eine tiefempfundene Ansprache, in der er auf das Gottesgeschenk hinwies, daß Gott unserm Volk in der Person von Adolf Hitler gegeben habe. Abends fand im alten Brauhaus im kleineren Kreis eine Feier statt, bei der Studienrat Dr. K o p i t s ch eine inhaltvolle Rede auf den Reichskanzler hielt. )—( Ruppertsburg, 25. April. Auch hier wurde zu Ehren des Reichskanzlers Adolf Hitler eine Geburtstagsfeier veranstaltet, di« einen erhebenden Verlauf nahm. Der Gemeindesaal war überfüllt. Der Ortsgruppenführer der RSDAP., W. Lind, gedachte in seiner Ansprache der im Weltkriege und der im Kampf für die nationale Erhebung Gefallenen. 3m Mittelpunkt der Feier stand der von Deklamationen dreier Schulmädchen und vaterländischen Gesängen umrahmte Festvortrag des Lehrers Eucken über Hitlers Leben und seine Tat, der von der Versammlung gesprochene Rütlischwur und das Horst-Wessel-Lied folgten. Pfarrer D. Fritsch sprach ein ernstes Schlußwort. SA.-Frauenschaft, der Posaunenchor und der Männergesangverein trugen ihr Teil zur Verschönerung der Ferer bei. Kreis Alsfeld. H. Flensungen, 22. April. Zum Geburtstage des Reichskanzlers fand hier ein F a ck e l z u g statt. Anschließend wurde eine Feier im Saale von Rudolf Reitz abgehal- ten, in der nach Eröffnung durch Blockwart Erwin Ricke! Herr Pohl über das Leben und Wirken des Reichskanzlers sprach. Das Horst- Wessel-Lied beschloß die Feier. <> Ober-Ohme n, 25. April. Zu Ehren des Reichskanzlers Hitler wurde inmitten des Dorfes an der Ohm eine „Adolf-Hitler- Eiche" gepflanzt. Der Dorsitzende der Ortsgruppe der RSDAP., H:ch. H o r st II., hielt eine kurze Ansprache. Bürgermeister H o r st übernahm sodann die Eiche in den Schutz der Gemeinde. 8t K i r t o r f, 25. April Am Tage des Geburtstags des Reichskanzlers Adolf Hitler wiesen unsere Ortsstrahen reichen Flaggenschmuck auf. Am Abend veranstaltete die Ortsgruppe der RSDAP. einen Propagandamarsch, verbunden mit einer schlichten Gedenkfeier. Ein stattlicher Zug der Braunhemden bewegte sich nach dem Marktplätze. Rach dem Gesang des Horst- Wessel-Liedes hielt Sturmführer Fr. L i e h r eine Ansprache. Hierauf wurde von einigen Mitgliedern der RS.-Frauen.chaft und der S^, c... Lied zur Ehre des Volkskanzlers eindrucksvoll zu Gehör gebracht. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes klang die Feier aus. Die neuen Gemeinderate in Oberheffen Kreis Schotten. X Schotten, 24. April. Für die Zusammen- setzung des neuen Gemeinderats ist nur ein Wahlvorschlag seitens der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei eingegangen, der folgende Personen aufweist: Installateur Heinrich Straub (Führer der SA.), Wilh. Z e s ch k y (Ortsgruppenleiter), Wilh. K r o m m (Kreisleiter), Zimmermeister W. Neumann, Obersteuersekretär Hertel, Landwirt Karl Rühl II., Arbeiter Theodor B e k - ker, Oberreallehrer Buß, Weißbindermeister K. M e i s k i, Metzgermeister Karl Hofmann, Landwirt Theodor Cellarius, Bahnarbeiter Karl Hasenauer. Die Einführung des neuen Gemeinderats wird in den nächsten Tagen stattsinden. □ Laubach, 24. April. Auf ©runa der Reubildung unseres Gemeinderats besteht dieser in Zukunft nur noch aus neun Mitgliedern gegenüber früher 12. Von den neun Sitzen erhalten die Rationalsozialisten sieben und zwar Kaufmann Ernst M ö n n i g , Lehrer Wilh. Becht- tz o l d , Apotheker Dr. Fritz Roßbach, Gärtnereibesitzer Otto Braun, Arbeiter Karl V o n - Ei ff II., Landwirt und Bäcker Karl Göbel, Landwirt Christian Röder. Die Kampffront Schwarzweihrot ist mit zwei Sitzen durch Gräfl. Kassenbeamten L. S ch u d t und Metzgermeister Adolf R e i d t vertreten. Die Sozialdemokraten, denen ein Sitz zugefallen wäre, hatten keine Liste eingereicht. )—( Ruppertsburg, 25. April. Unser neuer Gemeinderat setzt sich in Zukunft, wie seither, aus neun Mitgliedern zusammen. Diese gehören sämtlich der NSDAP, an. Es sind die Herren W. Lind, W. Hör st, W. Hahn, W. Friedrich, W. Lein, Hch. Konrad, O. Wörner, Johs. P a r r I. und Bernhard Högy. Kreis Büvrügen. -f- Hirzenhain, 25. April. Der neue G e - m e i n b e r a t setzt sich aus folgenden Herren zusammen: NSDAP.: Hirzel, Christian, Handlungsgehilfe: Jäger, Heinrich, Landwirte Bergmann, Heinrich Prokurist Stelzenmüller, Karl, Handlungsgehilfe; Eichenauer, Robert, Schlosser. SPD.: Müller, Karl, Maurer: Nagel, Karl, Kernmacher: H e i d e ck e, Georg, Schlößer; W e n n i s cy , Jakob, Schlosser. Neuerdings sind sämtliche Kandidaten der SPD. von ihren Aemtern zurückgetreten. Als weiteres Mitglied auf der Liste der NSDAP, wurde Maurermeister Wilhelm Müller I. in Vorschlag gebracht. Kreis Als/eld. st. Kirtorf, 25. April. Dieser Tage wurde die Reubildung unserer Gemeindevertretung vollzogen. Der Gemeinderat besteht aus acht Vertretern der RSDAP. und einem Vertreter der SPD. Die Aationalsozialisten entsenden: Konrad Eckstein. Landwirt: Theodor Krausgrill. Landwirt: Ludwig Sattler. Küfer und Landwirt: Ludwig Lat her, Kaufmann: 3ohs. Kasper, Postschaffner i R.: Heinrich Gail. Friseur und Schneider: Ludwig Schombert. Maurer: Heinrich 3üng III., Landwirt. Die SPD. entsendet Heinrich Grein, Anstreicher. Tü»mcyast. Frankfurt abaescbwächt. Frankfurt, 26. April. (WTB Drahtmeldung.) Die heutige Mittagsbörse eröffnete in schwächerer Tendenz. Die Spekulation, die von gestern abend etwas Material übrig hatte, schritt auf Grund der schwächeren Haltung Wall- ftreets, sowie wegen des zum Teil empfindlichen Rückschlags an der amerikanischen Waren- und Effektenbörse zu Glattstellungen, denen mangels jeglicher Publikumsbeteiligung kaum oder nur auf ermäßigter Basis, Aufnahmeneigung gegenüber stand. IDaneben bilden nach wie vor Die noch ungeklärten Verhältnisse in der Frage der Neubesetzung der preußischen Ministerien ein Moment zu oerst ä r k t e r Zurückhaltung. Bei kleinem Geschäft ergaben fick gegenüber der festeren Abendbörse durchschnittlich Verluste von etwa 1 v. H. Etwas höher eröffneten lediglich Betula mit plus 0,50 v. H. in Nachwirkung der Ausführungen auf der gestrigen G -V. Stärker abgeschwächt waren einige Spezialwerte, so IG. Farben (minus 2,25 v. H ), Rheinstahl (minus 2,75 v. H), Siemens (minus 2,50 o. H ), Harpener (minus 2 v. H.) und Kali Salzdetfurth (minus 2 v. H.). lieber 1 bis 1,50 v. H. verloren Mannesmann, Stahlverein, Scheideanstalt, AEG. und Schuckert. Reichsbankanteile, Zellstoffwerte, ©esfürel, Phönix, Klöcknerwerke und Buderus erlitten Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. Gut behauptet eröffneten Schiff- fahrtsaktien, Akkumulatoren-Berlin und Metallgesellschaft, ferner kamen noch Ilse Bergbau-Genuß 1 o. H. hoher zur Notiz. Im Verlaufe wurde die Tendenz, vom Montanmarkt ausgehend, allgemein etwas freundlicher und die Umsatztätigkeit war auf Deckungen der Kulisse vorübergehend etwas größer. Gegen die ersten Kurse traten Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. ein, Rheinstahl und Harpener gewannen darüber hinaus je 2 o. H. Am Rentenmarkt war das Geschäft klein und die Kursbildung uneinheitlich. Neubesitz, Schutzgebiete und späte Reichsschuldbuchforderungen waren gut behauptet. Reichsbahnvorzugsaktien setzten % v. H. hoher ein, wogegen Altbesitz und Stahl- vereinsbonds 0,25 bis 0,50 v. H. nachgaben. Letztere waren später wieder leicht erholt. Am Pfand- briefmartt bestand etwas Angebot, die Kurse gingen überwiegend um 0,50 bis 1 v. H. zurück. Besser gehalten waren Liquidationspfandbriefe. Staatsund Stadtanleihen lagen auherordentllch ruhig. Von fremden Werten blieben Mexikaner behauptet, Türken lagen nicht ganz einheitlich. Tagesgeld war zu 3 v. H. unverändert. Gchweinemarkt in Gießen. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 177 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis sechs Wochen alt 16 bis 18 RM., sechs bis acht Wochen alt 20 bis 23 RM., acht bis dreizehn Wochen alt 26 bis 35 RM. — Tendenz: mittel, Ueberftanb. iSchluß des redaktionellen Teils.) Ein Rat für besorgte Mütter. Die meisten Mütter sind in ständiger Angst, ihre Kinder könnten unangenehm ausrutschen, wenn sie im gebohnerten Zimmer laufen und spielen. Die Gefahr des Ausrutschens ist vorbei, wenn mit Perwachs gebohnert wird, denn Perwachs macht nicht glatt. Die weiteren Vorzüge der idealen Perwachs-Creme mit dem erfrischenden Tannenduft sind höchste Ergiebigkeit und dadurch außerordentlich sparsam, spiegelnder Hochglanz, Tritt- und Wasserfestigkeit. 2234A JDas reicht noch Tür den ganzen Fussboden. Perwachs ist ja so ergiebig!- Mit einer Dose Verwachs kommen Sie 3-4 mal länger aus. Die große Ergiebigkeit macht Verwachs außerordentlich billig. Tragen Sie Verwachs nur hauchdünn auf Sie werden feststellen, daß Sie bisher mit keinem anderen Fußboden - Pflegemittel so wirtschaftlich arbeiten konnten. Außerdem bietet Verwachs: Hochglanz ohne Glätte, kein Kleben, da garantiert ohne Harzzusatz, erfrischenden Tannenduft. Deshalb zum Bohnern und Polieren Verwachs nur Verwachs Fahnen stets vorrätig bei: ChisArnold Bahnhofstraße 31 2796 A Kataloge und Prospekte Heien die Brührscne Druckerei Zwangsversteigerung 122/32 .Am Donnerstag, dem 1. Juni 1933, vormittags 9 Ahr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107, das ,m Grundbuche von Gießen a) dem Heinrich Zack in Gießen, Marktstraße 19, b) dessen Ehefrau Emma, geb. Ulrich, daseibfl zu je % zugeschriebene Anwesen Marktstraße 21 Jlur 1, Jlr. 555 = 56 qra hofreite, geschätzt 11635 RM., versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, Sur Einsicht ausgehängt 2795D Gießen, den 24. April 1933. 3. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. [Grane Haare? fipfa Haarfarbe- Ul '“Wiederhersteller gibt jugendl. Farbe u. Schönheit zurück SpMeinUnweiidiingl UDSchädl.l Heb. Wirkung! Flasche HOI. 1.80 Emil Koch Md Sohn Damen- und Herrenfriseure 63 Seltersweg 63 DIE SICHERE, SOLIDE BAUSPARKASSE ZWECKSPARVERBAND ca. 18000 Mitglieder, über 29,5 Millionen Mk. unkündbares Darlehen zugeleill. ►ordern Sie Prospekte uod mrverbmdl Vertreferbeeu* • General-Agentur GIESSEN: Dipl.-Ing. L.F.Schmltt, Architekt, Friedensslr.12 FrUche Seefifche billig! Schellfisch o. K. Pfd. von35Pf.an Kabeltau o. K. Pfd. von25Ps.au Filet, Marke „Fifi" Pfd. von 35 Pf. an empfiehlt rso?v A. Koch Nächtig. HUnsburg 15.Tel.3612 Fahnenstangen in allen Größen omu Hch. Mühlich Dammslr. 22 Holzschneiden? Nehmen Sie Abermann Das ist jetzt und in den nächsten Wochen das Losungswort aller Hausfrauen. Reinigungsartikel Droweflx ist ein fabelhaftes Reinigungsmittel für die Haus fr au. denn sie kann dieses Mittel in der Küche beim Spülen und Abwaschen aller schmutzigen Gegenstände gebrauchen, da es überraschend schnell Schmutz und Fett löst, ohne irgendwie zu ätzen. Drowefix ist dazu noch billig, denn es kostet der 2-Pfd.- Beutel 50 Pf., 1 Pfund-Beutel 25 Pf. Kernseife, gute Oberscha'seife, 750-Gramm-Riegel 40 Pf. Seifenflocken 1 Pfund 50 Pf. Aufnehmer, großes, kräftiges Tuch. 45 PL Schrubber 40 Pf. - Seitbürsten 20 Pf. Panamahoiz, zum Waschen und Reinigen aller Stoffe, Pfund-Beutel 40 PL Drogerie Kreuzplatz 10 2801A bratet kocht backt Salomen <006 A Modehaus Herren- und Knabenbekleidung GIESSEN SELTERSWEG _______________________________ _________________465 A ohne Wasser, ohne Fett, kein Begießen, kein Anbrennen, kein Aufpassen — Höflichst lade ich zum Besuch ein Am Oswaldsgarten J.B. Häuser Ruf Nr. 2145-2146 _______________________________________________________________274 A Brants Kluge Frauen.... mit guter Geschmacksbi düng raten ihren männ ichenFamilienangehörigen z.Köhler Wir erwarten Sie mit ihrem Herrn Begleiter ......und Sie finden alles angenehm. Haup Preislagen für Anzüge und Mäntel: 28 - 38.- 48.- 58.- Dienstag, den 26., Mittwoch, den 26., Donnerstag, den 27. April Täglich beginnend um 10'/j Uhr, 3 Uhr. 5 Uhr, in meinen Geschäftsräumen, praktische Brat- nnd Xochvoriflhrnng im Saftbrater WAU«