Die Opposition gegen das Kabinett Schleicher man Stimmen Oie Sozialdemokratie gegen Staatsnotstand. Berlin, 25. Ian. (VDZ.) In einer gemein- samen Sitzung des Partcivorstandes der Sozial- demokratischen Partei und des Borstandes der Reichstagsfraktion ist folgender Beschluß gefaßt worden: Der Parteivorstand und der Dorstand der so?i licmokratischcn Reichstagsfraltion erhe- ben schärf st en Protest gegen den Plan der Proklamierung eines sogenannten staatlichen Dot st an ds rechts. Seine Verwirklichung würde auf einen Staats- st r e i ch hinauslaufen, der dem Volke seine verfassungsmäßigen Rechte raubte und jenen Cliquen zugute käme, die ohne Rücksicht auf die Gesamtheit und vor allem auf die Arbeiterklasse ihre Sonderinteressen vertreten und dabei die Kritik des Parlaments zu scheuen allen Grund haben. Ein solcher Staatsstreich würde einen rechtlosen Zustand schafken, gegen den jeder Wider- st and erlaubt und geboten ist. Dresden, 26. Ian. (1BIB.) Das Pollzeipräsi. blum teilt mit: Im Keglerheim auf der Friedrichstraße fand Mittwoch abend eine Versammlung des Kommunistischen Kampfbundes gegen den Faschismus mit dem Oberleutnant F r a e d r i ch als Redner statt. Da Fraed- rich auch in dieser Versammlung in außerordentlich gemeingefährlicher Meise zu Gewalttätigkeiten aufforderte, wurde die verfamm- lung von dem überwachenden Beamten der Politischen Abteilung für aufgelöst erklärt. Da der polizeilichen Aufforderung zum verlaffen des Saales nicht nachgekommen wurde, wurde von vorsorglich bereit gehaltener uniformierter Polizei vor dem Podium eile Sperrkette gebildet, die mit der Räumung des Saales zunächst ohne Anwendung des Gummiknüppels begann. Im gleichen Augenblick setzten, insbesondere aus den Galerien, Sprechchöre ein: „wir bleiben ba!“ „Sitzenbleiben!" um. von ben Galerien herab würbe mit B i er- gläsern, Aschenbechern, Stühlen usw. nach ben den Saal räumenben Beamten, die teilweise auch dadurch getroffen wurden, und denen im Saal jetzt stärkerer Widerstand entgegengesetzt wurde, geworfen Gleichzeitig wurde von Versammlungsbesuchern auf den Galerien auf die Beamten scharf geschossen. In der Rotwehr machten die Beamten nun ebenfalls von der Schußwaffe Gebrauch. Diese Gegenwehr hatte neun Todesopfer und, soweit sich bisher hat fest- stellen lassen, elf verletzte zur Folge gehabt. Ober- ! rcgierungsrat Dr. Psotenhauer und Staats- anwalt Hartmann begaben sich sofort zur Untersuchung der Angelegenheit an Ort und Stelle und liehen den Saal versiegeln. Die Leichen wurden vorläufig polizeilich beschlagnahmt. Sonatine von Bnjeigea für bi« lagesnummer bi* 311m Nachmittag vorher. Preis iiir l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Re- Kiameanzeigen von 70 nm Breite 35 Neichspfennig. Platzoorschrift 20 . mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot: für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für denAn- geigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich m (Bienen. Sie Verwendung der Mittel bei der Ssthttse Oer Haushaltsausschuß fordert den Rechnungshof zur Prüfung auf. nun ja am Freitag zusammentrete, und bah biese Sitzung in Ruhe abwarte. Echo ber presse. Hugenvcrg verhandelt mit Frick. Zn Dresden schwerer Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Polizei. Bei Auflösung einer Versammlung wird die Polizei iäNich angegriffen und beschoffen. - 9 Todesopfer unter den Versammlungsteilnehmern. schäft herb izu ü.)ren und dann die Sie'.lang anzufangen, sei falsch. Der Siedlungswille des deutschen Volkes sei so stark, dah er durch nichts mehr gehindert werden könnte. Das sei auch bie große nationale Aufgabe des ganzen Volkes für den Osten. Abg Veh re ns (Chr.-Soz.) erklärte, schnelle Hilfe sei nötig, daher empfehle er, je eine Million Schweine und Rinder aus dem Markt zu nehmen und zu halben Preisen den Arbeitslosen und Wohlfahrtscmpsängern zu gehen, damit sie Berlin. 25. Ian. (DDZ.) Der Haushalts- ausschuh des Reichstages setzte die ^spräche über die Osthilfe fort. Zu den zahlreichen schon vorliegenden Anträgen sind Anträge des Abgeordneten Reinhardt (016.) getreten wonach die Rcichsregierung darauf hinwirken soll, dah bei der Osthilfe öffentliche Gelder erft bann gegeben werden, wenn der umzuschuldende Landwirt zuvor Land fürSiedlun g s - oder A u f f o r st u n g s z w e ck e zu angemesse- nen Preisen zur Okrfügung gestellt hat. Abg. peinig (Soz.- betont, dah seine Partei nicht die durchaus notwendige Hilfe: für: öle ßanb- Wirtschaft bekämpfe, sondern lediglich em System der Sonderhilfe, ein Wohlsahrtsrnstitut für eine Heine Sondersch.cht der Bevölkerung. Es sei doch nicht zu bestreiten, dah grobe Mangel in der Organisation und der Geldverteilung eingetreten seien Eine Sturmflut von Zuschriften liefe darauf hinaus, dah zuerst immer die Großgrundbesitzer umgeschuldet würden und bei gleichgelagerten Fällen diejenigen Grohgrundbesitzer, die die vor« nehmsten Beziehungen haben. Abg. Schauff (Z.) forderte eine Verstärkung Der Biunenwirtschaft, namentlich der Landwirtschaft in allen Formen der Siedlung der land- wirtschaf.li jen Reus.edlung, der Anliegersied- lung und namentlich der nÄenberuflichen Randsiedlung t Kurzarbeitersiedlung). Rationrl oliiisch seien sÄständige Bauern ein bef'erer Schutzwall als noch so tarifgeficherte Landarbeiter. Die Forderung, erst die Rentabilität der Landwirt- Die „Germania" unterstreicht, daß die beiden Par- feien ber Rechten, taktisch gesehen, nach der Erklärung ber Nationalsozialisten wieder eine gemeinsame Front insofern hatten, dah sie nun beide dem Reichskabinett gegenüber m O p p o - f tHon stünden. Das sei der Ansatzpunkt für die Opposition Hugenbergs, diese negative Gemeinschaft in eine positive u mzu k e h r e n , auf der sich im Sinne der Harzburger Front eine neue aufbauen auch mal Fleisch essen können. Abg. v. Sy bei (016.) halt es für notwendig, dah man das Hauptgewicht auf die Schaffung auch wirklich rentabler Siedlungen fege. Der Ausschuß nahm dann gegen die Stimmen der Deutschnationalen einen sozialdemokratischen Antrag an, der den Rechnungshof ersucht, die Umschuldung aus vsthilfemittcln sofort einer eingehenden Prüfung zu unterziehen und sich dabei auch gutachtlich über die Art der Bewirtschaftung der Osthilfemittel zu äußern. — Alsdann wurde gegen die 2.;......... ber Deulschnationalen eine Reihe von Anträgen über die Vorlegung weiteren Materials angenommen. — Weiter fand ein Antrag Annahme, wonach landwirtschaftliche Betriebe von mehr als 250 Hektar oder über 200 000 Mark Einheitswert von den Entschuldungsmaßnahmen ausgenommen werden sollen, wenn nicht gl e ichzeitig von dem Besitzer geeignetes siedlungsland in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt wird. Massendemonstration ber KPO in Berlin. Propagandamarsch über den Bülow-Platz. Berlin, 25. Ian. ($11.) Als Antwort auf den nationaliozialistischen Aufmarsch auf dem Bülowplatz am vergangenen Sonntag veranstaltet die KPD. eine antifaschistische Woche, die am Mittwoch mit einem mehrstündigen Marsch über den Bülowplatz ihren An- fang nahm. Von 15 Ubr ab sammelten sich die Kommunisten auf verschiedenen Plätzen und marschierten in geschlossenen Zügen mit zahlreichen ro.en Fahnen und Transparenten unter Musik, Gesang. Hoch- und OLeberru.e.i zum Bülowplatz. An der Front des Karl-Liebknecht-Hau- s e s waren zahlreiche Transparente sowie große Bilder von Lenin, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg angebracht worden. Dor dem Hause hatte man eine große mit rotem Tuch ausgeschlagene Tribüne errichtet, auf der fast sämtliche Mitglieder des Zentralkomitees unter der Führung Thälmanns Aufstellung genommen hatten. Die ersten Züge trafen gegen 16 Uhr auf dem Platze ein. Der Vorbeimarsch ging ohne jeden Aufenthalt vor sich. In grimmiger Kälte zogrn mehre.e Zeh.r.ausend Personen, Männer, F.auen und za y.reiche Kinder unter Ostfront ./Rufen am Liebüiechthaus vorbei. Die Po- lize. hatte umfangreiche Sicherheit-Vorkehrungen get.ohen. war auf der Straße aber nur in ver- hä.tnismäßig geringer Z hl zu sehen. Gegen- funjgebungen toa.cn von Anfang nicht zu befind).en da die Aationalsvzialisten chre Anhänger ersucht Ratten, die Kundgebung unbeachtet zu lassen- Der Aufmarsch bauerle bis gegen 19 llhr Die einzelnen Züge ruckten sofort nach dem Pas- fieren des Bülowplatzes wieder in ihre Wohnbezirke ab wo sie aufgelöst wurden. Es gab keine Zwischenfälle. Erichein' tagltd), außei Sonntags unb Feiertags Beilagen; Die Illustriert» Gienenei Familienblatter Heimat m Bilb Die Scholl» monat$Be$ng$prri$: flhl 4 Beilagen N9.1 1.95 Ohne Illustrierte . I 80 Zustellgebühr . . -25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. .lientsvrechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251. Anschrift lür Drahtnachrichten Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Zranlfvrt am Main 11686. 0er Existenzkampf ber Kinderreichen Die verzweifelte Lage vieler Familien und der dadurch bedingte Rückgang in der Volkslraft hat den Reichsbund der Kinderreichen Deutschland» veranlaßt, sich an das ganze Volk zu wenden. Die kinderreichen Familien stützen sich auf dir Tatsache, dah nach den statistischen Feststellungen die Geburtenzahl bei 1000 Einwohnern schon von 4 2 auf 16 gesunken ist und daß von den jungen Ehen der letzten 5 Icchre 40 Prozent kinderlos geblieben sind. Das ist nicht verwunderlich, da nicht allein die Entwicklung der Wirtschaft die Erhaltung einer großen Familie immer mehr erschwert, sondern auch Gesetze und Okrorbnungen von Iahr zu Iahr kinderfeindlicher geworden sind. Ob gewollt oder ungewollt, jedenfalls aber find tatsächlich die Kinderreichen mit Abgaben im OKrhältms weit stärker belastet, als weniger Kinderreiche und Kinderlose. Der Bund der Kinderreichen fordert deshalb unter Hinweis auf Art. 119 der Reichsverfafsung einen Ausgleich der Familienlasten, eine gerechte Berücksichtigung der vom Familienoberhaupt abhängigen Menschenzahl bei Steuern und Qlbgaben, auf Grund Art. 155 der Reichsver- faffung eine ihren besonderen Bedürfnissen entsprechende W o h n u n g s f ü r s o r g e, da die kinderreichen Familien als Mieter überall ab- gewiesen werden, sowie staatliche Er- ziehungsbeihilsen unabhängig von Lohn und Gehalt. 0ie Zuteilung von Reichsmitteln für Hausreparaturen. Berlin, 25. Ian. (TU.) Die Reichsregierung hat bekanntlich im Dezember eine zweite Rate von 50 Millionen Mark für Instandset- zungs- und Umbauarbeiten am Haus besitz bereitgestellt. Dieser Betrag ist jetzt an die Länder zur Verteilung gelangt und wird von den Ländern weiter an die Gemeinden verteilt werden. Es gelten für die Vergebung dieser Mittel die gleichen Bestimmungen wie bei der ersten Rate. Olur. zwei Aenderungen sind ausgenommen worden: Einmal soll es genügen, wenn die Instandsetzungskosten insgesamt 100 Mark statt tote bisher 250 Mark betragen. Diese Herabsetzung ist erfolgt, damit auch dem kleineren Haus- besih auf dem Lande sowie in kleineren und mittleren Gemeinden die Zuschüsse mehr als bisher zugutclommen. Weiter können Zuschüsse auch gegeben werden bei der völligen Instandsetzung einer Leerwohnung. Es wird besonders daraus hingewiesen, daß nur solche Anträge berücksichtigt werden dürfen, bei denen sofort oder innerhalb ganz kurzer Zeit mit der Arbeit begonnen werden kann, damit die Auswirtungen auf dem Arbeitsmarkt sich noch in diesem Winter erkennen lassen. Neue K1einsied;erstetten. Berlin, 25. Jan. (TU.) lieber die Verteilung der Mittel aus dem Sofortprogramm wird mit geteilt daß für Zwecke des Reiches und der Re'ichsbahngesellschaft 100 Millionen Reichsmark zur Verfügung stehen werden, so daß Anträge der Länder/ Gemeinden, Gemeinde' verbände und gemischt wirtjchasllicher Unternehmungen in Höhe von 400 Millionen bewilligt werden können. Für die Fortführung der v o r st ä d t i s ch c n Kleinsiedlung, der sog. Stadtrandsiedlung, sind erneut 40 Millionen Reichsmark bereitgeftedt, so daß mit einer Neuschaffung von 15000 St le in) ie bl er ft eil en gerechnet werden kann. Kinderreiche Familien werden, wie bisher, bevorzugt, ferner wird besondere Aufmerksamkeit der Stadtrandsiedlung in kleinerenund mitt* leren Gemeinden zugewendet. Es wird auch dafür Sorge getragen, daß mit dem Dau sofort bei Beendigung der Frost Periode begonnen werden kann. Oie Eisenbahner im Ruhrkampfe. Aus Anlaß der Wiederkehr des Tages, an dem vor zehn Iahren der passive Widerstand im Ruhrkampf einsehie, durfte es der Gerechtigkeit entsprechen, der besonderen Leistungen d:r Eisenbahnbeamten Erwähnung zu tun. An ihnen lieh sich in erster Linie Erbitterung und Wut der Gegner aus. Von der Gesamtzahl der ausge- wiesenen Beamten entfallen 79,74 v. H. auf Eisen« bahnbeamien. 'Liese Zahl beweist die überragende Rolle, welche die Eisenbahnbeamtenschaft und ihre Organisationen in diesem heroischen Kampf gespielt haben. Immer wird in den Blättern der Geschichte der Antell der deutschen Eisenbahner einen Ehrenplatz einnehmen. Kleine politische Nachrichten. Der Reichspräsident empfing den Reichs bankpräsidenten Dr. Luther, der über die Arbeit der Reichsbank im letzten Jahre Bericht erstattete. Der Reichspräsident empfing den Erz - h e r 3 o g D 11 o , ben ältesten Sohn des verstorbenen Kaisers Kari von Oesterreich, zu einem privaten Besuch. Bekanntlich treibt Erzherzog Otto zur Zeit in Berlin wissenschaftliche Studien. \ Der Präsident des Reichsversicherungsamtes i. R. i und frühere Reichsarbeitsminister Schäffer ist i erneut zum Präsidenten des Reichsoer- sicherungsamtes und des Reichsversorgungs« gerichts ernannt worden. könne. Die „Germania" betont dann, daß sie sich nicht zum Anwall der jetzigen Reichsregierung machen wolle Die Sache vertrage es aber nicht, daß man immer dann von Wirtschaftsfragen rede, wenn man politische Macht- oder D e r • fassungssragen meine. Der politischen ^Diskussion wäre gedient, wenn hier eine klare Scheidung der Begriffe erfolgen würde. Die deutjchnatio- nale Erklärung scheine ein Musterbeispiel dafür zu sein, wie man'es nicht machen dürfe .Wirtschaftliche und politische Erwägungen würden hier in meisterhafter Weise ineinandergeschoben. Bemerkenswert ist, daß der „Völkische Beobachter" unterstreicht, daß der Reichskanzler nach der Erklärung Hugenbergs sich auf verlorenen Posten be- finde und daß sich über Nacht die Isolierung Schleichers vollendet habe. Der „Angriff" erhärt, daß es für Schleicher nur noch eine Möglichkeit gebe, den sofortigen Rücktritt. In der jetzigen schwierigen Lage des Staates und Volkes könne nur ein Mann die Regierung in die Hand nehmen, der sich wie Adolf Hitler auf eine Zwölfmillionen-Be* wegung stützen könne. Oie Gründe der deutschnatwnalen Absage. Lich-rung des autoritären Ltaatsgcdankcns Berlin, 25. Ian. (TU.) Der Pressechef der Deutschnationalen Vollspartei, Hans D r o s t u. 0, veröffentlicht in den „Mitteilungen der DRVP. einen längeren Artikel über die Grunde der deutschnationalen Absage an das Kabinett Schleicher. In dem Artikel heißt es u. a : Zwei Gründe allein waren für den Vorstoß mafjgibenb, d.e Gefährdung des autoritären Staatsgedankens durch die Politik des Kabinetts und das vollständige Ber- f a g e n auf d.m Ceb.et einer einheitlichen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Der deutsch- nationale Schritt ist weder eine „Quittung“ daraus, daß der Reichskanzler nicht bereit sei. die Deutschnationalen in die Regierung auszunehmen, noch darauf, daß die Regierung „zu wenig gegen den Feldzug der Linken wegen der Ost- httfe-Mihstände getan habe." Der Vorstoß richtet sich auch nicht indirekt gegen den Reichspräsidenten. Er liegt vielmehr auf der Linie der Poli-tik des Reichspräsidenten, well er den Gedanken der autoritären Staatsführung, den Hindenburg mit der Berufung des Kabinetts Popen verfolgte, vor einem Abaleiten in den Parlamentarismus bewahren will. In der Tat ist nach dem Kanzlerwecksel der Gedanke der autoritären, von den Einflüssen des parlamentarischen Kuhhandels unabhängiacn Staats- fübrung auf das schwerste gefährdet worden. Einmal durch das dauernde Verhandeln mit Parteien und Gewerkschaften und durch das Eingehen auf Partei- politische Prestigewünsche. Zum zweiten durch die Untätigkeit des Kabinetts, das über das Verhandeln das Handeln vergaß. Dies kam vor allem auf dem Gebiet der Wirtschafte und Handelspolitik zutage. Wir haben schon einmal betont, daß Braun plus Warmbold geteilt durch zwei noch lange keine klare Linie der Wirtschaftspolitik ergibt Geradezu grotesk ist das Kapitel G e r e ke. Gelten hat sich Ehrgeiz und Geschäftigkeit so gleichbedeutend mit Unfähigkeit erwiesen. Wenn H u g e n- berg diesen in der Oefsentlichkeit bekannten Zuständen gegenüber die Ansicht vertrat, daß eine einheitliche Linie der gesamten Wirtschaft und Sozial- Politik nur durch Zusammenlegung der Ministerien gewährleistet werden kann, so zeigt er damit wie immer einen Weg. Die Deutschnationalen werden eine Entscheidung erzwingen, die endlich dazu führt, daß man ausdemZustanddesverfchleierten Parlamentarismus herauskommt und sich denjenigen Aufgaben zuwendet, die zur Beseitigung der wirtschaftlichen und sozialen Not in Angriff genommen werden müssen. Das Kabinett verlangt völlige Klärung. Berlin, 25.3an. (TU.) wie in unlertidjkleu Kreisen verlautet, würde die Reichsregierung auch eine längere Beringung des Reichstages als eine nicht hinreichende Klärung der Lage betrachten, falls der Reichstag nicht gleich- zettig eine Art Bertrauensvotum zum Ausdruck brächte, in dem er erklärt, daß man der Reichs- regierung eine längereAnlauf zeit zur Durchführung ihrer wirtschaftlichen Maßnahmen la.sen nriijle. Im übrigen lehnt man es an den zuständigen Stellen ab, in die Kombinationen der Preise irgendwie einzugreifen. Man beschränkt sich auf den Hinweis, daß der Aeltestenrat des Rc.chstags Nr22SvüVaussaVe 185. Zahrgang Donnerstag, 26. Zanuar 1955 GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen rrri' Ptrloo: vrühl'fche Univeifitälr-Vuch- und Stdnöruderei H Lange in Siehei. Schnftleitung und Seschaftrleste: 7. Berlin, 25 Jan. (TU.) Die Verhandlungen über die Neubildung einer Regierung wurden am Mittwoch zwischen den Parteien fortgeiekt. Wie die „Deutsche Zettung berichtet, haben zwischen H u - gen berg und dem Vorsitzenden der Reichstags- sraktion der NSDAP., Frick, Besprechungen statt- gefunden. Die Besprechungen, bei denen Vertraulich- teit vereinbart worden ist, dienten der Klärung der politischen Lage. Der „Tag" betont, daß die Verhandlungen Über die Bildung einer anderen Regierung, die zuerst vom Zentrum mit dem Ziele einer Mehrheit von den Nationalsozialisten bis zu den Deutschnationalen eingeleitet worden sind, noch im Gange seien. Es verlaute, daß der Gedanke einer von den Deutschnationalen in ihrer Entschließung gc,orderten vollständigen Neubildung des Kabinetts von den maßgebenden «testen nicht abgefeimt werde. preisgekrönte Entwürfe für das Reichsehrenmal. > • w; .M ‘I > ML "" - • Oben: Modellskizze von Professor Kreis (Dresden). — Unten: Der Entwurf der Münchener Professoren D i e b e r l e und W a ck e r l e, dem Schöpfer des Kriegerdenkmals vor dem Münchener Armeemuseum. Was wir Deutschen auch anfassen — immer wird die Sache ungeheuer gründlich durchgeführt. Lind vor lauter Gründlichkeit kann es sich dann ruhig ereignen, daß wir erheblich hinter der Zeit her hinken. Nach der Beendigung der Freiheitskriege vor mehr als hundert Jahren hatten deutsche Männer die Absicht, dem „unbekannten Soldaten" ein Denkmal zu errichten; diese schöne Idee blieb solange unausgeführt, bis sie nach dem Weltkriege von unseren Gegnern ausgenommen und verwirklicht wurde. Seit Kriegsende beschäftigen wir uns nun mit der Schaffung eines Ehrenmals für unsere teuren Toten. Cs hat unendlich viel Kämpfe gekostet, ehe der rechte Ort für die Errichtung des Heiligtums der Ration gefunden wurde, und erst ein Machtwort des Reichspräsidenten beendigte den Dauerstreit. Dann kam die Ausschreibung für das Ehrenmal, eine Aufgabe, der sich mehr als 1800 deutscher Künstler mit großer Liebe und brennendem Ehrgeiz unterzogen. Die engere Auswahl der eingereichten Entwürfe bekam die Oeffentlichkeit nach der ersten Preisverteilung vor etwa dreiviertel Iahren zu sehen. Ieht endlich konnte sich das Preisgericht entschließen, von der immer noch reichhaltigen Zahl der Entwürfe sich das Beste zur Ausführung herauszusuchen. Mit Erstaunen nimmt das deutsche Volk zur Kenntnis, daß es den Preisrichtern nicht gelungen ist, sich auf einen Entwurf festzulegen, ihn — und nur ihn allein — zur Ausführung zu empfehlen. Bein, drei Entwürfe werden als einander gleichwertig herausgenommen und empfohlen, ein vierter, mit geringerer Geldauszeichnung bedacht, enthält nach Ansicht des Preisgerichts noch so Bedeutsames, daß er vielleicht im entscheidenden Teile mit dem Hauptentwurf verkoppelt werden könnte. Es ist interessant, mit welcher verschiedenen Art der Phantasie die Preisträger ihre Architekturen in das waldige Thüringer Hügelgelände hineinkomponiert haben, wo das Reichsehrenmal bekanntlich zur Aufstellung gelangen soll. Der in erster Linie preisgekrönte Entwurf der Münchener Herren zeichnet sich vor allem dadurch aus, dah der Landschaft nicht Gewalt angetan wird. Ein Glockentucm, schlicht in der Art der Frührenaissance, ist bei ihnen verbunden mit einer Gedächtnishalle und einer ..Kriegerpfalz", deren vornehm stilisierte Linien sich fast unmerklich der Umgebung anpassen. Aehntich. sogar fast noch bescheidener wirkt der Stuttgarter Entwurf, der sich gleichfalls mit einem Glockenturm, sonst aber nur noch mit einer Terrasse und einer Quellenanlage begnügt. Durch seine Wucht, seinen ungeheuer monumentalen Charakter fällt die Skizze von Kreis auf. Eine Riesenhalle soll nach ihm auf einem Derges- gipfel erstehen, eine Halle aus großen Quadern, ohne Dach, mächtig und düster, in dem eine Statue aufgestellt werden soll, eine „trauernde Mutter Deutschlands". Es würde allerdings zur Ausführung dieses Planes notwendig sein, zu roden, damit dieses Gebäude auch von weitem zur besseren Geltung kommt. Dieser Umstand wird sich wahrscheinlich der Ausführung dieses Projektes entgegensetzen. Reben diesen drei mit dem ersten Preis ausgezeichneten Ideen hat die Prüfungskommission noch d.ei weitere Borschläge mit einem Preis von je 1000 Mark ausgezeichnet. Es muß aber darauf hingewiesen werden, dah der Mann, der über das Reichsehrenmal dos letzte Wort zu sprechen hat. Deichskunstwart Dr. Redslob, vorläufig mit der gesamten Ausbeute der Entwürfe noch nicht recht zufrieden ist. Er hat seinerseits betont, unter den eingereichten Werken habe er ein b e st i m m t e s M o t i v für die zukünftige Schöpfung vermißt, ein Symbol, in dem „der aufrichtende Gedanke der Kameradschaft" stärker zum Ausdruck kommen würde. Das letzte Wort über daS Reichsehrenmal ist also auch mit dieser Preisvertcilung noch nicht gefallen. Bis man sich endgültig zu der einen oder der anderen Lösung entschlossen hat, werden voraussichtlich die in Frage kommenden Modelle in einer Ausstellung dem Publikum zugänglich gemacht werden. Frankreichs plane in Syrien. Oie Libanonküste soll „unter französischem Schuhs bleiben. Berlin, 25. Jan. (CNB.) Die Aussprache im Lölkerbundsrat über Mandatsfragen hat, ohne zu konkreten Ergebnissen zu gelängen, die Aufmerksam- keit auf gewisse französische Pläne hinsichtlich des Mandatsgebiets in Syrien gerichtet, die unter der Maske einer „Befreiung" offensichtlich den Ein- fluh Frankreichs in diesem seit den Kreuzzügen von ihm als Interessengebiet betrachteten Gebiet verstärken sollen. Nachdem verschiedene Aufstände während des nunmehr zwölfjährigen Bestehens des französischen Herrschaft bewiesen und ihre blutige der einheimischen Bevölkerung mit der fron zösischen Herrschaft bewiesen und ihre blutige Unterdrückung die Beliebtheit der Franzosen nicht erhöht hat, ist man seit längerer Zeit in Paris a u f der Suche nach einer Neuregelung, die die politischen Schwierigkeiten Frankreichs erleichtern soll Die jetzt auch der Mandatskommifflon vorliegenden Pläne sind von dem französischen Oberkommissar Henri P o n s o t mit der Regierung vereinbart worden, und man gibt sich in Paris der Hoffnung hin, daß auch die Zustimmung der syrischen Nationalisten gewonnen werden kann. Danach soll Syrien, d. h. das Gebiet um Damaskus im Süden und um Aleppo im Norden, ein selbständiger Staat werden, der nach zwei Jahren auch in den Völkerbund eintreten soll. Dieser Staat wurde als autonome Bestandteile auch die besonders schwer zu „befriedigenden" Gebiete der Alauiten und den Dschebel Drus, den Herd des letzten Aufstandes, umfassen. Die zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des syrischen Staates eingekeilte jetzige Republik Libanon mit den wichtigen Hafenstädten Beirut und Tripolis soll dagegen noch für 20 Jahre unter französischem Schuh selbständig bleiben und bann erst durch eine Volksabstimmung entscheiden, ob es anSyrien angeschlossen oder weiterhin unabhänaia" Mythen will. Die offiziellen Völkerbundsinstanzen haben es bisher vermieden, die Hintergründe dieser französischen Pläne aufzudecten, es ist aber ein offenes Geheimnis, dah Frankreich die Flotten- st ü tz p u n k t e an der Libanonküste behalten und ausbauen will und darüber die wirtschaftlichen und politischen Interessen der Bevölkerung vernachlässigt. Dem ersten P r o t e st Italiens und Deutschlands werden sich daher wahrscheinlich über kurz oder lang auch andere in jenem Teil des Miltelmeers interessierte Mächte anschließen. Frankreichs Finanzkrisis. Paul-Boncour kämpft um das Lanierungsprogramm. Paris, 25. Ian. (CAD.) Die Diskussion in der Kammer, die am Donnerstag über das Finanzsanierungsgesetz beginnt, ist von größter Bedeutung für die Existenz des Kabinetts Paul-Doncour. Was der Finanzausschuß dem Plenum Vorschlägen kann, ist ein Torso, welcher der Regierung anstatt der an» geforderten 5,5 Milliarden Franken neuer Einnahmen nur etwa 3.5 Milliarden Franken bringen würde. Die Regierung hat während der Beratungen des Finanzausschusses bisher nichts von ihrem Entwurf preisgegeben. Das Pleirum hat also freie Hand. Die sogenannten Regierungsparteien werden auf eine harte Probe gestellt. Es wird sich zeigen müssen, in welchem Maße Radikale und Sozialisten produktiv zusammenarbeiten können. Allerdings scheinen Paul-Boncour und Finanzminister Cheron sehr vorsichtig vorgehen zu wollen. Sie beabsichtigen, nur bei den Punkten die Vertrauensfrage zu stellen, über die eine grundsätzliche Einigung innerhalb der Regierungsmehrheit erziel? worden ist. Aus aller Welt. Todesopfer des Schneeslurms in Ungarn. Der seit einigen Tagen in Transdanubien an- babernbe heftige Schnee sturm forberte zwei Tobesopjer. Ein Kutscher, ber unterwegs einen Dorfjungen auf seinem Wagen mitgenommen hatte, konnte (ein Dorf im Sturm nicht erreichen. Der Wagen würbe vollstanbig eingeschneit an einem Ackerfelb gefunben. Der Kutscher, ber Junge unb ein Pferb waren erfroren. Das zweite Pferd hatte sich von ber Deichsel losgerissen und war in bas Dorf zurückgelaufen Lishilssdienst durch Flugzeuge in Jlorb- und Ostsee. Wie im Iahre 1929 wird auch in diesem Winter ein großzügiger Eishilfsdienst durch Flugzeuge für die vom Festland abgeschnit- tenen Rordseeinseln organisiert. Seit Montag werden schon zwischen Husum und der Insel Pellworm Lebers.niMel, Medikamente, Postsachen und auch Passagiere mit einem von der Lufthansa zur Derfügung gestel ten Flugzeug befördert. Zwischen Wilhelmshaven und Wangeroog ist, wie gemeldet, der Cishilfsdienst gleichfalls bereits aufgenommen worden und wird bedarfs» mäßig auf alle anderen Inseln erstreckt werden. Außerdem werdey Flugzeuge eingesetzt, um die Bewegung der Eismassen in ber Ost- und Rord- see zu beobachten und freie Wege für die Schifffahrt seftzustellen. Schließlich stehen noch Flugzeuge bereit für den Fall, dah Schiffe im Cis der Ostsee einfrieren. Die Dampfer würden dann durch Flugzeuge mit allem Rotwendigen versorgt werden. Kälteopfer in Frankreich. Die Kälte hat in Frankreich weiter zugenommen, unb ber Wetterbienst sagt für die nächsten Tage noch einen Fall ber Temperaturen voraus. Bei Moullins würbe eine 78jährige Frau von ein.'m Vorübergehenden im erfrorenen Zustanb auf bem Felde gefunben In berfelben Ortschaft ist eine 82jährige Frau in ihrem Hause erfroren. Bei Bar-le-Duc finb zwei Knechte an ben Folgen ber Kälte geftorben. Bei Chalon-sur Saone, wo außerbem noch ein scharfer Winb weht, hat man zahlreiche erfrorene Spatzen gefunben. Deutschlands ältester Photograph gestorben. In Zschopau im Erzgebirge ft a r b der Photograph ubr.ftian Heinrich Wagn er. Mit seinen 95 Iah-.en dürfte er der älteste Photograph Deutschlands gewesen sein. Mr» jp.ünglich war er Leineweber und nebenberuflich auch Zeichenlehrer. Liebeserklärung an den Esel. Gute Worte für einen Viekgeschmähten. Don Paul Eipper (Nachdruck verboten.) Eigentlich müßte man einmal eine Monographie über ben Esel schreiben, eine ganz richtige Streitschrift zur Bekämpfung ber vielen Vorurteile, bie sich um biefe vier Buchstaben ranken Was ist denn ein Esel? — im Umgangston eine Beleidigung, ein Schimpfwort , zoologisch ein dummes, häßliches, störrisches, auf jeden Fall ein faules Tier. Der Esel hat vier Beine, graues Fell, einen aus- gefransten Strick als S chwanz unb riesengroße „Eselsohren" Man kann nicht oft auf fo wenigen Zeilen soviel Ungerechtigkeiten nieber|d)reiben, aber ber Esel Hal ja einen breiten Buckel, unb an Hiebe ist er gewöhnt. Hören wir endlich damit auf, im Esel ben häßlichen Bruder des Pferdes zu sehen. Ich bekenne, daß mir ber Esel ganz besonders lieb ist, unb ich möchte von Herzen gern überall Freunde werben für dieses mißverstandene Tier Schon die Stammesgejchichte des Esels ist interessant. Man könnte berichten, daß im Tertiärzeitalter, also vor etwa drei Millionen Jahren, zwölf fossile Gattungen der pferdeartigen Unpaar Hufer gelebt haben; heute dagegen nur noch eine Gattung, bie in brei Gruppen zerjällt: bie echten Pferbe, bie Zebras unb bie einfarbigen Efel. Ich könnte auch erzählen, baß bie Pharaonen schon im Ähre 4000 o. Ehr. Esel gezähmt und als Lastträger benutzt hoben, zum Dreschen des Korns verwendeten und zum Reiten; denn die Wissenschaft hat Abbildungen aus dieser Zeit gefunden, wo zwischen Schafen und Rindern auch domestizierte Esel stehen. Aber dies ist noch nicht der richtige Zusammenhang mit dem Gegenwartsbild. Stumpfsinnig, ohne Temperament und Lebensmut, mit übergroßen Ohren unb einer kümmerlichen Mähne steht ber Esel da, bie personifizierte Dummheit, ein Tier, besten Leibspeise bie Distel ist. Der Esel hat Mucken unb Tücken, er beißt, bockt, schlägt, wirft sich zu Boben unb oerbient immerzu Prügel. Meine gescheiten Mitmenschen, biefe Jammergestalt ist ein Probukt ber Verpflanzung in unser feuchtes, kaltes Klima, ist ein Opfer verkehrter Haltung, schlechter Pflege, roher Behandlung, übermäßiger Beanspruchung. In Wirklichkeit, von Haufe aus, hat ber Esel zumindest bie gleichen geistigen Fähigkeiten wie bas Pferd, darüber hinaus sogar noch Vorzüge. Der Esel geht viel seltener durchs er scheut nicht so leicht wie bas Pferd, unb er ist weit- I aus widerstandsfähiger, in ber Ernährung viel an- | spruchsloser Nur seine Stimme rann auch ich nicht loben. Wenn in ber Liebeszeit ber Eselhengst ein butzenbmal I—a schreit, gewalttätig laut, dann noch viele gurgelnde, schnaubende Seufzer ausstößt, bann hilft nur flucht nor irfimmhcnfem Ohrengellen Un|er U|tl m uut zu... ujdUaiier gemacyre Nachkomme bes nubischen Steppenesels, ber in ber Freiheit wohl ausgestorben fein wird. Die andere Wildform des Esels, der Somalt-Wildefel, ist noch ziemlich verbreitet, ich habe verfchiebens Exemplare davon beobachten können. Man vermag sich nicht leicht einen Begriff von ber Schönheit biefes stolzen Tieres zu machen, wenn man eben nur ben Haus- ejel kennt Das graue Fell hat einen rötlichen Schimmer, bie Schulterhohe beträgt etwa anderthalb Meter. Zwar ist auch ber Somali Efelskopf groß unb schwer; aber bie Augen blitzen temveramentvoll, und ber muskulöse Leib wird von seynig-schlanken Beinen getragen, bie in ber Nähe der zarten Fesseln schöne dunkle Querstreifen hoben. Oft sprach ich mit bem alten Somalineger-Häuptling Egga über bie roilben Esel seiner Heimat. Und der Mann fand kein Ende, diese Tiere zu preisen. Mut und Feuer stecke in ihnen, sagte er; sie gingen in leichtem Trab unermüdlich über Saab unb Steine, galoppierten erstaunlich temperamentvoll unb seien tolle Kletterer, bazu mit ihren stahlharten Hufen recht wehrhaft Obwohl ber Somali Wildesel keine Delikatessen finbet, am Dornbüsche äst, bestenfalls an Mimosen, häufig aber nur harte, holzige Gräser finbet, machen alle Tiere solch einer wilben Herbe einen burchaus wohlgenährten Einbruck. Sie finb sehr umsichtig und autzerordentlich wachsam Schwer, von dieser Schilderung ber Wilbesel au unserem Grautier zurückzufinden. Ich glaube, unser Hausesel entbehrt am meisten die Sonne des Südens, schon in Italien nimmt er an äußerer Schönheit zu. Ich erinnere mich mit großer Freude an die zierlichen lichten, oft isabell-getönten Eselchen des Tessins, die geduldig ihr hartes Tagwerk tun, so besonders dankbar eine Liebkosung, ein zärtliches Streicheln hinnehmen unb — wenn sie am Abenb ihrer Losten lebig finb, eine Weile verbutzt stehen bleiben, um sich bann plötzlich mit Vehemenz zu Boben zu werfen, alle Biere himmelwärts strecken und sich vor Freude unb Lebenslust im Gras wälzen, ein Sanbbab nehmen. Zum beglückenbsten aber auf ber ganzen Welt gehört ein neugeborenes Eselfohlen. Ich woge zu behaupten, boh bei ihm bie Fröhlichkeit bes Herzens für jeden Beschauer ohne weiteres offenbar wird. - Man kann nicht anders, man muß solch ein geliebtes Wesen umarmen muh den Samtpelz zausen und eine Weile wenigstens die Blutwärme seines Körperchens spüren. Schon jagt der Kobold wieder in geradezu verrückten Sprüngen querfeldein, atta- tiert bie Eselmutter unb nützt ihre Liebe, ihre Ge- bulb aus bis zum äußersten Die Eselin läßt sich ben Unfug gern gefallen, beim sie liebt ihr Kind mit restloser Hingabe, fürchtet roeber Feuer noch Wasser, wenn es gilt, bem Jungen zu helfen Em letztes Wort noch, eine Mahnung. Der Esel ist — befonbers in südlichen Ländern, in Italien und Aegypten —, aber auch in Deutschland, eines der geplagtesten Tiergeichöpfe Seine Genügsamkeit, seine Geduld und seine Ausdauer werden übermäßig ausgenützt. Oft begegnet man in ben Bergen des Appenin einem kleinen schmalen Eseltier, das fast unsichtbar ist unter ber Last bes oufgepackten Holzes, ber Gemüsekörbe, ber Steine. Und oft sitzt drauf gar noch ein Bouernburfch, ber mit vielem Geschrei pausenlos bas Lasttier prügelt, zuweilen absteigt, ben Esel am Schwanz reifet, einen Holzprügel zuspitzt unb Wunbe um Wunbe in bie Hinterschenkel, in ben Leib bes Esels stößt. Jeber Tiersreunb muß ben Mut haben, in solchen Fällen einzuschreiten, unb um Verstänbnis unb Rücksicht für bas bulbfame Tier- gefchöpf bitten. Lauer als Hamlet. Infolge einer Erkrankung von Herrn Bruck wurde in der „Harnlet"-Aufführung im Stadt- thcater eine eilige älmbesetzung notwendig: in der gestrigen Vorstellung spielte Herr Hauer die Titelrolle Wir konnten — infolge anderweitiger Verpflichtung am gleichen Abend — nur einige Szenen sehen und sind daher nicht in der Lege vorn Gesamtrindruck her zu urteilen. Doch muß man von vornherein eine starke Leistung rückhaltlos anerkennens innerhalb von zwei Tagen die enorme Rolle rein stofflich zu bewältigen und einzuspringen. Wir wissen nicht, ob Hauer „studiert" ist, aber wir wissen, daß der Hamlet nicht mit Routine zu machen ist. Aach dem. was wir sahen, schien un3 die Gesamtanlage in grofeen Zügen der Auffassung von Bruck zu ent» sp.echcn Hauer hat wohl manches In Ton und Haltung von seinem Horatio mit herübergenommen. Sein Hamlet gibt sich ganz männlich, nicht träumerisch; gefährlich, mühsam verhallen; bedrohlich für seine Umgebung; immer auf dem Sp.ung; fein Humor ist trocken, ohne Schärfe; und die Kirchhofsszene wirkt eher nachdenklich als melancholisch. hth. Verlagswesen und Literaiurwirischast. Auf Einladung des Deutschen Seminars der Universität hielt gestern abenb Herr Verlag-direktor Abolf Neumann aus Frankfurt einen Vortrag über bas Thema „Verlagswesen unb Literaturwirtschaf t". Der Direktor bes Seminars, Pros. Dr. 23 i e t o r , wies in einer kurzen Einführung darauf hin, wie förderlich es sei, einmal von der Literaturwissenschaft her ben wechselseitigen Einfluß von Dichtung unb Buch auseinander, die ver- legerische Praxis und den Buchwerdungsprozefe bes näheren zu untersuchen. Der 23ortragenoe, Lener bes bekannten Verlags Rütten & Loening unb feit kurzem Inhaber eines Lehrauftrags für Verlagswesen und Literaturwirtschaft an der Frankfurter Universität, ging davon aus, daß die Begriffe seiner Themenstellung der Praxis entnommen jeien, von der die Wissenschaft unb die am Buch zunächst Beteiligten kaum etwas wüßten. Die Bestrebungen des Iungbuchhandels, sich der Wissenschast zu nähern, sollten sich mit einer umgekehrten Bewegung von ber wissenschaftlichen Theorie zur Praxis hin begegnen. Direktor Neumann, nachdenklich unb nicht ohne Humor aus feinem Arbeitsgebiet berichtend, wollte weniger eine systematische Material- Übersicht als vielmehr eine Reihe von Anregungen unb Hinweisen geben, bie von der Wissenschaft aufgenommen werden sollten. Er sprach über die Entstehung des Buches als Ware, von seiner Wirkung auf das Publikum, vom Einflufe der Tageskritik und von der Persönlichkeit bes Verlegers, über besten Wesen und Tätigkeit vielfach groteske Vorstellungen im Schwange seien, von dem aber doch eigentlich das Schicksal ber mobernen Literatur abhänge. Es war ferner bie Rebe vom Werbegang eines Manuskriptes vom Autor über das Lektorat bis zum fertigen Buch, von ber kaufmännischen Kalkulation, vom Risiko bes Verlegers und von der Unberechenbarkeit des Erfolges. (Beispiele: Frenssen, Re- marque.) Es gebe keine absoluten Maßstäbe für den Verleger, wohl aber Erfahrungen allgemeiner Art Rezepte für garantierten Bucherfolg seien weder vorhanden noch auch erwünscht. Die Literaturwissenschaft nüisse sich mit diesen Dingen befassen, mit ber Typologie bes Verlegers, mit feinem Verhältnis zum Autor, zum Sortimenter, zum Publikum; Buch- erfofg und Tageskritik müßten in ihren Beziehungen zueinander untersucht werden. Auch die Mißstände des ßiteratur-Setriebe# verdienten eingehende Beachtung. In Frankfurt habe man mit dieser praktischen Arbeit einen ersten Anfang gemacht; für die Literaturwissenschaft ergeben sich vielfältige Anregungen zur systemischen Untersuchung dieser Fragen, mit denen leber" Stubent sich einmal befaßt haben sollte. — Ein stattliches Auditorium folgte dem interessanten Vortrag mit lebhaftem Interesse. Aus -er Provinzialhauptstadt. AeichSzuschüffe für Znstandsetzungsarbeiten. Heue ‘Eeftimmungen. Der Reichsarbeitsminister wendet sich in einem Runderiah an die Landerregierungen, in dem die Bestimmungen für die Vergebung des Zuschusses von 50 Milt. Mk. für die Instandsetzung von Wohnungen usw. wie folgt festgelegt werdens Ein Reichszuschuh für die Instandsetzung von Wohnungen kann bereits gewährt werden bei Kosten für das einzelne Grundstück von wenigstens 100 Mk. (statt bisher 250 Mk.). Die Arbeiten müssen spätestens am 1. 7. 33 vollendet sein. Für die Bewilligung eines Zuschusses bart nicht der Tag des Antragseingangs maßgebend sein, sondern der Tag, an dem mit den Arbeiten begonnen werden soll. Unverzüglich soll für alle die Arbeiten ein Zuschuß zugesagt werden, die sofort begonnen werden sollen. Taten für Donnerstag, 26 Januar. 1781: der Dichter Ludwig Achim von Arnim in Berlin geboren; — 1881: der Schriftsteller Alfons Paquet in Wiesbaden geboren; — 1920: der Maler Fritz August von Kaulbach in Ohlstadt bei Murnau gestorben. Vornotizen. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Als 16. Borstellung im Freitag- Abonnement morgen zu gewöhnlichen Preisen Erstausführung des Lustspiels „2:2 unentschieden von Wilhelm Lichtenberger unter Karl Hey- s e r s Spielführung. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. — Die Solotänzer des Hessischen Landes- theaters, Aenne und Milly Reih und Gustav Blank veranstalten am Samstag, 28. Januar, einen .Tanzabend" und führen an Hand eines abwechslungsreichen Programms Tänze aus drei Jahrhunderten vor. Kostüme: Elli Büttner vom Landesthcater Darmstadt. Die Begleitung liegt in Händen von Kapellmeister Erwin Palm. Die Intendanz hat für diesen Tanzabend kleine Preise angesetzt. Dauer von 20.15 bis 22.15 Uhr. Für Sonntag, 29. Januar, hat die Intendanz Veranstaltet vom Kreisamt Gießen und durch- geführt von der Reichszentrale für Heimatdienst fand gestern im Cafs Leib eine staatspolitische V o r t r o g s v e r a n st a l t u n g statt. Oberregierungsrat Ritzel begrüßte in -Bcr- tretung des Provinzialdireltors die sehr zahlreich erschienenen Bürgermeister, Lehrer und Gendarmerie-Beamten des Kreises Gießen. Der Leiter der Reichszentrole für Heimatd'enst (Landesverband Hessen), Herr OI l m e r t, wies kurz aus die Ausgaben der Reichszentrale für Heimat- dienst (einer amtlichen Ausklärungsorganisation der Rcichsregierung) hin, die in unabhängiger Form zu wirken habe und deren Redner in keiner Richtung beeinflußt werden dürsten. ?Zs erster Redner sprach Dr.W. Schulz- Kreuztal (Westfalen) über das Thema „Da» französische und das deutsche wchrsystem". Der Redner gab zunächst einen Rückblick aus die Entwicklung der deutschen und der französischen Heeresmacht und kam dann auf die Lage nach dem Weltkrieg zu sprechen. Frankreich habe tiefgreifende Reformen in seinem Heerwesen durchgeführt, insbesondere die Jugend zur militärischen Ertüchtigung herangezogen. Die Erziehung solle in drei Stufen erfolgen und dem jungen Menschen die De.rutenzeit ersetzen, ihn sogar zum Teil befähigen, den Rang eines Unter- Offiziers zu bekleiden. Dann erst beginne die aktive Militärzeit. Jeder zweite Mann könne auf diese Weise militärisch ausgebildet werden, in Deutschland aber nur jeder 200. junge Mann. Jeder weiße Franzos sei, ohne Rücksicht auf seine körperliche Konstitution, dienstpflichtig, sei es im Armeedienst, oder im Hilfsdienst. In drei Jahrgängen könnten 650 020 Mann ausgebildet werden. Durch besondere Gesetzgebung habe Frankreich außerdem die Möglichkeit der raschesten Mobilmachung. Das Berufsheer sei ve st.-rkl worden. Das französische Wehrsystem bestehe aus einer Dreiheit: dem Berufsheer, der Heercspflicht und der Möglichkeit des Freiwilligenaufgebots. Die ganze Bollslraft sei dergestalt in den Dienst der Landesverteidigung gestellt. In Deuts ch - land seien die Verhältnisse grundlegend anders. Im Diktat von Versailles habe man Deutschland nur dos 100 7>--Monn-Heer zugestanden. Die Militärdienstpflicht einzuführen, wurde Deutschland nicht gestattet, die militärische Iugendaus- bildung wurde ihm verboten, durch die zwölfjährige Dienstzeit die^Heranbildung von Reserven unmöglich gemacht. Die Jugend sei dadurch dem Staat entfremdet worden. Geländesport bedeute noch lange nicht militärische Ausbildung. Deutschland habe also (einzig dastehend in Europa) nur sein Berufsheer. Die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem französischen Wehrshstem seien ungeheuer. Frankreich könne in wenigen Tagen 65 bis 70 Divisionen Infanterie an die Grenze werfen, Deutschland nur sieben. Demgegenüber mache die Abrüstung und die Glcichberechtigungs- forderung nur langsame Fortschritte. Die Situation sei aber nicht hoffnungslos. Deutschland habe noch Trümpfe in der Hand. Die Bevölkerung solle die Verhandlungen in Genf aufmerksam verfolgen, im übrigen aber der Regierung die Arbeit nicht erschweren. (Lebhafter Beifall!) Sodann sprach Dr. Rissen (Frankfurt a. M.) über das Thema: „Das tut der deutschen Landwirtschaft not?". Die Landwirtschaft sei von der Krise mehr als andere Terufsgruppen betroffen. Durch den Krieg habe sie ungeheure Verluste erlitten; Dezimierung der Viehbestände, Auszehrung des Doyens, '3er» tust an besten Arbeitskräften. Man habe versucyt, wieder aufzübauen, vorübergehend auch Koniunk- tur gehabt, aber bann wieder (besonders nach der Inflation) Rückschläge erleiden müssen. Die deutsche Landwirtschaft sei stark verschuldet. Ansätze zu einer Besserung seien durch das Sinken der Kaufkraft weiter Kreise verloren gegangen. Trotzdem habe die Landwirtschaft Großes geleistet und die Ernährung des Volkes aus eigener Erzeugung nahezu völlig sichergestellt. Die Preise für landwirtschaftliche Produkte seien aber eine Wiederholung der Operetten-Revue „3m weihen Röhl" als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Opereltenpreisen angesetzt. Vorzugs- karten haben Gültigkeit. Spieldauer von 18.30 bis nach 21.30 Uhr. — Vortrag über Alt - Giehen. Morgen (Freitag) spricht Oberkriegsgerichtsrat Koch im M a t t h ä u s s a a l. Kirchstrahe 9. erneut über das interessante Thema „Alk-Gießen". Der erste Vortrag fand solchen Beifall, daß der Vortragende auf Wunsch der Hörer sich bereit erklärte, in einem weiteren Vortrag Bilder aus Alt-Gießen zu zeichnen. Die Veranstaltung geht von der Männer- und Frauen-Vereinigung der Matthäusgemeinde aus. Gäste sind herzlich willkommen. (Siehe gestrige Anzeige.) * LU. Von der Landesuniversität. Der Oberbiblicthelar der hiesigen Landes-Universität, Prof. Dr. Robert Fritzsche wurde auf sein Rachsuchen mit Wirkung vom 16. April 1933 in den Ruhestand verseht. *• Vorbestellte Theaterkarten. Aus dem Stabtthcalerbureau wird uns geschrieben: Die Kasse des Stadttheaters hat leider über den Mißstand Klage zu führen, daß das Nichtabholen vor- beftellter Harten fast ein ständiges Vorkommnis geworden ist. Durch dieses Verhalten erleidet das Theater, zumal bei Zugstücken (wie „Weihes Rußl" und „Endlose Straße") und bei Gastspielen finanzielle Verluste, die bei der heutigen wirtschaftlichen Lage nicht verantwortet werden können. Die Intendanz bringt daher dem Publikum zur Kenntnis, daß alle für das „Weiße Roßl" vorbestellten Karten am Tage zuvor bis 13 Uhr abgeholt sein müssen Diese Bestimmung gilt auch für die auswärtigen Theaterbesucher, da bei diesen dieselben bedauer- lichen Vorkommnisse zu verzeichnen waren. Verband kaufmännischer Berufs kranken kassen. Bei der Neuwahl des Vor- stand's des Gießener Ortsausschusses des Verbandes kaufmännischer Berufskrankenkassen wurden die Herren Jensen (Barmer Ersatzkasse) als Vorsitzender Emrich (Deutsche Angestellten-Kranken- kässe) als stellvertretender Vorsitzender und o n t g i (Kaufmännische Krankenkasse Halle) als Schriftführer I gewählt. katastrophal gesunken. Es müsse gesagt werden: Die Kontingentierungspolitik gehe am Kern des Problems vorbei. Für die Preisgestaltung sei nicht die ausländische Einfuhr, sondern die inländische Kaufkraft maßgebend. Kontingentierungs- Politik bedeute Schädigung der Exportindustrie, Arbeitslosigkeit, weiteres Sinken der Kaufkraft. Wie sei der Landwirtschaft zu h-lfen? Forcierte Getreidewirtschaft nütze nichts. Die Leistungen der Milchwirtschaft müßten erhöht, mehr Milch zu Käse verarbeitet werden, die Butter bedürfe der Verbesserung, die Geflügelzucht sei zu intensivieren (jedes Huhn müsse jährlich durchschnittlich 150 Eier legen, wenn man vom Ausland unabhängig sein wolle), durch genossenschaftlichen Absatz sei die Handelsspanne zu verringern. Selbsthilfe biete zwar Ansatzpunkte, könne aber keine generelle Besserung bewirken. Die Krise in der Gefarntwirtschast müsse behoben werden, wenn auch dem Landwirt geholfen sein solle. Trotzdem werde sich der Landwirt eng den Bedürfnissen anpassen und der Entwicklung in mancherlei Richtung folgen müssen. De^Vo.tcag löste eine lebhafte Aussprache aus, in der man sich u. a. auch mit dem Siedlungsproblem beschäftigte. Als dritter Redner sprach Studienrat Dr. König, Gießen, über das Thema: wir Deutsche im mitteleuropäischen Kaum". Cc n n Au fahrung.n sei folgendes entnommen: Man habe viel von Paneuropa gehört I Der Weltkrieg habe viele Staaten geschaffen,. die sich gegenseitig im Wege standen und e.ne größere Organisation zu fordern schienen: Paneuropa! Cs sei in letzter Zeit aber sehr still davon geworden. Man frage sich: Was ist Europa? Wo beginne es? Gehöre Englands Empire und Front.eich dazu? I.n Osten liege das euraftfd)e Rußland. Zwischen USSR. und Frankreich liege Europa, dec Herd der Unordnung, ein ballani- siertes ' Wirtschaftsgebiet. Man müsse diesen Wirtschaftsraum in Ordnung bringen, da er die Waage zwischen Ost und West halten müsse. Man frage sich, ob der Raum unter sich verbunden sei? Die Geschichte lehre Interessantes. Das Mittelalter habe schon einen mitteleuropäischen Grohraum gedacht und gehabt. Damals fer die deutsche Ration Träger der Orgcnifation und Träger der abendländischen Kultur gewesen. Dcc eu.o^äische Kulturgrenze falle zusammen mit der @.e:i;e des Protestantismus und byzantinischer Orthodoxie. Zwischen Deutschland und dem ost- slawischen Gebiet habe neben der politischen nie eine kulturelle Spannung bestanden. V'elmcor dienten die Deutschen den Ländern des Ost ns als Städtebauer. Erst Peter der Große sei in den europäischen Raum vorgestohen und hatte die Greirze verschoben, wenn sich nicht Deutsch- land und Oesterreich e ngemischt und durch die D eite lung Polens an Einfluß gewonnen hatten. Es sei-fraglich, ob bei der Gemengelage der Völker im Osten eine nationalstaatliche Lösung möglich sei. Fest stehe nur, daß zunächst Oester- reich-Ungarn. dem Volke und der Sprache nach, zum mitteleuropäisch-deutschen Raum gehöre. Cs sei ein großer Unterschied, ob man den Staat von der Set.' fce3 Startes h:r, cder von der Seite der Vol sgemein chaft her betrachte. Vottsgemem- schast sei etwas anbe eS, als Staatsgememfcholt. Volk- gemein chaftcn mühten allerdings Realitäten fein, wenn die Ration daraus gebildet werden solle. Eine Ration aus den im Kulturkreis ge- bunöenen Menschen unterscheide sich wesentlich von der Staatsnation. Interessant fei es. fest- zu stellen, daß in überstaattichem Sinne in 20 von 35 europäischen Ländern Deutsche bodenständig sind. Staatsverwaltendes Voll seien die Deutschen in der Eidgenossenschaft der Schweiz. In der Schweiz lebten, ohne sich gegenseitig totzuschlagen, vier Völler in staatlicher Gemeinschaft beisammen. Das sei einzigartig in Europa. In Rußland anerkenne man auch die Bedeutung der Rationalitäten und handele danach: USSR. spreche in der Mutte^prache zu den einzelnen Völkern. Deutsche Minderheiten gebe es auch in Frankreich (von Elsaß-Lothringen ganz abgesehen) und in Belgien. Dort aber seien die Völker geschieden, desgleichen in Italien (Südtirol-- Italien). Im Osten aber seien die Grenzen nicht klar zu erkennen. Millionen von Menschen müßten dort umgesiedelt werden, wenn man Rationalstaaten schaffen wolle. Im östlichen Raume von Polen und Rußland seien von 140 Millionen Menschen 80 Millionen Deutsche. Ucberall stoße man auf deutsche Dörser. Die mitteleuropäische Frage sei im Südosten leichter zu lösen. Der Schlüssel sei Deutsch-Oesterreich, sei Wien als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Wien könne im Südosten das fein, was Hamburg im Westen ist: das Ausfallstor deutschen Wesens nach dem Schwarzen Meer. Weshalb aber sei die Vereinigung im mitteleuropäischen Raume nicht möglich? Das liege an dem Hegemonialgedanken Frankreichs. Mit Paneuropa habe Mitteleuropa totgeschlagen werden sollen. Zu diesem Zwecke habe sich Frankreich mit dem Osten verbunden. Ohne das Hindernis Frankreich könne die Ordnung iin mitteleuropäischen Raum leicht hergestellt werden. Die Ordnung des mitteleuropäischen Raumes bedeute aber die Ordnung in der Welt! (Lebhafter Beifall). Mit kurzen Dankesworten für die den Dor- träger erwiesene Aufmerksamkeit schloß Oberregierungsrat Ritzel die anregende Tagung. Buntes Allerlei. Hoffnung für abgelehnte Schriftsteller. Zwei französische Autoren, Stephane Manier und Jean Maxence, haben den wohltätigen Plan gefaßt, solchen schriftstellern zu helfen, deren Romane von den Verlegern abgelehnt worden sind. Sie erklären sich bereit, zwei solcher Arbeiten jedes Jahr zum Dieser Winter scheint sich ja noch lebhaft entwickeln zu wollen I Kein Zweifel: nach seinem warmen Vorgänger des letzten Jahres macht er seinem Hamen alle Ehre. Das Kältezentrum über Sowjetrußland, in dem man b i s zu35Grad Kälte messen konnte, scheint langsam aber sicher zu uns hinüber zu wollen. Temperaturen um 20 Grad unter Rull sind heute schon in verschiede- denen Stellen Deutschlands an der Tagesordnung. Run fragt es sich: läßt sich durch den Vergleich der letzten Jahreszahlen, in denen man einen kalten Winter feststellen konnte, so etwas toie eine Reihe, eine Gesetzmäßigkeit finden, die schließlich dazu führen könnte, eine feststehende Periode der kalten sowohl als auch der warmen Winter anzunehmen? Wir erinnern uns, daß der letzte Winter von ungeheurer Härte uns im Sehr u a t 1 9 2 9 überfiel. Das gäbe einen Zwischenraum von vier Jahren. Was sagen wir aber nun dazu, daß einmal festgestellt worden ist, es gäbe periodische Klimaschwankungen, die sich durch Jahrhunderte zurückverfolgen lassen -- und zwar in den Intervallen von 3, 11, 16, 35. 89. 108, 150, 242 Jahren? Und wie soll man sich dazu stellen, daß schon in früheren Jahrhunderten Beobachtungen gemacht worden find, denen zufolge anormal kalte Winter sich in regelmäßigen Abständen wiederholten, in Abständen, die sehr häufig 35 Jahre auseinanderlagen, die aber gelegentlich auch vier Jahre betrugen? Schließlich ist vor nicht allzu langer Zeit in Rordamerika an 500jähr!gen Bäumen mit Hilfe ihrer Jahresringe festgestellt worden, daß alle Jahre gewisse klimatische Schwankungen das Wachstum dieses Baumes anders gestalteten, daß Wenn man heute eine Umfrage an alle Bevölkerungsschichten richten würde, ob man glaube, daß die Eheschließungen heute häufiger als vor dem Kriege seien, so würde diese Frage wohl allerseits verneint werden. Ein flüchtiger Einblick in die Zahlen der Statistik aber beweist uns zu unserem Erstaunen das Gegenteil. Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und Geldlosigkeit haben die Zahl der Eheschließungen nicht senken können, ja sie ist sogar im Vergleich zu den Jahren vor dem Kriege g e ° stiegen! Die Heiratslust ist im Verhältnis zum Jahre 1910 sogar um ein ganz Beträchtliches gestiegen, denn wenn heute rund 40 Prozent der Bevölkerung des Deutschen Reiches verheiratet sind, so waren es im Jahre 1910 nur 36 Prozent. Dom Jahre 1910 an zeigt die statistische Kurve der Eheschließungen einen ständigen Aufstieg, der sich erst 1929 wieder senkt. Dabei hat sich gerade in den letzten Jahren der Altersunterschied zwischen den Geschlechtern znm Günstigen gewandelt, so daß, wenn man die Altersstufen betrachtet, für die Frau heute viel bessere Heiratsaussichten bestehen als eben in den Jahren 1928 1929. Aber die Eheschließungen werden eben nicht nur vom Alter der Bevölkerung bestimmt, es gibt vielmehr auch hier eine „Konjunktur" und eine „Depression", und natürlich wird das Hoch und lief der Heiratslust doch hauptsächlich von den Schwankungen der allgemeinen Wirtschaftslage bestimmt. So zeigt zum Beispiel das Jahr 1931 allein 30 000 Eheschließungen weniger auf als das vorhergehende Jahr und man tut sicher nicht Unrecht, die zunehmende Arbeitslosigkeit dafür verantwortlich zu machen. Wer also auch in diesem Jahr sitzen bliebe, kann ruhig die Krise anklagen. Aber es gibt, wie überall, auch hier einen Trost: Richt überall sind die Heirats-Ehoncen gleich schlecht. In den meisten großen Städten sind die Aussichten wenig günftig. Die Ursache hierfür liegt teils an der stärkeren Arbeitslosigkeit, teils auch darin, daß die bisherige starke Zuwanderung feit 1930 einer Abwanderung der jungen Män - ncr von den Städten Platz gemacht hat. Licht geben uns auch hier wieder einmal die Zahlen, die uns zeigen, daß während von taufend Berliner Einwohnern 1929 nur 9,8 einen Ehepartner fanden, von tausend Oldenburgern 10,2 dieses Glück hatten und von tausend Bewohnern aus Schaumburg- Lippe sogar 11,5 heiraten konnten. Druck und zur Veröffentlichung zu bringen. Ass Grundbedingung wird der Beweis verlangt, daß dir; Handschriften menigftens zwei Verlegern ohne Erfolg vorher cingcreicht morden sind. Die Notwendigkeit der Durchführung dieses Gedankens wird damit begründet, daß in den gegenmärtigen schwierigen Zeiten Verleger Romane, die ihnen kein sofortiges gutes Geschäft bei den großen Lesermassen bringen, zurückweisen, auch wenn die Werke hohe künstle rische Vorzüge besitzen. Ein so genialer Dichter wie Proust war z. B. gezwungen, seine ersten Werke auf eigene Kosten brü ten zu lassen. diese Situation hat sich nach dem Kriege verschärft. So wird be richtet, dßa ein bereit - bekannter zeitgenössischer Autor sein letztes Manuskript dreizchnmal von ver l.tiebencn Verlegern zurückerhalten bat. Die beiden Werke, die aus den Kreis der Abgelehnten jährlich veröffentlicht werden, sollen non einer Kommission ausgewählt werden, für die bereits hervorragende Kritiker gewonnen sind. Heitere Tafelrunde. Zu der Tafelrunde von Sanssouci gehörte auch der Professor laubmann. Friedrich der Groh, schätzte ihn sehr, konnte es aber nicht unterlassen, ihn ab und zu zu necken und in Verlegenheit zu bringen. Aber nicht immer zog Taubmann den kürzeren. Eines läge-.- war Taubmann vom König zu Tüch gebeten, fand aber sein Besteck ohne Suppen löffel vor. Als inan den ersten Gang reichte, ries der üönig über die Tafel: „Wer seine Suppe nNht ihr ist ein Schlingel." laubmann aber ließ sich nicht verblüffen, nahm ein Weißbrot, höhlte es auf- und löffelte damit seine Suppe. Als er aker mit feinem Teller fertig war, sah er sich vergnüg' im- Kreise um und ries zum König hinüber: „Wer seinen Lössel nicht iß», ist ein Schelm", aß sein Weißbrot hinterher und hatte die Lacher auf seiner Seite. vor allem gewisse periodische Schwankungen in regelmäßiger 35jähriger Wiederkehr bis zum Jahre 1392 zurückversolgt werden konnten... Diese Untersuchungen über die Regelmäßigkeit des Wetters stecken noch arg in den Kinder schuhen. Die paar Daten, über die man heute verfügt, gaben aber schon jetzt Ausschluß darüber, daß man einem der dunkelsten Probleme der Ra- tur auf die Spur gekommen ist, dessen Lösung wohl bei zäher Verfolgung des Zieles nicht allzu lange auf sich warten lassen wird. Dieses Problem besteht darin, daß die Witterungsverhält nisse so lange aus den Menschen und sein Werl blind wirken, als er die Periodizität des Wet kers noch nicht klar zu berechnen in der Lage ist. Auch in der Witterung herrschen merkwürdige Seriengesetze vor, von deren Erkenntnis erst der erfolgreiche Kamps gegen zerstörenden Frost, ungesunde Wärme, gegen a(lr anormalen Erscheinungen der Meteorologie ab hängt. Es wird gewiß einen Tag geben, an dem rede r Menschheit gelingen wird, mit Hilse dieser W'tterungsperioden einen kalten ober warmen Winter vorauszusehen und dementsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Cs erübrigt sich, die ungeheure wirtschaftliche Dedeutung diefer wahrhaft .langfristigen Wettervorhersage" zu betonen. So lange die Ratur gemalten unwiderlegliche Mächte bleiben, so (anq>- werden sich weder periodische Krisen noch die Lei den einer Hungersnot völlig vermeiden lassen. Erst wenn der Mensch in seiner Abwehr Herr über die Ratur geworden ist, wird er endgültig aus dem Reich der Barbarei in eine Periode der Kultur getreten sein. Daß der Mut, eine Familie zu gründen, in dem wirtschaftlich so hart geplagten Deutschland beson ders stark vorhanden ist, zeigt die statistische Fest- stcllung, nach der in Deutschland auf 1000 Einwoh »er durchschnittlich in den letzten Jahren 9 Ehe schließungen kamen, in Groß-Britannien, Holland und Frankreich dagegen nur 8, in Italien 7 und in Norwegen nur 6. Allerdings scheint die Heirats tust in Polen und der Tschechoslowakei noch stärker zu sein als in unserer Heimat. Noch eine Frage, die uns interessiert: Wann heiratet Er, wann heiratet Sie? Auch hier hat sich das Bild seit den Jahren vor dem Krieg sehr gewandelt. Wenn sich früher am häufig sten die Männer zwischen 25 und 28 Jahren zur Ehe entschlossen, so zeigen heute gerade diese Jahr gänge eine heftige Abneigung gegen den Ehestand mit seiner Verantwortung, und gerade die Männer zwischen 29 und 35 Jahren scheinen sie nicht zu 'ürchlen. Seltjamerweise aber findet man häufiger als vor dem Kriege jetzt die sogenannten Schul jungen-Ehen, das heißt Heiraten von Burschen zwischen 18 und 22 Jahren. Wenn sich also schon diese ganz Jungen nach einem Zuhause sehnen — vielleicht weil sie in den schweren Kriegsund Nachkriegsjahren ihrer Kindheit dieses Zuhauic entbehren mußten — so scheinen die Aussichten der Frau auch in anderer Beziehung keineswegs ungünstig zu flehen: denn auch die sogenannten eingefleischten Junggesellen sind weniger geworden! Vor dem Kriege landeten von 1000 Junggesellen zwischen 45 und 50 nur 15 im Hafen der Ehe. 1929 entschlossen sich schon 30 zu diesem Schritt. Und selbst die noch älteren Jahrgänge scheinen sich bekehren zu wollen, denn wenn vor dem I Krieg von 1000 Herren zwischen 50 und 55 nur noch 9 die Eheschließung wagten, so sind es jetzt doch immerhin 15 geworden. Zum Schluß ein Trost für die Mütter, die sich um die Eheaussichten ihrer kleinen Töchter Sorge machen: Diese Töchter werden e» voraussichtlich weit besser haben, als die Generation der jungen Frauen und Mädchen von heute! Denn in 20 Iah ren soll sich der jetzt und in den letzten Jahren bestehende Frauenüberschuß in einen Männer- Überschuß verwandelt haben, und in aUes Altersklassen werden die Frauen verhältnismäßig in der Minderheit, die Herren aber in der Mehrheit fein. Staatspolitische Vortragsveranstaltung der Äerchszentrale für ßermaidiensi. Kann man kalte Winter im voraus bestimmen? Don Günter Kretschmer. mterkWe - und das Gesetz der Serie. Statistik der Heiratslustigen. Eheschließungen einst und jetzt in Zahlen. Don Henriette Heßner. S.jf.-ifpori 74 Turnwarte in der Gau Tmnschuie Hessen (OT.) Heben den planmäßigen Vorkurnerstunden in den sechs Bezirken und im Verband des Gaues Hessen hat Gauoberturnwart Wilh. Will (Gießen) auch in dieser Notzeit wieder einen besonderen Lehrgang für d i e Ausbildung von Lurnwarten ermöglicht, zumal mit der fortschreitenden Aufspaltung des Lurnbechiebs in Zachabteilungen die technisch und ideell bedeutsame Stellung des Vereinsturnwartes Verbunds- politisch in schärferer Beleuchtung gehalten wird. Seinem Ruse zur Guuturnschule nach Gießen folgten 7 4 Turnwarte aus 61 ©außer« einen, eine Zahl, die bisher niemals erreicht worden ist, und in der neben dem Bedürfnis nach einer vertieften Schulung auf breiterer Grundlage auch das Vertrauen der jungen Generation in das Führertum ihres nunmehr in Kürze ausscheidenden 68jährigen Gauoberturnwartes zum Ausdruck kommt. Ihm zur Seite arbeiten drei vollbesetzte Sonntage hindurch sieben gaueigene Lehrkräfte mit: Wilh. Will hat Orb* nungs- und Vefehlsübungen, Ausschnitte aus der Dewegungsschule und insbesondere die allgemeinen Freiübungen des Deutschen Turnfestes (Stuttgart) übernommen, Gaumänner- tumtoart Martin Textor (Marburg), die Dezirksturnwarte Paul Schüler (Wetzlar) und Karl Reuter (Gießen) unterrichten an den Geräten und im Turnspiel, Oaufraucnturnroart Rudolf Paul (Gießen) leitet grundlegende Formen der Freiübungen, Abschnitte aus der Körperschule und Ordnungsübungen, Gaufachwart M a l k o m e - sius (Gießen) bemüht sich um die schärfere Ausprägung der Technik beim Volksturnen, Gau- schwimmwart Franz Sauer (Gießen) gibt Anleitung zum Schwimmunterricht, leitet Trockenübungen für Brust- und Rückenschwimmen und führt in das Rettungswesen ein, Gaufachwart Erich Wagner (Kirchhain) behandelt in Wort und Beispiel die Grundlinien des Kinderturnens, gibt dem Turngesang neue Anregungen, ferner einen lieber« blick über die Geschichte des Jahnschen Turnens als einer Volksbewegung, die von Anfang an als Dienst am Vaterland auch die Wehrhaftigkeit in ihrem allgemeinen Turnbetrieb sowie das Wehrturnen in seinen besonderen Formen stets im Auge behalten hat. Mit Vefehlsübungen und einer Prüfung der Teilnehmer wird der Lehrgang anfangs Februar schließen. Gießener Eisschießmeisterschasten. Bei guten Eisverhältnissen brachte am vergangenen Samstag der Eisverein die örtlichen Meisterschaften zum Austrag. Es traten insgesamt 5 Moarschaften an. Die ernzelnen Spiele bekamen durch die neue Zusammenstellung der Schützen einen besonderen Reiz und es zeigte sich, was auch die Roten des Endergebnisses bewiesen, daß die Moarschaften ziemlich gleichwertig waren. Erst mit dem letzten Spiel war die Reihenfolge festgestellt. 1. Sieger: TD. 1846. Woar: Mohr. Rote: 1.351; 2.: MTV.. Mo ar: Dickel Haupt. Rote: 1,282; 3.: Gießener EV. II, Moar: Müller»Leutert. Rote: 1,106; 4.: Gymnasium. Moar: Ost. Rote: 1,001; 5.: Gießener EV. III. Moar: Schonebohm. Rote: 0,955- Tisch-Tennis der Sp.-Bg. 1900. 1900 II — DHV. Giehen 9:3. Zum fälligen Rückkampf empfing am Sonntag 1900s zweite Mannschaft die Tischtennisgilde des hiesigen DHV. Wie beim ersten Turmer, so erwiesen sich auch diesmal die 1900er als die besseren und gewannen sicher. Rachstehend die Ergebnisse (DHV. jeweils zuerst genannt). Einzel: Reiches — Treser 21:14, 21:10, 21:8; Götz — Gros 21:19, 21:19, 15:21, 10:21. 19:21; Gustav Koch — Rosenbach 16:21, 21:16, 8:21, 21:23; Depler — Duill 21:19, 18:21, 17:21, 14:21; Faber — Frau Hauser 7:21, 21:18, 7:21, 5:21; Fischer — Kurt Schmidt 11:21, 14:21, 15:21; Hopfner — Franz Koch 17-21 17:21, 16:21; Weber — Enders 21:18, 14:21, 21:15, 18:21, 22:20. Doppel: Reichel-Götz — Treser-Duill 21: 23, 16:21, 19:21; Gustav Koch-Depler — Groß- Rosenbach 16:21. 17:21, 7:21; Faber-Höpfner — Frau Hauser-Kurt Schmidt 11:21. 18:21, 6:21; Fischer-Weber — Franz Koch-Enders 15:21, 21:23. 10:21. Handball im Labn-Dünsbera-Gau Nordeck I — Albach I 2:10 (0:7). Der Sieger zeigte sich von der besten Seite. Al- bach übernahm sofort das Kommando und hat bereits in der ersten Minute den ersten Erfolg erzielt. Die Hintermannschaft von Rordeck zeigte bedenkliche Schwächen. Die Tore fielen in regelmäßigen Abständen (Halbzeit 7:0!). Rach der Pause sp'.elt Rordeck mit dem Wind, das Spiel gestaltete sich zunächst offener, die Ausbeute mit zwei Toren war aber schwach und wurde durch drei weitere Tore der Gäste wieder wettgemacht. Der Sieg der Gäste war auch in dieser Höhe verdient. Launsbach I — D£)U. Gießen 5:6 (3:4). Zu einem Gesellschaftsspiel hatte Launsoach die Mannschaft des DHV. zu Gast. Gießen ging zunächst in Führung, der Platzbesiher glich aber bald aus. Zur Pause lagen die Gäste mit 4:3 m Front. Rach dem Wechsel erreichten beide Mannschaften noch je zwei Tore und trennten sich mit einem knappen Sieg der Gäste. llniverfilätsmanu'chaft der Freistudenten Marburg gegen Lollar I 3:3 (2:0). Zu einem Gesellschaftsspiel weilte am Sonntag die Mannschaft von Lollar in Marburg und ersiehe gegen die Mannschaft der Freistudenten mit einem llnentfdjieöen von 3:3 einen schönen Erfolg. Die Gäste konnten sich zuerst auf dem langen Platz der Gastgeber sehr schlecht zusammenfin- ben unb mußten in biefer Zeit bem Gegner, ber meist tonangebenb war, bas Feld überlassen. Zwei Tore waren die Früchte dieser Lieberlegen- heil. Sofort nach dem Wechsel legte Lollar mächtig los und hat bald ein Tor aufgeholt, das aber bald wieder durch das dritte Tor ber Studenten ausgeglichen wurde. 3m weiteren Verlaus drängte der Gast seinen Gegner immer mehr in die eigene Hülste zurück und vermochte bis zum Schluß noch mit zwei Toren den Gleichstand zu erreichen. Das Unentschieden entspricht dem Spielverlauf. Eine beachtliche Leistung der Lol- larer Mannschaft. Arbeiter-Turn- und Svortbund. Dihenbach I — Raunheim I 3:5. Zum letzten Spiel der Vorrunde um die Kreismeisterschaft des 9. Kreises mußte Raunheim in Ditzenbach antreten. Diesem Spiele wurde besonderes Interesse entgegengebracht, da es entscheiden sollte, ob Raunheim seinen Siegeszug unbehindert sortsetzen konnte. Rairnheim nahm deshalb bas Spiel sehr ernst. Ditzenbach wurde Durch das blitzschnelle Spiel der Gäste in Verwirrung gebracht. Rcu heim gelang es dabei, zwei Tore vorzulegen. Dann wurden die Gastgeber besser, aber Raunheims Schlußtrio leistete sehr gute Abwehrarbeit. Dis Schluß hatte Raunheim fünf Tore erzielt, dem Ditzenbach nur drei Erfolge entgegensetzen konnte. Raunheim fuhrt die Tabelle ungeschlagen mit 6 Punkten an. Bornheim I — Vockenhelm I 1:1. Rach mäßigem Spiele trennten sich die Gegner mit einem Unentschieden. Lollar I — Alsfeld I 1:1. In Lollar trafen sich die Gruppenmeister der 1. Bezirks klasse im vorletzten Spiel um die Be- zirksmcisterschast. Beide Torhüter bekamen reichlich Arbeit. Rach schöner Kombination gelang es Alsfeld, in Führung zu gehen. Bei diesem Stande blieb es bis Halbzeit. Rach Seitenwechsel heat Lollar stark im Angriff, kann jedoch bei der sehr zahlreichen Abwehr ber Gäste zu keinem Erfolge kommen. Rach Beenbigung ber regulären Spielzeit stand das Spiel 1:0 für Alsfeld. In ber vom Schiri, bebingt durch bic vielen Ausbälle, gegebenen Verlängerung gelang es Lollar, den ver- bienten Ausgleich zu erzielen. Mit biefem Spiele hat sich Lollar I. die diesjährige Dezirksmeister- schaft ber 1. Klasse sichergestellt. wiefeck Jugend Beftrksmeisler. In Naunheim standen Jid) Naunheim Jugend und Wieseck Jugend im Rückspiel um die Bezirks- iugendmeisterschaft gegenüber. Im Vorspiel blieb Wieseck mit 2:1 Sieger. Auch im Rückspiel war Wieseck zeitweise überlegen, doch führte Naunheim bei Halbzeit mit 2:1 Toren. Nach dem Wechsel drängte Wieseck stark und stellte bald den Ausgleich her. Dabei blieb es. Wieseck wurde mit diesem Spiele Bezirksmeister. Kinzenbach I — Mehlar I 1:1. Wetzlar I war in Kinzenbach zu Gast und mußte gegen die sehr körperlich spielenden Platzbesitzer alles hergeben, um ein gleichwertiges Spiel zu liefern. Torlos verlief die erste Halbzeit. Nach ber Pause ging Wetzlar in Führung, Kinzenbach konnte aber den Ausgleich erzielen. ©roßen-Cinben I — wieseck II 4:2. Wieseck II war mit nur 10 Mann in Großen- Linden zu Gast. In einem flotten Spiele übernahm Wieseck bald die Führung. Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Zur Halbzeit führten die Platzbesitzer mit 3:1. Nach Seitenwechsel hatten die Gäste etwas mehr vom Spiel, konnten jedoch nur einmal erfolgreich sein. Großen-Linben erhöhte auf 4:2 und sicherte sich damit den Sieg. Vorher: Gro- ßen-Linden II und Heuchelheim II 1:9. Rodheim I — Vetzberg I 3:5. Bis Halbzeit lag Rodheim mit 3:0 Toren in Führung. Nach Seitenwechsel gelang es jedoch den sehr eifrigen Gästen, noch fünf Tore zu erzielen und so den Sieg mit nach Hause zu nehmen. Vorher Rodheim II — Vetzberg II 2:1. Waldgirmes I — Leun I 1:1. Beide Hintermannschaften mußten reichlich Abwehrarbeit leisten. Durch Elfmeter übernahm Waldgirmes die Führung, dem ebenfalls burch Elfmeter Leun den Ausgleich' entgegensetzte. Zu weiteren Erfolgen reichte es bann nicht mehr. Vorher trennten sich die 2. Mannschaften mit dem gleichen Ergebnis. Vlasbach I — Frankenbach I 2:1. Blasbach hatte Frankenbach zu Gast. Die Gäste waren im Spiele zuerst überlegen und übernahmen auch die Führung. Bis Halbzeit gelang es jedoch Blasbach, den Ausgleich herzustellen. Nach der Paule konnten die Gastgeber durch Elfmeter zum Siegestreffer kommen. Handball. wieseck — Bußbad) 3:5. Wieseck, mit nur 8 Mann, mußte sich kräftig gegen die sehr gut spielenden Gäste wehren und konnte nur mit viel Glück eine höhere Niederlage verhindern. Rhönsegelflug wird international. Der diesjährige Rhönsegelflug-Wettbewerb vom 13. bis 23. August wird zum ersten Male eine größere internationale Teilnehmerschaft erhalten, da die internationale Studienkommission für motorlosen Flug beschlossen hat, ihren ersten Wettbewerb im Rahmen ber alljährlichen Veranstaltung in ber Rhön abzuhalten. Kurze Sportnotizen. Sübbeutfdjer Zweierbob - Meister wurden bei den am Mittwoch in Garmisch ausgetragenen Titelkämpfen Kilian-Huber, Rießersee. • Nach ihrem 3:3 in Glasgow mußte Rapid Wien am Mittwoch in Liverpool in ihrem zweiten England-Gastspiel eine unverdiente 5:2-Niederlage einstecken. Rapid spielt am Samstag noch ein Spiel in Leicester. Wirtschaft. • Reue Russenaufträge für die deutsche Inbustrie. Wie WTD.-Hanbels- bienst erfährt, sollen zu dem bereits abgeschlossenen. russischen Röhrenauftrag im Betrage von 40 Mill. Mark weitere Bestellungen der Russen kommen, die mit den Röhrenlieferungen tm Zusammenhang stehen unb gewisse Maschinen, Bohrgeräte, Stähle unb Bleche umfassen. Damit toirb sich der als Globalgeschäft anzusehenbe Auftrag ber Russen, bei bem besondere Bedingungen vorgesehen sind, auf 50 bis 60 Mill. Mark stellen. Das Geschäft, an dem Firma Otto Wolfs* Köln führend beteiligt ist. ist zwar noch meßt in allen Einzelheiten abgeschlossen, doch ist an seinem Zustandekommen nicht zu zweifeln. Frankfurter Abendbörse geschästsloö. F r a n f f u r t a. M., 25. Jan. An ber Abendbörfe stagnierte das Geschäft fast vollkommen, und nach Ablauf der ersten halben Stunde war noch nicht ein amtlicher Kurs zur Nütiz gekommen. Vom Publikum lagen keine Orders vor. auch die Spekulation übte weiterhin Zurückhaltung. Die Rede des englischen Schatzkanzlers über Kriegsschulden und Reparationen hinterließ zwar einen guten Eindruck, vermochte aber der Börse keine nennenswerte Anregung zu bieten. Die Stimmung war nicht unfreundlich, doch neigten die Kurse, die man hörte, gegenüber dem Berliner Schluß eher weiter leicht nach unten. ' Im Verlauf blieb die Börse sehr still, und die Kurse kamen schließlich meist 0,25 bis 0,50 v. H. unter Berliner Schluß zur Notiz. Montanwerte waren jedoch widerstandsfähiger als bei Beginn der Börse. Fester waren nur Zellstoff Waldhof, die im freien Markt bis 51 v. S). gesucht waren. Am Rentenmarkt lagen deutsche Anleihen zunächst aber etwas schwächer, und zwar waren Altbesitz etwa 0,25 und Neubesitz zirka 0,13 v.H. niedriger. Dagegen tendierten späte Reichsschuldbuch forberungen mit 79,5 v. H. relativ fest, ohne baß jedoch bei ihnen von einem besonderen Geschäft gesprochen werden konnte. Deutsche Anleihen waren gegen Börsenschluß wieder etwas freundlicher. Allbesitzanleihe 68,75 bis 68,90, Neubesitzanleihe 9,10, Schutzgebietsanleihe 6 60, 6-v. H.-Stahlverein 70,25, Reichs'bank 159,50, Gelsenkirchen 60,50, Harpener *83 50 Kali Westeregeln 117, Mannesmann 61,59, Phönix 34,50, Stahlverein 34,25, AEG. 30,75, Bc- kula 118, Scheidanstalt 154,75, Licht & Kraft 96,75, IG.-Farben 105,25. Gessürel 80,50, Holzmann 50, I Lahm-yer 118,25, Metallgesellschaft 37,50, Siemens 127, Hapag 17,75. Die Arbeilsmarktlage in Hessen undHessen-Aassan Weitere Zunahme der Arbeitsuchenden. WER. 5 r a n t f u r t a. OH., 25. Ian. Die Zu - nähme ber verfügbaren Arbeitsuchenden bei den Arbeitsämtern war in ber ersten 3anuar- hälfte toieber etwas stärker, als in ber vorher- gehenben Derichtszeit; sie betrug 7171 ober 21 v. H. bes Standes von Ende Dezember 1932 gegenüber 6298 oder 1,9 v. H. in der zweiten Dezemberhälfte. 3m Vergleich zum Vorjahre war das Tempo der Verschlechterung des Arbeits- Marktes wesentlich abgeschwächter, da in der ersten Ianuarhälfte 1932 mit über 16 000 eine weit stärkere Zunahme zu verzeichnen war. Vom Tiefstand ber sommerlichen Entlastung bis zum Stanb von Mitte Ianuar betrug sie 1930 über 118 000. 1931 über 94 0Q0 unb 1932 nur runb 33 700 bei allerbings jeweils höherem Aus- gangsstanb ber Arbeitsuchenden. Dabei ist ledoch zu berücksichtigen, baß bet Tiefstanb in ben Iahten 1930 unb 1931 Ende Mar bzw. Ende Iuni wesentlich früher erreicht wurde, als im vergangenen Jahre, in bem bie Zunahme der Arbeitsuchenden erstmalig erst in der ersten Oktoberhälfte zu verzeichnen war. Der Höchststand des Iahres 1932 wurde Ende Februar mit über 350 000 erreicht, so daß die Destandszahl ber Arbeitsuchenden von Mitte Januar d. I- davon noch um rund 9000 entfernt ist. Mitte Januar d. 3. betrug die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden 341817, die Zahl der Arbeitslosen 333 231. Bei den Arbeitsämtern war die Entwicklung zum Tell wieder Verschiebern In Dillenburg, Marburg. Treysa, Wehlar unb Wiesbaden ergab sich noch eine, wenn auch geringe Abnahme, die wohl größtenteils darauf zurückzuführen ist, daß die aus Maßnahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes Ausgeschiebenen auf eine Aufrechterhaltung ihres Arbeitsgesuches verzichteten. Die Zunahme war nach den Berichten der Arbeitsämter größtenteils saisonmäßig bedingt. Da die berufliche Gliederung zu Wonatsmitte entfällt, läßt sich bie Entwicklung in den einzelnen De- rufsgruppen zahlenmäßig nicht' feststellen. In ber Arbeitslosenversicherung würben Mitte Januar 41 501, in ber Krisen- f ü r f o r g c 65 533, zusammen 107 034 Haupt- Unterstützungsempfänger gezählt. Gegenüber der Destandszahl von Ende Dezember ergibt sich somit eine Zunahme um 3974 in ber Arbeitslosenversicherung, 4158 in ber Krisenfürsorge, zusammen also um 8132. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen betrug Ende Dezember 134 572 gegen 130 666 Ende Dovember, das bedeutet eine Zunahme um 3906, d.e also gegenüber der Zunahme der Hauptunter* stützungsrmpfänger in der Arbeitslosenversicherung unb Krisenfürsorge mit zusammen 10 554 in der gleichen Zeit erheblich geringer war. Ende Dezember wurden 26 852 ArbeitS - dien st willige, gegenüber 31 463 Ende Ro- pember beschäftigt, so baß ein Rückgang um runb 4800 in biefer Zeit festzustellen ist. Die Zahl ber Rotstanbsarbeiter betrug am 31 Dezember 1932 insgesamt 5349, barunter 360 Wohlfahrtserwerbslose, gegenüber 7192 (564 WE.) am 30. Rovember 1932. Die Zahl der unterstützten Kurzarbeiter ist von 8505 in ber letzten Rovemberwoche auf 7527 in der Woche vom 12. bis 17. Dezember 1932 zurückgegangen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse — Reichsdankbiskont 4 o. H. Lombarbzinsfuß 5 v. H. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt bejchlosjenen Dividende an. Serlin ttnmfiurr a.CUl. tier-.a .an ui fur< 24-1. I 25.1- 24.1. I 25.1. Dalum 25.1. 24.1. 17,75 17,5 116 o 105,9 104,13 72,75 I 61,75 158,75, 38 41 75 37 ! s.e.G. 0 (Stellt. LieferungSgesellschast ... ö «.75 | 50,13 4,5 ' 4,5 4,65 4,5 Banknoten io 1,5 1,35 1,4 1,4 43 12 31 32; v! 142 8, 140 0 0 5 O 18 43 96 53 21,5 39.25 49.5 52 38.5 42,75 37,5 21,5 39,25 36,5 44,5 51 28,5 6 (i 34 188 73 72.75 61,75 159,5 17,5 44,25 32,75 17,65 43,5 96,5 53,5 72,75 61,75 159,5 80,9 98,75 88,25 127.5 118 . O . 6 ; 6 . P 31 70 141 103 36 45 50 47.75 88,5 60,5 83,5 38 41,9 36,5 .. 0 .. 0 .. 0 .. 7 .. 0 . 0 .. 0 34,13 15,75 114,5 116.5 173 C-diluflL OTMat- (•Srfe o 0 0 0 0 10 6,75 5 30,75 81 96.75 56,5 37,5 46 51 26,75 43 139,5 38,4 42,75 38 47 88 61,75 82,5 30.9 80 95,25 57 33.4 । 16,65 113,5 116 172,75 I 79,25 99,25 87 125 116.5 143.5 99,75 47 61,9 25,5 O u1 O 3 ®. Razben-3n6u1tete Lckeideanllall........ ©oIDfchmibt Nütgerswerke Metallgesellschaft 50 52 80,5 98.5 88 127 118,25 7 1'1 O Ö 0 Buderus Deutsche Erdü! Geilenkirchener 5,7 5,7 Licht uni) firafi ........... Reiten & Guilleaume «eselllchast für Elektrische Unter- nehmungen .............. Rheinische Elektrizität Griiiiden &C.0.............. Tiemens & HalSke Vobmener&6o.............. 5,7 5-8 6,6 31— I 140 I 105 i 105,25 152.5 1 154,75 vamvurg-Ämerita-Balei Homburg-Sudam. Dampfschiff. Hansa Dampfschiff........... Norddeutscher Lloyd ......... -21.(3. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelegesellschast.... Commerz- und Prioat-Bank ... Deutsche Bank und Discont» Gesellschaft................ Dresdner Bank NeichSbank ................. 6,8 5 SÄ- NS bör- hör e 116 j 117 172,5 ! 173,5 Gritzner ZRatnlraftioerte Höchst a_®L Süddeutscher Zucker ...... 6,9 5,05 Schultheis Patzenhoser 0 Äku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 29,9 80,75 96 55,9 6,7 5,05 Bereinigte etaniroerte. Ltavi Minen ........ Kaliwerke AjcherSIeben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth 5,6 5.6 7 10,75 5,775 23,75 47.5 .88,75 59.75 83 53,65 146 101 46,25 61,5 25,13 70 34,25 190,25 73.5 34.5 190 73,5 5,65 23,5 Dalum l 24.1. ' 25-1- 34 I 34,25 16.5 i 16.25 112 I 113,5 103 : 38 ! 44.13 | 50 27 111 I 21.4 1 39 I Harvener.................. Hoeich Eilen — Köln-Neuellen. Ille Bergbau ........... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ............. Manneemann.Röhren ...... Mansfelder Bergbau........ Lberschles. KokLwerke ’bbönlr Bergbau............ Rheinische Braunkohlen stueinstab! ................. 37,5 80,5 95,75 56 72,75 j 61,5 159.5 100,5 46,5 61,5 25.5 111.9 21.4 39,5 41,25 43.5 18 : 53 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt'a DL 10,75 5,7 23,7 41 42,25 । . 139,5 I 139.75 17.4 42.5 31 17,75 43,13 96 53,5 Bemberg ........... Yellsiosi Woldbof ...... Zellstoff Aschaffenburg . Dessauer GJafl ........ Daimler Motoren...... Deutsche Linoleum ... crenstein L Koppel ... Leonhard Tietz........ SlMbe................ 46,5 88,13 61 82,25 53,4 141.5 100.75 45,65 61,13 25,5 70 33.9 189,75 72,25 . 4 . 0 . 0 . v . 7 5,55 5,65 6,8 10.65 5,35 23,8 Philipp Hotzman» O| Zementwerk Heidelberg 4l Lementwerk Karlstadt.........ol Wayb & Freytag ............o| 4% Oeftmeidjllche «olöteiite... 4,20% cesterreichliche SUberrente 4% Ungarische Goldrente ... 4% Ungarische Staaisrente v. 1910 4y,% deegl. von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlell»e Serie I 4% ve4gl. Serie N .......... &% iRitman. vereinh. Rente v. 1903 <^%Rumän.vereinh.Rentev.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3%% Anatolier............... 79,5 99 87,5 124.5 117 I Berlin.' 25 .Januar_________ Ämerikanische Roten............. Belgilche Noten ................ Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch r:esterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten .............. Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Sramrun a. JJi. ZJern.. Schluß- kur4 Schlugt. Abend- bSri Schlug- ur» Schluß). Miitag- bS-se ÖJlura 24 1.1 25.1. 24.1. 1 25-1- 6% Deutliche Reicheanleide v. 1921 80,8 80,5 80.4 80,4 6% ebem.7% Tt.Reich-anl. v. 1929 96.4 95,5 96 —— 5yt%?)omifl-'2lnlelhe oon 1930 .. 81.25 83 —— 83,5 Deutsche Anl.-AblöI.,Lchuld nri Auslos.'Rechten ......... 68,4 68,9 68,3 69 TeSgl. ohne LuSIos.-Rechte...... 8,8 9,1 8,75 9,1 6% ebem. 8% Hess. Vol'ssta« 1929 (rüdiablb 102%)...... 78.65 78.5 78.65 79 C'bcrhelfen Provinz»Anleihe tm Auslol.-Rechten ...... 67 67 — — 2«rtsche Komm. Sammelnd l.An leibe Serlel mit AuSloi.»Rechten 63,25 63 63.25 63 6% ebem. 8% Franks. Hyv.-Banl Goldvfe. 15 unkündbar 614 1935 36 86,75 — — 6% ehern. 7% Krauls. Hnv-Ban! (Holdose. 1« unkündbar bis 1938 86 86,5 — — 6’/»% ebem. 44% Franks. Hyp. Bank-Liau.-Psandbriese ..... 86,75 87,25 — — 64% ehem. 4'4% Rheinische Hl,p.,Bank-Ltau.^SoIdvie. 37,4 87,5 — — 6% ehern. 8% Pr Lanbesvsand briesanstalt, Bsandbriefe R. 19 85,5 85,5 85 85,4 6% ehern. 7% Pr. LandeSpsand brieianstnlt. Pfandbriefe R. 10 85 85 — — 24-Januar 25-Januar Amiuchr Notierung ■•amtudir «ein -Honcrunn ?rl- «Vi ?rie velsingiors. 6,274 6,286 6,294 6,306 Wien ..... 51.95 52,05 51,95 52.05 Prag...... 12.465 12.485 12,465 12,485 Budapest ... Sofia ..... 3.057 3.063 3,057 3.063 Holland .... 169.28 169,62 169 23 169,57 Oslo ...... 72,93 73,07 73,28 73,42 kovenbagen etodbolm.. 71.48 71,62 71,53 71.67 77,42 77,58 77,52 77,68 ilondon.... 14.23 14.27 14.28 14.32 Buenos 9ürce 0.858 0.862 0.358 0,862 Neunork ... 4.209 4,217 4.209 4,217 Brussel.... 58.39 58,51 58.38 58.50 Italien .... 21,54 21,58 16.50 21,52 21,56 Paris ..... 16,46 18 44 16.48 Schwei; ... 81.47 81.63 81.37 81,53 Spanien... 34.47 34,53 34,45 34.51 Danzig .... 81,92 82,08 81,92 82.08 Japan ..... 0,879 0.881 0,889 0,891 Rio de Ian. 0.239 0.241 0,239 0,241 Jugoslawien 5.554 5.566 5,554 5.566 Lissabon . - - 12,93 12,95 12,99 13,01 «"elb Mr' ■ 4.20 4,22 58,22 58,46 71,16 71.44 14,24 14,30 16,40 16.4« 168,86 169.54 21.46 21.54 73,10 73,40 2,46 2,48 77,34 77.66 81.19 81,51 34,31 34,45 —— ——