Weitere Ergebnisse -er evangelischen Kirchenwahlen. Oer Wahierfolg der Deutschen Christen. Pfarrer Hossenfelder an den Reichspräsidenten und an den Reichskanzler. Berlin, 24. Juli. (CAD. Funkspruch.) Der Leiter der Glaubensbewegung Deutscher Christen. Pfarrer Hossenfelder, hat an Reichspräsident von Hindenburg in Reudeck folgendes Telegramm gesandt. „3n Ehrerbietung melde ich den entscheidenden Wahlerfolg der Glaubensbewegung Deutscher Christen. Damit ist die Grundvoraussetzung für das erstrebte Ziel geschaffen, daß, wie Volk und Staat, so auch Dolk ly b Kirche wieder eins werden." Rn Reichskanzler Adolf Hitler hat Pfarrer Hossenfelder folgendes Telegramm gerichtet: „Es ist mir eine große Freude, den entscheidenden Wahlerfolg der Glaubensbewegung Deutscher Christen melden zu dürfen. Das evangelische Volk hat bekundet, daß es seine Kirche, aus den Grundkräften heraus neugestaltet und auch von der Kirche aus am inneren Ausbau des nationalsozialistischen Staates tatkräftig Mitarbeiten will." Im Rheinland Essen, 23. Juli. (WTB.) Die Kirchenwahl im Rheinland brachte den Deutschen Christen einen großen Erfolg. In der erdrückenden Mehrzahl der Gemeinden brauchte überhaupt keine Wahl stattzu- sinden, da nur eine Einheitsliste aufgestellt war, auf der die Deutschen Christen mit durchschnittlich 80 v. H. vertreten waren. In B o n n erhielten die Deutschen Christen 35 Sitze, die von Generalsuperintendenten Klingemann geführte Liste Deutsche Evangelische Kirche 19 und die von Universitätsprofessor D. Barth geführte Liste 6 Sitze Zn Westfalen. Münster, 23. Juli. (TU.) Amtlich wird mitgeteilt: Bon den insgesamt 431 evangelischen Kirchengemeinden Westfalens haben bisher 130 Gemeinden gemeldet, daß für die Wahl der Gemcindevcrordneten nur eine Liste (Einheitsliste) eingereicht sei. Da sich damit für diese Gemeinden die Wahl erübrigt, gelten die Bor- geschlagenen als gewählt. Don den genannten 130 Kirchengemeinden melden 67 Gemeinden mit insgesamt 2216 Gemeindeverordneten, daß der Wahlvorschlag ohne Rücksicht auf kirchenpolitische Richtungen aufgestellt sei. In den übrigen 63 Gemeinden mit insgesamt 2229 Gemeindeverordneten sind 71 v. H. der Gewählten Deutsche Christen. In Münster entfielen auf die Liste 1 Evangelium und Kirche 1782 Stimmen (22 Sitze) auf Liste 2 Deutsche Christen 3051 Stimmen (38 Sitze). Hamburg und Schleswig-Holstein 3n Hamburg brauchte am Sonntag keine Kirchenvorsteherwahl stottzufinden, da sich die großen Kirchengruppen auf eine Einheits- I i ft c .geeinigt hatten, auf der die Deutschen Christen die absolute Mehrheit haben. Bemerkenswert ist, daß auch fünf Mitglieder des Senats und der Ches der Hamburger Ordnungspolizei in die Kirchenvorstände gewählt worden sind. In Schleswig-Holstein war für die Reuwahl der Landessynode nur ein Wahlvorschlag eingereicht worden. Der aus 79 Abgeordneten bestehenden neuen kirchlichen Körperschaft gehören 75 Deutsche Christen an. Für die Reuwahl der Kirchenvertretungen waren bis auf 6 kleine Gemeinden gleichfalls Einheitslisten aufgestellt worden. Alles in allem verfügen die Deutschen Christen über 9 0 v. H. der Sitze. Schlesien. Breslau, 23. Juli. (TU.) In der Kirchenpro- oinz Schlesien erübrigte sich in weit über einem Drittel der Kirchengemeinden ein Wahlgang, da sich die beiden Parteien aus eine g e - meinsame Liste geeinigt hatten. Die ersten Wahlergebnisse zeigen ein bedeutendes Anwachsen der Wahlbeteiligung, das vielfach 100 v. H. beträgt. In Breslau haben, soweit bisher Nachrichten vorliegen, die Lifte Deutsche Christen 75 v. Sy, die Liste Evangelium und Kirche 25 o. S). erreicht. Im Kreise Waldenburg haben die Deutschen Christen zwischen 60 und 70 d. Sy der Stimmen erlangt. Im Kreise L> h l a u ist das Verhältnis der Deutschen Christen und Liste Evangelium und Kirche 2:8, in Sch miedeberg 5:3. Don den 17 Breslauer Kirchengemeinden wählten nur sieben. Die Wahlen in Beuthen und Waldenburg fielen auch aus, nachdem eine Einigung zwischen den beiden Listen erfolgt ist. Die Wahlen fielen weiter aus in Liegnitz, Gleiwitz, Glogau, Görlitz und Brieg. Zn Sachsen. Dresden, 23. Juli. (WTB.) Für die Kirchengemeindewahlen waren in ganz Sachsen säst einschließliich Einheitslisten aufgestellt, auf denen die Deutschen C h r i ft e n durchschnittlich mit 6 0 bis 100 v. Sy vertreten waren. Eigentliche Wahlhandlungen haben so gut wie nir> genös stattgesunden. Soweit sich Kirchenwahlen notwendig machten, sind bisher 75 v. S). der Stimmen für die Deutschen Christen abgegeben worden. Hendersons Rundreise beendet. Neuer pariser Sabotageversuch. - Frankreich fordert eine Probezeit vor Znkrafitreten gleichberechtigter Abrüstung. Paris, 22. Juli. (WTB.) Der Präsident der Abrüstungskonferenz Henderson, der in Paris eingetroffen war, hatte eine Besprechung mit Paul-Boncour und ist dann nach London weitergercist. Havas meldet, daß wichtige Fortschritte zwischen den kontinentaleuropäischen Rationen über gewisse auf der Abrüstungskonferenz gestellte Fragen erzielt werden konnten, insbesondere über die Kontrolle und die Definition des Angreifers. Dieser Fortschritt eröffnet Aussichten auf ein Einvernehmen. Große Schwierigkeiten bestehen indessen noch zwischen der französischen und der deutschen Auffassung, insbesondere über die Teilung der Abrüstung in zwei Perioden, eine Periode der Probe und der Kontrolle und die andere, in der dem Deutschen Reich die Rüstungsgleichheit effektiv gewährt werden würde. In London erklärte Henderson, daß die Besprechungen im großen und ganzen eine Bereit- schastzumAbschlußeinerAbrustungs- oereinbarung gezeigt hätten, obgleich er immer noch Befürchtungen für die Möglichkeit eines sofortigen Erfolges habe. Er glaube, daß in folgenden Fragen eine Einigung möglich sei: Nichlergrei- fung von Gewaltmaßnahmen, Angriffsbestimmung, Kontrolle und lleberwachung. Effektiven und Standardisierung der europäischen Armeen, kontrollierte Haushaltsbegrenzung sowie Waffenherstellung und Waffenhandel. . Größere Schwierigkeiten böten folgende Fragen: Die Dauer der Abrüstungsvereinbarung, die Abschaffung und Zerstörung der 21 ngriff sroaf fen und die Frage, inwieweit die Flottenabrüstung in der neuen Ab- rüstungsvereinbarung behandell werden soll, izalls eine freundschaftliche Vereinbarung über die Dauer eines Abkommens für das erste Abrüstungsstadium über den Zeitraum der Aufgabe der Angrifsswasten und über die Methode, wie sie zerstört werden sollen, nicht erreicht werden foUte, würde der Abschluß einer Abrüstungsvereinbarung schwierig fein. Nachdem durch die große außenpolitische Rede des Reichskanzlers am 17. Mai vor aller Welt kund- getan worden ist, daß Deutschland den englischen Konventionsentwurf auch als Grundlage eines Abrüstungsabkommens im Interesse einer wirklich konstruktiven Friedenspolitik a n - zunehmen bereit ist, wird vom Quai d'Orsay die grundsätzliche Sabotage dieser Politik in der Form weitergeführt, daß vor die von Deutschland zugestandene Uebergangszeit noch eine Probe- z ei l eingeschaltet werden soll. Daß der französische Vorschlag als solcher den Versuch einer erneuten Diskrimierung Deutschlands darstellt und damit der am 11. Dezember, 1932 endlich feierlich bestätigten Gleichberechtigung zuwider- liefe, braucht nicht betont zu werden. Bei den Pariser Besprechungen Hendersons ist weiter über die in den Ostpakten enthaltene Definition des Angreifers gesprochen worden. Dabei besteht offenbar in französischen politischen Kreisen noch ein weitgehender Unterschied der Auffassung über die Frage, ob die Erweiterung der regio na- len Pakte zu einem gefamteuropäi- sch e n Abkommen dem von der französischen Politik verfolgten Ziel förderlich wäre. Bei der Prüfung dieses Fragenkomplexes müssen sich die französischen Stellen allerdings immer der Tatsache bewußt (ein, daß es der durch die Locarno-Kellogg- pakte bestätigten Friedenspolitik widerspräche, wenn hier ein Instrument geschaffen würde, das erneut eine Aufteilung Europas in mehrere politische Lager herbeiführen würde oder gar bezweckte. Eine Zusammenkunft DaladierS und Mussolinis? London, 24. Juli. (DJIB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" will wissen, daß eine Zusammenkunft zwischen dem französischen Ministerpräsidenten Da- l a d i e r und M u s s o l i n i jetzt e n d g ü l t i g vereinbart sei. Seide Staatsmänner würden f i ch Mitte August an Bordeiner 3 a d> M reffe n , auf ber der französische Ministerpräsident eine Mittelmeerreife unternehmen wird. Admiral von Schröder gestorben. In der Nacht zum Sonntag starb im Alter von 79 Jahren Admiral ä la suite Ludwig oonSchrö- der, im Kriege der kommandierende Admiral des Marinekorps in Flandern. Admiral von Schröder trat 1871 in die Marine ein. Seine Laufbahn als Seeoffizier führte ihn in höchste Stellungen. Bald nach Ausbruch des Weltkrieges, als es galt, die gefährliche Lücke zwischen dem voranmarschierenden Flügel der Armee und den französisch-belgischen Kanalkessel zu schließen, bildete Admiral von Schröder das Marinekorps, das dann fast vier Jahre hindurch in Flandern die Wacht am äußersten rechten Flügel hielt. Der Kampfwille des Admirals, der im Heere der „Löwe von Flandern" genannt wurde, reicht weit über Belgien hinaus bis auf den Kanal vor Dover, wo die Flandern-U-Boote tätig waren und nach London, wo deutsche Flieger ihre Bomben abwarfen. Admiral von Schröder war Vorsitzender des Nationalverbandes deutscher Offiziere. An seinem 70. und 75 Geburtstage und anläßlich seines 60jährigen Militärjubiläums wurden Admiral von Schröder große Ehrungen zuteil. Der Reichskanzler drahtete an den Kapitän z. S. v. Schröder: In tiefster Ergriffenheit erhalte ich soeben die Mitteilung über den Tod Ihres von mir hochverehrten Vaters, unseres unvergeßlichen Flandern-Korpführers im Welt- kriege. Nehmen Sie das herzliche Beileid ent- gegen, nicht nur von mir, sondern von den Millionen meiner nationalsozialistischen Bewegung, die mit mir eins sind in einem dankbaren Erinnern an jenen starken deutschen Führer und besten deutschen Mann. Gez.: Adolf Hitler. / Sechs Todesurteile gegen Kommunisten in Köln. Köln, 22. Juli. (TU.) In dem Mordprozeß gegen 17 Kommunisten, die überführt sind, zwei SA. - Leute ermordet zu haben,, wurden sechs Angeklagte zum Tode verurteilt und zu insgesamt 65 Jahren Zuchthaus, zwei weitere Angeklagte zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. In der Urteilsbegründung sagte Landgevichts- direktor Trümper, die Angeklagten hätten d a S Leben ihrer Mitmenschen nicht geschont, und deshalb könnten auch sie nicht erwarten daß das Gesetz sie schone. Ganz entschieden müsse das Gericht die Unterstellung zurück- weisen, daß die Todesurteile etwa auf die Aende- rung der politischen Verhältnisse zurückgeführt werden können. Von jeher hätten deutsche Gerichte bei Bejahung der Ueberlegung auf Todesstrafe erkannt, das sei pflichtgemäß auch in diesem Prozeß geschehen. Ob die Todesstrafe vollstreckt werde, das zu entscheiden, sei nicht die Aufgabe des Gerichts. Wer darf das Braunhemd tragen? München, 22. Juli. (CNB.) Der Stabsleiter des stellvertretenden Führers gibt, wie die NSK. mitteilt, neue Ausführungsbestimmungen zu den 2lnordnungen über das Tragen des Braunhemdes bekannt. Danach dürfen das Braunhemd nur tragen: Personen, die vor dem 30. Januar 1933 ihreAufnahmeerklärung zurNSDAP. ab gab en, sofern die Aufnahme nicht abgelehnt wurde, Angehörige der SA. und SS. Nach dem 30. Januar 1933 in die NSDAP, ein« getretene Personen, die im Besitz eines Ausweises der Parteileitung sind, durch den ihnen das Tragen des Braunhemdes ausnahmsweise gestattet wird. Diese Ausweise werden nur in außergewöhnlichen Fällen, in denen die Belange der Partei dies notwendig erscheinen lassen, ausgestellt. Alle anderen Personen machen sich strafbar, wenn sie das Braunhemd tragen. Kleine politische Nachrichten. Infolge einer Vereinbarung zwischen dem Bundesführer des Stahlhelms S e l d t e und dem Beauftragten der NSDAP, für den Arbeitsdienst Oberst Hier! werden die Stahlhelm-Arbeits- träger-Verbände in den von den Beauftragten der NSDAP, geführten nationalfozialistischen „Reichsoerband deutscher Arbeitsdienst-Vereine" eingegliedert. Von nun ab ist der nationalsozialistische Reichsverband der einzige amtlich anerkannte Dienstträger für den Freiwilligen Arbeitsdienst im ganzen Reich. In den Vorstand des Reichsoerbandes treten die Stahlhelmkameraden von Stephani, von Morozo- w i c z und A u s f e l d. Zum Treuhänder der handwerk- li chen Fachverbände für das Gebiet des Staates Hessen und des Regierungsbezirks Wiesbaden wurde der Kammersyndikus Dr. Spitz, Wiesbaden, bestellt. Die untergeordneten Dienststellen der Fachorganisationen des Handwerks sind angehalten, auf dem Dienstwege über den Treuhänder der Fachverbände zur Spitze des deutschen Handwerks zu arbeiten. Das deutsche Modeamt teilt mit: «Frau Magda Goebb-els, Ehrenvorsitzende des deutschen Modeamtes und die beiden Vorsitzenden Dr. Oelenheinz, Mannheim, und Prof. S. von Weech. Berlin, bitten davon Kenntnis zu nehmen, daß sie ihre Remter im deutschen Modeamt gemeinschaftlich niedergelegt haben. GK 2 vor ettvg i, B 5f war 8 ^Teil- einem ^yluh am u t r'Wr- n noch Tfiktyn qt :«bi. zu jun. Quf d°- Sla, B««n d>- tot, a Inifer. -■|äs£' r Eiermarkt. 22. Juli. 3m Fraillsurtn ^8rm2ui5lQnbeiern ließ x verlangte für 7150 bis 9,75 | ®»je 8 big 9,50 unb für 8,K Pfennig per Stück 3er Absatz erfuhr gegen, ir eine gewisse Belebung. Mr er aber noch schlecht i billige Eier bevorzugt z am Marli sind. kbeii unh DI! die Svende zur Förderung teit: Finanzamt, ö-mvt' leteWif« ” bi'’‘ . I6 u. « Ml S®*1 ig, fltl» WWW W richten. nM bit t Arbeit > 3riei fitlM 47,05 12,54 58,3 er.K 13- 16,36 168.8 22-01 69,96 6.176 47.05 12,54 3.053 169.57 70.27 62.« 72,12 13.» 0,9” 2,973 58.61 22,17 16.44 81.13 35.1 61,83 0,876 0,236 5,205 12.71 . ---~\ 2b5oi* Nr. l70Lrster Blatt 185. Zahrgang Montag, 24. Zull 1935 Erlcheinl tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert. Gießener Familienblätter Heimat im Blld Die Scholl. Monatr-Bezogsprels: Mit 4 Beilagen RM. 1.9b Ohne Illustriert, . 1.80 Zustellgebühr . T-25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse anterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Dmd und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steinönidcret IL Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: §chu!straße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Rehlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undsür denAn- zeigenteil i.V.TH.KümmeI sämtlich in Gießen. Ieierliche Einführung des Leiters derLandeSstelleHessen-Aaffau für Vollsaufklärungnndpropaganda Frankfurt a. IN., 22. Juli. Am Freitag, dem 28. Juli 1933, um 11 Uhr, findet im Frankfurter Schauspielhaus die feierliche Einführung des Leiters der Landessielle Hessen-Nassau für Volksaufklärung und Propaganda, Gaupropaganda, leiter Muller-Scheid, durch den Reichsstatt- halter in Hessen, Sprenger, und den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau, Prinz Philipp von Hessen, statt. Zu dieser Einführung sind von den obengenannten Regierungsstellen g e - laden: 1. Die Behörden der Provinz Hessen-Nassau und des Landes Hessen (die Regierungspräsidenten mit ihren hauplreserenlen, alle L a n d r ä t e bzw. Kreisdirektoren, die Vertreter beider Konfessionen, die Ober- bürgermeister und vürgermelster der Städte über 10 000 Einwohner, die Polizeibehörden, die Spitzen der U n i v e r s i - täten und übrigen Hochschulen, die Direktoren der höheren Schulen, die Kreis - und Stadtschulräte der Volksschulen). 2. Die Gauleilungen der NSDAP, von Hessen-Nassau und Kurhessen mit ihren hauptab- leilungsleitern, den Stäben der SA., SS. und HI., sowie alle Kreis lei ter und Kreis- propagandaleiter. 3. Die Verleger, Hauptschriftleiter und Korrespondenten aller in der Provinz Hessen-Nassau und im Lande Hessen erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften. 4. Die Besitzer und Direktoren aller Lichtsplel- l h e a t e r. 5. Die Intendanten und Direktoren der staatlichen und städtischen Theater mit ihren Dramaturgen. 6. Der Intendant des Rundfunks und sein Hauptabteilungsleiter. 7. Die Spitzen aller wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen verbände und Vereine, soweit sie über die Gröhe eines Kreises hinaus gehen. Die obengenannten staatlichen und städtischen Behörden, sowie die verbände werden vom Oberpräsi- diuin Kassel und der Regierung in Hessen in den nächsten lagen eingeladen. Vier wettere Kreise Ostpreuhens von Arbeitslosen bestell. Königsberg, 22. Juli. (TL1.) Rm Freitag und Samstag ist es gelungen, vier weitere Kreise Ostpreuhens von Rrbcitslosen zu befreien. Es sind dies die bei Königsberg gelegenen Kreise Braunsberg und W e h l a u , der Kreis Darkehmen, der außerdem noch etwa 200 "Arbeitslose aus der benachbarten Stadt Insterburg unterbringen wird, und der Kreis Mohrungen, der noch im Februar 1850 und rm Mai 1200 Arbeitslose hatte. Er wird bis zum 1. August außerdem noch über 1000 Arbeitslose aus der benachbarten Jndustrie- stadt Elbing beschäftigen. Der Kreis Pill- ! a 11 e n , der bekanntlich als erster die Arbeitslosigkeit überwunden hat, hat inzwischen 110 0 neue Arbeitsstellen für Arbeitslose aus der Stadt Tilsit vorbereitet. Eine Anordnung des Führers oer Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 22. Juli. (WTB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront und Leiter der Politischen Organisation der RSDAP. Dr. Ley hat folgende Anordnung erlassen: Die riesigen Kundgebungen und Aufmärsche der Deutschen Arbeitsfront beweisen, daß sich der deutsche Arbeitsmensch in die Arbeitsfront eingliedern will und an ihrem Aufbau regen Anteil nimmt. Es ist daher allen Dienststellen der Partei und der RSBO. zur Pflicht gemacht, daß sie ihre letzte Kraft zur Werbearbeit für die Deutsche Arbeitsfront einsehen. Die Mitgliedschaft zur RSBO. ist bekanntlich gesperrt, damit die Mitglieder bis zum letzten in der Weltanschauung des Rational» sozialismus geschult werden können, um dermaleinst die Führer der Deutschen Arbeitsfront zu stellen. Hilfeleistung der Reichswehr bei öffentlichem Notstand. Berlin, 23. Juli. (TU.) Im Reichsgesetzblatt wird ein Gesetz verkündet, das das Wehrgesetz ändert. Danach hat im Falle öffentlicher Notstände oder einer Bedrohung der öffentlichen Ordnung die Wehrmacht auf 21 n f erfordern ber Reichs st atthalter, in Preußen des Reichskanzlers und der von diesem bestimmten Behörden Hilfe zu leisten. Das Ersuchen soll nur ergehen, wenn die eigenen Kräfte des Landes nicht ausreichen. Weiter wird der Reichswehrminister ermächtigt, im Bereich der Wehrmacht ange- stellte Zivilpersonen den für Soldaten geltenden gesetzlichen Bestimmungen ganz oder teilweise zu unterstellen, wenn und solange dies die militärischen Notwendigkeiten erfordern. Aus aller Welt. Professor Max von Schillings t. Professor Max von Schillings, der Jnlen- )ant der Berliner Städtischen Oper, ist heule (ZUon- iag) morgen an einer Embolie g e st o r b e n. * Mit Max von Schillings hat Deutschland einen seiner fähigsten Dirigenten und Komponisten verloren. Bereits mit 24 Jahren war Schillings als Repetitor in Bayreuth tätig, nachdem er zuerst Rechtswissenschaft studiert, sich aber dann, seiner inneren Berufung folgend, der Musik zugewandt hatte. 1899, mit 31 Jahren, trat er mit der Oper „P f e i f e r t a n z" an die Oeffenllichkeit. 1908 wurde er als Generalmusikdirektor nach Stuttgart berufen und 1912 durch Verleihung des persönlichen Adels ausgezeichnet, nachdem ihn die Universität Heidelberg schon vorher zum Ehrendoktor gemacht hatte. 1915 erlebte dann sein bekanntestes Weck, die „M o n a Lisa" die U-raufführung. Von 1919 bis 1925 wurde Max von Schillings an Stelle von Richard Strauß an die Staatsoper in Berlin berufen. Das damalige Preußische Kultusministerium hat dann dem Künstler fristlos gekündigt. Erst 1925 erschien Professor von Schillings wieder als Gast am Dirigentenpult der Berliner Staatsoper. Nach dem großen politischen Umschwung wurde ihm die Intendanz der Städtischen Oper übertragen. Schillings war mit der bekannten Sängerin Barbara Kemp verheiratet. Er ist 65 Jahre alt geworden. Museum „Großes Hauptquartier 1917/18“ in Kreuznach. Die Eröffnung des Museums »Großes Hauptquartier 1917/18“ in Bad Kreuz- nach gestaltete sich zu einer vaterländischen Feier. Diele ehemalige Offiziere, u. a. General v. K u h l, Vertreter der Behörden, des Kampfbundes für deutsche Kultur, der SA., SS. und HI., des Stahlhelms, der Kriegervereine und viele ehemalige Frontkämpfer nahmen an der Eröffnung dieser interessanten Schau teil, die einen fesselnden Querschnitt durch die Tätigkeit des Großen Hauptquartiers im Weltkrieg gibt. Man sieht Kartenmaterial, Depeschen, Akten, Briefe, Bilder, Uniformen, Waffen, Modelle, alles Gegenstände von großem historischen Wert. Die Autogrammsammlung des Museums stellt eine Abteilung für sich dar. Ebenso ist das Aktenmaterial der Stadt Kreuznach hochinteressant; es b-ldet für den Geschichtsforscher eine reiche Quelle zum Studium der Geschichte der GHQ. Die Heroen des großen Krieges werden uns in diesem Museum menschlich näher gerückt. Die Idee und die Ausführungsentwürfe zu diesem Museum stam- I men non dem Schriftsteller Ludwig Sinas. Architekt Paul Gans hat den Ausbau übernommen. Major a. D. Praußniher der Kurdirektor von Kreuznach, war der militärische und organisatorisch« Berater. Hindenburg, der Kaiser der Kronprinz, Kronprinz Rupprecht von Bayern, L u d e n d o r f f und fast alle Heerführer haben Gaben zu dem Museum gestiftet. wellflieger post unterbietet feinen Rekord. Der amerikanische Weltflieger Post, der um 8.07 Uhr Ostnormalzeit in Edmonton (Kanada) gelandet und um 9.41 Uhr ONZ. zum Weiterflug gestartet war, ist um 24 Uhr Ortszeit, also Sonntag morgen 5 Uhr MEZ. in dem Flughafen Bennett- field bei Neuyork glatt gelandet. Er hat damit seinen Weltflug beendet und seinen eigenen Rekord der Umfliegung des Erdbal- l e s unterboten. Post machte einen äußerst erschöpften Eindruck und war vom Propellergeräusch völlig taub. Er mußte aus dem Führersitz gehoben werden. Seine ersten Worte waren: „Well, ich hab's geschafft." In ein bereitgestelltes Mikrophon des Rundfunks, an dem seine Eltern und seine Gattin in Oklahoma lauschten, konnte er nur die Worte flüstern: „Bin mächtig müde". Nach der Anlegung eines neuen Verbandes auf sein blindes Auge wurde er in einem Polizeiauto ins Hotel gebracht, wo er sofort in einen todesähnlichen Schlaf verfiel. Posts offizielle Zeit ist 7 Tage 18 Stunden 49 Minuten. Er hat damit seinen eigenen Weltrekord der Umfliegung des Erdballes um 20 Stunden und 2 Minuten verbessert. Die Stadt Neuyork veranstaltet zu seinen Ehren am Montag einen offiziellen Empfang. Es ist möglich, daß dieser mit dem Abflug B a l - b o s zusammenfällt. Junge Schwedin schwimmt über den Sund. In den letzten Tagen wurde die Polizei in Helsingör (Dänemark) alarmiert, weil eine junge Schwedin vom Dadehaus in den Sund hinaus- geschwommen und nicht zurückgekehrt war. Mit dem Motorboot der Polizei wurde zwei Stunden lang vergeblich nach der Verschwundenen gesucht. Die junge Schwedin, Fräulein Linders, Tochter eines Redakteurs, kehrte jedoch nach mehreren Stunden wohlbehalten mit der Fähre von Helsingsborg (Schweden) nach Helsingör in sehr primitiver Kleidung zurück, die sie sich in Helsingborg geliehen hatte. Dorthin war sie in drei Stunden ohne nachfolgendes Boot und sonstige Vorbereitungen über den Sund geschwommen. Das Nachspiel dieses Abenteuers: die Helsingörer Polizei überreichte der jungen Dame eine Rechnung für die ■ Suche nach der angeblich Ertrunkenen. Aus -er provinzialhaupistadt. Unfer Stadtbild. Von Regierungs-Baurai H. Steinbach. Wer mit der Geschichte unserer Stadt vertraut ist, wird bei jedem Rundgang durch die Innenstadt — nur von dieser spreche ich — mit großem Bedauern seststellen müssen, daß am alten Stadtbild im Vergleich zu anderen Städten eigentlich stark gesündigt worden ist. Ist Gießen an sich nicht reich an städtebaulichen Erinnerungen an seine bewe jte Vergangenheit, so müssen wir außerdem leider feststellen, daß sehr Vieles durch Unverstand, aus sehr nüchternen praktischen Gründen und nicht zuletzt aus Manael an Pietät unwiederbringlich zerstört worden ist. Man denkt unwillkürlich und mit einem gewissen Neid an die schönen Straßen- und Platzbilder von Alsfeld, Lauterbach, Butzbach, Büdingen, Schlitz, um nur einige Punkte aus der engeren Heimat zu nennen, wobei der Vergleich mit unserer Stadt ganz gewiß nicht zu ihrem Vorteil ausfällt. Gießen hat einen ausgesprochenen Mangel an geschichtlich echten, uebevoll gepflegten Stadtbildern, denn selbst der „Brand" mit seinem alten und neuen Schloß und der Zeughauskaserne läßt durch „Schöpfungen" aus neueren Zeiten keine rechte Freude aufkommen. Vieles, ja das meiste ist unwiederbringlich zerstört, und mit Wehmut betrachten wir die alten Bilder von Merian und Dilich — Gräben, Türme, Schanzen und Walle sind verschwunden, sie mußten, teilweise notgedrungen, teilweise völlig überflüssigerweise, „modernen" Bauten weichen. Damit aber ist der eigentliche Charakter des alten Stadtkerns, das schöne Festungsbild mit seinem unvergleichlichen Burgenhintergrund, um den uns manche Stadt beneidet, unwiederbringlich verlorengegangen; das alles ist leider nicht mehr zu neuem Leben zu erwecken. 0 . Aber eins kann die heutigen Zeit, die sich glücklicherweise wieder auf das Bodenständige besinnt und wieder ein erfreuliches Verständnis zeigt für das bewunderungswürdige Feingefühl unserer alten handwerklichen Baumeister für die städtebauliche Wirkung von Haus, Straße und Platz, auch heute noch nachholen, immer noch erhalten oder zu neuem Leben erwecken: ich meine die starke Wirkung des schonen Fachwerkhauses im Straße n b i l d. Welchen Anteil das bunte Fachwerk- haus am erfreulichen Eindruck einer alten Stadt nrr t o!1 bd5 Ie^ren uns beispielsweise Alsfeld und Butzbach, das lehrt uns jedes noch o f'stfache Dorf im Vogelsberg. Jedes Fachwerkhaus sei es auch noch so klein, paßt hier in die Landschaft' in die Umgebung wie hmeingezogen; es besteht aus Baustoffen des Heimatbodens, es entspricht den Anforderungen des Klimas, cs hat lange Lebensdauer und: es ist unbestreitbar schön dieses farbige oder Uwarze Holzwerk, die weißen Felder mit ihren Gockeln und Blumensträußen, die kein Hofmaler sondern der heimatliche Handwerker geschaffen hat das rote, heimeliche Dach, die grünen Läden und die braune Haustür. Steht auch das Fachwerkhaus der zusammenae- drangten Festungsstadt nicht inmitten eines Blumengartens wie das Bauernhaus, sondern in der geschlossenen Straßenfront, kann es auch nicht durch Baume umrahmt erst das Landschaftsbild vollenden so kann es doch, liebevoll gepflegt und vor modernen „Verzierungen" bewahrt, eines der kräftigsten Elemente des Städtebildes sein. Ich spreche hier natürlich nicht von neueren Bauwerken, sondern ausschließlich von den alten Fachwerkhäusern, deren wir zweifellos in der eigentlichen Innenstadt noch eine ganze Anzahl besitzen, die aber eine uns völlig unverständliche Geschmacksverirrung mit dem (dreimal verwünschten) „Spritzbewurf" verkleistert und verschmiert, im Lebensalter des Holzes verkürzt und so verschandelt hat, daß wir heute ihre natürliche Schönheit nicht einmal mehr ahnen können. Retten wir, was noch zu retten ist! Herunter mit dem scheußlichen Spritzbewurf und heraus ansLichtmit derSchönheitdesFach- w e r k s I Zeigt uns Eure schönen Spruchbänder, die euer Alter verkünden, zeigt uns den geschnitzten »Wilden Mann" am Eck und tragt bei zum farbenfrohen Bild, das uns die wechselvolle Ge- 'schichte unserer Stadt, soweit dies überhaupt noch möglich ist, täglich in Erinnerung bringt. Wie- viele Gäßchen würden plötzlich ein anderes Gesicht erhalten, uns ihr altes, vom Baumeister gewolltes Bild zeigen, das uns zu unserem Staunen ganz verwandelt Vorkommen würde. Wohl sind einige Versuche, die dankbar begrüßt werden, gemacht worden, aber sie sind zu schüchtern, um das Gesamtbild maßgeblich zu beeinflussen. Die erheblichen Schwierigkeiten sind nicht zu verkennen. Einmal ist es der bauliche Zustand des Fachwerks, mit verursacht durch den luftabschließenden und Feuchtigkeit festhaltenden Verputz, wobei man die morschen und zerstörten Stellen erst sieht, wenn man ,,drankommt": andererseits sind es die erheblichen Kosten, die durch Beseitigung der häßlichen Außenhaut, Ausbesserung und Erneuerung des Holzes, vielleicht ganzer Gefache Anstrich, Bemalung, Beschriftung, Ersah schadhafter Rinnen und Rohre, sogar von Fensterkreuzen, Rahmschenkeln usw., die nicht recht zum wiedererweckten Bild passen wollen, entstehen und die der mit Steuern und Lasten vollgepackte Eigentümer nicht allein tragen kann. Ich möchte aber meinen, gerade heute bei dem heißen Bemühen, Arbeit und Verdienst zu schaffen, müßte sich beim Zusammenwirken von Staat, Stadt, Denkmalpflege (wo zuständig) und Hausbesitzer oder sonstiger Stellen unter sachverständiger Führung ein gangbarer Weg finden, diese Ähähe zu heben, unserer Stadt das fast Einzige aus ihrer Vergangenheit, was wir noch besitzen, für uns und öie Rachwelt zu retten: das schöne, alte Fachwerkhaus. Ans Werk! Fahnenweihe der SA-Stürme 14/116 und 19/116. Der Pioniersturm 14/116 und der Sturm 19/116 (Garbenteich) traten am Samstag gegen 18 ilfjr auf dem Trieb zur Weihe ihrer Fahnen an. Standartenführer Luther hielt zunächst eine kurze Ansprache. Man sei, so führte er u. a. aus, zur Weihe zweier Fahnen zusammengekom- men. Die Fahnen seien die Zeichen der Mannhaftigkeit. Wo die Fahne sei, da sei die Ehre. Der Verlust der Fahne bedeute den Verlust der Ehre. Immer habe es um die Fahnen große Kämpfe gegeben. Vor dem Kriege habe jedes Regiment seine Fahne gehabt. Das Symbol sei auch im neuen Reiche aufgegriffen worden, es gebe aber nur eine einzige Fahne, denn wir seien alle eins. Dem Führer schwöre man erneut die Treue bis zum Tode. Dem Führer galt auch das dreifache „Sieg-Heill", das der Standartenführer ausbrachte. Sodann übergab er die entrollten Fahnen den Sturmführem, die sie den Fahnenträgern zu treuen Händen gaben. 3m Anschluß an die Uebergabe der Fahnen hielt der Studentenpfarrer Sucker die eigentliche Weiherede. Wenn über uns die Fahnen wehen, dann müsse man eingedenk sein der Verpflichtung, die man mit dem Schwur zur Fahne übernommen habe. Wer zur Fahne schwöre, müsse sich des Wortes jenes Dichters erinnern, der [agte »Wer sich der preußischen Fahne ver- schwort, hat nichts mehr, was ihm zu eigen gehört!" Das Wort könne abgewandelt und auf tue Gegenwart bezogen werden. Wer einer Fahne folge müffe wissen, daß es nur den Sieg oder oen Tod geben könne. Immer sei die Fahne im Kampfe vorangetragen worden, und von der eigenen 3ugenb her wisse man, daß immer der Saynentrager am meisten bewundert worden sei weck er immer der erste im Kampf und oft genug der erste gewesen sei, den die feindliche Kugel getroffen habe. In seinen weiteren Worten schilderte der Redner in zwei Bildern besonderen Heldenmut um die Fahne und stellte sie als leuchtende Beispiele den Mannschaften vor Augen. Gott höre den Schwur, der hier erneut geleistet werde. Hierauf nahm Standartmrführer Luther den Vorbeimarsch der beiden Stürme ab, die dann mit Gesang und entfalteten Fahnen nach der Stadt marschierten. Bericht der Staatspolizeistelle. Die Kommunisten Josef Buß, geboren am 11. Oktober 1896 in Niederzeuzheim, Kreis Limburg, wohnhaft in Gießen, und Wilhelm Wißner, geboren am 13. Januar 1905 zu Staufenberg, wohnhaft in Gießen, haben sich in einer Wirtschaft in der Steinstraße Beleidigungen gegenüber der nationalen Regierung und der nationalen Verbände zuschulden kommen lassen. Buß und Wißner wurden festgenom- men und nach Feststellung des Tatbestandes dem Gericht vorgeführt. Es wird bei derartigen Vorfällen von den Beschuldigten immer wieder der Genuß des Alkohols als Entschuldigungsgrund vorgebracht. Diese Gründe können nicht als stichhaltig angesehen werden. Die Täter werden jedenfalls nach der Strenge des Gesetzes zur Rechenschaft gezogen. Ein Mann aus Frankfurt a. M., der sich als Be° •auftragter der NSBO. usw. ausgaL auch Ermittlungen anstellte, wurde durch die Gendarmerie in Alsfeld festgenommen und nach richterlicher Vernehmung nach Gießen transportiert und hier im Polizeigefängnis in Schutzhaft genommen. Vornotizen. — Tageskalender für Montag. Kirchenvorstand der Luthergemeinde: 20 Uhr Friedhofskapelle, Vortrag über „Mission und Rasse". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Fräulein — falsch verbunden". — Vortragsabend der Gießener Studentenschaft. Heute, Montag, 20.30 Uhr, findet in der Reuen Aula der Aniversität ein Vortragsabend der Gießener Studentenschaft statt. Prof. Dr. R o t h a ck e r, Bonn, spricht über das Thema »Politische Hochschule und deutsche Hochschule". ** In den hessischen Staatsdienst berufen. Polizeioberinspektor Löwer beim Frankfurter Polizeipräsidium ist als Verwaltungsdirektor zum Leiter des Personalamts des hessischen Ministeriums in Darmstadt in den hessischen Staatsdienst berufen wovden. Bei einer Abschiedsfeier am Donnerstag wies der Frankfurter Polizeipräsident von West rem darauf hin, daß Löwer es gewesen sei, der als erster den Kampf gegen die früheren marxistischen Machthaber im Frankfurter Polizeipräsidium ausgenommen habe. Als echter Rationalsozialist sei Löwer furchtlos und treu seinen Weg gegangen und alle Drangsalierungen jener Machthaber seien nicht imstande gewesen, seinen Kampfesmut zu schwächen. Die Berufung $um Leiter eines der wichtigsten Aemter im hessischen Staatsdienst sei Zeugnis dafür, daß fein Kampf Anerkennung gefunden habe. ** Eine Achtzigjährige. Am gestrigen Sonntag konnte Frau Katharina Altemann, Ebelstraße 30, in geistiger und körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag begehen. ** Glockengeläut beschließt das Wo- chen Programm des Südwest funk s. Von jetzt ab wird der Südweftfunk sein Wochenprogramm Samstags um Mitternacht mit Glockengeläut aus heimatlichen Kirchen beschließen und damit den Sonntag einläuten. ** Schlägerei in der Wilhelm st raße. Der heutige Polizeibericht meldet: In der Rächt zum Sonntag gegen 3 Ahr kam es in der oberen Wilhelmstrahe zwischen Zivilpersonen zu einer Schlägerei. Die Beteiligten waren dabei so layt, daß die Bewohner im weiten Amkreis in ihrer Rachtruhe gestört wurden. Zwei Polizeibeamte, die ebenfalls das Schreien von weitem hörten, begaben sich sofort an die Tatstelle. Bei ihrem Einschreiten wurden sie von den Beteiligten, unter denen sich ein Postbeamter und ein Student befanden, tätlich, angegriffen und verletzt; die betreffenden Personen werden sich wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte zu verantworten haben, außerdem werden sie wegen Ruhestörung zur Anzeige gebracht. Sie neuen evangelischen Semeindeverikeinngen. Für die sechs Einzelgemeinden der Evangelischen Gemeinde Gießen ist zur Wahl der Gemeindevertretungen nur je eine Vorschlagsliste eingereicht woroen, die mithin ohne Wahlhandlung am gestrigen Sonntag als g e w ä h l t gilt. Nach diesen Listen setzen sich die Gemeindevertretungen der Evangelischen Gemeinde von Gießen aus folgenden Personen zusammen: ZNatlhäusgemeinde. Reuenhagen, Landgerichtspräsident. Koch. W., Oberkriegsgerichtsrat a. D. Wehrheim, August, Berufsschullehrer. Schüllermann, Verwaltungs-Oberinspektor. Wolkewitz, Dr., Studienrat. Iöckel, Beamter beim Dersorgungsamt Gießen. Georgi, Anna, Frau. Dindewald, Adalbert, Kaufmann. Henh, Dr., Schulrat. Kimmel, Adolf, Finanzbeamter. Hohmann, Wilhelm. Steckenmesser, Wilh., Detriebsinspektor. Adam, Friedrich, Lehrer. Croon, Färbereibesitzer. Bischoff, Karl, Iustizsekretär. Schühler, Erwin, Kaufmann. Dlumschein, Ernst, Redakteur. Hillebrecht, Carl. Maisch, Reichsbahn-Obersekretär. Iung, Fritz, Kaufmann. Kling, Georg, Rektor. Rehnelt, Friedrich, Aniversitäts-Garteninspektor. Beil, Karl, Schreinermeister. Mohr, Georg, Bauinspektor. Sahm, Heinr., Frau. Decker, Heinrich Wwe. Zinn, A., Zugführer. Klaus, W., Iustizinspektor. Helfenbein, Marie, Fräulein. Zecher, Kaufmann. Christ, Iustus, Buchdruckereibesiher. Preußer, Hch., Reichsbahnwagenmeister, Ehefrau. Sier, Karl jr., Fuhrunternehmer, Ehefrau. Saum, Georg, Polizeihauptwachtmeister, Ehefrau. Iackel, Karl, Reisender, Ehefrau. Euler, Wilhelm, Weißbindermeister, Ehefrau. Deggau, M., Pfarrerswitwe. Schneider, Lokomotivführer. Berg, Wwe. Wittmann, Arthur, Gärtner. Blum, Schreinermeister. Schomber, Dachdeckermeister. Heid, Karl, Landgerichtsrat. Bauer, Franz jr., Violinlehrer. Fink, Heinrich, Reisender. Krüger, Karl, Rechtsanwalt. Curths, Fritz, Hausmeister. Hainbach, Paul. Dörsch, Karl, Iustizinspektor. Ehrhard, Georg, Bäckermeister. Dehnhard, Karl, Kaufmann. Flimm, Fritz, Ehefrau. Eifert, Lorenz, Versorgungsbeamter. Rau, Georg, Bankbeamter. Zissel, Bäckermeister. Ewald, Hugo, Kanzlist. Schomber. Willi jr., Bäckermeister. Malkemus, Karl, Verwaltungs-Ober' Lerch, Karl, Steuerassistent. Iakob, Schuhmachermeister. Wolf, Otto, Dr. med. Link, Karl, Bürodirektor. Klein, Martha, Wwe. Engelbach, Ehefrau. Schürmann, G., Reichsbahn-Oberinspektor. Schäfer, Michael, Kreiskasse-Direktor. Heinrich, Postsekretär. Becker, Daniel, Telegraphen-Sekretär. Krantz, Iakob, Hausmeister. Simon, Heinrich, Lehrer. TUartusgemeinbe. Dichter, Rud. fen., Hutmachermeister. Horst, Emil, Kaufmann. Happel, Luise. Weller, Karl, Oberbauassistent. Fischer, Heinrich, Buchdruckermeister. Schneider, Alfred, Staatsanwalt. Rohde, Ludwig, Zollsekretär. Steinhäuser, Heinrich, Buchbindermeister. Thomas, Hermann, Geschäftsleiter. Schlosser, Gustav, Landwirtschaftstechniker. Waaner, Anton, Eisenbahnsekretär i. R. Horst, Karl, Kaufmann Schott, Karl, Lademeister. Kreuder, Else. Bratfisch, Ludwig, Kaufmann. Schön, Karl, Feldschütz. Bellof, Georg, Lackiermeister. Richtberg, Heinrich, Postassistent. Euler, Marie. Müller, Wilhelm, Bankbevollmächtigter. Schaub, Heinrich, Kutscher. Rosenbaum, Ludwig, Dekorateur. Zschunke, Max, Steuerassistent, Schwender, Karl, Steuerpraktikant. Pfeifer, Gustav, Schneidermeister. Langlotz, Paula, Telegraphenwerkmeister. Pirr, Carl, Metzgermeister. Koch, Georg, Professor Dr. Ganß, Georg, Elektroingenieur. Becker, Konrad, Postschaffner. Horn, Willy jr., Kaufmann. Ringel, Freddy, Kaufmann. Sühn, Emilie, Ehefrau. Schmoll, Emil, Malermeister. Kreiling, Elise. Sonntag, Hans, Schuhmachermeister. Vogel, Willy, Angestellter. Brück, Elisabeth, Ehefrau. Becker, Wilhelm, Lederfabrikant. Hartmann, Ernst, Schneidermeister. Grieb, Martin, Kaufmann. Borrmann, Edgar, Kaufmann.— Hanke, Emil, Handelsvertreter. Mootz, Georg, Prokurist. Keil, Theodore, Ehefrau. Horn, Karl fen., Kaufmann. Zörb, Georg, Kaufmann. Benner, Wilhelm, Kaufmann. Klinkel, Ludwig, Kaufmann. Katz, Karl, Bäckermeister. Lorenz, Elise, Ehefrau. Aulmann, Julius, Metzgermeister. Fischer, Martin, Schulrat. Erb, Marie, Ehefrau. Pempser, Karl, Rangierausseher. Wallbott, Heinrich, Bahnverwalter. Pfaff, Georg, Postassistent. Naumann, Wilhelm, Polizeihauptwachtmeister. Noll, Heinrich, Kaufmann. Stolte, Ida, Ehefrau. Lukasgememde. Roll, Karl, Iuwelier. Dörr, Christian, Reichsbahnamtmann. Schüz, Dr., Oberforstmeister. Bock, Oskar, Oberpostsekretär L R. Erle, Heinrich, Kaufmann. Wehcum, Ludwig, Architekt. Bartholomäus, Hch-, Gewerkschaftskommissar. Lembke, Ludwig, Kaufmann. Drücket, Wilhelm, Amtsgerichtsrat. Guthardt, Heinrich, Kaufmann. Dender, Hch., Reichsbahnsekretär i. R. Gros. Franz, Amtsgerichtsrat. Wenzel, Konrad, Zollassistent i. R. Dlum, Philipp, Dienstmann. Steinbach, Iohannes, Mechanikermeister. Haber, Wilhelm, Oberreallehrer. Fischer, Wilhelm, Hotelbesitzer. Michel, Wilhelm, Lehrer i. R. Schwinn, Wilhelm, Polizeiinspektor. Gorr, Karl, Zugführer i. R. Lotz, Adam, Postassistent. Giesecke, Georg, Sattler. Dest, Louis, Weißbindermeister. Puppe, Gustav, Drehermeister. Vietor, Wilhelm, Reichsbahnbauinspektor. Soldan, Franz, Gastwirt. Lindenstruth. Otto, Lehrer. Hahn, Rudolf, Kaufmann. Spies, Heinrich, Wagnermeister. Schemel, Peter, Reichsbahninspektor. Röhrich, Ludwig, Verwaltungsinspektor. Walter, Konrad, Lokomotivführer L R. Deibel, Otto, Steuersekretär. Roll, Hermann, Kaufmann. Heilmann, Martin, Zimmermeister. Diedenkopf. Karl, Postassistent i. R. Reuß, Luise, Fraa. Heck, Eugenie, Frau. Hahn, Luise, Frau. Zöppritz, Sophie, Frau. Albach, Christian, Lehrer. Deichert, Adolf, Bäckermeister. Petsch, Dr. med., Zahnarzt. Kurz, Adolf, Oberingenieur. 3 L SÄ'*"-«3?" nV? Äeinec f n'f.ehe;?Qnt- ?. sei, b»t rieten m ttftJ >ZMr -ZG -m ’JJ?« kige, ^rina 2l?l.ysen " "*4?^ AL- -Ws wÄIy^ßc. : Aacht ^H^o5cren \to^ 4Ä ,,ner ^Dr :«a£fc 1 den StieilinS ÄW tot d-egm tätlichen zu verantworten ,e toe^ Ruhestörung «UIWL NN. er. istent. ollmächtigter. ■afeur. tent, attitanL meister, henwerlmcher. r. iteur. icr. meister. Lut. »rmeister. nn— ter. n. mn. in. meister. Wer. ermaüer. eihauptwachtmeister. meinde. ihnamtmann. ter. . etär lä »erkschastskommistar. in. erichtsrat. mann, (etretar t.D. >tsrat. stent t. Samt«®* illehrer. Glitzer. : L& »eiinspektor. i.A. t rmeister. t >rer. SS*» altunÄtL& lotivsuhrer retär. Assistent t- neistek- SJ.Jpod Auftakt des Deutschen Turnfestes Der Festplatz und die Tribünen prangen im Flaggenschmuck. Lustwerbung in Buhbach. g der Ortsgruppe Fried- Deutschen Luftsport-Ver- Den Höhepunkt der Vorfesttage bildete die Weihe der neuen „Adols-Hitler-Kampfbahn" auf dem Cann- statter Wasen. Diese Kampfbahn präsentierte sich dem Besucher im gleichen festlichen Gewände wie die ganze Feststadt. Die 40 000 Zuschauer fassende Kampsstätte machte einen herrlichen Eindruck. Kurz nach 15 Uhr marschierten die Stuttgarter Turnerinnen und Turner, sowie Formationen der SA., SS. und der übrigen Verbände in die Kampfbahn ein. In einer kurzen Ansprache schilderte Ober- bürgermeister S 1 r ö I i n die Entstehungsgeschichte der Kampfbahn Dr. Obermeyer dankte namens der Turner für die herrliche Anlage. Die Hauptrede hielt Reichsstatthalter Murr Die Stuttgarter „Adois-Hitler-Kgmpfbahn" ist eine der schönsten ihrer Art in ganz Deutschland und kann sich würdig allen anderen Städten zur Seite stellen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleltung ) h. Schm, in G. Leider sind die gewünschten Namen nicht zu ermitteln. Wettervoraussage. Das neue Hoch im Westen hat sich weiter ostwärts über Deutschland ausgebreitet. Dabei gelangt aber nach Norddeutschland und dem Küstengebiet durch die im Norden noch bestehende Störungstätigkeit feuchte Luft, welche dort Bewölkung aufkommen läßt. 3n Süddeutschland hingegen beeinflußt mehr der hohe Druck die Wetterlage, so daß es zu stärkerer Auf- heiterung kommt. Es wird bei uns zunächst der hohe Druck weiter standhalten, so daß das sommerliche Wetter erhalten bleibt. Jedoch ist mit dem weiteren Vordringen feuchter Luft auch in unserem Bezirk rni Laufe der Woche mit der Bildung erneuter Gewitterstörungen zu rechnen. Aussichten für Dienstag: Nur leicht bei wölkt, sonst meist Heller, sehr warm, trocken. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer des sommerlichen Wetters, schon aufkommende lokale Gewitterneigungen. Gemeinsame Listen fast überall in Oberheffen. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, war in der weitaus großen Mehrzahl aller Orte der Provinz Oberheffen für die Neubildung der kirchlichen Körperschaften nut je eine gemeinsame Dorfchlagsliste eingereicht worden, die infolgedessen ohne Wahlhandlung als gewählt galt. Nur in einigen wenigen Ortschaften wird, falls dort in letzter Stunde nicht auch noch eine Einigung zustande gekommen ist, infolge zweier Listen eine Wahlhandlung erforderlich geworden sein. Näheres hierüber ist bis zur Stunde noch nicht bekannt. 00 Klein-Linden, 24. Juli. Da nur e i n Wahloorschlag zur Wahl der evangelischen Kirchengemeindevertreter eingereicht worden war, erübrigte sich die Wahlhandlung Die Liste, beginnend mit dem Namen Friedrich Loh, gilt somit als gewählt. Sie enthält die Namen von 30 Vertretern und zehn Ersatzleuten. < > Steinbach, 23. 3uli. In unserer Gemeinde wurde nur e i n Wahloorschlag zur Kirchengemeindevertretung eingereicht. Es brauchte daher leine Wahl vorgenommen zu werden. Gewählt sind 2 4 Kirchengemeindevertreter. <> Albach, 23. 3uli. Fristgemäß wurde zur Wahl der Kirchengemeindevertretung nur ein Wahlvorschlag eingereicht. Infolgedessen fand eine Wahl nicht statt. Die 12 Kirchengemeindevertreter gelten ohne Wahlhandlung als gewählt. Keine Kirchenwahl in Darmstadt. WSN. Darmstadt, 23. 3uli. 3n allen evangelischen Gemeinden von Darmstadt und B e f f u n g e n war nur eine Dorschlagsliste zur Neuwahl der Kirchengemeinde- nertictung eingegangen. Gemäß den gesetzlichen Cßcftimmungen gelten die Dorgeschlagenen als Kirchengemeindevertreter oder als deren Ersatzleute gewählt. 3nfolgeöcffen unterblieb jede Wahlhandlung. Flugzeugs nahm nach einer Ansprache Buch- druckereibesitzer K. Schneider vor, der das Flug- zeug auf den Namen: „Professor Dr. Wer- ner“ taufte. Hieraufergriff der Herr M i n i st erst räsi den t das Wort zu einer längeren An- sprach Er dankte zunächst für die Einladung, der er, wie die Butzbacher ja wüßten, gerne gefolgt sei, nahm bann Bezug auf die Geschichte der Fliegerei und wünschte dem Fliegerhorst Butzbach guten Erfolg. Seine Rede endete mit einem dreifachen Sieg- Heil! auf den Reichspräsidenten, den Reichskanzler und das deutsche Vaterland. Der Abend wurde verschönt durch musikalische, gesangliche und turnerische Darbietungen, sowie Tänze des B. d. M. Weiter wurden vaterländische Dichtungen vorgetragen. Den Abschluß bildete eine Gruppendarstellung, betitelt HaaS, 3akob, Prokurist. Maternus, 3atob, Kaufmann. Lenz, Friedrich, Schreinermeister. Franz, Otto, Schlaffer. Orth, Elife, Ehefrau. Pfeffer, Hermann, Werkmeister L R. Siefert, Karl, Markscheider L R. Seibel, Karl, Kaufmann. Schmidt, Ludwig, Reichsbahninspektor. Weimer. Heinrich, Bauunternehmer. Wifsebach, Anna, Oberschwester. Olt, Adam, Professor. v. d. Heydt, Emil, Reichsbahnamtmann. Weiß, Marie, Ehefrau. Reitz, Ludwig. Postassistent. Weimar, Heinrich, Konditor. Niederhausen, Emil, Kaufmann. Kalbfleisch, Heinrich, 3nstitutsgehilfe. Schönewvls, Anna, Etudienratswitwe. Loth, Hartmann, Kaufmann. Fleischhauer, Wilhelm, RB.-Obersekretär. Meyer, Heinrich, Oberpostsekretär. Steuernagel. Karl, Dermessungsoberinspektor. Schultze, Walter, Professor. Löhr. August Dr., Chemiker. Stremmel, Ferdinand, RD.-Materialmeister. Lippert. Katharine, Oberschwester. Büxler, Georg, Beamter an der Landwirtschafts- fammen Frick, Paul, Privatdozent. Wolf, Heinrich. Steuxrsekretär. Albrecht. Georg. Obermafchinenmeister. Mandler, Konrad. RB.-Zugführer. Pfeil. Karl, Derwaltungsobersekretär. Käppele, Therefe, Ehefrau. Trinkaus. Hermann. Postsekretär. Hainbach, Iohanette, Witwe. Schaumburg, Karl, Lokomotivführer. Schnabel, Heinrich, Oberwerkmeister. Momberger, Heinrich, 3nstitutsgchilfe. Bogel, Hermann, Schuhmachermeister. Fahrenbach, Wilhelm, Kaufmann. Schäfer, Hans, Oberpostinfpektor. Metz, Konrad, Lokomotivführer. Preiß, Hans, Landwirt. Otto, Georg, Bankbeamter. Decker. Wilhelm. Lokomottvführer. Hehler, Marie, Fräulein. Schwan, Bertha, Frau. Stiehl, Auguste, Fräulein. Schwan, August. Rentner. Platz, Emmi, Fräulein. Wagner, Gustav. Oberreallehrer i. R. Moos, Karl, Buchhalter. Hahn, Heinrich, Kaufmann. Wilke. Wilhelm. Kaufmann. 'Haas, Minna, Frau. Haas, Wilhelm, Kaufmann. Locher, Max, Landgerichtsrat. Göbel, Kaspar. Zugführer i. R. Wämser, Willy Dr.. Rechtsanwalt. Sauer. 3oseph, Lokomotivführer. HaaS. 3ustus. Werkmeister i. R. Fiedler, Katharina, Frau. Größer, Heinrich, Maschinist. Wagner, Andreas, Schneidermeister. Schmelz, Heinrich, Stellwerksmeister. Schmalz, Lorenz, Berwaltungssekretär. Nichtberg, Konrad, Zuchtverwalter. Heß. Johannes, Gärtner. Hammel, Fritz, Oberingenieur. Hoffmann, Anna, Frau. 3mmel, Dina. Frau. Johannesgemeinde. Weimar. Otto Dr., Oberstudienrat. Sier, Ludwig, Verwaltungsobersekretär. Müller, Ernst Amandus, Pfarrer. Schmäht, Karl, Landgerichtsdirektor. Becker Georg, Bauunternehmer. Wolf, Heinrich, Pfarrer i. R. Velke, Wilhelm Dr., Professor. Luh, Georg, Glasermeister. Engel, Friedrich Dr., Universitätsprofessor. Habicht, August, Lehrer i. R. Werner, Willy, Handlungsgehilfe. Görlach, Friedrich, Lehrer t. R. Noll, Hans, Kaufmann. Schmidt, Karl, Schloffermeister. Walger, Ernst Dr., Medizinalrat. Schmoll, Fritz Dr., Studienrat. Kindt, Agnes, Wwe. Franz, Johanna, Wwe. Sommer, Karl, Bäckermeister. SUeberger, Albertine, Ehefrau. Wenzel, Fritz, Dreher. Schenck zu Schweinsberg, Karl, Regierungsrat. Wolf, August, Obersekretär. Heuser, Emil Dr., Professor. Büttner, Dorothea, Oberschwester. Georg, Christian, Prokurist. Becker, Konrad, Oberzahlmeister i. R. von Gall, Freiherr, D. Dr., Professor. Lüll, Ludwig, Bankbeamter. Möser, Ludwig Dr., Chemiker. Hotz, Frida, Pfarrerswitwe. Huhn, Elise, Stickerin. Schäfer, Georg, Zugführer. Schonebohm, Maria, Pfarrerswitwe. Lerch, Heinrich, Verwalter i. R. Sieber, Karl, Schuhmachermeister. Löttgen, Christiane, Wwe. Hempel, Mathilde, Prioatin. Philippi, Heinrich, Oberbauinspektor. Heyman, Heinrich, Studienrat. Stammler, Ida, Gesanglehrerin. Zacheis, Philipp, Sparkassendirektor. Pfeiffer, Heinrich, Lackierer. Nicolaus, Karl, Oberforstmeister. Götz, Georg, Sattler. Hainer, Wilhelm, Schreinermeister. Trümpert, Adolf, Landgerichtsrat. Richter, Friedrich. Winther, Ludwig, Schuhmachermeister. Landmann, Bertha, Privatin. Nicolaus, Heinrich, Oberbauinspektor. Hickel, Theodor, Ingenieur. Zeiger, Heinrich, Obervermessungssekretär. Bornemann, Richard. Männchen, Philipp, Dberftubienrat. Klewitz, Frida, Ehefrau. Schmidt, Elisabeth, Pfarrerswitwe. Spaar, Philipp, Eisenbahnbediensteter. Grünewald, Dipl.-Landwirt. Kopp, Wilhelm, Kaufmann. Lulhergemeinde. Schiffnie, Eduard, Rechnungsrat l. R. Hepding, Hugo Dr Prof., Oberbibliothekar. Espenschied, Ludwig, Obertelegraphensekretär. Schäfer, Hermann, Polizeibeamter l. R Brehm, Philipp, Buchhaller. Weber, Ludwig, Former. Pfeil, Georg, Verwaltungsfekretär. Geisel, Karl, Förster. Roth, Hermann, Lehrer i. R. Schad, Johannes, Oberpostsekretär. Fritzsch, Georg, Verwaltungsobersekretär. Hummel, Karl Dr., Univ.-Professor. Leuning, Friedrich, Uhrmacher. Schneider, Otto, Berufsschullehrer. Schneider, Karl, Amtsobergehilfe. Detzberger, Walter Dr.» Arzt. Dietz, Emil, Kaufmann. Vogt, Wilhelm Dr., Studienasiesior. ßemmer, Peter, Krankenpfleger. Klinkei, Friedrich, Weichenwärter. Wolff, Klara, Lehrerin. Giese, Ella, Hauptmannswitwe Föhr, Auguste, Witwe. Stein, Ludwig, Arbeiter. Küchel, Heinz, Bildhauer. Becker, Georg, Bureaugehilfe. AUendörfer, Karl, Iustizinspektor. Balser, Heinrich, Prokurist. Geist, Hans, Kanzlist Lust, Adam, Krankenpfleger Sommerkorn, Ernst, Handlungsgehilfe. Thron, Karl, Obersekretär. Rühl, Heinrich, Oberwärter. Rühl, Otto, Steuerobersekretär Schneider, Karl, Krankenpfleger. Stein, Gustav, Kaufmann. Knoll, Paul, Handlungsgehilfe. Becker, Adam, Kirchendiener. Schwalb. Wilhelm. Geometer. Schade. Magnus, Rechnungsrat a. D. Weber, Heinrich, Landwirt Greb, Heinrich, Kaufmann. Streb, Karl, Kanzleiassistent. Hartmann, Georg, Lokomotivführer t. R. Becker, Sophie, Ehefrau. Dött, Adolf, Kunstschlosser Faust, Valentin, Oberpfleger. Wißner, Karl, Krankenpfleger. Wehrum, Ludwig, Oberassistent. Rüspeler, Karl, Lokomotivführer t. R. Pelrusgemeinde. Nebeling, Rektor. Hofmann. Hermann, OTS. Hanauer. Wilhelm, Bermesfungsrat L R. Bornlamm, Heinrich, Professor. ,L>urch Nacht zum Lichts die die Zeit von 1914 bis 1933 in lebenden Bildgruppen zeigte Anschließend and Kameradschaftsabend und Tanz statt. Sonntagvormitlag fand aus dem Marktplatz Kon- zert der Feuerwehrkapelle statt Am Nachmittag kurz nach 2 Uhr folgte eine Luftschutzübung. Anschließend fand ein Werbemarsch aller Beteiligten durch die Stadt statt. Eine russische nationalsozialistische Fahne geweiht. — Bad-Nauheim, 23. 3uli. Die vor 200 3ahren erbaute Reinhardskirche ist jetzt 25 3 ahre russische K i> ch e. Dor dem Kriege, als die Zahl der russischen Kurgäste hier sehr groß war. fanden während der Saison wöchentlich russische Gottesdienste statt. Heute sand aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der russischen Kirche nach längerer Zeit wieder einfeie » Iich er russischer Gottesdienst statt, an dem auch eine Abordnung der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, teilnahm. Nach den gottesdienstlichen Handlungen nahm der russische Priester Alexander Sch a bos Hess (Brüssel) die Weihe einer russischen nationalsozialistischen Fahne vor. Es ist eine Hakenkreuzfahne mit den alten russischen Farben weiß-blau-rot. Der Priester dankte in seiner Weiherede dem Reichspräsidenten v. Hindenburg für die Aufnahme von russischen Emigranten in Deutschland und dann besonders dem deutschen Dolkskanzler Adols Hitler dafür, daß er den Andrang der bolfchewistifchenWelle von Osten aus gehalten habe. Der Priester ist der festen Meinung, daß die nationalso« zialistische 3dee über die ganze Welt verbreitet und damit auch der Bolschewismus wieder völlig verschwinden wird. Das neue Deutschland und das kommende neue Rußland müßten dereinst in srcundlichem Einvernehmen unbesiegbar fein. Wirtschaft. Frankfurt still. Frankfurt a. M.. 24. 3uIL (WTD. Drahtmeldung.) Die Geschäftsstille der letzten Tage war auch an der Börse zu Beginn der neuen Wockx: noch stark ausgeprägt. 3ndessen war die Grundstimmung etwas freundlicher und trug zu einer besseren Auffassung bei, da man in USA. ei na Konsolidierung der labilen Verhältnisse erwartet: daneben lagen aus der deutschen Wirtschaft wieder günstige Nachrichten vor, insbesondere aus der westlichen Montanindustrie. Während die Kundschaft fast völlig fehlte, übte die Kulisse immer noch eine gewisse Zurückhaltung, so daß nur kleinste llrnsatztätigkeit zu verzeichnen war. Die Kursgestaltung war nicht ganz einheitlich, die Deränderungen waren jedoch sehr klein und hielten sich meist im Rahmen von 0,25 bis 0,50 Prozent. Einige Spezialwerte allerdings wie Mannesmann, Metallgesellschaft und Allgemeine Lokal und Kraft waren gedrückt und von 1,5 bis 2 Prozent niedriger. 3m übrigen eröffneten 3G., Reichsbank und Schisfahrtsaktien knapp, während Montanpapiere überwiegend im genannten Ausmaß fester lagen. Elektroaktien lagen sehr still und größtenteils unverändert, Siemens und Elektrische Lieferungen gaben jedoch je 1 Prozent nach. Zement Heidelberg und AG. für Verkehrswesen konnten sich um 0,25 bzw. 0,88 Prozent erhöben, wobei beide Papiere auf Berichte über bessere Beschäftigung am Daumarkt Nutzen zogen. Am Anleihemarkt war das Geschäft ebenfalls nur klein, doch waren Altbesih 0,50 Prozent fester. Neubesitz und Reichsschuldbuchforderungen sowie Reichsbahnvorzugsaktien konnten sich behaupten, während Stahlvereinbonds 0,65 Prozent einbühten. Der Verlauf war bei anhaltender Geschäftsstille uninteressant. Die Kursveränderungen blieben weiter klein. Reichsbank, einzelne Montanwerke sowie Schiffahrtsaktien zogen von 0,25 bis 0,50 Prozent an. Anderseits brodelten 3®. weiter leicht ab. Rheinische Elektro Mannheim erschienen mit Minus-Minus-Zeichen und wurden gegen die letzte amtliche Notiz um 6 Prozent schwächer tariert. Von Anleihen zog die OHt* besitzanleihe nochmals 0,25 Prozent an. auch Reichsbahnvorzugsaktien waren leicht erhöht. Am Pfandbriefmarkt ergaben sich bei sehr kleinem Geschäft nur unwesentliche Deränderungen. Auch Staats- und Stadtanleihen waren ruhig. Don fremden Werten notierten Türken und Rumänen etwas leichter. Tagesgeld war zu 3 Prozent unverändert. Frankfurter Lchtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 24. Juli. Auftrieb: 1403 Stück Rinder, 386 Ochsen, 124 Bullen, 476 Kühe, 385 Färsen, 440 Kälber, 23 Schafe, .3094 Schweine — Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, jüngere 28 bis 31; ältere 24 bis 27; sonstige vollfleischige 20 bis 23. Bullen: jüngere, vollfleischige 25 bis 28; sonstige vollfleischige 23 bis 24 Kühe: jüngere, vollfleischige 24 bis 27; sonstige vollfleischige 20 bis 23; fleischige 16 bis 19; gering genährte 12 bis 15. Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete 28 bis 32; vollfleischige 25 bis 27. fleischige 20 bis 24. Kälber (Sonderklasse): beste Mast- und Saugkälber 37 bis 40: mittlere Mast- und Saugkälber 33 bis 36, geringe Kälber 24 bis 32. Schweine: vollfleischige, zirka 240 bis 300 Pfund und zirka 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 40 bis 43; vollfleischige, zirka 160 bis 200 Pfund, 38 bis 42. — Marktverkauf: Rinder schleppend, Ueberftanb; Kälber und Schafe r-ihig, geräumt; Schweine mittelmäßig, ausverkauft. Stuttgart strahlt feit Sonntag früh Im schönsten Festgewande. Ganz Stuttgart ist in ein Fahnenmeer, in Grün und Blumen getaucht, kein Haus ohne Überreichen Schmuck. Die eigentliche Kampfstätte wird von einem 40 Meter hohen Flaggenturm beherrscht, der gleichzeitig auch einen wundervollen Ausblick auf die Stuttgarter Berge gewahrt In Stuttgart selbst sind, ob wohl die Sonderzüge erst am kommenden Mittwoch ankommen, schon ungezählte Tausende von Frem den eingetragen. Aus den Straßen hört man alle Weltsprachen Aus dem Festpwtze, der schon bei den Wettkämpfen der Knaben- und Mädchenschulen rund 150 000 Besucher sah, herrschte am Sonntag ein Hochbetrieb, der wohl kaum, noch zu übertreffen ist. weihe der „Adolf-hitter-kampfbahn". pb. Butzbach, 23. Juli. Ein Deutscher Luftfahrt-Werbetag der Ortsgruppe Friedberg, Horst Butzbach, im Deutschen Luftsport-Ver- band (DLV.) am 22. und 23. Juli in Butzbach wurde am Samstag durch einen Deutschen Abend in der Festhalle in Gegenwart des Herrn Ministerpräsidente Prof. Dr W e r n e r eingeleitet. Der Führer des Fliegerhorstes Butzbach, Dr med. Rau begrüßte zunächst die erschienenen Ehren- gäste insbesondere den Herrn Ministerpräsidenten Dr Werner, der mit seiner Familie erschienen war. Weiterhin fand eine Begrüßung durch den Führer des Bezirks Oberheffen im DLV. Grafen z u S o l m s - L a u b a ch statt. Die T a u f e e t n e s 3 ZkkWMMMA. Vornan von Helma von Hellermann. 26 Sortiert 3. Nachdruck verboten! „Gestatten Sie, Frau von Vandro? Guten Morgen! Das freut mich, daß Sie sich ein wenig Erholung gönnen vom Krankendienst!" Er kniete vor ihr, zog den gelockerten Riemen fester. „Je mehr man ihn mit Liebe ausübt, je mehr strengt er an." „Georg dringt darauf, daß ich jeden Morgen aus- gehe, sonst käme ich nicht", erklärte Wera nach befangenem Gruß hastig, als müsse sie sich entschuldigen. „Er steht meistens erst gegen elf auf, die Nächte sind oft unruhig, da braucht er die paar Stunden Schlaf." Sie sprach, ohne den Mann, der sich wieder erhoben und neben ihr stand, anzusehen, sondern schaute auf das Schneehäufchen auf dem Nebensitz, das sie mit der bloßen Hand flachprcßte. „Aber natürlich, er soll doch gesund werden — und Sie nicht krank!" Steinherr hatte die Arme in die Seiten gestemmt und blinzelte zwischen zusammengekniffenen Lidern in d'ie weiße Helle. Scharf hob sich die bronzene Farbe seiner Haut von dem weißen Sweater ab, den er, warm von der Bewegung, am Halse geöffnet hatte. Die Frau jpürte seine Nähe mit schmerzhafter Deutlichkeit. Gliedgebunden saß sie, den Blick auf ihre mechanisch im Schnee wühlende Hand gesenkt, fortstrebend, ohne fort zu können. Steinherr war es, der den seltsamen Bann brach. „Wollen wir nicht ein wenig zusammen laufen, Frau von Vandro? Die Sonne scheint so schön, und die Zeit vergeht ungenützt für Sie." Er streckte ihr die Hände hin, aber sie schnellte hoch, ohne sie zu berühren, und glitt davon mit einem kleinen vogelhellen Schrei, den ihr die Erregung ausgepreßt. Der Mann aber nahm es als ein Jauchzen und jagte der Fliehenden nach, bis er sie eingeholt hatte, die pfeilgeschwind dahinflog, als jage sie eine Gefahr. Magnus Steinherr hielt sich kurz hinter ihr, freute ich der ungestüm vorwärtsdrängenden Kraft des chlanken, feingliedrigen Frauenkörpers, der sich beim ausenden Lauf leicht vorbeugte — und griff schnell zu, als Wera von Vandro plötzlich ins Stolpern geriet. Ein Schwächeanfall hatte sie übermannt. „Sie haben sich zuviel zugemutet, und ich Narr ließ es geschehen — bitte, stützen Sie sich fest auf mich, lassen Sie die Füße gleiten, so--" Mit geschlossenen Augen lehnte sie sich gegen seine Schulter, spürte sie seinen Arm um ihre Hüften. Ganz nahe war sein Gesicht dem ihren. Da er es nun über sie neigte, streifte der Hauch seines Atems ihre Wange. Sie erschauerte leicht. „Frieren Sie?" fragte er besorgt. Stumm verneinte sie, ohne die Lider zu öffnen. Willenlos, müde bis zur Erschöpfung, ließ sie sich führen und halten von der Macht, der sie nicht hatte entfliehen können. „Jetzt sind wir am Eingang", tröstete seine Stimme. „Hier setzen Sie sich!" Behutsam ließ er sie auf eine der dort stehenden Bänke gleiten, kniete nieder und schnallte erst ihr, dann sich selbst die Schlittschuhe ab. Stand dann ruhig wartend neben ihr, die wieder mit klarem, aber seltsam müdem Blick vor sich hinsah, bis sie sich erhob. „Können Sie allein gehen?" Er wollte sie stützen, aber sie dankte, fast schroff in ihrer Abweisung, trotzdem ihre Glieder noch vor Schwäche zitterten. Wortlos gingen sie nebeneinander den schmalen Pfad zum Sanatorium hinauf, und jeder achtete sorgsam darauf, daß er den andern nicht berühre. Am Eingangstor verhielt Steinherr den Schritt und sah seine Begleiterin prüfend an. Die Farbe war in das blasse Antlitz zurückgekehrt. „Ist Ihnen wieder besser, Frau Wera?" Er wußte nicht, daß er sie beim Bornamen genannt; wohl aber hörte es die Frau. „Ganz wohl, danke!" erwiderte sie leise und lächelte. Aber ihre Haltung hatte sich gesteift, ein trotziger Zug lag um den feinen Mund, den der Mann sich nicht zu deuten vermochte. Wehrte sich ihr Stolz schon wieder gegen seine Hilfe? Sie machte es ihm nicht leicht, ihr Freund zu sein ... „Ja, Lieber, es war herrlich", erzählte Wera, den Gatte begrüßend, der sie zu sich herunterzog und zärtlich seine Wange gegen ihre weiche, luftfrische legte. Wurde das Weralein nicht schöner mit jedem Tag, wollte er wissen, als Steinherr dazukam, und freute sich spitzbübisch ihres Erglühens, als der ernsthaft bejahte. „Geht nur wieder zusammen aufs Eis!" befahl er heiter. „Genießt Sonne und Schnee, solange sie euch beschert sind!" Und Wera nickte ihm gehorsam zu. Aber der folgende Morgen fand sie im Hause. Und am nächsten Tage war der Mann schon wieder abgereist, der ihrer Seele solche Unrast schuf. 29. Kapitel. Es war in der Frühe des dritten Weihnachtsfeiertages, daß Magnus Steinherr ein Telegramm erhielt: „Georg schwer erkrankt, verlangt nach Ihnen. Wera von Vandro." Der alte Diener, der den unterdrückten Laut der Bestürzung hörte, faßte sich ein Herz und trat näher. „Ob mir der gnädige Herr die Frage wohl verleihen würde: Geht es Herrn Doktor schlecht?" Aengstlich forschte er in den Zügen des Mannes, der sich schon wieder gefaßt hatte und ihn überrascht ansah. Ach so, richtig, der Alte kannte Vandro ja seit seiner Kinderzeit und war beseligt gewesen über den Besuch des Ehepaares, hatte dem Kranken jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Er nickte. „Ja, Werner, sehr schlecht, wie es scheint. Ich werde sofort Hinreisen und" — einer plötzlichen Eingebung folgend — „Sie begleiten mich! Sofort alles vorbereiten. Vielleicht freute sich der kleine Doktor, den Alten zu sehen — falls er noch imstande war, sich zu freuen ... .Sehr wohl, gnädiger Herr, und meinen gehorsamsten Dank!" Glückselig hastete der Graukopf davon. Er durfte mit! Und roenp Herr Steinherr auch so ’n gräßliches Ding von Flugzeug benützte, das nirgends einen richtigen Hall hatte, und von dem man schon beim bloßen Hinaufgucken übel und schwindelig wurde: für Herrn Doktor und die schöne, liebe, gnädige Frau wagte er alles! Waren sie ihm doch ein Teil der lieboertrauten Vergangenheit. * Aber es wurde nichts aus dem gefürchteten, Flug, zu arg wüteten augenblicklich die Winterstürme in den Bergen. So blieb Steinherr nur der Weg mit dem Expreß. Er war sehr schweigsam auf der langen Fahrt, die ihn endlos dünkte, und der alte Werner, der wie ein würdiger Hofrat wirkte in feinem dunklen Anzug mit den kleinen, diskreten Ordensbändchen im Knopfloch, von denen ihn nichts von der Welt getrennt hätte, und der alle paar Stunden von feinem Plaff im Nebenabteil erschien, um höchst über» flüssigerweise nach seines Herrn Wünschen zu fragen, ohne je welche zu erfahren, erriet wohl den Weg, den dessen sorgenvolle Gedanken wanderten. Was sollte aus Georg von Vandro werden, blieb er leidend — was aus seiner jungen Frau, löschte die schwache Flamme seines Lebens aus? Schwer war es, hier zu helfen. Das Automobil, das die angemeldeten Gäste vom Bahnhof nach dem Berg-Sanatorium befördert hatte, war kaum vor dem Portal vorgefahren, als Steinherr den Schlag aufriß und an dem bestürzt herzueilenden Portier vorüber die Treppe nach dem zweiten Stock hinaufeilte, ohne auf den Lift zu warten. Am Ende des langen Flures lagen die beiden Zimmer des Ehepaares. Als er sich ihnen näherte, flog die Tür auf; der Krankenpfleger kam ihm rasch entgegen. „Wir hörten das Auto ankommen", flüsterte er, Steinherr Mantel und Hut abnehmend, denn der alte Werner hatte nicht so schnell folgen können, „Herr Doktor auch. Er war sehr unruhig — ich möchte Sie erwarten und gleich zu ihm führen", sagte er. Ein stumm fragender Blick. „Es steht schlecht um Herrn Doktor. Wir müssen mit 'seinem baldigen Ableben rechnen. Herr Pro-, fessor hat ihm vorhin noch eine Kampferspritze gegeben — es hilft aber nur noch für kurze Zeit." Steinherr nickte. Seine trübe Ahnung trog also nicht. Er gab dem respektvoll hinter ihm wartenden Diener einen Wink. „Haben Sie gehört, Werner? Wir wollen hineingehen!" Der Alte verneigte sich schweigend. Sein glattrasiertes Gesicht zeigte keinerlei Erregung. Leise traten sie in das Krankenzimmer. Auf den Knien vor dem Bett lag Wera von Vandro, die Wange gegen die Hand des Gatten geschmiegt, der wachsbleich auf den hochgetürmten Kissen lag, die Augen weit geöffnet und voll gespannter Erwartung auf die Tür gerichtet. Als Magnus Steinherr erschien, flog ein heller Schein über das abgemagerte Gesicht. „Wie schön ..." Es war kaum verständlich. Er versuchte die freie Hand zu heben; aber schnell hatte Steinherr sie ergriffen, hielt sie warm und behutsam in der seinen. sFortsetzung folgt.) Allen Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, dab meine herzensgute Frau, meine liebe Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Marie Mans, geb. Bröckel Hebamme i. R. gestern (Sonntag) nachmittag 5 Uhr plötzlich nach einem schwerem langen Leiden im Alter von 54 Jahren sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Wilhelm Grofehaus sen., Aufseher i. R. Wilhelm Grofehaus jun. und Frau nebst allen Angehörigen. Leihgestern, Klein-Linden, Dutenhofen, Frankfurt a. M., 24. Juli 1933. Die Beerdigung findet statt: Dienstagnachmittag 4 Uhr. ________________________________________________________________________________4717D Von der Schönheit der deutschen Heimat und von ihrer Erhaltung und Pflege berichten in Bild und Wort die folgenden herrlichen Bücher: Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tiet- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes mit Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff.....Leinen RM 4.80 Norderoog. Ein deutsches Vogelparadies. Natururkunden von den Halligen u. vom Wattenmeer von P. F. Weckmann-Wittenburg......... Preis: Broschiert RM. 3 —, gebunden RM. 4.— Heimatsch utz und Helmatpflege. Von Rektor Hermann Wille. Preis: Br. RM. 1.80, gb.RM.2.95 Naturschutz und Ingenieurwerk. VonDr.W. Lindner. Preis: Brosch. RM.2.-, geb. RM. 3.— Vom deutschen Weidwerk. Von Prof. Dr. Koepert. Broschiert RM. 2.50, gebunden RM. 3.50 Naturdenkmäler aus der Vogelw^It Von v. Lucanus. Brosch. RM. 2.—, gebunden RM. 3 — Die deutsche Landschaft. Von E. L. Scbellen- berg. Broschiert RM. 2 —, gebunden RM. 3 — Naturschutz und Forstwirtschaft. Von Forstmeister Feucht. Brosch. RM. 2.—, geb. RM. 3.— Naturschutz und Arbeitsschule. Von W. Schoenichen.. .ßrosch. RM. 2.50, geb. RM. 3.50 Die Kamera Im Dienste der Natur. Von Dr. Effenberger. . Brosch. RM. 2.50, geb. RM. 3.50 Umgang mit Mutter Grün. Ein Sünden- und Sittenbuch von W. Schoenichen............... .....Broschiert RM. 3.—, gebunden RM. 4.- Heimatmuseen. Wesen und Gestaltung. Von Dr.W. Schoenichen,reich illustr... Preis RM.13.50 Helmatschutz.V.E.Rudorff.Br.RM.2.-,gb.RM.3.- Diese Bücher können von jeder Buchhandlung bezogen werden Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfei de Bekanntmachung. Der von dem Gemeinderat angenommene Voranschlag der Stadt Lich für das Rechnungsjahr 1933 liegt vom 25. Juli 1933 ab eine Woche lang in unserem Geschäftszimmer während der Dienststunden zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen gegen den Inhalt können von den Beteiligten während der Offenlage bei uns schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. 4744D Lich, den 22. Juli 1933. Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. Amtsverkündigungen aus den oberhessischen Kreisen. Kreis Alsfeld. Es ist in den letzten Jahren bei Einzel- und Treibjagden häufiger vorgekommen, daß die an den Straßen verlaufenden Fernsprechlustkabel der Reichspostverwaltung durch Schrotschüsse beschädigt worden sind. Die Ersatzpflichtigen sind zur Tragung der Instandsetzungskosten herange- zogen worden. Auch kömmt unter Umständen eine Verfolgung der Schützen auf Grund der §§ 317 und 318 des StrGB. in Frage. Das Krsisamt bringt dies zur Kenntnis der Jagdpächter, der Jäger usw. und empfehlt Beachtung. 4743C * Das Kreisamt hat den Fleischbeschauer Friedrich von Deckenbach mit der stellvertretenden ordentlichen Fleischbeschau in Homberg beauftragt. Ferner hat das Kreisamt ihm die ordentliche Fleischbeschau in den Gemeinden Nieder-Ofleiden, Ober-Ofleiden, Gontershausen und Haarhausen übertragen. Fleischbeschauer Paul ist aus dem Dienst ausgeschieden. GaetenmSvel bewnd. ivr edhoiö-Bäme. -Sessel, Gießkannen, Rtmtutänbet usw loroic berauönehmb.,vai.Wäsche- •822A vräble. ver StückAM u. 6 — Edgar Borrmann, Gießen. Büromöbel und Karteien irr'Holz und Slphl.-Nie dzige Preise, gute Ausführungen f ac b mä ri n isch-e ■ Bedienung. 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Geburtslc fische Regie telegramma bringt zum Sebr dar. c-, _ 3 „ ö-^-n 2 = «3 o V-- ©L« ■a 2 2 ' 8 613 3 3 g 2.2 a = ■E"2 ■&O3 3 co tE’61 ®°: -3-2.5T o s-3 33o L?aro Sa äo o i* s3 3 2. - _ - - 5 ~ A cra* 3 ro • t3 nä o a „ao’ ö 2 o o er A3 2 w iß ä 3 ZmL^sZk°.?5 ty^o = «e3 < o 2 s 2 §3 -2-2 § 3". ' O 3 3= «> a aa 3 t2-61ä°ä' ,aro o. O cy tä«1 613 - fr „ 3-.cn 3. or 3 = 3 2^3 = 61 aa und 5«' du anufl MS^zraniili-nb ^Illustriert' • Ä- •ff A«6 «i 2 61 o 3 3 8 5 ®«g 3 3 O 3 hac3 3 3 ^3 g a a§ s 83 - sa 9, lnÖ?Qbi9Ung irS? ”°n entse^? ^eder । ber lvjss ®ornung i kinevekannts Führe ^ünchx„ 22 He Führer der 1? 3M SSSl! den Sei!®le öle Sbemeis Melec lüg "-Ichleun °"kk'iche befreitet, ®reU(l"4r?*7^,an' N rerÄCn wui Hit a?1 'hre ®; Ä'VWn A. i*J.elanb JoiC^änn Xlrn Zu g |dl Q9en fjj *66Äffen wür! 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