Potischeckkonto: zrontiuri am Main liege. Dmf vnv versay: vrLHNsche Univerfitä1§-Vuch. und §1eindruckerei R. Eange in Glehen. Zchristleitung und Geschastzftelle: Zchusstrahe 7. »«nähme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20u, mehr. Chefredakteure Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich in (Bugen. Ericheini täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat m Bild DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RH 1.95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §ernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Nr. 48 Erstes Blatt (83. Jahrgang Samstag, 25 5ebruar|y33 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Klippen ringsum. Deutschland steht in einem Wahlkampf, der von Tag zu Tag mit wachsender Erbitterung geführt wird. Zwar trennt uns nur noch eine Woche von der Entscheidung, trotzdem bedarf es eines ernsten Hinweises auf das sehr aufmerksame Echo, das unsere innerpolitischen Auseinandersetzungen grade in dem uns mißgünstig gesonnenen Ausland finden. Wir haben Nachbarn genug, die nichts sehnlicher wünschen, als einen blutigen Zusammenprall der bei uns jetzt um den künftigen Stur3 ringenden Kräfte und auf unsere sprichwörtliche Uneinigkeit Hoffnungen setzen, die sich niemals erfüUen dürfen. Der Reichskanzler hat als Führer Der national- sozlalistischen Bewegung von seinen Anhängern Zurückhaltung und Disziplin gefordert und tatsächlich könnte sich das ganze deutsche Volk keinen größeren nationalen Dienst leisten, als wenn es dem Ausland zeigt, daß troll aller parteipolitischer Gegensätze der Deutsche den deutschen achtet und jeder Volksgenosse an seiner Stelle die tiefe Verantwortung vor der Nation fühlt, nicht durch Vergrößerung unseres inneren Haders dazu beizutragen, daß Deutschland zum Spielball anderer Völker wird. Das gilt vor allem auch für die Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern der Reichsregierung und süddeutschen Ländern, die bedenkliche Formen anzunehmcn droht. Das Gerede von der Mainlinie ist ein gefährliches Spiel, das man sich nicht einmal im Wahlkampf erlauben sollte. Wir haben in diesen Tagen als Nation sehr viel zu verlieren, können aber auch unendlich gewinnen, wenn die ernste nationale Pflicht, Disziplin zu bewahren, Gemeingut des ganzen Volkes und namentlich aller für die Führung des Wahlkampfes Verantwortlichen wird. Wie notwendig ein solcher Appell ist, sollte jedem einleuchten, der in diesen erregten Tagen sich die Muße nimmt, auch einmal einen Blick über die Grenze zu tun und Deutschlands außenpolitische Lage auf sich wirken zu lassen, die jedem ernsten Daterlandsfreund gleichgültig zu welcher Parteirichtung er schwören mag, Alpdrücken genug verursachen muß. Die H i r t e n b e r a e r Affäre ist noch immer nicht am Ende und die Kleine Entente scheint an ihrem Entschluß festhalten zu wollen, sie zu einem großen politischen Skandal aufzubauschen, in dem der neue Genfer Pakt wohl seine erste Feuerprobe bestehen soll. Grade das hatte England vermeiden wollen, als es sich dem diplomatischen Schritt Frankreichs in Wien anschloß. Es hat nun sehen müssen, daß es sich in der Wahl der Mittel gründlich vergriffen und damit dazu beigetragen hat, aus einer Bagatelle einen sehr ernsten politischen Zwischenfall zu machen, ohne indessen dadurch die Kleine Entente davon abzuhalten, den ganzen Fall noch einmal vor dem Forum des Völkerbunds- rgts in Genf breitzutreten. Wir entsinnen uns, daß Frankreich und England auf das Geschrei aus Prag hin einen Transport von alten österreichischen Ab- li'eferungswafsen ans privatem italienischem Besitz iy die österreichische Waffenfabrik Hirtenberg zu Zwecken der Reparatur zum Anlaß genommen hatten, durch ihre Gesandten in Wien der Bundesregierung ein befristetes Ultimatum überreichen zu lassen, dessen Veröffentlichung sämtliche Beteiligten begreiflicherweise gescheut hatten, das dann aber doch von Rom aus der Welt bekanntgegeben wurde und nun nicht mehr geleugnet werden konnte. Seit vielen Jahren hot ein diplomatischer Schritt nicht mehr ein solches Aufsehen erregt. Und das mit Recht, denn was in den fünf Punkten dieses Ultimatums einem trotz seiner politischen und wirtschaftlichen Schwäche doch der Form nach immer noch souveränen Staat, dem Erben einer europäischen Großmacht von höchstem kulturellen Rang, geboten wurde, mag zwar unter Negervölkern üblich sein, aber in einem Europa, das seit vierzehn Jahren mit der Einrichtung des Völkerbundes beglückt ist, dessen Gründer eine Politik der Verständigung und des Friedens auf ihre Fahne geschrieben haben, war ein solch gewollt brüsker und verletzender Ton, wie sie die französisch-englische Note zeigt, sicht man von Poincarös Notenkrieg gegen Deutschland ab, bisher nicht üblich. Es erübrigt sich, auf ihren Inhalt näher einzugehen. Ihre Absender haben inzwischen eingesehen, daß sie sich sogar einem solch ohnmächtigen Gebilde wie Oesterreich gegenüber zu weit vorgewagt haben, und sind unter dem Druck der erregten Volksstimmung in Italien und Deutschland, um einige Pflöcke zurückgewichen. Ihre Gesandten haben dem österreichischen Bundeskanzler vorgeschlagen, die Angelegenheit für erledigt anzusehen, nachdem ihnen über die Art des Waffentransports Aufklärung geworden war und der Bundeskanzler, mit Zustimmung des Nationalrats, eine Beantwortung der Note abgelehnt hatte. Das war natürlich ein Rückzug, denn wenn man schon in Paris und London geglaubt hatte, einen wehrlosen Staat wie ein .Hottentottenvolk behandeln zu können, und sich nachher entschuldigen muß, datz die Note nicht so gemeint gewesen sei, wie sie von der Oeffentlichkeit ausgenommen worden war, so gibt man damit eine diplomatische Schlappe zu. Aber wie schon angedeutet, der Kleinen (Entenft, auf deren Betreiben die beiden Großmächte vorgeprellt waren, genügt dies noch nicht und ein Nachspiel der Hirtenberger Affäre innerhalb der Verwaltung der österreichischen Bundesbahnen wird ihnen neuen Stoff für eine Fortsetzung ihrer Aktion geben, die sich natürlich viel weniger gegen das machtpoiitisch unbedeutende Oesterreich richtete, das man damit allenfalls für einen engeren Anschluß un den neuen Donaublock gefügig machen wollte, als gegen Italien, was man in Rom ja auch schnell genug begriffen hatte und durch Veröffentlichung des Ultimatums parierte. Den österreichischen Bundesbahnen nun geht es schlecht, es fehlt ihnen sogar an den für die Auszahlung der am l.März fälligen Gehälter erforderlichen Geldern, weshalb ein Str-ük der Bahnangestellten vor der • Der Völkerbundsenischeid im Mandschureikonflikt. Hymans' Gchlußansprache. Die Japaner verlassen den Taal. Genf. 24. Febr. ($11.) Präsident Hymans erklärte nach der Abstimmung über den Bericht des Reunzehner-Ausschus es, daß nunmehr die Bestimmungen des Artikels 15 Absatz 6 des Bölker- bundsvertrages in Kraft träten, der alle Mit- gliedsstaaten des Völkerbundes verpflichte, keinen Krieg gegen China zu führen. Hymans wandte sich an den japanischen Vertreter und betonte, er hoffe, daß Iapankeine Schritte ergreifen werde, die n i ch t w i e - dergutzumachende Tatsachen: schüfen. Hierauf erwiderte Matsuoka. daß die japanische Legierung mit großer Enttäuschung und tief st em Bedauern die Annahme des Berichtes zur Kenntnis nehme. Japan, das in Versailles an der Ausarbeitung des Völkerbundvcrtrages beigetragen habe, habe seitdem stets auf das engste mit dem Völkerbünde zur Aufrechterhaltung des Friedens zusammengearbeitet. Japans Politik im Fernen Osten sei nur von dem Wunsche bestimmt, den Frieden und die Sicherheit zu sichern. Japan sei nunmehr gezwungen, anzunchmen, daß seine Auffassung über die Erreichung dieses Zieles von den Auffassungen der übrigen Völkerbundstaatcn a b w e i ch e. Damit sei die Grenze für die Zus am - menarbe'it Japans mit dem Völker- bund erreicht. Die japanische Regierung werde jedoch alles tun, um auch weiter den Frieden im Fernen Osten zu sichern und die freundschaftlichen Beziehungen zu allen Ländern auf- rechtzuerhalten. Die japanische Abordnung sehe sich jedoch angesichts der Abstimmung gezwungen, den Saal zu verlassen. — Hierauf verlieh die japanische Abordnung den Sitzungssaal. Oie Vollversammlung tagt in Permanenz. Ein neuer 'Ausschuß soll die (Entwicklung verso gen. Die außerordentli auch praktischen Inhalt zu geben, dadurch aus dem Wege zu gehen, daß sie die Gleichheit der Heeresversassungen als Gleichberechtigung auslegt und sofort behandeln will, während die deutsche Delegation mit allem Nachdruck auf eine Vereinbarung über die Abschaffung der Angriffswaffen und eine wirkliche Herabsetzung der Streitkräfte, also einen Ausgleich zwischen schwer bemaff- ncten und bereits abgerüsteten Staaten hindrängt. Frankreich sucht durch diese Taktik die Erfüllung der deutschen Ansprüche erneut zu verschleppen und durch ein scheinbares Entgegenkommen in der Gleichheit der Heeresversassungen die Verantwortung für ein Scheitern der Abrüstungskonferenz auf Deutschland abzuschieben. Diese Aussicht ist umso größer, als Deutschland durch das französische Manöver in die seltsame Lage versetzt worden ist, das ihm in Versailles ausgezwungene und gegen seinen Willen durchgefuhrte Heeressystem der kleinen Berufsarmee mit langer Ausbildungsdauer, das es stets als unzureichend für die Verteidigung seiner langen, offen baliegenben Grenzen empfunden hat, nun verteidigen zu müssen gegen den französischen Plan der Einführung von ausschließlichen Milizheeren. Es ist allerdings nicht minder befremdend, daß die Franzosen, die uns auf Rat ihres Generalstabs im Friedensdiktat die Form des Berufsheeres als ungefährlichste vorgeschrieben hatten, nun plötzlich in ihr den Angriffscharakter sehen wollen und eine Aenderung des Heeressystems verlangen. Das hat natürlich feine guten Gründe. Paul-Boncours „konstruktiver Plan" sieht die Umwandlung der Berufsheere und der auf der allgemeinen Wehrpflicht aufgebauten Armeen mit mehrjähriger Dienstzeit in Milizen mit einer Gesamtdienstzeit von höchstens neun Monaten vor, wobei alle Angrinswasfen, also Kampfwagen, schwere Geschütze, Flugzeuge ausschließlich dem Völkerbund zur Verfügung zu stellen wären, der sie in „neutralen Ländern" deponieren würde, um damit im Kriegsfälle feine aus den Kontingenten aller Mitgliedsstaaten gebildete Armee zu bewaffnen. Der französische Plan nimmt ausdrücklich aus seine sämtlichen Kolonialtruppen; das Millionenheer aus afrikanischem Boden, das in wenigen Stunden im Mutterlande sein könnte und schon in den ersten Mobilmachungstagen in die riesigen Befestigungen der Ostgrenze einrucken würde, soll also zur Verschleierung der eigenllichen franzö- fischen Heeresmacht werden. Deutschland soll jedoch seine zwar gänzlich unzulänglich bewaffnete, aber vorzüglich ausgebildete Reichswehr, die den Franzosen in 14 Jahren nach Versailles als schlagkräftige Rahmenarmee auf dieNerven fällt, tauschen gegen eine kurzfristig ausgebildete Miliz, mit der Frankreich mit Hilfe seiner Kolonialarmee und der in Spanien, Belgien oder der Westschweiz schnell greifbar eingelagerten schweren Waffen des Völkerbundes gegebenenfalls mühelos fertig zu werden hofft. Eine Miliz, wie sie der Plan Paul-Boncours nun als non plus ultra anpreist, besitzt als ausschließliches Derteidigungsmittel in (Europa nur die Schweiz. Jeder Eidgenosse, der im allgemeinen schon in schieß- und Sportvereinen auf feine Militärzeit vorbereitet wird, ist nach einer nur zwei bis drei Monate währende», Ausbildung in der Rekrutenschule zwar zur Dienstleistung in der Milizarmee und in der Landwehr verpflichtet, wird aber in der Regel nur zu Wiederholungskursen von je 11 oder 14 Tagen eingezogen, die aus ihm natürlich nicht den vollwertigen Soldaten machen können, der über eine für den modernen Krieg notwendige technische Ausbildung und Die Einzelerziehung zu selbständigem Handeln im Gelände verfügt. Seine gesamte Ausrüstung und Bewaffnung hat der Schweizer Milizsoldat auch außerhalb der Dienstzeit stets bei sich zu Hause, was, auf deutsche Verhältnisse übertragen, zu geradezu unvorstellbaren Zuständen führe nmüßke. Heber die äußere Schlagkraft und den inneren Zusammenhalt einer solchen Milizarmee hat kein Geringerer als der bekannte Oberst Wille, Oberbefehlshaber des Schweizer Heeres während des Weltkrieges, folgendermaßen geurteilt: „Die mobilisierten Truppen besaßen nicht den Grad militärischer Kriegsbereitschaft und Tüchtigkeit, deren wir bedurft hätten, um einen feindlichen Einfall aufzuhalten. Ein gütiges Geschick hat der Armee die Probe des kriegerischen Einsatzes erspart. sie hätte den Wandlungen des Kriegsglücks nicht ftandgehalten." So hat denn auch keiner dec i i r i, c n c h n ie i) it it is c, IN r- e* r- m •it il- c- ä- er s- as ür .er -er xi. n- is- r - e n f- en ei- et- ach rch igs ber ige >en ab- uck •em sich er- •et» mb .‘en. ach and ild, •rab jens IUM cm örz: mm. üvrlgen europäischen Staaten das Schweizer Miliz« fnftem übernommen, wohl aber haben viele Mächte eine milizähnliche Organisation ihrem stehenden Heere angegliedert. Man denke an die faschistische Miliz neben dem Berufsheer in Italien, sehnlich verfugen Polen, die Tschechoslowakei, Serbien über Sokol-Vereine mit milizähnlichem Charakter. England und Amerika haben neben ihrem B e - rufst, eer und einem ausgezeichneten System zur Wehrhostrnachung der Jugend eine Territorialarmee, her feder vom 18. bis 45. Lebensjahr ange- hört, aber nur zu kurzen Hebungen einberufen wird. Man wird also auch von D e u t s ch l a n d nicht erwarten dürfen, daß es auf sein vorzüglich durchgebildeles Berufsheer verzichtet, um dafür ausschließlich kurz ausgebildete Milizen einzu- tauschen, die auf sich selbst gestellt, dem modernen Krieg unmöglich gewachsen sein können. Deutschland könnte sich also nur dann mit dem fran- zösischen Plan befreienden, wenn er die Vorteile eines kleinen Verufsheeres, wie sie unsere gegenwärtige Reichswehr darstellt, mit den Vorteilen einer Volksmiliz vereinigen würde. Auch dann noch bleibt die Frage eines Ausgleichs der a u d - gebildeten Reserven offen, über die Frankreich und seine Vasallenstaaten in rund 15 Jahrgängen verfügen, dem Deutschland so gut wie nichts an die Seite zu stellen hat. Der Hinweis Pierre Cots, des französischen Luftfahrtministers, auf die deutschen Wehr- verbände hätte eine bessere Entgegnung verdient, als sie Radolny zur Hand hatte. Die richtige Antwort wäre doch gewesen daß solche naturwüchsig, als Folge der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht entstandene wehrsportliche Ausbildung der deutschen Jugend, abgesehen von der Parallele im gesamten Ausland, eben doch des entscheidenden militärischen Merkmals, der Waffe.nämlich, entbehre. And hier mußte auch von deutscher Seite angeknüpft werden, um der Konferenz die Anmöglichkeit einer Betrachtungsweise klar zu machen, die den Heeres- typ erörtert, aber neben Dienstzeit und Ausbildung den für den Angriffscharakter entscheidenden Gesichtspunkt der Waffen außer Acht läßt, weil es den Franzosen einfach nicht paßt, durch Erörterung dieser Frage des Kriegsmaterials einer wirklichen Abrüstung näherzukommen. Deutschlands Antrag, der dahin zielte, ist im Hauptausschuß a b g e l e h n t worden. Es steht nicht aut um die deutsche Sache in Genf und es wird großer Aufmerksamkeit und großen Geschicks bedürfen, um uns nicht aus einer moralischen und rechtlich günstigen Stellung heraus- bugsieren zu lassen, wozu Frankreich bereits alle Vorbereitungen trifft. ©er Reichskanzler bei seinen ältesten Mitkämpfern Eine Gründungsfeier im HofbiävhauS. München, 24. Febr. (ERB.) Gegen 20 Ahr traf Reichskanzler Hitler im Festsaal des Hofbräuhauses in München ein, wo im Rahmen einer Gründungsfeier ein Empfang der 200 0 ältesten Mitglieder der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung stattfand. Der Reichskanzler in der Uniform der SA. begrüßte seine alten Mitkämpfer mit bewegten Worten. Die süddeutschen Herzen, führte er aus, haben sich jetzt verbunden mit dem nordischen Verstand zu gemeinsamen Handeln. Ich habe nur den einen Wunsch, daß meine engere Heimat, und das ist Bayern und München, ruhmvoll bestehen möge, auf daß jeder mit Stolz sagen könne, von uns aus ist die Rettung der deutschen Ration gegangen. Der Reichskanzler dankte dann allen für die Treue, die sie ihm gehalten, und gedachte in bewegten Worten besonders jener stillen Mitarbeiter, die ohne jemals genannt zu werden, stets ihre Pflicht getan. Am 22.30 Ahr fand ein Fackelzug von der Theresienwiese aus statt. Die Straßen, die der Fackelzug durchzog, waren trotz der späten Stunden mit Menschen umsäumt. Viele Häuser waren beleuchtet oder beflaggt. Der Zug, aus etwa 14 000 Mann bestehend, marschierte zumBrau- nen Haus, wo der Reichskanzler den großen Balkon betreten hatte. Links und rechts von ihm nahmen Fackelträger Aufstellung. Die Spitze des Zuges bildete der Reitersturm und die Jäger» Käuzchen im Walde. Don Hans Brandenburg. Die verstreuten und versteckten Jägerkanzeln schauen über die Wipfel des Waldrandes auf braunes Dorfrühlingsland hinab und auf ein Silberstückchen der Amperwindungen darin, auf den Kirchhof von Olching oder nach Bergkirchen auf dem Maisachrande, der sich bis zum Dachauer Schlohberg hinzieht, oder nach der anderen Seite über Emmering bis Fürstenfeldbruck. Cs ist dies hier oben eine Lichtung des waldigen Hügelrückens, oder besser noch eine Halde. Den Boden bedeckt ein dicker, trockener, brauner Teppich aus welkem, vorjährigem Heidekraut, schwanke Dirk- chen stehen in ihm, einzeln und in Gruppen, noch nackt, nur im zarten Schleier des Astgewirrs, mit kerzenweihen. kerzenschlanlen Stämmchen. And weih liegen wie Wäschestücke letzte Schneeflocken zwischen den Büschen, Weidenbüschen verschiedener Arten, mit winzigen, silbernen Kätzchen besteckt oder mit dicken, gelbstäubenden Palmkätzchen und oft in Bündeltrieben zu-Dickichten versammelt. Reben den gelben Birken dunkeln mit ihren Immergrünen Äadelwedeln kleinere und größere Fohren. Reben den starrenden Weidenkätzchen hängen die dünnen Rieselraupen der Hasel- und Erlenkähchen und hoch darüber im grauen Himmel die dickeren Kätzchenraupen der Schwarzpappel, die hier auch hochdringt Im graugrün blanken Panzer ihrer Rinde. Es ist also lockere Daumwelt da und dichtes Anterholz, natürliches Vogel- aehege und Wildgehege. Don droben träumt und spottet der noch schüchterne Gesang der Singdrossel, aus tieferen Gründen gurrt und lockt zärtlich die Waldtaube, und unten der Teppich ist überall mit Rehlosung besprenkelt. Auf einer freistehenden Dirke sitzt ein kleiner Kauz. Ich weiß nicht, ob ich ihn für einen jüngeren Waldkauz halten soll oder für die Zwergeule deS Gebirgs — so klein ist er. Er wiegt sich tote im Traum aus seinem schwachen Ast hin und her. Ich schüttle den Stamm, da streicht er wie schlaftrunken ab und sitzt gleich auf einer anderen nahen Birke wieder auf, aber nun viel tiefer und mir weit näher. Sieht er in Tagblindheit mich nicht? Ober scheut er den Menschen nicht? Run scheint et doch flüchten zu wollen: er hebt sich flanbarte, dann folgten die Standarte 2 und der Gau Oberland. Besonders begrüßt wurde eine Abordnung des Frontkriegerbundes. In graugrüner Uniform zog der Arbeitsdienst der RSDAP. vorbei. Den Abschluß bildeten die SS.-Standarten. Kleine politische Nachrichten. Die Kommissare des Reiches in Preußen haben beschlossen, den Landrat v. M o n b a r t in Zül- lichau zum Regierungspräsidenten in Kassel zu ernennen. * Das Amt des Rundfunkkommissars des Reichspostministcrs ist endgültig dem Staatssekretär Dr.-Jng. n. c. Kruckow übertragen worden. Als dessen Rachfolger ist der Präsident des Reichspostzentralamtes, Dr.-Jng. h. c. Ohne- sorge zum Staatssekretär im Reichspostministerium ernannt worden. Dr. Ohnesorge leitete während des Krieges die Telegraphendirektion des Großen Hauptquartiers. * Zum Staatssekretär des Reichsarbeitsministeriums ist Dr. Johannes Krohn, bisher Ministerialdirektor im Reichsarbeitsministerium, ernannt worden Weiter ist der Ministerialrat im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Hans Engel zum Ministerialdirektor im Reichsarbeitsministerium ernannt worden. Er übernimmt hier die Hauptabteilung für Sozialversicherung und Wohlfahrtspflege. * Rechtsanwalt Lütgebrune, Göttingen, ist zum Kommissar zur besonderen Derwendung i n s preußische Dlinisterium des Innern berufen worden. Seine Tätigkeit ist ehrenamtlich. Aus aller Well. Reue Ritter de« Pour le m^rite. In den Orden Pour le inSrite für Wissenschaft und Künste wurden nach dem Ableben der Ordensritter Georg D e h i o und Max S l e v o g t der Kunsthistoriker Dr. Geora W ö l f f l i n in Zürich und der Bildhauer Ernst Barlach in Güstrow (Mecklenburg) gewählt. V-Zuglokomotloführer während der Fahrt tot zusanimengebrochen. Auf der Lokomotive eines von Berlin kommenden O-Zugs brach kurz nach der Abfahrt von Deutsch-Eylau der Lokomotivführer auf dem Führerstand infolge eines Herzschlags tot zusammen. Der diensttuende Heizer sprang sofort hinzu und führte den Zug in langsamer Fahrt nach Osterode. von einer Lawine überrascht und getötet Auf der Staetzalp bei Lenzerheide (Kanton Graubünden) wurde eine Kolonne von sechs Skifahrern von einem sich losenden Schneebrett überrascht. Drei von ihnen, zwei Herren und eine Dame, wurden von den Schneemassen zu- gedeckt. Während die beiden Herren nur etwa 40 bis 50 Zentimeter unter dem Schnee lagen und bald geborgen werden konnten, wurde die 24- jährige Marie Grashorn aus Hamburg erst nach zweistündigem Suchen und nach dem Eintreffen von Bergführern gefunden. Die Verunglückte lag l1/2 Meter tief im Schnee und war bereits t o t. Die ums Geben Gekommene war Vorsteherin eines Jugendheims in Hamburg und hatte sich seit einigen Tagen zu Studienzwecken in einer Jugendherberge in Valbella-Lenzerheide aufgehalten. Dynamitanschlag auf den welland-kanal in USA. verhindert. Die kanadische Polizei ist einem grohangelegten Anschlag auf die Spur gekommen, durch den der im vergangenen August eröffnete Weiland- Kanal, der den Erie-See mit dem Ontario-See verbindet, in die Luft gesprengt werden sollte. Die Polizei fand zwischen zwei Brücken, die über den Kanal führen, 39 Dynamitstücke, deren Explosion den Kanal auf mehrere Kilometer vollkommen dem Erdboden gleichgemacht und eine ungeheure Aeberschwemmung mit sich gebracht haben würde. vier Mörder ;um lobe verurteilt. Das Schwurgericht In Münster (Westf.) verurteilte den Elektriker B e i s e m a n n wegen M o r- weich und schwankend fort, allein schon sucht er eine dritte Rast, diesmal in einer niedrigen Fohrengablung und mir fast greifnahe. Sein Gefieder ist oben braun mit weißen Tupfen und unten grau mit dunklen Längsstreifen. Die Augen haben gelbe Ringe. Blickt er mich an oder an mir vorbei oder nur nach innen? Er hat etwas nach innen Gewandtes wie ja schon der kleine Haken seines Schnabels. Das Gesichtchen ist flach und menschlich, wie das eines Aeffchens, und abgründiger Weisheit voll. So sitzt er, reglos wie ein Stein und schnittig wie ein Stein, hoch überm Menschenlande, kauernde Waldgestalt im ersten Frühlingshimmel... Oas russische Ballett. Wenn auch die Sowjet-Regierung sonst in allem die Aeberreste des zaristischen Regimes mit Stumpf und Stiel auszurotten sucht, so ist man doch im Bereich des Theaters konservativer verfahren, und besonders ist eins auch für die grimmigsten Revolutionäre in Rußland tabu: das russische Ballett, das unter dem Zaren eine unerreichte Blüte entfaltet hatte. Daß diese in allen andern Ländern verschollene oder verunstaltete Kunst im heutigen Rußland noch im alten Glanze blüht, dafür gibt uns das sachverständigste Urteil die bekannte russische Tänzerin Lydia Lopokawa, die, seit vielen Jahren im Ausland gastierend, vor kurzem wieder ein Paar Wochen in Leningrad weilte und dort das Ballett bewunderte. „Ich bin in der Kaiserlichen Ballett-Schule am Hofe des Zaren Rikolaus in Petersburg ausgebildet worden", berichtet sie, „und wenn auch die Zaren verschwunden sind und alle Verhältnisse sich von Grund auf verändert haben — das Ballett ist unsterblich, ist tabu. Leningrad, kalt und hungernd, ist noch immer fein schönstes Heim. Ich komme in das Sowjet-Staatstheater, um »Die schlafende Schönheit" zu sehen, das alte Ballett, in dem ich selbst getanzt habe, feit meinem neunten Jahr, zuerst als Page der Königin, der ihre Schleppe hält, zuletzt mit ®i agile ff als Fliederfee und auch als die Prinzessin. Ich betrete das Theater, und ich befinde mich in demselben Gebäude mit denselben blauen Teppichen und blauen d e s in zwei Fällen zweimal zum Tode und wegen Totschlags zu 15 Jahren Zuchthaus. 'Seifemann hatte Itidz. im Münsterland bei einem Raubüberfall ein Landwirtsehepaar sowie eine auf dem Gutshof tätige Hausangestellte ermordet. ♦ Dom altmärkischen Schwurgericht in Stendal wurden die Arbeiter D e h n e r t und Brüning sowie die Ehefrau Müller wegen Mordes bzw. Anstiftung zum Morde zum Tode verurteilt. Dehnert, der Geliebte, und Brüning, der Bruder der Frau Müller, hatten in der Sylvesternacht auf Anstiften der Frau Müller deren Ehemann erwürgt und an einem Baum aufgehängt, um einen Selbstmord vorzutäuschen. Seidenbespannungen wie ehemals, die sehr sauber und in gutem Zustand sind. Ich sitze in der Künstlerloge, und schon verfinstert sich der Raum, und ich höre die ersten wundervollen Tone der melodischen Musik Tschaikowskys von dem 100 Mann starken Orchester. Der Dorhang geht auf, und das alte Märchen umfängt mich mit seiner Schönheit, ganz wie am Hofe des Zaren, ein Traum von Seide und Licht, von Grazie und Musik. Ich erkenne die beiden, die den König und die Königin tanzen, wieder, denn sie waren mit mir auf der Schule. Die andern sind alle neu, aber es scheint mir, daß sie besser tanzen, als wir es einst taten. Die „schlafende Schönheit" ist erst 19 Jahre. Es ist eine außerordentliche Leistung, diese schwierige Aufgabe in so jugendlichem Alter zu losen; früher glaubte man, daß eine Tänzerin dazu nicht vor dem 25. Jahre reif sei. Aber dieses junge Geschöpf — Dubinskaja ist ihr Rame — leistet Dollendetes. Allmählich füllt sich die Bühne mit dem ganzen Ballettchor von 150 Mitgliedern. Die Kleinen, die noch die Schule besuchen, erfüllen mich mit besonderem Entzücken, denn in ihnen lebt ein Rachwuchs, der der Vergangenheit mehr als ebenbürtig ist. Das Publikum weiß diese einzigartige Technik und Schönheit zu würdigen; es wird nicht mehr so viel geklatscht wie zu unserer Zeit und man scheint kritischer, aber im ganzen ist die Aufnahme überaus beifällig. In der Pause besuche ich meine alten Bekannten hinter der Szene. Aber sie haben jetzt nicht mehr viel zu sagen. Die Jungen haben sie verdrängt. Man stellt mich der Leiterin des Balletts, Frau L e w i t s ch , vor; sie ist sehr liebenswürdig und führt mich in das Foyer, wo das neue Bildnis der Pawlowa hängt. Ich bin gerührt. Die Pawlowa würde glücklich sein, wenn sie wüßte, daß man sich hier ihrer erinnert. Denn hier ist Rußland, eins der ärmsten Länder, aber noch immer mit dem besten Ballett der Welt, mit dem großartigsten Theater. Jedes Jahr werden hier zwei bis drei neue Balletts in fünf Akten herausgebracht, von denen -jedes 50 000 Mark kostet. Wenn auch das Leben schwer ist, so ist das Los der Künstler nicht unglücklich. Ihr Werk ist ihnen von solcher Wichtigkeit, ihre Einigkeit ist so groß, daß sie alles andere darüber vergessen..." Rheinkahn mit E8)00 Zentner Briketts gesunken. Als der Rheinschjeppdampfer »Kannegießer V" auf der Bergfahrt ant Ort Niederheimbach vorbeifuhr, erhielt fein im Anhang befindlicher Schleppkahn „Samara" ein 2» 6. Der Kahn war auf Grund geraten und hatte sich mehrere Räume auf- gerissen. Der Kapitän brachte das beschädigte Schiff schnell In die Nähe des Ufers, während die Matrosen den Kahn fluchtartig oerließen, da das Wasser schnell in alle Räume drang und mit dem Sinken gerechnet werden muht. Kurz vor dem Binger Loch konnte der Kahn ans Ufer gebracht werden, wo er in wenigen Minuten vollständig versank. Er hatte 6000 Zentner Briketts geladen. Seine Bergung wird wegen der überaus starken Strömung des Rheins sehr schwierig fein. Das deutsche Buch im Jahre 1932. Der Rückgang der Buchveröffentlichungen, der sich im Zusammenhang mit der Krise in den meisten Ländern vollzieht, hat bei uns im Jahre 1932 weiter angehalten. Wie Prof. Menz im Buchhändler-Börsenblatt über die jetzt bekannt gewordenen Ergebnisse der Statistik mitteilt, beträgt die Abnahme gegenüber 1931 fast 11 Prozent. 1932 wurden mehr als 2600 Einheiten weniger auf den Buchmarkt gebracht als im Dorjahr. Dabei ist besonders hervorzuheben, daß sich der Rückgang am stärksten bei den Reuauflagen bemerkbar macht, wo er 17 Prozent beträgt. Die eigentlichen Reuveröffentlichungen sind nur um 9 Prozent zurückgegangen. Daraus ergibt sich, daß der wirtschaftliche Erfolg der Derleger durchschnittlich bedeutend geringer war als sonst. Beträchtlich über dem Durchschnitt liegt der Rückgang bei den Schulbüchern und der pädagogischen Literatur. Das erklärt sich aus der unsicheren schulpolitischen Lage, zum Teil aber auch aus der großen Produktion der letzten Jahre. Auf dem Gebiet der Medizin übertraf der Rückgang ebenfalls den Durchschnitt, und dasselbe war bei der land- und forstwirtschaftlichen und bei der Sportliteratur der Fall. Dagegen weisen einen Zuwachs die Gebiete Rechtswissenschaft, Politik und Derwaltung sowie Sprach- und Literaturwissenschaft auf. Daß die Bücher immer billiger werden, ergibt sich aus dem durchschnittlichen Ladenpreis, der mit 5,8 Mk. wesentlich niedriger war als 1912 mit 6,12 Mk. In England ist kein Rückgang zu verzeichnen, und dasselbe scheint in Frankreich der Fall zu sein. Doch war die Gesamterzeugung in England 1932 nur um 2 Prozent größer als im Vorjahr. Für die Erfolge des britischen Verlages ist bcz.ich- nend, daß die Reuauflagen um 4,7 Prozent zugenommen hatten. Die Zunahme erstreckt sich in erster Linie auf die Unterhaltungs-Literatur, ein Zeichen dafür, daß die Leselust in England immer weiter ansteigt. Dagegen war in den Vereinigten Staaten die Bucherzeugung 1932 ebenfalls viel geringer als 1931; sie hat noch mehr als in Deutschland angenommen, nämlich um 12,5 Prozent, und auch hier blieben die Reuauflagen stark gegenüber den erstmaligen Reuerscheinungen zurück. Aus der Provinzialhauptstadt. Oie Stichwort-Sprache. Ich kenne einen Mann, der während seines Dienstes und auch im Verkehr mit seinen Angehörigen und Bekannten außerordentlich kurz angebunden war. Seine Unterhaltung mit anderen Menschen bestand eigentlich nur aus dem Gebrauch von Abkürzungen und Sprachbrocken, die er hinwarf, es dem anderen überlassend, sich daraus selbst eine Antwort oder eine Mitteilung zu konstruieren. Dieser Mann wandelte sich ganz gewaltig. als er nach langjähriger Dienstzeit in den Ruhestand getreten war, denn nun wurde er nicht nur redseliger, sondern auch im allgemeinen zugänglicher. Anscheinend sollte seine frühere kurz angebundene Redeweise bartun, wie überaus stark er beschäftigt und wie wenig Zeit ihm für den Umgang mit anderen Menschen verblieben sei. In der Gesamtheit betrachtet war er aber wegen dieser üblen Angewohnheit ein kurioser Kauz, der sich nur die Sympathien mancher Leute verscherzte. Viele werden unter ihren Bekannten Menschen mit gleichen Umgangsformen haben. Wenn man sie wegen ihrer Unart des Stichwort-Verkehrs zur Rede stellen wollte, würden sie gewiß den durch Arbeit ungeheuer überlasteten Zeitgenossen markieren. Im Grunde genommen ist ihr Verhalten aber nur als eine schlechte Angewohnheit zu bezeichnen. Warum soll man auf eine Frage nicht auch eine gebührende erschöpfende Antwort geben können? Das kostet gewiß nicht mehr Anstrengung als das abgekürzte Verfahren. Keine Zeit! wird erwidert. Ach, wie mancher Wichtigtuer konnte dieses Wort ganz vermeiden. Mit welcher Ruhe könnte er in Wirklichkeit seine Pläne und Arbeiten überdenken und doch noch anderen ein paar freundliche Worte gönnen. So aber hastet er unnötigerweise durch die Straßen, schaut nicht rechts und links. Gar zu gern bringt er noch die dicke Aktenmappe mit nach Haus und stöhnt unter der Arbeitslast. Frau und Kinder daheim getrauen sich nur ganz leise durch die Räume zu gehen, Und wehe dem, der die Türe etwas fest zuschlägt! Keine Zeit! Es gibt im Leben Augenblicke, in denen jeder sich einmal ruhigen und ausgiebig unterhalten möchte. Brockenartige Unterrcöungen aber stoßen ab, und ein Gespräch mit solchem Stichwortmann wird zur Qual. Man soll gewiß Maß halten mit seinen Fragen, aber man soll auch nur solche Antworten geben, die einer höflichen Frage entsprechen. Wer so denkt, hat immer Zeit für seinen Rächsten, jedes abgehackte Gespräch aber wirkt unangenehm, zum mindesten unhöflich. Daten für SamStag, 25.Februar. 1634: der Generalissimus Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein, Herzog von Friedland, in Eger gestorben; — 1848: Wilhelm 11., ehemaliger König von Württemberg, in Stuttgart geboren; Daten für Sonntaq, 26. Februar. 1802: der französische Dichter Victor Hugo in Be- fan$on geboren; — 1861: König Ferdinand von Bulgarien in Wien geboren; — 1871: Unterzeichnung des Präliminarfriedens zu Versailles. Gictzener Wochenmarktpreife. * Gießen, 25. Febr. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110, Land- butter 100 bis 110, Kochbutter 80, Matte 20 bis 25 Pf. das Pfund, Käse 5 bis 10, Eier, inländische 10 Pf. das Stück, Wirsing, gelb, 10, grün 15 bis 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 30, Unter-Kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30, Feldsalat 150, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3, Aepfel 18 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 45, Rüsse 40, Junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pf. das Pfund, Tauben 40 bis 60, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 15 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pf. das Stück, Kartoffeln 2,50 Mk. per Zentner. Oer Haushalt 1933 der evangelischen Kirchenqemeinde. Die Evangelische Gesamtgemeindevertretung beschäftigte sich gestern nach Entgegennahme eines Berichts über die kirchlichen Ereignisse im Jahre 1932 mit der Beratung des Haushaltvoranschlags der evangelischen Gemeinde Gießen für 1933. Der Voranschlag schließt im ersten Teil in Einnahme und Ausgabe mit insgesamt 104 339,72 Mark ab, während der zweite Teil, in dem nur Pfarrbesoldungskapitalien und die Pachten der PfarrbesoldunHS- güter verrechnet werden, mit 15 247,65 Mk. in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen ift An lokaler Kirchensteuer werden, wie im Vorjahre, wieder 5t Prozent von der Einkommensteuer, 5 Pf. für je 100 Mark Steuerwerk des unbebauten Grundbesitzes und 10 Pf. für je 100 Mark Steuerwert des Anlage- und Gewerbekapitals erhoben. Auf dieser Grundlage wurde der Voranschlag nach mehrstündiger gründlicher Beratung einstimmig genehmigt. Als erfreulich ist zu bezeichnen, daß der neue Haushalt wieder auf der im .porigen Jahre gesenkten Steuerbasis von 5i Prozent aufgebaut werden konnte, nachdem sich diese Grundlage schon für den Haushalt 1932 als gut erwiesen und eine durchaus geordnete Finanzgebarung möglich gemacht hat. Bornotizen. — Tageskalender für S amstag: Stadttheater, 20.15 bis 22.30 Uhr, Großes Zirkus- Kabarett. — GDA., 20.30 Uhr, „Hess. Hof", Monatsversammlung. — DHD., 20 Uhr, Cafä Leib, Heiterer Aband. — Gesangverein Heiterkeit, „Liekügshöhe", Maskenball. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Morgenrot". — Astoria- Lichtspiele. Seltersweg: „Der Flüchtling". — T a g e s k a l e n d e r für Sonntag: Stadttheater, 18.30 bis 21.30 Uhr, „3m weihen Rößl"; 22.15 bis nach 24 Uhr, Racht-Kabarett. — Goethe-Bund, Reue Aula, 15 und 17 Uhr, „Hänneschcn und die Wunderlampe"; 20 Uhr, „Genoveva". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Drandplatz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Studentenheim, Leihgesterner Weg, 16.30 Uhr, Konzert der Gesangsschule Heermann. — Obst- und Gartenbauverein, 15.30 Uhr, im Saale Faulstich, Hauptversammlung. — Eisenbahn-Verein, 14.30 Uhr, „Aquarium", Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Morgenrot". — Astoria-Lichtspie'e: „Der Flüchtling". — Die Kampffront Schwarz-Weih- Rot veranstaltet Freitag, 3. März, 20.15 Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine öffentliche Wahlkundgebung. Es werden sprechen: Pfr. Zeidler. Kassel und Dir. Lange-Hanau über „Die Reichstagswahl am 5. März". (Siehe heutige Anzeige.) "Zahlungsanmahnung. In einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil werden durch die Stadtkasse Gießen die Schulgelder für Me Stubienanstalt, bk Wohnungsmieten für städtische Häuser, Kanal- und StrahenreinigungS- gebühren, sowie Gemeinde-, Kreis- und Provinzialumlagen zur Zahlung bis 7. März angemahnt. •• Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des 6. Abschnitte- des Stadttheater- Wonnements betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die Interessenten besonders hingewiesen seien. •• Eine Siebzigjährige. Frau Maria Gehrke, geb. Laudon, Marktplatz 17, kann am morgigen Sonntag in körperlicher und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag feiern. * Besuchszeiten der Museen. Die Museen und Sammlungen im Alten und Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. — Beschränkte Sportmöglichkeit auf dem Hoherodskopf. Die Schneeverhältnisse auf dem Hoherodskopf sind nicht ideal. 2m Walde liegen 15 Zentimeter Schnee, und die Sportmöglichkeit ist dort gut, zum Teil sehr gut. Aus der Heide ist der Schnee stark verweht. Abfahrt ist aber bis Michelbach möglich. Es herrschen 10 Grad Kälte. Das Wetter ist klar. ' Städtische Brennholzver st eige- tun g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung in den Waldungen der Siadt Gießen (Försterei Rödgen Stolzenmorgen) wurden bet sehr großer Beteiligung folgende Preise erzielt: Hainbuchenscheiter 8,60 Mk. per Raummeter. Cichenscheiter 1. Kl. 7,60 Mk.. 2. Kl. 6,40 Mk., Kiefernscheiter 6,20 Mk., Lärchenscheiter 5,20 Mk., Fichtenscheiter 1. Kl. 6,00 Mk., 2. Kl. 4,00 Mk., Cichenscheiter 6,00 Mk., Duchenknüppel 7,60 Mk., Hainbuchenknüppel 6,80 Mk., Kicsernknüppel 5,60 Mk., Lär- chenknüppcl 5,00 Mk., Ahornknüppel 5,20 Mk., Eichcnknüppel 1. Kl. 5,00 Mk., 2. Kl. 4,00 Mk., Fichtenknüppcl 1. Kl. 4,00 Mk., 2. Kl. 3,60 Mk., Gichenknüppel 6,00 Mk., Alpenknüppel 6,00 Mk.. Eichennutzscheiter 1. Kl., 1,25 Meter lang, 15,20 Mark, Eichenstöcke 5,00 Mk. per Raummeter, Hainbuchenreisig 17,00 Mk. per 100 Wellen, Eichenreisig 15,00 Mk., Kiefernreisig 14,60 Mk. per 100 Wellen, Fichtenderbstangen 1. Kl. 1,20 Mark per Stück, 2. Kl. 1,00 Mk., Fichtenreisstan- aen 4. Kl. 0,30 Mk., 5. Kl. 0,20 Mk., Cichenderb- stangen 2. Kl., Deichseln, 2,40 Mk., Eichcnderb- stangen 2. Kl., Deichseln, 1,90 Mk. per Stück. "Zur Berufswahl der Abiturienten. Bon der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: Die durch die Wirtschaftskrise bedingte allgemeine Llnsicherheit der Aussichten im Berufsleben und nicht zuletzt die starke Heberfüllung der akademischen Berufe wird Sewiß manchen der diesjährigen Abiturienten der öheren Lehranstalten vom Besuch der Hochschule zurückhalten und ihn veranlassen, einen praktischen Beruf zu ergreifen. Denjenigen unter ihnen, die sich eine gediegene kaufmännische Ausbildung aneignen und sich damit zugleich eine gute Grundlage für einen anderen, nicht ausgesprochenen kaufmännischen Beruf verschaffen toollcn, fei der Besuch der Höheren Handelsschule, deren Trägerin die Kammer ist, angeraten. Der Weg zum kaufmännischen Beruf hat sich gegen früher wesentlich veränderte die neue Zeit stellt neue und höchste Anforderungen. Ein gutes Rüstzeug in diesem Kampf ist eine gediegene Borbildung, welche sich der Abiturient in der Höheren Handelsschule erwerben kann. Der Lehrplan umfaßt alle Wissensgebiete, welche den jungen künftigen Kaufmann befähigen sollen, alle betriebs- und volkswirtschaftlichen Borgänge in ihren Ursachen und Zusammenhängen zu erkennen und in seinem Beruf nutzbringend zu verwerten. Man beachte die Anzeige. ** Hauswirtschaftliche Ausbildung junger Mädchen. Man schreibt uns: Mehr denn je ist es notwendig, der Heranwachsenden weiblichen Jugend eine gründliche Ausbildung in Hauswirtschaft und allen Gebieten hausfraulicher Betätigung zu geben. Die seit über 50 Jahren bestehenden Lehranstalten des Alice-Echulvereins bieten hierzu eine vortreffliche Gelegenheit. Reben den Seminaren, welche techn.sche Lehrerinnen ausbilden, bestehen auch Kurse in Weißnähen, Schneidern. Bügeln und Sticken. Diese Kurse dauern ein halbes Jahr, doch können sie auch nach Verabredung aus kürzere Zeit belegt werden. Da die Kurse für Weißnähen und Schneidern von geprüften Meisterinnen geleitet werden, können auch Lehrlinge für diese Zweige angenommen werden. Hingewiesen sei auch auf die zweijährige hauswirtschaftliche Fachschule, deren Besuch als Ersah für den der dreijährigen Fortbildungsschule gilt. 3m neuen Schuljahr wird auch, vielfach geäußerten Wünschen entsprechend, ein hauswirtschaftlicher Kurs für Abiturientinnen eröffnet. Auswärtige Schülerinnen erhalten gute und billig« Unterkunft in dem Internat des Dereins. Die Preise sind gegen früher ermäßigt worden. Siehe heutige Anzeige. ** Vortragsabend derHausfrauen- Beratung. In der Hausfrauenberatung sprach — wie man uns berichtet — Frau Johanna Kalbfleisch am Donnerstag über die Sojabohne und ihre Verwertung. Die Sojabohne (Glycine hispida), so führte die Vortragende aus, sei japanischen Ursprungs, werde hauptsächlich in der Mandschurei gezogen, erfordere aber sorgsame Pflege. An sich giftig, müsse sie durch ein besonderes Verfahren entbittert und entgiftet werden. Durch den Anbau in Deutschland habe sie viel von ihrer Bitterkeit verloren. Die Volkswirt- schaftler interessierten sich für den Anbau der Sojabohne, weil man hoffe, in ihr ein Volks- nahrungsmittel gefunden zu haben, das den Verbrauch an Kartoffeln herabzusetzen geeignet sei. Die Sojabohne komme hauptsächlich aus Amerika, da man dort mit dem Anbau der Bohne gute Erfolge erzielt habe. D:r Wert der Sojabohne liege in ihrem hohen Eiweißgehalt. Gebäck aus Sojamehl mit Weizen oder Roggen gemischt, sei sehr nahrhaft. (Frau Kalbfleisch hatte verschiedene Gebäcksorten mit Zusatz von Sojamehl hergestellt, die sehr schmackhaft waren.) Sojamehl brauche nur einen ganz geringen', Fettzusah und erspare vollständig die Sier. 1 Pfund Sojamehl koste 45 Pf. In Eier umgerechnet würde das Ei 2 Pf. kosten. Vs liege auf der Hand, daß das eine große Ersparnis bedeute. Ihn ein Beispiel für weitere Verwendungsmöglichkeiten des Sojamehls zu geben, hatte Frau Kalbfleisch Königsberger Klops ohne Ei und ohne Weckmehl, allein' mit Zusatz von Sojamehl hcrgestellt, der ganz vorzüglich war, ferner Pfannkuchen mit -/3 Mehl und i/3 Soja usw. •• Opel-Unfollhilfs^ienst. Die Motorwagen - Verkaufsgesellschait n.. b. S). (Großhändler der Adam Opel AG.), Gießen, führte gestern vor» mittag vor dem Kreisamt einen Unfauhilfsdienst» wagen vor. Vertreter der Kreisbchörde, der Polizei, der Gendarmerie, Herren des A. o. D. u. a. m. halten sich dazu eingefunden. Der Wagen fuhr nach kurzer Alarmierung an, traf in wenigen Minuten von der Frankfurter Straße her vor dem Kreisamt ein, und sehr schnell war von flinken Arbeiterhänden ein bereitstehender verunglückter Personenkraftwagen, dem die Vorderräder fehlten, zum Abschleppen fertig gemacht. Der Hilfswagen ist sehr universell ausgestattet. Ein auf den Hilfswagen montierter fester Auslegekran ermöglicht es, in kurzer Zeit das Vorderteij selbst sehr schwerer Wagen vom Loden zu heben und ihn transportfähig zu machen. Der Hilfswagen ist ferner mit viel Handwerkszeug, Hand- feuerlöschern, Stützstangen usw. ausgerüstet und kann bei den verschiedensten Autounfällen wertvolle Hilfe leisten. Im Rahmen einer anschließenden kurzen Besprechung, die im Unterrichtsraum des Polizeiamts stattfand, begrüßte zunächst Polizeidirektor Dr. Kayser die von der Firma Opel geschaffene Neuerung. Der Geschäftsführer der Motorwagen- Verkaufsgesellschaft, Läszlü RLnay, erläuterte die technischen Einzelheiten des Wagens und die Organisation des Hilfsdienstes. Der Wagen solle bei Autounfällen im Raume Marburg-Niederwöllstadt und Lauterbach—Weilburg bei Tag und Nacht angefordert werden können. Polizei und Gendarmerie können den Wagen ohne Unkosten nach Bedarf anfordern, wenn es notwendig sei, dafür zu sorgen, daß die Straße für den Verkehr freibleibe. Wirtschaft. Berlin uneinheitlich, aber freundlich. Berlin, 25. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die Aktienmärkte lagen bei Heineren Umsätzen im allgemeinen recht freundlich. Anregungen stellten die Be» ruhigung der Auslandbörien «insbesondere die Erholung in Neuyork sowie das fast völlige Aufhören der Prämienverkäufe dar. Die Spekulation bekundete etwas Deckungsneigung so daß die Anfangsnotierungen durchschnittlich bis zu 0,50 v. H., teil- weise bis zu 1 o. H. über dem Vortag lagen. Die Bantschwierigkeiten in den USA. sowie der kleine Beschäftigungsrückgang im Januar überraschten nicht mehr besonders und wirkten sich auf di^Kursgestal- tung kaum aus. 1 bis 1,50 o. H. höher setzten Rheinische Braunkohlen, Bubiag, die Werte des Salzdet- furtb-Konzerns, Chadeaktien, RWE., Aktiengesellschaft für Verkehrswesen, Bemberg und Schubert & Salzer ein. Dortmunder Union gewannen sogar 2,50 v. H. Auf der anderen Seite waren auch vereinzelt kleine Rückgänge festzustcllen. Etwas stärker gedrückt waren Rheag, Ilse Bergbau und Deutsche Eisenhandel, die 1 bis 1,50 o. H. verloren. Bei Montanen waren kleine Veränderungen nach beiden Seiten festzustellen. Am Markt der Akkumulatorenfabrik bewirkte ein Angebot von 4000 Mark, daß der erste Kurs 2,75 v. H. unter dem gestrigen Schluß lag. Im Verlaufe zog dieses Papier jedoch erneut um mehr als 6 o. H. an, so daß sich selbst gegen den Vortag ein beachtlicher Gewinn ergab. Weiter lagen Stöhr im Verlaufe sehr fest. Hier regte die günstige Lage des Unternehmens an, so daß der Kurs bis auf 63 v. H. anzog. Auch sonst ergaben sich für Spezial- werte bei zeitweilig etwas lebhafterem Geschäft Besserungen bis zu 1 v. H. Siemens gewannen in Erwartung der Generalverfamnuung fast 2 v. H. Deutsche Anleihen lagen freundlicher. Altbesitz gewannen insgesamt fast 1 v. H. Variable Industrieobligationen blieben, wohl schwankend, gut gehalten. Reichsschuldbuchforderungen zogen leicht an. An den übrigen festverzinslichen Märkten ergaben sich bei geringem Samstaggeschäft kleine Veränderungen nach beiden Seiten. Don Ausländern war die Oesterreich,- sche Staatsrente von 1914 nochmals um 1 o. H. befestigt. Geld war vor dem Ultimo natürlich in sich weiter verknappt, doch blieben die Sätze unverändert. Privatdiskonten lagen eher weiter im Angebot, und in Reichswechseln per 24. Mai und in Reicysschatzanwei- sungen per 16. Oktober konnte sich angesichts des bevorstehenden Ultimos kein nennenswertes Geschäft entwickeln. Sranffurter Börse still, aber freundlich. Frankfurt a. M., 25. Febr. (WTB. Drahtmeldung.) Die Wochenschlußbörse eröffnete in durchaus freundlicher Grundstimmung, obgleich keine besondere Anregung und auch kaum Orders der Kundschaft Vorlagen. Das Geschäft war weiterhin sehr klein. Die Erholungen an der gestrigen Reuhorker Börse fanden zwar etwas Beachtung, einen nennenswerten Einfluß auf die Kursgestaltung hatten sie aber nicht. Im Zusammenhang mit der heutigen Prämienerklärung bestand starke Zurückhaltung, da man mit einigem Angebot rechnete. Da dies aber bisher nicht der Fall war. schritt die Spekulation zu Meinen Deckungen, so daß gegenüber der Abendbörse meist Besserungen von 0,25 bi- 0,50 Mk. zu verzeich- nen waren. Darüber hinaus konnten sich Spezialwerte wie Reichsbank und AEG. um 1,25 Proz. bzw. 1 Prozent befestigen. Arn Chemicmarkt blieben 2.-G.-Farben mit 109 Prozent gut behauptet, Deutsche Erdöl lagen 0,75 Prozent höher. Am Montanmarkt eröffneten Rheinstahl 0,39 Prozent höher, während Stahlverein nur knapp behauptet blieben. Kali Aschersleben gewannen 0,50 Proz. Sonst lagen noch Licht & Kraft um 0,25 Prozent, Siemens um 0,50 Prozent gebessert, während 21 tu um 0,39 Prozent, und Rütgcrswerke um 0.65 Prozent rückgängig waren. Schiffahrtsaktien blieben gehalten. Arn Rentenmarkt war das Geschäft zwar klein, bei Altbrsltz konnte sich aber eine Besserung von 0,5 Prozent und bei Rcichsschuldbuch- foederungen eine im gleichen Ausmaß durchsetzen. 2leubesitzanleihe blieben mit 8,95 Prozent unverändert. Bon Ausländern waren Türken nicht ganz gehalten. Am Pfandbriefmarkt war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, doch überwog m meist He'ne Abschwächungen von 0.25 bis 0,5 Prozent. Auch Stadtanleihen waren überwiegend bis zu 0 5 Prozent niedriger, denen nur wenig Besserungen gegenüberstanden. 2m übrigen lagen festverzinsliche Werte sehr still. 2m Verlaufe halte die Börse nur noch wenig Bewegung zu verzeichnen, die Kurse bliebe.« meist gut behauptet. Teilweise ergaben sich auch infolge der Geschäftsstille kleine Abbröckelungen. Tagesgeld war im Hinblick auf den Ultimo zu 4 Prozent gesucht. Spiclplau der Frankfurter Theater. Opern hau s. Sonntag, 26. Febr.: Der Freischütz, Anfang 14.30 Uhr: Die Csardasfürstin, Anfang 19.30 Uhr. 27.: Geschlossen. 28.: Der Zi- geunerbaron: Anfang 19.30 Uhr. 1. März: Die Zauberflöte: Anfang 19.30 Uhr. 2.: Der Postillon von Lonjumeau und Die Puppenfee: Anfang 20 Uhr. 3.: Zar und Zimmermann: Anfang 20 Uhr. 4.: Der Troubadour: Anfang 20 Uhr. 5.: Par- fifal; Anfang 17 Uhr. 6.: Geschlossen. Schauspielhaus: Sonntag, 26. Februar: Moral, Anfang 16 Uhr: Amphitryon, Anfang 20 Uhr. 27.: Die 2oumaliften; Anfang 20 Uhr. 28.: Eva hat keinen Papa, Anfang 20 Uhr: Fasching im Schauspielhaus, Anfang 23.15 Uhr. 1. März: Lulu: Anfang 20 Uhr. 2.: Amphitryon: Anfang 20 Uhr. 3.: Kollege Crampton: Anfang 20 Uhr. 4.: Eva hat keinen Papa: Anfang 20 Uhr. 5.: Die 2oumalisten: Anfang 19 Uhr. 6.: Amphitryon: Anfang 20 Uhr. Wettervoraussage Da über Deutschland noch ein Kaltlustherd lagert, in dem Temperaturen von mehr als minus 10 Grad herrschen, kann sich das neue Tief über den britischen Inseln nicht recht auf das Festland ausbreiten. Immerhin wird durch seine Vorderseite milde Luft heranbefördert, so daß am Tage die Temperaturen ansteigen und über den Gefrierpunkt zu liegen kommen. Rachts tritt weiterhin Frost auf. Durch das Aufgleiten der Warmluft entstehen Dunst- und Wolkenbildungen, wobei vereinzelt etwas Riederschlag möglich ist. Aussichten für Sonntag: Roch Racht- frost, tagsüber milder, dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, zeitweise Reigung zu Riederschlägen. Aussichten für Montag: Weitere Mil- derung, vielfach dunstig und bewölkt, vereinzelte Riederschläge. Lufttemperaturen am 24. Februar: mittags —0,7 ©rab Celsius, abends —6 Grad: am 25. Februar: morgens —9,2 Grad. Maximum 0 Grad; Minimum —10 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Februar: abends —0,8 Grad: am 25. Februar: morgens —2,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2¥i Stunden. TEIE FUN KEN "Wie, &l -frewwt, Wie er Sender nach Sender bringt aus ganz Europa, das müssen Sie beim „T elefunken 2 31" selber hörenl Sonst trauen Sie ihm eine solche Leistung doch nicht zu; denn der „Telefunken 231" kostet einschließlich Röhren nur RM 189,— (für Gleichstrom RM 199,—) und mit eingebautem Freischwinger-Lautsprecher uur RM 218,- bzw. RM 228,-. A. Ruhl Jr., Blockstraße 12; Karl Mecke. Schalstraße 5. 1229V Gesetzliche Gesellenprüfungen Handwerkerlehrlinge und Lehrlinge der Metall-Indufwie — mit Ausnahme der Bäcker-, Mehner-, Schneider- und Schuhmacher-Innungen — die bis 30. Juni d. I. auslernen, können sich au den Zrühiahrö-Gesellenvrüfungen im Büro des Ge- werveoereins, Goetbestr. 7, eine Trevve hoch, vom 27. Februar bis 3. März, von 4 bis 6 Uhr nachmittags anmelden; mitzu- bringen sind der Lehrvertrag und 6 Marl Prüfungsgebühren. DerKesellenvrlltungS-AuSschuß dcöGewerbevereinö Gießen Allce-Schulverein Gießen (Staatlich anerkannte Lehranstalten.) Technische# Seminar: Ausbildung zur Hauswirtschafts- und Handarbeitslehrerin (2 Jahre). Tnrnseminar: Ausbildung zur Tum- und Sport lehrerin 1 Jahr). Fröbelseminar: Ausbildung zur Kindergärtnerin u. Hortnerin (2 Jahre>, mit Vorseminar (1 Jahr), Kinderpflegerinnenschule (2 Jahre). — Die Zeugnis?-e sind auch in Preußen anerkannt Kurse für Abiturientinnen und Studentinnen. Haushaltungsschule (*', Jahr). Kocbkurse von kürzerer Dauer nach Vereinbarung. Sehr preiswertes Internat. Anfragen und Anmeldungen an die Geschäftsstelle Steinstraße 10. Alice-Schulverein Gießen Anmeldungen zu den Kursen in Weißnähen. Sticken und Schneidern und zu der Haushaltungsschule werden von 12—1 und 2—3 Uhr entgegengenommen (außer Samstags). Alles Nähere Steinstraße 10. — __________________________________________1396 D »Erika« und andere Nietn- Schreibmaschinen von Mk. 90.— an n großer Auswahl trän; Bogt & (£o. Seltersweg 44 Rui 2404 ns?a Autofahrten werd, biuinit ausge- führt. Reisende und Gefchäftskahrten je nach Vereinbarung. St. Lorenz Tel. 2375. oi282 fllinilllllllllllllllllinilllllll ♦ Kalk ♦ Weiß- und Schwarzstückkalk i130u Grausack- und DQngemarkenkalk wieder prompt u. zu bill. Preisen lieferbar Kalkwerk Großen-Linden bei Gießen — Fernsprecher; Gießen 4047 Neue und gebrauchte Klaviere empfiehlt zu günstigen Zahlungsbedingungen Genre Ebert. Klaviermacher Gießen. Ludwi-istr 5p, Teleph. 2403 Kein Laden 857D Oeiienll. Handelslehranstalt der Industrie- u. Handelskammer Gießen Abteilungen: 1. Höhere Handelsschule 2 Zweijährige Handelsschule. Anmeldungen bis zum 24. April 1933 im Schul lokal Gießen. Liebigstrabe 16 (Alte KUnik), II. Obergeschoß, Fernspr. 2912. Sprechstunden: Samstags von 11 — 12 und in den täglichen Sprechstunden von 8 - 8'/? Uhr. 14130 Zur Beschaffung von Werkzeugen, Materialien und Geräten für den Freiwilligen Arbeitsdienst empfiehlt sein großes Lager und bi.tet um gefällige Anfragen Edgar Borrmann - Eisenhandlung Gießen, Neustadt i)6-c •r et t- ch ch er ge en b- ick 'M ch r- 14201)1 <: % Pensionierter Beamter oder geeignete Persönlichkeit für Uebernahme von General-Vertretung erster Versicherungs-Gesellschaft mit Inkasso-Vollmacht gesucht. Höchste Bezüge. Bestand kann überwiesen werden. 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Februar 1933 1410D Provinz Hessen. 138 D Stellenangebote IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIID Olllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll PaolherMistrieMeii Untern, von Möbeln 1 1381 v gei. Schr. Ang. uni. I 01222 a. b. Gß. Az. * Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nachmittag um 41/, Uhr meine treusorgende Gattin, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, meine liebe Tochter, unsere Schwägerin, Tante und Gote suchen wir einen in der Drogenbranche als Vertreter geeigneten Herrn für das Gebiet Gießen und für einen Teil der Butzbacher Faselmarkt Heute mittag 12 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater im Alter von 49 Jahren nach längerem schweren, in Geduld getragenem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen WürttembergischeGärtnergenossenschaft e.G.m. b.H.,Asverg bei Stuttgart. Laden m. Zimm v. 1. 3. z. verm. Brangasfe 6. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Balser XIII , Weißbindermeister Möbl., sonn., ruhig. Zimm.a.sol.Dauer- miefer abzugeü. Aus W. Klavierben.01237 Sckisieub. Weg 34 p Händler u. Verteiler mit Kundenstamm zum Vertrieb oon «MV hols elnischer Margarine ab Fabrik zu ganz niedr. Preisen ges. Hcinr.Tettmann, Mölln in Holst. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 26 Februar, nachmittag um 3% Uhr statt Erfahren., tüchtiges Mädchen sucht Stelle in nicht zu groß. Haushalt. Schriftl. Ang. unt. 0123p a. d. Gß. Az. Für den Verkauf unseres seit 40 Fahren im Handel befindlichen SaOinaoet’s Nähe Gießens - 1 Zimmer u. Küche fotort zu vermieten. Schrift!. Ang. unt. 01196 a. d. Gß. Az. Die Traueifeier für unsere liebe Mutter Elise Heck, geb. Kramer findet am Montag, dem 27. Februar, nachmittags 2 Uhr. au dem Neuen Friedhof statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Heck. Gießen (Steinstr. 21). den 22. Februar 1933. 141 sv Zuchtvieh-. 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Hebruar (955 beß Tierzuchtinstituts „Oberer Hardthof", des Llniversitätsversuchsgutes „Unterer Hardthof" und der chirurgischen und geburtshilflichen Deterinärklinik statt. Strafkammer Gießen. * Gießen. 24. gebt. In dem Gemeindehaus eines oberhessischen Landstädtchens wohnen zwei Ehepaare. Sie sind miteinander verfeindet, und so kommen gegenseitige Schimpfereien und Schlägereien öfters vor. Auch am 3. Juni v. 3. war dies der Fall. Dor der zu ebener Erde gelegenen Wohnung der Eheleute D. kam es zu einem Wortwechsel zwischen Frau B. und Frau 3- Plötzlich flog vom oberen Stock her. wo sich die Wohnung der Eheleute 3- befindet, der Frau D. ein schweres Scheit Holz an den Kopf, so daß sie nicht unerheblich verletzt wurde. Als Täter wurde der Ehemann 3- ermittelt und wegen Körperverletzung von dem Amtsgericht Düdingen zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Seine Berufung war ohne Erfolg. Trotz seines Leugnens hielt ihn auf Grund einer eingehenden Beweisaufnahme die Strafkammer für zweifelsfrei überführt, der Frau B. das Scheit Holz an den Kopf geworfen zu haben. Auch die Strafzumessungsgründe wurden von dem Berufungsgericht gebilligt on 0.95 2.35 r.9k ■ 3.10 ■ 3.40 ■ 5.40 2.90 5.50 le andere gen Preisen orwendung lUr eine libmaschine n und bokannteiten Ich günstigen Preisen ausen&Co. i von Kleide-.Köhler ird str. 16 HPA M M MS PmBiii'ii n ges. Waldlage, tacbulfäcberför e. Beste Empfeh; ■erzeichnisse irei adttheater Gießen, itfl ÄilÄ fcX Ks Os '"Än24 Ubt ’&Ä ;eti|b0.S MM 0 wrokkö tt sirkus^A^kf ieÄ2.3°& lZM FljÖ* •pnttW^lü O elitz rtl SIU« ii, VtoW. stecho. Pnijr.W- 4ULE Nr. 48 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Obecheffen rm A - Superhet R 25 10,— 10,— 8,— 7 4, Zusammenkunft: Hauptschneise bei Ab- 14190 3 56 18 10 2 770 6 8 — 5,— 23 18 12 6 5 12 39 1 153 11 19 5 31 111 21 1 460 5 5 6eschäftsdrucksacheo Rechnungen Brlefblätfer Briefumschläue Postkarten Geschäftskarteri fce» Brühl. Schulstralle t Zusammenkunft: Sicher Straße, zwölfte Schneise. B. $teitag, den Z. März 1933, 9% Ahr, aus Öen Abt. 24 und 25 des Hernewaldes, Försterei Hochwart: Buchenknüppel Hainbuchenknüppel Eschenknüppel Eichenknüppel Fichtenknüppel und Dreikreis-Empfänger Sämtliche Europasender ohne Schwankungen lautstark und rein I 1. auf co. 60 Stationen geeichte Zeigerskala 2. vollkommene Einknopfbedienung 3. 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Aus den Waldungen der Gemeinde Oppenrod sollen nachstehende Holzsortimenle verkauft werden: 13770 ^ichtenskämme. teilung 24. Gießen, den 24. Februar 1933. Bürgermeisterei Gießen. 3 D.: Dr. Rosen berg. erb. direkt v. rinflfr. Brauerei I. belle u. dunkle Exvortbiere zu billigsten Preisen und günstigsten Bedingungen. Schrift!. Ang. unt. 01215 a. d. Gb. Az. rm Buchenscheiter 1. Kl. „ Eichenscheiter 1. Kl. „ Kiefernscheiter 2. Kl. „ Buchenknüppel „ Hainbuchenknüppel „ Eichenknüppel „ >Ahorn». Dirken-, Aspen-, Kiefern- und Fichtenknüppel rm Fichtenreisig 1. Kl. Wellen Buchenreisig 3. Kl. rm Buchen-, Eichen- und Kiefernstöcke Eichen-Derbstangen 2. Kl. (Deichseln) Fichten-Derbstangen 1. und 2. Kl. rm Eichen-Nutzscheiter und -knüppel (Gartenpfosten) Stadttheater-Abonnement Die Einlösung des sechsten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse. Jo- hannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: Montag, den 27. Februar 1933, für die Dienstag-Abonnenten, Dienstag, den 28. Februar 1933, für die Mittwoch-Abonnenten, Mittwoch, den 1. Mär; 1933, für die Freitag-Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr. 1364C Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. 37210 Kasse des Stadt- cheaters Gießen erfolgt Uebersendung d/r Abonnementskarten. Landkreis Gießen. e rGroßen-Linden, 23. Febr. Gestern fand im Rathaus bei starker 'Beteiligung die zweite Aachlahversteigerung des Philipp Echaumschen Besitzes statt. Zur Versteigerung gelangten das Wohnhaus Ecke Falltor- und Frankfurter Straße und eine Reihe von Grundstücken. Es wurden verhältnismäßig hohe Preise erzielt. Für den Wiegen Ackerland wurden durchschnittlich 2040 Mark geboten. Die Preise für Bauplätze beliefen sich ungefähr auf 1000 Mark. Das Haus ging an Mehgermeister Leun von hier über. Der Zuschlag wurde jewells ertellt. Bg Großen-Buseck, 24. Febr. Auf Betreiben von Karl Hahn wurde hier eine Segelfliegerabteilung geblldet, deren ßeiter Dentist Köhres ist. Sie besteht aus etwa zwanzig größtenteils arbeitslosen Mitgliedern. Durch das Entgegenkommen einer Behörde und einer Anzahl hiesiger Einwohner sind die jungen Leute in die Lage versetzt, in aller Kürze mit dem Dau eines Segelflugzeuges zu beginnen. Sie hoffen, in einigen Wochen die ersten Flugversuche vornehmen zu können. Don Gastwirt W. Wagner wurde ein geeigneter Raum zur Herstelllmg der Cinzeltelle unentgeltlich zur Verfügung gestellt. s. Aus dem H o r l o f f t a l, 24. Febr. Infolge der niedrigen Preise für Schlachtvieh sind in vielen Ortschaften unserer Gegend die Landwirte dazu übergegangen, Kühe und Rinder selb st zu schlachten und an Ortsbewohner auswiegen zu lassen. Hier und da liehen auch schon Gemeinden abgängige Dullen mentsvorstellung erfolgt sein. Gießen, den 18. Februar 1933. Die Bürgermeisterei. I. V.: Or. Ham m. Brenn- und Rutzholzversteigerung. im Gemeindewald Langsdorf. In den Distrikten Hundels, Stockweiherkopf und Weckmannsscheuer werden nach vorheriger Zusammenkunft am Waldein- S der Provinzialstraße Langsdorf— er-Bessingen am Donnerstag, dem 2. Mär; d. 3., vormittags 9% Ahr, versteigert: • 13880 Brennholz. Scheiter, rm: Buche l.Klasie 225,5; Buche 2. Klasse 3; Eiche 3,7; Fichte 1,5; Linde 1,6; Kiefer 0,6. Knüppel, rm: Eiche und Hainbuche 20,7; Linde 0,6. Reisig, rm: Weymouthskiefer und Fichte 25,2. Stöcke, rm: Buche 35,8; Fichte 0,3. Nutzholz. Derbstangeu: Fichte 1. und 3. Klasse = 7 Stück; Douglas 2. u. 3. Klasse = 8 Stück. Reisslängen 5. Klasse: Esche = 4 Stück. Ruhscheiter, rm: Eiche 1,5, Buche 2. Ruhreisig: Fichte - 1,2 rm. Gute Abfuhrlage. Günstige Zahlungs- bedingüngen. Langsdorf den 23. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei Langsdorf. Kneipp. Schuldnern die Hände fast vollkommen gebunden, während sie anderseits den Abforderungen T>cr Sparer schutzlos gegenüberstehen. Die Schuldenlast der Landwirtschaft hat sich seit dem Jahre 1924 nicht nur nominell durch aufgelaufene Zinsen verdoppelt, sondern durch den Rückgang der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse vervielfacht, so daß viele Schuldner nicht mehr in der Lage waren, ihren Zinsen und RückZahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die den ländlichen Genossenschaften erwachsenen Derluste, die trotz vorsichtigster Kreditpolitik nicht zu verhindern waren, werden durch die Reichs- genvssenschaftshilfe ausgemerzt. In der Zinspolitik besteht heute eine weitgehende Zwangswirtschaft, vor allem für landwirtschaftliche Kredite. Als Zukunftsaufgabe des ländlichen Ge- nosfenschaftswesens ergibt sich, durch Hereinnahme möglichst aller auf dem Lande verfügbaren Gelder eine weitgehende Selbstfinanzierung und damit stärkste Zinssenkung zu erreichen. Die wichtigste Boraussehung für die Erfüllung dieser Aufgabe ist jedoch die Erhaltung bzw. Wiedergewinnung des Bertrauens der Gläubiger zu der (^dwirtschaft im allgemeinen. Alle Maßnahmen, bte auf eine einseitige Begünstigung der Schuldner auf Kosten der Gläubiger hinauslaufen, müssen demnach verurteilt werden. Am Rachmittage sanden Besichtigungen Der 8. DortragSkursus über landwirtschaftliches Genossenschaftswesen, zum dem das Land- w:rtschaftliche Institut der Landesuniversität in Gießen, der Verband der Hess.schon landwirtschaftlichen Genossenschaften in Darmstadt, der Ländliche Cenossenfchaftsverband Raifseisen e. D. in Frankfurt a. M. und die Bereinigung der Freunde des Seminars für ländliches Genossen- schaftswcsen beim Landwirtschaftl.chen Institut in Gießen eingeladen hatten, fand gestern bei reger Beteiligung hier im Aniversitatsgebäude statt. Se Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität, Pros. Dr. I e ß, begrüßte in einer kurzen Ansprache die Teilnehmer. Prof. Dr. S e s s o u s dankte namens der Der- anstalter für die Worte der Begrüßung und Anerkennung und glaubte feststellen zu dürfen, daß nun endlich die Boraussehung für einen langsamen Wiederaufstieg unseres Bolles gegeben du sein scheine. Alle Bemühungen in dieser Richtung könnten aber nur fruchtbringend werden, wenn jeder an seiner Stelle voll und ganz seine Pflicht tue. Aach Begrüßung der Hess schen und naflauischen Regierungen und Behörden, der Vertreter der Landwirtsch^ftskammern Darmstadt und Wies- baden und benachbarter Organisationen und der Landwirtschaftsämter mit ihren Schülern sprach als erster Redner Pros. Dr. S a g a to e - Kiel über Lau-wirtschaftliche Belriebsführung in der Zelt der Krise. Trotzdem Hoffnung besteht, daß in Zukunft den berechtigten Forderungen der Landwirtschaft nach Herstellung einer Preislage, die dem Betriebs- Leiter wenigstens einen mäßigen Lohn sichert, Rechnung getragen wird, wird der Kampf um die Scholle mit zähem Fleiß weiter geführt werden müssen. Die Kaufkraft der Bevölkerung Deutschlands wird nur äußerst langsam wieder gesteigert werden können, so daß nach wie vor strengste Sparsamkeit bei allen Aufwendungen eingehalten werden muh. Heber das, was unerläßlich und dringlich ist, lassen sich bestimmte, starre Grenzen nicht ziehen. Dom Betriebsleiter hängt der Ruheffekt jeder Maßnahme ab. Der Referent erörterte dann eingehend, welche Gefahren bei übertriebener Drosselung der Aufwendungen drohen und welche Grenzen der Ex- tenfioierung respektiert werden müssen. Professor Dr. Sessous, Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Landesuniversität Gießen behandelte als nächster Redner die welzenqualltätsfrage Im Getreidebau. 2m Icrhre 1932 wurde zum ersten Male auch der Weizenbedarf unserer Wirtschaft gedeckt. Dabei sind zwei Momente dieser Erscheinung entgegengekommen, einmal eine über dem Durchschnitt stehende Ernte, das anberemäl der geringere Derbrauch an Weizenmehl, infolge Sinkens ber Kaufkraft der Bevölkerung. Trotzdem muß Lieseruncisvergebung. Die Lieferung des Bedarfs an Fleischund Durstwaren, Backwaren, Lutter und Milch für das Rj. 1933 evtl, auch für 1934, sowie des Bedarfs an (onftiaen Verzeh- rungsgegenftänden und an Reinigungs- matenal (-seife ufw.) für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni 1933 (Verlängerung des Vertrages von Vierteljahr zu Vierteljahr bis zum 31. März 1934 ist nicht ausgeschlossen) soll für die Universitäts-Kliniken in Gießen vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen für Verzeh- rungsgegenstände können an Werktagen von 15 vis 17 Uhr (außer Samstags) bei der Verwaltung der Universitäts-Kliniken, Klinikstraße 32, I. Stock, Zimmer 5/7, diejenigen für Reinigungsartikel Zimmer 10 eingesehen, die Bedarfslisten gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. 13950 Angebote und Warenproben sind getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an die obige Verwaltung bis 7N ttwoch, den 15. Mär; 1933, 10 Uhr, einzureichen. Eröffnung der Angebote für Verzeh- rungsgegenstände 10 Uhr, für Reinigunqs- PHitel 11 Uhr. Zuschlagsfrist bis zum 23. März 1933. 2. Rang (vordere Seitenreihe) 2 Rang (Reihe 4 und 5) 3,— Die Einlösung muß vor der 21. Abonne Beschluß In dem Vergleichsverfahren über das vermögen der Firma Heinrich Steinhäuser. Tapctenhandluug in Gießen. 1. Der in dem Vergleichstermin vom 9. Februar 1933 angenommene Vergleich wird hierdurch bestätigt. 2. Infolge der Bestätigung des Vergleichs wird das Verfahren aufgehoben. 13780 Gießen, den 16. Februar 1933. __________Hessisches Amtsgericht.___________ OeffentUche Mahnung! Folgende Rückstände werden hiermit zur Zahlung bis 7. März 1933 einschließlich gemahnt: 1428C Schulgeld für die Hessische Studienanstalt für Januar 1933, Wohnungsmiete aus städtischen Häusern für Januar 1933, einschließlich der Anteile an Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren 1932, 3. und 4. Rate, 5. Ziel Gemeinde-, Kreis- und Provin- zialumlage, einschließlich Sondersteuer 1932 und die infolge nachträglicher Veranlagung bis Ende Januar 1933 fälligen Beträge, 4. Ziel Kanal-, Straßenreinigungs- und Müüabfuhrgebühren 1932. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt ohne weitere Mahnung Einzug der rückständigen Beträge auf Kosten der Schuldner. Bei. den Steuerzahlungen werden die vorgeschriebenen Verzugszuschläge erhoben. Gießen, den 25. Februar 1933. Stadtkasse Gießen. bet deutschen Landwirtschaft, und insbesondere auch der hessischen, vollste Anerkennung gezollt werden, daß sie den an sie ergangenen Ruf, die Brotgetreideerzeugung, namentlich hinsichtlich des Weizens, zu steigern, befolgt hat. Cs melden sich letzt Kritiker, die behaupten, wir hätten einseitig nur die Menge gesteigert, ohne uns um die Qualität zu kümmern. Die Landwirtschaft wird selbstverständlich die "Verbesserung der Qualität nicht übersehen, man soll ihr aber auch Zeit geben. Cs wird der deutschen landwirtschaftlichen Pflanzenzüchtung gelingen, unsere in erster Linie auf Ertrag gezüchtete Sorten auch qualitativ zu verbessern. lieber den Qualitätsbegriff des Getreides bestehen sowohl in der Landwirtschaft, als auch bei den Derbrauchern vielfach unklare "Vorstellungen, zumal die Anschauung auf dem Weizenmarkt und den daran interessierten Gewerben noch auseinandergehen. Dazu kommt, daß die Dorschriften bei der Aufstellung von Handelsklassen ebenfalls, was die inneren Eigenschaften anlangt, zum mindesten fehlerhaft sind. Der weizenbauende Landwirt sagt aber mit Recht, wenn der Weizen auf dem Felde gut ausgereift ist, und gesund gelagert war, dann ist jeder Weizen geeignet, einwandfreies Mehl und nahrhaftes Brot für die Dolks- ernäjjrung zu liefern. Für die Landwirtschaft ist für die nächsten Iahre die Richtung gegeben; sie muh unter allen Umständen auf Sortenvereinheitlichung hinzielen. Um reine und gesunde Bestände zu erzielen, muß immer wieder auf regelmäßigen Saatgutwechsel Hin- klewiesen werden. Die Ernte muß in Zukunft wieder sorgfältiger geschehen. Die Maschinenmahd hat hier viel verdorben, so daß oft zu früh eingefahren wurde, ohne daß dem maschinengebundenen Getreide Zeit gelassen wurde, genügend zu trocknen. Drusch, Lagerung und Reinigung müssen die ihnen zukommende Beachtung finden, damit eine Ware erzeugt werden kann, die den Handelsklassen entspricht. Selbstverständlich muh für die Landwirtschaft aber auch Aussicht vorhanden sein, dah sie für die größere Sorgfalt auch entsprechende Preise bekommt und die Handelsllassen- vorschriften nicht nur auf dem Papier stehenbleiben, sondern auch im Handel Grundlage für entsprechende Bewertung und Bezahlung bilden. Den Genossenschaften wird, wenn diese Richtlinien in die Tat umgefetzt werden sollen, ein hervorragender Anteil bei der Erziehung der Landwirtschaft zukommen. Direktor Dr. Strub (Frankfurt a. M.) schilderte als letzter Redner in seinem Dortrage die: Gegenwartsfragen der genossenschaftlichen Geldwirtschaft. Es muh heute berücksichtigt werden, dah die Kreditnehmer der ländlichen Genossenschaften sich seit der Rotverordnung vom 8. Dezember 1931 unter einem gewissen Dollstreckungsschuh befinden, der nach und nach immer stärker ausgebaut wurde und mit der Verordnung vom 14. Februar d. I. zu einem allgemeinen Moratorium führte. Den Genossenschaften sind gegenüber ihren auf die gleiche Weise aushauen. Das Pfund Kuhfleisch stellt sich im allgemeinen auf 38 bis 40 Pf. pro Pfund mit Knochen, Rindfleisch 45 Pf. Die Bevölkerung m cht von derartigen Gelegenheiten so reichlich Gearauch, dah meistens gar nicht alle Käufer befriedigt werden können. Ein Tell des Fleisches wird in Gläsern oder Büchsen eingekocht. ii Obbornhofen, 23. Febr. Unsere G e • meindevertretung beschloß, daß verschiedene Arbeiten, die im Laufe des Jahres in unserer Gemeinde ausgeführt werden sollen, im Wege des Sofortprogramms durchgeführt werden. Die Stützmauer am Schulhausgrundstück, die zum Tell zusammengebrochen ist, soll von Grund auf neu errichtet, weiter die Friedhofsmauer stellenweise erneuert werden. Ein drittes Projekt sieht die Aus- betonierung des Dorflutgrabens der Ortskanalisation vor. Die vom Kulturbauamt in Gießen für Arbeitslöhne und Materiallieferung aufgestellten Kostenvoranschläge belaufen sich auf 6100 Mark. In gleicher Höhe wurde auch der Darlehensantrag gestellt. Außerdem ist ein Antrag auf Durchführung von Notstandsarbeiten gestellt, der insgesamt 2400 Tagewerke umfassen soll, aber noch der Genehmigung des Landesarbellsamts bedarf. Kreis Friedberg. * Butzbach, 25. Febr- Der Butzbacher F a s e l m a r k t findet in diesem Iahre am Donnerstag, 16. März, statt. Der Markt hat in den letzten 3ähren an Bedeutung noch zugenommen. Reben dem Pferde, Rinder, Schweine und Ziegen umfassenden Zuchtviehmarkt findet unter Mitwirkung des Landwirtschaftskammerausschuf- ses der Provinz Oberhesfen auch eine Prämiierung von Zuchttieren der genannten Tiergattun- Angebote sind dis zum Mittwoch, dem 1. März 1933, nachmittags 2 Ahr, bei unterzeichneter Stelle abzugeben, woselbst nach Bekanntgabe der Bedingungen die Eröffnung der Angebote erfolgt. Das Holz ist mit Rinde gemessen. Hessische Sürgermetfietei Oppenrod. Kloos. Proszeniumslogen Sperrsitz (Reihe 1 bis 9), 1. Rang (Reihe 3 und 4) Sperrsitz (Reche 10 bis 13), 1. Rang (Reihe 5 bis 6) und Logenrückplätze Sperrsitz (Reihe 14 bis 18), 2. Rang Dorderplatz (Reihe 1, Mille) 2 Rang (Reihe 2 und 3) und NORA Erhältlich in allen Fachgeschäften Für den Küchenherd die gute fotarzgWIe zu Mk. 1.35 per Zentner fi ei Keller JOH.FISCHER Kohlenbandlung G.m.b.EL Alicenstraße 42 44 Fernspr. 3172 3176 ___________________________________________1407 D ■ Frankfurt am | Pferde-Märkte 27. Februar. 27 Marz, I 8. MaL 12. Juni, 10. Juli, 14. August, I Durchschnittlich Aultrieb 400 Pferde all ■ Rassen, auch Schlachtpferde; gröhte Aus *»3| B wählu. besteGelegenb. t. Kauf od.Tausch nl B Ein Besuch dies. Märkte ist zu empfehlen. - ■ »H 3 Uer Hende' Sonntags verboten ,3S0 V Bullenverkauf. Die Gemeinde Londorf verkauft im Wege schriftlichen Angebots einen fetten Simmentaler Bullen. Angebote per Zentner Lebendgewicht sind verschloßen, mit entsprechender Aufschrift bis zum Mittwoch, dem 1. Marz L 3., vormittags 11 Ilhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Derkaufsbedingungen einae- sehen werden können. 13870 Londorf den 23. Februar 1933. Bürgermeisterei Londorf. Aumann. Detektiv K. Gerz, Bad-Nauheim, Kurstraße 17 erlebigtaUe vertrauliche Brioat- u Geschäftsangele- ?enl;eiten. wie Aus- ünfte, Beobachtungen, Ermittelungen, Beschaffung v. Beweismat. in Straf- u. Zivilvroz streng diskr. Svrechft.: 9 b. 12'AiU.a—611br Hartbrennholz a Wagen 5 Ztr. 5 NM. frei Haus Anfeuerholz a Wagen 6 RM. frei Haus Hartlwlzf.Erwerbs- lofenroZtr.60Pf.ab Hofl fow.SägemehI z. Räuchern liefert Jul. Wettböfer Marburger Str. 24 Tel. 2313 »5130 Die zu zahlende sechste Rate beträgt für: Ranglogen 2 bis 6 und 13 bis 17, RM. 1. Rang (Reihe 1 und 2) Ranglogen 7 und 8 und 11 und 12, Los 1. la-Kl. 158 St = 22,10 fm „ 4. 1b- „ 118 „ - 32,70 „ „ 3. 23’ „ 32 „ -- 15,39 „ „ 4. 2d- „ 15 „ - 11,92 „ „ 5. 3a» „ 3 „ - 4,09 ’, ,, 6. 3b- „ 3 „ x 3,97 „ „ 7. 4a- „ 1 „ - 1,88 „ „ 8. 4a- „ A, Absch. 1 „ - 1,04 ., i i i ) t t i ii n t i- r s r -r •r ei i- 3- n ■n i* t- ch ch 1s er Ze en b- ick ■m ch r- T» 1b n. ch ab :b, ab ns un :m cz: w. I I / I One Erfinduna aeqen Auko-Diebssabl. o Eine interessante Sicherung gegen Autodiebstahl wurde jetzt in London vorgesührt. Wird ein Wagen von einer unbefugten Person in Fahrt gesetzt, so klappt das vordere Nummerschild am Kühler auf und entfaltet ein weithin sichtbares rotes Kreuz. So wird jeder Polizeibeamte schon von weitem auf die im Auto sitzenden, nichts ahnenden Diebe aufmerksam gemacht. gen statt. Zu der Prämiierung sind von der Stadt, der Landwirtschaftskammer, den Zucht- vereinigungen und d.m Butzbacher Handel und Gewerbe Wert- und Barpreise im Werte von über 2000 Mk. zur Verfügung gestellt. Auch die Ziehung der gut eingeführten und beliebten Butzbacher Faselmarltlotterie findet am Markttage statt. Seitens dec Landwirtschaftskammer findet eine Dullenauktion statt. Kreis Alsfeld. -er. Homberg, 23. Febr. Zwecks Besprechung von Arbeiten für den freiwilligen Arbeitsdienst und der Unterbringung von Arbeitsdienst freiwilligen fand im h-.e- sigen Rathaus eine Versammlung von Vertretern der Behörden und öffentlichen Körperschaften statt. Zunächst wurden die Tagewerke erörtert, die von den Gemeinden unseres Bezirks und dem h esigen Forstamt bereitgestellt werden und SJL-tfpott Gpielvereinigung 1926 Leihgestern. Am morgigen Sonntag empfängt die 1. Mann- schäft der Spieloereimgung Leihgestern die gleiche des Sportklubs Daubringen Aum fälligen Verbands- piel. Die Gäste entsenden ihre stärkste Aufstellung, o daß man mit einem spannenden Kamps rechnen >orf. Die Schüler treten zum ersten Male nach der Wintersperre auf den Plan. Das fällige Pflichtspiel ruft sie nach Klein-Linden. Sportverein 1928 Garbenteich. Am morgigen Sonntag erwartet die 1. Mannschaft die gleiche des Tv. Wieseck. Die Gäste, die zur Zeit eine spielstarke Elf ins Feld stellen, dürfen von den Einheimischen nicht unterschätzt werden. Kämpfen die Gastgeber wie am vergangenen Sonntag, so werden ihnen Sieg und Punkte so leicht nicht zu nehmen sein. z. (5p. V. 1026 Steinbach. Die 1. Mannschaft Steinbachs empfängt morgen die 2. Mannschaft des BfA. Butzbach zum Verbandsspiel. Das Vorspiel konnte Butzbach knapp, aber verdient gewinnen. Die Gastgebu wünschen Revanche zu üben. Das dürfte aber nur gelingen, wenn sämtliche Spieler ganz bei der Sache sind. Insbesondere die Stürmer werden andere Taktik anwenden müssen. Die 2. Mannschaft spielt vorher gegen Butzbachs 111. Hier werden sich die Steinbacher sehr an- strengen müssen, um ein ehrenvolles Resultat zu erzielen. Sportverein 1920 Heuchelheim. Die 1. Mannschaft empfängt am morgigen Sonntag die 1. Mannschaft vom Sportverein Rieder-Weisel zum fälligen Verband^spiel. Die Gäste stellen eine stabile Elf, die sich den Sieg nicht ohne weiteres nehmen lassen wird. Jedoch sollte man annehmen, daß das technisch reifere Spiel der Einheimischen ausreicht, um das Spiel für Heuchelheim zu entscheiden. Oanöball im Gau Hessen (D.T.) Heuchelheim — Tv. 1846 Gießen. Der To. Heuchelheim empfängt am Sonntag auf eigenem Platze die beiden aktiven Mannschaften des Tv. 1846 Gießen. Die 2. Mannschaft trifft auf einen körperlich stärkeren und technisch besseren Gegner und wird um eine Niederlage nicht herumkommen. Anschließend stehen sich die 1. Mannschaften beider Vereine gegenüber. Äie Gäste, die der Meisterklasse angehören, verfügen über eine sehr gut eingespielte Elf, so daß auch in diesem Spiel für die Einheimischen keine Siegesaussichten bestehen. Trotzdem sollten die Heuchelheimer aber durch Hergabe des Aeußersten versuchen, das Endergebnis möglichst günstig für sich zu gestalten. Grohen-Linden I — Hörnsheim I. Beide Mannschaften treffen sich morgen zu einem Freundschaftsspiel in Großen-Linden. Beide Mannschaften sind gezwungen, Ersatz einzustellen. Der Ausgang des Spieles ist nicht oorherzusagen. Handball tm Labn - Oünsvera - Gau Zu einem Gesellschafts-Rückspiel empfängt am Sonntag die Mannschaft von Launsbach die erste Els der Turn- und Sportgesellschast Rodheim-Bieber. Durch Spielerausfälle werden beide Mannschaften gezwungen sein mit Ersatz anzutreten und jeweils kombiniert spielen. Der Ausgang des Spieles ist offen. Auftakt zu den Deutschen Skimeisterschasten. Leupold (Breslau) siegt im 18-fiifomefer-Canglauf. Am Freitag begannen im Schwarzwald (Freuden- stadt-Beiersoronn) die Kämpfe um die Deutschen Skimeisterschaften mit dem Langlauf über 18 Kilometer. Der Schlesier Herbert Leupold lief ein hervorragendes Rennen und bewältigte die Strecke in 1:20 52 Stunden. Zweiter wurde der Vorjahressieger Motz (München), Dritter P o n n (Berchtesgaden. sich auf insgesamt 131 000 Tagewerke beziffern. Die Unterbringung des größten Teils der Ar- beitsd'.e.rstfreiwilligen, ungefähr 200 Mann, wird im Hauptlager in Homberg erfolgen. Ein Rebenlager für 100 Mann wird in Rieder-Ofleiden errichtet, weitere 50 Mann werden im Fliegerlager bei Rieder-Ofleiden untergebracht. Den Arbeitsdienstfreiwilligen wird die allgemein gültige Vergütung von 30 Pf. pro Tag, ferner vollständige Verpflegung und Bekleidung durch das Lager gewährt. Die Errichtung der Lagerbaracken erfolgt durch Angehörige des freiwilligen Ar- beitsdienstes, von denen in den. nächsten Tagen 20 Mann art einem Führer hier erwartet werden. Eine Anzahl Gemeinden unserer Gegend trat zwecks Unterstützung des Lagers dem Verein zur Förderung des freiwilligen Arbeitsdienstes bei. Kreis Marburg. ck_Hachborn,23. Febr. Gegenwärtig herrscht hier die Grippe in ziemlich starkem Maße. In manchen Häusern sind fast sämtliche Bewohner erkrankt. Auch eine erhebliche Anzahl 'Schüler muhte dem Unterricht fernbleiben. Briefkasten der Hcboffion Bausparkasse. Tragen Sie den Tatbestand dem Reichsaufsichtsamt für Privatoersicherung in Berlin — diese Anschrift genügt — schriftlich vor, das kostenlos über Ihre evtl. Beschwerde entscheiden wird. Dieses Reichsamt ist befugt, einer Bausparkasse bei ausreichenden Gründen den Geschäftsbetrieb sogar zu unterlagen (§87, § 112 des Versicherungsaufsichtsgesetzes). Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 26. Februar. Estomihi. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr: 11: Kinderkirche :ür die Matthäusgemeinde: Pfr. Mahr: 17: Pfr. Lecker. — Oohannestirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasg^meinde; Pfr. Bech- iolsheimer: 17: Pfr. Ausfeld: 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Bcchiolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde: Pfr. Lenz. — Petrus- kapelle. 9.45: Pfr. Ausfeld: 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde. — Saal der Renen Krippe. 11: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde: Pfr. Ausfeld. — Klein-Linden. 11: Kindergottesdienst: lo.30: Gottesdienst. — heuchelhe'm. 10: Hauptgottesdienst: 13: Kindergottesdienst. — 10 eseck. 10: Hauptgottesdienst. — Alfen-Buseck. 10: Gottesdienst. — Großen- Bus'ck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 13: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Kirchberg, 13.30: Lollar. — hausen-Garbenteich. 10: Hausen: 13: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 13.15: Hauptgottesdienst. — Grüningen. 10: Hauptgottesdienst, 11: Kindertirche. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn: 12.45: Kindergottes, dienst: 14: Stiftspfarrer Draudt. katholische Gemeinden. Samstag, den 25. Februar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 26. Februar. Quinquagesima. Gießen. 6 30 Uhr: Beichte: 7: Messe: Kommunion der Frauen: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 17.30: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grimberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. - Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8 45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 27. Februar. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 1. März. Gießen. Um 7, 7.30 und 8 Uhr wird die geweihte Asche ausgeteilt. — hnngen. 7.15 Uhr: Messe. Donnerstag, den 2. März. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, den 3. März. Gießen. 7 Uhr: Segensamt: 20: Fastenpredigt mit kurzer Andacht. — Lich. 7.15 Uhr: Segensmesse. Sonntagsdienst d.'RerAteu.Avotbe'cn am 26.:'. 33. F-rl. vr. Gürtler, in Hofmann. Pelikanavotheke. .'trthnarAt: Dr. Baum. >d bei Heiserkeit Katarrhe der Schleimhäute des Rachens und des Mundes, bet Mandelentzündung (Angina) und Erkältungen. Ein Vorbeugungemlttel gegen Ansteckung (Grippe etc.). Ausgezeichnet für Raucher, welche stark zu Rachenkatarrh neigen, für Sänger, Redner etc. BeutelI 25 Pfg., Dose 72 Pfg. Prospekt u. Probe gratis. Max Elb, A.-O., Dresden HersteUerm dar BiOX- ULTRA-ZAHNPASTA rwie" wird’* oüdi tatac UtaAc Fliegen die Schwalben her Erbe nah, dann ist bald schlechtes Detter da. Zum Einweichen der Wäsche, zum Weichmachen des Wassers: Henko, Henkel* s Wasch- und Bleich-Soda. nur wenige Hausfrauen nutzen die vielen Vorteile der periilwäsche richtig aus. Sienehmenpersilrichttgundnachvorschrist.DaListwichftg.Nureinepersillauge, die richtig bereitet ist, gibt eine Wäsche, wie sie sein soll: duftig, frisch, blütenweitzl Slehmea Sie auf |e 3 Eimer Dassel, die Ihr Daschkeffel faßt, 1 Normalpaket Perfil. Keim vetteren Zusätze, die da« Lasche« mmStig verteuern. Lösen Sie Perfil kalt auf. Koche» Cte die Wäsch« einmal kurze Zeit in der Perfillauge. Spülen Sie gut, erst heiß, dann kalt. Mit Persil richtig waschen heißt billig waschen! Persil teun Persil ° Cafe Amend •“■■-***7” *• Kinder-Kostümfest 1353D InsblaueLeben Die grobe Faschingsredoute d Sp.-V.1900 im weihen Röb'l Samstag, den 25. Februar abends Karnevalistischer Abend - Tanz Liebigshöhe Morgen Sonntag, den 26. Februar 1933 nachmittags 4 Uhr, findet das so beliebte alljährliche mit allerlei Ueberraschungen im großen Saale statt Eintritt für Erwachsene 60 Pf, Kinder frei. Daran anschließend abends von 7 Uhr an: Rheinischer Abend mit Tanz im gioß. Saal. Stimmung u. Humor sind mitzubringen. Musik wird ausgeführt v. d. Reichsw.- Kapelle. Regt. 15. Es ladet freundlichst ein Gastwirt Heinrich Dechert. Hotel-Restaurant BAYERISCHER HOF Bahnhofstraße Bahnhofstraße iimiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii FASTNACHT-DIENSTAG in sämtlichen festlich dekorierten Räumen Ito Mö*e Hw-ttnlii ...........................................................iiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiitiiiiiiiYmiii Stimmung! Witz! Humor! 1 i°3 D Rosenmontag nachmittag Kinder-Kostümfest abends TANZ Fastnacht-Dienstag nachmittag Kinder -Kostümfe st abends Grobes Fasebingstreiben - Tanz Eintritt nur gegen Verzehrkarten L. Mk. ab hÄte am Büffet erhältlich Zu den Abendveranstaltungen dunkler Anzug erbeten. uisD Büro Staufenberg Montag abend 2 Musik-Kapellen Eintritt: 1.- RM.einscbl. Garderobe Karten vorverkauf I38.D bei Bäckermeister Ben de. Bahnhofstraße 12, August Wallenfels, Markt- platz 17. Sporthaus Schwan, Mfiusb.16 Im Bürgerhot Plockstrahe 5 i Sonntag, Montag und Dienstag Das große Faschingstreiben Im Saal Tanz '«'■> Kein Weinzwang - keine Verzehrkarte. 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Jagdhund cntlaufcn.ldnvara m. braunenAbzeich Wiederbr. Belobng. Oral Wilhelm Solms, Arnsburg b.Llch.iaeeD Laße Gvel Achtung >1250 Sonntag und Fastnachlsdienstag Ächtung W5 WlWlliM Zum Ausschank gelangt Tr umphator, Mainzer Aktien und Münchner bell. Kein Sierautschiaa- Klaviere < erste Marken y \ Zeitgemäße Preise / \ und Bedingungen / \ Schönau / \ Selters- / \ weg / \ 52 / 1d04D Wie sie ihn bezwang Dngindkoman von 3 Gchneider.Zoerstl. Urheberrechtsschutz: Verlag D. Meister, Werdau L S. 8. Fortsetzung. Dachdruck verboten I Es war das erstemal in der langen Zeit ihres Zusammenlebens, daß Mutter und Tochter mit erhitzten Gesichtern einander gegenüberstanden. Alles, was Frau von Brentano aus der großen reichen Erfahrung ihres Frauenlebens ins Feld führte, blieb wirkungslos. Stephanie hatte auf all diese Einwände nur die eine Erwiderung: „Ich liebe ihn über die Maßen." Frau Mario ließ nicht locker. Ihre Geduld schien unerschöpflich zu sein, f’mmer wieder kam sie mit neuen Gründen, stellte immer wieder Tragik um Tragik vor die Tochter hin: „Sechs Woch.n nach der Hochzeit wirst du auf den Knien vor ihm liegen, und er wird dich nicht sehen und das Leben weiterführen, das er bis jetzt gelebt hat." „Sft es denn ein so schlechtes Leben, Mutier, das er führt?" Frau Brentano zuckte zusammen. „Du bist ihm nichts und er dir alles. Ich kenne Frauen, die den Tod suchten, weil sie sich vergessen und verlassen sahen — und betrogen — Steffis." „Mit wem sollte er mich betrügen, Mama?" verzweifelt begann Frau Maria das Zimmer zu durchqueren. „Glaube mir doch, Kind! Es ist nur eine Laune von ihm. Ich sehe ihm bis auf den Grund der Seele. Ihm ist die Frau nur Last und Hindernis. Jede Frau, Kind, ob du nun es bist oder eine andere. Er bekommt sie satt, kaum, daß er den ersten Rausch durchkostet hat. In der ersten Stunde der Ernüchterung wird er versuchen, dich abzuschütteln und du wirst einsamer sein, als du es je gewesen bist!" „Wenn auch, Mama! Dann ist er wenigstens für ein paar Wochen mein gewesen!" Frau von Brentano gab es auf, die Tochter zu belehren. Sie fühlte sich müde wie nach einer langen Wanderung, die durch Dorn und Gestrüpp gegangen war und doch zu keinem Ziel geführt hatte. Ohne Stephanie den üblichen Gutenachtkuß zu geben, ging sie nach ihrem Zimmer hinüber. Während sie sich entkleidete. horchte sie und glaubte ein unterdrücktes Schluchzen zu vernehmen. Aber sie war noch zu erregt, um ein Wort der Versöhnung zu finden. Erschöpft sank sie in die Kissen und döste in unruhige Träume hinüber. Sie sah Stephanie mißhandelt, mit Füßen getreten. Merlin stand mit seinem gewohnten Spott vor ihr und zeigte auf sein gequältes Opfer. Warum haben Sie Ihre Tochter nicht bester gehütet, Frau Brentano?-- Sie vernahm einen hellen Ruf und fuhr auf. Drüben verkündete die Standuhr die zweite Morgenstunde. Förmlich erlöst, aus dem Dann des fürchterlichen Erlebens zu sein, setzte sie sich in den Kissen hoch. Aber die Unruhe, die sie im Blute trug, machte sich noch immer gellend. Ob das Kind schlief?--Ihr Zorn war bis zum letzten Rest verflogen und machte mütterlichem Erbarmen Platz. Nie hatte Stephanie sie so nötig gehabt wie jetzt. Nie war sie ihres Rates jo bedürftig gewesen. Und wenn er auch nicht erwünscht war, sie wollte ihn dennoch geben. War nicht auch ihre erste Ehe ein Mißerfolg gewesen? Selbstverschuldet, selbst- gewollt? Hatte sie auf ein Warnen gehört? War * auch bei ihr alles Mahnen erfolglos gewesen? Und dann, als sie ihre Arme hilfesuchend nach denen ausstrcckte die ihr Freund und Warner gewesen waren blieb alles stumm. Allein mußte sie den Kamps ausfcchten, und keiner kam, ihr Rettung zu bringen, als der Tod. Der nahm den gehaßten, bis in alle Tiefen der Seele verrohten Mann hinweg und streifte ihr die Fesseln ab, die sie wie Eisenketten hinter sich hergeschleppt hatte. Aber Steffie sollte nicht auch dieses Schicksal teilen. Sie warf ihren Schlafrock über und ging nach deren Zimmer. Das Mädchen war noch nicht entkleidet und streckte abwehrend die Hände aus als sie so uncr- wartet bei ihr eintrat. Die Müdigkeit ließ sie kaum aus den Knien heben als sie jetzt, vom Stuhle auffahrend, Frau Maria entgegenging. Lautlos glitt sie an deren Schultern: „Hab Erbarmen, Mama!" Frau von Brentano drückte sie an sich und neigte die Lippen über deren Blondhaar. „Gott ist mein Zeuge, Kind, daß ich nicht anders handeln kannte und würde, auch wenn ich dich geboren hätte Ich tat nur, was ich für meine Pflicht hielt. — Du weißt, wie es kommen wird. Aber wenn es wirklich ein- trifft, was ich befürchte: ich bin ja da! Du kommst, wenn es kein Bleiben mehr bei ihm gibt, zu mir Zurück. Ohne jede Furcht kannst du kommen, mein Liebling. Du — und die Kinder, die du ihm schenken „Mama--" Frau Maria hielt den zitternden Mädchenleib an sich gepreßt und rang nach Worten: „Ich wollte dich vor dem Los bewahren, das mir in meiner ersten Ehe zuteil wurde. Es ist mir nicht gelungen, dich zu überzeugen. Nur das eine, wenn du mir versprechen wolltest: Gib nicht dein Letztes, Steffie!" „Ich verstehe dich nicht, Mama." „Ich meine, den letzten Rest von Frauenstolz. Es gibt Männer, die die Hand gegen uns heben, und die wir dennoch lieben können, und andere, die uns nicht einmal mit einem Finger berühren und doch mehr zu züchtigen vermögen, als eine Peitsche dies vermag." Stephanie streichelte die weißen Arme der Mutter herab und fühlte, wie deren Wärme ihre eisigen Hände durchstrahlte: „Glaubst du, daß es nicht mög- lich ist, daß meine Liebe ihn bezwingt?" „Nein, mein Kind! Liebe bezwingt nur, wenn sie erwidert wird." Stephanies Hände schlugen herab: „Willst du damit sagen, daß er mich nicht liebt?" Frau Brentano wurde einer Antwort Überhoben. Der Mädchenkörper fiel schwer gegen sie und blieb an ihre Schuller gelehnt liegen. Es tagte schon,.als sie sich vom Bettrand der Tochter erhob, um nach ihrem Zimmer zu gehen. • Zehn Wochen später fand zu Wien im Hause Brentano die Hochzeiksfeier statt. Der alle Merlin war noch nie so stolz auf seinen Einzigen gewesen wie an diesem Tage. Am Altäre hatte Hans Jorg vor aller Well das bleiche Gesicht seines jungen Weibes zu sich emporgehoben und dessen zuckende Liopen geküßt. Um Stephanie wallten Nebel. Das Orgelspiel klang von weit her, aus Fernen, die nicht mehr irdisch waren. Die Worte des Geistlichen ver,chwam- men, so daß kaum eines klar verständlich war. Als sie das „Ja" gesprochen hatte, taumelte sie und mußte sich an den Gatten stützen. Erschrocken neigte er sich zu ihr herab. „Was ist dir, geliebte Frau!?" Schauer um Schauer ging über sie hin. Frau! — Seine Frau! Dies einzige kurze Ja, das sie gesprochen hatte, band sie nun zeitlebens an ihn. Ihr Schritt war unsicher, als sie an seinem Arm das Schiff des Domes entlang schritt. Draußen warteten die Wagen. „Nun ist es ja vorüber", lächelte Merlin und hob sie behutsam in die Seidenpolster. „War es der Weihrauch, der dich schwindeln machte? — Ja? Ich kann ihn auch nicht vertragen. Schon als Junge bei den Benediktinern habe ich immer Kopfschmerz davon bekommen und mußte mehr als einmal aus der Messe gehen!" Er legte den Arm um sie und lehnte ihren Kopf gegen seine Schulter. „Hast du gesehen, wie Vater gestrahlt hat? — Er hat auch Grund dazu, denn es glückt nicht jedem, gerade die Schwiegertochter ins Haus zu bekommen, die er sich gewünscht hat!" Dann hielt der Wagen. Es gelang Frau Maria, während des Festtrubels die Tochter für ein paar Minuten für sich allein zu haben. Zärtlich strich sie ihr den Schleier aus der weißen Stirn und bekreuzte diese. „Daß Gott dich segne, mein Kind. Dich und alle, die nach dir kommen werden. Und vergiß nicht, mein Liebling, daß zu jeder Stunde eine Mutter auf dich wartet, sei es, sich mit dir zu freuen ober dir dein Leid tragen zu helfen." Stephanies ganze Selbstbeherrschung versagte. Aufsch'uchzend barg sie den Kopf an der Brust von Frau Maria. Etwas Puder wischte die Tränenspuren wieder fort, und ein wenig Rouge nahm den Wangen die totenhafte Blässe, die so gar nicht zu der jauchzenden Freude dieses Tages stimmte. Hans Jörg, der nach seiner Frau suchte, traf In einem der Vorzimmer mit Frau Maria zusammen. „Wo ist Stephanie?" „tote kommt im Augenblick." Er neigte sich über ihre Hand, und als er den Rücken wieder straffte, tauchten ihre Blicke für Se- funbenlänge ineinander. Der ihre in heißer, flehen- der Bitte. Der seine in ruhig gemessenem Ernste, den sie In ihrer Erregung für Malte nahm: „Wenn Sie meines Kindes überdrüssig sind--", sagte sie, bann schicken Sie mir Stephanie roieber zurück, Baron!" Seine Schultern reckten sich: „Was soll das heißen, gnädige Frau?" „Das soll heißen, Baron: Zerbrechen Sie Sie- phanie nicht. Sie ist nicht die Persönlichkeit, sich mll Ihnen im Kampfe messen zu können." „Ich gedenke nicht Im Kampf mit meiner Frau zu leben! Aber ich werde mich Ihrer Worte erinnern, gnädige Frau!" Mit einer Verneigung wollte er an ihr vorüber, aber ihre Hand hielt ihn fest. „Nicht so, Baron", flehte fie beschwörend. „Wenn meine Tochter sich Ihnen heute schenkt, vergessen Sie nie, wie rein sie in dieser Stunde war, und daß ihre Liebe Ihnen alles gibt, was eine Frau zu aebcn vermag. — Ich habe es auch getan — und bin — betrogen worden!" Er stand reglos, die Zähne in die Unterlippe gedrückt: „Wenn die Muller gegen mich ist, wie soll die Tochter für mich sein, gnädige Frau?" ,A$d) habe sie Ihnen gegeben, Baron! Genügt das nicht?" Ohne eine Erwiderung verneigte er sich und schritt Stephanie entgegen, die mit suchenden Augen den Raum durchspähte. „Hast du dich gesorgt?" fragte er gütig. Ihre Wangen röteten sich etwas. ,Lch habe dich plötzlich vermißt. Da kam die Angst über mich. Ich dachte an meinen Traum von heute nacht. Ich habe dich auf ollen Straßen gesucht, in allen Hausern, durch alle Winkel kroch ich und fand dich nicht!" „Ist das so schrecklich?" fragte er ohne jeden Spott. „Uebrigens finde ich. ist es Zeit, daß du dich verabschiedest!" „Jetzt schon?" entfuhr es ihr. Sie sah, wie er erblaßte: „Wenn es dir zu früh „Verzeih, ich werde mich sofort umziehen!" Die Nacht war lau. Sie führet, nur bis zum Semmering. Frau von Brentano hatte im Panhans die Hirnrner bestellt und die Zofe nach dort voraus- geschickt. Sie aßen im großen Speisesaal noch ein kleines Abendbrot und horchten auf die Jazzband, die den auf der Terrasse Tanzenden den Rhythmus angab. Stephanie war die Kehle zugeschnürt. Nur das Glas, das Ihr Hans Jörg letzt schon zum zweiten- mal mit Sekt füllte, trank sie bis zum letzten Tropfen leer. (Fortsetzung folgt) #H8$: MW - WWWU TTÄVME 'werden WIRKLICHKEIT „ATL* WTT*“.T,TTXOH mit eingebautem. voUdyeamiiehem Lautsprecher und alabaateraxtigea Leeehtelule» „ATLANTIS“ Sensationelle Fortschritte der Radiotechnik eröffnen Ihnen ungeahnte Möglichkeiten. 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