Rr.U5 Srühaussave 185. Jahrgang Samstag, 24. Juni 1933 Er>cheini t äg ltd), außer Sonntags und Feierlag» Beilagen: Die Illustriert, Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl« !Uonat$:Be$ngsprets: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustriert, . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zerttfprechanschlüfse anterSammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Stehen. poflscheckkonto: Rranffuri am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfttälr-Vuch- und Sleinörutfcrei R. Lange in Stehen. Schriftlettung und SeschaftrfteNe: Zchulftrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig: für Ne» hlamean^eigen von 70 mm Breite 35 Retchspfennig, Platzvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. Jg.Ihgriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für denAn» zeigenteil i.V.Th.Hümmel sämtlich in (Biegen. Fest der Jugend. Man hat die deutsche Revolution vorn Frühling 1933 mit Recht eine Revolution der 3 u • gend genannt. Marschierende Kolonnen der deutschen Jungmannschast haben zuerst die Strafte und dann den etaat erobert. Alles, was überaltert war, wurde vom Schwung dieser gläubigen und unverbrauchten Jugend hinweggefegt. „Wer die Jugend hat, der hat die Zukunft!" Dieses Wort ist durch den Siegeszug der nationalen Idee finngcmäft in das Gegenteil verkehrt worden: „Wer die Zukunft hat, dem gehört auch die Jugend!" Weil Deutschland reif war zur Erneuerung an Haupt und Gliedern, weil die Zukunft einem freien und gerechten Deutsch, land gehörte, hat sich die Jugend niemals mit der flrauen Gegenwart abgefunben, sondern sich unter den Befehl von Führern gestellt, die immer dem zukünftigen und besseren Deutschland gehörten. Wenn jetzt die Reichsregierung das uralte deutsche Fest der Sommersonnenwende zum Ratio- nalfest Her Jugend erklärt hat, so ist dies für die deutsche Jugend gleichzeitig Dank und Ansporn. Die Engländer haben ihre Scout Bewegung, die Franzosen haben ihre „Aufklärer", die Polen haben ihre cofoln, fast alle Staaten der Erde haben eine militärische Jugendausbildung, kein Volk der Welt bat aber eine wirkliche Bewegung der Jugend. Die deutsche Jugendbewegung ist nur aus dem deut- fchen Wesen heraus zu verstehen. Sie ist auch keine „gleichgeschaltete" eZiterscheinung, sie brach bereits auf, als die Notwendigkeit einer politischen Revolution von der Masse des deutschen Volkes noch nicht im mindesten erkannt war. Als um die Jahrhundertwende flacher Fortschrittsglaube und satte Behaglichkeit die Quellen des deutschen Seelentums zu verstopfen drohten, war es die deutsche Jugend, Die hinauszog in Wald und Feld, in Heimat und Volkstum, und die auf dem Wege über die Natur unb alle echten Binbungen bas wirkliche unb heimliche Deutschlanb entberfte. Im Maschinengewehrfeuer vor Langemarck hat bie deutsche Jugend mit ihrem Blute ein ewiges Bekenntnis zum ewigen Reiche deutscher Ration abgelegt. Die Sonnwenb- feucr von 1933, die auf allen Bergeshöhen auf- flammen werden, die Feuerlieder, die hinauf in die sternerhellte Nacht klingen, die Treueschwüre, die in dieser Sonnwendnacht einer erwachten Nation abgelegt werden, sie wären in ihrem letzten Sinne unmöglich ohne den Geist oon Langemarck, ohne die seelische Vorarbeit, die von der deutschen Vor- triegsjugenbberoegung geleistet worben ist. Der auf der Insel Oesel für sein Volk und Vaterland ge- sallene Walter F 1 ex ist zum Symbol für diese erste revolutionäre Jugendbewegung geworden, das seinen treffenbften Ausbruck in ber Lieberzeile fanb: „Wer auf bie Fahne bcs Reiches schwört, hat 'nichts mehr, was ihm selber gehört!" Erst eine spätere Zeit wirb feststellen, was Deutschland seiner Jugend verdankt. Alle geistigen und politischen Entscheidungen sind im Herzen der Jugend ausgetragen worden, lang bevor sie politisch verwirklicht werden konnten. Als die Scheinkonjunktur der deutschen Wirtschaft iwch dem deutschen Volke ein Leben im alten Stile vortäuschte, war es die Jugend, bie allen Einwendungen zum Trotz die Arbeitsbien st pflicht forderte. Längst ehe der Staat daranging, Arbeitslager einzurichten, hatte die Jugend in voller Freiwilligkeit mit der Artamanenbewegung, mit dem Landhelferbienst unb mit ber Erntehilfe begonnen. Auf unzähligen Auslands- unb Grenzlanbsfahrten war bie Brücke zu allen beuifchen Volksinseln im Auslande geschlagen worden. In der Zeltgemeinschaft unb Lagerkamerabschaft war ein neuer Stil beutscher Jugenblichkeit herausgebildet worden, der heute in den großen Bewegungen der nationalen Revolution gelebt wirb. Das Vermächtnis ber Toten bes Weltkrieges fanb burch ben Einsatz ber Jugenb eine würdige Erfüllung. Die Reichsregierung stellt mit vollem Rechte fest: „Wenn an diesem Abend die ganze deutsche Jugend am Feuer versammelt ist und ihr» Gesang zum Nachthimmel steigt, wird sich ein Feuer der Liebe und Opferbereitschaft für das Vaterland entzünden und nie wieder verlöschen! Nicht ein Einzelbund, keine Teilvrganisation, keine Gewerkschaft ober Partei wird diesmal bas Sonnroenbfcuer entfachen, fonbern es wirb b i e gesamte beutsche Jugend sein, die sich zu ihrem Staate und ihrem Volke bekennt. Von dem greifen Generalfeldmarschall, der noch bei König- grätz focht, über den Reichskanzler, der als namenloser Soldat vier Jahre an ber Front stand, bis zum jüngsten Mitglied der Jugendbüiide ist jetzt wieder bie fortlaufende Kette der Generationen ge- schlossen. Die deutsche Jugend grüftt bie grofte Der- gangenbeit des Reiches. Sie ehrt bie toten Kameraden des Weltkrieges und die lebenden Kameraden hinter Pflug und Schraubstock, sie erneuert das Ge- lübbe ihres Einsatzes, ihrer Opferbereit,chaft unb ihres gläubigen Gehorsams. Gleichzeitig aber auch melbct mit ben emporfteigenben Flammen die beutsche Jugenb ihren Führeranspruch an. Es gibt nichts Vollkommenes auf ber Erbe, alles Bestehenbc ist nur ein Uebergang zu etwas Besserem. Die beutsche Revolution steht nicht an ihrem Ende, fonbern erst am Anfang. Sie zu vollenden, ist die deutsche Jugend berufen. Dies setzt neben ben Stolz auf bie bisherigen Leistungen Demut vor ben in uns wirkenben geschichtlichen Mächten und Bereitschaft gegenüber der Notwendigkeit einer sachlichen Arbeit voraus. Denn die Jugend wird sich ihren Führeranspruch nur bewahren können, wenn sie ihn durch Leistung und O i e n st rechtfertigt. Wenn die Nacht des Festes der Jugend zu Ende ist, beginnt der Werktag der Arbeit. Die deutsche Jugend wird diesen Werktag nur bann bestehen, wenn sie ben unerschütterlichen Glauben ihrer Seele mit ber unangreifbaren Rüstung bes Geistes zu verschmelzen versteht. Nur dann wirb es auch künftighin heißen: „bie Zukunft gehört der Jugend!" Zwei neue Veanttengeseße vom Reichskabinett verabschiedet. Ruhestandsversetzung zur Vereinfachung der Verwaltung oder im Interesse des Dienstes. Rehabilitierung von wegen nationaler Gesinnung gemaßregelten Beamten. Berlin. 23. Juni. (OB.) 3n ber heutigen Minislerbefprechung berichtete der Beidjsauften- miniftcr Freiherr o. Neurath als Führer der Londoner Delegation über die Arbeiten der weltwirtschaslskonserenz. wozu Reichswirtschasls- minister hugenderg unb auch der Relchsbank- Präsident von sich aus noch nähere Darlegungen machten. Dr. Schacht sprach insbesondere auch über seine persönlichen Verhandlungen mit den kurz- und langfristigen Gläubigern, die teilweise bereits zu einem (Ergebnis geführt haben. In der darauf folgenden Kabinettssihung wurden zunächst ein Gesetz zur Aenderung des Gesetzes zur Wiederher st ellung des Berussbeamtenlums und ein Gesetz über bie Aushebung der im Kampf für bie nationaleLrhebungerlittenenDienft- strafen und sonstigen Blaftregclungen verab- fchiedet. Das Reichskabinett beschäftigte sich weiter mit einer Reihe anderer Gesetzesentwürfe. Linen breiten Raum in der Besprechung nahm der Gesetzentwurf zur Abänderung von Vorschriften aus dem Gebiete des allgemeinen Beamfen-Bc- folbungs- und versammlungsrechls ein, der in ber vom Reichsfinanzminister vorgeschla- genen Form verabschiedet wurde. Ebenso billigte das Reichskabinett ein Gesetz über die Auswertung der Bürgschastsschuld des Deutschen Reiches für bie Deutsche Schuh- gebietsanleihe. Dieses sieht einen Auswer- tungssah von 12,5 v. h. vor und als Zahlungstermin für den Auswerlungsbelrag den 1. Juli 1939. Der vom Reichsernährungsminister oorgelegle Entwurf eines Gesches zur Aenderung des Gesetzes über Pächterfchuh wurde ebenfalls verabschiedet. Die Abänderung des Beamtengefebes. Das Gesetz zur Aenderung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums sieht eine Aenderung des § 6 des erwähnten Gesetzes vor. Dieser § 6, der bestimmt, haft zur Vereinfachung der Verwaltung oder im Interesse des Dien sl es Beamte In den Ruhestand verseht werden können, auch wenn sie noch nicht dien st unfähig sind, und daß diese Stellen nicht mehr beseht werden dürfen, wird dahin abgeändert, daft die Bestimmung über Richtwiederbesehung der Stelle keine Anwendung findet auf w a h l b e - amte und von Gemeinden und Gemeindeoerbänden und auf sonstige Beamten ber Gemeinden und Gemeindeverbände in leitender Stellung, die im Interesse des Dienstes in den Ruhestand verseht werden. Ferner kann bei Beamten in (Eingangs fleMen, die aus diesem Grunde in den Ruhestand verseht werden, die für das Besoldungswesen allgemein zuständigen Oberste Reichs- ober Lanbesbehörde ausnahmsweise bie wiederbesehung ber Stelle ; ulassen. Das neue Gesetz sieht weiter vor, daß die Maßnahmen des § 6 des alten Gesetzes auch dann eintreten können, wenn bei einem Beamten zwar die Voraussetzungen der §§ 2 bis 4 (nicht- arische Abstammung, Fehlen nationaler Zuverlässigkeit) nicht erfüllt sind, aber doch im dienst- lichen Interesse ber Beamte in feiner Stellung nicht belassen werden kann. Schließlich bestimmt das neue Gesetz, daß Maßnahmen zur Vereinfachung der Verwaltung auch über den 30. September hinaus, nämlich bis zum 31. März 1934 vorgenommen werden können. Das Rehabilitierungsgesetz. Dos Gesetz über die Aufhebung der im Kampfe für die nationale Erhebung erlittenen Dienst- ftrafen und sonstige Maßregelungen besagt u. . -Niederlage mühte nun auch der Donner Halbschwergewichtler Adolf Heuser in Amerika einstecken. Heuser wurde in Reuyork von dem Amerikaner Abie Feldman so schwer angeschlagen, daß der Ringrichter in der vierten Runde den Kampf zugunsten von Feldman abbrach. Mit der Durchführung der diesjährigen deutschen Strommeisterschaft hat der Deutsche Schwimm-Verband den Koblenzer SV. 03 beauftragt. Die Veranstaltung wird am 25. Juli im Rhein abgewickelt werden. Die Nationalmannschaft B, die am kommenden Sonntag im Frankfurter Stadion gegen Eintracht/FSV. Frankfurt spielen wird, wurde auf zwei Posten umbesetzt. An Stelle von Munkert spielt W e n d l, München 60, linker Verteidiger und Richard Hofmann wird auf Halblinks den Chemnitzer Heimchen ersehen. Lethinen (Finnland) stellte am Mittwoch in Helsingfors in 8:19,5 einen neuen Weltrekord im 3030-Meter-Lauf auf. „Rund um die Anlagen." Giaffellauf der Gießener Leichtathleten. Der morgige Sonntag bringt wieder ein beachtliches sportliches Ereignis, das diesmal sicherlich das Interesse weiter Kreise finden wird, denn es ist nicht notwendig, sich, um Zeuge zu sein, erst nach den Sportplätzen am Trieb zu begeben, sondern die Ereignisse spielen sich unmittelbar vor den Toren der Innenstadt, ab. Der Lauf „Rund um die Anlagen" ist bereits zur traditionellen Sportveranstaltung geworden und wird in diesem Jahre wieder von der Spielvereinigung 1900 ausgerichtet. Die Leitung der Veranstaltung liegt in Händen von Lipp-19»0. Leider ist dem Wettbewerb, der im vergangenen Jahre außerordentlich spannende und harte Wettkampfe zwischen den Vereinen unserer Stadt und der Nachbarstadt Wetzlar brachte, in diesem Jahre kein'e so starke Beteiligung sicher, wie es im vergangenen Jahre der Fall war. So hat zum Beispiel der VfL. Wetzlar seine Beteiligung in der A-Klasse absagen müssen und die Wettbewerbe der Jugendklasse können voraussichtlich auch nicht durchgeführt werden. Der Lauf „Rund Um die Anlagen" wird wieder in vier bzw. drei Klassen (nach dem Ausfall der Jugend) gelaufen werden. In der A-fiiaffe starten vier Mannschaften. Der MTV. hat eine Mannschaft, die S p i e l o e r e i n i g u n g 1900 zwei und die Akademische Turnverbindung ,?R h e i n f r a n k e n" eine Mannschaft gemeldet. Der Wettkampf des vergangenen Jahres in dieser Klasse, das Duell 1900 — MTV., ist sicherlich vielen noch in bester Erinnerung. Man erwartet auch jetzt wieder eine Begegnung, der derjenigen des Vor- lohres kaum nachstehen wird. Beide Vereine verfügen über erstklassiges Läufermaterial und über viele gute Durchschnittläufer, so daß es schwer zu ^agen sein wird, wer den Sieger stellt. Wenn auch die Akademische Turnverbindung „Rheinfranken" durchaus nicht zu unterschätzende Läufer in ihren Reihen hat, so wird die Entscheidung doch zwischen MTV. und 1900 liegen. In der Klasse B starten mit je einer Mannschaft die Turnergilde des Deutschen Handl ungsgehilfen-Ver- bandes, der Paddlergilde Gießen und der Deutschen Jugendkraft. Wer den Sieger stellt, ist kaum vorauszusagen. Die Turnergilde des DHV. dürfte einige Aussichten auf Sieg haben. In der t Klasse der Frauen erwartet man die Damen des Männerturnvereins, der Spieloereinigung 1900 und des VfL. Wetzlar am Start. Obwohl die Damen aus Wetzlar bis noch vor einiger Zeit eine bedeutende Rolle in den Laufwettbewerben spielten, dürften sie inzwischen doch von Gießen überflügelt worden sein. Die Entscheidung wird also auch hier zwischen der Spielvereinigung und dem Männerturnverein zu erwarten sein, Start und Ziel zu dem Lauf „Rund um die Anlagen" ist vor dem Stadttheater. Der Wettbewerb beginnt um 11 Uhr. Der Lauf der A= und der führt je 12 Läufer einer Mannschaft in einer Runde um die Anlagen. Die Frauen laufen eine abgekürzte Strecke. Wenn das Wetter der Veranstaltung einigermaßen günstig ist, dürften gute sportliche Leistungen zu erwarten sein. Ende der Aemierverfaffung im Kreise Wetzlar. Wetzlar, 23. Juni. (WSN.) Der Kreisausschuß des Kreises Wetzlar hat beschlossen, dem Kreistag eine Satzung oorzulegen, nach der die Rheinische A e m te r v e r f a s s u n g im Kreise Wetzlar am 1. Oktober 1 933 endet und durch die nassauische Gemeindeoerfassung ersetzt wird. Um eine allmähliche Umgestaltung zu ermöglichen, sieht die Satzung vor, daß der Kreisausschuß ermächtigt wird, für eine bestimmte Zeit das Weitergelten der bisherigen Verfassungsform in einzelnen Amtsbezirken zu beschließen. Als Rechtsnachfolger der Aemter als Kommunalverbände ist der Kreis in Aussicht genommen. -------------6_____________________________ Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. An der Getreidebörse wurde in der abaelaufe- ncn Woche das Geschäft nach der regeren Umjatz- tätigkeit der Vorwoche wieder merklich ruhiger. Allen Bemühungen, den Preisdruck an den Getreidemärkten einzuschränken, stand immer wieder die Tatsache entgegen, daß der Konsum noch reichlich versorgt ist und die Vorräte nur mäßig ab- nchmen. Weizen wurde etwas reichlicher offeriert als in der letzten Zeit, es bestand aber auch bei den Mühlen infolge des mangelhaften Mehlabsatzes kaum Kauflust. Der Preis für Weizen senkte sich um 6 Mark auf 204 bis 205 Mark pro Tonne. Roggen war im Jnlande eher gefragt, die Preise für Eosinroggen nach Sllddeutschland stellten sich um 5 Mark höher (jetzt 150 Mark), und vermochten dem Markte keinerlei Anregung zu bieten. Der lausende kleine Roggenmehlabsatz bei den Mühlen konnte aber eine stetige Preistendenz aufrecht- erha't-a. Roggen 71,50 Kilogramm notierte 173 Mark. Am Mehlmarkt hat sich die Umsatztätigkeit in Roggenmehl gebessert, Weizenmehl lag dagegen nach wie vor schleppend. Die Preise konnten sich für Roggenmehl behaupten, dagegen gab Weizenmehl erneut bis 0,30 Mark per 100 Kilogramm nach. Zum Wochenschluß notierten Weizenmehl südd. 29,90 bis 31 Mark, dito niederrheinisches 29,90 bis 31 Mark, Roggenmehl 23,50 bis 25,25. Mark. Im Gerstengeschäft trat keinerlei Veränderung ein, eine Notiz kam auch in dieser Woche nicht zustande. Für Hafer verursachte die Verteuerung von Oelkuchen eine Besserung der Nachfrage, doch blieb die Notierung mit 155 Mark unverändert. Am Kraftfuttermittelmarkt konnte sich die feste Grundtendenz weiter durchsetzen. Es traten gegen die Vorwoche beträchtliche Preiserhöhungen von 0,50 bis 1 Mark und bei Sojaschrot solche von fast 3 Mark ein. Für Palm- und Erd- nuhkuchen konnte keine Preisfestsetzung erfolgen. Es wurden folgende Preise erzielt: Weizenkleie 8,60, Roggenkleie 9 bis 9,10, Sojaschrot inkl. Mo- nopolzufchlag 12,50 bis 13 und Treber getrocknet 12,25 bis 12,50 Mark. Von Rauhfuttermitteln waren Weizen- und Roggenstroh gebündelt, sowie drahtgepreßt in der Geschäftstätigkeit unverändert, die Preise konnten sich gegen die Vorwoche ebenfalls behaupten. Heu blieb unverändert. Es notierten: Heu 4,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht, 2,60 bis 2,80, dasselbe gebündelt, 2,20 Mark. Der Preis für Kartoffeln alter Ernte stellte sich unverändert auf 2 bis 2,15 Mark. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviebmarkt. Der Rindermarkt war etwas geringer beschickt, als in der Vorwoche, die Zufuhr stellte sich auf 1554 gegen 1584 in der Vorwoche. Die Preise für Bullen konnten sich auf letzter Basis behaupten, für die übrigen Grohviehgattungen gaben sie in den Spitzen etwas nach. Bei schleppendem Handel verblieb geringer Tleberstand. Zum Wochenschluß wurden folgende Preise erzielt: Ochsen al) 30-33, a2) 26-29, bl) 22-25. Bullen a) 26—30, b) 21—25. Kühe a) 25—28, b) 21-24, c) 17—20, d) 12—16. Färsen a) 30 bis 33, b) 27—29, c) 22-26. Am Kälbermarkt verlief das Geschäft mittelmäßig, der Markt wurde stets geräumt. Es wurden folgende Preise erzielt: Kälber a) gestrichen, b) 38-41, c) 34-37, d) 26-33. Der Schaf markt wurde nach mittelmäßigem Handel ebenfalls geräumt. Die Beschickung betrug 157 Stück, 73 Stück gegen die Vorwoche mehr. Die Preise stellten sich zum Wochenschluß etwas höher. Schafe al) Weidemast 26^29, a2) Stallmast gestrichen, b) mittlere 21—25, c) 16—20. Der Schweinemarkt war mit 4701 Stück um 191 Stück weniger beschickt. Die Preise konnten sich erholen. Der Handel war die ganze Woche durch schleppend, und es verblieb geringer Aeberstand. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Schweine a) gestrichen, b) 35 bis 37, c) 35—37, d) 33—36, e, f, g gestrichen. * Mannesmannröhren-Werke, D ü s- seldorf. In Her Generalversammlung machte Generaldirektor Dr. B i e r w e s Ausführungen über die verflossenen fünf Monate 1933. Die Lage habe sich, besonders durch die Hereinnahme von Röhrenaufträgen für Rußland, so weit gebessert, daß die Stahlproduktion bis Ende Mai um 40 v. H. gegen die gleiche Zeit 1932 stieg. Auch die Steinkohlenförderung nahm etwas zu. Durch den Konkurrenzkampf erlitten die Preise eine weitere Einbuße. Seit Anfang 1933 wurden 400 Leute in den Hüttenwerken neu eingestellt, in den Bergwerken gingen die Feierschichten zurück. Der Auftragseingang in Röhren fei etwa um die Hälfte größer gewesen als im Vorjahre, während er in Blechen bei fehlenden Russenbestellungen stark zurückgeblieben sei. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß für 1932 mit einem vorzutragenden Verlust von 1,21 Millionen Reichsmark und die Entlastung der Verwaltung. * Deutsche Dunlop Gummi Eomp. AG., Hanau a. M. Das Geschäftsjahr 1932 brachte der Deutsche Dunlop Gummi Eomp. AG., Hanau a. M.- eine nicht unerhebliche Geschäftsschrumpfung. Jn- und Auslandmarkt waren weniger aufnahmefähig. Nach 1,09 (0,68) Mill. Mark Abschreibungen ergab sich ein Reingewinn von 527 838 (i. V. 581769) Mark Verlust), wodurch sich der Verlust aus den drei Vorjahren auf 982 025 Mark ermäßigt. Dieser Betrag soll vorgetragen werden. Es wird angesichts der Regierungsmaßnahme auf dem Gebiete des Kraftfahrwesens gehofft, ihn in 1933 annähernd zu tilgen. Zu dieser Hoffnung berechtige die mengen- unb wertmäßige Absatzgestaltung im ersten Viertel- $ronf?urfer Abendbörse geschästslos. Frankfurt a. M., 23. Juni. Die fest gemeldeten Auslandsbörsen hatten auf den Frankfurter Abendverkehr leinen Einfluß, vielmehr ließ die fortdauernde Geschäftslosigkeit die Kurse meist weiter abbröckeln. J.-G.-Farben, Rheinstahl, Accumulatoren büßten bis zu 0,75 Prozent ein, dagegen blieben Klöckner, Stahlverein und Schiffahrtswerte auf Berliner Schluh- basis gut gehalten. Am Rentenmarkt tendierten Reichsaltbe- sih- und Reubesihanleihe bis zu 0,13 Prozent niedriger, während späte Reichsschuldbuchforderungen mit 77,25 bis 77,50 auf Mittagsbasis gehalten blieben. Von Industrie-Obligationen lagen Stahlverein-Bonds und Reichsbahn-Vorzüge bis zu 0,50 Prozent schwächer. Im Verlaufe ergaben sich für Mannesmann und JG.-Farben leichte Besserungen, im übrigen blieb das Geschäft aber äußerst eng begrenzt, und die Kurse waren unerholt. Stahlvcrein-Bonds büßten erneut 1 Prozent ein. Altbesih 75, Stahlverein-Bonds 55,50 bis 54,50, Mannesmann 60 bis 0,25, Rheinstahl 89,25, Klöckner 50, Stahlverein 33,13, Accumulatoren 174,25. JG.-Farben 125,89 bis 126,13, WiederöLVVOArbeiisloseweniger Oie Arbeitslosenzahl wieder unter der 5-Mi!lionen-Grenze. Berlin, 23. Juni. (WTB.) 3n den beiden ersten Juniwochen ist auf dem Arbeitsmarkt eine weitere Besserung eingetreten. Die Entlastung ist um so beachtlicher, als der im Frühjahr saisonmäßig einsehende kräflebedars bis Ende 2Hai in der Hauptsache gedeckt zu sein pflegt. Die Zahl der von den Arbeitsämtern erfaßten Arbeitslosen ist in der ersten Junihälfte um rund 62600 gesunken, gegenüber nur 14 000 im Vorjahre. Sie beträgt rund 4977000 und liegt somit seit Ende 1931 zum e r st e n m a l wieder unter der 5-2Nillionen-Grenze. Gegenüber Mitte Juni des Vorjahres hat sie sich um rund 592 000 verbessert. Die Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer im Reich erhöhte sich nach den Feststellungen der Reichsanstall im Monat Mai wieder um rund 480 000 Personen. Ende Mai standen im Reich rund 13,17 Millionen versicherungspflichtige Arbeitnehmer in Beschäftigung. von Januar bis Ende Mai ist die B e s ch ä f- tigungszahlum rund 1,7 Millionen gediegen, gegenüber einer Steigerung von nur 659 000 im Jahre 1932. Die Zahl der hauptunterstühungs- empfanget nahm in der Arbeitslosenversicherung um rund 31 000 auf rund 435 000 und in der ftrifenfürforge um rund 12 000 auf rund 1 324 000 ab. Die Zahl der R o t st a n d s a r b e i. t e r betrug Ende Mai rund 121 000. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 o. H Fronhuri u. UI. Berlin Schluß» kurü Schluß!. Abendbörse Schlußes Schlußk. Mittag» börse Oatum 22.6. | 23.6 22.6. 23.6. 6% Deunche Reichsanleihe v. 192t 84.13 84,13 84,5 84,5 6% efjcm.7% Di. ReichSanl. v. 1929 90,9 90,5 91 90,65 5'/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Abloj.-Schuld mb 78 77,65 78 78 Auslos..Rechten ............ 76 _ 76,1 75.13 De-Zgl. ohne Auslos.-Rechte..... 6% ehern. 8% Hess. Volksstaat 1929 11,7 — 11,65 11,15 lrückzahlb. 102%)........... Cbcrfjefjen Provinz-Anleihe mi 79 79 79 79 Auslos.-Rechien ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt — — — — Gold R. 12........ 5Vi% Hess. Landes Hypothekenbank Darmstadt Liqui...... 81,75 — — — 85 84,5 — — Deutsche Komm. Sammelab I.An leihe Eerlel mit AuSIvs.-Rechten 68,5 67,75 68,5 67,75 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Baw Goidpse. 15 unkündbar bis 19:r 83,5 82,5 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Ban fflolböfe. 16 unkündbar bis 193r _ 6'/-% efjcm. 4V2% Franks. Hyp. Bank-LIau.-Psandbriefe ..... 83,75 82,5 6/2% ehem. -1'4% Rheinische Hyp.-Bank-Liou.-Goldpse. ... 6% ehem. 8% Pr. Landespsand 65 82,13 - — briesanilalt, Pfandbriefe R. 19 83,75 83,25 82,9 83,5 6% ehem. 7% Pr. Landespsand briesansialt. Pfandbriefe ÖL 1< 83,5 83,5 84 83.5 Verrechnungskurs 85-9 86 85,9 86 4% Oesterrgjchische Goldrenle.., _ _ 4,20% Oesterreichische Silberrend 1,25 1,25 1,2 _ 4% Ungarische «olbrenle ....... 6,75 6,75 6,7 5,75 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4VZ% desgl. von 1913....... _ 6,4 10,75 5,75 10,75 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 191 > 4% Türkische Bagdadbahn-Anleilx 10,75 6,2 10,6 6,1 6., 6,15 «Serie 1.................... — —- - 6 Frankfurt a.M. „ Berlin Schluß« kurö Schluß,. Abend- börlr Schluß» lurS Schlußk. Miliag- börse Oatum 22.6. 23.6- 22-6. 23.6. 4% bergt. Serie 11 ........... 6,25 6,25 6,35 6,4 6% Ruman. vereint,. Rente v. 1903 5,5 5.5 5,5 4^%Rumän.vereliih.Reniev.l913 10,1 10 — 10,13 4% Rumänische vereinh. Rente 4,8 — 4,75 3%% Anatolier ............. 28 28 28.13 27,75 Hamburg-Amerika-Pake, ..... 1 16,75 15,5 17 15,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 26,5 Hansa Dampfschiff........... 0 — — 25,5 24,5 Norddeutscher Lloyd ......... 0 17,13 16,5 17.4 16,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 48,65 44 47 43,13 Berliner Handelsgesellschaft.... A 91 91,25 91,5 Commerz, und Privat-Bonk... 0 50,5 50,5 51 50,75 Deutsche Bank und DlLronto- Gesellschaft................. Dresdner Bank.............. O O 59 47 57,75 47 58.5 47 57,75 47 Reichsbank ................. 1 143,5 140 144.75 140,75 B.E.G............ ( 23,25 21,75 23,25 21,75 Elektr. Lieserungsgefelischaft ... ; 90,5 90 90,25 89,5 Licht und Kraft ............. t 109,5 103.75 107,75 105 Felten & Guilleaume ........ O 52,75 49 51,75 48 Gesellschaft für Elektrische Unter. nehmuugen............... I 91,5 90 91,75 90,25 97 Rheinische Elektrizität ....... 5 98 97.25 Echuckerl L Co.............. SiemensS Halske ........... Lahmeyer L Co.............. 0 l U 110,25 164 122 103,75 162,75 122 108,65 164 122,25 104,5 162 122 Buderus .............. 1 71,75 70 71,25 69,5 Deutsche Erdöl ............. 4 115 111,5 115,25 112,25 Gelsenkirchener.............. 0 58,5 54,75 58,75 54,65 Harvener................... 0 100,5 97,5 101 97,5 Hoesch Eisen—KSln-Ncuessen.. 0 — 63,5 60,65 Ilse Bergbau ............... 157,5 — 157,5 Ilse Bergbau Genüise........ 1 120 119 120 119 Klöchierwerte .... 0 53.9 50 53,75 50 Malinesin ann-giöhrea........ 0 62,5 60,25 63 59,75 Franiiuri a. 2)1. Berlin Schluß» kurs Schluß!. Abend« bSrse Schluß- lurs Schlußk. Mittag- börsc 'Oatum 22.6. 23.6. 22.6. 23.6. Mansieloer Bergbau...... .. 0 23 22 23 22 Kokswerke.............. .. 0 — 77,75 74,75 Phönix Bergbau.......... .. 0 37,5 34 36,75 33.75 Rheinische Braunkohlen ... Rheinslabl ......... ..10 .. o 209 206 89,25 33,13 207,75 92,4 36.65 205 Bereinigte Stahlwerke..... .. 0 36,75 33,13 Otavt Minen ............ .. 0 17 16,75 17 13 16,9 Kaliwerke Aschersleben..... .. 6 125,25 125 132 Kaliwerke Westeregeln..... .. 6 126,5 123,5 125 120 Kaliwerke Salzdetfurth .... .. 1- 171.75 170 170,25 169 J G. Farben-Jndustrte .... K 127,25 126,13 126,25 126,25 Scheideanstalt............ ..10 167,5 169-5 Goldschmidt ............. .. 0 49 45 49.13 45,5 Rütgerswecke............ .. 0 58 56 56 55,75 Metäligesellichaft.......... 61 59 37 59 Philipp Holzmann......... .. 0 54,5 54 54,75 53,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 4 77 Cemeniwerk Karlstadt."..... .. 0 79 79 Schultheis Potzenhoser..... .. 0 _ _ 121 116,65 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 39,5 38,75 39,65 38,75 Bemberg................. .. 0 45,75 44.25 46 44,5 gellstofi Waldhos .......... .. 0 46,5 44 46 44 Zellstoff vlschasfenburg ..... .. 0 20,25 20 19 Dessauer Gas ............. .. 7 — 114 112 Daimler Motoren.......... .. 0 28,75 26,75 28.65 27 Deutsche Linoleum ........ .. 0 47 45,5 47,5 45 Lrenstein L Koppel ........ .. 0 44,65 40,9 20,5 Leonhard Tietz............ .. 6 1,25 20,5 21,13 Chade.................... ..12 177 179 177 182 Griyner.................. 25 75 25,5 Mainkrafkwerke Höchst a.M. . :: 4 62 süddeutscher Zucker ....... .. e 164 - 154 154 Lombardzinsfuß 5 o H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. i 22. Juni 23. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung meld Br,c Geld 1 Brie Helstngior^. 6,339 6,351 6,334 6,346 Wien...... 46,95 47,05 46,95 47,05 Prag...... 12,54 12,56 12,54 12,56 Budapest .. — — — — Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland ... 169,93 170,27 169,88 170,22 Celo...... 72,28 72,42 72,18 72,32 Kopenhagen. 63,89 64,01 63,89 64,01 Stockholm.. 73,73 73,86 73,73 73.87 London ...." 14,32 0,928 14,36 14,325 14,365 Buenos Aire 0,932 0,928 0,932 Neupork ... <427 3,433 3,397 3,403 Brüssel.... 58,99 59,11 58,99 59,11 Italien.... 22,14 22,18 22,14 22,18 Paris ..... 16,61 16,65 16,61 16,65 Schweiz ... 81,47 81,63 81,42 81,58 Spanien... 35,81 35,89 35,56 35,64 Danzig.... 82,42 82,58 82,37 82,53 Japan..... 0,894 0,896 0,894 0,896 Rio de Jan. 0,229 0,231 0,229 0,231 Jugoslawien Lissabon... 5,195 13,03 5,205 13,05 5,195 13,04 5,205 13,06 Berlin, 23.Juni Geld Brief Amertlanhche Roten.............. 3,36 3,38 Belgische Noten.................. 58,83 59,07 Dänische Noten ................. 63,57 63,83 Englische Noten ................. 14,285 14,345 16.63 170,19 Holländische Noten............... 169,51 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 22,02 79 n. 22,10 Deutsch Oesterreich, i IOC Schilling Rumänische Noten............... 2,46 1 4fl Schwedische Noten............... 73,55 7.3.85 Schweizer Noten... ............. 81,24 fll .56 Spanische Noten................ 35,57 Uugarijche Xotei ................