Hr. 277 Erster Blatt 183. Jahrgang Samstag, 25. November 1953 Eriche'", itigltd), autzo Sonntage und Feiertag» Betlagen. Dte 3nu|tnert« Gieyener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» monats-Bezugspreis: Mir 4 'Beilagen RM 1.96 Ohne illustrierte , 1 80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt fiernlpred)anfd>lüfie anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Lieken. Postscheckkonto: fironffurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck tmb Verlag: vrühl'lche Univerfiiätr-Vvch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleltuny und Geschäftsstelle: Zchnsstraße 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennigi für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn» zeigentetl t D.TH.Kümmel sämtlich in (Bienen Neue Methoden. Hendersons Bemühungen, die Abrüstungskonfe- renz zu neuem Leben zu erwecken, sind kläglich gescheitert. Es konnte nicht anders kommen. Denn wenn schon unter dem Druck seiner Drohung mit dem Rücktritt überhaupt in Genf noch einmal Besprechungen der Abrüstungsdelegierten zustande- tamen, so entsprachen diese doch keinem natürlichen Bedürfnis. Ihr Verlaus zeigte nur eines in aller wünschenswerten Klarheit, wie heillos verfahren die ganze internationale Lage ist und daß die bisher in Genf beliebten Arbeitsmethoden völlig Fiasko gemacht haben. Jede der an diesen Besprechungen eteiligten Mächte verfolgt andere Ziele, die von ' Paris so oft propagierte „Einheitsfront" ist in sagenhafte Ferne gerückt, ja es ist nur der geschickten Regie eines alten Praktikers wie Henderson zu verdanken, daß die Besprechungen nicht mit einem offenen Bruch endeten, statt mit einem einstimmig gefaßten Vertagungsbeschluß, mit dessen Hilfe man die Fiktion wahren zu können meint, als ob die Konferenz wenigstens formal bis zu einem besseren Barometerstand über Wasser gehalten werden sollte. Wenn jedoch bis zum Januar kommenden Jahres nicht andere Wege gefunden und als gangbar erprobt fein werden, müssen zwangsläufig die alten Gegensätze erneut ausein- anhcr platzen. Italiens Abneigung gegen den I V rbunb und alle von ihm abhängigen Jnstitu- t n hat durch Deutschlands Abkehr von Genf । ui die gänzlich unfruchtbaren Debatten der letzten Monate neuen Auftrieb erhalten. So konnte es nicht erstaunen, daß der italienische Delegierte sich am entschiedensten den Versuchen widersetzte, diese Debatten wieder aufzunehmen. Frankreich hätte am liebsten getan, als ob inzwischen nicht das geringste geschehen sei, was eine Fortsetzung der Abrüstungskonferenz in dem alten ausgefahrenen Gleis hätte hindern können. Wenn es nach den Wünschen Paul-Boncours gegangen wäre, hätte man in Genf von dem Ausscheiden Deutschlands lediglich Kenntnis genommen und wäre darüber zur Tagesordnung übergegangen. Das hätte an sich auch der deutschen Auffassung entsprechen können, daß nämlich die Abrüstungsfrage, da ja Deutschland selbst in Erfüllung der Entwaffnungsbestimmungen des Versailler Vertrags bereits restlos abgerüstet hat, nunmehr ausschließlich die hochgerüsteten Staaten allein angeht, die mit der Erfüllung ihres ebenfalls vertraglich fest- fielegten Abrüstungsversprechens in Verzug geraten ind. Aber so war es von Frankreich natürlich nicht gemeint. Die Franzosen hielten blind und starr an der angeblichen Pariser Vereinbarung fest, die zu dem denkwürdigen Beschluß Deutschlands vom 14. Oktober den Anstoß gegeben hatte. An diese Ver- i einbarung, wenn sie überhaupt jemals tatsächlich 1 bestanden haben sollte, hielt sich England jedoch nicht mehr gebunden. Sir John Simon war von seinen Kabinettskollegen nach Genf entsandt worden, um ausdrücklich zu erklären, daß durch die deutschen Beschlüsse eine neue Lage entstanden sei, die England die Freiheit des Handelns zurückgebe. England komme wieder auf den ursprünglichen Maedonald-Plan zurück und würde es im übrigen ; vorziehen, die Abrüstungsfrage vorerst in direkten diplomatischen Gesprächen zwischen den interessierten Mächten zu klären. Dahinter steht natürlich die Einsicht, daß ohne Deutschland irgendwelche weiteren Verhandlungen ergebnislos bleiben müssen, da die hochgerüsteten Mächte bei der bekannten Einstellung Frankreichs: „Keine Abrüstung ohne neue Sicherheiten" untereinander zu keinem Abkommen kommen können, wohl aber ein Fortgang dieser Debatte in Genf die Gefahr erheblich steigern müsse, daß binnen kurzem Italien dem Beispiel Deutschlands folgen und ebenfalls dem Völkerbund den Rücken kehren werde. Wie nahe dies liegt, zeigten ja schon die letzten erregten Debatten in Genf und ihr Echo in der italienischen Presse. So blieb also Frankreich allein und mußte sich, um Schlimmeres zu verhüten, mit dem Beschluß ab- finden, die Konferenz um zwei Monate zu vertagen. Damit ist den Wünschen Italiens und Englands Rechnung getragen worden, die Zeit gewinnen wollen für die Vorbereitung eines ganz neuen Ausgangspunktes, wodurch es vermieden werden konnte, daß sich an den alten, schon allzu sckarf herausgearbeiteten Gegensätzen die Leidenschaften immer wieder erneut erhitzen. Wenn nicht alles täuscht, wird die Initiative dazu von Mussolini ausgehen, aber die zurückhaltenden Steuerungen seiner Presse lassen erkennen, daß er den Zeitpunkt dazu noch nicht für gekommen erachtet. Will man sich auf einer großen internationalen Konferenz nicht sehr schnell wieder den alten Schwierigkeiten gegenübersehen, muß mit dem kläglich zusammengebrochenen System der Improvisationen Schluß gemacht werden und in wohldurchdachten Einzelbesprechungen der Boden sorgfältig bereitet werden, auf dem i* emotionale Abmachungen von Dauer und Wert gedeihen können. Die Abrüstungsfrage und die Befriedung Europas überhaupt ist ganz wesentlich ein deutsch-französisches Problem. Sobald zwischen den beiden großen kontinentaleuropäischen Rationen eine Verständigung ermöglicht wäre, wäre auch die Dertrauensatmo- sphäre geschaffen, in der sich alle politischen Fragen zweiten Ranges leicht lösen ließen. Aber für eine solche Verständigung, die für die Volker Europas ein zwingendes Gebot ist, wollen sie nicht wehrlose Opfer der Weltpolitik werden, für eine solche Verständigung muß die politische Situation reif sein. Das ist die oft wiederholte Ueberzeugung Mussolinis. Im gleichen Geiste gehen die unermüdlichen Vemühungen des deutschen Reichskanzlers darauf hinaus, die direkte Aussprache zwischen Deutschland und Frankreich vorzubereiten, denn ohne diese Aussprache von Volk zu Volk kann Rach dem Fiasko von Genf. Auch England befürwortet direkte Verhandlungen. — Sir Lohn Simons Antwort auf das Kanzier-Lnterview. London, 24. Rov. (TU.) Während der Ansprache über einen Antrag der Arbeiterpartei zu der Thronrede gab Sir John Simon im Unterhaus eine längere Erklärung über die Abrüstungspolitik ab. Das Unterhaus müsse ihm glauben, daß niemand mehr Wert als er selbst auf die zweite Lesung des englischen Abrü- stungsentwurfes lege. Dieser Abrüstungs- entrourf habe noch seine volle Gültigkeit, niemand habe bisher daran gedacht, einen anderen Entwurf vorzubringen, der an seine Stelle zu treten vermöchte. Aber es fei noch eine erhebliche Menge Arbeit zu leisten, ehe diese zweite Lesung stattfinden könnte. Es liege nicht Mangel an gutem Willen vor. Die Welt stünde vielmehr vor der ungeheuerlichen Schwierigkeit, einen Ausgleich zu finden und den Plan so auszuarbeiten', daß er nicht nur England allein, sondern auch 65 Rationen passe. Deutschland dürfe nicht zum Objekt eines Diktats gemacht werden. Deutschland sei Partner in den Verhandlungen. Die englische Politik wolle er kurz in folgenden vier Punkten barlegen- 1. Die Vertagung der Abrüstungskonferenz bedeute nicht etwa die Vertagung der Arbeiten für die Abrüstung. Sie bedeute genau das Gegenteil. Die englische Regierung beabsichtige, daß die Zeit der Vertagung dazu benutzt werden solle, um ohne Verzögerung und ohne Unterbrechung des Meinungsaustausches zwischen den einzelnen Rationen d i e Grundlage vorzubereite n, auf welcher die Konferenz i h r e A r b e i - len wieder aufnehmen könne, die Grundlage, die zur Zeit durch den deutschen Austritt so verhängnisvoll gestört worden fei. 2. Die dieser Meinungsaustausch am besten durch- geführt werden könne, das werde von den Umständen abhängen. Die englische Regierung sei zunächst der Ansicht, daß dieser Meinungsaustausch a u s dem diplomatischenwege in der Form zweiseitiger Besprechungen stattfinden solle. 3. England begrüße die Zusicherungenhil- l e r s , daß Deutschlands alleiniger Wunsch der Friede fei und daß Deutschland keine Angrisfsabsichten habe. 4. Wir sind der Ansicht, daß Deutschlandnoch feinen Beitrag z u lei ft en hat, um eine allgemeine Abrüstung in der Praxis zu ermöglichen. wir hoffen, daß das Ergebnis des Meinungsaustausches, der jetzt beginnen soll, es möglich machen wird, die abgegebenen Versicherungen in eine greifbare Form z u bringen, fo daß diese für den Wiederaufbau der internationalen Sicherheit, die eine unerläßliche Bedingung der Abrüstung ist, beitragen werden. wir haben der deutschen Regierung und Herrn Hitler selbst unmittelbar angedeutet, daß wir den Erklärungen die allergrößte Aufmerksamkeit zollen, die er und die anderen Vertreter Deutschlands letzthin abgegeben haben, und daß wir unseren ganzen Einfluß einsehen werden, um wieder gemeinsame Arbeit zustandezubrin- gen, anstatt Deutschland abseits zu halten. Wir werden niemals irgend etwas erreichen, so sagte Sir John Simon, wenn wir uns nicht die Mühe geben, uns in die Lage Deutschlands zu versehen." Das Hauptziel aller Verhandlungen bestehe darin, eine allgemeine Vereinbarung zustandezubrin- gen. Die einzige Möglichkeit, um das zu erreichen, sei der Weg der Verhandlungen und nicht die Methode der Schüsse aus weite Entfernung. Es seien in den letzten Wochen eine Reihe von Anregungen von Deutschland gemacht worden Roch ehe die deutschen Wahlen vorüber waren, habe der Reichskanzler eine Erklärung an die ganze Welt in diesem Sinne abgegeben. Außerdem habe Hitler nach Beendigung der deutschen Wahlen eine Erklärung abgegeben, die den Nagel auf den Kopf treffe. Eine französische Zeitung habe nunmehr ein äußerst bemerkenswertes Interview des Reichskanzlers veröffentlicht, das eine äußerst sorgfältige Nachprüfung durch alle die erfordere, die den Frieden und den Ausgleich erstrebten. Die englische Regierung wünsche nicht, daß in den Abrüstungs- Verhandlungen eine Unterbrechung eintrete. Das würde ein schwerer Schlag für das Werk der Abrüstung sein. Sir John Simon sagt dann weiter, daß er bei dieser Gelegenheit einen äußerst wertvollen Beitrag Italiens zu einer Einigung anerkennen wolle. Vayrische Reichswehr von österreichischen Gremwächiern beschoßen. Ein unbewaffneter HeichSwehrsoldat aus 800 Meter Entfernung ohne vorhergegangenen Anruf auf deutschem Gebiet getötet. m ü n ch e n , 24. Roo. (WTB.) Bei Reit im Winkl ist von österreichischen Grenzwächtern aus Angehörige des 2 1. Bayrischen Infanterieregimentes, die dort ohne Waffen eine Skiübung unternahmen, geschossen worden, hierbei DEU/TSCHLAND Kufstein OESTERREICH wurde der Schütze Schuhmacher getötet. Line amtliche Meldung über den Vorfall besagt: Lin Skikurs des 2. Bataillons des 21. Bayrischen 3R. Rürnberg ist jur Zeit auf der südlich Reit im Winkl gelegenen Skihütte dieses Bataillons (hin- denburghütte) untergebradjt. (Eine Patrouille dieses Kurses übte am 23. Rooember nachmittags unter Führung eines Unteroffiziers in der Rähe der Grenze am (Eggenalmfogel. Aus bisher noch nicht bekanntem Grunde wurden die Soldaten, die Stianjug trugen und unbewaffnet waren, um 15.45 Uhr von drei österreichischen Grenz- wächtern mit fünf Schußbefchossen. Dabei wurde der Schütze Schuhmacher der 6. Kompanie 3R. 21 aus Rürnberg durch Kopfschuß tödlich getroffen. Rach den bisherigen Meldungen befand sich die Patrouille 80 bis 100 Meter diesseits der Grenze auf deutschem Boden. Sie hatte auch vor dem Vorfall die Grenze nicht überschritten. Das Wehrkreiskommando VII hat eine Sonderkommission von zwei Offizieren, denen ein heeresanwalt beigegeben ist, nach der hindenburghütte entsandt. Die auf Antrag des Wehrkreiskommandos VII München eingesetzte Gerichtskommission, bestehend aus dem Oberstaatsanwalt von Traunstein und zwei Offizieren, der sich der Vorstand des Bezirksamtes Traunstein angeschloffen hat, hat nach eingehender Untersuchung folgendes f < ft ge- ft e l (t: 1. Schütze Schuhmacher wurde auf einwand- freireichsdeutschem Boden diesseits der Grenze aus einer (Entfernung von mindestens 800 Meter erschossen. 2. Der Schullehrgang, dem Schuhmacher angehörte, und der aus 23 Mann bestand, war u n bewaffnet. 3. Die (Eröffnung des Feuers erfolgte ohnevor- fjergegangene Wortwechsel und ohne Anruf seitens der Oesterreicher, die als dreiheimwehrleute feffgefteütsind. Rachdem nunmehr das Ergebnis der amtlichen Untersuchung vorliegt, wird die Reichsregierung die notwendigen Schritte bei der österreichischen Bundesregierung unternehmen. niemand zum anderen Vertrauen fassen, tonnen die Mißverständnisse niemals ausgeräumt werden, die seit Jahrhunderten bergehoch zwei edle Nationen trennen, von deren Verständigung das Schicksal des Abendlandes abhängt. Nachdem sich das System der internationalen Konferenzen als unfruchtbar erwiesen hat, bedarf es neuer, Methoden für eine Dauer verbürgende Ordnung im Zusammenleben der Völker. Wo die gemeinsamen Interessen groß genug waren, hat der Wille energischer Führer auch stets einen Weg gefunden, allen psychologischen Hemmungen zum Trotz im rechten Augenblick die Völker zueinander zu führen. Eben haben Roosevelt und Litwi- noro in klarer Erkenntnis der ihren beiden Ländern in Ostasien drohenden Gefahr sich über die Grundlagen einer Annäherung der hochkapitali'ti- schen Vereinigten Staaten und der sozialistischen Sowjetunion verständigt. Deutschland unb Polen, durch engste Nachbarschaft auf politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit angewiesen, aber durch sinnwidrige, von Nutznießern einer Verewigung des Unfriedens im ofteuropäitoen Raum heimtückisch gelegte Fallstricke getrennt und verzankt, sehen die Notwendigkeit gütlichen Auskommens zum Nutzen beider Völker und setzen sich zusammen, um einen vernünftigen und für beide Völker ehrenhaften Ausgleich anzubahnen. Und ebenso streckt der Führer des neuen Deutschlands nach Westen seine Hand hin. Mit der gleichen mutigen und ehrlichen Offenheit, mit der Adolf Hitler seine inneren Geg- ner besiegt hat, geht er nun, getragen von heißer Liebe zur eigenen Nation und von starkem Verantwortungsgefühl für das Schicksal Europas, an die große Aufgabe, durch neue Methoden die Erstarrung der großen Politik aufzulockern und einen Weg zu bahnen, der allen Völkern, die guten Willens sind, ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben erlaubt. Des Führers Unterredung mit einem französischen Journalisten ist über die bisher gemachten Andeutungen der großen Linie für eine solche Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich hinausgegangen. Der Führer hat an das französische Volk die ganz konkrete Frage gerichtet, was es denn eigentlich unter seiner „Sicherhei t", diesem in der Debatte über das deutsch-französische Problem trotz Versailles, Locarno- und Kelloggpakt immer noch am häufigsten und schärfsten herausgestellten Schlagwort eigentlich verstünde. Das ist mehr, als die wiederholte und feierliche Bekräftigung des ehrlichen deutschen Friedenswillens und der Bereitschaft, mit jeder Regierung, die mit uns sprechen will, in Verhandlungen einzutreten. Nun kann man in Paris nicht mehr gut mit der alten Taktik fortfahren, von Deutschland neue Angebote zu verlangen, um sich selber damit um eine Beantwortung der Frage herumzudrücken, was man selber zur Bereinigung der Atmosphäre des Mißtrauens beizutragen bereit wäre. Der Führer sieht sich keiner verhandlungswilligen und seit gestern auch keiner verhandlungsfähigen Regierung in Frankreich gegenüber. Er läßt deshalb feinen Ruf an das französische Volk ergehen. Denn hier muß der Boden bereitet werden für die Erkenntnis, daß es für Frankreich allein kein Glück gibt, das sich auf Kosten der anderen großen Nationen (Europas auf die Dauer bewahren ließe. Nur das Zusammenstehen aller Völker der abendländischen Kultur kann Europa vor der von Osten her androhenden Flut der Asiaten retten. Frankreich kann fein Schicksal nicht von dem (Europas trennen. (Es muß im französischen Volk auch das Unterscheidungsvermögen dafür gestärkt werden, wer vorurteilslos und großzügig die wahren nationalen Interessen Frankreichs im Auge hat und wer, von der kapitalkräftigen und profitgierigen Rüstungsindustrie ausgehalten, Völkerverhetzung und politische Brunnenvergiftung tu einem schmutzigen Gewerbe macht. Der gesunde Instinkt des Franzosen muß spüren, daß Verleumdungen wie die des „Petit Parisien" nur bestellte Arbeit derer ist, die alles Interesse daran haben, daß zwischen dem deutschen und dem französischen Volk bas lauernde, argwöhnische Mißtrauen nicht einschläft und die Kluft sich niemals schließt, die für ganz Europa seit Jahrhunderten eine Quelle des Unfriedens gewesen ist trotz der Hekatomben von Blut, die beide Völker dem Götzen der Zwietracht und der Rache geopfert haben. Die ungeklärte innerpolitische Lage lähmt naturgemäß auch Frankreichs Aktionskraft nach außen. Mit einem Parlament, in dem sich alle politischen Kräfte ungefähr die Waage halten und in dem es infolgedessen zu keiner wirklich beherrschenden Kombination kommen kann, mit einem solchen Parlament kann bestenfalls notdürftig weiterlaboriert werden, wenn nicht auch in Frankreich ein Mann von Format auf der Bildfläche erscheint, der mit dem fruchtlosen System der kleinen Behelfsmittel Schluß macht und in großem Zuge die Sanierung durchführt, der auch Frankreich bedarf. Aber seitdem Poincarö von der politischen Bühne abgetreten ist, hat sich noch niemand wieder gefunden, dem die Parteien bedingungslos gefolgt wären. Auch jetzt sieht man, obwohl mit Sarraut im Laufe von l1/» Jahren der vierte Ministerpräsident an der gleichen Klippe der Finanzsanierung gescheitert ist, keine Persönlichkeit, die mit starken Fäusten den Weg ins Freie bahnen konnte. So wird es vermutlich auch noch gute Weile haben, bis deutschfranzösische Verhandlungen von Regierung zu Regierung in Fluß kommen, aber das ist bestimmt kein Fehler, wenn nur d i e Aussprache von Volk zu Volk, die der deutsche Reichskanzler so warmherzig und verständnisvoll für die Sorgen und Nöte beider Völker eröffnet hat, nicht wieder ins Stocken gerät. Die Völker müssen reif gemacht werden für bas große Werk ber Verstänbi« gung, bann wirb sich auch in Frankreich ber kongeniale Staatsmann finden, der die Hand des Führers ergreift. Die italienisch« ^Regierung ljabe nicht di« Absicht, den Präsidenten der Abrüstungskonferenz aus dem Sattel zu heben und wolle auch nicht verhindern, daß die gute Arbeit der Abrüstungskonferenz fortgesetzt werde Aber sie sei der Ansicht, daß jetzt baldmög- lichst einnützlicherWeg gesunden werden fall«, um die Aussichten auf eine dienliche Abmachung zu fördern. In gleicher Weise hab« der Vertreter Frankreichs in GenH davon Abstand genommen, eine starre Haltung einzunehmen. Er lege natürlich Wert auf ein Vorgehen, das die Aussicht auf ein Ergebnis in kürzester Zeit eröffne. Die Abrüstungskonferenz müsse am Leben erhalten bleiben. Nichts würde verhängnisvoller fein, als wenn man dieses verfahren aufgeben würde, so lange man keine andere bessere Methode an feiner Stelle habe. Das wäre die Lage gewesen, die sich auf der Sitzung am letzten Mittwoch ergeben hätte. Bedauerlicherweise sei die französische Regierung jetzt gestür; t worden. Er habe aber dem Vertreter der französischen Regierung erklärt, er hoffe, sie möge Mittel und TB e g e finden,um mit der deutschen Regierung in Verbindung zu treten. Ein solches Unterfangen würde die volle Sympathie Englands finden. Er habe der deutschen Regierung mitgeteilt, dah die eng- tische Regierung den Erklärungen, die Hitler und andere deutsche Vertreter letzthin abgegeben hätten, die größte Aufmerksamkeit widme. Nach dem Staatssekretär des Aeuheren sagte der konservative Vizeadmiral Taylor u. a.: Ur- fachen eines etwaigen Krieges feien in Europa tatsächlich vorhanden, und zwar in den ungerechten Friedensoerträgen mit Ungarn, Deutschland und Oesterreich. Wenn nicht von der englischen Regierung und den anderen großen Nationen der Welt etwas getan werde, um diese Beschwerden ju beseitigen, so werd« es niemals Abrüstung geben, und sicher werde die Gefahr des Krieges Heraufziehen. Es würde von der britischen Regierung eine staatsmännische Großtat sein, wenn sie ankündigen würde, daß sie die Revision der Friedensverträge unterstütze und für Gerechtigkeit gegenüber Ungarn, Oesterreich und Deutschland sei. Oie englische Vermittlung. Eine Erinnerung trennt Deutschland und Frankreich. London, 24. Nov. (WTB.) Der englische Außenminister Sir John Simon machte heute abend in einer öffentlichen Rede u. a. folgende Ausführungen: Den Kernpunkt der Abrüstungsfrage bilden d i e deutsch-französischen Beziehungen. Frankreich ist von tiefem und aufrichtigem Friedenwillen beseelt, aber es hält an der Erinnerung fest, daß sein Gebiet wiederholten Einfällen ausgesetzt gewesen ist. Auf der anderen Seite sind die Deutschen ein großes Volk, das die bittere Erinnerung an eine Niederlage und an die ihm durch Vertrag auferlegte E n t w a f- n u n g nicht verwinden kann. Dieser Vertrag hat die Entwaffnung der übrigen Vertragspartner von der Entwaffnung Deutschlands nicht eigentlich abhängig bemacht, wohl aber enthält er ausdrücklich b i e Absicht der Sieger, bcr Entwaffnung Deutschlands b i e ihre folgen zu lassen. Die neue deutsche Generation hat die Erinnerung, von der ich sprach, geerbt, und i h r Führer verkörpert in seiner Person den Anspruch des deutschen Volkes auf Würde und Gleichberechtigung. Bei beiden Völkern, bei den Franzosen und bei den Deutschen, bildet eine Erinnerung d i e Schranke, die sie trenn* Nur, wenn wir für die Gewalt dieser Erinnerungen Verständnis haben, sind wir innerlich geeignet, bei dem Werke der Versöhnung Frankreichs und Deutfchlands Hilfe zu leisten und das Abrüstungsproblem zu lösen. Wer leitet den „Petit parisien"? Herr Eli BoiS ein unlauterer und korrupter Journalist. B e r li n , 25. Nov. (END.) Die „B ö r s e n z e i - tung" berichtet aus Paris über, bie Persönlichkeit bes Ehesredakteurs des „Petit Parisien": Es dürfte in Deutschland von nicht geringem Interesse sein, zu erfahren, daß der Chefredakteur des „Petit Parisien", Eli Bois, der für die gemeinen Fälschungen jenes Blattes bie Hauptverantwortung trägt, in eingeweihten Pariser Kreisen schon lange als ein unlauterer unb korrupter Journalist bekannt ist. Bei einer Enquete über verschiebene Korruptionserscheinungen, die der frühere Ministerpräsident Laval anstellte, wurde auch Herr" Eli Bois auf das schwerste belastet. Es wurde ihm nad)gerate- sen, daß er monatlich Bestechungsgelder in höhe von 30 000 Francs angenommen hat. Ein Versuch Lavals, diese Zierde" der französischen Ivurnalistenschaft am weiteren Wirken zu verhindern, mißlang leider, weil der Herr Eli Bois offenbar kongeniale Besitzer des „Petit Parisien" Dupois, obwohl er von der Angelegenheit vollkommen unterrichtet war, an dem schmutzigen Verholten seines Chesredakteurs keinerlei Anstoß nahm und mit dem Schwerbclasteteten weiter zusammenarbeitete, als ob nichts geschehen sei Bei dieser Gelegenheit mag noch festgestellt werden, daß es in Pariser Kreisen fein Geheimnis ist, daß Herr Eli Bois auch dem geflüchteten deutschen Kommunistenführer Willi Münzenberg sehr nahesteht und ihn bei der Herausgabe seiner Hetzschrift „Die Aktion" mit Rat unb Tat unterstützt. Oer zweite Hetzer entlarvt. Auch die Publikation der Laturdah Review eine Fälschung. Berlin, 25. Nov. Nachdem erst vor 24 Stunden oic verwerfliche Brunnenoergistung des „Petit Parisien" in der Orsfentlichkeit einhellig an den l rangcr gestellt wurde, hat sich jetzt ein zweiter ".etzer sv in seine eigenen Lügen verstrickt, dah er lucht mehr weiter kann. In der englischen Wochen- jchrist „saturdav Review" hatte deren her- ausgeber Wentworth Day einen Artikel oeröffent- Iid)t, von dem er behauptete, dieser stamme aus derFederdesReichspropagandamini. st er«- Auf ein Dementi von Dr. Goebbels kam Day mit der 'Behauptung es handele sich um ein Inter- vitro. Auch diese Behauptung war eine Lüge Nun- mehr erklärt das Blatt, das Interview sei angeblich nm 26. '21 u gu ft 1 93 2 e i n e r literarischen genturzurVerfügunggestellt »orten. Das Berliner Echo. Das für einen ^Beitrag" erwartet man in London von Deutschland? Berlin, 25. Nov. (CNB. Funkspruch.) Die gestrige Unterhausrede des englischen Auhen- mimfters enthält eine Fortsetzung der schon von Macdonald aufaenommenen Bemühungen um eine Vermittlung in der Abrüstungsirage Dies« Vermittlung scheint der einzige Beitrag zu fein, den England zur Lösung des Problems leisten will. Simon hat gestern mit keinem Wort davon gesprochen, wie sich England zu den im Vordergründe stehenden Problemen stellt, unb infolgedessen auch nicht angeben können, welche praktischen Folgerungen es für sich selbst daraus ziehen will. Es ist ein negatives Moment: Die Abrüftungs. konferenz soll theoretische aufrecht erhol- t«n bleiben. Das größte Interesse der englischen Regierung an dieser Fiktion wird schon seit längerer Zeit darauf zurückgeführt, daß sie h e n d e r - s o n, dem Präsidenten der Konferenz, nicht die Möglichkeit geben will, endgültig nach London zurückzukehren unb im Unterhaus bie Führung ber Opposition zu übernehmen. Die praktischen Vorschläge Simons beschränken sich auf bie naheltegenbe Einfädelung eines Meinungsaustausches ber Mächte auf biplomatischem Wege. Wie vor einem Jahr kommt es ber englischen Regierung auch jetzt in Leipzig, 24. Nov. (WTB.) In ber Freitags- oerhanblung bes Reichstagsbranbprozesses werben die Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Frau Beyer, bie als Pflegerin bei Barz wohnte, bezeichnete es als ausg eich lossen , bah eine Besprechung, wie sie ber Zeuge Grothe behauptet hatte, in ber Wohnung von Barz ftattgefunben habe. Fräulein Macke, bie Untermieterin bei Barz war, weih ebenfalls von keiner solchen Besprechung Der Elektromonteur Meyer war kommunistischer Literaturobmann in derselben Organisationszelle rote Grothe. Zu der ihm vorgehaltenen Aussage Grothes, dah Meyer in einem Lokal des Roten Frontkämpferbundes im Februar d. I. sich im Alarmzustand befunden habe, sagt der Zeuge: Wenn Grothe bas gesagt hat, bann hat er bie Unwahrheit gesagt! Don einemAlarm- zustanb bes Rotfrontkämpferbunbes will ber Zeuge nichts gewußt haben. Er habe biesem Bunb auch nicht angehört. Auf eine Frage bes Oberreichs- anroaltes bestätigt der Zeuge, daß ihm die Parole: „Schlagt bie Faschisten, wo ihr sie trefft!" beton n t war. Wir haben in unserer Zelle darüber diskutiert und haben gesagt, daß diese Parole sehr unglücklich gehalten sei. Der Herausgeber dieser Parole meine bie Bearbeitung ber Nationalsozialisten. Dor- sitzender: Haben Sie sonst im Leben schon einmal gehört, bah man unter „schlagen" ein Bearbeiten durch überzeugende Worte versteht? Der Zeuge schüttelt den Kopf unb der Vorsitzende erklärt: Ich auch nicht!" Dann wird der Zeuge Weinberger aus der Strafhaft vorgeführt, ber wegen Bestechung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. Der Zeuge hatte seine Zelle in Berlin neben der bes Angeklagten P o p o s s. Popofs habe wiederholt geäußert, dah er mit ber Brandstiftung im Reichstage nichts zu tun habe. Er habe aber die Befürchtung geäußert, daß er wegen Pahoergehens, wegen Devisenoergehens und vielleicht auch wegen Hochverrats bestraft werden könnt«. Poposf habe Dr. Goebbels hat ober zu jener Zeit ein genaues Tagebuch geführt, aus dem hervorgeht, dah er da- mals kein derartiges Interview gegeben hat. Der „Völkische Beobachter" stellt fest: Day habe also genau wie der „Petit Parisien" ber Oesfentlich- feit eine plumpe unb unverschämte Fälschung vorgesetzt, mit ber klaren Absicht, die Bemühungen um die Sicherung des europäischen Friedens zu sabotieren. Auch das sei ein Fall, der schärfste Anprangerung vor aller Welt notwendig macht. Schwere Ausschreitungen gegen Oeutsche in Graudenz. Drei Todesopfer eines polnischen Heber- falls auf eine deutsche Wahlversammlung. Graubenz, 24. Roo. Nachdem erst kürzlich hier eine deutsche Wahlversammlung gesprengt worden war, kam es gestern abend erneut zu schweren Ausschreitungen gegen Deutsche. Al» im Deutschen ftlubljaue eine interne Besprechung über die Sladtverorbnetenwahlen am Sonnlag ftatt- sinden sollte, wurde von polnischer Seite versucht, da«Gebäude zu stürmen. (Ein Teil der Fenster wurde eingeschlagen, verschiedene Personen, die zu der Besprechung gingen, wurden tätlich angegriffen. (Einer der Verletzten, Schmiedemeister Adolf Krumm, muhte im Krankenhaus sofort operiert werden und starb dabei. Außerdem Schmiede- meister Krumm sind auch die deutschen Bürger Rie- boldt und Janz ihren Verletzungen erlegen. Der Geschäftsführer de» deutschen Sejm- Büros In Graudenz Schmidt wurde so schwer verletzt, dah an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Die verletzten muhten mehrere Stunden auf ärztliche Hilfe warten, da das Spreng- kommando das Haus blockierte. Die blutige Ausschreitung in Graudenz hat ber Reichsregierung Veranlassung gegeben, den Generalkonsul in Ihorn mit einer genauen Prüfung der Angelegenheit zu beauftragen, um zunächst einmal den Sachverhalt restlos zu klären. E» wird als in höchstem Grade bedauerlich angesehen, dah die Bestrebungen der deutschen Regierung, In ein möglichst gutes Verhältnis zu dem Nachbarstaat Polen zu kommen, durch solche Zwischenfälle behindert werden. Ein Büiluna^märdyen. Berlin, 24. Nov. (WTB.) In letzter Zeit Ht wiederholt in einem Teil der ausländischen Presse darauf hingewiesen worden, dah D e u t f d) l a n b in erhöhtem Mähe Nickel einführe, roel- dies zu Rüstungzwecken verwendet würbe. Diese Gerüchte entbehren, wie festgestellt werden muh, jeder Grundlage. Zwar ist die Nicketeinfuhr gegenüber dem Vorjahre gestiegen Sie dürfte je- doch die Lin fuhr mengen Der Jahre 1928 erster Linie darauf an, Deutschland wieder als Verhandlungspartner zu gewinnen. Mit dieser formalen Ingangsetzung des Meinungsaustausches wird aber nur bann ein wirklicher Fortschritt erzielt sein, wenn nicht zuletzt Sir John Simon seine frühere Haltung durchgreifend revidiert. Nur mit theoretischen Betrachtungen über Völkerbund, Abrüstung und Sicherheit würde ber Ungeist von Gens nur fortgesetzt werden. Es ist bie Frag« aufgeworfen worden was bie englische Regierung im Sinne hat, wenn sie Deutsch- land nahelegt, seinen „Beitrag" zu liefern, um eine wirkliche Abrüstung in ber Praxis möglich zu machen. Nachfragen bei ben zuständigen Stellen in London haben ergeben, daß offensichtlich bie englische Regierung s i ch noch keine enbgültig« Meinung darüber gebildet hat. welcher Art dieser Beitrag sein solle, nachdem, rote anerkannt wirt, Deutschland seit ber Mai-Rede bes deutschen Reichskanzlers eine Reihe von praktischen Zugeständnissen und praktischen Beweisen für seine Bereitwilligkeit zur friedlichen Regelung der deutsch-polnischen und deutsch-französischen Beziehungen erbracht hat. noch so etwas von der Roten Hilfe, Rotfrontkämp» ferbund usw. geäußert Die Frage bes Reichsanwaltes Parisius, ob ber Zeuge bie Mitteilung Po- poffs so aufgefaßt habe, bah er tatsächlich in ber Roten Hilfe gewesen sei, wird von dem Zeugen Weinberger bejaht Popoff hab« ihn gebeten, bie Adresse der Frau Sobetzki zu ermitteln, bei ber er gewohnt hab«. Der Zeuge sollte Frau Sobetzki bitten lassen, bie von Popoff in ber Wohnung vorhandenen Aufzeichnungen zu beseitigen. Er habe aber diese Bitte nicht erfüllen können. P o p o f f erklärt, er habe nichts Aehnliches zu Weinberger gesagt "Er habe bisher immer erklärt, daß er niemals in ber Roten Hilfe gewesen sei unb ausgerechnet solle er nun bem Gefangenen bas erzählt haben. Vorsitzender: Ist es wahr, baß Popoff ihn gebeten hat, seine Papiere unb Notizen vernichten zu lassen? Popoff: Das ist vollstänbig unwahr. Weinberger: Das ist ja unerhört, bah Popoff mich jetzt Lsigen straft! Ich weiß es ganz genau, baß er mir bas gesagt hat, unb zwar zwei Tage vor meinem Haftprüfungstermin, bei bem ich meine Frau sehen sollte. Frau K ü ß n e r hat am 27. Februar abends einem Dortrage im Nationalen Klub gegenüber bem Reichstagsgebäube beigewohnt. Die Zeugin ist gegen 21 Uhr oben im Klub gewesen. Ich »vor ungefähr, so erklärt sie, 50 Meter vom Por - tal 2 entfernt, als ich bemerkte, daß die Tür geöffnet wurde und ein Herr aus bem Reichstage herauskam, sehr schnell die Stuten heruntersprang und in schnellem Tempo noch Rich- tung Krolloper ging. Er ging hastig mit großen Schritten. An bie Figur bes Mannes kann ich mich nicht genau erinnern. Auf Aufforderung des Dor- fitzenden steht der Angeklagte P o p o f f auf, die Zeugin sieht ihn an unb sagt, sie könne nicht unter ihrem Gib sagen, baß der von ihr gesehene Mann bie Figur Popoffs gehabt habe. Die Derhanblung wirb auf Samstag vertagt. unb 1 9 2 9 in biesem Jahre n och nicht erreichen. Ein großer Teil ber Mehreinfuhr wird von ber Finanzverwaltung für Münzprägungszwecke benötigt. Im übrigen finbet bie Einfuhrsteigerung ihre natürliche Erklärung in ber durch bie Maßnahmen ber nationalsozialistischen Regierung herbeigeführten Belebung bes Geschäftes der verschiedensten Zweige ber metalloerar- beitenbenänbuftrie, bie Infolge bes von ber Wirtschaftsdepression ber vergangenen Jahre ausgeübten Liguibationsdrucks über normale Cagerbe- ftänbe an Rohmaterialien nicht mehr verfügte. Drei Grundfähe der Führer der „deutschen Gbnflen*. Berlin, 25. Nov. (DDZ.) Wie schon gemeldet, sinb gegenwärtig in Weimar bi« Gauführer, der Führerrat unb bie Reichsleitung ber Glaubens- beroegung „Deutsche Eyristen" zu einer Führerbesprechung versammelt. Aus ben Verstand- lungen wirb folgendes CommuniquL durch bie zuständig« Stelle ber ©laubensberoegung übermittelt: „Die in Weimar versammelten Führer der Gloubensbewegung „Deutsche Christen" aus allen deutschen (Bauen haben zu dem von gewissen Kreisen verbreiteten Gerüchten über die Glaubensbewegung und zu den Schmähungen ihres Reichs- teiters Stellung genommen unb folgende grundsätzliche Erklärung abgegeben: 1. Die Gloubensbewegung „Deutsche Christen" steht als eine von alten Vorkämpfern der NSDAP, gegründete Bewegung auf dem Boden des Parteiprogramms. Es können auch Natto- nalsozialisten ausgenommen werden, die noch nicht der Partei mitgliedsmäßigange- hören Sämtliche Mitglieder verpflichten sich zur kraftvollen Förderung der nationalsozialistischen Weltanschauung im Sinne Adolf Hitlers. 2 Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" steht als eine von Christen gegründete Bewegung auf dem Boden des reinen Evangeliums. Die Bewegung steht nach rote vor a u f dem Boden der Bekenntnisse ber Kirche 3. Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" baut sich auf dem Führerprinzip auf und stellt sich geschlossen hinter ihren Reichs- (eiter Bischof Hossenfelder. Weimar. 24. November 1933. gcz.: Die gesamten Führer der Glaubensbewegung Deutsch« Christen. Der Reichsleiter der „Deutschen Christen'. Bischof Hofsenfeider, übergibt bcr Veffentlichkeit weiter folgend« Erklärung: .Lu den Ereignissen im Sportpalast erkläre ich hiermit zum letzten Male mit allem Nachdruck und aller Eindeutigkeit, daß ich als Reichsleiter der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" als die Örunölgge der Bewegung Bibel unb Bekenntnis ansehe. Aus Bibel unb Bekenntnis ist bi« Bewegung gegründet worden und den Richt- linien habe ich das Geleitwort vorausgesetzt: „Und ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden." — Dieser Grund der Becoegung steht unerschütterlich fest und ich werde dafür Sorge tragen, dah es an dieser Linie in unseren Reihen fernen Verräter gibt. gej.: Hossenfelder, Reichsleiter der Glaubens- beraegung „Deutsche Christen", Bischof von Brandenburg. Gleichzeitig hat Bischof Hosienfelder den Partei- genoffen Schulrat S i e k m e i e r Gau Düffclöorf in bie Reichsleitung der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" berufen. Er steht dem Reichsleiter zur besonderen Verfügung. Oer Ruf nach dem Führer. Krankreich verlangt eine autoritäre Regierung. 24 Nov (TU.) Der Präsident der Repu- blik hat Den ehemaligen Ministerpräsident Herriot empfangen, in bem viele ben zukünftigen Regie- rungsfuhrer sehen wollen. Aus ben Erklärungen ber oerschiebenen Parlamentarier geht hervor, daß bie große Mehrheit ber dauernden Regie- runaswechsel müde ist und endlich ein b e- ftänbiges Kabinett ,ordert Der Präsident des Senats, Jeanneney, betonte, es fei höchste Zeit, bem Gemetzel ber Regierungen ein Ende zu machen. Das Schicksal bes Franken fei wichtiger als die Parteigeplänkel, bie man augenblicklich sehen müsse. Der Vorsitzende de» Finanzausschusses ber Kammer, Molv y, war ber Auffassung, daß man eine Regierung brauche, der । die alleinige Aufgabe zufalle, bas Haushalts- g l e i ch g e w i ch t roieber herzustellen Man wünsche keine langen Regierungserklärungen, sondern einen Führer, ber die nötige Energie besitze, ein Finanzprogramm zur Verabschiedung zu bringen. Der gleichen Auffassung ist auch ber Generalberichterstatter bes Finanzausschusses des Senats. Regnier, bcr beim Verlassen des Llysees erklärte, baß der Senat eine autoritäre Regierung fordere, die ein ernstes Finanzprogramm vorbringe, um es bis zum Schluß durchzukämpfen. Die „Agence Economiquc et Financierre‘‘ weist darauf hin, daß sich eine neue Mehrheit g e • bildet habe (gemeint ist von Herriot bis Flandin), bie in ber Lage fein könnte, bie Annahme einer Vorlage für bie finanzielle Gesunbung bes Landes sicher- zustellen. Das IBlatt rechnet damit, das der bisherige Innenminister Chautemps oder ber bisherige Finanzminister Bonnet bie Führung dieser Mehrheit übernehmen konnte. Von Rechts (larbieu) wird bie Wieberherstellung ber A u t o r i- t ä t verlangt, ein Zeichen, baß in weiten Kreisen bie Regierungskrise nicht nur als solche, sondern auch als Systemkrise aufgefaßt wirb. Unter ben Namen, bie als Kandidaten für ben künftigen Ministerpräsidenten genannt werden, sei auch der jetzige Kammerpräsident B o u i s s o n erwähnt. iReicfitfminifter Goebbels über ^Rassensrage und Weitpropaaanba*. Von bem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Dr. Josef Goebbels, erschien in Friedrich Manns „Pädagogischem Magazin" als Heft 1390 unter den „Schriften zur politischen Bildung" eine überaus aufschlußreiche Arbeit unter bem Titel „Rassensrage und Weltpropaganda". Jeder, ber bewußt bie ungeheure Entwicklung mit- erlebt, muß dieses Heft in seiner Bibliothek haben. In den nächsten Tagen wird noch eine eingehende Besprechung durch bie Presse gehen. Das Heft ist für ben Preis von 50 Pf. bei bem Verlag Hermann Beyer & Söhn«, Langensalza, sowie durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Oie in Hessen gewählten Reichstags- abgeordneten. Berlin, 24. Nov. (TU.) Wie bie NSK mit- teilt, sinb folgende Reichstagsabgeordnete gewählt: Im Wahlkrets 19 Hessen-Nassau (27 Mandate): Wilhelm Becker, Beckerle, Habicht, Kramer, Krawielitzki, Linder, Lommel, Nees, Oberlindober, Fritz Schmidt, Seibler, Sprenger, von Ulrich, Weinrich, Weitzel, Puth, Steuer, Gimdel, Lengemann, Dr. Lüer, Friedrichs, Dr. Braun, Reut- linger, Vetter, Georg Schmibt, Dippel, Freister. — Im Wahlkreis 33 Hessen-Darmstadt (14 Ttanbate): Hauer, Stern, Lenz, Münchmeyer, Rosen- berg, Schneibhuber, Schwinn, Dr. Richard Wagner, Heyfe, Klostermann, Herbert, Gustav Schmidt, Seipel, Ringshausen. Aeue Mitglieder der Gtrafrechtskommission. Berlin, 24. Nov. (TU.) In bie beim Reichs- iustizministerium gebilbete Strasrechtskommission, für bie eine Ergänzung, wie seinerzeit mitgeteilt worben ist, noch vorbehalten war, sind als weitere Mitglieber ber Rechtsanwalt unb Preußische Staatsrat Dr. Graf v. d. G o l tz in Stettin unb der Oberstaatsanwalt Reimer von ber Staatsanwaltschaft bei bem Kammergericht berufen worden Als bäuerischer Praktiker hat der Reichsjustteminister auf Vorschlag bes bayerischen Staatsminlfters der Justiz den Landgerichtsdirektor L e i m e r in Nürn- derg-Fürth in bie Kommission berufen. Die Straf- rechtskommission besteht nunmehr einschließlich ihres Vorsitzenden, Reichsjustizminister Dr. Gärtner und seiner beiden Stellvertreter au« 15 Mitgliedern, von denen sieben der Akademie für Deutsches Recht angehören. Ääter kinderreicher Familien werden bevorzugt eingestellt. Berlin, 24 Nov. (TU.) Der Reichsausschub für volksgesundheitsdienst hatte sich an ben Reichsstand der Deutschen Industrie, des Deutschen Handwerks und des Deutschen Handels mit der Bitte gewandt, daraufhinzuweisen. bei Neueinstellung von Arbeitskräften Väter kinderreicher Familien zu berücksichtigen. Sowohl der Reichsstand der Deutschen Industrie wie des Deutschen Handwerks und des Deutschen Handels haben diesem Wunsche entsprochen und ihre Mitglieds- verbände daraus aufmerksam gemacht, bei der Arbeitsbeschaffung die berechtigten Wünsche des Reich,, ausschusies für Volksgesundheitsdienst zu deruck- f i d) I i g e n Es ist also zu hoffen, daß möglichst zahlreiche Väter kinderreicher Fami. Ii e n eingestellt werden. Es ist Pflicht st- des einzelnen Unternehmers, ber Arbeitsplätze zu vergeben hat, bei gleicher Leistung ben kinderreichen Familienvater zu bevorzugen. Der ReichtagsbrandMerprozeß in Leipzig Gegenwartsaufgaben der Reichsverkehrspolitik des Aus aller Welt Oie Bekleidung für Angehörige der Lustfahrt. Berlin, 24. Noo. (TU.) Amtlich wird folgendes richtig gestellt: In der Meldung über die von Die Zanken in derZulikrisis 1931 Aussprache im Untersuchungsausschuß für das Bankwesen. ODOI, SÄJ ERPROBT - BEWÄHRT-SPARSAM Weltproduktion und der Aufnahmefähigkeit Weltmarktes zugespitzt worden. Einer totalen Berber Verbreitung der im Verlag des „Hamburger Tageblatt" herausgegebenen „NS.-Weltpost". Es sollen fast alle bedeutenden Häfen der Welt angelaufen werden. Die Fahrt geht zunächst über Rotterdam nach Plymouth und von dort weiter über Spanien ins Mittelmeer. Zuchthaus für einen ehemaligen Lanvrat. Der frühere Landrat des Kreises Merseburg Dr. G u s k e, zuletzt Vizepräsident beim Oberpräsidium in Koblenz, wurde nach fünftägiger Verhandlung wegen gewinnsüchtiger Untreue in drei Fällen, einfacher Untreue in einem Fall und wegen schwerer B e st e ch u n g in einem Fall von der Strafkammer Halle zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Das beschlagnahmte Geld in Höhe von 23 000 Mark wird dem Staate als verfallen erklärt. Dr. Guske hatte in seiner Eigenschaft als Landrat des Kreises Merseburg die Kreissparkasse und Kommunalkasse dadurch geschädigt, daß er über Vermögenswerte der Kassen eigen- nützig zum Schaden der Kassen oer- fügte. Weiter hatte er in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Baukommission Siedlung Dürre n b e r g Bestechungsgelder vom Generaldirektor der AHAG. Direktor Sommerfeld angenommen. Dreister Raubüberfall auf einen Berliner Arzt. Ein dreister Raubüberfall wurde in einer der letzten Nächte an einem 56jährigen Arzt in Charlottenburg verübt. Er wurde telephonisch angerufen, angeblich im Auftrage eines Generaldirektors, dessen Frau schwer erkrankt sei. Der Privatwagen des Direktors werde in einigen Minuten Vorfahren und ihn nach der. Wohnung Lindemanns bringen. Als der Arzt auf'die Straße trat, wartete ein großer Privatwagen auf ihn. Der Führer fuhr los und hielt unterwegs kurz an. In diesem Augenblick drangen . drei Mann in den Wagen, stürzten sich auf . dell Arzt, fesselten ihm die Hände und erklärten' ihm, daß er festgenommen sei wegen Devisenvergehens Sie fragten ihn nach seinem Bankkonto und Postscheckheft, durchsuchten ihn und nahmen ihm die Geldbörse und eine goldene Arm- oanduhr ab. Sie richteten weiter Fragen an ihn, wie hoch seine Konten seien und was er für Kriegsauszeichnungen habe. Am Schillerheim wurde der Arzt aufgefordert, den Wagen zu verlassen und 300 Meter weiter zu gehen. Einer der Räuber setzte ihm eine Pistole auf die Brust und erklärte, falls der Arzt sich umdrehen würde, würde auf ihn gchchossen. >Dey Wagen sauste darauf mit hoher Geschwindigkeit davon. Schiffsbrand im Londoner Hafen. Nach zehnstündigen außerordentlich schwierigen Löscharbeiten ist es mit einem Aufgebot von über 200 mit Gasmasken ausgerüsteten Feuerwehrleuten und mehreren schwimmenden Feuerlösch- vrähmen gelungen, ein R i e s e n f e u e r an Bord pes 7000-Tonnen-Dampfers Jamaica Produce" im Londoner Hafen zu löschen. Die Feuerwehrleute versuchten zunächst, geschützt durch Gasmasken, auf das Schiff zu gehen, mußten diesen Versuch aber ausgeben. Es blieb nichts anderes übrig, als die Feuerspritzen von den Nachbarschiffen auf den Brand zu richten. Zeitweilig bestand ernste Befürchtung, daß sich eine Explosion an Bord ereignen würde. Unter größter Lebensgefahr wurden Feuerwehrleute an Bord des brennenden Schiffes gesandt, die die Lukenoerschalungen öffneten, so daß die Gase abziehen konnten. Hierbei wurde ein Feuerwehrmann ohnmächtig. Als der große Feuerlöschkran auf der Themse seine Wasserstrahlen auf die rot glühenden Schiffsplatten richtete, bewegte sich das Schiff unter dem Druck der Wasserstrahlen etwa 15 Meter weiter und neue dichte Dampfwolken schossen auf. Das Schiff begann sich langsam auf die Seite zu legen, richtete sich dann aber wieder auf, bis es unter der Last des vielen Wassers, das hineingespritzt wurde, etwas sank. Es gelang dann mit Schneideapparaten Löcher in die Schiffswand zu bohren, so daß sich auch das Hinter- schiff mit Wasser füllte und das Deck nahezu über- spült wurde. Das Schiff ist schon früher von Bränden heimgesucht worden. dem Reichsminister der Luftfahrt genehmigte Einführung einer besonderen Bekleidung für Angehörige der deutschen Luft- fahrt ist durch ein bedauerliches Versehen ein wichtiger Satz unvoll st ändig wiedergegeben worden. Dieser Satz muß heißen: Die neue ein« erte Bekleidung des Deutschen Luftsportoer- !s genießt den gleichen Rechtsschutz wie die Uniformen der SA., SS. und des Stahlhelms, wie überhaupt die Fliegerstürme des DLV. diesen Verbänden gleichgestellt sind. Der Hirsch als Verkehrshindernis. Auf der Heerstraße bei Berlin rannte an einem der letzten Abende ein Hirsch in einen fahrenden Personenkra f tw a g e n hinein. Hierbei wurden der Kotflügel sowie die Laterne des Autos beschädigt, die beiden Windschutzscheiben zertrümmert. Der Führer des Autos erlitt leichte Schnittwunden im Gesicht, konnte die Fahrt jedoch fortsetzen. Von dem Hirsch konnte keine Spur mehr gefunden werden. Auch Blutspuren waren nicht vorhanden, so daß man annehmen kann, daß das Tier unverletzt entkommen ist. lleberschwemmung in Neapel. Die R e g e n f I u t e n, die am Donnerstag von früh bis spät über Neapel niedergegangen sind, haben nicht nur ungeheure Ueberschwernrnun- g e n in den tiefgelegenen Stadtteilen verursacht, sondern auch zu großen Unterbrechungen des Verkehrs der Straßenbahnen geführt, die zum Teil von den Fluten ^um Halten gezwungen wurden. Der offene Fleischmaxkt war in einen See verwandelt, so daß der Verkauf den ganzen Tag unterbleiben mußte. An einigen Stellen der Stadt stand das Wasser bis zu einem halben Meterhoch. Wettervoraussage. Die Störungstätigkeit übet den -Palktmlänüern hat sich verstärkt unb greift bis über ganz Deutschland vor. Nordwestlich davon zieht sich.ein schmales Hochdruckgebiet von den britischen.Jnseln über Skandinavien nach Finnland hin: wird aber durch die neue kräftige Jslanbstsirung weiter eingaengt, so daß sein Einfluß bei uns nicht bedeutend wird. Wohl haben die Winde in Deutschland schon größten- teils nach Nordosten umgxdreht, doch gelangt da- durch ziemlich feuchte Kaltluft vor, so daß das Wet- ter noch unfreundlich bleibt:: Die Temperaturen wer- den auch tagsüber iü Gefrierpunktnähe liegen, und Zeitweise kommt es. noch zu leichteren Niederschlä- gen, die teils, besonders in den Bergen, als Schnee nicdergehen. ' ... Aussichten für Sonntag: Teils trübe, teils, .mehr wechselnd-wolkig mit kurzem Aufklaren, Xcmperaturea um Null, noch einzelne schauerartige ^Niederschlage, teils als Schnee. All -sichten für Montag : Nachlassen der ^"kderschlagstatigkeit, aber kein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 24. November: mittags o Grad Celsius, abends 3,9 Grad; am 25. November: sorgens 1,5 Grad. Maximum 5,3 Grad, Minimum 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. November: abends 3,4 Grad; am 25. November: morgens 2,1 Grad Eelfillr. — Niederschläge 4,3 mm. Berlin, 24. Nov. (TU.) Reichspost- und Reichs- verkehrsminifter Frhr. von Eltz-Rübenach sprach vor der Presse über „Gegenwartsausgaben der Reichsverkehrspolitik". Er führte u. a. aus: Das erste Ziel des Reichsverkehrsminister^ ist die Lösung der außenpolitischen Bindun- gen und die Anerkennung der Gleichberechtigung auch auf dem Gebiete des Verkehrs. Eine Aenderung des Reichsbahngesetzes kann nur darin bestehen, daß die Reichsbahn als ein dem Reich gehörendes selbständiges Unternehmen dem maßgebenden Einfluß des Reiches unterstellt wird. Im Augenblick aber ist eine Umgestaltung des Reichsbahngesetzes noch nicht möglich. Wir behalten das Ziel der Loslosung der Reichsbahn von den Bindun- gen des Young-Plans unverrückt im Auge müssen uns aber vorläufig mit dem bestehenden Zustande abfinden. Viel schwieriger sind die internationalen Bindungen auf dem Gebiete unserer großen deutschen Ströme. Die deutsche Regierung hat niemals daran gedacht, die großen Ströme irgend einem Staat zu verschließen. Etwas ganz anderes aber ist cs, wenn letzt der deutschen Regierung in den Strom- komissionen Aufsichtsorgane aufgezwungen worden sind, deren Beschlüssen sie sich zu fügen hat und deren Au)amn^n'efcun9 un& Stimmenoerteilung nach politischen Gesichtspunkten erfolgt. Es bleibt die Auf- gäbe der Reichsregierung, die internationale Zusammenarbeit für die Ströme auf die Ufer« ftaaten zu beschränken. 33ertet>repoiihf fördert den Rerchsgedanken. Das zweite große Ziel in der Derkehrspolitik ist die Durchführung des Reichsgedankens gegenuber innerdeutschen Bindungen. So sehr die Reichsbahn auf die Eigenart der deutschen Länder Rücksicht nimmt und die besonderen wirtschaftlichen Bedürfnisse der einzelnen Landes- teile zu befriedigen bestrebt ist, so muß sie sich doch m ihrer Verwaltungsführung und Tarifgestaltung in erster Linie von Dem Reichsgedanken bestimmen lassen. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, daß die Reichsbahngesellschaft die Freiheit bekommt, Behörden aufzuheben, die keine Daseinsberechtigung mehr haben. Die wichtigste Aufgabe der Mass erst raßenverwaltüng ist die Vollendung des Mittellandkanals. Wer die Wafferstra- ßenkarte Deutschlands, unbefangen anfieht, muß erkennen, daß eine Verbindung des westlichen und des östlichen Wasserstraßensystems unerläßlich ist. Es ist falsch, einen. Kanal nach dem Maßstab privat- wirtschaftlicher Rentabilität zu beurteilen. Kanäle sind immer ein Geschenk an die Wirtschaft und müssen dort eingesetzt werden, wo es gilt, die Wirtschaft zu entwickeln. Es wird aber immer eine der vornehmsten Aufgaben der Regierung sein, die Rücksichten auf die übrigen Verkehrsmittel zu wah- ren. Die zweite große Aufgabe des Verkehrswaiser- baues ist die Herstellung der Verbindung vom Main bis zur Donau. Der dritte Bau, die Kanalisierung des Neckars, geht bis Heilbronn ihrer Vollendung entgegen. Wir müssen Daran denken, in verstärktem Umfange unsere natürlichen Ströme auszubauen. Wir müssen den Strömen durch Regulierung eine gleichmäßige Wasserführung geben und durch Aufspeicherung in Talsperren Zuschußwasser bereitstellen. Zu den Serbin- düngen, die gefordert werden müssen, rechne ich Oder, Elbe und Weser und den Dort- mund-Ems-Kanal, der Emden an das Dortmunder Industriegebiet anschließt. Die Wasserstraßenbaupolitik ist für die nächsten Jahrzehnte eine erweiterte Seehafenpolitik. Wir müssen in steigendem Maße unsere Kraft einfetzen, um den Schiffsverkehr nach den Seehäfen zu verbessern und zu verbilligen. Kraftwagen und Reichsbahn. Das dritte große Ziel der Verkehrspolitik ist die einheitliche Zusammenfassung der verschiedenartigen Verkehrsmittel. Die Schwierigkeit liegt in dem Nebeneinanderbestehen der Eisenbahn einerseits und der Binnenschiffahrt und des Kraftverkehrs andererseits. Während der Zwiespalt Eisenbahn-Binnenschiffahrt abflaut, tritt das Problem nun auf in der Teilung des Verkehrs zwischen Eisenbahn und Kraftwagen. Der deutsche Gesetzgeber hat bisher dem Kraftfahrzeug- verkehr eine freie wirtschaftliche Entwicklung angedeihen lassen und dieser Freiheit nur insoweit Schranken auferlegt, als zwingende verkehrspolitische Gründe hierzu nötigten. In Frage kommt eine Ausdehnung des Genehmigungszwanges auf Kraftfahrzeuge aller Art im Linienverkehr und auf dem unregelmäßigen Gelegenheits- und Rundfahrtenoerkehr. Der eigentliche Kernpunkt des Problems liegt aber im Güterverkehr. Hier war eine Befriedung des Wettbewerbsoeryältnisfes bisher nicht eingetreten. Nun hat der Kanzler eingegriffen. Er hat der Reichsbahn aufgegeben, Autobahnen herzustellen und zwar in einer technischen Vollkommenheit, die es gestatten wird, die Vorzüge und Ueberlegenheiten des Kraftwagens zur raschen Entwicklung und Entfaltung zu bringen. Aus Gründ eingehender Untersuchungen meines Ministeriums sind zwei Losungen erwogen worden: Aufrechterhaltung der Tarifbindung des Güterfernverkehrs in Verbindung mit einer Verschärfung der Tarifkontrolle nicht nur gegenüber den Unternehmern, sondern gleichzeitig auch gegenüberben Verladern und den Spediteuren. Das Bedenken bleibt bestehen, ob diese Maßnahmen ausreichen werden, um den Zweck des Gesetzes au erreichen. Die Bedenken würden auch dann nicht ausgeschaltet, wenn man die Tarifkontrolle den zu einer Zwangs- genossenschaft zusammengefchlossenen Unter» nehmen oder gar der Reichsbahn übertragen würde. Diesen Schwierigsten würde man dadurch aus dem Wege gehen, daß man der Reichsbahn gesetzlich die Verpflichtung auferlegt, die Unternehmer vom Güterfernverkehr in ihrem B e» (Erinnerungsfeier am Tage des Durchbruchs bei Brzeziny. Am 23. November nächsten Jahres jährt sich zum 20. Male der Tag des heldenhaften Durchbruchs bei Brzeziny. Preußischer Staatsrat General der Infanterie L i tz m a n n , der „Löwe von Brzeziny", hat feine alten Mitkämpfer vom 25. Reservekorps und von der 6. und 9. Kavalleriedivi- sion sowie die Angehörigen der Gefallenen zu einem Erinnerungstreffen im nächsten 'Jahre aufgerufen. Einsturzunglück im Neustrelitzer Gaswerk. — 1 Toter, 2 Schwerverletzte. Im Städtischen Gaswerk in Neustrelitz ereignete sich beim Abbruch einer Ofenanlage ein schwerer Unglücksfall. Während der Arbeiten löste sich ein schwerer Anker, wodurch der Ofenblock zusammenbrach und vier Arbeiter unter sich begrub. Aerzt- liche Hilfe war sofort zur Stelle. Die verletzten Arbeiter wurden ins Karolinenstift übergeführt, wo einer von ihnen gestorben ist. Von den drei anderen haben sich ein 20jähriger und ein 25jöh- riger Arbeiter schwere Schädelbrüche zu- gezogen, während der vierte Verunglückte mit leich- ten Hautoerletzungen davon kam. Der Unglücksfall ist um so tragischer, als die vier Verunglückten, die der SA. angehören, soeben erst nach längerer Arbeitslosigkeit ihre Arbeit angetreten hatten. Großer Hotelbrand in Nizza. Eines der größten Hotels in Nizza, der Mittel- Ir i e b e mit der Ausführung von Verkehrsleistungen im Nah- ober Fernverkehr auf d i e Dauer von mindestens fünf Jahren z u beschäftigen und ihnen bestimmte Fahr- lei st ungen zu garantieren. Für diese Erwägung war vor allem der Umstand maßgebend, daß die Reichsbahn jetzt selbst zur Verwen- düng von Kraftwagen übergegangen ist. In diesem Jahre sind bereits für 30 Millionen Mark Lastkraftwagen beschafft worden. Gleichgroße Aufträge an die Automobilindustrie in den nächsten ______. wahren werden erfolgen. Diese Fahrzeuge werben I keine Verluste auch im Fernverkehr Verwenbung finden und die Hotel ist mäh: Lage der Privatunternehmer weiter v e r • i sollte erst im & Berlin, 23. Nov. Die Untersuchungen des Bankausschusses fanden ihren Fortgang mit den Erörterungen über die ßiquibitätsfrage der Banken. Reichsbankpräsident Dr. Schacht wies auf das auffällige Versagen der Banken t n der Krise des Juli 1931, die da- mals den an sie gestellten Ansprüchen auf Aus- 3°^un9 nicht hätten Folge leisten können. Dr. Mosler von der OD-Bank führte aus, daß von einer Schuld der Banken nicht gesprochen werden könne, da für die damalige Situation auch politische und Reparationsfragen eine Rolle gespielt hätten. Durch die Wechselwirkungen zwischen Oesterreich und Deutschland seien psychologische Rückwirkungen entstanden. Hierzu sei noch der Zusammenbruch der Nord- wolle gekommen. Keine Bank in irgend einem Land hätte zur damaligen Zeit den an sie ge» stellten Ansprüchen nachkommen können. Reichsbankpräsident Dr. Schacht legte großen Wert auf die Feststellung, daß auch in anderen Ländern die Lage nicht besser gewesen sei, daß man auch dort Maßnahmen ergriffen habe, um sich zu retten. Der Ansturm in der Juli-Krise sei auf die Reichsbank besonders stark zurückge- fallen, weil die Wechselportefeuilles der Banken er- schöpft gewesen seien. Die ganze deutsche Wirtschaft sei auf ein einziges Reservesystem beschränkt, bas bei ber Reichsbank liege. Es ergebe sich die Frage, ob es nicht möglich fei, unser Bankwesen so zu gestalten, daß zwischen der Reichsbank bzw. der Notenpresse und den Anstürmen der Gläubiger innerhalb des Bankwesens selbst eine Reserve eingebaut werden könne. Dr. Voß, Bilanzprüfer der JG.-Farbenindustrie, betonte, daß nicht den Banken allein eine Schuld beizumessen fei, sondern daß von allen Seiten ein Versagen Vorgelegen habe. Aus den Ereignissen müsse man die Erfahrung ziehen, daß bei der kurzfristigen Kreditgewährung nicht allzu ängstlich oorgegangen werden dürfe. In nie- len Fällen fei das Streben nach Sicherung der kurzfristigen Kredite von den Danken über- steigert worden, während dagegen die Frage der Verwendung der Kredite nicht genügend geprüft worden fei. Die Kredite seien vielfach zu großen Investitionen und zu anderen Zwecken verwandt worden, so daß eine volkswirtschaftlich höchst bedenkliche Uebersteigerung der Betriebs- kapazitöten die Folge gewesen wäre. Durch das Verlangen nach größtmöglicher Sicherung werde einerseits die Bewegungsfreiheit des Kreditnehmers ungewöhnlich eingeschränkt, anderseits würde den Banken eine Verantwortung für die Betriebsführung ber einzelnen Unternehmungen auf» gebürbet, von der sie sich freihalten sollten. An Stelle der übertriebenen Sicherheitsforderungen müsse eine individuelle Behandlung der kurzfristigen Kredite treten. Staatssekretär Dr. Feder führte aus, daß die Banken dem ungeheuren Ausstieg der deutschen Wirtschaft, der durch die technische Entwicklung bedingt gewesen sei, gefolgt seien. Der letzte und tiefste Grund der Weltwirtschaftskrise fei technischer Art, da wir uns im Ausgang des technischen Zeitalters befänden. Die Entfremdung zwischen Geldgeber und Geldnehmer habe durch die Hereinnahme ausländischer Kredite eine Verschär- fung erfahren. Die Lage sei noch durch große Fehlinvestitionen und durch die Diskrepanz zwischen staatlichung des Bankwesens stehe man zwar ablehnend gegenüber, unverkennbar sei jedoch der Wunsch nach einer Führung d e r Wirtschaft über d i e Banken. Das Bankwesen habe höhere Aufgaben der Klärung, Prüfung, Lenkung und Leitung zu erfüllen und wachse damit in die staatliche Sphäre hinein. Die Initiative des Staates müsse auch in der Wirtschaft eingeführt werden. Die private Initiative habe den Zusammenbruch der Wirtschaft nicht verhindern können. Staatssekretär Feder stellte die Forderung auf, daß auch auf diesem Gebiete alles im Sinne des neuen Staates zu geschehen habe und sprach sich für die „Nationalisierung des Geld- und Kreditwe- s e n s" aus. Die Diskussion wandte sich sodann dem Thema zu, ob die bestehenden personellen Verflechtungen zwischen den Wirtschafts- betrieben und den Geldinstituten zu einer lascheren Kreditgewährung geführt haben. Nach Ansicht Direktor M o s l e r s ist für den Bankier in viel höherem Maße als für einen anderen Kaufmann eine gewisse Jnteressenkollision bä-, burch gegeben, baß er einerseits als Ratgeber bes Kunden zu fungieren habe, andererseits aber auch die Interessen feiner Bank fördern müsse. Besonders treffe dies §u, wenn Bankiers in Aufsichtsräten von Jndustriegesellschaften vertreten wären. Dieser Eintritt sei dem Wunsche der Industrie entsprungen, Fachmänner als Berater zu haben. Die Bank erhalte andererseits einen tieferen Einblick in die Unternehmungen, was für die Kreditgewährung nur von Vorteil fein könne. Staatssekretär Feder warf die Frage auf, ob sich nicht ein generelles Verbot für die Banken, Aufsichtsratsposten in Unternehmungen anzunehmen, wie dies für die Amtswalter der NSDAP, bestehe, günstig auf die gesamte Geschäftsmoral auswirken würde und ob meerpalast (Le Palais de la Mdditerrann^e) auf der Promenade des Anglais ist am Freitagnachmittag ein Raub der Flammen geworden. Man sah plötzlich dichte Rauchwolken aus dem großen Speisesaal dringen, und noch ehe die Feuerwehr eingetroffen war, hatten die Flammen den Theatersaal und den Spielsaal ergriffen. Die Feuerwehr mußte sich im wesentlichen daraus beschränken, die Front bes Gebäudes zu retten. Im Inneren ist fast alles ausgebrannt. Die Ursache des Feuers ist noch unbekannt. Man vermutet jedoch, daß Brandstiftung oorliegt. Glücklicherweise sind feine, Verluste an Menschenleben zu beklagen. Das "jrenb des Sommers geschlossen und laufe ber nächsten Woche für die Win- Außenpolitische Hemmungen | Dem Ruin bewahrt, fonbern auch bie Tarifkontrolle bes nach bem ersten Vorschlag freibleibenben Unternehmertums überflüssig werben. es nicht zweckmäßig sei, bie Berbinbung zwischen Bankwelt unb Wirtschaft so zu gestalten, baß statt ber jetzt üblichen Aussichtsratsoertretung bie Bank das Recht hat, ihre Beauftragten in die zu ihr in Beziehung stehenden Unternehmungen direkt zu entsenden. Dr. Mosler führte hierzu aus, man schätze in der Industrie die fachliche Erfahrung des Bankiers und berücksichtige feine Stellungnahme zu anderen Fragen des Unternehmens vom Standpunkte des Geldoerkehrs und Finanzwesens. Die früher beobachtete Zusammenballung von unzähligen Aufsichtsratsmandaten in einer Hand dürfe sich natürlich niemals wiederholen. Ein Verbleiben von Bankenoertretern in den Aufsichtsräten industrieller Unternehmungen fei aber nützlich und zweckmäßig gerade im Interesse der betreffenden Gesellschaften selbst. Dr. Fischer von der Reichs- kredit-Gesellschaft erklärte, wenn die persönliche Beziehung zwischen Bankier und Wirtschaftler auf» hören würde, verliere jedes Geschäft einen Teil feiner Grundlage. Derartige Maßnahmen würden nicht dazu beitragen, den Schwierigkeiten zu entgehen, die das Kreditgeschäft mit sich bringt. Es werde immer die Aufgabe der Banken bleiben müssen, den persönlichen Konnex zur Wirtschaft in vermehrtem Maße herzustellen. Dr. Fischer glaubt nicht, daß das Aufsichtsratsamt des Bankenoer- treters diese Beziehungen so eng gestalten könne, daß die Objektivität aufhöre. terfaifon wieder eröffnet werden. Der „Mittelmeerpalast" in Nizza gilt als einer der schönsten Hotel- bauten der Welt. Er hat über 70 Millionen Fronten gekostet. An seinem Bau ist seinerzeit der amerikanische Milliardär Frank Jay Gould betet- hgt gewesen. — Der erste Wagen der Feuerwehr stieß auf dem Wege zur Brandstelle mit einem Lastwagen zusammen, wobei drei Feuerwehrleute leicht verletzt wurden. Als die Feuerwehr eintraf, hatten sich die Flammen schon über das ganze erste Stockwerk ausgebreitet. Erst nach dreistündiger Arbeit konnte das Feuer gelöscht werben. Der Sachschaben ist noch nicht zu übersehen. „paul-von-hindenburg-hauv" der Hitlerjugend. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach hat em ausführliches Schreiben an den Reichspräsidenten von Hindenburg gerichtet mit ber Bäte, gestatten zu wollen, baß ein großer projektierter Bau ber Hitlerjugenb ben Namen „Paul- von - Hlnbenburg - Haus" erhält. In feiner Eigenschaft als Führer bes beutfchen Jugendher- bergsoerbanbes weift ber Reichsjugenbführer barauf bin, baß bas beabsichtigte „Paul-von-Hinbenburg- Haus" gewissermaßen bie Krönung ber gesamten bisherigen Tätigkeit bes Jugendherbergsverbanbes barstellen soll. Der Jugenbherbergsverbanb hat bem Reichsjugenbführer für biefen Zweck bereits erheb- liche Mittel zur Verfügung gestellt. Das „Paul-von- Hinbenbura-Haus" soll als größte unb mo- b e r n ft e Jugenbherberge ber Welt ein- gerichtet unb mit umfangreichen Sportanlagen ier- bunben werben. S A.-Marine fährt um bie Welt. Wie bas „Hamburger Tageblatt" berichtet, haben sich SA.-Manner vom Marinesturmbann Altona mit ber Yacht „Deutschlanb" von Cuxhaven aus auf eine Weife um bie Welt begeben. Die „Deutschland" ist 13 Meter lang und als Kreuzer-Yacht getafelt. Die Fahrt wird etwa 2 Jahre dauern. Der Sinn dieser modernen Wikingerfahrt soll sein, den Ausländsdeutschen sowie auch ben Auslänbern selbst Kunbe von bem neuen Deutschlanb Abolf Hitlers zu geben. Die Weltreisenben haben Filmmaterial unb Schallplatten zu biefem Zweck an Bord. Die allgemeine praktische Betätigung liegt in 0 D u Meine über alles geliebte Mutter Frau Käthe Gürtler geb. Habermehl ist heute, 76 Jahre alt, heimgegangen. In tiefer Trauer: Dr. Marie Gürtler Gießen, den 25 November 1933. Die Beisetzung findet in der Stille statt 0670' Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied plötzlich und unerwartet mein Heber Gatte, unser treusorgender Vater, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Pate und Onkel Adolf Spaar im 39. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen.- Katharine Spaar und Kinder. Alten-Buseck. Rödgen, Rheinhausen, Trohe, Wieseck. 25. Nov 1933. Die Beerdigung findet Montag, den 27. November, nachmittags um 21/z Uhr, in Alten-Buseck statt. 7157 D Heute morgen 71/, Uhr entschlief sanft nach kurzem Kranksein meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Kathrine Kroch, geb. Hartmann im 78 Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Johann Philipp Kröck Familie Friedr Volkmann III. Familie Ferd. Kröck II / Familie Friedr Wilh Kröck Wilh. Hartmann II. Heuchelheim, den 25. November 1933. Die Beerdigung findet Montag, den 27. November 1933. nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus. Gießener Straße 28. aus statt. 7174 ü Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hingange unserer lieben Entschlafenen sagen tiefgefühlten Dank Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Josef Schmitt Gießen (Seltersweg 10), den 25. November 1933. Schöne S-Zimm.-Wohn. Hockv.,Nordv., neu berget.,). 1. Jan. z. oerm. 9. A». Saus a. 'IlllcinbctoDbnen, mit 7 geraum. 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Angebote mittels Bietungsschein, den die Kuckenoerwaltung unentgeltlich verabfolgt, können nur auf ganze Lose gemacht werden. Bieter sind nach der Verdingungsordnung bei der Ccffnung der Angebote nickt zuzulassen. ftückenverwaltung I. (Hess.) Batls. 1S.Ä.R. l7i«-D Zischerei- Verpachtung. Die Ende d. I. fällig werdende Flschcrei in der Lahn nebst den Teichen bei Altenberg wird am IHontag, dem 11. Dezember d. mittags 3 Uhr, im vahnhofsbolel zu Braunfels auf weitere 12 Jahre ösfenUich meistbietend verpachtet. 7089Ö Braunfels, den 20. November 1933. Jörslliche Rentkammer. Näb. in der OJe- schäftSftelle d, G. A. Nähmaschine gut arbeit., 28 RM. abzugeben. fueeec Reitz, Alterweg 44. »irisch.- u. Taleiäpfel bet lauf, zu niedrig. Preisen abzugeben. Wilbelmftrafze 9 p. Teievh.3571.7ia