102851 210801 498 II'« 35-M 769 274 050 230 491 233 318 133922 180513 200624 232338 252765 262743 287022 304580 346937 359663 375299 396296 146020 175943 192560 215520 246594 261742 281986 327463 109229 148744 176918 197851 217606 247288 264181 282171 333941 110366 143311 186248 209871 236387 2537-; 264600 296481 307431 355968 364854 118 200 551 700 156 765 )74 '06 02 13 18 19 318 )43 594 512 346 583 528 498 384449 386310 395223 296377 305505 348976 363905 241842 257749 296141 343065 367432 388169 233737 252287 280594 335188 366836 383127 "Tiü 48.05 . 12.44 3,053 169,92 69,47 61,76 71.27 1362 0,932 3,0Z 58,69 22,13 18." 81.25 35,0» 81.7» 0.826 0,246 5.2g 12,68 -M. 'M 58,41 61-5» ,3,74 16>S 16»' 21-87 69J6 70-96 80,91 34,88 6,094 47,95 12.42 3,047 169,58 69,33 61,64 71-1 13,7 0,928 3,032 56-2 22,09 16," 81-0 35,01 81,62 0,824 0,2" 5,1 12,66 236893 265857 293221 342355 367386 387935 ler/in - _ ^ncnrni prit "TuT 48,05 12.44 Ättagsjiebw Miten ;00 N. oa i4om ä r ....... M. 65 1 M. 22 944 376 355 M. 35 1 525 204 144 .....- zwL ■w 56,65 61-62 13,^ 16," 169." 22,05 69," "T 09Ö 060 88032 96158 gss •68 356314 366946 3R1RM iS*? Geld — 3.053 169.92 69,72 61-9 71-57 13,865 0,932 3,073 58,6 22,1» 16.47 81,13 35, 81-78 0,82 0,2" 5,201 12-71 Bonfnol^L «Hi*« tt*N Ä« - * «Si! le 5(030, 22 4» 1« 000, 321'1 zu lt IW je 400 W- 142412 172394 191575 205044 240520 251247 275483 326964 ______ 388036 388415 k bl 8 2784 3376 3516 12397 23939 28305 29118 '31050 45667 46009 66212 66728 > 69-96 72189 77037 80697 99152 103296 106106 ------ " 137871 181956 208532 232695 253000 263108 ; übte MtSioz \ KWr 5^15^6 i^riäg In30!na 95039 27875 30047 47499 63668 54048 60270 9646? Ig» l® 302 < 2 W a” S 2I3S43 216922 ÄST -—2**«^, 23- STufluft 1933 #*0*1*. i0«6^;97 « 3942*6 , 342M »BMSäPäg 70460 103984 112668 70382 316406 150445 348217 242200 12864 25226 77958 154533 189420 217493 293598 299665 331958 356750 360663 361998 156 13005 33889 49452 106383 114237 1146!-« 213664 216396 224371 263511 270669 276157 302002 303178 306504 Nr. 198 Erstes Blatt 185. Jahrgang Zreitag, 25. August 1935 Eriche«»» lägltd), autze» Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Biebener Famllienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat» Bezugspretr: Mit 4 ‘Beilagen «RTL 195 Ohne Illustriert« . 1 80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernfprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto. granffurt am Main 11686. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'fche Untverstkäts-Vuch- nnö Stctnöruderci B. Lange in Stehen. Schnftleitnng und Seschästrftelle: Zchulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i.B.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Zur Saarkundgebung am Riederwalddenkmai. Ommer näher rückt der Tag, an dem das Volk an der Saar berufen werden soll, über feine staatliche Zukunft zu bestimmen. Der geschlossene Wille des Volkes an der Saar, wieder vereinigt zu werden mit dem Deutschen Vaterland. liegt klar zu Tage. Mit zu den Ausgaben am 27. August 1933 Saar Äund Bund der Saatocrcmc. des Bundes der Saarvereine gehört es, diesen festen deutschen Willen des Volkes an der Saar der Welt eindrucksvoll aufzuzeigen. Das war der Sinn der alljährlich veranstalteten großen Saarkundgebungen. 3n diesem Jahre soll anläßlich der 13. Tagung des Bundes der Saarvereine vom Bieder walddenkmal aus der Bus erschallen: von dort, wo sich vom Saar- gebiet kommend, die Bähe mit dem Bhein vereinigt, wo die Germania zum Andenken an eine einmütige Erhebung des Deutschen Volkes und an die Wiederausrichtung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 seit 50 Jahren in die gesegneten Lande schaut. Das Protektorat über die Saarkundgebung hat der Herr Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg übernommen. — Der großen Saarkundgebung am Biederwalddenkmal am kommenden Sonntag um 17 Tlhr wird die Ansprache des Reichs- und Voltstanzlers Adolf Hitler eine ganz besondere Bedeutung geben. Seitens des Bundes der Saarvereine wird Staatsrat S i - rnon - Koblenz die Ansprache halten, ein Vertreter des arbeitenden Volkes an der Saar wird das Treuebekenntnis der Saardeutschen ablegen. Das Programm umfaßt ferner rhetorische und musikalische Darbietungen und das Eintresfen einer Reihe von Läuserstafetten ans dem Saargebiet, welche Kundgebungen der verschiedensten Gebietsteile der Saar überbringen. Außer einem Drieftaubenaufflug ist am Schlüsse der Kundgebung Auffahrt der Wassersportler auf dem Rhein und der Rahe, sowie Kundgebung der Flieger aus dem Saar- und Reichsgebiet vorgesehen. Aus dem Saargebiet sind bisher über 70 000, aus dem Reich etwa 70—80 000 Teilnehmer gemeldet. Die Ehrengäste beim Reichsparteitag. Nürnberg, 24.Slug. (CNB. Funkspruch.) Wie wir erfahren, werden am Reichsparteitag der NSDAP, als Ehrengäste teilnehmen fast sämtliche Reichsmini st er, die nationalsozialistischen M i - nisterpräsidenten und die Mini st e r der Länder, als Vertreter des Reichspräsidenten Staatssekretär Meißner, von der Reichskanzlei Staatssekretär Lammers, Reichsbankpräsident Schacht, ferner die G a u l e i t e r d e r N S D A P., die übrigens vor den Ministern rangieren. Herzog Eduard von Sachsen-Koburg-Gotha und Reichsarbeitsminister Seihte, her Führer des Stahlhelms, nehmen ebenfalls als Ehrengäste teil. Auch her Chef her Heeresleitung, General von Hammer st ein, ferner Reichswehrminister von Blomberg unh her Chef her Reichsmarine, Ad- miral Raeher, sinh gelabcn. Ferner hört man hie Namen hes früheren Obersten SA.-Führers Hauptmann a. D. von Pfeffer, hes nationalsozialisti- then Leiters hes Berliner Staatlichen Schauspielhauses Hanns I o h ft, unh hes nationalsozialisti- khen Dichters Heinrich A n a ck e r. Eingelahen ist ferner her Aufsichtsratsvorsitzenhe hes WTB., Ver- aashirektor Br uckmann (München). Eine wesentliche Gruppe her Ehrengäste besteht aus hen Angehörigen her gefallenen SA.-Leute, hie sämtlich em- geloben worben finb, so werben u. a. erscheinen b t e Mutter Horst Wessels d.e Angehörigen hes Berliner Sturmführers TI a i f o ro f F i "nb du-Angehörigen Werner Doelles, her als erster Berliner SA.-Mann am 9. August 1925 in Berlin fiel. Die britte Gruppe her Ehrengäste bilhen b i e alt e - ft e n Mitglieber her NSDAP., hie größtenteils Mitgliebsnummern unter 100 haben. Ser Film vom Neichsparteiiag. «Berlin, 24. Aug. (TU.) Tie Reichspropagandaleitung der NSDAP, Hauptabteilung 4 (Film) teilt mit: Bom Reichspartettag .der NSDAP-, in Nürnberg wird auf Weisung der Reichslet- Oie Kirche -er altpreußischen Union protestiert gegen -ieAnnullierung-esMemelabkommens durch Litauen Berlin, 24. Aug. (TU.) Der litauische Gesandte Dr. Saulys erschien am Donnerstag im Ober- kircheurat her evangelischen Kirche her altpreu- zischen Union, um eine an dessen Präsidenten gerichtete Bote zu überreichen. 3n dieser Bote wird mit- gcteilt, daß bie litauische Regierung be- d) I o f f e n habe, bas mit dem evangelischen Oberkirchenrat am 31. Juli 1925 unterzeichnete A b - kommen belresfenb bie evangelische Kirche des rNemelgebiels als am 24. August 1933 außer Krast gefetzt zu betrachten. „Unter anderen Gründen, bie zu dem erwähnten Beschluß geführt haben", so wird in her Bote aus- gesührt, „würbe auch der Umstand in Betracht gezogen. bah durch bie Verfassung bet deutschen evangelischen Kirche vom 11. Juli 1933 sowie durch bie her Annahme bieser Verfassung vorhergegangenen Regierungsmaßnahmen bie Rechtslage der evangelischen Kirche her alt-preußischen Union mit her bas oben erwähnte Abkommen vom 31. Juli 1925 abgeschlossen worben war, wesentlich ab- geändert worben ist." Der Vertreter des abwesenden Präsidenten des evangelischen Oberkirchenrats protestierte gegen diese Annullierung des Abkommens. da er die einseitige Lösung hes einen Vertragspartners von den unbefristet übernommenen vsrtragspflichten nicht anerkennen könne, zumal bie Begründung des Beschlusses von völlig irrigen Voraussetzungen ausgehe. Zugleich behalte sich her Oberkirchenrat alle zur Wahrung seiner Rechte erforderlichen Schritte vor. Zu her Kündigung des memellänbtfthen Kirchen-Abkommens schreibt bie „Kreuzzeitung' u. a.: Es belebt überhaupt keine rechtliche Hieran- ajfung für bie litauische Regierung, bas Abkommen zu fünbigen, ba irgenbwelche Aenberungen seiner ©runblage nicht eingetreten finb. Das erwähnte Abkommen ist mit her Altpreußischen Union geschlossen worden. Durch diesen Vertrag vom 31. Juli 1925 wurde den Kirchengemeinben bes Memelgebietes bie Stellung eines rechtsfähigen Synobalverbanbs gegeben, besten Konsistorium im engen Einvernehmen mit her ost- preußischen Prooinzialkirche arbeiten soll. Veränberungen kirchenpolitischer Art finb in Deutschlanb nur im Kirchenbunb erfolgt. Die Verfassung her neuen Deutschen Evangelischen Kirche hat bie Lage her einzelnen Lan- beskirchen in Feiner Weise veran her t. Die neue Kirche wird burch einen Vunb her V e- tenntniffe bargestellt unb ist in Feiner Weise eine einheitliche „Reichskirche". Innerhalb her All- preußischen Union, bie als Vertragspartnerin für Litauen in Frage Fommt, ist lediglich bas A rn t bes Lanbesbischofs eingeführt worben. Nach geltendem Völkerrecht wirb dadurch eine Veränderung des RechtscharaFters nicht bewirFt. Das KirchenabFommen über das Memelgebiet bleibt deshalb nach roie vor in ©ültigFeit unb Fann nur bann abgelöst werben, wenn her Vertrag abläuft. Der wirtliche Sinn des litauischen Vorgehens wirb ganz beutlich, wenn man sich baran erinnert, daß auch bie memellänbische Gerichtsverfassung angegriffen würbe. Auf Firchlichem Gebiete ist durch hie Absetzung hes allgemein abgelehnten Chauvinisten Gaigalat eine Situation geschaffen worben, bie von manchen als günstig angesehen würbe, in Wirklichkeit aber nurberVor- roanh einer planmäßigen AFtion war: bie Regierung in Somno erstrebt bie Bilhung einer einheitlichen evangelischen Kirche, bei her bie 130000 uniierten Deutschen bes Tlemellanhes her litauischen Führung u n t e r ft e (11 werben sollen. Damit würben sich bie weiteren Konsequenzen von selbst ergeben: Verschwinben bes Tiemeier Konsisto- riums, Verbannung her beutschen Amtssprache unb Unterbin bung bes geiftigen Austausches mit Deutsch» l a n b, insbesonbere auch Ausbilbung her Theologen in Somno. Schon früher mürben ähnliche Pläne gehegt, aber nach her Entfernung bes chau» viniftifchen Führers her litauischen evangelischen Kirche konnte man vor einigen Jahren auf eine Verbesserung her Lage hoffen. Daß her alte Kurs jetzt roieber ganz bie Oberhanb gemonnen hat, zeigt bie erste praktische Folgerung, bie aus her einseitigen Zerreißung bes Abkommens gezogen roorben ist, nämlich bas Ausreiseverbot, bas über Tlitgliebcr her Memellänbi - f d) c n Synobe verhängt roorben ist unh bas ganz an bie Umftänbe erinnert, bie bem Konflikt mit bem TlemelbireFtorium im vorigen Jahre vor- ausgingen. Heue Ausgaben für deu Arzt im öffeullicheu Dienst. Oie Ausbildung an den Staatsmedizinischen Akademien in Berlin und München. Berlin, 24. Aug. (TU.) Die Umbildung her früheren sozialhygienischen Akademien ist nunmehr vollendet. Die in Berlin-Charlottenburg eingerichtete Staatsmedizinische AFabe - m i e untersteht her Sachbearbeitung burch Herrn Ministerialrat Dr. Conti vom Preußischen Mini» fterium hes Innern, in München liegt bie Leitung bei TlinifterialbireFtor Dr. Schultze, Staats- kommistar für bas GesunhHeitsroesen in Bayern. Die Berliner Staatsmehizinische AFahemie bient als anerFannte Ausbilhungsstätte f ü r Kreis-, Kommunal-, Schul- unb Für» sorgeärzte auch her Fortbilbung auf allen Gebieten her Mehizin, bie mit her Erfüllung öffentlicher Aufgaben zusammenhängt. Bisher stanb auch für hen Arzt unb hen Mebtzin- beamten her einzelne Staatsbürger im Mittelpunkt bes Blickfelbes, sein materielles Wohlergehen sollte erreicht werben. Daraus entwickelte sich her Kampf aller gegen alle, mit Not unh Elenb für bie Massen bes Volkes. Nur bie weltanschauliche Rückkehr zu ben Grundlagen bes Staates, z u Blut unb Boben gewährleistet eine Herausführung aus bem Elenb unb eine Rettung her Zukunft. Damit eröffnen sich oollftänbig neue Aufgaben für bie gesamte Aerzteschaft, bie sich stärker als bisher nicht als freier Beruf, sondern als ein Beruf fühlen soll, her im Dienfte her Volksgesundheit öffentliche Anfga - ben zu erfüllen hat. Ganz besonders trifft dies für die im öffentlichen Dienst stehenden Aerzte zu. Diese müssen bie neuen Gebauten unb Begriffe von Volk unb Nation im Sinne her natürlichen Gemeins cha ft rassisch und seelisch oer- roanbter Menschen aus her Tiefe unbewußter Empfinbung emporheben zum Grunbsatz praF» tisch-politischen Hanbelns Denn nur ein gesunbheit- lid) hochwertiges DolF ist bie Voraussetzung für einen gefestigten, von gleichem Willen, gleichem Dlutschlag burchpulsten Staat. Es ergeben sich also auch neue Formen der Ausbildung und Schulung. Unten diesen Gesichtspunkten hat auch Ministerialrat Dr. Conti die neu gegründete, aus der bisherigen sozialhygienischen Akademie umgestaltete Staats- medizinische Akademie in Berlin-Charlottenburg eingerichtet. Da der Nachweis über den regelmäßigen Besuch dieser Hochschule nach den gesetzlichen Bestimmungen b e i der Meldung zur Kreisarzt Prüfung mit einzureichen ist, und da auch für den Kommunal- und Fürsorgedienst möglichst nur solche Bewerber berücksichtigt werden sollen, die sich an der Staatsmedizinischen Akademie die nötigen Vorkenntnisse ungeeignet haben, ist bie Gewähr geboten. daß in Zukunft nur solche Bewerber als Staats- und Kommunalärzte zugelassen werden, bie mit ben Erforbernissen her nationalsozialistischen Gejunbheitsführung genauestens vertraut sind. tung von der Reichspropagandaleitung Hauptabteilung 4 (Film) ein Film hergestellt, dessen künstlerische Leitung auf besonderen Wunsch des Führers Fräulein Leni Ricfenstahl übernimmt und dessen Oberaufsicht in Händen des Leiters der Hauptabteilung 4 (Film) Pg- Arnold R a e- ther liegt. Die technische Orgarnsatronsiet- tuiig hat Pg. Eberhard Fangauf. Frl. Lem Riefenstahl begibt sich nach eingehender Besprechung mit Pg. Raether anfangs kommender Woche nach Nürnberg, um dort die Vorbereitungen zu diesem Film zu trefen. Der Film wird durch die Rcichspropagandaleitung Hauptabteilung 4 (Film) bzw. bie Landesfilmstellen der NSDAP, verliehen. Oer Prager Zionistenkongreß. Für Auswanderung der deutschen Juden. Trag, 24. Aug. (CNB.) In der Plenarsitzung des Zionistenkongrestes erstattete her Vorsitzende her Exekutive, Rahum Sokolosf. bas Referat über bie gegenwärtige Lage bes Jubentums in her Welt. Währenb bas russische Judentum, einst fiihrenb in her jübischen Gemeinschaft, auf einen toten Punkt gesunken sei unb sich eine große Anzahl von Zionisten in Tobesangst in ben Gefängnissen des fernsten Sibiriens befinbe, hatten sich bie Verhalt niste in Polen in politischer Hinsicht relattv günstig entwickelt, wenn sie auch oft burch Agitation gestört mürben. Anberseits übersteige bie Verarmung her polnischen Juben alles, mas man als 3ubennot bezeichne. Die Ereignisse in Deutschlanb hatten einen wichtigen Teil her Gemeinschaft bes Juben- tums in eine beinahe aussichtslose -Situation gebracht. Nicht bie beutschen Juben, fonbern bas ganze Mische Volk sei angegriffen wenn man von her Minberwertigkeit jübischer Rasse unb Mischer Ehre spreche. Vielleicht werbe notig fein, er arte SoFoloff, baß ein erheblicher Teil her deutschen Juden mit Hilfe der Regierung unb bes Völkerbundes in geordneter Auswanderung nach anderen Ländern, vorzugsroeife nach Tal ä ft in a geht. Ein solcher legaler offener Exodus wäre einer langsamen Proletarisierung vorzu- ziehen. Die jetzige Lage heische gebieterisch ben Zusammenschluß bes Mischen DolFe^ Der Soziologe der zionistischen Organisation Dr Ruppin sprach über die AnsiedIung deutscher Juden in Palästina. Für über 200 000 Juden in Deutschland gebe es keine Möglichkeit, in anderen Berufen unterzukommen. Cs gebe keinen anderen Ausweg als eine organisierte Auswanderung, die im Laufe von fünf bis zehn Jahren die 200 000 Juden, die in Deutschland „überzählig"" geworden sind, in andere Länder bringe. Es scheine notwendig, daß auch die Auswanderung in andere Länder a l s nachPalästina ermöglicht werden müsse. Abgesehen von den Vereinigten Staaten, in denen man eine Milderung der Einwande- rungsbestimmuirgen erhoffe, müßten auch die im Völkerbund vereinigten europäischen und überseeischen Staaten eine begrenzte Anzahl von deutschen Juden aufnehmen. Der Zionistenkongreß nahm di« von der Resolu- tionskommission ausgearbeitete Entschließung über bie Stellung her Juben in Deutschlanb mit überroältigenber Mehrheit an. Unabhängig von dieser gemeinsamen Resolution des Kongresses schlugen die Revision! st en und die de- inokratischen Revisionisten eigene Resolutionen vor, die jedoch abgelehnt wurden. Die Resolution der Revisionisten wendet sich an Großbritannien als Mandatarmacht über Palästina, ferner an den Völkerbund und an die öffentlich« Meinung der gesamten zivilisierten Welt und sordert zur Ermöglichung der von ihr gestellten Ausgaben für die Einwanderung nach Palästina die Gewährung einer angemessenen internationalen Anleihe an die Jewish Agency. Die beiden ab gelehnten Resolutionen der Minderheit enthielten auch eine Voykottklausel. MrxiflisHeMderlageinLettland Tas lettische Parlament gegen die Bekämpfung des Lettischen Nationalsozialismus. Riga, 24. Aua. (TU.) Das lettlänhische Parlament lehnte alle Anträge her lettischen Sozialdemokraten ab, bie von her Regierung eine scharfe Bekämpfung bes lettischen Nationalsozialismus verlangten. Die abgelehnten Anträge verlangten: 1. Die Regierung solle bas Bestehen unb bie Tätigkeit her nationalsozialistischen Organisationen nicht zulassen. 2. Die Regierung solle binnen zwei Wochen alle Staatsbeamten, Militärpersonen, Polizisten unb Angehörige her Schutzroehr, bie Mitglieder faschistischer Organisationen sind, aus dem Dien ft entlassen. 3. Die Regierung solle binnen 14 Tagen sämtlichen nationalsozialistischen in Lettland lebenden Reichsdeutschen bie be- hörbliche Arbeitserlaubnis entziehen unb sie aus Lettland ausroeifen. Für die abgelehnten Anträge stimmten außer ben Marxisten unb mehreren linksburgerlichen lettischen Abgeorbneten auch sämtliche jübischen Abgeorbneten. Durch bie Ablehnung sämtlicher Anträge her Sozial- bemotraten haben biese eine empfinbliche Schlappe in ihrem mit großem Aufwanb betriebenen Kampf gegen ben lettischen Nationalsozialismus erlitten. Bemerkenswert ist, baß Vertreter zahlreicher bürgerlicher Parteien sich für eine Aenderung her Verfassung aussprachen. Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit. Berlin, 25. Aug. (WTB. Funkspruch.) Auf ©runb bes § 2 des Gesetzes über ben Wiberruf von Einbürgerungen unb bie Aberkennung her deutschen Staatsangehörigkeit vom 14. Juli 1933 hat der Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit bem Reichsminister bes Auswärtigen burch eine im Reichsanzeiger veröffentlichte Bekanntistachung vom 23. August 1933 zunächst folgendeimAus- lanb befindliche Reichsangehörigen herdeutschen Staatsangehörigkeit für oerluftig erklärt, weil sie durch ein Verhalten, das gegen die Pflicht zur Treue gegen Volk unb Reich verstößt, bie deutschen Belange geschädigt haben: Dr. Alfred Apfel, Georg Bernhard, Dr. Rudolf Breitscheidt, Eugen Eppstein, Alfred Falk, Lion Feuchtwan - g e r , Dr. Friedrich Wilhelm F o e r st e r, Helmut von Gerlach, Elfriede Gohlke genannt Ruth Fischer, Kurt Großmann, Albert Grze - sinski, Emil Gumbel, Wilhelm Hansmann, Friedrich Heckert, Max Hölz, Dr. Alfred S e r r, Otto Lehmann-Rußbüldt, Heinrich Mann, Theodor Mastowski, Wilhelm Münzenberg, Heinz-Werner Neumann, Wilhelm P i e ck, Berthold Salomon genannt Jacob, Philipp Scheibemann, Leopolb Schwarzschilb, Max Sievers, Friebrich Stampfer, Ernst Toller Dr. Kurt Tucholsky, Bernhard Weiß, Robert Weißmann, Otto Wels, Dr. Johannes Werthouer. Zugleich ist das Vermögen dieser Personen beschlagnahmt worden. Voller Erfolg der Königsberger Ostmeffe. Königsberg, 24. Aug. (Täl.) Heber das Ergebnis der 21. Deutschen Ostmesse gibt das Königsberger Messeamt einen amtlichen Schluß- bericht heraus, in dem es heißt: Die Aus- stellerzahl habe die des Jahres 1928 überschritten, die Steigerung gegen das Vorjahr beträgt annähernd 50 Prozent. Auch bei dem Absatz dürfte man im ganzen mit einer Steigerung von etwa 50 Prozent gegen das Vorjahr rechnen können. Gute Abschlüsse waren besonders in der Textil- mu st ermesse zu verzeichnen, daneben in bet Lederbranche und Hauswirt schasts- artikeln: auch die ostprcuhische Industrie war recht zufrieden. Die Landwirte haben relativ viele Maschinen, darunter auch viele größere, gekauft. Die deutsche Ostmesse als Wirtschaftsbarometer dürfte richtunggebend auch für die Tendenz der Leipziger Messe werden. Beim Käufer macht sich eine neue Zuversicht und beim Kaufmann verstärkte Unternehmungslust bemerkbar. Alles in allem darf man den starken Erfolg der 21. Deutschen Ostmesse als den Beginn eines ftetigen Wirtschaftsaufschwungs ansehen und als den untrüglichen Ausdruck der Belebung der gesamten deutschen Wirtschaft unter nationalsozialistischer Führung. Beginn der Ostlandireuefahri. Berlin, 25. Aug. (CNB.-Funkspruch.) Der Staatssekretär im Reichspropagandaministerium Funk, der die Oberleitung der Ostlandtreuefahrt innehat, hat sich heute vormittag nach Königsberg begeben. Kurz vor 9 Uhr hat auch die Sendbotenmannschaft der Reichshauptstadt, die dem Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen Koch ein Begrüßungsschreiben überreichen wird, vom Berliner Rathaus die Fahrt nach Ost Preußen an getreten. Die Fahrt der Sendbotenmannschaft führt von Berlin über Küstrin, Schneidemühl, Schlochau, Marienburg nach dem Tannenbergdenkmal. Warnung vor Zuzug nach Berlin. Berlin, 24. Aug. (TU.) Staatskommissar Dr. Lippert und Staatskommissar Dr. M a - retzkh veröffentlichen eine Warnung vor dem Zuzug nach Berlin, in der es u. a. heißt: „Bei der äußerst schwierigen Finanzlage Berlins können die Zahlungen von Unterstützungen an die Berliner Hilfsbedürftigen zur Zeit überhaupt nur unter den größten Schwierigkeiten aufrecht erhalten werden. Deswegen sind für die Betreuung der nach dem 31. August 1 933 trotz dieser letzten Warnung nach Berlin Zuziehenden die allgemeinen Unterstühungsrichtsähe außer Kraft gesetzt und besondere Höchstsätze festgelegt worden. Sie betragen für einen Alleinstehenden nurlbMk. monatlich. Gleichzeitig sprechen wir die Erwartung aus, daß die Berliner Bevölkerung die vorhandenen A r b e i t s - Möglichkeiten und ebenso die nur in geringer Zahl vorhandenen billigen Wohnungen nicht den nach dem 31. August 1933 verantwortungslos zuziehenden Personen, sondern den alten Berliner Erwerbslosen zur Verfügung stellt." Einführung eines Arbeiispaffes zur Bekämpfung der Schwarzarbeit. Berlin, 24. Aug. (TU.) In einer Beleg- fchaftsversammlung der Berliner Derkehrsgesell- schaft kündigte Staatskommissar Engel radikale Maßnahmen gegen die Schwarzarbeiter undDoppelverdieneran. Demnächst werde in den Berufszweigen, die besonders von Schwarzarbeitern überlaufen seien, ein Arbeit s p a ß eingeführt werden. Wo manXeinen Arbeiter ohne Arbeitspah antreffe, werde nicht nur dieser, sondern in erster Linie auch der Arbeitgeber bestraft werden. Verbotenes Sammeln bei Spendern der Adolf-Hitler-Spende. M ü n ch e n, 24. Aug. (WTB.) Der „Völkische Beobachter" bringt eine Veröffentlichung des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, in der allen Angehörigen, Dienststellen und Einrichtungen der NSDAP, das Sammeln oonGeldbeträgenbei solchen Unternehmungen und Verbänden der Wirtschaft verboten wird, die sich an der Adolf-Hitler-Spende beteiligen. Die Bekanntgabe enthält nähere Weisungen für die Zeichner der Spende. Oie irischen Blauhemden nehmen den Kampf auf. O'Duffy kündigt eine Sonntagsparade der Nationalgarde an. Dublin, 24. August. (Tel.-Un.) General O'Duffy hat sich durch das Verbot seiner Blauhemden-Organisation nicht einschüchteru lassen, sondern hat seine Werbetätigkeit im Lande sofort neu ausgenommen. Er begab sich am Mittwochnachmittag nach Cootahill, wo auf einen geheimen Befehl hin sich eine größere Zahl seiner Anhänger versammelt hatte. Sie trugen sämtlich Blauhemden. Bet seiner Ankuntf in der Stadthalle wurde O'Duffy stürmisch begrüßt. Die Polizei griff nicht ein, sondern verhielt sich beobachtend. O'Duffy erklärte, daß seine Nationalgarde jetzt 45 000 Mitglieder habe. Am kommenden Sonntag werde eine große Parade der Blauhemden in Cork stattfinden, bei der 40 000 Mann anwesend sein sollen. Man rechnet damit, daß de V a l e r a der Organisation der Nationalgarde eine Gnadenfrist von einigen Tagen gewähren wird, um ihr die Möglichkeit zu geben, sich s e l b st aufzu lösen, daß er aber im Falle, daß dies nicht geschieht, zu Verhaftungen schreiten wird. O'Duffy hat bereits ausgesprochen, daß er seine Verhaftung erwartet, die er anscheinend selbst wünscht, um Stimmung für feine Sache zu machen. In Dublin sind größere Truppenmassen zusammengezogen worden, die dafür bestimmt sind, den Üeberwachungsdienst in dem Konzentrationslager zu übernehmen, in die die Blauhemden nach ihrer etwaigen Verhaftung gebracht werden sollen. t Bombenanschlag auf einen südslawischen Minister. Belgrad, 24. Aug. (TU.) In Zlatari bei Agram wurde ein Revolveranschlag auf den ehemaligen südslawischen Minister Neudörfer verübt. Der Minister wurde von drei Revolverkugeln in den Rücken getroffen und war sofort tot. Zwei junge unbekannte Burschen waren auf der Besitzung des ehemaligen Ministers erschienen und hatten einen Brief überreicht. Während der eine die Frau des Ministers in ein Gespräch verwickelte, zog der zweite, während Neudörfer den Inhalt des Briefes studierte, einen Revolver und feuerte d i e Schüsse ab. Nach dem Anschlag flohen die Beiden in den nahegelegenen Wald. Sie wurden vom Haus- personal und der Gendarmerie verfolgt. Auch aus Agram traf rasch eine große Polizeiabteilung auf Lastautomobilen ein. Der Wald, in dem sich die Attentäter versteckt halten, ist umzingelt. Der ehemalige Minister Neudörfer, der trotz seines deutschen Namens ein Kroate war, gehörte der ehemaligen Raditschpartet an. Nach der Verkündung der Diktatur am 6. Januar 1929 verließ er jedoch die Partei und bekannte sich zur neuen Regierung. I m Kabinett Siwkowitsch war er als Landwirtschaftsminister tätig. Seine Ermordung ist vermutlich ein Racheakt für den kürzlich erfolgten Anschlag auf den kroatischen Dolksführer Predawetz. Abgmizung von Handwerk und Einzelhandel. Wichtige Anweisung beider Spihenverbände. WSÄ. Darmstadt, 24. Aug. Der Reichs- verband des Deutschen Handwerks und die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels sehen sich veranlaßt, den ihnen angeschlossenen Mitgliedskörperschaften die nachstehenden, von der S t a a t s p r e s fest e l l e übermittelten Richtlinien zur dringenden Beachtung bekanntzugeben: „Aus den immer neuen Klagen muß entnommen werden, daß über die Gestalt des zukünftigen ständischen Aufbaues vielfach in den unteren Organisationen des Einzelhandels und Handwerks Unklarheit herrscht. Infolge dieser Unklarheit wird oft von Innungen und Verbänden die Zugehörigkeit von Einzelhändlern oder Handwerkern nur dadurch beurteilt, wie sie am vorteilhaftesten dabei abzuschneiden glauben. Werbungen zu den betreffenden Organisationen müssen selbstverständlich Verwirrung unter Kaufleute und Handwerker tragen. Sie sind auch geeignet, die großen Gedanken des ständischen Aufbaues in den Mittelstandsschichten au diskreditieren. Aus diesem Grunde verurteilen die Spitzen- organisationen des Einzelhandels und Handwerks Werbungen, Forderungen und Behauptungen, die geeignet sind, solche Verwirrung zu fördern. Insbesondere ist es in Zukunft nicht angängig, daß gegenüber Behörden oder in der Oeffentlich- keit Forderungen geltend gemacht werden, die dahin zielen, den handel mit bestimmten Waren nur Händlern oder nur Handwerkern vorzubehalten. Zu unterlassen ist ferner die Behauptung, daß zukünftig händlerische oder handwerkliche Tätigkeit nur bei Erwerb der Mitgliedschaft bei bestimmten Innungen und Verbänden möglich sein wird, ebenso unzulässig ist es, wenn z. B. ein Fachverband des Handwerks oder des Einzelhandels sich als die einzige F a ch o r g a n i - sation für beide Gruppen des betreffenden Gewerbe- und Handelszweiges bezeichnet. Bei der Werbung von Mitgliedern ist bezüglich der Abgrenzung zwischen Handwerk und Einzelhandel vorerst noch grundsätzlich von der geltenden Rechtslage auszugehen. Bei solchen Grupven, in denen sich Wirtschaftszweige vielfach überschneiden, entscheidet sich die organisatorische Zugehörigkeit des ganzen Betriebes oder eines Betriebsteils nach wie vor nach den Bestimmungen der sogenannten Handwerksnovelle (§ 104 o GO.). Darüber hinaus steht es jedem Handwerker oder Einzelhändler frei, die Mitgliedschaft von verbänden zu erwerben, deren Leistungen ihm auch für seinen Betrieb förderlich erscheinen. Alle Werbungen von einzelhändlerischen Organisationen bei Handwerkern von handwerklichen Organisationen, bei Einzelhändlern, die mit Droh- ober Druckmitteln oder unter Vortäuschungen zukünftiger gesetzlicher Regelungen erfolgen, sind aufs strengste zu mißbilligen. Die endgültige Durchführung des ständischen Aufbaues ist durch den Willen des Führers hinter noch dringenderen Aufgaben, insbesondere der Ueberwindung der Arbeitslosigkeit, zurückgestellt worden. Zu seiner möglichst reibungslosen Verwirklichung zu gegebener Zeit werden die Vorarbeiten der obersten Reichs- und Berufsstände dienen, keineswegs aber Einzelaktionen unterer Stellen in der Oeffentlich- keit ober bei Behörden. Erst, wenn nach Vorschlägen der Reichs- und Berufsvertretungen die gesetzliche Grundlage für die Abgrenzung der Drganifations- verhältnisse zwischen Einzelhandel und Handwerk geschaffen und eine Neuregelung der Frage der handwerklichen Hilss- und Nebenbetriebe bei den industriellen ober Hanbelsunternehmungen erfolgt ist, wird von den zuständigen Organisationen unter Berufung auf die neue gesetzliche Grundlage geworben werden können. Auf Grund von haltlosen Vermutungen, Forderungen an Handwerker, Einzelhändler oder an nicht hinreichend informierte Stellen zu richten, kommt Täuschungsversuchen gleich. Die vorstehend erörterte Frage der Abgrenzung zwischen Einzelhandel und Handwerk berührt selbstverständlich nicht das Warenhausproblem und seine Lösung. Hier ist vorerst durch die Verordnung des Reichs- Wirtschaftsministers bezüglich des Abbaus der handwerklichen Nebenbetriebe in Warenhäusern ein klarer Tatbestand geschaffen. Wir halten es für gefährlich, wenn gerade zur weiteren Lösung dieser und ähnlicher Fragen unentbehrliche Einheitsfront des mittelständischen Handwerks und Einzelhandels durch kleinliche Organisationsstreitig- Feiten getrübt würde, die bei der Durchführung des ständischen Aufbaus sich von selber klären werden." Aus der Proviuzialhauptstadt. Oer Geldbeutel. Es ist leider zu oft recht schmerzlich empfundene Tatsache, daß Geld die Welt regiert. Wenn sein Besitzer auch manche Sorgen hat, so ist doch jeder anscheinend gern bereit, sie zu übernehmen. Schon der Mensch der Bronzezeit hatte die Sorge mit der Aufbewahrung des Geldes. Zur Sicherheit trug er es immer bei sich. Sein Portemonnaie war der Arm, denn das Geld jener Zeit soll der Metalldraht gewesen sein, den man um den Arm gewunden hatte. Er war Geld und Schmuck zu gleicher Zeit. Die Gold- und und Bronzespiralen aus den germanischen Depotfunden und die in Cypern gefundenen Kupferspiralen sind als Geld zu deuten. Den Gelddraht hat man aus dünngehämmertem Blech geschnitten, und Stückchen, die man davon abbrach, waren das Kleingeld. So beiläufig erfährt man dabei die Herkunftsbezeichnung des Ausdrucks „Draht" für Geld. Aus der Spirale entstand der Ring, und vor der Münze in der jetzigen Form war Ringgelö lange Zeit im Gebrauch. Auf ägyptischen Grabmalereien des 15. Jahrhunderts ist die Herstellung und das Abwiegen der Geldringe öargestellt. Wenn die großen Ringe auch als Schmuck dienten, so können die kleinen nur Geld gewesen fein; sie standen hinsichtlich Größe und Schwere stets in einem be- stimten Verhältnis zueinander. Man zog sie auf eine Schnur, eine Sehne oder auf einen Riemen, und hing sie um den Hals. Es war aber oft unbequem, den festgeschnürten Knoten zu öffnen. Da erfand ein kluger Kopf einen einfach und praktischen Verschluß: ein kräftiger Bronzedraht wurde kreisrund gebogen und die beiden Enden mit Haken und Oese versehen, die man jederzeit bequem öffnen konnte. Solche Sammelringe für Kleingeld hat man in Aegypten, Cypern und auch in den Schweizer Pfahlbauten gefunden. Belgische, rumänische und chinesische Geldstücke der Gegenwart haben noch heute ein Loch in der Mitte, damit man sie bequem auf eine Schnur auffädeln kann. Nachdem man um 600 v. Chr. zuerst in Kleinasien Geld in Münzcnform erfunden hatte, konnte man die Sammclringe dafür nicht brauchen und der Geldbeutel wurde erfunden Die Griechen und Römer hatten Geldbeutel in allen möglichen Größen und Formen. Ein größerer Geldbeutel aus Leinen hieß Sacculus („Sack"). Auch eine lederne Geldtasche, am Riemen um den Hals gehängt, sah man oft und kleine Geldtaschen aus Dachsfell waren besonders beliebig und große Mode. Der reisende Kaufmann des Mittelalters trug sein Geld in seinem Gürtel aus Katzenfell; daher der Name Geldkatze. Sie war bis in das 19. Jahrhundert hinein in Gebrauch. Oft ersetzte man sie durch eine große kräftige Lederklapptasche, dem Vorläufer unseres heutigen Portemonnaies. Au einem Riemen trug man sie um den Leib geschlungen unter der Jacke. Sehr gern machte man Geldtaschen aus Maulwurfsfell, weil man glaubte, dies könne Geld anlocken und zusammeüscharren, besonders wenn die Pfoten dran blieben. Im 18. Jahrhundert erfand man in Frankreich das Falten-Portcmonnaie mit Metallbügel und Verschluß; es wurde besonders von eleganten Damen getragen und war oft mit reich gravierten Mctallplatten und Goldstickereien verziert. Heute ist man zur Sachlichkeit zurückgekehrt. Vorläufig keine Oekanwahlen in Hessen Der Präsident der evangelischen Kirchenregierung, Prälat D. Dr. Dr. Diehl, hat durch Kirchengesetz vom 21. August bestimmt: „Mit Rücksicht darauf, daß der Zusammenschluß der südwestdeutschen Kirchen zur Großhessischen Kirche in allernächster Zeit erfolgt und hierbei eventuell Aenderungen in der Einteilung usw. der Dekanate eintreten, verordne ich auf Grund des kirchlichen Ermächtigungsgesetzes vom 28. Juni 1933 folgendes: Die Wahlen des Dekanats und seines Stellvertreters unterbleiben bis auf weiteres. Die üblichen Wahlen für den Dekanats- ausfchuß find vorzunehmen. Sportfest unseres Bataillons. Das 1. (Hess.) Grenadi er-Datai llon hält am 23. und 24. September fein alljährliches Sportfest ab. Die gesamten vaterländischen Verbände, SA., SS.. Stahlhelm, Reitervereine usw., werden zur Teilnahme an diesen Veranstaltungen besonders eingeladen. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Männer-Vadevcrcin 1836: 20.30 Uhr im Caf6 Leib außerordentliche Generalversammlung.— Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Es war einmal ein Musikus". • ** Die Sperrung der Lahn zwischen dem Felsen und dem Wehr während der Ruder-Regatta am Samstag und Sonntag betrifft eine Bekanntmachung des Kreisamts Gießen, die von der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil veröffentlicht wird. ** Sonntagsfayrkarten von Gießen au r Saarkundgebung am Rationaldenkmal. Zu der großen Saarkundgebung am Rationaldenkmal bei Rüdesheim am kommenden Sonntag werden auch vom Bahnhof Gießen Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben, die von Samstag, 26. August, 0.00 Uhr, bis Montag, 28. August, 12 Ähr, Gültigkeit haben. ** S a 8 13. Frauen-Wetturnen des Bezirks Hessen am kommenden Samstag und Sonntag in Heuchelheim betrifft eine Anzeige in unlerer heutigen Ausgabe. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. **DieLanbesoersammlungdesEoan- gelischen Bundes findet vom 16. bis 18.September m Offenbach statt. Die Tagung steht unter Oas Los zu einer Mark. Bei jedem Spiel seh den Gewinn in Arbeiisbeschassungslose um: So kannst du ihn für dich tausendfach vermehren — und Arbeit schaffen: denen die gezwungen feiern! dem Generalthema „Evangelium und Volkstum". Es werden u. a. sprechen Prälat D. Dr. Dr. Diehl, Pfarrer P r o b st (Frankfurt a. M.) und Bundes- direktor D. Fahrenhorft. ** Nur noch halbleinene Braunhemden. Die Dienstblusen und Dienfthemden der SA. und SS. dürfen nach einer Anordnung der zuständigen Münchener Stelle in Zukunft nur noch aus einem Gewebe hergestellt werden, das in Kette und Schuß aus einem Zwirnfaden besteht, der aus je einem Leinen- und Baumwollfaden gedreht ist. Diese Maßnahme hängt mit den Bestrebungen zusammen, die Flachs anbauende deutsche Landwirtschaft und die heimische Leinenindustrie zu unterstützen und auf diese Weife zur Behebung der Arbeitslosigkeit beizutragen. Die bereits im Handel befindlichen rein baumwollenen Hemdenstoff-Bestände können aufgebraucht werden. G. A.-Gpori. Auftakt: Geschwindigkeitsprüfung in Staaken. Die Sportleitung des Deutschlandfluges 1933 hatte den Start für die Aeberführung der 123 zugelassenen Maschinen vom Flughafen Tempelhof nach Staaken am Donnerstagmorgen wegen des schlechten Wetters etwas hinausgeschoben. Für den kurzen Flug hatte man das starke Feld in Gruppen von je sechs Flugzeugen eingeteilt, dis in Abständen von einer bis drei Minuten gestartet wurden. Pünktlich um 7.30 Ahr erhob sich die erste Gruppe und bald bemerkte man über dem westlichen Teil Berlins den Riesenschwarm der 123 Sportflugzeuge. In Staaken hatte man dahingehend entschieden, daß zuerst die schnellen Maschinen zur Höchst- geschwindigkeitsprüfung starteten. AS erster ging Oberleutnant Seidemann auf seiner schnellen Heinkel, mit der er im Vorjahr« beim Europarundflug aufsehenerregende Leistungen vollbrachte, auf die 50 Kilometer lang« Strecke, die von Staaken über Wustermark zur Wendemarke in Neugarten, von dort in östlicher Richtung zur zweiten Wendemarke an der Spitze der Landzunge im Zernsee und bann gerade zum Ausgangspunkt zurückführt. Hinter Seidemann, der den ersten Teil mit 215 Stundenkilometern zurücklegte, also fünf Stundenkilometer mehr herausholte, als die Normalgefchwindigkeit feiner Maschine beträgt, flogen in Abständen von je einer halben Minute die übrigen Konkurrenten und erledigten ihr Pensum größtenteils in etwa 20 Minuten. Handball im Bezirk Hessen der OT. Dahlbecksbaumer Turnverein Velbert (Rheinland) gastiert in Lanusbach. 3n einer Verbindung aus dem Allgemeinen Deutschen Turnerbund hatte die 1. Handballelf Dahlbeckbaumer Turnvereins, Velbert eine ÄÄse in das Lahn-Dünsberg--Gebiet unternommen. Am Samstagabend fand zu Ehren der Gäste ein Dereinsgefellschaftsabend statt. AM Sonntagnachmittag wurde ein Spiel ausgetragen. Gleich nach Anpfiff erkannte man, daß sich zwei qualifizierte Gegner gegenüberstanden. In der 5. Minute fiel der erste Erfolg für Launsbach. Flott löste ein Angriff den andern ab. Launsbach erhöhte auf 2:0. Die Gäste verkürzten bis Halbzeit auf 2:1. Rach der Pause erhöhte Launsbach auf 3:1. Die „Bäumer" eröffneten nun in großen Zügen die Offensive, schufen den Ausgleich und erhöhten in weiteren zwei Treffern auf 5:3. Run drängte die Launsbacher Hintermannschaft den Sturm zum Angriff und es gelang in der 55. Minute der Ausgleich. Durch Verfehlung in der Llbwehr erreichten die Gäste den Siegestreffer und erhöhten sogar auf 7:5. irischafi. Frankfurt beruhigt, leicht befestigt. Frankfurt, 25. Aug. (WTB. Drahtmeldung.) Die heutige Mittagsbörse eröffnete auf der ganzen Linie in leicht befestigter Haltung, und die Stimmung war weiterhin sichtlich beruhigt, nachdem schon an der gestrigen Abendbörse die rückläufige Bewegung zumStillstand gekommen war. Vor allem war man darüber beruhigt, baß bie an den vorhergegangenen Tagen drückenden Verkäufe aufgehört haben. Bei den Banken lagen zwar auf der ermäßigten Basis nur in kleinem Umfange Kausorbers der Kundschaft vor, doch genügten sie, um das Kursniveau allgemein um 0,50 bis 1 v. H. zu heben. Dg auch die Kulisse kleine Meinungskäufe vornahm, zumal aus der Industrie wieder günstige Nachrichten vorlagen, wie z. B. die Erhöhung der 23e(ey* schaftsziffer bet Siemens & Halske und bie gute Beschäftigung in der Glasindustrie, war bie Um- satztätigkeit auf manchen Spezialgebieten etwas lebhafter. Erhöhtes Interesse zeigte sich für Montanpapiere, bie saft durchweg um 1 bis 1,50 v. H., Buderus sogar 2 v. H. hoher einsetzten. Fest lagen Schuckert mit plus 3,65 v. H., ferner Daimler mit plus 1,50 o. H. Auf den übrigen Marktgebieten hielten sich die Erholungen im oben genannten Ausmaß, außer IG. und AEG., in denen noch etwas Material herauskam, bas aber bei um 0,40 bzw. 0,65 v. H. niedrigen Kursen aufgenommen wurde. Nach den ersten dürfen setzten sich durchweg neue Erholungen um etwa 0,25 bis 0,75 v. H. besonders für Montan- werte durch. Der Rentenmarkt eröffnete gegenüber dem Aktienmarkt in stiller Haltung, doch waren Deutsche Anleihen gut behauptet, Stahloereinbonds 0,40 v. H. und späte Reichsschuldbuchforderungen 0,13 v. H. hoher. Im Verlaufe traten an den Aktienmärkten weitere Besserungen von etwa 0,25 bis 0,75 v. H. ein, einzelne Spezialpapiere waren jedoch bis zu 2 v. H. befestigt, so u. a. Buderus, Contigummi, Klöckner, Goldschmidt und Rütgerswerke. Das Geschäft wurde später etwas ruhiger, doch war die Stimmung allgemein etwas zuversichtlicher. Auch Deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuchforde- rungen waren 0,25 bis 0,40 v. H. hoher. Von Staatsanleihen gaben die Amnestieanleihe etwa 0,50 v. H. nach. Stadtanleihen lagen geschäftslos und unerholt, Pfandbriefe tendierten uneinheitlich bei Abweichungen von 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten. Jndustrieobligationen waren verschiedentlich noch angeboten, Stahlvereinbonds konnten sich aber weiter um 0,65 v. H. erholen. Auslandsrenten waren still und kaum verändert. Tagesgelb war zu 3 v. H. mv- Dßcänbert A ie «Hl: s'”*”6 i, *•*■££* 11 inemi «ML hig«, leicht beseßig«. [na (MB. Drahtmeldung.) ^ eröffnete auf der E" Br-tg )m6 bte an den voryer^ Sn verkaufe aufgjrt LE «ä Winun9-S w** e wieder M-r Dcks> die 6*” nhhebie Je ;5 &W L die Unu SIasinYbieten etwas leb« :ÄxLZ übrigi" ®“rX‘S"’L in r 6ei um 040 W ,!a(f| bl« snommen »«’ tiown (t eröffn«'" s'uM« s°:5§Zkl -SS- n°^ O?-»- We zu unfe fr* und ^ng der "nd : Elidel befind l0|l9,eit wr™1 "WhL"K a3»«!«^ MÄ Cin9?,ciIt. bi! 3O?T^^,nukn gestartet •w l^r erhob sich öieer(tz "ÄS rusungs^L^ wi^mann auf 'ei. mit der er im Dorsch, Leistun. bte_5O Kilometer lange wn über Dustermar! zur rten, von dort in östlicher endemarke an der Spitje der und dann gerade zum Aus. hinter Seidemann, der den undenkilomelern zurücklcgte, eter mehr herausholte, als !it seiner Maschine beträgt, i je einer halben Minute die und erledigten ihr Pestjum Minuten. zirk Hessen der M. Turnverein Belbert tiert in Launsbach. ng aus dem Allgemeinen hatte die 1. 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Gaupropagandaleiter Pg. Müller-Scheid: „Die Kunst gehört dem Volke". Vorspiel „Der Bärenhäuter" (Siegfried Wagner). Vorspiel „Heilige Linde" (Siegfried Wagner). Generalintendant Meißner: „Kulturausbau in der rhein-mainischen Landschaft". 20 45 Llhr: „Dauer unterm Hamrncr", Schauspiel in drei Akten von Hans Christoph Kaergel. (Das Schauspiel wird nicht übertragen.) 20.45 Llhr spricht vom Balkon des Schauspielhauses der Treuhänder der Arbeit, Dr. Luer. 21.25 Llhr: Der RS.-Chor singt auf dem Platz mit Orchesterbegleitung „Volk ans Gewehr". Ansprache des De^irks'eiters der Deutschen Arbeitsfront: Gaubetriebszellenleiter Pg. Willi D e ck e r, Mitglied des Landtags. 22.15 Llhr: Vorspiel zu „Tannhäuser" (Rich. Wagner). Vorspiel zu „Meistersinger" (Richard Wagner). Horst-Wessel-Lied, gespielt vom Symphonie-Orchester. (QRit Liebertragung auf den Sonntag, 27. August: vormittags: (Von 8 bi- 12 Llhr vormittags stehen den auswärtigen Teilnehmern sämtliche Frankfurter Boote zu einer billigen Wainfahrt (30 Pfennig) zur Verfügung.) 11 bis 13 Llhr: Platzkonzert auf acht Frankfurter Platzen. Nachmittags: 14 Llhr: Aufstellung der 2!SBO.-Gaue und Abmarsch zum Stadion. 16.15 bis 17 Llhr: Darbietungen der 2000 Sänger unter Leitung von Professor Dr. Werner und der RSDO.-Kapellen auf dem Stadion. 17 Llhr: Feierliche Einfahrt der Redner und Führer (Stärkemeldung durch Hauptaufmarschleiter Pg. Ludwig Wagner an Gaubetriebszellenleiter Decker. Reichsstatthalter Sprenger nimmt die Meldung von Pg. Decker entgegen.). 17.05 Llhr: Eröffnung des Landestreffens durch den Gaubetriebszellenleiter Pg. Willi Decker, M. d. L. 17.10 Llhr: Reichs st atthal ter und Gauleiter Pg. 3akob Sprenger, M. d. R., spricht über die „Rhein-mainische Arbeitsschlacht". Staatssekretär Pg. Reinhardt: „Mobilmachung der Arbeit". Anschließend spielen die Kapellen und Sänger: „Volk ans Gewehr". Horst-Wessel-Lied. 19 Llhr: Vorbeimarsch an den Führern und Abmarsch zum Main. 21 Llhr: Ausstellung der gesamten 216030. an beiden Mainufern. Stadtbeleuchtung und Dombrand. 21.20 Llhr. Bürgermeister Pg. Linder begrüßt die in der RSDO. organisierten Arbeiter der Stirn und Faust. — Darauf spricht Staatsratspräsident und Führer der „Deutschen Arbeitsfront", Pg. Dr. Robert Leh: „Arbeit für und durch das Volk". 22 Llhr: Riesenschlachtenfeuerwerk. 22.40 Llhr: Deutschland- und Horst-Wessel-Lied. — Kreisweiser Abmarsch der RSDO. zu den Dahnhöfen und Parkplätzen. 2llle Richtmitglieder der RSDO..die an den Veranstaltungen (Stadionkundgebung und Festveranstaltungen am Main) teilnehmen wollen, müssen im O3esitze der Tageskarte und des offiziellen Festabzeichens sein. Die Tageskarte für 20 Pf. und das offizielle Festabzeichen für 25 Pf. sind jetzt überall zu haben. Man warte nicht mit der Anschaffung bis zum letzten Tage, da unter Llmständen bann keine Abzeichen und Karten mehr zu haben find. * Inhaber des Festabzeichens genießen die verbilligte Strahenbahnfahrt (20 Pfennig): am 26. August von 18 Llhr bis Detriebsschluh für die Kundgebung am Schauspielhaus und die Festvorstellung, am 27. August für die Veranstaltung im Stadion ab 13 Llhr für Fahrten in Richtung nach dem Stadion bis 22 Llhr, für die Zugteilnehmer, die das RSDO.-Abzei- chen tragen, bereits von 10 Llhr bis 13 Llhr bei Fahrt zu ihren Sammelplätzen bzw. Hauptbahn- Es kursieren Gerüchte, daß der Führer in der Umgegend fei und bann hier sprechen wird. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Gauleitung der NSDAP, davon nichts bekannt ist. Zu dem großen NSBO.-Landestreffen in Frankfurt sprechen Staatssekretär Reinhardt. außer den bekannten hiesigen Führern von auswärts nur der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatspräsident Pg. Dr. Robert Ley und der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium. Pg. Reinhardt. Nachdem Reichsminister Dr. Goebbels infolge dringender anderer Verpflichtungen plötzlich absagen mußte, ist es der NSDD. gelungen, Staatssekretär R e i n h a rd t vom Reichsfinanzministerium Berlin als Redner im Stadion zu gewinnen. Staatssekretär Reinhardt ist bekannt als Schöpfer des Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933. Er hat wissen lassen, daß er in Frankfurt neben grundlegenden Ausführungen über die Verminderung der Arbeitslosigkeit neue Tatsachen im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit bringen wird, die hier früher bekannt werden, als in der Presse und im Reichsgesetzblatt. Ausgabe her Fahrkarten für hie Sonherzüge. Die Fahrkarten für die zum Gebiets- treffen der NSBO. am 26. und 27. August in Frankfurt a. 'IQ. bestellten Sonderzüge werden von den Fahrkartenausgaben der Reichsbahn an die Beauftragten der NSBO. abgegeben. Für Anschluß» strecken bis zu 100 Kilometer wird die gleiche Ermäßigung, wie für die Sonderzüge gewährt. Die Sonderzüge sind auch für den allgemeinen Verkehr frei- i gegeben. Sie können mit gewöhnlichen Fahrtausweisen und Sonntagsrückfahrkarten benutzt werden. Sonntagsrückfahrkarten werden von allen Bahnhöfen der Reichsbahn im I Umkreise von 75 Kilometer um Frankfurt nach Frankfurt-Hauptbahnhof, Süd-, Westover Ostbahnhof ausgegebcn. Verwaltungssonderzug von Nidda zum ÄSBO »Treffen. 3m Anschluß an unsere gestrig« Mitteilung über Sonderzüge zum RSBO.-Treffen teilt uns die Reichsbahn in Gießen mit, daß am Sonntag, 27. August, ein weiterer Sonderzug von R i d d a über Gelnhausen nach Frankfurt-Ost gefahren wird. Der Zug fährt um 10 Llhr in Ridda ab und kommt um 11.51 Llhr in Frankfurt-Ost an. Die Rückfahrt erfolgt um 1.19 Llhr ab Frankfurt-Ost, die Ankunft in Ridda um 3.08 Llhr. Der Zug hält auf der Hin- und Rückfahrt auf allen Stationen. Ovecheffen. Gemeinderat in Grimberg. + Grünberg, 23. August. Die Rechnung für das Jahr 1931 wird vorbehaltlich der Genehmigung durch die Oberrechnungskammer genehmigt. Der Voranschlag der Oberreal- schule für 1 934 schließt mit 98 304 Mark ab, der zu Lasten der Stadt fallende Betrag ist darin mit 23 678 Mark vorgesehen. Dieser setzt sich folgendermaßen zusammen: sachliche Kosten 4950 Mark, Zuschuß zu den persönlichen Kosten, ausschließlich der beiden oberen Klaffen, 7750 Mark, persönliche Kosten für die beiden oberen, von der Stadt zu unterhaltenden Klaffen 10 978 Mark. Die Angelegenheit wird vorerst zurückgestellt, da nicht abzusehen ist, inwieweit vielleicht eine anderweitige Regelung hier eintritt. Gemeinderatsmitglied Dr. med. Schnabel wird als Urkundsperson bestimmt an Stelle des zum Beigeordneten ernannten seitherigen Gemeinderatömitgliedes K. Möller, im Wohlfahrtsausschuß tritt Gemeinderatsmitglied Gg. Stein an die Stelle von Gemeinderatsmitglied O. Stein. Für die Sicherung von kurzfristigen Anleihen hatte der Gemeinderat Beschluß dahin gefaßt, zwei städtische Gebäude (Brauhaus und Landwirtschaftsamtsgebäude) durch Eintragung von Hypotheken zu belasten. Da letzteres Gebäude als landwirtschaftliche Schule benutzt wird und somit öffentlichen Zwecken dient, hatte die Behörde zu jenem Beschluß ihre Zustimmung versagt. Es wer- den daher einige andere städtische Gebäude dafür in Aussicht genommen. In einem Gcminderatsbeschluß war ein Gesuch der Butzbach —Licher - Eisenbahn AG. um Erlaß rückständiger Steuern und Zinsen abgelehnt worden. Ein abermaliges Gesuch hat das gleiche Schicksal. Der Pächter der beiden Schafweiden bittet um Ueberlaffung der Pacht für 1934 gegen einen Pachtpreis von 1200 Mark, gegenüber dem jetzigen von 1550 Mark. Der Gemeinderat beschließt, die Verpachtung der Schafweiden öffentlich auszuschreiben. Kreis Büdingen. x Ridda, 24. Aug. Der Zweigverein Ridda des DHC. nahm in seiner jüngsten Versammlung die Gleichschaltung des Vorstandes vor. 2tls 1. Führer wurde Reichsbahnobersekretär Decker gewählt, der dann Justizinspektor Ed. Da er zu keinem Stellvertreter, Bahnmeister K. Hofmann zum Schriftführer, Konditor Fritz Stork zum Rechner, Finanzsekretär Heinz Pfeiffer zum Wandermeister und Oberamtsrichter Krug und Musiklehrerin Hilde Endres zu Beisitzern ernannte. Oberlandmesser E i ch hatte aus Arbeitsüberlastung das Amt des 1. Vorsitzenden niedergelegt. Dem Vorstand gehört noch als Ehrenvorsitzender Oberjustizinspektor Beiger an. y Bad Salzhausen, 24. Aug. 3m vorigen Frühjahr waren hier auf dem Landgrafenteich »wei Schwäne eingesetzt worden, von denen das eine Tier kürzlich von einem badenden Hunde schwer gebissen worden war. Obgleich man den verletzten Schwan sofort in Behandlung der veterinärmedizinischen Klinik nach Gießen brachte, ging er bald an den Wunden ein. Run flog plötzlich der noch lebende Schwan hier vom Lanv- grafenteich auf und ließ sich bei Ridda auf den großen Eisteich nieder. ^.'Cticiuurnuoinnc. Während die Kaltluft an der Rückseite des kräftigen Polentiefs im östlichen Teil des Reiches noch unbeständiges Wetter und vereinzelt ai^t) Niederschläge verursacht, hat sie über Frankreich und Westdeutschland zu starkem Barometeranstieg geführt und hier ein geschlossenes Hochdruckgebiet aufgebaut. Obwohl die neue Störung zwischen Island und Irland weiter vorrückt, wird bei uns der hohe Druck in den nächsten Tagen das Wetter bestimmen, so daß die Luftmassen zusammensinken und nach verbreiteten Frühnebelbildungen am Tage der Himmel stärker aufheitern wird Dabei nehmen die Temperaturen tagsüber höhere Werte an als seither. Aussichten für Samstag: Nach verhältnismäßig taüer Nacht stellenweise Frühnebel, tagsüber vielfach aufheiternd und warm, trocken. Aussichten für Sonntag: Im wesentlichen noch aufheiternd und trocken, vorübergehend aber auch bewölkt. Lufttemperaturen am 24. August: mittags 18.1 Grad Celsius, abends 13,2 Grad: am 25. August: morgens 10 Grad. Maximum 18,4 Grad, Minimum 7,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. August: abends 17,2 Grad , am 25. August, morgens 12,1 Grad Celsius. — Niederschläge 0,4 mm. — Sonnenscheindauer 6 Stunden. Sprcckmuuvcn Der Redaktion. 11.30 bi« 12.30 Uhr. 16 bi« 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen VolhsemDiäWMlL76.- auch nach auswärts lieferbar Radio-Ruhl, PJockstr. 12 Telephon 3170. ima »Haaryi«"- Haarglanz« macht das Haar alkalifrei Statt besonderer plötzlich nach langem, Jahren Schwiegervater Großvater guter 04961 Kampf gekämpft. Lauf Waren 8% Uhr entschlief sanft Heute lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Landwirt und Kirch en vor Steher .Theiß. 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Eine kleine Verlegenheit darüber konnte sie aber gut verbergen; es tat nichts zur Sache, weil es der Zufall so gefügt! „Du weißt, wieviel Interesse ich an der neuen Oper Bruno Hallings habe, — darum erlaubt er mir, daß ich bei den Proben dazu im Theater zugegen bin. Und nachmittags bin ich tatsächlich öfter Steinstraße Nummer 20! Hast du vergessen, daß Frau Professor Schülein dort wohnt? Bei ihr singe ich, und daß der Kapellmeister ebenfalls häufig dort ist, stelle ich gar nicht in Abrede. Das ist die Wahr» heit, wie dieser Brief auch berichtet — und was sonst daraus zu lesen ist — ich überlasse dir zu glauben, wie und was du willst", entgegnete sie ruhig. Er faßte ihre beiden Hände, sie schmerzhaft zwischen den seinen pressend, — „ich glaube dir, Ma- gussi! Du betrügst mich nicht! — Aber wie mich das alles quält! Nicht so sehr dieser Brief — auf anonyme Briefe gebe ich nichts, darum habe ich sofort diese Angelegenheit mit dir besprochen. Aber dein vieles, vieles Musizieren, — du siehst, wie leicht du in ein falsches Licht kommen kannst und wie deine rein künstlerischen Beweggründe mit persönlichen und unlauteren verwechselt werden. Ich kann nicht ertragen, wenn unser Name in der Leute Mund kommt, — dein Vater würde außer sich sein!" Sie senkte den Blick — kam der Name nicht trotzdem in kürzester Zeit, wenn auch aus einem andern Grunde, in aller Leute Mund? „Meines Vaters Ansichten sind mir durchaus nicht maßgebend! Ich bin froh, Eduard, daß du dich nicht hast von ihm beeinflussen lassen!" „Weil ich dich liebe, Magussi! Dich froh und glücklich zu sehen, ist ja mein einziges Bestreben. Du solltest an meiner Seite nichts vermissen, solltest ein Leben nach deinem Sinn und Willen führen." — Er zog ihre Hände gegen seine Brust und blickte ihr innig in die Augen, — „sag, tat ich es nicht?" „Ja, Eduard, ich danke es dir auch!" Ein lichtes Rot färbte ihr weißes Gesicht, — „und du weißt es, Eduard, wie teuer du mir bist; einen andern Mann gibt es nicht für mich und wird es auch nie geben!" Beinahe schüchtern klangen ihre Worte; schwer war es ihrer keuschen Natur, sich zu offenbaren; aber sie war es ihm schuldig; denn sie wußte genau: viel gab er ihr in seiner großen Liebe, was ein anderer ihr kaum gegeben hätte — und sie verlangte ja noch viel, viel mehr von ihm. Nur ein paar Tage noch, bann war sie von ihrem Geheimnis befreit, und dann gab es in ihrer Ehe nichts mehr, was sie vor ihm zu verbergen hatte. Sie legte ihr Gesicht gegen seine Brust, — „lasse nichts zwischen uns treten, Eduard, glaube nichts — nur das eine, daß ich dich sehr lieb habe!" Wie ihre Worte ihn beglückten! Er preßte seine Lippen auf ihr duftendes Haar. In diesem Augenblick hatte 4ie ihm so viel gegeben, da er seine Bitte auf eine andere Zeit aufschieben wollte, — seine Bitte, ihr Musizieren doch ein ganz klein wenig einzuschränken und die Gesellschaft des Kapellmeisters zu meiden. Er war trotz seines Vertrauens zu Magussi dennoch eifersüchtig auf ihn — nicht, weil er fürchtete, daß der Kapellmeister sie ihm abwendig machen könnte, — nein, er wollte ihre Gedanken mit keinem andern teilen — sie gehörten ihm, ihm ganz allein! ,^Hast du eine Vermutung, von wem dieses Schreiben ist?" fragte er. Sie sah ihn an. „Vielleicht die gleiche wie du! — Ich werde den Verkehr mit ihr baldigst einschlafen lassen — zu auffallend will ich es anfangs nicht machen." „Es ist ebenfalls meine Ansicht! Die Frau paßt nicht zu dir —" „— und war einst doch meine liebste Freundin!" „Alles lockert sich, Kind! Es gibt Menschen, die nur dann Freundschaft halten können, wenn sie sich dem andern Teil in jeder Hinsicht überlegen fühlen oder wenn sie große Vorteile durch ihn haben können. Da nun beides der Fall ist —" „Mir tut es leid, Eduard! Doch unaufrichtige Menschen sind mir zuwider." Sie stockte, — war sie nicht selbst unaufrichtig gegen den Gatten? Und das war viel schlimmer als jener läppische Brief ohne Unterschrift! — Noch nie war ihre Handlungsweise ihr so schwer auf die Seele gefallen als in diesem Augenblick. Und eine innere Stimme drängte sie förmlich, sich dem Gatten anzuvertrauen, noch in letzter Stunde nachträglich seine Billigung zu ihrem so ungewöhnlichen Schritt zu erbitten. Wie klein kam sie sich neben seiner schlichten, vertrauenden Größe vor. Aber bann war wieder etwas, was sie davon zu- rückhielt, eine Furcht — nein, die Gewißheit, er würde es ihr glatt verbieten! Aufregungen ohne Zahl würde es geben — und schließlich würde der Erfolg der Oper, die sie wie ein Kind liebte, in Frage gestellt. Denn nach ihrem untrüglichen Empfinden war Asta Grellberg kaum genügend. Und mit dem ihr eigenen Starrsinn, der von der sonstigen Weichheit und Zartheit ihres Wesens merkwürdig abstach, hatte sie sich darauf versteift, diese Rolle zu singen, als ob ihrer Seele Seligkeit davon abhinge — wie eine Besessene war sie — und wenn die Welt untergegangen wäre, und wenn es ihr Glück gekostet hätte, sie hätte nicht verzichtet! Wenn man es verlangt hätte, wäre es gewesen, als ob sie ihre Augen oder ihre Arme und Füße, die doch ein Teil ihres Körpers waren, hätte her- geben sollen! Und das war doch unmöglich. Darum schwieg sie. Eduard mußte sich mit der vollendeten Tatsache abfinden. Er wußte, baß sie ihn liebte, wußte, daß nichts Falsches, Unreines in ihr lebte, nur der unbezwingliche Drang, zu fingen. Sie verscheuchte alle Gedanken, die doch tarnen und ihr Unruhe machen wollten. Niemandem hatte sie Rechenschaft abzuleaen — nur sich und dem Gat- ten — und da konnte sie bestehen. Und das war die Hauptsache! 14. Kapitel. Der Tag der Premiere war da, vom kunstliebenden Publikum der Stadt mit größter Spannung erwartet; von nichts anderem hatte man ja in letzter Zeit gesprochen. Magussi harrte nun der Dinge, die da kommen würden. Heute vormittag, während der Stunden der Generalprobe, blieb sie zu Hause, bis man sie rief. Sehr günstig hatte der Zufall gewaltet, der den Vater und den Gatten zu einer geschäftlichen Besprechung nach Berlin geschickt, so daß der ereignisreiche Tag ohne die beiden Herren vorübergehen würde. Sie hatte an Eduard einen Brief geschrieben, der nur noch auf den Schlußsatz wartete, um ab- geschickt zu werden. Nochmals, mit eindringlichen Worten, hatte sie ihm ihre leidenschaftliche Liebe zur Musik und zum Theater geschildert, und die habe sie veranlaßt, diesen — sie wisse wohl: abenteuerlichen Schritt zu tun, — aber sie habe nicht anders gekonnt, und sie hoffe, er würde ihr doch verzeihen, daß sie aus Mangel an Mut sich ihm nicht anvertraut. Dies sei das erste und letzte Geheimnis, das sie vor ihm gehabt habe! Mit innigster, treuester Liebe würbe sie ihm lohnen, wenn er ihr das Glück ihrer künstlerischen Betätigung schenken wollte; dann sei sie die dankbarste, zufriedenste Frau auf der Welt! Die Fürstin Waldenau sei ihre Fürsprecherin bei ihm, ebenso das, was sie leisten könne. Diesen Brief wollte sie am Abend der Aufführung absenden. Magussis Gedanken waren bei dem Werk. Während der letzten Proben hatte sie beobachtet, wie nervös und unruhig Asta Grellberg war durch des Kapellmeisters scharfen, allerdings sehr berechtigten Tadel. Es hatte schon heftige Wortwechsel gegeben; nach einem solchen war die Grellberg nervös aufschreiend davongelaufen. Der Kapellmeister hatte abgeklopst. „Wir wollen warten, dis das ungezogene Kind sich wieder auf seine gute Erziehung besinnt!" Magussi, in der Verborgenheit ihrer Loge sitzend, empfand Mitleid. Wenn auch der Gesang Asta Grellbergs viel zu wünschen übrig ließ, so trug daran die größere Schuld, daß ihr diese, Rolle durchaus nicht lag, weder stimmlich noch darstellerisch. In anderen Rollen war sie sonst annehmbar, wenn auch keine Größe! Man hatte aber am Stadttheater keine geeignete Vertreterin für die Rolle der Hero, und Bruno Halling hatte das genau gewußt. Wenn er nicht die wunderschöne, blonde Magussi Weiser, diese ganz seltene Künstlerin, hätte kennengelernt, in der er mit beinahe seherischem Scharfblick die berufene Darstellerin feiner Heldin gefunden, würde er fein Werk schwerlich wohl dem Stadttheater zur Uraufführung überlassen haben. So hatte er das Spiel eingeleitet, von dem er sich einen außergewöhnlichen Erfolg versprach. Er war ein Mann von ungeheurem Ehrgeiz, über Leichen gehend, um zum Ziel zu kommen. Und fein Ziel war, ein Künstler zu werden, von dem die Welt sprach! Und dazu gehörte nicht bloß sein Können, sondern auch Reklame, irgend ein auffallendes Ereignis, durch das fein Name mit einem Schlag in aller Mund kam — fein Ehrgeiz drängte vorwärts — er hatte nicht Luft, zu warten. Und Maguffi Weiser war das, was er brauchte. Wie geschickt hatte er ihre Bedenken zerstreut —■ sie wollte doch Asta Grellberg nicht schädigen und verdrängen. Nein, das sollte sie auch nicht, — sie sollte ihm nur helfen und einspringen, wenn die Künstlerin, was er befürchtete, versage, da Zuverlässigkeit nicht ihre Tragend fei. Magussis Musik- leidenschaft kam ihm zu Hilfe; diese seltene, wundervolle Frau, die seine Sinne wie noch keine entflammt, konnte er sich aus feinem Leden gar nicht mehr hinwegdenken — sie gab ihm Anregung zu neuem Schaffen, unendlich viel konnte sie ihm schenken, fühlte er — zu beider Bereicherung! * Magussi saß in ihrem Zimmer, mit einer Hand- arbeit beschäftigt. Innerlich war sie doch nicht ganz so ruhig, — ob alles so verlausen würde, wie Bruno Halling sich gedacht? Wenn sich nun nichts Außergewöhnliches ereignete, — wenn die Grellberg alle Kräfte aufbot, um den Komponisten zu befriedigen? Dann war ihre — Magussis — Freude und Hoffnung vergebens gewesen. Aber Sie Sängerin hatte ja mehr als einmal offen geäußert, daß sie bereue, diese Rolle übernommen zu haben, und die Mei- nungsoerschiodenheiten mit Halling hatten sie gewiß nicht freundlich gegen ihn gestimmt. Magussi blickte auf die Straße hinaus — immer dasselbe nasse, feuchtkalte Wetter wie seit vielen lagen schon — feiner Sprühregen mit Schneesternchen untermischt, das richtige Erkältungswetter — jeder dritte Mensch hustete. War es da nicht auch möglich, daß die Grellberg sich erkältete? Gestern war ihre Stimme gar nicht frei und klar gewesen! Alle möglichen Gedanken flogen ihr durch den Kopf. (Fortsetzung folgt.) Große Möbel-Ausstellung in Gießen, im „Katholischen Dereinshaus,, vom Samstag/ dem 26.August,bis Freitag, benl.Sepf.1933 Veranstaltet von der 52720 | Geöffnet | werktags von | 9 bis 2 llhr! Kelkheimer Möbel-Fabrik / Heinrich Bender 4-Zimmer-Wd. Babnhofstr.z.verm. Schriftl.Angeb.unt. 04864a.d.Gieß.Anz. In unsererSiedlung „Liebigslraßc" ist für sofort eine Z-3iM.'MU bochvarterre, zu vermieten. Meldungen an Herrn Rudolf Hahn, Liebigftr. 89 erbeten. 5281V Baugenossenschaft 1894 e. 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August 1933 bringen wir hiermit zur Kenntnis. Gießen, den 23. August 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Or.Hamm. Bekanntmachung. Sehr.: Sperrung einer Lahnstrecke. Auf Grund des Artikels 65 des Gesetzes, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, vom 8. Juli 1911, wird die Lahn auf der Strecke vom Wehr bis zum Festen am 26. August 1933 von 14 bis 19 Uhr und am 27. von 7.30 bis 11 Uhr und von 14 bis 19 Uhr für alle Boote und Personen, die nicht an der Durchführung der in dieser Zeit stattfindenden Regatta des Vereins Rudersport Gießen 1913 und der Akademischen Ruderabteilung e. V. beteiligt sind, gesperrt. Zuwiderhandlungen gegen diese polizeiliche Anordnung werden mit Geldstrafe bis zu 90 RM. bestraft. 527IC Gießen, den 9. August 1933. Krvisamt Gießen. I. V.: Schmidt. Kaufgesuche Gut erhaltener Serren- LlebergangSmanlel für Größe 48 zu kaufen gesucht. Preisoßerten unter 04946a.d.Gieß.Anz. [Verschiedenes! 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