Kr Seats ' Akecht wiySn ">d chi , " alt. 'ttLL'Te. ")■ 9liehi* ' UnQ1 5pinoft(über 8US Sampl, toten .lag, 25 » !' "' iel1 gehen eine regel- esem Zwedt en, en das ■r nicht ge. 4 ein reines nlt dem * h?ute Wlr- le hin bg. sem Zweck obteo Dh ■thelien.Dro- lormhäusern Prese ao erhältlich. ■MlnohenU —1 z äiiun-un - bittet ■••erk, München. Belormhaai Boermel- - Krinterhaui Ja g, »Serie W. KUblager 8 69 - Eronin-Drog., Theljila-Anithlul- eg 51*y ar 1933, nachmittag» ) zwangsweise gegen : 1332D scheschrank, 1 Wasch- int, 1 Kaffeemaschine, iz, 1 Ausziehtisch, 6 ngue mit Seife, 3 nmerteppid), 1 zwei- ank, 12 Dutzend Al- und.Tadeln, 1W MMges Dell mit ) Wen. Steigern Tcke fjarbl- >he. htsvoilztehee k.A. doiitrab^lSff. gute Verwendung für eine chreibmaschine beeten und bekanntesten löhnllch günstigen Preisen rhausen&Co. 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Preis nir l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette artlich 8, auswärts 10 Neichspiennig; für Ne» klamean teigen oon 70 m Brette 35 Neichspsennig, Piayvorjchrift 20 mehr. Chefredakteur Dr Jrteör. ‘IBill). Lange. Verantwortlich tür 'Politik Dr Jr. Will). Lange, lür JeuiUeton Dr H.THyr ol; für den übrigen Teil Emst Dlumlchein und ür >e >Anzeigenteil i.P.TH kllmmel lämtlid) in (Biegen. Reichskanzler Hiller spricht in Frankfurt. Die Entscheidung des 5. Marz. — Der Kanzler fordert vier Jahre für die Durchführung feines Programms. - Um die Einheit der Nation. Frankfurt, 23. Febr. (Lpd.) Zu der Wahl- funbgebunq der NSDAP, war die große ca. 20 000 Menschen fassende Festhalle seit Tagen ausverkauft. Tausende von Menschen, die Einlaß begehrten, waren aus die anderen Säle, das Haus der Moden und den Hippodrom angewiesen, wohin die Rede übertragen wurde. Außerdem waren aus drei Plätzen der Stadt Lautsprecher ausgestellt. Aus der Umgegend trafen große Scharen von Dersamm- lungsteilnehmern mit der Bahn und mit Autos ein. Die Halle ist mit Transparenten und Hakenkreuzsahnen geschmückt. Unter den Zuhörern bemerkte man u. a. die in Frankfurt ansässigen ausländischen Konsuln und den neuen Polizeipräsident General von Westrem. Unter brausendem Beifall zieht eine Frankfurter Schupoabteilung ein, gefolgt von den Hakenkreuzfahnen und den Fahnenabteilungen des Stahlhelms. Josef Goebbels, der den Abend am Rundfunk einleitete, führte u. a. aus, daß die Sitzungen des Reichskabinetts durch die Rede- tätlgkeit des Reichskanzlers keinerlei Hemmungen erfahren, da alle technischen Hilfsmittel in öen Dien ft der Sache ge ft eilt würden. Er schilderte die Schwierigkeiten, die die Flüge des Kanzlers bei der jetzigen Wetterlage mit sich brach- ten und gab ein Bild der nationalsozialistischen Ideengänge. Als der Reichskanzler eintraf, steigerte sich die Bsgeisterung der Menge. Minutenlang schallen die Begrüßungsrufe, die erst aufhören, als der Kanzler sich zum Reden anschickte. Die Rede des Reichskanzlers Der Reichskanzler Erqann seine Rede mit der Erklärung, noch niemals sei Staatsmännern ein ähnlich zerrüttetes Gemeinwesen hinterlassen worden, wie am 30. Januar der neuen Regierung von den Parteien deS früheren Systems. Die Führer der Politik der letzten 14 Jahre hätten eine beispiellose Unfähigkeit bewiesen. Wenn diese Männer jetzt ein Programm verlangten, so müsse man ihnen antworten: Ähr habt uni gegenüber kein Inquisitionsrecht! Ihr dürft nicht als Ankläger auftreten, ihr seid selb st die Angeklagten. Die Männer. die im Rovember 1918 die Revolution gemacht und sich zur Macht gedrängt haben, sie haben dem Volk ein Programm vorgelegt, das sie nicht erfüllt haben. Sie wollten angeblich das Volk zur Schönheit und Freiheit führen, aber sie haben in Wirklichkeit das Volk geknebelt und der nationalen Bewegung jede Freiheit genommen. Jetzt auf einmal klagen sie über Terror. Weshalb? Weil die erwachende Ration jetzt ihren Terror rächen wird. (Beifall.) Die Herren mögen nicht glauben, daß sie mich durch ihr Geschrei mürbe machen. Sie kommen jetzt wieder mit der alten Schwindelparole von 1918. Sie schreien nach Freiheit. Wir werden die Freiheit in Deutschland einführen, indem wir ihre grimmig st en Feinde vernichten. (Lebhafter Beifall.) Freiheit haben diese Menschen nie getannt. Ihre Gleichheit war eine Gleichheit des Glends, ihre Brüderlichkeit war die Brüderlichkeit der Korruption. Bor dem Berliner Gericht steht jetzt Herr Brolat, ein typischer Repräsentant des Rovembersystems. Wenn die führenden Vertreter dieses Systems jetzt sagen, daß die Entnahme von 2 b i s 3 Millionen aus der Staatskasse für ihre Parteizwecke keine Lorrupiion sei, dann zeigt das nur, wie verlogen die Herren bereits sind. Sie sagen, sie hätten im Kriege ihre Pflicht getan. 2a, der deutsche Arbeiter hat an der Front gekämpft, der Marxismus niemals. 2ch habe auch nicht gehört, daß Ebert und Scheidemann sich an der Front bewährt hätten. Heute möchten diese Männer die Vaterschaft an der Revolution ableugnen, aber sie sind die Kindesväter und sie werden jetzt auch die Alimente zahlen müssen. (Große Heiterkeit.) Diese Männer lau en jetzt immer noch unter uns herum und möchten, daß man ihnen »roch einmal bte Regierung anvertraut. Unser Programm, nach dem wir sooft gefragt werden, bringt keine schönen Versprechungen. Ls ist ein sehr hartes und sehr nüch- ternesprogramm, dessen erster hauptfah tautet: Deutsches Volk, mache dich frei oon allen Illusionen, als ob Irgend jemand in der Welt dir helfen könnte, mache dich frei oon der hoff- nung, daß eine erste, zweite oder dritte Interna- tionale dir helfen, daß ein weltgewissen oder ein kulturgewissen dir plötzlich beistchcn könnte. Rein, deutjches Volk, kehre bei dir selbst ein mit deinem willen, deinem Entschluß und deiner Tat. Sei überzeug!, daß diese nationale Kraft nur dann lebendig werden kann, wenn du dich von Trau nen entfernst und den weg zur inneren Einheit findest. Der Rationalismus muh zur Einheit werden mit dem Sozialismus. Die 3er- rlffenheil unseres Volkes muh durch diese Einheit beseitigt werden. Das deutsche Boll sieht im Bauern das Fundament des deutschen Volkes. Die Städte würden veröden und in 70 Jahren gäbe es kein deutsches Volk mehr, wenn wir keine Bauern hätten. Ebenfalls r:5t es eine Wiedererstehung nicht ohne die Gewalt und Kraft des deutschen Arbeiters. Wir reden nicht von Demokratie, sondern wir reden vom deutschen Volk, zu dem auch die Arbeiter der Stirn und des G e i st e s gehören. Alle diese Stände müssen sich verstehen, daß nicht einer auf Kosten des anderen Sieger sein kann. Wir wissen genau, daß unsere Aufgabe schwer ist, aber wir haben den Mut, sie anzufassen. Wenn es so leicht wäre, ein Volk wieder aufzubauen. so müßte man die Leute, die das bisher versäumt haben, zum Schaffott führen. Wir treten vor die Ration hin und bitten Sie, Einsicht zu haben mit der Größe der Arbeit und uns das Vertrauen zu schenken, denn das Recht für diese Bitte liegt darin, daß die anderen schuldig sind an dem Verfall. Wer sich 14 Jahre lang irrt, wie die bisherigen Machthaber, der toiri) sich auch im 15. irren, denn ihr Irrtum ist die Quelle ihrer Existenz. Sie leben von der Volkszersplitterung, damit sie das Gebilde ihrer Partei zu halten in der Lage sind. Vier Jahre fordern wir für die Durchführung eine Programms, eines Programms, das sich von ali ?n bisherigen Weltideen entfernt und zurückichrtzu den gesundenWur- zeln unserer natürlichen Kraft. Ich halte es für nötig, daß das Volk selbst zum Bewußtsein kommt, daß der 30..Januar nicht nur ein Wechsel in der Regierung ist, sondern eine Wende f ü r die Ration war. Möge das deutsche Volk in diesen Tagen erfassen, daß es ein Votum abgibt, das fürGenerationen hinaus Bedeutung hat. Gin neuer Geist, möge in die Ration einziehen. Deshalb sage ich,' ich möchte, daß das deutsche Volk noch einmal entscheidet. Richt, weil ich vielleicht nicht Entschluß- krast besitze, mit den Verderbern der Ration mich auseinanderzusehen, nein im Gegenteil, die ^)ertön mögen überzeugt fein, Deutschland wird, ganz gleich, wie am 5. März das Do - tum aussällt, nicht in die Hände seiner Verderber wieder zurücafallen. Wenn ich heute den Appell sür das junge Deutschland an Sie r chte, so will ich Ihnen auch versprechen, daß ich mich nach vier Jahren wieder au stellen gedenke. Das Volk soll dann urteilen und über uns richten; ich werde mir keine Villa in der Schweiz laufen und mir nicht irgendwo ein Bankkonto anlegen. Ich werde genau so aus diesem Amt scheiden, wie ich hineingegangen bin. Ich will nach Pflicht und Gewissen das Werk weiterführen, und, wenn die Vorsehung gestattet, vollenden, für das ich seit 14 Jahren gekämpft habe, damals als unbekannter Soldat, später als Führer und heute als Kanzler des Reiches. Wir wollen unsere Pflicht erfüllen, deutsches Volk, erfülle du die deine, auf daß aus unserer Arbeit wieder entsteht das Deutsche Reich. Rach der Hiebe Hitlers brauste minutenlanger Beifall durch die Halle. Die Versammlung sang dann das Deutschlandlied und anschließend das Horst-W:sse'-L ed. Beim Verlassen der Festhalle wurde Adolf Hitler von der SA. ein Fackelzug dargcbracht. Die vier nationalsozialistischen Abgeordneten des tschechischen Parlaments werden ansgetiesert. Prag, 23. Febr. (TU.) Im Abgeordnetenhause stand auf der Tagesordnung der Antrag auf Aufhebung der Immunität der deutschen nationalsozialistischen Abgeordneten Jung, Krebs, Kasper und Schubert. Abgeordneter Krebs unterstrich, daß der tschechische Generalstab wünsche, aus dem ilmtoege über diesen Prozeß nur den FranzosenMa- t e r i a I für die Behauptungen zu liefern, daß deutsche Privatarmeen im Reich und jenseits der Grenzen den Frieden Europas bedrohten. Obwohl Hitler heute Kanzler des Reiches fei, mit dem Dr. Benesch behaupte, in formten Verhältnissen leben zu wollen, wiederholten die tschechischen Behörden immer wieder diese falschen Behauptungen. So werde von dem sudetendeutschen Volkssport behauptet, er sei eine Unterorganisation der SA. im Reich. Diese SA. aber werde als geheime militärische und illegale Organisation der Reichswehr bezeichnet. Das Sachverständigengutachten des tschechischen Generalstabes, aus Grund dessen auch die Qlbgeorbneten dem Gericht ausgeliefert werden sollen, unterschiebe daher nicht nur der SA., sondern darüber hinaus dem Reich und der Reichswehr die Vorbereitung eines Anschlages gegen den Bestand der Tschechoslowakei. Das Gutachten sei d a s Ergebnis von Spionagearbeit. Nach einer zehnstündigen Redeschlacht, die oft von ffürmlfdxn Zusammenstößen zwischen deutschen und tschechischen Abgeordneten unterbrochen wurde, hat das Abgeordnetenhaus die Auslieferung der vier f u d e t e n d e u t s ch e n nationalsozialistischen Abgeordneten Jung, krebs, kasper, Schubertandietschechischen Gerichte mit 120 gegen 44 Stimmen beschlossen. Sie werden ausgeliefert wegen angeblichen verbrechens gegen die Sicherheit des tschechische n Staates, begangen durch Organisation militärischer Kräfte im Zusammenhang mit der SA. Hitlers, um die sudctendeutschen Gebiete von der Tschechoslowakei loszureißen. Cs war vergeblich, daß die Redner der Oppositionspartei einer nach dem anderen ausstanden, und an Hand von Akten nachwiesen, daß viele der Beschuldigungen falsch sind, daß sie nach den Aussagen bezahlter Spitzel, abgestrafter Diebe und Deserteure erhoben worden sind. Der tschechische Berichterstatter erklärte, das von dem tschechischen General st ab gelieferte Gutachten für entscheidend. Es war ein abgekartetes Spiel. Die sudetendeutschen Regierungsparteien, die deutschen Sozialdemokraten, der Bund der Landwirte, nahmen an der Abstimmung nicht teil. Die Mitglieder der tschechischen Regierungsparteien erhoben de Hand. Sie hatten mit 120 gegen 44 Stimmen der deutschen und ungarischen Oppositionsparteien die Mehrheit. Die Auslieferung war beschlossen. Laute Ruse durchhallten das Haus. Ein Pultdeckelkonzert auf den deutschen Bänken und stürmische Zwischenrufe, wie „Henkergesellschaft" setzte gegen die Tschechen ein. Der Abgeordnete Hor- pynka (Deutsche Rationalpartei) ries: „Es lebe Groß-Deutschland". Der deutsch-demolratische Abgeordnete Dr. Peters erklärte, daß die tschechische Politik dadurch, daß sie das Vorspiel zu einem Prozeß eröffne, der nur mit Schimpf und Schande enden könne, keine Ehre einlege. Die habe das Ideal der Freiheit der ersten Reaktion und dem ersten Verfolgungsshstem ausgeliefert. Deutschlands Antrag in Gens adgetehnt. Oie Art der Heeresversaffung soll vor tatsächlichen Abrüstungsmaßnahmen behandelt werden. Genf, 23. Febr. (TU.) Der Kampf um die weitere Behandlung der französischen Heeres- Pläne oder den deutschen Vorschlag auf Entscheidung übet die qualitative Avrüftung, die am Mittwoch ergebnislos abgebrochen war, wurde am Donnerstag im Hauptausschuß weiter fortgesetzt. R a d o l n y , dem Henderson nach dem gestrigen Zwischenfall als erstem das Wort erteilte, stellte in einer kurzen Erklärung fest, daß der gestrige deutsche Antrag zu den bisherigen Gcschäftsordnungsbesch.üssen des Hauptaus chus- ses durchaus nicht im Gegensatz stehe. Jede Abordnung habe das uneingeschränkte Recht, Anträge und Abänderungsvorschläge einzubringen. Dies habe die deutsche Abordnung getan. Die deutsche Abordnung stelle sich völlig auf den Boden des englischen Arbeitsprogrammes, nachdem d'.e Ef.ektivfrage erst an dritter Stelle stehe, dagegen die mit dem Hooverplan zusammenhängende grundsätzliche Abrüstungsfrage zunächst behandelt werden müsse. Der französische Vorschlag einer Vereinheitlichung des europäischen heeressystems fei kein Abrüstungsvorschlag, sondern eine bloße Lerechnungsmethode, deren Durchsührung auf die größlen Schwierigkeiten stoße und die Konferenz wieder in die frühere Phase uferloser Sachver- ständigcnberatungen zurückwerfen würde. Die deutsche Regierung lehne es ab, zu dem französischen Plan Stellung zu nehmen, bevor nicht über wirksame Abrüstungs- maßnahmen vor allem über die B e - schränkung des Kriegsmaterials und die Herabsetzung der efsektioen Truppenbestände eine Entscheidung getroffen sei. Die deutsche Abordnung halte ihren Vorschlag auf Ueberweisung des französischen Planes an den zuständigen Lsfektivausschuß und sofortige Behandlung der qualitativen Rlakerlal- abrüstung uneingeschränkt aufrecht. Staatssekretär Eden (England) beantragte die Aussprache über den französischen Plan sofort au eröffnen. Er begreife d i e deutschen Einwände nicht Bet Hall Eava11ero verteidigte in einer langen Rede den italienischen Bo.schlag, einen RedaktionS- a u s s ch u ß mit der Ausarbeitung eines dem fran-ös.schon Vorschläge entsprechenden Fragebogens über b i c Kriegsmaterial- fr a g o zu beauftragen, damit die Konferenz endlich die unerläßliche Entsche.dung über das künftige Kriegsmaterial und d e schweren Angr.sss- wasfon der einzelnen Mächte treffen könnte. Paul-Bo ncour erging sich in langatmigen Wiederholungen des bekannten französischen Standpunites, aus denen wieder nur hervor ging, welchen Wert die französische Regierung ans die Zertrümmerung der deutschen Reichswehr legt. Die Kon orenz müsse sich entscheiden, ob sie die Vereinheitlichung der HoeroSsysteme wolle oder nicht. Der Hauptausschuß stimmte bann zu der Frage, ob die koiitinentalcuropäischen Armeen In einen Linhellvlypus mit kurzer Dienstzeit und beschränkten Lssektiobcslänben umgewanbelt werden sollen, über die vorliegenden Anträge ab. Die meisten Stimmen, nämlich 21, erhiell der französische Vorschlag, der u. a. besag«, baß allein ein heeresstatut mil rein befenfloetn Lharakter mit einem Sicherheitsregime vereinbar Ist unb bah in Kontinentaleuropa die Armee mit kurzer Dien st zeit unb beschränkten Esset» tivbestänben ber militärische Organi'atlonst p Ist, ber am meisten defensiven Lharak- I e r ausweise. Lin italienischer Vorschlag, ber sich an bcn französischen Vorschlag anlehnt, aber die Frage ber Abrüstung bes Kriegsmaterials erwähnt, erhielt nur fünf Stimmen. Der beutfche Vorschlag, wonach vor ber prinzipiellen Lntfcheibung über die Vereinheitlichung ber hcerestypen Im hauplaus- schuh b l c Frage ber Abschaffung ber b e- s 0 nbers offensiven Waffen unb bie Begrenzung bes zugelassenen Kriegsmaterials zu regeln fei, unb baß bas Komitee für bie Pcrionalbeflänbe vorher bie Bestimmungen zur herab ehung unb zum Ausgleich ber Streitkräfte im Sinne bes Hoover Plan» festfehen möge, würbe abgelehnt. Für den beutfchen Vorschlag stimmte lediglich Botschafter R a b o I n n , der sich bei der AbstiM muiifl über bcn italienischen unb französischen Vorschlag der Stimme enthalten hatte. Die Abstimmung erfolgte durch Handausheben, wobei ber Präsident nur Die bie einzelnen Anträge nnterstüszenben Stirn- 1 men zählen ließ. Die italienische Aborbnung hat unverzüglich nach Schluß ber Sitzung bei Präsident Henderson Die Anfrage gestellt, m eiche Bedeutung der Abstimmung belzumelsen sei, da Im Hauptausschuß sämtliche 64 Konserenzmächte vertreten sind und dem Ausschuß in der Abstimmung nicht die Gelegenheit gegeben war, die Ablehnung von Anträgen zum Ausdruck zu bringen. Zweierlei Recht. Die cnhniütarihcrtc yrtzcinlandzone soll verewigt weiden. Genf, 23. Febr. (TU.) In dem engeren Ausschuß der Abrüstungskonferenz, der den Vorschlag der englischen Regierung auf Verpflichtung sämtlicher Mächte behandelt, unter keinen Umständen in einem zukünftigen Konflikt zu Gewaltmaßnahmen zu greifen, kam es zu ernsten Meinungsverschiedenheiten, die zu einer Aufhebung der Sitzung führten. Die Vertreter Frankreichs, Belgiens und SüdslawienS verlangten als Ausnahme gewisse Bestimmungen, vor allem des Locarnopaktes, die praktisch bedeuten würden, daß deutsche Truppenansammlungen in der entmilitarisierten Rheinlandzone die Locarnomächte zu einem Vorgehen gegen Deutschland berechtigen. Der deutsche Vertreter, Gesandter Goeppert widersetzte sich dieser Auffassung. Schließlich wurde »orgoschla- gen, daß die fünf Locarnomächte England, Frankreich, Italien, Belgien und Deutschland sich untereinander über die Frage verständigten. Dem widersetzten sich aber die Türkei und Südslawien. Dio Sitzung wurde deshalb sristlos vertagt. Die Vertreter der Locarnomächte traten unmittelbar danach zu einem privaten Meinungsaustausch zusammen. Der Kampf um dieMifarlrediie in Frankreich. Der Finanzausschuß derMo mir er hüll an der Kürzung um 508 Millionen icst. Paris, 23. Febr. (TU.) Der Finanzausschuß der Kammer hat mit 22 gegen 10 Stimmen die vom Senat vorgeschlagene Kürzung der Militärkredite um lediglich 1000 Franken a b g c l c f) n t und beschloßen, an der ursprünglich vorgesehenen und von der Kammer bereits angenommenen Kürzung um 508 Millionen fest- zuha11en. Tee Ausschuß lehnte es ab, wegen der Militärkredite nochmals u c Regierung an- zuhören. Im allgemeinen hat man aber den Eindruck. daß trotz der Meinungsver chiedenheit zwischen Kammer und Senat auf beiden Seiten die Mehrheit zur Verständigung drängt. Es scheint, daß die Konzentrationsformel, d'.e die jetzige Regierung hätte ablösen sollen, noch nicht ganz reif ist. und daß man f i ch noch nicht auf den Mann geeinigt hat, der gegebenenfalls die Konzentration erfolgreich verwirklichen könnte. » I l t < t c n n r s a n n i- r ß r le I b- n. 1 e. 110 b. 'N । 16 - • r i n« . n- n, r- ii, fle en en ?r« ge ch ;nlt eit uS ke, s- um erbe» er- 1 uni al* 5k- S-ä- es- )aS für Her der wei an- nS- »r - e n if- ssen oei- Oel- iad) Jtd) ngS tbor jige chen ab- rud ter- ber- unb ken. fach und ülb, trab lens lum cm äq: mm. Neuer Akt -er Hirtenberger Waffenaffäre. Ter föeiiernlöirctiov der österreichischen Bundcübahncn beurlaubt. Wlen, 32. Febr. (WTB.) Der Generaldirektor der Oesterrclchischen Bundesbahnen Seefehl - ner ist mit foforjier Wirkung beurlaubt worden. Amtlich wird dazu mitgeteilt, daß der Bundeskanzler gestern abend in Erfahrung gebracht habe, der Generaldirektor habe mit Änge- stelltenvertrctern Besprechungen wegen eines Transports von den in Hirtenberg bef in blichen Waffen in einer den Absichten der Regierung nicht entsprechenden Richtung geführt. DerBun- d.ökanzler habe in Konsequenz seiner In der Was- fenangelegenheit abgegebenen Erklärung dieS dem Hand.lSmlnistcr miigeleilt, der im Einvernehmen mit ihm und dem Präsidenten der Bundesbahnen die sofortlgeDeurlaubung deS Generaldirektors verfügt hat. DaS „Rcue Wiener Extrablatt" behauptet, Generaldirektor Scefchlner habe versucht, von den Gewerkschaften gegen eine Bergütung von 150vco Schilling d i e Z u st i m in u n g zu erlangen, daß die noch in Hirtenberg lagernden Waffen nach Ungarn abtransportiert werden sollten- und zwar sollten die mit den Gewehren beladenen Waggons unter der Deklarierung „leere Waggons" laufen: gleichzeitig sollten dann leere Waggons mit d e r D e k l a r i e r u n g „W a s f e n nachIta- l i e n" abrollen. AIS dann der Bundeskanzler von dic scm Bersuch des Generaldirektors Kenntnis erhalten habe, habe er ihn sofort vom Dienst enthoben. Bon sozialdemokratischer Seite wird mitgeteilt, das; der Führer der svzialdernokra- tschm Gew.rlschaften Abgeordneter König den sozialdemolratischen Partcivorstand über das Borgehen Scefchlners unterrichtete. Der Parteivor- sland habe sich sogleich zum Bundeskanzler begeben und ihn über den Fall unterrichtet. Die Kleine Cniente Witt sich nicht beruhigen. Die Hirtcnberger Afsäre soll vor den Bö te bundörat. Gens, 23. Scbr. (IU.) Der Staubige Rat der fl leinen (Entente, dem die drei Außenminister angeboren, veröffentlicht eine amtliche Verlautbarung, in der die Gerüchte über einen Abschluß der Hirtenberger Waffenangelegenheit als unzutreffend bezeichnet werden. Die Mächte bet Meinen (Entente hätten grundsätzlich beschlossen, den Ja ll vor ben Völkerbunbvrat zu bringen. Diebrel Regierungen warten zunächst bie offizielle Mitteilung der englischen unb französischen Regierung über bie Regelung ber Angelegenheit ab unb würben erst danach bie endgültige (Entscheidung über bie Anrufung bc» Völkerbunbvratea treffen. Ungar ne Kurs. {für glcichbercchtistte Zusammenarbeit hn Donatlbctten. Budapeft, 23. Febr (WTB.) Im Abgeord- netenhaus erklärte Ministerpräsibent Gömbös, Ungarn dürfe nur eine dufter ft vorsichtige unb ruhige Politik betreiben. Seine Nom- re i s c habe die zwischen Ungarn und Italien bestehende Freundschaft für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit realisiert. Wie der Abschluß des Handelsvertrags mit Oesterreich und des Wa- renaustauschabkommens mit der Tschechoslowakei, so zeige auch die Beendigung der handelspolitischen Verhandlungen mit Frankreich ben Erfolg der ungarischen Außenpolitik. Von einer Trübung des Verhältnisses zu Frankreich könne keine Rede sein. Die friedliche Revision der Friedens- vertrage sei der einzige Weg, der zur Sicherung des Friedens sühren konnte. Auch die ehemaligen Tiorbfeemorgen. 13 on Joachim Mngelnatz. „Wungl Wung!" bellen ferne Kanonen. Aus der Brücke des kleinen Vorpostenbootea, das in ber glanzlosen Helle knapp vor Sonnenaufgang vor Anker hin unb her schwebt, lehnt gegen das Ruderhaus ein dicker, steifer Wachtmantel. Klobige Fausthandschuhe ragen aus ihm heraus und auffallend selbständige Stiefel und ein rotes, nebel- feuchtes Matrofengefichi. Abgesehen von den beiden Augen in diesem Gesicht schläft der Wachtmantel samt Drum und Dran, innerhalb der Grenzen feiner Dienstpflicht nach Vermögen. Aber eben diefe Augeill Rastlos und unermüdlich kreisen ihre Blicke, ben Strahlen der Leuchtboje gleich, welche dort draußen ihr treues Einsiedlerleben vertroßt. Die ruhige Stunde entfaltet ihre eigene Pracht. Des Meeres mattgraues Gewand bewegt sich in sanslen Tälern und Hügeln, als atmeten darunter tausend Lungen. Und die Strömung führt stetig unterschiedliche, sremde Dinge auf Reifen links unb rechts an dem Dampfer vorbei, der wie ein ange- kettetes Ungetüm mißtrauisch und schwerfällig an seiner Fessel ruckt. Heute nach lagelangem, gigantischem Wüten gibt sich die See wieder mild unb gütig. Sie seht einen erfchövsteu Papierstreifen barmherzig auf die An- kerketie des Wachlbootes ab. Und ber mübe Zettel klammert sich um bie kalten Stettengücbcr unb meint in blauen Strähnen Worte einer Mutter ins Was- jci: dieser großen, grausamen Zeit. Ich ... Nacht, daß Gott unserem tapferen unb ... dich ... lebten Sohn erhalten möge. i»el ... unb innig um- ar .. alten schwerbesorgten--.* Gleichmütig streifen bie Blicke des Postens bas Meer und [ein Treiben, gleichmütig den ernsten Himmel, wo schon sacht die Morgenröte erblüht. Sie hasten wohl einen Moment fragend an einem Maste, ber hinter dem weiten Kugelstück ans ber Rorbsee auftaucht, bis ein buntes Tuch ihnen zürnst: Wir finb es, Landsleute! Dann irren sie mit befriedigtem, aus (Elfer nahezu verachtungsvollem Ausdruck weiter. Sie bleiben ein andermal vor einem verankerten Panzerkreuzer flehen, dessen Scheinwerfer zu zwinkern anfängt, und lauschen ein Weilchen ben Neuigkeiten, welche ein unsichtbarer Bote burch die Luft aus dem Osten gebracht hat. Viertausend Russen gefangen. Schützenoraben gestürmt. Luftgefecht zwischen Fliegern. — Lauter Nachrichten, die auf den Brückenausguck nur flüchtigen Eindruck machen. Was dessen Augen suchen, hartnäckig, mit grimmer Sehnsucht suchen, sind Lich- Gegner hätten elnsehen müssen, daß Ungarn, vor allem bei der Grenzziehung, schwersles Unrecht angetan worben sei. Der an sich richtige Gebanke einer Zusammenarbeit im Dona u b e d e n setze voraus, baß Ungarn a l s gleichberechtigt anerkannt werben müsse. Der in Genf abgeschlossene Pakt der Kleinen Entente habe nach seinen bisherigen Informationen nur wirtschaftlichen Charakter. Vor Veröffentlichung das Textes könne man jedoch nicht endgültig Stellung nehmen. Auf eine sozialdemokratische Interpellation wegen dar Hirten- b e r g o r Angelegenheit erklärte Außenminister Kanya, er hatte es für unzweckmäßig, diese Frage weiter zu erörtern, ba sie ja bereits ihre Lösung gesunden habe. Ein neuer presseerlaß Reichskommiffar Görings. Berlin. 23. Febr. (WTB.) Amtlich. Reichs- kommisfar Göring hat an die Oberpräsidenten unb Regierungspräsidenten einen neuen Erlaß gerichtet in dem es heißt: Zu meinem Bedauern Hape ich feststellen muffen, daß die Handhabung der Berordnung gegen Ausschreitungen der Presse nicht mit der Strenge angewandt wird, wie eS angesichts der sich täglich steigernden Hetze der regierungsfeindlichen Parteien und Verbände erforderlich wäre. Och habe leider feststellen müssen, daß gegen den Herrn Reichskanzler und bie Mitglieder der Regierung beschimpfende und verächtllchmachende Flugschriften und periodische Druckschriften in den Verkehr gelangt sind und geduldet werden, obwohl alle Voraussetzungen für die polizeiliche Beschlagnahme undVer- botsmaßnahmen gegeben sind. Ich erwarte nunmehr von allen Polizeibehörden, daß der Beobachtung der Presse und der Herstellung und Verteilung von Flugvlättern eine größere Aufmerksamkeit zugewandt und m i t Schärfe und unnachsichtig vorgegan- g e n wird, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet. Ich werde Beamte, die es hier an dem notwendigen Dien st eifer fehlen lassen, dienst strafrechtlich belangen. Personalveränderung bei der Krefelder Polizei. K r e f e l d, 23. Febr. (WTB.) Wie das Krefelder Polizeipräsidium mitteilt, ist Regierungsrat Boß, der ständige Vertreter des Polizeipräsidenten, mit sofortiger Wirkung an die Regierung in Schncidemühl v e r se tz t worden. Polizeimajor Enke ist bis auf weiteres beut* la u b t worden. Kleine politische Nachrichten. Der Reichspräsident hat eine Notverordnung unterzeichnet, durch die die Voraussetzungen für die Durchführung des bereits bekannt gegebenen Programms ber Reichsregierung zur verstärkten Pflege des (Betreibemart- t e s geschaffen werben. Außerbein enthält bie Notverordnung Bestimmungen zur Forderung der Verwendung von Inlänoifchem Käse und Vorschriften zur Regelung der Hopfen andaufläche. * Gegenüber Gerüchten, wonach die Reichsregierung eine allgemeine Kürzung der Be- amtengehälter vornehmen wolle, wird amtlich erklärt, daß diese Gerüchte vollkommen aus der Luft gegriffen find. Gegen die Verbreiter derartiger Gerüchte werde mit Schärfe vorgegangen werden. Wie amtlich mitgeteilt wird, entbehren bie Gerüchte, baß bie staatliche Anerkennung ber Stubentenschaft in Preußen In wenigen Tagen bevorstehe, ber tatsächlichen Grundlagen. Dagegen ist Reichskommissar Rust entschlossen, das bereits vorliegende Studentenrecht so frühzeitig zu erlassen, daß die Studenten der preußischen Hochschulen es zu Beginn des Somme r f em e ■ ft e r s vorfinden. Mit dem Erlaß der neuen Satzung wird die staatliche Anerkennung der Studentenschaft ohne weiteres verbunden sein. Der Reichskommissar für daS preußische Innenministerium hat die Verfügung des Berliner Polizeipräsidenten vom 15. Februar, durch die der „Vorwärts" erneut bis zum 2 2. Februar verboten wurde, aufgehoben. • Reichswehrminister von Blomberg besuchte bei seinem Aufenthalt In München die bayerische Staatsregierung, wo er In Abwesenheit des Ministerpräsidenten, der sich zu einer Wahlkundgebung nach Spever begeben hat, von Innenminister Dr. Stütze! empfangen wurde. Danach begab sich der Reichswehrminister zu Kardinal Dr. v. Faulhaber, zum protestantischen Kirchenpräsibenten, Dr. Veit, und zum Münchener Oberbürgermeister Dr. Scharnagl. * In der Angelegenheit der Ermordung des Bürgermeisters Käst en in Staßfurt wird von der Staatsanwaltschaft mitgeteilt: Der Oberstaatsanwalt hat die Entlassung des der Tat beschuldigten SchülersMatthes aus der Untersuchungshaft verfügt und die Aufhebung deS richterlichen Haftbefehls veranlaßt, da dessen Voraussetzungen nicht mehr vorliegen. Die iln* tersuchung nimmt ihren Fortgang. * Die beiden Kreuzer „Emden" und „Leip- z i g" sind aus Wilhelmshaven zu einer Atlant i k f a h r t ausgelaufen. Wahrend Kreuzer „Leipzig" bereits am 2. März zurückcehrt, wird die „Emden" zum 15. März wieder in Wilhelmshaven erwartet. Das brasilianische Kriegsgeschwader auf dem Amazonas hat Befehl erkalten, sich nach den an Peru unb Columbien angrenzenden brasilianischen Gewässern zu begeben, um die Innehaltung der brasilianischen Ä e u t r a l i t ä t zu erzwingen. Die brasilianische Regierung hat eine Untersuchung über die Kämpfe bei Tarapaca einleiten lassen, die sich unter Verletzung der Neutralität in brasilianischen Gewässern abspielten. t Aus aller Welt. (Ein neues Muster deutscher Schiffsbautechnik. Die Hapag gab einem größeren Kreis von Journalisten Gelegenheit, ihr neues Motorschiff für den Westindiendienst, die „C a r i b i a" kurz vor der ersten Ausreise zu besichtigen. — Schiffneubauten sind heute eine Seltenheit geworben. lieber den „Seltenheitswert" hinaus aber bedeutet dieser jüngste Zuwachs der Hapag» Flotte ein Ereignis. Die Beiucher, die der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Marius B o e g e r, als Hausherr willkommen hieß, lernten in der „Caribia" ein Motorschiff kennen, das sowohl technisch als raumlünstlerisch als Meisterwerk und Musterbeispiel deutschen Schiffbaues anzu- fprechen ist. — Die äußere Form ist rassig und wohlgegl.edert. Die Onnenräume ube.raschen auch denjenigen, der neuere Bauten zum Vergleich heranzuziehen vermag. Die Fahrgastzahlen betragen für die 1. Klasse 159 feste Betten, für die 2. Klasse 103, für die Touristenklasse 110. 3m Kleinflugzeug nach Afrika gestartet. Auf dem Flugplatz Oberwlesenfeld bei München startete laut „Münchener Telegrammzeitung" Der Sportsmann Karl Schwabe auf einer Klemm- Maschine mit Siemensmotor au einem Flug nadj Afrika, ber zuerst über Wien unb bann nach Konstantinopel unb Kairo führt, von wo ber Flieger Die Route nilaufwärts zu ben ehemals beutfchen Kolonien verfolgt unb bann auf ber Westroute über Gibraltar roieber zurückkehren wirb. Der Flug ist als reiner Sportflug gedacht. Die Verhaftung des Raubmörders Schulte. Zu der bereits gemeldeten Festnahme deS Raubmörders August Schulte in Gronau erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Am Mittwochnachmittag teilte ein Fahrradhändler einem Kriminalbeamten der Hilfsdienststelle Gronau mit, daß am Abend vorher eine Person (Schulte) ihm eine Belohnung versprochen habe, wenn man ihn an die Grenze führen wolle. Dort habe er dann verlangt, auf Schleichwegen über die „grüne Grenze" gebracht zu werden. Sein Führer brachte ihn nun zu einem andern Mann. Mit beiden veranstaltete Schulte zunächst ein Zechgelage. Seine beiden Zechgenossen brachten ihn in der Rächt gegen 2 iU)r zu einem Bahnarbeiter, bei dem sich Schulte bis Wittwochmittag verborgen halten sollte, um dann über die „grüne Grenze" geschasst zu werden. Auf diese Angaben hin umstellten Beamte der Grenzdienststelle das Haus und konnten so den Raubmörder ohne Widerstand s e st n e h m e n. 2n Gronau erregte die Festnahme des Dortmunder Raubmörders großes Aussehen. Tausende von Menschen ftan- oen vor dem Rathaus, um den Raubmörder zu sehen. Vier Beamte der Dortmunder Mordkommission holten Schulte am Mittwochabend in Gronau mit einem Kraftwagen ab und brachten ihn gefesselt nach Dortmund. Befragt, ob er wisse, weshalb er verhaftet sei, spielte Schulte den gänzlich Ahnungslosen und gab ironisch der Vermutung Ausdruck, daß es sich vielleicht um Zigaretten- oder Denzoldiebslähle handele. Es steht einwandfrei fest, daß der Festgenommene der Raubmörder Schulte ist, da man die in der Personalbeschreibung angegebenen Rarben am Oberschenkel als untrügliches Kennzeichen feiner Identität festgestellt hat. Zwei Hamburger Touristen von einer Lawine verschüttet. Don einer Lawine würben in ber Nahe von (öuttal (Kärnten) zwei Wintergäste aus Hamburg, ber Versicherungsbeamte Runge unb bie Kontoristin Hilbebranbt, verschüttet. Dem Mann gelang es, sich selbst herausAuarbeiten. Er stürzte aber Dann über einen Steilyang töb 11ch ab. Die Leiche würbe geborgen. Die Suche nach ber Begleiterin wirb fortgesetzt. Schwere Schneestürme in Dalmatien. Seit einigen Tagen wüten im Rordwesten Jugoslawiens, vor allem an der dalmatischen Küste, schwere Schnee stürme, die Den Verkehr zu Wasser und zu Lande außerordentlich behindern. Im Gebirge liegt der Schnee an manchen Stellen bis zu vier Meter hoch. Auf der Eisenbahnstrecke von Agram nach Spa- lato ist ein Zug eingeschneit. Auch die Kusten- schifsahrt hat unter den schweren Winterstürmen sehr zu leiden. Der Dampfer „Dubrovnik, der den Küstendienst zwischen Spalato und Triest versieht, mußte kurz nach seiner Ausfahrt in den Hasen von Spalato zurücllehren. Ein anderes Schiff konnte den Hasen nicht erreichen. In den meisten Orten richtete der Sturm schweren Schaden an. — Der Dampfer „Tsetina", der ebenfalls' der kleinen Küstenschiffahrt dient, scheiterte an der dalmatischen Küste. Passagiere und Besatzung konnten gerettet werden. Man will versuchen, das Schiff wieder flott zu machen, obwohl es schwer beschädigt ist. In der Rähe des Dorfes Bodovalj in Banat Wrbas (Teil des früheren Bosnien) wurde unter Schneemassen verschüttet die Leiche eines 26jährigen jungen Mannes gefunden, den man als den deutschen Globetrotter Gerhard ©tonet identifizieren konnte. Heber 250 Tote beim Schanghaier Explosionsunglück. Die mit den Ausräumungsarbeicen in der infolge einer Explosion niedergebrannten Gummiwarenfabrik beschäftigten Arbeiter und Feuerwehrleute haben bis jetzt die Leichen von 98 Arbeiterinnen geborgen. Unter den Trümmern sollen mindestens noch 160 Arbeiter und Arbeiterinnen begraben liegen. Fünf Fischer auf einem (Eisfeld ins Meer getrieben. 3n den letzten Nächten suchten ungewöhnlich starke Stürme Schweden uni) besonders beide Küsten des Bottnischen Meeres heim. An der finnischen Küste wurden wahrere große Eisfelder abgetrieben. Auf einem befin)en sich fünf Fischer, die bisher verschollen ,md. ter unb Flaggen von besonderer Farbe oder Zu- knnmenftcllung, sind bestimmte Gegenstände unb Zeichen im Wasser, in ber Luft unb an Dem mehr unb mehr zurückweichenben Horizont, finb unter an- berem Jene inzwischen verstummten, fernen Kanonen. Bis in bie Stille, welche die Brücke umträumt, reicht das Verhallen von Zitbermuslk. Unten, von der dienstbereiten Maschine, spielt ein Heizer ein Lied feiner Heimat, ein schwermütiges Lied aus den bayerischen Bergen. Nun richtet sich ber Qualm über bem Schornstein zu einer fchwarzon, wirbelnden Säule in die Hohe unb streut feine, warme Ascheteilchen über bie Brücke unb ben Posten, ber sich alsbald In schweren churrenben Tritten zu rühren beginnt. Im Vorher- chlff unter Deck melden schrille Pfeisensignale eine chleppende Kommanbostimme an, bie nach verschiedenen Richtungen brei-oiermal wleberholt: „Reise, Reise! Ucberall gurrt Hängematten!" Dann erwachen andere Tone und Geräusche: langes Gäh- neu, mürrisches Brummen und Schelten, das sich verdichtet zu einem undeutlichen Durcheinander- reden. Etwas spater Öffnet sich eine Luke und läßt einen nackten Mann unb einen Schwall vielartigen Gelächters an Deck schlüpfen. Der Nackte schwingt ein Messer in der Faust, fein Gesicht ist bis an die buschigen Stirnhaare mit Wolken von Seifenschaum bedeckt, außerdem trägt er eine Briefmarke auf dem Hinterteil. Fröstelnd läuft er auf Holzpantoffeln klapp, klapp über die Eisenplatten, um im Heizraum zu verschwinden. Vlad) ihm steigen andere, nur mit Hosen unb Schuhwerk bekleidete Männer, Seife unb Handtuch in Händen, au» der Versenkung unb schaffen schleunigst Holzpützen herbei. Der Pumpfchwengel kreischt unb quietscht. Die Seeleute beugen sich pruftenb über bie Eimer unb ziehen sich bald wieder zurück, unter Deck. Dort, in dem labat- dunstenden Raume, zwischen Stiefeln, Blechteller, Oelrocken unb Hängematten, welche ausgestopften Seehunden ähneln, hebt jetzt Caruso, ber weitge- feierte Caruso, einen Gesang an. Kafseekessel über- klappern sein „Lache Bajazzo!" Die Schiffsglocke schlägt. Eine allseitig abgcblcnbete Laterne schnurrt am Mast herab. Vor der Küche tanzt der Koch mit einem Tiegel einen salonberechtigten Tango und pröbltj „Hurra, Jungens, morgen geht's auf Ur- Auch bie See regt sich munterer, trägt ihr Straub- gut rascher dahin und stößt es gelegentlich im 'Dor- oel heilig gegen den Bug oder die Bordwände des Dampfers. Jetzt schleppt sie etwas Rundes, Graues daher. Etwas Rundes, Graues. — Dio Blicke non der Brücke spießen es auf unb lassen es nur unwillig noch einmal los, um ein in ziemlicher (Entfernung passierenbes Unterseeboot zu fixieren, auf Dem jemand mit roten Fähnchen herüberwinkt. Der plumpe Wachtmantel wird erstaunlich behend, ergreift ebenfalls zwei Fähnchen, klettert gefchwinb auf das Rderhaus und gibt seinerseits Zeichen nach dem Uboot hin. In der Sprache der roten Fähnchen entwickelt sich ein kurzer Dialog. Ein hinzu- gerufener Maat setzt ein Doppelglas an und kontrolliert. „Vorpostenboot! Borpostenboot! Hör zu!" ruft das Tauchboot. „Ich bin ganz Ohr!" erwidert das Wachlboot. „Wir haben", beridjtet das vorbeifahrende Schiff, „einen Kohlendampfer gekapert — „Ich verstehe!" wirft das Wachtschiff ein, und das Uboot spricht weiter: „Wir wurden verfolgt. Achten Sie auf treibende Mi —" Zzank! Hier wurde das Gespräch unterbrochen durch einen furchtbaren Ton. Es klang — ja, wie klang es? '23lelleld)t fo, als habe die ungeheure, dröhende Stimme eines Dämonen kurz unb scharf das Wort „Zank" ausgefprodjen. Dem Uboot-Matrnsen entfallen die Fähnchen. Er sieht — statt des Dampfers — einen mächtigen, zackigen Eisberg oder ein vieltürmiges, gläsernes schloß gotischen Stils, das aus dem Wasser empor- geschossen ist und etwa eine halbe Minute in der Luft steht. Eine Minute, die einmalige Umdrehung eines Sekundenzeigers, mekhe ber Sehnsucht ober Gefahr fo lange Dauert, wie blitzartig vergeht sie ber 33er- luunberung, dem Staunen. Es ist wleber verschwunden, das Schloß, zurück- gesunken. „Hart steuerbord!" schreit der Signal- haft, „hart Steuerbord!" schreien andere Leute des Uboote». Und dieses dreht bei. Eine flache, mit einem Türmchen versehene Stablschlene, schlitzt es in äußerster Fabrt die fid) bäumenden Wogen. Aber es findet sich nichts mehr von bem 'Borpoftenboot. Nur Kohlenstaub unb Oelflecke schaukeln auf der Stelle, wo das Wachtschiff vor Anker lag, aus dem Wasser in gewissen leichthin aber rhythmisch geriffenen Schlangenlinien, wie sie auf den Vorsatz- papieren alter Bucher zu finden sind; eine Menge toter Fische treibt umher. Auf einmal geht ein blendendes Flimmern über bie See, schillern die Oelflecke unb bie toten Fischleiber Heller unb bunter in Farben bes Regenbogen». Wärmend unb tröstend, mit all ihrem Zauder, steigt die enthüllte Sonne auf. Es ist dieselbe Sonne, weld)e über Nelson, über Kolumbus gestrahlt, welche die Wikinger begleitet hat, — die Sonne Homers. Wie der Kanuri sagt... Sprichwörter aus 0cm kameruner Hinterland. Rings um den Tschadsee, dem großen See im Hinterlande unserer einstigen Kolonie Kamerun, haust das Regervolk der Kanuri. Wie alle Völker aus Erden, verfügen auch sie über einen Schatz an Sprichwörtern, die gerade bei ihnen deshalb so interessant sind, weil sie in den schlichten Bildern, die aus ihrer einförmigen und einfachen Umwelt gegriffen, feine Beobachtungsgabe offenbaren. So sagen die Kanuri: „Lecke deine Lippen erst ab, bann rede." Wer könnte wohl Moltkcs Wahlspruch „Erst wägen, dann wagen" mit anderen Worten treffender ausdrücken? Oder: „Halte die Spitze deiner Lanze voraus, wenn du gehst." Wir sagen: „Vorsicht ist die Mutter der Weisheit." „Probiere, einen leeren Sack zum Stehen zu bringen, einen ganzen Tag lang, wir wollen sehen, ob er steht." Dieser köstliche Vergleich hat den Sinn unseres: „Wo nichts ist, ist nichts." Für „den Balken im eigenen und den Splitter im fremden Auge" — ein Vergleich, der nur in seiner zweiten Hälfte, und dann noch in den allerseltensten Fällen zutrifft, hat der Kanuri folgendes Bild: „Du bist wie eine Lampe, du erhellst den ganzen Raum, nur unter dir ist es dunkel." „Ein Haar kann das ganze Gsfen verderben", sagt er und meint: „Kleine Ursachen, große Wirkungen". Da der Kanuri in seinen Hütten keine Tür hat, so kann er auch nicht damit einem anderen „ins Haus fallen". „Man muß es machen wie die Katze beim Fressen, die erst am Rande ableckt", sagt er daher. Ebenso gut beobachtet ist: „Wenn einer einen Leguan (eine große eßbare Eidechse) verfolat, so werden beide voll Schmutz, der Gejagte uno der Jager." Wir haben kein Sprichwort dafür unb können den Sinn nur frei übersetzen mit: „Wer Pech anfaßt, besudelt sich." Wie plastisch sind die beiden Sprichwörter: „Stich einen Hirsch nicht mit einer Radel" — laß es nie am nötigen Ernst und Rachdruck an einer Sache fehlen — und „du sollst keine Läuse auf einen Stock aufreihen" — kümmere dich nicht um geringe Dinge. „Jeder ist sich selbst der nächste", sagen wir. Der Kanuri drückt daS so aus: „Wer kratzt, kratzt seinen Körper." Aus der Provinzialhauptstadt. Zahrplanänderungen bei der Krastpost (Sieben-Hochelheim. Dom Postamt Gießen wird uns mitgeteilt: Dom 27. ab treten auf der Kraftpostlinie Gießen—Hochelheim nachfolgende Fahrplanänderungen in Kraft: Die bisher werktägliche Kraftpofl ab Gießen Bahnhof 10.50 nach Hochelheim und die im Anschluß hieran ausgeführte Kraftpost nach Großen- Llnden Bahnhof — ab Hochelheim 11.40 —, sowie die Krastpost von Großen-Linden Bahnhof — ab 12.42 Uhr — kommen in Wegfall. Die Aufhebung war bei der äußerst schwachen Benutzung nötig und ist im Einvernehmen mit den beteiligten Gemeinden geschehen. Eingelegt wird eine neue, nur werktags verkehrende Krastpost ab Gießen Bahnhof 12.30, an Hochelheim 13.00 Uhr. Die bisher täglich um 13.06 in Hochelheim abgehende Kraftpost verkehrt für die Folge nur noch werktäglich und verläßt Hochelheim um 13.12 Uhr. Sonntags ist diese Fahrt mit Rücksicht auf die Klinikbesucher auf 11.50 Uhr ooroerlegt worden und geht über Rechtenbach. Die um 18.30 Uhr am Bahnhof Gießen abführende Krastpost wird auch über Groß- und Klein-Rechtenbach geführt (1*9.03 und 19.05). Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Oberhessischcr Kunstverein: Turmhaus am Brand- Platz. 15 bis 17 Uhr Ausstellung. — Deutsche Dollspartei: 16 Uhr, „Hotel Hindenburg", Frauenvers ammlung. — Aus dem Etadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 ilfjr, als 20. Borstellung im Freitag-Abonnement 2. Abend im Zyklus hessischer Dramatiker Karl Reuraths Bauern- kriegsdrama „Der Bundschuh". Spielleitung Peter F a s s o t t. Gewöhnliche Preise. Ende nach 22.30 il&r. — Den bunten Reigen fröhlicher Karncvals- veranstaltungen im Spielplan des Theaters eröffnet am morgigen Samstag, 20.15 Uhr die Premiere des .Großen Zirkus-Kabaretts". Wer ein an Fröhlichkeit, Buntheit der artistischen Leistungen, Bielcrlei akrobatischer Leistungen kaum zu überbietendes Zirkusprogramm mit Tierdressuren, Balancealrcbaten, komischen Recklurnem, Tänzen und Spähen der Hausclowns besuchen will, darf zu dieser Eröffnungsvorstellung nicht fehlen. Die Veranstaltung ist zu kleinen Preisen. Ende 22.30 Uhr. — Die Operellen-Revue „3m weihen Röhl" fleht sür Sonntag, 26., 18.30 Uhr, als Fremdenvorstellung auf dem Plan zu ermäßigten Operettenpreisen. Borzugsgulscheine und Schülerkarten haben Gültigkeit. Anschließend findet um 22.15 Uhr mit vollkommen neuem Programm und verstärktem Iazzorchester unter Wolfgang Kühnes künstlerischer Gcsomtleilung ein .Racht-Kabarett" statt. Auch für das Racht-Kabarett ist der Grundton der Bortragsfolge Fasching, Stimmung, Laune Wählerliste einsehen! Die Liste liegt bis einschl. Sonntag, 26. Februar, auf. Linzusehen in Gießen, Stadthaus Bergstraße, Zimmer 14, werktags von 8 bis 13 Uhr und 15 bis 18.33 Uhr, Samstags von 8 bis 13 Uhr, Sonntag von 9 bis 13 Uhr. und Humor. Auch zu diesem Rachtkabarett gelten kleine Preise. — Am Faschingsmontag, 27. Febr., findet 20.15 Uhr eine einmalige Wiederholung des gesamten Zirlusprogramms der Eröffnungsvorstellung zu kleinen Preisen statt. Ende 22.30 Uhr. — Zum ersten Male wird am Faschingsdienstag der tolle Stimmungsschwank .Da stimmt was nicht" von Franz Arnold unter der Spielleitung Heinrich Hubs aufgeführt. 21. Borstellung im Dienstag-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Amtsgericht (Sieben. Ein rückfälliger Dieb wurde wegen fortgesetzten Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten verurteilt. Er wohnte hier bei einer Frau vom August bis Dezember des vorigen Jahres und bestahl während dieser Zeit sortqesetzt seine Hauswirtin. Zu den gestohlenen Gegenständen gehörten u. a. ein Strohsack, ein Wandbrett, eine Küchenlampe, Löffel und vielerlei Kinderspielzeug. Er will demnächst heiraten, so daß die Vermutung sehr nahe liegt, daß er die Gegenstände in seinem demnächstigen Haushalt verwenden wollte. Das Feld seiner Tätigkeit verlegte er auch außerhalb seiner Wohnung in den Riegelpfad, die Ludwig- und Liebigstraße. Dort stahl er auf Treppen und in Höfen des Nachts zum Trocknen aufgehängte Wäsche, Damastbezüge, Kopfkissen, Tisch- und Handtücher, Knickerbocks, Tüllgardinen, Stangen und bergt. Bei einer Haussuchung wurden noch andere fraglos von ihm gestohlene Gegenstände vorgefunden, deren Eigentümer bis jetzt nicht festgestellt werden konnten. Wenn es dem Gericht auch nicht zweifelhaft war, daß dem vorbestraften Angeklagten ein bedenklicher Hang zur Begehung von Diebstählen der gedachten Art innewohnt, so billigte es ihm doch mildernde Umstände zu. Sie wurden aber lediglich in seiner Jugend gefunden, und nur diese bewahrte ihn vor dem"Zuchthaus. — Ein vorbestrafter Laufbursche in einem hiesigen Geschäft schädigte im Laufe des vergangenen Jahres den Geschäftsinhaber um etwa 2l>0 Mark, indem er nach und nach Ber- kaufsgegenstände in diesem ungefähren Werte in diebischer Absicht mitnahm. In Not handelte er nicht; er erhielt einen Wochenlohn von 22 Mark. Strafe: vier Wochen Gefängnis. Kundgebung für den deutschen Osten Ein denkwürdiger Abend in der Universität. Rektor, Senat und Studentenschaft der Universität Gießen veranstalteten gestern abend in der Reuen Aula e.ne Kundgebung für den deutschen Osten. Eine Anzahl Gäste, darunter auch zwei Bertrek.r des Offizierkorps unseres Bataillons. Mitglieder des Lchrlörpers, die studentische Charg.erten in Wichs und mit Zahnen, sowie viele Studenten füllten die Aula fast ganz und gaben durch das feierliche Bild der Korporationen und den starien Besuch der Beranstaltung ein würdiges Gepräge. <5e Magnifizenz der Rektor Prof. Or. Zeß betonte in seiner Eröffnungsansprache, daß das Interesse der Alma mater Ludoviciana an dem Ech.ckscll unserer deutschen Brüder im Osten nicht erloschen sei und auch nicht erlöschen werde. Man werde nicht vergessen, welche große Teile unseres Landes uns geraubt worden seien und daß viele deutsche Brüder jenseits der Grenze in Rot seien. Wan gedenke aber nicht nur des deutschen Ostens, sondern auch der geraubten Gebiete im Rorden und im Westen: man werde auch niemals den Diebstahl der deutschen Kolonien vergessen. Der deutsche westen werde den deutschen Osten niemals verraten. Einst müsse der lag kommen, an dem die Fesseln der Feinde gesprengt würden. Wenn erst die Zwietracht in unserem Bolle aufgehört habe, eventuell mit Gewalt vernichtet worden sei, dann möge die kämpferische Kraft des deutschen Volkes sich nach außen hin auswirken, damit der unheilvolle Korridor verschwinde, Memel und Oberschiesien zum Reich zurückkehren könnten. Jeder müsse dafür sorgen, daß dieser Gedanke niemals unter uns aufhöre. Insbesondere müsse die junge Generation immer daran denken, welche große Aufgabe dem deutschen Bolle bevorstehc. (Starker Beifall.) Herr Karl Franz-Gre wih Geschäftsführer der vereinigten Verbände heunattreuer Lberschlezier, brachte zunächst die Grüße des Berbandes heimattreuer Oberschlesier, sowie des Oberbürgermeisters und des Bürgermeisters von Gleiwitz an die Universität Gießen zum Ausdruck. Er hob hierauf die Wichtigkeit der Wiederkehr des Glaubens und der Zuneigung an dem vaterländischen Idealismus hervor, unterstrich die Bedeutung des Wiederempfindens für deutsche Ehre und deutsche Treue. Sodann erinnerte er an die ersten Zeiten nach dem Abschluß des Friedensdiktats von Ber- sailles, in denen Oberschlesien an Polen verschachert worden wäre, wenn es nur dem Feindbund nachgegangen wäre. Jedoch das gewaltige Bekenntnis zum Deutschtum, das Oberschlesien in jenen Tagen des Versailler Diktats ablegte, habe die Friedenskonferenz bewogen, Oberschlesien das Selbstbestimmungsrecht einzuräumen. Der Redner ließ auch die Erinnerung an den Befehlshaber der alliierten Besahnngstrnppen in Oberschlesien, den französischen General L e R on d, lebendig werden, von. dem er treffend behauptete, noch nie habe ein Treuhänder feine Pflicht fo gröblich verletzt, wie diefer französische General. Hierauf schllderte der Bortragende in großen Zügen die schwere Leidenszeit Oberschlesiens während der Polenaufstände. die Grausamkeit der polnischen Aufständischen, den Opfer- und Kämpfermut der Bevöllerung, die schwerstes Los toillig auf sich nahm, den Heldenmut und die freudige Hingabe der anfänglichen deutschen Freischaren gegen die Polen und der späteren Selbstschutzorgan.sationen, das schwere Ringen um den Annaberg. den gut vorangehenden deutschen Bormarsch, dessen Einstellung die Regierung besah!, der aber über diesen Befehl hinweg unter dec Führung des Generals Höser weiter vorgetragen wurde, bis die Besatzungsmacht den deutschen Angriff zum Stillstand brachte, indem sie sich wie ein Keil zwischen den deutschen Selbstschutz und die aufständischen Polen schob. Dann wies der Redner auf den 21. Oktober 1922 hin, an dem die Botschafterkonferenz über das Schicksal Oberschlesiens entschied und dabri ein Drittel des Landes vom Mutterlande abtrennte, trotz des gewaltigen deutschen Abstimmungssieges. Die Trennung Oberschlesiens fei und bleibe juristisch ein Rechtsbruch, politisch eine Torheit und wirtschaftlich ein Verbrechen. Den jetzigen Zustand in Oberschiesien erkenne nicmanu in Deutschland an, Oberschlesien und Deutschland fordern den Status quo von 1914, Oberschlesien wolle kein zweites Llsah-Lothringen. Hände weg von deutschem Land! Ostdeutschlands Rot sei Deutschlands Tod! Oberschlesien brauche aber die politische und mehr noch die wirtschaftliche Unterstützung des Reiches. Gemeinsam müsse die Abwehr geführt werden. Es gehe auch um Deutschlands SPicksal. Die jetzige Grenze müsse fallen, der Fehlspruch von Versailles müsse revidiert werden. Der Redner beleuchtete dann kurz die praktische Handhabung des Minderheitenrechts und Minderheitenschutzes in Deutschland und Polen. Während Deutschland seinen Verpflichtungen bis ins kleinste gerecht werde, sei die polnische Minderhei- tenpolltn ein Hohn auf Recht und Sitte. Aber das Deutschtum werde in Ost-Obcrschlesien weiter gehegt und gepflegt durch die deutschen Turnvereine, beuifeyen Gesangvereine, volkstümliche Vorträge usw. Die Deutsch-Oberschlesier versprechen dem schwer bedrohten Grenzlande, deutsche Sitte, deutschen Geist und deutsche Ehre zu erhalten und zu pflegen. Allein ohne die Hilfe aller lebenspendenden Kräfte der Ration könne Deutsch-Oberschlesien dem bedrohten Südostpfeiler des Reiches nicht beistehen. Jeder gute Deutsche müsse an feinem Teil dazu beitragen, daß die oberfchlesische Frage in unferm Sinne gelöst werde. Hierbei falle der akademischen Jugend eine bedeutsame nationale Aufgabe zu: sie müsse mithelfen, daß sich das deutsche Volk wieder auf seine hohe Kulturmission besinne. Das himmelschreiende Unrecht an Oberschlesien dürfe nicht vergessen werden. Hnö wenn es nicht anders gehe, dann werde die deutsche Jugend auch wieder mit der Waffe in der Hand nach Oberschlesien kommen, um dem polnischen Adler das geraubte deutsche Gebiet zu entreißen. Der Dank Oberschlesiens werde der deutschen Jugend gewiß fein! Am Schlüsse seiner Rede, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde, überreichte der Redner mit Dankesworten an Se. Magnifizenz den Rektor für den herzlichen Willkommengruh als bleibendes Andenken eine Plakette des Verbandes heimattreuer Oberschlesier für die ilniöerfität Gießen. Oer Vorsitzende der Studentenschaft Edler von Graefe wies nach herzlichen Dankesworten an den Redner u. a. darauf hin, daß uns gegenüber auch heute noch immer das Wort gelte: Wacht geht vor Recht! Auf des Säbels Spitze ruhe aber die Welt nicht. Es werde immer wieder dahin kommen, daß ein neugeborenes Volk sich sein Recht wieder erkämpfe. Der Redner erinnerte bann an die große nationale deutsche Rot in Ost- und Westpreußen und betonte, das Offptoblem fei das Problem des neuen Deutschland und damit das Problem der jungen Generation. Wie vor hundert Jahren im Osten der Freiheitswille eines geknechteten Volkes übersprang auf die Jugend und das Reich entflammte zum Befreiungskampf, so werde sich Deutschlands Schicksal wieder dort oben entscheiden, wo sinnlose Rachgier walte. Die deutsche Jugend habe dieses Schicksill gestaltend zu bestimmen. Die deutsche Zukunft liege auf dem Lande, auf den Menschen, die es bebauen. Der Osten könne nur deutsch fein und bleiben. Wenn der Rus aus dem Osten an die Jugend ergehe, werde sie bereit sein, ihr Letztes herzugeben. Die deutsche 3ugcnö glaube unerschät.erlich an Deutschlands Zukunft, die .h e eigene Zukunft sei. (Starker Beifall.) Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes sand die Ansprache ihren Abschluß. Treugelöbnis an den deutschen Osten Am Schlüsse der Kundgebung stimmte die Versammlung der Absendung folgenden Telegramms an die zuständigen Behörden von Ostpreußen, Westpreuhen und Oberschlesien zu: .Rektor, Senat und Studentenschaft der Universität Gießen entbieten von einer Kundgebung für den bedrängten deutschen Osten Grüße für Ihren Kampf und hoffen, daß dem deutschen Osten die Befreiungsstunde bald schlagen möge." DerMrnbergerKompaßunddieMttags-Kanone Allerlei Kuriositäten aus der Geschichte der Uhr. Wenn wir heute von einer Ahr sprechen, so meinen wir gewöhnlich die Räderuhr, wie wir sie in den Taschen ober am Handgelenk tragen und an unfern Wänden finden. Aber diese Vorstellung ist verhältnismäßig jung. Obwohl die Räderuhr doch bereits sechs Jahrhunderte alt ist, verstand der Sprachgebrauch unter Uhren bis vor 100 Jahren fast zunächst Sonnenuhren. Diese haben durch Jahrtausende die Geschichte der Zeitmessung beherrscht und waren in unzähligen Formen verbreitet. So wird uns z. D. von Bohn 1763 berichtet, daß „die Rürnberger viele hunderterlei Sonnenuhren zum Verkauf von Messing, Dein, Holz und anderen Materien machen: etliche stellen in einer flachen, viereckigen Büchse, die man Rürnberger Kompasse heißt und von Elfenbein oder anoerm Bein gemachet, auch die Zahlen und Striche darauf schwarz und rot bezeichnet sind. Es sind dergleichen Rürnberger Kompasse sehr bequem im Schubsack auf der Reise bei sich zu führen. Andere werden schwebend in der Hand gehalten und bloß gegen die Sonne gerichtet, als da sind die messingenen Sonnenringe und zylindrischen Sonnenzeiger, dergleichen viele von den Rürnbergern auf den Märkten herumgetragen werden." Die Sonnenuhr ist bekanntlich eine Vorrichtung, die es ermöglicht, durch Beobachtung des Schattens den Sonnenstand zu bestimmen. Auch Rachtuhren wurden auf diese Weise her- gestellt. Bei einer solchen „M onduhr" verfuhr man folgendermaßen: man las zunächst auf der Sonnenuhr die Stunde ab, die Der vom Mond- licht hervorgerufene Zeigerschatten traf; bann stellte man bie drehbare Scheibe auf das in einem äußeren Kreis angegebene Mondalter, suchte auf ihr bie abgelesene Stunde und fand ihr gegenüber in dem Kreise, die bie Ziffern der „großen Uhr" enthält, die ungefähre Rächt - stunde. Aehnlich war auch die S t e r n u h r , der Horometer: man benutzte dabei ein Lineal, bai so eingestellt wurde, daß die beiden letzten Sterne des Großen Bären und des Polarsterns in eine Linie tarnen, und von dieser aus zählte man bann die Rachtstunden. Oehruhren, bie monumentale Formen hatten, ließen burch ein Oehr im Dache einen Sonnenstrahl auf eine in dem Boden befindliche Gradeinteilung fallen. Solche Uhren sind noch heute auf alten .Sternwarten und in Kirchen, besonders in Italien, zu finden, und einige waren weit berühmt. Eine sehr merkwürdige Form der Sonnenuhr ist die Mittags-Kanone. Diese, die hauptsächlich im 18. Jahrhundert beliebt war, wurde von der Sonne bei ihrem Höchststände abgeschossen, in dem die Sonnenstrahlen durch ein über dem Zündloch angebrachtes Brennglas gesammelt wurden. Auch bie Räderuhr kam in zahllosen Formen auf den Markt: ba gab es u. a. Reiseuhren, bie im Koffer eingelassen waren, Sattel» und Wagenuhren, die ebenfalls auf der Reise mitgeführt wurden, Halsuhren, die man seit dem 16. Jahrhundert als Schmuck trug. Die sog. Bisam» knöpfe waren rundliche Uehrchen, die zugleich als Riechbüchsen dienten und mit einer Kette am Gürtel befestigt waren oder auch an kurzen Schmuckketten an der Hand getragen wurden. Fingerringe mit Räderuhren erscheinen bereits im 16. Jahrhundert, ihn die Räderuhr bei Rächt gebrauchen zu können, erfand man die sog. Rachtlampen-Uhr, deren Zifferblatt nachts erleuchtet werden konnte. Es waren freilich keine selbslleuchtenden Uhren, wie sie heute im Brauch sind, sondern die Beleuchtung wurde durch einen Lichtschirm hervorgebracht. Eine alte Form der Uhr, deren Ursprung sich im Dunkel ferner Vergangenheiten verliert, ist die Sanduhr. Jedenfalls hat sich nicht nachweisen lassen, daß man schon im Altertum Sanduhren kannte: auch im byzantinischen Reich wird noch nichts von ihnen berichtet. Sie erscheinen zuerst bei den Arabern, die sie aber wohl nicht erfunden haben, sondern wohl irgendwoher aus dem Orient übernahmen. Bei den arabischen Schriftstellern wird die Sanduhr immer wieder erwähnt. So schreibt Taqi al Din noch 1585: „Die Sanduhren sind allgemein bekannt und in jedermanns Hand", und es erschienen besondere Abhandlungen über bie beste Art, wie btefe Uhr herzustellen sei. Die Sanduhr konnte nicht Tag und Rächt in bestimmte Abs hnitte teilen, sondern nur gleiche Zeitspannen messen. Zu diesem Zweck wurde sie im Abendland auf der Kanzel benutzt, damit der Prediger seine vorgeschriebene Zeit nicht überschreite, und geistreiche Vorrichtungen zur Erleichterung des Umwendens waren angebracht. Zählvorrichtungen, bie man mit ber Hand einstellen konnte, zeigten an, wie oft bie Sanduhr abgelaufen war, es wurden auch mehrere Sanduhren in einem Gestell ungeordnet, um Stunden auf getrennten Gläsern anzuzeigm, und bie Eand- uhr spielte auch nach der Erfindung der Pendeluhr noch eine große Rolle, so daß es in Rüm- berg eine eigene Zunft der Sanduhr-Macher gab. Auch Taschen-Sanduhren wurden getragen. Auf demselben Prinzip beruht bie Oe 1 uhr, bei ber ber Behälter einer Oeltampe durchsichtig und mit einem Gradmesser versehen ist: das beim Brennen der Lampe allmählich abnehmende Oel zeigt an der Skala die Brenndauer und damit die Stunden an. Ebenso hat man bereits in uralten Zeiten das gleichmäßige Abbrennen anderer Stoffe zur Zeitmessung benutzt, wie die chinesischen D u f t u h r e n zeigen, bei denen bestimmte Mengen wohlriechender Stoffe verbrannt wurden. Die 0elv.hr ist im Abendland seit dem 17. Jahrhundert häufig und wurde von den Zinn» gießern noch bis ins 19. Jahrhundert hinein benutzt. Buntes Das Geheimnis der gepfändeten Zuweten. Ein romantisches Geheimnis umgibt eine Persönlichkeit, bie vor 20 Jahren jene Diamanten verpfändete, von Denen ein Teil jetzt auf Veranlassung ber Pariser Pfandleihe versteigert würbe. Unter den Juwelen befinden sich einige berühmte Edelsteine. Es war im Jahre 1912, als ein Unbekannter bei dem Credit Municipal erschien und die Schmuckfachen verpfändete, und zwar gegen die für diese Werte bescheidene Summe von 300 000 Mk. Er handelte im Auftrag einer anderen Persönlichkeit, und die Beamten erhielten von ihm befriedigende Auskunft über den Besitzer, über die Herkunft der Juwelen und über das Recht zur Verpfändung. Aber solche Geheimnisse werden von der Pariser Pfandleihe, die schon oft Fürsten und Berühmtheiten aus- geboten hat, auf das strengste bewahrt, und so ist denn auch jetzt nicht das geringste darüber durchgesickert, wer wirklich diese Schätze sein eigen nannte und wer nach 20 Jahren sich gezwungen sah. die Zinszahlung einzustellen. Die Zinsen sind nämlich früher jedes Vierteljahr regelmäßig bezahlt worden und deshalb wurden die Juwelen in den Geldschränken des Pfandamtes sorgfältig aufbewahrt. Aber im vergangenen Jahr entdeckte man, daß die letzte Zinszahlung nicht mehr erfolgt war. Zwölf Monate wurde wie üblich gewartet. Dann erfolgte die Versteigerung der Juwelen, jedoch nur bis zu der Höhe der Summe, die geliehen worden war. Es wurde daher mit dem Verkauf nach der Versteigerung von zwei Diamanten aufgehört. Die verkauften Wertstücke sind der sog. „Hald-Regent", ein Diamant, der dem berühmten Regenten in Louvre gleicht, nur kleiner ist. Dieser Edelstein, der 59,6 Karat wiegt, brachte allein 140 000 Mk. 60 000 Wk. wurden für „Prinzessin Mathilde" erzielt, einen Stein, der so nach seiner früheren Besitzerin, der Prinzessin Mathilde Bonaparte, heißt; es ist ein rosiger Diamant von 32,3 Karat Schwere. Unter den Juwelen, "die wieder in den Gewahrsam des Leihamtes zurückwandern, befindet sich ein gelber Golconda-Diamant von über 95 Karat Gewicht und noch zwei andere erlesene Juwelen. Pariser Blätter, die sich über bie Angelegenheit sehr ben Kops zerbrechen, vermuten, daß bie Edelsteine einer sehr berühmten Tänzerin gehörten, die bie Freundin eines Dorkriegsmonarchen war; Allerlei. dieser ist jetzt tot, und es ist möglich, daß damit iie plö 1 che Einst.Hang ber Zinszahlungen zu- sammenhängt. Abfälle bringen Gewinn. Je schwieriger bie wirtschaftliche Lage ist, desto sparsamer muß man mit allen Werten umgehen und so wenig wie möglich nutzlos verschwenden. Vorbildlich ist in dieser Beziehung die Ausnutzung der Abfälle in London, wo der Müll der großen Hotels und Restaurants an einer einzigen Stelle, nämlich zu Marshgate Lane, vereinigt wird. Hier werden alljährlich mehr als 2300 Tonnen allein von den Fleischmärkten der Riesenstadt zusammengebracht. Dazu werden die Fleischüberreste zusammen mit tausenden Tonnen von Knochen in allen Teilen Londons aus den Hotels, Gastwirtschaften und Fleischerläden gesammelt. Die Knochen werden zu ungeheuren Haufen aufgestapelt und zu den verschiedenartigsten Dingen ausgenutzt. Zunächst werden sie nach ihrer Größe und Form sortiert. Die dünnen Knochen werden zu Griffen für Bürsten, Messer und andere Werkzeuge, zu Knöpfen usw. verarbeitet, nachdem die Gelenke in großen Sägewerken abgeschnitten worden sind. Das Markfett wird herausgezogen und zu Glyzerin sowie zu Schmiermitteln ausgenutzt. Die Rippenknochen und andere Knochen, die nicht für Griffe geeignet sind, werden in riesige Dampfkessel geworfen, wo sie viele Stunden lang ununterbrochen kochen. Wenn alles Fett aus ihnen gewonnen ist, kommen die Knochen in mächtige Maschinen, die sie zu Pulver ^ermahnen, und dieser Stoss wird als ein vorzügliches Düngemittel verkauft. Anderer Abfall der Gastwirtschaften dient zu verschiedenen Zwecken. Das alte Brot wird in Wagenladungen abgefahren und für Hundefutter verwendet; die Fette und Oe le werden bei der Herstellung von Seifen benutzt; die fortgeworfenen Korken der Bier- und Weinflaschen werden zur Anfertigung von Kork-Linoleum und Matten verwendet, die größeren Korken zu kleineren zusammengeschnitten. Tonnen von zerrissenen und weggeworsenen Pa- pierbeuteln, Papierservietten usw. werden wieder zu Papier verarbeitet, und die Lumpen von Säcken und zerrissener Wäsche dienen zur Anfertigung besonders guten Papiers. Wagenladungen alter Konservenbüchsen erzieler hchr Preise, well aus ihnen Lötstoffe herausgezogen werden I können. 9Jt.u 1000 16635 32332 37032 79130 80742 97897 107101 108210 116011 130658 137019 141941 170652 171144 172417 178394 179901 182541 195665 202586 213125 218205 218257 232154 233062 233537 236351 265711 270934 279910 291696 294074 310312 324089 331115 331831 346188 351395 369414 374409 375267 376857 377074 380567 386170 395548 204 ©etnmn« »u 600 °1L 1711 2638 11434 15369 22423 24104 25438 35373 40893 47902 60908 51174 64623 60376 64911 65743 81117 82674 92661 98140 101308 105251 111171 121499 129326 129589 130747 131263 131269 134577 137209 140439 141393 149542 151149 152224 157353 162813 166267 178907 187393 190510 191995 195121 195393 196153 196311 207579 210008 222072 223626 227700 233714 237797 238967 244934 250947 251078 252985 254111 262800 2'4525 282383 283449 284799 289651 294403 294814 301961 302909 304035 30 3433 309944 317911 31935 320806 321758 321901 324590 320395 333827 336215 345233 345821 345902 347505 350260 353410 354641 355531 357314 357831 358378 359786 363838 367574 378720 381433 391259 392777 393955 399003 In der heutigen Nachmittagszichung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 4 Oetolnne iu 10000 M. 67145 392012 10 (Setontne xu 6000 -TO. 124305 182706 197893 233937 389629 14 Gewinne iu 3000 M. 44525 49350 104798 107104 134738 211047 224930 38 »«rinne iu 2000 M. 63103 79102 163583 173075 178110 206376 218869 233266 246010 246415 248182 267265 295905 324380 331528 366894 369167 381136 398155 78 »etotnne xu 1000 M. 37753 44853 82074 82785 86920 105714 107290 108918 111282 136782 133158 142645 149340 155891 182338 196713 201609 206385 219008 230570 245311 253974 279975 307760 330458 334151 344222 349375 350328 353618 363855 359949 362203 363632 376290 381522 384930 390736 394150 142 »er.'tnne iu 500 6032 8377 15040 20425 22835 27421 40765 43497 43819 47977 67078 64886 65579 86029 87291 87834 92076 99585 102036 105217 114772 «117435 118926 119454 121168 122330 123451 145709 151398 167801 170487 178067 181682 184063 192231 193250 201441 202141 217105 217641 228067 229056 229543 234786 237623 248501 264909 262072 266473 266660 269567 275370 294858 298332 300298 305145 316951 321759 327298 330605 347678 349311 349799 350724 358031 368235 363513 366929 378872 385203 388709 Im Gcivinnrade oerblieben: 2 Prämien zu je 6, 18 zu je 25(XK), 100 zu je l(KXX), 201 zu je 6000, ß5o zu ie 8000, 159 • zu je 2 h *0, 8202 zu ,e 1000, 53 »2 zu je 600, 16770 zu je 400, u. 100 Schlußpränuen zu je 8000 Ak. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt bejchlossenen Dividende an. - Reichsbankdlskont 4 v. H.. Lornbardzinsfuß 5 v. H. ftrantiuri a. Jül Hrruu Schluß- furd (schlugt. lUbenb« bdrf Schiup- turd Schlußl. Mittag, bd (e Oalum 22.2 | 23 2. 22-2. | 23-2. 6% Deutiche Mteldieaniclhe v. IRy i 78 78,25 78 77.75 8% fitem.7% Dl.Welditnnl. i>. 103» 94.1 93.2 93,5 92,9 Bmmn-AnleUf üun 1030 .. teuildir Vlnl.-eiblöl.-GdiulD mb 78.5 78.75 78,25 78,5 eiufllol.-fllcdiitn ......... 68,65 68 68,4 68,1 Sf»nL ohne jtneM..|Redite...... 6% rbein. R% Hell. iKolfoftnai lOy.) 9,05 9,05 8,95 9,05 (rMtablU io„*%) ....... Cberlieilen Provinz. Anleihe mb — — 76,75 76,5 Mufllol.-gteducn ...... Deutsche Komm. Sarnrneiab I.An — — - - leine Serie« mit Vliiolof.-IHediten 6% ehern. 6% tzrankf Http.-Bant 61,5 61.5 61,13 61,13 (Holtipfe. 15 uufünobat bi» 1935 6% fhem. 7% itrnntf. Hup.-Ban, 84,75 84,5 — — OtolM-le in un,Haftbar bi» io;w 614% el'em »%% itrmilf. Oui>. — 84,5 — — Bank-Liau.-Planftbriele ..... 6V,% ehern. 4V,o/o >Kl|chiHdic 86.75 86,75 — Hhp..Banfr'ian..Moldvfe. 6% ehern. 8% Pr Lauftespsand 86,5 86 — — btlefanflaU, Pfanftbriefe )H. 19 6% ehern. 7% Pr. Vanbceulanb briefünftdl, Pfandbriefe R io 83,5 -- 83.5 83,7 84 84 4% Ocfirrrvtdrtlrhf cvolftrente... 4,20% Cefferrcldilldje Silverrenle 13,4 13,5 13,9 13.5 1.25 4°;, Unnnrlfdie (Soldrente — — _ 4% Unnnri|d)f Stoa"'renke v. 1010 * — ■ _ 4VV Peffll. von I»I3 — — — _ 6% abflefi. (Molhmcrlfaner von 09 6,1 5.35 6,1 6,25 _ 4% Ifirflldie Zvllanleihe von 1911 4% Tftrflldje Bagdaftbahn-Bnleihe 5,4 5.45 5,45 Serie 1 ............. 6 — 7,95 5,95 4% Ortfll- Serie II ......... 6 5,9 6,05 6 6% fflumän. verein». Rente v. 1903 6,7 6.9 »y,%)RiiiHän.oerrlnh.>Henteo.l9i3 10,25 10,4 10,25 4% Oiumdnlldie vereinh. Rente .. 5,5 5.4 5,5 5,5 8%% Bnolullet............... 25 25,13 25,4 25,13 .vram.in ».. .v> 2)ernu (Schlug, furd (Sch.ugt. tUftenb. (’drfe (schlug, furd lutif Mittag, bdrft Datum 22.2. 23-2. 22.2. 23-2. painvurg.tttmerila.Palet ..... ( 17 17 17.25 17,13 Hambiirg-Sttdam. Dainpfschlfj. 0 Hansa Tampfldilff........... 0 — — —- — 9Zorbbcut|d)cr Vkujb ......... 0 17,25 17,6 17,4 17.4 A W. für Berkelirswefeii Akt. .. 0 41 40 41,13 40,25 berliner Handelsgesellschaft.... J 97,5 97,5 97,5 97,5 Loinnierz- nnv Privat-Bank... Dentldte Bank und Dlseonto- 0 53 53 53,5 53,5 (Mcie1l|din|i................ 0 71,75 71.75 71,75 71,75 Dresdner Bank.............. 0 61,5 61.5 61 5 61.5 NeichSvank ................ 1 149 149 149 149 A.E.G..................... 0 28,75 29 28,75 23.65 (Siehr. i.lleknin(]doe|ell|d)aft ... 6 82 81 82,25 80.5 Licht und Straft ........ fl 91 91,75 90,25 91,75 Zelten & (Mulllraume ........ «Mclellldtaft für ülektrifche Unter. 0 52 52 52 52 nehrnungen .............. 4 77,5 77,5 77,5 77,5 Rbeinifd.e (Sieklrizität ........ 6 98 98,5 98,5 — Gduidert & Uu. ............ 0 87 86.25 87.13 86 Siemens & vaisko........... f 139 139 139,5 139 Vabmeuer ÄCo.............. 10 118.5 118,5 117,75 118,5 Buftem« ................... 0 47 47 46,5 47 Dentldte (Srböl ............. A 90.75 90.25 90,25 90,25 (-Gelsenkirchener.......... 0 60 60 59.25 59 Haniener ............... 0 88 87.5 87 87,29 Hvelch Oktten—Koin-Nettellen.. 0 53 54,75 Otte Bergbau ............ 7 — — 146,25 itlle Bergbau Glenöffe........ 7 106,25 105.5 105,75 105 Nloduerwerke .............. 0 44,5 44.25 44,5 45 Mannesmann.Röhren........ 0 59,5 60 59,25 59,5 Sinne,elfter Bergbau ......... 0 24 24 24 24,25 Cbetfdtlel. ffotemerfe......... 0 69 25 68.5 Pbdnir Bergbau ........... 0 34,5 34,65 34 5 34,75 myelnlfche Braunkohlen ......io 199,5 200,5 200 201,25 «OcliUtaDl .................. u 74,5 76,5 74,25 76,9 Zranfiurt a.2)( »trlln Schluß« furd cSchtußi. Wbcnft. l’Üri ^d) uß« furd edtiuttf. ml lag. bör c Oalum 22-2. 23.2. 22-2. 23.2. Bereinigte Siabimerte........ 11 34.75 35,25 34,9 35,4 Clnni Mitten ............... 0 15,5 15 Stalhvcrfe Vlfdicrdlcbcn........ t! 113 114 112 114 Naiitverke Welleregeln........ r. 114 115 114 115,25 flallmerfe Salzdetjurth....... f 171,5 172 172 3 S>. narben-Jnftustrle....... «dteldeanstall............... 7 108,75 109,65 108,75 109,75 10 156.25 138 Gvlftldtinlftt ................ 0 37,5 37 37,5 36.65 tliüigerdwerke ............... 0 43,13 43 43 43 Metaiigefettlchaft............. 0 34 34 34.5 Philipp Holzmann........... 0 47.75 49 47,75 49 ßementmerf HeiftelSerg ...... Scmcnttucrl Karlstadt......... 4 0 52,5 52 töJattß ä firctitan ............ 0 4,25 4,25 — — Schultheis Payenhofer........ 0 100,75 100,5 Mn (X’Ulflemelne ft'un(ifclbe) ... 0 35 35 35,65 35 Bemberg ............. 0 41 40.5 41.5 40 yeilltvff Waldli», ............ 0 19,75 48,5 49,6 48,13 25 gellstojs Aschaffenburg ....... 0 Dessauer c»a« .............. 7 _ _ 113 111.5 24.75 35,5 36 Daimler Motoren............ Deutsche V in ole um .......... Crenfleln & floupel .......... Leonhard Tleh.............. 0 0 0 6 25 36 36,5 25 36 36 24,65 35,13 39,5 36,13 19 —- 126 128,5 125,75 (BrlUnei.................... 0 25.9 26 2fi — Mainkrasiwerke Höchst a.». ... 4 68,5 68,5 - - Süddeutscher Zucker ......... 8 - - 142,75 143 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M 22- Februar 23. Februar Ärmliche rf'eii' Jlolltruily | Mnc timmchr (Selb ipucrumj 2'rlc OelflnflioM. 6,374 6,386 6,354 6,366 Wien...... 48,45 48.55 48.45 48.55 Prag...... 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... — — — —— Sofia ..... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 170,23 170,57 170,28 170,62 Ctio ...... 73,78 73.92 73.53 73,67 flopenhaflcii. 64,14 64.26 63,94 64,06 Stodhülm.. 76,22 76,38 76.02 76,18 Von ft oii..... 14,39 14,43 14,33 14.37 Buenvo Aire» 0,833 0,837 0,833 0,837 Oku »ort .... 4,209 4 217 4.209 4.217 Brilssel .... 58.94 59,06 59.04 59.16 Stallen..... 21,51 21,55 21,51 21,55 Paria..... 16,60 16.64 16.60 16.64 Schweiz... 81,92 62,08 81.92 82,08 Spanten... 34,77 34 83 34,77 34,83 Danzig .... 82,27 82.43 82,32 82.48 tzapan ..... 0,859 0.861 0,859 0.861 Rio fte 3an. 0,239 0.241 0.239 0,241 Iugostawien 5.554 5,566 5,554 5,566 Ltssavon... 13,09 13,11 13,04 13,06 Bantnolen. Scrlln, 23.Februar (»tlb Siritl r'lmerttanische Rote»...... 4,20 4.22 Belgisdie 9|otcn.......... 58,88 59.12 Dänische Noten ......... 63,57 63.83 Englische Noten ......... 14,29 14.35 ßraniisfifdie Noten....... 16,56 16.62 Pvlldnftlldte Noten....... 169,91 170 59 fitalienifdie Noten_____... 21 44 21,52 ökvrwegifche Noten ...... ------- 73 35 73,65 Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling — Ruinanilche Noten........ 2.46 2,48 Schwedische Noten........ 75.85 76 15 Schweizer Noten.......... 81.74 82.06 Spanische Note*.......... ....... 34,63 34,77 Ungarische Roten.........