nrJ2) Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 24. Mai 1955 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Cmd und verlas: vrW'lche UnIv-rftlSIr-vuch- und rielndruckerel R. £ange in Sietzen. Schristleitung und Seschästsftele: Schnlitratze ?. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klamranzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20’, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Tkyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein nndfürdenAn- zeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in Biegen. Eriche"ii täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: The Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernfvrechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Kronffurt am Main 11686. Himmelfahrtsglaube. Dom Abgrund des Todes zur Auferstehung vom Irdischen und endlich zum Triumph der erlösten Seele über das Irdische führt der Glau- bensloeg der Christen zwischen Karfreitag und dem Tag, da Christus gen Himmel fuhr. Er ist der Tag der Dollendung der Seele, die ausfährt zum Licht ihrer Heimat, aus der dann die Pfingstbotschast der Dergeistigung des Irdischen zu uns kommen wird. Aber auch im Leben einer Volkhaft gebundenen Nation wirkt und webt dieser Lichtglaube und die himmclstürmende Sehnsucht. Wir wissen wieder um dieses Lichtwunder. Wir sehen es täglich um uns wirken und erleben Tage fröhlichen und einmütigen Gestaltens nach der Zeit der Dunkelheiten, der Derzweiflung, Verbitterung und unkämpfcnschen Entsagung deutscher Massen. Nichts wirkte niederziehender als die Lehre des marxistischen Materialismus, der Verachtung alles Seelischen und Geistigen, das nur entstehen kann aus einem geistigen Nationalismus und nicht aus klassenspaltenden Kämpfen und jener furchtbaren Lehre des Bauches, die der Philosoph des Materialismus, Ludwig Feuerbach, einer der geistigen Däter der materialistischen Geschichtsauffassung, dahin ausdrückte: „5)er Mensch ist, was er ißt." Die wirtschaftlich und national zersetzenden Kräfte dieser Llnheils- lehre konnten nur überwunden und zu Boden gerungen werden durch das Verlangen, des Volkes Seele zu verkünden, das in Jahrtausenden bewährte Prinzip, wonach eine Nation zu Brot und Freiheit nur durch die Entfaltung und den Hochschwung ihrer geistigen Kräfte gelangt. Cs ist ein Seelisches um die Neuwerdung der Nation, ein vertieftes Gefühl vom Sinn und Ziel unserer Pilgerschaft auf deutschem Boden. Heber das Materielle hinaus trägt diese Sehnsucht uns, und wenn ein Volk empfindet, des Lichtes Quelle möge auch in uns, im Einzelnen, nicht nur um uns, rein und heilig fluten, ist das die absolute Verbindung und Gewähr einer unendlichen Dauer der Nation mit den Problemen der Gegenwart. Diese Verbindung also, der Höhenflug der Seele über die irdischen Niederungen, die materiellen Probleme des Tageskampfes, sie ist der eigentliche Grundgedanke des Tages, an dem wir uns zum Lichtglauben bekennen und das große Geschehen des Neligiösen gleichwirkend in der geschichtlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Mission der Deutschheit empfinden. Das ist der auswärtstragende Glaube über das allgemein- menschliche der Politik, über die Technik und über die Geisteswissenschaften und Künste hinaus. Wir müssen das Derbundensein mit unseren Volksgenossen und mit' dem Göttlichen so in uns tragen wie Herder, einer der größten Anreger zur deutschen Kultur, in seinen „Ideen" wußte: „Die Kraft, die in mir denkt und wirkt, ist in ihrer Natur eine so ewige Kraft als jene, die Sonne und Sterne zusammenhält, ihre Werkzeuge kann sie nicht abreiben, die Sphäre ihrer Wirkung kann sich ändern: die Gesetze aber, durch die sie da ist und in anderen Erscheinungen wiederkommt, ändern sich nie. Die Natur ist ewig wie der Verstand Gottes, ... und alles Dasein ist sich gleich, ein unteilbarer De- ?iriff, im Größten sowohl wie im Kleinsten auf einerlei Gesetze gegründet." Wer diese Gesetze auch im Volkshaften fühlt, weiß um den Auf- wärtswAlen einer Nation und fühlt ihn in sich selbst. Deutscher Protest auf der Kabelkonferenz. Gegen die Verlegung von Baden-Baden nachZürich. Zürich, 23. Mai. (WTD^ In der heutigen Sitzung der „International Cable Development Corporation“, die zur Zeit im Hotel „Baurau Lac“ tagt, gab Direktor Kramer als Führer der deutschen Delegation folgende Erklärung ab: Die deutsche Delegation hat unter dem Druck der kurzen Zeit, die bis zum unmittelbaren Sitzungstermin zur Verfügung stand, der Aenderung des in Brüssel gefaßten Beschlusses bezüglich des Tagungsortes zugestimmt. Es wird auf deutscher Seite in dieser nicht begründeten Forderung der Verlegung des Tagungsortes von Baden-Baden nach Zürich eine Herausforderung erblickt, insofern, als damit neuerdings Zweifel in die geordneten Zu stände in Deutschland ausgedrückt werden. Hierzu erklärt die deutsche Delegation folgendes: 1. Deutschland befindet sich in dem Zustand der nationalen ©rßebung, einer Revolution, die in s o unbiutigerunbge- vrdneter Weise vor sich ging, wie es in der Weltgeschichte bisher nicht dagewe- f e n ist, und wie es von dem deutschen Kulturvolle nicht anders erwartet werden konnte. 2. Die deutsche Delegation protestiert in aller Form gegen dieses Vorgehen und erklärt, daß sie an der nächsten Plenarsitzung nur teilneh- men wird, wenn diese Sitzung inDeutschland stattfindet. hilfsexpebilion Sven hedins für einen verschollenen Forscher. Wie aus Peking gemeldet wird, hat Sven $) e • bin von den chinesischen Behörden die Erlaubnis nachgesucht, sich mit einer Expedition nach Inner- asien begeben zu dürfen, um den feit November 1932 vermißten Forscher Ambolt zu suchen. Ambolt führte eine der Expeditionen, die unter der Oberleitung Sven Hedins in den letzten Frankreichs Abrüstungssabotage. Das französische Rein. Es war vorauszufehen, daß selbst die sehr zurückhaltenden Bestimmungen des englischen Konven- tionsentwurfes über die Materialabrüstung bei Frankreich auf erheblichen Widerstand stoßen würden: nicht umsonst erblickt Frankreich in seiner schweren Artillerie und seinen Tanks zusammen mit feinen Großkampfflugzeugen die weientlichen Elemente seiner militärischen Ueberlegenheit aus dem europäischen Kontinent, und selbst eine Aenderung der außenpolitischen Linie Frankreichs hätte, »wie das Beispiel der ßintsregierung Daladier zeigt, mit den sehr realen Interessen der französischen R ü • stungsinbustriezu rechnen. Es hat jedoch überall, wo man einen Ersolg der Abrüstungskonferenz wünscht, insbesondere auch in sonst frankophilen englischen Kreisen eine starke Enttäuschung hervorgerufen, baß der französische Widerstand sich in so unversöhnlicher Form äußert, wie das gestern in der Rede Paul-Boncours ge- schehen ist Paul Boncour rollte alle die Probleme wieder auf, mit deren Erörterung schon bisher zuviel Zeit vergeudet worden ist und die im Rahmen des englischen Entwurfes nach Ansicht der übrigen Großmächte eine angemessene Berücksichtigung gefunden haben. Wenn Paul-Boncour die Internationalisierung der schweren Angriffswaffen forderte und ihre Zerstörung ablehnte, wenn er in derselben Rede behauptete, daß eine Definition von Offensiv- und Defensivwaffen erst noch gefunden werden müsse und wenn er schließlich ein konzentrisches Sicherheitssystem nach Art des Genfer Protokolls von 1924 forderte, so beißt das nichts anderes als die völlige Zerschlagung der durch den englischen Plan und die amerikanischen Erklärungen im Enoerstänbnis mit den übrigen Großmächten mühsam geschaffenen Grundlage. Es liegt in derselben Linie, die Frankreich nunmehr in der Frage des Diermächtepaktes eine neue Sicherheitsoffensive entfaltet, die sich vorwiegend gegen England richtet. Das alte Verlangen, daß England präzise Verpflichtungen für den Fall einer Dölkerbundsinteroention mit militärischen und wirtschaftlichen Sanktionen übernehmen soll, wirb zur beträchtlichen Verstimmung ber englischen konservativen Kreise wieder erhoben. Möglicherweise erfährt die jetzige Verwirrung durch eine französische Kabinettskrise, die sich aus verschiedenen Gründen anzukünbigen scheint, eine neue Wendung. Praktisch würde das für Frankreich einen erwünschten Zeitgewinn bedeuten, für die übrige Welt aber dasEndejederHoss. n u n g auf irgend einen konkreten Abschluß der Genfer Arbeiten vor ber Weltwirtschaftskonferenz. Starte Enttäuschung in London. Paul-Boncour Hal in England eine schlechte Presse. ßonbon, 24 Mai. «WTB. Zunkspr.) lieber die letzten Ereignisse im Hauptausschuß ber Abrüstungskonferenz schreibt ber „News Chronicle", infolge ber Erklärungen bes französischen Außenministers habe gestern eine büftere Stimmung geherrscht, ber britische Konventionsentwurf sei nicht gerade zerstört worden, aber der Vorgang sei entmutigend. — „Daily Mail" stellt fest, daß Deutschlands Haltung nach wie vor versöhnlich sei, während die Franzosen ihre Llnzu- friedenheit bezeigten. Das Blatt bezweifelt die Möglichkeit, bis zum Zusammentritt der Weltwirtschaftskonferenz eine Konvention zustande zu bringen. — „Morning Post" sagt, Frankreich treibe jetzt O b st r u k t i o n. — „Daily Telegraph" sagt, die in einigen französischen Blättern gezeigte Enttäuschung über die amerikanische Erklärung werde in England keinen Widerhall finden. Die Zusage von Norman Davis sei toeitergegajjyen als erwartet werden konnte. Eine absolute Sicherheitsgarantie sei unmöglich. Der Locarnopakt und der D i e r m ä ch t e p a k t, falls er Zustandekommen sollte, würden Frankreich vollkommen gegen Angriffe Schutz bieten. Wenn dies noch nicht ausreiche, so sei die öffentliche Meinung Englands entschieden gegen jede weitere Verpflichtung. — „Times" schreibt: Paul-Bon- cours Rede ist keineswegs geschickt gewesen. Er hätte es gar nicht nötig gehabt, das Wort zu ergreifen. Aber offenbar hat er an die französische öffentliche Meinung und an die unsichere Lage des französischen Kabinetts gedacht und nicht an Die internationale Meinung, welche doch gegenwärtig und besonders für Frankreich wichtig ist. Waffenstillstand ans dem chinesischen Kriegsschauplatz. Vor der Einleitung von Jriedensverhandlungen. Entspannung in Peking. Die Großmächte vermittelten. Peking, 23. Mai. (TU.) Der Bevollmächtigte ber chinesischen Republik, ft u a n f u , hat ber chinesischen Zentralregierung mitgefeilt, baß er mit dem japanischen Oberkommando durch die Vermittlung des japanischen Militärattaches in Peking, Oberff Nagojama, einen kurzbefriste- ten Waffen st iff st and abgeschlossen hat. Auf Grund dieser Vereinbarung hat er von der chinesischen Zenfrafregierung weitere Vollmachten für die (Eröffnung von chinesisch-japanischen Verhandlungen verlang. Die Chinesen hatten am vormittag einen Waffenstillstandsplan öorgelegt und den englischen Gesandten in China, Sir Milles Lampson um seine vermittlungsdiensfe gebeten. Sir Miltes Lampson hafte ferner längere Besprechungen mit den Gesandten Amerikas und Frankreichs, bei denen die Möglichkeiten erörtert wurden, einen japanischen Einmarsch in Pekin ju verhüten. Die chinesischen Behörden haben unter Berücksichtigung des Waffenstillstandes bereits eine Räumung Pekings durch die chinesischen I r u p e n ungeordnet. Die Truppen ziehen sich langsam noch Süden zurück. Am Dienstag kreisten wieder sechs japanische Bombenslugzeuge über Peking, ohne jedoch Bomben abzuwerfen. 600 japanische Soldaten sind von Tientsien her in Peking eingetroffen, um die japanische Gesandf- schastswache zu verstärken. (Ein Teil der japanischen Gesandfschaftswache rückte in das östliche viertel Pekings, um die dort lebenden Japaner zu schützen. Der vorläufige Waffenstillstand hat in Peking zu einer deutlich fühlbaren Entspannung geführt Zwischen der chinesischen Polizei und dem ständischen japanischen Patrouillendiensf ist eine Vereinbarung zusfandegekommen, damit die Ordnung aufrecht erhalten werden kann. Die chinesischen Truppen haben den Befehl erhalten, unter allen Umständen Zwischenfälle zu vermeiden. Die chinesische Polizei hat den Kaufleuten mitgeteilt, daß sie ihre Geschäfte offenhalten können und daß die Anwesenheit von japanischen Truppenpatrouilfen keinen Grund zur Panik biete. Trotzdem flüchten weiter chinesische Bürger aus der Stadt, während Bauern aus der Umgebung ihre Zuflucht in Peking suchen. Japans Bedingungen. Tokio, 23. Mcü. (TU.) Der chinesische Gesandte hat den japanischen Außenminister Ut= schida ausgesucht und erklärt, daß China direkte Verhandlungen mit Japan über einen W a f s e n st i 11 st a n d aufnehmen wolle. Der japanische Außenminister erklärte seine Bereitwilligkeit zur Einleitung von Verhandlungen. Ferner wird von japanischer militärischer Seite erklärt: Die japanischen Militärbehörden haben a u f Wunsch der chinesischen Zentralbehörden einen Waffenstillstand geschlossen. Die ja- panische Regierung ist aber nicht in der Lage, s i ch vom chinesischen Kriegsschauplatz z^u rückzuziehen, da die Chinesen nicht im -stände sind, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Das japanische Oberkommando hat Anweisung erhalten, alle Maßnahmen zu treffen, damit japanische Interesse., nach dem Ablaus des Wassenstillstandes nicht verletzt werden. Die japanischen Bedingun- gen sind folgende: 1. Demobilisierungallerchinesifchen Trupp en bei Peking. 2. Vernichtung aller Befestigungen bei Peking, Äalgan und Tientsin. 3. Zerstörungen ber Befestigungen bei Taku, Schanhaikwan. und T s ch i n g w a n g t a u, wo japanische Marinetruppen zwecks Ueberwachung stationiert werden. 4. Ueberwachung aller Abrüstungsmaßnahmen durch eine besondere japanische Militärkommission. 5. Schaffung neutraler Zonen. Das Oberkommando wird ferner vorschlagen, baß der Waffenstillstand sowohl für die japanischen, als auch für die mandschurischen Streitkräfte gelten -oll. lieber das Schicksal Pekings und Tientsins liegen von japanischer Seite Mitteilungen nicht vor. Jahren in Innerasien reiften. Alle Bemühungen, von Ambolt eine Nachricht zu erhalten, sind bisher gescheitert, und man fürchtet, baß er durch den Aufstand in Turkestan an der Fortsetzung feiner Reise gehindert worden ist. Auch die britischen und sowjetrussischen Behörden, die sich der Angelegenheit angenommen haben, konnten nichts über Ambolt ermitteln. Ebenso blieb eine von 22 schwedischen Missionaren von Parkand aus unternommene Expedition erfolglos. Sven Hedin wird trotz feines hohen Alters — er ist 68 Jahre alt — die Leitung ber Hilssexpebition selbst übernehmen, bie aus drei der hervorragendsten Mitglieder früherer Expeditionen besteht. Schwierigkeiten macht die Beschaffung des für die Durchführung der Expedition erforderlichen Kapitals. DieSvangelischeReichMche Von D. Dr. Johann Viktor Vredt, ehem.^eichsminisier,o. ö. profeffor des Staats« und Kirchenrechts an der Universität Marburg. Es ist selbstverständlich, daß die Zeit der nationalen Erhebung nicht achtlos vorübcrgehen konnte an der Frage der Evangelischen Kirche in Deutschland. Auf politischem Gebiete wird jetzt endlich das unselige Erbe der Hohenstaufenzeit, die deutsche Kleinstaaterei, liquidiert. Wir wollen heute ein nicht nur einiges, sondern auch einheitliches Deutsche- Reich schaffen, was früher nur ein frommer Wunsch sein konnte, rückt heute in das Gesichtsfeld des Erreichbaren. Wenn man aber von den deutschen Kleinstaaten redet, dann kommt man ohne weiteres auch zu den noch vorhandenen Klein- k i r ch e n. Das evangelische Kirchcnwesen steht heute noch aus dem Stande von vor 1 8 66. Als Kurhessen, Hannover, Nassau, Schleswig- Holstein, Frankfurt, in Preußen einverleibt wurden, blieben die kleinen Landeskirchen als selbständige bestehen. Als kürzlich Waldeck einverleibt wurde, blieb die Landeskirche ebenfalls selbständig. So kommt es, daß es innerhalbdespreu- ßischenStaates heute noch acht selbständige Landeskirchen gibt. Das kleine Oldenburg zerfällt ebenfalls in drei selbständige Landeskirchen: der Landestcil Birkenfeld innerhalb der Rheinprovinz gehört kirchlich weder zu Oldenburg noch zur Rheinprovinz: er ist kirchlich souverän. Lind als sich das Land Thüringen zusammenschloß, da gelang es ebenfalls nicht, sämtliche kleinstaatlichen K.rchen zu einer einheitlichen thüringischen Landeskirche zusammenzufassen: Reuß ä. L. blieb kirchlich souverän. So gibt es in Deutschland heute noch 28 selbständige Landeskirchen: von den Freikirchen ganz abgesehen. Es ist auch bisher nicht gelungen, hier Wandel zu schaffen. Die Verhandlungen mit Birkenfeld über einen Anschluß an die kirchliche Rheinprovinz sind gescheitert. Die langjährigen Verhandlungen zu einem Zusammenschluß der kleinen südwestdeutschen Landeskirchen (Hessen-Nassau) führten ebenfalls zu keinem Ergebnis. Die lirchliche Kleinstaaterei schien unabänderlich zu sein. Einmal allerdings schien es, als ob ber Augenblick der großen Tat gekommen sei. Gegen die Revolution von 1918 setzten sich die kirchlichen Kreise zur Wehr und es entstand 1919 die „volks- kirchliche Bewegun g", die auf Schaffung einer deutschen evangelischen Kirche auf volkstümlicher Grundlage hinzielte. Die Bewegung verlor aber sehr bald ihren Nachhall im Volke und was schließlich herauskam, war der Deutsche Coan- gelische Kirchenbund, der aber nur ein verwaltungsmäßiger Bund und keine Kirche ist! Er garantiert in seiner Verfassung den Weiterbe- st a n d der bisherigen kleinen Kirchen ausdrücklich. So mußte es gewaltigen Eindruck machen, als die nationalsozial i st i s ch e Bewegung auch die Kirchenfrage anschnitt und zwar in der großzügigsten Weise. Es sollte eine einheitliche Reichskirche geschaffen werden im wesentlichen auf der Grundlage des Luthertums, das nun einmal unbestreitbar die eigentliche eoan- gelische Volksreligion Deutschlands ist. Daneben sollte den Reformierten eine eigene Stellung eingeräumt werden. Das reformierte Bekenntnis verdankt seine Stellung in Deutschland vornehmlich seinem mächtigsten Bekenner: dem Großen Kurfürsten. Unter seinem Schutze war es auch den Reformierten am Niederrhein möglich, sich zu einer mächtigen Freikirche niederländischer Art zusammenzu- schließen. Im übrigen verdanken die reformierten Gemeinden ihre Entstehung meist reformierten Landesherren, in Preußen den Hohenzollern, in Nassau (Siegen) den Draniern, in der Pfalz, in Hessen, in Lippe und Anhalt ebenfalls den Fürstengeschlechtern. Es wär also eine große einheitliche lutherische Reichskirche entstanden, organisch verbunden mit einer reformierten Reichskirche. Dieses gewaltige Ziel mußte große Wirkung ausüben auf alle, denen eine wirkliche Zusammenfassung des deutschen Protestantismus am Herzen liegt. Wenn daher die „Deutschen Christen" den Standpunkt vertraten, daß eine evangelische Volksabstimmung eine große Mehrheit für diesen Ge- danken ergeben würde, so haben sie zweifellos recht. Es würde sich bestimmt herausgestellt haben, daß die große Mehrheit des deutschen Volkes von dem Vorhandensein der 28 Landeskirchen gar nichts gewußt hätte. Nun haben die Dinge aber unterdessen eine a n • bere Wenbung genommen. Die Neuorganisation der evangelischen Kirche kommt nicht von außen, fonbern von innen heraus. Nicht das evangelische Volk unmittelbar schafft jetzt die Reichskirche, sondern die vorhandenen Organe ber bisherigen Can» beskirche nehmen das Werk in die Hand. Dies bedeutet, daß die Neuordnung sich vollzieht auf der Grundlage ber vorhanbenen Lanbeskirchen und baß es sich im wesentlichen um einen Zusammenschluß kleinerer Kirchen zu größeren Verbänden handelt. Die reformierten kleinen Kirchen sind schon voran gegangen; bie lutherischen größeren Kirchen (Hannover, Sachsen, Bayern, Württemberg, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg- Strelitz, Schleswig, Holstein) werden in einer ähnlichen Weife folgen. Weiter ist bann anzun^men, daß diese Zusammenschlüsse dazu führen, baß bie neugeschaffenen Kirchenlänber zusammengefaßt wer- ben zu einer wirklichen „Kirche", Deren Wesen über den Rahmen bes rein verwaltungsmäßigen hinausgeht. Die nunmehr in Angriff genommene Lösung hat ihre große Bebeutung auch für Das Bekennt» "i s- In Mtpreußen und einigen Kirchen bleibt auf diese Leise die Union erhalten! Dies hat zweifellos eine große Bedeutung für eine Aufrechterhaltung des Zusammenhanges mit deutschen Kir- chen außerhalb des Reichs. In innerkirchlicher Hin-- flcht kann man zweifelhaft sein. Es zeigt sich mit aller Deutlichkeit, daß die heutige Generation, insbesondere die theologische Jugend, wieder hinaus- geht aus ein bestimmtes festes Bekenntnis. Und das Ut gut so! Nichts schadet einer Kirche mehr als der tomnopnnFt, daß es auf das feste Bekenntnis nicht so sehr ankomme. Es kann nun aber nicht ausblei- ben, daß in der jetzt entstehenden Reichskirche die ■tfrage des Bekenntnisses doch in irgendeiner Weise $U-« ^^ich^'.dung kommen muß. Hier wird auch die wissenschaftliche Theologie an den Universitäten ein gewichtiges Wort mitzureden haben. Run mögen jetzt die Dinge aber gehen wie sie wollen: eine wirklich einheitliche evangelische Reichskirche bleibt das unverrück- bare Ziel. Wir müssen eine innerlich festgeschlossene, üon allen Rudimenten der alten Kleinstaaterei erlöste deutsche evangelische Reichskirche aufstellen können. Es ist daher auch unerläßlich, daß eine Spitze geschaffen wird, die dem äußeren Ansehen nach keinem englischen und schwedischen Erzbischof, aber auch keinem Kardinal nachsteht. Die deutsche Einheit, um die jahrhundertelang gefochten worden ist, muß jetzt erreicht werden. Und wenn die volle kirchliche Einheit jetzt noch nicht errungen werden kann, dann bleibt sie das Kampfziel für die jetzt Heranwachsende junge Generation des deutschen Protestantismus. Vor der Ernennung des HeichöbischofS B e r l i n , 24. Mai. (VDZ. Funkspruch.) Von zu- ständiger kirchlicher Seite wird mitgeteilt, daß die deutschen evangelischen Kirchen über die Person des Reichsbischoss der neuen deutschen evangelischen Kirche einig geworden sind. Die Kirchen werden die Ernennung vollziehen, lieber die Persönlichkeit des evangelischen Bischofs ist eine Verlautbarung in kurzer Zeit zu erwarten. 3m Laufe des Rachmittags ' wird der Reichskanzler die Vertreter der evangelischen Kirche zur Berichterstattung über die Reuregelung der Kirchenangelegenheiten empfangen, und zwar den Präsidenten des Kirchen- Hundes vr. v. K a p p l e r, Landesbischof M a h rare n s, Dr. Hesse und den Beauftragten des Reichskanzlers für die Angelegenheiten der evangelischen Kirche, Dehrkreispfarrer Müller. Die Gaarregierung will vorbeugen. Eigenartige Anträge in Genf. Genf. 23. Mai. (TU.) Die Saarregierung hat beim Völkerbundsrat beantragt, sämtlichen Beamten des Saargebietes ohne Unterschied der Nationalität und des Ursprunges ihre Beamtenrechte für die Gegenwart und Zukunft uneingeschränkt zu sichern und jede Abänderung ihrer Beamtenrechte für die Zukunft auszuschließen. Die Saarregierung begründet den eigenartigen Antrag mit dem Hinweis auf das neue deutsche Deamtengesetz vom 7. April 1933. Don den 12 299 Beamten des Saargebietes bestehen die .Hälfte aus den vom Reich und der Reichsbahn zur Verfügung gestellten Beamten, die andere Hälfte sei von der Saarregierung ernannt, hierzu gehöre auch ein kleiner Teil nichtdeutscher Beamter. Hinsichtlich dieser zweiten Gruppe von Beamten bestehen jedoch keinerlei rechtliche Verpflichtungen der deutschen Regierung. Durch das neue deutsche Beamtengesetz werde der Ausschluß der nichtarischen und politisch unzuverlässigen Beamten möglich, somit seien die von der Saarregierung angestellten Beamten bei der Rückgliede- rung des Saargebietes an Deutschland gefährdet. Das Schreiben nimmt in NNWN Ein oaterländischerRoman vonHansVietzKe Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. 6. Fortsetzung. Rachdruck verboten! Hauptmann Döllnitz hat dem alten Tobias sofort Auftrag gegeben, sein Pferd bereit zu halten. Dann kommt das Schwerste: Abschied! Fragen bestürmen ihn, Marias verängstigte Züge machen chm die Flucht schwerer, als er solche Dinge seit Jahr und Tag zu nehmen gewohnt ist. „Ich muß noch in dieser Stunde reifen. Es sind Ereignisse eingetreten, über die ich im Interesse der Sicherheit meiner Mission schweigen muß." Die Baronesse ahnt mit dem Gefühl der Frau kommendes Unheil. Aber Bitten sind nutzlos bei Döllnitz. Sie kennt ihn und weiß, daß es vergebliches Bemühen wäre, seinen einmal gefaßten Entschluß umzustoßen. Döllnitz reicht dem Baron die Hand. „Ich reise auf direktem Wege nach Berlin. Sollten Depeschen aus Petersburg in den nächsten Tagen noch für mich hier eintreffen, möchte ich Sie bitten, den Kurier sofort nachkommen zu lassen." Des Hauptmanns Gestalt ist ganz Entschlossenheit. „Und nun, Herr Baron, leben Sie wohl und — auf Wiedersehen!" Bor dem Seitenportal wartet, den Blicken der Wachtposten entzogen, Karl von Löbau mit dem Braunen. Der alte Tobias hat die Satteltaschen vorsorglich mit Proviant gefüllt. Maria hat Döllnitz bis zum Ende des Berghanges begleitet. Karl prüft noch einmal Sattelgurt und Zaumzeug und reicht dem Hauptmann die Pistolen. Run wechseln sie den letzten Gruß. „Leben Sie wohl, Maria — wir werden uns wiedersehen!" Zwei Menschen, die dos Schicksal füreinander bestimmt hat, nehmen Abschied. Zwei Herzen müssen tapfer sein in diesem Augenblick, vielleicht ist es der letzte im Leben... „Reiten Sie mit Gott — Hauptmann!" Ein letzter Händedruck. Döllnitz gibt dem Braunen die Sporen und sprengt der Straße zu. Roch lange winkt Marias Hand dem Reiter nach. Döllnitz hat sich noch einmal, in vollem Galopp, im Sattel umgewandt und mit sieghaft gerecktem Arm die bangende Frauengestalt gemahnt: Sei tapfer — ich komme wieder! Maria geht in sich gekehrt zurück. Bis der Zuruf ihres Bruders, der oben vom Hang noch lange dem Hauptmann nachgeschaut hat, sie aus ihren Gedan- ken reißt. „Mir scheint, Schwester, du bist verliebt?" Maria sieht lächelnd, trotz aller Schwermut, die in ihr ist, zu ihrem Bruder auf. Ja — Karl, du hast recht! Welche Frau sollte Döllnitz, diesen furchtlosen, ritterlichen Mann nicht lieben?" einer verschleierten Weise auffaUend scharf gegen die nationalsozialistische Propaganda im Saargebiet Stellung und verlangt vom Völkerbunds- rat, daß er durch die ausdrückliche Garantie der Deamtenrechte Beruhigung schaffe. Der Antrag der Saarregierung hat in Genf starke Aufmerksamkeit erregt. Da aus ihm unumwunden die Auffassung der unvermeidlichen Rückkehr des Saargebiets zu Deutschland hervorgeht und die Saarregierung jehtschonvorbeugende Maßnahme n zu treffen sucht, um bei der Rückkehr des Saargebietes an Deutschland die von ihr angestellten, teils sogar nichtdeutschen Beamten vor Entlassungen zu schützen. Oie Gaar-Regierung verbietet Gchlageter-Feiern und VOA.-Tagung. Saarbrücken, 24. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Die Regierungskommission des Saargebietes hat beschlossen, weder Schlageterfeiern zuzulassen, noch das Ausziehen von Flaggen aus Anlaß dieses Tages zu gestatten. Sie hat ferner dem VDA. mitgeteilt, daß sie der für Pfing - ft en 1934 geplanten großen Tagung d e s VDA. die Genehmigung versagen müsse, da für eine solche Tagung kein öffentliches Interesse bestehe. Die Politik der Saarregierung geht offenbar dahin, das Saargebiet b i s zur Abstimmung von jeder Kundgebung fernzuhalten, die dem Gefühl der engen Verbundenheit zwischen Saargebiet und Reich Ausdruck geben könnte. Man befürchtet, daß dieser Politik auch noch andere in der nächsten Zeit geplante Veranstaltungen, darunter auch eine Tagung d e s deutschen Sängerbundes, zum Opfer fallen wird. Pierponf Morgan vor dem Bankausschuß des amerikanischen Senats. Washington, 23. Mai. (Reuter.) Die Untersuchungen des amerikanischen Senats über Bankan- legenheiten haben mit der Zeugenaussage des Königs der amerikanischen Bankwelt Pierpont Morgan begonnen. Seit Monaten haben die Untersuchungen der Aktiven der Firma durch die Beamten des vdc- natsausschusses die öffentliche Meinung in Spannung gehalten. Morgan hat für sich und die Mitglieder seines Hauses für die Dauer der Verhandlungen fast den Gesamtraum eines fünfstöckigen Hotels gemietet. Morgan erklärte, daß sich die Einlagen seiner Bank auf K Milliarde Dollar beliefen. Ihre Aktiven hätten am 31. 12. 32 324 728 000 Dollar betragen gegen 703 909 000 zu Anfang des Jahres 1931. Er gab zu, daß er kir 1931/32 keine Einkommenssteuer g e z ay k t habe. Damals habe er allein an einer einzigen Finanztransaktion ein en Verluftvon21MillionenDollar erlitten. Ferner feien große Beträge, die er ausgeliehen habe, feit langem überfällig. Umbau der Umsatzsteuer. Berlin, 23.Mai. (TU.) Die nächste Kabi- nettssihung der Reichsregierung findet am Freitag statt. Boraussichtlich wird über den geplanten Umbau der Umsatzsteuer gesprochen werden. Es ist eine Ermäßigung der Umsatzsteuer für die Landwirtschaft und eine Erhöhung der Umsatzsteuer für die Warenhäuser geplant. Bei großen Umsätzen wird voraussichtlich eine Berdoppelung der zur Zeit geltenden Umsatzsteuer eintreten, während für die Landwirtschaft eine Halbierung der Umsatzsteuer von 2 v. H. auf 1 v. H. in Aussicht genommen ist. Es muß allerdings noch eine genaue Erläuterung des Begriffs „W arenhäuser" abgewartet werden. 6. Noch bevor das Jahr 1812, das Jahr größter Leiden das Preußens Geschichte je gesehen hat, zu Ende ging, zog sich unaufhaltsam das Netz über dem Geschick Frankreichs — vom deutschen Osten her — zusammen. Hier stand Yorck mit einem Hilfskorps von zwanzigtausend Mann, von Petersburg kam der diplomatische Druck der unentwegten Tätigkeit des Freiherrn vom Stein am russischen Hofe. Der Staatskanzler von Hardenberg, Haupt und Leiter der preußischen Regierungsgeschäfte, in insgeheim an die deutsche Ostgrenze gereift, um Stein von Schritten zurückzuhalten, bei deren bloßem Gedanken der Berliner Hof in hellste Aufregung geriet. In einer Köblerhütte auf preußischem Boden, dicht an der russischen Grenze, treffen sich Hardenberg und Stein. Draußen wartet der ergebene Diener des Freiherrn mit dem Schlitten. Spähend suchen seine Augen den Horizont ab: Wenn französische Gendarmen hier seines Herrn habhaft werden, hat er sein Leben verwirkt. Hardenberg hört in mühsam verhaltener Erregung die Anklage Steins. Er hat sich die Unterredung anders oorgestellt. Er wird nach dieser Attacke des Freiherrn unweigerlich in die Verteidigung statt zum Angriff übergehen müssen. „Seine Majestät haben Anno sieben in mir einen widerspenstigen, ungehorsamen Staatsdiener zu sehen geruht", sagt mit schneidender Stimme Stein, „der, auf sein Genie und sein Talent pochend, weit entfernt ist, das Beste des Staates vor Augen zu haben. Acht Monate darauf hatte Seine Majestät die Ansicht geändert und berief mich, wie Sie wissen, Herr Minister, in mein Amt zurück! Vom Kranken- bett aus diktierte ich Seiner Majestät ohne Zögern meine Zusage: In einem Augenblick des allgemeinen Unglücks wäre es sehr unmoralisch, seine eigene Person nicht dem Wohle des Ganzen unterzuordnenI" Stein wendet sich mit einem Ruck. Seine ma fige Gestalt steht statuenhaft vor Hardenberg. „Als mich Napoleon für vogelfrei erklärte, habe ich die Geschicke unseres preußischen Vaterlandes nach bestem Wissen mit denen des russischen Hofes zu verbinden gesucht. Heute kann ich die Frucht von Jahren zähester Arbeit ernten. Ich habe Sie, Herr Minister, hierher gebeten in zwölfter Stunde! Wenn man mich auf preußischem Boden entdeckt, habe ich mein Leben verwirkt. Es gilt mir gering, wenn ich mit seinem Einsatz die Freiheit der Nation erkaufen kann!" Steins Stimme wird gedämpft. Seine Worte kommen langsam, betont, in heiligem Ernst: »Herr von Hardenberg! Sie vermögen viel in dieser Stunde. Es geht um das Letzte! Machen Sie sich frei von allen Zauderern und Schwachen, setzen Sie mein Werk fort, in starkem Glauben für das Heil der Nation: Lassen Sie endlich den Anschluß an Rußland zur Tat werden! Die Geschichte wird Ihnen das nie vergessen, denn—Sie werden Preußen reUenl" Oie deutsche Einheitskurzschrist bleibt. Berlin, 23. Mai. (WTB.) Die Behörden des Reiches und der Länder werden zur Zeit mit einer großen Zahl von Eingaben über Kurzschrift in Anspruch genommen. Dazu ist zu bemerken, daß für die Reichsregierung keine Beranlassung besteht, den gegenwärtigen Zu st and zu ändern. Die deutsche Einheitskurzschriit hat sich durchaus bewährt. Es ist daher von der Reichsregierung beabsichtigt, ihre Einführung in den Schulunterricht und in das Bebördenwesen noch stärker als bisher zu fördern. Kleine politische Rachrichten. Wie der „Völk. Beob." meldet, hat der Reichskanzler von den ihm von der Gothaer F e u e r v e r s i ch e r u n g s b a n k und der Gothaer Lebensversicherungsbank aus Anlaß der Feier des Tages der nationalen Arbeit zur Verfügung gestellten 50 000 Mark die Summe von 40 000 Mark dem Reichsstatthalter in Thüringen S a u ck e l überwiesen mit der Bitte, das Geld für notleidende Thüringer Gemeinden und Kreise zu verwenden. *■ Beim Verlassen der Marinegarnison Kiel richtete der Reichskanzler folgendes Telegramm an den Reichswehrminister und den Chef der Marineleitung: „Mit stolzer Freude habe ich zwei Tage den llebungen der Flotte beigewohnt. Ich danke der Reichsmarine und wünsche ihr E r st a r k u n g und erfolgreiche Weiterarbeit. Der Reichskanzler." Wettervoraussage. Der hohe Druck, der sich von der Biskaya in nordöstlicher Richtung bis über Skandinavien erstreckt, wirkt sich vorerst noch auf die Weiterentwicklung der Wetterlage aus. Die tagsüber ftattfindende fräf- tige Erwärmung läßt jedoch das Barometer immer mehr zurückgehen, so daß der Hochdruckeinfluß ab- geschwächt wird und späterhin Störungstätigkeit zur Geltung kommen kann. So naht über dem Nordatlantik ein neues lief heran, wodurch Zufuhr warmer Ozeanluft in Aussicht steht, anderseits entwickelt sich ein neues Fallgebiet über Polen, durch dessen Rückseite kühle Luft nach Deutschland fließt. Das Zusammentreffen der verschiedenen Luftmassen dürste zeitweise zum Auszug von Bewölkung und stellenweise auch zu Gewitterstörungen führen, ohne daß dabei die Witterung einen unfreundlichen Charakter annimmt. Aussichten für Donnerstag: Noch aufheiternd und warm, doch zeitweise bewölkt mit Neigung zu Gewitterstörungen. Aussichten für Freitag: Lokale Gewitterstörungen, im ganzen aber warmes und zeitweise auch aufheiterndes Wetter. Lufttemperaturen am 23. Mai: mittags 20,8 Grad Celsius, abends 12 Grad: am 24. Mai: morgens 11,3 Grad. Maximum 21,8 Grad, Minimum 3,5 Grad. Sonnenscheindauer 14'/, Stunden. Crdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe am 23. Mai abends 25,6 Grad, am 24. Mai morgens 15,3 Grad Celsius. Heutige Wasserwärme der Lahn: 19 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. 3a, weil : dern brauchen, sondern unfern Weg erleuchtet haben vom ewigen Licht. Der Dichter Conrad ger» dinand Meyer läßt den gefangenen Huh von diesem Ziel so sprechen: Oas Land der Seele. Von Superintendent Lic. Äorrniann. Himmelfahrt, das Maienfest, das Frühlingsfest, nimmt uns jedes 3ahr aufs neue mit seinem Glanz und seinem Licht gefangen. Cs scheint das hellste aller christlichen Feste zu sein, weil es auf dem Höhepunkt der Raturherrlichkeit gefeiert wird. Aber es scheint nur so. Ratur und Geisteswelt sind eben Gegensätze. Darum ist auch Himmelfahrt, dieses lichte Maienfest, seinem tiefsten Wesen nach umgeben von Dunkelheit. Wie sollte es anders sein? Handelt es sich doch bei Himmelfahrt um das Fest der Seele und um das Land der Seele. Und weil die Seele unfaßbar und das Land der Seele unbekannt ist, muh auch das Fest, das von diesen geheimnisvollen Dingen redet, eingehüllt sein vom Dunkel des Geheimnisses. 3a, Dunkelheiten für den Verstand und Dunkelheiten für das Gefühl offenbart uns dieser Tag mehr als genug und zeigt uns dadurch, daß unser irdisches Wesen nicht ausreicht, das Dunkel der Ewigkeit zu lichten. Aber das Himmelfahrtsfest braucht nicht im Dunkel zu enden. 3m Gegenteil: Es will uns gerade oas ewige Licht der rechten Erkenntnis über das Land der Seele bringen. Darum ruft es uns zu: „Suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes " (Kol. 3,1.) Damit ist zunächst das Ziel unseres Lebens genannt. Richt diese Erde und vor allem nicht dieser Erdenstaub kann die Heimat der Seele sein. 3hr Ziel ist jene neue Welt, die uns der Bote aus der Ewigkeit 3esus Christus offenbart hat, die Welt Gottes. Und nun ist unsere Aufgabe, dieses Ziel fest ins Auge zu fassen. 3eder Vogel, der durch die Luft fliegt, kennt sein Ziel. 3eder Wanderer, der ein Land durchquert, strebt einem Ziele zu. 11 nb wir Wanderer durch dieses- Leben müssen auch ein festes Ziel haben, damit, wenn die Schatten länger werden, wir nicht im Dunkeln zu wan- „Es kommt die Zeit zu feiern, es kommt die große Ruh'. Dort lenkt ein Zug von Reihern dem ewgen Lenze zu. Sie kennen ihre Wege, sie wissen Tag und Stege. Was, meine Seele, fürchtest du?" , ein ewiges Ziel muß unser Leben haben, unser Leben durch unsere Seele ein Stück Unsterblichkeit, ein Stück von Gott ist. Aber gewiß dieses Zieles wird nur die Seele, die ihren Erretter und Erlöser 3esus Christaaufnimmt als den großen Gottesboten aus der Ewigkeit. Darum bleibt des Dichters Wort über das heutige Fest Wahrheit: ^Dieses größte Wunder der nur recht ermißt, • in dessen Herze selbst der Himmel ist. Laß Christi Lichtgestalt ins Herze ein und seine Himmelfahrt wird Wahrheit sein." Es braucht eigentlich nicht mehr gesagt zu werden, daß die rechten Jünger dieses Jesus von Nazareth nun erst recht brauchbar werden für diese Welt. Einst wies er seine Jünger, die mit ihm Himmelfahrt erlebten, vom Berge der Himmelfahrt in die Arbeit an dieser Welt. Er verlangt auch heute dasselbe von uns, seinen Jüngern. Christen, die nur zum Himmel aufschauen und darüber diese Erde vergessen, sind nicht wert ihres Ehrennamens. Aber Christen mit der Ewigkeit im Herzen, jedoch mit den Füßen fest auf dieser Welt, dies Leben meisternd, diese Welt erfüllend mit dem Geiste Jesu, dem Geist des Glaubens und der Liebe, schaffen etwas in dieser Zeit zur Ehre ihres Herrn und zum Segen ihrer Mitmenschen. Das vermögen wir alle, .wenn wir das Land der Seele genau kennen. Nicht als ob wir Einzelheiten über die Ewigkeit wüßten — das ist auch nicht nötig, Hardenberg, gekränkt in Ehrgeiz und Machtgefühl, entgegnet, sich erhebend, als wolle er eine für ihn überflüssige und nutzlose Unterhandlung abbrechen, eisig: „lieber mich und meine Arbeit, die ich zur Erreichung der Freiheit unseres Volkes geleistet habe und noch zu leisten gedenke, Herr Baron vom Stein, wird die Nachwelt ihr Urteil sprechen!" Jäh donnert die Stimme Steins in Zorn und Verzweiflung: „Alles Blut, das von nun an fließt, komme über Sie! Sagen Sie Ihrem König: Wer nicht für uns ist, der ist wider uns! Wir werden zu kämpfen willen!" Ekel und Verachtung loht empor aus tiefster Seele. „Die Trümmer des Franzosenheeres haben Sie ohne einen Schuß Pulver über die Weichsel gelassen — Napoleon wird ein neues Heer aufstellen. Sinnlose Opfer müssen wir bringen, es zu vernichten! Aber ich sage Ihnen: Das Maß ist voll! Das preußische Hilfskorps unter General Yorck." Hardenberg, aufs äußerste gereizt, fällt Stein ins Wort: „Mußten wir stellen, Herr Baron! Wir hätten unser Land völliger Zerstörung preisgegeben!" „Der Einsatz ich hoch — Preußen im Solde Frank- reiths!" „Wir haben diese Zusammenkunft nicht vereinbart, Herr vom Stein, um uns Dinge zu sagen, die hinlänglich bekannt sind. Wollen Sie mir bitte..." In höchster Erregung unterbricht Stein: „Gut, Herr von Hardenberg! Ich sage Ihnen nochmals: Es ist Ihre erhabenste Pflicht, Seine Majestät davon zu überzeugen, daß es Zeit ist, zu marschieren! ... Heben Sie sich Ihre diplomatischen Aktionen für später auf — jetzt haben die Waffen das Wort! Jetzt — oder nie! Und was General Yorck und sein Freikorps betrifft — ich garantiere für nichts!" Da wird die Tür der Hütte aufgeriffen. Der Diener des Freiherrn stürzt atemlos herein. „Herr Baron — wir müssen fliehen--französische Gendarmes!" Hastig greift Stein nach der Pelzmütze auf dem Tisch und sagt kurz, voll zu Hardenberg gewendet: „Ich hoffe, Herr Minister, wir haben uns verstanden!" Dann wendet er sich und geht mit raschem Schritt hinaus. Der Diplomat Hardenberg hat diese Partie als verloren zu betrachten. Er wird jetzt handeln müssen Was wird der Berliner Hof zu dieser aufgezwungenen Geste sagen? Als der Minister mit sorgenvollen Gedanken die Hütte verläßt, preschen französische Reiter an ihm vorüber, aus die russische Grenze zu. Fern rast der Schlitten mit dem geretteten Frei- Herrn davon. In ohnmächtiger Wut schicken die Gendarmen dem fliehenden Gefährt Pistolenschüsse nach deren Knall dumpf über die eisige Fläche hallt. Die Ereignisse jagen sich. Die Entscheidung steht auf des Messers Schneide. Der glimmende Funke im Osten wird zur lodernden Flamme, deren Schein bald ganz Eurova überstrahlen wird. An einem trüben Wintermittag, es ist der 29. Dezember 1812, trifft der russische Unterhändler, Oberst von Clausewitz, nach scharfem Ritt vor dem preußi- schen Hauptquartier in Tauroggen ein. Der Offizier, von oben bis unten mit Dreck und Schlamm der grundlosen Landstraßen bedeckt, läßt sich dem General Yorck melden. Eine Flut von heftigen Verwünschungen regnet auf den russischen Unterhändler herab. Yorck, gallig und finster, herrscht den Offizier an: „Bleibt mir vom Leibe — ich will nichts mehr mit Euch zu tun haben! Eure verdammten Kosaken haben einen Boten Marschall Macdonalds durchgelas» sen, der mir den Befehl bringt, auf Piktupöhnen zu marschieren, um mich dort mit den Franzosen zu vereinigen. Nun hat aller Zweifel ein Ende: Eure Truppen kommen nicht an — Ihr seid zu schwach! Ich muß marschieren und verbitte mir jetzt alle weiteren Verhandlungen, die mir den Kopf kosten würden!" Der General beginnt mit großen Schritten in der düsteren Stube auf und ab zu laufen, als fei niemand anwesend. Oberft von Clausewitz hat strikten Befehl, seinen Auftrag auszuführen. Mit dem Mute der Verzweif- lung nimmt er das Wort: „(Eure Exzellenz — ich bitte gehorsamst, die Briefe des russischen Hauptquartiers vorlegen zu dürfen!" Yorck mißt ihn mit finsterem Blick, den der Oberst ruhig begegnet. Dann wird seine Stimme drängen- " der. „Eure Exzellenz werden mich doch nicht in die Verlegenheit setzen wollen, abzureisen, ohne meinen Auftrag ausgerichtet zu haben!" Der General läßt Licht bringen und befiehlt feinen Chef des Generalstabes, Oberst Roeder, zu sich. Man liest die Briefe. Nach einem Augenblick verschlossenen Nachdenkens tritt Yorck rasch auf Oberst Clausewitz zu. „Sie sind Preuße, Clausewitz! Glauben Sie, daß der Brief des Generals d'Auvray ehrlich ist, und daß sich die Wittgensteinschen Truppen.am 31. wirklich auf den genannten Punkten befinden werden? Können Sie mir Ihr Ehrenwort darauf geben?" Der Offizier antwortet ohne zweifelndes lieber- legen: „(Eure Exzellenz — ich verbürge mich für die Ehrlichkeit des Briefes nach der Kenntnis, die ich persönlich von General d'Auvray und den übrigen Männern des Wittgensteinschen Hauptquartiers habe. Daß diese Dispositionen auf das präziseste ausgeführt werden, darf ich annehmen, aber nicht verbürgen — (Eure Exzellenz wissen, daß man im Kriege mit dem besten Willen oft hinter der Linie Zurückbleiben muß, die man sich gezogen hat." (Fortsetzung folgt) aber uns sind für unser ewlg Ziel drei Tatsachen gewiß. Zunächst diese, daß jenes Land der Seele Gottes Land ist. Dort findet einst Erfüllung, was wir hier ersehnen: die Gemeinschaft der Seele mit Gott. Und Gemeinschaft mit Gott ist nichts anderes, als was wir Himmel nennen, so wie Gottesferne nichts anderes ist als die Hölle. In dieser Gemein- schäft mit Gott werden alle Zweifel zerfließen und alle Dunkelheiten ein Ende hoben „Da werd ich das im Licht erkennen, wqs ich auf Erden dunkel Iah, und wunderbar und heilig nennen, was unbegreiflich hier geschah " Zum anderen ist das Land der Seele das Land Jesu. Er ist uns in dieses Land oorangegangen. Er ist unser großer Quartiermacher in jenem großen, freien, schonen Vaterhaus „Dort hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen das Heimatrecht erkauft." Er ist der Bürge unserer Seligkeit. Darum ist endlich da» Land der Seele unser Land. In diesem Land wissen wir geborgen die Menschen, die glaubensstark den Erdenosad mit uns gingen und deren Entwicklung — menschlich gesprochen: allzu früh — durch den Tod abgebrochen wurde Dort im Land der Seele erlebt auch ihre Seele herrlichste Reife und ewige Vollendung. Dorthin schauen wir voll Sehnsucht, aber auch voll Gewißheit als Bürger zweier Welten und sprechen am Himmelfahrtstage aufs neue voll Glauben: „O du Land des Wesens und der Wahrheit, unvergänglich für und für, mich verlangt nach dir und deiner Klarheit, mich verlangt nach dir!" Eingaben und Gesuche nur an die zuständigen Stellen! Don der Reichskanzlei wird mitgeteilt: Wie bereits wiederholt durch die Presse mitgeteilt worden ist, haben die dem Herrn Reichskanzler aus dem Reich und dem Auslande täglich zugehenden Eingaben und Gesuche von Privatpersonen, Vereinen und Verbänden einen so starken Umfang angenommen, daß es dem Herrn Reichskanzler und den Beamten der Reichskanzlei gar nicht möglich ist, neben ihren dringlichen Dienstgeschäften alle diese Schreiben zu lesen. Troy des Hinweises, daß die Ginaaben, für die die Reichs- fanxlei nicht unmittelbar zuständig ist, an die jeweils zuständigen Verwaltungsbehörden des Reiches und der Länder abgegeben werden müssen, hat die Zahl der Eingänge nicht nur nicht obgenommen, sondern ständig zugenommen. Die Reichskanzlei sieht sich daher bei der ständig angespannten Geschäftslage, die eine weitere De- einträchtiaung dringender Dienstgelchäfte nicht ^u- läßt, in Zukunft genötigt, alle nicht unmittelbar zur Zuständigkeit des Herrn Reichskanzlers ge- hörigen Eingänge dem Absender mit dem Anheimgeben wieder zurückzusenden, sich erforderlichenfalls an die für die Bearbeitung der Sache zuständige Stelle des Reichs oder des Landes zu wenden, lieber die jeweils zuständige Behörde wird die Ortsbehörde dem Absender auf Anfrage jederzeit gern Auskunft erteilen. Dom Gau Heffen-Naffau der NSDAP. lieber die Gaueinleiluna der NSDAP, sind in der Öffentlichkeit verschiedenartige Veröffentlichungen herausgekommen. Um eventuelle Zweifel zu beheben, wird noch einmal ausdrücklich estgeftellt, daß d,e bisherigen Gaue Hefsen-Darm- tadt und Hessen-Nassau-Süd zu dem Gau Hes- e n - N a s s a u zusammengefaßt worden sind Die Gaupropagandaleitung der NSDAP. (Bau Hkssen-Nassau-Süd gibt folgendes bekannt: Die Z u . schriften und Besuche häufen sich in der Gau- Propagandaleitung derart, daß jede geregelte Tätigkeit und die Erledigung notwendigster Arbeiten da- durch gefährdet wird. Es ist dringend wünschens- wert, daß nur die Propaganda der Partei betreffende Angelegenheiten vorgetragen werden. Persönliche Anliegen, Streitigkeiten zwischen Geschäftsleuten, Stellenvermittlung usw. sind ausschließlich den örtlichen Dienststellen zuzuweisen. Anfragen dieser Art werden in Zu- kunft nicht mehr beantwortet. Kontrolle her Postschließfächer und postlagersendungen. Amtlich wird aus Berlin mitgeteilt: „Das geheime Staa^polizeiamt hat in der vergangenen Woche in ganz Preußen eine Kontrolle der Postschließfächer und Postlagersendungen durchgeführt, weil An- Haltspunkte dafür Vorlagen, daß sich der kommu- nistische Nachrichtendienst dieser Einrichtung weitgehend bedient. Aus verschiedenen Anfragen bei den Polizeibehörden geht hervor, daß die von der Ueber- Prüfung betroffenen Postemofänger teilweise in Zweifel darüber find, ob die Veffnung der Post behördlich veranlaßt worden ist. Vom geheimen Ltaatspolizeiamt wird deshalb darauf hingewiesen, daß es sich um eine behördlich angeordnete Maß- nähme handelt, die rein polizeilicher Natur ist. Es ist selbstverständlich, daß der Inhalt der geöffneten Post lediglich politisch-polizeilich ausgewertet wird und das Mitteilungen persönlicher ober rein geschäftlicher Art streng geheimgehalten werden." Die für Preußen angeordnete Maßnahme hatte auch in Hessen Gültigkeit. Flaggen herauszurSchlageter-Ehrung! Die Reichsregierung und der Herr Hesi. Minister- Präsident Dr. Werner haben bekanntlich angeordnet, daß am Freitag, 26. Mai, aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des Tages, an dem Albert Leo S ch l a g e t e r fein Leben für die Befreiung der Rheinlande geopfert hat, sämtliche float- lichen und gemeindlichen Behörden die schwarz- weißrote Flagge und die Hakenkreuz- flagge auf Voll mast zu setzen haben. Die Reichsregierung hat der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Bevölkerung sich dieser Flag- aung zu Ehren des deutschen Helden anfchlie- ö e n wird. Unsere Mitbürger seien darauf heute noch einmal besonders hingewiesen Keine offenen Arbeitslager mehr. Die Einführung des Arbeitsdienstes geht Schritt um Schritt voran. 3m Bezirk Grohhessen, umfassend den Freistaat Hessen und Heffen-Raf» fau, ist das Kontingent jetzt auf 18 000 Mann festgesetzt. Rach Verfügung der Reichsleitung des Arbeitsdienstes kommen als Dienstträger für den Bezirk nur noch die RS.-Gaue Hessen-Rasfau uni) Kurhesfen und der Stahlhelm B. d. F. in Frage. Dre offenen Lager find jetzt völlig aufgelöst. Die noch bestehenden restlichen geschlossenen Lager anderer als der vorgenannten Organifationen, konfessioneller Verbände usw., müssen spätestens Ende September ebenfalls schließen bzw. werden von den obigen Organisationen übernommen. Oie Arbeitszeit im Freiwilligen Aebeitshienft. Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes teilt mit: Wie wir erfahren, wird immer wieder Klage geführt darüber, daß die Arbeitsdienstwilligen von den Trägern des Dienstes über sechs Stunden hinaus in Arbeit gehalten werden. Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes hat die Bezirks- leitungen angewiesen, darauf zu achten, daß im Hinblick auf die staatspolitische Erziehung und die Freizeitgestaltung die reine Arbeitszeit nicht mehr als sechs Stunden beträgt. Oie weiblichen Hilfskräfte im Arbeitsdienst. Der Staatssekretär für den Arbeitsdienst hat an die Bezirksleitungen des Arbeitsdienstes und die übrigen Dienststellen die Anweisung gegeben, die übertriebene Verwendung weiblicher Hilfskräfte im Arbeitsdienst zu unterlassen. 3n der Verfügung heißt es: Die übertriebene Verwendung weiblicher Hilfskräfte in Geschäftszimmern ist unsozial, weil sie dem Manne die Möglichkeit zur Gründung einer Familie erschwert und die Frau von ihrem eigentlichen Berufe entfernt. Außerdem haben Kriegsbeschädigte und Dersorgungsanwärter ein Recht auf Verwendung im Dienst am Staate. Gictzcner Wochenmarktpreise. ' Gießen, 24. Mai. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Landbutter 120 Pfennig, Kochbutter 110, Matte 20 bis 25, Erbsen 30, Wirsing (grün, neuer) 18 bis 20, rote Rüben 10, Spinat 10 bis 15, Spargel 25 bis 45, Tomaten CO, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 10, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Dörrobst 30 bis 35, Kartoffeln (alte) 3 (pro Ztr. 2,30), (neue) 14 bis 18. Kirschen 40 bis 50, Obstmus 40 bis 45, Rüsse 60, Suppenhühner 70 bis 80, junge Hähne 70 bis 90 Pfennig pro Pfd.: Tauben 40 bis 60, Käse 5 bis 10, Eier (inl.) 8. Blumenkohl 40 bis 60, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 45, Oberkohlrabi 15. Lauch 5, Der Reichskanzler begibt sich mit Admiral Raeoer, dem Ches der Marineleitung, zum Kieler Häfen. Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 25 Pf. pro Stck: gelbe Rüben (neue) 18, Radieschen 8 bis 10 Pf. pro Bund. Talen für Mittwoch, 24. Mai 1543: Der Astronom Nikolaus Kopernikus in Frauenburg geft — 1699: Der preußische Retter- general Hans Joachim v. Zielen auf Wustrau geb. — 1826: Ferdinand Götz, Förderer des deutschen Turnwesens, in Leipzig geb — 1848: Die Dichterin Annette v. Drosle-Hülshoff auf Schloß Meersburg am Bodensee geft. LZornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Weiß Ferdl in „Der Meisterdetektiv". — Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Weiß Ferdl in „Der Meisterdetektiv". — Astoria-Lichtfpiele. Seltersweg: „Sprung in den Abgrund" mit Harry Piel. * Eine „Schlageter'-Sonderauf- führung für die Militärvereine. Die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine unserer Stadt hat für nächsten Montag, 29. Mai, 20 Uhr, im Stadttheater für die angcschlofsenen Wehrvereine und deren Angehörigen eine Sondervorstellung des Schauspiels „Schlageter" von Hanns 3 o h st veranlaßt. Für die Aufführung gelten verbilligte Sonderpreise. Der Verkauf von Eintrittskarten erfolgt gegen Dorzeigen der Mitgliederausweise bis kommenden Samstag an der Theaterkasse. Die Mitglieder der Vereine seien auf diese Sonderaufführung zu verbilligten Preisen besonders hingewiesen. ** Die Reichbahn gewährt Ranziger Wählern 50 o. H. Fahrpreisermäßi- 9 u n g. Danziger Staatsangehörige, die sich im Deutschen Reich aufhalten, erhallen zur Ausübung ihres Wahlrechts für die Wahl des Danziger Volks- tages am 28. Mai 1933 für die Hin- und Rückreise nach Danzitz auf Reichsbahnslrecken 50 v. H. Fahrpreisermäßigung. Gegen Vorlegung des Wahlscheins wird von den Reichsbahnfahrkartenausgaben eine Blankofahrkarte zum einfachen Fahrpreis für den Reichsbahnftreckenanteil ausgegeben. Diese Karle gilt gleichzeitig für die Hin- und Rückreise und ist mit einem entsprechenden Vermerk versehen. Ihre Gültigkeitsdauer beträgt vier Tage. Die Fahrt kann je einmal auf der Hin- und Rückreise unterbrochen werden. _** Verhaftet und nach Osthofen überführt. Wie der heutige Polizeibericht mitteilt, mürben in den letzten Tagen in Wieseck wieder zwei Personen und in Gießen ein junger Mann wegen kommunistischer Umtriebe verhaftet. Alle drei wurden heute früh nach dem Konzentrationslager in Osthofen verbracht. ** Handelskamnrerprüfung für ® c» schäftsstenographen. 3m heutigen Anzeigenteil wird eine auf den 18. 3uni anberaumte Handelskammerprüfung für Geschäftsstenographen angekündigt. Wenn schon in früheren 3ahren, so schreibt man uns dazu, das Zeugnis über die bestandene Prüfung ein großer Vorteil für die Stellungsuchenden war, so ist es jetzt geradezu unerläßlich: denn in der sich allmählich wieder neu belebenden Wirtschaft können nur solche Kräfte gebraucht werden, die wirkliche Leistungen nachweisen können. Der beste Beweis für seine Fähigkeiten ist aber bei dem Geschäftsstenographen die bestandene Handelskammerprüfung. Wie aus der Anzeige hervorgeht, wird wieder eine Vor- und eine Hauptprüfung abgehalten. Die Vorprüfung (120 Silben) berechtigt nicht zu einem Zeugnis: der Prüfling erhält, wenn er besteht, lediglich eine diesbezügliche Bescheinigung. Beide Prüfungen bestehen in der stenographischen Ausnahme eines Diktats von zweimal 5 Minuten mit einer Unterbrechung von 1 Minute und in der sofortigen Heber» tragung in Kurrentschrift. Die zulässige Ucbcr- tragungszeit ist bei handschriftlicher ilebertra- gung auf 96 Minuten, bei Maschinenschrift auf 64 Minuten beschränkt. ** Verkehrsunfall durch Reifenpanne. Gestern abend ereignete sich auf der Landstraße Gießen—Marburg bei Lollar ein Verkehrsunfall, der durch eine Reifenspanne entstand. Zwei junge Leute, ein Herr und eine Dame aus Bremen, die sich auf einer Serienreife befanden, kamen dabei mit ihrem Motorrad zu Fall. Der Kraftfahrer, der durch die Panne die Gewalt über das Rad verloren hatte, kam bei dem Sturz ohne wesentlichen Schaden davon, seine Begleiterin mußte jedoch mit einer Kopfverletzung und Hautabschürfungen in das hiesige Evangelische Schwesternhaus eingeliefert werden. Das Befinden der Verunglückten ist den Umständen entsprechend befriedigend. ** Beim Holzhacken verunglückt. Der 59 3ahre alte Maurer Wilhelm Braun von Staufenberg verunglückte gestern abend beim Holzhacken. Gr schlug sich mit dem Beil so unglücklich in die linke Hand, daß er mit einer schweren Verletzung in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert werden mußte. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr. 16 bi» 17 Uhr Samstag nachmittag geschiosfen mit neuen Film-Bildern Jeder sagt eswj*?i freudestrahlend: Dies Zeichen trügt nie! Ramses ist die Beste! Dick, rund, ohne Müliästückf^^^äs verschafft sie für wenig Geld t V • .^ Al /'/• • (. Rauchgenuß. Und dann die Filmbilder! Ge- rade erscheint eine neue Serie! Jetzt \es: Ramses rauchen und vvWerSammelrttö^MW H< R OM IE Das I Weitaus größter Circus Europas Meisterwerk klassischer deutscher Circus-Kunst kommt nach Gießen 3493 D Die bayerische Urtype Telephon 2283 (Schiffenberg) 3503Ü Stunden ungetrübten Frohsinns 3494 C und frei Baustelle 03181 Bier- u. Eishandlung Joh. Altensen Bruchstraße 12 Fernsprecher 3717 3 397 V r,f -1» Hersteller ■Thompson-Werke G.mhH. Düsseldorf 3401 A Wei p Ferdi Wei Qualität u.Preii Ä • ■ ■ ■ Ä e ■ mit Fritz Kämper, Ery Bos, Hans Stuwe Eine Glanzleistung kernigen Humors — zwei Nur 2 Tage 29.-30. Mai Jeder muß Weiß-Ferdl gesehen haben Dazu gutes Beiprogramm und die Ufa-Ton-Woche Lichtspielhaus« Gießen Ab heute, Mittwoch Wieder eine Sensation für Gießen BaußeschBlt SclIierM G.m.b.H. Bieber, Telephon Rodheim Xr. 8 */« kg 40 Pfg, l/a kg 75 Pfg, :/i kg 140 Pfg. überall erhältlich. 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Gemeinden die Flaggen auf Vollmast I Wir fordern die Bevölkerung der Stadt Gießen hiermit auf, sich dieser Anordnung anzuschließen. Gießen, den 23. Mai 1933. Bürgermeisterei Gießen. Dr. Keller. _________________________________________________3484 C Besuchen Sie den herrlich gelegenen Gchiffenberg um sich an dem entzückenden Landschaftsbild in der Svühttnsspvacht zu erfreuen. Der Omnibus verkehrt täglich ab Lud- ivigsvlab um 3.30 Uhr, Rückfahrt 6 Uhr. Am Himmelfahrttag fährt ein Wagen um 8 Uhr ab Ludwigsvlatz sowie um 3 Uhr u. 3.30 Ubr. — Gesellschastsfahrten nach Uebereinkunft, Telephon 36341 Post) oder HeinsME-JÄ a.Fuh.d. Breubergs, Herrlich.Erholungs- aufentb. bei 4 reichlichen Mahlzeit.,pro Perl.u. Tag 2.50 M. (unt. 5 Tagen 3M.) EigeneLandwirtsch. Bei.: Adam Büchner, Gasthaus u.Pensi on Bäurischer Hof. 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Näheres siehe Giehener Anzeiger vom 20'. 5.33. 03170 Der Vorstand. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIB Heiterkeit Himmelfahrttour nach Beilstein fällt aus.DagegenWan- derung nach dem Krofdorfer Forst, Allm.: 7 Uhr Labn- brücke, Nachzügler Postauto 8.25 Uhr b. Abzweigung Krof- dorf-Wihmar. 3<66D Der Vorstand. iinilllllllliniillllllllllllllllD 026. 5. 20'/? U : Mittlgn. 3,hD LAD Sommerstoffe Ware p. m. p. m. 1.15 Hitler-Braun p. m schwarz-weiße Dessins.. . p. m. allen Modefarben. • p. m. derware p. m. Marocain-Drucks, 95 cm breit alle neuen Dessins. . p. m. 2.90, 3.45 L. Bernard 3476 A Bedruckte Bemberg - Seide, 70 cm breit, schöne neue Muster, auch viele Craquel6 (Hammerschlag) 95 cm breit, schwere kunstseidene Klei- IC unstseiden-Beider wand 70 cm breit, schöne Streiten auf schwerer 0.55 0.58 Waschkunstseide 70 cm breit, neue helle Dessins ... p. m. 2.25 2.25 2.60 2.85 Größtes Stoff-Spezialhaus am Platze, Plockstrahe 16 Bedr. 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Mert Langen und d 5,50 Mark. - (52) lung „Mich ruft deii fährt mit biefem Ban Die frühere Samml Frau; die neue San an feine Freunde. Ji Dauthendey als Dich gen Leben ihres Volk mit bedeutenden ßii neue Erzählung 3n farbigem Gesc 9en I Georg Muller, J-ant ift der inneche Hann; Johst, der Schauspiel NA^Schonheit erg Akuber den Tod h einen fro h? Lbei einer slüchti fc®c9 Miefen ha SpsBä *»•««»«« ft, ‘*«n ^°nfchen s- ei9totoü fleh |i* d'e in 5 !{n, bis dieÄ 'Sreni bet L?J,Hf. di mi 5cqu m ? fen in *7 Verzicht d?h jed^z , ^renden ^ndschas?!.^ dar \\ PW tzK feil'?’«-'v k,,k ein,'“^£ Nr. 120 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 2^. Mai (953 Liieraturgesch chie. — Johann Friedrich Cotta. Zur hun. dertsten Wiederkehr seines Todestages, 29. Dezember 1832. Mit 4 Abbildungen, 2 Brieffaksimilis, 12 bisher nicht veröffentlichten Briefen Goethes an Cotta und anderen ungedruckten Dokumenten. Berlaa I. G. Cotta, Stuttgart. Geb. 3 Mk. — (533) — Hundert Jahre find verflossen, seit Johann Friedrich Cotta, der große Verleger, der Freund Schillers und Goethes, seine Augen für immer schloß. Sein taten- reiches und sruchtbares Wirken der Welt wieder vor die Augen zu rufen, ihr zu zeigen, mit welchem universalen Bestreben diese starke schöpferische Per- iönlichkeit ihre Kräfte nicht nur als Buchhändler, sondern auch als Politiker und Staatsmann, als Industrieller und Landwirt, als Mäzen der Künste und warmherzig hilfsbereiter Menschenfreund ein» setzte — das ist der Zweck dieser Schrift, mit der die Cattasche Buchhandlung ihres genialen, für die Geschicke des Verlags so entscheidenden Vorgängers dankbar gedenkt. — Richard Wagner In München. (1864 bis 1870.) Legende und Wirklichkeit. Don Eduard Stemplinger. 160 Seiten. Verlag Knorr & Hirth, München. Geh. 2,90 Mk., Leinen 3,90 Mk. — (46) — Hier wird ein wichtiger Abschnitt von Wagners Leben, die Jahre in München unter Kö* nig Ludwig II., aus Grund genauer Quellenforschung beleuchtet. Der Verfasser kommt zu dem Ergebnis, daß dieses Kapitel bisher reine Legende gewesen sei und in allen Biographien Wagners völlig neu geschrieben werden müsse. So sucht das Buch in die bisher vielfach tendenziös vernebelte Münchener Zeit im Leben Wagners endlich Klarheit au bringen. Damit ist es rein dokumentarisch eine Der bemer- kenswertesten Bucherscheinungen des Wagnerjahres. Verehrung eines Genies soll stets verbunden sein mit wahrhaftem Streben nach Erfassung der Ge- samtpersönlichkeit. Der Standpunkt des entschiedenen Wagneroerehrers L. Schemann hat dem Verfasser die Richtung gewiesen: „Wagner selbst hatte mit seiner großartigen Wahrheitsliebe ein Beispiel gegeben, das in dem Sinne zu befolgen war, daß der Wahrheit auch da die Ehre zu geben sei, wo sie im Verfolg der Dinge einmal gegen ihn führen mußte. Die Pietät braucht darunter nicht zu leiben, im Gegenteil, sie konnte dadurch nur sich vertiefen." — Max Dauthendey: Ein Herz im Lärm der Welt Br.eso an .rr-nbe. Cbcrlag Albert Langen und Georg Müller, München. Geb. 5,50 Mark. — (52) — Dauthendeys Briefsamm- hing „Mich ruft dein Bild" vom Jahre 1930 erfährt mit diesem Band eine wertvolle Erweiterung. Die frühere Sammlung enthält Briefe an seine Frau: die neue Sammlung dagegen bringt Briefe an seine Freunde. In diesem neuen Werk erscheint Dauthendey als Dichterpersönlichkeit, die im geistigen Leben ihres Volkes und ihrer Zeit tätig ist, die mit bedeutenden Dichtern der Zeit in Verbindung tritt und mit ihnen gemeinsam nach neuem seelischen Ausdruck sucht. Nicht nur der liebenswerte Freund spiegelt sich in diesen Briefen wider, sondern besonders der lebendige deutsche Dichter, der in ganz Europa Freundschaften findet, durch die er leben- d.ge Anregungen für seine Dichtung und sein Menschentum empfängt. Aus allen Briefen spricht die gleiche Intensität des Herzens, das sich im Lärm der 3cit rein erhält, und das seine gesammelte Kraft an die Freunde in der Nähe und Ferne abgeben kann. Deutsche Erzähler. — Hanns Iohst. „Mutter ohne Tod". Zwei neue Erzählungen. (Die klein; Bücherei Nr. 17.) In farbigem Geschenkband 80 Pf. Albert Langen / Georg Müller, München 1933. — (95.) — Dank ist der innerste Gehalt dieses Bändchens, in dem Hanns Iohst, der neue künstlerische Leiter des Staatlichen Schauspielhauses in Berlin, zwei in schlichter Schönheit ergreifende Geschichten vereinigt: Dank über den Tod hinaus an die eigene Mutter und Dank an einen frommen Ordensbruder, der den Dichter bei einer flüchtigen Begegnung auf den richtigen Weg gewiesen hat. — Lautere Tiefe einfachen Menschentums und wahre Volkstümlichkeit beglücken in ihrer selbstverständlichen Darstellung. Daneben wird dem echten Gemüt des sonst immer nur als Karikatur gezeichneten sächsischen Bürgers einmal aufrichtig und überzeugend Ehre angetan. Mit Rührung wird beim Lesen der Titelnovelle jeder seiner eigenen Mutter gedenken. — Das fressende Feuer. Roman von Heinrich L i l i e n f e i n. CBcrlag der 3 G. Cotta- scheu Buchhandlung, Stuttgart und ‘Serlin. Gebd. 4,80 Mk.) — 358. — Politik und Liebe, zwischen diesen beiden Polen bewegt sich LUienfeins neuester Roman. Anvermerkt kührt der Dichter die Menschen seines Buches aus ihrem Alltag mitten hinein in das Getriebe der politischen Gegenwartsströmungen. All seine Kraft der Darstellung schenkt er der derbkantigen, geistvoll- feurigen Gestalt des Schwaben Bantlin und dessen mit feinfühlender Innerlichkeit gezeichneten tapferen Lebensgefährtin. Schnell fesselt das Los der beiden eigenwüchsigen und eigenwilligen Menschen, die in Berlin ihrem Beruf nachgehen, sich ein kurzes, ungetrübtes Glück erkämpfen, bis die Politik, dieses „fressende Feuer", mtt ihrem persönlichen Leben auch ihre Liebe ergreift und zerstört. Dantlins Leben verzehrt sich in der schrankenlosen Hingabe an sein Volk: das Leben der Frau im Verzicht auf den Geliebten. Beide reifen in opfervollem Ringen zu der Erkenntnis, daß jedes allverschlingende Feuer zugleich das hl. Feuer einer gärenden Zeit und eines überpersön- l ch .n Schicksals war. Idyllische Bilder schwäbischer Landschaft, die Schönheiten einer italienischen Reise geben das besänftigende Gegenspiel zu so aufwühlendem Geschehen. Der leidenschaftliche Glaube an eine bessere deutsche Zukunft, in der die von Theodor Bantlin erträumte Front des guten Willens doch noch ersteht und die Kräfte volk- hafter Einigkeit über jeden Zwiespalt den Sieg behalten, trägt dieses bekenntnisstarke Buch und schafft ihm einen befreienden Ausklang. — Hans von Hülsen: „ Die Bucht von S a n t' A g a t a ". Ganzleinen RM. 3,45. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig. — (553.) — Hans von Hülfen führt uns in eine kleine italienische Hafenstadt am Mittelmeer und in das geheimnisvolle Getriebe einer Gesellschaft, die aus allen Ländern Für -en Bücheriisch. Europas sich hier zusammengefunden hat. An der Oberfläche spielt sich das idpllifche Badeleben ab, das Leben der Gäste, der Bevölkerung und der Bewohner des gräflichen Schlosses. Aber untergründig wühlen heimliche Strömungen, spinnen sich unsichtbare Fäden. Mit faszinierendem Geist und Temperament ist der Roman geschrieben, die zahlreichen Figuren aus allen Ländern beleben das interessante Zeitbild, das einen Blick in die geheimsten gesellschaftlichen und politischen Strömungen des heutigen Europa gewährt. — Schreiner, Ernst, Wilhelm von Oranien. Historische Erzählung. (Brunnen-Verlag, Gießen.) In Leinen gebunden 4,80 Mk. — (68) — Einer der größten Männer des stürmischen 16. Jahrhunderts ist es, dessen Lebens- und Charakterbild uns E. Schreiner lebendig vor Augen führt. Wilhelmus von Naffau-Oranien, der dem von spanischer Zwingherrfchaft gequälten Volke Der Nie- bcrlänber in zähem, opferfreudigem, ebenso tapferem wie staatsmännisch klugem Ringen die politische und religiöse Frecheit erkämpf hat, verdient es, daß fein Gedächtnis gerade dem Geschlecht unserer Tage erneut wird. — Fritz Douchholz: lies miner Ade» deekerzit. 127 Seiten. Preis 1,50 Mk. Selbstverlag des Elfaß-Lottzringen Instituts an der Uni- Dcrfität Frankfurt a. M., 1932. — (77) — Das vor- liegende Büchlein erscheint als Band 21 der Elsaß* Lothringifchen Hausbücherei. Der Verfasser, Fach- studiendirektor Bouchholz, wirkt seit 1928 als Trup pcnunterridjtsleiter der Heeresfachschule für Der- waltung und Wirtschaft in Gießen. Die neuen Dialektgeschichten von Bouchholz sind ebenso leben* dig und humorvoll geschrieben wie die früheren, seinerzeit hier angezeigten Erinnerungen. Auch den aus der „Abedeekerzit" gesammelten Geschichten steht das Gewand der Mundart wohl an. Die Kind- heitserlebnisse, die Lausbubenstreiche, die Familien- erinnerungen sind alle vom landschaftlichen Zauber des deutschen Elsaß und der charaktervollen Eigenart seiner Bewohner erfüllt Dielen Lesern wird die Erklärung der mundartlichen Ausdrücke willkom- men sein. Reue Kriegsbücher. Das Gesicht der We st front. Ein Kriegs- bofument unb Erinnerungsbuch. Von Ernst Voll» behr, Kriegsmaler im Großen Hauptquartier. Herausgegeben von Dr. Otto Korfes, Archiorat im Reichsarchio unter Mitwirkung von Kronprinz Wilhelm u. a. Mit 26 Tafeln in Vierfarbendruck und 80 Abbildungen im Text. Gebunden RM. 32.—, Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion m. b. H., Potsdam. Mit dem Abschluß dieses großen Bildwerkes liegt eins der eindrucksstärksten Erinnerungsbücher vom großen Kriege vor. Was das untrügliche Auge des Künstlers in vier Kriegsjahren sah und was dann der Pinsel des Malers zu Papier brachte, das ist die tatsächliche Westfront, wie sie der Krieger selbst tagaus, tagein erlebte. Die gesamte Westfront, Stück für Stück, zum erstenmal in naturgetreuen Farben im Bilde festgehalten, und zwar während der Kampfercignifse vom Flugzeug, Fesselballon und Schützengraben aus aemalt, bas ist ber Inhalt dieses Striegsbofumenles. Die letzten beiben Lieferungen bringen bie Frontabschnitte von Flanbern bis zur Küste, als Text bie Geschichte bieser Frontabschnitte in der Darstellung bes Generals Sixt von Armin unb bes Admirals v. Schröder. Hermann Thimmermann, Der Sturm auf Langemarck. Don einem ber babei war. Verlag Knorr & Hirth G. m. b. H., München. Kartoniert RM. 1.90. (2) In ben Spätherdfttagen 1914 versuchten bie Divisionen ber neugebilbeten vierten beutschen Armee zwischen Ppern unb bem Kanal durch bie englisch-französische Front zu brechen. Diese Divisionen beftanben zum größten Teil aus Kriegsfreiwilligen. Das 26. Reservekorps war auf bas Stäbtchen Langemarck angefetzt unb geriet hier vor bie mächtige englische Kernstellung. Es ist bekannt, baß ber Sturm unter unsäglichen Verlusten mißlang. Jetzt legt ein Mitkämpfer einen Bericht vor. Aus seinen eigenen Erlebnissen, aus Tagebüchern unb Dokumenten, auch aus französischen unb englischen Berichten, zeichnet er eine Darstellung jener flanbri- schen Wochen. Hinreißenb unb erschütternd ist dieser lebendige, realistische Tatsachenbericht. Wir beginnen zu ahnen, daß damals etwas geschehen sein muß, was in der Geschichte unsterblich bleibt, was sich inmitten des grandiosen Schlachtgesanges beim Opfer» kampf eines ganzen Volkes heraushebt als eine besondere, einmalige Melodie. Und diese Melodie weht auch aus diesem ersten Tatsachenbericht von einem, der babei war. — Minen unb Menschen. Don Peter Cornelissen (Korv-Kapt. a. D. Fritz Otto Busch). Mit 33 Silbern unb 1 Minenkarte ber Nordsee. (Brunnen-Verlag / Willi Bischoff / Berlin SW. 68. Gebb. 4,50 Mk.). — 374. — Der Durchschnittsbeutsche weiß etwas von ber Seeschlacht vor bem Skagerrak, von ben U.-Booten, von ber Heizermeuterei. Aber von Minensuchbooten? Als wir so gut wie gar keine Kriegsmarine mehr hatten? In Peter Cornelissens „Minen unb Menschen" wird das ganze so fremde Milieu uns lieb unb vertraut. Iebe Mine, bie ba erleb igt wirb, Ist ein lebenblges Tier, unb jeber Mann ber Besatzung ein Deutscher, in besten Seele wir sehen. Das Buch ist manchmal erschütternb, manchmal schalkhaft, {ebenfalls aber ist jebe Seite eine Premiere. Diele Männer werben es voll Staunen lesen: unb zukunftsfroh viele Jungens, bie Männer werben wollen. Politik und — Deutschland zwischen West und Ost. Generaloberst von Seeckt. (Hanseatische Berlagsanstalt Hamburg, Kart. 1,50 Mk.) (65) Diese Broschüre spricht eine höchst brin- gende Warnung aus. Der Schöpfer der Reichswehr war einer der ersten, der schon vor Jahren die hohe außen- unb wehrpolitische Bedeutung einer russisch-deutschen Freundschaft ungeachtet aller weltanschaulichen und wirtschaftstheoretischen Verschiedenheiten erkannt und daraus die Konsequenzen zu ziehen gesucht hat. In klarer Weise gibt er einen Abriß unserer außenpolitischen Situation, die dazu führen muß, daß wir die Hoffnung auf neue Macht Preisgeben müssen, wenn wir uns nicht die Tür nach dem Osten offenhalten. Wir werden unsere sorgfältigste Aufmerksamkeit darauf richten müssen, daß in diesen Wochen der aufgewühlten innerpolitischen Leidenschaft jene große außenpolitische Rotwendigkeit nicht außer acht gelassen wird, Rußland auf unserer Seite zu halten und einen engeren Anschluß der Sowjetunion an Frankreich zu verhindere — „Wege und Irrwege deutscher Außenpolitik." 1 9 l 8 b i s 1 9 3 2. Von Albrecht Graf zu Stolberg-Wernigerode. Komm.-Verlag G. Reuenhahn, G. m. b. H., Jena. (493) Der Verfasser führt den Leser im Geiste noch einmal auf den Dornenweg, den die. deutsche Außenpolitik vom Versailler Diktat über Locarno, Völkerbund, Dawes- und Boungplan zum Hooverjahr geführt hat, zur Befreiung des Rheins und zu der jetzigen Lage, die eine grundsätzliche Aendcrung gegen früher aufweist. Es wird vielen politisch interessierten Deutschen willkommen sein, in der vorliegenden Schrift eine gedrängte, kritische Aebersicht zu erhalten über eines Voltes unvergleichlichen Leidensweg. — „Schriften an die Ration" (neue Bände der Stalling-Bücherei), Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Jeder Band gebunden t Mk. (438, 440, 443.) — Oswald Spengler bezeichnet in seinem Band „Die Revolution ist nicht zu Ende" den Beginn der nationalen Revolution. 1918 aber ist für ihn keine deutsche Revolution. Die echte deutsche Revolution ist die eines deutschen, eines preußischen Sozialismus. — Werner Deumelburgs Schrift „W i l - Helm II. und Bülow" ist eine einzige bittere Anklage gegen den vierten deutschen Kanzler, der im Schatten des Altkanzlers Bismarck alle Größe verliert- Am Ende dieser verhängnisvollen Kanzlerschaft ist Bismarcks Werk zertrümmert, weil sein Rachfolger die organischen Rotwendigkeiten der deutschen Politik weder sah noch instinktiv beachtete. — In dem von Fritz Büchner herausgegebenen Bande „W a s ist das Reich? Eine Aussprache unter Deutschen" bemühen sich um diesen Gedanken u. a. Rudolf Borchardt, Eugen Diesel, Hans Grimm, Tim Klein, Wilhelm Schäfer, Franz Schauweckcr und H- Ritter v. Srbik. Es entstehen Widersprüche: viele Gestalten hat ja das Reich. Aber das Bekenntnis zu ihm, eint sie alle. — Professor Hans Freyer: Herrschaft und Planung. Hanseatische Verlagsanstalt, Hainburg. (Preis 1,20 Mk. (70) Der 5-Iahresplan der Bolschewisten beschäftigt seit geraumer Zeit die politische Öffentlichkeit der Geschichte. deutsche 4-Iahrcsplan soll eine neue Parole der erwachten Ration werden, von Gedanken der Planwirtschaft sind die Erörterungen über unsere wirtschaftliche Zukunft voll. Wie die Grundlage des russischen 5-Iahresplanes durch eine Erweiterung der technischen Möglichkeiten der Sowjetunion bestimmt ist, so geht auch Freyer von der Technik und ihrer Rolle in unserer Zeit aus. Technik, Planung und Herrschaft bestimmen Antlitz und Willen der modernen Welt. — Major a. D. D r. Kurt Hesse: Miliz. Preis kart. 1,20 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg. — (121.) — Ein Miliz, system, den deutschen Verhältnissen und Interessen angepaßt, ist ein Ausweg aus der Unmöglichkeit, daß ein 60-Millionenvolk nut eine Armee von 100 000 Mann zur Verfügung hat. Wichtig aber ist, daß die Miliz unseren gegenwärtigen Verhältnissen und nationalen Erfordernissen mehr entspricht, als eine allgemeine Dienstpflicht nach Vorkriegsmuster. Vorausgesetzt, daß neben der Miliz ein Berufsheer von so hoher Qualität der Auslese und Schulung bestehen bleibt, wie die gegenwärtige Reichswehr. Das ist auch der Grundgedanke dieser Schrift eines der ersten Sachkenner moderner Heetesftagen, der bis vor kurzem noch in der Armee aktiv tätig war, heute zu ihren Lehrkräften gehört und auch zu den Jugendorganisationen und Bünden im wehrpoli- tifchen Interesse die engsten Beziehungen hat. — Die nationalsozialistische Revolution. Tatsachen, Urkunden, Reden unb Schilderungen 1. August 1914 bis 1. Mai 1933. Herausge- geben von Dr. Walther Gehl. Mit 24 Silbern unb Kartenskizzen. (Hirts Deutsche Sammlung, Gruppe G II: Sanb 6.) Geheftet 65 Pf. Serlag Fer- binanb Hirt, Sreslau. (170)— Die ersten Wochen ber nationalsozialistischen Revolution sind wie im Sturm an uns oorübergebrauft. Das Sebürfnis nach einem Ueberblitf über bas unvergleichliche Geschehen bieser Tage stellt sich ein. Dr. Gehl schenkt uns bie erste knappe Quellensammlung von Kriegsbeginn an bis zur unmittelbaren Gegenwart, ber erhebenben Feier ber nationalen Arbeit. Nichts Wichtiges fehlt in dieser Auswahl. Ein Such für jeben Deutschen, nicht zuletzt für jeben beutschen Jungen unb jedes beut- sche Mäbchen. Die Silber bes Reichspräsidenten, bes Reichskanzlers unb vieler großer Männer ber Gegenwart, bes Potsdamer Staatsaktes unb bes Fackelzuges vom 21. März schmücken bas Buch. — D r. Joseph Papesch: Fesseln um Oesterreich. Preis kart. 1,20 Mark. Hanseatische Berlagsanstalt, Hamburg. — (122.) — Diese Schrift reißt die Hintergründe auf, die hinter scheinbar nationalistischen Bewegungen in Oesterreich, hinter monarchistisch-habsburgischen (Bestrebungen, hinter sogenannten wirtschaftlichen Erwägungen verborgen hegen. Hier werden mit schonungsloser Offenheit Männer und Mächte angeprangert, die im Dienste Frankreichs oder der kleinen Entente siir eine Politik werben, die aus Oesterreich eine französische Kolonie machen will Aber auch dem gleichgültigen Deutschen im Reiche wird ehrlich die Meinung gesagt. Das neue Deutschland wird es mit ernster Freude begrüßen, daß in der Anschlußfrage ein ehrliches offenes deutsches Wort gesprochen wird. Rechisliieratur. — Liberales oder autoritäres Strafrecht? Georg Dahm und Friedrich Schaff st ein. (Hansea:isä>e Derlagsanstalt Hamburg, kart. 1.50 Mark). — 17 — Die Schrift zeigt die Unmöglichkeit, das Strafrecht lediglich oder zuerst nach individualistisch humani ären Ce- sichtspunkten auszurichten, da bie Konsequenzen eines solchen Versuches nie gezogen werden können, und auch von Derfachtern des humanitärenpädagogischen Strafvollzuges nie gezogen worden sind. Die Integrität der Staatsautorität muß die Grundlage jeder Rechts- und Strafordnung sein, der erste Gesichtspunkt der Strafe muß nicht der des persönlichen Besserungsversuches sein, sondern der der Sühne für verleyes Ansehen und Recht des Staates. Das sind die Leitgedanken dieser Veröffentlichung, die das moderne Strafrecht der geistesgeschichtlichen und staatsrechtlichen Wandlung anpassen will, die auf fast allen anderen Gebieten des Volkslebens den Einfluß der liberalistischen Haltung zurückgedrängt hat. — Gotthold Lehnerdt: .Der Fall Meußdoerffer". 159 Seiten. 3,50 Mark. Verlag Die Klinge, Berlin 1933. — (71) — Der Verfasser ist ein bekannter Kriminalist, langjähriger Leiter des Raubdezernates der Berliner Kriminalpolizei. Er schildert hier in einer spannenden Reportage ausführlich den Prozeß gegen den Kommerzienrat Meußdoerffer in Kulmbach wegen Gattenmordes: ein Strafverfahren, das seinerzeit viel Aufse^n gemacht hat. Lehnerdt nimmt den Fall zum Anlaß, die seiner Ansicht nach veralteten Bestimmungen der Strafprozeß- ordnung aufzuzeigen und gegen eine verhängnisvolle Mechanisierung der Justiz leidenschaftliche Anklage zu erheben. Reisen und Abenteuer. — Große Forschungsreisende. Gin Buch von Abenteurern, Entdeckern und Gelehrten. Von Ewald Banse, Professor für Geographie an der Technischen Hochschule in Braunschweig. I. F. Lehmanns Verlag, München. Mit 62 Abbildungen. Geheftet 7,50 Mark, Leinwand 9,40 Mark. — (119.) — Dieses Buch handelt von Tatmenschen, die Großes gewagt und für die Menschheit — selten für sich — Großes gewonnen haben. Ein Mann hat eS geschrieben, dessen Forschungstrieb ihn selbst in die fremden Länder und Erdteile geführt hat. Banse bringt tief in baä Wesen der von ihm bargestellten Forscher ein, mit großer Freude läßt er die Lichtseiten strahlen, bie er an seinen Selben entdeckt, andererseits denkt er nicht daran, zu beschönigen oder Schattenseiten zu verschweigen. Darum weichen seine Ergebnisse auch hie und da von den Vorstellungen ab, die als landläufig gelten; mancher, z. B. Kolumbus, verliert erheblich von seinem Glorienschein, in dem ihn wohl bie meisten bisher gesehen haben. Dagegen wird mancher in das rechte Licht gesetzt, ber bisher unber bi entennahen im Schatten stand. Jedes der vielen Lebensbilder ist ein Kabinettstück für sich. Das mit prächtigen Bildern geschmückte Buch ist farbenreich und schöpferisch in der Sprache, neu und eigenartig in der Behandlung des Stoffes, ein begeistertes Lied auf Wagemut und Tatkraft, Forschergröße und Mannes« tum. — „Sechs Jungens tippeln zum Himalaja." Erzählt von Hans Queling. Mit 32 Abbildungen. Gebunden 3,80 Mark. Societäts-Verlag, Frankfurt a.M. 1922. — (23.) — Wir haben bereits in der Anter haltungsbeilags eine Probe aus diesem frischen, in modernem und wirklich jugendlichem Geist geschriebenen Reise- und Abentcuerbuch gegeben, das auf eine spannende, unterhaltsame und unbefangene Art die Wunder der Welt aus ursprünglichem Erlebnis und persönlicher Anschauung erschließt. Richt nur junge, sondern auch sogenannte reife Leser werden mit Vergnügen und mancherlei Anregungen bie Erlebnisse und Eindrücke von ber weiten Reise bieser sechs jungen Welteroberer in sich aufnehmen. Cs ist keine Kleinigkeit, ein halbes Jahr durch Dschungel, Arwald, Wüste, Gebirge, über riesige Ströme, durch phantastische Städte, zu entlegenen Völkern, Heiligtümern und Wundern zu ziehen. Das Leben packt sie härter an, ihr leichter Mut wird ernstlich auf bie Probe gestellt, ihre Freubigkeit und ihre Schläue muh sich in Situationen bewähren, die großen Leuten mit vielfach besserer Ausrüstung zu schaffen machen. Eine Rächt im Affentempel, ein harmlos gemeinter Einbruch in ein unterirdisches Grabverlies, in bem seit Generationen nur Flebermäuse hausen, der Marsch nach dem Gaurisankar, den die Lama-Mönche mit Zauber, Beschwörungen und Sämonentäiuen begleiten, sind kitzlige Angelegenheiten. Aber die Jungens haben Glück. Die Elefantenjagd überstehen sie auf schwankenden und krachenden Bäumen, während die vor ben Treibern fliehenbe Herbe unten vorüberbraust, bem Bären im Ar- Wald entrinnen sie mit knapper Rot, der Sandsturm in ber Wüste verschüttet sie nicht allzu weit von einem Dorf, die Tigerjagd ist mehr komisch als wild. Die Ratur bringt in solchen Momenten mit bezwingender Intensität auf sie ein. — Eine Reihe guter Photos begleiten den Text lebendig unb anschaulich. — Alma M. Karlin: Erlebte Welt. Das Schicksal einer Frau. Durch Insulinde unb das Reich des weißen Elefanten, durch Indiens Wunderwelt und durch das Tor ber Tränen. Wilhelm Köhler Verlag, Minden t W. 216 Seiten. Preis 2,85 Mark. — (125.) — Durch das Malaiische Inselreich unb Hollänbisch-Indien reift biefe Frau nach Singapore. Birma, Siam und Indien, bie Länber ber taufenb Wunder, warten auf sie, in langen Etappen quer durch Indien kommt sie schließlich nach Karachi. Auf einem italienischen Dampfer tritt sie die Heimfahrt an, so wie acht Jahre vorher bie Ausfahrt und wie ein Symbol erscheint es ihr, daß sie durch CB ab el Mandeb, das Tor der Tränen, heimkehrt, krank und gebrochen, während sie am Löwen von (Gibraltar ausgefahren war, stolz und siegesbewußt. Obecheffen 25 Mre Kleinkinderschule in Danbnngen riE k Frankfurter Str. 52 • Telephon Nr. 2847. Es ist so weit! Wer jetzt einen Wagen kauft, wird nicht mehr verdächtigt, Luxus zu treiben. Es wird anerkannt, daß er seine Pflicht tut, Arbeit schafft und der Entwicklung Deutschlands dient Der neue Wagen gereicht ihm zur Ehre. Daten für Donnerstag, 25. Mai. 1015: Grundsteinlegung des Straßburger Münsters. — 1809: Ferdinand von Schill besetzt Strick- sund. — 1932: Admiral Franz v. Hipper in Altona- Othmarschen gest. Neue Oberbürgermeister in Darmstadt und Mainz. D a r m st a d t, 23. Mai. (WSN.) Die Staatspressestelle teilt mit: Der hessische Ministerpräsident und Staatsminister Dr. Werner hat am 23. Mai den Landtagspräsidenten und Stagtsminister a. D. Dr. Heinrich M ü l l e r mit sofortiger Wirkung zum kommissarischen Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt und den bisherigen kommissarischen Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt Dr. Barth zum kommissarischen Oberbürgermeister der Stadt Mainz ernannt. Ein Opel bietet alles, was praktisch wertvoll, nützlich und angenehm ist Deshalb: Kaufen auch Sie keinen Wagen, bevor Sie nicht eine Probefahrt im Opel gemacht haben* 1 u.1,2 Ltr.Vierzylinder, 1,8 Ltr.Sechszylinder und Regentmodelle PREISE VON RM 1890 BIS R M 3950 A B WERK, Die Allgemeine Finanzierung» C. m. b.H. und die Opel-Automobil« Versicherungs - A. C. erleichtern Ihnen Anschaffung und Betrieb. brachte den Jahresbericht für das Geschäftsjahr 1932 heraus. Dem Bericht ist zu entnehmen: Die Spareinlagen haben ihren Stand gegen das Vorjahr trotz zahlreicher Abhebungen behauptet. Alle an die Kasse gestellten Ansprüche wurden ohne Schwierigkeit erfüllt. Auch die Einlagen in laufender Rechnung haben sich nur unwesentlich vermindert. Es war möglich, die Darlehns- und Kreditgewährungen wieder aufzunehmen, allerdings nur in kleinem Umfang. Betriebsrücklagen und Reserven haben sich vermehrt. Für etwaige Risiken in den Außenständen ist außerdem in laufende Rechnung eine ansehnliche stille Reserve vorhanden Die Mitgliederzahl betrug am Beginn des Geschäftsjahres 285. Durch einige Sterbefälle und Kündigungen sank sie im Laufe des Jahres auf 269. Die Haftsumme beträgt für jedes Mitglied 2000 Mk., mithin für 269 Mitglieder 538 000 Mark. Es wird angestrebt, die Haftsumme in der diesjährigen Generalversammlung auf 500 Mk. herabzusehen. Die Sollzinsen wurden gegen das Jahr 1931 um 2,50 Prozent gesenkt, die Habenzinsen nach Maßgabe der erlassenen gesetzlichen Bestimmungen. Durch Ablauf ihrer Wahlzeit scheiden aus dem Vorstand die Herren Konrad Becker und Georg Kornmann, aus dem Aufsichtsrat die Herren Adam Reitz II. und August Otto. Kreis Lauterbach. A Lauterbach, 23. Mai. Gestern vormittag ereignete sich hier in der Obergasse ein Berke h r s u n f a l l. Ein Radfahrer aus Maar, der die steil abfallende Straße — Cent in ziemlich raschem Tempo hinabfuhr und verkehrswidrig die linke Straßenseite einhielt, fuhr eine die Straße überquerende Frau heftig an, daß diese blutüberströmt auf der Straße liegen blieb. Die bedauernswerte Verunglückte mußte bewußtlos ins Krankenhaus gebracht werden, sie hat einen Schädelbruch und eine Beinverletzung erlitten. Zum Dank für das Erreichte, so verkündigte Bürgermeister Preis, hat man den Gründer und ständigen Leiter des Vereins, Dekan Gußrnann, zum Ehrenvorsitzenden ernannt und sein vergrößertes Bild in der Kleinkinderschule aufge- hängt. Die noch lebenden Gründer und aktiven Vor- standsmitglieder, Rechner Wilhelm A l b a ch, Arbei- ter Eberhard Kümmel, Bahnarbeiter Mohr III., Wagner L. Dort II. wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Am Schlüsse des Abends dankte der Vorsitzende des Vereins mit kurzen herzlichen Worten für die verständnisvolle, treue Mitarbeit, die er in der Gemeinde gefunden und ohne die er nichts hätte schaffen können, und sprach den Wunsch aus, daß die schöne, ideale Volksgemeinschaft, wie sie zum Besten des sozialen Wohlfahrtswerkes seither bestanden habe, auch in Zukunft erhalten bleibe. Die ernsten Nachtwächterweisen aus dem Mittel- alter und der gemeinsame Schlußgesang von „Ach bleib mit deiner Gnade" ließen die Abendveranstaltung und den ganzen Tag, der allen Beteiliaten unvergeßlich sein wird, ernst und würdig aus- klingen. — Liederabend und Wertungssingen des Gaues Ohm-Lumda-Tal. .. D K es s e l b a ch , 23. Mai. Am Sonntag fand hier der L i e d e r t a g und das Wertungssin- g e n des GauesOhm-Lumda-Tal statt. Ein- geleitet wurde der Tag mit einer Morgenan- dacht am Kriegerdenkmal, bei der sämtliche Ser= eine des Bundes mit ihren Fahnen vertreten waren. Pfarrer Buhler- Londorf hielt die Andacht, wobei er auf den hohen kulturellen und seelischen Wert des Liedes und Gesangs einging. Der Gauvorsitzende mit kurzer Ansprache einen Kranz für die im -Weltkrieg gefallenen Bundessänger nieder. Der Po- saunenchor Londorf verschönte die Feier. Sodann bewegte sich unter Vorantritt des Posau- nenichors und der sämtlichen Bundesfahnen ein statt- lcher Zug zur Volkshalle Londorf, wo das Kritik- i n gen unter fachmännischer Beurteilung des Mu- 'kdirektors Dr. R. W e r n e r - Frankfurt ä. M. statt- and. Im Anschluß daran fand auf der geräumigen ^.Vvne der Volksholle vor den Dirigenten und den Sangern eine allgemeine Kritik durch den Wertungsrichter statt, wobei er anerkannte, daß die Organisation, Ordnung und Disziplin sehr gut seien. Auch die gesanglichen Leistungen einzelner Vereine seien auf einer sehr beachtlichen Höhe, wenn auch hier und da noch ein Verein mit geringerer Leistung aufge- treten sei. Die Arbeit, die im Gau geleistet worden sei, verdiene alles Lob und alle Anerkennung. Am Nachmittag trat man zur öffentlichen Kundgebung auf dem Schulhof an. Unter Vorantritt des Posaunenchors Londorf, sämtliche Fahnen des Bundes an der Spitze, ging der Marsch zum Schulhofe. Unter der Stabführung des Bundeschormeisters Lehrer Dönges- Merlau erscholl zunächst der Sängergruß und als erstes Lied „Sonnenaufgang" von Cornelius. Hierauf folgte die Ansprache des Gauoorsitzenden. Er überbrachte dem Jubelver- ein zu seinem 60jährigen Bestehen die Grüße des Gaues, würdigte die Arbeit während dieser Zeit im Interesse des deutschen Liedes und des Volksgesangs, ebenso als Mitgründer die 43jährige Mitarbeit im Bunde und verband damit den Wunsch, daß der Verein auch weiter als ein lebendiges Mitglied der Sängergemeinschaft tätig sein möge. Der Redner gab dann einen kurzen Ueberblick über die Tätigkeit Des Bundes, wobei er betonte, daß des Sängers Streben dem Guten, Wahren und Schönen zu dienen habe. Gerade in der Pflege des Volksliedes würde diese Arbeit des Sängers als Dienst an Volk und Vaterland immer wertvoll sein. Der Redner schloß mit einem Treubekenntnis für die nationale Regierung, einem „Sieg-Heil" auf das deutsches Lied und das Vaterland, auf die Führer Reichspräsident von Hindenburg und Volkskanzler Adolf Hitler, in das die Sänger und Zuhörer begeistert einstimmten. Die Anwesenden fangen sodann unter Begleitung des Posaunenchors Londorf die dritte Strophe des Deutschlandliedes. Mit dem Chor „Deutschland, dir mein Vaterland" fand die Kundgebung ihren Abschluß. Die ganze Veranstaltung nahm einen würdigen und eindrucksvollen Verlaus. Lanv:reis (Wicken. * Heuchelheim, 24. Mai. Frau Katharina D o l k m a n n , geb. Gerner, von hier kann am heutigen Mittwoch in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 8. Geburtstag begehen. CO Klein-Linden, 23. Mai. Am Sonntagabend hielt Professor Schl ar b (Gießen), ehemals an der Universität Petersburg, in unserer Kirche einen Lichtbildervortrag über das Thema: „Rußland einst und jetzt". Der Redner führte in anschaulichen Bildern in die Verhältnisse des früheren Rußland ein und zeigte dann auf Grund zuverlässigen Materials, die Lage im heutigen Rußland. — Die vom hiesigen evangelisch-kirchlichen Frauenver- e i n vorgenommene Geldsammlung in unserer Gemeinde für den Mütterdienst des Reichsverbands der Evangelischen Frauenhilfe ergab den Betrag von 40 Mark. Die Sammlung wurde von den Konfirmandinnen durchgeführt. * Lang-Göns, 22. Mai. Die 11 Ej r am hiesigen Kirchturm, die aus dem Jahre 1803 stammt, und, wie aus der Inschrift hervorgeht, in Butzbach angefertigt wurde, hat vor einiger Zeit den D i e n st v e r s a g t. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, daß sich das Werk in denkbar schlechtestem Zustande befand. Das Zifferblatt (1,70 Meter im Durchmesser) mußte abgenommen werden, das Werk selbst war sehr verrostet, die Zeiger zum Teil abgebrochen die Lager waren nicht in Ordnung. Mit den Reparaturarbeiten wurde der hiesige Schlosser- meister Heinrich Boller IV. beauftragt. Die Herrichtung des Zifferblattes wurde dem Weißbindermeister Karl B o l l e r von hier übertragen. Dach dreiwöchiger Reparatur befindet sich nunRekioratsübergabe her Frankfurter Universität. Frankfurt a.M., 23. Mai. (WER.) Die Johann-Wolfgang-Goethe-llniver- s i t ä t veranstaltete heute morgen die Rektoratsübergabe. Ilm der Feier einen ihrer Bedeutung entsprechenden Rahmen zu geben, hatte man sie im Frankfurter Opernhaus angesetzt. Unter den Gästen bemerkte man neben den Spitzen der Frankfurter Behörden und der Bürgerschaft den Obergruppenführer v. 2 a g o w mit seinem Stab, sowie zahlreiche Vertreter der Parteileitung der DSDAP. Auch der Frankfurter Polizeipräsident hatte sich zu dieser Veranstaltung eingefunden. Kurz vor Beginn der Feier erschien der Reichsstatthalter von Hessen, Sprenger, in Begleitung des Beauftragten Oberbürgermeisters Dr. Krebs in der ehemaligen Kaiferloge. Der scheidende Rektor Professor Dr. Gerlofs bezeichnete in feiner Ansprache die heutige Rektoratsübergabe als einen Wendepunkt in der Geschichte der Frankfurter Universität. Er übergab dann dem neuen Rektor, Professor Dr. Ernst K r i e d, die Amtskette und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der neue Rektor diese Kette tragen werde zum Wohle der Frankfurter Universität und zum Wohle unseres deutschen Vaterlandes. Der neue Rektor dankte dem scheidenden Rektor für die treue Arbeit, die er im Interesse der Universität geleistet habe. Seinen Amtskollegen drückte er seinen Dank dafür aus, daß sie ihm durch ihre einmütige Wahl zum Rektor ihr Vertrauen bekundet haben und verband damit die Ditte, ihn bei seiner künftigen Arbeit tatkräftig zu unterstützen. Unter Hinweis auf das neue Studentenrecht ging er auf die Aufgaben und Pflichten ein, die sowohl die Studentenschaft, als auch die Dozentenschaft zu erfüllen habe. Der Rektor übergab sodann dem Führer der Frankfurter Studentenschaft, Hochschulgruppenführer Müller, das neue Studentenrecht mit der Aufforderung, es zum Heil des deutschen Volkes und der deutschen Studentenschaft anzuwenden. Prof. Dr. Krieck sprach Dann über die „Erneuerung Der Universität". Die Aufgabe Der heutigen Universität sei es, Die akademische Jugend wieder einzufügen in die Gesamtheit des schaffenden Volkes, sie wieder hineinzustellen in die Mitarbeit am Staate. Heute müsse pieber die nationalpolitische Erziehung der Jugend in den Vordergrund treten, um die Kluft zu überbrücken, die zwischen dem Aka- demikertum und dem Arbeiter bestehe. Nack dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes nahm Hochschulgruppenführer Müller Stellung zum neuen Studentenrecht. Er gab bekannt, daß der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund Hoch- chulgruppe Frankfurt zur Stiftung einer national ozialistischen Bibiliothek an der Frankfurter Unioer- ität aufrufe, um die Grundlage zu schaffen für eine gedeihliche Entwicklung der nationalpolitischen Erziehung der Frankfurter Studentenschaft. Diese Stiftung soll den Namen des neuen Rektors der Universität tragen, nämlich Professor-Ernst» Krieck-Stiftung. Die Feier schloß mit dem Gesang der ersten Strophe des Deutschland-Liedes. mehr alles wieder in bester Verfassung. Zeiger, sowie Ziffern und Minutenpunkte wurden vergoldet, ferner wurden die Stunden von 13 bis 24 auf dem Zifferblatt angegeben. Die Uhr wurde dem Kirchendiener Konrad Velten zur Bedienung übertragen. Bg Großen-Buseck, 23. Mai Am Himmel- sahrtstag wird der Kirchenchor aus Düdelsheim, dem früheren Wirkungsort unseres Geistlichen, dem hiesigen Frauenverein einen Besuch abstatten. Er wird vormittags im Gottesdienst mitwirken. Dachmittags ist ein gemütliches Zusammensein auf dem Hohen Berg unter Mitwirkung des Posaunenchors und des hiesigen Kirchenchors vorgesehen. Kreis Büdingen. nd. Nidda, 22. Mai. Gestern feierten hier die im Kirchspiel Nidda geborenen 50jährigen gemeinsam ein Wiedersehens- und Erinnerungsfest an ihre Konfirmation. Von den vor 36 Jahren vom verstorbenen Dekan Hof- meyer 43 Eingesegneten waren 30 erschienen. 11 sind bereits verstorben, darunter fünf als Opfer des Krieges. Die beiden fehlenden Kameraden waren durch Krankheit am Erscheinen verhindert. Die Jubilare nahmen geschlossen an dem Hauptgottesdienst teil, in dem Pfarrer Laut in seiner Predigt in herzlichen Worten auf die Festgäste Bezug nahm. Vor dem Altardienst sprach die Schülerin Milli Schneider von hier einen sinnreichen Prolog, und das Streichorchester des Musiklehrers Ackermann verschönte die kirchliche Feier durch mehrere Musikvorträge. Fräulein Werte sang das bekannte F. Rückertsche Lied: „Aus der Jugendzeit". Das gemeinsame Mittagessen und die weitere Feier fand in der „Traube" statt, wozu auch die noch hier lebenden Lehrer D o m m und G a h e r t einer Einladung ihrer ehemaligen Schüler gefolgt waren, um mit ihnen einige frohe Stunden zu verleben. y Bad Salzhausen, 22.Mai. Hier sind in letzter Zeit mehrere B e s i tz w e ch s e l vorgekommen. Bankdirektor Deutsch in Frankfurt a. M. verkaufte seine hiesige Villa (früher Konsul Engler) nebst mehreren Grundstücken an Rundfunksprecher Paul Laven in Frankfurt a. M. Das ehemalige Gasthaus „Zur Jägersruh" erwarb Lehrer i. P. Otto Lentz in Geiß-Nidda, und Universitätsprofessor Dr. jur. Hallstein in Rockstock kaufte die schöne Villa Hunold hier. Kreis Alsfeld. II. Dieder-Ohmen, 23. Mai. Die Sp a r° und D arleh ens kas f e D i e der- O h men willige Feuerwehr unserer Gemeinde Absperrung und Ordnung in dankenswerter Weise übernommen. Hier erledigten die Kleinen zur Freude der Großen ihre oft mit Humor gewürzten, schönen Spiele. Höhepunkt und Schluß: Brezelverteilung. Der Festtag schloß mit einem Gemeinde» abend im Saalbau von L. Schäfer, der 500 Sitzplätze enthält, und überfüllt war. Hier bot neben den zwei Gesangvereinen die Schule ihr Bestes. Das einleitende Festgedicht, vorgetragen van Frl. Opper, war van unserer Lehrerin, Fräulein Schminke aedichtet und fand großen Beifall. Das „Klingelhäusl, ein frohes Spiel mit Gesang in 5 Akten, aber mit einem ernsten Hintergründe, nämlich, daß Geld allein nicht glücklich macht, wurde glänzend aufgeführt. Hier hatten Fräulein Iün - g e l, stuck, theol. Opper und Gymnasiast Henkel die Hauptrollen. Sie führten dieselben mit den übrigen Teilnehmern (Schülern) gut durch. Der Sprechchor, die Gedichte zum Muttertage, die Volks- liedszenen, das vaterländische Resgenspiel „Es muß doch Frühling werden" wurden begeistert aufgenom- men. Pie geschmackvollen und billigen Kostüme hatte die Lehrerin, Fräulein Siesers, Gießen, die talentierte und immer hilfsbereite Helferin, angefertigt. Um die ganze, viel Mühe machende Veranstaltung hat sich Lehrer Henkel, der Leiter unserer Schule, das Hauptverdienst erworben. In einer längeren Ansprache teilte Bürgermeister Preis einiges aus der Geschichte des Vereins Kinderfreunde (E. V.) mit. Er wurde auf Veranlassung von Pfarrer G u ß m a n n , Kirchberg, bereits im Jahre 1900 mit 34 Mitgliedern ins Leben gerufen. Aber erst nach achtjähriger, mühsamer Vorarbeit war man soweit, daß im Sommer 1908 der Kinderhort eröffnet werden konnte. Die Anstalt ist seitdem der Gemeinde ans Herz gewachsen, und nachdem vor drei Jahren der Verein durch Anstellung einer zweiten Schwester die Gemeinde- krankenpflege angegliedert hat, ist die ganze Gemeinde in dem Wohlfahrtsverein organisiert. y. Daubringen, 21.Mai. Heute fand, von herrlichem Wetter begünstigt, unter Teilnahme der ganzen Gemeinde und vieler Gäste der Umgegend das25jährigeJubiläumunsererKlein- kinderschule statt. Die Häuser im Tannen- und Maiengrün, die vielen Fahnen schwarzweißrot und Hakenkreuzfahnen boten ein herrliches, farbenfrohes Bild. 24 Schwestern des Diakoniffenhaufes Nonnenweier, das unsere Anstalt betreut, fanden sich schon gestern (Samstag) Nachmittag zu gewohnten Schwe- sternkonferenz ein. Sie wurden mit den vielen, übrigen Gästen, die der heutige Festtag herbeiführte, in den gastlichen Familien unserer Gemeinde gerne aufgenommen. Der heutige Tag wurde mit einem stimmungsvollen Waldgottesdienst, direkt am Ausgang des Ortes, begonnen. Die beiden hiesigen Gesangvereine beteiligten sich, wie am Gemeindeabend, mit sehr schönen, passenden Chören. An Stelle des durch Krankheit verhinderten Festpredigers, Pfarrer B e n d e r, Nonnenweier, hielt Dekan Gußmann, Kirchberg, die Festpredigt. Ein Höhepunkt für die feiernde Gemeinde war es, als am Schlüsse des Gottesdienstes die festlich geschmückten Kleinen unter Führung von Schwester Betty und anderen und unter Klängen des Posaunenchores aus Treis a. d. ßöa. heranmarschierten und im frohen Wechselgesang mit der anwesenden Schwesternschar ihr kindliches Loblied erklingen ließen. Genannter Polaunenchor hat durch reine Begleitung der Gesänge und mittags durch ein Platzkonzert, bei dem auch vaterländische Weisen erschallten, großen, dankbaren Beifall gefunden. An dem Festzuge nachmittags beteiligten sich außer der Kmderschule aeschlossen die Volksschule, unter Führung ihrer Lehrkräfte, der Vorstand der Kmderschule, der neue Ortsvorstand in SA.-Uni- form, Evang. Frauenoerein und viele Gemeindeglieder. Auf dem sehr großen Hofe der neuen öd)ule, wo ßtnöenbäume Schatten spenden und Banke für die Alten bereitstanden, hatte die FreiWer Opel fahrt, beweist, daß er Dinge nicht nach ihrem Preis, sondern nach ihrem tatsächlichen Wert beurteilt. Warum mehr für einen Wagen ausgeben, als einer der repräsentativen Opelwagen kostet. Wenn jede Probefahrt beweist: ~ Motorwagen-Verkaufsgesellschaft m.b.H & vj stand. Zranksui MS wurden-Vr», W den, 015 °reiii bei”1 Lutttk^Mlag« 9erun9&rf muß ! solche" y Mchn h°nVL emerkbo U der durch Hirnen 3 .f &e5 Ein stiegen, i° oldenstich g „ [[e ani k M j' wenn von se" ’S Mgeumfen wird. nn£B. meldet am Mskommisfarfur^ Mtergrob' "M Wirtschaft statt- ES \ heutigen Lage Handelspreise * Wider Ware E (W««[ 8 Wer) kW®1 sind gebeten tvorden, die örtlichen Behörden Überschreitungen zu oe (Zchweinemc Auf dem heutigen ' standen 221 Ferkel und Dan bezahlte für c 16 bis 18 Mack. 6 1 22 Mack, 8 bis 13 W Einleger 55 Mack. . Frankfurt, 24. Zu Beginn der heutig) schäft infolge nur ge langsam in Gang, w< auf die morgige Feierte Dispositionen traf. Die l lich.da nicht nur die f die Schwäche des Ma Verminderung der A 60000 Personen von Sr ser Verhandlungen biss gehen, machte keinen st euch für die Zuriickhalt mib war, weil man w< küergebnis rechnet. Die Kursgestaltung a überwogen aber Durchsc 1 Prozent. Einige Spe wert fest. So eröffneten 2Prozent und Deutsches andererseits gaben am Augsburg erneut um V, TchWrtsakticn lagen be Afibiszul Prozent sä dielten uneinheitlich, wo! doch nur Bruchteile ein Ginas fester eröffneten n Dame V* «Vieh Fa'ben,b. Objolj ',U|ien äs P a r ?us Mol« *erdedfe Gröu. 43/. Wirtschaft Aus alter Welt MM Baustoffe rSchuhwanen Wo nichts Frucht*« Schwanenweiß 1.60 u. 3.15 Gegen 50 tzliaJ 50 St. 4.75, B wolle gestrickt mit */» Arm, ein- St. 50 4.50 Ooo kfl£zen#ra St 3.00. Kaufhaus Hansa, Gießen UorleiMe Angebote! 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Die Mitgliederversammlung deS Schutzbundes (Volksdeutsche Arbeitskreise ED.) wählte auf Vorschlag seines bisherigen Vorsitzenden Admiral von Trotha einstimmig den Altelsässer Dr. Robert Ernst zum Führer. 3hm zur Seite tritt ein Führerstab, der aus Pcrsönlvch- keiten der nationalsozialistischen Dewegung der Schuhbundtradition und den maßgebenden volkspolitischen Körperschaften bestehen wird. Alle Mitglieder des Deutschen Schutzbundes werden vom Führer berufen. 130 Somalis in der wüste verdurstet. Im italienischen Somali-Land hat sich ein aus über 130 Männern, Frauen und Kindern bestehender Trupp Eingeborener bei dem Marsch durch die Wüste verirrt und ist dabei verdurstet. Nur einige Somali-Leute haben die Strn- pazen überstanden und können jetzt von dem tragt- schen Schicksal ihrer Landsleute Mitteilung machen. Schwerer Unfall auf der warschauer Rennbahn. — Zwei Tote, drei verletzte. Vei der Austragung des Frühlingspreises aus der Warschauer Rennbahn ereigneten sich schwere Unfälle. Rach etwa 1000 Meter Lauf stürzte eines der führenden Pferde des 16- köpfigen Feldes, wodurch noch fünf andere Pferde zu Fall kamen. Zwei Jockeys fanden dabei den Tod, drei kamen mit Verletzungen davon. i6t «Mi. Sie t Wnibet- ,MeUo. H,n?n ih„r geben, ange- Lman neben tö{n unb der .^irtitt der 1 Btanl- 1 dieser beginn der von^ssen, beauftragten der ehemali- Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Donnerstag, 25. Mai. Christi Himmelfahrt Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker. — Iohannes- klrche. 9.30: Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Aden Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz. — pclruskapcllc. 9 45: Pfarrassistent Surfer — Schifsenberg In der Alien Klosterkirche. 8.30: Pfr. Steiner, Hausen, Mitwirkung des Frauenchors Hausen und des Posaunen- chors Watzenborn. — t-aufen-Garbenteich. 10.15: Hausen (wegen Wiederherstellung der Kirche im R.it- Haussaal). 11.15: Garbenteich. — Sleiubach-Albach. 13: Albach: 14: Steinbach. — Grohen-vuseck. 10.30: Mitwirkung des Kirchenchors Düdelsheim Kollekte. Oppenrod. 8.30; Kollekte. — wiefeck. 9 30; Kollekte. — Lich. 9.30: Missionar Keller. Kollekte. 10.45: Kindergottesdienst, Missionar Keller. 15: in der Meil» bad), Missionar Keller, Stiftsdechant Kahn Posau- nenchor. Kollekte. — Rödgen. 10. — Annerod. 12.30. — Watzenborn-Steinberg. 9. — Kirchberg. 10. — Mainzlar. 10. — Heuchelheim. 10. Katholische Gemeinden. Mittwoch, 24. Mai. (Biegen. 16.30 und 19: Beichte. Donnerstag, 25. Mai. Christi Himmelfahrt. Gießen. 6.30: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Vesper. — Grünberg: 9.45: Messe mit Pred gt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. Kommunion der Erstkommunikanten. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. Kommunion der Erstkommunikanten. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Freitag, 26. Mai. Gießen. 20: Maiandacht. Oesfentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244 45, Notruf Telefon 02. 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W Dr. Emst der Hoffnung e Wie tragen n Universität > 'MtlarM. denden Aeltvr Anleresse bet Amtskollegen daß sie ihm ektor ihr Der- nb damit die beit tatkräftig aus das neue. Ausgaben unb mtenschaft. als en habe. Der er der Frank- lgruppensuhrer t mit der Aus- Öfchen DolkeS : aitzutvenden. über bie „Grube ber bruii- Jugend wir- es schassenden die Mitarbeit ltionatpolilische irgrunb treten, schen dem Stabe. el-Liebes nahm Stellung «um nt, bah ber Ula- ilenbunb hoch- einer national- iffurter Unioer- chasfen für eine Ipolilischen Er- lafk. Diese 6ti|- )ts der Univer- ssor-Ernst* ing der ersten Niedertreter ovs farbig.Leder, m.AJIiaotornorben, Polster, Vodieledersohle gewendet Gr.40 46 36 42 31/35 1 2$ V7TTJSTS cr» 25/30 I • Milesser, Pickel und alle Hautunreinheilen Schönheltswasser Aphrodite 1.60 u. 3.15 «S4A Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz Nr. 10 Hal le nturn schuh e aus sdsworzem Segeltudi. 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Zwei Beamte des Erweiterten Streifdienstes wurden in einer der bergangencn Nächte auf der Strecke Köln — Düsseldorf überfahr en aufgcfunden. Während der eine bereits t o t war, wurde der andere Beamte mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus nach Opladen eingeliefert, wo er bald darauf v e r - st a r b. Beide scheinen einen auf falschem Gleise fahrenden Arbeiterzug nicht bemerkt zu haben. Afrikaflieger Schwabe in Berlin. Der Münchener Flieger Karl Schwabe, der vor einigen Tagen in München seinen Afrikaflug beendete, wurde in Berlin von Vertretern der Reichsregierung und des Aeroklubs von Deutsch- land empfangen. Schwabe traf pünktlich auf dem Berliner Flughafen ein, wo er von einer zahlreichen Menschenmenge mit Blumenspenden und Kränzen erwartet wurde. Der Ministerialrat im Reichsluftfahrtministerium Kapitänleutnant C h r i st i a n s e n und Vizepräsident v. Hoeppner im Auftrage des Aeroklubs von Deutschland und des Deutschen Luftsportoerbandes sprachen dem Flieger ihre Glückwünsche aus. Schwade ist in der Fliegerei noch jung, er hat erst im Herbst 1932 seinen Flugzeug- führcrschein erworben. Trotzdem hat er bereits ein- schließlich des Afrikafluges 50 000 Flugkilometer hinter sich gebracht. Zu seinem Fluge benutzte er ein Erzeugnis des Klemm-Flugzeugbaues Böblingen, ausgerüstet mit einem 95-?S-Siemens-Motor. Die 30 000 Kilometer seines Afrikafluges legte er in etwa 220 Flugstunden zurück. Das Ziel des Flu- ges war Daressalam im ehemaligen deutschen Schutzgebiet. Cosyschuhe aus farbigem Fils, Pomp. Chromledersohle 1 Gr 36/42 I Reichsbank (plus X Prozent) und AG. für Verkehrs- wesen (plus % Prozent). Bei den übrigen Werten traten nur geringfügige Veränderungen ein. Auch im Verlaufe erfuhr das Geschäft keine Belebung, und unter diesem Eindruck bröckelten die Kurse meist gcrinanrozentig ab. Am Rentenmarkt gingen die variabel gehandelten Papiere, wie Alt» und Neubesitzanleihe, sowie Stahloereinbonds und später Reichsschuldduchsorde- rungen bei sehr geringem Geschäft leicht zurück. Auch am Pfandbriefmarkt blieben Goldpfondbriefe nicht immer voll behauptet, Liguidationspsandbriese lagen sogar bis zu 1 Prozent schwächer. Staats- und Stadtanleihen lagen sehr ruhig und kaum verändert. Don fremden Werten zeigte sich etwas Interesse für Türken, wogegen Schweizerische Bundesbahnobli- gationen angeboten waren und etwa 3 Prozent verloren. DerGe 1 dmarkt war sehr leicht, Tagesgeld stellte sich auf 3 gegenüber gestern 3A Prozent. Damen - Opanken in verschiedenen Farben, mit apartem. durdifiochlenem Blatt, bequemer loufobsoti..... Der Butterpreis Der Landesverband des Hessischen Einzelhandels e. V., Sitz Darmstadt, schreibt uns: Aus den Pressemeldungen der letzten Tage (die vorn W o 1 f f - B u r e a u aus Berlin übermittelt wurden. D Red.) könnte der Schluß gezogen werden, als ob die Ursache der Erhöhung der Butterpreise beim Einzelhändler infolge Steigerung seines Aufschlages zu suchen sei. Gegen einen solchen Vorwurf muß sich der Cebensmittel-Giiuel- handel mit aller Entschiedenbeit verwahren. Die seit drei Wochen bemerkbare Aufwärtsbewegung der Preise auf dem deutschen Duttermarkt ist eine not- wendige Folge der durch das Reich ergriffenen Maßnahmen zur Stützung des Fettmarktes gewesen. Die Einkaufspreise des Einzelhandels sind ganz außer- ordentlich gestiegen, so daß die gestern, bzw. vor- gestern in der Presse angegebenen Großhandelspreise größtenteils überholt sind. Es ist daher vollkommen abwegig, wenn von feilen der Verbraucherschaft dem Einzelhandel Preistreiberei oder gar Preiswucher oorgemorfen wird. WTD. meldet auS Berlin. 23. Mai: Beim Reichskommissar für Preisüberwachung fand heute vormittag eine Besprechung mit Vertretern des Duttergroh- und Kleinhandels und der Land- wirtschrrft statt. Es wurde festgestellt. daß der heutigen Lage der Buttermarkts solche Kleinhandelspreise entsprechen, die sich je nach Qualität der Ware zwischen 1,45 Mark und 1,55 Mark je Pfund (letzterer Preis für allerfeinste Markenbutter) bewegen. Die obersten Landesbehördcn sind gebeten worden, die Preisbildung durch die örtlichen Behörden zu überwachen und Preis- Überschreitungen zu verhindern. Schweinemarkt in Gießen. Auf dem heutigen Schweincmarkt in Gießen standen 221 Ferkel und 2 Einleger zum Verkauf. Man bezahlte für Ferkel bis 6 Wochen alt 16 bis 18 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 18 bis 22 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 22 bis 28 Mark; Einleger 55 Mark. — Tendenz: Mäßig, Lleber- pand. Frankfurt freundlich. Frankfurt, 24. Mai. (WTB.-Drahtmeldung.) Zu Beginn der heutigen Mittaabörse kam das Geschäft infolge nur geringer Publikumsbeteiligung langsam in Gang, wobei die Kulisse im Hinblick auf die morgige Feiertagsunterbrechung nur zögernd Dispositionen traf. Die Tendenz war aber freund- lich, da nicht nur die feste Haltung Wallstreets und die Schwäche des Dollars, sondern auch die weitere Verminderung der Slrbeitslosenzisfcr' um rund 80 000 Personen von Anregung war. Daß die Genfer Verhandlungen bisher nur langsam oonftatten gehen, machte keinen stärkeren Eindruck, wenn es auch für die Zurückhaltung der Kulisse mitbeftinv wend war, weil man weiterhin mit einem günstigen Endergebnis rechnet. Die Kursgestaltung war nicht ganz einheitlich, es überwogen aber Durchschnittsbesserungen von A bis 1 Prozent. Einige Spezialwerte lagen bemerkens- wert fest. So eröffneten Kaliaktien und Siemens je 2 Prozent und Deutsche Linole.um VA Prozent höher, andererseits gaben am Elektromarkt Lechwerkc- Augsburg erneut um VA Prozent nach, und auch Schiffahrtsaktien lagen bei wesentlich ruhigerem Geschäft bis zu 1 Prozent schwächer. Montanwerte ten- bierten uneinheitlich, wobei die Veränderungen jedoch nur Bruchteile eines Prozentes ausmachten. £1(005 fester eröffneten u. a. IG. (plus % Prozent), Verschiedenes) RM. 20000 gesucht gegen Sicherheit in 23ertöaö. (Reichsaltbesitz,Pfandbriefe u. bergt.) auf 1—2 Jahre.Schr.Ang.u. 34980 a.d. Gieß. A. RM. 5000 die auf wertvolles Grundstück an sicher. Stelle als Hypothek eingetr. werd., von solidem Geschäftsm. sofort ges. Nur schr. Offerte v.Selbstg.u. 03210 a. d. G. An,. 3000 Mk. z.Ablös. a. 1.Hypothek von Privat ges. (lOfache Sicherheit Landwirtsch.).Schr. Ang. unt. 03202 an den Gieß. Anzeiger langem Arm SportsPullover Farbstellung Pullover Pullove reine Wolle, mit 7, Arm, In schöner farbig oder gestreift Sport-Pullover reine Wolle, gestrickt, mit 1 einfarbig in verschied. Farben mit langem Arm Polo-Bluae aus la Perltrikot. in mit 7. Arm PoIo'Bluae, aus B'woll-Trikot mit K seiden-Effekt od. 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Lebensjahre SM boMsck wie HW/. / ■ ' S. 2327 33 b ul'6 Annerod Am Himmelfahrttag Tanz imSaalb au Enge I hardt Schtshhaus Weidemann Seltersweg 59 Das Kreisamt Büdingen nimmt erneut Veranlassung, auf die Gefährlichkeit des Lagerns von leicht entzündbaren Gegen- ständen (Holz, Heu, Stroh und dergl.) in der Nähe von Eisenbahnen hinzuweisen Wenn solche Gegenstände nicht durch eine feuerfeste Bedachung oder sonstige Schutzvorrichtungen vor Funkenauswurf und glühenden Kohlen gesichert sind, so ist es Bohseiden-Drnck . A. reine Seide, mod. Pepita 1 US Muster.............m v Cröpe-Prlnzessa, ca.100 cm br., die weichfließ. K’seide für elegante Kleider in 15 y Sil neuen Sommer-Farb., m " Uv 5?'e9 Amtsverköndigungen aus den oderhesflschen Kreisen. Kreis Lchotten. Mit Rücksicht auf die außergewöhnliche Trockenheit und die dadurch bestehende Gefahr der Entstehung weiterer Waldbrände ordnet das Kreisamt auf Grund des Artikels 65 der Kreis- und Provinzialordnung vom 8. Juli 1911 auf die Dauer von 4 Wochen an: 1. Das Rauchen in Waldungen und in einer Entfernung bis zu 20 Meter von ihnen, sowie 2. das Feueranzünden außerhalb von Gebäuden in Waldungen und im Umkreis von 20 Meter von ihnen ist verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 90 Mark bestraft. Kreis Büdingen. Anläßlich des diesjährigen Motorradrennens „Rund um Schotten" wird die Prooinzialstraßen - Ortsdurchfahrt „Bad Salzhausen" im Interesse eines ungestörten Kurbetriebes vom Samstag, dem 3 Juni d. I., 4 Uhr nachm., bis Dienstag, den 6. Juni, 6 Uhr nachm., für Motorräder und Lastkraftwagen im Durchgangsverkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Borsdorf. Die aufgestellten Warnungstafeln sind zu beachten. An alle Vereine, 5. Bezirk, Gau Hessen(DT.)! An Himmelfahrt Götz-Wanderung nach dem Ossenheimer Wäldchen.Treff-: punkt nachmittags 3 Uhr am Txuner- Gefallenen-Ehrenmal.Teilnah.ist Pflicht, 4 PS. 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Bericht über seine Besuche in den armenischen Flüchtlingslagern im Orient. 3473D Posaunen- und Gemischte Chöre. Jedermann ist freundlichst emgeladen. I. 91.: Pfarrer Bömel, Rod beim a. d. B. Wasch-Kunstseide -zx schöne moderne Muster. . Ml gute Qualität.......m Seiden-Leinen, einfarb.,der , ■ prakt. u. beliebte Sommer- • nS Stoff in allen Farben m «v V Seiden-Leinen-Drock — - apaite neuartige Muster. in ungeheurer Auswahl, m v Voile-Druck ca. 100 cm breit, hübsche . (in Muster, bes. preiswert, m »7 V Frisonek, der mod. seiden- artige Wäschst., einfarb.u. 1 bedr. in fesch. Mustern, m Leinen-Imitat der beliebte mod. Sport- 4 stoff in feschen Karos, für I Ml Blusen. Kleider usw . . m l»vv Zirka 3 Morgen Lmevne a.d.MarburgerStr. zu verkaufen, 03200 Televhon 3287 Guterbaltener Photo Apparat 6,5X9 Platt.-Kam. billigst zu verkaufen. Schrift!. Ang. unt. 03198 an d. G. A. Omousine ICoupe, loff.Sechs- siber, 1 Motorrad, fübrerscheinfr., bill. abzugeben. 03213 Mühlstraße 22. 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Juni 1933 bis einschl. 30. September 1934 zum Anfall kommende Dünger soll nach dem Gewichte verkauft werden. 34710 Angebote sind bis zum 29. Mai 1933, mittags 12 Uhr, schriftlich mit der Aufschrift „Dünger-Angebot" bei der unter- zeickneten Verwaltung einzureichen, wo auch die Bedingungen eingesehen werden können. Gießen, den 22. Mai 1933. Verwaltung der Veterinär-Kliniken und Institute. ttiihitlflrtil das oberhess.Notcnburg h ?» 2Bahnst.v.Frankfurt/M. UUUlliyiU 1'/, Bahnstunde o.Gietzen H^F^^.^^^'rische.AusgedehnteLanb' und ^adelwaldungen. Hübsche Svazier- aange.AIsAufenth.^Erholungsbedürftige beiond.geeignet ».gern besucht.Gesundes ftluna m.frischer Höhenluft.Volle Pension m guten Häusern 3,50—5 RM. Pauschalaufenthalt für 1—4 Woch. ü.26—90 RM. Prospekte durch d. Verkehrsverein. 3495D Fuhrleistungen? Nehmende ^bSkMÄNN Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde bei der Firma Commerz- und Privatbank, Aktiengesellschaft, Filiale Gießen, am 23. Mai 1933 eingetragen: Die dem Direktor Georg Rosenberg und dem stellvertretenden Direktor Ludwig Liebmann, beide in Gießen, erteilte Prokura ist erloschen. 35040 Gießen, den 12. Mai 1933. __________Hessisches Amtsgericht.__________ Bekanntmachung. Betr.: Prüfung für Geschäftsstenographen. Am Sonntag, dem 18. Juni 1933, vormittags 9 Uhr, findet in den Räumen der Oeffentlichen Handelslehranstalt, Liebig- straße 16II, eine Prüfung für Geschäftsstenographen statt. Geschrieben wird nur in der Einheitskurzschrift in den Abtei- langen 150, 180, 200, 220 und 240 Silben. Außerdem wird eine Vorprüfung in der Geschwindigkeit von 120 Silben abgehal- ten. — Die Gebühren betragen 2 RM. für die Hauptprüfung und 1 RM. für die 'Hörprüfung; sie sind mit der Anmeldung (Angabe der Silbenzahl) zu entrichten, die bis zum 10. Juni 1933 bei dem Sekretariat zu erfolgen bat. Wer die Uebertragung in Maschinen- schrist herstellen will, hat die Maschine selbst zu stellen. 35000 M <■ HM - $r|d)