Nr. yb Svübaussabe 185. Jahrgang Dienstag, 25.April 1933 Lrichein» tägltd), außei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert, (BieRenet Familiendlätler Heimat >m Bild Die Scholl» monats»Bejug$prel$: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §ernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen. poftfdfedfonto: Jtonlturt am Main 11686. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrrck und Verlag: vrühl'sche UniverfitälL-vuch- »nö Steinörudcrei R. Lange in Stehen. Schnftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Re« klamean eigen von 70 in Breite b5 Reichspfennig, Platzoorschrift 20' mehr. Thesredokteur Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für ‘Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyrot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und ilr denAn« zeigenteili.D.Th Kümmel sämtlich in (Biegen. An das ganze deutsche Volk! Aufruf des Reichsministers ör. Goebbels zum Tag der nationalen Arbeit. Berlin, 24. April. Die Regierung der nationalen Revolution hat den 1. Mai zum Feiertag der nationalen Arbeit erhoben. Eie will damit zum Ausdruck bringen, dah die Berbunbentjeit des ganzen Volkes mit der nationalen Arbeit, ihren Schöpfern und Tragern eine unlösliche und schicksalsgegebene ist. Zum ersten Male wieder seit Jahrzehnten innerer Zerklüftung und parteipolitischer Zerrissenheit erhebt sich über Zank und Hader der un st erbliche Gei st deutschen Volks» tumes, verklärt und geläutert durch den Segen der schaffenden Arbeit. Der Marxismus liegt zertrümmert am Bo- den. Die Organisationen des Klassenkamp- f e s sind zerschlagen. Richt aus reaktionären oder gar Volks« und arbeiterfeindlichen Beweggründen haben wir den Kampf gegen die kul- turbedrohcnde Gefahr des Bolschewismus geführt. Der Marxismus muhte sterben, damit der deutschen Arbeit ein weg zur Freiheit gebahnt wer- den konnte. Die Schranken von klaffenhaß und Standesdünkel wurden niedergcrissen, auf dah das Volk wieder zu Volk zurückfand. Run stehen wir vor der schweren und verantwortungsvollen Aufgabe, nicht nur das deutsche Arbeitertum zum sozialen grieben zurückzusühren, sondern es als vollberechtigtes Glied in den Staat und in die Volksgemeinschaft mit einzusügen. Wo ehedem marxistische Hahgesänge ertönten, da werden wir uns nun zum Volk bekennen. Wo einst die Maschinengewehre der roten Wclt- beglücker knatterten, da wollen wir dem nationalen Frieden der Stände die Bresche schlagen. Wo früher der Geist eines ödenMatcrialismus triumphierte, da wollen wir, fußend auf das ewige Recht unfe* resDolkes auf Freiheit, Arbeit und Brot, in einem neuen glühenden Idealismus die nationale Verbundenheit aller Stände, Stämme und Berufe zu einem einigen Deutschland vor unserem Volke und vor der ganzen well bekunden. Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiteri Stirn und Faust sollen einen Bund schlichen, der unlösbar ist. Der Bauer hinter dem Pflug, der Arbeiter am Olrnboh und Schraubstock, der Gelehrte in seiner Studierstube, der Arzt am Krankenbett, der Ingenieur bei seinen Entwürfen, sie alle werden sich am Tag der nationalen Arbeit bewußt werden, dah die Ration und ihre Zukunft über alles geht, und dah jeder an seinem Platze das gilt, was er dem Vaterlande und damit dem allgemeinen Besten zu geben bereit i st. In gewaltigen nationalen Feiern wird die Deichsregierung mit dem Volke zusammen diesen Festtag begehen. Die ganze Ration wird aufgerufen, daran tätigen Anteil zu nehmen. Für einen Tag stehen die Räder füll und ruhen die Maschinen. Deutschland ehrt die Arbeit, von deren Segen das Volk ein ganzes 3ahr leben soll. Männer und Frauen, wir rufen euch auf in 5labt unb £anb! Deutsche Dugenb! An bidj vor allem geht unser Appell. Der 1. Mai soll bas deutsche Volk einig unb geschlossen sehen unb ein Zeichen fein für bie ganze Welt, bah Deutschlanb erwacht ist unb ben weg zu Freiheit unb Brot sucht unb finbet. Laßt an b 1 cfem Tage biß Arbeit ruhen. Bekränzt eure Häuser unb bie Straften ber Stäbfe unb Dörfer mit frischem Grün unb mit ben Fahnen be5 Reiches! An allen Last- unb Personenautos sollen bie Wimpel ber nationalen Erhebung flattern. kein Zug unb keine Straßenbahn fährt burch Deutschlanb, die nicht mit Blumen und Grün geschmückt ist! Auf ben Fabriktürmen unb Bürohäusern werben feierlich bie Fahnen bes Reiches gehiftt! kein kinb ohne schwarzweiftroten ober Hakenkreuzwimpel? Die öffentlichen Gebäude, Bahnhöfe, Post- und Telegraphenämtcr werden in frischem Grün erstehen? Die Verkehrsmittel fragen Fahnenschmuck? Wir sind ein armes Volk geworden. Aber die freudige Lebensbesahung, ben Mut zum Schaffen, ben trotzigen Optimismus, ber alle hinberniffe überwindet, taffen wir uns von niemanden nehmen! Das ganze Volk ehrt sich selbst, wenn es ber Arbeit bie Ehre gibt, bie ihr gebührt. Deutsche aller Stänbe, Stämme unb Berufe, reicht euch bie hänbe. Geschloffen marschieren wir In- bie neue Zeit hinein! Ls lebe unser Volk unb unser Reich! Der Reichsminister für Volksaufklärung unb Propaganda. Dr. Goebbels. Der Tag der nationalen Arbeit in Hessen. D a r m ft a b t, 24. April. (WSN.) Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: Im Auftrag des Herrn Reichsministers für Volks- aufUärung unb Propaganda gibt die Gaupropagandaleitung ber NSDAP, folgendes bekannt: Das Programm für den Tag der nationalen Arbeit liegt nunmehr für das ganze Gaugebiet Hessen einheitlich fest. Am Vorabend des 1. Mai werden hohenseuer entzündet, Burgruinen und sonstige markante Bauwerke beleuchtet. In der Frühe des 1. Mai wird in allen Orten durch die Musikkapellen der SA., oder anderer Formationen ein großes Wecken veranstaltet. Wo die Möglichkeit besteht, wird der Tag der nationalen Arbeit durch Böllerschüsse eingeleitet. Die GIock-en aller christlichen Kirchen werden läuten. Nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse werden Feldgottesdienste stattfinden, um den Segen Gottes für den Aufbau des Dritten Reiches zu erbitten. Die Belegschaften ber einzelnen Betriebe begeben sich bann zu ihren Arbeitsstätten, hier wirb in Anwesenheit der ganzen Belegschaft die Hakenkreuzfahne auf bem Betrieb gehißt. Lin Mitglied bes Betriebes spricht zu ber feierlichen Flaggenhissung einige Worte, burch bie ber (Bebaute ber Volksgemeinschaft zum Ausbruck kommt. Die Arbeitgeber werden ersucht, für die Beschaffung der notwendigen Hakenkreuzfahnen Sorge zu tragen. Nach hissung der Hakenkreuzflagge marschieren die einzelnen Betriebe einschließlich aller Angestellten usw. in geschlossenem Zug zu den großen öffentlichen Plätzen, auf denen Die Radio- übertragung aus dem Lustgarten in Berlin und nach Möglichkeit auch die Uebertra- gung des hessischen Staatsaktes stattfindet. Der Staatsakt ber hessischen Regierung finbet in Darmftabt auf bem Marienplah statt, hierbei werben Staatspräsibent Dt. Werner unb (Sau- BetriebsjeUenleiter Kern sprechen. Die Gemeindebehörden werden für die rechtzeitige und sorgfältige Aufstellung der Lautsprecheranlagen i im Einvernehmen mit der Ortsleitung der NSDAP. Sorge tragen. Nach der Uebertragung marschieren die Betriebe geschlossen ab und lösen sich dann auf. | Am Nachmittag ist ein großer Fesizug vorgesehen, der um 15 Ahr beginnt. 3n diesem Fesl- jug marschieren alle Fach- unb Berufsgruppen geschlossen für sich in ihrer Arbeilskleibung. 3cbe Berufsgruppe führt ein Schild mit, durch bas sie gekennzeichnet ist. Die Ortsgruppenleiter der NSDAP, sorgen für die rechtzeitige Herstellung der Schilder. Die Innungen des Handwerks werden gebeten, ihre Fahnen und Arbeitssymbole mitzuführen. Des weiteren ist es erwünscht, daß auf Flachwagen die deutsche Arbeit in ihren einzelnen Zweigen durch Sinnbilder dargestellt wird. Die NSBO. sendet ihre Mitglieder je nach Zugehörigkeit in die einzelnen Fachschaften, wo sie die Spitze übernehmen. Die Fahnen der NSBO. werden auf die einzelnen Fachschaften verteilt. In kleinen Gemeinden, die nur eine NSBO.-Fahne haben, wird diese an die Spitze des Zuges gesetzt. Die Führung der kaufmännischen Tinge st eilten im Zuge übernimmt der DHV. Die Sportverbände usw. marschieren hinter den Berufsgruppen. Sie werden jedoch ersucht, ihre Mitglieder je nach Zugehörigkeit in den einzelnen Fachgruppen zu belassen. Hitlerjugend, sowie 6Ql. und SS. marschieren am Ende des Zuges. Die Qlufftcl- lung und die Gesamtleitung des Fcstzuges übernimmt der jeweilige Ortsgruppenleiter der RSDQIP. Dieser ist verpflichtet, genau nach Qln- weisung des Kommissars bzw. des ihn vertretenden Kreispropagandaleiters zu arbeiten. Der Festzug schließt, soweit Redner hierfür vorhanden sind, mit einer großen öffentlichen Kundgebung. Diese Kundgebung muß jedoch spätestens 18 Uhr beendet sein, da zu diesem Zeitpunkt wieder bie Uebertragungen aus Berlin beginnen. Diese Uebertragungen werben ebenfalls auf öffentlichen Plätzen burch Großlautsprecher verbreitet. Olm Schluß der Uebertragungen, voraussichtlich also um 22 Ahr, können durch Gesangvereine usw. noch Darbietungen stattfinden. Selbstverständlich sind auch am Qlbend des 1. Mai Höhenfeuer abzubrennen und alle Burgruinen und sonstigen historischen Gebäude festlich zu beleuchten. Olm Tage selbst sollen überall P l a h k o nz e r t everanstaltet werden. Diese sind jedoch zeitlich so zu legen, dah sie sich nicht mit anderen Veranstaltungen überschneiden. Mchsminifler Dr. Goebbels spricht in Köln Eine Rede vor der rheinisch-westfälischen presse. Köln, 24. Qlpril. (Sil.) 3n dem bis auf den letzten Platz gefüllten großen Saale des Gürzenichs sprach Montagnachmittag Reichsminister Dr Goebbels vor etwa 700 Verlegern und Redakteuren der Rheinisch-Westfälischen Presse. Von der Orgelempore grüßten eine riesige schwarzweißrote und eine Hakenkreuzfahne. Reben den Vertretern fast der ganzen rheinisch- westfälischen Presse sah man die Führer der nationalsozialistischen Parteiorganisationen, Vertreter der Wissenschaft, der Wirtschaft, sowie die Spitzen der Reichs- und Kommunalbehörden. Der neue Oberpräsident der Rheinprovinz, Freiherr v. L ü n i n ck , begrüßte in herzlichen Worten den Reichsminister namens der gesamten rheinischen Bevölkerung. Reichsmmister Dr. Goebbels kennzeichnete Sinn und Zweck dieser Zusammenkunft dahin, dah die Lage geklärt werden müsse. „Ich halte es nicht für gesund, dah die Berliner Presse ihr bisherigesPri- m a t unverändert beibehält ; sie hat kein Recht dazu. denn sie Hal sich am schmählichsten benommen, wir erkennen unb schätzen bie Arbeit ber Presse im Canbe brauften. Ls wäre unklug, von bet Preise zu verlangen, baß sie restlos uniformiert wirb, wir betonen aber auch, eine Presse ohne Tenben; gibt es nicht. Denn es gibt nichts ohne Ziel, ohne Absicht, wir verstehen, baß es eine Presse gibt, bie sich bagegen wehrt, baß ihre Tenben; von einer Partei biftiert wirb. Denn wir verlangen selbst, baß nicht eine Partei, fonbem bie Ration bie Tenbenz angibt.“ Rach diesen grundsätzlichen Qlusführungen behandelte Dr. Goebbels in einer grohangeleg- ten Rede den heutigen Stand der Politik. „Es ist folgender Tatsachenverhalt gegeben: Hinter uns steht ein Volk von Bewußtsein, das weih, was es will. Wir haben die Massen und haben gewußt, jetzt auch erlebt, dah die Intelligenz von selbst cinschwenkt " lieber die Stellung zum Judentum führte der Minister u. a. aus: „Wir sehen die Juden als unsere Feinde an. Qlber wir haben Milde walten lassen, die das Judentum gar nicht verdient hat. Wenn es heute glaubt, daß diese Milde nur Schwäche sei, dann müßte es schnell anders belehrt werden. Der Boykott hat, obwohl er einen Tag währte, bewiesen, dah es keine Schwäche ist, denn das ganze Volk hat es mitgemacht und das Volk hat auch damit bewiesen, dah es mit der Regierung durch dick und dünn geht. Qlber wir sind uns klar darüber, dah wir heute erst einen Teil des deutschen Volkes für uns haben. wir müßen bas ganze Volk gewinnen, unb wir erreichen bies auch, benn wir kennen bas Volk, ben weg zum Volke unb werben bie verbinbung mit bem Volke nie verlieren. „Rach dieser Kennzeichnung des politischen Willens ist noch etwas über die wirtschaftliche und soziale Entwicklung seit dem 30. Januar zu sagen. Wir sind der ileberzeugung, dah nur bei einer gesunden Politik die Wirtschaft gesunden kann. Es war der grundlegende Irrtum in der Stresemannschen Politik, von der Wirtschaft aus politische Erfolge erzielen zu wollen. Der erste Vierjahresplan, dessen ersten Teil ber Reichskanzler am 1. Mai veckünben wirb, wirb bie wirtschaft an Haupt unb ©liebem reformieren. Der große Gesamtplan wirb auf wenige allgemein-verständliche Formeln gebracht werben, um auch bem Volk bas Derftänbnis für bie wirtschaftlichen Probleme, bie vor uns sieben, zu vermitteln. Die Regeneration der wirtschaft wirb nur burch eine Rettung ber beutschen Lanbwirtschaft möglich fein. f)anb in Hand mit Ihr geht bie Rettung bes deutschen Bürgertums unb ber beutschen Arbeiterschaft. Cs sind vor allen Dingen erst wichtigste Teilaufgaden in Gang zu sehen. Die Wirtschaft muß a'ier auch in sich reformiert werben. Denn wir haben nicht nur eine nationale, fonbem auch eine s o - zialistische Revolution." Dr. Goebbels wandte sich erneut an die Presse mit folgenden Ausführungen- „Die Regierung bringt Ihnen ein Uebermaß von 'B erfreuen entgegen. 5 i e sind auf uns, mir auf Sie angewiesen. Sie müssen aber von der Verantwortung erfüllt fein, daß eie zur ganzen Welt sprechen und daß Sie deshalb Kritik nur im Hinblick auf die große nationale Verantwortung üben." Zum Schluß berührte Dr. Goebbels Fragen ber Außenpolitik. Die beulfche Reichsregierung will keinen Krieg, sondern den Frieden, um sich der nationalen Aufbauarbeit zu widmen, wir sind nicht ton Gedanken erfüllt, bie Europa in neue politische Verwicklungen hineinstürzen können. Aber wir wollen die Sicherheit unseres Volkes, wir wollen feine Ehre unb fein tägliches Brot. Wir, die junge Generation, verwahren uns leidenschaftlich dagegen, daß wir den Krieg verschuldet haben. Wir haben den Krieg nicht gewollt. Die Welt wird eingeladen, bei uns festzustellen, wie unerträglich die Friedensvertröge geworden sind und daß nicht nur Deutschland unter diesen Friedensverträgen zerdrückt wird, sondern die ganze Welt. Wir grüßen den großen Führer der italienischen Nation, der diesem Gedanken Ausdruck gegeben hat zu einer Zeit, als dies noch unpopulär war. Wir sind überzeugt, die Geschichte wird von uns bekennen müssen, daß wir Männer waren, die dafür sorgten, daß das 'Abe n d - land nicht der Anarchie verfiel. Darüber sollten die westlichen Nationen nicht im Zweifel fein. Man glaubt auch wohl in Paris nicht, daß der Bolschewismus, wenn er Deutschland erfaßt hätte, in Aachen Halt gemacht haben würde. Die nationale Revolution in Deutschland hat einen Schutz- wall für Europa aufgeworfen. Beratungen im WirtschafiS- ausschuß des ReichskabineiiS. Berlin, 24. Qlpril. (ERB.) Wie wir erfahren, ist der Wirtschaftsausschuß des Reichskabinetts unter dem Vorsitz deS Kanzlers heute um 18 Uhr zu der angekündigten Sitzung zusammengetreten. Qln den Beratungen nimmt auch Reichsbankpräsident Dr. Schacht teil. Da Dr. Schacht an den vorbereitenden Washingtoner Besprechungen über dieWeltwirtschastskonferenz lcil- nehmen wird, ergibt sich, daß im Wirtschaftsausschuß die Einzelheiten seiner Mission besprochen werden. Es wäre denkbar, dah es sich dabei auch um die Frage handelt, ob Dr. Schacht allein reist, oder ob er von anderen Persönlichkeiten begleitet wird. Bekanntlich hat die amerikanische Regierung die Reichsregierung zu den vorbereitenden Besprechungen, ebenso wie die Regierungen von England und Frankreich, eingeladen. Die Washingtoner Besprechungen stehen natürlich sehr stark unter dem Eindruck der in den USA. selbst akut gewordenen Währungsprobleme. Daraus ergibt sich, dah der Re chs- bankpräsidept besonders berufen ist, die Re chs- regierung bei der Washingtoner Besprechung zu vertreten. (Empfänge beim Reichskanzler. Berlin, 24. April. (TU.) Der Reichskanz - l e r hatte am Montagoormittag sofort nach seiner Ankunft eine Reihe wichtiger politischer Lesprechun- gcn. Er empfing zunächst Reichswirtschrift^minister Dr. Hugenberg und später gemeinsam den Reichsinnenminifier Dr. Frick und ben Ministerpräsidenten von Mecklenburg Schwerin, Gran- z o w. Weiter empfing der Kanzler den ersten Bürgermeister von Hamburg, Strogmann. Am Nachmittag empfing der Reichskanzler den neuen Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Reinhardt zusammen mit dem Obersten a. D. Hierl, der bekanntlich als zweiter Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium in Aussicht genommen ist. Eigenmächtige Einsetzung vonKommiffaren inBetrieben verboten. Berlin. 24. Qlpril. (211.) Der Leiter des Berbindungsstabrs ter RSTQlP .Reiner, teilt mit: Mit Wirkung vom 25. Qlpril ist sämtlichen Parteidienststellen untersagt, Kommissare in irgendwelchen Betrieben einzusetzen. Sollte ihnen die Einsetzung e.nes Kommissars als unbedingt notwendig erscheinen, so ist die Genehmigung des Verbin- dungsstabes der RSDQlP. in Berlin cin- zuhvlen. Sachbearbeiter im Derbindungsstav ist Herr Dr. Otto Wagner. Dem Gesuch um Einsetzung eines Kommissars muß eine genaue Qlus- führung der Rotwendigkeit, sowie die Geeignetheit des beabsicht'gten Kommissars zugrunde liegen. Erst nach erteilter Genehmigung des Verbindungsstabes dar) dann der Kommissar eingesetzt werben. t». • v- H . dS« ; v.- e Adolf Ieß, Direktor der Universitäts-Augenklinik in Gießen, Prof. Dr. Gomberg, Rostock. Auf der Eröffnungssitzung sprach Geheimrat Krueck- n> a n n im Namen der deutschen Augenärzte. Er rühmte u. a. die Verdienste der spanischen Augenärzte um den Fortschritt der ophthalmologischen Wissenschaft. Aus den Vorträgen und 'Aussprachen über die Behandlung der Netzhautablösung durch Operation ist zu erwähnen, daß es jetzt gelingt, viele Menschen, die früher unrettbar der Erblindung anheimfielen, diesem traurigen Schicksal zu entreißen. Das Verfahren von Professor Dr. Gonic- Schweiz, das die Durchlöcherung der Netzhaut mit einem Brennstift verschließt und dadurch die Netzhautablösung beseitigt, wurde durch die Arbeiten der Oesterreicher Lindner, Guist, Safar, des Skandinaviers Larson, des Holländers Weve, der Deutschen Ieß, Clausen, des Spaniers Arruga, des Schweizers Vogt und anderer Augenärzte erweitert und verbessert. Die Aufzählung dieser Namen allein schon beweist, daß internationale Aussprachen unbedingt notwendig sind, um durch gegenseitige Förderung den Segen neuer Heilmethoden bei allen Völkern zu verbreiten. Ist es doch z. B. hierdurch gelungen, das Heilergebnis der Netzhaut von 6 v. H. auf 60 bis 70 v. H. zu verbessern. Nekhautablösung tritt sehr oft in stark kurzsichtigen Augen auf. Konflikt mit dem Rektor der Berliner Universität. Die Deutsche Studentenschaft verbreitet eine Mitteilung, wonach der Rektor der Berliner Uni-, versität, Professor Kohlrausch, die Entfernung der von der Berliner Studentenschaft angeschlagenen zwölf Sähe „W ider den undeut - schen Geist" in der Universität verlangt habe, widrigenfalls er das Rektorat niederlegen und die Hochschule nicht mehr betreten werde. Da die zwölf Thesen auch weiterhin aushingen, sei — so heißt es weiter in der Erklärung der Deutschen Studentenschaft — anzunehmen, daß Prof. Kohl- rausch von seinem Rektorat zurücktrete. „Damit dürfte auch in Berlin die Gleichschaltung, die in den letzten Tagen mit Professor Heidegger an der Universität Freiburg begonnen wurde, praktisch eingeleitet sein." Göttinger Dozenten gegen Professor Franks Rücktrittserklärung. Eine Anzahl Göttinger Hochschulprofessoren veröffentlicht eine Stellungnahme zu dem Rücktritt des Nobel-Preisträgers Prof. Dr. James Frank. In dieser Kundgebung heißt es u. a.: „Wir unterzeichneten Göttinger Dozenten sind der Ansicht, daß dieser Schritt allgemein, Insonderseit aber der Satz: „Wir Deutsche jüdischer Abstammung werden wie Fremde und Feinde des Vaterlandes behandelt" eine erhebliche Erschwerung der inner- und außenpolitischen Arbeit unserer Regierung der nationalen Erhebung bedeuten kann. Wir sind uns einig darin, daß die Form der obigen Rücktrittserklärung einem Sabotageakt gleichkommt, und hoffen, daß Die Regierung die notwendigen Reinigungsmaßnahmen beschleunigt durchführen wird." Infolge der Ferien war es nicht möglich, die Unterschriften aller Hochschullehrer zu erlangen. Wie aber aus gut unterrichteter Quelle verlautet, mißbilligt die Mehrheit der Dozentenschaft der Göttinger Universität Prof. Franks Erklärung. Kieler Studentenschaft fordert Beurlaubung von 28 Universitätslehrern. Die freie Kieler Studentenschaft hat den Rektor der Kieler Universität, Professor Dr. Scheel, in einem Schreiben aufgefordert, 28 namentlich aufgeführte Mitglieder des Lehrkörpers der Chri- stian-RLrecht-Universität zu veranlassen, ihre vorläufige Beurlaubung zu beantragen. Liu General zum Honorarprofessor ernannt. Der Generalmajor im Reichsverkehrsministerium Professor Dr.-Jng. Dr. phil. h. c. Karl Becter ist zum Honorarprofessor in der Fakultät für Allgemeine Wissenschaften der Technischen Hochschule Berlin ernannt worden. Gleichzeitig ist er beauftragt worden, in der genannten Fakultät die Allgemeine Heere stechnik in Borlesungen und Uebungen zu vertreten. Es ist außerdem beabsichtigt, eine ordentliche Professur für Wehrwissenschaften schon zum Sommer- semester 1933 an der gleichen Hochschule zu schaffen. Der Kanzler vor den Führern der NSSAV Reichskanzler Adolf Hitler bei seiner Ansprache vor den Führern der NSDAP, im Münchener Rathaussaal, in der er den Weg und die Ziele der nationalen Revolution umriß. 3ur Einsetzung des Kirchenkommissars in Mecklenburg. Berlin, 24. April. (TU.) Der Reichskulturwart der Glaubensbewegung „Deutsche C h r i st e n", Alfred Bierschwale, veröffentlicht zur Einsetzung des Kirchenlornmissars in Mecklenburg- Schwerin folgende Erklärung: „Dem evangelischen Kirchcnoolk sind die Protestaktionen der evangelischen Kirchenbehörden Deutschlands beim Reichspräsidenten von Hindenburg und beim Ministerpräsidenten Granzow nur dann verständlich, wenn sie als ein Versuch gewertet werden, eineim kirchlichen Interesse vollzogene Han d- lung zu einer politischen Staatsaktion ZU stempeln. Wir weisen einen derartigen Versuch auf das AUerentschiedendste zurück und erklären klar und eindeutig, daß die überwältigende Mehrheit des evangelischen Kirchenvolkes dem Ministerpräsidenten Granzow von ganzem Herzen für die Ernennung eines Staatskommissars im Kircheninteresse dankbar ist und entschieden von den Protestaktionen der amtlichen Kirchenbehörden, hinter denen das Kirchenvolk nicht mehr steht, a b r ü cf t." Der mecklenburgische Landesbischof hat sich nach Berlin begeben, um mit den zuständigen Kirchen und Reichsinstanzen über die Angelegenheit ZU verhandeln. In R o st o ck verlasen am Sonntag im Anschluß an den Gottesdienst die Pastoren von den Kanzeln eine Erklärung, in der sie gegen die Einsetzung eines Staatskommissars für die evangelische Kirche Einspruch erhoben und die Gemeinde aufforberten, im Gebet zu Gott eine Lösung des Konflikts zu erbitten. Vorbereitung eines Zusammenschlusses her lutherischen Kirchen Deutschlands. Berlin, 24. April. (CNB.) Der Evangelische Pressedienst meldet: Die in Berlin versammelten [ geistlichen Führer der deutschen evangelisch-kutheri- | schon Kirchen erkannten als erstrebenswertes Ziel eine f, arte evangelische Kirche deutscher Nation unter Wahrung des B e - kenntnisstandes. Sie beschlossen als ersten Schritt auf diesem Wege, den feften Zusam - menschluß ihrer evangelisch-lutherischen Kirchen als lutherischen Zweig der kom- menben Kirche tatkräftig zu betreiben. Das Echo in Italien. Rom, 24. April. (TU.) Die Rede des Reichskanzlers in München wird vom „(3 i o r n a l e b t a l i a" als klar, ehrlich, geschichtlich richtig und politisch am rechten Platz bezeichnet. Hitler habe den Friedenswillen Deutschlands erneut beftätigt, aber mit Recht hinzugefügt, daß Deutschland nicht weiterhin d i c Etikette eines Vasallen st aates ober Staates zweiter Drbnung tragen könne. Diese elementare Wahrheit, sagt bas halbamtliche italienische Blatt, stoße noch auf Wiberstünde bei einigen Nationen. Man verkünde die deutsche Gefahr und betreibe eben bei diesen Nationen gleichzeitig alles mögliche, um sie wiederzuerwecken und zu vermehren, indem man die Geduld und das Ehrgefühl einer großen Kulturnation bis an die Grenze des äußersten belaste. Die Friedensworte, die Hitler gestern in München gesprochen habe und die durch die verantwortliche Politik der neuen deutschen Regierung bisher voll bestätigt worden seien, würden jenseits der Grenzen, so fei zu hoffen, überzeugte Zuhörer finden. Nur noch geschloffene Arbeitslager. Berlin, 24. April. (ERD.) Reichsarbeitsminister Seldte hat zur Arbeitsdienst- fr a g e an die zuständigen Stellen die Weisung gegeben, daß die offenen Maßnahmen sofort auszuschalten sind, da sie der Aufgabe des Arbeitsdienstes widersprechen. Der Reichslommissar hat die Bezirksleiter angewiesen, in Zukunft keine offenen Maßnahmen mehr anzuerkennen und die laufenden stillzulegen. Wo es aus irgendwelchen Gründen, die der Reichskommissar im allgemeinen kennzeichnet, zur Zeit nicht möglich ist. die Stillegung zu veranlassen, sind die offenen Lager in Rotstandsarbei- t e n umzuwandeln oder in geschlossene Lager zu überführen. Das letztere darf aber nur dann geschehen, wenn die Gewahr dafür gegeben ist, daß solche geschloffenen Lager als Stammlager zur Vorbereitung der Arbeitsdienstpflicht anerkannt werden können. Hessischer Landtag abgesagt. Darmstadt, 24. April. Das Hessische Landtagsamt teilt mit: Die für Freitag, 28. April, 12.30 Uhr angesetzte Landtagssitzung fällt aus. Keine Mittel für wertlose und antinationale Zeitungen. Darmstadt, 24. April. (WS2k.) Auf Grund einer Anregung dos Herrn Staatspräsidenten wurden von den Ministerien eine Anzahl wertloser und anti nationaler Zeitungen abbestellt. Dadurch werden dem hessischen Steuerzahler jährlich etwa 1680 Mark erspart. Ein Kampfbunh her neuen unh nationalen Front in her Schweiz. Bern, 24. April. (TU.) Hier hielt der „Reue Kompfbund der neuen und nationalen Front" eine starkbesuchte Versammlung ab. Jugendliche Schweizer in blaugrauen Hemden und dem weißen Kreuz auf der roten Armbinde machten den Saalschutz. Der Präsident Dr. Tobler erklärte, daß es sich nicht um eine Nachahmung des Rationalsozialismus handele. Man spreche nicht von SA.-Truppen, sondern von dem Kampsbund „H a r st" , und statt des deutschen „Heil" begrüße man sich mit dem altschweizerischen Kampfruf „Haaruus". Zum Gruß werde die Hand erhoben wie auf Hodlers Gemälden. Oberstdivisionär Sonderegger wandte sich dann gegen Judentum und Freimaurerei Cs müßten Gesetze erlassen werden ge- §en die Aufreizung zur Revolution und gegen ie Antimilitaristen, Gesetze für den Schuh des Mittelstandes und gegen die Großhandelsunternehmungen, gegen den Mißbrauch der Presse- und Redefreiheit, gegen den Bolschewismus in Schule und Kirche, zum Schuh der Arbeitswilligen und zur Abwehr volksfremder Elemente Vom Verband Mittelheutscher Industrieller. Frankfurt a.M., 24. April. Das Präsidium des Verbandes Mitteldeutscher Industrieller gibt u. a. folgendes bekannt: Bewußt sehen wir davon ab, eine der in letzter Zeit so vielfach abgegebenen Lvrialitätserklärungen gegenüber der Regierung der nationalen Erneuerung auch unsererseits auszusprechen. Die Vergangenheit unseres Verbandes und feine gegenwärtige Arbeit sind der sicherste Garant für eine im besten Sinne nationale Führung der Geschäfte für die Zukunft. Wir hallen das Bestehen freier wirtschaftlicher Verbände auch neben einer ständischen Gliederung gerade im Interesse der letzteren für notwendig. Niemals wird Deutschland und die deutsche Wirtschaft auf die tatkräftige und gewollte Mitarbeit freier Wirtschaftler verzichten können und deren für die Allgemeinheit gerne getragene Verantwortung. Verantwortung jetzt Freiheit voraus, d. h. eines moralischen Menschen tatkräftigen, ungehinderten Einsatz der ganzen Persönlichkeit in einem starken, im besten Sinne autoritären Staat, unter dessen Fehlen die Wirtschaft in den letzten Jahren am allermeisten gelitten hat. Auf Anregung der NSDAP, hat eine Aussprache stattgefunden, an der die Herren Dr. Lüer und Eckardt von der NSDAP, einerseits, die Mitglieder unseres Präsidiums und der Geschäftsführer des Verbandes andererseits teilgenommen haben. Diese hat nichts ergeben, was unserer hier geäußerten Auffassung entgegenstände. Das neue Reich hat vollen Anspruch auf die Mitarbeit der Wirtschaft, die wir auch an unserem Teil gewähren werden, und diese Bitte um Unterstützung richten wir an unsere Mitglieder weiter. Kunst und Wissenschaft. Internationaler Kongreß der Augenärzte in Madrid. In Madrid findet der von nahezu 700 Ophthalmologen aller Lander besuchte XIV. internationale A u g/e närztekongreß statt. Zwei Hauptthemen b/schäftigen den Kongreß: „D i e Tuberkulose dös Auge s" und „D i e 'Netzhautablösung und ihre operative B e - handlun g". Aus Deutschland sind u. a. einge- trofsen: Geheimrat Prof. Dr. E. Str ueef mann, Berlin, Prof. Dr. Behr, Hamburg, Prof. Dr. Aus Mörikes Spuren. ' Don Emil Baader. Da ich mir das Schaffen und Schicksal Eduard Mörikes wieder einmal vor Augen stellte, erwachte plötzlich die Sehnsucht in mit, durch die Landschaft za wandern, in der Mörikes unsterbliche Gedichte entstanden sind. Rach Urach und Tübingen und in all die entlegenen Alb- dörser, in denen Mörike als Bilar wellte, bin ich nicht gekommen. Dafür aber nach Rcuenftadt an der Linde, der Stammhcimat der süddeutschen Mörikes, und vor allem nach Cleversulzbach, jenem idyllischen schwäbischen Dors „im Unterland", in welchem der Dichter die reichsten und glücklichsten Jahre seines Lebens verbrachte. Cs war schon Abend, da ich jungbelaubten Wäldern entlang gen Cleversulzbach zog. Ich hatte mich in Reuenstadt länger aufgehalten, als beabsichtigt war. Reuenstadt ist, wenn auch der Dichter selbst nie längere Zeit dort gelebt hat, doch eine rechte Mörike-Stätte. Rach Reuenstadt war im Jahre 1694 der junge Apotheker Bartholomäus Mörike aus Havelburg in der Marl eingewandert, hatte sich dort im Jahre 1707 mit der verwitweten Frau Hof- und Stadtapo- theker Auguste Marie Bischerin verheiratet und war damit Stammvater aller süddeutschen Mörikes geworden. Sein Sohn wurde Bürgermeister des Städtchens. Ein anderer Rachkomme, der Apotheker Dr. Karl Mörike, ist Begründer des „Mörile-Frauenstiftes". Klara Mörike, des Dichters Schwester, hat in diesem Stist die letzten Jahre ihres Lebens ver- bracht. Mörikes Tochter Fanny aber - und das war die große und freudige Ueberraschung für mich - traf ich als Siebzigerin, in körperlicher und geistiger Rüstigkeit im Rcuenstadter Stift. Ich bin mit ihr durch den alten Stiftspark gewandert, herrliche Ahornbäume und wunderbare Rotbuchen stehen darin — und habe mit dort von Mörike, dem gütigen und feinen Menschen, dem innigen deutschen Dichter erzählen lassen. Da erkannte ich. in Frau Fanny Hilde- brand-Mörile — sie ist inzwischen verstorben - tagte ein Stück Mörike in unsere Zeit hinein. Mit so viel Wärme und so viel herzlicher Heiterkeit erzählte und plauderte die Tochter Mö- rikes, daß ich glaubte, den Herzschlag und den Atem des Dichters selbst zu spüren. Die Gestalt und die Zeit Mörikes erwachte zu frischestem Leben. Frau Fannys Zimmer im Stift ist ein wundervolles Mörike-Heiligtum. Unmöglich aufzuzählen, was hier an kostbaren Mörike-Erinnerungen zu sehen ist: Bücher, Briefe, Bilder, Scherenschnitte und Andenken aller Art. Mit besonderem Stolz zeigte mir Frau Hildebrand eine Töpferei aus Mörikes Hand, in der Lorchec Zeit für die „liebe Fanny" geschaffen. Cs ist eine Schale mit einer Inschrift. Voll Andacht aber nahm ich jenes altehrwürdige Gesangbuch: „Die Gvttesharfe"^ur Hand, auf dessen letzte Seite der Dichter sein „Gebet" niederschrieb: Herr, schicke, was du willt, Ein Liebes oder Leides, Ich bin vergnügt, daß beides Aus deinen Händen guillt. Der Besuch bei Frau Hildebrand-Mörike war die beste Einstimmung für Cleversulzbach. Das in Neuenstadt Geschaute und Gehörte ging mir durch den Sinn und Verse Mörikes waren in mir lebendig, da plötzlich aus einem Wald blühender Obstbäume der Turm der Cleoersulzbacher Dorfkirche vor mir aufragte, jener Turm, der Mörikes geliebten Turmhahn so lang trug: Zu Cleversulzbach im Unterland Hundertdreizehn Jahr' ich stand, Auf dem Kirchturm ein guter Hahn, Als ein Zierat und Wetterfahn. Da ich durch das Dorf wanderte, erkannte ich bald, daß daß sich Cleversulzbach äußerlich keineswegs vor einem anderen deutschen Dorf auszeichnet. Als ich aber im Abenddämmer Den Weg zum Dorffried- hof einschlug — mächtige Kastanienbäume wölbten sich über Dem Friedhosstor — Da ich voll Ehrfurcht am Grab Der beiDen großen schwäbischen Dichtermütter stand, über das eine mächtige Linde friedvoll und feierlich ihre Aeste breitet (die Mutters Schil - l e r s und Die Mutter Mörikes ruhen bekanntlich auf Dem FrieDhof von Cleversulzbach), Da ich in später StunDe Durch Den Pfarrgarten schritt und unter jener Rotbuche weilte, in Die einst Mörike Den geliebten Namen Hölty einqrub, Da ich Durch Die „musizierende Gartentür" aus Dem allen Mörike- ©arten hinausschritt In weite abenDlidje Landschaft und Pfarrhof, Pfarrkirche und Pfarrdors Daliegen sah, im FrieDen Des Frühlingsabends, umfangen von Amseln und Nachtigallen, Da ging mir auf: das war eine Stätte: geschaffen für einen Dichter von Der Art Eduard Mörikes. Im Cleoersulzbacher Dorfwirtshaus fand ich Her- berge. In Der Frühe des neuen Tages bin ich nochmals durch Die Gaffen, Gärten und Winkel Des Dorfes gestreift. Dorn Pfarrherrn ließ ich mir jenen Brief Mörikes zeigen, in Dem er alle feine Nachfolger bittet, Sorge zu tragen für die Erhaltung des Grabes von Schillers Mutter. Der Lehrer des Dorfes zeigte mir die Schätze feines privaten Mörike- Museurns-, feine „Mörike-Kiste" Er hat darin nicht nur das ganze gedruckte Schrifttum vor uns über Mörike, sondern auch Handschriftliches von Mörike verwahrt. Ein Idyll für sich aber ist das „Mörike- Stübchen" von Frau Sebold im „2ldler". Ich habe schöne Sonntagsoormittagsstunden darin gesessen, mich seiner Kostbarkeiten freuend. Frau Se» bald ist eine Wirtin, an der Mörike, käme er wieder einmal in sein geliebtes Cleversulzbach, seine Freude haben müßte. Die Sonntagsglocken läuteten in schwäbischen Dörfern, Da ich durch herrliche Buchenwälder von Cleversulzbach gegen Weinsberg fuhr, in Die Stadt der Weibertreu, in die Stadt Justinus Kerner, der Mörike in guter Freundschaft und Nachbarschaft verbunden war Miliiärfilm. Diesmal heißt er: „I a, treu i st d i e S o l d a t e n l i e b e!" und spielt natürlich in der Borkriegszeit — abwechselnd in einem kleinen Wanderzirkus und einer Husarenkaserne, wo es allerdings mehr gemütlich als kriegerisch zugeht. Biel Liebe, viel Trompetenblcllen, harmloser illt, aber straffe Handlung und eine Reihe von gut sitzenden Pointen, die das Publikum zu stürmischer Heiterkeit hinreißen. Die Regie (Georg Jacoby) ist sichtlich mit Lust und Liebe bei der Sache und stellt eine ganze Schwadron samt Kesselpauker und Kapelle auf die Beine. Uebri- gens sieht man eine für Schwankverhältnisse bemerkenswert qualifizierte Besetzung: an der Spitze Fritz Schulz, eine liebenswürdige Berliner Operettenbegabung: Ida W ü st und der dicke Tiedtke machen ein komisches Zirkusdirektorenehepaar: auch die junge ilrfula Grab- l e y und H. A. v. Schlettow gehören zum grünen Wagen und in die Arena. Aus der Gegenseite wirken u. a. Heidemann als Leutnant, Fischer-Köppe als Wachtmeister, Camilla Spira als Wachtmeisterin und Paul Otto als General sehr verdienstlich. Auch der Pferdeliebhaber kommt übrigens bei diesem luftigen Husarenfilm auf seine Kosten. Produktion: Meßtro, Berlin. Seit Sonntag im Lichtspielhaus. — Aus dem Beiprogramm ist eine Dalmatinische Reisereportage und eine interessante Wochenschau hervorzuheben Ein berühmter polizeihunh töirh ausgestopff. Das Museum der ungarischen Stadt Fünfkirchen wird jetzt um eine merkwürdige Sehenswürdigkeit , bereichert, und zwar um den ausgestopften Körper eines Hundes, des berühmten „Boby", der den Beinamen „Der Satan von Somogy" erhalten hatte. Dieser Polizeihund, der einem Polizei-Inspektor in Fünfkirchen gehörte, hatte in den letzten Jahren bei dem Aufdecken von Verbrechen in der Rachbarschaft eine führende Rolle gespielt. In einem Fall, in dem ein geheimnisvoller Doppel-Raubmord begangen worden war, wurde Boby auf die Spur gebracht, weigerte sich aber, den Ort zu verlassen, sondern sprang beständig an einem Gendarm in die Höhe, der zufällig zugegen war. Man war zuerst von dem Benehmen des sonst so klugen Tieres enttäuscht, aber nach einiger Zeit stellte sich heraus, daß der von ihm so sehr beachtete Gendarm tatsächlich der Mörder war. Als Bobys Herr in den Ruhestand trat und nun als Privatdetektiv tätig war, wurde Boby fein wichtigster Mitarbeiter und bewies seine Ueberlegenheit über alle anderen Polizeihunde in zahlreichen Wettbewerben und in der Aufdeckung von Verbrechen. Reben seinem aus- gestopften Leichnam werden in dem Museum die Trophäen ausgebreitet, die er während feiner Laufbahn errungen hat. Hochschulnachnchten. Der ordentliche Professor an der Universität Marburg, Dr. Friedrich Klausing. ist als ordentlicher Professor für Deutsches und Bürgerliches Recht sowie Handelsrecht an die Universität Frankfurt berufen worden. Klausing lehrte schon in den Jahren 1921 bis 1932 als Ordinarius an der Universität Frankfurt, folgte bann einem Rus an die Universität Marburg und kehrt jetzt nach Frankfurt zurück. Anläßlich der Rückberufung von Prof. Klausing nach Frank,urt hat das Preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung in Ausbau des von dem Genannten in langjähriger Tätigkeit aufgebauten Seminars für Wirtschaftsrecht ein unter der Leitung der Professoren Klausing und de B vor stehendes JnstitutfürRechtstatsachen- forsch ung und angewandtes Wirtschaftsrecht errichtet. Die Hauptaufgabe des Instituts wird die Pflege des lebenden Wirtschaftsrechts sein, wie es sich in der Praxis der wirtschaftlichen Verbände usw. zeigt. 9er neue Provinzialtag und Provinzialausschuß. Die Provinzial-Wahlkommission für die Neubildung des Prooinzialtages und des Pro vinzialausschusfes von Oberhessen trat gestern im Negierungsgebäude au Gießen zur Feststellung des Wahlergebnisses zusammen. Provinzialdirektor Graes gab die neuen Be- stimmungen bekannt, die für die Neufestsetzung des ProvinAialtages und des Provinzial- a u s s ch u s s e s maßgebend sind. Er stellte ferner fest, daß von der NsDAP., von der Bereinigten Rechten (Kampffront Schwarzweihrot, Zentrum, Deutsche Volkspartei und Ehristlich-sozialer Volksdienst) und der Sozialdemokratischen Partei Wahl« Vorschläge eingereicht worden seien. Bei der Prüfung der Wahlvorschläge und Formalien hätten sich keinerlei Beanstandungen ergeben. Der Pro- oinzialtag bestehe in Zukunst nicht mehr aus 35, sondern nur noch aus 25 Abgeordneten. Bei der Reichstagswahl am 5. März habe die NSDAP, in der Provinz Oberhessen 133 276 Stimmen aus sich vereinigt, die in der Vereinigten nationalen Rechten zusammengeschlossenen Parteien erhielten 22 390 Stimmen, die Sozialdemokratische Partei 42 185 Stimmen. Demnach entfallen im neuen Provinziallondlog auf die NSDAP. 17, auf die vereinigte nationale Rechte 3 und auf die SPD. 5 Sitze. Entsprechend den eingereichten WahloorschlägtN gelten folgende Herren als gewählt: RSOAP: 1. ftloftcrmann, Alfred, Lehrer, Vockenrod. 2. Seipel II., Wilhelm, Landwirt, Fauerbach v. d. H. 3. Diehl, Konrad Philipp, Landwirt, Hoch-Weisel. 4. Bartholomäus, Hch., Arbeiter, Gießen. 5. Hofmann, Franz, Landwirt, Ranstadt. 6. Dörrschuck, Adam, Landwirt, Friedelhausen. 7. Fischer, Konrad, Landwirt, Hartershausen. 8. Straub, Heinrich, Spengler, Schotten. 9. Kurz, Adolf, Oberingenieur, Gießen. 10. Faulstich, Heinrich, Landwirt, Allendorf a. d. Lda. 11. Schäser III., Heinrich, Arbeiter, Vadenrod. 12. Vogt, Heinrich, Rechtsanwalt, Alsfeld. 13. Weller, Otto, Mühlenbesitzer, Schlitz. 14. Pfannstiel, Otto E. August, Landwirt, Bermuts- hain. 15. Dr. Löffler, Karl, Tierarzt, Drtciüieig. 16. Hofmann, Emil, Landwirt, Freienseen. 17. Kromm II., Wilhelm, Fabrikant, Schotten. Vereinigte nationale Rechte: 1. Schmidt, Anton, Eduard, Bürgermeister und Landwirt, Ober-Mörlen. 2. Schmahl, SUrl, Landgerichtsdirektor, Gießen. 3. Neuenhagen, Ludwig, Landgerichtspräsident a. D. Gießen. epD: 1. Lux, Anton, Gastwirt, Nieder-Florstadt. 2. Häuser, Heinrich, Parteisekretär, Gießen. 3. Moosdorf, Kurt, Bürgermeister a. D., Vilbel. -l. Seipp, Wilhelm, schreiner, Lollar. 5. Röhler, Joses, Bildhauer, Bad-Nauheim. Der provinzialausschuß. Für den P r o o i n z i a l a u s s ch u ß, der sich in Zukunft, wie bisher, aus 8 Mitgliedern zusam- mensegen wird, entfallen auf die NsDAP. 6 oifoe, auf die Vereinigte nationale Rechte 1 Sitz und auf die SPD. ebenfalls 1 Sitz. Als Mitglieder gewählt gelten die Herren- NSDAP: l. Klo st ermann, Alfred, Lehrer, Vockenrod. 2. S e i p e l II., Wilhelm, Landwirt, Fauerbach o. d. H. 3. Bartholomäus, Heinrich, Arbeiter, Gießen. 4. V o g t, Heinrich, Rechtsanwalt, Alsfeld. 5. K u r z, Aoolf, Obcringcnieur, Gießen. 6. K r o m m II., Wilhelm, Fabrikant, Schotten. Vereinigte nationale Rechte: 1. Dr. Bayer, Heinrich, Volkswirt, Bad-Nauheim. SPD: 1. M o o s d o r f, Kurt, Bürgermeister a. D., Vilbel. Als stellvertretende Mitglieder des Provinzialausschusses wurden gewählt: NSDAP: 1 Schäfer III., Heinrich, Arbeiter, Vadenrod. 2. D i e h l, Philipp Konrad, Landwirt, Hochweisel. 3. F a u l st l d> II., Heinrich, Landwirt, Mendorf a. d. Lda. 4. Dr. Mörschel, Richard, Finanzbcamter, Bruchenbrücken. 5. M a l k m u s jun., Karl, Bauingenieur, Alsfeld. 6. W e l l e r, Otto, Mühlenbesitzer, Schlitz Bereinigte nationale Rechte: 1. S ch m a h l, Karl, Landgerichtsdirektor, Gießen. SPD: 1. G c r l a ch , Friedrich, Gewerkschastsangestellter., Wieseck. Ser neue Gießener Kreistag und Kreisausschuß. Im Regierungsgebäude zu Gießen wurde ebenfalls gestern unter dem Vorsitz von Regierungsrat Grein der Kreistag und der K r e i s a u s - schuh für den Kreis Gießen festgestellt. Der Kreistag setzt sich in Zukunft, an Stelle der bisherigen 30 Abgeordneten, nur noch aus 20 Abgeordneten zusammen. Die NSDAP, erhielt bei der letzten Reichstagswahl im Kreise Gießen 37 315, die jetzt in der Vereinigten nationalen Rechten zu> sammengefaßten Parteien insgesamt 6637 und die SPD. 15 844 Stimmen. Demnach entfallen auf die NSDAP. 13, auf die vereinigte Nationale Rechte 2 und auf die SPD. 5 Mandate. Als gewählt gelten für die NSDAP: 1. K l r ch h ö f e r, Heinr., Bergverwalter, Hungen. 2. Lulcy^ Wilhelm, Rechtsanwalt, Gießen. 3. Metz, Karl, Steueroberinfpektor, Gießen. 4. Forchheim, Theodor, Arbeiter, Allendorf a. d. Lda. 5. Sattler, Karl, Pfarrer, Wieseck. 6. W r e d e, Karl, Direktor, Gießen. 7. B r ü ck e l, Wilhelm, Amtsgerichtsrat, Gießen 8. Jung, Otto, Ingenieur, Watzenborn-Steinberg. 9. Balser, Johann, Maurermeister, Bettenhausen. 10. Schmidt, Robert, Landwirt, Steinheim. 11. Will, Hans, Betriebsleiter, Leihgestern. 12. Hofmann IV., Jakob, Schuhmacher, Bersrod. 13. Rehfeld, Arthur, Schmied, Langsdorf. Vereinigte nationale Rechte: 1. Iantzen, Erich, Direktor, Lollar. 2. North, Franz, Postafsistent i. 9t., Gießen. SPD.: 1. Beckmann, Georg, Angestellter i. 9t., Gießen. 2. Sehrt, Ludwig, Landwirt, Lindenslruth. 3. Deibel III., Louis, Zimmerer, Staufenberg. 4. Oßwald, Karl, Maurer, Wieseck. 5. Schneidmüller. Georg, Bergmann, Gro- ßen-Linden. Der Kreisausschuß. Der Kreisausschuß setzt sich aus sechs Mitgliedern zusammen. Dem Kreisausschuß gehören in Zukunft vier Mitglieder der NSDAP, und zwei Mitglieder der SPD. an, während die Vereinigte nationale Rechte im Kreisausschuh nicht vertreten fein wird. Als gewählt gelten: NSDAP: 1. Brückel, Wilhelm, Amtsgerichtsrat, Giehen. 2. Wenderoth, Wilhelm, Arbeiter, Gießen. 3. W i e d e r st e i n, Wilhelm, Kaufmann, Hungen. 4. Berghöfcr, Heinrich, Landwirt, Treis a. d. Lda. Als deren Stellvertreter: 1. D r a u d t, Hermann, Pfarrer, Lich. 2. Metz, Karl, Steueroberinspektor, Gießen. 3. Wrede, Karl, Direktor, Gießen. 4. Jung,Otto, Ingenieur, Watzenborn-Steinberg. SPD: 1. Beckmann, Georg, Angestellter i. 9t., Giehen. 2. Benner, Karl, Gewerkschaftsangestellter. Als deren Stellvertreter: 1. Sehrt, Ludwig, Landwirt, Lindenstruth. 2. Schneidmüller, Georg, Bergmann, Gro- ßen-Linden. Geschlossenheit der Gießener Kommunalbeamten. Gleichschaltung der Ortsgruppe Gießen des Landesverbandes hessischer Gemeindebeamten und »Angestellten e.D. Am Samstag hielt die Ortsgruppe Gießen des Landesverbandes Hess. Gemeinde- beamten und »anae ft eilten e. V. im Saale des „Aquarium" auf Grund des Gleichschaltungsgesetzes ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Die Versammlung stand von vornherein im Zeichen der nationalen Erhebung Der Saal war mit der Hakenkreuzfahne, der schwarzweihroten Flagge und dem Bild des Reichskanzlers Adolf Hitler geschmückt und bis auf den letzten Platz besetzt. Nach Verlesung des Geschäfts- und Kasienberichtes des verflossenen Jahres legte der seitherige Vor- stand geschlossen seine Aemter in die Hand der Mitgliederversammlung zurück; es wurde ihm Entlastung erteilt und der Dank für die geleistete Arbeit ausgesprochen. Auf Vorschlag der Nationalsozialistischen Beamten-Arbeitsgemeinschaft wurde der Vorsitz während der folgenden Wahlhandlung dem Parteigenossen Derwaltungsinspektor Wied- metjer übertragen. Pg. Wiedmeyer gab einen Ueberbütf über die politische Entwicklung bis zum heutigen Tage. Er betonte dabei besonders, daß die Führung einer Beamtenorganisation unbedingt in die Hände von Nationalsozialisten gelegt werden müsse, um dem Marxismus und der Demo- fratie mit ihren unehrlichen Prinzipien zu Leibe rücken zu können. Deshalb verlange die Nationalsozialistische Beamten-Arbeitsgemeinschaft in Verbindung mit der Kreisleitung der NSDAP, zum Zwecke der Gleichschaltung die restlose lieber« fübrung der Dorstandsämter in Händ e von Nationalsozialisten. Er trat außer- dem für die Verkleinerung des Vorstandes ein und erklärte, daß für demokratisches Verhandeln heute kein Raum mehr sei. Die Leiter einer Beamtenorganisation mühten durchdrungen sein von dem Gefühl für die Gesamtheit zu arbeiten — Gemeinnutz gehe vor Eigennutz! Alsdann unterbreitete er der Versammlung den von der Nationalsozialistischen Beamten-Arbeitsgemeinschaft in Verbindung mit der Kreisleitung der NSDAP. Gießen ausgestellten Vorschlag für die Neubesetzung des Vorstandes der Ortsgruppe Gießen des Landesverbandes hessischer ©emeinbebeamten und -ange st eilten e. V. mit der Aufforde- rung, sich geschloßen hinter die neuen Männer zu stellen. Nach kurzer Debatte, in deren Verlauf Herr Verwaltungsdirektor Kolb mit begeisterten Worten für die neue Sache eintrat und die städtische Beamtenschaft aufforderte, geschlossen hinter die nationale Regierung zu treten und ihre Kräfte zur Verfügung zu stellen, nahm die Versammlung den Vorschlag der Nationalsozialistischen Beamtenarbeitsgemeinschaft ei n st i m m i g an. Der Dorstand setzt sich nunmehr aus folgenden Parteigenossen und Mitgliedern der NSDAP.- Beamtenfachschaft zusammen: 1. Vorsitzender: Verw.- Sefretär Georg Pfeil, 2. Vorsitzender: Prov.-Kassenoberinspektor Pfaff, 1. Schriikiührer: Derw.- Odersekretär Karl Pfeil, 2. Schriftführer: Verw - Sefretär Karl Rotherme l, 1. Rechner: Derw.- Sckretär. Friedrich Feyh, 2. Rechner: Derw- Praktikant Georg Wahl, Beisitzer: Betriebs- Inspektor Steckenmesser, Sparkassenangestellter Morsch und Oberamtsgehilfe G. ijenn. Damit war die Gleichschaltung restlos erreicht. Der erste Vorsitzende dankte hieraus der Versammlung für das einmütig ausgesprochene Vertrauen und brachte ein dreifaches „Sieg-Heil"' auf den Führer Adolf Hitler aus. Mit dem Gesang des Horft-Wessel-Liedes war die Vorstandswahl beendet. Anschliehend berichtete der Geichäftsführer des Landesverbandes Reck über die beamtenpolitische und organisatorische Lage. U. a. teilte er mit, daß inzwischen die Leitung des Deutschen Leaintenbundcs nach dem Führerprinzip umgebildet und der Aufgabenbereich des Deutschen Beamtenbundes wie folgt festgelegt worden sei: 1. Die Aufboutatigkeit der Reichsregierung mit allen Kräften zu unterstützen und deren streben nach Schaffung einer wahren Volksgemeinschaft zu fördern, 2. die sittliche Berufs- und Lebensauffassung des deutschen Beamten auf der Grundlage "deutscher Ueberlieferung zu pflegen und weiter zu entwickeln, 3. die Bedeutung des Berufsbeamtentums als organischen Bestandteil des deutschen Volks- und Staatslebens bei allen Volksgenossen zu verlebendigen, 4. alle Standes- und sonstigen Beamtenfragen initiativ zu pflegen und zu vertreten, 5. die sachliche und staotspolitische Weiterentwick lung der Beamtenschaft zu fördern. Wie groh das Vertrauen der Beamtenschaft zu dem unter neuer Führung stehenden Deutschen Bc« amtendund geworden sei, gehe aus der Tatsache hervor, daß eine große Anzahl außenstehender Verbände in Zeichen ihren Beitritt zum Deutschen Beamtenbund erklärt hatten. Die wahre und voll tommene (Einigung der deutschen Beamtenschaft werde unter der Führung des Leiter» der 'Beamten- abteilung der 'NSDAP., Reichstagsadgeordneten I. Sprenger - Frankfurt o. M., zur Wirklichkeit. 2)ie Gemeindebeamten und -angestellten Hessens gelobten dem neuen Führer Gefolgschaft und treue Miiardeit bei seinem Wirken für das Wohl des heutigen Berussbeamtentums des geeinten deutschen Staates und der deutfchen Nation. Der neubeftinuntc erste Vorsitzende schloß die Versammlung mit einem „Sieg-Hell" aus den Reichspräsidenten, den Reichskanzler und den hessischen Staatspräsidenten. Der Gesang des Deutschlandliedes bildete den Abschluß der denkwürdigen Versammlung. Erholung und Freude im Garten. Aus der Geschichte der deutschen Gartenliebhaberei. „Laßt uns unseren Garten bebauen" — dies Wort, mit dem Voltaire die tragischen Abenteuer seines „Candide" beschließt, ist immer mehr zu einer allgemeinen Lebensweisheit des 'Menschen geworben. In ber Gartenarbeit Erquickung und Erholung, Ablenkung und Erfrischung zu suchen, ist heute sehr vielen ganA selbstverständlich, die sich ein kleines Stück Erbe als friebuolie Zuflucht inmitten der Wirren bes Lebens gesichert haben. Neben bem Berufsgärtner steht in ber beutschen Geschichte von Anfang an ber Gartenliebhaber, wenn auch freilich bieses so gesunbe und nützliche Steckenpferd sich im ganzen Volk erst viel später eingebürgert hat. Als die Mönche im frühen Mittelalter den Gartenbau in Deutschland einsührten, da waren neben dem Pater Gärtner, der das Ganze leitete, stets auch fromme Brüder tätig, die mehr §u ihrem Vergnügen Blumen und Früchte zogen. Ein solcher Liebhaber ist der berühmte Abt bes Klosters Reichenau ae- wesen, Walahfrieb Strabo, bem wir bas älteste Gartengedicht ber beutschen Kultur verdanken, das freilich noch lateinisch versaßt war. Der Dichter erzählt in der Einleitung zu diesem Werk ausführlich von den Mühen und Freuden: Wie beim Frühlingsbeginn der Boden ganz mit Brennejfeln be- deckt ist, wie er ihn umgräbt, jeden Maulwurss- haufen zerstört, jeden Regenwurm aufließt, wie er bann Beete formt, ben Boben mit Rechen unb Hacke zerkleinert, fetten Dünger in Körben herbei- schafft, um die harte Krume zu lockern, wie er endlich den Samen legt, überwinterte Pflanzen umsetzt und nach bem Aufaehen ber zarten Saat reines Wasser in großen Gefäßen herbeischleppt, bie Pflänzchen aber mit hohler Hand begießt, um sie nicht zu schäbigen. Welch reichen Ertrag ihm all bicse Sorge und Arbeit bietet, davon künden die jubelnden Verse, die das Wunder ber Blumen, bie Pracht ber Früchte schilbern. Wie verliebt bie Menschen bes Mittelalters häufig in bas Gartenwesen waren, bavon bietet ein Beispiel ein Bilb aus bem „Lustgarten" ber Aeb- tissin S) e r r a b von ßanbsberg: hier wird ein Ein- siebter bargefteüt, ber bie himmlische lugenbleiter bereits bis "zur höchsten Sprosse erklommen; boch in so luftiger Höhe angelangt, kann er sich nicht enthalten, noch einen Blick auf das blühende Oärtlein an feiner Hütte zu werfen, unb kopfüber stürzt er sich herunter, weil er bas irbische Paradies dem himmlischen vorzog. Im ritterlichen Burggarten versahen zumeist die Frauen die Gartenarbeit; die Ritterfräulein säten hier 'Blumen, gruben wohl auch selbst die 'Beete um; nur bas Unkrautjäten, bas als schwerste Arbeit galt, überließen sie den Mägben unb Knechten. In ber Renaissancezeit werben besonders bie Gelehrten und die Fürsten von der Gartenliebhaberei ergriffen. So mancher berühmte Humanist zog sich selbst bie seltenen Pflanzen unb Kräuter, die ihm aus fernen Landen gesandt wurden, und die Herrscher gingen im Anbau ber Gärten ihren Untertanen mit gutem Beispiel voran. Ein Muster bafür sind „Vater 21 u g u ft" und „M u 11 c r Ann a", der Kurfürst von Sachsen und seine Gemahlin, die selbst in ben Gärten arbeiteten, bie sie rings um ihre Schlösser schufen. Eigentlich heimisch geworben im Garten ist aber der deutsche Mensch boch erst im 18. Jahrhundert, und so wurde die Garten Liebhaberei erst in dieser Epoche im 'flürgerftanbe ganz allgemein. Typisch für diese liebevolle Pflege unb Wartung seltener unb schöner Pflanzen ist bas Bilb, bas Goethe in „Dichtung unb Wahrheit" von seinem Großvater, bem Stabtschultheißen Textor entwirft :„Dic vielfachen Bemühungen, welche nötig sind, um einen schonen Nelkenflor zu erhalten, ließ er sich niemals verdrießen. Er selbst band sorgfältig die Zweige bei Psirsichbäume fächerartig an bie Spaliere, um ein reichliches unb bequemes Wachstum ber Früchte zu befördern. Das Sortieren der Zwiebeln von Tul pen, Hyazinthen und verwandten Gewächsen, sowie die Sorge für die Aufbewahrung derselben überließ er niemandem, und. noch erinnere ich mich gern, wie emsig er mit bem Okulieren der verschiedenen Rosensorten sich beschäftigte." Goethe hat von diesem Großvater die leidenschaftliche Gartenliebe geerbt. Als er sich seinen Garten am „Stern" des Weimarer Parkes anlegte, da lernte er eifrig alles, was der Gärtner wissen muß. Reicharts „Land- unb Gartenscha tz", eins ber beliebtesten bamaligen Lehrbücher, war sein ständiger 'Begleiter. Nun legte er den Grund zu seinen botanischen Kenntnissen, und wenn er so recht nach Herzenslust geschauselt unb gegraben, gedüngt unb gepflanzt hat, bann nennt er bas in seinem Tagebuch „immer bie schönsten läge". Für diese Liedhaber-Arbeit ber Menschen de, klassischen Zeit sind die schönsten Zeugnisse das „Gartenjournal" des bekannten Märchenbichters M u s ä u s , ber Tag für Tag berichtet, was er in seinem vor ber Stabt Weimar gelegenen Garten getan hat, und bie Briefe ber Ernestine Voß, ber Gattin bes Homer-Uedersetzers. Mit ihrem Bruder, bem ,Z)ain"-Dichter Boie steht Ernestine in lebhaftestem Briefwechsel über alle Gartendinge. Er schickt ihr seltene Sämereien unb Pflanzen unb sie berichtet barüber, was sie bamit macht. „Gestern habe ich zum ersten Mal in meiner Gartenschule gearbeitet, bas ist mir ein Fest gewesen", heißt cs ba z. B. Alle Freube ihres Daseins erwächst aus bem „köstlichen Stückchen Welt, das ich mir geschaffen." Diese Bewegung ist bann von der Romantik und besonders ber Biedermeierzeit fortgeführt worden. Die neuerwachte Freude an der Gartenarbeit, die heute so weite Kreise unseres Volkes burchdringt, knüpft an bieses Gartengluck vor 100 Jahren an. Wie man bamals arbeitete, hat uns Gustav Klemm in seinen „kulturhistorischen 'Briefen" bc richtet: „Das Ausjäten des Unkrauts, das Gießen der Beete, das Reinhalten der mit weißem oder gelbem Sand bestreuten Wege nahm Zeit und Mühe in Anspruch, Magd und Kinder halsen mit der Gießkanne unb bem Rechen. Diese Meinen Gärten waren der Sitz bes tiefsten Friedens, bescheibenen Glücks unb herzerfreuender Ordnung. Do kauerte an stillen Abenden der Hausherr im Schlafrock am Nelkenbeet, prüfte und besah, senkte unb ftängclte seine Lieblinge ober ging an ben Spalieren hin, nachzusehen, ob bie gepfropften ober okulierten Bäume gebiehen. Buntes Allerlei. Zwei Kriminaldramen auf einmal. Während ein spannender Kriminalfilm in dem Granada-Theater zu Reuyork abrollte und die 1000 Zuschauer in atemloser Spannung hielt, vollzog sich zugleich in Wirklichkeit ein nicht minder aufregendes Derbrecherdrama in dem Gebäude. Der Film „Der glückliche Teufel" hatte gerade seinen Höhepunkt erreicht, und man sah einen Einbruch in eine Dank, der mit allem RealiSmuS des Hollywooder Filmstils vorge- führt wurde, als in das Dureau des Theater- Direktors Charles Mann zwei schwer bewaffnete Männer einbrangen unb ihm „Hande hoch!" zuriefen. Sie befahlen ihm. ben Geldschrank au öffnen, und als er sich weigerte, schlugen sie ihn mit den Kolben ihrer Revolver nieder, knebelten ihn und fesselten ihn. Während sie den Inhalt des Geldschrankes untersuchten, klopfte ein Bote an die Tur. und daraufhin entflohen sie mit nur ein paar Dollars als Deute durch die Hintertür. Als der Dote in den Raum eintrat, fand er den Direktor gefesselt und rief nach der Polizei. Das Kinopublikum hatte von diesem Dorgang nicht das geringste bemerkt. Als die Schutzleute anlangten, hielten sie bie Revolverschüsse, bie gerade im Film abqefcuert wurden, für das Zeichen eines heftigen Kampfes, der mit den ‘Beehre» chern tobte, stürzten in den Zuschauerraum unb mußten hier fest stellen, daß bie schwerbewaffneten Verbrecher nur Schatten waren, während bie wirklichen längst bas Weite gesucht hatten. Weniger Zische in der Nordsee. Rach bem neuesten Bericht bes Fischerei-Amtes, den das englische Ministerium für Ackerbau und Fischerei veröffentlicht, hat man eine Verminderung verschiedener eßbarer Fische in der Nordsee feftgeftellt. Rur der Hering und der Kabeljau erfreuen sich noch der alten unerschöpflichen Fülle. Dagegen nimmt die Scholle an Zahl ab. Don diesen Tieren sind in den letzten Jahren größere Wengen gefangen worden als früher, und es ergab sich habet, daß nur junge Tiere erbeutet wurden. Dadurch hat der Wert beträchllich abgenommen. Die Erträgnisse deS Dvrschsanges haben noch mehr gelitten. Während im Jahre 1925 eine Million Zentner Dorsch an den englischen Küsten gelandet wurde, waren eS 1931 nur noch 700 000. Sehr bedenklich ist dabei, daß die großen wertvollen Dorsche, die 1920 noch die Hälfte der Deute ausmachten, jetzt auf ein Zehntel des ganzen Fanges zurückgegangen sind. Da der weibliche Dorsch nur laicht, wenn er eine bestimmte Größe erreicht hat, so muß mit einer stetigen Abnahme der Dorschbevölkerung der Nordsee gerechnet werden, da immer weniger Weibchen zur Fortpflanzung gelangen. Auch der Schellfisch ist im Abnehmen. AIS Maßnahme gegen diese Verringerung einer Anzahl wich iger Fischarten der Nordsee wird die Verwendung von Retzen mit größeren Waschen gefordert. Dadurch können die Fischer nur die größeren Fische an Dord bringen und die kleineren werden dadurch geschützt, so bah sie in Ruhe wachsen und sich vermehren können. Mit dem Rad durch drei Erdteile. Eine Fahrt von 23 000 Kilometer durch Afrika, Asien und Europa haben zwei junge Leute zurückgelegt, der Deutsche Richard K o ck 1 e r unb der Südafrikaner Kenneth Poulton, und zwar auf gewöhnlichen Zweirädern, die allerdings mit Hilfsmotoren ausgerüstet waren. Der Weg ging von Kapstadt über Johannesburg, Nairobi, Khartum und Kairo durch den Schwarzen Erdteil, dann über Konstantinopel, Wien, München und Amsterdam dis nach London. Sie führten jeder nur eine Decke mit sich und als medizinische Ausrüstung etwas Verbandstoff. Jod und Chinin. In jeder Art von Wetter, unter der furchtbarsten Hitze, bei strömendem Regen unb schrecklichen Schneestürmen sind sie immer weiter geradelt. Kockler hakte verschiedene unangenehme Abenteuer; er flog wohl ein dutzendmal in Sümpfe, stürzte von Felsen herunter, brach sich in Rord-Rhodesien eine Rippe, erlitt in Holland bei einem Sturz GesichtSwunden und wurde auf dem Dalkan von einem Automobil überfahren. Trotzdem haben beide bie Reise gut überstanden. SJi.-tfpott Verbandsspiel Ergebnisse aus dem Gau Gießen-Wehlar. II. Bezirksklasse: Weilburg — Löhnberg 3:7 (2:3); SC. Wetzlar-Niedergirmes — Aßlar, Aßlar verzichtet auf Punkte und Spiel; Ettingshausen gegen DfB. Gießen II, Gießen verzichtet; Laubach gegen Leihgestern, Leihgestern verzichtet. Gau klasse I: Holzhausen — Ulm 5:0 (0:0); Dutenhosen — Wieseck 1:2; Großen-Buseck gegen Lich 2:1 (1:0); Niedcr-Weisel — VfB. Gießen III 2:4 (1:2), für Nieder-Weisel gewonnen; 1900 Gießen III — Heuchelheim 2:2 (1:1). Gesellschaftsspiele: 1900 Gießen Liga gegen Homburg I 4:1 (1:1); Steinberg 1 gegen Ockershausen I 4:4 (1:3); Butzbach I — VfB. Gießen Liga 4:1 (2:0); Wetzlarer 2V. Liga — Borussia Fulda Liga 1:2 (1:1); VfB. Gießen II — Gar- bcnteich 3:5; 1900 Gießen IV — Heuchelheim II 4:2 (2:1). Handball und Fußball beim Deutschen Turnfest. Die Deutsche Turnerschaft gibt jetzt die Termine und die Zahl der teilnehmenden Mannschaften an ihrer diesjährigen Handballmeisterschaft, deren Vorschlußrunde und Endspiele beim 15. Deutschen Turnfest in Stuttgart ausgetragen werden, sowie für die Durnfestrunde im Fußball bekannt. Meldeschluß für alle Teilnehmer ist am 17. Mai. Die Vorrundenspiele werden am 28. Mai ausgetragen, die Zwischenrunde im Handball am 11. Juni und die Zwischenrunde im Fußball am 18. Juni. In jeder Spielart verbleiben acht Mannschaften für die im Rahmen des Turnfestes zur Durchführung gelangenden Spiele. Neuordnung auch im deutschen Tennis. Der Vorstand des Deutschen Tennis-Bundes trat am Sonntag anläßlich der Davispokal-Trainingsspiele zusammen und faßte zur Regelung der augenblicklich schwebenden Fragen bis zur endgültigen Entscheidung durch den Staatskommissar des Reiches einige wichtige Beschlüsse, die in erster Linie das Arier-Problem betreffen. Der Beschluß lautet wie folgt: 1. Die Frage der Zugehörigkeit von Richt- arievn im Vorstand des Deutschen Tennis-Bundes ist dadurch erledigt, daß die bisher nichtarischen Mitglieder des Vorstandes und seiner Kommissionen ihr Amt niedergelegt haben. 2. Die Ausstellung von Richtariern für repräsentative Spiele (Davis-Pokal, Länderwettkämpfe, Meden-Spiele) und für offizielle Verbandsspiele darf nicht vorgenommen werden. 3. Die Verbände und Vereine werden ersucht, dafür Sorge zu tragen, daß die Richtarier in führenden bzw. repräsentativen Stellen bzw. Vorständen nicht verbleiben. 4. Die weitere Frage der Mitgliedschaft von Richtariern in den Vereinen, ihre Betätigung bei Veranstaltungen und Ausübung des Sports sind den örtlichen Verhältnissen anzupassen, bis zur Regelung durch den Staatskommissar, dessen Einsetzung durch die Regierung in Kürze zu erwarten ist. 5. Der Deutsche Tennis-Bund hält die Mitgliedschaft eines Vereins ausgesprochen jüdischen Charakters nicht für tragbar. Bei Reuaufnahmen von Klubs in den Bund bzw. in die Verbände oder von Personen in Klubs wird eine besondere Prüfung dahin notwendig sein, ob diese Einzelpersonen oder Klubs sich in marxistischer oder sonstwie staatsfeindlicher Weise betätigt haben. Olympiade 1936 bleibt international. Das Organisations-Komitee für die XL Olympiade 1936 in Berlin antwortet auf die verwirrenden und verhetzenden Meldungen in einem Teil der Auslandpresse mit folgender Erklärung: „Gegen die immer wieder in der ausländischen Presse geäußerten Bedenken wiederholt das Organisations-Komitee für die XI. Olympiade in Berlin 1936 seine Stellung, daß die Sportsleute der Welt bei den Olympischen Spielen in Berlin willkommen sein werden und ohne Unterschied der Rasse empfangen und behandelt werden." Darzi siegt im „Großen preis von Monaco". Der „Große Preis ton Monaco", ein Automobilrennen, das durch die Straßen der Stadt Monte Carlo führt, wurde am Sonntag zum fünften Male ausgefahren. Das Rennen endete mit dem glücklichen Sieg des, Italieners Varzi (Bu- gatti), der die Strecke in der neuen Rekordzeit von 3:27:49,4 — 91,808 Stundenkilometer durchfuhr, nachdem bis zwei Runden vor Schluß noch Ruvolari geführt hatte, der aber wegen Defekt vorzeitig ausschied. Durch den Anfall Caraccio- las wurde das Rennen ohne deutsche Beteiligung ausgetragen, lieber den ganzen, 318 Kilometer langen Weg lieferten sich Varzi und Ruvolari einen unerhörten Zweikampf, einmal lag Darzi, dann wieder Ruvolari vorn. Als dann der Alfa-Romeofahrer Ruvolari ausschied, war für Rarzi der Weg zum Sieg frei. Kurze Sporinotizen. 2 0 0 Stundenkilometer flog über den Garda-See der italienische Pilot Dernasconi mit einer Spezialmaschine auf einem 3-Kilometer- Dre'.eckskurs anläßlich eines Probcfluges. Er übertraf damit noch den phantastischen Welt- rekotd seines Landsmannes Agello um 18 Kilometer. * Deutscher Waldlaufmeister wurde wieder Kohn (Berliner SC.) vor Schönfelder (Wllns- dorf). Die Mannschaftsmeisterschaft fiel an den Polizei-SV. Berlin. Wirtschaftslage und Sparkassen. In den vergangenen Wochen ist die Entwicklung der Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen besonders sorgfältig beachtet worden. Die E i n läge n k u r o e geht aufwärts. Die letzten Monate brachten erfreuliche Einzahlungszugänge. In einer Reihe von Fällen haben die Sparkasseneinlagen bereits wieder den Stand vor der Zahlungskrise 1931 erreicht. Die zentralen Liquiditätskredite konnten infolgedessen weiter vermindert werden. An dieser günstigen Entwicklung ist vor allem der psychologische Wandel in der Bevölkerung beteiligt. Es ist in den Sparerkreisen offensichtlich Beruhigung und Vertrauen wieder eingekehrt. Da es 19 Millionen Sparer bei den deutschen Sparkassen gibt, ist es ohne weiteres erklärt, daß dieser psychologische Antrieb von der politischen Entwicklung entscheidend beeinflußt wird. Unter der Unsicherheit der politischen Verhältnisse der letzten Jahre haben die Sparkassen naturgemäß besonders stark gelitten. Sie können daher von einer Stabilität in der Politik, die eine sehr wesentliche Voraussetzung für eine geordnete Spartätigkeit schafft, nur Nutzen ziehen. Der Sparer will Ruhe, Ordnung und Schutz. Er hat darum mit Befriedigung von den Regierungserklärungen Kenntnis genommen, daß keinerlei Experimente wirtschafts- und währungspolitischer Art beabsichtigt sind, was hinsichtlich der Stabilität der Reichsmark der neue Reichsbankpräsident ausdrücklich bestätigte. Bekanntlich können die Sparkassen in dem Maße, in dem Einlagen ihnen zufließen, auch wieder daran denken, Kredite herauszugeben, die satzungsgemäß in der örtlichen Wirtschaft Verwendung finden. Von dieser günstigen Entwicklung werden in erster Linie Handwerk, Kleingewerbe und Landwirtschaft berührt. Es zeigt sich in erfreulicher Weise, wie stark eine ruhige Entwicklung den Einlagenbestand und damit das Kapitalangebot beeinflußt und in welchem Maße vom Einlagenzufluß die Gesundung der Wirtschaft abhängig ist. ’ 6prozentige (ehemalige 8prozen- tige) Hessische Staatsanleihe von 1 9 2 8. Die ab 1. Iuni 1933 nach den Anleihebedingungen vorgesehene Planmäßige Tilgung ist durch freihändigen Ankauf der Teilschuldverschreibungen erfolgt. * Gesellschaft f ü r elektrische Unternehmungen, Berlin. Der Aufsichtsrat beschloß, der auf den 15. Mai einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 5 (4) Prozent auf das Aktienkapital von 80 Millionen Mark vorzuschlagen. Frankfurter Abendbörse sehr still. Frankfurt a. TR., 24. April. Die Abendbörse hatte außerordentlich stilles Geschäft aufzuweisen, obwohl aus dem Auslande feste Kursmeldungen Vorlagen, und insbesondere die deutschen Werte an einzelnen Plätzen eine Befestigung erfahren hatten. Richlsdestoweniger lagen Rentenwerte etwas unter Druck und bröckelten leicht ab. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren mit 82 Prozent angeboten. Auf den Aktienmärkten blieben die Berliner Schlußkurse dagegen gehalten. IG.- Farben lagen um Bruchteile eines Prozentes Im Davispokal - Kampf England — Spanien in Barcelona siegte England durch den Gewinn der beiden Einzel am letzten Tage mit 4:1. Die deutsche Davispokal-Mannschaft für das Spiel gegen Aegypten setzt sich aus von Cramm, Iaenecke, Kuhlmann und Nourney zusammen. Die Einzelspiele werden voraussichtlich von v. Cramm und Iaenecke bestritten. Mit Rückennummern treten erstmals die Teilnehmer am englischen Pokal-Endspiel am nächsten Samstag an. Für die Deutsche Fußball-Meisterschaft stehen bislang acht Endspiel-Teilnehmer fest, nämlich: München 60, FSV. Frankfurt, Schalke 04, Fortuna Düsseldorf, Hertha- BSC., Beuthen 09, Dresdener SC. und Polizei SV. Chemnitz. Für denDavispokalkampf Deutschland — Aegypten vom 5. bis 7. Mai in Wiesbaden haben die Aeghpter die Mannschaft Wahid, Shukri und Bogdadly aufgestellt. Man vermißt die bekannten Gebr. Grandguillot. Einen neuen deutschen Rekord im Gewichtheben stellte Max Hackenberg-Falkenstein im Einärmig-Stoßen links mit 145 Pfund auf. höher. Die Unternehmungslust war aber sehr gering, einmal weil es an Orders fehlte und zum andern, weil die noch ungelöste Frage der Besetzung des preußischen Wirtschaftsministeriums eine gewisse Zurückhaltung verursachte. Auch im Verlaufe blieb es sehr still, nur IG.-Farben verzeichneten kleine Umsätze. Altbesihanleihe 73, Reubesitzanleihe 13,25, Schuhgebietsanleihe 7,85, 4prozentige Zolltürken 5,L0, 5prdzentige innere Mexikaner (abgestempelte) 4,75, Dresdner Bank 61,50, Buderus 70, Gelsenkirchen 67,50, Mannesmann 74,25, Rheinstahl SO,50, Aku 39. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 24. April. Die Getreidebörse zeigte nach der nahezu völligen Stagnation in der letzten Zeit heute etwas belebteres Geschäft und die Stimmung war leicht befestigt; im ganzen hielten sich die Umsätze aber immer noch in engen Grenzen. Die bessere Nachfrage nach Eosinweizen brachte etwas Belebung ins Weizengeschäft, jedoch auch die übrigen Gebiete von Getreide waren etwas fester. Die Forderungen für Mehle lauteten % bis Vi Mk. höher, wurden aber nur zögernd bewilligt; vielfach bestehen noch alte Kontraktverpflichtungen, so daß das Neugeschäft sehr still ist. Am Kraftfuttermittelmarkt stellten sich die Forde- rungen etwa Vk Mark höher. Weizen 211,50 bis 212,50. Roggen 171 bis 173,50, Gerste 180, Hafer 146 bis 150, Weizenmehl füdd. und Niederrhein. Spez. 0 29,75 bis 31, Roggenmehl, 60prozentig, 23,25 bis 24,75, Weizenkleie 7,40, Roggenkleie 8,25 bis 8,35, Soyafchrot 10,40 bis 11, Palmkuchen 9,50 bis 9,75, Erdnußkuchen 11,70 bis 12, Treber 12,25, Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 1,50 Mk. per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Schnellgericht Gießen. Wegen eines auswärtigen Vorfalls fand am vorigen Samstag am hiesigen Amtsgericht eine Schnellgerichtsverhandlung statt, die mit der Verurteilung des Angeklagten zu einer Gefängnis st rafe von vier Wochen wegen Körperverletzung endete. Vor wenigen Tagen war die Gendarmerie in Gießen telephonisch nach einem Rachbarort gerufen worden, da dort ein Knecht einen anderen mit einem Silscheit niedergeschlagen habe und das ganze Dorf in großer Aufregung sei. Dies war insofern richtig, als die sofort erschienene Gendarmerie vor der Behausung des Täters eine erregte Menge vorfänd, so daß sie sich veranlaßt sah, diesen in Schutzhaft und in hiesigen Polizeigewahrsam zu nehmen. Er gab alsbald zu, den Verletzten mit einer Wagenrunge blutig geschlagen zu haben. Politische Motive, die zunächst angenommen wurden, lagen dem Vorfall nicht zu Grunde. Es handelte sich vielmehr letzten Endes um einen Racheakt. Der Verletzte hatte sich kurze Zeit vor der Tat bei einem Mädchen unliebsam über den Angeklagten geäußert, und dieser war hierüber, zumal er sich gehänselt glaubte, derart aufgebracht, daß er ihm auf dem Heimweg aufpatzte und mit einer Runge wiederholt auf ihn einschlug, davon auch nicht ablietz, als der Geschlagene die Flucht ergriff. Die Verletzungen waren nicht unerheblich. Dem Angeklagten wurden mildernde Umstände zugebilligt Wirtschaft. und diese in seiner seitherigen Tlnbestraftheit, seiner Erregung und seinem offenen Geständnis gesunden. Aus der anderen Seite kam aber die Gefährlichkeit des Gegenstandes, mit dem schlug, strafverschärfend in Betracht. Weitere Amtsenthebungen in Oberhessen. D a r m st a d t, 23. April. (WSN.) Die Staats« Pressestelle teilt mit: Nachstehende Bürgermeister und Beigeordnete wurden ihres Amtes enthoben und ersetzt: Bad-Nauheim: Beigeordneter Kling durch Heinrich Götz, Friedberg: Beigeordneter Jhl durch Wilhelm Sames, Okarben: Beigeordneter Friedrich Diehl durch Karl Franz, Öber-Erlenbach: Beigeordneter Klopfer durch Karl Vögler, Bürgermeister Scheu- rich durch Rudolf Harth, H a x h e i m : Beigeordneter Philipp Brauburger durch Peter Frey, N i e - der-Erlenbach: Wilhelm Baumort für den unbesetzten Beigeordnetenposten, Wisselsheim: Beigeordneter Riemenschneider durch Thiele, K a i - ch e n : Beigeordneter Karl Rühle durch Wilhelm Strauch, Nieder-Florstadt: Beigeordneter Eg. Ludwig Kautz durch Karl Wolf II., Reichelsheim: Landwirt Karl Hoxack für unbesetzte Beigeordnetenstelle, Vilbel: Beigeordneter Martin Reck durch Heinrich Völker fr., Beigeordneter Kar- lein durch Wilhelm Jäger, Ober-Rosbach: Beigeordneter August Jakobi durch Lehrer Becker, Dorheim: Beigeordneter Musch durch Hugo Schudt. Lanvkreis Gi:s;cn. W i e s e ck, 23. April. Im Laufe der letzten Woche ist Lehrer Heinrich Burk freiwillig aus dem Schuldienst geschieden, nachdem er über 40 Iahre in unserer Gemeinde als Lehrer gewirkt hat. Am 17. Dezember 1870 als Sohn eines Landwirts in Watzenborn geboren, besuchte er in seiner Heimatgemeinde die Volksschule. 2tad) Entlassung aus der Volksschule kam er in die Präparandenanstalt in Lich und dann zum Lehrerseminar in Friedberg. Seine erste Verwendung sand er in Babenhausen II und Helpershain (Kreis Schotten). Im Frühjahr 1892 bestand er sein Staatsexamen, im Herbst 1892 kam er an die Volksschule zu Wieseck, wo er bis zum freiwilligen Ausscheiden aus dem Schuldienst ununterbrochen wirkte. Seit über vier Iahrzehnten ist er mit Wieseck und seinen Einwohnern aufs innigste verbunden. Er war ein Lehrer von besten Eigm- schaften, den: die Schule alles bedeutete, ein Mann von edelstem Charakter, der sehr viel Verständnis für seine Mitmenschen^hat und-gerne hilft, wo es notwendig ist. So sieht man ihn ungern aus der Schule scheiden, der gerne einem jüngeren Kollegen den Platz freimachte. Seinen Kollegen war er stets Vorbild und Berater. Seinen Lebensabend wird er in Wieseck verbringen, das ihm zur zweiten Heimat geworden ist und zu dessen kultureller Entwicklung er wesentlich beigetragen hat. Gewinnauszug 1. Klaffe 41. Preußifch-Südbeittfche (267. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungstag 22. April 1933 3n der heutigen Vormittagszkehung tourten Gewimt« über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 5000 M. 281233 6 Gewinne tu 3000 M. 59324 230247 370093 14 Gewinne >u 2000 M. 27325 65331 72376 150673 243424 251771 329046 24 öcn.nne »u 1000 AI. 15385 39438 43102 89554 96896 149281 161447 161549 195132 197540 251280 385194 42 Scwmne zu 800 M. 1335 9650 13081 14377 35190 97696 98124 110912 121301 140487 142053 179977 231467 254403 260543 273145 278745 279499 287434 336260 341997 42 Gewinnezu 500 AI. 41471 87891 101916 117984 139004 142368 151351 151515 164889 189912 195607 221944 225824 242664 277534 327589 355984 362440 382847 392044 397192 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 100000 M. 349897 2 Gewinne zu 10000 M. 260027 2 tiretomne zu 5000 Al. 179077 2 Gewinne zu 3000 M. 251147 2 Gewinne zu 2000 M. 314822 24 Gewinne zu 1000 Al. 78035 100009 136476 143163 187317 214820 232834 280151 290274 366380 386249 396932 44 Gew n„e ,» 800 M. 1153 13103 20895 26670 32880 51157 73420 85594 108340 142533 143143 147597 156259 202876 224194 231573 246027 279791 330008 333423 351120 354100 46 Gewinne »u 500 M. 23797 24203 33113 71087 146367 184155 190149 194477 197838 199545 200599 203091 241444 262734 263323 270297 287182 305000 310639 341653 362312 365423 385347 Die Ziehung der 2. Klaffe der 41. Preußisch- Süddeutschen (267. Preußischen) Staats-Lotterie findet am 17. und 18. Mai 1933 statt. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Dorfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H. Lombardzinsfuß 5 o. H. $ranl|un a. 2)1. Serini Schluß« turs Schluß). Abend, börse Schluß» turö Schlußt. Mittag» bör(e Datum 22.4. 24.4. 22-4. 24.4. 6% Deutsche Welch isanleihe v. 1921 85 85,4 84,9 85 6% c fiem.7% Dt.NeichSanl. v. 1929 98,75 98,5 99 98 95 6Vz% Doung.Anleihe von 1930 .. 82,5 81,5 82 81 .75 Deutsche AnI.>AblöI.^Schuld mb Auslos.-Rcchien ........... 74 73,5 73,75 73.95 Desgl. ohne SlnSlos.-Rechle...... 13,45 13,25 13.5 13,95 6% ebcm.8% Heft. Bolksstaal 1929 (rückzahlb 102%) .......... 84.25 84 84,25 83,75 Oberhesjen Provinz.Anleihe mli Ausiol.-Rechien .......... 70,75 Deutsche Komm. Sammelnd I.Än leihe Serlel mit Auslos.-Rechten 69,75 69,4 69,5 68,25 6% ehern. 8% Franks. Hnp.-Bant Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 89 88,75 6% ehern. 7% Franks. Hnp.-Ban! Goldpse. 16 unkündbar 615 1936 88,5 88,5 y/z°/o ehern. 4'/3% ,'yranli. Hyp. Bank-Llau.-Psanvbnese ..... 89 89,5 6%% ehern. 4>/t% Rheinische Hyp.-Äank-Liqu.-Goldpse. 90,25 90,75 6% ehern. 8% Pr. Landespfand briesaniiall, Psandbriefe R. 19 89,5 89,5 89,9 89,9 6% ehern. 7% Pr. Landespfand briefanstalt. Pfandbriefe R. 10 90 90 4% Oetterreichl,che (SolDreme.... _ 13,75 13,75 4,20% Oestcrreichische Silberreuto — 1,2 4% Ungarische Goldrente ..... — — — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — _ t¥z% desgl. von 1913 ...... — _ — _ 5% obgeft. Goldmexiianer von 99 7,2 8,13 7,75 8,4 4% Türkische gollanleihe von 1911 5,45 5,5 5,5 5,5 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I...... 4% desgl. Serie II .......... 5,5 5,5 5,5 5,5 5,4 5,5 5,65 5,5 5% Rumän. vereint). Rente v. 1903 5,65 5,7 6 5,5 4'/,%Ruman.oereinl).Rentev.i913 10 9,9 9,9 10 4% Rumänische veretnh. Rente .. n 9 4,8 4,75 } ,65 8%% «»alolte-............... 27,75 27,25 27,13 .yranhur, u. .ul Berlin Datum Schlußkurs 22-4. Echiußk. Abend» börse 24.4. Schluß» turs 22-4. Schlußt. Mittag. börse 24-4. Hamburg-Amerika-Pakei ..... c Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa Dampfschiff........... o Norddeutscher Lloyd ......... o A B. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz, und Pnvat-Bank ... o Deutsche Bank und Dtsconto» Gesellschaft................o Dresdner Bank........... o Retchsbank ............ j A.E.G...................... Eleklr. LleserungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ..........g Belten & Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unter» nehmungen .............. 4 Rheinische Elektrizität ........5 Schurken & Co.......... 0 Siemens L Halske ........... n Lahmeyer & Co................ Buderus ................ 0 Deutsche Erdöl .............4 Gelsenkirchener............... Harpener ................ 0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen.. 0 Ilse Bergbau ...........7 Ale Bergbau Genüsse........7 Klocknerwerke 0 Mannesmann-Röhren........ 0 Mansselder Bergbau.........0 Lberschles. Kokswerke.........0 Phönix Bem bau............0 Nheinhche Braunkohlen ......10 Rhein stahl................,, 0 21 21,13 53,13 96,5 53 69 61,5 136 32 89 108 68,75 92 95 105 164 132 68,5 117 69 101.5 175 116,5 63,75 75 30,5 46.75 211.5 92,25 20,5 20,5 52,75 53 69 61,5 135,75 32 89,5 106,5 68 91,25 91 104,13 165 129 70 117,25 67,5 99,25 64 74,25 31,9 46,5 210,5 90,5 21 39,5 31,5 21,13 53,25 96 53,25 69 61,5 136,5 32,13 88 107,5 68,25 91,25 97 105 165,5 131,5 70,25 116,25 69,75 101 76,5 178 117 63,75 76 31,65 79,25 47.65 ">09,5 93,9 20,13 40,25 32,25 20,65 52 96,5 53,25 69 61,5 136,25 31 87,5 105,5 68 91 97,25 104.5 163,25 128,5 70,5 117,25 68,5 99,25 74 117^5 64,5 74,13 31,25 78,13 46,5 209,5 91 Zranksuil a.M. Berlin Schluß« turs Schluß!. Abend« börs • Schuß« turs Schlußt. Millag« höre Datum 22.4. 24.4. 22.4. 24.4. Bereinigte Stahlwerke........ u 47,25 46 47,13 45,9 Ctaot Minen .............. 0 19,25 19,5 19,75 19,9 Kaliwerke Aschersleben........ ß 143,75 143 143,5 143,5 Kaliwerke Westeregeln........ 6 144,5 144,5 144 Kaliwerke SalzdetfurH ....... 9 206 — 205 204,5 ,3 G. Farben-Jnvustrte....... 7 143,5 143 143,5 142,65 Scheideanstalt............... 10 174,25 174,5 Goldschmidt .. —............ 0 58 59 59,25 59 Nülgerswerke............... 0 54,65 53 54 52,25 Metallaeiellschast............. 0 37,4 37,25 37,5 37,5 Philipp Holzmann........... 0 58,25 59 59 59,5 Zementwerk Heidelberg ...... 4 72,5 74 Zementwerk Karlstadt......... 0 _ _ Wavb & Frenlag ............ 0 — — — Schultheis Payenhoser........ 0 _ 126,25 126,75 •Mu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 37,75 39 38,25 38,25 Bemberg ................. 0 50 51,9 50,75 51 Zellstosf Waldhos ............ 0 54 53,75 52 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 27 — 27,65 27.5 Dessauer Gas ............ 7 110,5 108.75 Daimler Motoren ............ 0 36 35 35,65 34,65 Deutsche Linoleum .......... 0 40,5 40,25 40,4 39.9 Crenftein & floppd .......... 0 49,65 27 Leonhard Tietz.............. 6 27,75 27 27 Ibabe ...................... 12 145,5 146,5 145 146,5 Grstmei .................... 0 30,75 - - 30.25 Mainkraslwerke Höchst a.Wii. ... 4 70,25 - Süddeutscher Buda ......... 8 - 169,25 172 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a 2H. 22. April 24. Ap>II Amtliche Notierung Amtliche Notierung Brie »elh Brie Geld Helsingtor».. 6,523 6,537 6,523 6,537 Wien....... 45,45 45,55 45,45 45,55 12,73 Prag....... 12,71 12,73 12,71 Budapest ... — — Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland'.... 171,58 171,92 171,58 171,92 £510 ...... 76,42 76,58 76,42 76,58 Kopenhagen. 66,68 66,82 66,68 66,82 Stodbolm... 78,42 78,58 77,92 78,08 London ..... 14,98 15,02 14,96 15,00 Buenos Aires 0,853 0,857 0,853 0,857 Neuyork.... 3,946 3,954 3,916 3.924 Brussel----- 59,44 59,56 59,44 59,56 Italien..... Paris..... 22,08 22,12 22,10 22,14 16,78 16,82 16,77 16,81 Schweiz... 82,67 82.83 82,42 82,58 Spanien.... 36,46 36,54 36,46 36,54 Danzig.... 83.42 83,58 83,67 83,83 Japan..... 0,904 0,906 0,241 0,899 0,901 Rio De Jan. 0,239 0,239 0,241 Jugoslawien 5,165 5,175 5,195 5,205 Lissabon... 13,54 13.56 13,54 13,56 Banknoten Berlin, 24.Apiil Geld Bries Amerikanische Noten....... ...... 3.87 3,89 Belgische Noten .......... 59,28 66,32 59,52 66,58 Dänische Noten .......... Englische Noten .......... 14,92 14,98 Französische Noten........ 16,73 16.79 fwllänhiirhe Noien........ 171,21 22,08 76,25 171.89 22,16 76.55 Norwegische Noien ....... Deutsch Oesterreich, a 100 Schilling —— Rumänische Noten........ 2,46 9.48 Schwedische Noten........ 77.74 82,24 78,06 82.56 spanische Noten.......... 36,33 36,47 Ungarische Roten......... ......