Nr. 276 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 24. November M3 Aus der Provinzialhauptstadi. WafferdichteS Schuhwerk! Don Dr. med German Hübner. Nicht nur auf dem Lande, sondern auch in der Stadt herrscht noch vielfach die Vorstellung, daß in der kühlen Jahreszeit auch der kerngesunde Mensch mit nassen Füßen sich eine Krankheit zuziehen könne: in der Nässe, so glaubt man, stecke der Krankheitskeim, der dann durch die Füße in den Körper aufsteige. Das ist nicht richtig. Wenn z. V. ein Bauer bei irgend einer Beschäftigung im Freien sich nasse Füße holt und daraufhin krank wird, so war die Nässe sicherlich nicht die Krankheitsursache, sondern sie bewirkte lediglich, daß ein im Körper schon vorhandener Krankheitsstosf um sich greisen und so die Krankheit erst zum Ausbruch kommen konnte. Mit dieser Feststellung soll dargetan werden, daß kräftige, absolut gesunde und wettergestählte Menschen von nassen Füßen nichts Schlimmeres zu befürchten haben, während bei schwächlichen, anfälligen Leuten größte Vorsicht geboten ist. Nun weiß der Landarzt aber aus vielfachen Erfahrungen, daß selbst auf dem Lande die absolut gesunden, durch und durch widerstandsfähigen Leute nicht überall in der Mehrzahl sind, sondern daß auch viele Bauersleute Krankheitsbereitschaft stän- dia mit sich Herumtragen. Ganz geringfügige Anlässe, in der kühlen Jahreszeit besonders nasse Füße, bringen dann die Leiden zum Durchbruch. Wie geht das vor sich? Bei allen Menschen bringen aus der Luft, durch die Speisen oder mitunter durch offene Wunden Bazillen in den Körper ein. Diese winzigen Lebewesen sind ungefährlich, solange alle inneren Organe, sowie die Haut und die Schleimhäute gleichmäßig durchblutet werden: denn dann besitzt der Mensch überall die normale Blutwärme, die ein Wuchern der Bakterien und somit das Aufkommen einer Krankheit nicht zuläßt. Der Blutumlauf kann jedoch gestört werden. Heute wollen wir uns nur die Störung überlegen, die durch nasse Füße eintreten kann. Ist die Nässe durch schlechtes Schuhwerk eingedrungen, dann hat die Feuchtigkeit auf der Haut des Fußes das Bestreben, zu trocknen, zu verdunsten: dazu braucht sie aber Wärme. Weil nun die Umgebungswärme in der kühlen Jahreszeit zu gering ist, wird die Verdunstungswärme dem Körper selbst entnommen und dieser verliert an Wärme. Seine Eigentemperatur sinkt zunächst auf der gesamten Hautoberfläche, deren Blutgefäße sich durch den Einfluß der Abkühlung zusammen- ziehen. Dadurch erklärt sich das häufige Frösteln vor Ausbruch einer Krankheit. Da nunmehr die Körperhaut schlechter durchblutet wird, muß die Don der Haut abgeleitete Blutmenge in anderen Organen, sagen wir in der Lunge, Niere, Gallenblase usw., gestaut werden. In solchen Stauungsgebieten wird die Temperatur steigen. Es gibt gewissermaßen ein kleines örtliches Fieber (Entzündung), das genügt, um die Lebensbedingungen für die z. B. in der Lunge vorhandenen, unter gewöhnlichen Umständen unschädlichen .Bazillen zu verbessern. Diese, zu anderen Zeiten harmlosen, manchmal abgekapselten (Tuberkelbazillen!) Schmarotzer fangen an, zu wuchern und vergiften durch ihre Ausscheidungsprodukte — Bazillen scheiden wie alle Lebewesen die verbrauchten Stoffe wieder aus, wie der Ofen die Schlacken — das Blut ihres Wirt"s. Es kommt zu einem allgemeinen Fieber, zur Krankheit. Auf die geschilderte Weise haben die Aerzte alle möglichen Krankheiten entstehen sehen: Nasen- und Rachenkatarrh, Mandelentzündung, Brustkatarrh, Lungen- und Rippensellerkrankungen, Nieren- und Blasenleiden, Gallenblasenentzündung, Darmkatarrh, Ohrenleiden, Hirnhautentzündung, Gelenkrheumatismus, mit einem Wort so ziemlich jede mit Fieber verbundene Erkrankung. Bauern und Städter, laßt euch nicht durch falsche Svarsamkeit verleiten, euer Schuhwerk zu vernachlässigen. Die Schuhe sollen in dieser Zeit wasserdicht sein, besonders bei Kindern, die gegen Er- Faltungen empfindlicher sind als Erwachsene. Nasse Füße bedeuten Krankheit — und diese kostet mehr Geld, als ihr an den Schuhen jemals sparen könnt! Ein Zwiegespräch. Neulich fragte mich ein vielgereister Städter: „Sagen Sie mir doch, warum ißt man in Deutschland vorwiegend Schwarzbrot? Man könnte doch an Stelle des Roggens allerorts Weizen säen und man bekäme auch bei uns, wie in anderen Ländern ein feines, billiges Weißbrot. Warum verordnet die Regierung so etwas nicht einfach?" Man sieht, dieser Mann hatte eine ganz falsche Vorstellung von Scholle und Bauerntum. Die Landwirtschaft betrachtete er offenbar als ein industrie- ähnliches, von Klima und Bodenbeschaffenheit unabhängiges Unternehmen. Er machte daher große Augen, als ich ihm erklärte, daß es doch in erster Linie auf die Bodenart und das Klima ankäme. Ich stellte absichtlich umständliche und drastische Fragen wie: warum sind am Rhein, in Franken, Württemberg und Baden die großen Weinkellereien und in München die riesigen Brauhäuser; warum gedeiht im Allgäu die Milchwirtschaft: warum gibt es nur in bestimmten Gegenden Deutschlands Edelobst und Frühgemüse: warum wächst der Spargel nicht im Riesengebirge, der Hopfen nicht in Westfalen, der Tabak nicht im Sumpfboden? Nun begriff der Mann und schämte sich etwas seiner vorherigen Frage. Er stimmte mir restlos zu, als ich zum Schluß meinte: Nicht wir Bauern verfügen und bestimmen in der Hauptsache, was der Boden herzugeben hat, sondern dieser selbst und sein bester Gehilfe, nämlich das Klima, beschränken uns auf ganz bestimmte Pflanzenarten. Wären die Voraussetzungen gegeben, so käme auf weiten Strecken Deutschlands statt Roggen der Weizen zum Anbau. Der Bauer ist also nicht Herr über seine „Produktionsmittel", b. h. seinen Baben, er ist scholle- verbunben unb baher zutiefst heimatverwurzelt: er kann auch nicht, wie ber Fabrikant, zum voraus genau berechnete Mengen erzeugen, sonbern all' bas bestimmen höhere Gewalten. Unb bas ist es, was bie bäuerliche Gefühls- unb Denkungsart so gewaltig unterscheibet von ber Lebensanschauung manches Stäblers, ber glaubt, er sei Herr über alle Dinge. H. R. NSDAP. In einer Bekannmachung an sämtliche Bürgermeister, Fraktionsführer unb Beigeordneten bes Kreises Gießen macht bie Kreisleitung ber NSDAP, barauf aufmerksam, baß am fommenben Sonntag in Frankfurt a. M im großen Saale bes Völks- bilbungsoereins, Eschenheimer Anlage Nr. 40, um 10 Uhr beginnenb, eine Tagung ber kommunal- politischen Abteilung bes Gaues Hessen-Nassau statt- finbet. Zur Teilnahme verpflichtet find sämtliche Parteigenossen (Bürgermeister, Beigeorbnete, Fraktionsführer). Treffpunkt 6.20 Uhr am Bahnhof Gießen, Abfahrt von Gießen 6.40 Uhr. NS-Lehrerbund, Gau Ausland. Oeffenlliche Versammlung auf der Liebigshöhe. Als Abschluß der Sammeltätigkeit für die in Not geratenen Rußlandbeutschen, an ber sich auch bie Lanblehrer bes Kreises Gießen erfolgreich betei.igt haben, unb zugleich als Werbeversammlung für ben Gau Auslanb bes NS.-Lehrerbunbes finbet am kom- menben Samstag, 25. November, 15 Uhr auf ber Liebigshöhe in Gießen (Enb- punkt ber roten Straßenbahnlinie) ein Vortrag bes Wolgabeutschen Privatbozenten Dr. Fritzlar über „Deutsche trüber an ber Wolga" statt. Es spricht außerbem ber unterzeichnete Gauobmann über „NS -Lehrerbunb unb Staat" (Bericht über bie für bie Entwicklung bes NSLB. hoch- bedeutsame (Bauobleutetagung in Dortmunb am 18. b. M.). Alle Lehrer bes Kreises Gießen unb auch benachbarter Kreise finb zu bieser Versammlung herzlich eingelaben. Ebenso Gäste unb Mitglieber bes VDA. Es werben bei bieser Gelegenheit auch bie Beiträge ber Förberermitglieber bes Gaues Auslanb im NS.- Lehrerbunb erhoben. (2 Mark) Der (Bauobmann: Dr. Hen ß. Gefallenen-Ehrung der Militär- und Regimentsvereine Gießen. Die Arbeitsgemeinschaft ber Militär- unb Regimentsvereine Gießen veranstaltet, wie im Vorjahre, am Totensonntag, 26. November, um 11 Uhr am 116er-Denkmal unter Mitwirkung bes Sauer« schen Gesangvereins unter Leitung bes Chvrmeistcrs Prof. Dr. Temesvary eine Gefallenen-Gebenk- feier. Die Gebächtnisrebe wirb von Prof. Dr. Schmoll gehalten. Vorher finbet gemeinsamer Kirchgang statt. Die Mitglieber ber Vereine treten pünktlich um 9 Uhr in ber Johannesstraße an unb werben bann auf beibe Gotteshäuser verteilt. Nach bem (Bottesbienft erfolgt pünktlich um 11 Uhr von ben Marktlauben-Linbenplatz ber gemeinsame Anmarsch zum 116er-Denkmal. Nach ber Feier marschieren bie Vereine geschlossen zum Os- roalbsgarten, wo bie Auflösung erfolgt. Deutsche Bühne. Für ben Monat Dezember finben folgenbe Vorstellungen statt: Samstag, 2. Dez., „Wenn ber Hahn kräht"; Donnerstag, 7. Dez., „Wenn ber Hahn kräht": Donnerstag, 14. Dez., „D-Boot 116") Samstag, 16. Dez., „Wiener Blut". Die Karten werben für bie Samstag-Mitglieder am Samstag, 25. Nov., für bie Donnerstag-Mit- glieber am Donnerstag, 30. Nov., an beiben Tagen von 16 bis 19 Uhr an ber Theaterkasse ausgegeben. Angesichts besten, baß viele Mitglieber über Weihnachten verreisen werben (insbesonbere bas Militär), mußten bie Vorstellungen auf bie erste Hälfte bes Dezember gelegt werben. Dagegen ist künftig vorgesehen, baß bie Vorstellungen in ber zweiten unb vierten Woche, bie Kassenstunb«n in ber ersten Woche bes Monats Jtattfinben. Auf bie heutige Anzeige fei befonbers hingewiesen. Straßensperrungen bei Schneeverwehungen. Die nachverzeichneten Provinzialstraßen werden bei sehr starken Schneefällen und Schnecverwehun« gen für ben öffentlichen Verkehr gesperrt: Kreis Gießen: Grüningen — Lang - Göns) Lang-Göns — Nieber-Kleen; Trais-Münzenberg — Bellersheim. Kreis Schotten: Michelbach — Busenborn; Breungeshain—Sichenhausen: Ritzenbügel—Altenhain: Petershainer Hof — Wohnfelb; Wiesenhof — Fettdrücken; Poppenstruth — Götzen; Stümperten- rob — Ulrichstein; Helpershain — Meiches; Helpershain — Engelrob; Ulrichstein — Babenhausen (Abf. nach Ober-Seibertenrob): Herchenhain—Sichenhausen. Kreis Lauterbach: Dirlammen — Hopf- mannsfelb; Dirlammen — Frischborn; Engelrob — An die deutschen Krauen! Vergeßt die Leinenweber nicht! Von Gerhart Hauptmanns „Webern" her wissen wir um bie Nöte bieser Heimarbeit, bie bamals in Gefahr ftanb, von Maschine unb Kapitalismus auf- gerieben zu werben. Dieser Kampf auf Tob unb Leben ist bis heute noch nicht ausgekämpft. Die Heimweberei, auch die rein hanbwerkliche, ist nach nicht ausgestarben, im Gegenteil, sie hat in jüngster Zeit roicber etwas Mut geschöpft, nachbem es ihr viele Jahre lang erbärmlich schlecht gegangen Ist. Anlaß zum Mut gab einmal ber Aufschwung ber kunstgewerblichen Werkstätten, bie ihre Muster in Möbel- unb Dekorationsstoffen meistens selbst weben, bie größere Aufträge aber in bie Heimwebereibezirke zur Ausführung abgeben. Das ging einige Jahre, solange bie Architekten, bie eigentlichen Auftraggeber, zu tun hatten, solange es noch Leute gab, bie sich moberne Wohnungen einrichten lassen kannten. Das ist vorbei, beinahe vorbei, unb bamit schien auch bie letzte Aussicht für unsere Heimweberei ba» hinzuschwinben. Da kam im letzten Frühjahr ganz unverhofft, wie ein Geschenk bes Himmels, bie große ßeine n m 0 b c. Jebe Dame mußte ihren Leinenmantel, ihr ßeinenfoftüm haben, unb nun häuften sich bei ben schon fast verzweifelten Heimwebern bie Aufträge. Auch bie ältesten Webstühle konnten roieber in Betrieb genommen werben. Im Bayerischen Walb einem alten ßeinenweberbezirk — in biefen abgelegenen Söalbgebieten, bie mit ber Welt kaum burch Wege, von Eisenbahnen schon gar nicht zu reben, verbunben finb — war es seit langen Zeiten zum ersten Male roieber möglich, alle 1500 ßei» nenroeber fast ein ganzes Jahr hindurch zu beschäftigen, Heute erhebt sich nun bie bange Frage: Wirb es möglich sein, die Leinenmobe im nächsten Frühjahr sortzuführen, ober ist es bamit zu Ende? Was für eine Art Leinen wirb verlangt unb welche Webarten? Können biefe ßeinenmoben von unfern Heimwebern hergestellt werben? Fragen, bie in dieser Form in Deutschland kaum noch ausgesprochen werden sollten. Denn wo es sich um bie Erhaltung eines wichtigen deutschen Hanb« werts hanbelt, unb bas finb bie Heimweber, wirb man von ber beutschen Frau ohne weiteres erwarten bürfen, baß sie ihre mobischen Launen zügelt unb bie Leinengewebe, bie sich in biefem Sommer bewährt haben, auch im nächsten Frühjahr noch kauft — unb trägt. Um aber ganz sicher zu gehen unb ben Heimwebern bestimmte Richtlinien an bie Hand zu geben, hat bie Arbeitsgemeinschaft Deutsche Stoffe — Deutsche Kleibung eine Umfrage bei ihren Mitarbeitern veranstaltet: „Was können wir tun, um bie ßeinenmobe im Frühjahr fortzusetzen? Welche Webarten, welche Ausmusterungen haben Aussicht auf Erfolg? Schon bie Möglichkeit, in gemeinsamer Aussprache ben Weg ber Mobeentwick- iung zugunsten eines beutschen Hanbwerks zu beeinflussen, zeugt von bem neuen Geist, ber auch in Mobebingen eingezogen ist. Es bestehen gute Aussichten für eine Fort- sehung ber Leinenmobe. Die technischen Voraussetzungen für ein weiches, nicht knitternbes beutfches Leinen finb burchaus gegeben. Mehr noch als im letzten Frühjahr wirb es möglich fein, statt bes glatten Seinen Musterungen zu bringen. Wir können bie altbewährten hanbwerklichen Reize verwenben, können burch Garnzusammenstellung, Binbungen zusammen mit Druck interessante Stoffmuster schaffen, auf bie bie Mobe wartet, unb es können gerabe bie ben Heimwebern von früheren Zeiten her geläufigen Techniken babei Anwenbung finben. Von bieser Seite her finb also ber ßeinenmobe unb ber Weiterbefchäftigung unserer Heimweber bie Wege geebnet. Nun ist es Sache der deutschen Frau, sich zu bem deutschen Deinen zu bekennen, die Leinenweber, die auf ihre Frühjahrsbestellungen warten, nicht zu vergessen unb bie Mobeleute schon jetzt zu veranlassen, bei ben Frühjahrsmobellen, bie gerabe in biefen Wochen entworfen werben, recht viel beutfches Leinen zu verarbeiten. A. I. Gießener Konzeriverein. Orgel-Konzert Günther Ramin. Jnbem Günther Ramin feinen biesmaligen Orgelabenb Iah. Seb. Bach unb Max Reger roibmete, gab er ben beiben markantesten Meistern deutscher Orgelkunst Gehör. Joh. Seb. Bach saßt bie musikalisch-geistigen Leistungen bes Hochbarock zusammen unb erhebt sie durch bie Kraft feiner Persönlichkeit zu steilsten Gipfelpunkten. Eine Steigerung barüber hinaus erschien auf bem beschrittenen Wege für bie ba» malige Zeit nicht benfbar Die historische Entwicklung bestätigt biefe Tatsache burch bie bebeutfame Stiiroenbe um 1750 mit ihrer neuen Instrumentalmusik. Unb bennoch erschöpft sich Joh. Seb. Bach nicht nur in ber Dollenbung feines Zeitgebankens. Wenn man z. B. bas Ls-Dur-Prälubium stilkritifch beleuchten würbe, so könnte man eine Reibe von Einzelzügen feststellen, bie über ben Hochbarockcharakter hinausweisen in bas kommende musikalische Zeitalter. Es ist als ob hier ber musikalische Genius Momente vorausnähme, bie erst in einer späteren Stilepoche voll bewußt zur Geltung kommen. Als Max Reger sich ber Orgel zuwanbte, ba erschien er vielen in seinem Schaffen als nicht zeitgemäß. Die Instrumentalmusik war gegen Ende bes 19. Jahrhunberts nach einem Höhenweg non Gipfel zu Gipfel zu höchster Steigerung ber klanglichen Mittel unb letzter Farbauswirkung gelangt unb hatte über ber Ausweitung bes Klanglichen die innere Organik nicht in allen ihren Zügen berücksichtigt. Ja, man oar bazu gekommen, musikalische Teilvorgänge meyr als Mittel zum Zweck anzusehen, statt ihnen bie gebührende wichtige Stellung zuzuweisen. Unter ber Vorherrschaft bes Klanglichen war eben bie innere Struktur bes Werkes zu kurz gekommen. Ein solcher Zeitstil vermochte bem jungen Reger keine Ansatzpunkte für fein Schaffen zu geben; barum mußte er sich zurückwenben zu früheren Perioben beutscher Musik, unb er fanb geistigen Halt in ben Werken von Joh. Seb. Bach. Hier trat ihm ber Meister entgegen, besten Werk bis in bie kleinsten musikalischen Teilvorgänge hinein aufs straffste intensiviert war unb spannungs- unb ausbrurfsgebunben sich mit stärkster Konsequenz be» rotes. Unb bas war bie Brücke, bie Reger mit Bach oerbinben mußte. Regers oft wieberholter Ausspruch: „Ich kann nicht anbers als polyphon benfen", bestätigt aufs neue biefe feine Schaffensart. Reine Polyphonie war aber für ihn nur bei Bach zu finben, denn im 19. Jahrhundert war bas Polyphon burch bas Dominieren bes Harmonischen in seinem Wesen verfälscht worben. Was sich als polyphon ausgab, war meist nur in Stimmbewegung aufgelöste Harmonie. Mochte Max Reger sich auch zunächst eng an sein großes Dorbilb anschließen; aber burch straffste Selbstbisziplin fanb er halb ben Eingang zu einem persönlichen Stil. „Meine Musik verzichtet auf jeben sogenannten Effekt — ich gehe jeber nur im geringsten banalen Wenbung mit Bewußtsein aus bem Wege" Unbekümmert über bas Urteil ber zeitgenössischen Kritik, ob „seine Sachen etwas tauaen ober nicht", übergibt er bie Entscheibung ber Geschichte. Die Wesensverroanbtschast mit Joh. Seb. Bach ließ ihn aber nicht ins Epigonentum verfallen. Die große geschichtliche Entwicklung ber Differenzierung bes Harmonischen macht er ber Intensivierung seines Stiles nutzbar. Ja, oft mag es erscheinen, als rüttle er mit gespanntester Energie an ben Grenzen ber Tonalität: aber nie verirrt er sich in bas Gebiet bes Atonalen, weil eine strenge Logik seinen Schaffenswillen zügelt. Wenn auch bie Orgelbaukunst feiner Zeit mit ben raffiniertesten technischen Mitteln sich bemühte, ber Farbigkeit bes Orchefterklanaes zuzustreben, wenn auch bie bamalige zeitgenössische Orgelkomposition bem Klangwunber ber neuen Orgel ihren Tribut entrichtete, Max Reger wandte sich bewußt von diesem äußeren Schein ab. Die innere Stuftur bes Werkes war bei ihm entscheibenb; nur bie oMfältige Möglichkeit ber Abstufung bynami- scher Grabe ließ er ber Ausbruckskraft feiner Kompositionen augute kommen. Die musikalische Entwicklung Günther Ramins ftanb unter bem Zeichen bes großen Thomas-Kantors unb Mar Regers. Sein Orgelspiel läßt in über-- zeugenber Klarheit erkennen, wie bie beiben Angelpunkte beutscher Orgelkunst sich bem Nachschaffen- ben im reflektorischen Lichte wechselseitig erhellen unb zu ben tiefsten (Brünben im Erfassen ber Wesenseigentümlichkeit bes einzelnen hinführen. Bachs aroßes k!s-Dur-Prälubium entfaltete er in feiner hehren Klangpracht unter befonberer Her- ausarbeitung ber Entwicklungen in ben Zwischensätzen, so baß es in vollster Unmittelbarkeit ben Hörer zur Sammlung unb innerem Mitgehen zwang. Die fünfftimmige Fuge baute er in ber Gegensätzlichkeit ihrer drei Teile auf unb ließ sie zu gigantischem Ausmaß mit ben Themeneinsätzen im Pebal zum Schluß sich erheben. Die O-Moll-Tokkata mit ihrem prunkvollen Orgelstil unb ihren thematischen Durchbrüchen gewann er befonbere klangliche Feinheiten burch bie Echoepisoben, bann aber burch bie überwcilti- genben Klangevolutionen ab, bas Thematische mit sicherer Hanb monumental herausmeißelnb. Das erste ber brei Choralvorspiele „N u n freut euch, lieben Christen gmein" erschien angesichts seiner an sich lebhaften Figurierung im Hinblick auf bie akustischen Verhältnisse ber Kirche etwas übereilt. Um so verinnerlichter wirkte ber Orgelchoral „O Mensch bewein b e i n Sünbe groß" mit seiner unaussprechlich fein unb sorgsam behanbelten Oberstimme. Die Choralfantasie „Komm Heitger Gei st, Herre Gott" würbe in ihrem Charakter betont burch ben bröh- nenben cantus firmus im Baß. „Kyrie" unb „Gloria" aus op. 59 von Max Reger tragen burchaus bas Gepräge kultischer Musik mit ihrem inneren Erschauern im Erleben ber Situation. Hier ließ Günther Ramin Klangfarbe und Thematik einander im Ausdruck verstärken unb betonen. Der Orgelchoral „W e r weiß, wie nahe mir mein Enbe" aus on. 67 ließ überzeugenb erkennen, wie trotz ber ähnlichen Klangwelt mit ben Bachfchen Chorälen bennoch Max Reger inbi- öibuelle Wege beschreitet. Mit starkem Klanaimvuls burchflutet war bie Jntrobuktion (D-Moll); bie nachfolgenbe Passacaglia war mit ihren Durchführungen eine bauernbe Steigerung ber klanglichen und thematischen Mittel, bie bas wieberkehrenbe Baßthema in ständig neuem Lichte erscheinen ließen und zu einem monumentalen Klangbom sich wölbten. Dr. H. 3n der Roulette-Schule. „Ich trat kürzlich in einen großen Raum", so erzählt ber Mitarbeiter einer Pariser Zeitung, „unb sah dort fünfzehn ernsthaft unb roürbig brein- schauenbe Herren um einen Tisch sitzen. Zuerst glaubte ich, ich sei in eine Sitzung von Bankbirektoren geraten. Aber bann bemerkte ich, baß einer ber Männer bie anberen über etwas belehrte. Wurde hier etwa ein Kurs in höherer Mathematik abgehalten? Nein, denn auf bem Tisch lagen kleine Rechen, bie kaum etwas mit bieser Wissenschaft zu tun haben konnten. Es waren aber zahlreiche Qua» brate unb Rechtecke auf bem Tisch ausgezeichnet, unb in ihnen ftanben große Zahlen. „Meine Her- ren", sagte ber Lehrer, ber wie ein Professor aus» sah, „sie nehmen bie Kugel zwischen ben Daumen unb bem Zeigefinger, unb zwar so!" Dann ließ er die Kugel rollen. Nun erst wurde es mir klar: Ich befand mich in einer Roulette-Schule. Der Herr unterrichtete Leute, bie ben Beruf bes Croupiers ergreifen wollten, in ben Geheimnissen bes Roulette unb bes „Trente-quarante“. Diese beiben Spiele finb nämlich jetzt für bie französischen Kasinos freigegeben, unb bie Schule ist eingerichtet worben, um Croupiers, fehr geroanbte Leute, vorzügliche Rechner unb gute Menschenkenner sein müssen." Zeitschriften. — „Der Deutsche S t u b e n t." Verlag Will). Gottl. Korn, Breslau. Einzelheft —.60 Mark. — Das Novemberheft ber amtlichen Zeitschrift ber Deutschen Stubentenschaft ist kulturellen Fragen geroibmet, bie gerabe heute brennenb werben, wo ber politische Neubau bem kulturellen Neubau vorausgeeilt ist. Wie hier in ben einzelnen Beiträgen zu ben Fragen Volk, Staat unb Kultur, Bühne, Film usw. Stellung genommen wirb, bas zeugt roieber von bem sachlichen Können unb ernsten Verantroortungsberoußtsein, bas bisher alle Hefte bieser jungen, entschiebenen Zeitschrift auszeichnete. Don ben einzelnen Beiträgen feien hier nur genannt: Dr. Hans-Joachim Kühl: Volk, Staat unb Kultur. H. E. Gilbert: Politische Dichtung. Dr. Harro Hagen: Stubent, Bühne unb Film. Dr. Paul Wiebe- b»rg: Dietrich Eckart. — Das Leben bes schönsten unb interessantesten, aber sehr selten geworbenen Reihervogels, des Löfflers, in Bild unb Ton festzuhalten, war bas Ziel ber biesiährigen Jugoslavien-Erpebition ber Ufa. In den Altroässern ber Save, etwa 100 Kilometer westlich von Beigrab, fanb man ein Gebiet, bas noch tausende von diesen Vögeln beherbergt. Unter welchen Schwierigkeiten bie Erpebition ins Aufnahmebereich oorbrang unb bie Apparatur in Stellung brachte, welch herrliche Naturerlebnisse ben Teilnehmern zuteil würben, bas fchilberte Dr. Ulrich K. T. Schulz in seinem Artikel „Familie Löffler wirb getonfilmt" im neuen Heft ber Leipziger 911 u ft r i r t e n Zeitung. Hochschnlnachrichten. Vier Privatbozenten finb zu orbentlichen Professoren an der Universität Kiel ernannt worden: Dr. Hermann Bente (schon bisher in Kiel) für wirtschaftliche Staatswissenschaften; Dr. Georg Dahm (bisher in Heidelberg) für Strafrecht, Straf» Prozeßrecht, Kriminalpolitik unb Zivilvrozeßreckstj Dr. Ernst Rudolf Huber (bisher in Bon n) für öffentliches Recht. Dr. Karl Larenz (bisher in (Böttingen) für bürgerliches Recht unb Rechtsphilosophie. Evangelische Pfarrpersonalien. Durch die Kirchenrcgierung wurde dem Pfarrer Hans Matthäus au Ehringshausen die zweite evangelische Pfarrstelle zu Grünberg, Dekanat Grünberg, dem Pfarrer Adolf D ö r m e r zu Rockenberg die evangelische Pfarrstelle zu üueckborn, Dekanat Grünbcrg, übertragen, und Pfarrer Emil Mahr zu Eppelsheim auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. November 1933 in den Ruhestand verseht. •• Hur Richtigstellung. Auf der am Mitt- wach, 22. d. M., erschienenen Sonderseite „Für den Büchcrtisch" ist ein bedauerliches Versehen unterlaufen. das hiermit richtlggeftellt werden soll. Die kleine Drolchüre „14 Jahre Kamps gegen die Kriegs- schuldlüge- von Professor Ferdinand Dreher in Friedberg kostet 10 Pf., und nicht, wie in der Besprechung irrtümlich angegeben war, 10 Mark. '* Außer Kurs gesetzt. Die 4-Pfennig- Stück« aus Ktipferbronze sind mit Wirkung vom 1 Oktober 1933 ab außer Kurs gesetzt worden. Die Linlösungsfrift laust bi» zum 30. September 1935. Die kurz vor Ablauf der Linlösungsfrisl bei den Reichs- und Landeskassen eingehenden 4-Pfennig» Stücke werden von der Reichsbank noch bis zum 30. November 1935 angenommen * Puppenspiele. Man schreibt uns: Am Mittwoch füllte eine große Kinderschor das Katholische Vereinshou», um Kasperle Larifari bei seinen Heldentaten zu sehen. Das heitere Spiel hielt sie fast zwei Stunden in Spannung. Höhepunkte waren es. al» Kasperle durch den Saal im Flugzeug dahin- flog, oder al» er in Afrika do» Krokodil erschoß rnd den Teufel samt der Hexe verbrannte Aus dem Wege nach Hause besprachen die kleinen Zuschauer noch eifrig da» Erlebte. Eichelhain; Eichelhoin—Lanzenhain; Lanzenhain— Ilbeshausen; Bermuthshain — Ober-Moos; Ober- Moos —Salz; Radmuhl — Freiensteinau; Freiensteinau — Weidenau vom Abzweig nach der Skoll- mühle an; Rixseld —Fuchskuopel; Crainfeld — Ober-Moos; Gunzenau — Metzlos; Ober-Moos — Gunzenau bis Strahenkreuz; Grebenhain — Ilbeshausen (nur bei sehr starken Verwehungen); Frisch- born — Sickendorf (bis Knömrsack); Bannerod — Metzlos; Bermuthshain — Lichenrod; Fleschenbach — Ulmbach. Solange es äußerst möglich ist, werden die Strecken frei gehalten. Wird jedoch eine Sperrung erforderlich, so sind die gesperrten Strecken am Anfang und Ende durch Tafeln, auf welchen auch die Umleitung angegeben ist, kenntlich gemacht. Ein Polizeiauto verunqlücki. Di« Polizeidirektton Gießen berichtet: Gestern S14 Uhr ereignet« sich cuf der Landstraße n—Ltch in der 8-Kuroe unmittelbar vor Lich ein Krastfahrzeugunglück. Ein der Polizeidirektion Gießen kam infolge der Glatte der Straße ins Schleudern, durchbrach das Brückengeländer und fiel in das etwa 4 Meter tiefer gelegene Wiesengelände. Die drei Insassen des Wagens er- litten xum Glück nur leichtere Verletzungen, was dem Umstand zuzuschreiben ist, daß der Wagen mit seinem Vorderteil in dem sumpfigen Gelände stecken blieb und dadurch ein direktes Ueb er schlagen Der- hindert wurde. Wegen Tarisverletzungen inhaftiert. Don der Zwangsinnung für dos Zimmerhand, werk für Stadt und Landkreis Gießen wird uns berichtet: Der Treuhänder der Arbeit für Sudwestdeut,?> land hat, wie der Baugewerbeoerband Sieg-Lahn e. V., Siegen, mitteilt, vor einigen Tagen einen Bauunternehmer inhaftieren lassen, w?il er seinen Arbeitern die Tariflöhne nicht zahlte und die 48- stündige Arbeitszeit überschreiten ließ. Derartige Inhaftierungen find auch vorher schon in anderen Bezirken in einzelnen Fällen vorgenommen worden. Dieser Fall geht aber vom Standpunkt des Baugewerbes aus in erfreulicher Deutlichkeit insofern Uber die bisherigen Maßnahmen hinaus, als der Treuhänder dem Architekten, unter dessen Leitung die Arbeit des inhaftierten Bauunternehmers aus- geführt wurde und der den Bauherrn bei der Auswahl der Bauunternehmer beraten hat, angedroht hat, daß auch er eine gleiche Bestrafung zu erwar- ten habe, wenn er in Zukunft bei der von ihm vorzuschlagenden Auswahl der Bauunternehmer nicht darauf achtet, daß solche Angebote, bei denen nicht mit Tariflohn kalkuliert ist, überhaupt vom Wettbewerb ausgeschlossen werden. Unterbietungen von Tariflöhnen werden von dem Baugewerbe-Verband Sieg-Lahn e. D.,Siegen in Westfalen, und den Bezirks- und Kreisleitern der Deutschen Arbeitsfront des Baugewerbes dann, wenn genaue Unterlagen für die Behauptung der untertariflichen Lohnzahlung beigebracht werden, verfolgt und dem zuständigen Treuhänder der arbeit zur Bestrafung gemeldet. Taten für Freitag, 24. November. 1801: der Dichter Ludwig Bcchstein In Weimar geboren (gestorben 1860); — 1808 (vor 125 Jahren): Freiherrn vom Stein auf Veranlassung Napoleons entlassen. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadt- theatcr, 20 bis 22 Uhr „Wenn der Hahn kräht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Verdun". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Abenteuer auf dem Meeresgrund". — Aliceschule einschl. Frödelsemi- nar, Easö Leib, Ausstellung; 14.30 bis 16.30 Uhr Kasperl-Theater und Kinderbelustigung, ab 16.30 Uhr Vorführungen. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute von 20 bis 22 Uhr: 8. Vorstellung im Freitag.Abonnement das Dolksstück „Wenn der Hahn kräht" von August Hinrichs; Spielleitung: Anton Neuhaus. Gewöhnliche Preise. — Samstag, 25. November, Deutsche Bühne, Reihe 2: gerade Mitgliedsnummern: „Am Himmel Europas", Schauspiel von Schwenzen-Malina; Spielleitung: Anton Neuhaus. Spieldauer von 20 bis gegen 22.30 Uhr. — Sonntag 26. November, Erstaufführung des auf einem Tatsachenbericht beruhenden Schauspiels aus den letzten Pagen des Weltkrieges: „U-Boot 116" von Karl Lerbs. Spielleitung Kurt L ü p k e. Die Erstaufführung ist außer Abonnement und zu ermäßigten Preisen. Spieldauer von 19.30—21.30 Uhr. — „Der Seeteufel". In den Astorla-Licht- spielen gelangt ab heute ein Film zur Vorführung, der in spannenden Bildern den Kampf zweier Taucher gegen den sagenhaften Riesenpolypen, den „Krak", wie ihn der nordische Fischer nennt, geschildert wird. Der Bildstreifen ist der Niederschlag der Williamsonschen Expedition in die Meeresti«fe bei den Bahama-Inseln. Auf die heutige Anzeige sei besonders ausmerksam gemacht. Wie werde ich reich und glücklich?" // Jetzt möchte ich nur eins wissen, meine verehrten Leserinnen und Leser, wer von Ihnen denkt: „Was fällt der Zeitung heute ein, uns so zu narren? Wie rann denn jemand überhaupt positiv sagen, wie man reich und glücklich wird?" Verzeihung, ich kann es. Ich kann Ihnen tatsächlich sagen, wie man reich und glücklich wird! Wenn Sie nur ahnten, was ich hier besitze — ein geheimnisvolles Stück Papier, das wie ein Geldschein aussieht. Das Allerschönste darauf aber ist, daß da steht: „Dem Deutschen Volk", und unten in der Ecke links, da steht ,Lie- hung!" Sie haben richtig geraten, das ganze ist eine Lotterie. Bitte, soll man überhaupt Lotterie spielen? Es gibt Leute, die Lotteriespielen für eine unmoralische Sache halten. Man soll sich nicht auf den Zufall verlassen — man soll sich Geld nur erarbeiten. Aber bei dieser Lotterie, deren Los ich in der Hand habe, also bei der nationalsozialistischen Geld- lotterte für Arbeitsbeschaffung — sehen Sie, in diesem Wort liegt der Sinn Der ganzen Lotterie! Sie können reich werden. Sie können gewinnen — 1000 Mark, 5000, 20 000, 50 000, auf das große Los sogar 200 000 Mark. Das einfache Los kostet eine Mark. Mit Optimismus und Pessimismus hat das alles gar nichts zu tun. Diese Lotterie ist eine optimistische in jeder Beziehung. Wenn ich auf mein Los 50 000 Mark gewinnen würde, ich käme mir unendlich reich vor. Wo man diese Lose bekommt? U e b e r a U ! In allen Lotteriegejchäften, -Sparkassen und Banken, beim Zigarrenhändler, im Papierladen, überall! Wenn man ein Los kaust, will man doch bei der Ziehung Glück haben; aber bei der großen nativ- nalsozialistischen Geldlotterie hat man schon Glück in dem Augenblick, in Dem man das Los tauft — Wieso!? — Stellen Sie sich mal vor. Sie, und Sie und Ihr alle — wenn also 200 Leser es machen wie ich und kaufen sich ein Los zu einer lumpigen Mark, auf einmal gibt es schon ein lachendes Gesicht mehr in Deutschland, Denn Diese 200 Mark sind ja ein Monatsgehalt für einen Volksgenossen, Der bisher stellenlos war. Stellenlos — ein trauriges Los! Und Da kommen Sie mit Ihrem Los zu einer Mark — In Ihrer Bekanntschaft gibt es immer noch Den Max, Den Emil unD Walter, sie haben noch keine Arbeit. Und nun stellen Sie sich mal vor. Durch Diese Lotterie für Arbeitsbeschaffung — Plötzlich bekommt Der Mar einen Zettel ins Haus: morgen soll er zur Arbeit kommen! Was meinen Sie, wie dem Max Die Augen leuchten! Der ist mtt einem Mal ein ganz anderer Kerl! Und Die Eltern freuen sich, und die Frau freut sich, und die Kinder freuen sich! Deutsche Volksgenossen! Wie glücklich könnt Ihr Euch selbst machen, wenn Ihr sagen könnt: In meiner Hand ist nun ein Los, Das dazu beiträgt. Daß einer Arbeit bekommt! Snftvitflung uni) Wesen des Nationalsozialismus. Der Deutsche Handlungsgehilfen- D e r b a n D, Ortsgruppe Gießen, hielt gestern abend im Eafö Leid Die November-Pflichtoerfammlung ab. Der Führer, Pg. Schwarz, leitete mit für- zen Worten Die Versammlung ein. SoDann sprach pg. Rektor Jiebcling über Das Thema „Entwicklung und Wesen des Nattonalfozialismu s". In feinen einleitenden Ausführungen schilderte Der Redner zunächst Den Kampf Des Führers in seinen Anfängen und wies auf Die ungeheueren Schwierigkeiten hin, Die dem Führer auf seinem Wege bereitet wurden, von ihm aber überwunden worden seien. Dann wandte sich der Vortragende dem Wesen des Nationalsozialismus au. Das besondere Wesen Des Nationalsozialismus liege in Dem Begriff „V o l k" begründet. Zwar fei dieser Begriff nichts neues, aber jeder unserer Volksgenossen habe etwas anderes darunter verstanden, während man zum Kern nicht vorgedrungen sei. Gründlich fei der Begriff „Volk" von Der Weimarer Koalition mißverstanden worden. Volk sei nicht allein Die lebenDe Generation, sondern jene kette, die aus fernem Unbekannten komme und in endlose Zukunft reiche. Der Gegenwärtige sei nur Glied in dieser Sette. Blut sei uns überkommen und müsse von uns weitergetragen werden. Wir leben von dem, was vor uns war; es werde jenen gegeben, die nach uns kommen. Der Geist der Ahnen, ihre Tugenden, Kräfte, ihr Können ufw. leben in uns. Der Raum, In dem wir leben,Jei von ihnen erkämpft ober erworben worden. Was uns davon verloren gehe, gehe auch den Zukünftigen verloren. In dieser Kette Dürften Die Gegenwärtigen als GlieDer nicht schwach (ein. Volk gehöre zusammen, aber nicht um gleicher „Interessen" willen, sondern auf der Grundlage des Blutes. Kleinste Einheit des Volkes fei Die Familie, Die nichts Willkürliches fei, sondern etwas organisch und blutmäßig Gebundenes. Das Volk, das die Familie als Grundlage heilig halte, (ei gesegnet. Volk sei auch nicht das Nebeneinander Vieler, sondern großer lebendiger Organismus. Bündnisse auf Interessen gegründet, könnten nicht von Dauer sein. Volk als Gemeinschaft müsse in sich fest sein, wenn sie sich behaupten wolle. Die wurzeln der Kraft ruhten im Loden, im Blut und im Segen Gottes. Der Mensch müsse seine Krast mit Der Des Bodens vermählen. Der Schöpfer muffe feinen Segen dazu geben. Wahre Kraft Des Volkes fei immer nur im eigenen Volkstum zu suchen. Unser Leben sei nur garantiert durch Den Arbeitswillen. Arbeit (ei Gesetz Der D r D • nung unD nicht Fluch, sondern Segen. Arbeit und Arbeiter müßten im Mittelpunkt unseres Ledens stehen. Arbeiter und Bauern schaffen Leben und Volkstum. Arbeit fei höchster Adel des Menschen. Wer arbeite, sei nützliches Glied des Volkes. Auf Die Art Der Arbeit komme es dabei nicht an, sondern auf Die er f ü 111 e Pflicht. Ausgabe Des Staates fei es, für DrDnung in Der Arbeit zu sorgen. Der Staat sei jene Institution, Die Die Ordnung garantieren müsse. Er Dürfe aber nicht um seiner selbst willen geschaffen sein. Denn immer fei das Volk Die Hauptsache. Die Hauptarbeit des Staates Dürfe nicht lediglich Der Erhaltung feiner Form gelten. Unser Staat müsse Der organisierte Wille des deutschen Volkes sein. Wirtschaft im Staate sei volkmäßig gebunden. Probleme der Weltwirtschaft könnten nur aus g e • orbneter völkischer Wirtschaft heraus gelöst werden. Die Macht des Staates bestehe im Heer, der Polizei, der Gerichtsbarkeit, Der Gesetze usw. Diese Machtmittel allein feien aber nicht geeignet, Den BestanD Des Staates auf immer zu sichern. Ein Staat müsse erhaben sein und seine Erhabenheit müsse vom Volk anerkannt werden. Ein Staat, Der wirklich Staat sein wolle, müsse als Gottesgeschenk betrachtet werden können. Der Weimarer Staat sei von den meisten Deutschen nicht als ein solches Gottesgeschenk angesehen worden. Diesem Staate habe die göttliche Erhabenheit gefehlt. Der heutige Staat sei von göttlicher Art. weil Gott in letzter Stunde den Führer gesandt habe. Er sei als Führer erkannt worden und nabe sich als solcher erwiesen. So besitze der heutige Staat wacht, göttliche Erhabenheit und die Anerkennung des Volkes. Der Kampf um die Anerkennung fei nicht leicht gewesen! Die Regierung Adolf Hitler sei die einzige Regierung in der Welt, Die die Gesamtheit Des Volkes hinter s i ch habe. Auf zwei Millionen Asoziale brauche man Dabei keinen Wert zu legen. Das HanDeln Der Regierung entspreche Dem Willen Des Volkes. Eins fei das Volk im Hinblick auf Den Führer: Das i ft Der Mann, der mein Vertrauen be- fitzt! Adolf Hitler baue Die unerschütterliche Lebensgemeinschaft des Volkes. Der Glaube an den Führer und an Den Nationalsozialismus habe Die Kämpfer nie erlahmen lassen. Dieser Glaube müsse Der Glaube Des ganzen Volkes roerDen. Deutschland gewinne jetzt wieder an Achtung und Ehre. Daß uns die Welt liebe, erwarte man nicht. Einst werde man mit Stolz auf Das Jahr 1933 zurückblicken. Alles aber Dante man Dem Führer, Der Die Fahne vorantrug. Mit Adolf Hitler für Deutschland! Das sei der feste Wille Des Deutschen Volkes! (Lebhafter Beifall!) Pg. Kreisgeschäftsführer Brack wies fobann auf Die nächsten Veranstaltungen hin unD betonte Die Notwendigkeit Der beruflichen FortbilDung. Hum Abschluß sah man — nach einem kurzen Referat von Pg. Dr. Kreger — einen Film Der Hapag, Der auf einer Mittelmeerreife ausgenommen worDen war unD in künstlerisch wertvollen BilDern Die Stätten Der alten Kulturen und Die landschast- lichen Schönheiten Der MittelmeerlänDer zeigte. Qbechessen. Gemeinderai in Grünberg. V Grünberg, 23. Nov. Das ansallenDe Nutzholz im Jahr« 1933/34, etwa 900 Raummeter, wirb Der Firma D a h m e r überlassen. Der Preis ist für Die StaDt günstig. Vom Iungoolktrefsen im Oktober sinD noch Unkosten im Betrage von etwa 500 Mark zu Decken, um Deren Uebernahrne Die StaDt ersucht rourDe. Die Angelegenheit wurDe zurückgestellt. E» hat sich herausgestellt, Daß Der Pachtpreis stäDtischcr © r a b ft ü 5f bestiegt. Das prächtig ausgestattete Äammelbuch kostet RM i.~ unö gehört in jeöes üeutsthe Haus. Bestellen Äie für Ihre Kinöer schon heute ein Äammelbuch beim Iigarettenhänöler. Es erscheint Mitte Dezember/ gibt also ein herrliches Weihnachtsgeschenk. Neue Bilder in V Lehn Neuaufnahmen voraenommen waren, wurde Die Versammlung geschlossen. st Kirtorf, 23. Nov. Am vergangenen Sonntag wurde in unserer Gemeinde ein Lutherplatz und eine Lutherlinde geweiht Der Tag wurde am Morgen eingeläutet. Am frühen Nachmittag fand Festgottesdienst statt, der durch die Mitwirkung des »läserchores, des Männergesangvereins und des Schülerchores verschönt wurde. Nach dem Gottesdienst begab man sich zu dem neugeschasfenen Lutherplatz an der Arnsheimer Straße. Darbietungen des Bläserchores, Gedichtoorträge, Lieder des Man- nergesonaoereins und gemeinsamer Gesang umrahmten die Weihefeier. Pfarrer Christ hielt die Weihe- rede, beglückwünschte die Gemeind« zu der schönen Stätte, dankte allen, die sich um ihre Schafsung verdient machten, und würdigte in knappen Umrissen Luthers großes Werk. Bürgermeister L a t h e r übernahm die geweihte Linde in den Schutz der Gemeinde. — Das Arbeitsdien st lager Homberg roeilte dieser Tage für kurze Zeit in unserer Gemeinde. — Mit Musik marschierten die Mannschaften ein, nahmen auf dem Marktplatz Aufstellung, und die Musikkapelle unterhielt die zahlreich erschienen« Einwohnerschaft zum Dank für frühere gastliche Aufnahme und Bewirtung mit flotter Musik. — Auf dem Marktplatz fand dieser Tage eine Kundgebung der Hitler-Jugend statt. Jungvolk, Hitler-Jungend und BdM. von Obergleen und Kirtorf marschierten unter den Klängen des Spiel- mannszugs des Jungvolks auf. Gefolgschaftsführer Hipp hielt von der Rathaustreppe aus eine Ansprache, in der er Wesen und Aufgabe der HI. klarlegte. Außerdem forderte er zur Nagelung der Hit- ler-Jugend.Schilde auf. Mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf den Dolkskanzlcr und den Reichsjugend- führer wurde die Kundgebung geschlossen. Kirche und Schule. Mrciä Schotten. (D Schotten, 23.Nov. Die 7. ordentliche Konferenz der Geistlichen des Dekanats Schotten fand am Dienstag dahier unter dem Dorsitz von Dekan Widmann statt. Die einleitende Andacht hatte Pfarrer D. Fritsch (Ruppertsburg) übernommen. Nach Besprechung dienstlicher Angelegenheiten und Bekanntgabe einer Reihe von landeskirchenamtlichen Verfügungen hielt Pfarrer Lic. Bohn aus Berlin einen stark auf- rüttelnden Vortrag über „Volksverschlechterung durch Prostitution, Geschlechtskrankheiten, Erbkranke und Geburtenoerhinderung". Der Vortrag, der sich in tiefschürfender Weise mit gegenwärtig stark im Vordergrund stehenden Problemen befaßte, löste eine sehr angeregte und wertvolle Aussprache aus und bestärkte die Konferenzteilnehmer in der lieber« zcugung, daß von feiten der Kirche im Sinne des Dritten Reiches ein unerbittlicher Kampf gegen alle Dolkslaster geführt werden müsse. Preufcen- Schweres Autounglück bei Gladenbach > Gladenbach, 23. Nov. Ein schweres Autounglück ereignete sich am gestrigen Bußtag vormittag auf der Landstraße nach Biedenkopf im Walde zwischen Gladenbach und Runzhausen. Dort kam das Personenauto des Kaufmanns August D e u t s cb aus Hartenrod, in dem neben dem selbstfahrenoen Herrn Deutsch noch die Herren Steuersekretär a. D. Koch und Wehrstahl- helmmann Jung aus Hartenrod saßen, auf der bereiften und durch starken Laubfall schlüpferig gewordenen Landstraße ins Schleudern und rannte gegen eine n Baum. Bei dem heftigen Anprall erlitten die drei Insassen schwere Verletzungen (Knochenbrüche, Schnittwunden, es wird auch von Schädelbrüchen gesprochen), so daß sie in bewußtlosem Zustande der Klinik in Marburg zugeführt werden mußten. Der Kraftwagen wurde an der Karosserie schwer beschädigt. = Bieber, 23. Nov. Von Der Bausparkasse Germania in Köln wurde aus den vom Reiche zur Belebung der Bauwirtschaft bereitgestellten Mitteln ein Darlehen zur Errichtung eines Eigenheims für Karl Peter in Bieber zur Verfügung gestellt. O Niederkleen, 23. Nov. In Der jüngsten Gemei nderatssltzung beschäftigte sich die Gemeindeoerttetung mit der Vergebung des Hol z- einschlages 1933 34. Es war nur ein Angebot von Dem bisherigen Hohhauerrneister eingegangen zu folgenden Sätzen: Fichtenstangenholz, Stamm- und Laufhol; je Festmeter 2 Mk., Derbholz 2 Mk. je Raummeter, Wellen 8 Pf. je Stück, Ruckerlohn 50 bis 70 Pf. je Festmeter, Vergütung für den Akkordanten 2 v. 5). Die Gemeindevertretung erteilte dem Angebot einstimmig ihre Zustimmung. 3ur Besichtigung her Reichsautobahn. WSN. Darmstadt, 23. Nov. Das Staatspresseamt teilt mit: Bei den Berichten über die Besichtigung der Reichsautobahn der Teilstrecke Frankfurt—Darmstadt am 20. November durch den Reichsstatthalter und die Presse ist übersehen worden, Herrn Ministerialrat Professor Dr. K n a p p (Darm- stadt) zu erwähnen. Ministerialrat Professor Knapp ist von der hessischen Regierung eingesetzt, um die ganzen Fragen, die die Reichsautobahn betreffen, soweit diese durch hessisches Gebiet führt, zentral zu bearbeiten. Hierunter fällt die Vorlage der Pläne, die Einhaltung der Dffenlegungsfriften, die Bearbeitung von Einsprüchen und Die Weiterleitung der Pläne mit der entsprechenden Begutachtung an Generalinspekteur Dr. Todt. Zusammenfassend läßt sich die Tätigkeit des Herrn Ministerialrats Professor Knapp dahingehend erklären, wenn man ihn als Verbindungsmann zwischen der Regierung und der obersten Bauleitung zur glatten Abwicklung der Reichsautobahnfragen soweit sie hessisches Gebiet betreffen, bezeichnet. Tragischer Tod einer Greisin. WSN. Darm ft abt, 23. Nov. Heute vormittag wurde ein 65jähriges alleinstehendes Fräulein in ihrer Wohnung in der Ochsengasse von einem Milchmann in der Wohnung tot aufgefunden. Die Frau, die schon längere Zeit bettlägerig war, hat nach den kriminalpolizeilichen Feststellungen in der Küche am Gasherd hantiert, wobei ihre Kleider Feuer fingen. Die Frau, die anscheinend sofort in Flammen stand, konnte sich noch bis in ihr Schlafzimmer schleppen, wo sie auf einem Stuhl zusammenbrach. Die Kleider find dann an ihr vollständig verbrannt. Sie erlag ihren schweren Verletzungen, ohne daß einer der Hausbewohner den Vorfall bemerkt hätte. Berliner Trühbörse. Berlin, 24. Nov. (WTB. Funkspruch.) Trotz der Kursabschwächungen in Neunork, und ohne daß der Sturz des französischen Kabinetts Sa r raut stärkere lleberraschungen auslöste, wurde die Tendenz des heutigen Frühverkehrs weiter freundlich taxiert. Man nannte gestrige Abendkurse Geld und glaubt, unter dem Eindruck der Sonderbewegung in Reichsbankanteilen, Aktien im Vordergrund. Auch Farben traten gestern abend mit 125,50 bis 125,75 stärker hervor. Am Devisenmarkt nannte man in der Verrechnung über Zürich Pfund gegen Paris mit 83,40, Mailand 61,90, Spanien 40,13, Amsterdam mit 8,10, Schweiz mit 16,85 und Kabel mit 5,29. Briefkasten der Redaktion. (Rechlsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung 1 E. $. Als Aufsichtsbehörde fungieren bei der fraglichen Kasse in Hamburg Personen, die vom Rrichswirtschaftsministerium bestimmt sind. Weiteres war hier nicht zu erfahren. Wir empfehlen Ihnen, sich eventuell direkt mit einer Anfrage an das Reichswirtschaftsminifterium in Berlin zu wenden. Kunst und Wiffenschast. „Blut und Boden." — Ein ausgezeichneter Aufklärungsfilin der Reichsbauernführung. 2m Berliner Marmorhaus fand in Gegenwart des Reichsbauernführers Reichsministers D a r r 6 die feierliche Uraufführung eines ausgezeichneten Aufklärungsfilms „Blut und Boden" statt, der im Auftrage Der Reichsbauemführung hergestellt worden ist. Die einleitenden Worte sprach Oberregierungsrat Karl Motz vom Reichspropaganda- minifterium, der gleichzeitig Hauptabteilunasleiter im Staatsamt des Reichsbauernführers ist und nach dessen Ideen 6er Film gedreht wurde. Den Stoff hat E. CH. Bruger von der Reichsbauern, führung gestaltet, die Regie führte Rolf von Son- jevski-Jamrowski, der seinerzeit schon den Film „Schwarze Sturmfahne" gedreht hat. Bauern aus Mecklenburg und Ostpreußen, Arbeiter aus Berlin und gute Charakterdarsteller, unter denen besonders Carl de Vogt, Jakob Sinn, Hertha Scheel und Hans Stock zu nennen sind, liehen Dem Film ihr großes Können. Die Musik schrieb Willi Geisler, Der Dem Deutschen Jungvolk einen Marsch komponiert hat. Der alle begeisterte und mitriß. Gruppen des deutschen Jungvolks sangen zum Schluß der Vorführung noch einmal diesen Marsch. Oberregierungsrat Motz gab einen Abriß der Not Des deutschen Bauerntums in Den letzten Jahrzehnten. Er wies nach, wie allmählich Hof um Hof unter Den Hammer gerieten. Damit aber auch die von der Landwirtschaft abhängige Industrie mehr und mehr zurückging, Werk um Werk schließen mußte und die Arbeitslosigkeit Der stäDtischen Bevölkerung DauernD flieg. Der Film bringt außerordentlich prägnant diese Gedanken zum Ausdruck. Er enthält eine geschlossene Sviel- Handlung, zeigt aber auch Die großen politischen Hintergründe. Im letzten Teil Des Films wird die Notwendigkeit einer starken Siedlungstätigkeit im deutschen Osten aufgezeigt. Der Kinderreichtum ist der größte Reichtum eines Volkes. Und so zeigt denn der Schluß des Films deutsche Jugend, Träger des Kommenden, die marschiert, marschiert in eine neue bessere Zukunft hinein. Großer Erfolg des nationalsozialistischen Reichs- Symphonie-Orchesters in Rom. Auch das römische Konzert des nationalsozialistischen Reichs - Symphonie-Orche st ers im Augusteum wurde zu einem vollen Erfolg. Das sehr kritische Publikum der Hauptstadt ging, obwohl ein für Die Italiener so schwer verständliches Werk wie die 4. Symphonie von Bruckner auf dem Programm stand, willig mit und spendete reichen Beifall. Die Aufführung unter Franz Adams Lei- tunq war aber auch nach der technischen wie mufi- kalischen Seite gleich ausgezeichnet, besonders in den Mittelsätzen Der Brucknerschen Symphonie und in der Reger schen Ballett-Suite, die als Musterlei- ftung des jungen Orchesters bezeichnet werden darf. Die deutschen und italienischen Nationalhymnen er- eröffneten und beschlossen den im Zeichen gegen- feitischer Sympathie stehenden Abend. In be'n Sogen sah man u. a. den Generalsekretär der Faschistischen Partei, S t a r a c e, den Vizesekretär und den Verwaltunassekretär. Die Deutschen Roms, die mit dem Botschafter an der Spitze zu Hunderten erschienen waren, verdanken dem Orchester unver- geßliche Stunden der Verbundenheit mit dem Geist und der Kunst der Heimat. Dietrich-Eckart-Preis für neue Bühnenwerke Der Verlag Philipp Reclam jun. in Leipzig veran- stattet zusammen mit der Zeitschrift.,Das neue Deutsch- land" mit Billigung des Herrn Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda ein Preisausschreiben zurGewinnung wertvoller deutscherBühnenwerke. Hierfür setzt der Verlag unter dem Namen „D i e t- rich-Eckart-Preis" drei Preise aus. Zu Preisrichtern sind vom Herrn Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda ernannt worden: Prof. Dr. Otto Erker, Weimar, Reichsdramaturg Dr. Rainer Schlösser, Berlin, Friedrich Kayß- l e r, Mitglied des Berliner Staatstheaters. Gekrönt werden Stücke, die — ohne billige TendenzmaHe — den Geist des erwachten Deutschland atmen und der großen Tradition des deutschen Dramas würdig sind; Stücke, die ohne großen Apparat wirklich aufführbar und möglichst auch für die Freilichtbühne geeignet sind. Es sind Tragödien und Komödien, Schauspiele und Festspiele, Einakter und abendfüllende Stücke arischer Autoren für den Wettbewerb Auge, lassen, soweit sie noch nicht aufgeführt oder im Druck erschienen sind. Ausgeschlossen sind zersetzende, krankhafte und niederziehende Stoffe. Ausgesetzt sind drei Preise: 1. Preis 2500,— Mark, 2. Preis 1000,— Mark, 3. Preis 1000,— Mark Der Citeralurpreis der Stadt München für Hans ZSberlein. Der Literaturbeirat des Stadtrates München hat einstimmig beschlossen, den Literaturpreis der Stadt München für 1933 im Betrage von 2000 Mark dem Verfasser des Buches „D e r ?l°ube an Deutschland", Stadtrat Architekt Hans Zoberlein, zu verleihen. Aus aficr Welt Los Angeles von einem Waldbrand bedroht. Ein seit mehreren Tagen in Haines Canyon wütender Buschbrand breitet sich infolge der Trockenheit und von starkem Wind begünstigt, unaufhaltsam in Richtung auf die Stadt Sos Angeles aus. Die Flammen haben bereits die Vorstadt Tu- junga erreicht und zahlreiche der dort befindlichen Villen der Hollywooder Filmstars vernichtet. Auch die in ganz Kalifornien berühmte Hermitage-Kellerei mit 15 000 Gallonen wertvoller alter Weine wurde ein Raub der Flammen. Die 2800 Köpfe betragende Bevölkerung von Tujunga bereitet sich schon zur Flucht vor. Die Insassen des Krankenhauses wurden bereits abtransportiert. 2000 Feuerwehrleute und Freiwillige sind aufgeboten worden, um dem Wüten des Feuers Einhalt 3u tun. Zahlreiche Rettung»- mannfchaften erlitten Brandwunden. Die Flammen haben sich auch einer mitten in den Wäldern gelegenen Stadt genähert, deren Einwohner ihre Behau- ungen sofort verließen. Nachdem schon einige W6hn- tätten von Den Flammen ergriffen waren, änderte ich plötzlich die Windrichtung, so daß die Stadt vor chwerem Schaden bewahrt blieb. Die 190 Arbeits- »ienftroiUigen, die in einem Waldlager des gefährdeten Gebietes tätig waren, sind den Flammen entkommen und haben sich wohlbehalten in Sicherheit gebracht. Der bisher angerichtete Gefamtschaden wird auf drei Millionen Dollar veranschlagt. Der dreifachen Kindestötung angeklagt. Vor Dem Schwurgericht in Essen hat Die Verhandlung gegen die 27 Jahre alte Ehefrau Konzylia aus Gladbeck begonnen, die am 9. Dezember vorigen Jahres ihre Drei KinDer in Den Kanal bei Es- sen-Altenefsen gestürzt hat. Alle Drei Kinder sind ertrunken. Baubeginn bet Reichsautobahn bei Heidelberg. Die ersten 70 Arbeiter aus Heidelberg haben in diesen Tagen mit Erdbewegungsarbeiten für die Reichsautobahn auf Heidelberger Gelände bei Weidlingen begonnen. Es wird angenommen, daß in den nächsten Tagen bereits weitere Arbeiter für diese oder andere Arbeitsstellen angefordert werden können. Die Arbeiten bei Heidelberg—Weidlingen werden durch zwei Mannheimer Firmen ausge- führt. a 3 -raß .xj. >ir ' u lilri (? Bei wir hom tforl erfle tion sowi lag, ität iien Tai Äon schei in ui be in Am Mittwoch, dem 22. November 1933 verstarb plötzUch und unerwartet unser Führer Wilhelm Volk Er war uns jederzeit ein gerechter und pflichtbewußter Vorgesetzter. Durch unermüdliches Arbeiten hat er unsere Wehr auf eine beachtenswerte Höhe gebracht. Sein Andenken werden wir in Ehren halten. Freiwillige Feuerwehr Grofcen-Linden Die Beerdigung findet Samstag, 25. November, nachm. 2.30 Uhr statt. 71 Ot) We»Sie »WM? Schmerzen? Jucken? Stechen?Brennen t Dann gebrauchen Sie die feit Jahrzehnten vorzllal bewährte, schmerzstill. Heilsalbe ..Wentann" Erbältl in d Avotbek. Ihre Geschäftsdrucksachen • teilen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor. wie man Briefbogen. Briefumschläge, Postkarten. Rechnungen. BeschUftskarten Ihres Hauses Beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten eie Ihnen. Brühl’sche Druckerei, Gießen, Schulstr. 7, Anruf 2251 OiriP Arhmotno besonders auch kränkliche, «UV zurückgebliebene und wiche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL i mengen. Verlangen Sie nur echtes IRafiol in Origmalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: (Engel* apotbehe Giehen. Zu haben in allen Apotheken. Reh und Hasen im Ausschnitt (jed. Quantum nach Wunsch) empfiehlt Georg Zörb Mänabnrg 9 Telefon 2613. ob«?? Deutsche Bühne Karlenausgabe für Dezember: Samstag - Mitglieder (gelbe Vtttglieds- karten) am Samstag, 25. Nov. Donnerstag-Mitglieder (blaue Mitgliedskarten lamTonncrcttag, 3O.Aov. jeweils 16—19 Uhr an der Tbeaterk. ?imD Asbest- Platten 1,2, 3, 4 und 5 mm, wieder am 1 -agcr 2041) CarlSchunck Husten, Katarrh^ Asthma, alter Schleim. Lungenbeschwerden; ferner Gicht, Bluthochdruck usw. bekämpfen wirksam unsete bekannten ■ Zum Bohnern gibt- ....und Du bleibst dabei! WOrisbofer Brnst a.Hasten-Tees und Heilkräuter-Tees. Pakete zu Mk. ±50, 1.30. 0.80, 0 65. Gerade heute sind wieder die Heilkräuter in ihrem Wert erkannt und allseitig verwandt. 06678 BruNt-JIals Hu*u. ob es kalt oder heiß ist, ob es zieht oder «dcichmäBige Wärme in seinem Schlund zittert. Was hilft es dem Ofenrohr, wenn es sich so herzlich an den Ofen anschließt und der aber in »einem Bauche ächzt und stöhnt und doch keine richtige Wärme zustande bringt Nun. da« Ofenrohr freut sich, weil es nämlich zu einem ganz besonderen Ofen kommt — Haben Sie schon was von Oranier gehört? Nun, eben zu diesem Oranier-Dauerbrand- ofen kommt das Ofenrohr. Den ganzen Winter hindurch gibt er angenehm warm. Er drückt Ihre Kohlenrechnung bedeutend herunter, weil er sparsam heizt In diesem Oranier brennt alle«, was Ihnen der Kohlenmann bringt Also, der sparsame Ofen unter den Oefen. Seine Formen sind sehr ansprechend, und fügen sich herrlich in die Ihrer Möbel. Mit ihm ist’s schöner zu leben, bequemer und billiger. Einen Oranier-Ofen kann sich heute jeder leisten. Bitte um zwanglose Besichtigung. J. B. Häuser • Gießen Am Oswaldsgarten m<* Ruf Nr. 2145—2146 u 2 a c ta o Kt CX tu r? =■8 u .V Ec; E-’i