nr.249 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Dienstag, 24. Oktober M3 3 Die Kapelle der SA-Reserve Gießen MU Aus der Provinzialhauptstadt »WS: Saarlouis betret sich in weiten, grünen Grund K*1 SPARBUCH ein eigenes Häuschen mit Garten: Bodenständigkeit zeichnet den Saarländer aus. Die Spicherer Höhen bei Saarbrücken bilden die Grenze gegen Frankreich. Hier, wo der erste siegreiche Wastengang im Feldzug 1870/71 stattfand, hat man einst schlichte Anlagen des Ehrentals mit dem Ehrenfriedhof der Gefallenen aus den damaligen Kämpfen angelegt. Wie früher, so wird das Ehrental bei den Spicherer Höhen auch heute noch viel aufgesucht. Alle Wege münden in Saarbrücken, der Hauptstadt des fast 800 000 Einwohner zählenden Saarlandes. Auf der Felsenbastei des heutigen Schlosses erhob sich an der Kreuzung wichtiger Straßen des alten Saargaues die Hauptburg der Grafen von Saarbrücken: der Name entstand nach einer hier schon von den Römern erbauten Brücke über die Saar. Die Stadt stellt als alte Resibenz- stadt vielerlei Sehenswürdigkeiten zur Schau Den älteren Bauten drückte der große Barockmeister Stengel seinen künstlerischen Stempel auf. Die Ludwigskirche und die Bauten in ihrer Umgebung zeigen bemerkenswerte Züge dieses Baustiles. Sehenswert find vorab das alte Schloß, die Schloßkirche, die Stiftskirche St. Arnual mit ihren Grab- St. Ingbert zeigt vollendet geschloffen die Eigenart des Saarlandes. Mitten in eine von Reizen strotzende Wald- und Fluhlandschaft ließ sich Industrie nieder; aber sie wirkt nirgends protzend: erst recht nicht abstoßend, sondern sie verstand sich zwischen Berge, Felsen, Wald und Wasser geschickt einzuschmiegen. St. Ingbert ist ein ehedem pfälzisches Städtchen. Der bayrische Anteil am Saar- qebiet umfaßt außer St. Ingbert das Bezirksamt Homburg mit insgesamt 440 Quadratkilometer; das ist etwa ein Fünftel des Landes. btyttitn, M et intomml, auf fdfiE 6ps Mir Wenige macht» i: kll Denk Daran unD |pc auch Du bei bn In der Mitte neben dem Kapellmeister (links) der Begründer und Förderer der SA.-Referve-Kapelle Gießen, SA.-Referve-Sturmbannführer Soldan, daneben (rechts) Kapellmeister, Bruno Hermann. als Land- und Handelsstädtchen. Am Horizont lodern die Arbeitsfackeln de» wenige Kilometer entfernten Völklingen, Röchlings Residenz. Die Vereinigung von Bauerntum mit Industrie, wie sie Ssti .rgs, SiitM geiucvt. «AM v^Äna"S.abrj rTereine geschrei auf den uneinnehmbaren Wällen der Betonfront Maginots wirke allmählich lächerlich, sei nichts als ein Vorwand, sei Verrücktheit. Etwas weniger drastisch drückt sich der Leiter der „Tribun a" aus, meint aber dasselbe. Der Rückzug Deutschlands aus Genf sei nichts als logisch, nachdem der Einzug nur unter der Voraussetzung der Gleichberechtigung erfolgte. Das Hitlerdeutsch- land habe also weder etwas Unerwartetes, noch etwas Provokatorisches unternommen, habe vielmehr die Brüningpvlitik fortgesetzt. Alle Ehrlichen müßten sich sagen, daß von einer Verletzung der europäischen Interessen keine Rede sein könne, nachdem die Möglichkeit gegeben sei, auch außerhalb des Völkerbundes an der Abrüstung und der Befriedung Europas mitzuarbeiten. Unverschämt sei nur der Rücktritt Japans gewesen, denn es behalte sich vor, nach zwei Jahren, wenn es seine Kriegsziele erreicht habe, wieder einzutreten. Damit sei der Völkerbund zu einem Klub geworden, in den man als Mitglied nach Belieben ein- und austreten könne. Die Abrüstungskonferenz, schlecht eingeleitet, mußte schlecht enden. Dagegen schließe die Friedensrede Hitlers jede Katastrophe aus. Ohne Rechtsgleichheit fein Friede. Sehr interessant, historisch anmutend ist dagegen die Stellungnahme des Giornale d'Jtalia, das gern als offiziös bezeichnet wird, obwohl es andere als offiziöse Blätter in Italien nicht gibt (ausgenommen das päpstliche Organ). Virginia Gay d a läßt zwar darin Deutschland auch Gerechtigkeit widerfahren, stellt aber mit strenger Miene fest, daß „Italien wie auch die anderen Großmächte durch die deutsche Entscheidung vor eine vollendete Tatsache g e st e l l t wurden und daß dieses Unterlassen einer vorherigen Mitteilung nicht mit jener politischen Linie harmoniere, die Italien bisher im Interesse aller, Deutschland inbegriffen, eingenommen habe". Damit harmoniert nun freilich das eingangs zitierte prophetische Ducewort auch wieder nur halb, aber es wäre denkbar, daß aus einer solchen Betrachtungsweise heraus sich Schwierigkeiten bei der Anwendung des Viererpaktes ergeben. Vielleicht hat Mussolinis schon damals an den feindlichen Ring um Deutschland gedacht, als er, es war Ende August in Cuneo, „auf dem Gebiet, das niemals von feindlichen Heeren verletzt werden dürfe", ausrief: „Nur starke Nationen haben Freunde nah und fern; schwache Völker stehen schon im Frieden allein und werden von allen vernachlässigt." Gehört also auch seine Sympathie nur einem starken und damit bündnisfähigen Deutschland? Wird er das schwache vernachlässigen? Es wäre gut, es wäre dringend notwendig, wenn man die Dinge in Frankreich wie in Deutschland nicht nur mit größter Ruhe, sondern auch m i t kaltem, realpolitischem V e r st a n d betrachten würde. Die französische Propaganda arbeitet gegenwärtig mit einem Eifer, als gelte es wieder wie in der Jnterventionszeit, Italien „herüber- zuziehen", und in Deutschland möchten manche nach dem Ueberschwang der Frühlingsbegeisterung für das seelenverwandte faschistische Italien jetzt am liebsten ins andere Extrem fallen und sich wieder verlassen fühlen wie 1914/15. Dabei wird allzuleicht vergessen, daß die Politik, insbesondere die italienische, die Kun st des Möglichen ist. Ist es möglich, ist es denkbar, in diesem Augenblick England vor den Kopf zu stoßen? Man schaue doch nur einmal auf die Landkarte! Dann wird man gleich begreifen, warum der Wunsch, Deutschland gerecht zu werden, sich mit der Notwendigkeit, auch England und Frankreich nicht zu vrschnupfen, tm Kopfe des italienischen Politikers vertragen muß. Wäre der Viererpakt mussolinischer Fassung durchgedrungen, wir hätten den Krach in Genf mit Sicherheit vermieden; so aber bleibt uns, europäisch > genommen, nichts anderes übrig, als den Viererpakt auch noch in seiner abgeschwächten, elastischen | Form anzuwenden. Das wird Mussolini versuchen. Und der Erfolg wird auf seiner Seite fein, vorausgesetzt, daß man nicht in Paris damit rechnet und verlangt, er solle wie eine Wahlmaschine angewendet d. h. Deutschland damit niedergestimmt werden, 3:1! »L anbe^! Stadtth^ 5 filmet ist stark, solange er sich in den hundert Tagen nach seiner Rückkehr von Elba auf sich selbst und seinen Kontakt mit dem Volke, mit seinen Soldaten verläßt. Sein Untergang ist besiegelt, als er sich — seinem Sohn zuliebe — dem Parlament ausliefert und jenes Opfer bringt, das tragifthermeife weder dem Kinde noch dem Vaterland, sondern nur einer kleinen Clique von Intriganten zum Nutzen gereicht. Heinrich George vollbrachte eine Glanzleistung, indem er der historisch getreu wiedergegebenen Persönlichkeit des kleinen dicken „Korporals^ jenen Heroismus des Führers verlieh, der auch für uns Deutsche mit dem Namen „Napoleon" verknüpft ist. Sein Gegenspieler war Robert Taube, der den geschmeidigen Polizeiminister Fouchö, „die Kanaille mit so viel Charm", als ausgezeichnete Leistung bot. — Das Publikum zeigte sein Verständnis für den Sinn der Aufführung und seine Dankbarkeit für die schauspielerischen Leistungen in lebhaftem Applaus, teilweise bei offener Szene, und in zahlreichen Hervorrufen. DrZ. sich hier einprägsam zeigt, muß als kennzeichnen- oes Merkmal des Saarlandes gelten, wobei wichtig ist, daß die Industrie nicht erdrückend im Land- fchaftsbild ü»tw Arbeiter bewohnt Kriegerkameradschaft „Hassia". In dieser Eigenschaft nahm er am 28. September 1883 an der Einweihung des Nationaldenkmals auf dem Niederwald teil. Im Kriegerverein Gießen (feit 1899) und im Haffia-Bezirk ist er Ehrenvorsitzender. Am Herzen lagen ihm auch stets die Bestrebungen des Evangelischen Bundes; er ist lange Zeit Vorstandsmitglied des hiesigen Zweigvereins gewesen. Der Neunzigjährige erfreut sich noch einer guten Gesundheit. Geistig steht er noch ganz auf der Höhe. 2ln den Ereignissen der Zeit nimmt er noch immer regsten Anteil, ein erstaunliches Gedächtnis ist ihm dabei auch heute noch beschieden. Seine ganze Liebe und Treue gehört stets seinem deutschen Volk und Vaterland. Blumenschmuck-Wettbewerb. Zu den erfreulichen Zeichen der Wiederbelebung unserer Wirtschaft zählt auch der diesjährige Blumenschmuck-Wettbewerb, der nach längerer Pause vom Verkehrsverein Gießen veranstaltet worden ist. Auf seinen im Juni veröffentlichten Aufruf waren etwas mehr als 120 Meldungen eingelaufen, eine Zahl, die für eine Stadt wie Gießen nicht allzu groß genannt werden kann. Da der Sommer im allgemeinen günstig war, der Verein eine größere Summe für Preise vorgesehen und die Gärtneroereinigung in bewährter Treue eine namhafte Spende an wertvollen Topfgewächsen bereitgestellt hat, dürfte der Gabentisch für die 113 preisgekrönten Bewerberinnen und Bewerber im Stadthaus Bergstraße (Zimmer 5) reich gedeckt fein, so daß jeder befriedigt und mit guten Vorsätzen für das nächste Blumenschmuckjahr etwas Schönes mit nach Haufe nehmen kann. Die Verteilung beginnt morgen, Mittwoch, von 9 bis 12 und am Nachmittage von 15 bis 17 Uhr. Zuerkannt wurden 25 erste, 66 zweite und 23 dritte Preise. Bei der Bewertung ist Rücksicht darauf genommen, daß der zu prämiierende Vorgarten-, Balkon- oder Fensterschmuck dem Straßenbilde zugute kommt, denn die freundliche Gestaltung des Straßenbildes ist es, worauf es bei der ganzen Sache ankommt. Daneben wurde auch darauf geachtet, daß der Fleiß des weniger Bemittelten Außerhalb der reinen Industriestädte erfreuen das Auge weite, fruchtbare Landstriche, so bei Ottweiler und St. Wendel. Diese geborgen in sattem Grün liegenden Städtchen stecken voll alter Kultur, mit vielen mittelalterlichen Zeugen: Mauerresten und Bergfried oder Wallfahrtsstätte des aus fremdem Königsgeschlecht stammenden Einsiedlers Wendelinus. In einem Seitentale der Blies ragen wohlerhaltene Teile der Abtei Tholey am Fuße Des Schaumberges, der höchsten Erhebung im Saarland. Das ganze Land läßt sich hier Überblicken, weithin über Täler und Hügel, Laubwälder und Tannendunkel, bis hin zur Saargroßstadt Saarbrücken. *™en. Et 8b*T" *>*>««* Ufa; JNug eifonnenen RMfo 9t vorbrachte, sich oIs'^ Jen. Sie suhi bei der Gegen. ; Ws m tem jeute nicht geahnt, wer bei &'e Leuche ermordete.' Wr machtiM -AM) gebe nur zu, eine törichte Men gehabt zu haben, dii unwürdig erkannte. Ich hab eingebildet, aber er gab mb immer wieder, hätte u öfter ist, wäre mir allez gleit id) seinen Erpressungen ich d ihn angezeigt.' tsetzung folgt) Zeitschriften. Das Herbstheft vom „I n s e 1 s ch i s f" wird ein- geleitet durch die klassischen Worte des heute oft zitierten „Bekenntnisses" von Clausewitz aus dem Jahre 1812. In einem schönen und zu Herzen gehenden Beitrag („Mein Erlebnis mit Adalbert Stifter") erzählt Ina Seidel von der beglückenden ersten Begegnung mit deutscher Dichtung. Aus der Einleitung zur zweiten Auslage des ersten Bandes der „Kinder- und Hausmärchen" finden wir Wilhelm Grimms liebevoll eindringende Betrachtung über das Wesen der Märchen. Sehr lesenswert Carl Siebers Aufsatz über das von ihm herausgegebene Briefwerk Rainer Maria Rilkes, dessen zuletzt erschienenen Band (1907 bis 1914) wir kürzlich hier besprochen haben. Drei gute Proben junger Lyrik: von Eberhard Meckel, Fritz Diettrich und Peter Hüchel. Friedrich Schnack, dessen Werk neuerdings in den Insel-Verlag übergegangen ist, spricht über seine lyrischen Romane; auf fein neuestes Buch, „Klick aus dem Spielzeugladen", werden wir später noch zurückkommen. Nurn Numsen erstattet Bericht über einen Besuch bei Timmermans in Lier, was den zahlreichen Freunden des Dichters willkommen sein wird. Als Bildbeigaben: Dürers „Tanzendes Bauernpaar"; ein Blatt aus Schwinds Radierungen zur „Schönen Lau" von Mörike; ein photographisches Porträt des niederländischen Erzählers Anton Coolen, dessen Roman „Brabanter Volk" vor kurzem im Insel-Verlag erschienen ist. —. iebd w 4 iS'"' ■<$ 4-StttFSr Was wird Italien tun? Don unserem römischen E.-Korrespondenten. Rom, 22. Oktober 1933. Den Zusammenbruch der beiden großen Konferenzen, auf die sich die Hoffnungen dieses Jahres stützten, hat Italien van Anfang an gefürchtet. Mit dem IBiererpatt nahm Mussolini nur voraus was jetzt eingetreten ist: ohne ihn hätten wir das Vakuum. Mancher wird sich noch erinnern, daß der Schöpfer einer neuen Staatsidee auch das System der Konferenzen und Kon- greife für überlebt hielt und - es war erst >m Juli — auch in französischen Blättern einen Artikel veröffentlichte, in dem es hieß, es läge im Interesse des moralischen und politischen Prestiges der Nationen, keine Konferenzen mehr zu organisieren, denn diese Idee sei durch Mißbrauch in Mißkredit gekommen. 911(1)1 länger ist es her, daß derselbe Führer einer großen Nation erklärte, wenn man Deutsch- l a n d nicht endlich die Gleichberechtigung gewahre, könne es nicht länger im Völkerbund bleiben. Erstaunlich, daß heute, wo das Vorausgesagte eingetroffen ist, dieses Ducewort nicht hervorgeholt, sondern so getan wird, als ob in Genf etwas Unerhörtes vorgefallen fei. Daß Japan dem Völkerbund den Rücken kehrte, weil es aufrüsten und Krieg führen wollte, das ließ man hingehen; wenn hingegen Deutschland den Frieden will und zu diesem Zweck die Abrüstung fordert, so schreit man Ach und Weh. So sieht man in Italien die Dinge an und findet, daß sich „die Welt" nicht richtig verhält. Geht das so weiter, so ist es gar nicht ausgeschlossen, daß auch Italien den Völkerbund verläßt, der nach Bernard Shaw eine Oc- aanifation geworden ist, die eine ganz verzweifelte Aehnlichkeit mit einem Instrument zur Niederhaltung Deutschlands besitzt. Shaw, gewiß alles eher als ein Deutschenfreund, war es auch, der d>e Friedensdiktate, die man den Unterlegenen als Würgeisen um den Hals legte, nicht anders als „Raub- und Plünderungsverträge" nannte. Er befindet sich damit mit Lloyd George, Mussolini und sogar dessen Erzfeind Nitti in einer Gesellschaft. Mussolini erachtet es als eine sittliche Pflicht, als Menschenpflicht, die Sklavenmoral von Versailles zu beseitigen und die „heiligen" Halsbänder abzunehmen. Andere wollen sie nicht einmal gelockert wissen — und an diesem Gegensatz krankt die Welt, nicht an dem Trödelhandel um diese oder jene Waffenart. Wer bas nicht einsehen will, wird auch die Politik Italiens und Deutschlands nicht verstehen. Die Schweiz darf aufrüsten, keinem Menschen fällt es ein zu fragen, wie viel Kanonen Litauen besitzt, die Millionenheere Frankreichs werden als Selbstverständlichkeit hingenommen, über die Zerschlagung des Vertrages von Sevres durch die Türkei hat man sich mit einem naheliegenden Witz hinweggeholfen, nur Deutschland und Urfgarn sollen nicht dürfen, was alle anderen dürfen. Das soll Moral sein. Mussolini lehnt dies ab. Wer freilich heute einen Blick in bie italienische Presse wirft, kann ben Einbruck gewinnen, als wolle Rom nicht recht Farbe bekennen. Und in ber Tat zeigt sich bie Einheitspreise, ber man vorzuwerfen liebt, sie sei ja nichts anberes als ein Sprachrohr der Regierung, durchaus uneinheitlich in ber Beurteilung oes großen politischen Ereignisses. Der „lener e" zum Beispiel wirft bie Frage auf, ob man nun vorwärtsschreiten ober in bie unselige Abenteuerpolitik Poincarss zurückfallen wolle. Ein Druck auf Deutschlanb, gar eine Besetzung beutschen Bobens würbe nichts anberes heißen als ein brennenbes Zünbholz in Benzin werfen. Der Friebe könne nur unter Gleichberechtigten zuftanbe kommen. Wenn bie französischen Kanonenherren fragen, ob Frankreich warten wolle, bis Deutschlanb mit seinen Rüstungen am Ziele sei, so müsse geantwortet werben, nein, es sei eben keine Zeit zu verlieren, man müsse dem Reich entgegenkommen, gleichfalls abrüsten unb auf biefer Basis einen'wahrhaften Friebenszustanb in Europa Herstellen. Das französische Sicherheits- ich! i neuer* hkess^ "iS*'* tert be‘ läuser s Mussolinis „Hundert Tage"" im frankfurter Schauspielhaus. In Anwesenheit von Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger ging bas Napoleonbrama „H u n - b e r t Tage" von Benito Mussolini unb ©io- vacchino Forzano in einer Festaufführung bes Frankfurter Schauspielhauses in Szene. Der Abenb brachte nicht nur ein künstlerisches, sonbern auch ein politisches Erlebnis. Stellte ooch bie Tatsache, baß unter starker Beteiligung offizieller Vertreter bes neuen Reiches ein Napoleondrama auf einer deutschen Bühne erschien, und mehr noch, daß die damaligen deutsch-französischen Verwicklungen in der ganzen historischen Treue und Unvoreingenommenheit der italienischen Fassung des Stückes wieder- gegeben wurden, ein lebendiges Zeugnis für die Ehrlichkeit der deutschen Bestrebungen dar, auch die kulturellen Beziehungen zu unseren Nachbarnationen von jeder Animosität zu entlasten. Das Drama ist eine leidenschaftliche Verteidigung des Führerprinzips gegen das demokratische Prinzip. Napoleon denkmälern alter Fürsten von Nassau-Saarbrücken und das alte Saarbrücker Rathaus. * Im ganzen betrachtet, ist Saarbrücken die Hauptstadt, eine Ueberraschung, dabei nicht einmal eine „spröde Schöne"; sie verbirgt die Schönheiten nicht. Reizende, fast badestadtmäßige Anlagen verlaufen längs der Saar, in beträchtlicher Ausdehnung; stolze Barockkirchen und Profanbauten, Hügelkranz, Fluß und rheinische Lebendigkeit der Bevölkerung sprechen mit eindringlicher Gebärde für diese Stadt. Mit 135 000 Einwohnern wirkt Saarbrücken als ausgeprägt großstädtische Hauptstadt, mit hervorragenden Hotels, fünfen, gut ausgestatteten Straßenbahnen (Fenstertischchen) unb außerorbentlich lebhaftem Autoverkehr. Wiewohl bie Frankenwährung im Saarlanb seit 1925 eingeführt worben ist, kann man an manchen Stellen, mitunter selbst beim Trambahnschaffner, bas bem beutschen Saatlänber vertraute beutsche Gelb in Zahlung geben. Das Saarlanb ist beutsch in allen seinen Äußerungen wie Thüringen ober Schwaben — ein Grenz- lanb, angrenzenb an ein Lanb, besten Grenzbeoölke- rung (Lothringen) ebenfalls noch beutsch spricht. Die saarlänbifche Munbart zählt zur rheinfränkischen Gruppe mit alemannischen Zusätzen. Sie klingt hübsch unb anheimelnb, unb man hört nichts anberes im Saarlanb — außer bei französischen Beamten irgenbeines ber bis 1935 noch bestehenben Aemter. Deutsche (Saar. Eine Handvoll Nersenotizen. Von Karl Lütge. Saarburg steht als Gingangstor zu ben lanb- schaftlichen Schönheiten bes Saarlanbes. Romantisch unb lieblich bietet sich biefes biesfeits ber Grenze liegenbe Stäbtchen bem Blick bar unb wirbt mit Fluß- unb Stabtbilb, Reben unb Burg für bie gehäuften Schönheiten bes Saarlanbes. „Saarlanb" ist geographisch bas Saarbecken, politisch bas burch ben Friebensverirag aus bem von der Saar burchströmten süblichsten Teil bes Regierungsbezirkes Trier unb bem von ber Blies burch- slostenen sübwestlichen Zipfel ber bayrischen Pfalz gebilbete Grenzlanb gegen Lothringen. Die Bevölkerung war 1910 zu 99 Prozent deutsch, und sie ist es, wie wir bald seststellen können, heute noch. Saarburg, im gesegneten Weingau der Saar, blieb mit seinem abenteuerlichen Gewinkel unb ber reizenben Altertümlichkeit bei ber Rhein- provinz. Aber aufwärts einiger verschnörkelter Winbungen ber roalbberggefäumten Saar folgt halb die Grenze ber Willkür bei Serrig, unb strenge unb Peinliche Zollrevision burch Franzosen erfolgt im Bahnhof Mettlach. Bei Mettlach entftanb ein Saarkraftwerk. Es hat "dem lanbschaftlichen 9teix ber Gegenb feinen Abbruch tun können, ebenso wenig wie bie weltberühmte Keramische Fabrik, bie im ehemaligen weitläufigen Klosterschloß zu Mettlach ihren Hauptfitz lat unb beren Name w thin in bie Welt klingt. Die Benebiktiner-Abtei zu Mettlach war einst ber kirchliche Mittelpunkt bes Saarlanbes. Jetzt gilt als „Saardom" die neue doppeltürmige Kirche zu Dillingern Die Lutwinuskapelle bei Mettlach und ber laubumrankte „Alte Turm" deuten die Stelle an, wo Landschaft und Geschichte verschmelzen. Die Kapelle dient als Ruhestätte eines deutschen Königs; dicht hinter ihr wachsen die ersten Reben an ber Saar, hüben auf rheinpreußischem Gebiet. r Bekämpfung des slspaoiw jetzt ,ringe anlegeni „wahrte Fabrikate fix-Fertig" uen nr,A erhalten SU im WU haus Hch.tohU Ein Neunzigjähriger. Am morgigen 25. Oktober feiert ber Postsekretär i. R. Karl Mayer seinen 90. Geburtstag. In Traben an ber Mosel geboren, besuchte er bas Gymnasium ber mit Traben oerbunbenen Stabt Trarbach. Am 6. November 1862 trat er zu Cochem in ben Postbienst ein. Seine amtliche Tätigkeit würbe burch ben Militärbienst unterbrochen. Am 1. Oktober 1865 trat Mayer als Einjährig-Freiwilliger in bas 8. (Rheinische) Felbartillerieregiment zu Koblenz ein unb rückte im Mai 1866 mit seinem Truppenteil ins Felb. Im Gefecht von München- grätz kam der morgen Neunzigjährige zum erstenmal ins Feuer. Sein Truppenteil gehörte zur Elb- armee, die tmter dem Befehl des Generals Her - warth von Bittenfeld stand und am 3.Juli in der Schlacht von Käniggrätz den rechten Flügel der preußischen Aufstellung bildete. Als Mitkämpfer erlebte Mayer dieses große geschichtliche Ereignis. Heute noch erinnert er sich deutlich der einzelnen Ereignisse, wie sein Regiment am Abend von preußischen Kürassieren, die bie Verfolgung bes Feindes aufnahmen, umringt war, unb wie er am nächsten Morgen seinen Jugenbfreunb Ernst Stuhl aus Wetzlar, ber bei bem 8. Jägerbataillon ftanb, suchte unb mit seinem Truppenteil auf einer Wiese fanb. Dann kam bas Regiment bis vor Wien, erlitt aber schwere Verluste burch bie immer mehr um sich greifenbe Cholera. Nach Friebensschluß traf Mayer roieber in ben Postbienst zurück unb war zunächst in Köln tätig. Am 6. Januar 1868 kam er als Postbeamter an ber Köln-Minbener Bahn nach Gießen. Vor- übergehenb würbe er im Jahre 1878 auf ein halbes Jahr nach Mainz versetzt, im übrigen blieb Gießen, । wo er sich am 21. Juni 1873 mit Luise Lenz, ber Tochter bes Kirchenvorstehers Balthasar Lenz, ver- I heiratet hatte, sein bauernber Wohnsitz. Als im Jahre 1873 in Gießen ein Kriegerverein gegrünbet würbe, trat Mayer ihm sofort bei unb hat später lange Jahre hinburch ben Verein als Vorsitzenber geleitet, wie er sich überhaupt bes Kriegervereins- wesens in Stabt unb Lanb tatkräftig angenommen hat, besonbers .auch als Vorstanbsmitglieb ber >ar erHen,’ I ^‘•55 ■‘"-’S»» •Men. am fklbst mit 'teibe^JS^niert: ä ^-onngenh «»$*in Volksabstimmung am 12. November 1933 Trr Kanzln (X) bi M5S Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hitler- so. Evangelischer Abend in der Stadtkirche Sertiti Ul IM iren Winlerhufe bestimmt. 1 e D 1 a dc de vo CI eii sol ml bei bu bei nei los W. s-h QÖI 61h', TI leb. Bel rou wo: Bri uns den ebei nun ist . Dri< ben, lichk b ti a n $ A D Dl. Ql Ul st lt0,Pnn3 btgibt sich burch bie geschlossene Teilnahme sämtlicher Organisationen der NSDAP., sowie der Dereine und Berufsoerbände in unserer Stadt in größtem Nahmen stallfinden. Deutschland mit ungeheurer Kraft beitragen zum Neubau des deutschen Staates, zu der wahr— An alte Führer von Vereinen und Berufsorganisationen Gießens. Den vereinen und verbänden (Ium- und Sport- vereine, Gesangvereine. Kriegervereine u. it, Innungen, Lerussvereine usw.) ist In diesem Wahlkampf eine wichtige Aufgabe zugedacht. Zur Le- sprechung derselben werden alle Vereinsführer und Jührer von Berufsorganisationen zur Teilnahme au einer Besprechung am Dienstag, dem 24. Oktober 1 933, 1830 Uhr, im Sitzungssaal des Stadthauses Gießen, aufgefordert. NSDAP., Kreisleitung Gießen: gez. Dr. Harth, Kreisleiter. Volksgemeinschaft, die in ihm nach den göttlichen Gesetzen organisiert sei. Dadurch werde auch dem neuen Staat der gute Unterbau von Evangelium und deutschem Volkstum gegeben. Aus dieser religiösen Kraft erwachse das deutsche Staatrbewußtscin, die Staatsverantwortung und die Staatstrcudigkeit für unser Volk. Der Redner wie» dann ouf das leuchtende Vorbild des Schwe- Gustav 2Tbo[f hin. In dem sich evange- Glaube und Volkstum. Staat und evange- Kirche unlösbar vereinigten. 2m Hinblick auf Unter dem Leitgedanken „Wir Protestanten im Dritten Reich" veranstaltete der Gießener Zweigverein des Evangelischen Bundes am Samstag In der Stadtkirche einen sehr gut besuchten Evange- lischen Abend. Die Veranstaltung aewann durch die Anwesenheit der Führer des hessischen Hauptoereins besondere Bedeutung. Stadtorganist Heinz Simon leitete den Abend mit einem Orgeloorspiel von I.' S. Bach in bekannter feinsinniger Künstlerschaft ein. Oberstudienrat Prof. D. Or. Freiherr von Gall als Vertreter des bisherigen Vorstandes des Zweig- vercins eröffnete die Ansprachen mit kurzen Worten der Einführung, wobei er betonte, daß auch der Gießener Zweigverein des Evangelischen Bundes setzt in das ganz aroße Geschehen im deutschen Daterlande hineingestellt werden solle. Die Zeiten seien vorbei, wo man sich nur mit Vorträgen aus der Geschichte der Inneren Mission, ober aus dem kirchlichen Leben befasse. Es werbe auch hier für die Arbeit ganz Neues kommen. Zum Schlüsse seiner Ansprache machte er darauf aufmerksam, daß die drei Redner gemeinsam über das Thema „Wir Protestanten im Dritten Reich" sprechen würden. Anschließend fang Frl. Hanna Kellner anstelle der erkrankten Sängerin Frl. Stammler den Chorsatz „Nun freut euch, liebe Christen, g'mein" von I. S. Bach, wobei die klangvolle, schöne Stimme der Sängerin in hohem Maße erfreute. Londeskirchenroipfarre^Berck'^oßdorf der Führer des hessischen Hauptoereins und Präsident der hessischen Landessynode, stellte als erster Redner den gewaltigen nationalen Umbruch unserer Zeit in enge Beziehung zu der Arbeit des Evangelischen Bundes. Dabei hob er hervor, daß evangelischer Glaube und Vaterlandsliebe jetzt eins geworden sind. Evangelische Kirche und Staat für den deulfchen Protestanten nicht mehr auseinander- fallen. Namens des Evangelischen Bundes in Hessen und im deutschen Vaterlande legte er das eindrucksvolle Bekenntnis ab, daß der Evangelische Bund sich voll und ganz zum deutschen Staat, zum Dritten Reich bekennt. Dieses Bekenntnis bedeute für alle Protestanten eine ernste Besinnung auf die Grundlagen der Reformation und des evangelischen Glaubens. Don dieser Grundlage aus könnten die Evangelischen in seinen verdienten Lohn findet. Zu bemerken ist hierbei, daß sehr viele Mitbürger, ohne sich für die Be- Wertung zu melden. Vorzügliches geleistet haben. Es ist hier leider nicht möglich, solche Leistungen km einzelnen anzuführen, genannt seien lediglich bie Kaserne der Maschinengewehr-Abteilung und das Evangelische Schwesternhaus. Wie in früheren Jahren, so konnte auch diesmal wieder beobachtet werden, daß die neueren und die allen Hauser der Innenstadt, deren düsteres Aussehen den Blumenschmuck erforderlich macht, größtenteils leer geblieben lind» während bie Stragenzüge der Außenviertel sehr viel Gutes aufzuweisen hatten. Man dürfte nicht fehlgehen, wenn man diesen Umstand nicht auf Mangel an Schönheitssinn, sondern auf Schwierigkeiten zurückführt, die mit dem Befestigen der Blumenbretter ober Fensterkästen verbunden finb. Aber auch biefe Schwierigkeiten lassen sich in den meisten Fallen bei gutem Willen überwinden. Gießener Reichswehr nach Berlin. Die 2. Kompanie unseres Bataillons ist für ein Vierteljahr zur Wachtruppe nach Berlin kommandiert worden. Die Kompanie verläßt unsere Stadt am kommenden Donnerstag, 26. Oktober. Der Abmarsch von der Kaserne erfolgt um 8.45 Uhr und geht durch die Licher Straße, Gartenstraße, hinden- burgroaU, Frankfurter Straße zur Verladerampe an Der Liebigstraße. An alle deutschen Funkhändler und Besitzer von cautsprecher-Anlagen! Alle Besitzer von Lautsprecher-Anlagen wollen um- gehend ihre genaue Anschrift sowie die Zahl der zur Verfügung stehenden Apparate, ebenso den Leih- preis bei der Gau-Propagandaleitung, Adolf-Hitler- Haus, zur öffentlichen Bekanntgabe anmelden. Der Gau-Propagandaleiter. Gießener TLochenmarltpretie. * Gießen, 24. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1 bis 1,10 Mark, Matte 20 ois 25 Pf.. Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 13, Wirsing, Has Pfund 7 bis 10 Pf., der Zentner 6 bis 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 8 Pf., der Zentner 3 Mark, Rotkraut, das Pfund 7 bis 10 Pf-, der Zentner 6 bis 7 Mark, Gelbe Rüben, bas Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüden 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 5 bis 7, Grünkohl 20, Rosenkohl 20 bis 25 Pf., Feldsalat 1 Mark, Tomaten 15 bis 20 Pf., Zwiebeln 7 bis 10, Meerrettich 25 bis 50, Kürbis 5 bis 7, Pilze 25 bis 50, Kartoffeln 3 bis 3)4 Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Aepfel 12 bis 18, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 12 bis 15, Nüsse 50, Tauben, das Stück 45 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlradi 8 bis 15, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Pf. BornoNzeu. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, „Die Männer sind mal |K«h'QU( Kirn GA-Giandarie 116. Zum Gedenken des 10. Jahrestage» der Erhebung wird vom 1. bi» 5. November 1933 einschließlich bie SW. -Sperre do rübergehend aufgehoben. 3n diesen Tagen erfolgen probeweise Aufnahmen in die SA. als Anwärter. Voraussetzung für dieAufnahme find: Schriftliches Aufnahmegesuch mit Lebenslauf und polizeilichem Leumundszeugnis an den Führer de» jeweiligen Sturmes. Diese» Gesuch ist mit Stellungnahme des Führer» de» Sturme» dem Führer de» Sturmbann» vorzulegen, der die Entscheidung nach seinem Ermessen trifft. Anmeldestellen für Gießen: Sturmbann 11/116, Senckenbergstrahe 7; Sturmbann K 1/116, Soldan, Seltersweg Sturmbann H. VI 116 (Giehen-Land). hobel, Damrnsiraße 29. Der Führer der Standarte 116: A.V.: Ad. Münker, Sturmbannführer und Adjutant. Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Die in der Alten Klinik eingerichtete Geschäftsstelle des Winterhilfswerks hat zur Durchführung Der gestellten Aufgaben einen umfangreichen Schriftverkehr zu bewältigen. Diese Arbeiten können nur mit Hilfe einer Schreibmaschine erledigt werden. Die Volksgenossen, Firmen und Behörden,'die eine Maschine zur Verfügung stellen können, werden um umgehende Meldung an ben Kreisführer bes Win- terhilfswerks Gießen, Alte Klinik, Liebigstraße, gebeten. N6>-Dolkswoh1fahri des Kreises Gießen. Zur Erlebigung ber sich täglich häufenden schriftlichen Arbeiten der Kreisgeschäftsstelle wirb dringend eine Schreibmaschine benötigt. Welche Volksgenossen, Firmen und Behörden können uns eine solche zur Verfügung stellen? Umgehende Meldung erbeten an die Kreiswal- tung Der NS -Volkswohlfahrt Gießen, Kreisamt, Zimmer 20. Kundgebung für Frieden und Gleichberechtigung. Am kommenden Donnerstag findet in de» Volks- Halle zu Gießen die erste große Kundgebung zur Volksabstimmung am 12. November statt. Reichs- statthatter und Gauletter von Württemberg und Baden Robert Wagner (Karlsruhe) wird über das Thema „Die Nation tritt an!" sprechen. Die Kundgebung beginnt um 20.15 Uhr. Sie wird junge Quex". — Aus dem <$tabttheaterbüro wird uns geschrieben: heute, 20 Uyr, vierte Vorstellung im Dienstag-Abonnement: „Die Männer sind mal so", Lustspiel-Operette von Walter Kollo. Operetten- Preise. Ende: 22 Uhr. — Morgen, Mittwoch, vierte Vorstellung im Mittwoch-Abonnement: „Die Männer sind mal so". Operetten-Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. •• Schulpersonalie. Der Studienrat am hiesigen Realgymnasium Prof. V ö l z i n g wurde auf sein Nachfuchen unter Verleihung ber Amtsbezeichnung „Dberftubienrat" unter Anerkennung feiner dem Staate geleisteten langjährigen, treuen Dienste unb unter 6esonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opferstnns mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 in den Ruhestand versetzt. ** hochherzige Kinderspeisung. Brauereibesitzer Denninghoff stellte anläßlich der Hochzeit feiner Tochter am vorigen Samstag ber NS -Volkswohlsahrt in Gießen Mittagessen, Kaffee und Kuchen für 50 Kinder zur Verfügung. Die Speisung der Kinder sand im Casö Leib statt. Das lobenswerte Beispiel des Spenders verdient Anerkennung und bei passender Gelegenheit Nachahmung. *• Straßensperrung. Die Polizeibirektion Gießen teilt mit: Wegen Neubefestiguna wird die Röntgen st raße vom 23. Oktober bis 11. November für ben Verkehr mit Fahrzeugen aller Art gesperrt. Die ausgestellten Sperrschilder finb zu beachten. * Zur Berichtigung. In unserem gestrigen Bericht über bie außerordentliche Generalversammlung der Baugenossenschaft 1894 muß es bei ben Ausführungen des Aufsichtsratsvorsitzenden richtig heißen: ..... bei der Baugenossenschaft 1894 außer den Iahresrechnungen und den Belegbänden weder die Hand-, Tages- noch Kassenbücher von 1 9 3 0 ab rückwirkend vorhanden." — Bei der Aufzählung der Verwaltungskosten ist In der Angabe der bilanzmäßigen Kosten ein Hörfehler zu verzeichnen. Die Kosten betragen 1 7 5 7 1,28 M k., nicht 15771,28 Mark. •* Spenden bes Po st Personals zur Färbe r u n g der nationalen Arbeit. An ber freiwilligen Spenbe zur Förberung der nationalen Arbeit hat sich auch das Postpersonal im Obcrpoftbireltionsbeflirf Darmstadt in Hervorrogen- Der Weise beteiligt. Seit Juli sind bis jetzt in monatlich steigenden Beträgen insgesamt 18 610 Mark ausgebracht unb abgeführt worden. Wenn man berücksichtigt, daß das Personal der Deutschen Reich»post sich überwiegend aus geringer bezahlten Kräften zusammensetzt, so ist dieses Ergebnis dop- pelt ersreulich und beweist den tatkräftigen Opfer- willen der Beamten, Angestellten und Arbeiter für bie nationale Volksgemeinfchaft. Die Sammlung wird fortgesetzt. ° •• Vorübergehende Stillegung des Grohrundfunksenders Mühlacker Ab 20. Oktober bis voraussichtlich 1. Dezember ist der Großrundfunkfender Mühlacker wegen der Verstör- kungsarbeiten stillgelegt worden. In der Zwischenzeit wird bas ganze Programm des Süddeutschen Rundfunks über ben schwächeren Ersatzsender Stuttgart-Degerloch abaewickelt. Hierbei ist es naturgemäß nicht möglich, aus der Südfunkwelle 8.32 kHz (360,6 Meter) von Stuttgart-Degerloch aus in der gleichen Stärke zu empfangen, wie vom stillgeleg- ten Großrundfunkfender Mühlacker. Den Rund- funkteilnehmern wird empfohlen, ihre Empfangs- onlagc in allen Teilen darauf nachzufehen. ob sie in Ordnung Ist. Wer trotzdem den Südfunk ober einen anderen deutschen Sender nicht empFan vn kann, wende sich an den Rundfunks! ber Deutschen Reichspost (Ver • ■ Poftanstalt), an die örtlichen Rui stellen ober an feinen Funkwart. An alle Besitzer van perfonenkraftwagenl Der Aufforberung zur Bereitstellung von Kraftwagen für den Wahldienst sind bisher kaum Auto- besitzer nachgekommen. Es ist für jeden Volksgenossen eine Ehrenpflicht, sich für den 12. November in den Dien ft der deutschen Sache zu st eilen, gleich, mit welchen Mitteln und an welcher Stelle. Wir erwarten, daß jeder erkennt, um was es geht. Es gibt eine bei weitern ausreichende Zahl von Kraftwagenbesitzern, von denen wir nunmehr Meldung erwarten. Kreisleitung, Löberstraße 9, Telefon 4032. An alle Besitzer von Lastkraftwagenl In ben nächsten Tagen sollen Sprechchöre unb Propagandatrupps der SA. und HI. auf Lastkraftwagen die Stadt durchfahren. (Zeiten zwischen 17 und 17.30 Uhr.) Die oviae Aufforderung gilt daher auch ben Besitzern von Lastkraftwagen. Dahlschleppdienst! Schon heute wird darauf hinaewiesen, baß am Wahlsonntag ein Wahlschleppdienst in größtem Umfang durchgeführt wird. Es werden hierzu eine große Zahl von Personenwagen benötigt. Wir werden bann nicht anerkennen, daß ein von uns aufgeforderter Volksgenosse gerade an diesem Tage mit seinem Wagen zufällig einen Besuch außerhalb machen muß, und geben deshalb schon heute diesen Hinweis. NSDAP., Kreis Gießen, Kreispropagandaleitung. gez. Hopsenmüller. Amiswaliersihunq in Gießen. heule, Dienstag, 19.15 Uhr, findet Im Hotel Viktoria zu Gießen, Liebigstraße (Ecke Bahnhof, strahe), eine Verscünmlung sämtlicher Ort», gruppenleiter und Propagandaleiter de» Kreises Gießen stall. Die Sitzung wird nur bis 20.15 Uhr dauern. Kreisleiier Dr. Harth betont, daß pünktliches Erscheinen aller Orlsgrup- pcnleiler und Propagandaleiter unbedingt erforder- lich ist. Im Rahmen des Winterhilfswerkes wurde mit der Direktion der Gießener Lichtspiele vereinbart, daß den minderbemittelten Volksgenossen (Arbeitslosen-, Krisen- und Wohlfahrtsunterstützungsempfänger sowie Klein- und Sozialrentner) gegen Dorzeigen der Stempelkarte bzw. Rentenquittungskarte Gelegenheit gegeben ist, sich für einen verbilligten Preis, unb zwar 0,25 RM. ben Film: „hillerjunge Quex" anzusehen. Obige Vereinbarung wurde auf die Vorstellungen am Dienstag, dem 24. Oktober 1933, 16 und 18 Uhr, getroffen. Gez.: Klöß, Kreiswalter ber NSD- Or. Brauns-Oarmftadt, der Geschäftsführer de» hessischen hauptverem». Der Redner umriß scharf die Stellung des Coan* gelischen Lundes gegenüber den alten Gegnern seiner Arbeit. Zentrum, Ultramontanismus, Marxismus, Freidenkertum, Gottlosenbewegung, Sehen, aber auch gegenüber der fog. nordisch-germanischen „Deutschen Glaubensbewkaung", bie nicht zu verwechseln ist mit den Deutschen Christen. Der Redner betonte, daß alle diese Gegner der evangelischen Glaubensarbeit auch heute noch ihre Tättgkeit aus illegale und getarnte Weste fortseyen unb daraus die Forderung nach größter Aufmerksamkeit unb geschloffenem Zusammenstehen aller Evangelischen sich von selbst ergebe. Er rief in eindringlichen Worten zur Sammlung aller evangelischen Volksgenossen unb zur Einreihung In bie Front bei Dolkskanzl-rs Adolf Hitler auf, bem man helfen muffe, feinen Kampf zu gewinnen. Nur bann werde bas Erbe ber Reformation zu wahren und zu mehren fein, wenn das Ziel erreicht werde: auch ein im Glauben einiges deutsches Volk! Ein Choralgefang von Fräulein J) Kellner bildete den schonen Abschluß diese» Teile» de» Abends. An-schliehend nahm der Führer de» hessischen Hauptoereins, Landeskirchenrat Pfarrer B e r ck , Die Einführung des neuernannten Führers des Giehener ZweigvereinS, Pfarrer Trapp, des künftigen Seelsorgers unterer Petrusgemeinde, in sein Amt an der Spitze de» Zweiaoereins des Evangelischen Bundes vor. Dor- her sprach Pfarrer B e r ck dem bisheriaen Vorstand, insbesondere den Herren Prof. D. Dr. Freiherr von ©all und Pros. Sdjmoll. ben herzlichsten Dank des Hauptvereins für ihre Arbeit aus. Pfarrer Trapp richtete an die Gemeinde eine kurze Ansprache, in der er nach Dankesworten an Pfarrer Berck und Freiherrn von Gall sich zu eifriger Arbeit im Dienste des Evangelischen Bundes und seiner Ziele bekannte, um das Vertrauen aller Evangelischen In Gießen bat unb zu Eifriger Mitarbeit für die evangelische Kirche unb ihr Mr- ten im Dritten Reich aufrief. Versammlung der Holzarbeiter Die Ortsgruppe Gießen bes Deutschen Holzarbeiter-Verbandes hielt am Sonntag- nachmittag im Saale bes Gewerkfchaftshauses eins Versammlung ab. Kreisleiter K Betz (Gießens sprach über „Sinn unb Wesen ber Deutschen Arbeitsfront". Er führte u. a. folgenbes aus: Der Deutsche Holzarbeiter-Verband stehe zur Zett weaen Tarifangelegenheiten im Kamps. Etwa IVt Jahrs sei kein Tarif vorhanben gewesen, auaendlickllch sei auch kein feststehender Tarif in Kraft. Die Arbeit des Verbandes sei durch die Verhältnlsie in der Vergangenheit sehr erschwert. Die Bedeutung der Gewerkschaften sei unter marxistischer Herrschaft fast völlig verloren gegangen. Der Arbeiter habe seither nirgends Recht und Schutz gehabt, das gelte auch besonders bezüglich des Tarifrechts. vor der nationalen Umwälzung feien von 10 000 Verussangehärigen im Gebiet der hie- figen Kreisleitung nur 500 Im verband gewesen. Viele Arbeitgeber hätten ben Nationalsozialismus noch nicht begriffen, dadurch fei der Kampf um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen erlAroert, Die Wirtschaft fei zusammengebrochen. <• fei halb notwendig geroefen. zu erreichen, daß zunäW ein Stillstand in der Krise eintrete. Der nuhrer habe versprochen, dafür zu sorgen, daß der Arbeiter für normalen Lohn dreimal soviel kaufen könne, wie seither. Das fei das Wirtschaftsbild, das sich erst allmählich entwickeln könne. Die Ortsklassen- Einteilung, die von den Arbeitgeberorganisationen für den hiesigen Bezirk vorgeschlagen worden fei, stehe im krassen Gegensatz zu den Lebensoerhält- nissen in hiesiger Gegend. Die Arbeiterschaft sei bereit, mit den Arbeitgebern zusammen am Ausbau zu arbeiten, lehne den unter marxistischer Herrschast gepredigten Klasienkampf ab, fordere aber vom Arbeitgeber, daß er auch in der Zeit, in ber kein Tarif vorhanben fei, menschenwürbige Löhne bezahle. An Opferbereltschaft habe e» bei der Arbeiterschaft nie gefehlt. Der Arbeiterstcmb habe fein gerütteltes Maß von Opfern gebracht, man denke dabei nur an die in den letzten Jahren vorhandenen Millionen von Arbeitslosen. Es fei Zeit, daß der Arbeitgeber dem Arbeiter die Hand reiche und einfche, daß er fein Mitarbeiter fei. Der Arbeiter schütze ben Betrieb und habe Ihn erhalten helfen. Der Arbeitgeber müsse erkennen, daß er nur Sachwalter fei In btt Bctriebegemeinfchaft. Der Arbeiter habe bie Pflicht, das höchstmögliche an Leistungen einzufetzen, ber Arbeitgeber müsse dagegen da» höchstmögliche an Lohn geben, damit der Arbeiter kaufen könne, was für handel, Gewerbe und Industrie von Vorteil sei. Durch die Steigerung der Einkommensverhältnisse des Arbeiters werde die Not Heiner. In ber heutigen Zeit, wo noch Millionen ohne Arbeit feien, dürfe die Arbeitszeit nicht überschritten werden, vielmehr seien, wo irgend möglich, Neueinstelltmtzm vorzunehmen. Der Erholungsurlaub des Arbeiter» fei eint Notwendigkeit zur Erhaltung der deutschen Arbeitskrast, die geschützt werden müsse. Durch Urlaub werde die Arbeitskraft gesteigert. Eine gesetzliche Regelung des Urlaubs für ben Arbeiter stehe in Aussicht. Außerdem sei ein Garantiewochenlohn zu erwarten, zu dem noch Leiftungszufchläge kämen. Bei bem Garantiewochenlohn fei eine ausreichende Entschädigung für eine Familie mit drei Kindern vorgesehen. Besonderer Aufmerksamkeit werde der Versorgung des Arbeiters bei Krankheit, Unfall unb Alter gewidmet. Die Versorgung von heute sei unzureichend Es bestünde die Absicht, eine Deutsche Ardelterpenfionskasse zu errichten. Von den bei der Deutschen Arbeitsfront wöchentlich eingehenden Beiträgen in höhe von 10 Mil» - (tonen Mark würden etwa 10 vH. für Vermal» tungekosten verbraucht. Von ben übrigen 90 d. n» mürbe die Hälfte für bie Versorgung ber Arbeitnehmer verwendet, während die restlichen 45 v H- dem Siedlungswerk zuftiehen. (Lebhafter Beifall.) Anschließend an die Versammlung fand ein Deutscher Nachmittag statt, während dem Ärelelelter Betz kurz auf die Bedeutung derartiger veranstal», tungen htmoiee. Für ben musikalischen Teil hatte I dieses Vorbild müsse jeder deutsche Protestant geloben, sich beim Dienst für ben deutschen Staat leiten zu lassen von dem Geiste der Reformation, und müsse bereit fein, diesen Staat zu pflegen und zu stärken, ihm das Beste zu geben. Der Führer, Der das Buch „Mein Kampf" geschrieben hat, wisse, daß ein neuer deutscher Staat nur aus Kämpfen und Opfern werden könne. Der Evangelische Bund wolle mit in diesem Kampfe stehen für Staat und evangelische Kirche. Dieser Staat habe bas Recht, von feinen Bürgern Gehorsam und volle Hingabe bis zum Letzten zu fordern. Dieser Staat werde der evangelischen Kirche zu ihrer äußerlichen Ordnung verhelfen, aber er werde nicht hineinreden, wie bie Seele es mit Gott zu halten habe. Mit biefem Staat wolle der deutsche Protestantismus ernst und unverbrüchlich zusammenstehen, damit die Seele unseres Volkes gedeihe. In diesem Staat müßten sich alle Evangelischen als Glieder eines Volkes untereinander verbunden fühlen in Liebe, Vertrauen, Gerechtigkeit unb Wahrhaftigkeit, bie bie besten Orunblagen bes Volkes unb bes Staates feien. Nach einem Wechfelgefang des Kirchengefangver- eins unter Leitung von Lehrer Linden ft ruth und ber Gemeinde sprach als zweiter Redner Pfarrer Or. Berg6r-Oarmstadt. Der Redner betonte u. a., nicht nur der deutsche Staat sei im Neuaufbau, sondern auch unsere evangelische Kirche suche und ringe nach neuer Gestaltung ihres Lebens. Alle Glieder der evangelischen Kirche stünden jetzt in einem großen Strome ewigen Werdens, in dem unendlichen Strome des deutschen Blutes, der uns trage und verbinde mit allen Äenfchen von deutschem Blut. Aus diesem Blut erstehe die Gemeinschaft des Volkes und daraus er- wach'e der deutsche Staat. Die Schicksalsfrage des deutschen Volkes sei jetzt bie, aus der Verbundenheit von evangelischer Kirche unb Staat -segen unb Gedeihen für beide zu erlangen. Die evangelische Kirche müsse mit lebendiger Kraft im Volke stehen, man wolle keine Kirche, die über bem Staat stehe. Wir wollen keine Wellkirche, sondern die deutsche Kirche, die mit dem deutschen Volke Kampf, Leid und Freude teile. In dieser Kirche wolle man mitbauen an der wahren deutschen Volksgemeinschaft. Diese deutsche Kirche sei berufen, im Sinn und Geist der deutschen Rcsormation alle Kräfte einzufetzen, damit der Zwiespalt fremden Geiste» im deutschen Volke überrouunben werde durch die Einheit de» Geiste» irn Sinne der Reformation. Die Grundlage dieser Kirche müsse sein: deutsche» Deien und christliches Wesen, Gebundenheit an da» Ewige und an bas Irdische In dieser Kirche müßten alle deutschen Evangelischen sich xufammrnfinben. um gemeinsam w bauen unb zu schassen, bi» das Derk vollendet sei, daß das beut'ch? Volk nicht nur eine Gemein- schuft des Blutes werde, sondern auch ber geistigen Derbunbcnheit In einem Glauben. Diese» Werk fei bie Reformation de» deutschen Volke»! Im Anschluß an einen erneuten Dechselgesang des Kirchengesangvereins unter Lehrer Linden- struth unb ber Gemeinde sprach öanbtoerfeei ÄR'-i-si, I * 4 |J*t beging fi - i ... Kern fi. -Mtz L> w SM । liii “ni