nr. 197 SrübauSsabe Donnerstag, 24.August 1955 183. Jahrgang vnick und Verlag: vrühl'jche Universttüt5-Vuch» und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. 8chnftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Rußland die un- kirchen 7. Sicheres Geleit kann durch das Gericht nach den Vorschriften der Prozeßordnung (§ 295) nur einem abwesenden Beschuldigten hinsichtlich b e st i m m t e r strafbarer Handlungen erteilt werden. Erst wenn milgeteilt worden ist. für welche Personen und wegen welcher strafbaren Handlungen das sichere Geleit in Anspruch genommen wird, bin ich in der Lage. Gewährung sicheren Geleits bei Gericht zu beantragen. 8. Besorgnisse für die Sicherheit des Lebens der Verteidiger oder der von der Kommission genannten Zeugen entbehren jeder Grundlage. Sie können nur erwachsen aus dem Boden unwahrer Tendenzmeldungen, wie sie aus unlauteren Gründen in einem Teil der Auslandpresse verbreitet werden. Ich bin indessen bereit, auch unbegründeten Besorgnissen dadurch Rechnung zu tragen, daß ich mich bei den zuständigen Polizeibehörden für einen etwa gewünschten besonderen Schuh einsehen werde. 9. Die Entscheidung der verhörung der von der Verteidigung benannten Zeugen stehl dem Gericht zu. Ich werde für die Vernehmung aller Zeugen, die zur Aufklärung der Sache dienliche Aussagen zu machen in der Lage sind, mit Rachdruck eintreten. 3m übrigen hat nach § 220 Abs. 12 der Strafprozeßordnung der Angeklagte auch das Recht, falls der Vorsitzende des Gerichts den Antrag auf Ladung des Zeugen ablehnt, diesen unmittelbar laden zu lassen. 10. Die Erteilung der Genehmigung an Beamte und frühere Beamte zur Aus- annatjme von Zbijtigeit für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantworrlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. vor allem graueuerregenty Photographien der Verhungerten und der Massengräber bekräftigten ihre Worte, „ßu Essen haben wir nichts. 3d) schreibe den Brief unter Tränen. Wir werden uns wohl nie mehr Wiedersehen. Es gibt keine Rettung mehr. Wenn wir wenigstens Kleie hätten, die wir früher den Säuen gaben, dann wären wir heute froh. Russische Bevollmächtigte haben uns gedroht, in keinem Fall zu sagen, daß wir hungern." Das ist ein Brief vom 3. August 1933 aus einer deutschen Kolonie in Rußland, Er gibt kein Einzelschicksal wieder, sondern eine typische Erscheinung. Er ist ein anklagendes Beispiel des Gesamtzustandcs in dem Lande des Hungers. Rur mit tiefster Erschütterung konnte man diesen authentischen Schilderungen der grauenhaften russischen Rot folgen. Sie sind ein letzter Appell an di«e ganze christlicheWelt. ohne Versäumnis ihre Verantwortung zu erkennen und dem sterbenden Volk in Rußland imGeiste echter christlicher Liebe zu Hilfe zu eilen. 3hnen schnellstens zu Hilfe zu eilen, sei aufschiebbare Aufgabe der christlichen des Auslandes. Sodann schilderten drei soeben aus Oer Prozeß gegen die Reichsiagsbrandstister. Weiterer Briefwechsel des Oberreichsanwalts mit Branting und Romain Rolland Erlchelnl lügltch, autzei Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustrierte Gießener Familienblätler Heimat im BUd Die Scholl» monat*«Bejugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. $ernfpred)anfd)lüfie unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Keine Weiterzahlung vontlnterstützungenanwieder- eingestellte Arbeitslose. Berlin, 23. Aug. (TU.) Der Präsidentder R e i ch s a n st a l t hat an die Landesarbeitsämter folgenden Erlaß herousgegeben: In dem dankenswerten Bestreben, örtliche Bezirke von Arbeitslosen freizumachen, sind in großem Umfange Arbeitslose in Betrieben der Industrie, des Handwerks, der Landwirtschaft und in der Hauswirtschaft zusätzlich eingestellt worden. Dieses Verfahren ist nach den mir vorliegenden Berichten mehrfach dadurch begünstigt worden, daß Arbeitslosen, die vor der Einstellung Empfänger von Arbeitslosenhilfe waren, d i e i h n e n z u - stehende Unter st ützung ganz oder teilweise durch Vermittlung der Arbeitgeber i n A n - rechnung auf den Lohn nach der Einstellung in die Betriebe weitergezahlt wurde. Die Arbeitsämter haben für die Empfänger von Arbeitslosen- und Krisenunterstützung mangels einer gesetzlichen Grundlage derartige Unterstützungszahlungen nach erfolgter Einstellung der Arbeitslosen in die Betriebe mit Recht abgelehnt. In einem Schreiben des Herrn Reichsministers der Finanzen an den Herrn preußischen Minister des Innern halte bereits der genannte Herr Reichsminister darauf hingewiesen, daß Wohlfahrtserwerbslose nach Einstellung bei einem Arbeitgeber nicht mehr als anerkannte Wohifahrtserwerbs- lose für die Gewährung von Reichszuschüssen gezählt werden dürfen und hatte den preußischen Minister gebeten, das Notwendige bei den Bezirksfürsorgeverbänden im Wege der Gemeindeaufsicht zu veranlassen. Bei der Bedeutung der Entscheidung habe ich in den letzten Tagen nochmals die Stellungnahms der beteiligten Reichsminifterien herbeigeführt. Dabei hat sich die übereinstimmende Auffassung dahin ergeben, daß die Weiterzahlung der Un» ter st ützung nach erfolgter Einstellung der Arbeitslosen die Üebernahme eines de- trächtlichen Teiles der Löhne der privaten Wirtschaft auf öffesntliche Mittel bedeute und daher au^ Hilfe -en Hungernden in Rußland! Zeugen schildern das grauenhafte Elend im südrussischen Notgebiet. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen zurückgekehrte Augenzeugen die augenblickliche Lage in der Sowjetunion. Ein amerikanischer Sachkenner, Herr B e ch e r e r aus Chikago, zog einen aufschlußreichen Vergleich von dem, was er als Reisender in Sowjetruhland v o r zwei Jahren und jetzt gesehen hat. Die Verhältnisse hätten sich in den letzten zwei Jahren wesentlich verschlechtert. Vor allem herrsche in der Tlkraine große Hungersnot. Auf seiner Fahrt von Charkow nach Odessa habe er aus dem Zug heraus und auf den Eisenbahnstationen sehr viel verhungerte Menschen angetroffen. Als Reisender mit dem Intourist lder staatlichen russischen Gesellschaft für ausländische Reisende) könne man nirgends allein hin, um sich von dem Elend zu überzeugen, da man nur durch d i e großen Städte, die guten Straßen und die neu errichteten Mammutwerke geführt werde. Das sei aber alles nur Schein. Dahinter verberge sich ein unsagbares Elend und Hungersnot. Zwei deutsche Flüchtlinge, ein Städter und ein Landmann, gaben anschließend ein eindrucksvolles Bild von der unbeschreiblichen Verelendung des russischen Landes. Viele Briefe und Ich erwarte, Herr Oberreichsanwalt, Ihre Antwort, die ich alsdann dem Tlntersuchungsaus- schuß weiterleiten werde. Genehmigen Sie den Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung. (gez.) Georg Branting." Oie Antwort des Oberreichsanwatts. Auf das Schreiben Brantings hat der Oberreichsanwalt folgende Antwort erteilt: »Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt! Ich bestätige ergebens! den Empfang Ihres Schreibens vom 18. d. M. Ihre darin zum Ausdruck gebrachte Auffassung, meine Ditte um Tleberlassung des im Besitz der Kommission befindlichen De- weismaterials berechtige zu dem Schluß, daß ich das gegen die Angeschuldigten vorliegende De- weismaterial selbst nicht für ausreichend halte, geht fehl. Rach den mir zugegangenen Mitteilungen über die Ziele der Kommission habe ich nicht erwartet und konnte ich auch nicht erwarten, daß ich Material zur weiteren Belastung der von mir verfolgten Personen erhalten werde. Bei meiner Ditte bin ich vielmehr, soweit die von mir angeklagten Personen in Frage kommen, von dem von allen deutschen Staatsanwaltschaften von jeher als vornehme Pflicht empfundenen Bestreben ausgegangen, möglichst restlos alle für die Beurteilung der Schuldfrage bedeutsamen Tatsachen, also auch etwa die zur Entlastung dienenden Momente dem Gericht zur Kenntnis zu bringen. Darüber hinaus mußte ich nach den Pressemeldungen annehmen tonnen, Material erwarten zu können, das geeignet sei, den Verdacht der Beteiligung am Reichstagsbrand gegen Personen zu begründen, gegen die bisher ein Verfahren nicht anhängig gemacht worden ist. Ich war der Meinung, daß der Sinn meiner Worte nicht mißverstanden werden kann. Mit voller Deutlichkeit ist er jedenfalls aus meinem Schreiben an Herrn Romain Rolland ersichtlich, dessen Inhalt Ihnen, wie ich Ihrem Schreiben entnehme, bei dessen Abfassung bekannt war. Sie selbst kennzeichnen entsprechend auch in Ihrem Schreiben, das in dem Besitz der Kommission befindliche Material a l s zur Verteidigung Der Qlnflage bien* l i ch. Im übrigen entnehme ich Ihrem Schreiben mit Genugtuung Ihre Zustimmung zu meiner Auffassung, daß auf die Vorlage des gesamten der Ermittlung der Wahrheit dienenden Materials an das Reichsgericht das größte Gewicht gelegt werden müsse. Wenn Sie dabei erklären, daß Sie es für richtig halten, das Material dem Gericht nicht durch die Anklagebehörde, sondern durch die Verteidigung vorzulegen, so darf ich bemerken, daß der Weg, auf dem das Material dem Reichsgericht zugängig gemacht wird, für mich von untergeordneter Bedeutung ist. Ich bin auch damit vollkommen einverstanden, daß das Material durch Vermittlung der Verteidigung zur Kenntnis des Gerichts gebracht wird. Zum weiteren Inhalt Ihres Schreibens gestatte ich mir folgendes zu bemerken: 1. Den Angeklagten steht nach den Vorschriften der Strafprozeßordnung (§ 138) die freie Dahl der Verteidiger aus der Zahl der bei einem deutschen Gericht zugelaffenen Rechtsanwälte sowie der Rechtslehrer an deutschen Hochschulen frei. 2. Die Zulassung ausländischer Verteidiger unterliegt nicht meinem Befinden, sondern ist von der Genehmigung des Gerichts abhängig. Ausländische Verteidiger können nach gesetzlicher Vorschrift (§ 138 Abs. StPO.) nur in Gemeinschaft mit einem deutschen Verteidiger zugelassen werden. Das Einverständnis des deutschen Verteidigers, die Verteidigung gemeinschaftlich mit einem ausländischen Verteidiger zu führen, ist deshalb Voraussetzung der Zulassung. 3. Der Verteidiger ist nach § 147 der Strafprozeß- ordnung zur Einsicht in die dem Gericht vorliegenden Akten befugt. 4. Rach Einreichung der Anklageschrift steht dem Verteidiger nach der Strafprozeßordnung (§ 148 StPO.) das uneingeschränkte Recht der 2tussprache mit dem Angeschuldigten ohne Gegenwart Dritter zu. 5. Die Hauptverhandlung vor Gericht ist grundsätzlich öffentlich. Die Entscheidung darüber, ob aus den im § 172 GVG. angegebenen Gründen die Oefsentlichkeit für die Verhandlung oder einen Teil derselben ausgeschlossen werden soll, steht dem Gericht zu. Dir sind keine Umstände bekannt, die mir Anlaß geben könnten, meinerseits einen Antrag auf Ausschluß der Öffentlichkeit zu stellen. 6. Die Unterstellung der Möglichkeit, daß die Angeklagten in der Untersuchungshaft nicht „menschenwürdig" behandelt werden, weise ich als jeder Grundlage entbehrend mit Jladjörutf zurück. sage als Zeuge über Umstände, auf welche sich ihre Pflicht zur Amlsoerfchwiegenheit bezieht, ist Sache der vorgefehten Dienstbehörde (§ 54 StPO ). Deren Entscheidung kann erst herbei- geführt werden, wenn die Person des Beamten und die Umstände mitgeteilt werden, über die sie aussagen sollen. Ich werde Ihr Schreiben vom 10. d. M. zusammen mit meiner Antwort der Presse übergeben. Genehmigen ufw." Der französische Schriftsteller Romain Rolland hat in einem Schreiben an den Oberreichsanwalt die Aushändigung des angeblich im Besitz des ausländischen Untersuchungsausschusses befindlichen Beweismaterials von denselben Bedingungen abhängig gemacht, wie Rechtsanwalt Branting. Der Oberreichsanwalt hat darauf in seinem Antwortschreiben an Romain Rolland zu diesen Forderungen im gleichen Sinne Stellung genommen wie in dem vorstehend wicdergegebenen Schreiben an Rechtsanwalt Branting. Hechtsanwalt £)r. Sack als Verteidiger Torglers zugelaffen. Leipzig, 23. Aug. (ERB.) Wie wir erfahren. ist Rechtsanwalt Dr. Sack als Wahlverteidiger für den im Reichstagsbrand- stifterprozeß angeklagten früheren kommunistischen Reichstagsabgeordnelen T o r g l e r zugelassen worden. Für diesen Angeklagten war vom Reichsgericht zunächst der dort zugelassene Rechtsanwalt Huber als Pflichtverteidiger bestimmt worden. Seine Bestellung hat sich nunmehr erledigt, nachdem der Angeklagte s i ch selbst einen Verteidiger ausgewählt hat. Die Verhandlung wird, wie bereits bekannt, zum Teil in Berlin geführt werden, wo im wesentlichen alle für die Beweisaufnahme in Frage kommenden Zeugen vernommen werden sollen, lieber den Termin für den'Prozeßbeginn, dessen Bestimmung Senatspräsident Dr. B ü n g e r vom 4. Strafsenat obliegt, ist noch nichts Endgültiges bekannt. Ein Hilferuf der Evangelischen Kirche. Berlin, 23. Aug. (TU.) Auf Einladung des Evangelischen Presseverbandes für Deutschland hatten sich zahlreiche ausländische und deutsche Pressevertreter im Haus der Deutschen Presse zu einer Aussprache über die Hungerkatastrophe in Rußland und die Anregung des Kardinalerzbischofs von Wien, Dr. Jnnitzer, zu einer großen internationalen und interkonfessionellen Hilfsaktion versammelt. Der Direktor des Evangelischen Presse- oerbandes, Professor D. f) innerer, erklärte, daß die deutschen evangelischen Kreise die Initiative des Kardinalerzbischoss freudig begrüßten und begründete Hoffnung hätten, daß die evangelischen Kirchen des Auslandes bald mit einer ähnlichen Aktion hervortreten würden, um im freundschaftlichen Zusammenwirken mit der katholischen Kirche an der Rettung der russischen Christen aller Nationalitäten und Konfessionen mitzuarbeiten. Insbesondere erwähnte Prof, hinderer, daß die Hilfsaktion allein unter dem Gesichtspunkt der brüderlichen Liebe und hilssgemeinschaft durchgeführt werden, um dem „sterbenden Volk in Rußland" so schnell als möglich Rettung zu bringen. Vieles fei von dem Deutschen Reichsausschuh „Brüder i n R o t" in dieser Richtung schon geleistet worden und Tausende seien vor dem Tode gerettet. Rotgedrungen hätte sich Deutschland jedoch auf die eigenen Volksgenossen beschränken müssen. Die anderen Völkerschaften und Bekenntnisse in Rußland litten jedoch eine nicht geringere Rot. Leipzig, 23. Aug. (WTB.) Bon zuständiger | Stelle wird ein Briefwechsel zwischen Rechtsanwalt Br a n t i n g, dem Schriftsteller Romain Rolland und dem Oberreichsanwalt in Sachen Reichstagsbrandstiftung veröffentlicht. Der wesent- liche Inhalt der umfangreichen Schreiben ist folgender: Der schwedische Rechtsanwalt Branting er- widert auf das an ihn gerichtete Schreiben des Oberreichsanwalts vom 10. August u. a., es habe sich in der Tat ein Untersuchungsausschuß zur Aufklärung des Reichstagsbrandes gebildet, dem außer ihm folgende Juristen angehören: England: D. R. Pritt, Kings (EounfeUor, Frankreich: Gaston Bergery, Moro Gias- fer r g „ Amerika: Arthur Garfield hays, Clarence Darrow, Dänemark: Dr. vald huidt, Schwei;.- Dr. Johannes Huber, Holland: Frau Dr. v a k k e r - R o r t, Belgien: Pierre vermeylen, Italien: Francesco R i t t i. Bei dem Sekretariat dieses Ausschusses befinde sich reiches Material in Sachen der Reichstagsbrand- stiflung, das in den Sitzungen des Untersuchungsausschusses behandelt werden würde. Branting schreibt weiter, er glaube, aus dem Brief des Obcrreichsanwaltes schließen zu können, daß der Oberreichsanwalt der Meinung sei, das in feinen Händen befindliche Beweismaterial sei nicht ausreichend. Daraus erkläre Branting sich den außergewöhnlichen Schritt des Oberreichsanwaltes, daß seine Anklagebehörde nach Abschluß der Voruntersuchung und sogar nach Fertigstellung der Anklageschrift wegen weiteren Beweismate- rials bei Personen anfrage, die nicht direkt am Prozeß beteiligt seien. Selbstverständlich müsse man das größte Gewicht darauf legen, daß alles M a - t c r i a 1, das zur Ermittlung der Wahrheit bienen könnte, dem Reichsgericht vorgelegt werde. Aber er, Branting, halte es auch für selbftverständ- lich, daß das Material, das zur Verteidigung der Slngetlagten diene, nunmehr, nachdem die Anklageschrift abgeschlossen und dem Gericht übergeben sei, nicht durch die Anklagebehörde, sondern durch die Verteidiger dem Gericht vorgelegt werde. Er zweifle nicht daran, daß der Untersuchungsausschuß das gesamte Material den Verteidigern sofort zur Verfügung stellen werde, falls genügende Voraussetzungen für eine freie und unabhängige Verteidigung der Angeklagten gegeben seien. Als solche Voraussetzungen sehe er in diesem Falle an: 1. Freie Wahl der Verteidiger durch die Angeklagten. 2. Zulassung der von den Angeklagten bestellten ausländischen Verteidiger. 3. Unbeschränkte Einsicht der Akten durch die Verteidiger und Uebersendung der Anklageschrift an die von den Angeklagten bestellten ausländischen Verteidiger. 4. Dolles Recht der Angeklagten zur Aussprache mit ihren Verteidigern ohne Anwesenheit Dritter. 5. Oefsentlichkeit der Derhkm dl un - gen des Gerichtes während der ganzen Dauer des Prozesses. 6. Mensd>enwürdige Behandlung der Angeklagten, so daß sie körperlich und geistig imstande sind, ihre Verteidigung vor Gericht zu führen. 7. Freies Gelei t und Sicherheit des Lebens für die von der Verteidigung oder vom Untersuchungsausschuß benannten Zeugen sowie Gelegenheit zur unbehinderten Aussage. 8. Sicherheit des Lebens für die Verteidiger und Sicherheit der ungehinderten Möglichkeit zur Verteidigung durch sie. 9. Ladung der von der Verteidigung benannten oder noch zu benennenden Zeugen. 10. Genehmigung der uneingeschränkten Aussagen für die Zeugen, soweit sie sich im Dienste des Deutschen Reiches oder eines deutschen Staates befinden oder befanden. Der Brief schließt: „Wie notwendig es ist, diese Garantien zu fordern, geht beispielsweise aus einem Artikel hervor, den der parteiamtliche nationalsozialistische „Dortmunder Generalanzeiger", das Blatt der Regie- rungsvartei, am 12. August (im Zusammenhang mit Ihrem Schreiben an Romain Rolland und mich) veröffentlichte. In diesem Artikel heißt es u. a.: „ ... Jedes gesunde Volk wird dasselbe Rotwehrrecht für sich in Anspruch nehmen, das die deutsche Ration längst durch die Tat für sich in Anspruch genommen hat, nämlich die rote Pest mit Stumpf und Stiel auszurotten. Der Staat, der seine Hand dazu bieten würde, auch nur den Versuch zu unternehmen, sich schützend vor Mordbrenner zu stellen, müßte sich in den Augen der Welt selbst richten. Wenn sich heute marxistische Kreaturen mit ihren Komplicen solidarisch erklären, so könnte das nur zu einer Konsequenz führen, und zwar: sie gleichmäßig zu behandeln. Ich habe mich für verpflichtet gehalten, Ihren Brief dem Untersuchungsausschuß zu übergeben. Ihrem eigenen Beispiel, Herr Oberreichsanwalt, folgend übergebe ich diese meine Antwort der Presse. ftnb5 n toaren ..kNrut \x > ieboh parkten be- ’ b,e Der» ?Qt die lld) einige s? Nmen n ÖCränbeÄ3laJa,|ien S9eboi i’ANnt ?bu&,en. ttl^d «ftägs ’***8ft* weitere Ält,kum SÄ te Schuldbücher zÄ ÄS M eintägig?, fc : zur Notiz" Mie etwas artt war Punkte um 1,5 ft etwas nach. D?rAU5lQ"»rentcn d durchdachter, obtoobl * Wind ini Gesicht Ausgleich in beiden Torleute, waren Aur em einziges Mai 'm Herauslaufen. Kurt Aelle und schlug den der von den Deinen des Mittelstürmers prallte Tor, den Stand auf 2:0 Men von Schneider ver- cle Cchlarb 11. wiederum Feldspiel war die faire in unentschiedener Aus- hnissen eher gerecht ge- ing durch Schiedsrichter bgesehen von dem nicht- : gut. I - 1900 11 2:4 (2:0). (tat ausdrückt, uar es das Halbzeiten. Der Gastgeber 1 auch bald mit 2.0 Loren. itte 1900 bie bessere Spiel- । audj bie Mannschaft des- licher Eifer führte zum weitere Treffer gcrN »r auwgt. ittertäligteit hat sich nun- ’ ganz Deutschland durch Teilwirbet füdlich vorge- zünftig auf unser Wetter ^setzte Rordweflluftzufuhr na bleibt der unfreundliche rgscharakter zum größten onnerstag: Scränbcr- sch wechselnd mollig, ziem- ren. 2lm rr.Augusi.mil- 3; abends: 11,7 Grad, am 1,4 Grad. QHapmum: Kfi Krad. ___ »nntmachM- SÄ’!”* ’S titunb w Stammbeitrag iiifitf ^^ndwerlsbekieb 100 Detliebslav"ak iage- unb umtobe hat «J *5. IV-LuKA -eller- rei den MchgEZ 3 ( 11 halt- .reöen^ 1 j Laben- b(1s*r- wirtschaftlichen Gründen sehr bedenklich sei. Außerdem sei im Interesse der Arbeitsvermittlung eine gleichmäßige Behandlung aller Arbeitslosen notig. Es werden wieder mehr Kraftfahrzeuge gelaust. Berlin, 23. Aug. (TU.) Die vom Statistischen Reichsamt angestellte Erhebung über den Kraft- fahrzeugbestand hat ergeben, daß die Zahl der Kraftfahrzeuge im Deutschen Reich nach dem Rückgang im vergangenen Jahr wieder zugenommen hat. Am 1. Juli 1933 waren im Verkehr 852 776 Krafträder (gegenüber dem Vorjahre plus 4,1 v. $).), 522 209 Personenkraftroa- gen (plus 5 v. f).)t 155 219 Lastkraftwagen (plus 1,8 d. 3).); die Gesamtzahl der im Betrieb befindlichen Kraftfahrzeuge im Deutschen Reich betrug 1562 823 (plus 4*2 v. H.). Damit ist bei den Personenkraftwagen und den Krafträdern der Stand des Jahres 1931 wieder er« reicht bzw. überschritten. Der Bestand an Lastkraftwagen bleibt allerdings noch hinter seinem Höchststände im Jahre 1931 um 3,6 o.H. zurück. Schulen können zur Vereinfachung der Verwaltung abaebaut werden. Berlin, 23. Aug. (VDZ. Funkspruch.) Auf die Anfrage des Deutschen Gemeindetagcs hat der Reichsinnenminister Dr. F r i ck erwidert, daß zu den Maßnahmen, die auf Grund des § 6 des Gesetz cs zur Wiederherstellung des Berufsdeamtentums zur Vereinfachung der Verwaltung getroffen werden können, auch die Einschränkung von Unter» richtsan st alten und demgemäß die Versetzung der Lehrpersonen in den dauernden Ruhestand g.'hören, auch wenn die Dienstunfähigkeit noch nicht gegeben ist. Nachweisung arischerAbftammung beim Eintritt in das Gemeindebeamtcntum. Berlin, 23. Aug. (WTD.) Der Reichsminister des Innern hat am 8. August Richtlinien für den Rachweis der arischen Ab - stammung der Ehefrau eines Beamten bei Eingehung einer Ehe erlassen. Diese Richtlinien gelten entsprechend für das Bcamtenrecht der Gemeinden und Ge - meindevcrbände. Rach den Richtlinien hat demgemäß, wer als Beamter der Gemeinden (Gemeindeverbände) berulen werden soll, nachzu- weiien, daß die Person, mit der er die Ehe ein« gehen will, arischer 2lbstammung ist. Der Rachweis ist durch Vorlegung von Urkunde n zu erbringen. Darüber hinaus sind Rach- weise, insbesondere auch hinsichtlich Rame, Konfession usw. der Großeltern nur beizubringen, wenn Zweifel an der arischen Abstammung bestehen. Der Rachweis der arischen Abstammung der Ehefrau ist ebenfalls grundsätzlich durch Vorlegung von Urkunden zu erbringen. 3n der gleichen Weise ist der Rachweis arischer Ab- ftamnufng des Beamten und der Ehefrau bei Chrcnbeamten der Gemeinden (Gemeindeverbände) zu führen. Einheitsverband der Kapital- und Kleinrentner. Berlin, 23. Aug. (TA.) 3m Auftrage des Führers der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, hat Reichstagsabgeordneter Parteigenosse Rudolf Schmeer die Anordnung getroffen, daß alle im Deutschen Reich vorhandenen Kapital- und Kleinrentnerverbände oder -Vereine vom 15. August 1933 ab dem seitherigen „Deutschen Rentnerbund e. V.", jetzt „Reichsbund der deutschen Kapital- und Kleinrentner" unterstellt sind und diesem bis spätestens 1. September 1933 die hiernach erforderlichen Angaben einzureichen haben. Zum Dundesführcr wurde der seitherige Bundesvorsitzende des Deutschen Rentnerbundes, Parteigenosse Michael Wiesinger, Rürnberg, ernannt. Der „Reichsbund der deutschen Kapital- und Kleinrentner" ist korporativ der Reichsführung der RS. - Volkswohlfahrt angegliedert. Das Bundesamt befindet sich in Berlin W 30, Münchener Straße 33. 3m GemeinschaWager der Referendare. Kürzlich stattete der preußische Justizminister Kerrl zum ersten Male dem Gemeinschaftslager der Referendare in I ü t e r b o a einen Besuch ab. Er richtete eine Ansprache an die Referendare, wobei er u. a. ausführte, es gelte ein Beispiel zu geben für das gesamte Volk, daß es sich über alle Unterschiede hinweg zusammenfinde. Dann würde die Zeit kommen, wo der Paragraph, den die Referendare im Lager von Jüterbog aufgehängt haben als Zeichen der neuen Gesinnung, nicht nur aufgehängt, sondern vollkommen verschwunden sein würde. Dann würde d e r „k ö n i g l i ch e Richter" erstehen, dessen Schaffung die neue Gemeinschafts- bildung der Referendare dienen solle. Durch diese Ausbildung solle der Standesdünkel ein für alle Mal beseitigt werden. Der Jurist solle sich klar darüber sein, daß es Volksgenossen gibt, die ein viel schwereres Leben hätten als er und für die er da fei. Auch das zwecklose „Büffeln" vor dem Examen werde durch die Gemeinschaftsausbildung verhindert, denn das, was die Referendare in den 6 Wochen des Gemeinschaftslagers nicht vergessen, sei das, was wirklich wichtig sei und was sie fürs Leben behalten müßten. Anschließend gab der Lagerleiter Oberstaatsanwalt Spieler einige Erläuterungen über den Lagerbetriebs. Der Tag im Gemeinschaftslager verläuft streng geregelt. Um 6 Uhr ist Wecken, woran sich ein halbstündiger Waldlauf anschließt. Es folgt Stubendienst und Frühstück. Die Zeit von 8 bis 11.30 Uhr ist sportlichen Hebungen im Gelände gewidmet. Rach dem Essen ist Bettruhe, da viele der zum Teil sportlich nicht durchgebildeten Referendare sonst den starken körperlichen Anforderungen nicht gewachsen sein würden. Von 14.30 bis 18 Uhr folgt wiederum Sport sowie weltanschaulicher Unterricht, der von zwei Assessoren, die schon seit längerer Zeit in der nationalsozialistischen Bewegung stehen, erteilt wird. Außerdem gibt es gelegentlich Vorträge von Politikern oder Wissenschaftlern. Eine sehr beliebte Einrichtung sind die Kameradschaftsabende, die die Referendare mit den im neuen Jüterboger Lager liegenden Arbeitsfreiwilligen sowie mit Streckenarbeitern zusammenbringen. Eine Lagerbibliothek sorgt für Belehrung und Unterhaltung, jedoch sind aus dieser Bücherei sämtliche juristischen Werke strengstens ausgeschlossen. Zum Schluß äußerte sich ein Mitglied der Prüfungskommission, Oberjustizrat Richter, über die Erfahrungen, die man bisher mit den Prüflingen, die durch das Gemeinschaftslager gegangen sind, gemacht hat. Es fei bemerkenswert, daß die Ergebnisse jetzt viel besser feien,„ da die Prüflinge nicht mehr nervös und überarbeitet, sondern in gehobener Stimmung in die Prüfung kämen M Der preußische Justizminister Kerrl besichtigt das erste Gemeinschaftslager, das bei Jüterbog für Referendare errichtet wurde. — Ein Paragraphzeichen, das an einem Galgen hangt, weist symbolisch darauf hin, daß hier nicht „gefachsimpell" wird, sondern daß vielmehr die künftigen Richter hier zu wahrem Gemeinschaftssinn erzogen werden sollen. Stahlhelmtag abgesagt.— Neichöführertaaung des Stahlhelm erft am 23 September. Berlin, 23. Aug. Die die Telegraphen-Union erfähri, Hal der Bundesführer des Stahlhelm auf Mansch des Reichskanzlers Adolf Hitler, die für den 9. September anberaumte Reichsführertagung des Stahlhelm in Hannover auf den 2 3. und 2 4. September verlegt. Degen der durch diese Verlegung bedingten organisatorischen Schwierigkeiten wird die Durchführung des ursprünglich in Zusammenhang mit der Führertagung vorgesehenen Stahlhelmtages abgesagt. lieber den Umfang und Verlauf der Reichsführertagung sollen in den nächsten Tagen die Befehle erlassen werden. Oer ReichSsportführer zum Tode der Schwimmerin Hutt) Ohiq. Wie der „Völkische Beobachter" zum Tode der erst 19jährigen Schwimmerin Ruth L i tz i g aus Herne meldet, ergab eine Anfrage beim Büro des Reichssportführers eine absolute Ablehnung und schärf st e Geißelung einer derartigen Auffassung von sportlichem Ehrgeiz. Vor allem-gab der Reichssportführer von Tschammer- O st e n seiner Entrüstung Ausdruck über den u n - verantwortlichen Leichtsinn und die Unsinnigkeit der sensationsmachenden und geschäftstüchtigen Veranstalter, die durch ihre mit sportlichem Geist nichts gemein habenden Methoden ein junges Menschenleben brutal vernichtet haben. Der Reichssportführer ließ keinen Zweifel darüber, daß derartige Rekordwahnsinnsoeranstaltungen mit diesem traurigen, zugleich aber auch von sportlichem Ungeist zeugenden Fall für alle Zeiten ein Ende gefunden haben. Im übrigen überläßt es der Reichsfportführer den Gerichten, die Der- anftalter zur Rechenschaft zu ziehen. Kamps gegen i>en Kommunismus in Diiffeldml und Köln. Zahlreiche Funktionäre verhaftet. Düsseldorf, 22. Aug. (TU.) Die Polizei- Pressestelle teilt mit: Der unermüdlichen Arbeit der Düsseldorfer Politischen Polizei in Verbindung mit dem Rachrichtendienst der SA. und SS. gelang es, in der Zeit von Anfang 3uni bis Mitte 3uli 5.3. insgesamt 94 kommun i ft i s ch e Funkt ionäre in Düsseldorf feftzunehmen, die sich an dem illegalen Wiederaufbau der KPD. betätigt hatten. Die Festgenommenen hatten bereits einen regen Kurierdienst eingerichtet, kommunistisches Zersetzungsmateri a'l in Foym von Flugblättern und Zeitungen verbreitet und um der am Boden liegenden KPD. wieder auf die Deine zu helfen, neue Kassierer eingesetzt. Bei der illegalen Tätigkeit wurde saft nur mit Decknamen und Deckadressen operiert. Trotzdem konnte noch zahlreiches schriftliches Zersetzungsmaterial ersaßt und sichergestellt werden. Der größte Teil dieses Schriftenmaterials genügte zur Ueberführung der festgenommenen Personen wegen hochverräterischer Umtriebe. Angesichts des erdrückenden Beweismaterials blieb den 3n- haftierten nichts and?res übrig, als umfassende Geständnisse abzulegen, so daß 29 Personen, darunter vier bekannte kommunistische Reichs- und Landtagsabgeordnete, dem Richter vorgeführt wurden, der gegen alle Dorgeführten Haftbefehl erlassen hat. Die übrigen Beteiligten sind in Schutzhaft genommen worden. Die Geheime Staatspolizeistelle Köln hatte festgestellt, daß versucht wurde, wieder eine Organisation des „Kampfbundes gegen den Faschismus" ins Leben zu rufen. Flugblätter wurden in großem Umfange hergestellt. 17 Funktionäre, die an dem Aufbau des Kampfbundes tätig waren, darunter der Leiter, konnten l e st - genommen werden. Der Hauptkassierer des Bezirks Mittelrhein, der Kassierer von Groß-Köln sowie 25 Dezirkskassierer, Instrukteure und Kuriere wurden hinter Schloß und Riegel gebracht. Weiter wurden noch 6 Funktionäre in Haft genommen, die versuchten, die kommunistische Reben- organisation „Revolutionäre Gewerkschaftsopposition" wieder aufzubauen. Keine Zerstörung der kirchlichen Iugendverbände. Kassel, 22. Aug. (WSR.) Der Bevollmächtigte des Reichskanzlers für die Arrgelegenheiten der Evangelischen Kirche Ludwig Müller, der erst vor wenigen Tagen durch die Vermittlung von Reichswart D. Stange ein herzliches Wort des Grußes und der Ermutigung an das Evangelische 3ugendwerk Deutschlands richtete, hat an die ihm unterstellten kirchlichen Dehörk^n die Anordnung ergehen lassen, daß sich die gesamte evangelische Geistlichkeit der Erhaltung der bestehenden evangelischen 3ugendvrganisatio- nen widmen soll, wobei es den Pfarrern oder Vereinsvorständen ausdrücklich verboten wird, eigenmächtig Vereine aufzulösen oder in andere nicht kirchliche Vereine überzuführen. Alle Gerüchte, als ob eine Zerstörung der kirchlichen 3ugendverbände beabsichtigt sei, ist durch dieses Wort aus dem Munde des Bevollmächtigten des Kanzlers die Spitze abgebrochen. Kleine politische Nachrichten. Die nationalsozialistische Münchener Stadtratsfraktion hat beschlossen, von dem herkömmlichen Festessen, das anläßlich der Eröffnung des Münchener Oktvberfestes dieses 3ahr A b st a n d zu nehmen und den hierfür ausgesetzten Betrag von 600 Mark zur Speisung von 100 bedürftigen arbeitslos en Volksgenossen auf dem Oktoberfest zu verwenden. x ♦ Der Verbandsbeirat des Verbandes der Kommunalbeamten und Angestellte n in Preußen hat beschlossen, der Sammlung des Deutschen Beamtenbundes für nationale Arbeit den Betrag von 50 000 Mark zur Verfügung zu stellen. * Der frühere Präsident Hoover hat die Aufforderung des Untersuchungsausschusses über den Detroiter Bankkrach als Zeuge aus- z u s a g e n , telegraphisch abgelehnt. Er habe die Berichte über die Detroiter Vorgänge selbst nur aus zweiter Hand, nämlich von den Federal Reserve Board und vom Schatzamt erhalten und müsse daher den Untersuchungsausschuß an diese Behörden verweisen. * Die konservative Regierung von Reufundland hat eine schwere Riederlage bei den Wahlen erlitten. Die Liberalen erhielten 21 Sitze, 7 die Konservativen, 2 Sitze stehen noch aus. Sämtliche bisherigen Kgbinettsminister, mit Ausnahme von zwei, unter ihnen der bisherige Premierminister Harrington, sind nicht wiedergewählt worden. Der neue Premierminister wird Rechtsanwalt Angus Mac- d o n a l d sein. Die Leipziger Herbstmesse und ihre Geschichte. Don Otto Mühlenhoff. Entstehung. Die Leipziger Herb st messe beginnt seit alten Zeiten jedesmal am letzten Sonntag im August. Diesmal ist ihr auch noch eine Braune Messe angegliedert. Wechselvoll wie die Geschichte Sachsens und Deutschlands ist auch die Geschichte der Leipziger Messe. 3hre Geschichte kann in vielen Beziehungen beinahe als ein Spiegelbild der deutschen Geschichte angesehen werden. Zeiten, in denen es schien, als ob die Messe in Leipzig zu einem lokalen Jahrmarkt werden sollte, wechselten ab mit Zeiten, in denen rasch wieder ein großer Aufschwung eintrat. Die Anfänge der Messen in Leipzig lassen sich auf das Jahr 1170 zurückführen. 3n diesem 3ahre wird in den Leipziger Chroniken zum ersten Male ein Leipziger 3ahrmarkt erwähnt, aus dem dann die Messen entstanden. Möglicherweise wurden schon vor dem Jahre 1170 Märkte in Leipzig abgehallen, doch ist dies nicht mehr nachzuweisen. Das Wort Messe für den Leipziger 3ahrmarkt tauchte erst im Jahre 1507 auf. Das erste Privilegium geht zurück aus den sächsischen Kurfürsten Friedrich II. oder den Sanftmütigen, und stammt aus dem 3ahre 1458; diesem Privilegium für die Leipziger Messe folgten dann im 15. und im ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts noch kaiserliche Privilegien. Mit feinen Messen hatte Leipzig bis in das 18. Jahrhundert hinein starke Mitbewerber, Io Frankfurt a. M., Halle a. S., Raumburg, Magdeburg, Braunschweig, Erfurt, Breslau. Die gefährlichsten Wettbewerber waren zunächst Halle und Frankfurt a. M. Halle hatte gewisse Vorteile, weil es der alte Mittelpunkt für den Salzhandel war und auch, weil es an einem schiffbaren Flußweg lag, Frankfurt war besonders begünstigt durch seine Verkehrslage. Der Wettbewerb Halles wurde ausgeschaltet, nachdem diese Stadt ihre Handelsprivilegien wieder verloren hatte, dagegen blühten die Messen in Frankfurt in einer Weise auf, daß die Leipziger Messe dagegen nicht aufkommen konnte. Das blieb so bis 8um Beginn des 18. 3ahrhunderts. Erst von diesem Zeitpunkt an mußte die Frankfurter Messe hinter der Leipziger Mc^se an Wichtigkeit zurück- treten. Leipziger Messe und Tauchaer Jahrmarkt. Roch einer Stadt ist zu gedenken, die als Mitbewerber gegen die Leipziger Messe auftreten wollte, deren Bewohner aber dafür jahrhundertelang viel Spott einstecken muhten. Das ist das Städtchen Laucha, unweit von Leipzig. Als um das 3ahr 1200 Leipzig als Lehen an den Markgrafen von Meißen gekommen war, spürten die Bewohner Leipzigs nicht die geringste Zuneigung für ihren neuen Landesherrn; und zwischen dem Leipziger Rat und dem Markgrafen entstanden immer wieder Streitigkeiten. Aus Qlerger darüber und um die Leipziger zu züchtigen, überfiel der Meißener Markgraf die Stadt, ließ die Mauern schleifen und verlegte den Leipziger 3ahrmarkt in das benachbarte Taucha. Die Bürger dieser Stadt waren darob sehr stolz und gedachten ihr winziges Städtchen zu einem großen Mittelpunkt des Handels zu machen. Damit ging es indessen nicht recht vorwärts. Als dann in Leipzig wieder Markt abgehalten werden durfte, rächten sich die Bewohner Leipzigs aus die Weise, daß sie jedesmal zum Jahrmarkt nach Taucha zogen und dort zur Verspottung des Tauchaer Jahrmarktes allerlei Unfug anstellten und Spottlieder fangen. Die Bürger von Taucha mußten dabei noch gute Miene zum bösen Spiel machen, weil die spottlustigen Leipziger manchen Groschen in das arme Städtchen brachten. Roch heute wird der Tauchaer Jahrmarkt von den Leipzigern viel besucht, und noch jetzt müssen sich Die guten Tauchaer Bürger wegen der Großmannssucht ihrer Vorfahren foppen lassen. Krieg und Messe. Kriege und andere Wirren in Deutschland hatten in den einzelnen Zeiten einen sehr verschiedenen Einfluß auf die Leipziger Messen. Manchmal wirkten Kriege und politische Wirren sehr abträglich auf die Messen in Leipzig ein, oft aber wurde das Geschäftsleben in Leipzig durch Kriege auch stark angeregt; die Soldaten mußten eingekleidet und verpflegt werden. Besonders, wenn Leipzig und seine nächste Umgebung nicht unmittelbar in der Kriegszone lagen, hatte die Leipziger Messe oft große Vorteile aus kriegerischen Begebnissen. In solchen Zeiten erhielten die Kaufleute auch oft aus feindlichen Ländern freies Geleit für die Leipziger Messe zugesichert. Rachteile hatte die Leipziger Messe um die Mitte des 16. Jahrhunderts zur Zeit des Schmalkaldischen Krieges und dann toiebet, als Kurfürst Moritz von Sachsen mit seinen Verbündeten Krieg gegen Kaiser Karl V. führte. Sehr unterschiedlich war der Einfluß des Dreihig- jäh-ingen Krieges auf die Messe in Leipzig. 3n der ersten Hälfte diefes Krieges überwogen wohl sogar die Vorteile, zumal während dieser Zeit in anderen Städten die Messen ganz oder teilweise ausfielen. Erst in der zweiten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges, vom Jahre 1631 an, begannen die Kriegswirren auch verheerend auf Leipzig und seine Messen einzuwirken. Rachdem Leipzig in die Kricgszone gekommen war und besonders, während der acht Jahre dauernden Besetzung durch die Schweden, hatte Leipzig sehr zu leiden. Hauptsächlich der schwedische General W r a n g e l bürdete Leipzig schwere Lasten auf. Die große Verarmung, die nach dem Dreißigjährigen Krieg in Deutschland eingetreten war, muhte zwar ihre Wirkungen auch auf die Leipziger Messe geltend machen, trotzdem folgte bald ein neues Aufblühen. Eine schlimme Zeit kam dann von neuem mit dem Einzug der Franzosen im Jahre 1806 und mit der Beschlagnahme sämtlicher englischer Waren. Sehr günstig war dagegen der Geschäftsgang in den Jahren 1810 bis 1812. Erst das Jahr 1813 brachte wieder einen Rückschlag. Zuvor jedoch, im 18. Jahrhundert, hatte die Leipziger Messe einen harten Schlag erhalten. Er kam von König Friedrich von Preußen. Friedrich der Große und die Messe. Nicht allein aus militärisch-politischen Gründen suchte Friedrich der Leipziger Messe Schaden zuzufügen, mehr noch war ihm darum zu tun, den Messe- oerkehr von Leipzig in Städte feines eigenen Landes abzuleiten. Besonders Breslau wollte er zum stärksten Wettbewerber Leipzigs machen Auch, um die vielfach abgerissenen Handelsbeziehungen nach Oesterreich wieder zu knüpfen, richtete Friedrich im Jahre 1742 in Breslau zwei Messen ein, eine Frühjahrsmesse im März und eine Herbstmesse im September. Um die Kaufleute aufzumuntern und um selbst nach dem Rechten zu sehen, war der König zu den beiden ersten Messen, im September 1742 und im März 1743, selbst nach Breslau gekommen. Aber Breslau lag wohl doch etwas zu entlegen, als daß dort hätte ein großes Mefsezentrum entstehen können. Vielleicht fehlte es den damaligen Breslauer Kaufleuten auch an Erfahrung und Unternehmungsgeist. Der Siebenjährige Krieg vernichtete bann auch noch die letzten Ansätze zu einer großen Breslauer Messe, aus der wieder ein Jahrmarkt wurde. Immerhin waren diese Zeiten für die Leipziger Messe sehr kritisch. Neue Zeit. Ein neues bedeutendes Aufblühen brachte dann der Messe im Jahre 1834 der Anschluß Sachsens an den deutschen Zollverein und der wachsende Ausbau der Eisenbahnen. Dieser günstigen Entwicklung stan- den allerdings auch ungünstige Auswirkungen "gegenüber. Je.mehr sich das Eisenbahnnetz verdichtete, desto mehr konnten die Handlungsreisenden bis in die entferntesten Ortschaften Vordringen. Dies tat auch der Leipziger Meße Abbruch. In den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es sogar in Leipzig Schwarzseher, die die Messe für eine überlebte Einrichtung hielten. Doch immer wieder paßten sich die Leipziger den veränderten Verhältnissen an, und die Messegeschäfte blieben auf der Höhe. Im Weltkrieg begann im feindlichen Ausland überall eine große Agitation gegen die Leipziger Messe. Daß man sie dauernd boykottieren werde, stand überall fest. Auch Daraus wurde nichts. Dann fernen Inflation und Weltkrise. Besonders die Weltkrise hat auch'in Leipzig tiefe Spuren hnterlassen. Die Zahl der Aussteller sank von 10171 bei der Frühjahrsmesse im Jahre 1929 auf 6292 bei der Frühjahrsmesse im Vorjahre. Doch die Leipziger haben Den Mut nicht verloren unD hoffen stark, daß mit einem Wiederaufstieg im deutschen Wirtschaftsleben auch die Messe in Leipzig wieder eine neue Blüte zeigen wird. Das Kolleg. Das Kolleg bei dem berühmten Professor R ö n t • gen in Wurzburg war immer sehr besucht und fand in einem großen Hörsaal statt. Leider hatte Röntgen Die Angewohnheit, sehr leise zu sprechen, so daß er kaum auf Den ersten Bänken zu verstehen war. Eine AborDnung der Studenten, Die ihn um lauteres Sprechen bitten sollte, hatte keinen Erfolg. Da saß eines Tages in Den vorDeren Reihen ein Student aus Schwaben, Der wieder vergeblich versuchte, den Vortrag nachzuschreiben. Nachdem er eine Weile vor sich hingebrummt hatte: „Zahlt mei Vater Dös teure Kolleggeld unD ich lern' nix", und ähnliches, klappte er hörbar sein Kollegheft zu und schritt langsam Die Stufen zum Ausgang hinauf. Als er fast oben angelangt war, bemerkte ihn Röntgen unD rief mit Stentorstimme: „Was fällt Ihnen Denn ein? Sie stören meinen Vortrag!" Der bieDere Schwabe dreht sich auf Der obersten Stufe um und fugt nur: „Schau, Männle, jetzt kannfch kreische, jetzt isch's z'spät", und entschwand. »es Verbandes der n und Angeste'l- schlossen, der öommlung indes für nationale von 50000 Muk zur gs?*^ 9?n dH« ry. b o t« r°ln hüH»«?e ®e. 1 eine v.^gestellt, ^dez .19a n i | Q des StomlLSunl* Leiter, äWunb^ t=aä£ ££**• S’wt i V1 Deutsch, e unterstellten '«s.S, yV^Sflnilatio. ££* Pfarrern oder ufzulvsen oder in B uberzuführen. M cftorung der kirchliche jJ®1 $ durch dieses JJ^^Wigten das e Nachrichten. , Münchener i hat beschlossen, von es en, das anläßlich lunchener Oktvbersestes zu nehmen und den flg von 600 Mark zur bedürftigen ar. genossen auf dm L x oootr fyaf die War- ausfäufies übtr ben ; ? als Zeuge aus-- bgelernt. 6t W 1er Dvr gange Mst nm von den yeberol Reserve . erhalten und müsse daschuh an diese Behörden erung von Äeusund- lliederlaae bei den Wah« alen erhielten 21 Sitze, Sitze stehen noch aus. hinettsminister, mit Aus- ir ihnen der bisherige ington, sind nicht rben. Der neue Premier- mwalt Angus Mac. Zeit- ; Aufblühen brachte dann der Anschluß SochsE °« llnd der wachsende Ausbau mnftiqen 6ntwiM 1^ «taps jSsfffi L-Ä»*e on V fittipren werde, -nd b0l){v^n;*ts. Dann aus wurde nuyw riie3e^rbnSn. üefe Spuren d btr iant von W bei der S'0»" B» IRmP** Soll«!' 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Die Kreisleiter und die Ortsgruppenleiter fchen sich mit sofortiger Wirkung mit den in ihrem Bereich liegenden Gemeindevorständen, den Bürgermeistern bzw. den Landcäten ins Benehmen, um alle noch vorhandenen Möglichkeiten zur Beseitigung b:r Arbeitslosigkeit eingehend zu besprechen und zu einem klar umrissenen Abschluß zu bringen. 2. Tie Krcisl-.iter und Ortsgruppenlci.er werden angewiesen, mit den örtlich eingesetzten Mitarbeitern der Witab (Wirtschaftstech- nisch« Abteilung für Arbeitsbeschaffung) alle vorliegenden Anträge zur Wiederbelebung und Auffrischung wirtschaftlicher Belange der in ihrem Arbeitsgebiet liegenden Industriezweige zu prüfen und umgehend an die Kontrollstelle für Arbeitsbesä)a,fung. Frankfurt a. M., Vutleutstrohe 8 12, weiterzuleiten. 3. Die Kontrollstelle für Arbeitsbeschaffung hat nach Kenntnisnahme und Registrierung die eingehenden Anträge noch am selben Tage an die Witab (Wirtschaftstechnische Abteilung für Arbeitsbeschaffung) des Gaues weiterzureichen. 4. Alle Möglichkeiten zur raschen Belebung und Bearbeitung und zur Durchführung der Arbcitsbeschaffungsmaßnahmen in meinem Gaugebiet werden wirtschaftlich und sinanz- * politisch durch die Behörden und Wirtschafts- Vertreter bzw. von dem Treuhänder der Arbeit, Präsident Dr. L u e r, sowie durch den Ausschuß zur Durchführung und Heber- wachung der Arbeitsbeschaffungsmahnahmen im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet erledigt. 5. Die Kreisleiter melden bis zum 10. September d. 3. nach Bearbeitung mit den in ihrem Gebiet liegenden Arbeitsämtern, den Stand der erwerbslosen Dolksgenossen jeweils am 1. eines jeden Monats erstmalig am 1. Scptenrber d. 3. an meine Kontrollstelle. 6. Die Kreisleiter melden umgehend spätestens bis zum 10. September 1933 das Resultat der nach Rücksprache mit den behördlichen Stellen der Gemeinden und Städte geplanten Arbcitsbeschaffungsmaßnahmen an die Kontrollstelle für Arbeitsbeschaffung, Frankfurt a. M., Gutlcutstraße 8 12 II. Alle bisher beauftragten Parteigenossen, Gliederungen der Parteiorganisation usw. setzen ihre Arbeit in der bereits begonnenen Weise fort. Alle Behördenstellen werden hiermit ersucht, sich in demselben Maße wie bisher für die Beseitigung der Arbeitsnot einzusetzen. Die freien Wirlschastsunter- nehmer, die Handwerk- und Gewerbetreibenden fetzen sich gleich nachdrücklich dafür ein. Alle Dolks- genoffen werden hiermit erneut aufgefordert, durch rege Anteilnahme an dem Aufbau mitzuwirken. 3d) stehe dafür ein, daß durch die organisatorischen Maßnahmen der Partei das Rückgrat und die Sicherung im Gau Hcssen-Rassau geschaffen ist. jede Möglichkeit der Arbeitsbeschaffung so rasch wie nur möglich durchzusühreu. gez. Sprenger. Aus der provinzialhaupistadi. Arbeit! O.enst! Pflicht! Schauspiel in 3 Akten von Pg. Bartholomäus, Gießen. lieber die Uraufführung dieses Stuckes unseres Gießener Mitbürgers Bartholomäus lesen wir im „Darmstädter Tagblatt" vom 23. August folgenden Bericht: Der Dreiakter „Arbeit! Dienst! Pflicht!" von Pg. Bartholomäus erlebte gestern abend seine Uraufführung im Orpheum. Das Motto dieses Schauspiels lautet: „Arbeite und diene deinem Bolre, dann tust du deine Pflicht!" Das mit außerordentlicher Liebe zu seinem Volke, mit heißem Herzen für den deutschen Bruder geschriebene Stück stellt ein wahres, echtes Bekenntnis zum deutschen National- lozialismus, zu dem Geiste dar, den unser Führer Adolf Hitler lebendig werden ließ. Die Erziehung von verblendeten, von marxistischen Irrlehren noch befangenen jungen deutschen Männern zur wahren Volksgemeinschaft, wird von dem Autor in einer lebendigen Handlung wahrheitsgetreu und in den Dialogen mit solch überzeugender Geistesschärfe gezeigt und durchgeführt, daß zu wünschen märe, daß alle, die guten Willens sind, sich dieses Stück an- sehen. Der Autor hat bei allem Ernst der Handlung im Arbeitsdienstlager jede seiner Figuren nach dem Leben gezeichnet. Er hat den gesunden deutschen Lebensmut in den jugendlichen Gestalten zum Durchbruch kommen lassen und hat ihnen einen hübschen Schuß befreienden Humors beigefügt. Er hat diesen jungen Kämpfern den verstockten „Edellommunisten" Mengel gegenübergestellt, der irregeleitet wurde und endlich erkannte, wie sehr er getäuscht wurde und auf Abwegen war. Das Gießener Ensemble verfügt über ausgezeichnete Kräfte, die im Sinne des Autors den Figuren Leben und Wirklichkeit verleihen. Oswald Förde- r e r als Albert Menge! spielt seine schwierige Rolle in dem Ernst und der Geschlossenheit, die ihr zukommt, und in der allein am Schluffe die Wandlung und Erkenntnis zu verstehen ist. Ausgezeichnet die Arbeitsdienstpflicytigen von Karl Ludwig Lindt, Will). D i e t e n und Rainer E g g e in a n n , wobei besonders auch die hervorragende Leistung des Herrn Lindt anzuerkennen ist, der für den erkrankten Wolsg. Kühne in letzter Minute eingesprungen ist. Einen echten Feldmeister verkörpert Heinrich Hub. Auch alle kleineren Rollen, insbesondere die weiblichen, hier namentlich Sybille-Eoelyne F l e m - m i n g als Lina Haller, sind außerordentlich glücklich besetzt. Die straffe und in jeder Beziehung dem Ernst der Handlung angepaßte und zweckmäßige Spielleitung lag in Händen des Intendanten des Stadttheaters Gießen, Hanns König. Das echt deutsche Schauspiel, das tief in die Ideen des Nationalsozialismus einführt und den Gedanken „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" hervorhebt, hatte durch die hervorragenden Leistungen der mitwirkenden Künstler vollen Erfolg zu verzeichnen und fand bei den Zuschauern, unter denen man auch den Herrn Ministerpräsidenten Profesior Dr. Werner bemerkte, lebhaften Beifall. Der Autor und die Künstler mußten sich dem dankbaren Publikum immer wieder zeiaen. Es ist zu hoffen, daß die Wiederholungen dieses Schauspiels einen recht großen Zuschauerkreis finden. Nationaler Kitsch wird entschädigungslos enteignet. Die Staatspressestelle teilt folgende Bekanntmachung des Landespolizeipräsidenten Dr. B e st mit: Rach meiner Feststellung werden im geschäft- liä-en Verkehr noch zahlreiche Fabrikate vertrieben, die als nationaler Kitsch im Sinne des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole anzu- schen find. Gegenstände dieser Art unterliegen der entschädigungsivsen Einziehung. Die Polizeibehörden sind angewiesen, die Ein- ziehungsbesuguis in all den Fällen zu handhaben, in denen ein Mißbrauch der nationalen Symbole offen zu Tage liegt. Ein solcher Mißbrauch wird überall da anzunehmen sein, wo Gegenstände des täglichen Bedarfs mit nationalen (Symbolen verbrämt werden oder wo schon die Minderwertigkeit der Ware in keinem Verhältnis zur Würde des Symbols steht. Die Gewerbetreibenden werden eindringlich gewarnt, Gegenstände, die danach als nationaler Kitsch zu bewerten sind, in den Verkehr zu bringen, auf die finanzielle Auswirkung der Einziehung kann keine Rücksicht genommen werden. Bei Grenzsällen liegt vorherige Fühlungnahme mit dem Kreisamt oder der Polizeidirel- tion im 3nteresse des Herstellers. Mmifter.alrar Hmgshausen spricht in Harbach In Harbach findet am kommenden Sonntag eine Kundgebung der NSDAP, stall, zu der mit starkem Besuch aus allen umliegenden Dörfern gerechnet wird. Es sprechen Ministerialrat Ringshausen, der ja in unserer Gegend kein Unbekannter ist, und Kreisschulungsleiter Dr. Schmidt in Darmstadt. Umrahmt wird die Kundgebung von Musikvorträgen der SA.-Kapelle der Standarte 116, die von 14.30 Uhr ab auf dem Sportplatz in Harbach konzertiert. Auch der BdM. hilft die Feier verschönern. Anschließend ist gemütliches Beisammensein und Deutscher Tanz im Saale von Wilhelm Herzberger. Genehmigung Tür bezahle Aebentät gkeit im öffentlichen Oienst zur. ckgenommen. Die hessische Regierung hat in einem an sämtliche hessischen Behörden gerichteten Rundschreiben mitgeteilt, daß die Beamten, Beamtenanwärtern und Staatsangestellten von der früheren Regierung erteilte Genehmigung zur Versetzung eines bezahlten Nebenamts oder zur Ausübung einer Nebenbeschäftigung mit Wirkung vom 15. August 1933 ab allgemein zurückgenommen sei. Jeder Beamte ist verpflichtet, auf Anordnung feiner vorgesetzten Ministerialabteilung, jede Nebentätigkeit im öffentlichen Dienst ohne Pergütung zu übernehmen oder fortzuführen. Jede Vergütung, die einem Beamten für eine im Zusammenhang mit feinem Hauptamt außerhalb des Staatsdienstes geübten, genehmigungspflichtigen oder auf Vorschlag bzw. Veranlassung seiner Dienstbehörde übernommenen Tätigkeit zu'stießt, ist an die Hauptstaatskasse abzuliefern. Weitere Abnahme der Arbeits.'osigkeit in Hessen. Die Pressestelle des Landesarbeitsamtes Hessen teilt mit: Die Zahl der bei den Landesarbellsämtern gemeldeten Arbeitslosen ging in der ersten Augusthälfte um rund 2800 oder 1,1 Prozent des Standes von Ende Juli zurück. In Wirklichkeit war jedoch der Rückgang der Arbeitslosigkeit größer, da über 1600 Angehörige der nationalen Wehrverbände, die bisher nicht bei den Arbeitsämtern als arbeitslos gemeldet waren, in der gleichen Zeit neu in Zugang tarnen. Insgesamt wurden am 15. August 260 677 Arbeitslose (darunter 46 359 Frauen) gezahlt. Die Zahl der Hauptunter st ützungs- empfänger in der Arbeitslosenversicherung und in der Krisenfürsorge ging in der ersten Augusthälfte um rund 3000 zurück. In beiden Unterstützungszweigen zusammen wurden 84 068 Haupt- unterftütjungsempfänger gezählt. Die Zahl deranerkanntenWohlfahrts- erwerbslosen betrug Ende Juli 114146 Sie hat sich also gegenüber dem Stand von Ende Juni um 6663 vermindert. Bei öffentlichen Notstandsarbeiten wurden am 31. Juli 8427 Notstandsarbeiter beschäftigt, das sind 1773 mehr als am 30. Juni. Die Zahl der beschäftigten Landhelfer stieg in der Zeit von Mitte Juli bis Mitte August um 1355 auf 12 575. Demgegenüber hat die Zahl der unterstützten Kurzarbeiter auch weiterhin abgenommen, und zwar um rund 200. In der letzten Juli- woche wurden 3482 unterstützte Kurzarbeiter gezählt. / Polizeibencht. Ein Schreiner aus Reuhof bei Fulda und ein Zimmermann aus Staufenberg wurden wegen Vergehens gegen die Verordnung vom 21. 3. 1933 festgenommen und der Staatsanwaltschaft zugeführt, die Haftbefehl beantragte, der auch vom Richter erfassen wurde. Beide haben die Regierung und nationalen Verbände schwer verächtlich gemacht und beleidigt. Bei einer Durchsuchung in einem Orte des Kreises Gießen wurde sestgestellt, daß sich ber Betroffene staatsfeindlich betätigt. Festnahme ist erfolgt. Wellere Angaben können zur Zeit nicht gemacht werden. Schriftliches Material m größerer Menge wurde beschlagnahmt. Der Staatspolizeistelle war bekannt geworden. daß sich in dem Garten eines ehemallgen Mitglieds des Landtags und Angehörigen der SPD. Marxisten treffen. Der ehemalige 'Abgeordnete wurde festgenommen und in das Konzentrationslager Osthofen verbracht. Ebenso wurden weitere beteiligte nach Osthosen überführt. Bei den vorgenommenen Durchsuchungen wurden 2 Kartotheken des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold beschlagnahmt, die Aufschluß über die Zugehörigkeit zu dem aufgelösten Reichsbanner geben. 3n der Rächt vom 17. zum 18. August wurden in Wieseck dem Bürgermeister und einem dort wohnhaften Kaufmann mit der Hand geschriebene Zettel in den Hof geworfen, die Beleidigungen gegen die nationalen Verbände usw. enthielten und auch zu Gewalttätigkeiten aufforderten. Durch Vergleichung von Handschriften wurde ein Mann als dringend verdächtig festgenommen. Bei der Durchsuchung feiner Wohnung wurden gleiches Papier und die entsprechenden Farbstifte vorgefunden und beschlagnahmt. Gegen den dringend Verdächtigen ist Haftbefehl erlassen worden. Am 23. August wurde eine Falzerin aus Gießen festgenommen, weil sie an ihrer Arbeitsstelle, einer hiesigen Druckerei, die Regierung verächtlich gemacht hat. Auch gegen sie wurde Haftbefehl erlassen. / BornoNzen. — Tageskalender für Donners- ta g: Lichtspielhaus, Vahnhofstraße: „Cs war einmal ein Musikus ..." •’ Erledigte Lehrer st eilen. Erledigt sind: die Schulstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Bisses, Kreis Büdingen. Dienstwohnung ist vorhanden: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Büdingen. Dienstwohnung ist nicht vorhanden: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule zu Lindheim, Kreis Büdingen. Dienstwohnung ist vorhanden: die Lehrcrstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Lorbach, Kreis Büdingen. Dienstwohnung ist vorhanden: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Wenings, Kreis Büdingen. Dienstwohnung ist vorhanden. Oer S^'impanse als durchgefallener Filmstar. Eine kornische Geschichte, in der ein Schimpanse und eine falsche Kokosnuß-Palme die Hauptrolle spielen, erregte in Paris allgemeines Gelächter, als sie vor dem Arbeitsgericht verhandelt wurde. Vor einiger Zeit wünlchte eine Filmgesellschaft eine Schiff- bruchs-Szene auf einer tropischen 3nsel zu drehen. Ein Schauspieler und eine Schauspielerin, namens Raimu und Mary ©tot ), sollten durch die Wellen unter den Palmen einer 3nfcl an Land gespült werden, um hier von einem Schimpansen von der Höhe einer Palme mit einem Regen von Kokosnüßen unsanft begrüßt zu werden. Eine solche Situation bietet einem erfahrenen Regisseur keine Schwierigkeiten. Wan sand eine 3nsel an der Küste des Mittelländischen Meeres in der Rühe von Saint Trope;, und da es an natürlichen Kokospalmen fehlte, wurde eine gewöhnliche Palme dort ausgepflanzt, an der die Kokosnüsse künstlich befestigt waren. Run fehlte nur noch her Schimpanse, und dieser wurde gegen ein Honoar von 1800 Francs von einem Mann geliefert, der sich dafür verbürgte, die Rolle von einem .erstklassigem Exemplar", einem waren Schnn- pansen-Filmstar, spielen zu laßen. Raimu und Fräulein Glory nahmen in einem malerischen Schiffbruch- Kostüm. durch und durch durchnäßt, ihre Plätze unter der Patme ein. Der Kameramann siellic sich in Positur. und nun sollte der Schimpanse sein Bombardement beginnen. Er versuchte auch auf den Baum heraufjutletUrn. Aber er war noch keinen Meter hinangestiegen, da fiel er herunter, und das gleiche Mißgeschick passierte ihm, so oft er cs auch versuchte Hatten zu viele Fahre eines harn bien Lebens im Glashaus die Palme ihrer natürlichen Rauheit beraubt oder hatte der Aste aus ähnlichen Gründen seine Kletteriünste verlernt? Wie dem auch sei, es muhte eine Leiter herbeigebracht werden, und aus dieser bestieg der Affenslar triumphierend die Krone des Baumes. Aber als die Leiter sortgezvgen war und der Schimpanse nun die Rüsse hei unterwerfen sollte. land er daran augenscheinlich keinen Spaß. Mochte man ihm die Bewegung auch nod) so oft vormachen, er streikte. Unterdessen waren die Toiletten der Schiflbrüchigen ganz trocken geworden. Stunde auf Stunde der kostbaren Zeit verrann, und durch den Streik des Affen war alles umsonst: man mußte unverrichteter Sache von der 3nsel abziehen. Der Herr des Schimpansen hat nun die Gesellschaft auf Zahlung der b00 Francs verklagt: diese aber weigert sich zu zahlen, und es entspann sich vor Gericht ein grimmiger Kamps. Die beklagte Gesellschaft verweigert das Honorar, weil der „Künstler" nicht gespielt hat. Der Herr des Affen aber will den Beweis dafür autreten, daß die Schuld an der Richterfüllung der kontraltlichen Bedingungen bei der Gesellschaft und nicht bei dem Affen lag. Wie der Anwalt des Klägers ausführte, habe man dem in jeder Beziehung einwandfreien Schimpansen nicht die für seine Aufgabe notwendigen Bedingungen gewährt- Die falsche Kokospalme hatte verfaulte Zweige, ihre Krone war mit Stacheln bedeckt, die Kokvsnüffe seien mit rosa Bändern angebunden gewesen — alles Dinge, die jeden anständigen Affen irritieren und an der Ausübung seiner natürlichen Tätigkeit hindern mußten- Die Verletzungen, die sich der Affe dabei zugezogen, konnten vor Gericht vorgewiefen werden. Die Sache geht -noch weiter, da die Richter sich über ihre Entscheidung noch nicht schlüssig werden konnten. Ein Giern im Aufruhr. Was der Berliner Astronom Or. Weber am Saturn beobachtete. Don Hellmui Feist. Der Berliner Privatastronom Dr. Anton Weber hat zufällig eine seltsame Erscheinung auf dem Planeten beobachtet. Rach einer ilntcrreöung mit ihm schildert unser Mitarbeiter den Vorgang und die Möglichkeiten der Deutung. Man schreibt den 3. August 1933. Die Sonne ist bereits seit einigen Stunden hinter dem Horizont verschwunden. Schon blitzen die ersten Sterne am woltenlofen Abendhimmel auf. Die Luft ist heute herrlich klar, kein Windchen regt sich, das ideale Wetter, um noch ein wenig hinauszustreifen über die engen, irdischen Grenzen ins unendliche Reich ungezählter Sonnen und Welten ... So dachte sich auch Herr Dr. Anton Weber, ein Berliner Liebhaberastronom, und stellte ein kleines Fernrohr ms Fenster, um möglichst keinen dieser kostbaren Augenblicke zu versäumen. Denn mancher Stern, vor allem aber der Saturn, ist jetzt nur kurze Zeit zu sehen. Um 22 Uhr etwa geht er im Osten auf, und nach vier Stunden schon hat er die kurze Bahn durchlaufen, so wie Die Wintersonne nur eine kleine Runde macht und schräg am Horizont vorüberwandelt. Die Sicht ist wirklich ausgezeichnet. Es ist jetzt 23 Uhr. Dr. Weber überlegt: Ein größeres Fernrohr würde sich wohl lohnen. Er baut es auf, stellt ein. Hier ist er wieder, der wandernde Planet, mit seinen merkwürdigen drei Ringen. Doch was ist das? Dr. Weber preßt vor Aufregung das Auge ans Glas. Ein leuchtend heller, runder Fleck mitten auf der Saturnscheibe. Das war bestimmt vorhin noch nicht. Schnell ein Blick auf die Uhr: 23.25. Was mag in dieser halben Stunde dort oben vorgegangen sein? Doch zu Hypothesen ist jetzt keine Zeit. Jetzt heißt es nur beobachten. Die Größe des Flecks beträgt etwa ein Achtel des Planetendurchmessers, das heißt 15 000 Kilometer. Er ist also größer als die Erde. Und das will allerhand bedeuten. Merkwürdig, wie scharf die Konturen sich abzeichnen. Doch, kein Zweifel, allmählich verändert sich seine Gestalt. Er wird merklich länger. 3eyt dürfte er sich wohl schon über 50 000 Kilometer erstrecken. Dr. Weber schreibt unaufhörlich in fein Tagebuch. Die Größe, die Lage, das Aussehen, jede kleinste Bewegung werden sorgfältig notiert, um später der Wissenschaft Anhaltspunkte zu weiteren Forschungen und Beobachtungen zu geben. Es sind aufregende und im wahrsten Sinne weltbewegende Ereignisse, die sich hier vor den Augen eines Menschen, inmitten einer schlafenden, ahnungslosen Stadt abspielen, Augenblicke, wie sie noch niemand in dieser Unmittelbarkeit miterlebte, denn die wirkliche Beschaffenheit dieses Planeten kann man mit keinem Fernrohr je erschauen. Wir wissen zwar, die Temperatur beträgt dort oben etwa —120 Grad, da der Saturn fast neunmal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde, wir wissen von Ammoniak und Methangas in seiner Atmosphäre. Aber die Oberfläche dieses geheimnisvollen Sterns bleibt ewig von einer gewaltigen, undurchdringlichen Wolkendecke verhüllt, von deren Ausmaßen wir uns kaunr eine Vorstellung machen können. Sie würde, auf Erdverhältnisse übertragen, jeden Sonnenstrahl abhalten, es herrschte vollkommene Finsternis. Daraus aber, daß beim Saturn scheinbar ein kleiner, massiver Hauptkörper von einer mächtigen Atmosphäre umwogt wird, erklärt sich auch die Tatsache, daß dieser Planet nur ein Zehntel soviel wiegt wie eine gleich große Äuget aus Erdmasse. Und die Ursachen dieser merkwürdigen Erscheinung? Die Wissenschaft ist in ihrem Urteil sehr vorsichtig. Sie sammelt erst Die Tatsachen und dann erst sucht sie den Zusammenhang zu finden. Auf jeden Fall jedoch fragt sie sich sofort: Hat jemals schon ein ähnlicher Fall sich irgendwo ereignet. Die Wasserstoffexplosionen auf der Sonne vielleicht? Doch nein. Sie entstehen aus vollkommen andern Voraussetzungen. Aber werden nicht beim 3upiter von Zeit zu Zeit auco weiße Flecke beobachtet. Stimmt. Rur, sie sind nicht so deutlich, ihre Umrisse sind nicht so stark ausgeprägt. Außerdem entstehen sie nicht plötzlich, eruptiv wie hier, sondern sie entwickeln sich langsam, werden größer und größer ... Halt! Hier berichtet doch die Geschichte einen ganz ähnlichen Fall. Ohne Zweifel, es muh der gleiche Vorgang fein: ..... 3n Der Rächt des 7. Dezember 1876 sah Professor Hall in Washington auf der Scheibe des Datums einen Fleck von „glänzender weißer Farbe". Was steht hier noch? „Er zeigte eine rasche Bewegung im Sinne der Rotation und war bis zum 2. Januar zu verfolgen." Also eine Veränderung seiner Gestalt wurde in diesem Falle scheinbar nicht wahrgenommen. Und bann ist seine Entsteh ungs-rit ja auch recht unbestimmt. Es heißt nur: Prosißor Hall „sah" ihn. In unserem Fall dagegen wissen wir genau, et kann mir in der Rächt des 3. August 1933 zwischen 23 und 23.25 Uhr entstanden sein. Und die Ursache? Darüber sagt Professor Hall kein Wort. Aber irgend eine Ursache muß diese Erscheinung doch haben. Bisher spricht alles eigentlich für eine gewaltige Du 1 - kanerplosion. Eine Einstur-katair ph? kann es nicht gut gewesen sein. Denn die Gestalt i^s Planeten ist nach wie vor unverändert. Auch für einen Meteorfall sind keine Anhaltspunkte vorhanden. Diese gewaltige Raturerscheinung kann nur von innen heraus mit explosiver Gewalt innerhalb weniger Augenblicke entstanden sein, wie wenn die Erde sich plötzlich öffnen würde und ein Strom seuerslässiger Lava sich über Land und Meer ergösse. Für uns, den Zeitungsleser, den Alltags'- menschen, mag es also ein Vulkanausbruch fein. Für die Wissenschaft dagegen ist es nur möglicherweise ein Vulkanausbruch. Ihre Aufgabe ist es nun, den Beweis für diese Hypothese zu erbringen. Das heißt, der Fleck muh weiterhin genau beobachtet' werden. Er wird nochmals genau ausgemessen und spektographisch untersucht, um festzustellen, welche chemischen Vorgänge sich auf ihm abspielen, und ob er Eigenlicht ausstrahlt. So wird es am ehesten möglich sein, etwas über seine Ratur und zuletzt ü.?er seine Herkunft zu erfahren. Selbstverständlich ergeben sich für die wissenschaftliche Forschung auch rein rechnerische Wege. Stellt man nämlich fest — und das läßt sich feststellen —, wo der seinerzeit von Professor Hall entdeckte Fleck sichtbar wurde, so müßte man, theoretisch wenigstens, darauf schließen Eonnen, ob der Ausbruch sich an einem bereits vorhandenen Vulkan oder unmittelbar an der Saturniruste ereignete. Praktisch allerdings dürfte diese Rechnung infolge der Mngenauigteiten bei der Beobachtung einige Schwierigkeiten bereiten. Immerhin wird es aber doch vielleicht gelingen, auf irgendeine Weise die Erscheinung noch näher zu ergründen und damit auch den Geheimnissen des Planeten Saturn wieder ein Stück näher zu kommen. DcH jeder einzelne, auch ohne kostspielige Sternwarte, dabei der Wissenschaft von größtem Ruhen fein kann, beweist dieser Fall Saturn selbst am besten. SJLtfpott Oie ©ü Dor Nachdruck verboten Ohne Gewähr 22. August 1933 12. Ziehungstag irtschafi 128319 41193 49961 55398 60902 65766 69100 242 14072 19040 47494 178 Sttomne gu 600 M. 17867 38746 38752 48113 63484 78227 78835 96957 97650 98757 101495 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2H. 10,9 11 0 Banknoten. 0 0 0 0 8697 71754 0 0 12 o o 0 0 0 (i 0 6 6 0 11,9 41,5 85,25 48,13 52,5 44,4 147,25 122901 215018 265461 324388 94528 123043 155131 168502 225948 261207 282368 310772 360163 397524 115476 131578 157918 202585 219384 249498 270332 277251 305896 333718 354287 373863 96697 123873 157329 170120 241028 265623 283528 323450 372492 398296 176889 215446 279808 325434 115745 132574 161106 205874 221176 250651 271391 281710 315802 334449 359355 376850 112535 127022 157991 172215 242432 265811 288059 333380 378030 117844 136078 181520 207812 227033 255880 271443 283283 323305 342437 365959 385811 117816 130504 159362 177134 247849 271811 289639 337520 378821 181387 252619 302158 382486 125636 138395 188592 209445 230586 258950 271699 285791 326108 343171 366014 386153 119663 135526 160115 192547 250036 275009 294275 340159 385769 ) 76900 191888 253475 312527 386354 126485 147278 194832 209634 232129 260416 272448 287752 328147 348505 370051 391246 88737 120950 150872 167081 213385 251694 280672 307002 357671 382480 16466 76258 10461' 12939b 148235 202256 217188 235291 263245 276693 295124 330201 348721 373020 160098 156955 99532 207725 263908 317855 11,75 42,25 84,5 48 52,75 44,5 149 63,25 97,25 48 86 133 101 52,5 52,9 60,5 96,65 47,5 85,75 52,13 134 100,65 50,4 52,25 180833 241014 287062 353131 1000 M. 63,13 98,75 49 87,5 55,75 134 100,5 52,5 52,75 19,13 105,13 81 95,25 44,75 77,75 77 89,5 152,75 114,5 19 105,25 80 c4,5 45 78 77 90 152,5 18,4 104,75 95 43,5 76,25 89,25 152 114 18,25 104,75 81 95 43,5 76,13 75 88,75 152 114,5 64,65 99,25 49,25 87 132,75 101,5 52 52,75 I Hamdurg-Amertka-Pakei Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschiff Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschast Dresdner Bank NelchSbank : 10 ®etDtnnc xu 5000 M. 202808 351793 14 Gewinn« xu 3000 M. 195067 258607 350487 68 Gewinne gu 2000 M. In der heutigen Vormittagszlehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen teil als zustandegekommen anzusehen ist, entspricht nicht den Tatsachen, da die beiden bremischen Zigarettenhersteller, die etwa 10 Prozent der gesamten deutschen Zigarettenerzeugung bedeuten, nicht zu der Dresdener Sitzung eingeladrn waren. Infolgedessen konnten auch nicht, wie es in dem Zeitungsartikel heißt, sämtliche deutschen Zigarettenfabriken ausnahmslos die zur Beratung stehenden Satzungen genehmigen. Der Sahungsentwurf ist in der vorliegenden Form ausgesprochen auf das Interesse der größten deutschen Zigarettenfabrikanten zugeschnitten. Der von diesen verfaßte Entwurf enthält in wichtigen Einzelheiten eine solche liberalistische Wirtschaftsauffassung, daß er im heutigen nationalsozialistischen Staat keine Aussicht auf Annahme durch das Reichswirtschaftsministerium haben dürfte." je 500000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 8 zu je 50000, 22 zu je 25000, 122 zu je 10000, 290 zu je 5000, 558 zu je 8000, 1676 zu je 2000, 3400 zu je 1000, 5542 zu je 500, 16846 zu je 400 M. Gewinnauszug 5. Klasse 41. Preußisch-Süddeutsche (267. Preuß.) Staats-Lotterie 4% Oesterreichische ®vldrenie... 4,20% Oesterreichische Silberrenlc 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *-!i% desgl. von 1913 8% abgcsl. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie t 10,9 24,25 17,75 12 42 86 48,75 52,75 44,5 149,4 10,6 3,85 4,15 4,6 10,5 0,625 4,1 3,75 6 5 4,85 11 0,70 4,3 3,75 4,25 6 5,05 4,7 296 1840 10,75 25,75 17 12 41 85,5 48,5 52,5 44,4 147,25 A.E.G Beknla Elektr. Lieferungsgesellschaft... Licht und Kraft Felten L Guilleaume . Gcfellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität 5 Schmiert L Co 6 Siemens L Halske 7 LahmeyerLCo 10 364963 8659 19189 25442 49059 Oer Gauführer ernennt seine Mitarbeiter. Zn den Gauen XIII (Südhessen Pfalz-Saar) und XII (Nordhessen), haben die Gauführer, Dr. R a ß - b a d) (Wiesbaden) und Dr. Riemann (Kassel), nun ihre Mitarbeiter in den einzelnen Bezirken und Kreisen ernannt. Die Umgestaltung des Fußball- sportcs in den Gauen ist damit nun so gut wie vollzogen, so daß dem Beginn der neuen Spielsaison unter den neuen und veränderten Verhältnissen kaum noch etwas im Wege steht. In Gau XIII sind allerdings die unteren Spielklassen (Bezirksliga und Kreisklassen) noch nicht eingeteilt. Die Prüfung der zahlreichen Anträge auf Einstufung in die Be- zirksliga nimmt noch geraume Zeit in Anspruch, da naturgemäß weitaus mehr Vereine sich um einen 1 Platz in der zweiten Klasse bewerben, als dort Vereine eingeteilt werden können. In Kürze wird aber auch hier die Lösung gefunden sein. Die Beauftragten im Gau Xil (Nordhessen) Fußballobmann des Gaues wurde der alte Kasseler Fußballer Heini Weber, für die Leichtathletik wurde Studienrat Jung Henn (Kassel) berufen, Reä)tswart ist Georg I s k e (Kassel), Kassenwart ist H. V a u p e l (Kassel), Iugendwart wurde G. D o n - dran (Gießen) und zum Geländesportwart wurde Sportlehrer G r ö ß c l (Kassel) bestimmt. Der Posten des Handballwartes ist noch unbesetzt. Für die beiden Bezirke des Gaues (Kassel und Gießen), wurden folgende Mitarbeiter berufen: Bezirk I (Kassel): Ein Bezirksführer wurde bisher noch nicht ernannt. Bis auf weiteres führt Gaugeschästsführer Hensel-Kassel die Geschäfte des Bezirksführers durch. Die Kreisführer: Kreis Kassel: B. Schröder-Kassel, Kreis Meißner: A. Waldmann-Großalmerode, Kreis Homberg: noch nicht ernannt, Kreis Waldeck: Lehrer Fritz-Corbach. Kreis Hersfeld: A. Ries- Hersseld, Kreis Fulda: H. Hüttenmöller-Fulda. Bezirk II (Gießen): Bezirksführer Heinz Happ-Gießen, Krcisführer: Kreis Marburg: Dr. L e u k e l ° Marburg, Kreis Gieß en: Hugo Henkel-Gießen, Kreis Westerwald: Ed. Lippert-Oberhattert, Kreis Lahn: O. Hofmann-Diez, Kreis Friedberg: H. Dreckheim e r - Friedberg, Kreis Hanau: Friedrich Hamburger-Hanau, Kreis Rhein: Führer wird noch ernannt. Vortragsabend der Gießener Ruvergesellschast. Am Dienstagabend vereinigte die Gießener Ru° öergesellschaft einen Teil ihrer Mitglieder zu einem Vortragsabend mit Lichtbildern, der eine Fülle des Interessanten und Wissenswerten brachte. Zunächst hielt der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr H o ch st ä t t e r, eine kurze Begrüßungsansprache, in der er seiner Freude über die zahlreiche Beteiligung an diesem Abend und dem dadurch bekundeten Interesse an der Sache der Ruderer Ausdruck gab. Er wies ferner auf die Breslauer Meisterschafts-Regatta hin, die trotz großer Opfer aus sportlichen Gründen beschickt wurde. Sodann gab Herr Hartmann einen Lleber- blick über die bisherigen sportlichen Leistungen der Mannschaften der Gießener Rudergesellschaft im Iahre 1933. Er streifte im einzelnen die verschiedenen im Laufe dieses Iahres bestrittenen Regatten und gab seinen Zuhörern ein lebendiges Bild von dem Leben und Treiben der Ruderer auf ihren Fahrten, von dem frisch-fröhlichen Geist, der in ihren Reihen herrscht und immer wieder nicht nur im Humor, sondern auch im Opfer zum Ausdruck kommt. So hörte man von den Regatten in Saarbrücken, in Bad Ems. in Würzburg, Frankfurt, Limburg, Mainz, in Kassel und wiederum in Frankfurt. Schließlich gab der Redner noch eine prächtige Schilderung von den Tagen in Breslau und den Kämpfen, die der Achter der GRG. auf dieser Meisterschaftsregatta zu bestehen hatte. Insbesondere schilderte er auch die mannigfachen Schwierigkeiten, die sich anfänglich einem Start in Breslau entgegenstellten. Gleichzeitig gewann man auch einen Lleberblick über die Kämpfe, die die Gießener Rudergesellschaft mit ihrem Achter in den schweren Dor- und Zwischenläufen zu bestehen hatte. Heber die Erfolge der GRG. in dieser Saison gab eine Aufstellung der Siege eindrucksvollen Ausschluß. Es konnten u. a. vier Siege in ersten Achtern, fünf Siege in ersten . Vierern und drei Siege in ersten Einern errungen werden. Die Gesamtzahl der Siege be° \ läuft sich aut 25 Siege, von denen dir Iunioren- i Mannschaft allein zehn Siege auf sich vereinigen 1 konnte. Die GRG. nimmt mit dieser Anzahl von Siegen die erste Stelle unter den Rudervereinen in Deutschland ein. Im Vorjahre befand sich die GRG. mit 16 Siegen ebenfalls unter den ersten Vereinen und im Iahre 1931 konnten bekanntlich 23 Siege und damit der 3. Platz unter der deutschen Ruderelite errungen werden. Der Vortragende fand für seine Ausführungen lebhaften Beifall. Sodann sprach der Sportarzt der GRG., Dr. Wagner, über die sportliche Betreuung der Ruderer. In seinen Ausführungen befaßte er sich insbesondere mit dem Herz des Sportlers und räumte dabei mit manchem Vorurteil auf. Er betonte, daß sich das Herz des Sportlers sehr den Anforderungen, die die sportliche Betätigung an den Körper stelle, anpasse und dadurch leistungsfähiger werde, als das Herz jenes Menschen, der keinen Sport treibe. Das gelte insbesondere auch für den Ruderer, der bei seinem Sport das Herz zwar einer starken Belastung unterziehe, die sich aber immer dann günstig auswirke, wenn sich das Training in zweckmäßiger Form vollziehe. Durch eine sorgfältige Kontrolle der einzelnen Ruderer der GRG. sei es möglich, systematisch jedes Uebertraining zu vermeiden, das allein sich ungünstig auswirken könne. In neuerer Zeit würden zuverlässige Messungen durchgeführt, die eine genaue Beobachtung der Herztätigkeit der Sportler während ihrer Betätigung gestatten. Mütter und Väter brauchten also keinerlei Bedenken zu haben, ihre Söhne den Rudersport ausüben zu lassen. Als dritter Redner des Abends sprach dann noch der Trainer, Herr Kolm er, über die Art des Trainings englischer Rudermannschaften und schilderte in launiger Weise die Vorbereitungen zu einem der großen Rennen zwischen Oxford und Cambridge, zu dem er als beauftragter Trainer des Deutschen Ruderoerbandes zum Zwecke des 4 Gewinn« ,U 10000 M. 126590 160961 ----- 118637 149919 10,5 I 0,70 I 4,2 3,5 | 4,25 | 6,131 5,05 5,1 i iit.w*1 SS'; BtlW , aon c* tronht-nfln'nl Es gibt L stac wird ai ohne daß es Geschichte j solche Detra der irischen klaren Erken ihm verloren da es unte und alle Ge drücker sind Iren lebeni auch heute Einstellung zwischen die dern als 1 hat es der Kinnen, das die Knie z seine ersten Einfluß er anglo-irisch Kvnquistadr Großbritam schwert nah die bestehen! Ländern. AcH ftäri Auswirkung Gebieten des ligiösen und heutiges @c. Wirtschaf die britische. 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Di t ^tdarsh iMt lolo Älmmet n ächtete Lank ; n rui U Äen, Stückchen Lc 'hm eines f ^ers .ah t b-n zu Lr ln d°ni !ch waren 1V heru h »nn de 1K85 beaQn. °us der a Mnb nb@ 5r®*d n -sL Den t >eo, Sen h ?em Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 2R. gezogen 134 Gewinne gu — . . 52117 04075 66165 68211 70769 76754 ferungen um 0,25 bis 0,50 Proz., und die Stinv muna war etwas zuversichtlicher. 11. a. notierten! Reubesitzanl ih 9 38. Al bei Hanle he -7,63, Schutz- gebietsanleihe alle Iahrgänge 6,85, 5,5prozentlg« Vounganleihe 83,25, Zolltürken incl. Kupon 5, excl. Kupon 4,70, Lissabon Stadtanleihe 32,63, 4proz. Einheitsrumänen 2,40, Reichs bank 147,25, Gelsenkirchen 48, Harpener 86, Mannesmann 52,88, Phönix 32,25, Rheinstahl 76,75, frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23. Aug. Bei weiterhin sehr stillem Geschäft zeigten die Preise im Vergleich mit den Rotierungen des Montags kaum Veränderungen, lediglich Weizen gab noch leicht nach. Das Angebot war, gemessen an der nur schwachen Rachfrage, mehr als ausreichend, ebenso wird alter Hafer noch in recht großen Posten offeriert. Das Mehlgeschäft blieb schleppend, obschon die Preise nochmals leicht ermäßigt waren. Futtermittel lagen vollkommen geschäftslos. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm Frachtparität Frankfurt a. M. für alsbaldige Lieferung) in Mk.: Weizen 185,00 bis 186,50, Roggen 151,00 bis 152,00, Sommergerste für Brauzwecke 177,50 bis 180,00, Hafer alter Ernte 145,00 Brief, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 27,50 bis 28,50, dasselbe ohne Austauschweizen 26,25 bis 27,25, Roggenmehl 0- bis 60prozentige Ausmahlung 22,25, desgl. südd. Spez. 0 22,50 bis 22,75, Weizenkleie 7,40, Roggenkleie 7,75. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. * Allianz - Konzern. In Verfolg der jahrelangen engen geschäftlichen Beziehungen zwischen dem Reichslandbund und der Allianz und Stuttgarter Verein Dersicherungs-AG. sowie zum Zeichen der Verbundenheit des Standes der deutschen Landwirtschaft mit dieser Gesellschaft treten mit Zustimmung des Herrn Reichsbauernführers, Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft Darr 6, Herr Staatsrat Meinberg, Präsident des Reichslandbundes und Reichsobmann für die bäuerliche Selbstverwaltung, in den AR. der Allianz und Stuttgarter Verein Dersicherungs-AG., Herr Staatssekretär Luder, Landesführer der bayerischen Landwirtschaft, in den AR. der dem Allianz- Konzern angehörenden Bayerischen Dersicherungs- bank AG. in München ein. Frankfurter Abendbörse leicht erholt. F r a n k f u r t, 23. Aug. An der Abendbörse kam die rückläufige Bewegung zum Stillstand. In Anpassung an die tiefen Berliner Schlußkurse lagen allerdings eine ganze Anzahl von Papieren noch stark ermäßigt, überwiegend war jedoch eine leichte Erholung festzustellen, da die Kulisse auf der ermäßigten Basis kleines Meinungskaufinteresse bekundete. Die Besserungen betrugen etwa 0,25 bis 0,50 Prozent im Durchschnitt. Das Geschäft blieb aber im großen ganzen recht klein. Auch der Rentenmarkt hatte beruhigte Tendenz, die Kurse konnten sich etwas erholen. Altbesih gewannen etwa 0,38, Reubesih 0,13 Prozent, ferner war die Voung-Anleihe weiter mäßig höher. Stahlverein-Bonds und Reichsschuldbuchforderungen in späten Fälligkeiten waren behauptet. Bei allerdings weiter nur kleinen Umsätzen ergaben sich auch im Verlauf vielfach nochmals Bcf- Kartell der deutschen Zigaretienhersieller? In Dresden fand Ende vergangener Woche eine Sitzung sämtlicher deutscher Zigarettenhersteller statt, um die Voraussetzungen für die Gründung eines Kartells zu schaffen. Da sämtliche deutschen Zigarettenfabriken ausnahmslos die zur Beratung stehenden Satzungen genehmigt haben, ist das Kartell als zustandegekommen zu betrachten, und es bedarf nur noch der Genehmigung durch das Reichswirtschaftsministerium, an der nach der Stellungnahme der beteiligten Kreise nicht zu zweifeln ist. Damit sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß die Zigarettenindustrie wieder eine Basis gewinnt, die ihr ein gesundes Arbeiten ermöglicht. Die Zigarettenindustrie lehnt grundsätzlich den Gedanken einer Erhöhung der Kleinverkaufspreise ab. Die Statuten des Kartells haben entsprechende Sicherungen vorgesehen. Die Sicherung der Tabakbasis der Unternehmen ist eine wesentliche Kräftigung und Stärkung des in Deutschland ansässigen Rohtabakhandels. Da diese Stärkung nur erfolgen kann, wenn die Großindustrie dazu übergeht, angemessene Teile ihres eigenen Bedarfs grundsätzlich in Deutschland anzukaufen, ist vorgesehen, daß das Mindestquantum, das jeder einzelne Betrieb in Deutschland decken muß, 25 Prozent seines Bedarfs beträgt. Nachdem die Rohtabakbasis qualitativ und finanztechnisch gesichert ist, wird Deutschland, als größter Käufer orientalischer Rohtabake, die Roh- tabakeinkäufe durch planmäßige Arbeit zu dem wichtigsten Instrument unserer Handelspolitik gegenüber den Lieferantenländern werden lassen. Produktionskontingentierungen werden als unzweckmäßig angesehen. An deren Stelle tritt eine Ausgleichsabgabe, die eine ausreichende Bremswirkung gegen anormale Wettbewerbsmaßnahmen verbürgt, ohne das Streben, den Absatz durch echte Leistung zu sichern, herabzumindern. Auch sind Schutzvorschris- ten für Fabriken vorgesehen, die ihren Absatz vorübergehend verlieren, ebensowenig wird die Errichtung neuer Fabriken unterbunden. Die Tätigkeit des Kartells der deutschen Zigarettenhersteller wurde der ständigen Kontrolle des Reichswirtschaftsministeriums unterstellt. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, hat das Reichswirtschaftsministerium noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Von der Direktion der Martin Brinkmann AG., Bremen geht dem WTB. Han- delsdienst eine Mitteilung zu, in der es u. a. heißt: „Die unter dem Stichwort „Kartell der deutschen Zigarettenindustrie" von interessierter Seite in die Presse gebrachte Nachricht, wonach das Kar- Studiums des englischen Trainings entsandt worden war. Den unterhaltsamen Ausführungen folgten die Zuhörer mit gespannter Aufmerksamkeit. Zum Schluß sah man noch eine lange Reihe von Lichtbildern, die die Gießener während ihren bestrittenen Rennen zeigten und das Leben und Treiben bei den Regatten anschaulich illustrierten. Ge- rnütliche Unterhaltung beschloß den Abend. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 I — Tu. wehlar Niedergirmes I 12:6 (5:4). Die 1900er stießen auf einen großen Gegner. Die Turnermannschaft, sehr schnell und wuchtig, konnte aber gegen die technisch bessere 1900er Vertretung nicht aufkommen. Der 1900er Sturm arbeitete sehr gut zusammen, und mit etwas mehr Glück hätte das Resultat noch günstiger für Gießen lauten können. In vielen Fällen waren die Torpfosten und die Latte der Verbündete der Wetzlarer. Die Gießener Läufer- reihe nebst Verteidigung arbeiteten mit größter Ruhe und cklmsicht. Hier trat wieder der Mittelläufer durch sein glänzendes Aufbauspiel besonders hervor. Der Tormann hatte bei dem nassen Platz keinen guten Stand, konnte aber gut geschossene Würfe meistern. Da die, Rieder- girmeser als die beste Turnermannschaft im Lahnbezirk bekannt sind, können die Handballer der Spielvereinigung 1900 auf diesen eindeutigen Sieg stolz sein. SA. und Turner werden zusammengeschloffen. Die Deutsche Turncrschaft von Groß-Wiesbaden hat einen Zuwachs von mindestens 2500 Mitgliedern erhalten, dadurch, daß nach eingehenden Verhandlungen zwischen dem SA.-Führer Pentlinger und dem Turnerführer Emil Fleiner t die Wiesbadener SA. turnerisch in die Wiesbadener DT. eingegliedert wurde: andererseits werden die Turner durch Eintritt in die SA. in ihrer Gesamtheit erfaßt und in gemeinsamer Arbeit mit der nationalen Bewegung zur Wehrhaftigkeit erzogen. Buderus Teutlche Erdöl Gelsenkirchener Harpener bocsch Eisen—Kvln-Neuesseu .. Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke Mannesmann-Röhren 6 5 6 o 0 6 Gewinne jn 10000 M. 24482 80070 377606 6 Gewinne gu 5000 M. 86159 93484 392384 20 Gewinne gu 3000 M. 18520 22091 87613 166072 220323 383895 260357 308686 356443 362455 54 Gewinn« gu 2000 M. 8602 12012 44467 1 66719 67858 70947 72986 129200 134862 138821 144537 146511 157744 182301 187226 192728 201353 204173 313698 333932 241246 272981 279276 354741 359557 398853 311778 72 Gewinne gu 1000 M. 18492 23554 46023 65680 72918 80295 101864 111381 113699 114687 128868 141625 156985 183749 205334 214647 230325 233767 239240 243930 249149 252100 275455 280738 304685 307207 308073 316758 317135 319196 343592 398173 322782 323920 326841 334364 144 Gewinn« gu 500 M. 172 17202 26225 27498 42984 48730 53268 54707 55330 56321 56900 69307 59435 60710 62787 67411 68590 80448 84446 85301 86387 96307 101357 105299 105719 112720 125133 130962 131457 143016 145341 146532 148213 149059 158800 166080 177726 179139 190481 195545 196825 198541 207303 226710 254600 261130 263263 264988 272427 296790 307712 310179 311390 316067 317237 321364 324761 325714 326201 328380 329770 339228 351942 379344 385765 366877 371263 372215 392154 394316 396516 378677 $ranlturi a. Dl Serhn Schlußkurs Schluß!. Abend- börfc Schluß« kurs Schluß!. Minag- börse 'Datum 22.8. 23.8. 22-8. 23-8. Mansselder Bergbau....... .. 0 22,5 21 21,5 20,65 Kvkswerke................ .. 0 — — 72,13 70 Phonir Bergbau........... .. 0 34 32,25 33,75 32 Rheinische Braunkohlen .... 10 192 192 192 192,5 Rheinstahl................ .. o 81,5 76,75 80,9 76,5 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 33 31,5 32,75 31 Olavi Minen ............. .. 0 12 12 11,5 11 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 117,5 — 117,5 116 Kaliwerke Westeregeln...... .. b 118 116 118 118 Kaliiverke Salzdetfurth..... iyt 160 155 158,25 157 I. ®. Farben-Jndustrie..... .. 7 129 128 129,13 127 Scheideanstalt............. .. 9 173,5 172,5 — .. 0 42,25 41,5 42,25 Rütgerswerke............. .. 0 49,13 45,5 48,5 45 Metallgesellschast........... .. 0 52 52 53 .. 0 44,25 44,25 44' Zementwerk Heidelberg .... .. 0 79,5 77,5 - Cementwerk Karlstadt....... .. u - . - Schultheis Payenhofer ..... .. 0 — — 105,75 104,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 28,75 28,65 28,5 28,4 .. 0 45,13 45 45,25 Zellstoff Maldhof.......... .. 0 38,5 36,5 33 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 21 21,25 22 21 Dessauer ®a3............. .. 7 — — 102 98 Daimler Motoren.......... .. 0 23,75 22,5 23,75 22,5 Deutsche Linoleum......... .. 0 40,25 41,65 40 42 Orenstcln & Koppel........ .. 0 — — 30,25 29,5 Leonhard Tietz............ .. 0 12,5 12 12,4 12,13 Cbade.................... ..10 155 154 155 153,75 Accumulatoren-Fabrik...... .. 0 169 168 169 169 Contt-Gummt............. .. 0 143,5 139,5 153.5 Grlyner.................. .. 0 Mainkrastwerke Höchst a.M. .. 4 58 58,5 — Süddeutscher Zucker....... .. 8 152,5 152 153,5 152 Frankfurt a.M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend- böri" Schluß« kurs Schlußk. Mittag- Hörle Votum 22-8. 23.8. 22-8. 23.8. 4% desgl. Serie 11............. 5,1 5 — — 6% Numan, vereinh. Rente v. 190J 3,25 3 3,25 2,8 4/r?f>Nnmnn.vcreinh.Rentev.l91l 5 5 5,25 5,13 4% Rumäniscbe vereinh. Rente .. 2,5 2,4 2,4 2,35 2y*% önatoHcr .............. — 23,25 23,5 23,7 Franksur« a. M. Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abend- börfe Schluß« kurs Schlußk. Mittag» börse 'Datum 22.8. । 23.8. 22-8. 23-8. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 83,75 84,4 84 84 6% cljem.7% Tt. Rcichoanl. v. 1929 5'/2% Doung Anleihe von 1930 .. Deutsche Aul.-Ablos.-Schuld mit 97 96,5 97,25 96,25 82,65 83,13 83 83,5 Auslos.-Rechten ............. 77,9 77,65 77,9 77,3 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% e()cm.8% Hess. Volksstaat 1929 9,65 9,4 9,65 9,3 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Lande-bmck Darmstadt 73,25 73,25 73,75 73,75 Gold R. 12.................. S',2% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ligni......... Lberhesscn Vrovinz-Anleihe mit 81,5 81 — 80,75 84 83,75 — — Auolos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- 68 67,5 — — leine Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ebem. 8% Franks. Hyp.-Bank 70 69,5 69,75 69,25 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 81,25 81,25 — — Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 5'/2% ehem. 4'/2% Franks. Hyp.- 81,25 81 — — Baxl°Liqu^Psandvriefe....... 6’/2% ehem. l'/2% Rheinische 84,75 84,5 — — HyP.-Bank'Liqu.-GoldpIc..... 6% ehem. 8% Pr. LandcSpfand- 86,25 85,25 — — briefmcstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand 83,25 83 83 — bricfanstalt, Pfandbriefe 1)1. 1( 83 83 83,5 83 Steuergutsch. Verrechnungskurs. 86,4 86,4 86 4 86,4 22-August 23-August Amtliche Notierung Amtliche Notierung ®cld | Brie> Geld Briei HelsingsorS.. 6,124 6,136 6.114 6,126 Wien....... 47,95 48,05 47,95 48,05 12,42 12,44 12,42 12,44 Budapest ... Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,58 169,92 169,58 169,92 Oslo....... 69,71 69,85 69,58 69,72 Kopenhagen. 61,94 62,06 61,84 61,96 Stockholm... 71,51 71,65 71,43 71,57 London ..... 13,84 13.88 13,825 13,865 Buenos Aires 0,928 0,932 0,928 0,932 Neuyork.... 3,082 3,088 3,067 3,073 Brüssel..... 58,55 58,67 58,55 58,67 Italien..... 22,10 22,14 22,09 22,13 Paris ...... 16,435 16,475 16,435 16,475 Schweiz .... 80,97 81,13 80,97 81,13 Spanten.... 35,08 35,16 35,04 35,12 Danzig..... 81,62 81,78 81,62 81,78 0,828 Rio de Ian. . 0,244 0,246 0,244 0,246 Jugoslawien. 5,195 5,205 5,195 5,205 Lissabon.... 12,71 12,73 12,69 12,71 Berlin, 23.August Geld Bries Amerikanisctn» Noten.............. 3,02 3,04 58.39 58 63 Dänische Noten ................. 61,58 61,82 Englische Noten ................. 13,785 13,845 Französische Noten............... 16,395 16,455 Holländische Noten............... 169,16 169,84 Italienische Noten................ 21,97 22,05 Norwegische Noten .............. 69,41 69,61 Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 71,26 71,54 Schweizer Noten................. 80,79 81,11 Spanische Noten................. 34,91 35,05