Nr. 277 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheften) Samstag, 25. November 1933 Die Wolke über dem Stillen Ozean. Von Dr. Paul Rohrbach. Die Vereinigten Staaten und Sowjetrußland haben sich sehr plötzlich und auffallend genähert. Nach 16 Jahren hat die Regierung im Weißen Hause in Washington die Regierung im Roten Kreml anerkannt, und in der amerikanischen Presse wird gemeldet, Rußland werde für 350 Millionen Dollar Bestellungen an Amerika vergebenlandwirtschaftlichen Maschinen, elektrische Apparate usw. Wer wird glauben, daß dies die eigentliche Grundlage der eben abgeschlossenen Aktion ist? Natürlich bildet Japan den Hintergrund der amerikanisch-russischen Verständigung. Seit einem Jahr etwa haben die politisch leitenden Kräfte in Japan den losen Schleier fallen lassen, der noch über ihre Ziele gebreitet lag. Als ich vor zwei Jahren in Japan war bat muh die japanische Kolonialgesell- * ,n ^okio um einen Vortrag über das Thema: „Mit welchen Mitteln kann ein übervölkertes Land sich helfen?" Die Antworten liegen auf der Hand: Auswanderung, Jndustriali- f t e r u n g, Erwerb von Kolonien. Auswanderungsgebiete befaß Japan damals nicht, auch die inzwischen eroberte Mandschurei ist für den japanischen Bauern zu kalt. Nordam-rika und Australien sind Angehörigen der Gelben Rasse verschlossen. Industrialisierung ist eine gefährliche Hilfe für ein Land, das nur nach überseeischen Gebieten, meist in Der Ferne, exportieren kann. Auch Siedlungskolo- nien besitzt Japan nicht. In der Unterhaltung nach dem Vorträge wurde auch das vierte, vorher nicht genannte Mittel ge- streift: der Eroberungskrieg großen Stils. Man ging mit einem Lächeln darüber weg. In der Mandschurei ist ein Anfang gemacht worden — aber nicht von Eroberungen in gewöhnlichem Sinn, sondern einAnfangzurjapanischen Hegemoniebildung in ganz Ost- und Sudostasien. Dieser Gedanke wird jetzt offen in den nationalpolitischen Schulungsklubs, in den Hochschulen und hier und da sogar in der Presse Ja- vans erörtert. Wenn man vorsichtig sein will, so ge- schicht es „theoretisch". Praktisch wurde ein Finger- Zeig deutlich, als vor kurzem die chinesische Regie- runa den Boykott japanischer Waren aushob. Die Verständigung ist also in der Stille beschlossen. China wird den Mandsureistaat unter japanischer Oberhoheit anerkennen, und Japan wird vermutlich der sogenannten Zentralregierung in China für die Festigung ihrer vorläufig noch sehr mangelhaften Autorität irgendwie den Rücken stärken. Dafür wird China politisch der japanischen Führung folgen. Die amerikanischen P h i l i p pi n e n und das hol- ländische I nsu linde sind für die imperialistische Schule Jung-Japans weitere natürliche Ausdeh- nungsobjekte. Hier wie dort ist die Bewegung der eingeborenen Malayen gegen die Herrschaft der frem- den Weißen im Gange. In Siam ist Revolution, nationaler Modernismus gegen das patriarchalische, absolute Königtum. Für Japan ist das sicher ein sehr interessanter und interessierender Vorgang. B r i - t i s ch - I n d i e n wird gespannt beobachtet. In A f - gh anist an ist eine lapanische Vertretung einge- richtet, lieber diesem ganzen Komplex liest der Ja- voner schon heute unsichtbar die Worte: „Asiati- scher Völkerbund", selbstverständlich unter der Führung Japans. Dies ist jetzt die große nationalpolitische Ideologie Japans: Zusammenfassung der asiatischen Groß-und Kleinvölker vom Indus bis zur Behring- Straße in einem gegen die Ansprüche der weißen Rasse gerichteten Bund. Vielleicht liegt er noch weit im Felde, aber manchmal haben solche Ideologien auch rasche politische Füße. Das weiße Austra- lien wäre dann verloren, die Vereinigten Staaten wären über den Stillen Ozean auf die kalifornische Küste zurückgeworfen. Und Rußland? Während der ersten blutigen Jahre des Bolschewismus plante Japan schon die O k k u p a ■ Hon Sibiriens westwärts bis zum Baikal-See. Wladiwostok war von japanischen Truppen besetzt. Es war zu früh, Amerika drohte, und die Uneinigkeit Europas war noch nicht im Völkerbunde verkörpert. Ob Ost-Sibirien als Ganzes wirklich zu besetzen sich lohnt, mag man bezweifeln. Vielleicht würden die Lena-Goldfelder in japanischen Händen mehr liefern als in russischen. Vielleicht haben die Japaner auch in der Stille schon nach anderen Mineralien prospektiert. Für Siedlungszwecke ist das Land völlig unbrauchbar. Nicht einmal in seinen südlichsten Teilen, Transbaikalien und dem Küstengebiet zwischen Wladiwostok und der Amurmündung, ist loh- ncnder Ackerbau in größerer Ausdehnung möglich. Aber Wladiwostok selbst und das Küstengebiet sind recht wünschenswerte Objekte. Mit ihnen wäre Japan alleiniger Herr des ganzen inneren Meeres von der Koreastraße bis zur Amurmündung. Wladiwostok in russischem Besitz stört, auch wenn es von den alten Plänen nichts übrig behalten hat als den Namen: Beherrscherin des Ostens. So laufen die Linien des amerikanischen und des s o w j e tr u ss i sch e n Interesses in der Richtung gegen Japan zusammen. Merkwürdig, daß Vie englische Linie sich nicht auch schon dazwischen gezeigt hat — aber vielleicht ist es schon ein Symptom dafür, wenn der diplomatische Korrespondent des Londoner „Daily Telegraph" schreibt, eine „Viermächtebesprechung" sei dringend notwendig, nur nicht eine solche, wie der Pakt von Rom sie vorsehe, sondern eine zwischen England, Amerika, Japan und Rußland! Wie kann Rußland daran denken, bei seiner zerrütteten Wirtschaftslage, seiner niedergebrochenen Währung, bei der Hungersnot in der Ukraine, im Kaukasus, an der Wolga, die schon Millionen von Menschen hingerafft hat, selbst im Bunde mit Amerika der Gefahr eines abermaligen Zu- menstoßes mitIapan entgegenzusehen? Ist es denkbar, daß es mit seinen gegen die zarische Zeit viel leistungsunfähiger gewordenen Bahnen, mit dem Widerwillen seiner bäuerlichen Heeresreser- ven gegen jeden auswärigen Krieg, und nun gar gegen einen mit Japan, auf bessere Erfolge hofft als die Armeen von 1904 und 1905? So gestellt würde die jjrage wahrscheinlich auch in Moskau verneint werden. Es gibt aber eine kriegerische Chance für Rußland, und das ist e i n gewaltiger Flug- 3 « u g ü b e r f a 11 auf die japanischen Großstädte, Arsenale, Fabriken, Werften. Von Wladiwostok nach Tokio ist es nur so weit, wie von Berlin nach Paris. Zahl, Qualität und Mannschaften der Sowjetflug- zeuge im Fernen Osten könnten sich mit amerifani« scher Hilfe stark und nachhaltig vermehren. Die Russen fallen gute Flieger sein, die Amerikaner sind es auch. Die japanische Flugwaffe dagegen wird von Sachkundigen nicht sehr hoch bewertet. Tokio hat vier Millionen Einwohner und hat aus Holz und leichtem Rahmenwerk mit Oelpapier gebaute Häuser. Man stelle sich vor, daß diese Stadt mit allem was darin ist, durch Brandbomben in Flammen und Rauch zu Grunde geht! Das ist die Wolke über dem Stillen Ozean. Und dazu Abrüstungskonferenz! Hitler schasst Arbeit! weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeite beschaffungsprogramm: Tagewerk« auf der Maßnahme Baustelle Jnstandsehungs- und Erneuerungsarbeiten an kreiehäusern, Schulgebäuden sowie sonstigen Gebäuden kreisangehöriger Städte und Gemeinden des Obertaunuskreises 4707 Inslandsehungs- und llmbauarbeiten am städtischen Hause Kasseler Straße 1 in Hann.-Münden 2000 Entwässerung einer 12,5 ha großen Acker- landsläche Gemeinde Pfaffenwiesbach 1450 Jnstandsehungs- und Ergänzungsarbeiten an verwaltungs- und Wohngebäuden des Kreises und der bürgerlichen Gemeinden im Kreise Alzey 2230 Herstellung und Einbau von Enteisenungs-Filteranlagen für die Brunnen der Randsiedlung Goldstein 3000 Erweiterung bestehender Wasserwerksanlagen in den Gemeinden Hallgarten, Reudors, Oestrich und Winkel 4300 Deutsche Krieger in der „Grünen Hölle". Von unserem St.«Äerichierstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Buenos Aires, Ende Oktober 1933. Bekanntlich sind die Vermittlungsaktionen i m Chacokrieg zwischen Bolivien und Pa- raguay gescheitert, und auch weiterhin werden etwa 80 000 Soldaten versuchen, sich im Dickicht des Urwaldes gegenseitig zu töten. Am Pilkomayo hört die Kultur auf. Nur vom Süden aus beginnt die Kolonisation vorzudringen und scheucht die nomadisierenden Jndianerstämme, die mit Bogen und Giftpfeilen bewaffnet, auf ihren Äagdzügen durch das Dickicht schleichen, aus ihrer Ruhe auf. Im übrigen ist dort das Paradies von Klapperfchlan- gen und von allerlei giftigen Infekten. Im ewigen Schatten sumpfiger Niederungen, in die niemals ein Sonnenstrahl bringt, lagern Fieberdünste. Riesenspinnen, Echsen und hungrige Kaimans wühlen im Schlamm, um ein Wasserschwein oder einen großen Vogel zu erbeuten. Falter, die die Farbe der Morgenröte und der Sterne auf ihren Flügeln ge- zeichnet tragen, flattern durch die heiße Luft. Ganze Armeen von Libellen, smaragdene und goldglänzende, spielen am Rande einer Lichtung. Völker von Papageien ziehen krächzend um die Baumkronen. Dringt man tiefer in den Urwald ein, 'fo bleibt zwar das undurchdringliche Dickicht, aber der Boden ist ausgedörrt, die Wassertümpel werden rar, und der Eindringling in die Wildnis des Chaco kann verdursten. In diesem zum großen Teil noch unerforschten Gelände des Chaco führen Bolivien und Paraguay nun seit mehr als einem Jahr einen unerbittlichen Krieg. Wenn es auch dem Außenstehenden nicht möglich ist, die zwingende Notwendigkeit dieses Ringens zwilchen den beiden halbindianischen Nachbarstaaten zu erfassen, da es sich um den Besitz ober Nichtbesitz von Urwald st recken hanbelt, bie im Grunbe roeber für Bolivien noch für Paraguay einen realen Wert barstellen, so bars man doch ben Krieg nicht bagatellisieren, benn auch b o r t kämpfen un b ft erben Menschen für i h r Vaterland und erdulden Strapazen, wie man sie sich in Europa kaum vorstellen kann. Da die Werbetrommel für Freiwillige in den meisten südamerikanischen Staaten gerührt wird, und da auch in den Elendsvierteln von Buenos Aires sich zahlreiche Soldaten für den Chacokrieg, sei es nun auf feiten Paraguays oder Boliviens gemeldet haben, fo gibt es Augenzeugen genug, die entweder verwundet ober erkrankt ober auch auf Urlaub roieber in bie Hauptftabt Argentiniens zurückgekehrt find unb Einzelheiten von ben Kampfhanblungen erzählen. Neben Sübameri- tanern sinb es hauptsächlich Deutsche unb Russen, die der Weltkrieg entwurzelt und die in der Suche nach Glück ober Abenteuern sich für den Krieg anwerben ließen. Die Zeitungen in Asuncion berichten oft von Helbentaten Deutscher, bie ben eigenen Solbaten als Beispiel angeführt werben. Das Tragische babei ist, baß auch auf feiten der Bolivianer Deutsche kämpfen, unb so geschieht es benn, baß im Urwalb bes Gran Chaco beut- s ch e Br über gezwungen sind, auseinander zu schießen. Es ist interessant, daß die Oberbefehlshaber im Chacokriege Ausländer find. Die paraguayische Armee steht unter dem Ober- fommanbo eines bekannten russischen Generals aus bem Weltkriege, bie bolivianische unter dem Oberbefehl bes deutschen Generals K u n d t, der die bolivianische Staatsbürgerschaft angenommen hat, und bereits längere Jahre als Instrukteur in La Paz wirkte. Die Soldaten und Offiziere, die auf feiten Boliviens kämpfen, schildern General Kundt als einen Mann, der keine Furcht kenne. Seiner Energie und Tapferkeit sei es zu verdanken, daß die bolioia- Nischen Soldaten, die als Hochlandbewohner das Klima der Niederungen des Chaco nur schlecht vertragen, sich ohne Murren den furchtbaren Strapazen unterzögen. UeberaU ginge der General mit gutem Beispiel voran. Während der Kämpfe im „Campo Jordan", fo wird erzählt, hätte General Kundt sein Leben beinahe verloren. Dichte Dschungeln umgaben die Lichtung, auf der die bolivianische Vorhut ihr Lager aufgeschlagen hatte. Artillerie und Maschinengewehre hatten blind in der Richtung des Feindes geschossen, aber die Gegner hatten sich nicht zu Gesicht bekommen. Trotzdem nur einige hundert Meter bie Fronten ooneinanber trennten, war es unmöglich, einen Aufklärungsdienst einzurichten: das tropische Unterholz war derart mit Lianen und anderen Schlinggewächsen durchflochten, daß an ein Vordringen nicht zu denken war. Da die Nacht schwül und heiß war, ließ General Kundt sein Moskitonetz außerhalb der in aller Eile aufgeworfenen Schanze auffpannen und begab sich zur Ruhe. Bald ertönte wieder bas feinbliche Feuer, aber ber General ließ sich baburch nicht stören, ba eine Ueberrumpelung bes Lagers unmöglich war. Plötzlich erwachte er gequält von Moskitostichen, unb ba ihn bie Plagegeister in ganzen Scharen umsummten, erhob er sich ärgerlich, um bie Or- donnanz zu rufen, bie ihm ein fehlerhaftes Moskitonetz gegeben hatte. Nun stellte es sich heraus, baß ber ganze obere Teil bes Netzes bicht über bem Gesicht bes Generals von Kugeln burch- löchert war. Ein paraguayischer Scharfschütze hatte augenscheinlich von einem hohen Urwalbbaume aus auf bas weiße Ziel bes Moskitonetzes fein Gewehr abgeschossen. Hätte sich ber General im Schlafe bewegt, wäre er ein toter Mann gewesen. Kaum, daß sich General Kundt hinter die Schanze, zurückgezogen hatte, kam aus den Bäumen eine neue Salve, die diesmal besser traf. Die Moskitos hatten General Kundt das Leben gerettet. Oft werden auf hohen Bäumen Nester für Maschinengewehre eingerichtet, die äußerlich den improvisierten Hütten auf Tigerjagden gleichen. Oft sind die Feinde nur hundert Meter von einander entfernt, ohne sich schon zu sehen, man orientiert sich nach dem Schlagen der Buschmesser und versucht bann, einen Nahkampf herbeizuführen. Da Sanitätspersonal fehlt unb bie Felbhospitäler schwer erreichbar sinb, so bebeutet eine Verwunbung fast immer einen qualvollen Tob. Im Dezember beginnt bie erbrücfenbe Hitze bes Hochsommers, bie bie Strapazen verboppelt. Es ist höchste Zeit, daß endlich die Bemühungen der südamerikanischen Staaten um einen Waffenstillstand zwischen Para- guay und Bolivien einen Erfolg haben. Herbstlicher Weg in die Gemeinschaft. <3on Marianne Lendzian. Herbst ist es nun ... zwischen dem abgeernteten Apfelbaum und den beiden Pappeln, die reichlich Blätter verloren haben, sonnen sich in ben letzten mageren Strahlen Winterkleiber unb Federbetten. Rote welkende Dahlien und gefärbtes Weinlaub sehen hübsch aus neben bleichender Wäsche. Die Ra- senfläche lohnt keinen letzten Schnitt mehr, den Liegestuhl und die Korbsessel läßt man unbesorgt- nachlässig auch des Nachts draußen ... man wird sie nun nicht mehr brauchen. Ade Sommer, ade Garten, ade Kirschbaum und Stachelbeerbusch ... Wer wird euch übers Jahr ernten? Nebers Jahr ... Das ist so unendlich weit und ein langer Weg bis dahin. Auf dem Tisch der Terrasse liegen Berge beschriebenen Papiers: bie Zentralheizung brennt, man wirb sich wärmen unb es wird ein tröstender Gedanke sein, daß es so wenigstens Glut spendet. Oben in ber Mansarbe wird gehämmert, Garderobehaken und Silbernägel eingeschlagen, bie Jun- gensschränke abmontiert, bie ausgebient haben unb weiter roanbern, anderen zu bienen; übermorgen kommen: ber Telephonmann, den Anschluß verlegen; dann die Söhne: benn Klingelleitung muß man )a haben (schon bamit ber Postbote unb bie Milch- frau herein können). Diese Schelle ist Kampfobjekt seit Wochen; man möchte sie außen am Hause; erstens ist sie weit billiger, kostet roeber Strom noch Transformator, noch Draht; zweitens träumt man nächtelang heimlich von Bimmeln am Fenster oben, mit grünem, perlbesticktem Zug an ber Tür, wie Großmutter sie hatte. Das sei polizeiwidrig, erklären die Jungens, dazu schauderhaft, unb sabotiere bas eb(e Elektrohandwerk aufjerbem sei es genau so lächerlich, wie bie joee von neulich: mit einem Pferbewagen in ein verträumtes Dorf zu fahren, um einen Bauernwirtsgarten zu suchen, mit Klatsch, mohn, Herbstzeitlosen unb Tränenben-Herz-BIumen (fo etwas gäbe es nicht, und gar in Großstabtnähe — karierte Betten habe man auch verlangt — und abenbs Harmonikamusik bazu, man komme reichtlich früh ins kindische Alter!). Aus ist's mit dem unheimlich geworbenen Traum von der Troddel-Bim- mel, von ländlicher Romantik. Ein letztes bleibt noch: Wenn die Jungen fort find, die elektrische Schelle, Telephon unb Rabio eingebaut, wenn die kraftvollen Männer der engsten Familie Truhen unb Spinde, Bücher, Manuskriptkasten und Ar- beitstisch hinaufbefördert haben, wenn Ruhebetten I unb Speiseecke so placiert sind, wie es sich für einen I georbnten, zielbewußten Menschen des 20. Jahr- I hunderts gehört, wenn all die moderne Sachlichkeit und Technik erst oben eingezogen ist, wird man allein hinaufgehen — um nun wohl immer allein Zu bleiben ... wie man es sich so oft in verrückten Stunden gewünscht hat ... Und man wird erst einmal alles durcheinander bringen. Die kleine Schwester wird kommen, mit kleinen altmodischen Blumentöpfen unter dem Arm — an den winzigen Scheiben, durch die man nur eine Handvoll Himmel sieht (genügt ja auch ...; ’s ist ja ohnedies trüb im Winter und früh dunkel) werben winzige Blumenbretter angemacht, weiß, mit schmalen Stäbchen dran — und Aurikeln, Anemonen und Krokusse blühen auch einsamen alten Leuten ... Man wird auch den schwarzen Peter einschmuggeln — obzwar er stinkt; er kann ja aufs Dach hinauslausen und hat sich im Sommer genug ausgetobt in den Gärten ... Mag er sich beherrschen ... Andere müssen's auch ... Dann wird die kleine Schwester gehen. Peter wird immer wieder leise „miau" sagen, nach der Tür gucken, sich nach seinen Katzenfrauen unb zahllosen Sornrnersprößlingen sehnen (ober auch nach Vögeln — so genau weiß man bas bei diesem Räuber nie.). Man wird in der unmodischen Unordnung hocken, vor der Schreibmaschine und der elektrischen Lampe, bie, weiß der Himmel, da auch nicht hineinpassen, die man als Sklave ber Gewohnheit aber nicht entbehren mag — unb bann wird man sich endlich... bei sich ... allein ... zu Hause ... fühlen. Wird man? Man sollte! Man wird ja alles haben, was man sich so lange gewünscht hat: Ruhe zum Ar- I beiten. Keiner wird kommen und fragen: „Wo liegt bie Schere?", „Wann gibt es frische Wäsche?", „Ist bas Essen noch nicht fertig?", „Was soll eingeholt werben?". Keine Glocke wirb schellen: „Ich möchte den oder jenen sprechen — o, ich warte gerne bei Ihnen, wenn er ja boch in einer Stunde schon beim» kommt". Es wirb keine Asche auf dem Teppich liegen, nicht Obstschalen auf seidenen Kissen, bas Brotmesser wird im Schubfach unb nicht auf bem Schreibtisch sein, bas bauernbe Hin unb Her, Auf unb Ab wird aufgehört haben. Die Türen werden geschlossen sein. Still wird es sein ganz, ganz still. Still und allein wird man es haben. So wie man es sich so lange ersehnt ... Und man wird dasitzen, mitsamt seiner Stille, seiner Ruhe und Einsamkeit, ohne Anderer-Lcuts-Wünsche, mit der jammernden Katze, ben Anemonen (hinter feinen weißen Stäb- eben), mitten in bem erfüllten Traum unb wirb bie Telephonklingel anstarren, bas nackte Papier in ber grinfenben Schreibmaschine unb ... sollte es etwa dem Rundfunk einfallen, Volkslieder zu senden, Grieg oder Chopin, bann wirb man es unweigerlich ber Katze nachtun ... Der Mensch ist doch ein närrisches pnd unlogisches I I Geschöpf — da, wo du nicht bist, wohnt das Glück ... Oder liegt es am Herbst? Die Ernte war reich, I die Scheunen sollten gefüllt sein: bas Merkwürdigste ist nur: es läßt sich nicht auf Vorrat leben unb alle Versionen vom geruhsamen Abenb nach reichlichem Tagewerk sinb mehr ober weniger schöne Dichterworte. Es ist nicht gut, daß ber Mensch allein sei, sprach Gott unb schuf ihm Gefährten. Heute sucht sich der Mensch seine Gefährten selbst, unb — bas ist auch eine Folge des verlorenen Paradieses — nicht im- mer mit Geschick und paradiesischer Sicherheit — mandjer Irrtum unterläuft ihm — und manchmal ist's wohl auch besser, allein zu bleiben als in unpassender Gesellschaft. Dann: gehen auch bie glückhaften Sommer dahin, die Jungen bauen eigene Nester, und je herbstlicher es wird, desto schwerer wird es, rechte Gesellschaft für kalte Wintertage zu finden. Im Frühling, im Sommer bes Lebens ist die Gemeinschaft vieler schön: im Herbst, im Winter, am häuslichen Herbe ist halt ber Platz zum Wär- men schmäler. Unb daran mag es wohl liegen, daß man ihn schwerer findet, vergibt und teilt in diesen Lebensjahreszeiten. Drum wird man sich in feiner altmodischen Mansarde einspinnen in die lebendige Vergangenheit, wird Kinderbilder vorholen, alte Schulhefte, Zopf- schleifen, Schülermützen ... wenn die Außentüren verriegelt sind, werden sich die Truhen offnen: Berge von Briefen werden springende Schatten in den einsamen Raum werfen, und die klagende Katze wird man aussperren. Wird es so sein? Man sollte sich nichts vormachen: Das mit der Perlenklingel, der Pferdekutsche und der vergangenen Romantik ist geradeso ein Spuk, wie die Idee mit den ver- gilbten Briefen und dem Hände- unb Herzwärmen am erloschenen Kamine (den ohnedies die Zentralheizung verdrängt hat.). Vorbei. Sei friedlich, mein Herze. Weitaus die Pforten, draußen braust dein Leben, solange du noch nicht erloschen bist. Gerade und dennoch. Und so wird man Peter ganz vernünftig zu seinen Bräuten in die Gärten schicken, wird sich einen anständigen Kaffee brauen, die Grillen zu vertreiben, wird auf ber braven Maschine den vertrödelten Aufsatz fabrizieren, oder den längst fälligen Brief an die Schwiegertochter tippen und morgen, wenn das alte treue Möbel, das Telephon schellt und dieser ober jener aus der engeren oder erweiterten Familie wieder etwas fragt ober will, wirb man sagen: „Immer hereinspaziert, je mehr von euch, desto besser — du, kleine Schwester — du, kroßer Bruder, — ihr alle, die ihr mühselig und beLaden seid, kommt her, mich zu erquicken ... Es ist >ucht gut, daß der Mensch allein und ... unnötig I Die ersten Briefmarken. Wer hat die aufklebbare Briefmarke erfunden? Diese Frage will augenscheinlich nicht zur Ruhe kommen. Englische Philatelisten bereiten schon jetzt eine Internationale Ausstellung in London vor, burch die der 100. Geburtstag der ersten englischen Briefmarke gefeiert werden soll, die von Rowland Hill eingeführt und am 6. Mai 1840 von der englischen Post ausgegeben wurde. Die Tat der „Entdeckung" ist Hill von verschiedenen anderen Engländern streitig gemacht worden; man glaubte aber bisher, daß Großbritannien die Heimat unserer Briefmarke sei. Doch nun tritt Griechenland mit diesem Anspruch auf den Plan unb behauptet, bie erste Briefmarke minbeftens neun Jahre früher ausgegeben zu haben, als bies bei ben ersten beiben britischen Marken, ber schwarzen Penny unb ber blauen Twopence, ber Fall war. In dem „Philate- listischen Journal von Großbritannien" wird darauf hingewiesen, daß in einem kleinen griechischen Dorf kürzlich unter einer Menge von alten Dokumenten, die bis in bie Zeit ber griechischen Revolution zuruckgehen, ein zum Teil zerrissener Bogen bedruckter Papierstreifen gefunben würbe, von Denen jeber nach bem Aufbruck ben Wert von 40 Lepta hatte. Diese frühen griechischen Marken, bie Zur Freimachung ber Briefe von ber griechischen Post ausgegeben würben, waren kürzlich bei einer Versammlung ber englischen Philatelistischen Gesell- schäft ausgestellt. Es sinb rechteckige Papierstücke, bie m gewöhnlicher Weise gebrückt würben unb in ber Mitte bie Wertangaben enthalten, umgeben oon einer Art Perlenornament. So unansehnlich sie erscheinen, müssen sie boch als bie ältesten bekannten Vorläufer ber Briefmarke anerkannt werben, bie wir heute kennen unb benutzen. Die Mar- fen würben von ber Druckerei der griechischen Regierung auf der Insel Toros im Frühling 1831 hergeftellt, und der jetzt entdeckte Bogen trägt auf ber Rückseite die Unterschrift des damaligen Gou- verneurs G. Glarakis und des Postbirektors M. Apaliras. Wenn auch nicht feststeht, ob biefe Mar- fen zur Vorausbezahlung von Postbeförberungen ober zur Freimachung bei ber Ablieferung bienten, |o ist boch bewiesen, baß sie eine längere Zeit in Gebrauä) waren unb schon lange, bevor bie eng- loche Briefmarke ihren Siegeszug antrat. Uebri- gens werden von dem Journal auch Zahlen mitgeteilt, die die Gesamtmenge der Briefmarkensorten feststellen. Danach wurden von den Postanstalten der Welt 56 874 verschiedene Briefmarken ausge« geben, davon in Europa 17 860, in Afrika 12 684, in Asien 10 438, in Amerika 9680, in Westindier« 3333 und in Ozeanien 2879. Die Zahl nimmt beständig um 1500 bis 2000 neue Arten in jedem Jahr zu. Wehr und Waffen. Oie Ausgabe der Militärattaches. Don Obersileuinant Zvlio L (Sutrrero. lieber den MllttärattachL herrscht in Laien- kreisen häufig geheimnisvolles Dunkel. Der nachfolgende Aufsatz, der der bolivianischen Fachzeitschrift „Revista militar" entnommen wurde, wird daher den meisten Lesern ein ganz neues Bild vermitteln. statt der Kabinettskriege werden feit der französischen Revolution Volkskriege geführt. Alle Anschauungen über Krieg, Heere und militärische Be- reilschait haben ftd) dadurch von Grund aus geändert. Besonders die Umwälzung durch den Weltkrieg sind so groß geworden, daß der Militärattache vor ganz anderen Aufgaben steht, wie früher. Aufgabe des Militärattaches ist, seiner Regierung militärische Nachrichten zu liefern, die ein Bild von der Stärke des betreffenden Landes geben. Die Beobachtung umfaßt daher sowohl die Wehrmacht, wie auch die ganzen Widerstandsmöglich, ketten des Landes im Lichte der Anforderungen, rote sie ein neuzeitlicher Krieg stellt. Die Tätigkeit des Miltärattaches wird dadurch sehr wichttg. Sie erfordert besondere Kenntnis. Die erste Aufgabe ist die Herstellung freundschaftlicher Beziehungen zu den militärischen Kreisen des betreffenden Landes. Die militärische Organisation, Bewaffnung und Ausrüstung sowie die taktische Ausbildung müs- sen durch persönliches Anwohnen bei militärischen Hebungen beobachtet werden. Der Attache muß die strategischen Auffassungen des Oberkommandos er- gründen. Er muß die Persönlichkeiten dieser hohen Behörden genau kennen, und er muß sich vor allem über die militärische Literatur auf dem laufenden erhalten. Er muß ferner beurteilen können, inwieweit die wirklich stattfindende Exerzierausbildung mit den Vorschriften überetnftimmt. Der Militärattache muß sich audp mit politischen Angelegenheiten, Parlamentsdebatten und diplomatischen Fragen befassen. Jede Spionage und unrechtmäßige Gewinnung von Nachrichten muß unbedingt vermieden werden. Die Beobachtung ist heule besonders schwierig geworden, seitdem die Armeen nicht mehr Sonderein- rid)hingen, sondern lebendige Bestandteile des gesamten Gemeinwesens sind. Der neuzeitliche Krieg ist ein Ringen von Dolk wider Dolk. Der Dienst des Attache verlangt daher ein Studium des gesamten Volkes. Der oberflächliche Beobachter verfällt leicht in Einzelheiten und übersieht wichtige Dinge. Mangelnde Kenntnis des Feindes und seiner Art Krieg zu führen, sind ein wesentlicher Grund für Mißerfolge auf dem Schlachtfelde. Die Russen haben z. B. die japanische Armee weit unter- schätzt. Andere Attaches haben wiederum den Gegner richtig erkannt, wie z. B. der französische Oberst Stoffel vor 1870 in Berlin oder der deutsch« Attache in Paris Graf Waldersee. Im Wettkrieg hat der irrtümliche Bericht des rumänischen Attache-, Deutschland sei am Ende seiner Kräfte, den Eintritt Rumäniens in den Krieg veranlaßt. Die Erfahrungen des Weltkrieges haben die Tätigkeit des Militärattaches erweitert. Er muh heute die wirtschaftliche und sinanzielle Stärke des be- heftenden Landes vollständig kennen lernen, denn beide sind zu wichtigen strategischen Faktoren geworden. Der Attache muß ebenso die sozialen 8er- hältnisse und die Üebensbedingungen der Bevölkerung studieren, besonders der arbeitenden Klasse. Er ist infolgedessen nicht mehr die glänzende Erscheinung wie ftüher, als feine Aufgabe mehr äußere Vertretung als ernste Arbeit roar. Ein erfolgreicher Attache muß heute Polittker. Diplomat, Volkswirt und Soldat fein. Dies erfordert die Auswahl von Persönlichkeiten mit besonderen Eigen- schäften und besonderer Vorbildung. Eine längere Kommandierung ist heute viel wichtiger als früher. Auch wenn man die Sprache des betreffenden Landes vollständig beherrscht, bedarf es erheblicher Zeit, um mit den verschiedenen Steifen in Berührung zu kommen Der Militärattache ist ein wichtiger Berater eines Staates in militärischen Angelegenheiten. Es ist die» allgemein erkannt worden. Die meisten Länder haben seit dem Kriege die Zahl der Offtziere für diesen wichtigen Dienst bedeutend vermehrt. Es gibt Militär-, Marine- und Luftattache». Die meisten Großmächte haben ihnen noch besondere Sekretäre K, damit sie sich voll und ganz ihren wich- . flichten widmen können. Neuzeitliche Panzerwagen. II. 3m ersten Teil diese» Aufsatzes (Beilage „Wehr und Waffen" vom 7. Oktober) haben wir den Straßenpanzerkraftwagen besprochen. Ganz anders sind die Anforderungen die man heutzutage an einen Kampfwagen oder Ian k stellen muß. Diesen weisen seine Aufgaben in das Gelände und zwar möglichst in jede», das nicht direkt kampfwagensicher ist, also z. B. starke Steilabfälle, Sümpfe usw. hat. Der Kampfwagen muß also eine aufs äußerste gesteigerte Geländegängigkeit besitzen, so daß Hindernisse für ihn kaum bestehen. Zum schnellen Einsatz aq Brennpunkten muß er auch möglichst günstige Fahreigenschasten aus der Straße haben. Die Merkmale der vollen Geländegängigkeit sind vor allem Kletter-, Steig-, Umwerfvermögen, Grabenüberschreitbarkeit, Wat- und Schwimmoermögen. Diese Haupterfordernisse waren auf Rädern allein nicht zu erreichen, aber auch die beim Strafen- panzerkraftwagen gebrauchten nur teilweise um die Mittel« ober Hinterräder gelegten Ketten gaben nur eine bedingte Geländegängigkeit, vor allem aber nicht genügende Geschwindigkeit, was übrigens auch beim reinen Raupenfahrzeug der Fall ist. Deshalb versucht man heute beim Kampfwagen das Problem dadurch zu lösen, daß man dem Wagen einen Räder-Raupenantrieb gibt. Diese Kampfwagen können durch Umschaltung auf Rädern ober auf Raupen fahren. Eigentlich ist der Kampfwagen ja eine aus dem Stellungskrieg geborene Waffe. Nachdem unsere Feinde erkannt hatten, daß mit Ueberraschungen allein ober mit tage- und wochenlangem Trommelfeuer sich bie Deutschen nicht überrennen ließen, eine Entscheidung also unmöglich war, baute man Tanks. Diese sollten einmal jedes Gelände, jedes Hindernis überschreiten können, bann aber sollten sie noch übrig gebliebene Netter usw. durch ihr Gewicht zermalmen. So entstanden Wagen mit großen Baulängen, etwa 10 Meter, unb hierdurch bedingtem großen Gewicht von 30 bis 40 Tonnen. Die Verwendungsabsicht im Verein mit der Infanterie zu wirken, wie auch die große Schwere, ließ wieder größere Geschwindigkeiten nicht zu, ja auch nicht nötig erscheinen. Schon 1917 erkannte man bei den Alliierten die zwei Hauptnachteile der ersten Kampfwagen bei Verwendung außerhalb des eigentlichen Trichtergeländes. Einmal der zu großen Ausmaße, die gute Ziele für den Gegner boten, bei Eambrai verloren die Engländer über ein Drittel der eingesetzten Wagen, dann der damit eng zusammenhängenden zu geringen Geschwindigkeit. Zu einer Zeit, wo wir in Deutschland am LTV - Wagen mit einem Geschütz, sechs MG. einen reinen Stellungskampfwagen mit 30 Tonnen Gewicht unb 18 Mann Besatzung bauten, entstanden schon in England die Whippet-Kampfwagen mit 14 Tonnen, drei Mann Besatzung, drei MG., in Frankreich die Renault-Kampfwagen mit 6,5 bis 7,5 Tonnen, zwei Mann Besatzung, eine Kanone ober MG., in Amerika der leichte Ford-Kampfwagen mit drei Tonnen, zwei Mann und eine Kanone ober MG. Alle blefe Wagen hatten Hächstgeschwinbigkeiten von 8 bis 13 Kilometerstunden. Wir versuchten im Sommer 1918 den Vorsprung einzuholen und bauten die LK. I unb II mit etwa neun Tonnen Gewicht. Di» Frühjahr 1919 sollten 600 Wagen gebaut werben, währenb wir auf Seiten des Feindes bann mit etwa 32 000 Kampfwagen zu rechnen hatten. Das Derwenbungsgebiet der Kampfwagen ist fo vielgestaltig, daß ein Typ nicht genügt. Für be- ionbere Verhältnisse, z. B. Flußübergänge, Landungen, Stellungskampf usw., sind Sonderkampfwagen, zum mindesten Sonderhilfsgeräte notwendig. Auf diesen Erfahrungen hat man seitdem beim Bau der Kampfwagen zurückgegriffen. So sehen wir heute die verschiedensten Typen, vom kleinsten Einmannkampfwagen „Carden-Lloyd“ in England über den französischen „St. Chamend Räderraupenkampfwagen" bis zum amerikanischen „Christie- schwimmkampfwagen". Als Ganzes genommen stellt der Kampfwagen ein bewegliches unb gepanzertes Schießgestell für Geschütze unb Maschinengewehre bar. Die Masse gegen ungeschützte lebenbe Ziele ist bas MG., diejenige gegen tote Ziele unb solche hinter Deckungen bas Geschütz. Man teilt yeute bie Kampfwagen ein in: Klein- kampfwagcn bis zu etwa 5 Tonnen Gewicht, leichte Kampfwagen bis zu etwa 7,5 Tonnen Gewicht, mittlere Kampfwagen bis zu etwa 15 Tonnen Gewicht unb schwere barüber. Außerdem finden wir als Sonderkampfwagen Gas-, Drücken-, Nebel-, Funk- und Schwimmkampfwagen. Technisch unterscheidet man reine Ketten.(Raupen-)kampfroagen unb Rabfahrzeuge (sechs Räder), sowie kombinierte Räder-Raupen-Fahrzeuge. So ist der Bau und Oie Ausrüstung der Kampf» wagen noch heiß umstritten. Die oben angeführten Anforderungen sind bei keinem Kampfwagen voll erfüllt. Die Wirkungen werden in der Hauptsache nur moralischer Art bleiben. Eine Truppe, die die Nachteile der Kampfwagen kennt und selbst moralisch gefeftigt ist, wird auch mit diesem neuzeitlichen Kampfmittel erfolgreich den Kampf führen können, besonders wenn ihr die richtigen Abwehrmittel zur Verfügung stehen. Hierüber soll ein weiterer Aufsatz berichten. L Hessische Regimenter in der Schlacht bei Lodz. November bis Dezember 1914. Heute, wo uns bereits 19 Jahre von den gewaltigen Kämpfen um Lodz trennen, läßt sich ihre wellgeschichtliche Bedeutung besser erkennen als damals, wo wir mitten im Ringen standen und keinen Blick für die Zusammenhänge hatten. 3n den Schlachten bei Tannenberg und Masurischen Seen wurde der erste Anprall der Russen abgeschlagen und Ostpreußen befreU. Auch unsere Bundesgenosien hatten anfänglich mit Erfolg bei Krasnik und Komarow-Samostje gefochten, wurden bann aber in den zwei großen Schlachten bei Lemberg geworfen, muhten Galizien aufgeben, unb bie Russen ftanben bereits auf dem Komm der Karpathen. ,, Da stieß die neugebildete 9. deutsche Armee zur Entlastung der Oesterreicher gegen Iwangorod und Warschau vor. Der Angriff hatte Erfolg, zumal auch unsere Bunbesbrüder in ber Stoßrichtung auf Iwangorod Vorteile erzielen konnten. Als aber immer neue 9tu[fenmaffen aus ber Gegend von War- schau gegen Die Oesterreicher anftürmten, konnten sie nicht mehr standhalten und zwangen dadurch auch tue 9. Armee zum Rückzug, wenn diese ihren rechten Flügel nicht in Gefahr bringen wollte. Der Rückzug Hindenburgs angesichts Der gewaltigen Uebermacht der Russen stellte eine Glanzleistung der Kriegskunst dar. Der zweite Einfall in Polen war mißglückt Und nun beginnt die große russische Offensive. Mit etwa 50 Armeekorps, etwa 3 Millionen Mann, einer Truopenmacht, wie eine solche die Weltgeschichte noch nie gesehen hatte unb auch noch niemals unter einer Führung vereinigt war, traten bie Russen unter bem Großfürsten Nicolai Nicolajewitsch an. Pofen unb Schlesien waren bas Ziel biefer „Dampfwalze". Die Feinbe sahen schon die Russen in Berlin und Wien, sie erwarteten von diesem Angriff die Vernichtung Deutschlands unb Oesterreichs unb erhofften Den nahen Friebcn. Die Stimmung in Deutschlanb war ernst, aber voll Vertrauen in Führung unb Truppe. Am 1. November 1914 war Hindenburg zum Oberbefehlshaber aller deutschen Streitkräfte im Osten ernannt worden Auf ihn und feinen Oeneralftabs- chcf Ludendorff waren alle Hoffnungen gesetzt. Wir ftanben vor ber größten Krisis des Weltkriegs, zumal, wenn es ben Franzosen gelang, im Westen zum Angriff überzugeben und bie Schwächung der deutschen Westfront, die durch Abgabe von Truppen nach dem Osten eingetreten war, auszunutzen. Den drei Millionen Russen, die gegen die beut- s d).e Front im Anmarsch waren, konnten wir nur 800 000 Mann entgegenstellen. Ein Frontangriff gegen die russische Dampfwalze konnte nicht zum Ziele führen. Die beste Parade ist aber ber Hieb. Der schwersälligen russischen Kriegsführung stand die größere Beweglichkeit der Hindenburgschen Strategie gegenüber. So griff überraschend unb mit Unerhörtem Schneib Mackensen am 11 November ben nicht all$u starken russischen Norbflügel an, warf diesen in kühnem Anlauf zurück und bog nach Süden gegen Lodz ab, um fo den Vormarsch der russischen Mitte nach Schlesien aufzuhatten. Der kühne Plan gelang. Die russische Führung erkannte sosort die Gefahr, die von Norden drohte, stoppte den Vormarsch nach Schlesien ab und hotte alle nur irgendwie verfügbaren Kräfte aus der Front nach ihrem rechten Flügel. Dort kam es zu erbitterten Kämpfen. Lodz wird am 22. November von Norden her von den Deutfchen umfaßt. Dieser äußerste deutsche Flügel wurde aber von einer gewaltigen russischen Uebermacht angegriffen unb abgeschnitten. Es gelang ben Deutschen trotzdem unter Führung von Litzmann und S ch e f s e r - B o y a d e l sich in der Nacht vom 23 /24. November 1914 bei Brsheshiny durchzuschlagen und noch 16 000 Mann (Befangene mitzuschlcppen. Wie sicher die Russen sich ihre» Sieges fühlten, geht daraus hervor, daß sie hinter ihrer Front bereit» die Eisen- dahnzüge bereithielten, um die gefangenen Deutschen der beiden Korps abzutransportieren. So war bie Lage, als die 4 7. und 48. R e - ferve-Dioision (24. Reserve-Korps) — ber letzteren gehörte bekanntlich das Reserve-In- fanterie-Regiment 222 an, dessen 1. Bataillon sich in der Hauptsache aus Kriegsfreiwilligen Gießens und Oberhessens zusammensetzte — aus den verschlammten Graben Nordftankreichs heraus- gezogen und in etwa dreitägiger Eisenbahnfahrt nach dem Osten geworfen wurde. Die 4 7. R e • serve-Division wurde noch Krakau geleitet, die 4 8. Reserve-Division in und bei Kreuzburg i. Schl, ausgelaben. Die Fahrt durch die deutschen Gaue glich einem Triumphzug. Aus den jungen Kriegsfreiwilligen, die vor wenigen Wochen hinauszogen, waren Man- ner geworden. Sie hatten inzwischen ben Ernst des Krieges kennengelernt, sie hatten erlebt, was es heißt, den Feind im Land zu haben, sie hatten Entbehrungen ertragen, so manches Mal dem Tode ins Luge geschaut, ihn in mannigfacher Gestatt an sich ooruberzcehen sehen, wochenlang Tag und Nacht in Regen, Schnee, Schlamm, Sturm, Kätte und Sonnenschein im feindlichen Feuer gestanden, sie waren zu einem einheitlichen Ganzen, zu einer Kameradschaft von ewiger Dauer zusammenge- schweißt. Am 27.November, 12 Uhr, wurde die 4 8. Reserve-Division in Kreuzburg ausgelaben, die Mannschaften wurden gegen Typhus geimpft und dann ging es der russischen Grenze entgegen. Ferner Kanonendonner zeigte an, bah das 2. pom- mersche Korps links neben uns im schweren Ringen stand. Wir sollten in die Lücke einrücken, die zwischen diesem Korps und den Oesterreichern unter Bohm-Ermolli entstanden war und notdürftig durch Landsturm geschlossen wurde. Am 28. November um 11 Uhr überquerten wir den Prosna-Bach — und befanden uns in Rußland. Mit brausendem Jubel wurde die Grenze überschritten. Man hätte sie auch ohne die Hoheitszeichen des russischen Wappens erkannt, wir befanden uns mit einem Ruck in Asien. Die Straßen in Rußland kann man nicht beschreiben, man muh sie erlebt haben. An eine Aufrechterhaltung einer Marschordnung war nicht zu denken, jeder ging da, wo er den besten Untergrund fand. Der erste Marschtag von etwa 40 Kilometer stellte an die durch den Schützengrabenbienst und die lange Bahnfahrt marschungewohnte Truppe gewaltige Anforderungen. Von 5 bis 19 Uhr wurde mit kurzen Unterbrechungen marschiert und dann noch in der Nacht Vorposten bezogen. Am 30.November wurde die Warthe erreicht, der Kanonendonner, der Tag und Nacht über die polnische Ebene rollte, kam immer näher und übte auf die abgehetzte Truppe eine gewaltige Anziehungskraft aus. Hinter dem Midawka-Abjchnitt hat- len sich die Russen festgesetzt. Um 11 Uhr kam der Befehl: „Die 48. Reseroe-Diotsion greift an." Ls war der 1. Advent. Lor dem Antreten fand noch ein kurzer Feldgottesdienst statt, der wohl auf alle einen nachhaltigen Eindruck gemacht hat. Die Division entwickelte sich erst am Nachmittag zum Angriff, da die vereiste Widawka, entgegen ben eingegangenen Melbungen nicht überschritten werben konnte, bie Eisbecke war nicht tragfähig. Die ganze Division mußte angesichts ber Russen, Die das jenseitige Dorf Ruda unb bie bahinterliegenden bewaldeten Höhen besetzt hatten, links abmarschieren, um den bei Rogoczno befindlichen Steg zum Uebergang zu benutzen. So war es schon dunkel, als zum Angriff gegen die russischen Gräben geschritten wurde. Die Verbände gerieten stark durcheinander, aber der Wille, die Russen zu werfen, gab der Truppe Richtung und Ziel. Der Waldrand wurde im Handgemenge geroommen, und als dann das Dorf Ruda in Flammen aufging, stürzte alles ohne Befehl unter Abfingen vaterländischer Lieder auf diesen Schlüsselpunkt der russischen Stellung. Um 23 Uhr war das Dorf im Besitz der Deutschen. 350 lote und Verwundete waren zu beklagen, eine Anzahl Verwundeter war in dem Bestreben, aus dem Feuer zu entkommen, in die Midawka gestürzt und ertrunfen. Die beiden anderen Tage dienten dem Ordnen der Verbände und der Verfolgung der Russen. In der Nacht vom 2. zum 3. Dezember war die 48. R.-D. wieder in Fühlung mit Den Russen gekommen. Es wurde bei 6 Grad Kätte im Freien gelagert, an Schlaf konnten nur wenige denken. Die meisten wanderten zähneklappernd und mit leerem Magen herum und sehnten den Augenblick des Sonnenaufgangs herbei, der für viele der letzte fein lallte. Ein Dichter Nebel lag auf dem Boden, durch ben ber Vollmond fein magisches Licht leuchten ließ. Nördlich von uns tobte bie Schlacht ohne Unterbrechung, ein zitternbes Flimmern vom Aufblitzen der Geschütze zuckte durch den Nebel. Um 5 Uhr früh (3. Dezember) wurde angetreten. Der Grabia-Bach wurde auf einem Steg überschritten, dann traten wir in einen großen Wald. Plötzlich zischten einige Jnfanteriegeschosse durch die Zweige, die 11./222, Die Die Spitze hatte, war plötzlich auf Den Feind gestoßen und zum Teil aufgerieben worden. Das Jnsanteriefeuer nahm immer mehr zu. Die Kompanien wurden links in den Wald gelegt, die Bagagen gingen eilig zurück. Die Geschosse kamen nicht nur von vorne, sondern auch von rechts. Die 3-/222 erhielt Befehl, die rechte Flanke zu sichern. Als sie in Schützenlinie halbrechts aus dem Wald trat, lag die 5 /222 unter Leutnant Klingspor bereits im Feuer. Etwa 1400 Meter vor uns lag bas Dorf Mala-Mierczonska. Eine freie Ebene, die von Sumpfstellen durchzogen war, dehnte sich zwischen Dorf und Wald. Vom Feind war nichts zu sehen. Daß das Dorf aber besetzt war, merkte man an dem gewaltigen Infanterie- unb Maschinengewehrfeuer, bas uns, als wir aus bem Walb herausstürzten, um in die 5. Kompanie einzuschwärmen, in zunehmender Stärke entgegen- schlug. Die ersten Verluste traten ein. Aber immer vorwärts. Als wir in die Linie ber 5. Kompanie gelangt waren, wurden, wie auf dem Exerzierplatz die ©nippen neu eingeteilt. Schießen durfte keiner, weil auf diese Entfernung ein Erfolg nicht zu erwarten war. Beim ersten Sprung wurde Leutnant Klingspor verwundet und gab dem Führer der 3. Kompanie den Befehl über seine 5. Kompanie. Beim zweiten und dritten Sprung mehrten sich die Verluste. Die 3. Kompanie verlor ihre Zugführer, aber sosort übernahmen beherzte Leute an deren Stelle die Führung. Jetzt konnte man erkennen, daß das Dorf von BraunrÖcken dicht befehl war. Langsames Schützenseuer wurde eröffnet. Vor der Linie in etwa 100 Meter Entfernung sah man einen Graben, der das Ziel des nächsten Sprunges war. Er war zugefroren, aber die Eisdecke brach durch und die Beine lagen im Eiswoffer. Doch fand man wenigstens Deckung vor dem rasenden Feuer, in dem letzt auch die russische Artillerie ein mächtiges Wort mitredete. „Eine Meldung an die Artillerie", daß sie da» Dorf unter Feuer nehme. Ein Verwundeter meldete sich, Otto Schmidt VII. aus Berns- seid 3.7222, der die Meldung trotz seine» Lungen- schusse» unb einer Hanbverietzung zur Artillerie brachte. Wir konnten aber bei den immer mehr zu- nehmenden Verlusten nicht länger mit dem Angriff warten. Signal: „Seitengewehr pflanzt auf!”. Je- mand rief: Wir sinaen „Deutschland über alles" Ein donnerndes.Hawohl!" kam aus den Reihen. „Schnellfeuer!" krachte es da aus unseren Gewehren in den Dorfrand und die Häuser. „Stopfen." Alle» lag wie erstarrt. Den ganzen Weg bis zum Dorf formten wir nicht im Lauf zurücklegen. Deshalb: „Aus, marsch". Und nun kam ein Augenblick, so gewaltig, so begeisternd und so erhebend, wie ihn ähnlich noch keiner von uns mitgemacht hatte. Wie e i n Mann erhob sich alles, was vom 3/222, 5. 222, 10/222 und 11 /222 und 223er noch lebte, die Trommeln rotierten taklmäßig ihr „Rum, Rum, Rum", die Hörner schmetterten ihr anfeuerndes „Tatatata, Tala- tata, lata, lata, lattatata" in die Luft und dann brauste der Schlachtgesang gen Himmel, wie ihn damals auch unsere Kameraden bei Ppern ange- stimmt batten. „Deutschland, Deutschland über alle»". Diesem furor teutonicu» konnten die asiatischen Harden nicht standhalten. Da» russische Feuer ließ plötzlich nach, mit brausendem Hurra ging» in die Dorfstraße, ein kurze» Handgemenge und Mala Mierczonska war unser. Jetzt erst begann auch unsere Artillerie da» Dorf zu befunden. Um schleunigst aus dem Feuerbereich zu kommen stürzte alle», roa» sich von 222em und den rechts neben uns stürmenden 223ern im Dorf befand, heraus und hinter und zum Teil mitten unter den fliehenden Russen nach dem etwa 1 Kilometer entfernt gelegenen Duza-Mierczon»ka. Die Lungen versagten fast den Dienst, aber das Gefühl, bie Russen nicht mehr zum Stehen tomnvn zu lassen, beseelte alle. Nur noch wenige Russen leisteten in dem Dorf Duza-Mierczonska Widerstand, sie wurden niedergemacht oder gefangen genommen. Weiter ging e» nach S z 1 e n d - k o w i c e. Halbrechts hinter einer kleinen Anhöhe bemerkten wir plötzlich eine russisch« Datierte von 6 Geschützen, die gerade abfahren wollte. Mit donnerndem Hurra ging es in diese hinein, wer sich nicht ergab, wurde erledigt. Zwei Geschütze wurde» der 3./222 später zugesprochen, die aber infolge de» unglücklichen Ausgang» des Kriege» nicht In Gießen zur Ausstellung fommen konnten. Eine spatere yor« schuno hat ergeben, daß dieser Vorstoß der Regi- nunter 222 und 223 die 5. Brigade, die in schwer, ftem Ringen stand, entlastet hat. Die Tagesarbeit war noch nicht geschehen. Hall», rechts hinter uns in den großen Waldungen östlich !> Handarbeiten Kinder 7152 0 Mäntel Seltersweg 69 /159D Prüfen Sie bitteI Wir zeigen gernel LOSE ÜBERALL ZU HABE.N * LOSPPEIS 1 REICHSMARK »100000 =150000 75000 AUF tIN EINltUOS^ zu denken. Eine Handarb -üt m acht Freude und ein gemütliches Heim Web fix die neue Arbeit Loden-Mäntel Kamelhaar-Mäntel Sport-Mäntel das tedeuf&f- Der Oro3-Super mit dynem. Leutspreefier und K urxwellen teil Lorenz-„SuperceIohet" mit Röhren 298 ,-RM. IOr WeeNeel. kIx QlelcN^ro* Es ist wohl jetzt die höchste Zeit, an die Weihnachts- Arbeiten Schirme Lederwaren sow. Revarat. sehr preiswert. H. Sack, Marktstr. 19. ogsss Blauer Velour-Mantel mit verschiedenen Pelz - Besätzen Größe 50 a a Mk. KJ." u. 80 Pf. p. Größe J. H. 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Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Vetrnskapelle. 9 45: Pfr. Trapp; 18: Pfarrassistent rfrerA— des Neuen Friedhofs. 15: Pfr. r-UT b•c~7 5aal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche -^°bannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Wiefeck. y^QOßesbienft (Frauenchor); Kollekte; 11: Totengedenkfeier auf dem Fried- mit Lichtbildern. — Alten- Bufed 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst (Frauenchor); 5e.er des hl. Abendmahls; 13.30: Feier am Krieger- m^^^langverein). - Großen-Bufeck. 'In' ^?"esdienst (Posaunenchor, Kirchenchor); 11.30: Beichte und hl. Abendmahl. - Oppenrod. 9: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Gottesdienst unter Gesangvereins „Eintracht". — Mlbacf). 12.30: Gottesdienst. — Heuchelheim 10- *nrft9?itei5=;bieinft0>-Uskr ^"Wirkung des Kirchen- k' Kindergottesdienst (4. bis 6. Schul- Kindergottesdienst (1. bis 3. Schuljahr); l3f: Gefallenengedenkfeier auf dem Friedhof. ~- fiJein-Cinbcn. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottes- tiienft; 14: Gefallenengedenkfeier. — Kirchberg. 9: @ottesbienft für geschlossene Formationen; Kollekte; 10: Kollekte; 11: Kurze Gedächtnisfeier der Konfir- ^den am Gefallenendenkmal vor der Kirche- 11.15: hl. Abendmahl für die Jugend von Daubrin- ^er?\r£ 2ILaini,ar* 13-30: Kollekte. — Lollar 14- os'kdhof; Gedächtnisfeier. — Haufen. 10.15- Mitwirkung des Frauenchors. — Garbenteich. 13: Mit- Wirkung des Gesangvereins „Frohsinn". — waben- .13: Hauptgottesdienst (Kirchenchor); Kollekte; 14: Feier am Denkmal lPofaunenchor) £id). 10: Stiftpfarrer Draudt ,cm" Kräuterhaus Brust-und Lungen- Hustentee geg. alten Schle:m, K tairh usw. 65 Pf.. L>0M. Kräuterbäder in vielen Sorten. Kräutertee geg. alle Leiden. oe«? Kräuterhaus uaTJUNG Gießen, 1. d. 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Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tele» fon 02. _ g o u p t p o ft o m t; Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. 1 ... postamt: Für Schließfachabholer 7 dis 13 Uhr. Sanitätskolonne.- Telefon 2500. Aerzte : vr. Malech, Dr. Mehl Zahnarzt: Dr. med. deut. Fischer. Apotheke: Engelapotheke. von Mala- und Duza°Mkerczonska tobte em schwerer Kampf. Mächtig rollte das Infanterie- feuer und Maschinengewehr»Geknatter über die Gbene. Es bestand die Gefahr für uns, daß beim Vordringen der Russen — eine Kofaken-Division toar vom Osten kommend im Anmarsch — unser Erfolg in Frage gestellt wurde. Die 223er sicherten nad) Norden und 3. und 5.7222 marschierten nach dem Ostausgang von Duza-Mierczonska, um gerade noch recht zu kommen. Die 3.7222 verlängerte die Gefechtslinie am linken Flügel der 2.7222 und 224er und drang in den von den Ruffen besetzten mit dichtem Nadelholz bestandenen Wald Es war keine leichte Aufgabe, bei der Unübersichtlichkeit die Truppe im Walde zusammenzuhalten. Da die Mannschaften aber fest in der Hand der Führer blieben, gelang es, jeden Widerstand der Russen zu brechen und als es zu dunkeln anfing, war der ruf ifrfje Angriff auch hier unter schweren Verlusten zusammengebrochen. Als die Nacht hereinbrach, war der Kamvf au Ende. Aus etwa 1300 Meter Entfernung sah man «nf?rJfGn QUt ber Straße von Budy nach j)ula Dlutowska zuruckfluten. Unsere Artillerie 1,9 ^nter ^uer und auch wir 2 “!** sch'ckten ihnen zum Abschied noch einige Salven nach. Der Mond ging auf, der Bo- Dennebet legte fein graues Tuch über das Schlacht- feto und bedte die vielen Toten und Verwundeten, Die noch da draußen lagen, mit milder Hand zu. fn«®Ä lpäter gedachte der Heeresbericht . end der Hessen, die in diesem gewaltigen Ringen mitgeroirft hatten. Die 48. R.-D. war, wie Stege- mann schreibt, zum Angriff geschritten, „nachdem fte in einem Gewaltmarsch auf das Schlachtfeld gelangt war und warf die Russen in prachtvollem Sturm aus halt und Rahmen". Am 5. Dezember wurde Pabianice von Süden umfaßt, und a m 6. Dezember fiel Lodz in die Hände der A)eut|d)en. Aschen Regimenter, insonderheit das RM. ZZ2 können stolz darauf fein, in dieser wohl gewal- hgften Schlacht die sich über Hunderte von Kilometern ausdehnte, erfolgreich mitgeroirft zu haben. Pe ^Naturforscher ~u .. Herausgeber: Dr. Oskar Prochnow halt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und \v„h sebL^'.'^^°.^^^ MÄ,arbeitern aus allcn <*ebiefen derNa tu rwi ss ctC Hunrt Rnhl wr RT"2-50- Probehefteu.Werbeblä.terkostend Hugo Bermühler Verlag . Berlln-Llchterfelde AmiSgerichi Giehen. Sag Gericht statte sich gestern zunächst mit dem ST ®ur?9fr),Ife,n ^o>eph Walutzky aus fc berfeto zu befassen, dem die Anklage Betrug im hprrfsfeU ^,rrSaltJf9 e- Angeklagte, der sich auf hfr SaniCrl^n^ mfanb' ^ranlaßte den Obsthänd- ter M). L. durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, W, er er namtich von Gießen fei und auch die prau des L. sehr gut kennen würde, zu einer Darlehenshingabe von 7 Mark. Mit dem Geld wußte dann der Angeklagte zu verschwinden. Der Um» ftand, daß es sich um einen verhältnismäßig gering- fugtgen Betrag handelte, daß außerdem dem Geschädigten der entstandene Schaden ersetzt wurde und Der Angeklagte geständig war, hielt das Gericht vor ^fnnrtL* Un*c 3U einer 3ud)ti)au5jtrafe zurück und es f !nScntfp^mnb ?em Antrag des Amtsanwalts £ Monate Gefängnis abzüglich 20 Tagen erlittener Untersuchungshaft. Die Kosten des 93er- suhrens tragt der Angeklagte. Bte Fuhrleute K. R. und A. h. aus Gießen er- Dielten einen Strafbefehl, da sie am 26. Juli d. I. ?°.r einem beladenen Kohlenwagen gespanntes TvCrik?Ur?) ^ltschenhiebe mißhandelt haben sollten. Sie Hauptverhandlung, insbesondere die Aussagen Der verschiedenen Zeugen ließ nicht erkennen, ob die ftnIojlouf das Pferd eingeschlagen ft.,? 010, war schon die Tatsache strafbar, daß fLn '»f?aS ?ferd den steilen Berg zum Katholi- hlnaufzuzwingen. h. machte A^f^n^Eate-lchaft dazu schuldig. Nachdem der 2(^00» jejsm ar f Geldstrafe bean- tragte lautete das Urteil auf je 5 Mark. Den Angeklagten fallen die Kosten zur Last. 3n einem anderen Fall wurde der Witwe M. Last gelegt, einen hiesigen Bo» beleidigt zu haben, als sie folgende behauptete: „Ich bin Sozial» im b!C be fs a,u^- Wenn Hitler wirklich an Die Macht koinmt, bleibt er wie die anderen aud) nur vier Wochen." Die Angeklagte wußte den inr^nbh9^€97e? nicbJ 3U ^hren und wurde ent- ^wtsanwalts zu einer x- ® rl° verurteilt. Außerdem I tragt sie die Kosten des Vei-fabi-pn« i 6ebr. Imheuser am Marktplatz 7158 A ZMWklMkM in Gießen nm Donnerstag, dem 7. 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