nr. 276 Erstes Blatt 183. Jahrgang Sreitag, 24. November 1933 (Eir|d)eini tägltd), autzei Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustriert, Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monars-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.9b Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr .. . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer ©eroali Sern|prechanf(hiüfie anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfiMr-vuch- und 5leindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: 5chulstrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20"/, mehr. Chefredakteur/ Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den An« zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Niesten. Eine neueZivÜprozeßordnung Von Senator i. K £)r. Nöideke, Hamburg. Am 1. Januar 1934 tritt das Gesetz zur Aende- rung ües L>ersaykens in bürgerlichen inechisstreilig- teiun vom Zc. unoötir 1933 in Miau, das in Wnl- hajreit eine voUstanoige laenOerung der schon mehrfach geänderten Prozetzoronung vom 3u. Januar lo< /, also geradezu eine ganz neue Hivilprozetzorü- nung und uanut uas e r |i e große o t u a ver m Auvpcyl siehenden allgemeinen Rechts- r e । o i m viidet. Da es den heutigen Gesetzen nach der Art ihrer Enlfteyung naturgemäß an einer ver- ossemuchtcn Vegtunüung durchweg fehlt, ist man uuntensujerter *oei|e vazu uuetguiigui, einzelnen wichtigeren Gesetzen eine Praamvel, eine Bor - reue voranzusteiien, die in turzen, präzisen toagen den chauptzwea des Gesetzes ausspricht. Das ist auch hier geschehen. Danach jun das Gesetz ein Dersahren ermöglichen, das einen ebenso sicher wie schleunig wirtenuen Rechtsschutz verbürgt, das nicht nur den Parteien und ihren Vertretern, sondern zugleich und vornehmlich der Rechtssicherheit des Volksganzen dient, zu dem in wch.nl> uni> Ich. 1921 unb 1923. Prälat Testa» Rame Ist aus bem ben Dolmetscher kaum zu Dort fonimen. Er spricht Sehr interessant ist der Aufbau der kommunistischen Geheimorganisationen, die in den letzten Monaten ausgehoben und zerschlagen wurden; 200 bis 300 höhere Funktionäre der KPD. konnten dabei verhaftet und größtenteils dem Richter zugeführt werden. Der kommunistische Geheimapparat ist so aufgezogen, daß f a st jeder Funktionär unter falschem Namen reist, falsche Papiere hat und ohne ständigen Wohnsitz ist. Die einzelnen Funktionäre kennen sich gegenseitig nicht, sondern werden durch dritte Personen miteinander bekannt gemacht und verschwinden ebenso, wie sie gekommen sind. Dadurch ist naturgemäß das Eindringen in diesen Apparat erschwert. Den tüchtigen Spezialisten des Geheimen Staatspolizeiamtes ist es trotzdem gelungen, auch diesen geheimen Organisationen auf die Spur zu kommen. 3m September wurde der Führer der geheimen R G O. (Revolutionäre Gewerkschaftsopposition) verhaftet, ebenso der Propa- gandaleiler der RGO.-Leitung. Die Mitarbeiter des früheren Führers des Roten Frontkämpferbundes, des Abgeordneten C e o ro, wurden festgenommen. Leow selbst hatte sich unkenntlich gemacht. Lr hatte sich einen Spihbart wachsen lassen, trug blaue Drille und hatte sein Aeuheres so verändert, daß s e l b st seine Freunde ihn nicht erkannten. Rach Unterschlagung von 10 000 Mark Veitragsgel- dern der geheimen SPD. flüchtete er ins Ausland, kurz bevor er festgenommen werden konnte. Die Verlegung des Reichstagsbrandprozesses nach Berlin brachte in Berlin eine erhöhte Tätigkeit der kommunistischen Propaganda. In einem Falle konnten 18 Personen festgenommen werden, davon all.'.n 12 Ange st eilte der russischen Handels- v e r t r e t u n g in Berlin, die eine Instrukteurtätigkeit für die KPD. ausübten und u. a. auch einen sogenannten „Patenschaftsfonds" für die illegale Arbeit der KPD. schufen. Ende August befanden sich in diesem Fonds über 50 000 Mark. Es konnte weiter eine Anzahl von W a f f e n v e r w a l- tern der KPD. festgestellt werden, die die Waffen ausgezeichnet instand hielten. Ende Oktober gelang ein neuer großer Schlag gegen die KPD. Der Reichsjugendleiter und feine Mitarbeiter des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands wurden fe st genommen. Man fand bei ihnen einen Koffer voll chiffrierter Adressen und konnte so den gesamten kommunistischen Propagandaapparat in Deutschland aufheben. Mehrere hundert Funktionäre wurden bei dieser Gelegenheit festgenommen. Dank dieser außerordentlich wirksamen und unermüdlichen Arbeit des Geheimen Staatspolizeiamtes besteht heule in Deutschland kaum noch eine Möglichkeit für eine wirklich wirksame kommunistische Propaganda. Erste Arbeiissitzung der Reichskulturkammer. Berlin, 23. Nov. (WTB.) Die Reichskulturkammer trat heute nachmittag zu ihrer ersten Ar- beitssitzuna zusammen. Der Präsident, Reichsmini- fter Dr. Goebbels, betonte in einer Ansprache, daß die berufsständische Gliederung und Zusammenfassung aller geistig Schaffenden, wie sie in der Reichskulturkammer und in sieben einzelnen Kammern jetzt durchgeführt worden ist, richtunggebend und wegweisend für alle anderen Berufszweige sein soll. Der neue soziale Mensch werde nicht schon durch die Schaffung der Kammern erzeugt, sondern werde erst das Produkt einer jahrelan ?en Erziehungsarbeit im national- ozialistischen Sinne sein. Die Reichskulturkammer solle in der Zukunft der geistige Repräsentant der gesamten Nation werden. Die Kulturkam- mern bedeuten einen neuen, durchaus modernen Versuch, der später für alle schaffenden Stände zur Durchführung gelangen soll. Die Zugehörigkeit zu den Kammern dürfe nicht als Zwang empfunden werden. Die berufliche und materielle Sicherheit der geistig Schaffenden müsse in den Kammern verbürgt werden. Im Verlauf der Tagung wurde u. a. mitgeteilt, daß in einer Aussprache zwischen dem Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley und dem Vize- Präsidenten der Reichskulturkammer Staatssekretär Funk im beiderseitigen Einvernehmen festgelegt worden ist, daß die Reichskulturkammer sich in ihrer Gesamtheit als einen Teil der Deutschen Arbeitsfront betrachte, der alle Berufsstände in Deutschland zu umfassen habe, und daß die in der Arbeitsfront bisher bestehenden Einzelverbände der geistig Schaffenden auf» gelöst werden. Der Hauptgeschäftsführer der Reichskulturkammer, Ministerialrat Dr. Schmidt-Leonhardt, gab in einem mehrstündigen Vortrag eingehende Erläuterungen und Anweisungen über die Durchführung des Reichskulturkammergesetzes. 65». Geburtstag des Grohherzogs Ernst Ludwig Am 25. November vollendet der ehemalige Landesherr, Großherzog Ern st Ludwig von Hessen und bei Rhein sein 65 Lebensjahr. Der Fürst, der sich auch nach den schmachvollen Ereignissen des Novembers 1918 durch seine persönliche Liebenswürdigkeit und seine warme Anteilnahme an den Geschicken seiner ehemaligen Landeskinder die unoermind-rt herzliche Liebe und Verehrung seines Hessenvolkes bewahren konnte, hat mit sichtlicher Freude die nationalsozialistische Revolution begrüßt und ihren Siegeszug mit lebhaftem Interesse verfolgt. Zu seinem morgigen 65. Geburtstag wird sich das ganze Hesienland mit herzlichen Wünschen für den Fürsten einfinden, dessen ' fruchtendem und anregendem Wirken namentlich auf allen Gebieten der Kunst unser Hessen so außerordentlich viel zu verdanken hat. Erleichterungen für Gymnasialreife- prütung 1933. Berlin, 23. Nov. (TU.) Der Preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Bolksbildung Rust betont in einem Erlaß, daß infolge der Ereignisse des ersten Jahres der nationalen Erhebung die Schüler und Schülerinnen der Oberprima viel- fach geistig und körperlich außer ae- wöhnlichinAnspruchgenommen worden seien und daß der eine oder andere Schuler, der in normaler Zeit das Ziel vielleicht erreicht hätte auch bei weitherziger Auslegung der Bestimmungen zur Reifeprüfung nicht werde zugelassen wer- den können. In diesen Fällen will der Minister Die Fortführung der Arbeilsschlachi. EineBilanzdesReichsarbeitsministers.-GuteErfahrungenmitdemArbeitSdienst Oldenburg, 23.Nov. (TU.) Aus Anlaß seines Besuches in Bremen gewährte Reichsarbeitsminister Seldte dem politischen Schriftleiter Dr. Dr. Konrad Bartsch von den ,^)ldenburgischen Nachrichten für Stadt und Land" eine Unterredung. Reichsminister Seldte wies darauf hin, daß sich die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Höchststand des Winters 1932/1933 bis Ende Oktober 1933 um rund 2‘A Millionen, d. h. um f a ft 3 8 v. H. vermindert habe. An der Abnahme war die Arbeiterschaft mit 2,15 Millionen, die Angestelltenschaft mit etwas über 100 000 beteiligt. Von den 2,15 Millionen entfallen rund 230 000 auf die Land- und Forstwirtschaft, der Rest auf Industrie, Handwerk und Handel. Außer den 230 000 Arbeitslosen nahm aber die Landwirtschaft noch eine beträchtliche Zahl berufsfremder Arbeitskräfte auf, so z. B. rund 165 000 Landhelfer. Am stärksten abgenommen hat die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe (minus 285000) und in der Metallwirtschaft (minus 335 000). Der Minister wies darauf hin, daß seit Frühjahr 1933 das Reich für öle öffentliche Arbeitsbeschaffung über 33/< Milliarden Mark zur Verfügung gestellt hat, wozu noch die Beschaffungsmaßnahmen der Reichsbahn und R e i ch s p o st im Betrage von 650 Millionen kommen. Die Aufwärtsbewegung der Konjunktur wird in Deutschland f a ft ausschließ- l i ch vom Binnenmarkt getragen. Die öffentliche Arbeitsbeschaffung hat zu einer merklichen Belebung auch der Privatwirtschaft geführt. Auch im kommenden Frühjahr werden die Maßnahmen der Reichsregierung der Privatwirtschaft in erheblichem Umfange zugutekommen. Zum Schluß äußerte sich der Minister noch über A r b e i t s d i e n st fr a g e n , bis auf weiteres komme eine Verdichtung des Netzes der Lager nicht in Frage. Es fänden aber jeweils Verschiebungen statt, die je nach Abschluß und Neubeginn von Vorhaben notwendig würden. Die große Masse der aus dem Arbeitsdienst nach Ableistung chrer 52wöchigen Tätigkeit Entlassenen finde Arbeit, da die Arbeitgeber die aus dem Arbeitsdienst Ausscheidenden gerne aufnähmen. Eine Einrichtung, die die Entlassungsfragen in großzügiger Weise und sozial regele, sei im Aufzug. Die Bedeutung des FAD. für die Mädel liege in erster Linie darin, daß die Mädel aus den Städten zu Landfrauen umgeformt wer- den. Die Ausgestaltung des weiblichen Arbeitsdienstes in Zukunft stehe noch nicht fest, da diese Frage viel schwieriger zu lösen sei als die des männlichen Arbeitsdienstes 200 neue Bauernhöfe durch Urbarmachung. Berlin, 23. Nov. (WTB.) Die Deutsche Boden- Kultur-Aktiengesellschaft, die überwiegend im Besitz des Reiches ist und der Aufsicht des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft untersteht, hat neue Mittel für landwirtschaftliche Meliorationen bereitgestellt. Im einzelnen handelt es sich um die Bereitstellung von 350 000 Mk. aus den Restmitteln des Papenprogramms und rund 3 Mill. Mk. aus eigenen Mitteln der Gesellschaft. Von dieser Summe sollen 2,1 Millionen Mk. für die Aufschließung und Kultivierung sowie den teilweisen Aufkauf durch den preußischen Staat von 13 000 Hektar Oedland in den Ost-und Westemsischen Mooren verwandt werden. Mit der Bereitstellung dieser Mittel wird der Anfang gemacht zur Urbarmachung von rund 150 000 Hektar in diesem Gebiet befindlicher unkultivierter Moor- und Heideplätze. Insgesamt werden zur Bewältigung dieser Aufgabe in den nächsten Jahren noch 9,4 Mill. Mk. aufgewandt werden müssen. Auf dem zu gewinnenden Neuland werden mindestens 7 0 0 neue Bauernhöfe errichtet werden. Daneben wird es möglich fein, in erheblichem Umfange vorhandene Kleinbetriebe so zu vergrößern, daß sie zur selbstständigen Wirtschaft werden. DerStreitumdieWährungspoMinllSA. Kür und gegen die Abwertung des Dollars. Washington, 23. Nov. (TU.) Nach Roosevelts Abreise nach Warmsprings ist der langerwartete heftige Kampf um die zukünftige amerikanische Finanzpolitik entbrannt. Die Anhänger der Goldankaufspolitik, die eine weitere Abwertung des Dollars wünschen, wie Roosevelts vertrautester Ratgeber, Professor W a r r e n von der Cornell-Universität, sowie dessen ehemalige Schüler Morgenthau, Wood in und Professor Irwin Fisher von der Pale-Universität, stehen in heftigem Gegensatz zu dem Finanzmann Bernhard Baruch, Professor S p r a g u e und der amerikanischen Handelskammer, die für eine Stabilisierung des Dollars eintreten. Baruch als Führer der sogenannten „sound Money"=(9ruppe eröffnete die Kampagne gegen Roosevelt mit einem Artikel in der „Saturday Eve- ning Post", in der er die sofortige Stabilisierung des Dollars auf Goldbasis befürwortete. Die Jahresversammlung der amerikanischen Handelskammer veröffentlichte eine gleichlautende Entschließung. Sprague, der frühere Berater des Schatzamtes, ist bekanntlich wegen dieser Frage unter Protest zurückgetreten. Woo - d i n wies demgegenüber schärfstens die Behauptung Professor Spragues zurück, daß die amerikanischen Anleihen ungesund seien. Morgenthau erklärte, daß der amerikanische Kredit so fest stehe, wie der Felsen von Gibraltar. Präsident Roosevelt bezeichnete am Mittwoch in einer Rundfunkansprache anläßlich der 300-Jahrfeier des Bundesstaates Marrstand die Gegner der Regierungspolitik als „mächtige intolerante Dickköpf e". Eine Reihe von Zeitungen erklärt, daß diese Gegenstände in ähnlicher Weise entschieden werden müßten, wie dies bereits im Jahre 1896 anläßlich des Kampfes zwischen dem demokratischen Führer Bryan und dem späteren republikanischen Präsidenten McKinley der Fall gewesen sei, also wohl offenbar durch einen neuenWahl- feldzug. Im Jahre 1896 hatte nämlich der Demokrat Bryan seinen Kampf bei der Präsidentenwahl unter dem Schlagwort vom „Kreuz des Goldes" geführt, wobei Bryan", der für ein festes Wertverhältnis von Gold und Silber im Verhältnis 1:16 eingetreten war, sich zu Gunsten des Silbers als Währungsmetall eingesetzt hatte und die These vertrat, daß auf den Goldwährunasländern das „Kreuz des Gol- d e s" laste. In einem erbitterten Wahlkampf hatte damals die amerikanische Nation die Ansicht Bryans verworfen und den Republikaner McKinley gewählt. Neben diesen Newyorker Blätterstimmen ist die Meinung des Washingtoner Sonder-Korrespondenten der Zeitung „H e r a l d and Tribüne" bemerkenswert, der zur Zeit eine Informationsreise durch die westlichen Landesteile der USA. unternimmt und die Meinung vertritt, daß Roosevelt kaum an Prestige verlieren würde, wenn er die bisherige Goldpolitik a u f g e b e n sollte. Mit Ausnahme der Landwirtschaft würde, so erklärte Mark Sullivan, die Bevölkerung der USA. mit einer allmählichen Hebung des Preisniveaus ohne Währungsejper i m ente zufrieden fein. Der republikanische Senator Reed äußerte sich dahin, daß seiner Ansicht nach der Rücktritt von Professor Spraaue von feinem Posten als Finanzberater des USA.-Schatzamtes als ein warnender Hinweis in der Richtung aufzufasfen sei, daß die demokratische Staatsleitung des Präsidenten Roosevelt vor dem gefährlich st en Experiment stehe, das überhaupt von irgendeiner Regierung unternommen werden könne. jedoch genehmigen, daß die zum Ostertermin 1934 nicht zugelassenen Schüler und Schülerinnen a n einem späteren Termin 1934 d i e Prüfung ablegen können. Der Zeitpunkt wird sich nach den Bestimmungen über die künftige Gestaltung des Schuljahres richten und von dem Minister rechtzeitig festgelegt werden. Besondere Bekleidung für Angehörige der deutschen Luftfahrt Berlin, 23. Nov. (WTB.) Der Reichsminister der Luftfahrt hat die Einführung einer besonderen Bekleidung für Angehörige der deutschen Luftfahrt genehmigt. Diese Bekleidung lehnt sich im Schnitt und in den Abzeichen an die Uniformen der SA. und der SS. an. Sie wird durch Reichs- Minister Göring in seiner Eigenschaft als Ehrenpräsident des Deutschen Luftsportverbandes verliehen, und zwar — worauf besonders hinzuweisen ist — mehr als eine Auszeichnung an Einzelpersonen, die Mitglieder der Fliegerstürme des deutschen Luftsportverbandes sein müssen; sie muß aus eigenen Mitteln beschafft werden. Kleine politische Nachrichten Das preußische Staatsministerium teilt mit: Der Führer stattete Ministerpräsident Göring an dessen Krankenlager einen Besuch ab. Die Genesung des Ministerpräsidenten macht langsam weitere Fortschritte. Sein Befinden ist, den Umständen entsprechend, befriedigend. Stabschef Röhm hat dem preußischen Justiz- Minister Kerrl telegraphisch mitgeteilt, daß ihn der Führer zumSA. - Gruppenführer unter Zu- teilung zum Stabe der SA.-Gruppe Berlin-Bran- benburg ernannt hat. Die dritte und vierte Bekanntmachung des Werberates der Deutschen Wirtschaft ist im Reichsanzeiger vom 23. November veröffentlicht worden. Die dritte Bekanntmachung regelt u. a. die Normung der Anzeigenspaltenbreite, die Anzeigenpreisliste, die Preissteuer, die Anzeigenoermittlung, die Anzeigenpacht, die allgemeinen Geschäftsbedingungen im Anzeigenwesen und die Auflagenangab^ Die vierte Bekannt- machung enthält weitere Bedingungen für die Genehmigung zur Wirtschaftswerbung durch Werbeberatung. * Reichsinnenminister Dr. Frick hat in einem Erlaß an die Unterrichtsminister der Länder ersucht, daß den Schülern aller Schulen die Schicksalsbedeutung des 12. November klar vor Augen geführt und verständlich gemacht wird. * Der Reichsminister des Auswärtigen und der Reichswirtschaftsminister haben 19 Herren zu Mitgliedern des Außenhandelsrats berufen. Zum Geschäftsführer des Außenhandelsrates ist der Leiter der Reichsstelle für den Außenhandel, Oberregierungsrat Pohlmann, berufen worden. Dem Ministerialrat im Reichsarbeitsministerium Dr. Karstedt ist mit Zustimmung des Reichspräsidenten das Ehrenzeichen 1. Klaffe des Deutschen Roten Kreuzes als Anerkennung für besondere Verdienste verliehen worden. * Eine Abordnung des Deutschen Gemeindetages hat am Denkmal des Freiherrn vom Stein auf dem Dönhoffplatz anläßlich der 125. Wiederkehr des Tages, an dem d : e e r ft e preußische Städteordnung in Kraft getreten ist, einen Kranz niedergelegt mit der Inschrift: „Dem Führer in deutscher Not, dem Erneuerer deutscher Selbstverwaltung". Kunst und Wissenschaft. Aufruf der Reichsschrifttumskammer zu den „10 Tagen deutsche Buchmesse". Die Reichsschrifttumskammer veröffentlicht folgenden Aufruf: Das Schrifttum einer Nation kennzeichnet ihre innere Kraft, ihre Leistungsfähigkeit und ihren Zukunftswillen. Im deutschen Buch liegen Ehre und Würde, Ansehen und Weltwirksamkeit des deutschen Volkes begründet. Nichts kann eindeutiger und bestimmter den Geist des neuen Deutschland, die Aufrichtigkeit seiner Gesinnung und die Richtung seiner inneren Entwicklung erweisen als das Verhältnis des ganzen Volkes zu seinem Schrifttum, insbesondere zum Buche des Revolutionsjahres 1933. Die „10 Tage deutsche Buchmesse", die den weltumspannenden Umfang und den beispiellosen Rang der geistigen Arbeit Deutschlands, soweit sie sich im Buche dartut, uns und Der Welt zum Bewußtsein bringen sollen, müssen eine gewaltige Kundgebung unseres Willens und unserer Kraft werden, an der jeder Volksgenosse teilhat. Die „10 Tage deutsche Buchmesse" wenden sich keineswegs nur an die Intellektuellen. Sie wenden sich gerade an den Arbeiter, an die ganze werktätige Bevölkerung und vor allem an die Jugend Deutschlands und rufen sie auf, heranzukommen an das Buch, teilzunehmen an der geistigen Arbeit in der Nation, zu sehen und zu prüfen, was der deutsche Dichter, der deutsche Schriftsteller, das deutsche Berlegertum und der deutsche Buchhandel dem Volke zu geben hat, Notwendiges und Schönes, Belehrendes und Erhabenes, Stilles und Großes, Vertiefendes und Begeisterndes. Alle müssen kommen und ihre Anteilnayme beweisen, damit wir vor uns selbst und vor der Welt gerechtfertigt stehen in unserem durch Jahrhunderte behaupteten Anspruch im friedlichen Wettbewerb der Völker, die ersten zu bleiben an geistiger und künstlerischer Fruchtbarkeit, Fahnenträger zu sein einer neuen Zukunft der Menschheit. Versteigerung der Sigmaringer Sammlung. Anfang Dezember wird in Frankfurt die berühmte Sigmaringer Sammlung zur Versteigerung gelangen, die heute noch etwa 220 Stücke umfaßt. Die Sammlung war, wie erinnerlich, 1928 im Städelfchen Äunftinftitut ausgestellt, und es bildete sich seinerzeit eine Kommission, die die außerordentlich wertvolle Sammlung, die neben Gemälden mitteltalterliche Plastiken und zahlreiche Stücke kirchlicher und profaner Goldschmiedekunst enthält, den deutschen Museen anbieten sollte, um zu verhindern, daß die Sammlung ins Ausland g.ng. Es gelang auch, einen großen Teil der 1200 Stücke umfassenden Sammlung unterzubringen; nunmehr soll auch der Restbestand liquidiert werden Aus oder Wett. Die verschmähten Ehrenplätze. — Der Führer im Münchener „Odeon". Reichskanzler Adolf Hitler und Stabschef Röhm tarnen dieser Tage, so erzählt der „Bayerische Kurier", zum Konzert von Maria Müller im Münchener „Odeon" fast unbemerkt in den Saal und nahmen in einer der ersten Reihen Platz. Sie wurden vom Publikum natürlich sofort erkannt. Der Platzanweiser schleppte sogleich zwei besondere Sessel an, stellte sie vor die Mitte der ersten Sitzreihe, trat respektvoll an den Führer heran und bat ihn, mit seinem Begleiter dort Platz zu nehmen. Der Kanzler suchte seine Eintrittskarte, besah sich die Nummer, verglich sie mit der Nummer seines Platzes und sagte: Vielen Dank. Diese Plätze haben wir ja gekauft, und hier bleiben mir. Settics Stratosphärenballon erreichte 18 300 Meter höhe. Die amerikanischen Stratosphärenflieger haben, wie amtlich festgestellt wurde, eine Höhe von 18300 Meter erreicht. Amerikanische Fliegerkreise betrachten S e 111 e s Flug als eine Rekordleistung, weil der Russenrekord angeblich nicht erwiesen fei. Settle hat die Absicht, schon in allernächster Zeit einen neuen Aufstieg zu unternehmen, wooei er eine Höhe von 24 000 Meter erreichen will. von einem Wegelagerer erschossen. In einer der letzten Nächte wurde, einer Meldung aus Braunschweig zufolge, der 25 Jahre alte Drogist Georg Kimme auf einem Feldweg am „Galgenberg" zwischen Dibbelsdorf und Wendhaufen, wo er mit seinem Kraftwagen hielt, von einem Unbekannten überfallen und durch mehrere Schüsse g e t öt e t. Der Täter hatte den am Steuer sitzenden Drogisten durch eine Taschenlampe geblendet, mehrere Schüsse abgefeuert und dann gerufen: „Geld her, Geld her, du Lumpl" Bei dem Versuch, weiter zu fahren, wurde Kimme von dem Räuber erschossen. Eine im Wagen befindliche junge Dame ließ der Täter unbe-n der Arbeiter- und Bauerninspektion, dec OGPU. und zwei Staatsanwälten, eingesetzt. Wettcrr raussage. Die Ostseestörung hat sich noch vertieft, während sich der hohe Druck nördlich der britischen Inseln weiter aufgebaut hat. Bei den stärkeren Lustdruck- gegensätzen gelangt unter etwas lebhafteren Winden ozeanische Luft aus höheren Breiten südwärts und dürfte mehr wechselhafte Temperaturen herbei- führen. Die Bewölkung wird wohl vorübergehend aufreißen, vereinzelt treten aber noch Schauer auf. Mit der Verlagerung des hohen Druckes nach Skandinavien zu, werden die Winde in Deutschland mehr nach Osten drehen, so daß für später Beruhigung zu erwarten ist. Aussichten für Samstag: Wechselnd wolkig mit vorübergehendem Aufklaren, Temperaturen mehr schwankend, noch vereinzelte schauerartige Niederschläge. Aussichten für Sonntag: Ruhigeres, aber noch nicht ganz beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 23. November: mittags 5,6 Grad Celsius, abends 4,1 Grad; am 24. November: morgens 3,6 Grad. Maximum 5,6 Grad, Minimum 2,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. November: abends 2,9 Grad; am 24. November: morgens 2,6 Grad Celsius. — Niederschläge 1,6 mm. cjüas iefi bi der natürlich auch Panflavin- Pastillen, — die Sie ebenfalls stets bei sich tragen sollten — denn sie bieten wirksamen Schutz vor Erkältung, Halsentzündung, Grippe. anflaviv* Doktor GwdeS Lhe. Originalroman von 3- Schneider.Zoerfil. 22 Fortjetzung Nachdruck oerbotenl Die Geheimrätin fragte nicht, nahm die Tochter nur in die Arme und bettete deren Gesicht an ihre Brust. — Was halfen hier Worte? — Nichts! In diesem Falle muhte alles versagen. Jeder Trost blieb ohne Wirkung. Zwei Menschen, die sich über alles liebten, standen durch einen dritten getrennt. Und dieser Dritte war ollen Hasses fähig. • Das Kind gedieh unter den liebenden Händen der Geheimrätin auf das prächtigste. Auch Grudes Praxis, in der Lena wieder als guter Geist waltete, begann sich allmählich wieder zur früheren Höhe emoorzuentwickeln. Seit Wochen war keine Zeile mehr von Madlen eingetroffen. Das Kabarett ga- stierte wahrscheinlich im Ausland. Dann fiel Grude an einem Winterabend, als die Schneeflocken über das Dächergewirr Wiens herab- tanzten, eine schreiende Lichtreklame in die Augen. Er mäßigte da? Tempo feines Wagens und sah seinen Namen in grellen Buchstaben auf dem Transparent eines Tingel-Tangels aufleuchten. Madlen Grude Sein Herz setzte im Schlage aus. Sie war wieder in Wien und stellte, ohne Rück- sicht zu nehmen, bar jeden Schamgefühls, seinen Na- men an den Pranger. Madlen Grude Er schloh die Augen, um es nicht mehr zu sehen. Er schaltete eine größere Geschwindigkeit ein und suchte aus dem Bereich des Stadtteils zu kommen. Lena forschte fragend in seinem Gesicht, als er nach Hause kam. Er muhte Derdruh gehabt haben. Sie besprach sich mit Dick. Er wußte ebensowenig. Grude war allein sortgewesen und hatte seinen Wagen selbst gesteuert. Am Abend überraschte Montrey den Freund, wie er, mit Smoking und Lackschuhen angetan, aus dem Schlafzimmer schlüpfte. Es war Grude sichtlich unangenehm, von Dick gesehen worden zu sein. „Du gehst noch aus?" „3ar „Darf man sich anschließen?" ,Hch möchte allein gehen, Dick, — heute wenigstens/' Er sah Montreys besorgten Blick und besänftigte ihn mit einem apathischen Lächeln. „Meine Frau ist wieder in Wien." „Herrgott! Und da willst also jetzt zu ihr?" Breitspurig aufgepflanzt stand Dick vor der Türe. „Ja!" „Hast wenigstens dein Geld aus der Tasch'n genommen?" Grude war Im Begriffe aufzufahren, unterließ es dann und machte nur eine knappe Bewegung der Abwehr. „Bleib zu Hause, Dick! Und spioniere mir nicht nach, ich bitte dich. Ich will nur das Mi- lieu sehen, und wie weit sie es gebracht hat. Es ist bitter genug, dah sie nicht einmal unter einem Deck- namen auftritt, sondern unter dem meinen. Sie reißt das wieder zusammen, was ich mir notdürftig aufgebaut habe. Bielleicht will sie auch das Kind haben." „Tschaperl", lachte Montrey gerade hinaus. „Darüber brauchst wirklich keine Angst hab'n. Das will sie sicher net. Wann: dann will sie Geld. Nimm net zu viel Geld mit, Felix! Und wanns dich wirklich an pumpt, dann jammer ihr was vor wie schlecht deine Praxis jetzt geht, und wieviel der Haushalt verschluckt und dah deine Patienten gar net zahln woll'n." „Ach", sagte Grude, während ein flüchtiges Lächeln über fein Gesicht lief, „vielleicht will sie überhaupt nichts." „Das sollt mich wundern." Mit diesen Worten öffnete Montrey die Korridortür und ging ein Stück mit die Treppe hinab. „Wann kommst wieder z' Haus?" Grude sah ihn verwundert an. „Du gefällst dir scheinbar in der Rolle eines Kindermädchens, Dick." Ohne auf den Spott zu reagieren, sagte dieser: „Wann du bis ein Uhr nicht zurück bist, geh ich nach dir schau'n." „Es wird nicht nötig sein, mein Alter." Der „Faun", so nannte sich das Kabarett, in dem Madlen auftrat, war noch ziemlich leer, als Grude dort eintraf. Er konnte sich mit Muhe einen gedeckten Platz suchen, der, zwischen Säulen geschützt, dennoch freien Ausblick auf die Bühne gewährte. Allmählich füllte sich das Lokal. Das Publikum war reichlich gemischt. Die Hauptsache blieb, daß es zahlte. Knapp vor Beginn der Vorstellung war auch der letzte Tisch besetzt. Es war wie überall in solchen Etablissements. Der Conferencier trug einen tadellosen Frack und eine ebenso tadellose weiße Binde. Dann kam eine Chansonette, die mit näselnder Stimme einen modernen Schlager zu Gehör brachte. Und dann kam „sie". Zornröte schlug Grude ins Gesicht, Verwunderung, Zorn, Ekel — er war sich unklar, welches von diesen Gefühlen ihn am meisten beherrschte. Er wandte den Blick ab und lieh ihn abermals auf der Bühne haften. Eine glitzernde Robe umspannte Madlens Körper, der noch etwas schlanker geworden war. Bei jeder Bewegung sprühte der Flitter im Lichte der Scheinwerfer auf. Flammen wechselten darüber hin, die bald rot, bald blau, bald grün, bald gelb aus den Kulissen züngelten. Und diese Frau trug seinen Namen. Der Beifall war endlos. Nur er regte keinen Finger und sah unverwandt in das schmäle Gesicht, In welchem unter Puder und Stift ein konventionelles Lächeln eingegraben stand. Wenn seine Tochter auch nur einen Tropfen dieses Blutes in sich vererbt bekommen hatte, dann wehe ihm und ihr! Roch nie war er fo mutlos gewesen wie jetzt, wo er noch einmal den ganzen Niedergang seiner Ehe durchlebte. Er warf einige Zeilen auf eine Visitenkarte und winkte dem Oder, diese Madlen zu übergeben. Schon nach wenigen Minuten kam er zurück und bestellte, die gnädige Frau liehe ihn in das kleine Teezimmer bitten. Grudes Füße wollten nicht recht gehorchen, als er sie jetzt in Bewegung setzte. Er hatte seit Monaten soviel wie keinen Alkohol mehr konsumiert. Nun rächte sich diese Enthaltsamkeit, indem sie ihn schwanken machte, als er, die Portieren zur Seite schiebend, den Teeraum betrat. Vor ihm ein Hauch von kostbaren Blumen, und mitten in diesem Hauch, noch immer in dem gleichen Flitter, mit dem sie auf der Bühne erschienen war, Madlen. Sie war einen Moment verwirrt, als sein Blick so verächtlich über sie hinstreifte. Dann war die Hemmung abgeschüttelt. Daß er, ohne ihr die Hand zu reichen, nach einem Stuhl deutete, nötigte ihr nur ein Achselzucken ab. „Warum suchst du mich hier auf, wenn ich dir nicht dezent genug gekleidet bin! Ich kann mir keinen Sack um den Leib hängen und das Gesicht mit Salz und Asche bestreuen." „Mochtest du in diesem Aufzug vor dein Kind treten?" „Ach!" sagte sie, schnippte mit den Fingern, lieh sich in einen Stuhl fallen und sah an ihm oorüb:r. „Die alte Leier: Du mußt immer etwas an mir aus- Zusehen haben. Schließlich ist das doch hier kein Kloster. Du bist eben immer schon ein Nörgler ge- wesen und ein langweiliger Philister. — Weil du eben abgestumpft bist." .Abgestumpft--?" „Gott! Das seid ihr Aerzte doch alle. Ihr finbet eben nichts mehr an einer Frau." „Leider, ja!" stimmte er zu und setzte sich ihr gegenüber. „Im übrigen bin ich hierhergekommen, um dir einen Vorschlag zu machen. Was verlangst du, wenn ich dir meinen Namen abkaufe?" Sie warf einen schiefen Blick nach ihm hinüber. „Weiter!" „Nichts weiter! — Ich wiederhole: Was verlangst du?" „Ich habe dir fdjdh von Anfang an gesagt, daß ich in keine Scheidung willige." „Wer spricht von Scheidung?" wehrte er ab. Und während er sein Silberetui herauszog und es ihr hinüberreichte, zitterten ihm die Finger derart, daß es ihm beinahe aus den Händen fiel. Sie lächelte vielsagend, ließ sich Feuer geben und blinzelte dann zu ihm auf. „Es liegt dir offenbar sehr viel an deinem Namen!" ,La, sehr viel!" „Es klingt aber so hübsch: Madlen Grude." Er vermochie sich nicht mehr zu beherrschen. ,Lch will aber nicht, daß es von allen Tingeltangeln herunterfchreit?" rief er empört. ,Zch biete dir zehntausend Schilling, wenn du dir einen anderen Namen zulegst." „Gott, Felitsche, wie mußt du reich fein!" sagte sie. während ein kleines, boshaftes Lachen um ihren Mund schwang. „Ich muß mir das Geld leihen, Madlen." „Wer das glaubt?" kicherte sie, und fuhr zurück, als er plötzlich hochsprang. „Das will doch überlegt (ein“, meinte sie einlenkend. „Also zehntausend Schilling. Mehr kannst du wohl nicht anlegen?" „Nein!" „Unö welche Bedingung knüpfst du sonst noch daran?" „Seine mehr!" ..Dann also, ja! Ich nehme an!" Er atmete auf. Sie sah es und hielt ihn noch einmal in Schach. .Zch wuß natürlich erst noch mit meinem Direktor sprechen", sagte sie und erhob sich zugleich, auf ein Klingelzeichen horchend. „Ich habe nämlich noch eine Nummer." „Ich danke dir für dein Entgegenkommen. An dem Tage, an welchem du unter einem anderen Namen auftrittjt, bekommst du die Summe ausbezahlt" ..Schön!--Gute Nacht, Felitsche'" Sie warf ihm noch eine Kußhand zu und flitzte aus der Tür. (Er glaubte, das Rascheln ihres Umhangs noch zu hören, als sie schon längst aus dem Zimmer war Grude glitt in seinen Stuhl zurück Um zehn- tausend Schilling verkaufte sie ihren Frauennamen. Nach ihrem Kinde hatte sie überhaupt nicht gefragt. Und dieses Geschöpf war seine Frau gewesen • Grude kam etwas nach Mitternacht nach Hause und klinkte die Flurtür behutsam ins Schloß. Lena war aufmerksam. Sie hatte die kleine Lampe brennen lassen. Alles schien in tiefftem Schlaf zu liegen Als er eben in fein Zimmer treten wollte, hörte er, wie die Flurtür noch einmal ging. Das mußte Dick fein. Wo war er gewesen? Hatte er Sorge gehabt, daß ihm etwas zugestoßen sei? Es war sonst nicht seine Art, so spät nach Hause zu kommen. Er hörte ihn nach der Gangtoilette gehen und dann nach seinem Zimmer hinüber. Eine Weile war es still, bann knarrte Dicks Tür noch einmal, und ein Knöchel klopfte gegen die seine. Er öffnete. Montreys fragenden Blick gewahrend, lächelte er: „Für zehntausend Schilling ist sie bereit, meinen Namen abzulegen — — für die Bühne wenigstens." Montreys Blick fragte noch immer. „Sonst nichts?" sagte er langsam. „Nichts! Nein!" l Fortsetzung folgt > nierung, ganz gefüttert 19’5 26.00, lütter Auslührungen 48.00, 39.50, Tücht. Schneiderin aa j bat noch Tone frei. JJtXvV Kleider, Kinder-An- <*'*'**'• r—Ziehung T.-n.De/Dr. |Verschiedenes| Gutes Beiprogramm - Ufa-Ton-Woche Mietgesucne tut (■akageaD.lKoaaole ITeewaeen.lTeiletle- :hn tieek ■.Seaael. m Rlelchwtr. 36. I. '« kM« F.aakHrt-Mala 10080 Backofen, 2 Battao e. Naeklsekrlakchau Antreten Totenehrung Nie Nie Nie Nie LeupinCreme und Seite seit Jahr.be währt b. Sportlicher Mantel aus modernem Bouclä-Marengo mit neuartigem Revers, ganz gefüttert............................ 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