Nr. 72 Erstes Blatt 183. Jahrgang Somstag, 25. mär$ 1935 Erl cheinl täglich, au her Lonniags und Ieieriags. Bellaatn: Die Illustrierte cteßener Familienbiatier Heimat mBild DieScholle monats-Beingsorels: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251. Anichrisi lür Drahtnach- richten Mnjdger Giehrn. poftscheätonto: fronllurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen rrr# tmt üerlcg: vrLHI'Ichc UnIveistiftsMe: 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bl» zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärr» 10 Ndichspsennig; für Re- klamearneigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undlür denAn- zeigenteil i. V.Th.Kümmel sämtlich in (ßie teil. Oie Ermächtigung. Die Regierung der nationalen Revolution hat mit großem Schwung und einer bewunderungswürdigen Zielsicherheit sich den Boden für den Reubau von Volk, Staat und Wirtschaft geschaffen. Der Taufakt im Potsdam der großen Preußenkönige, eine nationale Feier, wie wir sie seit Fahren nicht mehr erleben durften, hat der Ration wieder zum Bewußtsein gebracht, daß sie ein lebendiger Organismus ist, in dem alle Glieder Ausammcngehören in Rot und Gefahr so gut wie in den seltenen Stunden des Glücks und der seelischen Erhebung. Und der in diesen Tagen so oft beschworene Geist von Potsdam, der einem Volke heißt, seine Geschicke in nationaler Disziplin und Unterordnung willig einer starken Staatsführung anzuvertrauen, hat auch standgehalten über die erhebende Feierstunde hinaus und hat auch dem ersten Arbeitstage des neuen deutschen Reichstages sein Gepräge gegeben. Wer wie wir in den vergangenen Fahren wieder und wieder gegen die Ueberspihung des Parlamentarismus und die absolute Herrschaft der formalen Demokratie angekämpft hat, kann nur lebhafte Genugtuung darüber empfinden, daß die deutsche Volksvertretung, wenn auch erst unter dem Eindruck der letzten großen Ereignisse, aber noch immer nicht zu spot, aus den Riederungen unfruchtbaren Parteigezänks und politischen Schachers herausgesunden hat auf einen Weg kluger Selbstbeschränkung, die dem Reichstag in dieser Stunde ganz allein die Gewähr fernerer Mitarbeit an dem großen Reformwerk der nationalen Regierung geben konnte. Dem Reichstag das Beschreiten dieses Weges erleichtert zu hoben, ist das Verdienst des Reichskanzlers Qlöolf Hitler, der mit feiner {frohen Programmrede am Donnerstag willenstark und verantwortungsbewußt den entscheidenden Schritt vom Führer der nationalsozialistischen Bewegung zum Führer der Ration getan hat. Klar und prägnant legte der Reichskanzler die Gründe dar, die die Regierung der nationalen Revolution veranlaßt hoben, vom Reichstag eine Ermächtigung zu verlangen, wie sie in solchem Umfang zwar noch nicht dagewesen ist, aber nur der Größe der Ausgabe entspricht, die vor Regierung und Ration liegt. Aber soll das Programm des Wiederaufbaues von Volk und Reich gelingen, muß neben die Einheit des politischen Willens die seelische Erneuerung der Ration als Voraussetzung einer wahren Volksgemeinschaft treten. Deshalb sagt der Reichskanzler dem Kommunismus und seinen Schrittmachern erbarmungslosen Kamps bis zur völligen Vernichtung an und bricht entschieden mit der Vorstellung, als ob es Pflicht einer wahren Demokratie sei, auch den grundsätzlichen Verächtern des Gesetzes die Wohltaten des Rechtsstaates zukommen zu lassen und den erklärten Feinden des Staates einen Freibrief für ihre verbrecherische 3er- fetzungsarbcit auszustellen. Aber der Abwehr und rücksichtslosen Vernichtung parallel gehen soll nach dem Willen des Kanzlers die durchgreifende moralische Sanierung unseres Volkskörpers, wobei die Regierung auch der Mithilfe der im Heimatboden und Volkstum fest verwurzelten na- tiona.cn Presse gewiß sein darf, die ja bisher schon, auch in Feiten eines ihren Bestrebungen nicht günstigen politischen Kurses, unbeirrt und ihrer großen Verantwortung bewußt, wertvolle fulturelle Aufbauarbeit geleistet hat. Das gleiche gilt auch für die Kirchen, deren Mitwirkung der Kanzler mit Recht für unerläßlich hält und denen unter Achtung der abgeschlossenen Staatsverträge die Gewähr für eine ersprießliche Arbeit an der sittlichen und religiösen Erneuerung unseres Volkes auch in den Schulen gegeben werden soll. Größte Bedeutung kommt den Ausführungen des Kanzlers zur Wirtschaftspolitik zu. Getreu dem nationalsozialistischen Grundsatz .Gemeinnutz geht vor Eigennutz" erläutert der Kanzler das Verhältnis von Kapital und Arbeit. Das Kapital dient der Wirtschaft und die Wirtschaft dem Volke, aber feine weiteren Ausführungen sind eine klare Absage an Planwirtschaft- lich-staatssozialistische Gedanken^änge, wie sie während der kurzen Aera Schleicyer einmal heftig ventiliert wurden, und ein ebenso erfreulich klares Bekenntnis zur Bedeutung der schöpferischen Fnitiative des privaten Unternehmertums für die Wiederingangsetzung der Wirtschaft. Und mit dem ungewöhnlichen Geschick für bildhafte und treffsichere Formulierungen, die die Ausdrucksweise des Kanzlers auszeichnen, charakterisiert er die auch hier immer wieder geforderte Rotwendigkeit der äußersten Sparsamkeit in der öffentlichen Verwaltung durch Vereinfachung und Verbilligung und der Reform unseres Steuerwesens nach dem gesunden Grundsatz, die Mühle an den Strom zu bauen und nicht an die Quelle. Die vordringlichste Aufgabe deutscher Wirtschaftspolitik ist die Wiederherstellung der Rentabilität der Landwirtschaft als Voraussetzung der Wie- dererstarkung unseres Binnenmarltes. Die Regierung bekennt sich aber gleichzeitig auch zu der Pflicht, Erportiudustrie und -handel das Tor zur Welt offen zu halten, wenn sie auch mit Recht in der noch ungelösten Frage unserer privaten Auslandsverschul- d u n g ein kaum übersteigbares Hindernis für die Wiedereingliederung Deutschlands in die Weltwirtschaft sieht. Auch die Regierung der nationalen Revolution steht wie so viele ihrer Vorläufer vor der großen Aufgabe der Lin- derung der Arbeitslosigkeit. Es werden hier umfassende, auch unpopuläre Maßnah- Macdonald Hai in Paris eine schlechte presse. Oie Revisionsfreundlichkeit des britischen Premierministers wird in Frankreich scharf kritisiert. Paris, 24. Febr. (TU.) Fn französischen Politischen Kreisen haben die Ausführungen des engl.schen Ministerpräsidenten vor dem Unterhaus offensichtliche Beunruhigung ausgelöst und sie werden dementsprechend abfällig frittiert. Man hat ein so mutiges Bekenntnis Macdonalds zur Abänderung der Verträge n'cht erwartet. Zunäch.c versucht man, sich damit zu trösten, daß Macdonalds Standpunkt in England selb st auf Wider spruch stoße. Die Dlütler berichten ausführlich über die Erklärung Church . 11s , der die französische Armee wieder einmal als Bürgschaft des europäischen Friedens bezeichnet habe. Der „Te m p s" schreibt u. a.: Man könne nur feststellen, daß die Annahme des italienischen Planes, dem England noch nicht endgültig zugestimmt habe, für den Macdonald aber seine persönlichen Sympathien nicht verberge, einen Zusammenbruch des Völkerbundes bedeuten würde, da er als unmittelbare und sofortige Folge die Gleichberechtigung aller Völker, die die Grundlage der Genfer Einrichtung darstelle, unterdrücken und dadurch die mittleren und kleineren Staaten in ein Abhängigkeitsverhältnis bringen würde. Das „Echode Paris" erklärt, Macdonald habe in ausreichend klarer Weife zu verstehen gegeben, daß er mit dem Plan Mussolinis einverstanden sei. Die unbedachten Worte Macdonalds feien unverzeihlich, denn sie könnten nur die Diktaturen Hitlers und Mussolinis zu Gewalttaten anregen. Macdonald, der bereits fürdieEreignisfeim Juli 1914 eine große Verantwortung trage, weil er das Kabinett Asquith vielleicht verhindert habe, rechtzeitig der Katastrophe vorzubeugen, benehme sich heute praktisch so, daß er einen Konflikt entfessele. Polen, die Tschechoslo- wakei und Südslawien würden sich eher schlagen, als in eine gebietsmäßige Aenderung ein- willigen. Unter der Ueberfchrift „Frankreich denkt nicht daran, seine Freunde zu verlassen", erklärt die dem Ministerpräsidenten Dafabier nahestehende „R e p u b l i q u e", daß die Staaten der Kleinen Entente und Polens sich über die Verhandlungen der Großmächte nicht beunruhigen sollten. Der Gedankenaustausch zwischen England, Frankreich und Italien sei kein Kampfmittel gegen die Staaten der Kleinen Entente. Wenn jemand Hintergedanken dieser Art haben sollte, wäre es Zeit, diese bekannt zu geben; bann würbe es allen klar werben, baß man einen falschen Weg gegangen sei. Frankreich werbe seine Freunbe nicht d errat e n. Die Doppelseitigkeit ber beutschen Außenpolitik nach bem Abgang Bismarcks habe Deutsch- lanb ben Verlust bes russischen Bünbnisses unb in ber Folge ben Krieg gebracht. Die Kleine Entente unb Polen seien die Verdünbeten Frankreichs. Frankreich wäre glücklich, wenn es noch anbere Der- bünbete hätte, aber bas könne nicht burch ein Opfern ber ersteren geschehen. Die Mstungsilidustm hetz! gegen ' eine Revision der Beiträge. Gustave Herve, der für einen Ausgleich der deutsch-französischen Beziehungen eintritt, schreibt in der .Dictoire": Unsere Schwerindustriemagnaten sind die wütendsten Gegner jeder Revision. Weil sie Großlieferanten für Kriegsmaterial an Polen und die Staaten der Kleinen Entente sind, glauben sie sich verpflichtet, alle Ansichten dieser Staaten, die ihre Kundschaft darstellen, sich zu eigen machen zu müssen. Und da diese Staaten in der Revisionsfrage intransigent sind, fühlen unsere Schwerindustriemagnate sich verpflichtet, ebenf o polnisch zu sein wie die Polen, ebenso tschechoslowakisch wie Benesch, ebenso rumänisch wie Tituleseu, ebenso südslawisch wie der König von Serbien selbst. Da diese Jndustrie- magnaten f a st die gesamte französische Presse kontrollieren, wird tagtäglich dem französischen Volk vor Augen geführt, daß. wenn man die Verträge auch nur im geringsten revidieren würde, dies ben Krieg bedeute. Unb boch finb es bie Schönheitsfehler des Versailler Vertrages und der übrigen Verträge, die, wenn sie nicht freundschaftlich berichtigt werden, unvermeidlich ein Unglück herbei- führen. Diese Diktatur der Schwerindustriellen, die sie auf unsere Presse und unsere radikalen und rechtsstehenden Politiker ausüben, ist fast ebenso ernst für das Vaterland wie der Fdealis- mus und törichte Pazifismus Leon Blums. polen ist verschnupft. Amisverz cht des polnischen Botschafters beim Quirinal. warschau. 25. März. (ERB. Funkspruch.) Der zum polnischen Botschafter beim Quirinal ausersehene Graf Georg Polocki wird seinen Posten nicht antreten. Der polnische Außenminister Oberst Beck wirb einen diesbezüglichen Antrag dem polnischen Ministerrat zur Bestätigung vorlegen. Graf Potocki, ein Senator des Regierungsblockes, ist vor einigen Wochen zum Botschafter in Rom ernannt worden, und die italienische Regierung halte schon ihre Genehmigung erteilt. Seine Frau hatte sogar schon Warschau verlassen. Ls soll sich um einen Entschluß der polnischen Regierung handeln, der mit dem italienischen Viermächteplan zusammenhängt, der als „Werkzeug zur organisierten Revision der Friedensverträge" in Polen mit schärfstem Mißtrauen ausgenommen worden ist. Die polnische Regierung soll überhaupt nicht die Absicht haben, in der nächsten Zeit einen Botschafter nach Rom zu entsenden. Die konsequente Haltung Italiens in der Revisionsfrage hat in Polen, wo man gelegentlich auf den Gegensatz zwischen Rom und Paris spekuliert hatte, ernüchternd und verstirn- rnend gewirkt. Der polnische Außenminister Beck hat Freitag mit dem französischen Botschafter sowie mit den Gesandten von Jugoslawien, Rumänien und der Tschechoslowakei eingehend konferiert. GeneralausspraLe in Genf über ben engü'lben AbrüstulWpian. Genf, 24. März. (TU.) Der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz eröffnete die Generalaussprache über den neuen englischen Abrüstungsplan, der der Konferenz infolge der erstmaligen ziffernmäßigen Vorschläge für den Rüstungsstand der einzelnen Länder zunächst einen gewissen neuen Auftrieb gegeben hat. Die Generalaussprache soll bis Mitte der nächsten Woche fortgesetzt werden. Es wird dann anschließend sofort die artikelweise Durchberatung des englischen Vorschlages borge» nommen werden, um so schnell wie möglich zu einem endgültigen Abkommensentwurf zu gelangen. Einen positiven Beitrag zur Förderung und Beschleunigung der Arbeiten hat die heutige Debatte nicht ergeben. Cs war bezeichnend, daß die Vertreter der Großmächte sich völlig zurück h i e 11 e n , und daß nur Vertreter kleinerer und mittlerer Mächte zu Worte kamen. Sie lasen Erklärungen vor, die alle dahin übereinstimmlen, daß der englische Entwurf als Diskussionsgrundlage angenommen werden könne. Oie Zurückweisung der Kriegsschuldlüge. Der Arbeitsausschuß deut cher Verbünde an den KeichÄkanzlcr. Berlin, 24. März. (ERD.) Ramens des Arbeitsausschusses deutscher Verbände haben Gouverneur Dr. Schnee und Dr. h. c. Hans Dräger ein Telegramm an den Reichskanzler Adolf Hitler gerichtet, in dem es heißt: Der Arbeitsausschuß deutscher Verbände dankt Ihnen, sehr verehrter Herr Reichskanzler, dafür, daß Sie an den Anfang des neuen Abschnittes der deutschen Politik und Geschichte die Zurückweisung ber Kriegsschuldlüge gestellt und ausgesprochen haben, daß weder der Kaiser, noch die Regierung, noch das deutsche Volk den Weltkrieg gewollt haben. Wir danken Fhnen weiter, idaß Sie den Anspruch des deutschen Volkes auf gleiche Lebensrechte unb gleiche Freiheit, sowie auf die endliche Einlösung ber Abrüstungsverpflichtung der Anderen erhoben. Wir begrüßen es mit besonderer Genugtuung, daß die von Fhnen geführte Regierung den Kampf für die deutsche Freiheit von den Fesseln von Versailles nach den auch vom Arbeitsausschuß deutscher Verbände feit Fahren vertretenen Grundsätzen führen will. Der Deutsche Offizierbund sandte folgendes Telegramm an den Reichskanzler Adolf Hitler: „Ser Deutsche Offizierbund dankt Fhnen, Herr Reichskanzler, für Ihre erhebende vaterländische Kundgebung in der Potsdamer Garnisonkirche, für die klare und deutliche Zurückweisung der deutschen Schuld am Kriege und dafür, daß Sie sich in dieser Frage schützend vor Seine Majestät den Kaiser stellten." men angekündigt, über die die Oeffentlichkeit wohl schon in allernächster Zeit bestimmtere Angaben hören wird. Von der Belebung des Binnenmarktes durch Wiedereingliederung des Erwerbslosenheeres in den Produktionsapparat wird vornehmlich auch der fast ruinierte Mittelstand in Handwerk, Gewerbe und Handel Ruhen ziehen. Hier liegt aber auch der Angelpunkt für eine grundsätzliche Umstellung unserer Sozialpolitik mit dem Ziel einer Eingliederung der deutschen Arbeiterschaft in den nationalen Staat. Daß diese dem Reichskanzler in ganz besonderem Maße persönlich am Herzen liegt, ist offenkundig, hat er doch selber in einer harten Fugend den Mißbrauch gewerkschaftlicher Bindungen zu politischen Zwecken am eigenen Leibe erfahren müssen. Die Lösung der Gewerkschaften aus den politischen Fesseln und ihre Beschränkung auf ihre eigentlichen rein sozialen und arbeitsrechtlichen Aufgaben wird daher einet der nächsten und notwendigsten Schritte sein auf dem Wege zur Gewinnung des deutschen Arbeiters für den nationalen Staat. Daß dieser Weg lang sein wird und nicht von heute auf morgen zurückgelegt werden kann, steht auch dem Kanzler klar vor Augen. Er macht einen feinen Unterschied zwischen Führern und Geführten und weih, daß eine aufblühende von der Geißel der Arbeitslosigkeit befreite Wirtschaft die Voraussetzung für einen zufriedenen Arbeiterstand und die sicherste Schutzwehr gegen politische Irr- lehren ist. Blicken wir so im ganzen auf das innerpolitische Gesamtprogramm der nationalen Regierung, so können wir mit Befriedigung feststellen, daß sich unser Blatt für die wesentlichen staats-, kultur- und wirtschaftspolitischen Grundsätze, die der Reichskanzler vortrug, schon Fahrzehnte hindurch eingesetzt hat auch in der Epcxhe des nationalen Riederbruchs, die nun mit dem 30. Fanuar und dem 5. März ihren Abschluß gefunden hat. Die Darlegungen des Reichskanzlers zur Außenpolitik, in ihrer klugen Mäßigung und wohlabgewogenen Herausstellung der deutschen Interessen, waren zweifellos eine arge Enttäuschung für die chauvinistischen Hetzer in dem uns mißgünstig gesinnten Ausland. Die nationale Regierung will Frieden mit allen Bolkern, weil sie ihn braucht für ihren Wiederaufbau im Fnnern, aber auch well sie in einer vertrauensvollen Zusammenarbeit der V.lker die einzige Möglichkeit für eine Behebung der allgemeinen Rotlage in der Welt erblickt. Aber dieser Friede muh ein Friede fein, der Deutschlands Ehre und Freiheit nicht antastet und ihm auf dem Gebiet der Abrüstung d a s g l e i ch e Recht auf Sicherheit gewährt, das alle anderen grohen Rationen als Ausfluh ihrer Souveränität für sich in Anspruch nehmen. Fn diesem Sinne begrühte der Reichskanzler die Bemühungen Macdonalds und Mussolinis und bot seine Mitarbeit an dem Zustandekommen einer Verständigung der vier europäischen Grohmächte an. Wenn der Kanzler dann nach Rom hin eine besonders herzliche Geste macht, so läßt er doch auch keinen Zweifel darüber, dah ein Ausgleich mit Frankreich an der nationalen deutschen Regierung nicht scheitern werde, wenn man sich in Paris endlich dazu entschlichen konnte, die Trennung der Rationen in Sieger und Besiegte zu den Akten zu legen. Besondere Beachtung verdient cs. dah der Kanzler noch einmal ausdrücklich frühere Darlegungen seines Parteifreundes Goring unterstreicht, der erklärt Halles dah der Kampf gegen den Kommunismus in ^Deutschland eine rein innerdeutsche Angelegenheit ist, die die traditionell freundschaftlichen Beziehungen zur Sowjetregierung nicht zu berühren braucht, wenn Moskau auf eine Einmischung in unsere häuslichen Sorgen grundsätzlich verzichtet. Das ist eine durchaus einwandfreie Grundlage für die Wahrung des im Fnteresse beider Volker liegenden guten Verhältnisses zwischen Deutschland und Ruhland. Wir mochten wünschen, dah man im Kreml diese klare Haltung der nationalen deutschen Regierung würdigen wird unb nicht um einer zeitweiligen Verstimmung willen eine politische Linie verlaht, die auch den Rusfen im letzten Jahrzehnt sowohl, wie schon im ganzen vorigen Jahrhundert zum Vorteil gewesen ist. Im einzelnen mag in der großen Programmrede des Reichskanzlers noch manche Frage unbeantwortet geblieben sein, aber Aufgabe des Staatsmannes war cs in dieser Stunde, der Ration die grohen Probleme deutlich vor Augen zu stellen, Ziel und Wege aufzuzeigen und vor aller Welt Deutschlands Wollen im Verhältnis zu den andern grohen Völkern klarzulegen. Die überwältigende Mehrheit, mit der der Reichstag dem Ermächtigungsgesetz zugestimmt hat, wird dem Reichskanzler gesagt haben, dah er den rechten Ton gefunden hatte, als er die Hand zur Verständigung ausstreckte, aber auch rücksichtslosen Kampf dem ankündigte, der sich ihm entgegenstellt. Wenn seine Rede der Ausdruck des entschlossenen Willens zur Führung und Verantwortung war, so ist ihr Echo in Reichstag und Ration ein lautes Bekenntnis des guten Willens zur Unterordnung und freudigen Mitarbeit. Wie sehr dem Reichskanzler um diese Mitarbeit der ganzen Ration zu tun ist, obwohl dem Kabinett der nationalen Revolution mit dem Ermächtigungsgesetz für die nächsten vier Jahre fast unbeschränkte Vollmach.cn erteilt sind, das hat der Kanzler erst in seiner letzten Rede wieder zum Ausdruck gebracht. Alle lebendigen und aufbauwilligen Volkskräftc sollen und müssen ber- angezogen werden, sic alle werden gebraucht, um aus der Rot unserer Tage im Feuer innerer Läuterung unter rechter Führung das neue Reich zu schmieden. Der Generaldirektor der Reichsbahn an die Veamten und Arbeiter Berlin. 24. März. (WTB.) Der General, direkter der Reichsbahn Dr. Dorpmüller hat an die Beamten und Arbeiter der deutschen Reichsbahn folgenden Aufruf erlassen: Die nationale Regierung hat die Geschicke Deutschlands in die Hand genommen. Bei dem Wiederaufbau des Deutschen Reiches kann sie mit der bereitwilligen Mitarbeit der Deutschen Reichsbahn rechnen. Der deutsche Eisenbahner hat durch die Rot der Zeit sein Ehrenschild blank geholten. 3m Weltkriege hat er den riesigen Aufmarsch des Heeres bewältigt, die gewaltigen Anforderungen von Heer und Heimat erfüllt und zum letzten sicheren Ende auch die Rückkehr des Heeres ermöglicht. Wenige 3ahre nachher waren die Lücken, die Krieg und Abgabe von Lokomotiven und Wagen gerissen hatten, wieder geschlossen, Pünktlichkeit und Ordnung bei der Reichsbahn wieder eingekehrt und das erneute Mitgehen mit den Fortschritten der Technik ermöglicht. Durch Opferwilligkeit und eiserne Disziplin ist es der Reichsbahn aus eigener Kraft gelungen, ihre inneren Derhältnisfe wieder gesund zu ge st alten und zum Ruhen des Reiche« und der deutschen Wirtschaft ihre Finanzen in Ordnung zu halten. Der gute Geist der deutschen Eisenbahner hat daran da« Hauptverdienst. Dieser Geist der Ordnung, Disziplin und Opferfreudigkeit ist bis heute trotz allem erhalten geblieben. Seht alle nunmehr eure volle Kraft freudig dafür ein. das) das von der nationalen Regierung erstrebte Ziel, unser Vaterland wieder zu Ordnung. Macht und Ansehen zu führen, auch durch die tatkräftige Mitarbeit der Deutschen Reichsbahn erreicht wird. (5m Kommissar für den deutschen Aerzte- vereinsbund und den Hartmannbund. An die Führung der ärztlichen Spitzenverbände, nämlich des Deutschen Aerzteoeceinsbunües und des Hartmannbundes ist aus allen Teilen des Reiches die Forderung nach Aenderungen in der Zusammensetzung der Vorstände gerichtet worden, soweit sie mit dem politischen und weltanschaulichen Willen der überwältigenden Mehrheit des deutschen Volkes und der deutschen Aerzteschaft nicht in Einklang stehen. Die Vorstände haben darauf folgender Vereinba- runa zugestimmt: Dr. meck. Gerhard Wagner, 1. Vorsitzender des Nationalsozialistischen Deutschen Aerztebundes, wird mit dem heutigen Tage Kommissar der beiden Spitzenverbände. Die Vorstände und die Geschäftsführung bleiben im Amt und führen in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Dr. Wagner ihre Geschäfte weiter, um der Gefahr schwerwiegender Erschütterungen in der Aerzteschaft und der Zersplitterung durch Neugründungen zu begegnen. Der Reichsarbeitsminister hat die fünf Spitzenverbände der Krankenkassen ohne Unterschied seiner Aufsicht unterstellt. Diese Aufsicht ist auf alle Unternehmungen und Eigenbetriebe der Vereinigungen erstreckt worden. Ferner wurden den Aufsichtsbehörden Anweisungen erteilt zur Durchführung der Entpolitisierung der Krankenkassen und Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit der Verwaltung. Neuer Vorstand des Aeichsverbands der Zahnärzte Deutschlands. Der Reichsverband der Zahnärzte Deutschlands beschloß auf seiner Hauptversammlung an die Reichsregierung ein Telegramm zu richten, in dem die freudige Zustimmung der Zahnärzte- schaft zu den neugeschaffenen Grundlagen für einen Reuaufbau des gesamten Staates ausgedrückt wurde. Infolge der politischen Veränderungen im Reiche hat der bisherige Vorstand mit Dr. Ltnnert, Nürnberg, an der Spitze sein Amt niedergelegt. Bei der Reuwahl wurden 1. Vorsitzender der der nationalsozialistischen Partei angehörige Dr. Stuck, Leipzig, 2. Vorsitzender Dr. Gärtner. Freiburg (Deutsch- nationale Volkspartei): zu Detsitzern wurden die teils der RSDAP., teils der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot angehörenden Zahnärzte Dr. Drexler. Ratingen, Dr. Müller. Altona, ReichstagSabgeordneter Dr. Kolb, Amberg, Dr. Winter, Düsseldorf und Dr. Beier, Kiel, gewählt. Die Lügen über Gefangenenmißbandlungen. Berlin, 24-März. (ERD) Die politische Polizei hat einigen deutschen und ausländischen Pressevertretern Gelegenheit gegeben, eine Reihe kommunistischer Schuh- häf tlinge in ihrenZellen zu besuchen, um durch Augenschein zu beweisen, wie verlogen die int Auslande verbreiteten Greuelmärchen sind. Die Pressevertreter besuchten u. a. auch den früheren Vorsitzenden der KPD. Thälmann, von dem behauptet worden war, das) er mit llafsen- den Kopfwunden und anderen schweren Mih- bandlungen inS Gefängnis eingeliefert worden seü Thälmann gab selbst zu, daß ihm kein Hä rchen gekrümmt worden sei, und daß er nicht über schlechte Behandlung klagen könne. Die Besucher konnten auch seststellen, daß Thälmann keinerlei Äarben oder Verletzungen am Kovfe aufwies. Genau fo befanden sich auch die anderen Häftlinge, die die Pressevertreter besuchten. Sie bestätigten alle, daß sie über schlechte Behandlung weder bei noch nach ihrer Gefangennahme etwas sagen könnten. Wie au« Moskau gemeldet wird, wurde der deutsche Kommunist Thälmann durch Verordnung der Komintern feines Amte« al« Führer der KPD. enthoben. Als Llr- foche d'.efer Maßnahme werde das „unrichtige Verhalten Thälmann«" angegeben. Kleine politische Rachrichten. Die Oberbürgermeister von Breslau und Waldenburg sind auf Anordnung des Ministers de« Innern sofort bi« auf weitere« beurlaubt und Rechtsanwalt Dr. Rebihki mit der kommissarischen Vertretung in BreSlau sowie Bergwerksdirektor Beck für Waldenburg beauftragt. Weitere drei sozialdemokraiische LandtagSabge- ordnete haben Ljc Mandat zum Braunschweigischen Landtag niedergelegt. Es handelt sich um den früheren Bürgermeister Roloff (Braunlage), den Kre «direkter i. R. Rohloff (Gandersherm) und den Kesselschmied Dfeifser (Schöningen). Damit haben (bisher insgesamt acht Abgeordnete von der 17 Mann starken sozial- dewtokratischen Fraktion de« Landtags ihr Man- dat niedergelegt. <5m hessischer GtaaiSkommiffar für den Mittelstand. D a r m st a d t, 24. März. Ein Erlaß des Hessischen Gesamiministeriums ordnet die Einsetzung eines Staatskommissars für den Mittelstand an. Zum Kommissar, der dem Ministerium de« Innern unmittelbar unterstellt wird, wurde mit sofortiger Wirkung der Landtagsabg. Rentz in Alzey ernannt. Kunst und Wissenschaft. Der neue Vorstand des Lundes Deutscher Architekten. Der Bund Deutscher Architekten (VDA) beauftragte im Herbst v H. den bisherigen Vor- stand, bestehend aus Professor Dr. Kreis, Professor Dr. Poelzig, Berlin, und Regierungsbau- meister a. D. Kallmeyer, Halle, mit der Weiterführung der Geschäfte, bis ein neuer Vorstand gefunden werden könnte. Nunmehr wurden gewählt zum Bundespräsidenten Professor Honig, München, ferner Baurat a D. Altmann, Berlin, Re- gierunosbaumeister a. D. Brunisch, Karlsruhe, und Müller- Jena, Köln. Der Bundesausschuß beschloß, Professor Dr. Kreis zum Ehrenpräsidenten des BDA. zu ernennen und sowohl ihm wie auch Professor Dr. Poelzig und Regierungsbaumeister a. D. Kallmeyer die Ehrenplakette des Bundes Deutscher Architekten für Leistungen und Verdienste zu Überreichen. An die Reichsregierung wurde folgendes Telegramm gesandt: „Der Bund Deutscher Architekten als Standesoertretung der freischaffenden deutschen Architekten hat vollstes Vertrauen zur nationalen Führung unseres Volkes. Er erklärt oleichzeitig seine Bereitwilligkeit zur Mitarbeit an Der Durchführung des nationalen Aufbauprogramms." Aus aller Welt. I Wandeinsturz durch Explosion in Wandsbek. 3n dem zweistöckigen Haufe Sampstraße 46 ereignete sich aus bisher noch nicht geklärter Ursache eine folgenschwere Explosion, durch die das Haus vollkommen zerstört wurde und In sich zu- fammenflürzte. 3n weitem Umkreise sind die Fensterscheiben zertrümmert. Die in dem Hanse wohnenden drei Personen dürften bei der Explosion ums Leben gekommen sein, falls sie nicht noch lebend unter den Trümmern geborgen werden sollten. Menschen auf der Straße wurden zu Loden geschleudert. Bisher sind drei Männer und zwei Frauen ins Krankenhaus elngeliefert worden. Ein Pferd wurde durch den Luftdruck auf der Stelle getötet. Die Straße bietet einen trostlofen Anblick, da überall Trümmer umherliegen. Rettungsmannschaften der Feuerwehr und der Sanitätskolonne sind dabei, die Trümmer wegzuräumen und nach verletzten oder Opfern der Explofionskataflrophe zu suchen. E« wird angenommen, daß die Explosion durch Gas entstanden ist, das im Laufe der Rächt ausströmte und heute früh zur Explosion gelangte. Am 20. April Adolf-Hltler-Tag in Leipzig. Der 20. April, der Geburlslag des Reichskanzlers Adolf Hitler, wird in Leipzig dadurch feierlich begangen werden, daß Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident von Hindenburg gemeinsam das Ehrenbürgerrecht der Stadt Leipzig bekommen. Zu Ehren des Reichskanzlers soll eine Straße , Adolf-Hitler- Straße" benannt werden. Die Feier am 20. April wird zu einer großen nationalen Kundgebung gestaltet werden. Es ist ein feierlicher Akt in Form einer gemeinsamen Sitzung von Rat und Stadtverordneten vorgesehen. Det ehemalige Lhefingenieur der Relchs-Rundfunk- gefellschast freiwillig aus dem Leben geschieden. Der Chef-Ingenieur der Reichsrundfunk-Gesell- schäft m. b. H. in Berlin, Walter Schäffer, der vor etwa 14 Tagen aus seiner Stellung entlassen worden war, hat seinem Leben ein Ende gemacht. Gemeinsam mit ihm ist auch seine Ehefrau freiwillig in den Tod gegangen. Die Eheleute hatten sich mit Gas vergiftet. Der Verlust seiner Stellung und Nervenzerrüttung sollen den Anlaß zu der Tat gegeben haben. Lekriebsunfall In Elberfeld. In der Fabric Quante in Elberfeld war ein neuer Koksofen aufgestellt worden. Vermutlich funktionierte der Abzug nicht, so daß sich der Arbeitsraum mit Kohlenoxydgasen füllte. 19 Personen wurden bewußtlos. Die Verunglückten befinden sich bereits auf dem Wege der Des- serung. Oie hessische Landwirtschaft beim Staatspräsidenten. WSR. D a r m st a d t, 24. März. Die Pressestelle der hessischen Staatsregierung teilt mit: Der Herr Staatspräsident empfing Freitag morgen die Vertreter der Hessischen Landwirtschaftskammer, sowie den Vorsitzenden des Hessischen Weinbauverbandes Schätze!. Der Vorsitzende der Hessischen Landwirtschaftskammer, Lelonomierat Hensel, beglückwünschte zunächst Professor Dr. Werner zur Wahl zum Staatspräsidenten. Die hessischen Landwirte erfülle diese Wahl mit um fo größerer Genugtuung, als sie genau wüßten, wie eng gerade der Herr Staatspräsident durch seinen politischen Werdegang mit der hessischen Landwirtschaft ver- Kunden sei. Oekonomierat Hensel versicherte den Herrn Staatspräsidenten des rückhaltlosen Vertrauen« der hessischen Bauern und versprach in deren Ramen der Staatsregierung bereitwilligste Mitarbeit. Der Staatspräsidc.t dankte darauf für die herzlichen Glückwünsche und die zahlreichen Vertrauen.tund- gebungen. Er sagte, er brauche wohl nicht zu per» sichern, daß ihm Da« Wohl und Wehe der hessischen Landwirtschaft immer am Herzen liege und er alle« innerhalb des finanziellen und gesetzlichen Rahmens tun werde, um die Belange der Landwirtschaft zu wahren. Der Besitzende der Hessischen Landwirtschaft«- kammer Hensel überreichte dem Staatspräsidenten eine kurze Denkschrift, betitelt: „Wünsche und Anlegungen der yesfifchen Landwirtschaft, vorgebracht durch die Landwirtschaftskammer." In gedrängter Form, aber erschöpfend sind darin alle die Landwirtschaft berührenden Fragen behandelt: Zollschuh, Kontingentierung, Meistbeaünstigungsilauseln, Milch- und Wollerev. wirtschaft, Futtergetreidecinfuhr, Fcldbercinigung und Meliorationen. Ferner beschäftigt sich die Denkschrift mit Fragen der Zwischenhandels- spanne, der Syndikate, Kartelle und Trusts (deren Aufhebung gefordert wird), Düngemittelpreis, Zinsspanns, Bau- und Zwecksparkassen, Entschuldung, Gebühren, sowie den Fragen des Verkehr« und hier besonders de« Ausbaues und der Instandhaltung de» Straßennetzes. Aus der Provinriasbauptstadk. Schlichte Größe. Zwei Menschenalter, nachdem Fichte als deutsches Ideal aufgestellt hatte: „Alle Kraft de« Menschen wird erworben durch Kampf mit sich se.bst und Lleberwindung feiner selbst", glaubte Rietzsche ein Rachlassen der Charakterentwicklung festzustellen, ein Verschwinden jener Kraft, die einst zur Vorherrschaft Preußens führte, im Hinblick auf höhere Ziele sich geringe Wünsche zu versagen. „Durch den Mangel an kleiner Selbstbeherrschung", folgerte Rietzsche, „bröckelt die Fähigkeit zur großen ab- Jeder Tag ist schlecht benutzt und eine Gefahr für den nächsten, an dem man nicht wenigstens einmal sich etwas im kleinen versagt hat: diese Gymnastik ist un* enlb hrlich, to?nn man sich die Freude, sein eigener Herr zu sein, erhalten will." Wie man sich frühe7 manches versagte, um etwas zu werden und da) Sein mehr als das Scheinen schätzte, ist u._..chem heute unfaßbar. Mit einigem Erstaunen las man im Goethejahr, daß der sehr vermögende kaiserliche Rat Goethe ein Stehpult hatte bauen lassen, damit beim sparsamen Schein einer Kerze die ganze Familie abends lesen und arbeiten konnte. Alm 1720 lag, wie wir zeitgenössischen Berichten entnehmen, der Konrektor Johann Mathias Gesner seinen gelehrten Studien ob, während er mit der linken Hand sein jüngstes Kind wiegte. 2hm gegenüber saß 'eine Gattin und flickte die Kleider der ä ere.i Ki iäer, und wenn sie sich darüber beschwerten, daß die Flecke zu groß und bunt würden, schlug sie ihnen vor. die Flecke in Gestalt von Sonne, Mond und Siemen aufzunähen. Etwa 30 Jahre später saßen in Halle der berühmte Theologe Professor Semler und sein« Frau in einem kleinen Zimmer. Er arbeitete, die Kinder lärmten, es störte ihn nicht, denn der Herr Professor hatte keine „Rerden". Johann Heinrich Voß arbeitete an seiner Homer-Lleber- sehung gern bei seiner Braut Ernestine Voie, die unterdessen ihre Ausstattung nähte, in der Küche. H er empfingen sie auch Besuch, u. a. den vom Grafen Friedrich zu Stolberg und seiner Schwester Karoline. Rach ihrer Verheiratung bezogen sie zunächst ein kleines Bretterhäuschen m einem Garten, also das, was wir heute „Laube" nennen würden. Abends arbeiteten beide bei demselben Lichte, er an seinem Stehpult, während seine Frau einen Tisch daneben ruckte, einen Stuhl darauf stellte und sich auf diesen Thron setzte, um dem Licht näher zu sein. Goethes schlichtes Sterbezimmer und die einfache Behausung Schillers find volkstümlich geworden, aber alle diese Deutschen haben nicht nur tapfer den kritischen Eselslinnbacken geschwungen, sondem in dieser Selbstzucht und Schlichtheit sch pferisch gehandelt und, des inneren Lichtes sich bewußt, m- nnlich und stolz darauf, eine deutsche Kultur geschossen, nach der wir uns heute wieder sehnen. Rach Zeiten des Reichtums sind wir wieder ein armes Volk geworden, Generationen Deutscher werden um das notwendigste kämpfen müssen. Aber nur ein Volk, das aus Individuen besteht, die wesentliche, in sich gefestigte Menschen sein wollen, kann solche Zeiten mit etwas Lebensfreude aufhellen. Der Weg dazu führt über Selbstzucht und Selbstwerdung. Vielleicht hat auch die jüngere ®er eration diesen Weg trotz des materiellen Elends boch nicht gefunden, aber Charakterentwicklung. Wissensbildung und Selbstzucht, diese Ideale männlicher schlichter Würde, sind — das müssen wir der Jugend immer wieder lehren — h Here Dinge als prunkvolle Herren- und Wohnzimmer. In Schlichtheit wesentllch sein und Mitarbeiten an einer neuen deutschen Kultur- unö Lebensform, ist und muß deutsches Vildungs- ideal fein, wenn wir verlorene Hohen wieder gewinnen wollen. -rt tl ser neuer Roman. Rachdem wir in der gestrigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" den Abdruck des Romans „Wie sie ihn bezwang" von I. Schneider-Foerstl beendet haben, beginnen wir in der vorliegenden Rümmer mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, das bei allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land ungeteilten Beifall finden dürfte. Handelt es sich doch darum, die Bekanntschaft mit einer Autorin zu erneuern, die schon wiederholt und jedesmal mit ganz ungewöhnlichem Erfolg in unseren Spalten zu Wort gekommen ist: stummen Gäste von Zwellindeu" von Anry von panhuyü — so heißt unser neuer Roman, das jüngste Werk der in weiten Publikumskreisen beliebten und geschätzten Autorin. Ihre früher im „Gießener Anzeiger" und in unserer „Illustrierten" erschienenen Romane — „Der Dreizehnte", „Durch fremde Schuld", „Frauenwege", „Lüge um Liebe" und „Das verdrehte Mädel" — haben allgemein außerordentlichen Anklang gefunden und werden bei vielen unserer Leser noch in angenehmster Erinnerung sein. Auch der neue Roman, der die bunten und vielfach verschlungenen Liebes- und Lebensschicksale von Menschen unserer Zeit vor dem Leser entrollt, stel.t eine ungewöhnlich packende, mit zwingender Eindringlichkeit und mitreißender Spannung gestaltete Lektüre dar. Die Verfasserin weiß Phantasie und Wirklichleitssinn, flüssigen Stil und Geschick in der. Zuspitzung dramatischer Konflikte in diesem ihren jüngsten Werk aufglücklichste zu verbinden. So wird die heute einsehende Erzählung für jedermann eine wirklich genußreiche und fesselnde Lektüre bilden: wir sind gewiß, daß der Roman allenthalben gefallen und den Erfolg haben wird, den er verdient. Gießener Frühjahrs-Werbewoche. Am morgigen Sonntag beginnt die Gießener Frühiahrs-Werbewoche mit der Eröffnung der Aus- st e l l u n g „Stadt und Land" in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Bei dieser Gelegenheit wird ein Konzert in der Ausstellung veranstaltet. Die Schau bringt eine Uebersicht über die verschiedenartigsten Erzeuanisse des heimischen Gewerbes, der Industrie und der oberhessischen Landwirtschaft. Das abwechslungsreiche Bild wird zweifellos alle Besucher der Ausstellung stark interessieren. Aus je 1000 erwachsene Besucher der Ausstellung entfallen bis zu 100 Freilosen der Pferdemarkt-Lotterie und Warengutscheine, ferner erhält jeder 1000. Besucher einen wertvollen Gegenstand kostenlos ausgehan- biqt Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet, nur am morgigen Eröffnungstage ist sie erst von 11 Uhr ab zugänglich. An jedem Tage vom Montag ab werden in der Ausstellung interessante Spezialvorführunaen stattfinden, die die Besucher in hohem Maße fesseln werden. Ferner beginnt am Heule beginn! im Gießener Anzeiger ein neu ei Romanwerk in iägliohen Fortsetzungen Neu hinzutretende Besteller erhalten den Gießener Anzeiger einschließlich seiner eigenen Beilagen Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle kostenlos bis zum Monatsende, dann zum Bezugspreis von RM. 1.80 für den Monat nebst 25 Pf. für Trägerlohn Der wahlfreie Bezug der ■Illustrierten des Gießener Anzeigers die im Ring mit anderen deutschen Heimatblättern vonBerlin aus herausgegeben wird, stellt sich auf 15 Pf. monatlich seH- g" llch -n-r J»6 füh^ -16 Ä Qn kl-L *lÄä W'«Ä It«5""1'. Id» ? *"kate, «, ?*««“ lLLrs -?Ä s.£~ *&£ und bunt lie Necke in Hx. aufzunühen. 'n 4-lfe betbi emfer und leint n- 6: arbeitete, n n.cht, denn der *erben . Johann 'r Äomer.Mer« Ernestine Dv-. S nahte, in der & Besuch, u. a. 'fberg und seiner Verheiratung be« Bretterhäuschen toai toir beult 8 ubeiteten beide fernem Skhtzull, ch daneben rückte, d sich aus diesen r zu fein. 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L-’bS allgemein •vssss Sä :ei4>eÄT ianian dis--' morgigen Sonntag die Frühjahrsmesse auf dem Oswaldsgarten, die eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeit und damit den Besuchern abwechslungsreiche Unterhaltung brinat. Ein besonderer Höhepunkt der Werbewoche wird der Frühsahrs-Pferdernarkt mit reit- sportlichen Darbietungen am nächsten Mittwoch sein. Der Pserdemarkt auf dem Plage an der Rodheimer Straße wird schon viel Abwechslung bringen, man wird aber außerdem auf dem Gelände neben dem Pferdemarkt-Platz von 11 Uhr ab noch reitsportliche Darbietungen der Reichswehr und des Proointtaloerbandes der oberhessischen Rei- teroereine zu sehen bekommen. Zu diesen reitsport- lichen Darbietungen liegen 30 Meldungen vor. Besonders interessant wird der Verlaus von fünf Pferderennen sein, bei denen die Reichswehr und Mitglieder der Reitervereine in Konkurrenz treten. Außerdem wird aus dem Rennplatz Militär- ko n ,3 e r t stattfinden, sowie die Preisoerteilung an die Sieger des Pferderennens vor sich gehen. Weitere Veranstaltungen der nächsten Woche werden wir in den nächsten lagen noch mitteilen. Erwähnt sei heute nur noch, daß die Reichsbahn durch die Ausgabe von Sonntagsrückfahrkarten an allen lagen vorn 26. März bis 2. April einfchl. den Besuch der Gießener Veranstattuna den- Interessenten wirtschaftlich erleichtern wird. Allenthalben hat man in Gießen umfassende ^Vorkehrungen getroffen, insbesondere auch im Stadttheater und im Lichtspielhaus, unt den Gästen nach jeder Richtung hin den Besuch so angenehm wie möglich zu machen. Man beachte die heutige Anzeige. Gicstcncr ^ochcnmarttprctse. • Dießen, 25.März. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110, Landbutter 100, Kochbutter 80, Matte 20 bis 25 Pf. das Pfd.: Käse 5 bis 10 Ps. das Stuck: Wirsing, gelb 12 bis 15, grün 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 20 bis 25, LInter-Kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 18, Feldsalat 80 bis 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3 (pro Zentner 2,50 Mk.), Aepsel 20 biS 30, Dörrobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45, junge Hahne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pf. daS Pfd.: Tauben 40 bis 60 Pf. das Stück: Rüsse 40 Pf. das Pfd.: Eier, inländische 7, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 20 bis 25, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pf. das Stück: Radieschen 15 bis 20 Ps. das Bündel. Vornotizen. — TageSkalender für SamStag: Deutfch-Oestcrre ch. scher Alpenverein, Sektion C\ rHessen, 20.30 Utjr, Singsaal des Realgymnasiums, Lichtbilder - Vortrag über Erlebnisse in den Bergen". — Deutscher Pfadfinder-Bund, Horst Gießen, 20.15 Uhr, 6af6 Leib, Iungen- Abend. — Fr« w. Gailsche Feuerwehr, 20.30 Uhr, bei Kamerad Sieck, ordentliche Hauptversammlung. — Bereinigung ehern. Hess. Grenadiere, 20.15 Uhr, .L ss.scher Hof, Monais Versammlung. — 16 Uhr, Frankfurter Straße 12 II, Häusliches Schülerkonzert von Amalie Holzapfel zum Besten von Deibel. — L chisPielhauS. Bahnhofstraße: „Der Rebell". — Astoria-Lichtfptele, Seltersweg: „Scampolo, ein Kind der Straße". — Tageskalender für Sonntag: Stadttheatcr, 18.30 bis 21.30 Uhr, „3m Weißen Rößl". — Turnhalle am Oswaldsgarten, 11 bis 19 Uhr, Ausstellung „Stadt und Land". — 08» waldSgarten, Beginn der Frühjahrsmesse. — 11 Uhr, Frankfurter Str. 12 II., Häusliches Schülerkonzert von Amalie Holzapfel zum Besten von Bethel. — Bienenzüchtervercin, 14.30 Uhr, bei Kraft, Frankfurter Str. 81, Versammlung. — I. Reichskurzschristgcsellschast, 9 Uhr, Pestalozzi- schule, Vercinswettschreiben. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Rebell." — Astoria-Licht- spiele, Selterswcg: „Scampolo, ein Kind der Straße." — Die 10 flelnften Pferdchen auf d e r Messe. Die Frühjahrsmesse bringt diesmal eine Schaunummer, die sicherlich, haupt|ächlich der Jugend, viel Freude bereiten wird. Es handelt sich um Malsertainers Liliput-Pferdchen, die, nicht größer als Hunde, eine zoologische Seltenheit dorstellen und sich überaus possierlich in der Arena tummeln. Das kleinste der Tiere ist nicht höher als 55 Zentimeter. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. • * Die Stadtratsmandate nieder- geleg L Die langjährigen Mitglieder deS Gießener StadtratS, Schulrat Fischer, Rektor Schmidt und Krankenkassenangestellter Theodor Rühl Haben ihre Stadtratsmandate nieder» gelegt. — Die Kirch st raße vom 2 6. März biS 2 April täglich ab 11 Uhr gesperrt. Dom Pol'.zeiamt wird uns mitgetellt: Während der Dauer der Frühjahrsmesse vom 26. März biS 2. April auf dem Oswaldsgarten wird die Kirchstraße zwischen Reustadt und Wchsteingasse täglich von 11 Uhr ab für den gesamten Durchgangsverkehr pol.zeilich gesperrt. •• Rechnungen für Die Gießener Winternothilfe müssen nach einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil endgültig bis 31. Märn eingereicht werden. Die Lieferanten seien aus diese Bekanntmachung besonders hingewiesen, da verspätet eingehende Rechnungen unberücksichtigt bleiben sollen. * Stadttheater-Abonnement. Im heutigen Anzeigenteil wird auf die Einlösung des 7. Abschnitts des Stadttheater-Abonnements hingewiesen. Interessenten mögen die Bekanntmachung beachten. •’ Wochenmarktbegtnn. Dom 1. April ab beginnt der Gießener Wochenmarkt um 7 Uhr und endet um 13 Uhr. Schwerer Unfall beim Rangieren. Gestern abend ereignete sich am Rangierkopf auf dem hiesigen Güterbahnhof ein schwerer Unfall. Der 45jährige Rangierer Friedrich Z ö r b von Hochelheim wurde beim Ablaufen von Wagen von einem Güterwagen erfaßt und erlitt dabei Brust- und Rippenquetschungen. Der bedauernswerte Mann wurde durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Ehirur- gjschen Klinik gebracht. •* Seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Kaufmann Emil Fichtner, der am Mittwochabend mit seinem SUeinlraftroagen auf der Marburger Straße in der Nähe der Johannesburg verunglückte und dabei schwere innere Verletzungen erlitt, ist gestern abend in der Chirurgischen Klinik gestorben. •* Die Höhere Privatschule Gießen hat in diesem Jahre, wie man uns mitteilt, 8 Oberprimaner zum Abitur vorbereitet, von denen 7 die Prüfung an den hiesigen höheren Lehranstalten mit gutem Erfolg bestanden haben. Nationale Feiern in der Provinz. Rundfunk-Uebertragung vermittelt. Am Abend bewegte sich ein großer Fackelzug, an dem s.ch fast alle Einwohner beteiligten, durch die Straßen deS OrteS nach dem nahen Berg. Hier wurde ein Freudenfeuer abgebrannt. Umrahmt wurde die Feier von verschiedenen Gesangsvorträgen deS Gesangvereins „Frohsinn". Mit dem Deutschland-Lied und dem Horst-Wessel-Lied sand die Feier ihren Abschluß. O Münchholzhausen, 22. Mäiy. Am Sonntag fand hier im Schneiderschere Saale ein Deutscher Abend statt. Der Abend wurde eingelcitet mit einem Umzug der EA., Sturm 3/88 und der Schuljugend unter Mitwirkung der Stahl- hrlmkapclle. Stühpunktleiter Karl Lang (Groß- Rechtenbach 1 begrüßte die Teilnehmer. Anschließend sprach Karl Mack (Riederlleen) über den Sinn eines D.-ulschen Abends. Die RS.-Spielschar Ebersgöns-Riederkleen brachte ein Theaterstück our Ausführung. Ein Gedichtvortrag leitete über zur Ausführung deS Horst-Wessel-TrauerspiclS. wozu Karl Mack (Riederkleens in einem kurzen Vortrag die Einführung gab. Mit dem Lied vom guten Kameraden und dem altniederländischrn Dankgebet wurde die Veranstaltung geschlossen. Kreis Büdingen. • Düdelsheim, 22. März. Aus Anlaß der Eröffnung des neuen Reichstags trug unser Dorf am Dienstag reichen Flaggenschmuck. 3m Rathaus war ein Lautsprecher ausgestellt. Die Schulkinder und viele Erwachsen« hörten den seier- lichen Staatsakt aus der Garnisonkirchr zu Potsdam. Am Abend sand ein stattlicher F a ck e l z u g durch die Dorsstraßen statt, an dem sich fast alle Vereine, die Schulender und viele Ortseinwohner beteiligten. Den Vorantritt hatte die SA.-Kapelle Heegheim. 3m überfüllten Eimonschen Saale hielt Bürgermeister Albrecht eine begeisterte Ansprache. Zu Ehren der Gefallenen erhoben s.ch die Anwesenden von den Plätzen. Die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden. Der Gesangverein „Liederkranz" sang einige vaterländische Lieder. Kreis Schotten. ± Groh-Eichen, 22. März. Gestern fand hier eine große vaterländische Kundgebung statt, an der sich die ganze Gemeinde beteiligte. 3n der Turnhalle fang der Gesangverein zunächst ein Lied. Dann eröffnete der Ortsgruppenführer der RSDAP., Ernst Greif, die Feier. Bürgermeister Faust hielt die Begrüßungsansprache. Weitere Ansprachen wurden gehalten von dem Orts- Seistlichen, Pfarrer König, und Lehrer Bopf. lie Ansprachen wurden umrahmt von einem weiteren Chorgesang des Gesangvereins, einem Liede der Schulkinder und Gedichtvorträgen. Selbstverständlich wurden auch das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied aefungen. Rach diesem feierlichen Akt stellte sich vor der Turnhalle der F a ck e l z u g auf, an der Spitze das Hakenkreuzbanner und die Fahne des Kriegervereins. Zunächst ging es zum Gefallenendenkmal auf dem Friedhof. Hier sprach Pfarrer König Worte des Gedenkens und der Mahnung. Das Lied vom guten Kameraden wurde gelungen. Eine dreifache Ehrensalve des Kriegervereins donnerte über den Friedhof in die stille Rächt hinein. Der Fackelzwg setzte sich nun wieder in Bewegung. Durch verschiedene Straßen des Ortes ging es hierauf auf eine Anhöhe vor dem Dorfe, wo ein mächtiger Holzstoß errichtet war. Bald loderten die Flammen des Freiheitsfeuers zum sternsun- kelnden Himmel empor. Von den benachbarten Anhöhen grüßten ebensolche Feuer herüber. Vaterländische Lieder singend sah eine große Menschenmenge den verzehrenden Flammen zu. Lehrer B o p s sprach noch einige Worte. Riemand im Dorfe wird den 21. März, den Tag des beginnenden Wiederaufstiegs unseres Vaterlandes, je vergessen. Kreis Als?cld. • Storndorf, 22. März. Am vorigen Samstag sand hier eine öffentliche Feier anläßlich der Bildung einer nationalen Regierung in Hessen statt. Reben den Schulen beteiligten sich der Gesangverein und alle Vereinigungen der RSDAP. an dieser Veranstaltung. Die erste Ansprache hielt Lehrer 031 erbe II e t, der die Bedeutung des Tages und der nationalen Revolution barlegte. Rach Gesängen der Schulkinder und des Gesangvereins hiell Lehrer Brenner -Vadenrod die zweite Ansprache, in de.- er die großen nationalen Geschehnisse in der Geschichte des deutschen Volkes schiwerte. Mit dem Horst-Wessel-Lied wurde die Feier geschlossen. Kreis Wetzlar. > Wißmar, 22. März. Gestern versammelte sich die Schule in dem festlich geschmückten Saale der Gastwirtschaft Wolf, der mit einer Lautsprecheranlage versehen worden war, um an den Feierlichkeiten in Potsdam teilzunehmen. Rach dem Gesang des Liedes „Wir treten pum Beten" wies der Schulleiter die Kinder auf die Bedeutung deS Tages in einer Ansprache hin. Rach dem Hoch auf unser Vaterland, den Herrn Reichspräsidenten und die Reichsregierung und dem Gesang des Deutschlandliedes erfolgte die Heber» tragung der Feierlichkeiten in Potsdam. Mit einer Ehrung für die Gefallenen schloß die er» hebende Feier. ’ Salzböden, 22. März. Aus Anlaß der Erofinung deS Reichstags sand bei starker Beteiligung der Einwohnerschaft unter Vorantritt der SA. ein Fackelzug statt. Der Zug bewegte sich zur Anhöhe beim Dorse, wo ein großes Freudenfeuer angezündet wurde. Der Vorsitzende des Kriegervereins, 3akob Rau, hielt eine Ansprache. Für die RSDAP. sprach SA.-Mann Müller, im Ramen deS Stahlhelms Kolonial- warenhändler Steiß. Mit einem dreifachen Hoch auf das deutsche Vaterland und die Regierung fand die Kundgebung mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wefsel-L.ed ihren Abschluß. * Atzbach, 22. März. Anläßlich der Eröffnung des neuen Reichstages fand in unserem Dorf eine nationale Kundgebung statt. Der Schuljugend wurde der historische Staatsakt durch Ehrung Hindenburgs und Hitlers. * R i d d a , 24. März. 3n der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurde aus Antrag von Bürgermeister R u 11 m a n n, der die Sitzung mit einer herzlichen Würdigung des großen nationalen Umschwungs und mit drelsachem Heilruf auf den neuen Reichstag und den Hessischen Landtag eröffnete, einstimmig beschlossen, zu Ehren deS Re chspräsidenten von Hindenburg die Salzhäuser Straße in Hinden - bürg st raße und zu Ehren des Reichskanzlers Hitler die neue Straße in Adolf-Hitler- Straße umzubenennen. Schächtverbot in Frankfurt. WSR. Frankfurt a. W., 24. Marz. Der Polizeipräsident hat gestern für daS Stadtgebiet Frankfurt a. M. daS Schächt- verbot ausgesprochen. Rundsunkprogramm. Sonntag, 26. März. 6.35 Uhr von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Choralblasen. 8.30: Evangelische Morgenfeier, verunstaltet von der Evangelischen Landestirche Frankfurt a. M. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10.30: Zeitfragen: Ein Großstadtjunge wird Landwirt. 11 von Marburg: Aus der Blindenanstalt, Hörbericht. 11.30 von Leipzig: Reichsfendung: Kantate von Ioh. Seb. Bach. 12 von Leivzig: Unterhaltungskonzert des Leipziger Sinfonieorchesters. 14: Lieder von Wolf, Brahms, Strauß. 14 40: Stunde des Landes. 15.30: Freiburg: Stunde der Jugend. 16.30: Kurhaus Wiesbaden. Konzert des Kurorchcfters. 18: „Don der bodenstämmigen Kunst", Dortrag von W. Fahren- brach. 18.25: Vergnügliches Zwischenspiel. 18.55: „Die Nibelungen In der deutschen Dichtung bis auf Wagner", Vortrag von Dr.Kurt A. Sommer, Frankfurt a. M. 19.20: Sportnachrichten. 19.30: Vila somnium breve, Bunter Abend. 21: Wiener Volksmusik. 22.20: Konzert. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Montag, 27. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 15.20: „Was wir Deutschen meist vergessen hatten. — Bemerkungen zur deutschen Ablehnung der Oder-Akte und zur Internationalisierung der deutschen Flüsse", Vortrag von Dr. Rosa Kempf. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Kleinsthaus mit Reichshiipothek", Vortrag or . Professor W. Uhde, Trier. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19 20: Iehol, die Märchenstadt her Mandschu-Kaiser; Leitung: Paul Laven. 20 05: Der jüngste Tag, ein Oratorium von Otto Iochurn. 21.30: Schallplattenkonzert. 22.45 bis 24: Nachtmusik und Tanz. Dienstag, 28. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen- Nachmittag. 17 von Freiburg: Nachmittagskonzert. 18.25: „Bauten und Denkmäler in Trier", Vortrag von Dr. Herzberg, Trier. 18.50: „Gibt es einen mitteleuropäischen Wirtschaftsraum?", Vortrag von Dr. Albert Lauterbach, Wien. 19.20: Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. 19.30 Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 20 40: Unterhaltungskonzert. 22.50 bis 24: Nachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker. Mittwoch, 29. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk — Austmstchsendung: Mendelssohns Musik zu Shakespeares „Sommernachtstraum", Leitung: Hans Rosbaud. 12: Mittagskonzert I des Rundfunkorchesters. 13.30: Mittagskonzert II. 15.15 bis 1615: Stunde der Jugend. 17: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Plauderei über den deutschen Rundfunk in Chikago". Don Egmont Sonderling. 18.50: Zeitfunk. 19.30: Konzert des Rundfunkorchesters. 21.30: Katharinenkirche Frankfurt a. M.: Brahms Gedenkstunde. Donnerstag, 30. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmust- ker. 9 bis 9.45: Schulfunk. 12: Mittagskonzert. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Konzert. 18.25: „Was die Stahlhelm-Selbsthilfe vorfchlägt^ Dortrag von Direktor Neuerburg, Frankfurt a. M. 18.50: Dortrag. 19.20: „Neues aus aller Welt", Dortrag von Professor Dr. Walter Behrmann. 19.30: Selbstanzeige Hans-Christoph Kaergel. 19 45: Der königliche Siedler: Eine Inspektionsreise Friedrichs des Großen im Jahre 1779. Nach zeitgenössischen Aufzeichnungen des Dichters Gleim. 20.30: Richard» Wagner-Konzert des Rundfunkorchesters. Jrcltag, 31. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 12: Mtttagskonzert. 17: Konzert. 18.25: Zeitfragen. 18.50: Aerzte-Vortrag. 19.20: Schwäbische Volkslieder, von Friedrich Sil- cher. Gesungen vom Funkchor. 20: Scheinwerfer auf Menschen ohne Namen. Von Victoria T. Wolf. 20.40: Karlsruhe: Badische Militärmärsche der Poll- zeikapelle Karlsruhe. 21.30: Klavierwalzer. Gespielt von Hubert Giesen. 22.30 bis 24: Nachtkonzert. Samstag, 1. April. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 10.30: Aus dem Vatikan: Oesfnung der heiligen Pforte. 12: Mtttagskonzert. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Konzert. 18.25: „Die Entwicklung der deutschen Arbeiterbewegung", Gespräch zwischen August Winnig und Dr. Friedrich Westphal. 18.50: „Was heißt organisch denken?" Eine Zwiesprache über die Neugeburt deutscher Weltanschauung zwischen Dr. Werner Kulz und Paul Krannhals. 19.30: Bismarck, Bildnis eines Menschen. 20.15: Zigeunerliebe. Romantische Operette in 3 Bildern. Musik von Franz LehLr. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Daten für Sonntag, 26 März. 1827: Ludwig van Beethoven in Wien gestorben: — 1851: Der Schriftsteller Julius Langbehu in Hadersleben geboren. bei Heiserkeit Katarrhe der Sditclmhlute de« Rachens und des Mundes, bei Mandelentzündung (Angina) und Erkältungen. 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Die faschistische Revolution mit dem M arsch auf Rom als beendet, den revolutionären Geist des Faschismus als erschöpst anzusehen, ist der verhängnisvolle Irrtum der Gegner der saschisti- fchen Bewegung gewesen. Da der König Mussolini nach dem siegreichen Marsch auf Rom am 28. Oktober 1924 mit der Bildung des Kabinetts beauftragte, bedeutete dieses Mandat eine nachträgliche Sanktion deS faschistisch revolutionären Angriffs durch die Krone, von feiten Mussolinis den Verzicht auf eine weitere gewaltsame Durchführung der faschistischen Revolution; ein Abbiegen von der Straste in das Parlament. Der geistig revolutionierende Gehalt des Faschismus behielt seine volle Stohkrast. Run ergab sich das. Paradoxon, daß der siegreiche Revolutionär Mussolini, der mit seiner faschistischen Organisation, seinem faschistischen Frei- willigcnheer, der Miliz, die Macht im Staate facto in der Hand hielt, als Führer der faschistischen Partei mit seinen 37 faschistischen Abgeordneten in einem Parlament von 557 Abgeordneten i n erdrückender Minderheit blieb und der Ministerpräsident Mussolini, loyal an das königliche Mandat gebunden, durch die Opposition ge- hindert wurde, auf legalem Wege die faschistische Revolution auszubauen. Das Problem der so „unvollendeten" faschistischen Revolution be- herrschte die innerpolitische Lage Italiens in den zwei folgenden Iahren. Dieses Problem zu lösen, erforderte andere Qualitäten, als die Organisation einer Massenbewegung. Mit dieser Aufgabe wuchs Mussolini zum Staatsmann ganz grosten Formats. Bei dieser Lage mustte Mussolini zwangsläufig zur Diktatur als Uebergangsstadium und zur Aenderung des Wahlrechts kommen, das ihm eine faschistische Kammermehrheit bringen sollte. Das Wah'^^l bestimmte, dast die Partei die die rclal v? M hrheit und zugleich mindestens 25 Prozent al.er abgegebenen Stimmen erre'chte zwei Drittel (356) aller Sitze im Parlament erhalten alle übrigen Parteien sich nach dem Verhältnis in die verbleibenden 179 Sitze k en sollten. Dast das Parlament eine derartige Wah'rechtsänderung genehmigen konnte, die. wenn die Voraussetzungen eintraten, die Opposition lahmlegen muhte, erklärt sich nur aus dem völligen Unvermögen der oppositionellen Parteien die geistige Mächtigkeit des Fasch smus zu erfassen; die Kurzsichtigkeit solcher, bie, nur die Peripherie des äußeren Geschehens übersehen. nicht in das treibende, geistige Zentrum schauen. Das Ergebnis der Wahlen war e i n Plebiszitfürden Faschismus Die Liste der Regierung erhielt 4 5, die Listen aller oppo- sitionel en Partien zusammen nur 2 5 Millionen Stimmen erreichte damit nicht nur die von der Vorlage geforderten 25 Prozent, sondern 68 Prozent al'er Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von über 70 Prozent, die keine Wahl bisher in Stil en erreicht hatte. Bei der Vorbereitung dieser entscheidenden Wahlen zeigte Mussolini seine staatsmännische Ueberlegeuheit über einen Rur-Parteiführer. Wie er schon bei der Bildung seines ersten Ministeriums das nationale Moment durch die Berufung des Marschalls Diaz zum Kriegsmini- ster, des Admirals Thaon de Revel zum Marineminister betonte, den Fascio von der siegreichen Tricolore übcrwehen liest, so nahm er auch bei den Wahlen das Rationale als Wahlparole an, legte nicht eine faschistische Liste, sondern eine nationale Liste ass Reqierungsliste auf, und sicherte sich so auch S immen aus nicht rein faschistischen Kreisen, die sich aber mit ihm durch das Rationale verbündet fühlten, meist Rechtsliberalen und die Mitglieder des grosten Verbandes der Frontsoldaten die Abgeordneten halten an der Privilegierung der siegreichen Liste Anteil und bildeten im neüen Parlament als Faschistenfreunde einen Flankenschuh für die Regierung. Rach den Wahlen konnte Mussolini mit Recht sagen, dast das Land in überwiegender Mehrheit hinter ihm stand, er verfügte im Parlament über eine stabile Mehrheit. Trotzdem war Mussolini bereit, mit einem Koalitionsministerium zu regieren und eine sachliche Opposition anzuerkennen. Auch dieser Stand« )untt zeigt den Staatsmann: die weitaus grö- ;ere Mehrheit der Faschisten waren junge Bur- chen, die den Mut gehabt hatten, für die faschi- tische Bewegung ihr Leben einzusehcn, denen aber Erfahrungen, wohl auch vielfach die Qualitäten fehlten, den eroberten Staat zu regieren. Mussolini stellte das Etaatswohl über die Parteirücksichten und berief durch Sachkenntnisse und Erfahrungen bewährte Männer, auch aus den liberalen Parteien der verschiedenen Schattierungen, und aus der Volks- Partei, dem italienischen Zentrum, auf die verantwortungsvollsten Posten. Männer, die bereit waren, mit dem Faschisten Mussolini zusammenzuarbeiten, verbunden mit ihm durch persönliches Vertrauen. Sie blieben aber ihrer Parteileitung unterstellt. Das doktrinäre Sich- Dersteifen auf Parteigrundsähe, ein eigensinniges Richtgeltenlassen-Wollen der Tatsache der faschistischen Revolution, gab der Parteileitung immer wieder einen Vorwand, die Mitarbeiter Mussolinis zurückzurufen. So trat eine chronische M i .isterkrisis ein, und ein ersprießliches Zusammenarbeiten Mussolinis mit den anderen Parteien wurde sabotiert. Dieser unhallbare Zustand kulminierte mit der Ermordung des Iozialisti>chen Abgeordneten Matte- o 11 i durch faschistische Desperados, im Juni 1924. Mussolini für dieses Verbrechen irgendeine Mitver- antwortung zuzuschieben, ist eine böswillige Kampfparole der Opposition, die das Verbrechen benützte, um dem faschistischen Regime den offenen Krieg zu erklären. Die oppositionellen Abgeordneten verließen das Parlament, bildeten die intransigente Aventin-Opposition mit der Absicht, das Parlament arbeitsunfähig zu machen, die Krone zu zwingen, aus ihrer Reserve herauszutreten, Mussolini das Mandat zu entziehen und Neuwahlen aus- zuschreiben, die bei der allgemeinen Erregungüber die Ermordung Matteottis eine antifaschistische Mehrheit bringen sollten. Im Rumpfparlament verweigerten die faschistenfreundlichen Abgeordneten der Regierung die weitere Gefolgschaft in der Form der Opposition der drei Expräsidenten Giolitti, Salandra, Orlando. Es ist keine Frage, daß, falls damals die Taktik der Opposition zum Sturze Mussolinis geführt hätte, ein blutiger Bürgerkrieg ausgebrochen wäre, der zu einer extremen Linksregierung mit den Sozialisten geführt und die Krone als Schicksalsgenosjin des Faschismus weggespült hätte. Ein so geschwächtes, innerlich zerrissenes Italien wäre dem Bolschewismus ausgeliefert gewesen. In dieser höchst gefahrvollen Stunde, in der die Führer der alten Parteien völlig versagten, zeigte Mussolini allein den klaren Blick des Staatsmannes. Er erkannte, daß nicht der Faschismus, sondern der Staat selb st in Gefahr war. Er erkannte auch, daß man eine Revolution nicht wiederholen kann, womit die Extremisten seiner Partei drohten, und fand den Mut, persönlich die volle Verantwortung zu übernehmen. Mit der Ernennung F a r i n a c c i's , des Führers der intransigenten Richtung im Faschismus, die gegen jede Koalition mit anderen Parteien war, schloß er seine Rechen, und kündigte im Parlament die faschi stische Gesetzgebung an, mit der die faschistische Revolution auf legalem Weg mit einer nunmehr rein faschistischen Mehrheit durchgeführt, der faschistische Staat ausgebaut wurde. Man muß diese Zusammenhänge im Auge behalten, um die strenge Architektur des faschistischen Staates zu verstehen: seine Einseitigkeit, seine Schärfe, sind Folgeerscheinungen der intransigenten, grundsätzlichen Opposition der anderen Parteien. Viele richtunggebende Einzelheiten des Bauplanes sanden die Zustimmung aus den Kreisen der Rechtsliberalen und des'Zentrums. Nach dem völligen Versagen aller Regierungen von Nitti, Giolitti bis zu Auf Veranlassung des Reichsministers des Innern ist anfangs März im ganzen Reichsbahngebiet der Deutsche Reichsbohnschutz zur Abwehr etwaiaer Terror- und Sabotageakte eingesetzt worden. Der Reichsbahnschutz besteht aus zuverlässigen, nationalgesinnten Bediensteten, die sich freiwillig bereit erklärt haben da^ Bahngebiet im Falle der Gefahr mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. — Unser Bild zeigt eine Streckenkontrolle durch Beamte des Bahnschutzes. Facta, bei der Lähmung der Staatsmaschlne durch parteipolitischen Hader, waren alle Einsichtsvollen darüber einig, daß die staatsrechtliche Stellung des Ministerpräsidenten erweitert werden müsse, daß es notwendig geworden sei, das zu einem parteipolitischen Instrument degenerierte Parlament wieder auf die Basis eines politischen Kontroll-Instituts zu stellen, die Exekutive vom Parlament auf die Regierung zu verlegen, und daß dies nur durch eine Aenderung der Versa s s u n a erreicht werden könnte. Aber Giolitti, als Wortführer der liberalen Opposition, setzte diesen Notwendigkeiten, denen er selbst zustimmte, das grundsätzliche Veto entgegen, Die Konstitution darf nicht angetastet werden. Der korporativ-syndikale Gedanke, der den wirtschaftlichen Ausbau des faschistischen Staates trägt, hatte in allen Parteien Anhänger, besonders bei den Sozialisten und im Zentrum. — Aber die Führer der sozialistischen Partei waren nicht gewillt, die politische Beeinflussung der Gewerkschaften auszugeben und lehnten deshalb die Form des vom Staat kontrollierten Einheitssyndikats ab. Das Einstehen für die christliche Familie, die ckristliche Schule, aus der die liberale Regierung den Religionsunterricht entfernt hatte, hätte eine tragbare Brücke zum italienischen Zentrum sein müssen. Aber all dieses sachlich Verbindende trennte die Verbissenheit einer grundsätzlich intransigenten Opposition. Nie hätte Mussolini daran gedacht, die alten, auf dem Boden des Staates stehenden Parteien aufzulösen, wenn deren Opposition sich nicht zu einer grundsätzlich antifaschistischen versteift hätte. Man macht dem faschistisch-nationalen Staat den Vorwurf eines Partei st aates. Dieser Einwand ist nur mit einer gewissen Einschränkung berechtigt: das parteibildende Moment im Faschismus ist mit der Durchführung der faschistischen Revolution, mit der Auskristallisätion zum faschistischen Staat erschöpst. Es wird auch die Zeit kommen, da die Ueber- bleibsel aus dieser Periode des Werdens, die Parteihierarchie verschwindet, wie schon die einstige faschistische Miliz ein integrierender Bestandteil der Wehrmacht geworden ist, die faschistische Spitzenorganisation, der Große faschistische Rat, in die Konstitution einbezogen wurde und in seiner neuen Zusammensetzung zu einem Staatsrat geworden ist. Mussolini hat vor Iahren ausgesprochen: „Der Faschismus ist nicht Endziel, sondern nur Mittel zum Ziel. Und es ist sehr wahrscheinlich, daß sich auch ein anderes Wort Mussolinis realisieren wird: Faschi st isch gleich Italienisch. Dann wird Italien eine moralische und politische Einheit bilden, die man nicht mehr als Parteistaat, sondern als Volksstaat aussprechen muß: die Synthese des geistigen revolutionierenden Gehaltes des Fa- schismus und der genialen realpolitischen Formgebung durch den Staatsmann Benito Mussolini. Abiturientenlager des freiwilligen Werkhalbjahres im Bezirk Hessen. Es zeigt sich, daß das Interesse für bas frei- willige Werkhalbjahr für Abiturienten und Abiturientinnen im Bereich bes Lanbesarbeitsamts Hessen (Freistaat Hessen und Hessen-Rassau) sehr groß ist. Auf zahlreiche Anfragen, welche geschlossenen Lager von Abiturienten im freiwilligen Wcrlhalbjahr beschickt werben können, geben wir nachstehend bie für unsere engere Heimat in Betracht kornrnenben Lager an, bie je, allerdings nur bis zu einem Drittel, Abiturienten aufnehmen dürfen: Verein zur Förderung des Freiwilligen Arbeitsdienstes in Hessen: Gedern, Schotten, Bobenhausen, Oberlais, Glashütten, Wöllstein, Herrnhaag, Thiergarten; für Abiturientinnen: Schotten, Als- feld, Büdingen, Friedberg. Stahlhelm: Hachenburg, Westernohe, Frücht, Weilmünster, Angersbach, Gonterskirchen, Birstein. 3 u n g b e u t* scher Orben: Spangenberg, Lich, Saasen, Wallau. Spielplan ver frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 26. März, Anfang 15 Uhr: Undine; Anfang 19.30 Uhr: Die Csardas- fürstin. Montag, 27. März: Geschlossen. Dienstag, 28. März, Anfang 20 Uhr: Tiefland. Mittwoch, 29. März, Anfang 20 Uhr: Der Barbier von Sevilla. Donnerstag, 30. März, Anfang 19.30 Uhr: Die Zauberflöte. Freitag, 31. Marz, Anfang 19.30 Uhr: Die Csardasfürstin. Samstag, 1. April, Anfang 18 Uhr: Götterdämmerung. Sonntag, 2. April. Anfang 19 .Uhr: Tannhäuser. Montag. 3. April, geschlossen. Schauspielhaus. Sonntag, 26. März, Anfang 16 Uhr: Moral; Anfang 20 Uhr: Eva hat keinen Papa. Montag, den 27. März, Anfang 20 Uhr: Arnphitryon. Dienstag, den 28. Marz, Anfang 20 Uhr: Die vier Musketiere. Mittwoch, 29. März, Anfang 20 Uhr: Eva hat keinen Papa. Donnerstag, 30. März, Anfang 20 Uhr: Die vier Musketiere. Freitag, 31. März, Anfang 20 Uhr: Eva hat keinen Papa. Samstag, 1. April, Anfang 20 Uhr: Kollege Crampton. Sonntag, 2. April, Anfang 16 Uhr: Die endlose Straße; Anfang 20 Uhr: Die vier Musketiere. Montag, 3. April, Anfang 20 Uhr: Zum ersten Male: Der alte Textor. Daten für Sams'aq, 25. März. 1801: der Dichter Rovalis (Hardenberg) in Weißenfels gestorben; — 1860: der Politiker Friedrich Raumann in Störmthal bei Leipzig geboren. Kieme Stadt tn HoUand. Von Alfred Wiegend'Ück Die mittelalterliche, dunkelbraun und matt gewordene Standuhr in der kleinen Halle fang mit zarten Stimmen ihr erstes Morgenlied. Wie ein Hauch wehte dieses Lied durch die Gänge, durch die Türen, hing noch ein Weilchen in irgendeiner Hausecke und verwehte dann wie ein silberner, aus einer anderen Zeit heraufgezauberter Traum. Solche Uhren und solch feine Musik findet man in den meisten holländischen Häusern. Der Holländer, der das Leben am liebsten in seinem He.im verbringt, der die Straße nur geschäftlich kennt, sammelt Dinge, die seinem Dasein Behaglichkeit verleihen können. Vom Stadthausturm schwingt sich das große Glockenspiel über die Dächer, und die Domglocken fallen mit tiefen Dreiklängen ein Es ist, als lege sich ein anmutiger Kranz von Melodien, von Glockenklängen und Glockenliedern über diese niederländischen, brabanter und holländischen Städte, und der Fremde bleibt einen Augenblick lang verwundert stehen, und horcht in die Luft hinein, aus der der klingende Regen der Töne fällt. Indessen drücke ich die grüngestrichene Tür mit dem Türklopfer in das Schloß. Um die Linden spinnt ein leiser Nebel, und durch den Kanal wandert langsam ein Dampfer. Bald höre ich die schrille Glocke der Dampftramway, an der Vischbrugg steige ich in den kleinen fast dünnen Wagen, setze muh neben der niederländischen Bauersfrau auf die Bank und sehe mit einem Blick die Straße sich drehen, die Qudedieze, das etwas breite mit blaugestrichenen Fensterrahmen verzierte Haus gegenüber dem alten umgiebelten und verschnörkelten Palais, sehe zwei weiße Tüchlein winkender Kinder, und es geht am Markt vorbei, hinaus in das von Nebelschleifen umflochtene. Land. Laut und summend steigt der Marktlärm auf Em Bücherhändler mit Räubergeschichten, Seeabenteuern, Litaneien neben einem Flickschuster, Eierhändler neben einem Töpfer; Stoffe gibt es do, Seide, Flanell. Und kleine Taschenspiegelchen, geschenkt billige Zigaretten und unzerreißbares Spielzeug, das man vor den wilden Bubenhänden allerdings schützen muß. Die Schor der Käufer umdrängt die Stände. Die weißen glänzend gebügelten Flügel Hauben, die goldenen Haarschnecken, Nadeln und Muscheln, die bunten Röcke und gelben Holzpantinen, die , Klomvjes", die blauen und roten Wämse und die Pluderhosen der Männer — ein Kaleidoskop * Das ganze Land ist von einem zarten Silberton Überflossen. Es gibt nichts Hartes, Scharfes. Manchmal öffnet sich eine Himmelstür, dann fließt es blau und sanft daraus hervor. Eine Lichtflut überschwemmt eine ferne Kuppel, einen dünnen schmalen Turm, wirft ein gleißendes Strahlenbündel auf den Hauch einer fernen Stadt. Die Wasser in den Flüßen und Kanälen sind glatt und leblos, nur zeitweilig verirrt sich ein Seewind über das flache Land, dann werden sie unruhig und sehen aus wie gerippte Seide. Do taucht in der Ferne die dunkle, ungewisse Silhouette einer unbekannten Stadt auf. Nebel wogt sanft wie eine eingeschlafene Flut, verhängt die amerikanische Pappelallee, die Linden und Ulmen und verzaubert einen Buchenhag, fällt schützend in weitfaltigen Vorhangteilen vor einem roten Haus hinter den Buchen nieder, in welchem zwanzig hübsche Mädchen die höhere Ausbildung genießen. Die Stadt am Rande des Landes, umspannt von einigen kleinen Grachten rückt näher. Eine altniederländische Kirche wächst nüchtern in den Nebel hinein, aus dem Tor wandert, schön geordnet in einem Zug, eine Schar weißgekleideter Mädchen, Ministranten in roten Röcken tauchen wie Mohnblumen auf, und kleine Kerzenlichter flackern wie Sterne. Giebelslüchte umspinnen die Kirche; ein Brunnen steht vermummt und etwas verdrossen da und in den Fenstern liegt der Widerschein der Kerzen. Alte niederländische Häuser, Kanäle dehnen sich breit, und eine schwere eiserne Brücke trägt das Züglein rasch über die Maas in das wieder still geworbene Land hinein. Seltsame Heine Wanderung mit flüchtigen, vom Nebel umsponnenen Bildern: von bloßsilbernen Vorhängen verschleierte Zeitaller, von grauem Tüll umsponnene Gotik. • Ich frage nicht, wie diese kleine Stadt heißt. Der Nebel hot sich gehoben, und eine rötliche Sonne versucht einen Schein auf die geliebten Häuser zu werfen und den kleinen Hasen in den Jnnen- und Außengrachten. Kotzenköpfsges Pflaster in den schmalen Straßen. Zahllose Brücken, kleine, kaum zwei Meter lange, hochgewölbte wie ein Katzen- vuckel, und flache, langgestreckte. Und fortwährend Laubengänge, Arkaden an den Häusern. Schmale Wege an Bächen entlang unter der hohen Stadt mit eigenartigen, oft rätselhaften Nomen, die man sich aufschreiben müßte, um sie niemals zu vergessen, alte Schissertürme, schlaffe Segel an den Masten, ein Wasserbecken mit einer kleinen Schar Pinassen, Pinken und Barkassen. Ja, und wieder ein rotes Dächerwerk, und Giebel und ein Wasserturm. Höher aber, der Sonne zu, die Kathedrale, die noch immer vom flüchtigen Nebelgewoge verhängte Gotik, zahlreiche Türme, Steinkränze, Wasserspeier, Winkelwerk, Fensterschönheiten: Musik in Stein. Auf Granitsockeln Denkmäler alter «ec Helden, alter Diplomaten; Gelehrte und Heilige. Und gleich daran, innig angeschmiegt, das kleine zierliche Häuserwerk mit den dunkelräumigen Geschäften, mit den Kaufläden für holländisches Porzellan, Delfter Vasen und Schalen in den Schoufensterchen, lange weiße Schifferpfeifen und den Haufen echten schwarzen Tobaks. „Echter Friescher Heeren Boni!" Was hätte es für einen Sinn nach dem Namen dieses kleinen nördlichen Venedigs zu fragen, in dem man nur ein Stündchen zu Besuch ist; ist es nicht reizvoller, die Erinnerung an diese kleine holländische Stadt mllzunehrnen wie einen Traum, der sich einmal ganz leise in unser Leben gefügt hat? Im kleinen Boot unter tropischer Sonne. Berichte von furchtbaren Qualen, die sie in einem offenen Doot unter der tropischen Sonne ausgestanden haben, erzählten die 13 Ueber- lebenden des norwegischen Motorschiffes „Hin- noy", die jetzt in Colombo angekommen find. Das Sch ff war mit einer Ladung Chemikalien von Antwerpen noch Honkong unterwegs. In der Rächt bemerkte der wack habende Offizier Rauch und meldete es dem Kap .an, der dem Funker sofort befahl, den 808-Ruf auszusenden. Aber bevor noch der Rotruf gesendet werden konnte, erfolgte eine furchtbare Explosion, bei der 14 Leute der Mannschaft getötet wurden. Die übrigen 14 retteten sich in das einzige unbeschädigte Doot, in b:m sie in drangvoller Enge zusammengepreht, sich dem hohen Meere anvertrauten. Die Hitze war groß. Ein Wann starb am Sonnenstich, die andern waren von den erbarmungslosen Strahlen vollkommen ausgedörrt und zermürbt. Infolge der Berührung mit dem Salzwasser eiterten die Wunden, die fünf von ihnen erhalten hatten. Rachdem sie in dieser grausigen Lage zwei Tage lang ohne Rahrung und Wasser auf dem Meer Herumgetrieben waren, wurden sie von dem japanischen Schiff „Rap'es Maru" gesichtet und ausgenommen. Der Kapitän des Rettungsschiffes, Hirooka, berichtet: „Der Rachtwachtposten bemerkte ein schwaches Aufflackern von Licht und horte Schreie. Bei dieser Beobachtung war das Schiff schon an der Stelle vorüber, und wir mußten mit Volldampf zurückfahren. Die acht Leute, die nicht so schwer verletzt waren, wurden mit Leitern an Bord geholt, bann wurde das Boot mit den fünf Schwerverwundeten herauf- gewunden. Die Schiffbrüchigen zündeten ihre letzten Streichhölzer an in dem verzweifelten Versuch unsere Aufmerksamkell zu erregen, nachdem vorher sieben Schiffe an ihnen vorbeigekahren waren, ohne sie zu bemerken." Zeitschriften. — Die neueste Rümmer der 3 l l u st r i r t e n Zeitung (3. 3. Weber, Leipzig) hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Leser die große Bedeutung unserer Reichswehr zum Bewußtsein zu bringen. Die Entwicklung oer deutschen Wehrmacht von 1918 bis heute wird in dem Artikel „Die Bedeutung der Tradition" von Generaloberst Wilhelm Heye, sowie in dem Beitrag „Der Weg der Wehrmacht" geschildert, in dem die verschiedenen Reichswehrminister und Chefs der Heeresleitung von den hohen Zielen unserer Reichswehr sprechen. 3hre Aufgabe und die Mittel zur Durchführung beschreibt General Freiherr v. Hammer- stein-Eguord in seinem Artikel „Aufgaben des Heeres". Don der Machtlosigkeit Deutschlands gegenüber den bis an die Zähne gerüsteten Rachbarn spricht der Aufsatz: „Wer braucht Sicherheit?", davon zeugen auch die vier Karten: „Deutschlands Grenzen ohne ausreich-'"den Schuh". Zahlreiche Bilder aus dem Soldatcnlei n und die Porträts der Reichswehrführer bring./, dem Leser Offiziere und Mannschaften der Reichswehr näher, deren Treue und Aufopferung im Dienste des Va^ terlandes wir viel zu danlen haben. Wirtschaft. 10 Milliarden überschritten. Oer Wiederaufschwung der deutschen Spartätigkeit. Am Rentenmarkt lagen besonders Reichs- altbesitz mit plus 1 o. H. und Neubesitz mit plus 0,75 o. H. fest. Späte Reichsschuldbuchsorderungen und Schutzgebiete konnten sich um etwa 0,50 v. H. erholen. Bon fremden Werten blieben Rumänen und Anatolier gut behauptet. Stahlvereinbonds eröffneten zunächst unverändert, bröckelten aber spä- i ter 0,50 v. H. ab. Reichsbahnvorzugsaktien blieben mit 100.25 o. H. gut behauptet. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig und uneinheitlich, doch blieben die Kurse meist unverändert. Staatsrenten lagen meist behauptet, die Stadtanleihen tendierten wesentlich stiller. Bei kleinen Umsätzen setzte sich die Erhöhung für Farben um erneut 1,75 o. H. fort, wobei man auf den günstigen Düngemittelabsatz verwies. Auf den übrigen Marktgebieten blieben die erhöhten Kurse gut behauptet. Deutsche Anleihen lagen vorübergehend bis zu 0,50 v. H. schwächer, später traten jedoch wieder Befestigungen ein. Tagesgeld war zu 3 v. H. sehr leicht. überschritten. Ende Januar 1933 betrug die höhe der Spareinlagen 10,228 Milliarden RM. Diese günstige Entwicklung hat angehalten; sie kann nicht hoch genug bewertet werden, denn sie wachsenden Einlagen versehen die Sparkassen in die Lage, wieder Kredite zu geben und so Oluf- träge und damit die Arbeitsbeschaffung zu finanzieren. 3n den ersten Monaten eines neuen Jahres erfolgen im allgemeinen die Zinsgutschriften. Die Sparer erhalten damit ihren berechtigten Lohn dafür dah sie ihre Ersparnisse nicht zu Hause im Strumpf verwahren, sondern sie durch die Geldinstitute der Wirtschaft zur Verfügung stellen. Auch in diesem Jahre sind mehrere hundert Millionen Mark gutgeschrieben worden, die ebenfalls zur Erhöhung der Spareinlagen beigetragen haben und die um so bedeutungsvoller sind, als sie zum großen Teil Kleinsparern, also den ärmeren Schichten unseres Volkes, zugute kommen. Erläuterungen zumReichsbankausweis vom 23. März. Berlin, 25. März. (WTD. Funkspruch.) Aach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. Marz 1933 hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 37 Millionen auf 2955,3 Millionen Mark verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 45,3 Millionen auf 2452,2 Millionen Mark und die Effektenbestände um 0,1 Millionen auf 401,1 Millionen Mark abgenommen, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 7,1 aus 18,4 Millionen Mark und die Lombardbestände um 1,3 Millionen auf 83,6 Millionen Mark zugenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 76,4~ Millionen Mart in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der .Umlauf an Reichsbanknoten um 69,6 Millionen auf 3196,8 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 6,8 Millionen auf 393,8 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 33,2 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 362,4 Millionen Mark eine Zunahme um 7,3 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 3 Millionen auf 849,3 Millionen RM. vermindert. Dieser Summe stehen kurzfristige Devisenverpflichtungen aus dem Redislontkredit der Reichsbank (70 Millionen Dollar) und dem über die Gol-dislontbank auf^en^mmenen Be.eitscha'ts- kredit (45 Millionen Dollar) in Höhe von 485 Millionen RM. gegenüber. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 11,6 Millionen auf 727,4 Millionen RM. abgenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen dagegen um 8,6 Millionen auf 121,9 Millionen RM. Angenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am 23. März 23,6 Prozent gegen 26,1 Prozent am Ende der Vorwoche. Rach Abzug der erwähnten Devisenverpflichtungen stellt sich die Deckung auf 11,4 Prozent gegen 11,2 Prozent vorher. Frankfurt fest. Frankfurt, 25. März. (WTB. Drahtmeldung.) Nachdem an der Abendbörse weitere Glattstellungen erfolgt waren, eröffnete die Wochenschlußbörse wieder in befestigter Haltung. Allerdings war die Umsatztätigkeit zunächst infolge des geringen Orderein- aangs ziemlich klein und beschränkte sich nur auf Deckungen der Kulisse. Verschiedentlich wurden auch kleine Meinungskäuse vorgenommen. Als Motiv für die wieder festere Tendenz führte man an, daß nach der Reichskanzlerrede eine gewisse außenpolitische Entspannung zu verzeichnen sei, besonders hinsichtlich des durch die englisch-italienische Aktion stärker in den Vordergrund gerückten Reoisionsgedanken. Die Kursbesserungen betrugen meist 1 v. H., nur ganz wenige Werte litten noch unter Realisationen. Montanwerte eröffneten durchweg bis zu 1 v. H. fester. Am Chemiemarkt gewannen IG. 1,13 v. H., Deutsche Erdöl und Rütgerswerke 1,25 v. H. Don Elektroaktien zogen AEG. 1,25 v.H., Schuckert 1,50 v.H. und Siemens 1 v.H. an, Bekula und Lechwerke waren unverändert. Am Kunstseidemarkt besserten sich Aku um 2 v. H. und Bemberg um 1 v H. Reichsbankanteile lagen zunächst 0,75 v. H. und später weitere 0,65 v.H. höher, dagegen lagen Daimler mit plus 1,25 o. H. recht fest. Etwas niedriger eröffneten dagegen Zement Heidelberg mit minus 1,50 v. H., Contigummi mit minus 1,40 v. H., Metallgesellschaft mit minus 1 vH. und Zellstoff Waldhof mit minus 0,50 v. H. Nach den ersten Kursen trat ohne besonderen Grund eine plötzliche Haussebewegung in IG. Farben ein. Der Kurs zog um 4 v. H. auf 136 v. H. an, die Umsatztätigkeit war etwas lebhafter. Auch an den übrigen Marktgebieten hob sich das Niveau um durchschnittlich 1 v. H. Die zahlreichen unerwarteten und überraschenden wirtschaftlichen Ereignisse in den letzten Jahren hatten zu einer erheblichen Beunruhigung in breiten Schichten der Bevölkerung geführt; diese Beunruhigung wirkte sich u. a. in den stärkeren Abhebungen von Spareinlagen aus. Außerdem zwang und zwingt die anhaltende wirtschaftliche Rot viele, ihre Ersparnisse anzugreifen. Das führte dazu, daß die bei den deutschen Sparkassen an- gesammelten Ersparnisse, die im 3uli 1933 die 10-MUliarden-Grenze überschritten hatten, wieder unter diese Grenze fielen. 3edoch bereits _tm vergangenen Jahre machte die Beruhigung ständige Fortschritte, immer weitere Kreise sahen ein, dah Ujre verschiedenen Befürchtungen unnötig waren. Das gehamsterte Geld ''kehrte allmählich wieder zu den Sparkassen und anderen Geldinstituten zurück. Seit September v. 3. nehmen die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen ständig zu. 3m 3anuar dieses 3ahres wurde die lO-HIiölar- deu-Grenze wieder erreicht und gleich bedeutend G.A-Sport. Tisch-Tennis der Sp.-Vg. 1900. Gutes INeldergebnis für das I. Turnier. Das erste Tischtennis-Tumier der Spielvereinigung 1900, das morgen in der Gymnasium-Turn- halle stattfindet, hat großen Anklang gefunden. Das meiste 3nteresse dürften die Spiele der A- Klasse finden. Hier werden in erst ;r Linie zu beachten sein der süddeutsche Meister H o j d a (Dar Kochba Frankfurt a. M.), die Spitzenspieler D e n - necke (3G.-Sportv.) und der bereits hier bekannte Schäfer (Tischtennis-Club Frankfurt- West). 3nwieweit sich die Gießener Vertretung, die sich aus den ersten Mannschaften vom Akod. Tischtennis-Club und dem Veranstalter rekrutiert, durchsetzen kann, ist schwer vorauszusagen. 3m Mannschaftskampf der A-Klasse stehen sich der Akad. Tischtennis-Club Gießen und 1900 gegenüber. — 3n der 6-Klasse streiten um die Siegespalme mit Mannschaften und Einzelspielern DHV. Gießen, D3K. Gießen, Spielvgg. 1900 Gießen, Tischtennis-Club Großen-Linden und Tischtennis- Club Lich. Einzelspieler werden gestellt von Tischtennis-Club Großen-Buseck, Gymnasium und Realgymnasium Gießen. Handball der Sp.-Vg. 1900. Am morgigen Sonntag weilen 1900s Handballer erneut auswärts. Mit zwei Mannschaften geht's zum Polizeisportverein Vutzbach. Dis jetzt konnten die Spielvereinigungsleute dort noch keine Lorbeeren ernten. Die Aussichten für die erste Mannschaft haben sich jedoch inzwischen erheblich gebessert. Auf eigenem Platz wird der Polizeisportverein Dutzbach ein schwer zu überwindender Gegner sein. Wettervoraussage. Das zentraleuropäische Hochdruckgebiet macht feinen Einsiug weiterhin gellend und läßt das schöne Frühlingvioetter foribestehen. Da sich sein Siern durch das Abhauen der Balkanstörung mehr südösllich verlagert, läßt die scharfe Kaltluftzufuhr der letzten Tage nach, so daß die Tagestemperaturen jetzt wesentlich höhere Werte erreichen werden Aussichten für Sonntag: Meist heiter und tagsüber kräftige Erwärmung, nachts Temperaturen noch um den Gefrierpunkt, trocten. Aussichten für Montag: Keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen. Am 24. März mittags 7,8 Grad Celsius, abends 1,1 Grad. Am 25. März morgens m.nus 1,1 Grad. Maximum 8,0 Grad, Minimum mmu£ 1,5 Grad. Sonnenscheindauer 101/4 Stunden. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 24. März abends 7,2 Grad. Am 25. März morgens 2,0 Grad. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 26. März. Lätare. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Psr. Mahr; 11: Kinder- kirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Mahr; 18: Pfr. Becker. — Johannestirche. 9.30: Pfr. Bechtols- heimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 14: Pfr. Ausfeld; Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der Johannes- gemeinde; 18: Pfarrassistent Knell; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 9.45: Pfarrassistent Knell; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfarrossistent Knell. — Saal der Reuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfr. Ausfeld. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst; hl. Abendmahl der älteren Verheirateten; 11: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 13: Kinoergottesdienst.— Diefeck. 10: Hauptgottesdienst; 19.30: Passionsandacht. — Alten-Vuseck. 10: Gottesdienst; 19.30: Passionsandacht. — Grohen-Vuseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 9 (nicht 13): Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den $5. März. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte, Sonntag, den 26. März. 4. Fastensonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Meße; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Passionsandacht. Sonntagsdienst d.'Aerzte u.Avotl,el en am 26.8.33. FrauOr.Marx. i» Neumann-Svengel.Hirschavoth. Zahnarzt: Dr. Gonter iD Zum beiliegenden Dleyle-Vilderblalt. Ostern rückt näher. Die Kinder freuen sich, daß sie bald wieder ohne Mantel auf die Straße binfen. Aber Mutter will Bub und Mädel auch hübsch und abrett tjefleibet wissen. Unb so wirb manches Klei- bungsstuck neu angeschaff werben müssen. Zum Schulanfang sollen bie Kinder ohnehin etwas Neues anzuziehen haben. Das Bleyle-Bilderblatt gibt der Mutter einen interessanten Ueberblick über die große Auswahl der Bleyle-Kollektion und zeigt ihr, rote groß die Mannigfaltigkeit der Formen für jedes Alter ist. 2084V Rund 20 Jahre Erfahrungin der kaufm. Ausbildung ausgeiudite lehrkröfte. neuxeitli»« lehr end Obungimaferlol. Individuelle gründliche Abbildung bieten Ihnen bei um eine Garantie für Ihren Erfolg Die beite Abbildung IS für Sie gerade gut genug. Melden Sie Heft darum [elfl zu unteren Kurien. 1 jährige Höhere Hondeludrule, jährige Hondels-Obendtule. 2 jährige Handelsschule, V»jährige end 1jährige Handelsfadudiule. Beginn am, ;0. April Prospekt unverbindlich durch Vogtsche Privat- Handelsschulen Vic len und Herborn / Direktion. Gießen, Goethertr. 32/Ruf 2464 ■8»n A Ich habe mich in Wetzlar a. d. Lahn als Rechtsanwalt niedergelassen. 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Auch jetzt im zweiten Schuljahr sticht sie durch ihr Aussehen direkt von den anderen Schülerinnen ab.“ Oeiientl. Melslehmsialf der Industrie- u. Handelskammer Giefeen Abteilungen: 1. Höhere Handelsschule 2 Zweijährige Handelsschule. Antne1 düngen bis zum 24. April 1933 im Schullokal Gieben, Liebigstrabe 16 (Alte Klinik). II. Obergeschoß, Fernspr. 2912 Sprechstunden: Samstags von 11—12 und in den täglichen qj B’jJULKirDeenjtEcricccneiineuiJTTT erimT-'-tm i.irrcj , nfr-rn-tr Grundstücks - Verkäufe!! Baureife, unbebaute Grundstücke am Wart, weg u. Leihgesterner Weg gelegen, zu günstigen Zahlungsbedingungen in größeren ob. Heineren Parzellen aus Konkursmasse zu verlausen. Schriftliche Angebote sind zu richten unter 2050D an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. heilt Nerven-. Stoffwechsel-. Herz- und Frauen eiden. Neuzeitliche Kuranstalt. Prospekt frei. Dr. med. Handwerker. Ostern: Schulungswoche für Eltern und Erzieher. i7«D Veranstalter: Deutsche Erziebungsgesellschaft Leipzig. 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Für Verkaufsbuden gelten die Bestimmungen über die Geschäftszeit der offenen Ladengeschäfte; an beiden Messe- Sonntagen ist die Verkaufszeit von 14-19 Uhr festgesetzt Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße, Ecke Wolkengasse Telephon 3403 20S A Da ich meinen Modesalon in Benin aufgegeben habe, bringe ich mich meinen früheren Kunden in empfehlende Erinnerung. - Künstlerische Entwürfe und Ausführung — Reelle Bedienung Paula Weitz 0l8ro z Z. Londorf, Oberhessen |11 1 Wl < •• < von Mk. 62.- an Wanderer-Fahrradei _____________________________________________________________________________________209 D aus dem berühmtenHamburgerTier- vark. Es sind dieses in Wirklichkeit die kleinsten Pferdchen, die je gelebt, man hält es kaum für möglich, das; solche winzig kleinen Pferdchen exi- « - stieren können. So zart gebaut wie die *8O6llOZ Rehe, kleiner als Hunde, die man be= , . auem als Spielzeug auf den Arm nehmen kann. — Wollen Sie Ihrer ft-amüie eine grobe Freude bereiten, so versäumen Sie nicht, beim Besuch des Marktes diese goldigen Geschöpfe in Augenschein zu nehmen. Ueberall, wo die Lllivutpferdchen gastierten, bildeten sie den Sammelpunkt aller Sport» und Tierfreunde sowie des gesamten Familienvublikums.—Nicht zu verwechseln oder zu vergleichen mit Ponns, wie sie Zirkusse und ähnliche Unternehmungen zeigen. Dies sind wirkliche Zwerge der Pferdewelt. , oi926 Zar bevorstehenden Aussaat empfehle in bekannter, zuvor ä^siger Beschaffenheit äußerst preiswert: Nur noch heute und Sonntag Das größte Fllmereignls Luis Trenker in dem gewaltigsten Filmwerk das je in der Welt geschaffen wurde Der Rebell HitLttüch wird immer größer, wenn Sie ein schlechtützendes und lästiges Bruchband tragen. Durch solche Bänder verschlimmer t sich das Leiden und kann zur Todesursache werden. (Es entsteht Brucheinklemmung, die operiert werden muß und den Tod zur Folge haben kann.) Fragen Sie Ihren Arzt. Hat dieser eine Bandage verordnet, dann muß es in Ihrem Interesse liegen, sich meine äußerst bequeme, unverwüstliche Spezial-Bandage an fertigen zu lassen. Durch Tag- und Nachttragen meiner Bandagen haben sich nachweisl. Bruchleidende selbst geheilt. Werkmstr. A.B. schreibt a. a.: „Mein schwerer Leistenbruch ist geheilt. Ich bin wiederin meinem 66.Lebensjahre ein ganzer und glücklicher Mensch “ Landwirt Fr. St schreibt u. a.: „Ich sehe mich genötigt Ihnen nach 2 Jahren meinen innigen Dank auszusprechen ...wurde eh ganz befreit von meinem Leiden.“ Bandagen von RM. 15.-' an. Mein Vertreter ist für Bruch- und \ orfail-Leidende kostenlos zu sprechen in: Marburg, Dienstag, 28. März, von 8 bis 1 Uhr. im Hotel ..Hessischer Hof“. Gießen, Dienstag, 28. März. 3 bis 6 Uhr, im Bahnhofhotel „Lenz“. Grünberg, Mittwoch. 29. März, von 8 bis 12'» Uhr, im Hotel „Hirsch“. Alsfeld, Mittwoch, 29. März, von 2*/o bis 5 Uhr, im Hotel „Deutsches Haus“. 2'15bRv, 1 pihhinrlpn nach Maß in Raranf,ert Außerdem LuiBJUIIlUUll unübertroff. Ausführung K. Ruf fing. Spezialbandaeist. Köln. Richard-Wner-Str. 16. Frühjahrskur für 57bv Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte SpeclalknruBtalt Holhetm im Tannas bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch 1 San.-Birt Dr, M. Sümlze-Kahleyss, Gießener Ausstellung „Stadt und Land“^^«^^ W? ** ß* _ Für die Besucher: Freilose, Warengutscheine und wertvolle Gegenstände rrunjanrs- Mittwoch, 29. März: Frühjahrs-Pferdemarkt mit reitsportlichen Darbietungen vom Sonntag, 26. März axwuä Günstige Kaufgelegenheit in allen Geschäften / Sonntagsrückfahrkarten / Konzerte in den Gaststätten / Schau-u Warenmesse Osxvalds- bls Sonntag, 2. April Wv V1 MV wv WUV garten/ An allen Tagen der Werbewoche in der Ausstellung Spezialvorführungen ' Man beachte die Plakate! Verkehrsverein Gießen e V. 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