Nr. 145 Erstes Blast 185. Jahrgang Samstag, 24. Juni (935 Erschein» tägltd), nutze» Sonntags und Feierlags Beilagen; Die Illustriert« Gießener Familienblätte» Heimat im Bild Die Scholl» Ifionats: Bezugspreis: Mi» 4 Beilagen RM. l.9b Ohne 30uftriert# . 1.80 Iustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höhere» Gewalt. $emfpre• *4 kA TSCHECHO-, L'Ü - - SLOWAKEI Äi* ////////ßtoi. Unsere Karte zeigt, wie die Aktionsradien der Bombenflugzeuge Frankreichs, Belgiens, Polens und der Tschechoslowakei das gesamte deutsche Gebiet mit Ausnahme eines kleinen Streifens an der dänischen Grenze überdecken. Etwaigen Angriffen der so gefährlichen Bombengeschwader (Frankreich besitzt allein etwa 4000 Kriegsflugzeuge) ist Deutschland nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages völlig wehrlos ausgefetzt. Aber der Einzelne vermag die Gefährlichkeit wenigstens dadurch etwas herabzumindern, indem er lernt, wie er sich während eines Flugzeugangriffs zu verhalten hat. Der so wichtigen Aufklärung dienen die Luft- schutzoeranstaltungen, die jetzt überall durchgeführt werden. des deutschen Bauerntums und anderseits die'Schaffung der Möglichkeit für ein stärkeres Heroortreten der aktiven Bauernpolitik nach außen. Der Reichsobmann für die bäuerliche Selbstverwaltung hat den Landständischen Verwaltungskörper zu führen. Die bisherigen Hauptabteilungen unterstehen dem Reichsobmann. Durch diese Neuordnung ist die produktive Arbeit der einzelnen Abteilungen sicheraestellt, da die Aufgabengebiete sauber getrennt wurden. ♦ Präsident Meinberg erklärte: Als wesentlichste Aufgabe sehe ich die Beseitigung des bisherigen Gegenein- anders und Durcheinanders der verschiedenen Organisationen und Verbände. Bisher überschnitten sich die Arbeitsgebiete der eingenlen Organisationssäulen in unerträglichem Maße. Meine Aufgabe wird es fein, d i e fruchtlose Doppelarbeit zu verhindern, und die Entwicklung auf einen Einheitsland st and zu lenken. Um diese Aufgabe zu vollenden, ist es eine selbstverständliche Voraussetzung, daß die letzten Reste der Reaktion keine Gelegenheit mehr haben, an irgendwelchen amtlichen oder nichtamtlichen Stellen ihre unheilvolle Tätigkeit fortzusetzen. Der Landstand des deutschen Bauern kann nur vom deutschen B a u e r n, der sich seiner hohen sittlichen Pflicht be- wußt ist, und im deutschen Blut und Boden wur- zelt, g e s ch affen und getragen werden. Volk mit DRmim! Don Or. Paul Rohrbach. Nakuru, Kenya-Kolonie, Anfang 3uni 1933. Die englische Kenya-Kolonie grenzt nördlich an das alte deutsche Ost-Afrika und hat ihren Namen von dem hohen erloschenen Schneevulkan Kenya, der mit seinen 5200 Meter Höhe dem einstmals deutschen Kilimandscharo nicht viel nachsteht. Die Llgandabahn durchzieht dies Stück des englischen Afrika vom Hafen Mombasa bis zum Viktoria- See. An ihr liegen die Hauptstadt Nairobi und die meisten wichtigen Punkte des Landes, auch der Ort, von dem diese Zeilen kommen. Die Luftpost, die in einigen Tagen abgeht und sie mitnimmt, braucht nur fünf bis sechs Tage nach Europa. Kenya ist ein Hochland. Man bewegt sich hier dauernd zwischen 1400 und 2200 Meter Meereshohe. Sogar die Sohle des großen geologischen Einbruchs, des ostafrikanischen Grabens, liegt hier immer noch gegen 1400 Meter hoch. Die Höhe macht das Klima gesund. Weite Strecken sind — eine große Ausnahme für tropische Breiten in Afrika — auf europäische 01 r t kultivierbar. Nicht nur Mais gedeiht, sondern auch Weizen und sogar Roggen: in den tieferen Lagen Kaffee. Nairobi, etwas über 1600 Meter hoch, ist noch von ausgedehnten Kaffeepflanzungen umgeben, die eine dem Kilimandscharokafsee ähnliche, sehr hochwertige Sorte liefern. Fröste sind unbekannt, lähmende Hitze ist selten. Der senkrechte Sonnenstand fordert trotzdem, daß womöglich kein Schritt ins Freie ohne Tropenhut gemacht wird. Die Neger sind unempfindlich gegen die äquatoriale Sonnenwirkung auf Haut und Gehirn. Es soll einzelne Weihe geben, die es ihnen gleich tun, aber es bleibt ein Spiel mit Leben und Gesundheit, den unbedeckten Kopf dieser Sonne auszusehen. Wir haben von tragischen Fällen gehört, in denen ein ganzes Leben dadurch zunichte gemacht wurde. Statt des helmartigen Hutes aus Kork oder zusammengeklebten Paphrusschichten werden vielfach auch zw-i übereinandergezogene Filzhüte getragen. Wir haben das Drück gehabt, die mit verschiedenen Llmwegen und anschließenden Ausflügen hin und her auf etwa 300 Kilometer ausgedehnte Fahrt von Nairobi nach Nakuru unter landeskundigem Geleit im Auto zu machen und wollen sie auf dieselbe Art und über eine ähnliche Strecke bis Eldoret fortsetzen, das gleichfalls an her Tlgandabahn liegt. 3n der Tlmgegend von Eldoret wohnen etwa zweihundert deutsche Siedler, die auch eine kleine deutsche Schule Habern Nicht weit, etwa 50 Kilometer davon, liegen die Goldfelder von Kakamega, die seit kurzem aufgeschlossen sind — es handelt sich vorläufig um Alluvialgold — wo auch Deutsche arbeiten sollen.' Das deutsche Element ist in Kenya erwünscht, wegen seiner Ruhe und Arbeitsamkeit. Auch die englische Verwaltung von Kenya hat die Erfahrung gemacht, daß einen Deutschen hier irgendwo Hinsehen, in der Regel die sichere Verwandlung von Oedland in Kulturland bedeutet. Allerdings — der Deutsche kommt meist mit bescheidenen Mitteln und der Engländer mit großen. Kenya ist ein bevorzugtes Siedlungsland für jüngere Söhne aus reichen englischen Familien und für pensionierte Offiziere und Beamte, die nach Ablauf der kurzen und hochbezahlten afrikanisch-kolonialen Dienstzeit noch in kräftigem Alter stehen und durch ihre Pension einen reichlichen Zuschuß zu den Kosten ihres Wirtschaftsbetriebes erhalten. Wenn man so wie wir auf einer gut gewählten Route mit kundiger Beratung durch das Land' fährt, die vielen schmucken Farmhäuser sieht, manche davon recht üppige Wohnsitze, die großen unter dem Pflug stehenden Flächen, die reichen weiten Besitztümer, die selbstbewußten Gestalten der Männer und Frauen, die hier ein afrikanisches England gegründet haben, so erhebt sich doppelter Schmerz über den Verlust unserer eigenen Kolonien. 3n diesem mächtigen, von der Natur gesegneten Stück Afrika spielt es ja gar keine Rolle, wie groß eine Farm oder Pflanzung ist, ob sie nach Hunderten oder nach Tausenden von Hektaren zu bemessen ist, denn im Verhältnis zu der Weite und dem Wert des Bodens sind die Landpreise, die von der Regierung in Nairobi verlangt werden, gering, und Kapital genug bringt der englische Siedler mit. Die Gründung solch eines weiträumigen kolonialen Daseins ist für den Engländer ja eine Selbstverständlichkeit. Seine heimischen Sitten, Gewohnheiten und Bedürfnisse bringt er mit und ist in der Lage, sie au befriedigen. Er hat seine Clubs, seine Golfplätze, er läßt Pferde rennen, er wettet, er spielt Polo, Kricket und was ihm sonst behagt, er hat sein Weekend, die Farmnachbarn besuchen sich alle um „Sundown", d. h. um die Stunde des Sonnenunterganges, mit ihren Autos, sie nehmen ihren Whisky Soda, ihren Cocktail, ihren Gin mit Bitters als eine tägliche Selbstverständlichkeit, wissen auch eine Flasche Bier zu schätzen (ich habe hier auf einem Farmhaus zum Sundown sogar Berliner Pahenhofer getrunken), und nur in diesem 3ahr gibt es Klagen und Sorgen, weil der Regen fehlt. Als eine große Ausnahme, einmal vielleicht in fünfundzwanzig 3ahren, kommt es vor, daß die sogenannte große Regenzeit, in der wir normalerweise jetzt mitten drin sein sollten, sich verkürzt oder fast ganz ausbleibt. Das Letztere scheint in diesem Jahr der Fall zu sein. Dann allerdings sind die Baumpflanzungen, z. B. die Gerberakazien, von denen hier viele Millionen Bäume stehen, in Gefahr, zu vertrocknen, und die gepflügten Felder können nicht bestellt werden. Es wäre zwecklos, eine Saat einzuftreuen, denn vor dem nächsten November ist kein stärkerer Regen mehr zu erwarten, wenn die fällige große Regenzeit einmal vorbei ist. Der ganze Eindruck, den solch eine Fahrt wie die unserige durch Kenya hervorbringt, läßt sich in die drei Worte zusammenfassen: Volk mit Raum! Gewiß, die Kenya-Kolonie ist eins der besten Stücke vom englischen Afrika, aber es gibt noch Australien und Neu-Seeland, es gibt Kanada, es gibt Rhodesien zu beiden Seiten des Sambesi und es gibt die ganze Südafrikanische Union — XLetztc Erinnerung Versäumen Sie ja nicht den Termin des großen aber kinderleichten Frigeo-Preisausschreibens. RM 2000,- in bar und tausend Trostpreise warten auf Sie! (Ob Zitrone, Himbeer oder Orange - ein Glas sprudelnder Limonade aus Frigeo- Trinktabletten kostet 5 Pf.) Kennen Sie schon die Bedingungen? Sonst bitten wir um Ihre Adresse. Frigeo-Trinktabietten Robert Friedel G. m. b. H.» Cannstatt» insgesamt unermeßliche Gebiete mit Siedlungsklirna für Europäer, die der Engländer als seinen nationalen Lebensraum an- sprechen kann. Und wo bleiben wir Deutsche? Wo bleiben unsere aeraubten Kolonien? Ein pensionierter englischer Major, sehr wohlhabender Mann. Großgrundbesitzer und erfolgreicher Farmer hier in der Nachbarschaft, erzählte mir gestern zum Sun- down beim Glase Bier ganz harmlos, er habe noch zwei Besitzungen, die eine 3000, die andere 5000 Hektar groß in bester, gesunder und fruchtbarer Lage in ..Tanganjika". Tanaan- jika ist nichts anderes, als unser altes D ft • afrika. für das die Engländer diesen Namen eingeführt haben. Dos Land hat früher natürlich Deutschen gehört, denen es fortgenommen wurde. Der englische Treuhänder für „feindlichen" Besitz hat es dann für eine Kleinigkeit verschleudert, diesmal an einen englischen Landsmann, sonst häufig an einen Inder oder Griechen. Der Engländer möchte das Land verkaufen, für 40 000 Pfund. Das sind bei normalem Goldkurs 800 000 Mark, und auch aum heutigen Kurs immer noch weit über eine halbe Million. Der,Mann war auf feine Art liebenswürdig und hatte offenbar das beste Gewissen von der Welt; ihm schien gar nicht zum Bewußtsein zu kommen, daß er es einem Deutschen erzählte! Mit seinem ganzen ungeheuren Lebcnsspiel- raum ist es dem Engländer jedesmal eine seelische Selbstverständlichkeit, daß, mag sein Besitz herstammen. wo er wolle, Welt und Menschheit dadurch nur gewinnen können, daß englische Macht und eng- Usches Wesen sich ausbreiten. Volk mit Raum — Volk ohne Raum, soll das auf ewig so bleiben? Kleine politische Nachrichten. Der Staatspolizei- und Landespolizeistelle Dortmund gelang es, in Herdecke, Schwerte und Hagen eine weitverzweigte Geheimorganisa- tion des Roten F r o n t k ä m p f e r b u n d e s oufzudecken 45 Täter wurden ermittelt. Drei der Fcstgenommenen sind rusfischer Nationali- tät. Nach den Feststellungen war der bewaffnete Ausstand und der gewaltsame Umsturz für das Frühjahr 1933 geplant. Er war bis jns Kleinste vorbereitet worden. Nur durch die Festsetzung sämtlicher Funktionäre kam das Vorhaben nicht zur Durchführung. Ernannt wurde der Oberleutnant a. D. Stabs- führer der SA.-Generalinspektion v. Pfeffer zum Polizeipräsidenten in Kassel. * Amtlich wird mitgeteilt: Die Veröffentlichungen über einen angeblich bevorstehenden Rücktritt des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft Dr. Dorpmüller sind von A bis Z erfunden. • Die Gleichschaltung in bar Beamtenschaft der Deutschen Reichsbahn ist nunmehr restlos vollzogen. Der Zentralgewerk- schaftsbund Deutscher Reichsbahnbeamten und Anwärter e. B. hat sich aufgelöst und geht in den Bund Deutscher Reichsbahnbeamten, der im Deutschen Deamtenbund die Reichsfachgruppe I (Reichsbahn) darftellt, über. Der neue Bund umfaßt mehr als 250 000 Mitglieder. • Die Polizeidirektion München hat den »Bähe- rischen Kurier" auf 8 Tage verboten. Die Zeitung hat die Meldung über die Maßnahmen der Reichsregierung gegen die deutsch- nationalen Kampfstafseln mit einer lieber- schrift in Anführungszeichen versehen, die eine lächerlich machende Herabsetzung der Maßnahmen der Reichsregierung darstellt. Außerdem hat das Blatt auf der dritten Seite Rr. 174 vom Freitag, 23. 3uni, eine Reihe von Rachrichten über notwendige Festnahmen und Schutzhaftmaßnahmen in einer Zusammenstellung gebracht, aus der nach der ganzen Art der Aufmachung die Absicht, aufreizendzuwir- ken, klar hervorgeht. Dr. med. Gerhard Wagner, der 1. Vorsitzende des Verbandes der Aerzte Deutschlands (Hartmann- Bund), hat jetzt auch den Vorsitz des Deut- schen Aerzteocreinsbundes (Potsdam) übernommen und ist damit satzungsaemäß Führer der Deutschen Aerzteschaft. * Der Vorsitzende des Aerztebundes der RSDAP., Dr. Wagner, hat im Ramen der deutschen Aerzteschaft einen Betrag von 5030 Mk. der „Stiftung für Opfer der Arbeit" überwiesen- Gleichzeitig ist der gleiche Betrag von 5030 Mk. der .,O b e r st - H i e r l - S p e n d e" überwiesen worden als äußeres Zeichen ihrer freudigen Bereitwilligkeit, tatkräftig mitzuarbeiten an den hohen erbbiologischen Aufgaben, die der Arbeitsdienst für Volk und Ration »u erfüllen berufen ist. Weitere Beiträge für die „Oberst-Hierl-Spende" werden auf das Postscheckkonto Berlin 119 841 erbeten. • Auf Grund der polizeilichen Ermittlungen hat sich herausgestellt, daß der in Tübingen unter deck, Verdacht. am Verrat Schlageters beteiligt gewesen zu fein, verhaftete 29 Jahre alte Alfred Schneider von Reutlingen nichts mit dem Verräter Schlageters gleichen Namens zu tun hat. * Das Geheime Staatspolizeiamt hat die Berliner Tageszeitung „Der R e i ch s b o t e" (Tageszeitung für das evangelische Deutschland) b i s zum 5.3 u I i verboten, weU das Blatt bei der Behandlung der 3udenfrage die Reichsregierung verächtlich gemacht hat. Der französische Botschafter in Nom, d e I o u o e • nel, sieht nach Abschluß des Viererpaktes feine Mission als beendet an. Vermutlich wird der französische Botschafter in Warschau, Laroche, den Posten übernehmen. Dem neuen spanischen Kabinett A z a n a wurde von den Cortes mit 189 gegen 6 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen. Die in Opposition stehenden Radikalen verliehen vor der Abstimmung den Sitzungssaal. Die Konservativen unter Mauro hatten bereits seit acht Tagen an den Sitzungen nicht mehr teilgenommen. • Das Verbot der „Deutschen Zeitung" ist wieder aufgehoben worden, so daß die Samstagoormittags-Nummer des Blattes wieder erscheinen kann. Reichsmimsler Är. Goebbels in Frankfurt Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat am Mittwoch irn Rarhaussaal zu Frankfurt vor den Vertretern der Presse von Hetzen und Hetzen-Notzau eine große Rede gehalten, die mit Recht weithin stärkste Beachtung gefunden hat. Wer — wie der Vertreter unserer Redaktion — als Teilnehmer der Kon- serenz die Darlegungen des Ministers persönlich anhörte, wird feststellen mützen, daß man dort eine politische Kundgebung einer maßgebenden Regierungspersönlichkeit von stärkster Prägung zu hören bekam. Schon rein äußerlich betrachtet stand die Pressekonferenz von Anfang bis zu Ende ganz im Banne biefer bedeutsamen Ministerrede, was sich u a. darin äußerte, daß dem Minister am Schlüsse seiner eindrucksvollen Rede starke Huldigungen der Zuhörer bereitet wurden. Was Minister Goebbels über den bisherigen Verlauf der nationalen Erhebung, für die er mit Recht die Bezeichnung „Nationalsozialisti- sche Revolution" in Anspruch nahm, zu seinen Hörern sagte, war so durchschlagskröstig und allgemein überzeugend, daß dagegen wohl von keiner Seite irgendein Einwand erhoben werden kann. Mit Recht sprach der Minister auch davon, daß diese nationalsozialistische Revolution eine Reform der deutschen Nation an Hauvt und Gliedern bezwecke, die in der Tat unserem Volke nach den verheerenden Wirkungen der 14 Jahre lang marxistisch beeinflußten Politik dringend nötig ist. Mit erfreulicher Entschiedenheit betonte der Redner dabei den Grundsatz der Autorität, die sich bis in die kleinste Zelle des Volkes auszuwirken habe und bet der für jedermann von oben bis unten nur eines das Leitmotiv fein muh: Dienen zum Besten des deutschen Volkes! Die germanische Demokratie", wie Minister Goebbels das Ergebnis der großen Mmfor- mungsarbeit der letzten Monate und die gegenwärtige Grundlage für den weiteren nationalen Aufbau bezeichnete, ist «ine Plattform, auf der jeder wahrhaft deutsche Volksgenosse in vollem Dettrauen zu den Männern der neuen Staatsführung Mitarbeiten und sich in die Front deS na* tionalbewuhten deutschen AufbauvnllenS einglic- bcm kann. Don hier auS wird jeder gute Deutsche gerne seinen Anteil an seinem Platze dazu beitragen, daß das große Ziel erreicht wird, von dem Minister Goebbels sprach: .Sin System zu stabilisieren, das Jahrhunderte hält". Es ist selbstverständlich, daß sich,auch die Presse r ü tf h a 111 o 5 in bie Front bes deutschen Aufbaues ein al ledert und freudig und staatsbeiahend d l e Ziele verwirklichen Hilst, die von Adolf Hitler ausgestellt und von seinem alten Kampfgenossen Dr. Goebbels in Frankfurt in eindrucksvoller Weife erneut verkündet wurden. Werbewoche -es Landesverbandes Hessen des VOA. Ein Aufruf des Landesverbandsführers Staatsrat K Block. Der Verein für das Deutschtum im Ausland, der VDA., hat seinen Namen geändert. Er bleibt in seinem Wesen, in seinen Aufgaben und in seinem Hochziel unverändert. Was er in einem halben Jahrhundert erstrebt und ersehnt hat, das will er auch in dem neuen Deutschen Reich, im dritten Reich, das uns der Führer der deut chen Nationalbewetzung beschert hat, fortführen. Er bleibt der VDA. mit dem blauen Wimpel und mit der Liebe zum Deutschtum im Herzen. Aber er nennt sich jetzt volksbund für das Deutschtum im Ausland. Der neue Name soll uns sagen, daß er nicht mehr ein Verein fein will, der wie manch anderer eine Schar von Getreuen in sich vereint, sondern daß er der Bund aller deutschen Volksgenossen ist. In dieser Stunde der Zeitwende steht die volksdeutsche Idee, das Hochziel des VDA., seit feinem Bestehen und in erhöhtem Maße feit der Demütigung deutschen Volkstums durch das Versailler Diktat, nunmehr unter dem Schutz und der Förderung der von dem Gedanken der Volksgemeinschaft geleiteten Regierung. Nicht mehr ein Verein kann jetzt Tröger dessen fein, was der VDA. wollte und will. Das ganze Volk muß im Volksbund sich bekennen zur Eini- a u n g aller Deutschen in der Welt zu einer seelischen Gemeinschaft, verbunden durch die gemeinsame Sprache, verbunden durch die gemeinsame völkische Kraftquelle deutscher Art und Sitte. Und wenn wir uns jetzt noch Volksbund für das Deutschtum im Ausland nennen, so wollen wir uns doch dessen bewußt sein, daß es für das geistige Großdeutschland des Hundertmillionenoolkes unseres Blutes in der Welt keine Grenzen gibt, daß die Deutschen drinnen und draußen eine Einheit bilden, die sich durchsetzen muß in dem Kampf gegen eine uns heute noch übelwollende Welt, übelwollend, weil sie uns nicht versteht, ober weil sie uns und unsere sittliche Kraft und unsere völkischen Eigenschaften fürchtet und in uns letzten Endes doch das Volk erkennt, das dem neuen und aus den Irrungen der Gegenwart entstehenden Europa den Weg zur Gesundung zeigen wird. Solange aber dieses UebelrooUen noch die Welt beherrscht und zu diesem Kampf gegen bie sittliche Kraft bes Deutschtums führt, müssen wir uns auch bessen bewußt sein, baß bie ganze Schwere bieses Kampfes in erster Linie auj unfern Brübern und Schwestern jenseits der Reichsgrenzen liegt. Die Deutschen im Auslände kämpfen in der Schützenlinie, sie fragen die Lasten bieses Kulturkampfes um Deutfchlanbs Zukunft seelisch, körperlich und wirtschaftlich in viel schwererem Maße, als wir im vinnenreich, und damit in der „Etappe". Und deshalb tnüssen wir noch bis zur Entscheidung dieses Kampfes unsere Unterstützung denen leihen, die für uns da dryußen leiden, deshalb müssen wir noch den Volksbund für das Deutschtum im Ausland bilden, bis der Tag kommt, da der Kamvf entschieden ist und der VDA. sich als Volksbund der Deutschen in aller Welt bezeichnen kann. Vergessen wir es nicht, die Deutschen im Ausland und die Deutschen im Reich sind verbunden in gegenseitigem Geben und Nehmen; vergeßen wir nicht, daß die Volksgenossen draußen uns viel mehr geben, als wir ihnen, daß sie viel mehr opfern, tagtäglich, stündlich, mit Seele und Körper, und daß unser Opfer, das wir in einer sogenannten Werbewoche für das Deutschtum im Ausland bringen, nur ein Bruchteil, nur eine kleine Gegen- gäbe, nur eine Beisteuer ist zu der großen gemeinsamen Opferpflicht aller Deutschen in der Welt. Vergessen wir nicht, daß genau so wie im Kampf um den staatlichen Bestand des Volkes jeder Deut- sche feine Heerespflicht zu erfüllen hat, er im Kampf um bie kulturelle Erhaltung bes Volkstums bie Opferpf 1 icht auf sich nehmen muß. Kein (Stieb unseres Volkes, roeber Mann noch Frau, bars in biesem Kulturkampf bie Vorkämpfer in ber Schützenlinie im Stich lassen. Ieber unb jebe, alle, bie deutsches Blut in ihren Adern haben, müssen ihr Scherflein in dieser Werbewoche des L- D. Hessen beifteuem, alle müssen helfen in freiwilliger Arbeit, in seelischer Gesinnung, in vaterländischem Stolz. Jung unb Alf, Stadt und Land, Lauer, Bürger und Arbeiter sollen Mitkämpfer In diesem Kulturkampf um die Erhaltung unseres völkischen Gutes fein. Niemand darf sich aus- fchließeu. Niemand kann sagen, schon wieder ein Sonntagsopfer, das dritte ober vierte in diesem Sommer, wenn er bedenkt, daß die, für die er opfert, stündlich in deutscher Treue unter Drangsal und Bedrückung unser Kultur- und Bildungsgut mit Herz und Hand betreuen und schützen. Niemand darf am Dpfertag des Landesverbandes ohne die Blume des VDA. sich zeigen. Niemand aber darf sich mit dieser einen Blume begnügen, der noch irgendwo in seiner Tasche einen Groschen hat, der nicht unbedingt für das tägliche Brot nötig ist. Und noch eins darf Anfporn fein, gerade die dies- jährige Werbewoche des Landesverbandes Heffen bes VDA. zu einer befonbers erfolgreichen zu gepalten. Die Pfingfttagung bes Jahres 1933 in Paf- fau war bie glänzenb verlaufene Kundgebung ber beutschen Derbunbenheit mit bem Osten. Die Pftngst- tagung 1934 soll bie Verbundenheit mit bem Westen sein, sie soll ber Auftakt fein für bie Abstimmung bes Saarlandes im Januar 1935 unb für bie Rückkehr in die deutsche Heimat. Fremder Dille hat die Tagung in dem deutschen Saarbrücken unmöglich gemacht. Die Kundgebung erfolgt daher an der Westarenze unseres Vaterlandes. Der Reichsführer des VDA. Dr. Steinacher hat in dankbarer Anerkennung dessen, was gerade Hessen in der Be- sayungszeit an Leid und Opfern vorbildlich und unbeugsam ertragen unb erduldet hat, die Absicht bekundet, bie Tagung 1934 in das Gebiet bes San- besoerbanbes zu legen. Mit Stolz unb Freube bür- fen wir feftftcllen, baß bamit zum ersten Male bie beutschen Brüber aus allen Gauen bes beutschen Sprachgebietes zu uns nach Hessen kommen. Zeigen mir uns dieser Auszeichnung würdig durch ein glänzendes Ergebnis der hessischen Derbewoche und des Blumentages. > Keine Gerichtsgebühren bei Gleich« schaltung von Vereinen. Ddz. AuS Anlaß ber nationalen Erhebung werden bei vielen ins Dereinsregifter eingetragenen Vereinen zum Zwecke der Gleichschaltung Otenberungen ber Satzungen deS Vorstandes und dergleichen vorgenommen. Das preußische Justizministerium hat den 3ustizminister ermächtigt, die daraus entstehenden Gerichtsgebühren für Beurkundungen und Eintragungen inS DereinSregifter niederzu- schlagen oder zu erstatten, sofern die Anträge auf Eintragung bei den Gerichten vor dem 1. Oktober gestellt sind. Taten für Sonntag, 25. Juni. 1530: Verlesung der AugSburgischen Konfession auf dem 50. Reichstage zu Augsburg; — 1822: der Dichter S. Th. A. Hofsmann in 'Berlin gestorben; — 1864: der Physiker Walter Rernst in Driesen geboren. Wettervoraussage. Die Zufuhr ozeanischer Luft durch die in der Rinne tiefen Drucks vorüberziehenden Wirbel dauert unvermistdert fort. Daher bleibt auch die verhältnismäßig kühle und zeitweise regnerische Witterung zunächst noch bestehen. Vorhersage für Sonntag: Weiterhin un- beständig unb ziemlich kühl, zeitweise Niederschläge. Lufttemperaturen am 23. Juni: mittags 15 Grad Celsius, abends 13 Grad; am 24. Juni, morgens 12,8 Grad. Maximum 17,4 Grab, Minimum 12,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Juni: abends 17 Grad; am 24. Juni: morgens 14,1 Grad Celsius. — Niederschläge 19,7 nun. M u ndstücklos Ulen und das ist RAMSES lAllitsverkimdiguligen aus j>en|Siedlungs-6ärtenl|verschiedms] Studenten heraus! oberhefsischen Kreisen durch die Gärtnerei Schwarz Gießen — Telephon 4082 03788 4083 V Offerten unter F. 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Das Kreisamt weist die Vorsitzenden der Schulvorstände darauf hin, die fehlenden amtsärztlichen Zeugnisse bei dauernder Befreiung vom Turnunterricht unverzüglich bei den Eltern der in Frage kommenden Schüler anzufordern und erwarten zum 15. Juli !. I. Bericht. Fehlanzeige ist nicht erforderlich. Kreis Lauterbach. Das Kreisamt beauftragt die Bürgermeistereien in Anbetracht der Wichtigkeit der Ernte für die Volksernährung und Viehhaltung, in ihren Gemeinden ernstlich darauf hinzuwirken, daß die Lagerung von Heu und Frucht in der unmittelbaren Nähe des Bahnkörpers der.Eisenbahnlinien unterbleibt. Die Lagerung von Heu und Frucht in der Nähe der Eisenbahn ist wegen der Gefahr einer Entzündung durch Funkenauswurf der Lokomotiven besonders gefährlich und hat schon häufig großen Schaden angerichtet. Sie wollen daher diese Lagerung von Heu usw. am Bahnkörper möglichst verhindern oder beschränken. Das Kreisamt empfiehlt, vorstehende Anordnung und Warnung wiederholt in der Gemeinde ortsüblich zur Kenntnis der Bevölkerung zu bringen. Die Befolgung ist zu überwachen. Pens Neu er derPä 1 Gas 6ejt. io restaun SS Nifo ,'-timi Werbungen nut Le- Schriftl. Ang. unt. 16endlauf unt.4135 D 03806 a. d. Gb. Az.| an den Gieß. Anz. Motorrad 300 Kubikzentimet., wenig gefahr., fast neuwert, Umst. halber, billig zu verk. Z. ersr. i. d. Geschst. d. Gieß. Anz. [0383i 2/iOHanomag zu verkaufen. Schristl. Ang. unt. 03818 an d. G. A. v. ruh. Beamtfam. sofort od. spät. ges. Sckriftl. Ang. unt. 03848 a. d. Gß. Az. Wohnungsvergebung. Bei der unterzeichneten Baugenossenschaft sind zum 1. Juli d. I. oder später 4 Dreizimmerwohnungen mit Küche und Zubehör zu vermieten. 4037D Nähere Auskunft durch die unterzeichneten Vorstandsmitglieder der Baugenossenschaft 1894 zu Gießen Eingetr. Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. H. F o u r i e r. E. M ü l l e r. Hausmädchen das perf. koch, kann, f. bess. 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Juli 1911 werden im Einvernehmen mit der Provinzialdirektion Oberhessen für die am 2. Juli 1933 auf dem Flughafen in Gießen stattfindende Flugveranstaltung innerhalb der von dem Herrn Reichsver- kehrsminister bestimmten Flughasenzone folgende Sicherheitsmaßnahmen angeordnet: 4154C IHototroO Zündavv, billig abzugeben. 03849 1 Hammftraße 5. Schöne 4-ZimmerWohnung m. Bad, Balk., Erk., Mans.v.l.7.preisw. 3000 M. auf la Objekt gegen gute Sicherheit und pünktl. Zinszahl. v. Selbstgeber gesucht. Schriftl. Ang. unt. 03809 an d. G. A. • Motorrad 1 NSU 500er 2 Zyl. mit elektr. Licht, 1 500er Salolea Tvort, 1 Ardie 500er m. Beiwag., äuß. günst. z. verk. Anzus.Hindenburg- wall 7, Werkst.03842 Piano guterh., f. 120,-Mk. zu verkaufen. 0384s Ludwigstr. 28, H. Gasherd z. Kochen u. Backen, sehr gut erhalten, zu verkaufen. os^so Stevbanftraße 51p +Samenbart (Genchtshaare) u.a.last.Haarewerd. nur durch die o. mir angewandte, einzig sich. 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Auf die Verfügung des Kreisamtes Gießen vorn 19. Ium 1933 im Amts- verkündigungsblatt 9h:. 32 vom 20. Juni 1933 wird hiermit besonders hingewiesen. Gießen, den 23. Juni 1933. [4134C Bürgermeisterei Gießern y. V.: Dr. Seib. 10006t als Hypothek auf erstklassiges Anwes. von gutem Zinszahler gesucht. Schriftl. Ang. unt. 03857 an d. G. A. Randwerksmeister! eigener Beruf, sucht mit einer Dame, angen. Erscheinung, gesetzte ftämm. Figur, BrMwechs. zw. Heirat. Witwe nicht ausgeschlossen. Schriftl. Ang. unt. 03819 an d. G. A. IWWen Kilometer 15 Pf. Tel. 2375. Q38so Schönes Miet-Boot in bestem Zustande, zu verkaufen. Zu erfr. i. d. Geschst. d. Gieß. Anz. 03820 Vollständig neue Badewanne Umst. halb. f. -K 45,- zu verk. Näheres: Lndwigftr. 26 IL 16-20 Ubr. [03839 Modernes (finfamiiienbans i. Südviert., steuerfrei, bei 7000 Mk. Anzahl, günst. zu verk. Schr. Ang. u. 03834 a. d. Gb. Az. 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Im Westen: Dem von der Gansmühle in südwestlicher Richtung nach dem Trieb führenden Weg entlang, Ostrand der Wiesecker Spielplätze bis zur Straße Gießen—Rödgen. ? Für die Dauer der Sperrzeit ist das Betreten des innerhalb der obengenannten Grenzen liegenden Gebiets nur mit Aus- weifen der Flugleitung oder nach Lösung der von dieser ausgegebenen Eintrittskarten und lediglich auf den von der Flugleitung hierzu bestimmten Zugangswegen gestattet. § 3. Die Straße Gießen—Rödgen ist von 13.30 bis 18 Uhr nur für den Durchgangs- verkehr von Gießen nach Rödgen und umgekehrt geöffnet. § 4. , Der von dem Stadtwald unmittelbar nach dem Flughafen führende Feldweg wird von 15 bis 18 Uhr für jeglichen Ver- kehr gesperrt. § 5- Den Anweisungen der Polizei ist Folge zu leisten. § 6. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung werden mit Geldstrafe bis zu 90 RM. bestraft. und -Jjfl pänsie.'J beionti. 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An den sanften Berghangen ringsum stehen Reben, Reben und nochmals Reben, und dann erst folgen Wiesen, Oleder und Gärten. Himmelsrech, Mandelpsad, Fuchsloch und Dubenhölle sind Dirmsteiner Lagennamen von Ruf. Bon hier bezog schon um 1600 die Wormser Geistlichkeit ihren Ti sch wein. Wir wandern durch das kleine, verträumte, malerische Städtchen. Es ist, als schritten die Jahr- Hunderte mit uns. Auf dem alten Friedhof stehen unter srühlingsrünen Bäumen sormschöne Grabsteine des 17. und 18. Jahrhunderts. Richt weit davon, in dem barocken, wappengeschmückten Burgbaus residierten einst die Wormser Bischöfe. Durch die gotische Pforte des alten Trep- pcnturmcs schritten oft hohe Kirchenfürsten, die gern die idyllische Ruhe dieses Ortes an Stelle des ewigen Streites mit den reichsfreien Bürgern der Landeshauptstadt Worms eintauschten. Bi- schöslich war Dirmstein bis 1803. Dem Bischof Franz Ludwig aus dem kunstfrohen Hause Schönborn verdankt es seine größte Zier: die stattliche Kirche. Balthasar Reumann, der geniale Erbauer der Würzburger Residenz, stellte dieses Gotteshaus mit den drei feinen Portalen mitten in den Ort. Das Innere ist weit und licht und erfreut durch die Schönheit seiner barocken Ausstattung. Frommer Sinn schuf um 1700 vor der Kirche ein malerisches Bild. Unter dem Laub uralter Kastanien steht ein ergreifendes Kruzifix, ein unsagbar schönes, echt pfälzisches Motiv. Stolz und Zierde Dirmsteins sind die schönen alten Adelshäuser des 17. und 18. Jahrhunderts. Unter dem Krummstab war gut leben. Das erkannte der Adel und stellte seine schloßartigen Häuser in die kleine Stadt. Reich und malerisch gestaltete das 18. Jahrhundert das Ortsbild. Barocke Gestaltungsfreude spricht aus dem feinen, mit Inschriften überschriebenen Portal, das ein ausdrucksvoller St. Michael krönt. Barocke Madonnen schauen in das malerische Bild der Straßen hinein: und manches schöne Zunstzeichen an den Torbögen behäbiger Bürgerhäuser erinnert an den Gewerbefleiß vergangener Jahrhunderte. Um 1780 bestand in Dirmstein eine Dischöslich- Wormfische Fayence-Fabrik. Ihre Erzeugnisse tragen die Wormser Schlüffelmarke und haben den Ort in der Kunstwelt bekannt gemacht. Das ausgehende 18. Jahrhundert schenkte der kleinen Residenz nod) Köstliches: Zwei englische Parkanlagen von F. W. Schell. Schön und feierlich wirken die uralten Bäume, das niedere Barockschloß der Freiherrn von Koeth-Wanscheid und das entzückende klassizistische Badehaus der Grä- sin Brühl im Dämmerdunkel einer geheimnisvollen Sommernacht. * Dirmstein ist noch nicht „entdeckt"! Wer aber einmal durch die Straßen der kleinen Stadt ging, im Hofe des alten Bischofsschlosses gestanden hat, oder von den sanften Höhen aus das liebliche Bild des Ortes mitten in grünen Weinbergen geschaut hat, der wird all diese reizvollen architektonischen und landschaftlichen Schönheiten dankbar in der Erinnerung behalten. Wanderfahrten. Lieber — Hohensolms — helshol; — Düneberg — Lieber. Wir fahren mit Sonntagskarte nach Bieber, durchschreiten den Ort und gehen, zunächst ohne Wegezeichen durch das liebliche Biebertal, an den Mühlen vorbei, die aussichtsreiche Landstraße nach dem reizvoll gelegenen Königsberg, wo wir der Burgruine einen Besuch abstatten, um uns an dem prächtigen Ausblick zu erfreuen, und wandern weiter nach dem hochgelegenen Hohensolms (gute Unterkunft). Hier beginnt die schwarze Punktmarkierung, die uns auf der folgenden Wanderstrecke begleitet. Das Zeichen führt uns an dem stimmungsvollen Kriegerdenkmal vorbei über den sog. Hals mit hübschen Fernblicken nach dem bewaldeten Helsholz. Rach geraumer Zeit wird der Wald durch ein Stück freies Gelände unterbrochen mit wiederum reizenden Blicken auf den Dünsberg und Königsberg. In der Rähe des Forsthaufes Bieber beginnt der Aufstieg, der uns in bequemen Windungen auf den Gipfel des Dünsberges bringt. Sonntags sind.oben Erfrischungen zu haben. Don (Rachdruck, auch auszugsweise, verboten.) In über 300 deutschen Reisebüros und mehr als 1000 Annahmestellen dieser Reisebüros hat in den letzten Tagen der Platz- karten-Dorverkauf für den Ferien-Reiseverkehr eingesetzt. Soweit sich die Lage bisher überblicken läßt, ist die Rachfrage nach Platzkarten sehr groß. Außerdem macht man die Beobachtung, daß der überwiegende Teil der Reisenden die verbilligten Ärlaubssahrkarten anfordert. 3n Deutschlands größtem Reisebüro. Es befindet sich im Potsdamer Bahnhof in Berlin. Ein Dutzend Beamter sind allein damit beschäftigt, über den Schalter hinweg, am Telephon und am Schre blisch, die direkten, fernmündlichen und schriftlichen angeforderten Auskünfte über die bequemsten Reiseverbindungen, über Hotelpreise und Fahrkartenpreise, über Ausflugsmöglichkeiten von den für den Ferienaufenthalt auserfehenen Punkten in die Umgebung zu beantworten. Dor den Schaltern stehen Menschenmassen. Man sieht, daß der Wille zum Reisen, zum Ausspannen auf einige Wochen, da ist! Man hat Zeit vor den Schaltern, — muß Zeit aufbringen, denn mancher beschäftigt „seinen" Beamten allein eine Viertelstunde. Und nimmt man sich etwas Muße, genauer aus die Gespräche zwischen den Auskunftsbeamten und den Kunden zu achten — man hört in allen Reisebüros ziemlich dieselben — so wird man gewahr, daß diese Büros über eine ganze Menge von der Plattform des im Dorjahre vorn Dünsberg- verein mit erheblichen Mitteln erhöhten Aus- sichtsturrn genießt man eine wundervolle Rundschau, eine der großartigsten im ganzen Lahn- tal. Die schwarzen Punkte führen unS über drei Ringwälle hinab, später an einem kleinen ®c- birgsee vorüber nach unserem Endziel Bieber. Dauer der Wanderung knapp 5 Stunden. Gießen — Annerod — Oppenrod — Reiskirchen — IBirberg — Grünberg. Wir gehen den als Butterweg bekannten schönen Waldpsad nach Annerod und von hier, den Fernewald durchquerend über Oppenrod nach Reiskirchen Der Weitermarsch führt zunächst nach Winnerod mit seinem altersgrauen, efeuumrankten Kirchlein. Hier treffen wir die von Bersrod kommende blaue Dreieckmarkierung, der wir jetzt folgen. Durch Feld und Wald, öfters schöne Ausblicke genießend, gelangen wir durch das Dörfchen Bollnbach hinaus zum hochgelegenen Kirchspiel Wirberg, einem ehemaligen Ronnen- kloster, wo sich uns eine prächtige Aussicht weit in das Land erschließt. Zum Abstieg wählen wir den hinter der Umfassungsmauer in das Tal führenden Pfad, der uns nach Göbelnrod bringt, von wo wir nunmehr die Landstraße nach Grünberg einschlagen bzw. heimsahren. Wanderzeit bis Göbelnrod 4'_>, bis Grünberg 5 Stunden. regelrechten „Stammkunden" versügen. Man „kennt sich" seit fünf, seit zehn Jahren... „Sie wollen nach Rügen?! Da hat es Ihnen wohl vor zwei Jahren so gut gefallen!“ — „Oh, Herr Eichenbach, wieder nach Ostpreußen? Diesmal haben Sie bedeutend bessere Derbindungen als 1930!" Die Reichsbahn hat diesmal weniger Ferien - Sonderzüge fahren lassen als in vergangenen Jahren. Die verbilligten Som - mer-Urlaubskarten wirken sich dahin aus, daß sie gegenüber den um den gleichen Prozentsatz verbilligten Ferien-Sonderzügen bevorzugt werden. Man ist nicht an den einen Zug gebunden, kann die Reise an beliebigen Orten unterbrochen, mit anderen Zügen weiterfahren. 50000 essen täglich aus Mähern. In den Speise- und Schlafwagen erwartet man mit Recht für die Ferienmonate eine beträchtliche Zunahme der Zahl der Gäste! Allerdings dürsten die Rekordzahlen der kommenden Reisesaison gerade den Durchschnittszahlen der vorigen Jahre entsprechen — aber das ist schon immerhin bereits ein erfreulicher Fortschritt. In der Hauptreisezeit rollen täglich zahlreiche Speisewagen über die Gleise der Reichsbahn. 5000 Köche, Kellner und Begleitpersonen sind erforderlich, um während der Monate Juli und August täglich bis zu 5 0 0 0 0 Speisewaaengäste zu bedienen, für ihr leibliches Wohl zu sorgen, die rollenden Restaurants zu Aufenthaltsstätten zu gestalten, die sich nicht wesentlich von großen Hotels unterscheiden. Am 1. Juli beginnt für die Speisewagen die Saison der „G e s ch i r r b r Ü ch e"! Der Geschirr- bestand wird während der Hauptreisezeit einmal, der GlaSbestand ost sogar zweimal vollkommen erneuert. Interessant ist auch ein Blick aus den für den Monat Juli im Speisewagenbetrieb erwarteten Rohmaterialienverbrauch Eine halbe Million Eier, 300 000 Stück Gebäck, 20 000 Liter Milch. 350 000 Pfund Kartoffeln, eine OBiertel- million Pfund Fleifch, 300 Zentner Wild und Geflügel, je 300 Zentner Butter und Fifche. 500 Zentner Gemüse, 250 Zentner Zucker und 12 500 Pfund Kaffee Mehrere Güterzüge voll Lebensmittel sind notwendig, um den Bedarf der Speisewagen für den Hauptreisemonat zu decken. schlaf- und Liegewagen erwarten ihre Gaste. Während in den Wintermonaten nur 160 Schlafwagen in Dienst gestellt werden, ist Zahl für die Hauptreisemonate auf annähernd 300 erhöht worden. Ungefähr 3000 Fahrgäste der Reichsbahn schlafen allnächtlich im fahrenden Bett. Soweit man eS aus den Anfragen in den Reisebüros bis jetzt übersehen kann, dürsten die Schlafwagenplätze für die Ferienreisezeit auf Tage hinaus im Handumdrehen ausverkauft werden. Der stark ermäßigte DettpreiS hat den Schlafwagen im letzten Jahr schon verhältnismäßig viele Reisende zugesührt, die früher noch die TageS- züge benutzt haben. Während in allen anderen Monaten im Schlafwagen der Typ des eiligen Geschäftsreisenden vorherrschend ist, der alle Derbindungen und die besten Anschluhrnöglichkeiten im Schlaf auswendig Vertagen kann, erwartet man jetzt den Erholungsreisen den, dem es ganz neu ist, im rollenden Bett zu übernachten. Alles in allem: der deutsche Fremdenverkehr scheint auf eine gute Saison 1933 rechnen zu können! H. H. Reisewinke. Radiumbad Lbcrschlcma. Gastein-Reisende aus Deutschland wird es durch die gesetzlich verordnete Ausreiseerschwcrung von jetzt ab erheblich weniger geben. Die an (Saftein gewöhnten Erholungsuchenden finden vollwertigen Ersatz im Radiumbad Oberschlema, dem stärksten Radiumbad der Welt. Cs liegt schön im wald- umrauschlen sächsischen Erzgebirge, hat SchonungS- klima, ist das jüngste Heilbad Deutschlands und hat sich sprunghaft entwickelt dank seiner überragenden Heilerfolge. Lonnwcndfcier und Maßnmalwtihe in Wcrthcim am Main. Am 24. und 25. Juni findet in Wertheim und Kreuzwertheim eine braune Sonnwendfeier und die Weihe des Kafselstein - Mahnmals statt. Mehrere ReichLstatihalter haben ihr Erscheinen zu den Feiern und beim Ausmarsch aller nationalen Verbände des badischen und bayerischen Frankenlandes zugesagt. Der Automobilklub Main-Tauber hat eine ADAC.-Sternfahrt zur Sonnwendfeier des Frankenlandes ausgeschrieben. Die Waubskatle verdrängt denKnen-Sonderzug Platzkarten stürmisch gefragt! — Dreitausend reifen allnächtlich im Bett. Die Saison des „Bruchgeschirrs" beginnt. Sommeraufenthalt das obcrbcff.'Jiotcnbutn nlllllllPral -VnImft.o.jVrantfurt/9W. üUvIUyvIl i'/^Bnbnstunde v Gießen £>crn. Sommer micbe.'.MuoncöebntcVaub' und 'Jiiibelronibimgen Hübsche Spazier 8 änge.RlsSluientb.s.Erholungsbedürftige eionb.geeignet n.ncrn besticht.Gefunden Klima ni.triicherHöhenluft.Bolle Pension in nuten Häusern 3,50—5 RM Pauschal- nufentbalt für 1—4 Worb, v 26—!)0 RM Prospekte durch d. BerkebrSoerein am Fuße des Vogelsberges, außerhalb des Dorfes, anerkannt gute Verpflegung. Bei 4 Mahlzeiten Mk. 2.50. Anna Seim, Lardenbach (Oberh.). Tel. Mücke 15. Haus Roland BAD SALZHAUSEN Pension / Cafe / Restaurant Neu eröffnet! — Um fiefl Zuspruch bittet der Pächter: E. SCHRÖDLR. «117D Bad-Nauheim”20 Gasthaus „Zur Waldlust“ beit, ich 1860 - Größter, bürgert. Gartenrestaurant am Piave. -Eigene Lchweine- tnevgerei Bürgert. Msttagstifch. Reichl). Abendkarte Billigste Preise. Mufmerb samste Bedienung. Hauvtsveüalität: Criginal fclbflgcfcltcrtcr Apfelwein Iah.: Frtti Haan, Bete Hnnpt- n. Tannnsstr. Niederspas am Rhein bei Boppard Pension Wirth. Polle Pension Mk.3 25-3.50. 4 Mahlzeiten. 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Geschmückt stehen Daum und Strauch. Die Schollen tragen festlich Gewand. Wie ein Meer der Fruchtbarkeit wogt das weite Grün. Halm an Halm schaukelt im sonnigen Licht, im befruchtenden Wind- Dazwischen leuchten roter Mohn, blaue Kornblumen. Uni) die Reife geht mit segnender Hand über die bunte Fülle hin, die in trächtiger Schwere den Tagen der Reife entgegenschwingt. Sommerl 3n diesem Wort klingen tausend Hoffnungen, wehen die schönsten Träume, und wenn der Abend über Land geht, liegt das weite grüne Reich still wie ein Märchen, in dem das Leben verhalten fein ewig tiefes Lied vom Wachsen und Reifen singt. Ein Gang durchs Kornfeld trägt auch uns über die Straße des Alltags hinaus. Aus der Scholle wird uns wieder die unendliche Kraft, der Mutter Erde Segen in seiner tiefsten Schöne bewußt. Kind dieser Erde empfindet jeder den Wert der Heimat, die nie müde wird, zu schenken und zu spenden. Die reisenden Kornfelder sind die Feststunden der Natur, unsere Vorbilder. 3n diesem Gleichnis strahlt uns, wie selten wo, der Sieg der Arbeit, der Lohn der Mühe entgegen. Wer zu säen verstand, der Saat ihre Pflege angedeihen ließ darf mit glücklichen Augen die Heranwachsende Fülle sehen, mit hoffenden Händen die schweren Aehren greifen. Das hohe Lied der Natur singt in den Aehren wie in uns die Freude über die Frucht, in der wir das tägliche Brot sehen dürfen. Noch einige Wochen, und die grünen Wogen glänzen in reifem Gold, glühen wie leuchtendes Abendrot, beruhigend, besänftigend, ein gülden Geschenk der ewig spendenden Mutter Natur! Der Landmann sieht mit sorgendem Auge seinem Segen entgegen, hofft auf viel Sonne und glückliche Zeit, aber mit ihm wünscht auch der Städter gutes Gedeihen, reiche Ernte, denn der Tisch, der hier gedeckt ist, soll uns allen in Stadt und Land wieder Kraft und Leben geben. So will es unsere Erde, so gibt es der Herr, und wir sollen dankbaren Herzens und in froher Zuversicht durch die Aehrenfelder gehen, denn ewig bleibt das Wort wahr: „(Solange die Erde stehet, soll nicht aufhören Same und Ernte!" Zohanmsfeuer. Mehr als in der vergangenen Zeit werden in diesem Jahre die Johannisfeuer den Zauber der Juninacht erhöhen, in der sich die Sommersonnenwende vollzieht. Nach dem urchristlichen Glauben war dies nicht der 21., sondern der 24. Juni, der Geburtstag Johannes des Täufers. Zur Verwischung heidnischer Spuren ließ das spätere Christentum in den germanischen Ländern den Johannestag an die Stelle des Baldurfestes treten, das ursprünglich ebenfalls am 24. gefeiert wurde, und gab den Bräuchen eine neue Deutung. Und doch lodert in den Johannisfeuern das Vermächtnis mit des stärksten Erlebnisses unserer Vorfahren, die mit der Natur nicht allein in engerer Verbundenheit lebten, sondern auch ihre religiöse Vorstellungswelt mit den Geistern belebten, die sie überall wirkend glaubten und empfanden. Die in Baum und Halm und Strauch, in Quelle und Stein nur die- Verkörperungen der geheimnisvollen Kräfte sahen, aus denen alles wird, und die mit ihrem Dasein auch das Leben des Menschen zum Guten oder in sein Gegenteil zu wenden vermögen. In den Nächten um die Sonnenwende wurde der Entscheidungskamps der dunklen mit den Lichtmächten ausgefochten, die ihren Platz an der Sonne beanspruchten. Die Feuerbrände, die durch das Land loderten, sollten den Glauben an die Unvergänglich- Ausruf zum Volksdeutschen Pflichtopfer! Die nationalsozialistische Revolution hat die tief- innere Gemeinschaft aller Menschen deutschen Blutes wieder zum großen, bestimmenden Erlebnis unserer Tage gemacht. Die Millionen der Deutschen sind durch die Idee Adolf Hitlers erneut und unverbrüchlich miteinander verbunden. Wir find endlich wieder ein Volk geworden. Dieses gewaltige Erlehnis aber kann vor den Reichsgrenzen nicht Haltmachen. Denn jenseits dieser Grenzen leben 30 Millionen deutscher Brüder, die durch die geschicktliche Entwicklung oder das Gewaltdiktat unserer Gegner von der Heimat losgelöst auf fernem Posten kämpfen. Lange hat man sich um sie wenig oder kaum gekümmert. Milionen und Abermillionen find Kulturdünger fremder Welt geworden. Das muß aufhören. Aus dem neuen Erlebnis des Dritten Reiches knüpft sich erneut und unzerreißbar das Band zu denen, die vor der Reichsgrenze in Abwehr um deutsches Leben und deutsche Ehre ringen. Nur morsche Gesinnung und Gedankenlosigkeit unter den Deutschen, die hinter dem schützenden Zaun des Reiches sitzen, kennt Neutralität gegen den Lebenskampf des Deutschen, unseren Volkstums vor den Reichsgrenzen. Das neue Deutschland kennt nur eines: Gemeinsam mit allen Volksgenossen drinnen und draußen in Freude, Not und Kampf zu- sammenstehen. Der deutschen Wiedergeburt im Reich muß die deutsche Selbstbehauptung außerhalb der Reichsgrenzen entsprechen. Wie der Kampf der Waffen vom Manne die Wehrpflicht fordert, so verlangt der Volkstumskampf, der auf allen Außenfronten eine scharfe Fortsetzung des Krieges der Waffen ist, die allgemeine Opferpflicht. Erneut tritt in diesen Tagen der VDA. vor das Volk: in mehr als einem halben Jahrhundert treuer, pflichtbewußter Arbeit hat er am Werke der Unterstützung für die auf bedrohtem Außenposten um ihr Volkstum kämpfenden Deutschen geholfen. Die Führer des neuen Deutschland, Reichspräsident und Volkskanzler, haben diese Arbeit gewürdigt und ihre verstärkte Fortsetzung zur Pflicht gemacht. So rufen auch wir das heffenvolk aus: helft alle und gebt, wenn die Sammler des VDA. zu euch kommen! Sorgt dafür, daß aus der kleinsten Gabe aller, die sich stolz Deutsche nennen, ein Kampfschah erwachse, der dem VDA. über das bisher Erreichte hinaus den planvollen Einsatz volksdeutscher Hilfe an allen gefährdeten Fronten ermöglicht! Stehe keiner zurück, wenn es gilt, dafür zu sorgen, daß edelstes Wollen, immer opferbereite Haltung deutscher Abwehr jenseits unserer Grenzen nicht zuschanden werden! gez.: Dr. Werner, Ministerpräsident, gez.: Ringshausen, Oberschulrat. keit und zeitlose Größe des Göttlichen im All wach- halten, das den Boden mit übersinnlicher Weihe nährt, so daß im Sonnenrad das Symbol mütterlicher Urkraft heranwuchs. In dem jungen Gotte Baldur hatte sich die erdnahe Innigkeit des Erlebens, hatte sich der zu- kunstsgläubige Sinn bodenoerwurzelter Pölker und Stämme ein kraftvolles und leuchtendes Sinnbild feiner blutvollen Lebensbejahung geschaffen. Die sieghafte Selbstbehauptung der Sonne war in Baldur zur Jugend geworden, die das Schicksal der Scholle zu tragen berufen ist. Weil der Boden, aus und auf dem sie wurde, heiliges Land ist, getränkt mit dem Blute der Ahnen, deren Erbe zu erhalten und zu mehren ihr Teil ist, deshalb lodern die Son- nenwendfeuer über die deutschen Gaue. Lodernde Brände leidenschaftlicher Liede zu Land und Volk wollen und sollen sie fein, und den Siegrunen gleich mögen die Flammen emporzüngeln in die lebenswarme Nacht der Sonnenwende. K. J. G. Gießener rsochenmarktprerje. • Gießen, 24. Juni. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Landbutter 120 Pfennig, Kochbutter 103, Matte 25, Wirsing (grün) 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 10, Spargel 40, Bohnen (grün) 35 bis 40, Erbsen 20 bis ,25, Mischgemüse 10, Feldsalat 50, Zwiebeln 10 bis 12, Kartoffeln (alte) 3,5 bis 4 (Ztr. 2,50 bis 2,80 Mk.), (neue) 12, Rhabarber 8 bis 10, Kirschen 20 bis 25, Stachelbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 35 bis 45, junge Hähne 90 bis 100, Suppenhühner 70 bis 80 Pfennig pro Pfund; Tauben 50 bis 60, Eier (inländische) 8,5 bis 9, Käse 4 bis 10, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 3 bis 10. Salatgurken 25 bis 40, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 15 Pfennig pro Stück; gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Radieschen 5 bis 10 Pfennig pro Bund. Bornotizen. — Lageskalender für Samstag. Hessischer Landesverband evangelischer Männer- vereine: 10. Jahreshauptversammlung am 24. und 25. Juni. — Gewerkschaftsbund der Angestellten: 20.30 Uhr, „Hessischer Hof", Monatsversammlung. — Verbünd Deutscher Techniker: 20.30 Uhr, Gewerkschaftshaus, Schanzenstrahe, Versammlung. — VfB. 03 : 20.30 Uhr, Familienabend im Dereinsheim. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „An heiligen Wassern". — Tageskalender für Sonntag. Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Drand- platz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung, „Vorformen künstlerischen Schaffens". — Neues Schloß: 11 bis 13 Uhr: Werbe-Ausstellung hessischer und rheinischer Kunsttöpfereien. — SA.-Fliegerersah- truppe: 20 Uhr, Volkshalle, Deutscher Abend verbunden mit Flugzeug-Taufe. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „An heiligen Wassern". • ** Sonnwendfeier der Studentenschaft. Bei der morgen abend auf dem Trieb stattfindenden Sonnwendfeier der Gießener Studentenschaft wird der Hochschulgruppenführer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes Edler Bernhard von Graeve die Ansprache halten. ** Wieder kommunistische Flugblät- ter verteilt. Der Polizeibericht meldet: In der letzten Nacht wurden hier wiederum Flugblätter kommunistischen Inhalts verteilt. Vier junge Leute, die im Verdacht stehen, an dieser Verteilung mitgewirkt zu haben, wurden festgenommen und dem Polizeiamt zugeführt. Das Ermittlungsverfahren ist im Gange. ** Großer Wohnungsdiebstahl in Butzbach. Von der Landeskriminalpolizeistelle Gießen wird mitgeteilt: In der letzten Nacht wurde in Butzbach in der Wohnung eines Bauunternehmers eingebrochen. Die Täter stahlen eine Menge Schmuck- und Kleidungsstücke von hohem Wert, zu deren Erlangung sie sämtliche Behältnisse der Wohnung mit einem Stemmeisen erbrachen. Nach der Tat verschwanden die Spitzbuben-spurlos. Die polizeilichen Ermittlungen wurden von der Landeskriminalpolizeistelle Gießen ausgenommen. IekWiüdeiimksN Roman von Helma von Hellermann. 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Einen Augenblick stand der Mann regungslos. Dann hob er das Kinn. Es war, als wehre er irgendeinem aufsteigenden Gefühl. „Warten, Peters", befahl er. Und ging in die Bank hinein. 2. Kapitel. Wera war die große Treppe hinaufgehaftet, rannte in die Garderobe für die Verkäuferinnen und entledigte sich rasch ihrer Hüllen. Aus dem Spiegel, vor dem sie glättend über die Haare strich, blickte ihr ein schmalwangiges Gesicht entgegen, auf dessen blasser Haut rote Erregungsslecke brannten. Unnatürlich groß schienen die schwarzen, dichtum- wimperten Augen durch die dunklen Schatten, die darunter lagen. Sie sah es nicht, prüfte nur die Festigkeit der kleinen Krawatte, rückte am Gürtel der dunklen Wollbluse und eilte eine halbe Etage tiefer in die Abteilung für Herrenkonfektion, an deren hinterster Tafel sie Krawatten und Handschuhe verkaufte. Kein Tageslicht drang hier hinein, auch bei hellstem Wetter mußten diese Räume künstlich beleuchtet werden. „Na, Wera, kommste schon wieder zu spät? Hier, schnell, ich hab' die Tafeltücher schon zusammengelegt — da steht der Karton mit den neuen Selbstbindern, die wir auslegen sollen", begrüßte sie eine kleine dicke Brünette, die eifrig hinter dem Ver- kauftstisch hantierte. Aus dem runden Gesicht stach eine Stupsnase vergnügt und unternehmungslustig in die Luft.. Wera streichelte ihren Arm. „Du Gutes, hast meine Arbeit mitgernacht — tausend Dank! Ich mache dafür die deine heute abend." „Laß nur", wehrte die Kleine gutmütig, „haft wohl wieder Kopfschmerzen? Siehst so furchtbar blaß aus. Ein Glück, daß die Alte noch nicht bis hierher kam, sie ist sowieso nicht gut auf dich zu sprechen. Ich glaube, du bist ihr zu fein — paß auf . . ." Das letzte ein zischendes Geflüster. Eine stattliche Frau, etwa Mitte dreißig, kam durch den langen Gang auf die beiden Mädchen zu. Das Geklapper ihrer hohen Stöckelschube klang irgendwie herausfordernd und unangenehm, fand SBera, deren kalte Hände mechanisch weiter die seidenen Schlipse sortierten. Die Schritte hielten. „Das ist ja ungemein freundlich von Ihnen, Fräulein Wera, daß Sie sich so pünktlich ins Geschäft bemüht haben!" Ein Blick auf die diamantenfunkelnde Armbandurhr. „Es ist ja erst halb neun durch! Darf man fragen, welche Ausrede Sie heute zu benützen belieben?" Das Mädchen hielt inne mit der Arbeit, richtete sich auf, stand sehr gerade und sah der Fragenden voll ins geschickt geschminkte Gesicht. Sie war plötzlich ganz ruhig geroorben. Nur der letzte Tropfen Blut wich aus den etwas hohlen Wangen. „Ich bitte sehr um Verzeihung, daß ich wiederum zu spät kam, Fräulein Henner. Es wird nicht wieder Vorkommen." Der warme Klang ihrer schönen, kultivierten Stimme stach merkwürdig ab gegen die grelle Schärfe der anderen. „Das vorige Mal fuhr doch ein Motorrad in den Autobus", erinnerte die kleine Brünette höflich ihre Vorgesetzte. Die zog die gemalten Brauen hoch. „Mit Ihnen habe ich nicht gesprochen, Fräulein Weber. Auch war das keine Entschuldigung. Wer gewissenhaft seine Pflicht tun will, warte? eben nicht bis auf die letztmögliche Verbindung. Und diesen guten Willen haben Sie nicht. Werde es mal dem Chef melden . . ." Die harte Stimme brach jäh ab. Mit verbindlichem Lächeln klapperte die Dame auf den hohen Hacken einem Jüngling entgegen, der soeben die Abteilung betreten und sich suchend umsah. „Was wünscht der Herr? — Handschuhe? Bitte sehr, gleich hier hinten! Zeigen Sie dem Herrn mal die gesteppten Dogskins, Fräulein Wera! Wundervolle Imitation, von echtem Leder nicht zu unterscheiden, das Allerneueste, mein Herr." Wera Wettern nahm Maß, langte zwei Kartons vom Lager herab, breitete aus, pries die Güte und Billigkeit der Ware, probierte an. Der junge Mensch sah nicht die schlanken, wunderschön geformten Hände, die sanft glättend die Dogskins, die nicht von echtem Leder zu unterscheiden waren, über seine dicken Wurstfinger zogen, sah nicht das zarthäutige, feine Gesicht, unter dessen gesenkten Lidern die dichten Wimpern bläuliaje Schatten auf die blaffe Haut warfen. Seine Aufmerksamkeit war-ganz und ungeteilt auf die Handschuhe gerichtet, die drei Mark sünsundneunzig Pfennig kosteten und ihn zum vollendeten Gent stempeln würden. Die Sippen des Mädchens preßten sich zusammen. Die Innenfläche dieser starr aufgerichteten Hand war feucht von Schweiß, die Nägel ungepflegt, mit schwarzen Rändern. Unter dem zurückgeschobenen Hut hervor drang der Geruch von Pomade in aufdringlicher Stärke. Eine plötzliche Uebelkeit überfiel Wera. Sie mußte sich zusammenehmen, um fertig zu probieren, so heftig und unbezähmbar war der Widerwillen, den dieser junge Mann ihr gründ- und sinnlos einflößte. Ja, grundlos. War er denn anders als all die Menschen, die sie tagein, tagaus von früh bis spät seit Monaten hier bediente? Wie hatte sie es nur ertragen, wie ertrug sie es nur — den Lärm, das Stehen auf müden Füßen, die heiße stickige Lust geschwängert von der Ausdünstung der sich 'vorbeischiebenden, drängenden Massen, zu der sich die Gerüche der nebenan liegenden Konditorei nach Fett, Süßigkeiten und Kaffee gefeilten, das grelle Licht der Lampen, das einem in den Augen brannte . . . Von wundervoller Weichheit waren die Teppiche in Großmamas Haufe gewesen, zartfarbige Seidenhüllen umschlossen die Kerzen des Kronleuchters — Großmama, unter berem weißen Haar die schwarzen Augen so streng und so lustig aufblitzen konnten. Nie hatte die kleine, zierliche Frau eines An- lehnens bedurft, bis an jenem fürchterlichen Morgen, da die Halbgelähmte, einen Laternenpfahl zur Stütze im Rücken, ihrem Tod erhobenen Hauptes und furchtlos entgegensah. Ein Stoß in die Seite. „Aber, Wera, du träumst wohl?!" Eine gutmütige Männerstimme: „Fräulein, mein Kassenzettel ..." Wera Wettern zuckte zusammen. „Verzeihung, mein Herr, sofort! Hier — wenn ich bitten darf!" Ein Laufmädchen, in beiden Händen einen großen Korb voll Ware, für die hinter der Abteilung liegenden Kassen- und Verpackungsstellen bestimmt, kam herangekeucht, blieb stehen: „Fräul'n Wera soll zum Chef raufkommen! Liber gleich!" Die in der Nähe tätigen Mädchen horchten auf und betrachteten Wera — Neugier ohne Mitleid in den gespannten Zügen. Sie war ihnen wesensfremd — und fremd geblieben. Die kleine Brünette nickte bedeutsam. „Aha, jetzt kommt's Donnerwetter an höchster Stelle. Halt nur die Ohren steif. Werachen, sei recht freundlich, sag', du warst krank! Der Alte glaubt’s, siehst ja zum Umpusten aus. Nur keine Angst!" Wera lächelte matt. „Ich habe keine Angst, Liebes." Die kleine Anne Weber sah der Davoneilenden einen Moment nach, ehe sie die vor 'ihr stehende dicke Dame mit der Baskenmütze nach Wunsch und Begehr fragte. Nett klang das: Liedes, Gutes ... Wie schwebend die schlanke Gestalt dahinschritt, als berühre ihr Fuß kaum den Boden. Die goldflim- mernden Haare, im Nacken zum Knoten geschlungen, und die schwarzen 2lugen wirkten doch riesig apart, überhaupt das ganze Mädel. Irgendwie war Wera anders als sie alle. „Bitte sehr, gnä’ Frau, was roar's?" Wera Wettern stand im Zimmer des Abteilungs- chefs, der aus den Tiefen seines Klubsessels ihr höfliches „Guten Morgen!" kurz erwiderte und eine ganze Weile weiter Notizen in einem kleinen Heft machte, ehe er dasselbe in die Brusttasche steckte und sich seiner, noch immer bescheiden an der Tür stehenden Besucherin zuwandte. „Fräulein Wettern?" „Jawohl, Herr Direktor." „Fräulein Henner hat mir gesagt, daß Sie zweimal in dieser einen Woche zu spät gekommen sind — zweimal!" Stark betont. „Zur Kaffeevisite ist das wohl so Usus, bei uns nicht — bei uns nichts Noch stärker betont. „Welche Entschuldigung haben Sie anzugeben?" „Das erste Mal stieß der Autobus mit einem Motorradfahrer zusammen, heute —" Sie stockte, dachte an die Mahnung der kleinen Weber: „Sag', du warst krank, der Alte glaubt’s!" — „Nein! Heute habe ich es verschlafen", vollendete sie ruhig. „Ver—" Der stämmige Mann mit den vollen, geröteten Wangen derer, die gern und gut essen, setzte sich mit einem Ruck gerade. „Das ist ja die ** Volkskonzert des Orchester-Vereins. Man schreibt uns: Auf die Aufführung der „Neunten Symphonie" oan L. van Beethoven am 6. Juli, 20 Uhr, tn der VMkshalle fei hiermit nochmals besonders hingewiesen. Neben vier hervorragenden Solisten werden der Große Chor (350 Sänger und Sängerinnen) und das volle Orchester (80 Musiker des Orchesteroereins) unter Prof. Dr. Temesvarys künstlerischer Leitung ihr Bestes zur weihevollen Wiedergabe des herrlichen Werkes geben. Jeder Musikliebhaber dürfte mit Interesse der Veranstaltung entgegensehen. Niemand sollte die seltene Gelegenheit versäumen, sich diese imposante Tonschöpfung bei den äußerst niedrigen Eintrittspreisen anzuhoren. Für die auswärtigen Besucher gibt die Reichsbahnverwaltung Sonntagskarten aus. Das Konzert ist 21.30 Uhr beendet, sämtliche Züge sind somit noch bequem zu erreichen. (Siehe heutige Anzeige.) ** Verbandsfest des Oberhessischen Posaunenchorverbandes. Am 16. Juli findet in Gambach das Verbandsfest des Ober- hessischen Posaunenchorverbandes statt. Die Leitung liegt in Händen des Verbandsvorsitzenden, Pfarrer Lenz, Gießen, während die Chöre von dem Derbandsdirigenten Weihbindermeister Boller, Lang-Göng, geleitet werden. Aus allen Teilen der Provinz liegen Anmeldungen, zum Feste vor. Der Festsonntag wird mit Chv- ralblasen auf den Plätzen des Dorfes eingeleitet. ** Reichsbahnsonderzug nach Oberammergau. In der Zeit vom 1. bis 9. Juli veranstaltet die Reichsbahn eine Sonderfahrt nach dem berühmten Passionsdorf Oberammergau, das, herrlich inmitten der bayerischen Alpen gelegen, den Teilnehmern der Reise Gelegenheit zu schönen Ausflügen bietet. Für die Rückfahrt ist ein eintägiger Aufenthalt in München vorgesehen. Der Gesamtpreis für diese Ferienreise beträgt einschließlich Fahrpreis ab Gießen, Un- tterkunft und Verpflegung 65,80 Mk. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Zusammenschluß in der 21 n g e ft el(< ten-Krankenversicherung. Die 14 nicht- verbandlichen Ersatzkosten in der Angestellten-Kran- kenversicherung haben sich zum Zwecke der Fusion freiwillig und unter Zustimmung der Hauptvor- stände bzw. Aufsichtsräte zusammengeschlossen. Bis zum 30. September werden die neue Satzung und die Versicherungsbedingungen festgelegt, sowie die technischen Einzelheiten der Ueberleuung durchgeführt. Die so zufammengeschlossenen nichtoerband- lichen Angestellten-Krankenkafsen stellen sich der deutschen Angestelltenjront, unter Führung des Reichstagsabgeordneten Forster, zur Mitarbeit zur Verfügung. Entgegen anders lautenden Mitteilungen erfolgt die Betreuung der Mitglieder der 14 nichtverbandlichen Ersatzkosten nach wie vor durch diese, unabhängig van den fünf Verbandskassen der Angestellten, die nach den neuesten Mitteilungen erst gegründet werden sollen. ** Zusammenkunft der 105. Inf. - Div. d. Mackensen. Zur Pflege des vaterländischen Gedankens und zum Zwecke des Ausbaues der Vereinigung wird, nachdem bereits im Februar eine Versammlung stattgefunden hat, am Sonntag, 2. Juli, im Hotel Kobel in Gießen eine weitere Versammlung abgehalten, zu der alle Kameraden der 105. Jnf.-Div. und ihrer sämtlichen Formationen eingeladen sind. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Zuchtviehversteigerung in Alsfeld. Der Landwirtschaftskammer-Ausschuß für Oberhessen veranstaltet am Montag, 10. Juli, in Verbindung mit dem Prämienmarkt in Alsfeld eine Zuchtviehversteigerung, auf der etwa 20 Bullen des hessischen Fleckviehs aus Leistungszuchten und 6 Eber des veredelten Landschweines zur Versteigerung kommen. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Hohe! Wohl die Nacht durchamüsiert, und während der Geschäftsstunden schläft man dann — es wird ja bezahlt!" Voll gerechter Entrüstung funkelten die Brillengläser die Sünderin an. „Nein, Herr Direktor, ich gehe abends nie aus!" Ein scharf betrachtender Blick. „So?! Hm! Krank gewesen?" „Nein, Herr Direktor, nur" — eine kleine Bewegung der schmalen Hände, hilflos, voll unbewußter Anmut — „verschlafen!" Wieder ein „Hm!" „Wenn wir das nun alle machten — schöne Wirtschaft — was?" Es kam scyon viel milder. „Sie werden einsehen, daß das nicht geht, nicht wahr?" Hübsch und schlank war das Madel, feine Züge ... Eigentlich nicht sein Typ; er liebte bas Handfestere, aber doch irgendwie reizvoll. „Schon lange bei uns?" „Fast ein Jahr, Herr Direktor." Weiche Stimme, angenehm, schmeichelte sich ins Ohr — und herrliche Haare. Naturblond, große Seltenheit in dieser Schattierung. Gute Haltung — so in einem Umhang aus ganz weich gearbeitetem Hermelin, Perlen in den Ohren ... Komisch, ganz deutlich sah er sie so vor sich. Ein eng anliegendes schwarzes Kleid aus seidigschimmerndem Georgette fiel über schlanke Hüften. Er langte ein Verzeichnis aus dem Regal über dem Schreibtisch herunter, blätterte darin. Ein großer Solitär funkelte am Finger der fleischigen Linken. „Wie heißen Sie gleich ...? Wettern?! Wa — We — Wer hier, Wettern ..." Er hob nun überrascht dem Kopf. „Da steht ja: Gräfin Wettern!" „Ich mache keinen Gebrauch von meinem Titel, Herr Direktor, habe ihn nur der Ordnung halber angegeben, damit meine Papiere und Zeugnisse übereinstimmen." „Soso! Setzen Sie sich, Fräulein Gräfin — so fetzen Sie sich doch! Zigarette gefällig? Nein? Aber Sie gestatten hoffentlich, daß ich — ja, sehen Sie, mein liebes Fräulein, das erklärt vieles!" Der glatt» geschorene Kugelkopf nichte dem Mädchen vergnügt zu. Wie ein Schweinchen sieht er aus, dachte Wera und mußte bei diesem Gedanken wider Willen lächeln, was Direktor Bösling auf feine angenehme Gegenwart bezog. Wie ein rosiges, gesundes Schweinchen, das gut gefüttert wird! „Sie find das Frühaufstehen nicht gewöhnt", fuhr er wohlwollend fort, „das viele Stehen und der Lärm ermüden, und die Bezahlung ist — unter uns gesagt — auch nicht gerade fürstlich. Sie armes Hascheri, Sie —" Er beugte sich vor, tätschelte leise, gleichsam rekognoszierend, die im Schoß liegende Hand und ließ sie, da Wera ihre Finger wie unabsichtlich fortzog, auf dem Knie liegen. Deutlich spürte sie die Wärme, die von dieser fleischigen, supermanikürten Männerhand ausstrahlte. Widerwärtig! Aber die Angst ums tägliche Brot ließ sie einige Sekunden lang still verharren, ehe sie sich, ein wenig anders setzend, von den Berührung befreite, (Fortsetzung folgt.) Wer Heimatblatt: Der Gießener Anzeiger! t ne Stimme aus dem ländlichen Leserkreis. Bon einem langjährigen Abonnenten des „Gießener Anzeigers" in einem Dorfe der Wetterau, der feit Jahren Mitglied der NSDAP ist, geht uns unaufgefordert folgende Zuschrift mit der Ditte um Deröffent- lichung zu. D. Red. MS überzeugter Rationalfozialtst.^er in feinem ganzen Leben nie nach links abwich und schon zu Otto Böckels Zeiten mit unserem verehrten Staatspräsidenten Dr. Werner Schulter an Schulter kämpfte, ist es mir ein Herzensbedürfnis, eine Lanze für unser liebes Heimatblatt den ,Gießener Anzeiger" zu brechen. Ich betone Herzensbedürfnis — nicht etwa be st eilte Arbeit — denn das würde gegen meinen Charakter gehen Wir Leser sind mit diesem Blatte so verwachsen, daß es uns (ich weih, daß sehr viele genau so denken» unver- stündlich ist, wenn man es in letzter Zeit heftig bekämpfte. Die Bolksgemeinschaft hat doch wirklich ein Anrecht daraus, daß man eine Zeitung, die sich immer für die nationale Sache einsehte und sich nie in marxistischem Sinne betätigte, nicht/ schädigen und damit die Existenz eine großen Anzahl guter nationaler Elemente vernichten darf. Unser Führer Adolf Hitler betonte wiederholt, daß man das gute „Alte" heibehalten will, und schon aus diesem Grunde hat das Blatt seine volle Berechtigung. Nehmen wir einmal Verleger und Schriftleiter unter die Lupe, so haben wir es mit den Rach- ffcmmen von feit Jahrhunderten rein arischer und gut evangelischer Volksgenossen zu tun, die das Ehrenschild ihrer Familie stets rein und unbefleckt bewahrt haben. Der Heimatgedanke, den der Gießener Anzeiger vertritt, fußt auf demselben Grunde, auf dem wir Aationalsozia- listen stehen. Die Beilage .Heimat im Bild" bringt so schöne Bilder unserer engeren Heimat, wie sie die besten illustrierten Blätter nicht vollkommener bringen können, und die wirklich gut ausgewählten Artikel lassen jeden auf seine Rechnung kommen. Für uns ländliche Bewohner ist die Beilage .Die Scholle" ein unentbehrliches Not- und Hilfsbüchelchen geworden, das sich mit jedem landwirtschaftlichen Fachblatt messen kann. Die überaus regen Anfragen sind hierfür ein unumstößlicher Beweis. Alan macht dem .Gießener Anzeiger" den Dorwurf, daß er sich so spät u m g e st e l l t habe. Daraus möchte ich nur anführen, was unser großer Führer und seine treuesten Bannerträger ebenfalls schon oft aussprachen, man solle den guten Kräften nicht den Weg zum neuen Staat erschweren, denn olle, die später kommen, kommen aus wirklich innerer Lieberzeugung. Unter Heimatblatt war immer unparteiisch rechts eingestellt und es steht auch heute s e st hinter der nationalen Regierung. Wir wollen heute unser ganzes Volk zu- sammenscyließen und freuen uns, daß sich unser Heimatblatt voll und ganz hinter unseren großen Führer Adolf Hitler stellt and dadurch uns noch näher kam, als es schon seither der Fall war. Wir erbliden in der Anfeindung auch nicht eine solche von feiten der nationalfozialistischen Partei, sondern totr sehen hier nur den Konkurrenzkampf verschiedener Zeitungsverleger. Nicht jedem Menschen liegt die Politik: dem größten Teil unserer ländlichen Frauen ist solche gerÄezu ein Greuel, besonders wenn sie zur Wahlurne schreiten müssen. Ihr Volk und Vaterland ist das deutsche Heim und die deutsche Familie; trotzdem erfreut es sie, wenn Vater und Kinder in der Hitlerbewegung stehen und für die große Idee ihres Führers kämpfen. Für sie gilt, was unser großer deutscher Dichter sagt: „Glückliches Volk der Gefilde, noch nicht zur Freiheit erwacht, teilst du mit deiner Flur, fröhlich das enge Gesetz. Deine Wünsche beschränkt der Ernte ruhiger Kreislauf; wie dein Tagewerk gleich, windet dein Leben sich ab." Die aanze Aufmachung des G. A. wird von vielen Lesern dankbar Empfunden. Ganz besonders trägt der Umstand zu seiner Beliebtheit bei, daß er den Lokalnachrichten seines Leserkreises besondere Aufmerksamkeit widmet. Ein Blatt, das ub.r ein Menschenalter die heimatliche Bevölkerung erfaßt hat und im besten und edel st en Sinne Dien st an der Heimat leistete, muß zum Segen unserer heimischen Bevölkerung und zur Ankurbelung der Wirtschaft unter allen Umständen erhalten und lebensfähig bleiben. Wir alten Leser, Die wir heute fast durchweg auf nationalsozialistischem Boden stehen, werden unserem alten, lieben Heimatblatte Sie Treue wahren, denn wir wissen, daß sich unser Führer auf den Gießener Anzeiger verlassen kann. Wir halten es daher für eine Ehrenpflicht, auch weiterhin diesem Blatte die Gesa l g s cha f t z u i e i ft e n , da wir sonst eine große Anzahl Volksgenossen um ihre Existenz bringen würden. Heil Hitler!" Oer Weg zum Qualitätsobst. Besichtigung der Schädlingsbekämpfungsversuche der Landwirtschastskammer in Konradsdorf. Die Hessische Landwirtschastskammer hatte dieser Tage au einer Besichtigung der obstbaulichen Spritz- versuche in Konradsdorf eingeladen. Ungefähr 160 Lanidwirte und Obstzüchter aus den Kreisen Büdingen und Schotten hatten sich zu dieser Besichtigung eingefunden. In der großen Goldparmänenanlage der Domäne Konradsdorf hat die Hessische Land- Wirtschaftskammer durch ihren Obstbauinspektor bereits im Vorjahre ausgedehnte Schädlingsbekämp- futtdsversuche ausführen lassen, die im Zusammenwirken mit Domänenpächter Ho 1 zriter und dem Kreisobstbauoerein Büdingen, noch weitere drei Jahre durchgeführt werden sollen. Diese Versuchs- und TUusterfprihungen dienen einerseits dazu, für die vorliegenden Verhältnisse bl« besten Spritzmittel ausfindig zu machen, anderseits soll den Obstzüchtern der Umgegend der praktische Erfolg einer rationellen Schädlingsbekämpfung vor Augen geführt werden. Obstbauinspektor E n k l e r • Gießen teilte in einem einleitenden Vortrag den Besichtigungsteilnehmern das Wichtigste.über die Versuchstätigkeit der Landwirtschaftskammer auf dem Gebiete der obstbaulichen Schädlingsbekämpfung mit. Unter einer Führung wurden dann die Versuchs- pritzungen besichtigt. Die etwa 600 Gold- mrmänen enthaltende Anlage zeigte einen sehr be- riebigenben Qbftbebang. Die Teilnehmer waren von bem ausgezeichneten Stanb der Bäume sehr überrascht. Unbehandelt gebliebene Kontrollreihen, welche mit den Nestern der Apfelbaumgespinstmotte bedeckt und schon stark vom Schorf befallen waren, dienten als vorzügliches Vergleichsmaterial. Die Parzelle 1. die eine Spritzung mit Kupfer- kalk-Wacker und Bleiarsen erhalten hatte, wies bei dem augenblicklichen Entwicklungszustand der Bäume den besten Stand auf. Die mit Bleiarsen behandelten Bäume waren in allen Versuchsparzellen ganz frei von den Nestern der Gespinstmotte. Die unbehandelten Sergleidjsbäume waren sehr stark von Gespinstmotten befallen. In einer kurzen Ansprache führte Domänenpäch- ter Holzrichter aus, daß er auf Grund der bei den Versuchen im Vorjahre gesammelten Erfahrungen die ganze Anlage, mit Ausnahme des Versuchsfeldes, einer 3- bis 4maligen Behandlung mit Kupferkalk Wacker und Bleiarsen-Paste unterziehe. Es war interessant zu hören, baß auch die im Jahre 1932 behandelten und tragbar gewesenen Dbftbäume 1933 wieder tragen. Es zeigt sich also, bah durch eine orbnungs- mäßig ausgeführte Schäblingsbekämpfung eine befsere Verteilung ber Obsternten zu erzielen ist. ObstbauinspSktor M e 11 e r n i ch-Bübin- machte noch einige interessante Feststellungen i. Schädlingsbekämpfung und sprach der Hessischen Landwirtschaftskammer den Dank des Kreisobstbauver- eins Büdingen für die Durchführung der Versuche in Konradsdorf aus. Diesen Ausführungen schloß sich im Auftrage der Besichtigungsteilnehmer der Bürgermeister von Selters an. Obstbauinspektor En Iler von der Hessischen Landwirtschaftskammer bezeichnete die Erzeugung von Qualitätsobst heute mehr denn je als eine vaterländische Pflicht. Sie Qualitätsobsterzeugung sei aber ohne rationelle Schädlingsbekämpfung nicht möglich. Die Hessische Landwirtschastskammer berate die Obstzüchter nicht nur mit Worten, sondern auch durch die Vorführung praktischer Beispiele. Strafkammer Gießen. * Gießen, 23. Juni. Ein Chauffeur von Bad- Nauheim hatte sich im Jahre 1929 mit einer Hotelköchin verlobt. Da er sein altes Auto verkaufen und ein neues kaufen wollte, erhielt er von feiner Braut und deren Schwestern einen Betrag von etwa 2600 Mark. Der Verkauf des alten Autos kam nicht zustande. Bei dem Kaufabschluß über bas neue Auto zahlte er 1600 Mark an, bie restlichen 1000 Mark oerroenbete er angeblich, um bie Restschulb für bas alte Auto abzubecken. Das Amtsgericht Bad-Nauheim hatte hierin eine Unterschlagung erblickt, da ihm seine Braut das Geld nur als Anzahlung für bas neue Alto gegeben haben wollte. Nach umfangreicher Beweisaufnahme sprach ihn bie Strafkammer, dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend, mangels ausreichenden Beweises frei Eine Arbeiterin von Ilbenstadt hatte im Winter 1932 füt eine Wöchnerin bei der Ortskrankenkasse in Frankfurt a. M. die Wochen- und Stillgelder ab- geholt und hiervon jeweils Beträge von einigen Mark unterschlagen. Die von dem Amtsgericht Friedberg erkannte Freiheitsstrafe wurde mit Rücksicht auf die seitherige Unbestraftheit der Angeklag- ten und sonstige Milderungsgründe in eine Geld- [träfe von 60 Mark umgewandelt. Reichsstaifhalier Sprenger in Mainz. Mainz, 23 Juni tWSA.) Gestern nachmittag fand in dem mit dem VUdnis des Reichskanzler- und mit den Fahnen schwarz-tveih-rot und Hakenkreuz gefd;müdtcn großen Saale des Stadthaufes die erste Sitzung des neuen StadtrateS statt, zu der der Reichsstatthalter Sprenger fein Erscheinen zugefagt hatte. Reichsstatthalter Sprenger begrüßte die Fraktion der ASDAP vor Beginn der Sitzung im Hause der Kreisleitung, worauf er fich nach dem Stadthaus begab, um der Sitzung beizn- wvhnen Außer der Stadtverwaltung mit dem Slaalslommislar und kommissarischen Oberbürgermeister Dr 'Barth an der Spitze waren 16 Ra- tionalsozialisten, 9 Zentrumsleute, ein Mitglied des Christlich-Sozialen Dolksdienstes und ein Mitglied der Deutschen Etaatspartei anwesend. Staatskommissar Dr. Barth begrüßte den Reichsstatthalter und wandte sich dann den Mitgliedern des Stadtrates zu, die er darauf aufmerksam machte, daß es einen Gemeinde Parlamentarismus nicht mehr gebe. Zu parteipolitischen Auseinandersetzungen werde in diesem Hause feine Gelegenheit mehr gegeben werden. Dr. "Barth nahm sodann die Einführung und Berufung der Mitglieder deS Stadtrates vor. Sodann gab er die personelle Zusammensetzung der Ausschüsse usw. bekannt, wogegen sich kein Einspruch erhob. Zum Schluß teilte er mit, daß der Stadtrat in der nächsten Woche wiederum einberufen werden wird, um über den Etat von 1933 zu entscheiden Reichsstatthalter Sprenger begab sich dann auf den Balkon des Stadthauses, von wo er eine tiefgründige Ansprache an das Publikum, die SA. und die SS. hielt. Die Ausführungen des Reichs- statthalters wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. Nachdem Staatskommissar Dr. Barth dem Reichsstatthalter den Dank der Bevölkerung für feinen Besuch zum Ausdruck gebracht hatte, fand die Kundgebung mit einem Sieg-Heil auf das deutsche Volk, den Reichspräsidenten, den Volkskanzler und den Reichsstatthalter ihr Ende. Reichsstatthalter Sprenger besucht die Frankfurt a. M., 23. Juni. (WSN.) In Begleitung des Oberbürgermeisters Dr. Krebs besichtigte heute ber Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, bie „ Rekosa ". unter ber Führung des Ausstellungsleiters, Direkwr Schulze, unterrichtete sich ber Reichsstatthalter über den Stanb der Lebensmittelversorgung, insbesondere über bie Fortschritte auf bem Wege zur Selbstversorgung. U. a. besuchte er auch bie Stäube Ungarns und Lettlands, um ein Bilb über bie wirtschaftlichen Beziehungen biefer beiben Länber zu Deutschland zu gewinnen. Besondere Beachtung widmete der Reichsstatthalter der landwirtschaftlichen Ausstellung, die gerade von ber näheren Umgebung reich beschickt ist. Im Verlaufe der Besichtigung wurde ihm ein Bild überreicht, das anläßlich des Besuches der Ausstellung „Haus, Herd, Technik" in Mainz ausgenommen worden war. Kundgebung der evangelischen Pfarrer von Starkenburg. Darmstadt, 23. Juni. (WSN.) Gestern fand hier eine außerordentliche Konferenz evangelischer Psarrer Starkenburgs statt. Nach einleitenden Worten des Superintendenten der Provinz, Dr. Müller, sprach Prälat D. Dr. Dr. Diehl eingehend über die kirchliche Lage. In der lebhaften Aussprache der fast vollzählig erschienenen Pfarrer der Provinz kam der einmütige Wille zum Ausdruck, trotz der Verschiedenheit der Beurteilung ber Lage im einzelnen in fester Gemeinschaft im Dienste an Evangelium, Kirche und Vaterland zusammenzustehen. Das kam auch in einer einstimmig gefallen Entschließung zum Ausdruck, die folgenden Wortlaut hat: „Die am 22. Juni versammelten Geistlichen der Provinz Starkenburg stellen sich einmütig hinter bie Hessische Kirchenbehörbe und billigen ihre Haltung in ber gegenwärtigen Lage ber Erneuerung unserer Evangelischen Kirche. Sie sprechen der gesamten Kirchenbehörde, insbesondere dem Herrn Prälaten D. Dr. Dr. Diehl, ihr oo Uftes Vertrauen aus. Die Pfarrerschaft tritt geschlossen dafür ein: 1. daß die Evangelische Kirche in ihrem reformatorischen Chrakter rein erhalten und nach den Grundsätzen des Evangeliums, in selbstverständlicher Treue zum deutschen Volkstum, verbunden mit dem nationalen Staat, weiter ausgebaut wird; 2. daß für unser Gebiet die Großhessische Kirche geschaffen werde; 3. daß die notwendige Reform der hessischen Kirchenverfassung unverzüglich weiter und zu Ende geführt wird. Die Pfarrerfchaft spricht sich dafür aus, daß dem Herrn P r ä l a t en für diese Aufgaben die weit- gehend st en Vollmachten erteilt werden. G. A.Spvrt. Vorbereitungen zum Kreisturnfest in Reiskirchen. Die Vorbereitungen für bas am 8., 9. und 10. Juli hier ftattfinbenbe Kreisturnfeft des 7. Kreises des Bezirkes Hessen derDT., ber aus dem früheren Lahn-Dünsberg-Gau der ADI. durch die Zusammenlegung ber lurnoerbänbe gebildet wurde, das mit dem 25jährigen Stiftungsfest und einer Bannerweihe des hiesigen Turnvereins „Gut Heil" verbunden ist, sind in vollem Gange. Es sind allein für etwa 400 Turner Unterkunft zu schaffen Da sich größere SA.-Abteilungen beteiligen, muß ein weiterer Turnplatz in der Nähe des Schießftandes des hiesigen Kriegervereins geschallen werden. Das Kreisttirn[est, das ursprünglich am 1., 2. und 3. Juli stattfinden sollte, mußte wegen des am gleichen Tage In Alsfeld stattfindenden Gauturnlestes des Gaues Hessen um eine Woche verlegt werden. öonöboll im (Hau Hessen (O.T.) To. Heuchelheim 1 — Io. Lützellinden I. Zu einem Gesellschaftsspiel empfängt am kommenden Sonntag Heuchelheims Erste die gleiche Mann- ((haft vom To. Lützellinden. Die Gäste, bie in letzter Zeil gegen spielstarke Gegner sehr gute Ergebnisse herausholen konnten, verfugen über eine durchlchlag- krastige Els, die den Einheimischen sehr zu schassen machen wirb. Vorher stehen sich Launsbach II und Heuchelheim II gegenüber. Wirtschaft. Frankfurter Börse freundlich. F r a n k s u r t a. M., 24. Juni. (WTB. Drahtmeldung ) Die Börse quittierte bie heute oorliegenben Anregungen aus ber Wirtschaft an den Aktienmärkten mit freundlicher Haltung. So wirkte der Rückgang ber Arbeitswsenzisfer und bas Straßen- bauprogramm günstig. Von ber günstigen Entwick- lung bei Stahlverein konnten besonders die Mon- tanroertc profitieren. Zu ber Befestigung trug weiter bie Nachricht von ber Fortführung der Londoner Konferenz bei, ebenso die heute leichtere Haltung des Dollars. Außerdem war verschiedentlich Deckungsbedürfnis für Vorverkäufe zu bemerken; bie durchschnittlichen Besserungen hielten sich allerdings in mäßigem Rahmen. Von Montanwerten gewannen Harpener 0,5 v. H. und Phönix 1 v. H. Nur Buderus gaben 1 v. H. nach. Kali Aschersleben litten unter den Meldungen von starker ausländischer Konkurrenz und verloren 1,5 v. H. Bon Spezialwerten erhöhten IG., Metallgesellschaft, Eonti Gummi und Eonti Linoleum um 0,5 d. Sy, Deutsche Erdöl und Scheideanstalt etwa 1,5 o. Sy Elektropapiere zeigten Schwankungen von 0,25 v. Sy nach beiden Seiten. Bon sonstigen Aktien waren Zellstoff Aschaffenburg und Akkumulatoren Berlin 0,5 bis 1 o. Sy gebessert, während Zellstoff Waldhof 0,75 o. Sy unter dem Einsatz notierten. Am Rentenmarkt waren Altbesitz behauptet. Neudesitzanleihe gaben 0,75 o. Sy nach. Bon Spezialgebieten lagen Goldschmidt gleichfalls schwächer, da ber Aufwertungssatz als ungenügend angesehen wurde. Reichsschuldbuchforberungen waren im Angebot und gaben etwas nach, dagegen konnten sich Stahlvereinsbonds um 1 v. Sy erholen. Am Pfandbriefmarkt waren bie Werte der Einheitsgruppe gut gehalten, die ber Frankfurter Institute ziemlich unoeränbert. Don Ausländern waren 5>v. H.-Goldmexikaner vernachlässigt und 0,30 v. Sy schwächer, Türken waren uneinheitlich. Reichsbahnvorzugs- aktien blieben behauptet. Im Verlaufe konnten sich an den Aktienmärkten bie Kurse nicht voll behaupten, vielmehr machte sich infolge der Geschästsstille und wohl auch in Anbetracht ber abbröckelnden Kurse am Aktienmarkt Einbußen bis zu 1 d. Sy bemerkbar. Tagesgeld war zu 3,5 v. Sy unverändert. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 25. Juni. 2. Sonntag nach Trinitatis. Stabtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Ehristen- lehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde; 9.30: Pfr. Weiß (Darmstadt); 11: Kinderkirche für die Matthäusgcmeinde. — Dohanneskicche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Ehristenlehre für die Neukonfir- mierten ber Iohannesgemeinde; 9.30: Pfr. Bechiols- heimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Io- hannessaal; Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; zugleich Ehristen- lehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Kandidat Heinemann. — pelruskapelle. 8.15: Ehristenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; 9.45: Pfarrassistent Surfer. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde; Psr. Ausfeld. — wieseck. 9.30: Hauptgottcsdienst, 10.45: Kinderkirche. — Grohen-Buseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Ehristenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. — Albach. 8.30. — Steinbach. 10. — Klein- Linden. 8: Gottesdienst; 10: Kindergottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 24. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 25. Juni. 3. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.15 Uhr: Messe; 6.30: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. — Echzell. 11: Messe mit Predigt. Oeffentlicher Sonntagsbien st. Polizei: Telefon 2751, nur in bringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244'45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stabtpoftamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. Geyer, Dr. Neumann-Spengel. Zahnarzt: Jäger. Apotheke: Hirschapotheke. _82Cw - t f — < • _ I _ — Id) litt jahrelang an fürchterlichem Sodbrennen, das zeitw. so stark wurde, m Sdilafen nicht zu denken war. Nachdem ich viele Salze and dergL V I <*** WUA/l'VfWm versucht hatte, kam ich auf Ihre Bullrich-Tablctten, deren Wirkung einfach verblüffend war Ich werde Ihr Mittel überall begeistert weiter empfehlen. Julius Lind, Essen Ein Teelöffel Bullrich-Salz oder 1 bis 2 Bullrich- Tabletten nach jeder Mahlzeit verhindern Verdauungsstörungen, beseitigen Magen beseh werden und Sodbrennen. Bullrich - Salz bleibt selbst bei jahrelangem. ^qq p, regelmäßigem Gebrauch stets von gleich guter Wirkung und hat nie irgendwelche schädlichen Folgen. 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Juni 1933. 4 09 Finden Sie, 18.50, 22.50, 28.50, 36.50 Formen dass Frau Mulla' sidiridtfig s114D verhalt'? 4145 A Tag für Tag nimmt sie zum half. Tag für Tag quält sie 4127Ü sich ab, fettiges Geschirr Für das anhaltende wieder blank zu kriegen. Wie gut könnte sie es Samenbaus Heinrich Bahn Bahnhofstraße Telefon 3403 schnell, ist immer auf dem Posten und—was die Hauptsache ist — billiger I Kein Laden 857D mit Tanz 4125Ü bei Gastwirt Weimer, Waldgirmes Hergestdlt in den Persilwerken! 4129 A i'ei/ye Aufwaschen das, womit schon Großmutter sich behoben, wüßte sie von 's Zauberkraft! Sie wäre um Stunden früher fertig! Denn @) säubert unerhört Berta Kümmel Otto Lepper Mitteleuropäisches Reisebüro Frankfurt a. M. im Haupibahnhof, Hapag-Reisebüro, 6 eßen, Seltersweg 89, u. bei all. Fahrkartenausgaben Beim Geschirr auf waschen genügt 1 Teelöffel @) für eine normale Aufwasch-• Schüssel. So ergiebig ist es! 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Für die herzliche Anteilnahme beim Heimgange unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes und Vaters sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden. für den erhebenden Gesang des Gesangvereins »Germania« sowie für die letzte Ehre seitens des Kriegervereins und des Posaunenchors. insbesondere für die trostreichen, zu Herzen gehenden Worte des Herrn Pfarrer Müller am Grabe, sagen wir aut diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. L'HöPifal lMoselle) Gießen (Kirchenplatz 2) 25. Iuni 1933 105.lrBf.-Div. General Feldmarschall v. Mackensen Alle Kameraden der obengenannten Division ehem. Kriegsteilnehmer werden gebeten, an der zweiten groben Zusammenkunft im Hotel Kobel, am 2. Juli, teilzunehmen. Anfragen sind zu richten an W. Wagner, Hotel Kobel, Telephon 3481. [4102D Neue und gebrauchte Klaviere empfiehlt zu günstigen Zahlungsbedingungen Georg; Ebert, Klaviermacher Gießen, Ludwigstr. 5 p, Teleph. 2403 SCHMUCKER Gießen • Marktstr. 4-8 Orchester-Verein Gießen (1908) zur Feier des 25jährigen Bestehens Donnerstag, den 6. Juli 1933, abends 8 Uhr, in derVolkshaUe VOLKS-KONZERT LUDWIG VAN BEETHOVENS Neunte Symphonie mit Schluß- Chor über Schillers Ode »An die Freude« für Orchester. 4 Solo- und 4 Chorstimmen op. 125 in D-Moll Leitung: Prof. Dr. Stefan Temesvary, Univ.-Musikdirektor Solisten: Ria Ginster, Frankfurt-M. (Sopran); Toni Schuch, Frankfurt-M. (Alt); Anton Knoll, Frankfurt-M. (Tenor); Theo Herrmann vom Landestheater Darmstadt (Bariton) Chor: Der Akademische, der Bauersche und der Evangelische Kirchengesangveiein, die Heiterkeit, der Liederkranz, der Sä ngerkranz, der Katholische Kirchenchor sowie der Chor des Lyzeums und der Studienanstalt, Schülerinnen des Fröbelseminars und Aliceschule (rund 350 Sängerinnen und Sänger) Orchester: Der Orchester-Verein 1908, verstärkt durch Mitglied, der Kapelle des I. Batl. Inf.-Reg. 15 sowie durch unsere hiesigen und auswärtige Künstler (rund 80 Musiker) «32D Eintrittskarten I. Platz 1.50. II. Platz 1.00 Mk. (sämtl. numer.), Stehplatz 50 Pf., sind bei Ernst Challier (Tel. 2671) und abends an der Kasse zu häben. Erwerbslose gegen Vorzeigen der Karte 30 Pf. a. d. Abendkasse. Für aus wärt Besucher gelten Sonntagsrückfahrkarten. — Oeffnung der Volkshalle 18 Uhr. empfiehlt preiswert 4116 a Zement, Inland ganz erstklassige Qualität, weit unter Syndikat-Preis C. Rübsamen Fernruf 3659 liational-Soz. Deutsche Kriegsopferversorgung Abteilung: Kyffhäuserverband — Kriegerkameradschaft Hassia IC MS Eß GIESSEN OSeCaiX Seltersweg 17 HERREN- UND KNABEN - KLEIDUNG Sonderzug derfieichsbahn vom 1. bis 9. Juli 1933 in die bayrischen Alpen nach dem Passionsdorf Oberammergau Auf der Rückfahrt 1 Tag Aufentnalt in München Gesamtpreis nur 65.80 RM. einschließl. 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Juni. Die Musik wird ausgeführt von derFeuer- wehrkavelle Wehlar, sowie o. Trommlerchor des Kriegcroereins Wetzlar. «51D Die Festwirtschaft hat Karl Franz und Anton Jung übernommen Es ladet freundlichst ein ___________Kriegerverein Hochelheim. Am Sonntag, dem 25. Juni Schauturnen Bestrahlungs-Institut unter ärztlicher Leitung Gerda Klaumann, Gießen, BleichstraßelO p. Behandlung von: Leberleiden, Kehlkopf- und Lungenleiden, Asthma. Magenleiden, Ischias, Neuralgie, Schuppenflecht., Hautkrankheiten. Bettnässen u. Appetitlosigkeit bei Kindern, Gallensteinen. Herzleiden, Gicht, Kheuma,Nierenleiden, Lupus. Lähmungen. Nervenleiden. Haarausfall. Entfettungskuren, Kropf, Schwerhörigkeit, epileptischen Anfällen, Krebs, Zucker usw. 4110D Behandlungsstunden täglich. TORPEDO und ERIKA Kleinschreibmaschinen schon für monatlich RM. 10.- Niederhausen&Co. Seltersweg 17, erst. Stock von Kleider-Köhler. Eisartikel Schokoladen Zuckerwaren liefert günstig an Wieder- Verkäufer. 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