Nr.2l SeühauSsaVe 185. Zahrgang Mittwoch, 25.Zanuar (935 (fcridjetni tagltd). autz« Sonntags und Feiertag» Beilagen: Tie 3Du|tnene (Bienener ftamilienblattei Heimat m Bild Die Scholl« monats Beiugspreis: Mir 4 'Beilagen Ult 1.95 Ohne 3lluilrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernfvrechanfchlilfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift lür Trahtnach- nchten Anzeiger Liebe». Postscheckkonto: sronlfi n om Main 11688. GietzemrAnzeM General-Anzeiger für Oberheffen flrrd vnv verloa: vrül)I'schc Univeifitälr-Vuch- nnö Steinömdcrei K. tarne in Gießen. Zchristiettung und Seschistrstelle: Zchul^traße 7. Annahme von Anzeigen für die lagesijummer bi« zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re» klameanjeigen von 70 । m Breite 35 Neichspsennig, Platzvorfchrist 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Tolitilt Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tbyr.ot; für den übrigen Teil Ernst Dlurnfchein und^ür^enAn» zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Giegen. Deutschnationale Absage an Schleicher. Keine Klärung der parlamentarischen Lage.-Wird der Reichstag sich erneut vertagen? Eine Entschließung derdeuischnationalenIraktion. $cr :>iuf nach einer staikcn Ltaalssührung. Berlin, 24. 3an. ($11.) Die deutsch- nationale Reichstagsfraktion veröffentlicht folgende E n t s cy l i e ß u n g, deren wesentlichster Inhalt bereits am Samstag dem Reichskanzler von Schleicher be° kanntgegeben war. Die R s i o n Anlaß. Dabei wurde zum ersten Male vor dem Völkerbundsrat die Frage dec beabsichtigten Unabhängigkeitserkläruug des syrischen Mandatsgebietes behandelt. Der deutsche Vertreter ging bei dieser Gelegen beit auch auf d e bekannten englischenPläne im $anganjikagebiet (ehemaligesDeutsch- Ostafrika) ein. Er enlärte, die deutsche Regierung habe mit Befriedigung die Erklärung der englischen Regierung vernommen, wonach diese im Augenblick daraus verzichtet habe, Maßnahmen im Sinne einer politischen und versa! sungsmäßigen Vereinheitlichung Ostafrikas zu ergreifen. Die Mandatskommission könne sich jedoch einer aufmerksamen Prüfung der Postkonvention zwischen Kenia und $anganjifa nicht entziehen. Die deutsche Regierung werde ihren Standpunkt aufrechterhalten, daß die unter dem Man - bat stehende n Gebiete politisch unzertrennbare Einheiten seien. Der Vertreter Englands, llnterstaatssekretär Eden, ging auf die Erklärungen des deutschen Vertreters bezüglich Ostafrikas nicht ein, er machte in wenigen Sätzen lediglich allgemein gehaltene Bemerkungen zur Mandatspolitik Oer Völkerbundsrat seht einen Tabakausschuß ein. Genf, 24. Jan. (W$B ) Der Dölkerbundsrat hat heute auf Vorschlag des deutschen Aatsmitgliedes Beschlüsse über die Zusammensetzung eine.* Ausschusses gefaßt, der gemäß einem Wunsch der Konferenz von Stresa die produktions- und handelspolitische Seite des Tabakproblems prüfen so'.!. An d.e'er 5r.*g* ha.en insb sondere Griechenland. Bulgarien und die Türkei nd» interessiert gezeigt. Es ist beschlossen worden, daß dem Au-schuß Vertreter dcr genannten drei Länder angehören sollen, ferner Vertreter der Staaten mit Tabakmonopolen. Napoleon — als Karikatur. Zur Verhaftung des tschechischen ZaschistensührerS Gajda. Don Paul Loachrm Zu (Beginn des Weltkrieges stand auf der Liste einer Garnison in Brünn unter vielen anderen Namen auch der Name. des Drogistenlehrlings Nudols Geidel. Er diente dort sein zweites Dienstjahr ab. Deutsch war seine Muttersprache. seine militärische Charge war die eines Sanitätsgefreiten. Der Weltkrieg warf ihn, den Halbausgebildeten, im Herbst 1914 an die serbische Front. Dort, in den ersten Monaten des Weltkriegs, erlebte er. daß seine Armee während des furchtbaren Rückzuges aus Serbien aufgerieben wurde. Als er ein Jahr darauf als einer der wenigen Ueberlebcnöen in Montenegro Krieg führen sollte, verschwand er von einem Tag auf den anderen aus den österreichischen Reihen. Kurz darauf wurde im serbischen Heer bekannt, daß Dr. Radula Gajdo als königlich serbischer Sanitätsoffizier und Stabsarzt auf einen zentralen Posten berufen worden war. Diese Tatsache wurde auch bald an der feindlichen Front der Oesterreicher bekannt — in der Form, datz der Drogistenlehrling Rudolf Geidel, sollte er in österreichische Hände fallen, als Deserteur abzustrafen sei. Ein wenig gegen seinen eigenen Willen und den seiner serbischen Kameraden machte sich Gasda-Geidel aber doch um die österreichische Sache verdient — und zwar dadurch, daß er als Stabsarzt, des medizinischen Handwerks so gut wie unkundig, seine Patienten behandelte wie weiland der gute Doktor Eisenbart. 3n seinem Lazarett setzte bald ein großes Massensterben ein, das schlimmer geworden wäre, wenn nicht die deutsche Offensive den Serben so furchtbar zugeseht hätte, daß dem tapferen Gajda ein neuer Frontenwechsel als ratsam erschien. Er nahm es nicht so genau — diesmal wurde er Rumäne. Und zwar figurierte er in den Reihen des rumänischer Heeres infolge eines Mißverständnisses nicht mehr als Stabsarzt, sondern als Oberstleutnant und Bataillonskommandeur. Immerhin eine ganz hübsche Karriere für einen jungen Mann, der damals gerade 24 Lenze zählte. Aber in Kriegszeiten waren die militärischen Kräfte selten, und namentlich auf dem Balkan nahm man es nicht allzu genau mit ihnen ... Dazu kam. datz er diesmal in eine objektiv günstige Situation hineinschlidderte. Bisher hatte er nur aus notorischer Furcht vor dem Heldentod das Hasenpanier ergriffen — jetzt ahnte er, datz ihm nur auf dem vordersten Frontabschnitt Ehre und Ruhm blühen werde. Nach Rumäniens Niederlage tauchte er, selbstbewußt und äußerlich gefestigt, in der russischen zaristischen Armee unter. Diese Truppen aber führten eine ziemlich genaue Kontrolle '"ber ihre höheren Militärs durch. Es erübrigt sich zu sagen, daß Gajda dieser Kontrolle nicht in - neuen Herren — mit blutrünstigsten Methoden auch gegen die deutschen Kriegsgefangenen in Sibirien. Seine Truppen drohten abzusplittern — er ließ gleich Hunderte von ihnen erschießen. Schließlich fand er, nachdem seine Armee in Sibirien s.ch in Hunger und Kalte aufgerieben hatte. Anschluß an Koltschaks Interventionsarmee gegen die Rotgardisten. Um eine engere Bindung an d'efen Mann zu schaffen, heiratete er seine Tochter. Es war dies ein diplomatisches Manöner, um dem ewig regen Mißtrauen diejcs Ost siaten zu entgehen. Gleichzeitig aber such., er, um nach allen Seiten hin gesichert zu sein, Be.bindung mit den Bolschewtti, auf die diese auch aus taktischen Gründen eingingen. Beim großen entscheidenden Kampf Koltschaks gegen die Rote Armee ließ Gajda ihn im Stich, unter Umständen, die sehr darauf bin- deuten, datz er ihn und seinen Aufmarschplan an die Bolschewiti verraten hatte. Koltschak wurde hingerichtet, Gajda fegte mit Koltschaks überlebender Arinee mordend und brennend durch Sibirien — nach Wladiwostock zu. das er urtter ungeheuren Opfern in der Neujahr.nacht des Jahres 1920 eroberte Diese Rolle war für ihn ausgespielt. Die halbe Welt ritz sich um diesen jugendlichen Strategen. befonie.d diejenigen Kreise, die am Sturz der Bolschewiken das stärkste Jntcrcsje hatten. So wurde Gajda mit Jubel in der Tschechoslowakei ausgenommen. Die Tatsache, daß er seine Vergangenheit mit all ihren Hochstapeleien enthüllte. brachte ihm keine Schmälerung seines Prestiges — im Gegenteil. Gajda kam zu einem Schnellkursus auf eine französische Kriegsschule, wurde zum General ausgebildet und erhielt sofort nach seiner Rückkehr eine Division in Kaschau. Kaum war ein weiteres Jahr vergangen, da zog Gajda als Generalstabsschef in das Prager Kriegsministerium ein. Sein Unglück wurde der Umstand, daß er mit Berlin, 24.3an. (DJXB.) Das von der Stiftung Reichsehrenmat berufene Preisgericht hat den Entwurf der Professoren Bieber und 7V a ck e r 1 e, München, dem Entwurf der Professoren ' ll t s e r t, Jansson und Hein; Wehet, den französischen militärischen Behörden Bekanntschaft gemacht hatte. Die Herren in Paris machten kein Hehl aus der Tatsache, datz sie von diesem jugendlichen Generalissimus nicht viel hielten Frankreich benutzte seinen schwerwiegenden Einfluß auf die Tschechoslowakei dazu, diesen Mann, der seinen französischen Kollegen mehr als verdächtig vorkam. in seiner Stellung zu erschüttern Aber selbst öffentliche Blamage durch den fr.in ös schen Militn beoo.l äch.ig en g Heime Sendschreiben und andere Maßnahmen vermochten an Gajdas Stellung nicht zu rütteln. Er hatte inzwischen Gelegenheit, seine Aufrüstungspolitik immer weiter zu treiben. Er trat öffentlich für panslawistische Ideen ein. Bis 1928 trieb er eine unve.hoh ene „westenfeindliche" Politik. Das sollte ihm den Hals brechen . .. Denn die Franzosen hatten die Fühler weiter auegeftredt als Gajda selbst ahnen konnte. Rach langen stummen Borbereitungen überfielen sie die tschechische Regierung mit einem Haufen erdrückenden Materials gegen den Generalstabschef, in dem er u. a. der Spionage zugunsten der Sowjetunion, des VerrateZ militärischer Geheimnisse und „rußlandfreundlicher Umtriebe“ bezichtigt wurde. Die Franzosen stellten die Kabinettfrage an die Tschechoslowakei, der dieser materiell so stark von Frankreich abhängige Staat nicht ausweichen konnte. Am 17. Januar wurde General Gajda wegen Verrates zum gemeinen Soldaten degradiert und aus dem tschechischen Heer ausgestoßen. Seitdem versuchte er, auf eigene Kappe faschistische Trupps aufzuziehen. Datz ihm dies weder im großen noch im kleinen gelungen ist beweisen die B.ünner Vorfälle der letzten Tage, denen seine Verhaftung als logischer Schlußstrich hinter seiner Abenteurerlaufbahn in der hohen Politik gefolgt ist. Stuttgart, sowie dem Entwurf von Profeffor 6 r e i s, Dresden, je einen Preis von 3000 Mark zugesprochen. Ferner hat der Entwurf von Regierungsbaumeister Blecken, Regierungsbaumeister B reu- Das Reichsehrenmal. Die Entscheidung des Preisgerichts. - Ein Entwurf zur Ausführung empfohlen I WZ Der Dambachgrund bei Berka (Thüringen), wo das Reichsehrenmal errichtet werden wird. — Unten rechts: Professor Kreis (Dresden), einer von den drei Architekten, deren Entwürfe mit einem Preis von 3000 Mark ausgezeichnet wurden. Häuser, Architekt h o 1 b o r n , Duisburg, einen preis von 1500 Mark und der Entwurf von Diplomingenieur Pfeiffer-Haardt, München, in Verbindung mit dem Glockenvorfchtag Otto Schilling-Apolda, einen Preis von 1000 Mark erhalten. Das Preisgericht hat der Stiftung Reichsehrenmal von den mit gleichen Preisen ausgezeichneten drei Entwürfen in erster Linie den Entwurf B i e- ber-Wackerle zur Ausführung empfohlen. Im Mai des vorigen Jahres tagte das Preisgericht für den Wettbewerb zum Reichsehrenmal erstmalig. Bon den insgesamt 1828 eingegangenen Entwürfen wurden 20 in die engere Wahl gezogen. Diese Entwürfe wurden dann nochmals von den einzelnen Künstlern in teilweise veränderter Form den Preisrichtern zur Begutachtung vorgelegt. Don ihnen sind nunmehr fünf Entwürfe mit Preisen ausgezeichnet worden. Der Entwurf Dieber-Wackerle zeigt ein rein architektonisches Motiv, einen ©loaenturm, eine Gedächtnishalle und einen Raum für die Ehrenwache. Der Entwurf Lllsert-Janssen- Wetzel löst die gestellte Aufgabe landschaftlich. Er lehnt sich an die landschaftlichen Gegebenheiten an und vermeidet jeden Einbruch in den Waldbestand. Der Verfasser benutzt die große Lichtung der Dreiteichwand zur Anlage einer Terrasse am oberen Waldrand. Der Entwurf Kreis-Dresden sieht eine monumentale Lösung vor. Ein tempelartiger Bau, in dessen: Mitte sich die Figur der trauernden Mutter Deutschlands erhebt. Der Entwurf Blecken-Breuhäuser- Holborn beschränkt sich auf die Anlage einer Terrasse auf der Höhe des Abhanges am Eingang zum heiligen Hain, schließt den Hain bis an die Terrasse mit dem totartigen Dau ab und legt das Ehrenmal in die Mitte des heiligen Hains in Form einer an die Idee des Theoderich^ Mals in Ravenna erinnernden Rundbaues. Dom Preisrichterkollegium ist angeregt worden, den Glocken-Dorschl ag von Schilling (Apolda) aus dem Entwurf Pfeiffer-Haardt mit dem Entwurf Janssen zu verbinden. Die Idee dieses Glocken-Dorschlages sieht vor, alle Minute die Glocke anzuschlagen zum Gedenken daran, daß während des Weltkrieges jede Minute ein Soldat sein Leben lassen muhte. Die Stiftung Ehrenmal, die jetzt das Wort hat, ist an den Spruch des Preisrichterkollegiums nicht gebenden- Cs ist beabsichtigt, in kurzem eine Ausstellung der 20 Entwürfe ' zu veranstalten. Man rechnet damit, daß mit dem Einsetzen der warmen Witterung mit dem Dau begonnen wird, d. h. wenn bis dahin die enb- ?l ü (t i g e Entscheidung über den zu wäh- enben Entwurf gefallen ist. Cs ist daran gedacht, auch den Freiwilligen Arbeitsdienst zum Bau mit heranzuziehen. Aus aller Wett. Die Lälkewelle in Südbayern. Rach den Schneefällen der vergangenen Woche herrscht in Südbayern gegenwärtig st r e n g e Kälte. Eigenartig ist, daß zur gleichen Zeit in den Höhenlagen eine Erwärmung eingetreten ist, denn während die Zugspitze am Samstag die tiefste Temperatur mit 27 Grad Kälte meldete, betrug dort am Dienstag die Morgentemperatur mir noch 14,6 Grad Kälte. 16 Arbeiter durch eine einslürzende Mauer getötet. Meldungen aus Bangjoewangi (Ostjava) zufolge st ü r z t e infolge starken Windes in der Ortschaft Genko eine 12 Meter hohe Mauer einer alten Reisschälerei ein. 16 Arbeiter wurden von den Trümmern getötet, fieben erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Deutscher Aremdenlegionär verurteilt. Das Gericht in Oran (Nordasrika) verurteilte den deutschen Fremdenkcg onär Ka l Paul Griebe l aus München zu sieben Jahren Gefängnis und zehn Jahren Aufenthaltsverbot. Griebel soll sich der Anklage zufolge dauernder Diebstähle schuldig gemacht haben. Gießener Gtavttheater. Gastspiel: Gurt Götz. Curt Götz, einer der mit Recht geschätztesten Gäste in Gießen, erschien gestern mit seinem Ensemble, von Frankfurt kommend, im Theater und präsentierte sein jüngstes Stück, das zu Silvester in Stuttgart aus der Taufe gehoben wurde. Es heißt: O r. in e ck. H i o b P r ä t o r i u s, Facharzt für Chirurgie und Frauenleiden. Eine Geschichte ohne Politik nach alten, aber guten Motiven, neuerzahlt von Curt Götz“. Der Titel ist, wie bereits in anderen Teilen der Provinz bemerkt worden ist, etwas langatmig; das Stück hingegen, wie nicht minder einstimmig festgestellt würde, äußerst kurzweilig. (Lind was den Titel angeht, so ist er immerhin nicht ungeschickt und jedenfalls mit Bedacht gewählt insofern, als der Autor damit etwa laut werdenden Einwänden mit entwaf'nender Liebenswürdigkeit zuvorkommt.) Man kann ferner, da es sich um eine ziemlich wesentliche Eigenschaft des neuen Stückes handelt, kaum vermeiden, zu wiederholen, was ebenfalls in allen uns bisher zu Gesicht gekommenen Besprechungen darüber zu lesen war: daß man es nämlich hier mit einer Rahmenhandlung zu tun habe. Eine alte, aber gute und beliebte Erzählertechnik aus die Bühne übertragen. Bild 1 und 6 bringen die Aufrollung und verblüffende Lösung eines Kriminalfalles, der zwar bei Licht besehen nur ein Zufall ist; aber er wird mit der scharfsinnigen Nonchalance des wieder auf» erstandenen Sherlock Holmes so kunstgerecht und spannend serviert, daß es ein Genuß und schade um jede zerhustete Pointe ist. Bild 2 bis 5 hingegen enthalten die Dorgeschichte und eingehende Analyse des Falles. Lind da sie so ausführlich und so amüsant und so überraschend vielseitig ist, hat der Beschauer schlechterdings keine Zeit, sich mit der Kardinalfrage (warum das Auto des Herrn Prätorius unter so rätselhaften Limständen gegen einen Baum rannte) früher zu befassen, als es dem Dichter genehm ist. Lind dg sind wir schon, eh wir's uns versehen, beim sechsten und letzten Bild, bei der allerletzten Pointe und dem endgültigen Vorhangfall. Verblüffend ist, wenn man es nachher recht bedenkt, wie wenig eigentlich in diesem Stück passiert. Weitaus das meiste wird nur erzählt, aber was da erzählt wird, und wie es erzählt wird, — das ist es eben. Mit Hilfe einer Technik des Films oder des Romans wird nämlich der kaum verschiedene Hiob wieder lebendig, und wie. Man wirft einen Blick in seine Privatklinik und darf zusehen, wie er seine Praxis ausübt, wie er Großmutter und Kind gesund macht, und wie fein schwerster »und noch sprachloser Fall, kaum auf dem Wege der Besserung, sich wild in ihn verliebt. Man vernimmt die Geschichte vom Blinddarm und die Geschichte von der Narbe (alt, aber gut) — man hört derz Professor ein Privatissimum lesen über die Liebe und über den Tod, über das Frauenstudium und über die Mikrobe der menschlichen Dummheit. Man lernt auch, um nur einiges herauszugreifen, seine Frau Gemahlin kennen mitsamt dem nahezu unglaublichen Bericht von der Nachtwache. Im fünften Bild steht Prätorius sogar vor dem Ehrengericht, wobei dann nicht nur sein ganz ungewöhnliches „Vorleben" zur Sprache kommt, sondern vor allem auch die groteske Geschichte von dem verurteilten und Hingerichteten Faktotum Shun- derson. Genug; man kann mchl alles nacherzählen, man muß es gejehen und gehört haben, und ihn selber vor allem, Götz, den Unvergleichlichen, allezeit Mittelpunkt und Meister des Spiels, im funkelnden Feuerwerk feines behenden und gelenkigen, scharf zugespitzten Dialoges, feines Witzes, seiner Frechheit, seiner wortspielerischen und schlagfertigen Ironie Der Autor Gotz hat keinen besseren Schauspieler als sich selbst: hier ist er Sherlock Holmes und Professor Prätorius in einer Person, so kommt es, daß er nicht nur alle Faden seines Spiels in der Hand hält, sondern daß er auch, in zwiefacher Maske und Gestalt, alle Möglichkeiten und Spiegelungen seiner schausoielerischen Existenz wundervoll ausführlich zur Geltung bringen kann: seine darstellerische (nicht nur äußere) Eleganz, seine routinierte Gelassenheit, seine ins Groteske sich Überschlagende Phantast seine Freude am geschliffenen Satz, an der endgültigen Formulierung, an der ausgetüftelten Wirkung einer Szene, einer Vorstellung, eines Wortes. * Nächst Götz ist zu nennen Valerie von Martens, seine Gemahlin im Leben und in diesem Stück; da heißt sie allerdings Violetta und steht auch so aus, stammt aber, wie sich bald erweist, nicht aus 'Barcelona, sondern aus Halle an der Saale. Ihr Auftritt ist (leider) kurz, aber unwiderstehlich. Selten war diese charmante Schauspielerin so gut in Form wie hier. Sie ist die gegebene Partnerin ihres Mannes. Herr von Alten in einer Doppelrolle, schwankend zwischen versteckter Komik und aufbrausendem Temperament; Carl Meinhard in der grotesken Partie des Herrn Shunderson; Max Kaufmann als Vorsitzender des Ehrengerichts; Fritz Gelingt als Professor Rack^Berta Monnard als Großmutter: „wie der Sterne Chor um die Sonne sich stellt". Bewährte Stützen eines geschmeidig aufeinander eingespielten Ensembles. Regie: diesmal nicht Götz, sondern Rosa V a l e 11 i. Wie schade, daß sie nicht selber auf der Bühne steht. Ihre Leistung, ihr Anteil an bet Qualität der Aufführung, ist in einem Falle wie diesem kaum abzuschätzen. * Das Haus war nahezu ausverkauft; das Auditorium in bester Stimmung; der Beifall groß und herzlich. hth. Sähe für Bobfahrer. Der Wintersport-Akrobat Walter Riml hat, angeregt durch seine Mitarbeit an einem neuen Film „Abenteuer im Engadin", folgende beherzigenswerte Sprüche für Bobsleigh-Fahrer formuliert: Bevor man sich auf einen Bob setzt, sorge man für genügenden Schutz des Kopses; vielleicht gebraucht man ihn später noch. Wenn etwas schief geht, ist der Steuermann daran schuld; es ist daher besser, sich gleich nach hinten zu setzen. * Aber auch wer hinten sitzt, hat nichts zu lachen ♦ Das Steuer ist nicht nur zum Festhalten da Bob: haben auch Bremsen; sich auf sie zu verlassen, nenne ich tollkühn. » Absteigen während der Fahrt ist verboten. Leider auch nicht möglich. Das Ende der Fahrt ist das Ziel; manchmal auch schon die Kurve. Sei nicht so stolz auf deine erzielte Geschwindigkeit, sie hing nicht von dir ab. * Beschleunigter Puls beim Start ist noch fein Grund, den Arzt zu holen. * Wer Angst hat, soll zu Fuß gehen. Der fruchtbarste Roman-Fabrikant. Die Vielschreiberei des verstorbenen englischen Schriftstellers Edgar Wallace wird weit in den Schatten gestellt durch den französischen Roman-Fabrikanten Georges Simon, der im Alter von 30 Jahren schon über 300 Romane veröffentlicht hat, von denen viele große Auflagen erzielten. Die Werke dieses fruchtbaren Autors, die nach Deutschland noch nicht gedrungen zu sein scheinen, werden jetzt auch in englischen Llebersetzungen verbreitet, und aus diesem Anlaß stellt sich Simon dem englischen Publikum vor, wobei er einiges über seine Schaffensweise verrät. „Stets fahre ich durch alle Wasserwege Europas in meinem Schiff", so erklärte er dem Vertreter eines Londoner Blattes; „dabei beobachte ich, soviel ich kann, mache Bekanntschaft mit Seeleuten und Landstreichern, mit Polizisten und Beamten, mit Landleuten und Großstädtern. Durch die Gespräche mit den verschiedensten Menschenllossen erhalte ich meine Figuren und die Atmosphäre, in der sie sich bewegen, und wenn man erst die Menschen in ihrer Llmwelt kennt, dann ist Romane- schreiben sehr einfach. Ich denke mir einen Schauplatz aus, und wenn ich die Atmosphäre deutlich vor mir habe, dann frage ich mich: „Was könnte wohl an eine n solchen Ort passieren?" Den nächsten Morgen stehe ich um 5 30 auf, und ‘um 6 schreibe ich schon am ersten Kapitel, ihn 7.30 ist das Kapitel fertig. Dann tue ich den ganzen Tag über, was mir Spaß macht, bis um 21 ühr. Dann denke ich eine Viertelstunde darüber nach, was ich für den nächsten Tag brauche, und gehe zu Bett. Am nächsten Morgen schreibe ich das zweite Kapitel. Da elf solcher Kapitel einen Roman ausmachen, so 6 n ich in elf Tagen fertig. Doch habe ich auch schon in guter Stimmung einen ganzen Roman in 48 Stunden versaßt. Niemals weiß ich vorher genau, was in jedem Kapitel passiert. Wenn man einen Tag braucht, um einen Roman zu lesen, warum soll man mehr als elf Tage brauchen, um einen zu schreiben?" er bei) @ii geil 3l gratlion «runö LurchD langt11'D eilige Nüe sührts Mden1 $ar! 1 iott nun ^'lverbe Obgleich bc!'8 u" !*« ® hat ft 1 Neuen Weni bewege die No der Hai Wurzel) Hausbe wird zc Echten Abgeje' die 2 < um in Papier rung t daß di über Diel Girl |pnr| ßreii reiht IN ctiNe deren Sl s d D Die ii n l e n hielt, ll starker fommlu Ortsg schienew Enkwidl Viel 2lr wesen, u Wenn bi nur unei weife red dem ®cbi kenne, |o amtsinha Äreisg! die Gewi Ueberblic non Jahr die Kaust die Tarif Nnhtsschr, N der S Mel Oderenk stll der U hohler St Glieder Nn Wnch. lieber < Schleien aüh, «üller leider St MbiR Heber d Nsbifl oit henei Der Äe "ung-leo »ehniizs Die ’I Mitten. mA Tch V--d° * tar Sts K 7 'ine hdoz K Sm den ßHu "Mng L die jene Expedition nach dem Berg bes Sterbens begleitet, die das Ziel hat, das geheimnisvolle Tal za finden, in dem die Elefanten sterben. Tarzan kreuzt aber ihren Weg, raubt sie aus der Mitte Der ExpeDitionsteilnehmer, schleppt sie in sein Baumlager, um sie zu verlieren und dann end.ich ganz zu gewinnen. Tarzan aber vollbringt dabei Wundertaten des Kampfes gegen Raubtiere. Er kämpft mit Löwen in engster Umarmung und ersticht sie mit dem Messer, er schwimmt mit Krokodilen um die 'jßeiie, hat die Tiere des Urwalds dienstbar zur Hand, die Elefanten sind seine Kriegstruppen im Kam 's gegen die Pygmäen, die Ässen sind ihm Kundschafter und er ihrer aller Herr. An langen Baumwurzeln schwingt er sich mit affenartiger Ge- schicklichkeit durch die Luft und beherrscht den Urwald mit allen seinen Geheimnissen. Und dieser Tarzan ist hier in diesem Film Jonny Weißmüller, der Weltrekordschwimmer. Er erweist sich als ein Artist, als ein Kämpfer, und wird außerdem auch mimisch seiner Rolle gerecht. Die Nebenrollen sind ebenfalls sehr gut besetzt. Das Ueberraschende an diesem Film sind die vielen hochinteressanten und außerordentlich glücklichen Tierausnahmen. Man sieht Duizende von großen plumpen Nilpferden im Ansturm auf das Floß, sieht ein Krokodil nach dem andern in das Wasfer gleiten, die Löwen bewegen sich in freier Wildbahn und sind dabei hervorragend aus den Film gebannt. Man sieht ferner große Ele fantenherdcn durch Urwald und Busch jagen in das Pygmäendorf einbrechen, und fragt sich, wie das die Filmleute alle?- in so lebendigen, technisch guten und auch künstlerisch durchaus wertvollen Bildern auf den Film bekommen konnten. Das ganze Bild werk hat doch etwas Mitreißendes an sich, man folgt gespannt der Handlung, lebt mit und möchte immer noch mehr sehen von all den zauberhaften Dingen des Urwalds, der hier aus den Bildern spricht und ahnen (wenn auch nicht wissen läßt), wie der Urwald in Wirklichkeit sein mag. Das Reatsteuer-Oiktai in G ehen. Zur Grund - und Gewerbe st euer- erhöhung in Gießen wird uns von dem 1. Vorsitzenden des Hausbcsitzervereins Gießen folgendes geschrieben. D. Red. Seit Jahren bestand bei der sozialdemolratgch.n Fraktion im Stadtparlament der Wunsch, Die Grund- und Gewerbesteuern auf den Durchjchnittsjatz in Hessen heraufzusetzen, ein Verlangen, das aber stets dank der bürgerlichen Mehrheit abgekehnt wurde. Nachdem der im Voranschlag 1932 für das Wohlfahrtsamt vorgesehene Krebi^ erschöpft war, wurden vom Finanzausschuß des Stad.rals 150 060 Mark nachvewilligt. Dieser fehlende Betrag soll nun vom Haus- und Osaundbesitz sowie von dem Gewerbe durch SteuererhShungen gedeckt werden. Obgleich die trostlose Lage, in der sich der Haus- desitz unb der Gewerbetreibende befinden, der hessischen Regierung zur Genüge bekannt sein dürfte, hat sie durch Diktat Anordnung zur Erhöhung dieser Steuern getroffen, und zwar rückwirlend für 1932. Wenn diese Steuererhöhungen auch kein weltbewegendes Ereignis bedeuten, so ist doch heute, wo die Not und die Verzweiflung unter der Mehrzahl der Hausbesitzer und des Handwerks auf das höchste gestiegen ist, für diese jeder Pfennig neue Steuern eine Unmöglichkeit. Die Not nagt bereits an den Wurzeln des einst so starken Baumes des deutschen Hausbesitzes und Gewerbes, und deren letzte Kraft wird zermürbt. Unzählige zur Vernichtung gebrachte Existenzen liefern hierfür den traurigen Beweis. Abgesehen davon, daß das neuerliche Steucrdiktat die Selb st Verwaltung der Städte wiederum in ihrer ganzen Ohnmacht zeigt und ihr bloß;s Papierdasein von neuem bestätigt, mußte die Regierung bei ruhiger, sachgemäßer Ueberlcgurtg wissen, daß die Steuerschraube schon längst als überdreht zu bezeichnen ist. Dieses Steuerdiktat bedeutet für die Stadt Gießen, die in Gemeinschaft mit dem Stadtrat sparsam gewirtschaftet hat, gegenüber einzelnen Gemeinden, die im Ausgeben keine Grenzen gesunden hallen, ein bitteres Unrecht und eine Bestrafung für die Mißwirtschaft, die andere Städte getrieben haben. Städten wie Darmstadt, Offenbach und Mainz, deren Steuersätze über dem Durchschnitt für Hessen liegen, hot man auf Grund dieser erhöhten Satze 4 o. H. Miete mehr zugcbilligt als den anderen he,p- >chen Städten. Herzu tommt noch, daß in Offenbach und Mainz die Kanaigebühreu aus Der Grundsteuer bestritten weiden, jo daß dadurch der Haus- besitz nichi mehr besonders belastet wirb, während die,e Gebühren in Darmstadt und Gießen besonders erhoben werden und vom Hausbesitz neben der Grundsteuer zu tragen sind. Wie folgendes Beispiel zeigt, steht die Stadt Gießen mit Der Höhe d.eser Gebühren an der Spitze aller hessischen Städte. Gießen erhebt von je 100J Mark Brandoersich.rungsmert 1,— Mark unu von je 1 qm Fläche 0 01 Mark, so daß bei einem Haus mit einem Brandveisicherungsrckcrl von 4J 000 Marl und einer Grundfläche von 500 qm zu zahlen sind: 40 000 X 1,— = 40,— Mark 500 X0,01= 5,— „ zusammen 45,— Mark wahrend in D a r m st a d t nur 0,80 Mark von je 1000 Mark Brandversicherungswert erhoben werden, also nur 32,— Mark. Von Der Grundfläche wird dort keine Gebühr erhoben. Dir zahlen also hier in Gießen für das gleiche Objekt 13,— Mark mehr als in Darmstadt. Wenn man in Hessen eine Steuerausgleichung anstrebt, dann muß auch auf der anderen Seite ein Ausgleich für den Grundbesitz und das Handwerk, das in den meisten Fällen mit dem Hausbesitz identisch ist, geschaffen werden, zumal letztere von beiden Erhöhungen betroffen werden. Es muß daher als ein Akt der Gerechtigkeit bezeichnet werden, daß Die Stadt Gießen dem Verlangen des Hausbcsitzes, die Kanalgebühren auf den gleichen Satz wie Darmstadt, also auf 0,80 Mark herabzusetzen, nach'.ommt, und zwar ohne Rücksicht auf Den finanziellen Be- Darf, Da cs nicht angeht, Daß Der Hausbesitz in Gießen bei einer gebundenen Miete am schlechtesten von allen Städten in Hessen gestellt wird. Wer heute noch glaubt, daß vom Hausbesitz und Handwerk noch neue Steuern herauszuquetschen seien, verkennt die Tatsache, daß sich ein durch Die Steuerpresse geschwächter Wirtschaftskörper bereits so weit verblutet hat, daß ein großer Teil davon Wohlfahrtsempfänger geworden ist und ein weiterer Teil mit einem Fuß vor der Schwelle Des Wohlfahrtsamtes steht. Aus der Provinzialhauptstadt. DHB Gießen im Jahre 1932. Die Ortsgruppe Gießen im Deutjchnatio- n a len Handlungsgehilfen - Verband hielt, wie man uns berichtet, unter außerordentlich Harker Beteiligung ihre diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Ortsgruppenvorsteher Schwarz begrüßte die Erschienenen. Er gab dann einen Ueberblid über Die Entwicklung Der Ortsgruppe im verflossenen Jahr. Viel Arbeit sei im Notjahr 1932 erforDerlid) gewesen, um Der Krisenerscheinungen Herr zu roerDen. Wenn Die Ortsgruppe Gießen Das Jahr 1932 nicht nur unerschüttert überstanden habe, sondern teilweise recht beachtliche Fortschritte, vor allem auf Dem Gebiete Der Mitgliederentwicklung, verzeichnen könne, jo sei Das der beste Dank für alle Ehrenamtsinhaber und Mitarbeiter. Kreisgeschästsführer Schroeder berichtete über die Gewerkschafts- und Sozialpolitik, gab einen Ueberblid über die Notverordnungen des vergangenen Jahres, sowie die durch sie bedingten Opfer für die Kaufmannsgehilfen, und ging bann näher auf die Tarifbewegungen in Gießen ein. Die starke Rechtsschutztätigkeit in Gießen spiegele deutlich Die Not Der Kaufmannsgehilfen wieder. Zahlstellenleiter M o h a u p t berichtete über Mit» stliederentwidlung und Werbearbeit. Unter dem Beifall der Versammelten gab er bekannt, daß trotz erhöhter Stellenlosigkeit unb trotz starken Abgangs an Mitgliedern infolge Berufswechsels sich am Ende des Jahres ein Neinzuwachs von 13 Mitgliedern ausweise. lieber eine gute und erfolgreiche Jugendarbeit berichteten der Jugendführer Bepperling unb Der Führer ber Fahrenben Gesellen im DHL., Müller, Dipl.-Kaufmann Braubach, als Leiter ber Scheinfirma, berichtete über bie Arbeit dieser Berufsbildungseinrichtuna. Heber die erfolgreiche Arbeit auf dem Gebiete der Berufsbildung unb Der Allgemeinbilbung sprachen bie Herren Gesekus unb Zammer t. Der Rechner Weder erstattete ben Kassenbericht unb unterbreitete ben Voranschlag für bas Jahr 1933. Die Kassenverhältnisse finb gesund, bie Rechnungslegung würbe in Ordnung befunben unb genehmigt. Die Wahl Des Vorstanbes ging reibungslos von- fiatten. Es würben gewählt: Schwarz zum Orts- aruppenvorsteher, Bars d) zu seinem Vertreter, Bilk zum Schriftführer, Weber zum Rechner, Werbeobmann: Ai o Haupt, Jugenbführer: M. Ai ü 11 e r, Berussbilbung: Gesekus , Allgemeinbilbung: Christ, Geselligkeit: Schaub, Bücher- roart: Schön, Presse: Schroeber, Sozialpolitischer Obmann: R a m h o r st, Sachwart: Bill. Es folgten fobann Berichte ber Leiter ber Unten glieberungen; Eichholz berichtete über ben Männer-, Frauen- unb Kinberchor, G e itz über bie Mu- fifergilbe, Mohaupt über bie lurnergilbe unb H. Müller über bas Leben im Ortsgruppenheim. Im Schlußwort bankte Klaue (Frankfurt), ber als Vertreter bes Gauoorstehers anwesenb war, zunächst bem alten Lorstanb im Namen bes Gauvor- stanbes für die im verflossenen Jahr geleistete Arbeit. Die Ortsgruppe Gießen habe selbst im Krisen- jahr eine erfolgreiche Tätigkeit entfaltet. Der DHL. habe bas Jahr 1932 gut überstanden; mit einem Bestand von 403 112 Mitgliedern gehe er in das neue Jahr. An seine stellenlosen Kollegen zahlte der Verband im vergangenen Jahre über VA Millionen Unterstützungen. Die Rechtsschutzabteilungen des Verbandes nahmen in 17 000 Terminen vor den Arbeitsgerichten die Interessen der Mitglieder wahr. 3ö- Millionen Mark an oorenthaltenen Gehältern wurden erstritten, 179 000 mündliche und schriftliche Rechtsauskünfte erteilt. 9831 Gehilfenstellen konnte die Stellenoermitllung des Verbandes im vergangenen Jahr noch vermitteln. Das kommende Jahr werbe Den Verband unb feine Glieberungen vor neue große Aufgaben stellen. Vertrauensvoll unb mit Der Hoffnung auf eine Besserung ber Wirtschaftslage gehe ber DHV. in bas neue Jahr, stets bas große $iel, ben Aufstieg unb bie Wieberfreimachung unseres Daterlanbes im Auge. Auf bie mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen würbe bas Lerbanbslieb gesungen, worauf ber Ortsgruppen» Vorsteher Die Versammlung schloß. * Weiter fanb bie Jahreshauptversammlung ber Deutschnationalen Krankenkasse, Verwaltungsstelle Gießen, statt. Obmann G i e I begrüßte besonders das Hauptoorstandsmit- g(ieb der Deutschnationalen Krankenkasse, B a u • dach (Hamburg). Nach einem von Obmann Giel erstatteten allgemeinen Bericht gab Lerwaltungs- stellenleiter Geitz Auskunft über bie Kassenverhältnisse, bie als gut bezeichnet werben können. Zahlstellenleiter Mo Haupt sprach über Werbearbeit unb Mitglieberentwicklung. Der bisherige Vorstanb bleibt, abgesehen von einer Ergänzung, weiter im Amt. Mit großem Beifall wurden bie Ausführungen bes Hauptvorstandsmitgliebes Baubach (Hamburg) über: „Die Neugruppierung ber Ersatzkosten unb ihre Bebeutung für bie Entwicklung unserer Berufskrankenkasse" aufgenommen. Großen Beifall fanben bie vom Rebner näher erläuterten, bebeu- tenben ßeiftungsDerbefferungen, bie ab 1. Januar 1933 in Kraft treten. Mit ber Einführung ber Krankenhilfe in ber Familienoerficherung für bie Dauer von 39 Wochen trete bie Deutschnationale Krankenkasse in biefer Hinsicht an bie Spitze aller Krankenkassen Deutschlanbs. Zum Schluß legte ber Rebner bie Grünbe bar, bie bie Deutschnationale Krankenkasse bestimmten, aus bem Verdank) kaufmännischer Berufskrankenkaffen (VkB.) auszuscheiben. Unter Führung ber Deutschnationalen Krankenkasse ist ber Verdank) gewerkschaftlicher Berufskrankenkasten (VgB.) gegründet worden. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Vornot izen. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns gcfcyricben: Heute 19.30 Dhr, Shakespeares Trauerspiel „Hamlet" (Spielleitung: Oberspiel- Leiter Peter Fasso11): 16. Torstellung im Mittwoch-Abonnement, gewöhnliche Preise. Ende nach 22.30 Dhr. — Der „T a n z - A b e n d" Der Solotänzer des Hessischen Landestheaters Darmstadt findet zu kleinen Preisen am Samstag, 28. Januar, 20.15 Dhr statt. Das Programm bringt Tänze aus drei Jahrhunderten und umfaßt Werke Der bekanntesten klassischen und modernen Komponisten von Chambonniöres bis zu Strawinsky. Kostüme nach Entwürfen von City Büttner. Begleitung am Flügel Erwin P a l m. Ende 22.15 Dhr. — Als Fremdenvorstellung findet am Sonntag, 29. Januar, 18.30 Dhr die nächste Wiederholung der Operetten-Revue „3m weißen Böhl" statt zu ermäßigte t Operetkenprcisen. Vor- zugsgutscheine haben Gültigkeit. Ende nach 21.30 Ahr. ** Revision der Gießener Kreiskasse. Wie uns das Kreisamt Gießen mitteilt, . hat in der Zeit vom 14. Rovember bis 5. Dezember 1932 durch drei Beamte der Oberroch- nungskammer eine Visitation der Kasse- und Buchführung Der Kreiskasse stattge^unden, deren Ergebnis nach dem bei dem Kreisamt eingegangenen Streiken der Oberrechnungskammer mit „sehr gut" bewertet wurde. * Rollen-Llmvesetzung i m Stadt- theaker. Infolge Grtramung des Herrn Bruck wird in der heutigen Vorstellung. „Hamlet" die Titelrolle von Jochen Hauer gespielt, der die Partie übernommen hat. ** „I a r j a n" im Tonfilm. Tarzan lebt in vielen Büchern, er feierte Auferstehung im Bild Des 1 stummen Films unb kehrt nun roieber im Tonfilm, i umgeben von einer Fülle Der Geräusche, Die seinen 1 absonderlichen Rahmen, Den Urwald, mit tausendfachem Leven erfüllen. Der Fllm ber Metro- Embwyn-Mayer ist gleichzeitia erfüllt von brama- tijchem Geschehen, bas ja bie Amerikaner jo ausgezeichnet auszubauen verstehen. So fließt in diesem Film ein Abenteuer in das andere. Da ist zunächst die Tochter jenes Elfenbeinhändlers und alten Afrikamannes, die eines Tages in Afrika eintrifft, Und das sott eine Großstadt sein? Unpolitischer Bries aus der Reichshauptstadt. Das böhmische Dorf. Es kostet keinen Eintritt, dieses Dorf. Es ist jedermann zugänglich, wenn auch kaum ein Berliner es kennt. Höchstens eine Strahenbahnsahrt muß man daransehen, um hinzugelangen. Denn es liegt in Reukölln, im Süden der Slabt. Dieses Rculvlln, wo es jetzt llntergrundbahnhöfe mit Rolltreppen, einem entwickelten Verkehr über der Erde, elektrisch beleuchtete ^abrikschornsteine und sogar einen ebenso großen wie geschmacklosen Wolkenkratzer gibt — dieses Reukölln hieß vor zwanzig Jahren R i x d o r f. Unb dieses Rixdorf, das vor zwanzig Jahren wesentlich anders aussah, als das heutige Reukölln, mit Biergärten, Schrebergärten, Pferdebahnen und Vorstadtcharakter — dieses Rixdorf hieß vor hundert Jahren Böhmisch-Rixdorf. Womit gleich gesagt ist, daß — wenn wir von der Silbe „Rix" absehen wollen — dieser Ort nicht nur ein Dorf war, sondern sogar ein böhmisches Dorf. Davon ist wohl nicht mehr viel übriggeblieben? Ein böhmisches Dorf, unter dem die Untergrundbahn rollt? Rein, das gibt es nicht! — Doch, das gibt es. Kaum hundert Schritte weit von der nächsten Straßenbahnhaltestelle entfernt, geht es los, das böhmische Dorf. Kleine, windschiefe Häuser stehen zwischen den kahlen Brandmauern vierstöckiger Mietskasernen, der gehässige Berliner Rutschasphalt verwandelt sich unter unseren Füßen jählings in anheimelndes Katzenkopfpflaster, ein paar Schritt weiter — und wir stehen vor einer windschiefen Kirche, die wirklich aussieht wie eine Dorfkirche, wie man sich die Kirche eines böhmischen Dorfes vorstellt. Dor Der Kirche steht dann auf einmal ein Gedenkstein — an wen? An König Friedrich Wilhelm l„ in Dankbarkeit gesetzt von den böhmischen Flüchtlingen, denen er im Jahre 1737 freizügig eine Heimat gewährt hat. 1737 — was war da los? Gab es damals schon eine große Stadt Berlin? Rein. Es gab eine Stadt dieses Ramens, die übet das heutige Zentrum nicht hinausging. Rings herum war plattes Land, auf dem sich einige kleine Gemeinden langweilten. Da trafen aus dem Böhme r 1 a n d einige Flüchtlinge ein. Denen Böhmen zu böhmisch geworden war. Mit Hilfe des genannten preußischen Königs siedelten sie sich auf dem sandigen Boden Rixdorfs an, pflanzten Kartoffeln und, da der Mensch von Kartof- seln allein nicht leben kann, bauten sie sich auch eine Kirche zu ländlichem Gottesdienst. Sie waren fleißige Leute, bie Böhmen, sie nahmen es mit den wilden Rixdörsern, Dem eingeborenen Stamm, auf. So kam es, Daß man wegen ihres Fleißes, Der Die Rixdorser GemeinDe mächtig vorwärts gebracht hatte, sich entschlossen hat, Dem an und für sich schönen Wort RirDorf noch Das PräDikat „böhmisch" vorauszustellen. Es ist eine merkwürDige Sache mit Einwanderern. Je fremder das Milieu, Der BoDen, Die Rasse, mit Der sie zusammenleben, Desto weniger passen sie sich an, Desto weniger lösen sie sich in der neuen Umgebung auf. So kommt es, Daß Das böhmische Dorf zwar im Jahre 1849 mit Ausnahme von Kirche unD Schule abbrennen konnte — Die Bewohnerschaft aber baute sich, über hundert Jahre nach ihrem Abschied vom Böhmer- land, sofort wieder ein neues böhmisches Dorf nach altem Muster auf. UnD heute noch, wenn wir uns — was Wohl mehr aus Versehen geschieht — Dorthin verirren, Dann lesen wir freinb- artige Rainen an fast jeder Wohnungstür. Vielfach Dringen fremde Laute an unser Ohr, und aus Der Studierstube des böhmischen Dorjpfar- rers schimmert ein Licht, das mit der tauscnb- kerzigen Wirklichkeit von Reukölln wirtlich nicht das Geringste zu tun hat . . . Man sollte es erhalten, dieses böhmische Dorf. Es sollte Naturschutzgebiet werden, mitten in einer nervenaufreibenden Großstadt. Wenn wir, was öfters vorkommen sollte, die Wände hochzugehen beginnen, sollte man uns zur Erholung dort hinschicken. Es ist ein ungemein großer Trost, daß es mitten in Berlin noch solche Flecken gibt. Die Straßenbahn soll winken! Manchmal spielen sich an Berliner Straßenbahn Haltestellen rührende Familienfzcnen ab. Abschiedsszenen, wie es scheint, fürs Leben. Auf Wiedersehen, unb komm gut zu Hause an, unb ruf mich balb roieber an, unb grüße alle ... (Handkuß, Kuß, Umarmung, Taschentuch, Tränen, heftiges ^Winken.) Die Berliner ntraßenbahnfchaffncr sehen bem allen zu, harte, roiiün unb roettererprobte Männer, bie sie finb. Aber bie Straßenbahn selbst kann sich oft tiefer Rührung nicht erwehren. Scus- zenb fährt sie los unb quietscht in ben Kurven ... Nun soll aber in ihrem Körper eine einschneidende Aenderung durchgefiihrt werden. Sie soll selbst in bie Lage versetzt werben, zu winken! Zwar weniger, um sich von ben jeweiligen Hinterbliebenen an ben Stationen artig zu verabschieben — sondern um anzuzeigen, wann unb roo |ie um eine Ecke biegt. Der Beschluß ber Stabt Berlin ist auch so weit fertig ausgearbeitet. Man hat eingefehen: eine Straßenbahn, bie etwas auf sich hält, muß winken rönnen, wie jebes bessere Auto bas vermag. Es gehört sozusagen zu ben moralischen Pflichten eines großstädtischen Verkehrsmittels. Aber — trotzbem ist biefer Beschluß bis jetzt noch nicht in bie Tat um gesetzt worben. Unb es ist auch noch gar nicht ab- zusehen, wann er in bie Tat umgcsetzt werben wird. Denn ... Denn einen solchen Winker zu- beantragen, zu em werfen, ausführen zu lassen, ihn ben verschiebenen Straßenbahnhöfen zum Anmontieren zu überwcise.i, bie entstehenben Unkosten auszurechnen, Den Un toftenübcridjlag beim ötabttammerer einzureichen, biese Maßnahme finanziell burchzusetzen unb bann bie fertigen Winker in Raten zu bezahlen — dazu gehört nach ber Meinung ber Stabt Berlin ein solches Heer von Dezernenten, Kommiffaren, Sekie- täten, Fachleuten, unb Ingenieuren, baß biese einfache'Maßnahme schlankweg zu einem unerschwinglichen Luxus wirb. Nun Haden bie Berliner Stabtväter Pech. Info- fern nämlich, als solch ein Winker als Serien fabrifat bereits in jeber zweiten Autozubehörmerkstatt hergestellt wirb. Dort ist er für billiges Gelb zu haben. Wollte man sämtliche zweitausenb Berliner Triebwagen bamit versehen, jo könnte der praktische Teil biefer Kampagne nicht sehr viel mehr kosten als 20 000 Mark. Das wäre sogar für eine Stabt erschwinglich, bie in so bebürftigen gelblichen Verhältnissen lebt wie Berlin — beionbers, Da man mit dieser Maßnahme sämtlichen Schadenersatz Prozessen aus Dem Wege gehen könnte, Die sich immer roieDer um Diese Frage entfpinnen. Buntes Allerlei. Ein ägyptisches Verkehrsmuseum. Esns Der interessantesten Museen ist Das kürzlich geschaffene Aegyptische Eisenbahn-, Telegraph- und Telephon-Museum, Das auf Veranlassung Des Königs FuaD in wenigen Monaten gefchaf en wurDe. Die Sammlung umfaßt gegenwärtig etwa 600 Gegenstände und ist in einigen Sälen Des Hauptgebäudes Der Eisenbahn in Kairo untergebracht. Man kann hier einen knappen Ueberblid über Die Geschichte Des Verkehrs von den ältesten Zeiten Der ägyptischen Kultur Durch Die griechisch-römische unD Die arabische Epoche bis zur Gegenwart gewinnen. Einer Der interessantesten Aufstellungs-Gegenstände aus Der Pharaonenzeit ist ein Modell, Das nach Der Darstellung in einem Grabe zu el-Barscha und nach einigen andern Reliefs angefertigt worden ist: es zeigt den Transport einer Statue von 60 Tonnen Schwere im alten Aegypten. Man sieht hier Männer, die Wasser aufgießen, um eine Entzündung durch die große Hitze zu vermeiden, die durch Die Reibung zwischen Dem Schütten, auf Dem sich Die Statue befindet, und Den Kufen, auf Denen er aufliegt, entsteht. Ein Priester geht voraus unD opfert Weihrauch, um die Hilfe Der Götter herbeizurufen. Die Last wird an mächtigen Seilen von vier Gespannen von 44 Männern gezogen. Aegypten war das erste Land in Afrika, das eine Eisenbahn erbaute. Auf Der Ausstellung ist der Vtrtrag zu sehen den Der KheDive ALbas Hil^Y I. mit Robe.t Stephenfon, dem Sohn des E inders der Lokomotive, im Jahre 1851 absch^ß, und zwar zur Errichtung einer Eisenbahnlirl e zwischen Kairo und Alexandrien. Vorher war im Lande nur ein englischer Postdienst, Der von LonDon Durch Aegypten nach 3nDien in 60 Tagen ging. 1 Freilich ist von Dieser ersten Eisenbahn noch ein weiter Weg zu Den moDernen Luxu^zügen und zu Dem LuftverkehrsDienst, Den Aegypten jetzt organisiert hat. Mottende Katzenaugen. Die Technik hat Dem modernen Menschen, Der es noch nicht zum Auto, aber schon zum Fahrrad gebracht hat, ein Auge mehr gegeben. Cs ist das rötlich funkelnde, sogenannte Katzenauge, Das hinten am Fahrrad befestigt fein muß. Run hat ein Berliner Kaufmann. Der sich als Erfinder betätigen wollte, bei Den Dreiäugigen einen Mangel entdeckt. Er stellte fest, Daß Die VorDeraugen beweglich sinD, bas Hinterauge aber nicht. Ilm Diesem Mangel abzuhelfen, erfand er Das „rotier cnDe Katzenauge". Zu welchem Zweck es Dienen sollte, Das muß allerDings noch erfunDen toerDen. Zunächst verfolgte Der ErfinDer Den Zweck Geld dafür zu bekommen. Er gründete eine Fad ik zur Herstellung „rollender Katzenaugen". micte.c Räume dafür und staffierte diese mit allerlei Maschinen aus. Dann suchte und fand er ©elDleute. Siebzehn Personen waren bereit, ihr Vermögen in Die granDiofe ErsinDung Der beweglichen Katzenaugen zu investieren, insgesamt toutben Dem Kaufmann 30 000 Mk. übergeben. Erst später, als der Erfinder längst ver- schwanden war. und zwar spurlos, denn er hatte sich kein Schlußlicht in Form eines rollenden Katzenauges angebracht, rollten Die ©elDgeber mäch.ig mit ihren natürlichen Augen, Denn Der Erfinder war weg. Da © Id war weg unD Die Maschinen, Die waren at.ej Gerümpel, für nichts anieies als zum Verschrotten geeignet. Jetzt, nachDem Der geniale Erfinder Die 30 000 Mk. verbraucht hat, flüchtete er sich reumütig an Den Busen Der Kriminalpolizei unD harrt Dort Der Strafe, Die ihn Dafür treffen soll. SJL-'fpott Wirtschaft Talen für Mittwoch, 25 Januar. 1776: der Schriftsteller Joseph von Görrcs in Ko- blenz geboren; — 1832: der preußische Kriegsmmi^ ster Bronsart von Schellendorf in Danzig geboren; — 1876: der Dichter Herbert Eulenburg in Mülheim (Ruhr) geboren. laufet. Oer Organisationsausschuß für die O ymprschen Spiele 1936 gegründet. 3m Berliner Rathaus fand am Dirnstagnach^ mittag in Anwesenheit von Vertretern der Rcichs- und Ltaatsregierung, der städtischen Behörden, sowie von Vertretern von Handel und Industrie die Eründungssitzung des Deutschen Organi- saticnsausschus.'es für die XI. Olympischen Spiele 1936 statt. Vach den. Tegrützungsworten des Oberbürgermeisters Dr. Sahin, in denen er das Interesse der Voichshauptstadt an den Olympischen Spielen darlegte, gab Exzellenz Lewald ein anschauliches Bild davon, wie er sich die Gestaltung der Spiele denke. Anschließend wurden die Satzungen des Organisationsausschusses, der O're Arbeitsmarktlage im Keich. In der ersten Ianuarhalfte hat sich die Ar- beilslosenlurve gegenüber dem Vorfahre weiter so verflacht, daß sie erstmals nach fünf fahren nut der des Vorjahres zusammentrifft. Damit ist Die Alcberlagerung, die seit 1928 in jedem Iortpunkt gegenüber dem Vorjahre bestand und die Anfang Juni noch über 1,5 Millionen betragen hat, zunächst überwunden. Vach einer Zunahme von rund 193 G00 Arbeitslosen — in der ersten Januarheft edes Vorjahres fast 300 C00 - ergab fiel) für den Stichtag vom 15. Januar bet den Arbeitsämtern eine Zahl von rund 5 966 000 Arbeitslosen. 3n der Arbeitslosenversicherung und Arifen- Kriscnfürsorge zusammen betrug Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger Mitte Sanuar rund 2 214 002. Hiervon entfielen auf die Arbeitslosenversicherung nach einer Erhöhung um rund 76 000 Unterstützte rund 837 000, während in der Krisenfürsorge ein Zuwachs um rund 66 000 auf rund 134Z000 ftattfanb. Die Zahl der anerkannten WohlsahrtserwerbOlosen wird Mitte des Monats nicht sestgesteltt, ebenso nicht die Zahl der int Freiwilligen Arbeitsdienst Beschäftigten. Grena0,:snj,Marlstorben- ' Barnag-Meguin AG., Berlin. Die Generalversammlung dec Bamag-Meguin SG-, Be lln, genehmigte den Abschluß 1931 32, der nach 2lbschre.bangen von 555 911 Mk. einen vorzutragenden Verlust von 353 961 Mk. ausweist (im Vo jähre wurden 2 0.0 000 Mk. Verlust durch Kapitalzusammenlcgung und Auslösung des Ve- se.vesonds gedeckt). Veu in den Aufsichtsrat gewählt wurde nDr. A. P. Brüning vom Bankhaus Levy in Köln, Professor Vikodernus Caro und Dr. Robert F r o w e i n- — Die Gesellschaft beabsichtigt, die sich in anderen Ländern bewährten Müllverbrennungsanlagen bei den deutschen Großstädten einzuführen, wodurch eine rationelle Müllverwertung in technischer, Wirtschaf.l'.cher und hygienischer Beziehung erreicht werde. . • Bau einer FerngasleitungKoln- Äob len 3? Im Rahmen des Arbeitsbeschas- fungsprogramms soll auch die bestehende Ferngasleitung Ruhrgebiet-Köln bis nach Koblenz durchgeführt werden. Ein entsprechender Antrag bei den zuständigen Stellen ist bereits gestellt worden. Cs ist weiter die Gründung einer besonderen Gesellschaft beabsichtigt, an der u. a. die drei Städte Köln, Bonn und Koblenz beteiligt sein sollen. Frankfurter Abendbörse ruhig. Frankfurt a. M., 24. Jan. Auf Grund der innerpolitischen Lage verkehrte die Abendbörse zwar wieder in sehr ruhiger Haltung, die Grund- stimmung war jedoch im Anschluß an die Eryerlang im Mittagsverkehr weiter freundlich. Festere Auslandsmeldungen und die Besserung des englischen Pfundes waren eine Anregung. Das Geschäft blieb indes außerordentlich klein und beschränkte sich auf IG.-Farben, in denen eine größere unbekannte Kauforders relativ lebhafte Umsahtätigkeit zur Folge hatte. Der Kurs zog um 0 89 Prozent an und war im Verlauf Wetter um 0,25 Prozent erh öht. Auf den übrigen Marktgebieten lagen die Kurse ebenfalls 0,25 bis 0,50 Prozent freundlicher. Vur Lahrneyer und Holzmann bröckelten etwas ab. 2m weiteren Verlauf erhielt sich für IG.-Farben bei 105,39 Prozent Interesse wobei man Käufe aus der Schweiz fest- gestellt haben wollte. Das Geschäft wurde aber sehr klein. Deutsche Anleihen zogen 0 25 bis0,50 Prozent an, sonst lag der Rentenmarkt sehr still. Studenten werden sich in Staffel- und Ernzelwett- betoetben gegenüberfteben. Unter den aseilneh- mern sind befähigte Schwimmer, so daß man den Wettkämpfen mit einigem Interesse entgegen- ieht. Handball im Mälmerturnverein(O.T^ Tv. koblenZ'Urmih I — Mlv. Gießen I 4:1 (3:0). Einen unerwarteten Ausgang nahm das Vor- entschridungsspiel um die Kreismeisterschaft zwischen Urmitz und Gießen. Auf eigenem Platze muhte die 1. Mannschaft des Gießener Manner- Turnvereins eine Viederlage einstecken. Während Urmitz mit der gleichen Mannschaft wie am Vorsonntag. in stärkster Aufstellung, antreten konnte, muhte Gießen drei der besten Spieler (Vehren. Ploch. Seipp) ersehen. Dieser Umstand wirkte schon auf die Einheimischen etwas deprimierend, der sonst gewohnte Kampfgeist und Siegeswillen fehlte den Gießenern diesmal vollständig. Hinzu kam noch, daß der Wetzlarer Schiedsrichter — dessen Leistungen sehr au wünschen übrig Iwßen — nie die ..Vorteilregel beachtete, d. h. er pfiff vier reguläre Tore der Männerturner bei unfairem Eingreifen der Urmitzer Hintermannschatt stets noch nachträglich ab. Die hierauf verhängten Strafwürfe brachten natürlich bei einer „10 Mann starken Urmitzer Verteidigung" nichts em. Die Cästemannschaft. die schon einige Jahre der Kreisllasse angehört, war den Einheimischen kör- perlich und auch im Zusammenspiel etwas überlegen. Kurz nach Spielbeginn konnten die Gäste schon einen Ueberraschungstrefler erzielen, und durch die schlechte Deckungsarbeit und das zu weite Aufrücken der Gießener Hintermannschaft war es den Unnihern noch zweimal möglich, Erfolge zu erzielen. Die 2. Halbzeit zeigte ein stark verändertes Bild. Während der MTV.-Sturm in der 1. Halbzeit nur schwere Leistungen zeigte, wurde jetzt das Stellungs- und Zusammenspiel sowie die Durchschlagskraft wesentlich besser. Da auch die Giehener Hintermannschaft zu einiger Form auflief, kamen die Urmitzer immer seltener in die gegnerische Hälfte. MTV. war nun stark überlegen und in der letzten Viertelstunde des Spieles tarnen die Gäste nur selten über die Mittellinie. Die Gäste mauerten nun mit allen verfügbaren Leuten, so daß den Männerturnern außer dem Ehrentor keine weiteren Erfolge be- schieden waren. Erst mit dem Schlußpfiff war der in dieser Höhe keinesfalls verdiente Sieg der Eästemannschaft fichergestellt. Somit konnte sich der TV. Koblenz-Urmih gemeinsam mit Wetzlär die Teilnahmeberechtigung an den Endspielen um die Kreismeisterschaft sichern. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 I — To. wehlar-iMedcrgirmes I 2:4 (2:2). In dem der Kreisklasse der DT. angehörigen Turnverein Wetzlar-Viedergirmes trafen die 1900er auf den erwartet schweren Gegner. Es entwickelte sich denn auch ein schnelles, spannendes Spiel, das nach ausgeglichenem Stampf die Gäste als Sieger sah. Die Spielvereinigungsleute spielten zwar auch in annehmbarer Form, waren aber durch das Fehlen drei der Besten und die dadurch notwendig gewordene Umstellung nicht voll entfaltungssähig. Das wirkte sich besonders im Sturm aus. Es wurde zwar freudig geworfen, es konnten jedoch nicht solche Chancen heraus- gearbeitet werden, wie das bei kompletter Aufstellung sich hätte ermöglichen lassen. Die Tore warfen Bey und Herbert I. Die Läuferreihe, in der Fischer anstelle des unpäßlichen Schott den Mittettäuferposten versah, tat vollauf ihre Schuldigkeit. ebenso die Verteidigung. Der Torwart feilte es bei feinem Können nicht nötig haben, immer wieder zu leichtsinnigen Fußabwehren zu schreiten. Die Viedergirmeser verdienen, insbe- bescndere ob ihrer Beweglichkeit, ein Gesamtlob Hervorragend wären Torwart und Mittel- Im Jahre 1932 1OOOO Sommer- srischler mehr im Westerwald. WSV. Dillenburg. 24. Ian. Vach einer Statistik, die der W e st e r w a l d v e r e i n aufgemacht hat, hat der Westerwald im Jahre 1932 10 000 Sommerfrischler mehr aufgenommen als 1931. Waren es im Jahre 1931 27 ODO Besucher, so ist die Zahl im Jahre 1932 auf 37 000 -gestiegen. Auf den Kreis Veuwied entfallen 15 000 Gäste gegen 14 000 im Jahre 1931, auf den Oberwesterwaldkreis 9000 gegen 4000 (den früheren Kreis Westerburg eingeschlossen), auf den Kreis Siegburg 4400, auf den Kreis Altenkirchen 3500 gegen 3000, auf den Unterwesterwaldkreis 2400 gegen 2000, auf den Kreis Limburg (Westerwaldseite) 1300 und auf den Kreis Dillenburg 500 Gäste. Am größten ist die Steigerung im Oberwesterwaldkre.s, in dein die Anzahl der Fremden um 125 Prozent gestiegen ist. An der Spitze aller Westerwälder Sommerfrischen marschiert Rengsdorf mit einer Frequenz von 9300 Gästen. gab auch seine Schuld. Er brauchte Geld und ging deshalb den Angeklagten an, er möge ihm solches durch Einbruch bei einem Landwirt verschaffen, er habe dort leichtes Spiel. Er gab ihm auch einen Bund Schlüssel mit dem Bemerken, einer davon werde wohl passen. Von vornherein liefe er sich einen Anteil an der Diebesbeute üer- sprechen. Er erhielt auch 55 Mark. In hem gleichen Falle war er der Mittäterschaft beschuldigt. Er soll Aufpasserdlenste getan haben, wurde aber wegen mangelnden Beweises freigesprochen, ebenso wegen Hehlerei in einem anderen Falle. Der noch nicht vorbestrafte Angeklagte war zur Zeit zweier Diebstähle noch nicht 18 Jahre alt, aber, wie schon sein Auftreten vor Gericht ergab, für diese voll verantwortlich. Doch wurde, was die Strafhöhe anlangt, feine Jugend, wie lies das Gesetz vorschretbt, straM.ndernd berüa- ficytigL Er erhielt unter Annahme mildernder Umstände eine Geßamtgefängnis strafe von sechs Monalen. der vorbestrafte Mitangeklagte unter der gleichen Annahme eine Gefängnisstrafe von vier Monaten wegen Anstiftung. Wirtschaftliche Rot lag bei beiden Angeklagten nicht vor; im Gegenteil, fre verjubelten das gestohlene Geld zum Teil. Svielvereinigung 1900 Gießen. Spa. Vad-Nauheim I — 1900 Gießen 1 2:2 (0:2). Die Diauweifeen benutzten den verbandsspiel- freien Sonntag zur Austragung eines Gefell- schaftsrückspiels in Bad-Vauheim. Wenn auch die Revanche für die im Borspiel erlittene 3:1- Vicdcrlage nicht ganz gelang, so kam das Unentschieden doch überraschend. 1900 bestritt das Spiel mit Ersah für Arnold, Glitsch. Henrichs und Jäckel. Die der 1. Iugendelf entnommenen Ersatzleute Dörr. Heinbach und Schmelz fugten sich sehr gut ein. Die junge Vertretung lieferte eine überraschend gute und vor allem eine bessere Partie als der Plahverein. Trotz des eisigen Windes waren über 300 Zuschauer erschienen. 1900 spielte in der ersten Spielhälste mit dem Rückenwind grofe überlegen, brachte es leider aber nur zu einer 2:0-Führung durch Treffer von Schmelz und Göbel. Vach der Pause war das Spiel ausgeglichener. Bad- Vauheim konnte jedenfalls dem Spiel n.cht so den Stempel Der Ueberlegenheit aufdrücken, tote vor dem Wechsel 1930, im Gegenteil, die Gießener hatten gerade jetzt die größte Anzahl Prächtiger Torchancen, die leider unverwertet blieben. Auch ging der Torhüter des Gastgebers tollkühn dazwischen. Es gelang ihm aber fein Tor rein zu halten. Der unzulängliche Schiedsrichter störte das sonst sehr schnelle und schone Spiel cryeb.ich, seine Abseitsentscheidungen waren sehr anfechtbar. Bei Angriffen des Plahverems übersah er Abseits sehr oft und so fiel auch der Ausgleich fast mit dem Schlußpfiff aus glatter Abseitsstellung. Werlwürdig berührten auch zwei Elfmetcrentscheidungen gegen 1900. Zum Glück ging der erste an den Pfosten und der zweite scharf geschossen, jedoch schlecht placiert, wurde eine Beute Schlarbs. Erst kurz vor Schluß trieb Der Wind einen ©ffetball, den man schon sicher in Schlarbs Händen wähnte, unverhofit ins Vch. dem dann später aus der erwähnten Abseitsstellung der Ausgleich folgte. Als Lippert einmal gelegt wurde, wartete man vergeblich auf den Elfmeter. Von geringen Ausnahmen abgesehen, verlies das Spiel diesmal fair. Die ©icfecncr hatten ihr Bollwerk in Luft und Zetter, sowie dem sehr guten Schlarb im Tor. HcbcrragenD als Mittelläufer und zugleich Der beste Mann auf dem Feld Hettmann. Im Gießener Angriff war Göbel der Stratege, während von den eingestellten jugendlichen Ersatzleuten Dörr am besten gefiel. 1900 11 — Leihgestern 1 1:0 (0:0). Die Reserven setzten ihren Eiegeszug fort. Es fehlten diesesmal Jäger. Keuser und Klingel- Höfer. Trotzdem war die Elf von großem S.eges- willen beseelt. Leihgestern erzielte mit dem Wind wohl ein Tor, das aber wegen Abseits nicht gegeben wurde. 1900s Sturm war zu schwach und zu unentschlossen, die Gäste aber gerade in der Abwehr hervorragend. Die Entscheidung f.el erst kurz vor Schluß. Eine Hereingabe von links durch Rcining verwandelte Schack durch Kopfstofe blitzschnell und unhaltbar. 1900 111 — BfB.Hl 3:1 (1:1). Die Blauwcißen wiederholten im Lokalderby der 3. Mannschaften den Dorspiels.-eg, wenn auch nicht in dieser Höhe (6:0). Ein Zeichen, daß VfB. wesentlich verstärkt erschien. Die Gäste gingen sogar in Führung. Veuweiler glich aber noch vor Dem We )sel durch Bombenschuß aus. Derselbe Spieler brachte dann gegen Spielende seine Farben in Führung und Schoeneck stellte durch Erzielung eines dritten Treffers den Sieg sicher. Schiedsrichter Petry (Wetzlar) war ein e.nwand- freier Spielleiter. 1900 IV — Dutenhofen II 1:1. Dieses Spiel fand in Dutenhofen statt. Zwei Gießener versäumten den Zug, so daß die Blau- weißen nur 9 Mann im Feld hatten. Das Ergebnis entspricht Dem Spielverlauf. BsB. Gießen. vsv. 1. Jugend — Steinberg 1. Jugend 1:2. Die BfBer mußten im ersten Spiel nach der Sperre eine Viederlage hinnehmen. Vicht vollzählig antretend, vermochten sie dem forschen Spiel der Gastgeber nicht standzuhalten. Der Gegner hat sich bedeutend verbessert, insbesondere her Sturm legte ein gesundes Schußvermö- gen an den Tag. Die sonstigen Jugend- und Schülermannschaften waren spielfrei. Schwimmeisterschasten der llniversit". Arn heutigen Mittwochabend finden in der Schwimmhalle des Dolksbades die Schwimm- Meisterschaften der Landesuniversität statt. Die als Verein ins Vereinsregister eingetragen wird, besprochen. Kurze Sportnotizen. Walter Neusel schlug in London den australischen Meister George Cook über 12 Runden nach Punkten. Bei der gleichen Veranstaltung siegte Ernst Göhring über den Engländer Benell in der sechsten Runde durch Aufgabe. * Wales siegte im Rugbykampf in Twickenham vor 50 000 Zuschauern über England mit 7:3. Primo Kamera wird am 10. Februar in Reuyork mit dem Deutschamerikaner Ernie Schaaf boxen. * Um d e n Kampf Schmelina — Baer, der im Juni d. I. durchaeföhrt werden soll, bewirbt sich neuerdings neben Reuyork und Chikago auch At- lantic-City. Amtsgericht Gießen. Mietzänkereien zwischen zwei Hausbewohnerinnen auf ihrer gemeinschaftlichen Treppe arteten in schwere Beleidigungen und in Körper- vcrlchungen aus. Schließlich warf die Angeklagte ihre Widersacherin die Treppe hinunter, so dafe diese sich nicht unerheblich verletzte. Erstere wurde in Anttagezustand versetzt und erhielt we> gen Körperverletzung eine Geldstrafe Don 2 0 Mark. Wegen Beleidigung wurde sie für straffrei erklärt, nachdem die Beweisaufnahme er» geben hatte, daß im Wortwechsel auf beiden Seiten Beleidigungen gefallen waren, es sich demnach um „auf der Stelle erwiderte" Beleidigungen im Sinne des Paragraphen 199 StGB, gehandelt hatte. Die Kosten deS Verfahrens, ern- schließlich diejenigen der Vebenklage, wurden der Angeklagten aufgebürdet. Dann beschäftigten das Gericht vier Ern- bruchsdiebstähle aus dem Lande. Der eine war rn Lang-Göns, Die drei anderen waren in Großen- Linden begangen worden, und zwar alle fast auf die gleiche Weise. In Großen-Linden war der Bestohlene ein und derselbe Landwirt. Der Dreb verschaffte sich durch Einsteigen oder gewaltsames Oesfnen der Türen Zutritt in das Innere der Wohnungin. wo er meist durch Erbrechen von Behältern diese ihres Inhalts — in allen Fallen war es bares Geld — beraubte. So erbeutete er in dem schwersten Falle 125 Mark, dann etwa 2 Mark. 10 Mark und 23 Mark. In Abwesenheit des Bestohlenen hatte der Angeklagte bei allen Einbrüchen leichte Arbeit. Ein Techniker, der mitangeklagt war, soll in dem schwersten Fall der Anstifter gewesen sein. Die Beweisaufnahme er- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse — Reichsbankdiskont 4 o. H.. Lombardzinsfufe 5 v. H. Frankfurt"« kN. Devisenmarkt Berlin 0 79,75 1 78,65 79,25 78.65 67,5 67 63.75 63.25 63,75 63,25 87 86 86,5 86 87,13 86,75 87,25 87,4 85 85,5 85,5 io 85 85 1,5 1,25 1,4 6,75 o Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. o o 80.5 94,75 : 0 0 6 6 0 80.4 96 5 O I O 0 <> 7 5 0 0 0 10 Norddeutscher Lloyd A.Ä. für Bertek>r4w.'fcn Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft.... Commerz, und Privat-Bank... Deutsche Bank und Diöronto» Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ................. 5,6 23 5,7 5,7 5,7 5.8 6,6 7.2 5,05 68.6 8,85 S.E.G...................... (Sicht. Lieferunasgefellschaft... Licht und tkrasr ............. (teilen & (öuiUeaume Ojelellldiaft für Elektrische Unter* nehmungen............... Rheinische Elektrizität Schlickert L Co.............. Siemens & HalSke Lahme yer Lüo.............. 80.5; 95,3 68.3 8,75 6,9 5,05 68,4 8,75 10,75 5,7 23,7 5.5 5,75 6,75 6% Ttünche Retcksaniethe v. 1921 6% chem.7% $t.fRel(Wanl. v. 1029 6Vi% Douua-Anlelhe von 1930 .. Deutsche AM.-Ablos.-Schutd mv Auslos.»Reckten ........... $c6flL ohne Auelos.»Rechte...... 6% ebem. 8% Hess. Bolksstaai 1929 trückzahlb 102%) ........ Oberhessen Provinz. Anleihe mt Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelab l.An leibe Serie 1 mit Auslof.»Reckten 6% ebem. 8% Franks. Hyo.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Krauls. Hnv.-Ban! Goldvfe. ifi unkündbar bis t'Jjr, 5%% ehern. 4'/.% Franks. Hhp. Bank-Ltau.-Pfandbriese ..... &'A% ehern. iy,% Rheinisckie Hnp.»Bank»Liqu..Goldpse. ... 6% ehern. 8% Pr. Landespfand briefanftalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand briefanftalt, Pfandbriefe R. 10 68,4 3,8 5,95 5.95 6,8 10.65 5.7 23,5 Helfingtorü • Wien Prag Budapeit ... Sofia..... Holland .... Cvlo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neun ort .... «rüffel .... Italien..... Paris Eckwetz... Spanien... Tanzig.... Japan..... Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon... 5.65 23,5 80,8 96.4 81,25 4% Oefterretchtlcke Moldrente... d,20% Oefterrelckiscke Silberrenle 4% Ungarische Goldrenie 4°;, Ungarische Siaatrrente v. 1910 4%% Dcegl. t>on 1913 5% abgekt. Aoldmexikancr von 99 Iitrfildje Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlelhe Serie l 4% oesgl. Serie II 6% iRitmän. vereiuh. Mente v. 1903 4'/.%8 Hamburg»Sübam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff........... 0 Sranfturt a.2)l. Serlin Schluß» kur- echiuBi. Abend- böri Ech uß» hird Schluß- Mi lag» böre. Datum 23.1. 24.1. 23-1» 1 24-1- Bereinigte Stahlwerke........ 35.25 34 34;5 ; 33,4 16,5 16,5 16.13 16,65 ftaliroerie Afckersleben........ 6 115 112 115.75 I 113,5 ftallrocrfe Westeregeln........ 6 118 116 118 116 a.iflmcrfe Salzdetfurth....... v 174 172,5 174,5 172,75 narben-tznduftrie....... 7 103,4 105 103,75 104,13 .~rtielbcanftalt............... 10 153,75 152.5 — Äoldsckmidt ................ 0 39,75 38 39.4 38 >’Knrgpr#n>erfC ............... 42 41.75 42 41,9 MetällgeleUIckast............. 0 37 37 36,25 36,5 Philipp Holzigan»........... 0 49,75 49.5 49,65 49,75 Zementwerk Heidelberg ...... 4 52 52 — — Lementwerk Karlstadt......... 0 —— — — Wayb & FreMag............ 0 5 4,5 4,65 4,5 Patzenhoter....... 0 103.4 103 tilhi (Allgemeine Sunslieide) .. 0 37,25 37,5 37 38 Bemberg................ ( 46,5 45 45.25 44,13 Zellstoff Waldbof ........... 0 52,25 51 52.5 50 Zkllftosf Aschassenburg ...... < 28 26,75 28,75 27 Dessauer Gab ........ ..... 7 —— —- 112,25 111 Daimler Motoren........... u 22 21,5 22 21,4 Deutsche Linoleum ......... 0 39,13 39,25 39,13 39 Crenfteln & flohpel ......... < — 41,5 41 Leonhard Tiey............. 43 43 43,5 ' 42,25 u 140,5 139.5 140.5 I 139,5 Gripuer......... ......... | 32 32 1 31,65 31,5 Manikrafiwerke Höchst a.M. .. 71.5 — 1 — — Eüddeutscher Zucker ........ 1 142 140 1 141 140 Srannun a. -UL äernu Schluß» furd EchlUVI. Abend» bdri Schluß» nird Schlugt, mittag» bö fe Oalum 23 1. 24.1. 23.1. 24-1. .ail.,Ul. u. AI. seri.a ÄAInfi. Eck.ußk. Abend» kur» börfe Schluß» lurd Scklußk. mi'taq» börie Datum 23.1. ' 24-1 • 23.1. 24-1- 23.Januar 24-Januar Amtliche Jlotierunq frei' : Brie Amiuche -Kotierung Geld Brie 6.244 6 256 6,274 6.286 51,95 52,05 51.95 52.05 12,465 12,485 12,465 12.485 3,057 3,063 3,057 3,063 169.23 169,57 169,28 169,62 72,48 72,62 72,93 73,07 71,03 71,17 71.48 71,62 76,97 77,13 77.42 77,58 14,13 14,17 14.23 14,27 0,858 0.862 0.858 0,862 4,209 4.217 4.209 4,217 58,30 58,42 58,39 58,51 21.54 21,58 21.54 21.58 16.42 16,46 16,46 16,50 81.22 81,38 81,47 81,63 34 40 34.46 34.47 34.53 81.37 82,03 81,92 82,08 0.869 0,871 0,879 0,881 0.239 0,241 0,239 0,241 5.554 5.566 5,554 5.566 12.85 12.87 12.93 12,95 Banknoten 17,5 17,5 17,65 17.5 46 | 44 25 — — 33 32.75 18,25 18 18 17,65 44.5 43.5 44,13 43,5 94 94,5 96.5 53 53 53,5 53,5 72.75 72,75 72,75 72,75 61.75 61.5 61,75 61,75 158.75 159,5 159,25 158,75 29,5 37.5 30 29,9 82 80.5 82 80,75 96 95,75 95.75 96 56 56 56,5 55,9 80 79.25 80.25 79,5 100 99.25 100 99 89.75 87 89.13 87,5 125 125 124,5 124.5 118,25 116.5 118 117 47 47 47,65 46,5 89.25 88 88.5 88,13 61,9 61.75 62,25 61 82.75 82,5 82,9 82.25 — 53,9 53,4 — 143,$ 143.5 141,5 101,5 99,75 101 100,75 47,5 47 47,25 45,65 61,9 61,9 62,4 61,13 25.5 25,5 26 25.5 1 — 71,25 70 35 ! 34 34.75 33.9 190,5 188 191 139,75 74,75 73 74.75 72,25 Berlin. 24-tzanuar I (Selb Zriel Amerikanische Roten.............. 4,20 4,22 WoTrtHrhp rogmLch(e niemals f aul lamtii Nflotfi ^.gruW Kierung bi Ostung j. °°ch nur u Mine c°aboa S^'tdi önÄ ber,7°°-h ausn' »erbt ltb.e (Hs?bu Die 2 Ot t HÄ* lonblÜnb di