Nr. 250 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch. 25. Oktober 1935 Lrlchetnt täglich, autzo Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustriert, Gießener Familienblättet Heimat im Bild Die Scholl» monat$:Be$ngsprett: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustriert« , 1.80 Zustellgebühr. . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüffe anterSammelnummer225I Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'lche Universttät5-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Theftedakteur^ Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in Giehen. Deutschland bekennt sich zu einem Frieden der Ehre und Gleichberechtigung. Der Führer spricht zum deutschen Volke über Weg und Ziel -er Friedenspolitik -es nationalsozialistischen Deutschlan-. e n deutsche Volk einheitlich und g e f d) l o , , um den Führer geschart hat, während Friede und Freiheit. Nichts kennzeichnet schärfer den inneren Gestatt- wandel Europas als die Tatsache, daß sich das in den westlichen Demokratien, die angeblich noch immer nicht den Sinn der nationalen Erhebung in Deutschland verstehen können, Auslösung und Unruhe herrscht. Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund ist nun zu einer staatsmännischen und ge- schichllichen Tat geworden, die erlösend und befreiend gewirkt hat, weil sie die Erkenntnis reifen ließ, daß Europa nicht mit dem Völkerbund von gestern, auch nicht mit der Versailler Politik zum Frieden und zur Freiheit gelangen kann. Der Reichskanzler hat in seiner machtvollen Kundgebung, die sich an die Herzen und an die Hirne Aller richtete, die guten Willens sind, Europa den Weg zur wahren Verständigung gezeigt. Es dämmert ja auch auf dem anderen Ufer, denn auch Macdonald hat in seiner Rede, die nicht nur an seine Zuhörer gerichtet war, den verhängnisvollen Irrtum von Genf zugegeben, ein. Irrtum, der zutiefst noch in jener Politik wurzelt, die Europa in Auswirkung der Versailler Verträge i n zwei Lager zu spalten sucht. In dem einen Laaer die Siegermächte, die ihres Sieges nicht froh geworden sind, in dem anderen Lager das große Volk, das Opfer einer Politik fein und bleiben sollte, die in grauenhafter Selbsttäuschung von Frieden sprach, aber den Krieg vorbereitete. Aus dieser Hölle ist Deutschland herausgegangen, aber indem es die Tür weit aufstieß, ließ es auch die bösen Schwaden abziehen, die die Völker verwirrten. Der Völkerbund von gestern ist erledigt, damit auch die Politik, die die Gewalt vor das Recht zu setzen suchte. Was das deutsche Volk am 12. November bekennen und bezeugen wird, das wissen wir nach der großen Rede des Führers: Wir wollen ein Ne- beneinanderderVölkerinfriedlichem Wettbewerb, weil nur dieser Wettbewerb die Völker vor Not und Elend sichern und bewahren kann. Wir wollen kein ausgeklügeltes Sicherheitssystem, wie es Macdonald wieder angedeutet hat, sondern wir wollen eine Ordnung, wie sie Adolf Hitler unter dem jubelnden Beifall der Hunderttausende deutscher Volksgenossen als Ziel der deutschen Politik hingestellt hat. Diese Ordnung läßt sich nur schaffen und gestalten, wenn sich alle Völker von dem Geist der Versailler Politik fteimachen, der ein Geist des Unrechts und der Gewalt war und ist, ein Geist also, mit dem es keine Aussöhnung gibt. Die Drachensaat des Unrechts und der Gewalt läßt neue Gewalt und neues Unrecht entstehen, was sich vor allem die kleinen Nutznießer der Versailler Politik einhämmern sollen, die, wie der tschechoslowakische Außenminister Benesck, sich und andere noch immer damit zu schrecken suchen, als ob der Sieg des Rechtes Europa in einen neuen Krieg stürzen müßte. Nur wer noch völlig im Geist der Versailler Politik verstrickt ist, kann glauben oder auch nur für möglich halten, daß tm Wandel der Zeiten aus Unrecht und Gewalt noch einmal Recht und Sicherheit werden können. Im Gegenteil, das Gefühl des Unrechts wird von Jahr zu Jahr wachsen, wird aus Europa eine Hölle machen, aus der es keinen Ausweg mehr gibt. Heute kann nicht mehr bestritten werden, daß, wenn Deutschland am 14. Oktober nicht aus dem Völkerbund ausgetreten wäre, um die unhaltbar gewordene Lage für Europa zu lösen, wir uns mitten in dieser Hölle befinden würden. Recht und Ehre sind im Völkerleben noch nicht überwundene Begriffe, sondern die bewegenden Kräfte, die allein geeignet sind, einen Völkerbund wirklich zu untermauern. Die Rede des Reichskanzlers im Berliner Sportpalast wird nun wohl auch den verstockten Sinn Ausland aufschließen, der den inneren und äußeren Zusammenhang der Ereignisse nicht verstehen will, die für Deutschland der 14. Oktober und der 12. November bedeuten. Der Reichskanzler hat es noch einmal klar gesagt, daß ein großes Volk, dessen Spur in der Geschichte auch nach Jahrtausenden nicht untergehen wird, nicht Gewalt und Unrecht ml, wenn es Freiheit und Frieden für sich fordert. Um sich Frieden und Freiheit zu sichern, deshalb rechnet der deutsche Geist nicht mit Geschützen, nicht mit Festungswerken, sondern mit Arbeit und Brot für Die Millionen, die durch die Politik des Unrechts und der Gewalt um diese Arbeit und dieses Brot gebracht worden sind. Wenn der deutsche Reichskanzler am 14. Oktober in der denkwürdigen Rede, die einmal eine Wegmarke in der Geschichte sein wird, die Schatten des Mißtrauens, die zwischen Deutschland und Frankreich lagen, roegräumte, so wissen wir heute, warum Daladier keine Antwort geben konnte. Die Demokratie ist nun einmal die Staatsoerfassung, in der alles schwankt, die Menschen, die Meinungen und die Regierungen. Es geht nicht mehr um die Abrüstung, es geht nicht um die Zahl der Geschütze und Flugzeuge, es geht nur noch um Frieden und Freiheit. Der Friede zwischen den Völkern kann durch Verträge gesichert werden. Aber die Verträge müssen e i n Ausdruck des Rechtes und der Gesittung sein, denn jeder andere Vertrag trägt den Keim neuer Zwietracht in sich. Das deutsche Volk, das durch Unrecht und Gewalt den Weg zur nationalen Erhebung gefunden hat, das unter dem Druck von Not und Elend zu einem ftahlharten Block zusammen geschmiedet worden ist, will Frieden und Freiheit nicht nur für sich, sondern auch für alle anderen Völker. Aus diesem Geist heraus läßt sich auch eine Verständi- S finden, was allerdings voraussetzt, daß an r Stelle noch irgendwelches Mißtrauen wuchern darf. Das deutsche Volk wird sich um den Reichskanzler scharen aus dem starken Gefühl schicksalhafter Verbundenheit, aber auch aus dem Willen, daß nur unzerstörbare Einheit den Frieden und die Freiheit bringen kann. Die Rede des Reichskanzlers ist in ihrer gewaltigen Wirkung auch für das Ausland ein Beweis, daß das deutsche Volk nur fein Lebensrecht will. 3m überfüllten Sportpalast. Hunderttausende huldigen dem Führer. Berlin, 24. Oft. (TU.) Die Ankündigung, daß der Führer Dienstag abend im Sportpalast über die politische Lage sprechen würde, hatte einen ungeheueren 21 n ft u r m der Berliner Bevölkerung verursacht. Der Berliner Sportpalast, der in den letzten Jahren soviele und große für die nationale Bewegung bedeutungsvolle Versammlungen gesehen hat, war schon in den Mittagsstunden das Ziel vieler Tausende von Menschen, die sich Sitzgelegenheiten und Mundvorrat mitgebracht hatten. Um 16 Uhr war der Riesenraum bis auf die für die Ehrengäste freigehaltenen Plätze voll besetzt. Bald danach erfolgte schon die polizeiliche Schließung. In der Potsdamer Straße sammelten sich weitere Zehntausende an. Es war das erstemal, daß in dieser verkehrsreichen Straße große Lautsprecher aufgebaut waren, um den Menschenmengen die Rede des Führers zu übertragen. Der Verkehr mußte, da die Menge sich in der ganzen Breite der Straße fast einen Kilometer lang ausdehnte, umgeleitet werden. Aus den Läden und Büros, den Fabriken und Werkstätten eilten nach Geschäftsschluß Hunderttausende zu den für die Übertragung der Rede vorgesehenen 6 0 Sälen in allen Teilen der Stadt. DasZnuere-esSportpalastes ist mit großen Transparenten geschmückt: „Hitlers Kampf ist der Kampf um den wirklichen Frieden der Welt — Mit Hitler für einen Frieden der Ehre und Gleichberechtigung — Das deutsche Volk will den Frieden, aber einen Frieden der Ehre und der Gleichberechtigung". Das Rednerpult ist mit einem großen Blumengebinde geschmückt. Ein Teil der Logen wird für die in- und ausländischen Pressevertreter freigehalten, die in außerordentlich großer Zahl erscheinen. Fast alle in Berlin anwesenden ausländischen Journalisten wohnen der Veranstaltung bei. Gegen 19 Uhr erschien der Kronprinz in der Uniform des alten Heeres und nahm in der ersten Logenreihe Platz. Er wurde mit Händeklatschen und Heilrufen begrüßt und mußte immer wieder für die Kundgebungen danken. Mitglieder der Diplomatischen Vertretungen sind in großer Zahl anwesend. Jubelnd begrüßt wurde auch General L i tz m a n n. Alsdann erschien der Berliner Polizeipräsident Admiral v. Levetzow in SA.- Uniform, an der Spitze der höchsten Berliner Polixeioffiziere. Vizekanzler v. Papen wurde durch ein Ehrengeleit der SS. in den Saal geführt. Der Einmarsch der Standarten und Sturmfahnen erfolgte unter dem gemeinschaftlichen Gesang des Deutschland-Liedes und des Flaggenliedes. Dann, bald nach 20 Uhr, ging ein ungeheurer Sturm der Begeisterung durch den Saal. Der Führer erschien in Begleitung des Reichsministers Dr. Goebbels. Die Klänge der Musikkapellen wurden durch die Heilrufe der Menge übertönt, als Adolf Hitler durch das SA.-Spalier in den Saal schritt. Länger als eine Viertelstunde feierte die Menge ihren Führer. Der Führer begrüßte den Vizekanzler von Papen sowie General Litzmann und nahm bann einen riesigen Chrysanthemenstrauß und Blumenspenden der Hitler-Jugend entgegen, während das Blitzlicht der Photographen aufflammte. UeberaU, wohin der Führer feinen Blick rings im Saal richtete, schlugen ihm neue Wogen der Begeisterung und Verehrung entgegen. Reichsimnister Dr. Goebbels richtete dann kurze Eröffnungsworte an die Versammelten. „Ich weiß nicht, wie oft der Führer an dieser Stelle aus zu den großen Fragen der deutschen Nation Stellung genommen hat. Das aber weiß ich, daß er noch niemals s o auf d i e einmütige Zustimmung und Gefolgschafts- treue rechnen konnte wie dieses Mal. (Minutenlanger Beifall.) Der Grund dafür ist der, daß nach 14 Jahren zum er ft en Male ein deutsches Nein ausgesprochen wurde. Das deutsche Volk ist entschlossen, mit ihm den Kampf um die deutsche Ehre, um die deutsche Gleichberechtigung und damit um einen wahren und dauerhaften Frieden in der ganzen Welt aufzunehmen." Unter erneuten Jubelstürmen ergreift der Führer das Wort. Die Rede des Führers. Keine Unterschrift unter unerfüllbare Verträge, die Deutschlands Ehre antasten. In feiner großen Rede warf der Führer einleitend einen Rückblick auf die Entstehung b e s Versailler Vertrages unb seine grauenhaften Folgen für bas beutfdje Volk unb ganz Europa. Er legte bar, baß Deutschland bie Waffen gestreckt habe im Vertrauen auf bie feierlichen Zusicherungen der Gegner, und führte in eindrucksvoller Weise aus, warum dieser Vertrag nicht zur Befriedung der Völker, sondern zur Verewi- gung d e s Hasses führen mußte. Millionen Arbeitslose nicht nur bei den Besiegten, sondern auch bei den Siegern seien die Folgen für bie Unvernunft berer, die diesen Vertrag gemacht hätten. Indem der Führer in treffender Weise diesen Zustand als Produkt der Unvernunft kennzeichnete, entwickelte er daraus die absolute Notwendigkeit des deutschen Entschlusses und den Zwang, so zu handeln und nicht anders. Denn auf bie Dauer könne das Recht nur den Völkern gegeben werben, bie gewillt seien, ihr Lebensrecht auch vor der Welt zu vertreten. Der Führer übte scharfe Kritik an dem Versuch bet anberen, bas völlig abgerüftete deutsche Volk zum Schuldigen für bas im Mißtrauen gegeneinanber begründete Wettrüsten der anderen zu stempeln. Die falsche im 23er- versailler Vertrag verankerte Meinung, baß bas wirtschaftliche Unglück der einen bas Glück ber anberen sei, habe Europa auf den direkten Weg des Bolschewismus und in das Ehaos geführt. Das deutsche Volk habe den Kampf ausgenommen und sich ein anderes Regierungssystem gewählt, um diesem Ruin zu begegnen und seiner furchtbaren Rot Herr zu werden. Der Führer umriß in großen Zügen die bisherigen Leistungen des nationalsozialistischen Staates unb bie gewaltige politische unb wirtschaftliche Arbeit, bie er innerhalb ber ersten acht Monate seiner Herrschaft bereits geleistet habe. Er roanbte sich mit aller Schärfe gegen bie Greuellügen, mit benen man in ber Welt biefes Deutschlanb bes Aufbaues zu biffamieren versuche. Demgegenüber wies er auf bie wieberholten Greuel in ber Geschichte ber Revolution a n b e r e r Völker hin. Wenn man von Greueln sprechen wolle, bann seien b i e Selbstmorbziffern in Deutschlanb im Zeichen bes Versailler Vertrages bie größten Greuel. Der Führer wies bie irfi Auslande gebulbeten Beschimpfungen ber beutschen Regierung entschieben zurück. Er streifte babei auch bie Emigranten-, bie Juben- unb bie Boykottfrage. Der Führer wies jebe verböchtigung ber A u f - richtigkeitdes deutschen Friedens- willens zurück. Er wiederholte fein Frie- bensbetenntnis, insbesondere auch gegenüber Frankreich unb polen, forberte aber mit bem gleichen Rachbruck die Konsequenzen inbezug auf Deutschlands volle Gleichberechtigung von den anderen. Der Führer brachte in überwältigender Weise feine persönliche harte Entschlossenheit zum Ausdruck, keiner Drohung die deutsche Ehre zu opfern. Er werde jederzeit lieber sterben, als etwas unterschreiben, was seiner heiligsten lleberzeugung nach für das deutsche Volk unerträglich sei. Der unbeschreibliche Jubel, der diese Worte begleitete, legte eindrucksvollstes Zeugnis davon ab, wie sehr das deutsche Volk hinter seinem Führer steht. Nicht seinetwegen, nicht der Partei, sondern oes deutschen Volkes wegen rufe er jeden Volksgenossen zur Stimmabgabe am 12. November für Gleichberechtigung, Ehre und wirklichen Frieden auf. Der neue Reichstag solle der Garant dieser Politik sein. Seine mit unerhörter Begeisterung aufgenommene große Rede schloß der Führer mit dem Bekenntnis, daß die deutsche Politik nicht vom Haß gegen andere Völker, sondern nur von der Liebe zu unserem eigenen Volke getragen sei. Die amtliche Fassung bes ausführlichen Berichts über bie Rebe bes Führers lag bei Redaktions- fchluß noch nicht vor. Stürmische Zustimmung. Die Rede des Führers wurde von der Riesen- Derfammlung im Sportpalast zunächst lautlos mit höchstem Ernst und größter Spannung angehört. Dann aber, als der Kanzler unter Betonung des deutschen Friedenswillens das Verlangen der deutschen Gleichberechtigung erhob, setzten st ü r m t < f cf) e s Händeklatschen und anhaltende H e i l r u f e ein. Der Beifall steigerte sich ständig und schließlich wurde fast jeder einzelne Satz von anhaltender Zustimmung, von Heil-Rusen und Händeklatschen begleitet. Das gilt sowohl für den außenpolitischen wie für den innenpolitischen Teil der Rede. Wiederholt erhob sich die Menge spontan von den Plätzen, um ihrer Zustimmung begeisterten Ausdruck geben zu können. Der Beifall am Schluß der Rede, als der Reichskanzler nochmals ein Friedensbekenntnis des deutschen Volkes ablegte, nahm Formen an, wie man sie bisher kaum erlebt hat. Machtvoll klang der Gesang des Deutschland-Liedes und des Horst-Wessel-Liedes. Mit einem dreifachen, vom stellvertretenden Gauleiter G ö r l i tz e r aus» gebrachten Sieg Heil aus den Führer wurde diese gewaltige Kundgebung des deutschen Volkes für Frieden und Gleichberechtigung geschlossen. Die 100 000 Menschen, die sich in der Potsdamer Straße angesammelt hatten und von Schöneberg herab bis zum Potsdamer Platz ein dichtes Spalier bildeten, nahmen den Gesang der Nationalhymne und des Liedes der deutschen Revolution begeistert auf und bereiteten dem Führer bei feiner Abfahrt neue gewaltige Kundgebungen. Starker Eindruck -er Kanzlerrede in England. London, 25. Oft. (WTB. Funkspruch.) Die gestrige Rede des Reichskanzlers wird in der Presse mit größter Ausführlichkeit wiedergegeben. Der Berliner Korrespondent der „Times" bemerkt u. a.: Der Ton der Rede des Kanzlers war rauher als der seiner letzten staatsmännischen Aeußerungen unb mehr im Stile ber alten Oppositionstage. Zugleich aber muß festgestellt werben, baß ber Beifall niemals ftärfer war, als nach ber Stelle, wo von ber Bereitschaft bes beutschen Vo 1 - k e s gesprochen würbe, bem französischen Volk bie Hand zur Versöhnung zu reichen. — In bem Bericht bes „Daily Telegraph" wirb gesagt, friedfertige Empfindungen hätten bie Rebe beherrscht, wenn sie auch in etwas aggressiver Form ausgebrüeft worben seien. Von Deutschlanbs verletztem Stolz habe ber Kanzler im Tone allerhöchster Erregung gesprochen. — „News Chronicle" sagt: Der Reichskanzler empfing ben stärksten Beifall, als er bemerkte, er fei entschlossen, auf ber Gleichberechtigung für Deutschlanb zu bestehen. — „D a i l y M a i l" spricht von bem größten Willkommen, ben bie Nationalsozialisten Hitler jemals bereitet hätten. — „Daily Expreß" überschreibt seine Melbung: Hitler geißelt bie Allierten. Der Korresponbent spricht von ber unbeschreiblichen Begeisterung, mit ber bie Rebe ausgenommen würbe. Das Echo in Frankreich. Paris, 25. Okt. (WTB. Funkspruch.) Zur Rede des Kanzlers liegen bisher nur die Aeußerungen der Berliner Korrespondenten der großen sranzö- fischen Blätter vor, die vor allem den sarkastischen Ton der Rede und den überaus starken Beifall der Zuhörer unterstreichen. „Petit Parisi en" nennt bie Rebe eine der bedeutsamsten in Hitlers kurzer Karriere als Volkstribun. „M a t i n" bezeichnet die Rede als eine Wahlrede über die beiden Themen „Gegen den Versailler Vertrag" unb „Die Leistungen des Nationalsozialismus". Frankreich sei zu Beginn der Rede heftig angegriffen worden, habe aber gegen Schluß einige liebenswürdige Worte erhallen. Das ganze fei sehr geschickt, ber Redner gut in Form gewesen. Die Zuhörerschaft hätte gern eine ganze Woche lang seinen beredten und sarkastischen Ausführungen gelauscht. Es sei die beste Rede Hitlers gewesen. — „Echo d e Paris" empfindet die Rede, die nicht der Reichskanzler, sondern der Parteiführer gehalten habe, als einen leichten Rückzug gegenüber den früheren Erklärungen. Ausführliche Berichte in der Neuyorker presse. Neuyork, 25. Oki. (WTB. Funkspruch.) Die Neuyorker Blätter geben die große Rede des Reichs kanzlers auf der Frontseite ausführlich wieder und heben insbesondere den Wunsch Deutschlands nach Frieden und Gleichberechtigung hervor. Das Saarland bekennt sich zn Deutschland nnd seinem Führer. Eine Grflärung -er ^Deutschen $ronP im saarländischen Landesrat. Saarbrücken, 24. Okt. (TU.) Der Landes- rat des Saargebtetes trat am Dienstag zu einer Vollversammlung zusammen. Der Sprecher der Deutschen Front Aba. Levacher gab eine Erklärung ab, in der er yeißt: Im Namen der Mitglieder der NSDAP, und der ehemaligen Fraktion de» Zentrums, der Deutschen Saarländischen Dolkspar- tei und der Bürgerlichen Mitte habe ich die Erklärung abzugeben, daß wir uns zur Fraktion der „Deutschen Front" zusammengeschlossen haben. Die Deutsche Jronl hat den einzigen Zweck, unter Hintanstellung aller parteimäßigen Gesichtspunkte da» große Ziel zu erreichen, alle Deutschgesinnten im Saargebiet zusammenzuschließen, um dadurch die Heimkehr unserer Heimat zum heißgeliebten deutschen Vaterlande sicherzuslellen. Wie es bereits die Presse getan hat, so fordern auch wir alle ehrlich Deutschgesinnten des Saargebiete» auf, sich in dieser Front zusammenzufinden. Unsere Einstellung zum deutschen Vaterland auch in seiner Neugestaltung liegt eindeutig fest. Auch durch den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund hat sich diese Lage nicht verändert. Der Landesrat hat lange und schwere Jahre hindurch für die Rückkehr zur Heimat gekämpft, ohne daß Deutschland Mit- t glied des Völkerbundes war. Er wird diesen Kampf mit derselben Straft und Leidenschaft weiter- 1 führen, nachdem Deutschland den Austritt au» dem Völkerbund angekündigt hat. wir erklären heute au»drücklich, die deutsche Bevölkerung im Saargebiet fleht mit dem Führer aller Deutschen, dem Volkskanzler Adolf Hitler auf dem Standpunkt der Ehre und Gleichberech tigung. Es muß endlich aufhören, daß die Saarfrage immer wieder al» eine wirtschaft»frage angesehen wird. Sie ist für da» deutsche Volk eine Ehren- frage, au» deren Lösung sich allerding» wirtschaftliche Fragen ergeben, die wiederum gelöst werden müssen. Tanz abgesehen davon, daß diese Wirtschaftsfragen ebenso wie die Ehrenfrage selber auch nur durch d i e Rückgliederung des Saargebietes ins Deutsche Reich gelöst werden könne, muß es das Saaroolk in seinem nationalen Ehrgefühl fortgesetzt beleidigen, daß trotz seiner bisherigen treudeutschen Haltung 14 Jahre nach dem Inkrafttreten des Versailler Vertrages die Regierungs- kommission des Saargebiets ebenso wie Die westeuropäische Welt den Wert der Saarkohle höher stellt al» die Ehre de» Saar- volles/ Als nach Ausführungen des kommunistischen Sprechers der Vorsitzende der Saarländischen so- zialdemokraten, Braun, das Wort ergriff, verließen die Landesratsmitglieder der Deutschen Front den Sitzungssaal, so daß Braun seine Tiraden vor leeren Bänken halten mußte. Daladiers Sturz und seine Hintergründe. Die Spaltung bei den Sozialisten.-Eine Krisis des parlamentarischen Systems. Drahtbericht unseres v. G.«Äerichtersiatters. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Pari», 24. Oktober 1933. Eine Regierungskrise — schon ganze neun Monate haben wir hier keine mehr erlebt — hat nun wieder einmal am Dienstag früh um drei Uhr das nächtliche Parlamentsgetriebe im Palais Bourbon beschlossen. Die Herrschaft der Zahl war auch Diesmal stärker als die zielbewußte Haltung. D a - l a ö i e r s. Man muß erkennen, daß der französische Ministerpräsident bis zum letzten A u - aenblick fest und konsequent geblieben ist. Aber die Vertreter des „souveränen Volkes", das nebenbei bemerkt durch über 2000 Polizisten mit einem förmlichen Belagerungszustand am aktiven Auftreten in den geheiligten hallen der Kammer verhindert werden mußte, zeigten keine Neigung, ihr Verhältnis zu den Wählern zugunsten Daladiers zu belasten. Daladier hat den Bestand feiner Regierung für die notwendige Gesundung des Staatshaushalts aufs Spiel gefetzt. Der Einsatz war hoch. Die Entscheidung ist nach langem hin und her gegen ihn ausgefallen, weil die Bindungen der Sozial! st en um Lson Blum stärker waren als seine igenen Trümpfe. Mit 55 gegen 45 Stimmen bei acht Enthaltungen beschloß die sozialistische Fraktion in der Nacht zum Dienstag, jede Kürzung der Beamtengehälter — die nebenbei bemerkt vielfach das Doppelte der Vorkriegsgehälter betragen — abzulehnen, und Damit war Das Schicksal der Regierung Daladier besiegelt. Der Ministerpräsident versuchte noch in letzter Stunde die Opfer, Die er Der Kammer und Der Nation abverlangte, mit Der vom neuen DeutschlanD entlehnten Parole „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" Durchzudrücken. Aber bezeichnenderweise reagierte das heute noch in Frankreich herrschende parlamentarische System bar- auf so gut wie gar nicht. Die Sozialisten schwankten lange zwischen lauer Gefolgschaft zur Regierung und ihren marxistischen Leitsätzen, erlagen aber dann schließlich doch dem Druck Der Gewerkschaften und ihren inneren Zwistigkeiten. So ist nun freilich die Regierung Daladier ge- stürzt, gleichzeitig aber rft eine unüberbrückbare Spaltung im sozialistischen La- g e r eingetreten. Einige Dutzend sozialistischer Abgeordnete haben es gewagt, für Daladier zu stimmen, obwohl ihnen von der marxistischen Mehr- l)eit der Partei mit Ausschluß gedroht war. Ihr Geschick ist nun auf Gedeih und Verderb mit dem aller künftigen Regierungen verknüpft, minbe- sten» Ws zu Kammerneuwahlen. Denn es ist nicht anzunehmen, baß irgend eins der etwa denkbaren Kabinette in Der nächsten Zeit noch Neigung zeigen wird, auf Die angeblich wohlwollenDe Unterstützung Der sozialistischen Fraktion 24on Blums zu bauen, mit Der Drei vorangegangene Regierungen sehr schlechte Erfahrungen machen mußten. Der äußere Anlaß zum Sturz Dalabies hatte rein innerpolitisches Gepräge. Man Darf Darüber aber Die außenpolitischenMo- mente. Die zu Diefer Regierungskrise mitführten, nicht überleben. Möglicherweise wäre es Daladier, Der noch vor knapp zwei Wochen in der gesamten französischen veffentlichkenit als der ft a r f e Mann ber Mitte galt, gelungen, sich am Ruder zu Halten, wenn bic unbestreitbare Notwendigkeit einer Sanierung des Haushalts und der öffentlichen Finanzen von ihm nicht mit einem Hinweis auf die aiißenpolitfiche Lage begründet worben wäre. Der Franzose ijt an sich von Haus aus steuer- frfjeu. Er verträgt es aber schon gar nicht, wenn ihm notroenblge Opfer mit außenpolitischen Argumenten abgenötigt werden sollen. Wie wirb nun bas künftige französische Kabinett aussehen? Seit langer Zeit zum erftenmale ergibt sich burch bte Spaltung im sozia- listischen Lager bic Möglichkeit, bie Regierungs- grunblagen weiter rechts als bisher zu suchen. Es ist hiernach benkbar, baß bie N e u s o z i a l i ft e n künftig bie Mitverantwortung an der Politik durch einen förmlichen Eintritt in bie R e - g i e r u n g übernehmen, wenn baburch eine aus* reithenbe parlamentarische Orunblagc sichergestellt wirb. Allerbings wirb ihnen bas für alle Dauer bie erbitterte Gegnerschaft L4on Blums unb seiner Ge- nossen eintragen. Unb bamit würbe bann auch bas Gebilbe, bas man zu Unrecht als Kartell bezeichnet hat, weil bic Bindung Der Sozialisten an bie Rabikalsozialisten nur sehr lose war, e n b g u l - tig erlebt gt sein. Zwar blieben auch bei einem sogenannten „Kabinett Der Konzentration" Die Radikal sozia listen der Kern der neuen Regierungsfront. Man hofft aber, bie wirksame Unterstützung ber Kammergruppe Flandin au finben unb bamit stabilere Regierungsoerhältnisse herbeiführen zu können. Es ist bezeichnen!», baß D a ( a b i e r auch in bissen ersten Kombinationen wieber auftaucht, zwar nicht als Ministerpräsibent, aber boch als Außenminister, so baß ihm einer ber wichtigsten Posten auch in einem solchen Kabinett verbliebe. Der Ausgang ber Bemühungen Lebruns bleibt abzuwarten. Dem gestürzten Kabinett hat es an Mut unb Zähigkeit nicht gefehlt. Die 92. Regierung ber Dritten Reoudlik, bie heute vom Staatspräsidenten Abschnieo nimmt, hat auch immerhin b e n Lebensburchschnitt, ber sich feit 1870 für bic wechselnben französischen Kabinette errechnen läßt, um einiges überschritten, unb bas ist in einer Zeit vielfältiger Krisen schon etwas. Im Zeichen einer schwierigen Finanzlage mußte Dalabier bie Zügel übernehmen, unb biefe Last ist er bis zu seinem Sturz nicht losgeworben. Mit Energie unb Mut hat er versucht, bie erschütterte Staatsautorität zu festigen. Die Systemkrise aber konnte auch er nicht bannen. Stier- schiebene Streiks, offene Auflehnung einzelner Interessengruppen gegen bie staatliche Exekutive unb die fteiaenbe Zahl ber oerfaffungsänbernben Vorschläge währenb Der letzten Monate reDen eine deutliche Sprache. Auch in Frankreich fängt man allmählich an, des ewigen Parlamentsgetriebes müde zu wer- den, unb bie Stimmen mehren sich, bie für eine ft raffe, pon ber Kammer unabhängige autoritäre Staatsgewalt pläbieren. Sicherlich war Dalabier noch nicht bas letzte Opfer bes ewigen parlamentarischen Krisenspiels. Sein Sturz wird aber — das ist ganz sicher — zu einer weiteren Diskreditierung des parlamentarischen Systems und zu einer Stärkung des staatlichen Autoritätsprinzips beitragen, namentlich, wenn es nicht gelingt, die Regierungskrise rasch und wirksam zu beheben. Lebrun nimmt Fühlung. Paris, 24.Okt. (TU.) Der Präsident ber Re- publik hat am Dienstagnachmittag bie Vorsitzenben ber Senats- und Kammerausschüsse sowie der Frak- tionen empfangen. Die Möglichkeit einer Regierung des Kartells der Linken wird von sämtlichen Par- lamentariern ohne Unterschied der Parteien für aus- geschlossen erklärt. In den Voraussagen politischer Kreise halten sich der bisherige Innenminister Ehautemps und Kriegsmarineminister S a r ■ raut bie Waage. Als Außenseiter wird auch der ehemalige Staatspräsident Doumergue genannt, den man im Augenblick als die einzige Persönlichkeit bezeichnet, der die sogenannte nationale Einigung herbeiführen könne. Während die Einen behaupten, daß Präsident Lebrun sich bis spätestens Mittwochabend entscheiden werde, glauben die Anderen an eine verhältnismäßig lange Dauer der Krise. Paul Reynaud mies daraufhin daß es sich weniger um eine parlamentarische Krise als um eine Systemkrise handele. Die Frage sei heute, ob bic Rabikalsozialisten Den Mut ausbräch- ten, cnDgültig mit ben Sozial! st en zu brechen. Er befürchte aber, daß einige Zwi - schenversuche notwendig seien, ehe 'diese psychologische Entwicklung in den Reihen der Radikalsozialisten sich vollziehen könne. — larbieu erklärte, ber springende Punkt der gegenwärtigen Krise liege 'i\ dem Zerfall der Einheit der sozialistischen Par- tei. Parlamentarisch betrachtet, bleibe Löon Blum Herr de» Sozialismus. Die bisherige Mehrheit, bie bereits ben Sturz Herriots unb Paul-Boncours ge- forbert habe, sei endgültig tot. — Der sozialistische Abgeorbnete Deat, ber Der Gruppe Renaubel an- gehört, erklärt im „Appel", baß er und seine Freunde nicht für ober gegen ben Artikel 37 gestimmt hätten, sonbern für bie allgemeine Politik ber Regierung in außen- unb innerpolitischer Hinsicht. Der „lemps* schreibt: Das aus Den Maiwah- len von 1932 siegreich hervorgegangene Kartell ber Linken hat fein brittes Ministerium verschlungen. Wieber einmal zeigt sich, wie unvereinbar Die Doktrin Der RaDikalen unD Des Sozialismus sinD, deren Bündnis Die Nationale Union Poincarö» erschlagen hatte. WieDer einmal hat sich bie Union ber Linken ul» regierungs- unfähig erwiesen. Der „lemp»" hält bie Ruck- kehr zur nationalen (Einigung für bie einzig mögliche Cölung. Auch das „Journal bes 4 b a t •“ vertritt Diese Auflistung, weil im Vor- Dergrunb aller Erwägungen Die Rettung Der Finanzen unb bte Sanierung ber nationalen Berte ibigung stehen müßte unb bie» nur durch bie nationale Einigung nach Dem Muster Poincars» erzielt werden konnte. Der ehemalige Finanzminister Tardieus, Flandin, hat * in einer Bankettrebe Die Radikalen aufgeforbert, sich endgültig von ben Sozialisten loszusagen und den Anschluß nach recht» zu juchen und o eine weitgehende Konzentration ber Mitte zu ermöglichen. Was sagt man in Berlin? Berlin, 24. Okt. (END.) Der Sturz bes Kabinetts Dalabier wirb in Berliner politischen Kreisen burchaus ruhig unb adwartenb beurteilt Man rechnet Damit, baß bie Neubildung der französischen Regierung nicht ohne Schwierigkeiten vor sich gehen wirb. Da es wegen ber oppositionellen Haltung ber sozialistischen Opposition kaum möglich sein wirb, auf ber Basis ber bisherigen Kabinettsbeschlüsse bie Finanzreform zu schaffen. Auch hinsichtlich ber Besetzung bes Außen- Ministeriums ist es noch burchaus unklar, ob Dalabier, wenn ihm überhaupt biefes Ministerium angeboten wirb, es annehmen würbe. Das Kabinett Dalabier ist, vom beutschen Standpunkt aus gesehen, in erster Linie unter dem Gesichtspunkt ber Abrüstungsfrage in Erscheinung getreten. Im allgemeinen hat Dalabier bei aller Betonung bes französischen Stanbpunftes sich immer al» Gentleman gezeigt unb noch in seiner letzten außenpolitischen Rebe aerobe unter Betonung seines Stanbpunttes als Frontkämpfer seine Achtung vor ben beutschen Front- lameraben unterstrichen. Dalabiers Selbstsicher- beit bürste nicht zuletzt auf bem Einbruck beruhen, ben er bei feiner Besichtigungsreise burch bie französischen O st d e f e st i g u n - gen erworben hatte. Sympathisch berührt gerabe unter biesen Einbrücken bie Tatsache, baß sich Dalabier von ben gewollten Minberwertigkcitskomplexen anberer französischer Staatsmänner frei hielt unb mit Stolz Die machtvollen Befestigungen unb Rüstungen Frankreichs an feiner Ostfront Immer betonte. Öen Düsseldorfer Separa- tistenkampfern als Dank und Anerkennung. Berlin, 24. Okt. (ERB.) Wie ber Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat ber preußische Ministerpräsibent unb Minister bes Inneren (Boring als äußeres Zeichen bes Dankes unb ber Anerkennung für bie Düffelborfer Separatistenkämpfer folgenbe Bekanntmachung erlassen: Als im Jahre 1923 bas Deutsche Reich ohnmächtig nach außen unb zerrissen im Inneren oarnieberlaq, bereiteten Hochverräter am beutschen Rhein bie AbtrennungbcsRheinlanbes vom Reiche vor. Mit ben Siegermächten würbe über Anerkennung bes Rheinlanbes als felbftänbiger Staat verhanbelt. Der Tag ber Ausrufung ber „Rheinischen Republik" war festgesetzt, fianb- frembes Volk unb vaterlanbslose G e - seilen würben als Heercsmacht ber „Rheinischen Republik" angeworben unb betoaUnti Am 30. September 1923 würben sie nach Düsseldorf Aulammengcrufen, um — unter bem Schutze bet fremden Besatzung — ben beutschen Behörden Dil vollziehende Gewalt zu entreißen. An jenem denkwürdigen Tage waren e» dis tapferen und pflichttreuen Offiziere unb Ma n n f d) a f t c n der Düsseldorfer Schutzpolizei und der städtischen Polizei, Du sich ben Verrätern entgegenroarien unb sie nach erbittertem Kampfe aus ber Stabt vertrieben Mißhandlung durch bie Besatzung, Ausweisung unb schwere Kerkerstrafen waren Die Folgen. Fünf Kameraden, die Polizeiwachtmeister Koehnen, Meg. ftaenbeler, Merten» und Der Polizeibetriebsassistent Eschen ftarben Den Hel- Den t o D. Diese Abwehr Der separatistischen Verräter war er sie Aufbauarbeit am neuen Deutlet)- l a n D. Die Toten Diese» Kampfe» fielen als Vorkämpfer für Da» Dritte Reich. In lebenDiger (Erinnerung an Die Ereignisse vor zehn Jahren geDenks ich in Dankbarkeit unb Anerkennung ber tapferen Kämpfer gegen ben Separatismus. Die am 30. September 1933 ber Schutzpolizei Düsseldorf verliehene Fahne soll der sichtbare Ausdruck dieses Gedenken» sein. Marxistische öeulschenhehe im Genfer Arbeitsamt. Genf, 24. Okt (TU.) Im Verwaltungsrat Des Internationalen Arbeitsamtes, in Dem DeutschlanD seit Dem AusschciDen aus Dem Völkerbund nicht mehr vertreten ist, kam es bei einer Interpellation bes französischen Gewerkschaftlers Iouhaux zu einer lebhaften Aussprache über bas Ausscheiben bes früheren beutschen sozialistischen Vertreter» Leuschner, bes ehemaligen hessischen Innenministers, ber im Laufe bes Sommers verhaftet worben war. Der Direktor bes Internationalen Arbeitsamtes, Buttler, gab eine Mitteilung bes Reichsarbeitsministers bekannt, nach ber bie Verhaftung Leufchners in keiner- lei Zusammenhang mit seiner früheren Tätigkeit al» Ä r b e i t e r o e r t r e t e r im Verwaltungsrat stehe. Iouhaux benutzt« bie Gelegenheit, um sich in groben Beschimpfungen unb Angriffen gegen bte beutsche Regierung zu ergehen. Mit ber üblichen Demagogie unb mit größtem Stimmcnaufroanb glaubte er, bie amtlich« beutsche Mitteilung in Zweifel ziehen zu müssen, behauptete sogar. Die Deutsche Regierung habe sich eines Bruches Des Teiles 13 bes Versailler Vertrages schulbig gemacht unb verlangte einen offi- 3 teilen Protest bes Verwaltungsrates. Zur allgemeinen Ueberraschung brachte bann ber französische ’Regierungsoertreter Piquenarb einen Antrag ein, nach bem ber Verwaltungsrat sich barauf beschränkt, von ber Mitteilung bes Rcichsardeits- Ministers Kenntnis zu nehmen unb zur lagesorbnung überzugehen. Der französische Antraa würbe von ben Regierungsoertretern Englands, Italiens, Belgiens, Dänemarks, Australiens, Brasiliens unb Kanabas unterstützt unb mit 16 Stimmen bei Stimmenthaltung Der Marxistengruppe angenommen. Weitere Zeugenvernehmungen im Reichstagsbrandsiisterprozeß. Ein Brandexperiment mit der „Flüssigkeit" Berlin, 24. Okt. Zu Beginn Der heutigen 23er- hanDlung wirD bas Branb-Experiment mit ber selbstentzünblichen Flüssigkeit gemacht. Der Sachoerstänbige Dr. Schatz gibt an, baß er nach bem Branbe im Plenarsaal unb im Erbreich unter bem Präsibentensitz Rückstände gesunden habe, bie nur von ber Zünbflüssigkeit herrühren konnten. Er habe nach bem Brandexperiment bic selbstentzünbliche Flüssigkeit unb Petroleum auf seine Hänbe gerieben unb zwei Schupobeamte gefragt, ob sie an ihm einen bestimmten Geruch wahrnehmen. Beibe Beamten hätten bas verneint. Zwei Reichstagsbeamte, bie er nicht vorher aufmerksam gemacht habe, hätten an ihm keinen Geruch wahrgenommen, obwohl er seine Hänbe nahe an bas Gesicht ber Beamten herangebracht habe. Die Branbspuren an bem weggeworfenen Mante l st ü ck van ber Lübbes feien fo eigenartig, baß sich bie Vermutung aufbränge, van ber ßubbe habe ein mit ber Zünbflüssigkeit getränktes Stück Kohlcnanzünbcr in ber Tasche gehabt. Dieser Kohlenanzünber habe sich bann selbst entzündet und im Mantel gebrannt. Van ber ßubbe habe bann ben Mantel abgeworfen. Torglers Aktentasche. Frau P r e tz s ch aus Karlshorst, beren Wohnung ber Torglers gegenüberliegt, betunbet, sie habe am 27. Februar vormittags in ber 11. Stunde zusammen mit ihrem Sohn ben Abgcorbneten lorgler getroffen, ber zwei schwere Taschen trug. Er habe sie etwas scheu ange- ehen, als er haarscharf an ihnen oorüberging. Als ie am nächsten Morgen vom Rcichstagsbranb er- uhren, habe ihr Sayn gesagt, nun wisse er auch, warum Torgier bic schweren Taschen getragen habe. Der Zeugin wirb dann die mit Leitungen gefüllte Aktentasche Torglers vorgelegt. Sie erklärt jedoch, daß die oorgezcigte Mappe damals nicht dabei gewesen sei. Der Verkäufer Möller, der Sohn der Zeugin Prctzsch bestätigt die Angaben seiner Mutter. Dem Zeugen wird dann die Tasche Torglers gezeigt. (Er erklärt, daß dies die eine gewesen sein könne, wäh- renb die andere größer gewesen sei. Rechtsanwalt Dr. Pelkmann fragt, ob der Zeuge Möller es für möglich halte, baß bie schwcrenTaschen Torg- lers mit Zeitungen gefüllt waren. Der Zeuge erwidert, baß da» sein könne. Der Vorsitzende hält bem Zeugen vor, baß er bei seiner ersten Vernehmung gesagt habe, Zeitungen hätten nicht in der Tasche fein können, dazu seien die Taschen zu schwer gewesen. Rechtsanwalt Dr. Pelkmann bittet bann ben Vorsitzenben, Dorgier zu gestatten, seine Aktentasche so mit Zeitungen zu füllen, wie er bas gewohnt war. Torgier erhält die Genehmigung unb geht dann, in jeder Hand eine ber vollgepfropften Taschen tragend, im Derhanblungsraum an dem Zeugen Moller vorüber. Dieser erklärt, daß Torgier damals ungefähr dieselbe Haltung gezeigt habe, wie jetzt Dann nimmt ber Zeuge selbst eine ber Taschen in bie Hand und erklärt, daß Die Tasche sehr schwer sei. öie Sekretärin der Kommunistischen Reichs- tagssraktion sagt aus. Die frühere Sekretärin ber kommunistischen Reichstagsfraktion Frau Rehme bekundet, daß sie am 27. Februar gegen 11.30 Uhr in den Reichstag gekommen fei, wo Torglcr schon anwesend war. Koenen sei erst etwa um 18.30 Uhr in den Reichstag gekommen. Ein gewisser Bruno aus Dem Karl-Liebknecht-Haus habe mit Torgier, Koenen unD anDeren gesprochen unD sei etwa um 18.30 Uhr wieder gegangen. Torgier, Koenen und sie selber hätten kurz vor 20.30 Uhr, keinesfalls aber später als 2035 Uhr Den Reichstag verlassen. Von einem fluchtartigen Verlassen de» Reichstage» könne keine ReDe sein, weil sie selbst wegen eines Dicken Verbandes um Den Fuß nur langsam habe gehen können. Dr. EoenDers: Ist Ihnen Dirn! troff bekannt? — Zeugin: Nein. — Dr. EoenDers: Auch Popoff unb die anderen nicht? — Zeugin: Nein. Dr. Eoenders: Sind mal irgendwelche Sachen auf Zimmer 9 abgegeben worden, Pakete oder sonstige Gegenstände? Zeugin: Daran kann ich mich nicht erinnern. CE» war manchmal etwas bestellt oder angemeldet, Schreibmaterial usw. Da» wurde Dann geholt ober abaeliefert. Dr. Eoenbers: Ich frage Sie jetzt birekt — Sie können bie Antwort verweigern —: S i n D 6 i e in irgendeiner Weise an Der Brand st if- tung beteiligt ober haben Sie Kenntnis davon gehabt? Da» geht auf Ihren Eid. Zeugin: Nein. Em Pförtner will Oimitrvff wiedererkennen. Dem nächsten Zeugen, Kanzleiafsistent Hörne- mann, ber den Dienst bes Tagespförtners am Dortal 5 versieht, ist bas Verhalten be» Adgcorb- neten Koenen an diesem Tage ausgefallen, ber schnell unb ohne Gruß an ber Loge oorbeigegan- gen lei. Einige Herren machten ihn barauf aufmerksam, baß sie Benzin im Reichstag ge- rochen hätten. Einer ber Herren habe gesagt: Der Reichstag kann ja in bie Lust fliegen. Der Zeuge weist auf Dimi troff unb glaubt in ihm ben Mann wieberzuerkennen, Der Das gesagt hat. Angeklagter Dimttroff: Wann hat mich Der Zeuge im Reichstage gesehen? Zeuge: Am Vranbtage nach 15 Uhr. Simitroff: Haben Sie nach Dem Brande mein Bild in der Zeitung gesehen? Zeuge: Jawohl, ich hatte gleich da» innere Gefühl, da» könnte ber gewesen sein. Dimitroff: Haben Sie bas bem Untersuchungsrichter mitgeteilt? Zeuge: Nein. Dimitroff laut und energisch: Warum nicht? Zeuge: Weil ich nicht ganz sicher war. Jetzt febe ich aber ben Herrn besser unb natürlich. Das Bild tauscht manchmal. Vorsitzender: Können Sie sich auch irren? Zeuge: Ganz genau kann ich es nicht jagttk y Dimitroff: Welcher Partei gehört der Zeuge an? Zeuge: Rechts. Dimitroff: Welcher Partei? Vorsitzender: Das genügt. Dimitroff: Wer hat ihn beeinflußt, hier so aus- zusagen? Zeuge: Niemand. . ... . .... Borfitzender: Ich weise das zuruck, das ist eine Beleidigung. Dimitroff: Ich gratuliere Oberreichsanwalt: Kommt dem Zeugen auch die Sprache Dimitroffs bekannt vor? Zeuge' Jawohl! Dann'wird die Verhandlung auf Mittwoch vertagt. Oer Bischof von Gloucester mahnt zur Gerechtigkeit. London, 24.Dtt. (WTB.) „Times" veröffentlicht einen Brief des Bischofs von Gloucester, in dem es heißt: Ich war nie ein Bewunderer Deutsck- lands. Aber ich kann mich des Gefühls nicht erwey- ren, daß wir Deutschland nickt fair behandeln. Es ist Methode geworden, uns nur über Dinge zu unterrichten, die Deutschland zur Unehre gereichen, die deutschen Beweggründe falsch darzustellen und die Deutschen in jeder Beziehung anzugreifen. Ich habe gelesen, daß die jetzige Lage in Deutschland beklagenswert sei. Aber ich habe viele vertrauenswürdige Freunde, die Deutschland in den letzten Monaten besucht haben. Sie alle berichten mir gerade das Gegenteil. Zum ersten Male feit dem Kriege beginnt das deutsche Volk hoffnungsvoll und froh zu sein. Die große Masse der jungen Nationalsozialisten ist das Beste, was das Land hat. Sie sehnt sich nach Selbstdisziplin und nach Selbstaufopferung. Meiner Meinung nach sollten wir danach streben, die Lage gerecht einzuschätzen. Wir sollten Deutschland keine Absichten zuschreiben, die es bestreitet, und wir sollten Teilnahme für ein Volk beweisen, das sich bemüht, seine Selbstachtung, Selbstzucht und gute Ordnung wiederzugewinnen. OerOeutscheLutheriag auf den 19. November verschoben. Berlin, 24. Okt. (TU.) Durch eine Verfügung des Reichsbischofs ist der Deutsche Luthertag im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen auf den 19. November verschoben worden. Die Verfügung des Reichsbischofs hat folgenden Wortlaut: „Die Politik des deutschen Volkes ist gegenwärtig so verantwortungsschwer, daß in diesen Wochen olle Kräfte für ein geschlossenes Zusammenstehen des deutschen Volkes am 12. November eingesetzt werden müssen. Diese Notwendigkeit gebietet, die für den 10. November d. I. angesetzten Lutherfeiern zu verschieben. In dem gleichzeitigen Wunsche, die Feier des 450. Geburtstages des Reformators zu einer Feier für das ganze deutsche evangelische Volk zu gestalten, an der auch die werktätige Bevölkerung teilnehmen kann, ordne ich an, daß der Deutsche Luthertag in allen Gemeinden der Deutschen Evangelischen Kirche am Sonntag, den 1 9. November, begangen wird. Die bisherigen Anordnungen über die Gestaltung des Tages, insbesondere über die Einsamm - I u n g der Festkollekte in allen Gottesdiensten, bleiben bestehen." Schuh den Fachzeitschristen. Berlin, 20. Okt. (TU.) Das Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda teilt mit: Noch immer gehen zahlreiche Klagen darüber ein, daß im Zuge der Neuordnung und Gleichschaltung der Verbände ein beträchtlicher Teil der bisher erscheinenden Fachzeitschriften in ihrer Existenz bedroht wird. Durch die Errichtung großer neuer Zentralorgane seitens der Verbände und durch das Bestreben vieler Verbände in einer o f t sogar im eigenen Verlage erscheinenden und mit dem Pflichtbezug ausgestatte - t e n neuen Zeitschrift alle bisherigen Zeitschriften des Berufszweiges a u s z u s ch a l t e n, ist vielen guten alten Fachorganen d i e Möglichkeit des Weiterbe st ehens genommen worden. Damit werden hohe ideelle und materielle Werte aufs Spiel gesetzt. Es muh vermieden werden, daß durch das Erliegen zahlreicher Zeitschriften Unruhe in einen bedeutenden Wirtschaftszweig getragen wird und große Arbeitsgruppen, wie Schrift, fteller. freie Mitarbeiter, verlagsangestellte, Werber. Drucker und Papierhersteller der Gefahr der Arbeitslosigkeit ausgesetzt werden. Es handelt sich nicht darum, jedes Fachorgan, das lediglich der planlosen Geschäftigkeit einer vergangenen Zeit sein Entstehen verdankt, vor dem Untergang zu bewahren. Bei Fachzeitschriften aber, die eine fachliche und wirtschaftliche Bedeutung erlangt haben, und somit einen materiellen und kulturellen wert darstellen, liegt die Erhaltung und die ungestörte publizistische Arbeit im Interesse der Allgemeinheit. Das Buch- und Zeitschristengewerbe, das in Deutschland eine besonders hohe Leistung seit alters her aufzuweisen hat und im 3n- und Auslande große kulturelle und materielle werte darstellt, muh vor gewaltsamen Ein- griffen geschützt werden. Es kommt darauf an. das bestehende Gute und wertvolle auch auf diesem Gebiete zu erhalten, und es nicht durch organisch nicht gewachsene und überflüssige Neumündungen zu zerschlagen. Um in den Fällen, in denen sich Schwierigkeiten ergeben haben, oder noch ergeben, eine zweckdienliche Lösung zu finden, hat das Ministerium dir Bll- düng einer Kommission beschlossen, die aus den für Zeitschriften und Wirtschaftsfragen zuständigen Referenten des Ministeriums und dem geschäftsführenden Vorstandsmitglied des „Reichsverbandes Deutscher Zeitschriftenverleger" besteht. Das Ministerium ersucht alle in Frage kommenden Stellen, sich in schwierig gelagerten Fällen mit dieser Kommission in Verbindung zu setzen. Die Anschrift ist die des „Reichsverbandes". Versammlungen der Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 17. Okt. (ERB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, hat folgende Anordnung erlassen: Letzte Ereignisse machen es notwendig, daraus hinzuweisen, daß alle öffentlichen Veran- st a l t u n g e n , soweit sie von den Leitungen der Gesamtverbände angesetzt werden, dem Führer- amte und soweit sie von Untergliederungen der Verbände veranstaltet werden, dem zu st ändi- gen Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront gemeldet werden müssen, damit ein störendes Nebeneinander vermieden wird. Das Führeramt der Deutschen Arbeitsfront ist angewiesen, jede nicht vorher angemeldete Versammlung rücksichtslos zu verbieten. HI.-Preffekongreß in Köln. In Köln fand ein Kongreß der Pressewarte der Hitlerjugend des Obergebietes West statt. Von jedem Oberbann waren vertreten der Oberbannpressewart, der Oberjungbannpresseleiter, der Photo- und Filmfachmann. Der Presseleiter des Obergebietes West, Oberbannführer Ernst Fischer gab die Richtlinien für die künftige Pressearbeit der Hitlerjugend bekannt. Ueber Einzelheiten unterrichteten die Mitarbeiter seines Stabes, Jg. Erich Brunnhuber, Dr. Läppert und W e l l e m b s. Bei einer Besichtigung der Hitlerjugendausstellung sprach Obergebietsführer Lauterbacher wegweisende Worte der kommenden Arbeit. „Ihr Leute von der Presse", so führte er aus, „steht im vordersten Graben, von Eurer Arbeit hängt ein wesentlicher Teil unseres Erfolges und unseres Sieges ab." Mit einem Rundgang durch die Ausstellung hatte der Pressekongreß sein offizielles Ende gefunden. Ein gefährliches Kommunistennest ausgehoben. Ulm, 24. Okt. (WTB.) Die Polizeidirektion teilt mit: Schon feit Wochen war der Politischen Polizei bekannt, daß die KPD. illegale Formationen unterhielt, um einen Umsturz mit Gewalt herbeizuführen. In der Umgebung Ulms war der Zusammenkunftsort und der sogenannte Ulmer Führer instruierte dort seine Genossen. Als der von der Polizei seit langem gesuchte Druck- a p p a r a t ausgehoben wurde, der im Walde ein- gegraben war, und die erste Matrize fertig zum Abzug war, griff die Polizei zu. Die gesamte Druckerei wurde beschlagnahmt, ebenso eine Schreibmaschine, weiter die gesamten Listen und sonstiges Zersetzungsmaterial. Vor allen Dingen sollten Die Führer der nationalsozialistischen Bewegung beseitigt werden. Als erster wollte der Kommunisten- führet selbst den Polizeidirektor Dreher n i e d e r s ch i e ß e n. Die SA.- und SS. - Füh - rer, sowie die Kreisleiter sollten gleichzeitig erledigt werden, und so der Bolschewismus in Deutschland zur Macht gelangen. Die Verhafteten wurden ins Gefängnis eingeliefert. Staatssekretär a. D. Dr. Bredow verhastet. Berlin, 25. Okt. (WTB.-Funkspruch.) Wie die Justizpressestelle Berlin mitteilt, wurde heute früh der frühere Reichsrundfunkkommissar und Staatssekretär a. D. Dr. Hans Bredow auf Grund eines richterlichen Haftbefehls f e st g e n o m- m e n und ins Untersuchungsgefängnis Moabit überführt. Dr. Bredow wird zur Last gelegt, in seiner Eigenschaft als Aufsichtsrats-Mitglied der Deutschen Sendegesellschaften in , dem Rundfunkskandal bei der Verschleuderung der Gelder der Deutschen Sendegesellschaften führend beteiligt gewesen zu fein. Ihm wird von der Staatsanwaltschaft Untreue in 19 Fällen zur Last gelegt. Nach dem Stande der Ermittelungen ist Dr. Bredow als Hauptverantwortlicher in der Rundfunkaffäre anzusehen. Aus aller Welt. „Graf Zeppelin" in Nebel und Regen. Die Fahrt des „Graf Zeppelin" geht infolge Regens und Nebels zur Zeit langsamer von- fkitten. Die letzte Standortmeldung wurde am Dienstag 9.50 Uhr über Anniston (Alabama) gegeben. Das Luftschiff machte um diese Zeit Fahrt in nordwestlicher Richtung. Wegen des schlechten Wetters werden aber häufige Kursänderungen vor- aenommen. Das Luftschiff befand sich um 14.55 Uhr MEZ. über Columbus (Georgia) und schlug einen nordwestlichen Kurs ein. Das Luftschiff mußte wegen Nebels und Regens mehrere Kreuzfahrten über den Staaten Alabama und Georgia unternehmen. Der Standort des „Grat Zeppelin" war 19.15 Uhr Berliner Zeit an der Grenze von Kentucky, nördlich von Nashville (Tennessee). Dr. Eckener und Botschafter Luther werden sich am Mittwoch von Acron mit der Eisenbahn nach Chi» kago begeben, um an dem für Donnerstag angesetzten „Zeppelin-Tag" teilzunehmen. Das Luftschiff wird von Acron aus eine Rundfahrt über Chikago unternehmen und nach Acron wieder zurückkehren, da eine Möglichkeit zum Landen in Chikago nicht besteht. Das Luftschiff traf nach den letzten Meldungen um 1.45 Uhr MEZ. über dem Lüftschisshafen von Acron ein. Eine Landung war jedoch wegen des steifen Nordostwindes nicht möglich. Das Luftschiff kreuzte über der Stadt, um ein Nachlassen des Windes abzuwarten. Ialtbootceise rund um die Well. Im Hafen von Livorno ist auf einem Gummi- faltboot der deutsche Journalist Karl Friedrich Ulrich eingetroffen. Er hatte am 25. Juni den Kieler Hasen verlassen und war über Bremen, Amsterdam, Utrecht, Ostende, Calais, durch die französischen Flüsse und Kanäle zunächst nach Baris und van dort nach Marseille gefahren. Nach einem kurzen Aufenthalt in den Häfen der Riviera lief er mit feinem kleinen Fahrzeug Genua, Spezia, Viareggio und jetzt Livorno an, von wo er an der italienischen Küste entlang und den Tiber aufwärts nach Rom gelangen will. Fast gleichzeitig sind in Genua der Maurer Willy Ruth und der Dekorateur Alfons Schneck aus Hamburg gelandet, die auf einem Gummifaltboot eine Reife um d i e Welt durchführen wollen. General Balbo an Typhus erkrankt. Der italienische Luftfahrtminister Balbo liegt, wie bereits gemeldet, feit etwa einer Woche mit Anfällen hohen Fiebers krank in seiner Heimatstadt Ferrara. Nachdem die Aerzte zuerst an eine malariaartige Erkrankung geglaubt hatten, hat sich nunmehr yerausgestellt, daß die Krankheit T y - p h u s ist. Da das Fieber anhält und erst eine Woche vergangen ist, muß angenommen werden, daß die Krankheit sich in ihrem ersten Stadium befindet. Vor drei Wochen dürfte die Krise nicht zu erwarten sein. StubentenfcaroaUe in Madrid. An der Madrider Universität spielten sich am Dienstag unbeschreibliche Szenen ab. Die Studenten der medizinischen und zahnärztlichen Fakultät unternahmen aus Protest gegen die Studienplanande- rung unter Führung eines jungen Dozenten s k a n - dalöse Kundgebungen. Sie warfen sämtliche Möbel und Einrichtungsgegenstande auf die Straße, zündeten schwere Balken an, legten sie auf die Schienen der Straßenbahn und versuchten, die Straßenbahnwagen umzuwerfen. Dem Ueberfall- kommando gelang es erst mit dem Gummiknüppel die Ordnung wiederherzustellen. Von einigen in Der Nähe liegenden Neubauten aus eröffneten sich dort aufhaltende streikende Syndikalisten ein lebhaftes Pistolenfeuer. Mehrere Personen wurden angeblich verwundet, zahlreiche Verhaftungen wurden Dorgenommen. Die Regierung hat infolge dieser Vorgänge die bereits beschlossene Berücksichtigung der Studentenwünscke rückgängig gemacht und im Wiederholungsfall scharfe Maßnahmen angekündigt. Deutscher Museumsdieb in Straßburg festgenommen. Die Straßburger Polizei hat den aus Dresden stammenden 39jährigen Robert Fränkel festgenommen und seine Koffer, in denen sich 65 aus dem Schloßmuseum aus Aschaffenburg gestoh - lene Rembrandt-Radierungen befanden, beschlagnahmt. Fränkel, der aus dem Aschaffenburger Schloßmuseum insgesamt 86 Radierungen durch Einbruch entwendet hatte, wurde ins (Gefängnis eingeliefert. Die Radierungen, die mehrere Millionen Mark wert sind, wurden bei der Straßburger Staatsanwaltschaft sicher- gestellt. Die Reichsbehörden haben einen Auslieferungsantrag gestellt. Rußland ohne Streichhölzer. In verschiedenen Städten der Sowjetunion sind keine Streichhölzer zu haben. Man behilft sich teilweise mit Feuersteinen. Das russische Streichholzsyndikat stellt fest, daß in seinen Lagerräumen Millionen der wichtigen kleinen Feuerspender lägen, die jedoch die Eisenbahnen aus Mangel an Güterwagen nicht an den Verbraucher bringen können. Die Braut erschossen. — Zwölf Jahre Zuchthaus. Das Schwurgericht Landau verurteilte den 27 Jahre alten ledigen Landwirt Viktor S t a u f e r t aus Scheibenhardt bei Landau zu zwölf Jahren Zuchthaus bei Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft. Die Ehrenrechte wurden ihm auf zehn Jayre aberkannt und der Haftbefehl aufrechterhalten. Der Verurteilte hatte am 26. Mai d. I. die 20 Jahre alte Waldarbeitertochter Anna Kiefer, ebenfalls aus Scheibenhardt, aus feinem Wohnzimmer heraus mit einem Jagdgewehr erschaffen, weil sie auf das Geheiß ihrer Eltern ihr Verhältnis zu Staufert gelöst hatte. 50-Jahr-Feier des Deutschen Vereins gegen den Alkoholismus. Der Deutsche Verein gegen den Alkoholismus (DV. gegen den Mißbrauch geistiger Getränke) kann in diesen Tagen auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Auf einer aus diesem Anlaß in Berlin veranstalteten Jubiläumstagung wies der Vorsitzende, Oberverwaltungsgerichtsrat i. R. Dr. K. Wey- mann, auf das Beispiel des Führers hin. Gerade das neue Deutschland sei dazu berufen, die Ziele des Vereins zu den feinen zu machen. Ministerialrat Bartels betonte, 50 Jahre eines schweren Kampfes feien vergangen, eines Kampfes, gegen Rücksichtslosigkeit und auch gegen viel bösen Willen, der besonders in den letzten 15 Jahren sich gezeigt habe. Der Rektor der Universität Berlin, Prof. Dr. Fischer, führte aus, wenn man auch anerkennen müsse, daß auf akademischer Seite mit der Unsitte des Trinkens manches schlechte Beispiel in der Vergangenheit dem Volke gegeben sei, so sei doch auch darauf hinzuweisen, daß der Verein bei den Wissenschaftlern aller Fakultäten tatkräftige und wertvolle Mitstreiter in feinem Kampf gefunden habe. Oberbürgermeister Dr. Sahm erklärte, es sei Pflicht der Stadtverwaltung, im Rahmen des möglichen und unter Wahrung der berechtigten Interessen eines wichtigen Erwerbsstandes, dem Verein Unterstützung und Hilfe zu gewähren. Denn wo der Alkoholmißbrauch feine Opfer fordert, da fielen diese Opfer zu einem übergroßen Teil den Gemeindeverwaltungen zur Last. Der Dekan der medizinischen Fakultät der Berliner Universität Professor Dr. Gocht überreichte bann dem Vorsitzenden als besondere Ehrung der Fakultät bas Diplom eines Ehrenboktors ber Mebizin in Anerkennung bafür, baß er sich in drei Jahrzehnten in Wort und Schrift bemüht hat, die Trunksucht zu verringern und damit die Volksgesundheit zu fördern. Geheimrat von B o r f i g überbrachte die Glückwünsche des Verbandes der deutschen Berufsgenossenschaften. Dem Verein wurde ein Jugendheim in Brunshaupten gespendet. Den Festvortrag über bas Thema „Die Alkoholfrage in ihrer Be- beutung für bie Rassenhygiene" hielt Universitäts- Professor Dr. Lenz (München). Ministerialrat Dr. med. Conti betonte in seinem Schlußwort, baß bie Eingliederung bes Kampfes gegen ben Alkoholmißbrauch in bie Gesamtforderungen ber Rassenhygiene von besonderer Bedeutung fei. Auch er verwies auf bas leudjtenbe Beispiel bes Führers. Raubüberfall in Saarbrücken. In einer der letzten Nächte wurde der Geschäftsführer eines Saarbrücker Casshauses, der nach Geschäftsschluß die Geldkassette mit der Tageseinnahme nach dem Büro bringen wollte, plötzlich von zwei hinter dem Büffet heroorspringenden Männern überfallen. Die Räuber hatten sich anscheinend bei Geschäftsschluß in das Lokal einschliehen lassen. Der Geschäftsführer wurde zu Boden geworfen und geknebelt, dann entrissen ihm bie Burschen die Kassette, die sie gewaltsam aufbrachen. Ein Betrag von etwa zehntausend Francs ist ben unerkannt entkommenen Räubern in die Hände gefallen. Verheerende Feuersbrunst im Eichsfeld. In Breitenworbis (Regierungsbezirk Erfurt) wurden zehn Scheunen in kurzer Zeit durch einen Brand, ber sich mit großer Schnelligkeit ausbreitete, vollkommen zerstört. Auch eine Anzahl Ställe und anbere Wirtschaftsbaulichkeiten fielen der Feuersbrunst, deren Ursache noch nicht ermittelt werden konnte, zum Opfer. Mehrere Wohnhäuser, auf deren Rettung die Feuerwehr insbesondere bedacht sein mußte, sind durch Wasser stark beschädigt worden. Die Scheunen waren sämtlich bis unters Dach mit der diesjährigen Ernte gefüllt. Das Großvieh konnte mit Mühe gerettet werden. Einige Schweine und viel Geflügel fielen den Flammen zum Opfer. Küstendampfer mit 25 Wann gesunken. Wie aus Singapore gemeldet wird, ist der Küsten- bampfer „Tronoh" in einem schweren Sturm gesunken. 25 Mann der Besatzung, meistens Chinesen, sind ertrunken. Hochwasser in Nordspanien. Infolge starker Regengüsse und Hochwasser in ber Provinz Guipuzcoa sinb die Verbindungen zwische Jrun und Hendaya unterbrochen. Zahlreiche Landstraßen sind aufgerissen und der Bahnverkehr lahmgelegt. Das Wasser steht in den Ortschaften 1 bis 2 Meter hoch. Der Sachschaden ist sehr groß. Mehrere Personen werden vermißt. Umfassende Hilfsaktionen sind im Gange. Siebenlinge geboten. Wie Reuter aus Georgetown in Britisch-Guayana (Dernerary) meldet, hat dort eine Frau sieben Knaben das Leben geschenkt. Mutter und Kinder sollen sich wohl befinden. Zwei Tote, drei Schwerverletzte bei einem Autounglück. In einer der letzten Nächte ereignete sich auf ber Straße Eisenach—Liebenstein bei Waldfisch ein schweres K r a f t w a g e n u n g 1 ü ck, dem zwei Mechchenleben zum Opfer fielen. Der am Steuer sitzende Andreas Kaiser aus Liebenstein und der Rechtsanwalt Dr. Frank aus Wriezen waren so- fort t o t. Der Gastwirt Arno Winter, seine Frau Ida und deren Nichte Erika Rekla, alle aus Liebenstein, wurden schwer verletzt. Das Unglück soll beim Ueberholen eines Pferdegespannes geschehen sein. Auf der erst neugeteerten Straße ist der Sechssitzer ausgerutscht und hat sich beim Bremsen in hohem Tempo überschlagen. Japanische Ztrafexpedition gegen chinesische Kommunisten. Eine Bande chinesischer Kommunisten wurde bei Honkau auf dem Selben Fluß durch zwei japanische Minenboote angegriffen und durch Artilleriefeuer vollkommen v e r n i ch t e t. Die Ursache dieses scharfen Vorgehens ist die Ermordung dreier japanischer Marinesoldaten im August d. I. durch diese Bande. BerlinerFrühbörse. Berlin, 25. Okt. (WTB. Funkspruch.) Im Heu- tigen Frühoerkehr von Büro zu Büro kamen Um- fätze kaum zustande. Man beschränkte sich auf die Besprechung der gestrigen großen Rede des Reichskanzlers, die allgemein gewaltigen Eindruck gemacht hat. Ueber bie Entwickelung an ber bevorstehenden Börse ist vorerst kaum etwas zu sagen. Man nimmt jedoch an, daß es mangels besonderer Anregungen aus der Wirtschaft bei unveränderten Kursen ruhig bleiben wird. Am Devisenmarkt nannte man in der Verrechnung über Zürich Pfunde gegen Kabel 4,7350, Schweiz 16,54, Amsterdam 7,94, Paris 81,82, Mailand 60,67, Spanien 38,24 und Brüssel 22,95. Wettervoraussage. Mit dem weiteren Vordringen der Störung ist besonders in höheren Schichten Warmluft nach Deutschland gelangt, bie das Wetter diesig und zett- weise auch etwas regnerisch gestalten wird. Aus dem sich erneut gekräftigten Jslandhoch fließt jetzt recht kalte Luft südwärts, bie sich späterhin auch oei uns bemerkbar machen wirb. Die Temperaturen werden dann etwas zum Sinken gebracht, und statt der Nebelschicht dürfte mehr wechselhafte Bewölkung auftreten. Aussichten für Donnerstag: Vielfach neblig-wolkig, Temperaturen zwischen Tag und Nacht ziemlich ausgeglichen, zeitweise Niederschläge. Aussichten für Freitag: Mehr wechselndwolkig, im ganzen etwas kühler, einzelne Schauer. Lufttemperaturen am 24. Oktober: mittags 9,9 Grad Celsius, abends 8,9 Grad: am 25. Oktober: morgens 8,7 Grad. Maximum 10 Grad, Minimum 3,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Oktober: abends 7,5 Grad; am 25. Oktober: morgens 8,3 Grad Celsius. ^WieseWack verbürgt i, d viel Sieht Erhältlich ist die lichtreichc, gasgefiillte OS RAM Campe in den SicFtro/Fadig esdxaften. Ein Lied vom Glück. Vornan von Anny von panhuys. 33. Fortsetzung Nachdruck verboten! Bernd Brussak lachte mit verzerrtem Gesicht, warf ihr das Wort „Manaiüe!" entgegen wie einen schweren Stein, Er gestand noch einmal: ,Zch habe den Mord begangen", dann fuhr er Roberta an: „Weiht du nicht mehr, wie du mich bearbeitet hast, um mich gefügig zu machen Laß nur das Lügen, du weiht das alles jo gut wie ich. Du hattest Ängst, der Gutsherr, nach dessen Reichtum du gierig warst, konnte Lila von Born heiraten. Du wolltest seine Frau werden, du wolltest, dah ich ihn, wenn dir das gelungen, mit Gift toten sollte. Versprachst mir, mich dann zu heiraten, mich reich zu machen. Aber mir sind die Augen aufgegangen, und alles ist mir gleich. Doch du sollst auch leiden, wenn ich leiden muh- ich sage die Wahrheit, weil ich nicht will, dah du dich in die Freiheit zurücklügst. Ich dulde es nicht." Roberta schrie auf: „Der Mensch lügt, nicht ich, er lügt! Ich werde wahnsinnig, wenn man ihm glauben würde." Der Richter erwiderte trocken: „Wenn Sie jetzt wahnsinnig würden, wäre das sehr störend für den Prozeh, der dem armen Herrn von Malten die Ehre zurückgeben soll." Er lieh Roberta absühren, und sie ging, von Wut förmlich grichüttelt. Sie erkannte, der Richter glaubte ihr kein Wort. In der Untersuchungszelle erlitt sie einen Tobsuchtsanfall. Bernd Brussak aber gestand weiter: ,Lch bin in diese Gegend gezogen, weil ich aus dem Böhmischen stamme, und weil sich Gelegenheit für mich fand, mich hier als Kokainschmuggler zu betätigen. Meiner lahmen Hand wegen muhte ich dem Zirkusleben Valet sagen. Ein bißchen Geld hatte ich erspart, dafür kaufte ich das Haus. Es lag so vorteilhaft einsam. Ich kannte die Sage von Maltstein. Roberta Olbera hatte sie mir erzäht. Um sicherer meinen Schmuggel betreiben zu können, hielt ich es für klug, die hiesigen sehr abergläubischen Leute mit dem alten Spuk zu schrecken. Man sollte nachts die Grenze zwischen Maltstein und meinem Hause meiden. Ich schmuggelte nebenher auch Granatschmuck und Spitzen. Meine Lieferanten auf böhmischer und meine Abnehmer auf deutscher Seite verrate ich aber nicht, eher lasse ich mir die Zunge herausreißen. Da binden mich Schwüre, gegenseitige, und die breche ich nicht. Roberta Olbers bemerkte, wie sehr sich besonders Frau von Malten über die weiße Reiterin aufregte, und riet mir zuletzt, die Rolle öfter zu spielen, in der Hoffnung, die alte Dame könne vielleicht vor Schreck sterben. Roberta Olbers glaubte, es würde ihr dann leichter werden, den Sohn zu gewinnen, der ziemlich stumpfsinnig geworden war durch den Mordverdacht, der auf ihm ruhte." Bernd Brusiak irrte weit von der eigentlichen Mordtat ab, und der Richter lenkte ihn gesch ckt wieder dorthin. Brussak erzählte: «Lila von Born, die sehr hübich war schien Robena Olbers für ihre Pläne gefähr- lich, denn Frau von Malten schien sie sich als Schwie- gertochter zu wünschen. Ich hatte nun einmal eine ^Zusammenkunft mit Roberta im Schloß, das heißt, ich schlich mich zu ihr; ich war ja so grenzenlos verliebt in sie. Es war gegen Abend, und ein Gewitter war heraufgezogen. Roberta schalt, als sie mich in ihrem Zimmer fand, denn ich durfte nicht zu ihr kommen; doch dann verlangte sie plötzlich von mir, ich solle Lila von Born erwürgen, die vorhin in die Bibliothek gegangen, wo sie sich immer längere Zeit aufhalte. Die Gelegenheit fei überaus günstig. Ich war entsetzt und sträubte mich. Doch sie gab keine Ruhe, machte mich mürbe. Ich war, wie gesagt, grenzenlos verliebt, war abhängig von ihr. Sie überschüttete mich mit Liebkosungen, bedrängte mich mit Bitten, zog mich durch eine Zimmerflucht bis zur Bibliothek, gab mir flüchtig Erklärungen, und ich trat ein, sah das Mädchen vor einem Bücherschrank. Es drehte mir den Rücken zu. Ich trug den Dolch aei mir, wie so oft, wenn ich von Hause weggegangen. Fräulein von Born drehte sich um, als ich über den Teppich tappte; da stieß ich sinnlos zu, ich wußte kaum, was ich tat. Sie brach sofort lautlos zusammen. Da kam mir meine Tat erst richtig zum Bewußtsein, und meiner nicht mehr mächtig, nur besorgt, man könne den Dolch bei mir finden, warf ich ihn in ein Bücherregal und lief zurück durch die Tür, die mir Roberta Olbers vorher bezeichnet hatte. Roberta war plötzlich da, zog mich durch die Zimmer bis in ihre Wohnung. Wir wechselten nur wenige Worte; ich wusch mir bei ihr die Hände, und durch den Park verließ ich das Schloß, raste durch das Wetter heim. Ein paar Tage danach sah ich alles ganz ruhig an. Ich hatte getan, was die Frau, die ich liebte, von mir gefordert; ich empfand keine Reue. Den Dolch hat Roberta gesucht, immer von neuem gesucht, seit mehr als zwei Jahren. Immer holt« sie sich Bücher aus der Bibliothek, um Gelegenheit zum Suchen zu haben. So suchte sie auch eines Abends spät, dabei stürzte sie mit dem Regal um, und die Bücher fielen weit in die Bibliothek. Run fand sich der Dolch, aber durch die Gesellschafterin. So, das ist das Wichtigste, was Sie wissen müssen. Und nun ist mir alles gleich, denn Roberta Olbers ist für mich verloren, ich hasse sie jetzt; ich habe mit dem Leben abgeschlossen. Hätte Das Weib zuletzt aus mich gehört, hätten wir beide noch rechtzeitig die Flucht ergriffen, dann befänden wir uns schon im fremden Lande in Sicherheit. Ich habe sie kehr geliebt und hasse sie nun ebensosehr, ich habe sie beshalb nicht geschont. Mag sie nun ein paar Jahre hinter vergitterten Fenstern darüber Nachdenken, wie anders alles gekommen, wenn sie mit mir geflohen wäre." Der Richter sagte scharf: „Da Sie nun einmal da- bei sind, zu gestehen, machen Sie doch lieber gleich vollständig reinen Tisch, denn Sie haben noch einen Mord auf dem Gewissen. Der Zollbeamte, den man auf Maltsteiner Gebiet fand, und der einen weihen, grobleinenen Stoffetzen in der verkrampften Hand hielt, kommt ja auch auf Ihr Schuldkonto." Einen Moment lang schien es, als wollte Bernd Brussak aufbegehren und widersprechen, aber dann neigte er ergeben den Kopf. ,Lch werde für zwei Menschenleben nicht mehr zu bezahlen brauchen als für eins; deshalb gebe ich zu, ihn erschossen zu haben. Er hatte mich schon im Schlafittchen, und es blieb mir nichts weiter übrig, wenn ich mich retten wollte. Em mürber, verwaschener Fetzen des großen Bettuches, das ich immer als weiße Reiterin trug, blieb in {einer Hand." Er machte eine müde Gebärde. „Run kann ich für heute nicht mehr, meine Nerven streiken. Ich mochte Ruhe haben." Bier Wochen später wurde Achim von Malten freigesprochen; jeglicher Makel war von ihm genommen, niemand durfte ihn mehr Mörder nennen. Bernd Brussak wurde zum Tode verurteilt, Roberta Olbers erhielt zehn Jahre Zuchthaus. Der letzte Wunsch des ehemaligen Artisten war, Achim von Malten möge sich feiner beiden weihen Pferde an- nehmen. Das Schicksal der Tiere, die noch aus den Zirkustagen flammten, laa ihm sehr am Herzen. Und Achim von Malten übernahm die beiden schonen, wenn auch nicht mehr jungen Tiere, die wohl abwechselnd unter der „weihen Reiterin" gegangen. Frau von Malten war, als sie zuerst von der Verhaftung Robertas gehört, völlig fassungslos gewesen. Alles schien ihr unglaublich, aber allmählich gewohnte sie sich an den Gedanken, daß auch ein Mädchen das sie von Kind auf kannte, gemein fein konnte. Und als sie von dem Urteil horte, faltete sie die Hände und betete: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unfern Schuldigem." Alles, was sie jetzt über Roberta wußte, war zu häßlich; sie dachte nur noch mit Ekel und Verachtung an sie und dankte dem Himmel, daß er zur rechten Zeit Licht in das Dunkel gesandt, dah Roberta nicht erst ihres Sohnes Frau geworden. Sie dachte auch an den Brief aus Paris und an das beigefügte Kleeblatt; sie segnete aus tiefstem Herzen Marlene, die ihm geholfen, ihm, der {ich eigentlich kleinlich gegen sie gezeigt. Kleinlich, wie sie selbst gegen Marlene gewesen war. Sie sagte zu ihrem Sohn: „Du mußt Marlene danken mit allem, was du besitzt, und wenn sie dich noch will, sie zu deiner Frau machen." Er wehrte fast heftig ab. „Mutter, wie dürfte ich bas wagen! Nein, nein, nach dem Dorgefallenen will ich mich mit der Hoffnung lieber nicht tragen. Bedenke doch, ich war mit Roberta verlobt, stand dicht vor der Hochzeit mit ihr. Ich wäre ja schon glücklich, wenn ich Marlene nur um Verzeihung bitten und ihr sagen dürste, 'ch verstände jetzt ihre damalige Handlungsweise ganz. Ich wäre damals gleich wie vor den Kopf geschlagen gewesen und hätte mir erst gar keine Mühe gegeben, sie zu begreifen. Ich mochte ihr sagen, ich wäre doch wie gehetzt gewesen von dem Mißtrauen und Unglauben meiner Mitmenschen, und als ich sie ebenso zu sehen gemeint, wäre ich roh geworden aus Verzweiflung. Wenn ich ihre Verzeihung erhalten konnte, wollte ich zufrieden fein, ganz zufrieden, Mutter." Die alte Dame schlug vor: „Schreibe doch einfach an ihren Vater, schreibe ihm so. wie dir ums Herz ist. Er wird den Brief dann schon weiterbesorgen. Bor allem muß sie erfahren, dah durch das Kleeblatt die Spur des Mörders wirklich gefunden wurde. Luch ist Marlenes Adresie nötig, damit du ihr das Schmuckstück senden kannst." Er drückte die mütterliche Hand. „Ich werde das gleich tun. Es quält mich und drängt mich, ihr zu danken." Die Mutter blickte ihm sinnend nach. Sic wühle ja, er liebte Marlene noch; er halte niemals aufgehört, fte_ zu lieben. Und sie dachte bewegt, wie wunderschön es wäre, wenn er Marlene wieder- fände. Aber er halle sie aus dem Haule gewiesen, das konnte sie ihm nicht vergeben, nein, das nicht. Aber halle sie es ihm nicht schon vergeben? Denn sonst hätte sie ihm doch nicht das Kleeblatt mit dem erläuternden Brief schicken lassen. Oder hatte das nichts miteinander zu tun? Geschah das lediglich aus dem Gefühl heraus, einem Menschen ,u helfen, auf dem der Schatten eines schweren Verdachtes ruhte? Hätte sie nicht aus Rechlsgefühl dasselbe auch für jeden anderen Menschen getan' Es war schwer, die Frage zu beantworten; doch wahrscheinlich hätte Marlene auch jedem anderen Menschen auf dieselbe Weise zu helfen versucht, wenn sie dazu in der Lage gewesen. Aber schade war es, jammerschade, daß Achim und Marlene auseinandergekommen. Herrgott, warum war sie selbst nur damals so engherzig und kleinlich gewesen? Warum hatte sie sich nur so rasch zu Achims Auffassung bekehrt? Aber sie steckte ja damals auch bis zum Hals voll Mißtrauen. Achim trat nach kurzem Anklopfen wieder ein. „Mutter, ich habe es mir anders überlegt: ich mochte selbst zu Marlenes Vater reifen. Ein Brief ist, wie er auch abgefaßt wird, etwas Kühles, Sachliches, das gesprochene Wort hat Wärme. Wirst du zwei Tage ohne mich auskommen, Mutter?" Sie nickte eifrig: „Natürlich! Solange meine gute Auguste im Hause ist, fühle ich mich nicht allein. Fahre nur, mein Junge, und sprich mit Marlenes^ Vater; der gibt dir hoffentlich ihre Adresse." Schon am nächsten Morgen reifte Achim von Malten. (Fortsetzung folgt) Banl890wan Warum mtbr GrldauSgcbm- Mie suchen, "lt £hr M , Sn-n; ft1 y Z 6,e|r I" «iH. 5,e fflW i°' 5 Zucker mu legte br-ucht J Tranen wou nicht nachwctn uni doch- Der einig Apsel Zweite, fln denen mm Unö immer r und dankbar me getragen an diese Ib nächstes 3a Und vor f geben — f*° lifet- Me l tarn'. Meoie Übtr er mur wann! Und dann I Smmcr wenig So wi bus letzte Stu< ja nicht einr rückwärts schc gtn bleiben _ wehmütige j doch nicht ül Also esse v schenkuche^e Heule, M gruppe 0 2 und 6 im schäft 0i heutigen Mi Uhr im „W 2030 Uhr, „ 3m NT. Singstunde i Volksliedes ■ tag, 17 Uh, statt. Die r KAISER’S KAFFEE Barzahlung 6574D das Pfund KAISERS SCHOKOLADE Bleichslraße, Ecke Lonnflraße eeasD Schwarz, Vertrauensmann KAISER’S LEBENSMITTEL Filiale: Gießen, Mäusburg 5 Alsbald mott- fri Ab Donnerstag, den 6. 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(Sieben Unsre Mitglieder beteiligen sichgeschloss. an der Kundgebung in der BolkSvalle n. 26. Oktober 1933. Treffs unkt zum gemeinsam. Abmarsch 6.45 Ubr, Oswalds- Mittwoch, 1. für bas jjaus nnrbrn auf b, ßießtn ßranffi w Mtzlird ei fdjmi wird tm in der Qitfyni lung, in der Wagner st Am Dann tag- Abonr Theaterlarle 0! tobet an stunden von Außerdem ttn am gleich ftunben von btibtn Nove. i>D. 1,20 Mi Die lär nc schlief bas Ko ^endliche Lch *M) sehe te mi1, s'lchtem I *2°nn, Sitoe e tob bi 8rt“ iu lassen «Vu? 8vlbil Di C der Anl dn Home n°chden Rad-Clab Germania M Gießen Teilnahme an der Wablkundgcbung an, Donnerstag, d. 2t> Oktob i'lPllichtk BSK Betten Schilfrim, Polster, Stahl- nuur-an ledrn-Tetiz. Kni Jr. Ktecumabaltebclk SuhliTh. Die für morg. Donnerstag angefedte JehrJIaupIrersammLng roirba. Donnerstag, den 2. Nov. 38 verschoben. Stattdesien Beteiligung an der Nundaebung der NSDAP, in der Bolkölmlle. DrcHü. Briefschokolade 3 Stck. 25 Pfg Vollmilch-, Milchnuss-,l 100 gr -Tafeln Ess-Schokolade i je 19 Pfg. Großer NeiM-MW! Deutscher Scmdlungsgehlisen- Verband, Ortsgruppe Gießen. Die Mitglieder deS DHV. haben geschlossen an der Kundgebung: Sie Radon tritt an am 26. 10. in der Volkshalle teihu- nehmen. Um 7 Ubr Antreten in der Lichtspielhaus • Gießen I Heute Mittwoch wieder ein herrliches Programml I PREMIERE | — des spannenden und anerkannt / X. besten Hans-Albers-Filmes: Niederhausen Burvbedari Balmbosstt.t gegenüber Hotel ^duiu) Trockenes nuu MWWIZ "refen frei Hau» 3. Beiler. Eeiögeiiero. 2 Registrierkassen, 1 Flügel, 1 Radioanlage, 5 Sofas, 1 Cautsch, 2 Grammophone, 1 Korbgarnitur, 1 Armbanduhr, 1 Kollier, 1 Registraturschrank, 4 Wa- renschränke, 2 Schreibmaschinen, 1 Klavier, 1 Perforier, und Rillmaschine, verschiedene Sorten Papier, 1 Broschüren- Heftmaschine, 5 Chaiselongues, 3 Gläser- schränke, 1 Wirtschaslsbüfett, 1 Babeofen mit Wanne, 4 Büfetts, 2 Vertikos, 3 Sessel, 1 Kommode, 1 Trurneauspiegel, 17 Bande Brockhaus, 2 Bilder, 4 Schreibtische. 1 Lüster, 1 Kleiderschrank, 1 Co- denkheke, 1 Spiegelschrank, 1 Spiegel. 1 Waschtisch, 1 Wäscheschrank, 2 Tische, 6 Stühle, 1 Vermessungsinstrument. Ferner an Ort und Stelle (Bcfannl- gabc im versteigerung-lokal). 2 cbm Eichenholz, 2 Kühlschränke, 10 Flaschen Scharlachbergsikor, 1 Kassen- schrank, 1 Registraturschrank, 2 Schreib- Maschinen, 1 Opelwagen, 1 Verkaufs- kiosk, 1 Eiskonferoalor, 1 Warenschrank, 2 Ausslellkasten, 4 Eiswagen, 1 Eismaschine, 1 Eisbottich, 14 Porzellan- Eisbüchsen, 6 Eisportionierer, 2 Mantelkessel. Bestimmt: 1 Harmonium. Möll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 I — Telephon 3239 DerVereinSfiihrer. SW—SHH— Gießener J Turnerschasl Zur Teilnahme an der großen Kund- gebung in d. Bolk^- alle, Donnerstag. 26. Oktober, treten alle Mitglieder-Tur- nerinnen u. Turner um 7 Ubr abenöo an der Turnhalle. Steinttrahe.an. Be- teiligmrg tft Pflicht. HMIKNHI tanp Der Vorstand. Stadttheater tiieO^n «aii . Tonnerat., 26. CtL Der Verein tritt am Donnerstag, 26. Oktober, um 19' «Ubr, EckeRoonftr.—Lud- wlgevlatz a. Marsch nach der Bolkoballe uvedä Teilnahme an der großen bffent- sichen Kundgebung an. BeremSalneich. anlegen. Erscheinen ist Dateri. Pflicht. U71P Der l.Sübrer. Bargenerelolguog Sacbsenbameo - Cleöeo Tonncrftan,26.Cl* tobet, fvncht Pg. Wagner übet „Die Natton tritt an" in der Bolkdballe. Chr- fcheinen ift für ieb. Pflicht! Treffpunkt 19.no Ubr an der 2fbütienftr.—Rod- beimerZfrafie.Meld) loff en. Abmarsch nach d. Bolkeballe. Ter Berein-fubrer: L B. Thomas. Motorwagen-Verkaufsgesellschaft m.b.H Deutsche Senograleosch. e. t / Ortsgruppe Gießen. Alle Mitglieder der OrtSgruvve treffen sich Aur Teilnahme an der groß. Kund- gebimg zur Volks- abnünmung in der Bolksballe am Donnerstag, dem 2f>.Crt.33,Vunftlirt) IS', Uhr, auf dem 2udwigsvlab Teilnahme ift'Cflicbt Die Stenografie- ftunben a. Donnerstag lallen ess. w-d Der Drtfsraweiiefrn arctenhiitte, einen groß. Poften Brenn- olz, vro Zentner Mk. 0.6<). u«7a Ludwig Harimeh Auktionator und Darator i ES IM