Nr.7l Srübausgabe 183. Jahrgang 8reitag,24-Mär.zlyZ3 Lricheini täghd), außer Sonntags und ßeiertüqs Beilagen: Die Illustrierte (Bienener Familienblatter Heimat m Bild Die Scholle monat$:Bt3ng$prel$: Mit 4 Beilagen RM 1 95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen vo" einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsvrechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anlchris» lür Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: 5ronlfrrt an- Hiatn 11686. Gietzener Anzeiger GeMal-Anzeiger für Oberheffen .er Hand br trvd tinb Peri/w: b ®a^S,C'n-Siüerfitäts=Bud): und Steinörudcret ü. Lanqe in Sietzen. 8chriftleitung und Geschiftzktelle: §chu!^tratze 7. Annahme von Unieigcn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne» klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20 , mehr. Chefredakteur Dr. Frtedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und 'Ür den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Giegen. Oer Reichstag stimmt mit gewaltiger Mehrheit dem Ermächtigungsgesetz zu. Oer Reichskanzler erläutert Ausgaben und Ziele der nationalen Negierung. — Kamps um die seelische Gesundung d? ^deutschen Volkes. — Versaffungsresorm im Ginne der Gleichschaltung von Reich und Ländern. — Wirtschafisbelebung ÖufviT"’ Förderung der Privatinitiative.- Gparsamkeit in der Verwaltung.— Fnedensbererischafi zu allen Völkern, aber Anerkennü'n^ der deutschen Lebensrechte. Berlin, 23. März. (DDZ.) Saal und Tribünen sind bis auf den letzten Platz beseht. Gleichzeitig haben sich auch in der Diplomatenloge einige Besucher, zum Teil mit ihren Damen, eingefunden, darunter der englische Botschafter. Der ReichslanzlerAfooifHitler wird bei seinem Eintritt in den Saal von seinen Parteifreunden durch Erheben von den Sitzen begrüßt. Er nimmt seinen Abgeordnetenplah ein, während am Regierungstisch die Minister v. Neurath und Graf Schwerin v. Krosigk sitzen. Reichstagspräsivent Göring eröffnet die Sitzung mit einer kurzen Ansprache, in der er anläßlich des heutigen Geburtstags von Dietrich ©dort dieses Dichters der nationalen Freiheitsbewegung gedenkt. Die Mitglieder der nationalsozialistischen Fraktion und der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot erheben sich bei dieser Ansprache von den Sitzen. Präsident Göring schließt seine Gedentworte mit einem Bers aus Dietrich Edarts Lied: „Deutschland erwache!" Als erster Gegenstand steht aus der Tagesordnung die von den Regierungsparteien beantragte Geschäftsordnungsänderung, die im Ausschuß angenommen wurde. Der chlerstatter Abg. Stöhr (Rats.) weist darauf hin. daß die Ausschußmehrheit den sozialdemokratischen Antrag auf Haftentlassung der in Schutzhaft befindlichen sozial- dcmLkrat.schen Reichslagsabgeordneten , a b gelehnt habe. Die Ausschußmehrheit meint, daß es unzwedmätzig sei, diese Herren des Schuhes zu berauben, der ihnen durch die Verhängung der Schutzhast widerfährt. (Beifall und Heiterkeit red).s.) Dabei wird durchaus individuell verfahren, so ist die sozialdemokratische Abgeordnete Frau Agnes inzwischen bereits aus der Haft entlassen worden. Obstruktionsmaßnah- men, wie sie die Rationalsozialisten und die Deutschnationalen in der Vergangenheit durchführten, se.cn damals eine sittliche Rot- Wendigkeit gewesen. Heute, unter den völlig veränderten Umständen, würde jedoch eine Obstruktion gegen die Absichten der Reichsregierung als eine grobe Pslichtwidrigkeit betrachtet werden müssen, gegen die die schärfsten Maßnahmen notwendig sind. (Zustimmung rechts.) D.e Geschäfisordnungsänderung will die ordnungsmäßige Wahrnehmung der Gesch.fte sich rn. die im Interesse des deutschen Dolles durchgeführt werden müssen. Die Behauptung der uppol.tion, daß die Gesches.sordnungsande- rung verfassungswidrig sei, ist von der Aus- schuhmehrheit als falsch zurüdgewiesen worden. Der Antrag wird hierauf mit den Stimmen des Degierungsblods und der beiden katholischen Parte en angenommen. Der Antrag auf Haftentlassung der sozialdemokratischen Abgeordneten wird mit den Stimmen des Regierungsblods bei Stimmenthaltung der katholischen Parteien abgelehnt. Oie Regierungserklärung. Es folgt die Entgegennahme einerEr- flärung der Reichsregierung Reichs- kanzler Hitler, in brauner Parteiunisorm. wird mit einem dreifachen Heilrus und dem Faschisten- gruh begrüßt. Er führte etwa aus: Männer und Frauen des Deutschen Reichstags! 2m Einvernehmen mit der Reichsregierung haben die Rationalsozialisten und die DRVP. Ihnen durch einen Initiativantrag ein Gesetz zur Behebung der Rot von Volk und Reich zur Beschlußfassung unterbreitet. Die Gründe für diesen außerordentlichen Vorgang sind folgende: Im Rovember 19 18 rissen marxistische Organisationen durch eine Revolution die vollziehende Gewalt an sich. Die Monarchen wurden entthront, die Reichs- und Landesbehörden abgesetzl und damit die Verfassung gebrochen. Das Gelingen der Revolution im materiellen Sinne sicherte die Attentäter vor dem Zugriff der Justiz. Die moralische Legitimierung suchten sie in der Behauptung, Deutschland bzw. seine Regierung trüge d i e Schuld am Ausgang des Krieges. Diese Behauptung war wissentlich und sachlich falsch. In der Folge führte aber diese im Interesse unserer damaligen Feinde liegende unwahre Anschuldigung zu schwerster Unterbrüdung des gesamten deutschen Volks. Unter Bruch der uns in den 14 Punkten Wilsons gemachten Zusicherungen begann für Deutschland, d. h. für das schaffende deutsche Volk, eine Zeit grenzenlo- |en Unglücks Alle die von den Männern des November 1918 gemachten Versprechungen erwiesen sich, wenn ichon nicht als bewußte Irreführung, so doch vis nicht minver verdammenswerte Illusiionen. Die Errungenschaften der Revolution waren nur für kleinste Teile unseres Volkes angenehm, ........... ' < * < /«♦ Reichskanzler Adolf Hitler am Rednerpult. — Auf der Regierungsbank von rechts nach links: Bize- kanzler von Papen, Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Reichsinnenminister Dr. F r i ck. In der 'weiten Reihe rechts: Reichswirtschaftsminister Huaenberg. für die überwiegende Mehrzahl aber, soweit sie sich durch redliche Arbeit das tägliche Brot verdienen muhte, unendlich traurige. Unser Volk hat in dieser Zeit auf allen Gebieten einen Verfall erlitten, der vorher kaum vorstellbar war. Abgesehen von natürlichen Schwankungen, führte die Linie der Entwidlung konstant nach unten. Diese deprimierende Erkenntnis war mit eine der Ursachen der allgemeinen Verzweiflung. Sie förderte die Einsicht von der Rotwendigkeit einer gründlichen Abkehr von den Ideen, Organisationen und Männern, in denen man mit Recht die tiefere Ursache des Verfalls zu erkennen glaubte. Die nationalsozialistischeBewegung vermochte daher trotz brutclster Unterdrüdung immer mehr geistig und willensmäßig die Menschen zum Abwehrkampf zu erfassen. Sie hat im Verein mit den anderen nationalen Verbänden nunmehr innerhalb weniger Wochen die seit dem Rovember 1918 herrschende Macht beseitigt und in einer Revolution die öffentliche Gewalt in bie Hänbe ber nationalen Führung gelegt. Am 5. März hat bas beutsche Volk biefem Akt feine Zustimmung erteilt. Das Programm des Wiederaufbaues von Volk und Reich ergibt sich aus der Gröhe der Rot unseres politischen, moralischen und wirtschaftlichen Lebens. Erfüllt von der Veberzeugung, daß der Zusammenbruch seine Ursachen in inneren Schäden des Voltes hatte, ist es das Ziel der Rigierung, diejenigen Gebrechen aus unserem völkischen Leben zu beseitigen, die auch für die Zukunft jeden tatsächlichen Wiederaufstieg verhindern würden. Der durch die müi,mi)ä)e Irrlehre systematisch herbeigeführte Zerfall der Ration in weltanschaulich unvereinbare Gegensätze bedeutet die Vernichtung der Basis eines möglichen Gemeinschaftslebens, die Auslösung aller Grundlagen unserer Gesellschaftsordnung. Ausgehend vom Liberalismus des vergangenen Jahrhunderts als Schrittmacher der Sozialdemokratie endet diese Entwidlung der Destruktion naturgesetzlich im kommunistischen Chaos. In dieser letzten Definition des Marxismus erfolgte Die Proklamierung der perma -- nentenRevolutiongegenalleGru n fotogen unseres seitherigen Gemeinschaftslebens als Appell an die primitivsten Instinkte. Sie führte zu einer Verbindung zwischen einer politischen Idee und den Handlungen wirklicher Verbrecher, die in ihrer letzten Wirkung jede Kultur vernichten muß. Straßenraub, Plünderung von Geschäften, Brandstiftung, Eisenbahnfrevel, Attentate, alle diese Verbrechen erhalten als politische Betätigung der kommunistischen Idee ihre moralische Sanktion. Allein die Methoden des individualistischen und Massenterrors haben uns im Laufe weniger Jahre über 300 Tote und 10 OOODerletzte gekostet. Die Brandstiftung imReichstag als Überstürzter Versuch einer groß angelegten Aktion ist ein Beispiel dessen, was Europa von einem Sieg dieser teuflischen Lehre zu erwarten hätte. Wenn eine bestimmte Presse außerhalb Deutschlands versucht, die nationale Erhebung Deutschlands mit dieser Schandtat zu identifizieren, so kann mich das nur in meinem Beschluß stärken, nichts unversucht zu lasten, um in kürzester Zeit dieses Verbrechen durch die öffentliche Hinrichtung des schuldigen Brandstifters und feiner Komplizen zu sühnen. (Stürmischer Beifall bei Öen Rationalsozialisten.) Ls wird die oberste Ausgabe der nationalen Regierung sein, diese Erscheinungen nicht nur im Interesse Deutschlands, fonöttn auch in dem des übrigen Europas restlos zu beseitigen. Dabei handelt es sich jedoch für die Regierung nicht nur um die negative Bekämpfung des Kommunismus, sondern vor ollem um die positive Aufgabe der Gewinnung des deutschen Arbeiters für den nationalen Staat. (Stürmischer Beifall rechts und in der Mitte.) Nur die Herstellung einer wirklichen Volksgemeinschaft vermag allein diese zersetzenden Tendenzen schon im Keime zu erftiden. Durch die Erwirkung einer solchen weltanschaulichen Volksgemeinschaft brauchen unsere Beziehungen zu den anderen Völkern nicht zu leiden. Die Beseitigung des Kommunismus in Deutschland ist allein eine innerdeutsche Angelegenheit, an der die übrige Welt nur insofern interessiert sein mag. als der Ausbruch des kommunistischen Chaos in Deutschland zu furchtbaren Folgen für das übrige Ausland führen könnte. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Cs ist die Pflicht der nationalen Regierung, den Körperschaft führt es, wenn sogar im Die Woh.fayrt ber Mommanen unö der Länder ist ja auch gleichermaßen abhängig von der Kraft des Reiches. Länder und Kommunen bedürfen des Schutzes eines starken Reiches. Die Reichsregierung beabsichtigt nicht, durch das Ermächtigungsgesetz die Länder aufzuheben, wohl aber wird Jie die Weisungen treffen, die geeignet sind, auf immer eine Gleichmäßigkeit der politischen Intentionen imReich und in den Ländern zu gewährleisten. Dadurch wird das kulturelle und das wirtschaftliche Eigenleben der Länder nicht vergewaltigt werden. Zu einer völligen Entwertung der gesetzgebenden Körperschaften führt es. wenn sogar im Rahmen der normalen Legislaturperiode von vier Jahren das Voll gezwungen ist, an die zwanzig Male zur Wahlurnezu gehen. Hier wird die Reichsregierung einen Weg finden, um innerhalb der Legislaturperiode durch eine einmalige Willenskundgebung des Volkes im ganzen Reichsgebiet die Verhältnisse in den gesetzgebenden Körperschaften festzustellen. (Sehr richtig! rechts.) Die Regierung der nationalen Revolution sieht es dabei als ihre Pflicht an, die Elemente von der Einflußnahme auf die Gestaltung des Lebens der Ration festzuhalten, die bewußt und mit Absicht dieses Leben der Ration negieren. Theoretische Gleichheit vor dem Gesetz kann nicht dazu führen, grundsätzliche verächici des Gesetzes zu tolerieren und ihnen die Ration auszuliefern. Die Gleichheit vor dem Recht wird aber allen zu- gebilligt, die mit für die Ration eintreten, und die der Regierung ihre Unterstützung nicht versagen. Cs wird zu den höchsten Aufgaben der Regierung gehören, die geistigen Führer der Vernichtungstendenzen zur Verantwortung zu ziehen, die verführten Millionen Volksgenossen aber zu retten. Die nationale Regierung sieht im Hinblid auf Die jetzt im Volke herrschende Rot die Frage einer monarchistischen Restauration a 1 s undiskutabel an, schon wegen dieser jetzt herrschenden Rotlage des Volks. Sie würde den Versuch einer Lösung dieses Problems aus eigene Faust in einzelnen Ländern als Angriff auf die Reichseinheit betrachten und demgemäß ihr Verhalten einrichten. (Stürmischer Beifall bei den Rationalsozialisten.) Gleichlaufend mit der politischen Entgiftung des öffentlichen Lebens wird die Reichsregierung eine durchgreifende moralische Sanierung an unserem Volkskörper vornehmen. Theater, Film, Rundfunk, Presse sind die Hilfsmittel für diese Aus- gäbe. Die Kunst hat jetzt die Aufgabe, Ausdruck des eftimmenden Zeitgeistes zu sein, des aufkommenden Heroismus. Blut und Raffe stehen jetzt beherrschend im Vordergrund. Dabei ist es selbstverständlich, daß die Traditionen der Vergangenheit zu pflegen sind. In der politischen und moralischen Entgiftung des Öffentlichen Lebens wird zugleich ein Bedürfnis religiösen Lebens gesichert. (Beifall rechts.) Die nationale Regierung sieht in den beiden christlichen Konfessionen wichtige Faktoren der Erhaltung unseres Volkstums. Sie wird die zwischen ihnen und den Ländern abgeschlossenen Verträge respektieren. Sie erwartet aber und hofft, daß ihre Arbeit in der sittlichen und moralischen Erneuerung des deutschen Volks auch bei den Konfessio - nen die gleiche erforderliche Beachtung findet. Sie wird allen anderen Konfessionen in objektiver Gerechtigkeit gegen» übertreten. Sie kann aber nicht dulden, daß die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession ober Rasse eine Entbindung von allgemein gesetzlichen Verpflichtungen (ein könnte oder gar ein Freibrief für straflose Begehung oder Tolerierung von Verbrechen. In den Schulen wird das Mitwirkungsrecht der Konfessionen gesichert und gewährleistet werden. Unser Rechtsleben muß in erster Linie der Erhaltung der Volksgemeinschaft dienen. Der U n« absetzbarkeit der Richter auf der einen Seite muß die Tatsache gegenübergestellt werden, daß im Mittelpunkt des Rechts nicht das Individuum, sondern das Volk steht. Landes- und Hochverrat sollen künftig mit barbarischer Rücksichtslosigkeit unterdrückt werden. (Stürmischer, minutenlang anhaltender Beifall bei den Nationalsozialisten und Deutschnationalen.) Der Boden der Existenz der Justiz kann kein anderer fein als der Boden der Existenz ber Ration. Deshalb muß aber auch bie Justiz bie Einrichtungen unb bie Persönlichkeiten schützen, bie verantwortlich sind für bas Schicksal bet Ration. Auf den Gebieten des w i r l s ch a f k l i ch e n Lebens wird vornehmste Aufgabe all’ un eres Handelns fein. Das Volk lebt nicht für die Wirtschaft. und die Wirtschaft existiert nicht für das Kapital, sondern das Kapital dient 6er Wirtschaft und bie Wirtschaft o e m Volk. (Stürmischer Beifall bei den Nationalsozialisten.) Grundsätzlich wird die Regierung die Belebung der wirtschaftlichen Interessen oes Volkes nicht über den Umweg einer staatlich ; u organisierenden Wirt- schastsbürokratic betreiben, sondern durch stärkste Förderung der privat- initiative unter Anerkennung des privaten Eigentums. (Lebhafter Beifall rechts und in der Mitte.) Aber jroifdjcn dec produktiven Initiative mb der produktiven Arbeit muh ein gerechter Ausgleich hergeftellt werden. Die öffentliche Verwaltung soll das Ergebnis der Arbeit durch Sparsamkeit respektieren. (Sehr richtig! rechts.) Die unausbleibliche Reform unseres Steuerwesens muh vor allem zur Verein- fachung und zur Verbilligung der Verwaltung führen. Grund cihtich soll die Mühle an den Strom gebaut werden und nicht an die Quelle. (Sehr richtig! rechts.) Die Verminderung der öffentlichen Lasten gehört zu den Fragen, die in einer nach den Erfordernissen zu bemefsenden Zeit gelöst werden. Die Regierung wird gründ ühlich Währungsexperimente vermeiden. Zwei Wirtschaftsaufgaben erster Ordnung stehen voran' Die Rettung b c £ deutschen Bauern musz unter allen Umständen durchgc- sührt werden. (Stürmischer Beifall., 'Die Gesunderhaltung der Rentabilität der Landwirtschaft ist zugleich die erste Voraussetzung für das Blühen der deutschen Industrie, des deutschen Binnenhandels und des deutschen Exports. Ohne düs Gegengewicht des deutschen Bauerntums h'itie der Wahnsinn des Kommunismus heute schon Deutschland üb'trannt und damit die^Gesamtwirtschast vernichtet. (Sehr richtig! rechts und in der Mitte.) Deshalb gehört Ny. weitere Besiedlung des deutl^' Bodens auch mit zu den höchsten der nationalen Regierung. Die । B.^ljpebung der Rot auf wirtschaftlichem _,t aber wesentlich mit ab von der Eingliederung der Arbeitslosen- Armee in den P r o d u k t i o n s p r o z e h. Hier sieht di? Regierung ihre zweite und gewaltigste Ausgabe. Diese Aufgabe kann nur gelöst w.rden mit der unbedingten Durchsetzung aller dafür nötigen Maßnahmen, auch wenn diese Maß- nahm-n im Augenblick leine Popularität finden. Im Zusammenhang hiermit ist allein auch die Rettung des deutschen Mittel st ands möglich. Auch im Mittelstand sind Millionen v o n Arbeitern beschäftigt. Als Kanzler und als Rationals^ lallst füh'c ich mich mit ihnen als Jcistigen Gefährten meiner Jugend verbunden. Stürmischer Beifall rechts.) Die Sozialpo- i t i k wird in t> e r Q3ertoaltung reformiert werden. Der Rcichsrcgierung liegt nichts ferner alS(Sf- po r t s e i n d l i ch k e i t. Wir wissen, das; wir die Verbindung mit der Welt nötig haben. Da jedoch Deutschland lange Jahre gezwungen war, Lerst ungen ohne Gegenwert zu vollbringen, ist unser Export weniger eine handelspolitische als eine Finanzangelegenheit. So lange man uns eine gerechte Regelung unserer Ausland s ch u l d e n nicht ermöglicht, sind wir leider zur Aufrechterhaltung der Devisenzwangswirtschaft gc-touncei. Crunt.- sätzlich jedoch wünschen wir die Eingliederung unseres Reiches in den friedlichen Wettbewerb der Rationen. Die Erhaltung der Reichsbahn und ihre möglichst schnelle Zurückführung in den Besitz des Deiches ist eine Ausgabe, die und nicht nur wirtschaftlich, sondern auch moralisch verpflichtet. Die Entwicklung des Luftverkehrs als eines Mittels fricbliacr Verbindung der Völker untereinander wird die nationale Regierung mit Eifer pflegen. Für alle diese Mahnahmen bedarf die Regierung au.h der hingebenden Arbeit desBerufsbeamlenturns. Rur b.'i zwingendster Siaatsnot soll hier eingegrifchn tocri.cn, über auch dann nur unter dem Gesichtspunkt strengster Gerechtigkeit. Oie Ziele bzr deutschen Außenpolitik. Dr Schutz der Grenzen des Reichs und damit d:s Lebens unseres Vol.s liegt heute bei unserer Reichswehr, die entsprechend den uns in Versailles auferlegten Bedingungen heute als einzig wirklich abgerüstete Arme e d e r W e l t anzusehen ist. Trotz der dadurch b.dingien Kleinheit und iUnzulänglich.eit der Rüstung darf das deutsche Volk mit stolzer Befriedigung auf seine Reichswehr fe_,cn. Unter schwierigsten Verhältnissen entstand dieses [reine Instrument unserer nationalen Erhaltung. Sn seinem Geiste ist es der Träger unserer besten soldatischen Traditionen. (Erneuter Beifall.) Das deutsche Volk hat seine ihm im Fricüensvertrag auferlegten P lichten in peinlicher Gewissenhaftigkeit erfüllt. Deutschland wartet nun seit Jahren auf die Einlösung des Versprechens der übrigen Staaten, dieser unserer Ab:üstung zu folgen. Es ist der aufrichtige Wunsch der nationalen Regierung, von einer vcrmchrung des bculf^en Heeres und unserer Waffen absehen zu können, sofern end.ich die andere well geneigt ist, auch ihre Verpflichtung zu einer radikalen Ai rüftung zu vollziehen. (Stürmischer Beifall rechts und Zentrum.) Denn Dcutfdjanb will nichts anderes m? gleiche Lebensrechte und gleiche Freiheit. Für diesen Geist des Freiheits- wtllens allerdings wird die nationale Regierung das deutsche Volk erziehen. (Starker Beifall rechts.) Die Ehre der Ration, die Ehre unserer Armee, bas 3beal ber Freiheit, sie mü sen bem deutschen Volke wieder heilig werden. (Lebhafter Beifall.) Das deutsche Volk will mit der Welt in Frieden leben. Die Regierung wird gerade deshalb mit allen Mitteln die Beseitigung einer Scheidung der Völler der Erde in zwei Kategorien anstreben. Die nationale Regierung ist bereit, jedem Volk die Hand zur ausrichtigen Verständigung zu reichen, das gewillt ist, die traurige Vergangenheit endlich einmal grundsätzlich ab- zuschliehcn. Die Rot der Welt kann nur behoben werden, wenn die Völker untereinander wieder Vertrauen bekommen. Daher sieht die Regierung als notwendig an: 1. Eine unbedingte Autorität der pölitischen Führung im Innern zur Herstellung des Vertrauens in die Stabilität der Verhältnisse. 2. Die Sicher st ellung des Friedens durch die wirklich großen Rationen auf lange Sicht zur Wiederherstellung des Vertrauens der Völker untereinander. 3. Den endgültigen Sieg der Grundsätze der Vernunft in der Organisation und Führung der Wirtschaft, sowie eine allgemeine internationale Entlastung von De- Der Zweck des Ermächtigungsgesetzes Die zweite Reichslagssitzung Ore Stellung der Parteien zur Regierungserklärung. Um die Regierung in die Lage zu versehen, ihre Aufgaben in dem gelennzeichneten Rahmen zu erfüllen, hat sie im Reichstag durch die beiden Parteien das Ermächtigungsgesetz einbringen lassen. Ein Teil der beabsichtigten Maßnah- men erfordert die verfassungsändernde Mehrheit. Die Durchführung und Lösung dieser Aufgaben ist notwendig. Es würde dem Sinn der nationalen Erhebung widersprechen und dem beabsichtigten Zweck nicht genügen, wollte die Regierung sich für ihre Maßnahmen von Fall zu Fall die Genehmigung des Reichstags erhandeln und erbitten. Die Regierung wird dabei nicht von der Absicht getrieben, den Reichstag als solchen aufzuheben. 3m Gegenteil behält sie sich auch für die Zukunft vor, ihnvonZeitzu Zeitüber ihre Maßnahmen zu unterrichten, Over , wo es zweckmäßig erscheint, seine Zustimmung einzuholen. Weder d.e Existenz dcs Reichstags noch des Reich itrats sollen bed.vht fein. Stellung und Rechte des Reichspräsidenten bleiben unberührt. Die innere Uebereinstim- mung mit seinem Willen herbeizuführen, wird Und wenn die Fahne der Deutschen Republik bann nicht siegreich zurückgekommcn wäre, bann halten Sie immerhin noch sagen können: wir haben noch bas Aeußerste getan, um biese Katastrophe durch einen letzten Appell an die Kraft des deutschen Volkes abzuwchrcn. Sn jener Zeit aber vermieden S ie den Kampf. Sie sagen, daß wehrlos nicht ehrlos sei. Rein, das braucht es nicht zu fein. Auch wenn wir wehrlos fein müßten, ich weiß es, würden wir nicht ehrlos sein. Sch glaube, unsere Bewegung war dank der Unterdrückung durch Shre Partei jahrelang wehrlos g e - ma ch t worden, ehrlos aber waren wir n i e. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall bei den RS.) ilnb ich bin der Äeberzeugung, daß wir dem deutschen Volk den Geist einimpfen werden, der es auch bei seiner heutigen Wehrlosigkeit nicht ehrlos sein lassen wird. (Erneuter Beifall rechts.) Auch hier hätte eS nur an Shnen gelegen, die Sie 14 Sahre lang die Macht besaßen (Widerspruch bei den Sozial- bemoEraten und Zurufe), der Welt zu zeigen, daß das deutsche Volk seine Ehre nicht verloren hat. Sie hätten vermeiden müssen, daß man damals dem deutschen Volk auf Wunsch und Befehl des Auslandes eine neue Verfassung auf- oktroierte Das ist nicht ehrenvoll, sich vom Feinde feine innere Gestaltung aufzwingen zu lassen. (Stürmischer Beifall rechts und auf den Tribünen.) Sie hätten damals weiter sich zur deutschen Trikolore bekennen müssen, und nicht zu einer Fahne, die der Feind in Flugblättern über unseren Fronten abwarf. (Beifall.) Gerade in der Zelt der Rot und Unterdrückung durch den Gegner muß man sich erst recht bekennen zu feinem Volk und zu feinen Symbolen. Selbst wenn die Umwelt uns gezwungen hätte, das alles preiszugeben, was uns früher hoch und heilig war, dann hätten wir wenigstens in der inneren Ausführung die nationale Ehre der Welt gegenüber in Erscheinung treten lassen müssen. Sie haben dafür kein Verständnis gehabt. Sie verlangen gleiches Recht. Für dieses gleiche Recht haben wir 14 Sahre gekämpft, für dieses gleiche Recht des nationalen Deutschland Ihnen gegenüber: 14 Sahre lang haben Sie es nicht gekannt, und heute reden Sie von gleichem Recht. (Stürmische Zustimmung rechts.) Sie sagen, man solle den Besiegten nicht vogelfrei erklären. Herr Abgeordneter, vogelfrei find wir gewesen, so lange Sie die Macht hatten. Die Erkenntnis von ber Heilsamkeit ber Kritik kommt Ihnen reichlich spät. Jahrelang haben Sie unsere Presse verboten, unsere Versammlungen verboten und mir bas Reben verboten. Sie beklagen jetzt, baß die Welt nicht die Wahrheit über Deutschland erfährt und daß man lieber- treibungen nicht entaegentreten kann. Bei Ihren internationalen Beziehungen müßte es doch spielend leicht für Sie fein, die Wahrheit in Ihren ausländischen Parteiblättern zu verbreiten. stets die oberste Ausgabe der Regierung sein. Da die Regierung an sich über eine klare Mehrheit verfügt, ist die Zahl der Fälle, in denen die innere Rotwendigkeit eines solchen Gesetzes besteht, an sich begrenzt. Hm so mehr besteht die Regierung der nationalen Erhebung auf Verabschiedung dieses Gesetzes. Sce sieht in jedem Falt eine klare Entscheidung vor. Sie bietet den Parteien die Möglichleit einer ruhigen deutschen Entwicklung und der sich daraus in Zukunft anbahnenden Verständigung. Sie ist aber ebenso entschlossen und bereit, die Bekundung der Ablehnung und damit die Ansage des Widerstands entgegenzunehmen. Mö?en Sie, meine Herren, nun selbst die Entscheidung treffen über Frieden oder Krieg. (Stürmischer De fall und Heilrufe rcch'.S.) Aus Vorschlag des Prüf.deuten Göring vertagt sich nach der Kanz'.errede der Reichstag auf drei Stunden bis 18.15 Uhr. Von den Rationalsozialisten und Deutschnationalen wird vor dem Verlassen des SaaleS das Deutschlandlied gesungen. parationen unb unmöglichen Schuld- unb ZinSverPflichtungen. Leider ist die grundsätzliche internationale Erledigung der Abrüstungsfragc immer wteder an dem Hereinziehen von technischen Einzelfragen gescheitert. Der gegenwärtige Zustand der Dechts- unsicherheit kann jedoch nicht länger dauern. Als ein Zeichen des guten Willens erkennen wir es an daß die britische Regierung in Genf jetzt den Versuch machte, die Konferenz endlich zu einer schnellen Entscheidung zu bringen. Die Reichsregierung unterstützt jede Bemühung für eine allgemeine A b- r ü ft u n g bei dem verlangen nach Sicherstellung des deutschen Standpunktes auf Gleichberechtigung. Allein feit 14 Jahren haben wir abgerüstet, und feit 14 Monaten erwarten wir vergeblid) ein Ergebnis der Abrüstungskonferenz. Umfassender noch ist der plan bej^ Ehefs der italienischen R ejfH - r u n g, der ber gesamteuropäischen pgtifit eine ruhige Entwicklung sichern^-wiü. wir messen biesem Plan die enijfzfte^Bedeuluiig bei und sind b e r e 1 t^tiVf dieser Grundlage a u f r l $ t Eg mitzuarbeiten bei dem pcxsuch, die vier Mächte Deutschland, Italien, England und Frankreich zu einer Zusammenarbeit zu bringen, von deren Ergebnis das Schicksal Europas abhängt. Besonders dankbar empsinden wir die verständnisvolle Herzlichkeit, mit der die nationale Erhebung Deutschlands in Stalien begrüßt worden ist. Wir wünschen und hoffen, daß die Gleichheit der geistigen Sdeale die Grundlage für cme ständige Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern fein wird. Ebenso legt die Rei:hsreNerung größten Wert darauf, freundschaftliche Beziehungen zum Heiligen Stuhl weiter zu unter- Präsident Goring eröffnete um 6.15 Uhr die Si/.nj wieder unb erteilte zur Besprechung der »Icgicrungßcrf.ärung zunächst dem sozialdemokratischen Fraltions^ührer Wels das Wort. Aba. We s (Soz.) stimmte ber vo.n ^Reichskanzler ausgestellten außenpolitischen Forderung beuli6)?r Gleichberechtigung im Hamen seiner Fraktion durchaus zu. Vo.b ha.t.os sei die SoziatdemVeatie auch mit bem Sah aus der Potsbamer Rede des Reichs- kar.zicrs einverstanden, in dem er dem Aberwitz ter Theorie von ewigen Siegern und Besiegten entgegentrat. Dieser Satz sollte aber auch auf bic innere Politik angewendetb werden. Der in der Rationalversammlung von Wei- mar regemb:r den außenpolitischen Feinden gesprochene Satz: „Wir sind wehrlos, aber nicht' eh.los!" werde jetzt von den Sozialdemokraten auch den innerpolltischen Gegnern gegenüber wiche holt. Ein Gewallfriede kann auch im Sn» nern Linen Segen fti.tcn. Eine wirkliche Volksgemeinschaft lasse sich auf ihn nicht gründen- Man darf besiegte Gegner nicht behandeln, al.l feien sie vogelfrei. Freiheit und Leben kann man m3 nehmen, die Ehre nicht. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemol.cllen.) Rach den Verfolgungen. bi' bic SPD- in ber letzten Zeit erfahren! hat, w rd ni.manb von ihr billigerweife ber- la..„cn und erwarten können, daß sie für das hier eingebrachte Ermächtigungsgesetz stimmt. Ri.mals ist die Kontrolle der öffentlichen An- gcLgenljLen durch die Vo.kSvertreter in einem so'chen Maß ausgeschaltet wie jetzt. Gegenüber vielfachen ilcbertreibungen erkläre ich: Wir haben weder in Paris um Snterbention gebeten, noch Millionen nach Prag verschoben, noch Übertreibende Rachrichten ins Ausland gebracht. Wir Sozialdemokraten bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde seierlichst zu den Grundsätzen der Menschlichkeit unb ber Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus. Reichskanzler Adolf Hitler weist mit der Hand auf die Sozialdemokraten und tagt: Spät kommt Shr, doch Ihr kommt! (Heiterkeit und Beifall rechts.) Die schönen Theorien, die Sie (zu den Sozialdemokraten) hier gegeben haben, sind der Weltgeschichte etwas zu spät mitgeteilt worden. (Sehr richtig! rechts.) Vielleicht hätten diese Erkenntnisse, praktisch angemeldet, vor Sahren. bic weiteren Klagen, bic Sie heute Vorbringen, erspart. Sie erklären, daß die Sozialdemokratie unser außenpolitisches Programm unterschreibt, baß sie die Kriegsschuldlüge ablehnt, daß sic gegen bic Reparationen sich wendet. Und nun erhebe ich nur bic eine Frage: Wo war dieser Kampf in ber Zeit, in bet S i e die Macht in Deutschland hatten? Es war möglich, ber deutschen Revolution, die von Ihnen ausging, denselben Schwung und dieselbe Richtung zu geben, die einst Frankreich seiner Erhebung 1870 gab. Sie hätten die deutsche Erhebung zu einer wirklich nationalen gestalten können. Wenn der Abg. Wels behaupte, die SPD. habe den Arbeitern den Weg zur Regierung freigemacht, so frage er, warum Herr Wtzls diese Gesinnung nicht beizeiten seinen FreundenGrzesinski.Braunund Severing beigebracht habe, die ihm, dem Kanzler, jahrelang vorgeworfen hätten, er sei doch nur ein Anstre.chergeselle. (Rufe bei den Sozialdemokraten: Richt deshalb haben wir Sie angegriffen! — Stürmische Rufe bei den RS.: Ruhe!) — Präsident Göring: Ich bitte um Ruhe, jetzt rechnet der Kanzler ab!) Mit der Hundepeitsche habe man ihn, den Kanzler, aus Deutschland hinaustreiben wollen. (Stürmische Pfuirufe bei den NS.) Wir Nationalsozialisten werden dem deutschen Arbeiter jetzt die Bahn frei machen zu dem, was er fordern unb verlangen kann. Sie (nach links) sind nicht mehr benötigt. (Stürmischer Beifall rechts.) Der Stern Deutschlands, so ruft der Kanzler, - werde aufgehen und werde siegen. (Erneuter ftürmi= scher Bpstfall.) Was im Dölkirleben morsch sei, vergehe unb/ komme nicht wieder. Auch die S.unde der Sozialdemokraten habe geschlagen. Rur weil wir Deutschland sehen und seine Rot, erklärt der Kanzler, und die Rotwendigkeit des nationalen Lebens, appellieren wir in dieser Stunde an den Deutschen Reichstag, uns zu genehmigen, was wir auch ohne dem hätten nehmen können. DesRechtes wegen tun wir es, nicht weil wir die Macht unterschätzen, sondern weil wir mit denen, die heute noch getrennt von uns sind, uns ein ft vielleicht leichter finden können, wenn wir so handeln. Sch möchte nicht in den Fehler verfallen, Gegner groß zu reizen, statt fie entweder zu vernichten oder zu versöhnen. Sie sollen mich habet aber niemals mißverstehen. Die Hand gebe ich jedem, der sich für Deutschland verpflichtet, ich erkenne nicht an das Gebot einer Snter- nationale. (Großer Beifall rechts.) Die Sozialdemokraten wollen für das Ermächtigungsgesetz njcht stimmen, weil ihrer inneren Mentalität nach ihnen die Absichten dieser Vorlage unbegreiflich feien. S ch will auch gar nicht, fo schließt ber Kanzler, daß Sie fitr das Gesetz stimmen. Deutschland soll frei werden, aber nicht durch Sie! (Stürmischer, lang anhaltender Beifall bei den RS. und auf den Tribünen. Die Rational- fozialisten erheben sich von ihren Plätzen und jubeln dem Kanzler zu.) Abg. Dr. Koos (3 ) Die Deutsche Zentrumspartei, die dem großen Sammlungsgedanken schon feit langem und trotz vorübergeyenber Enttäuschung mit Nachdruck dient, setzt sich in dieser Stunde, wo alle kleinen und engen Erwägungen schweigen müssen, aus nationalem Verantwortungsbewußtsein über alle Beden- k e n hinweg. Im Angesicht der brennenden Not, in der gegenwärtig Volk und Staat stehen, reichen wir allen, auch früheren Gegnern, die Hände, um die Fortführung des nationalen Rettungswerkes zu sichern. (Beifall in der Mitte, rechts und auf den Tribünen.) Damit wollen wir bie Wiederherstellung geordneter Staats- und Rechtsverhältnisse beschleunigen und chaotischen Entwicklungen einen festen Damm entgegensetzen. Die Regierungserklärung des Reichskanzlers enthält manches Wort, das wir unterschreiben und manche andere, das lassen Sie mich in aller Offenheit sagen, auf das einzugehen, wir uns im Interesse ber Sammlung, des Gesetzes dieser Stunde, bewußt versagen. Wir erwarten für die Arbeit der von uns unterstützten bisherigen Regierungen mit Zuversicht das ausgeglichenere Urteil ber Geschichte. (Beifall im Zentrum.) Manche der von Ihnen, Herr Reichskanzler, abgegebenen Erklärungen geben uns, vor allem auch in Verbindung mit *)en bei den Doroerhandlungen gemachten Feststellungen die Möglichkeit, eine Reihe wesentlicher Bedenken, welche die zeitliche und die sachliche Ausdehnung des Ermächtigungsgesetzes bei uns ausgelöst haben und auslösen mußten, anders zu beurteilen. In der Voraussetzung, daß diese von Ihnen abgegebenen Erklärungen bie Grundlage und bie praktische Richtlinie für die Durchführung der zu erwartenden Gesetzgebungsarbeit fein werden, gibt die Deutsche Zentrumspartei dem Ermächtigungsgesetz ihre Zustimmung. (Beifall im Zentrum und rechts.) Die Zustimmung der kleinen Parteien. Abg. Ritter von Lex (DVP.) erklärt, die BVP. sei auch in ber geschichtlichen Wende dieser Tage zur tatkräftigen Mitarbeit am nationalen Aufbauwerk bereit. Die DVP. hätte es für erforderlich erachtet, daß schon im Wortlaut des Gesetzes die Grundrechte eines christlichen und nationalen Staates ausdrücklich gewährleistet worden wären. Die Ausführungen des Reichskanzlers in der Regierungserklärung hätten aber diese Bedenken gemildert, die DVP. sei daher in der Lage, dem Ermächtigungsgesetz zuzu - stimmen. Abg. Dr. Maier - Württemberg (Stp.) erklärt: Wir hoffen unb wünschen, bah bas bcutsche Volk unter der jetzigen Leitung feinen feit 14 fahren opfervoll geführten Kampf um Freiheit und Wiedererstarlung der beutschen Ration erfolgreich zu Ende bringen möge. Wir fühlen uns in den großen nationalen Zielen durchaus mit der Auffassung verbunden, die hsute vom Reichskanzler hier vertreten vurde. (Lachen rechts.) 3n dem vorliegenden Gesetzentwurf vermissen wir, daß den verfassungsmäßigen Grundrechten des Volles und den Grundlagen der bürgerlichen Rechtsordnung eine ausdrückliche Sicherung vor Eingriffen gegeben wurden. 3m Interesse von Volk und Vaterland geben wir die Erklärung ab, daß wir in ber Erwartung einer gesetzmäßigen Entwicklung unsere ernsten Dedenken zurückstellen unb bemErmäch tigungsgesetz zustimmen. (Lachen rechts. I Abg. Dr. Simpfen dörfer (Ehr.-Soz.) erklärt, der Volksdienst bejaht bie innen- und vor allem die außenpolitischen Ziele, die derReichs - kanzler vorgetragen hat. Er ist an seinem Teil zur Mitarbeit bereit unb gibt deshalb dem E» rnächtigungsgesetz seine Zustimmung. (Deifall.) Damit schließt die Debatte. Das Er m ä ch l i - gungsgeseh wirb in ber zweiten Beratung angenommen mit ben Stimmen aller Parteien gegen die der Sozialdemokraten. Auch in dritter Lesung wird ber Entwurf angenommen mit 441 Stimmen aller übrigen Parteien gegen 94 Stimmen ber Sozialdemokraten. Präsident Göring stellt fest, bah durch diese» Lrgebni» die ver fassungsän- dernde Mehrheit erreicht ist. — Präsident Göring erhält die Ermächtigung, Zeitpunkt und Tagesordnung der nächsten Reichstagssihung selbst zu bestimmen. halten unb auszugeftalten. Der Kanzler betont bann unter Hinweis auf Oesterreich, baß bie Reichsreglcrung sich ber Verbundenheit des Schicksals aller deutschen Völker wohl bewußt sei. Was bie anberen Mächte anlangt, so fährt er fort, so wollen wir uns ehrlich bemühen, einen Ausgleich zu finben, auch, wo die gegenseitigen Deziehungen heute noch nicht ganz gellärt sind. Allerbings kann bie Grunblage bei diesen 'Bemühungen niemals die Unterscheidung in Sieger unb Desiegte fein. (Stürmischer Deifall.) Ein solcher Ausgleich ist auch mit Frankreich möglich, wenn bie Regierungen bie sie betrefsenben Probleme beiberseits weitherzig in Angriff nehmen. Gegenüber der Sowjet r c g i e r u n g ist die Reichsregierung gewillt. freundlich für beide Teile Dege zu gehen. Der/Kampf 9^'^nc 'cw„ Deutschland ^bcn. Schatz innere Angelegenheit, in die wir wth*ltei Mischungen von außen niemals dulden werden. Die Reichsregierung wirb immer nachdrücklich fü r bie ben beutfdjen Minderheiten international garantierten Rechte eintreten. (Beifall.) Wir begrüßen den Plan der Weltwirtschaftskonferenz, wir sind mit ihrem baldigen Zusammentritt einverstanden. Die Reichsregierung ist bereit, daran mit- zuarbeiten, um endlich Positive Ergebnisse zu erlangen. Zu den wichtigsten Problemen gehört auch bie Regelung unserer kurz- unb langfristigen Verschuldung unb bie Anpassung unseres Zinsenbien st es an ben nieb tigeren Sah, ber sonst in der Welt gilt. (Beifall.) Rur aus einer vertrauensvollen Zusammenarbeit kann eine wirkliche Behebung ber allgemeinen Rotlage erwachen. 10 3ahre aufrichtigen Friebens werben für bie Wohlfahrt aller Rationen nützlicher sein, als eine 30 3ahre lange Verrennung ber Rationen in bie Begriffe von Siegern und Besiegten. (Lebhafter Deifall.) Aus der Provinzialhauptstadt namen. Individuen. Ende bringt.' wird uns geschrieben: Heute 20 Hhr erste Wiederholung der Operette „Glückliche Reise" von Kün- necke. 24. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Operettenpreise. Ende 23 Hbr. Unter diesem Thema stand der Vortragsabend, den der Gustav-Adolf-Frauenverein am Mittwochabend in der Stadtkirche veranstaltete. Pfarrer Bell aus Hermannstadt berichtete über_ die Geschichte der Siebenbürger Sachsen und über ihre gegenwärtige Lage, die gekennzeichnet ist durch einen sehr schweren Existenzkampf. Hm 1140, also vor 800 Jahren. sind die Vorfahren aus der Moselgegend und dem heutigen Luxemburg ausgcwandert und im fernen Südosten Europas als Bauern angesiedelt worden. Sie sollten ein Schuhwall sein gegen die immer wiederkehrenden Einfälle und Verheerungen, welche von den Rachbarvölkerschaften auf das älngarreich erfolgten. Mit Tapferkeit und Treue haben sie diese Aufgabe in ihrer langen, wechselvollen Geschichte ersüllt, und sie dürfen noch heute als ein äußerst wichtiger Vorposten deutsch- evangelischer Kultur im südöstlichen Europa angesehen werden. Aach einem alten Wahlspruch „Unus sit populus“ (Eins sei das Volk!) handelte dieses Volk auch in der Reformation, als es unter Führung eines Freundes von Luther — Honterus — geschlossen dem evangelischen Glauben sich zuwendete. Es hat in einer langen Geschichte gelernt, daß ein Volkssplitter, fern vom Mutterland, nicht leben kann allein aus wirtschaftlicher Tüchtigkeit, von sichtbaren Gütern, sondern daß er leben kann allein aus dem inneren Gehalt und der Formung der Volksseele, die ihre letzten Kräfte aus dem Urgrund des Ewigen empfängt. So ist bis auf den heutigen Tag bei den Siebenbürgern eine enge Verbundenheit von kirchlichem und volklichem Leben. Die Treue zum Volkstum nährt und behauptet sich aus der Treue zum evangelischen Glauben. Man weiß bis ins kleinste Dorf hinein um die Tatsache: ist unsere Kirche bedroht und fällt sie, dann fällt unsere deutsche Kultur und wir gehen auf in einer uns wesensfremden Hmtoelt. Rur so kann man die für uns fast „phantastischen" Bornotizen. Aus dem S t a d t t h e a t e r b u re a u Der Spielplan des Stadttheaters ist für die Werbewoche besonders abwechslungsreich gestaltet. In der Zeit vom 26. März bis 2. April finden folgende Veranstaltungen statt: Sonntag, 26. März, letzte Ausführung der Operetten-Revue „Im weißen Rößl"; Dienstag, 28. März, „Vor Sonnenuntergang"; Mittwoch, 29. März, „Glückliche Reise": Freitag, 31. März, zum erstenmal in dieser Spielzeit und in neuer Inszenierung „Die Räuber": Samstag, 1. April, zum letztenmal und als Volksvorstellung „Da stimmt was nicht": Sonntag, 2. April, „Glückliche Reise". Hm dem Charakter der Werbewoche Rechnung zu tragen, gewährt die Intendanz allen auswärtigen Besuchern zu allen Wochentagsvorstellungen 20 Prozent Ermäßigung: Fahrkarten sind als Ausweis mitzubringen. Kirchliche und volkliche Aoi in Siebenbürgen. Favoriten in der Tasche und sieh, wie er am drittletzten Hindernis kopfüber geht, oder hab' ibn um fünftausend verkauft und sieh, wie er gemütlich ins Ziel tantert. Das Pikanteste an der ganzen Sache ist. daß diese Hindernislotterie, die ein Volk wochenlang in Aufruhr verseht, zu den verbotenen Glücksspielen gehört. Das heißt, sie ist in England verboten, und wer ihr fronen wollte, der mußte früher sein Geld nach Indien schicken, wo es schon lange das Kalkutta-Sweep gegeben hat. Seit aber Irland selbständiger Freistaat ist, kann sich der Spielteufel in Dublin etablieren, und nun ist es nicht ohne Reiz, wie Polizei-' spihel und Zollbeamte, dem Gesetze gehorsam, nach den Tickets der Lotterie sahnden, an der sich öi.' ganz: Rat on b t iligt und von der sie, das ist anzunchmen, in der paoaien Hosentasche auch jeder ihr Achtellos stecken haben. Der englische Finanzminister aber seuszt über das schöne Geld, das außer Landes geht und die irischen Spitäler schmückt, während das Rennen, bitte schon, auf englischem Boden gelaufen wird. W. E. S. Seit etlichen 3obren gibt es eine ßotteria, nicht ganz in unserer Rähe. aber doch wenigstens in Europa eine Lotterie, die beinahe sogar das Verlieren zu einer spannenden Sache macht, und die selbst in diesen schlechten Zeiten an keinem Kundenschwund laboriert, so gesättigt ist sie mit Sensation. Im Gegenteil, die Veranstalter haben Mühe, genügend Lose aufzulegen: sie gehören zu den Leuten, deren Sorgen man haben möchte. Es ist das Irische S w e e P st a k e in Dublin. Seine Anfangstadien unterscheiden sich nicht von denen jeder anderen Lotterie, die Lose werden zu Hunderttausenden kolportiert, in Irland selbst, im englischen Königreich (mit Schwierigkeiten. wie wir noch hören werden) und wo immer sonst der Zahlungsverkehr intakt ist. Wer den nicht ganz billigen Lospreis nicht aufbringt, teilt sich mit seinem Bruder, seinem Vetter, seiner Braut darin, ganz wie bei uns. Die üblen Folgen zeigen sich erst im Gewinnfall. Auch der Zweck des Unternehmens ist bekannt: vom Erträgnis, das hoch in die Millionen geht, fließt ein namhafter Teil den Hospitälern zu wohlverstanden den irischen.^ Soweit wäre alles in Ordnung; jeder hat fein Los, die Ziehung kann beginnen. Richtig, die Ziehung beginnt, als cm nationales Fest vom ersten Rang, ilnb bann? Die Gewinner bekommen ihr Geld, die Verlierer ber.h.gen sich? Falsch geraten! Die Getaner werden ins Fegefeuer gestürzt, in einen Schlund ter Erwartung. Spekulation und Rervenprüfung, und die Verlierer, wenn sie nur eine Spur von Temperament haben, fiebern mit ihnen um die Ehrung eines Gießener Gelehrten. Aus dem Kreise Wittgenstein wird uns geschrieben: „Aus Anlaß der diesjährigen Iahreshaupt- verfammlung des Landwirtschaftlichen Kreisvereins Wittgenstein im Saale des Parkhotels in Berleburg, hielt Hniper- sitätsprofessor Dr. Kr aemer, Gießen, einen Vortrag über das Thema „Bauernstand — Vaterland". Professor Ära em er ist ein Sproß des Wittgensteiner Landes, ein Enkel des Mitbegründers des Kre'.seere'.ns vor nunmehr 130 Iah- ren. Wie seine Vorfahren die Bedeutung unserer Landwirtschaft erkannt und ihr ihre besten Kräste gewidmet haben, so pflegt auch der Sohn und Enkel nicht nur alte Traditionen, sondern betrachtet es auch als seine Aufgabe, an der Hebung der Landwirtschaft mitzuarbeiten und Oie Erkenntnis von ihrer Bedeutung immer wieder in weite Kreise der Bevölkerung zu tragen. Wenn schon aus dieser Verbundenheit mit der Wittgensteiner Heimat der Wittgensteiner Bauer den Vorträgen von Professor K r a e m e r stets besonderes Interesse bekundete, so war es gerade in der heutigen Rotzeit die Bedeutung unserer Landwirtschaft für Volk und Vaterland, die Professor K r a e m e r als hervorragender Kenner aller ursächlichen Zusammenhänge so treffend zu schildern vermochte. Die stattliche Versammlung lauschte denn auch den Worten des Vortragenden mit gespannter Aufmerksamkeit, denen sie am Schlüsse spontanen Beifall zollte. Professor K r a e m e r ist Mitglied des Festausschusses des alljährlich auf dem Stünzel stattfindenden Tierschaufestes und zählt als treuer Sohn seiner Wittgensteiner Heimat zu den ständigen Besuchern dieser Veranstaltung. In seiner diesmaligen Generalversammlung nahm der Kreisverein nun Veranlassung, seiner Verehrung für Professor Craemer durch dessen Ernennung zum Ehrenmitglied und die Heber* reichung einer geschmackvollen Ehrenurkunde durch den Vereinsvorfitzenden, Landwirt Georg Spies, sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Professor Krae- mer, dem hierdurch eine freudige Heberraschung bereitet wurde, dankte in bewegten Worten für diese Ehrung. Seine Ausführungen machten auf die Versammlung tiefen Eindruck. Möge das auf gegenseitigem Vertrauen beruhende Verhältnis auch weiter fortbestehen und möge sich Professor Craemer allezeit der Liebe und Verehrung bewußt bleiben, die ihm, wie seinen Vorfahren, die alte Heimat entgegen» hat man die Pferde für dieses Rennen angemeldet und diese fünfzig oder sechzig Tiere sind die Prämien aus der Dubliner Ziehung, ihre Schiafaie sind von nun an die Schicksale der Lose, die auf sie lauten, ur.Z) der glücklichen Losbesiher. Der glücklichen Loso.,^er? Run freilich: wer den Sieger im Rennen gezogen hat. der gewinnt ohne weiteres den ersten Preis der Lotterie, und während der arme Gaul sieben Kilometer rennen mußte, um seinem Herrn lumpige 10 000 Pf. nd zu gewinnen, streicht der Losbesiher gleich- zeilig einige Millionen Mark ein, und der zweite und dritte Preis können sich gleichfalls sehen la sen. Sow it wäre a,fA^ a^nz gut und schön, wenn der S tin v n Men chen nner, der die Eweepstakes erfunden ha^, u.^jt eben jene rassi- ni rle Pause zwischen Ziehung und Rennen gelassen hätte. In dieser Zwischenzeit tobt die Höl.e. Denn in diesen Wochen ist Swecpstake» Marlt, eine einzigartige Börse ungeheurer Spe- kulativnsw rte die das eigentümliche haben, daß si ru bis za einem bestimmten Termin und nur sehr bedangt Werte sind! Man muß es sich vorstellen: solange das gezogene Pferd gesund ist und mitlaufen kann, hat das betreffende Los einen Eventualwert, der nach der Wahrscheinlichkeitrechnung in die Zehntausende geht, der sich aber ungeheuer steigert Weiifieber mit Hindernissen Oie seltsamste Lotterie der Wett - in Irland. ober mindert, je nachdem es sich um einen Favoriten handelt oder um einen aussichtslosen Klepper- Aber die Asv k e wechseln: der Klepper gewinnt vicl.e.cht überra chend ein Rennen, der Favorit frißt nicpr unö bekommt Rasenbluten, und im gleichen Maß, aber ins Riesenhaste projiziert wechselt der Kurs des Loses. Die Mächtigen dieser Welt treten auf den Plan, ganze Konsortien, und bieten dem Kellner, dem kleinen Angestellten, dem ^'rb'iter, der einen Favoriten gcz gen hat ein: Stange Gold für sein Fetzchen Pap.er. Was soll un? Soll er den Sperling in der Hand behalten? Das' Rennen in Liverpool ist 7250 Meter lang und es führt über dreißig schwere Hindernisse, Hecke. Mauer und Bach. Das sieh einmal an und bleibe ruhig und hab' womöglich einen Wette. _ Hier nämlich ist der Punkt, wo das Unternehmen schlechthin genial wird. Bei der Ziehung, muß man wissen, sind nicht die Gewinner gezogen worden, sondern — ein kleines Wort macht vieles klar — die eventuellen Gewinner. unter Hunderttausenden von Losen die wenigen, fünfzig oder sechzig vielleicht, die später gewinnen können. Aha. und unter diesen wird ein zweites Mal gelost? Längst nicht genial genug, lieber Leser! Die ganze Tiefe und Rafsi- nicrlheit des Plans erfährst du erst jetzt '-"d sie b r hi gerade da.in. daß nicht nach tinma. gelost wt.d. Der blinde, plumpe, unbelebte Vasall des mechanischen Ziehens hat seine Pflicht getan; nun tritt ein anderer Zufall auf, ein belebter, behender, berechnender Zufall, ein sehr lustiger Zufall, wenn ich es schon sagen soll- Die sün z g od r sechz g Lose die der Waisenknabe aus der Tromm.. gefischt hat. sind keine bloßen Lofe mehr, sondern sie tragen P f ^r d e - sie sind gewissermaßen lebendig und __________n. Ende März wird in Liverpool das größte Hindernisrennen der Welt gelaufen, die „Grand Rational": Ende Ianuar ..reise. Ende 23 Hhr. — „3m weißen Röhl" am Sonntag, 26. März, zu kleinen Operettenpreisen unwiderruslich letzte Aufführung. — Summen verstehen, welche von den Siebenbürger Gemeinden für Unterhaltung ihrer Kirche und ihres kirchlichen Schulwesens neben ihren staatliche» Leistungen aufgebracht werden. Sv hat Kronstadt, eine Stadt von 8900 Einwohnern, für die evangelischen und deutschen kulturellen Zwecke 500 000 (fünfhunderttausend) Mark aufzubringen. Dieselbe Stadt erhebt bei etwa gleichen staatlichen Steuern wie bei uns für die Kirche nicht 6,50 oder 15 Prozent, sondern 280 Prozent, d. h. bei einem Monatseinkommen von 200 Mark etwa 55 Mark monatl. Kultussteuer! Die Leute wissen, daß sie nur leben und bestehen, ihre Kinder in deutsch, evangelischer Kultur nur bleiben können, wenn sie dies Außergewöhnliche leisten. Diele gewaltigen Leistungen der einzelnen Volksglieder sind vorzüglich dadurch notwendig geworden, daß die rumänische Regierung dem sächsischen Volke fast alle Mittel, die zur Erhaltung der konfessionellen Anstalten dienten (Besitz im Werte von etwa 43 Millionen Mark), durch eine merkwürdige Agrar„resorm" weggenommen hat. Auch das Siebenbürger Volk ist in die Rot der Weltwirtschaft hineingezvgen und leidet heute, da noch etwa 80 Prozent Bauern sind, besonders unter dem außergewöhnlichen Tiefstand der Preise für landwirtschaftliche Produkte. So verstechen allmählich auch die letzten Quellen, und die hohen Steuern können nicht mehr geleistet und auch die bescheidensten Gehälter nicht mehr gezahlt werden. Bange Sorge erfüllt die Siebenbürger um das Schicksal ihrer Kinder, die für die Zukunft ihre Stellung als Grenzwacht deutsch-evangelischer Kultur im Südosten nur behaupten können, wenn die Pflege ihrer seelischen Güter durch Schule und Kirche gesichert wird. Hier seht die Hilfsarbeit des Gustav-Adolf-Ver- eins ein, der dort im ganzen Lande als der getreue Ekkehard deutschen Volkstums und evangelischen Glaubens gekannt und geliebt ist. Hnd in ähnlicher Weise in bezug auf das Deutschtum arbeitet auch für Siebenbürgen der VDA., dessen hiesige Ortsgruppen mit Recht auch zu diesem Abend eingeladen hatten. Volk und Kirche, die sich in ernster Verantwortung um ihre Ausland- diafppra kümmern, werden von draußen wieder den reichsten Segen zurückempfangen für die Hei- Eine große Zahl Lichtbilder, die Pfarrer Bell von seiner Heimat zeigte, gaben eine lebendige Vorstellung von dem landschaftlich so schönen und in seiner Lebensgestaltung so interessanten Siebenbürgen. Zwei feine Orgelvorspiele, gespielt von dem Stadtkirchenorganist Simon, und zwei Choräle der Stadtkirch-Choralvereinigung unter der gleichen Leitung gaben dem Vortrag einen guten Rahmen. Ein kurzes Dankwort von Pfarrer Becker im Ramen des Gustav-Adolf-Frauen- vereins, das nochmals eindringlich zur Hilfe für unsere evangelisch-deutschen Brüder und Schwestern in Siebenbürgen aufforderte, und ein gemeinsam gesungenes Lied beschloß den schönen Abend. G.A-Gport. Zwei Länderkämpfe gegen Frankreich. Hockey In Berlin... Wie schon die Fußballspieler am letzten Sonntag, so weilen auch zum ersten Male französische Hockeyspieler am Sonntag in der Reichsyaupt- stadt. Obwohl es sich um den vierten Länderkampf zwischen beiden Rationen handelt, fand noch keine Begegnung auf deutschem Boden statt. Die drei bisher von Deutschland gewonnenen Kämpfe spielten sich 1928 in Amsterdam bei den Olympischen Spielen, 1929 in Barcelona und vor zwei Iahren in Paris ab, wo die deutsche Mannschaft nur knapp mit 3:2 siegreich blieb. Für den vierten Länderkampf sind die Franzosen gut gerüstet. Die Gäste verfügen, ähnlich ihren Fußballkameraden, über eine große Schnelligkeit und zähen Angriffsgeist und werden der deutschen Mannschaft trotz technischer Mängel schwer zu schassen machen. In der deutschen Elf sind einige neue Kräste zu finden. Zu internationalen Ehren kommen zum ersten Male David, Hannover, H a b e ck , Berlin, H u f m a n n, Essen und Katzen st ein, Hamburg. Auf dem Mittelläuferposten findet man nach einiger Pause wieder Theo Haag, der 8 u in 22. Male für Blumen für Cäsar V n Or. Gustav W. Eberle.n, ZHom. Roch 23 Lenze, und w'r werden den 2000. Todestag Cäsars festlich begehen. Schon jetzt fängt cs an. Aus dem Forum Romanum, an der Stelle, wo der Leichnam des größten Römers verbrannt wurde, läßt Mussolini jedes Iahr einen Lorbcerkranz niederlegen und gibt damit den ös entliehen Eefch.chisdeutern das Stichwort. Sie stellen sich hin und schlagen vor dem Volk mit Leichtigkeit und Eleganz den Bogen vom Gestern zum Heute. Es klafft keine Lücke mehr zw sch:n dem cäsarischen und dem mussol n'.schen Rom. Die Leute hören gläubig und stolz ihre Geschichte. Dann ließ der Duce Kapitol und tarpejischen Fels freilegen, er schnitt, die Kaiserfora wieder vereinend, eine schnurgerade Prachtstraße durch den Zeitenschutt, die Via dell'lmpcro, die das neue Kapitol, den Altar des Vaterlandes, unter dem der unbekannte Soldat des Weltkrieges ruht, unmittelbar mit dem Kolosseum verbindet. Hnd auf diese Straße des Imperiums stellte er den ersten Imperator, Cajus Iulius Cäsar. An den Ideen des März 44 v. Chr. fiel er unter den Dolchen der Re.dlinge. an den Iden dcs März 1933 fand man frische Blumen zu seinen Füßen. Der Mann auf der Straße hat sie hingelegt. Andere folgten feinem Beispiel. Cäsar ist aus dem Museum herausgetreten, mitten unter das lebendige Volk. Heber seinem Haupte donnern die Propeller. Automobile rasen vor dem ehernen Feldherrn- blick vorbei. Frauen, unsere Frauen bringen ihm frische Blumen. Es gibt lose Zungen, die tuscheln, das alles sei Regie, von oben inszeniert. Run, bann ift es eine meisterhafte Regie. Eine vorbildliche Inszenierung Sie steht der unsterblichen Roma nicht schlecht: eine Zeitung hat unter diesem Eindruck den Heberlebensgroßen von der Straße des Imperiums den dittatore perpetuo genannt, was sich schwer übersetzen läßt, aber richtig empfunden wird schon von dem Schuljungen, den das Perpetuum mobile interessiert. Cäsar ist der Inbegriff des ständig und aus sich heraus sich erneuernden römischen Geistes. Bald wird dec immerjunge Imperator Gesellschaft erhalten. Am 21. April, am Geburtstage Roms, der seit Mussolini als Festtag der Arbeit begangen wird, Sinnbild einer durch Eintracht starken Ration, sollen auch die Standbilder des Augustus, Despasian, Titus, Rerva und Trajan ausger ch.et werden. So hat dann auch Rom seine Siegesallee. In das wegwerfende Lächeln seiner Berliner Freunde einzustimmen, wenn er zu den „Puppen" geführt wurde, ist dem Italiener immer schwer gefallen. Er versteht die Bespöttelung der Vergangenheit nicht und denkt, wo sie mit Kunstkritik begründet wird, an die schauerliche Heldengalerie auf dem Pincio und Gianico'o in Rom. Dcr Franzose zieht vor dem allegorischen Getue der verkörperten Provinzen in Paris lieber den Hut, als seinem gallischen und galligen Witz die Zügel schießen zu lassen. Der Schweizer möchte in keinem rnrh- glüdten Telldenkmcll zuerst den Kitsch sehen. Die römischen Kaiser der ersten Jahrhunderte wird das Volt des zwanzigsten noch oder wieder mit erhobenem Arm grüßen. Cs mag von der Verächtlichmachung des „Heidentums' nichts mehr wissen. Die Geschichte wird um so größer, je weiter wir uns von ihr entfernen. Allerdings nur diejenige, die wirklich groß gewesen ist. Rero und Caligula bleibt des Betreten der Straße des Imperiums verboten. Kampf gegen die Tsetse-Fliege. Die in Mittelafecka heimische Tsetsefliege, deren Biß beim Menschen die Schlafkrankheit und bei den Tieren die Ragana-cveuche herbeiführt, fordert noch heute alljährlich viele Opfer und ift, abgesehen von allgemein sanitären Maßnahmen nur durch chemische Mittel zu bekämpfen. Wenngleich auch durch eine chemische Behandlung eine Heilung meist gelingt, so ist doch bis jetzt eine Vorbeugung gegen die gefährliche Krankheit, etwa durch eine Schutzimpfung, nicht möglich. Die Erreger der beiden Krankheiten, die Trypanosomen, werden zwar schon seit langem in deutschen Laboratorien verwendet, um chemische Mittel, wie Sakvarsan, auf ihre Wirksamkeit zu prüfen, und viele derartiger Substanzen wurden an Trypano- fomen-Stämmcn. die man hier zur Verfügung hatte, als wirksam festbestellt: sobald man sie aber in Afrika bei Menschen und Tieren anwandte, die von der Tsetsefliege gestochen und erkrankt waren, versagten sie in den meisten Fällen vollkommen, oder die Wirkung blieb nur äußerst gering. Dieser Hnterschied rührt daher, daß die La- boratoriumstämme der Trypanosomen vor vielen Iahren aus Afrika hierhergebracht und immer mit der Spritze von Tier zu Tier übertragen wurden. Wird auf diese Weise die Hebertragung durch die Tsetsefliege ausgeschaltet, so ändert sich die Eigenschaft der Dlutparasiten, und ihre Gefährlichkeit ist minder groß. Angeregt durch diese Beobachtungen hat nun Professor Claus Schilling von der Abteilung für Infektionskrankheiten am Robert-Koch-In» stitut neue, aussichtsreiche Versuche unternommen, um eine wirksame Schutzimpfung gegen die Tsetsekrankheit zu finden. Bereits im Iahre 1911 hatte Professor Schilling, in Erkenntnis der Mangelhaftigkeit von Laboratoriumsversuchen seine Arbeitsstätte auf die Insel Makatumbe bei Daressalam verlegt. Rach dem Kriege ließ er dann zum erstenmal lebende Tsetsefliegen nach Europa schicken, und konnte mit ihnen auch eine Reihe Versuche ausführen. Dieser Weg erwies sich jedoch als zu umständlich und zu kostspielig. Da aber die Tsetsefliegen Eier legen, aus denen nach etwa drei Wochen die Fliegen ausschlüpfen, genügt diese Zeit, um die Eier mit dem Flugzeug hierher zu befördern. Im Mai vergangenen Iahres traf die erste Sendung beim Robert-Koch-Institut ein. das seitdem regelmäßig Päckchen mit Fliegenpuppen erhält. Diese werden in Wärmekästen gelegt, und nach ungefähr drei Wochen schlüpft etwa die Hälfte der Fliegen aus. Mit diesen werden Versuchstiere gefüttert und man ist imstande, Öen Vorgang öer Infektion völlig naturgetreu durchzuführen. Die Versuche haben bisher einen günstigen Verlaus genommen, unö man hofft, in absehbarer Zeit enölich ein wirksames Mittel gegen Öie gefährliche Krankheit gefunöen zu haben. Oer Hut als Warenlager. Ie wärmer öas Klima ist, öesto größer werben öie Hüte, öenn öer Mensch muh in öer tropischen Sonnenglut nach möglichst wirksamem Schutz gegen öie erbarmungslosen Strahlen ausschauen. Der mächtige Schlapphut Öes Cowboys wird noch über» trof'en durch den Sombrero des Südamerikaners, aber diese Hüte sind noch llein im Vergleich zu den wahrhaft ungeheuren Kopfbedeckungen, die von den Eingebronene auf Ceylon getragen werden. Die Hüte, die man hier überall sieht, haben einen Durchmesser von mindestens ll/2 Meter, und die Spitze des mächtigen Gebäudes erhebt sich wenigstens 60 Zentimeter über den Kopf des Trägers. Die Strahenverkäufer benutzen diese Kopfbedeckungen als Warenlager, indem sie in der hohlen Einbuchtung die Dinge mit sich sichren, die sie gern an Öen Mann bringen möchten. Der Hut öient ihnen also eben so gut fürs Geschäft als gegen Öen Schuh vor öer Sonne. Die Ceylon-Hüte sind keine Erfindung unserer Tage, sondern gehen auf uralte Zeiten zurück und haben sich wegen ihrer großen Brauchbarkeit auch erhalten, seitdem die moderne Kultur mehr und mehr aus öer Insel eingedrungen ist. Der Hut erscheint den Leuten von Ceylon nicht einmal besonders groß, öenn Großvater und Hrgroßvater haben schon ebensolche Kopfbedeckungen gehabt, so daß sie ihnen ganz selbstverständlich geworden sind. Auch wenn man nicht seinen ganzen Laden im Hut mit sich führt, benutzt man ihn doch als Tragekorb, als Koffer oder zum mindesten als Handtasche. Im Hut führt man Werkzeuge, Rahrung, Mantel unö anöere KleiÖung mit sich, kurz alles, was man so braucht, wenn man auf Reisen ist. In Anbetracht eines riesigen Hm» sangs sind diese Hüte außerordentlich leicht, und die besten Fabrikate wiegen nicht mehr als höchstens drei Pfund. Das Material besteht aus besonderen Arten von Gräsern, die für diese Zwecke präpariert werden. Die Hutherstellung ist aus der Insel eine uralte Kunst, die sich vom Vater auf öen Sohn schon öurch mehrere Iahrhunöerte fort - erbt. Diese mächtigen Räöer sinö zu umfangreich, um sie in Öen meist kleinen Wohnungen aufzuhängen; sie werden daher vor der Türe abgelegt, unö wenn drei ober vier Männer in einem jjauä wohnen, dann kann man eine kleine Ansammlung dieser Hngctüme vor dem Hause erblicken. Das Geflecht wird vom Wasser nicht angegriffen, sondern vermag sogar den Sturzregen stand zu halten, die häufig auf Ceylon niedergehen. Cs bedarf allerdings einer gewissen Geschicklichkeit und Hebung, um mit solchen gewaltigen Ausbauten auf dem Kops glücklich durch die engen Gassen der Dörfer hindurchzukommen, aber der Ceylonese versteht diese Kunst des Huttragens vortrefflich und Weitz seinen Hut so geschickt durch den dichtesten Verkehr zu balancieren wie ein Europäer seinen aus- gespannten Regenschirm. Deutschland streitet. Noch ihm ist der lange Berliner Verteidiger Zander der erfolgreichste Internationale, der auch schon zwanzigmal in der Vationalmannschaft steht. Der Sturm sollte mit Kurt Weih in der Mitte genügend Durchschlagskraft besitzen, um den Sieg Deutschlands sicherzustellen. ... und Rugby in Paris. Die ungünstigste Bilanz von allen Länderbegegnungen mit Frankreich haben die deutschen Rugbyspieler aufzuweisen, die am Sonntag in Paris zum achten Male gegen Frankreich antreten. Rur ein Spiel konnte Deutschland gewinnen, während die übrigen Begegnungen fast nur mit hohen französischen Siegen endeten. Die deutschen Aussichten sind auch in dem bevorstehenden Kampf nur gering, aber immerhin sollte es gelingen, ein knappes Ergebnis herauszuholen. Die deutsche Fünfzehn ist gründlich vorbereitet worden, ist also schon eingespielt. In der französischen Mannschaft stehen zahlreiche Internationale. Deutsche Ringer in Helsingfors. Die Europameisterschaften der Ringer in Hel- singfors brachten den sechs deutschen Vertretern nur einen Meistertitel, dafür aber immerhin noch zwei ehrenvolle zweite Plätze. 2m Schwergewicht gelang es dem jungen Nürnberger Horn- f i s ch e r , für Deutschland den einzigen Europameistertitel herauszuholen und den Favoriten Westergren-Schweden noch auf den dritten Platz hinter dem Finnen Riemelä zu verweisen, da Hornfischcr in den vorangegangenen Kämpfen zwei entscheidende Siege aufzuweisen hatte. Eine äußerst knappe Niederlage erlitt im Endkampf der Münchener E h r l durch den neuen finnischen Europameister K. Pihlajamäki. Auch im Mittelgewicht mußte sich der deutsche Vertreter, I. F ö l d e a k - Hamburg mit einem undankbaren zweiten Platz begnügen und dem routinierten Schweden Cadier den Meistertitel überlassen. Die neuen Europameister im griechisch-römischen Stil lauten vom Bantamgewicht aufwärts wie folgt: E. Zombory-Ungarn, K. Pihlajamäki-Finnland, Reini-Finnland, Nordling-Finnland, Cadier- Schweden, R. Svensson-Schweden und Horn- fischer-Deutschland. Somit haben also im Länderklassement Finnland drei, Schweden zwei und Deutschland und Ungarn je einen Curopatitel davongetragen. Beginn -er Motorrad-Gtraßen- meisterschast. Die deutsche Motorrad-Strahenmeisterschaft, die bekanntlich alljährlich in mehreren Läusen aus- getragen wird, nimmt am Wochenende mit dem Eilenriede-Rennen ihren Anfang. Den Beginn der Wettbewerbe bilden am Samstag die beiden Meisterschaftsläufe für die Klassen bis 250 und bis 350 Kubikzentimeter, deren Bewerber auf der 5 Kilometer langen Rundstrecke im Eilenrieder Stadtwald 200 Kilometer zu absolvieren haben. Am Sonntag folgen dann die Meisterschaftsläufe der Klasse bis 500 und bis 1000 Kubikzentimeter. In der 500er-Klasse sollten von den 29 Bewerbern der Titelhalter Bauhof e r - München (BMW.) und sein Landsmann Winkler (Rudge) die besten Aussichten haben, während in der größeren Klasse der vorjährige Meister R o e s e - Düsseldorf (BMW.), Rütt- ch en-Erkelenz (NEU.), L o o f - Godesberg (2m° peria) und Rose meyer- Lingen (RSÜ.) die größte Beachtung finden sollten. Kurze Sportnotizen. Der Königspreis von Rom, der am 28. Mai auf der Littorial-Autorennbahn in Rom ausgetragen werden sollte, ist ohne Angabe von Gründen abgesagt worden. Nach neuen Bestimmungen wird der diesjährige Große Autopreis von Deutschland ausgefahren werden. Bei dem Rennen, das am 23. Juli auf der Nordschleife des Nürburgringes zum Austrag gelangen wird, werden die „Kleinen" diesmal in einer eigenen Klasse (bis 800 Kub.kzentimetcr) starten. Sie werden nur einen Kurs von 80 Kilometer zu fahren haben, während die Wagen bis 1500 Kubikzentimeter 456,2 Kilometer und die „Großen" 501,82 Kilometer erledigen müssen. Da nur 28 Nationen zur Fußball-Weltmeisterschaft 1934 gemeldet haben, will man nunmehr die ursprünglich in Aussicht genommenen Vorspiele in den einzelnen Zonen ganz ausfallen lassen. Vielmehr sollen die Vorkämpfe jetzt in verschiedenen Städten 2taliens durchgeführt werden. Eine hohe 1:5-Niederlage erlitt am Mittwoch in Prag die Wiener Derufsspielmann- schaft der Vienna gegen Slawin Prag. Nationale Feiern in der Provinz. Lanvkreis (Rieften. 00 Klein-Linden, 22. März. In unserem Orte wurde die Reichstagseröffnung mit einer würdigen Feier festlich begangen. Abends bewegte sich ein langer Zug, mit den Schulkindern an der Spitze, mit Fackeln und Lampions zum Sportplatz, wo ein Freudenfeuer abgebrannt wurde. Beigeordneter Schimmel wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung dieser vaterländischen Kundgebung hin, während Herr Barth o I o m ä u s-Gießen von der NSDAP, nut Be- geisterung von den Geschehnissen der Gegenwart berichtete und zur Treue an Volk und Vaterland aufsorderte. Nach dem gemeinsam gesungenen Deutschlandlied und dem Sieg-Heil auf das deutsche Vaterland und seinen Führer, Reichskanzler Adolf Hitler, marschierte der Zug zum Saale des Gasthauses „Zur deutschen Elche". Beigeordneter Schimmel würdigte in einer Ansprache die Verdienste der Gefallenen des Weltkrieges und ermahnte die Gemeinde an ihre Pflicht, diesen Opfern auch in unserer Gemeinde ein würdiges Denkmal zu setzen. Herr Bartholomäus hielt eine Rede, in der er dle schädlichen Wirkungen des Marxismus vor Augen führte und zur treuen Mitarbeit am Wiederaufbau unseres Vaterlandes ermahnte. Mit dem Horst-Wessel-Lied und dem Sieg-Heil auf den obersten Führer fand die erhebende nationale Kundgebung ihr Ende. Der Gesangverein „Arion" (Leitung Ehrenchormeister Konrad Nikol ai- Großen-Duseck) hatte die Feier mit einem passenden Chor verschönt. ck. Heuchelheim, 22. März. Aus Anlaß der Eröffnung des neuen Reichstages fand gestern abend ein Fackelzug statt. An der Turnhalle hatten sich zahlreiche Vereine (Turnverein, Sportverein, die drei Gesangvereine, die Freiwillige Feuerwehr, der Kriegerverein und die Ortsgruppe der NSDAP.) eingefunden. Unter Mitwirkung der Kapelle Topp-Gießen, des Trommlerkorps des Turnvereins und der Frei- willigen Feuerwehr bewegte sich ein imposanter Fackelzug durch die Straßen des Ortes nach dem Sportplatz, wo beim Schein eines großen Feuers Bürgermeister Rinn die Teilnehmer begrüßte und auf die Bedeutung des Tages als ein Wendepunkt in der Geschichte Deutschlands hinwies. Rektor K n a b sprach von der Person des Führers der nationalen Regierung, Adolf Hit - l e r, und ging auch auf die deutsche Geschichte ein. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß. z Rödgen, 22. März. Die Mitglieder der neu- gebildeten SA brannten gestern abend auf dem Leusberg ein Freud en feuer ab. Rach einer Ansprache, in der der Redner zur Einmütigkeit und freudigen Mitarbeit am neuen Werk aufforderte, stimmten die zahlreich versammelten Dorfbewohner freudig mit in das Deutschlandlied, ein und sangen nach einem auf den Reichskanzler ausgebrachten Sieg-Heil des Scharführers das Horst-Wefsel-Lied. Dann formten sich die Teilnehmer zu einem Zug ins Dorf. ---Alten-Buseck, 23. März. Am Dienstagabend hatte die Ortsgruppe Alten-Buseck der NSDAP, die gesamte Bevölkerung zu einem Fackelzug aufgerufen aus Anlaß der Eröffnung des neuen Reichstages. Beteiligt waren: die Musikabteilung des Turnvereins, die SA. in Uniform, die organisierten Mitglieder der NSDAP., die Schulender, der Kriegerverein und der überwiegende Teil der Bevölkerung. Es hielten Ansprachen: Zu Beginn des Fackelzuges der Leiter der hiesigen nationalsozialistischen Partei, Landwirt Wilhelm Kahl jun., und am Schlüsse Lehrer Dr. M e u e r. Von beiden Rednern wurde auf die große Bedeutung unserer Zeit hingewiesen und zur nationalen Sammlung aufgerufen. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes und dem Vortrag eines vaterländischen Gedichtes fand die erhebende Feier ihren Abschluß. Die Veranstaltung verlief in strengster Disziplin und ohne den geringsten Zwischenfall. = Rüddingshausen, 23. März. Am Abend des vorgestrigen Nationalfeiertages bewegte sich ein Fackelzug, geführt von der SA. unter dem Kommando des Herrn Krüger, an dem sich Kriegerverein. Gesangverein Männerchor, Schule und fast vollzählig die Bevölkerung beteiligte, nach dem Sportplatz, wo ein mächtiges Freudenfeuer entzündet war. Hier fangen die beiden Klassen zunächst ein gemeinsames Lied, bte Oberklasse trug einen Sprechchor vor. Hierauf hielt Bürgermeister Müssig eine Ansprache in der er die Wendung in der deutschen Politik zum deutschen Gedanken den Beteiligten zum Bewußtsein brachte. Anschließend wurde das Deutschlandlied gesungen. Dann wies der Sprecher der NSDAP., Herr Hahn, auf den zurückliegenden Kampf hin und gelobte, mit den Parteifreunden altes zu einem vollkommenen Sieg des neuen 2deals einzusetzen. Hierauf wurde das Horst-Wessel-Lied gesungen. Auf Aufforderung des Scharführers Krüger wurde durch minutenlanges Schweigen des verstorbenen SA.- Kameraden K a l b e r l o ch aus der Gemeinde R. gedacht. Gesangverein und Oberklasse brachten weitere Lieder zu Gehör. 2n dem Schlußwort sprach Bürgermeister Müssig allen, die zur Ausgestaltung des Abends beigetragen hatten, den Dank aus und gab der Hoffnung auf friedliche Sammlung aller Volksgenossen unter dem neuen Symbol Ausdruck. Der Zug wurde zurückgeführt und löste sich am Schulhause auf. — Am vergangenen Samstag hatte bereits eine Feier durch die Schule stattgefunden, an der sich die Gemeinde ebenfalls zahlreich beteiligte und bei der Lehrer Becker eine beifällig auf« genommene Rede hielt. sch Saasen. 23. März. Vorgestern abend fand im Schulhof eine Feier der Gemeinde aus Anlaß d.r Reichstagseroffnung statt. Der Gesangverein „Eintracht" er)chien mit einem Fackelzug. Ferner beteiligte sich auch der Kriegerverein. Bürgermeister M e n z hieß die Teilnehmer willkommen. Der Gesangverein „Eintracht" sang ein Lied. Lehrer Krämer wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Tages hin. Gemeinsam wurde das Deutschlandlied gesungen. Bürgermeister M e n z schloß die Veranstaltung mit einem Heil auf den Reichskanzler. L e i h g e st e r n, 22. März. Anläßlich der Eröffnung des neuen Reichstages bewegte sich gestern abend ein großer Fackelzug durch die mit schwarzweihroten, rotweißen und Hakenkreuzfahnen re.chgeschmückten Ortsstrahen. An der Spitze des Zuges sah man den Reiterverein Großen-Linden, es folgten dann eine Musikkapelle der SA., der Kriegervcnein, sowie die gesamte Schuljugend. Viele Bürger hatten sich angeschlossen. Vor der Auflösung des Fackelzuges sprach auf einem Dorfplatz der Ortsgruppenführer der NSDAP. Karl Faber und brachte ein Hoch auf das neue Deutschland aus. Mit dem Deukschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied fand die Feier ihren Abschluß. ko. Ober-Bessingen, 22. Marz. Aus Veranlassung des Bürgermeisters Keil versammelte sich gestern abend unsere Gemeinde zu einem stattlichen Fackelzug, der bei der Horstenburg seine Ausstellung nahm. Die Schuljugend ging voran, es folgten die SA., Landdund-Iugend, Radfahrer-, Schützen-, Krieger-, Gesangverein „Reue Eintracht" und viele sonstige Teilnehmer aus der Gemeinde. Unter dem Gesang deutscher Lieder bewegte sich der Zug zum Schulhof. Rach einem Gedicht sprach Lehrer Eschenbrenner über die Bedeutung des Tages. Hierauf verlas ein Mädchen ein Gedicht. Als zweiter Redner sprach Lehrer i. R. Jakob über die Flagge schwarzweißrot und von den großen Taten, die unter dieser Flagge vollbracht wurden. Gemeinsam wurde das Lied „Nun danket alle Gott" gesungen. Ferner gedachte der Redner der Toten des Weltkrieges, Bürgermeister Keil feierte in einem begeistert aufgenommenen Hoch den Reichspräsidenten, die Regierung und das neue Deutsche Reich. Mächtig erklang dann das Deutschlandlied. Zum Schluß ehrte ein dreifaches Heil den Schöpfer des neuen Reiches Adolf Hitler. * Hungen, 22. Mär3. Bereits am Freitag wurde mit Rücksicht auf Die auswärtigen Schüler, zum Schluß des Unterrichts eine Feier der n a - tionalen Revolution in der hiesigen Realschule abgehalten, bei der Assessor C h r i st die Ansprache hielt. Lebhaften Beifall bei der Bevölkerung fand der sich anschließende Aufmarsch durch die Hauptstraße unter dem Hakenkreuzbanner. Bei zahlreicher Beteiligung, auch der Einwohnerschaft, hatte dann am Samstag die Stadtschule ihre Feier in der Turnhalle. Dabei hielt Rektor Schaad die Ansprache. D Hungen, 22. März. Der Tag der Eröffnungssitzung des neuen Reichstages brachte unserem Städtchen ein großes Schauspiel hoher vaterländischer Begeisterung. Nachdem in den späten Nachmittagsstunden der Slaatskommissar Dr. B e st etwa 60 SA.- und SS.-Leute im Schulhofe durch Handschlag zur Hilfspolizei verpflichtet hatte, folgte am Abend ein großer Fackelzug. Unter Vorantritt einer Musikkapelle und eines Spiel- mannszuges der SA. bewegte sich der Zug, flankiert von den Fackelträgern der SA. und der Freiwilligen Feuerwehr, nach dem Galgenberg, wo ein Freudenfeuer angezündet wurde. Der feierliche Akt fand seine Einleitung durch einen Choral. Bürgermeister Fendt, Pfarrer Bock und der Ortsgruppenleiter der NSDAP. K i r ch h ö f e r hielten, umrahmt von Gesangsvorträgen der beiden Gesangvereine „Eintracht" und „Liederkranz", im lodernden Feuerschein Ansprachen, die von vaker- ländischer Begeisterung getragen ihren Niederschlag in den Herzen der großen Menschenmenge fanden. Kreis Schotten. D Laubach, 22. März. Der gestrige National- feiertag wurde hier besonders festlich begangen. Abends bewegte sich ein großer Fackelzug unter Vorantritt der Kapelle des Musitvereins durch die Straßen unserer Stadt, an dem sich die SA., der Stahlhelm, alle Vereine und die gesamte Einwohnerschaft beteiligten. Anschließend sand im Saale des „Solmser Hofes" eine machtvolle Kundgebung für d i e nationale Regierung statt, wobei Oberamtsrichter Dr. Schmitt, Bürgermeister H ö g y und Bürgermeister Graf (Gonterskirchen) Ansprachen hielten. Die erhebende Feier wurde von flott gespielten Militärmärschen, von gemeinschaftlich gesungenen Chören der Gesangvereine „Eintracht" und „Harmonie", sowie von Gedichtvorträgen umrahmt. L Ulfa, 22. März. Ein stattlicher Fackel- z u g, gebildet von SA., SA.-Reserve, NS.- Frauenschaft und den Kindern der Volksschule bewegte sich gestern abend durch die Straßen des Dorfes nach der Alten Burg. Am Dorfausgang wurde auf der Anhöhe ein großes Feuer entzündet. Zu gleicher Zeit fang die erste Klasse der Volksschule ein dreistimmiges Chorlied. Studienreferendar Ludwig Magnus sprach sodann über die geschichtliche Bedeutung des Tages. Ein dreifaches „Sieg-Heil", das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die Feier. Wirtschaft. Die landwirtschaftliche Produktion in Deutschland. Der Wert der deutschen Agrarproduktion dürfte, wie im Wochenbericht des Instituts für Konjunitur» forschung ausgeführt wird, im laufenden Wirtschaftsjahr 1932,33 rund 8,8 Milliarden Reichsmark erreichen. Er ist damit um 1 Milliarde Reichsmark niedriger als im Vorjahr und um 3 Milliarden (37 o. H.) niedriger als im Jahre 1928/29. Der Menge nach dürfte die deutsche Agrarproduktion gegenwärtig um 5 v. H. größer sein als 1928/29 und um 25 o. H. größer als 1925/26. Der Wert des landwirtschaftlichen Eigenverbrauchs dürfte für 1932/33 schätzungsweise 2,30 Milliarden Reichsmark betragen, während der Selbstverbrauch der Menge nach unverändert geblieben sein dürfte. Im Wirtschaftsjahr 1928/29 erreichte der Wert der landwirt- fchaftlichen Produktion mit 13,87 Milliarden Reichsmark feinen Höhepunkt. Er beträgt im laufenden Wirtschaftsjahr nicht ganz 9 Milliarden Reichsmark. Frankfurter Abendbörse befestigt. F r a'n k f u r t a. M., 23. März. Die Abendbörse war weiter befestigt, nachdem bereits im Mittagsschlußverkehr Erholungen eingetreten waren. Neben Kauforders des Publikums nahm auch die Kulisse kleine Käufe vor. Die bis zur Abendbörse bekannten Ausführungen des Reichskanzlers im heutigen Reichstag boten der Börse eine Anregung. Auch die Erholung der Auslandsbörsen fand Beachtung. Nur in einigen Spezialwerten waren größere Umsätze zu verzeichnen, doch war das Geschäft im allgemeinen nicht sehr lebhaft. Eine in IG. Farben vorliegende größere Verkaufsorder fand glatte Aufnahme. Gegen den Berliner Schluß ergaben sich Besserungen bis zu 1 v. H., Montanwerte waren bis zu 1,50 d. H. höher. Am Rentenmarkt erhielt sich das Interesse für Neubesitz, auch Altbesitz, Schutzgebiete und Reichsschuldbuchforderungen lagen etwas höher. Goldpfandbriefe kamen zwar kaum zur Notiz, blieben aber auf dem Mittagsstand unverändert. Stadtanleihen zogen meist weiter bis zu 1 v. H. an. Neubesitzanleihe 13,65 bis 13,52J4 bis 13,90, Altbesitzan- leihe 79,25 bis 79,50, Schutzgebietsanleihe 9,30, 6pröz. Stahlverein-Bonds 79, Reichsbahn-VA. 100,13, 6proz. Frankfurter Hyp. Bank Gold, Reihe 1 bis 15, 92,25, 6proz. Stadt Darmstadt von 1926 77, 6proz. Stadt Mannheim von 1927 80, 6proz. Franks. Schatzanweisungen 79,25, 6proz. Stadt Berlin von 1928 82, Reichsbank 153,25 bis 153,75, Gelsenkirchen 70,50, Mannesmann 76,25 bis 76, Rheinstahl 87,50, Stahlverein 47,25, AEG. 38, Bekula 118,25 bis 118, Aku 37,50, Conti Gummi 139, IG. Farben 133 bis 132,75 bis 133, Licht und Kraft 106, Gesfürel 96, Lahmeyer 135, Schlickert 100 65, Siemens 155, Zellstoff Waldhof 58,25, AG. für Verkehrswesen 56, Hapag 23 bis 23,40, Nordd. Lloyd 24 bis 24,40. Schweinemarkt in Grünberg. 4- Grünberg, 23. März. Der Auftrieb zum heutigen Markt betrug 386 Ferkel. Es kosteten sechs Wochen alte Ferkel 18 bis 22 Mark, sechs bis acht Wochen alte 22 bis 26 Mark, acht bis dreizehn Wochen alte 25 bis 30 Mark. Da die Kauflust gut war, blieb fast kein Ueberftanb. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die Himer den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzi ve,chlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskonl 4 o H Lombardztnsfuß 5 o. H. Sranttun a. Ul Öeriiu Schluß« für« Schlupf. Abend- börf Schluß« iure Schluß!. Mittag- börse Datum 2?.3- | 23.3 22.3- 23.3. 6% Deutsche Reichsanleihe o. 1921 16,25 86 86 86 6% e bem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 98 98,5 98 98,4 bVi% Donng-Anleihe von 1930 . 88 87,13 88 87,4 Deutsche Ant.-Ablöl.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ... 7b,5 79,5 /9,5 78 75 DeSgl. ohne Äusloi.-Rechte ..... ‘2,05 13.9 12,4 13 6% ebem.8% Hess. Bolksstaat 1929 krückzablb 102%) 87 85,75 84.5 Oberhoheit Provinz - Anleihe mii Auöloi.-Rechten 76 76 Deutsche Komm. Tammelab I.An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten '4,75 76 25 77 75,5 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl Golbpse. 15 unkündbar bis 1935 92,25 92,25 6% ehem. 7% Franks Hyp.°Ban! Goldvse 16 unkündbar bis 1936 92,25 82 5y»% eben, 4‘/2% Franks Hyp. Bank-Liau.-Psandbriese 92,4 91,5 b'/r% ehem. V/T% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldvfe. 92 91,75 6% ehern. 8% Pr. Landespfand briesanliaii, Psanbbriese R. 19 91,5 91,5 91,5 91,5 6% ehem. 7% Pr. LandeSpfand briekanstalt. Pfandbriefe R. 10 91,5 91,5 *% Oesterretchhche Holdrente .. 12,75 12,75 4,20% Lesterreichtsche Silbertente 1.25 ,25 1,35 4% Ungarische Goldrente •— 4% Ungarische Staatstente v. 1910 — — —- *Vt% desgl von 1913 — —- — 5% abgefi. Goldmexikaner von 99 ,12 6,25 — — 4% Türkische gollanieihe von 1911 5,3 5,35 ,4 5,4 4% Türkische Bagdadbahn-Anlelhe Serie I 6 6,1 6,05 4% desgl. Serie II ....... 6 6 6,1 6,13 b% Rumün. vereint). Rente v 1903 6,9 7 7,25 7,45 4^»%Ruman.vereinh.Rentev. 1913 0,4 10,65 4% Rumänische veteinh. Rente . 6,13 6,15 6,15 8%% Anatolier ............... 25 25,25 75,13 25,5 -■an, ui tiv oeti.u Schluß- kur« Schluß!. Abend- börfc Schluß« für« Schluß! Mittag- I’örfe Datum 22-3. 23-3 22-3. 23.3- Hamdurg-Amerita-Paiei ..... t 72,5 23,4 23,13 22,9 Hamdurg-Südam. Dampfschiff 0 49,5 45,75 Hansa Tampsschiss ....... 0 _ — 40 36,5 Norddeutscher Lloyd ........ 21 G. für Verkehrswesen 911t. .. 0 3,25 ?4,4 25 24 0 56,5 56 55,75 ■4,9 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 99 98,5 Commerz, und Privat-Bank ... O 13,5 53,5 — 53.75 Deutsche Bank und DiSronlt» Gesellschaft............... O 70,5 70,5 _ 70,25 Dresdner Ban!.............. O 61,75 61,75 — 61,75 ReichSbank ................. 1 150 153,75 151,25 152,5 A.E.G..................... 0 36,3 38 37,4 37,25 Elektr. Lieferungsgelellschaft ... 6 89,5 88 87,5 89 Licht und Kraft ..... 6 103 106 105 105 Felten & Guilleaume ........ O 65 64,5 66,75 69,5 Kelellichaft für Elektrische Unter. nchmungen ............. 4 92 96 94 95,5 Rheinische Elektrizität ........ 6 98,25 101 102,5 101 Schurken S Co ............ O 88,25 100,65 99,5 100,25 Siemens & Haisle........... 9 156 155 157 155 Lahmever & fio.............. 10 138 135 138 135 Buderus ................... 0 60,5 62 62 60 Deutsche Erddl ............. 4 106,25 104 104,5 103,75 Gelsen kirchenet ............. 0 70 70,5 69,75 64,65 Harpener ............... 0 93,5 95 94 94,25 Hoelch Eiien—Köln-Neuelsen.. 0 /1,25 70,25 Ilse Bergbau ............ 7 170 167 168 Ilse Bergbau Genüsse........ 7 '18,5 116 118,5 116,5 fflörfnenüerfe .......... 0 65 64,5 64,5 63.4 Mannesmonn-Röhren...... 0 75 76 76,65 74'4 Mansfelver Bergbau ........ 0 30 30,25 29.5 Überfälle! KokSwerke........ 0 — 83,5 81.5 fbbönlr Bergbau .......... 0 46,5 47 17,65 46,5 Rheinische Braunkohlen ...... 10 206 206 205 205 Rheinstahl .................. 0 86,5 87,5 86,5 86,5 SranHuri a.M Berlin Schluß« für« Schlußi. Abend- böri Sch uß« für« Schluß!. Mi tag- bör e '■Datum 22.3. 23.3. 22.3. 23.3. Bereinigte Stahlwerke........ u 46 47.25 46,75 46 Ctaoi Minen ............. 0 i4,75 18 18 17,9 Kaliwerke Aschersleben........ 6 140 138,5 138 Kaliwerke Westeregeln........ 6 141 135 140 138 Kaliwerke Salzdetfurth....... p 208 205,5 207 204,25 5 G. Farben-Industrie....... tädieibeanftalt............... 7 10 130,9 174 133 173 132,13 132,75 Goldschmidt ............... 0 55 i8,25 55,75 Rütgeröwerke ............ 0 54,5 54,5 55,5 53,4 MetaUgelellschast............. 0 41,75 41 41 40,75 Philipp Hotz mann........... Zementwerk Heidelberg ...... Zementwerk Karlstadt......... 0 4 0 73,5 58 72 58,5 58 Wayß & Rrcntafl ............ 0 5.75 6,25 — — Schultheis Patzenhvser........ 0 118 116,5 37 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 37,5 37,5 38,25 Bemberg ........... Zellstoff Waldhos ............ Zellstoff Aschaffenburg ....... Dessauer GaS ............ Daimler Motoren............ Deutsche Linoleum .......... Oren stein & Koppel .......... Leonhard Tietz.............. 0 0 0 7 0 0 0 6 48 08.25 28 (7,13 43 34,5 48,5 58,25 28 28,75 32,5 48,75 56,75 27,75 H9.13 27,25 42,75 54,13 34,75 48 57,5 28 117,75 28,75 43,13 51,13 32,25 130 129 129.25 128,5 Gritzner................ 0 37,5 37 37 75 36,9 vrainkrastwerkeHöchsta.». ... 4 78,13 77 5 Süddeutscher Zucker ......... 8 162 162 162 160 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt ä 2U. 22. Marz 23-Mürz Amtliche Notierung Amtliche Notierung (v^b orte Geld 2irie •Velfingrotu. 6,354 6,366 6,354 48.45 6,366 Wien ..... 48,45 48,55 48,55 Prag .... —— - - Budapest ... — — _ Sofia ..... 3.047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,23 169,57 169,08 169,42 Oslo ...... 73.53 73,67 73,58 73,72 Kopenhagen. 64,09 64,21 64,04 64,16 Stockholm.. 76,12 76,28 76,07 76,23 London..... 14,35 14,39 14,37 14,41 Buenos Aires 7,818 0,822 0,818 0,822 Neunork .... 4.201 4,209 4,193 4,201 Brüssel .... 58,56 58,68 58,49 21,57 58,61 Italien..... 21,56 21,60 21,61 Paris ..... 16,475 16,515 16,47 16,51 Schweiz ... 80,87 81,13 80,92 81,08 Spanien.... 35,26 82,07 35,34 35,26 35,34 Danzig .... 82,23 82,02 82,18 Japan ..... 0,899 0,901 0,899 0,901 Rio De Ian. 0,233 0,241 5,405 0,239 0,241 Iuaostawien Lissabon... 5,395 5,345 5,355 13,09 13,11 13,09 13,11 Banknoten. ______Berlin, 23.Mürz Geld Brlei Amerikanische Rötet»....... 4,177 4.197 ~ Belgische Noten........... Dänische Noten ......... 58,33 63,67 14,33 58,51 63,93 Id.99 Englische Noten .......... Iranzosische Noten........ 16,43 16,49 Holländische Noten........ i68,71 169.39 Italienische Noten......... Norwegische Noten ....... 21.55 21,63 73,40 73,70 Deutsch Oesterreich, » 1OO Sdiillht* Rumänische Noten ........ 2,46 2,48 76,20 81,06 35,27 Schwedische Noten........ Schweizer Noten.......... ...... 75,90 80,74 35,13 Spanische Noten................. Ungarische Roten........... ....