Nr. 47 Erstes Blatt |83. Jahrgang 8re!tag, 24 5ebruarsy33 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Pntrf vnv verloa: vrühl'fche Universttälr.vvch. und Stetnöruderef R. Lange in Gießen. Schristlettunz und GeschSftrftelle: ZchnMraße 7. Unna^me von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in (Bienen. Eriche,n, täglich, autz« öonniags und Jeieriags vetlagen: Die Illustrierte Gieszener Familienblätter Heimat m Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschllisfe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Kronlfurt am Main 11686. ■ Sie Parteien im Kamps um die Entscheidung des 5. Mrz. Minister Geldie spricht in Ostpreußen. Königsberg. 23. Febr. (Täl.) In Königsberg sprach für die Kampffront Echwarz-Weih- Rot der Reichsarbeitsminister und Führer des Stahlhelms S e l d t e. Linser Ziel lautet Arbeit, Brot, Friede. Aber wir meinen damit echtes Brot zum Beißen und Sattwerden, wirkliche Arbeit, die Verdienst bringt für alle und nicht nur für Funktionäre, und wahrhaften Frieden. Das heißt Frieden inFreiheit. Dankbar will ich mich des Wortes erinnern, das der Reichskanzler im Kabinett an uns gerichtet hat: ^Dieses Kabinett bleibt zusammen über den 5. März hinweg, über die nächsten fünf Jahre hinweg, bleibt zusammen bis zu der Stunde, in der es sich nach dem erarbeiteten Erfolge dem Urteil der Ration stellen kann." Cs ist getragen von dem Vertrauen des Reichspräsidenten, vor allem aber von dem harten Willen Hillers, vom Willen zur Arbeit und zum Siege. Man muh den 30. Januar erlebt haben, an dem das Kabinett zusammenaestellt wurde und v« Generalfeldmarschall v. Hindenburg erschien, erlebt haben, wie Stahlhelmer, SS. und SA. vereinigt antraten, wie alle Unterschiede schwanden. In diesem Augenblick war ein Ruck vorwärts getan in der deutschen Geschichte. Das war der Aufbruch einer Nation, die die Fesseln sprengte und empfand, daß frei fein kann nur, wer frei sein will. Das war das Herausbrechen aus einer gepreßten deutschen Seele aus einem Druck, wie Sie selbst in Ostpreußen ihn spüren. Der Wille des nationalen Deutschlands ist so stark, daß er auch dazu reicht, um Ostpreußen freizumachen. Wir sind bereit, in einen Kampf der Dinge und der Menschen zu gehen, weil wir glauben, daß die allerletzte Stunde der Entscheidung für das nationale Deutschland herangerückt ist. Nachdem nicht zu erreichen war, daß das nationale Deutschland in einer Einheitsliste focht, haben wir wenigstens erreicht, daß alle schwarz-weiß-roten Kräfte sich sammeln konnten. In diesem Spannkreis kann jeder Wähler sich entscheiden. Die Zeit des Kämpfens unter- und gegeneinander innerhalb der nationalen Bewegung in Deutschland ist vorüber. Wir müssen den Sieg haben. Das Kabinett will seinen Kopf zum Pfand fetzen, daß es möglich ist, in vier Jahren das aufzuholen, was andere Parteien in 14 Jahren nicht zu schaffen vermochten. Ich an meiner Stelle werde die Aufgabe zu erreichen trachten, die mir gestellt ist als Arbeitsminister und Führer der Iugendertüchtigung. Ich glaube, daß unsere Nallon langsam begriffen hat, daß sie frei sein kann, wenn sie frei sein will. Berliner Kundgebung der Deutschen Volkspariei. Berlin, 23.Febr. (CNB.) Die Deutsche Volkspartei veranstaltete in der Philharmonie eine stark besuchte Wahlkundgebung, auf der an Stelle des erkrankten Parteiführers Dingeldey sein Stellvertreter Dr. Hugo das Hauptreferat hielt. Die Weimarer Verfassung habe nicht ausgereicht, dem deutschen Volk lebensfähige Grundlagen für sein poli- y^ed Leben zu geben. Auf den verantwortlichen Männern der Regieruna Braun laste die schwere Verantwortung dafür, daß dem Kommunismus in Deutschland ein Freibrief ausgestellt wurde. Die schwere Wirtschaftskrise sei in erster Linie eine deutsche Krise, hervorgerufen durch die falsche Vorstellung, die der Sozialismus von den wirtschaftlichen Lebensmöglichkeiten eines Volles habe. Wer auch In Deutschland regieren möge, aus dem deutschen Volk und seiner Wirtschast seien keine Milliardenwerte mehr für so- zialistische Wirtschaftsexperimente herauszuholen. Man werde niemals von der staatlichen Seite her die Arbeitslosigkeit überwinden. Deshalb müssen wir uns grund- söglich zu dem Gedanken zurückfinden, daß d i e Privatwirtschaft allein das Problem, ein Volk in Arbeit zu halten, auf die Dauer lösen kann. — Es ist heute für uns selbstverständlich, daß wir der Parole Hindenburgs zur Schaffung einer nationalen Mehrheit hundertprozentig zu- m m e n‘ unser Ziel ist es, die ölprozentige Mehrheit auf der Rechten zu erkämpfen. Der Gedanke des großen Papenblocks ist an dem Widerstand Hugenbergs gescheitert. So sehr wir dies bedauern, sind wir aber nicht gewillt, uns aus der nationalen Gemeinschaft heraus- drängen zu lassen. Je stärker die DVV. ist, umso stärker wird auch der Schutz gegen politische und wirtschaftliche Experimente sein. pmlalKaas spricht in Dortmund. Dortmund, 23. Febr. (CNB.) Die west- fausche Zentrumspartei veranstaltete in der Westfalenhalle eine Wahlkundgebung, in der der Führer der Zentrumspartei Prälat Dr. Kaas sprach. Er erklärte, Deutschland habe in diesen Wochen eine innere Zerrissenheit im Volke zu beklggen, die geradezu eine nationale Gefahr darstelle. Das Zentrum sei immer für Sammlung eingetreten und sehe in jedem Volksgenossen den Bruder. Er habe ein Gesuch an die zuständigen Amtsstellen gerichtet, man möge in diesem Wahlkampf noch einmal Dr. Brüning vor der deutschen Oeffentlichkeit durch den Rundfunk sprechen lassen. Eine Qlnttoort sei bisher noch nicht erteilt worden. Bis zu dem Tage, an dem das neue Kabinett gebildet wurde habe man weder direkt noch indirekt mit dein Zentrum irgendwelche Fühlung genommen. Ich sehe die Zeit voraus, wo man uns wieder rufen wird, um die Geister zu bändigen, über die man nicht Herr wird. Das Zentrum biete sich nicht an, stehe jedoch marschbereit, aber nur zu einem Einsatz für Ziele, die mit dem politischen und religiösen Gewissen der Partei vereinbar seien. Der Wahlkampf werde mit einer großen Erbitterung geführt. Es sei eine Tragik, daß der konfessionelle Riß durch Deutsch, land geht. Die Kluft wolle aber das Zentrum nicht vertiefen, sondern es wolle Drücken bauen. Umorganisierung der politischen Polizei in Preußen. Berlin, 23. Febr. (ERB.) Im Berliner Polizeipräsidium ist der Beginn gemacht worden mit einer Umorganisierung der Abtei- l u n g I (Politsche Polizei), die dem Ministerium des Innern angegliedert und schlag- Hamburg, 23. Febr. (TU.) Auf einer Wahlkundgebung der NSDAP, erklärte Reichsinnenminister Dr. Frick u. a.: Die Reichsregierung hat das Vertrauen zu dem deutschen Volk, daß es mit überwältigender Mehrheit der Führung AdolfHitlers zustimmt, und seine Politik billigt. Wenn aber wider Erwarten die Wahl am 5. März der heutigen Reichs- regierung nicht mit mindestens 51 v. H. das Vertrauen ausspricht, dann wird sie trotzdem auf ihrem Platz ausharren (Beifall) und das eingeleitete Rettpngs- werk unbeirrt bis zum Ziele durchführen; denn das steht fest, wenn schon die Nationalsozialisten und ihre Verbündeten nicht diese Mehrheit erzielen, dann wird es noch unmöglicher fein, daß sich auf der anderen Seite eine Mehrheit zusammenfindet. Damit ist aber der Staats- notstand gegeben, der der Reichsregierung die Vollmacht gibt, am Platze zu bleiben zum Wohle des deutschen Volkes. Die Reichsregierung hat es für unumgänglich notwendig gehalten, daß endlich mit der sogenannten Hoheitsregierung in Preußen aufgeräumt wird. Auch der Staatsgerichtshof,. der sich ja noch mit diesen Dingen beschäftigen muß, wird sich über die Staatsnotwendigkeiten des deutschen Volkes nicht hinwegsehen können. Ein Z u r ü d kann es niemals mehr geben. Dir haben nun die Tatsache ju verzeichnen, daß gewisse Länderregierungen den Sinn der neuen Zeil noch nicht recht verstanden haben und der Politik der Reichsregierung Die Völkerbundsversammlung nimmfdenMlidMuretbeuLfan. Nur Japan stimmt gegen den Bericht. Genf, 24. Febr. (WTB.-Funlfpruch.) Die außerordentliche Völkerbundsversammlung trat heute vormittag unter dem Vorsitz des belgischen Außenminister Hymans zusammen, um ihre letzten Entscheidungen im chinesisch-japanischen Konflikt zu treffen. Der Präsident eröffnete die Sitzung mit der Erklärung, daß die Bemerkungen, die die japanische Delegation zu dem Bericht eingereicht habe, vom 19er Ausschuß zur Kenntnis genommen worden feien, daß der 19er Ausschuß den Bericht aber nicht ändern könnte. In der Beurteilung der Lage seien die Mitglieder des 19er Ausschusses vollkommen einer Meinung und sie hätten ihn deshalb beauftragt zu erklären, daß sie darauf verzichteten, in den Verhandlungen das Wort zu ergreifen. Der Vertreter Chinas, Botschafter Dr. Ven, erklärte dann: Es erfülle ihn mit großer Genugtuung, daß die Politik seines Landes gerechtfertigt worden sei, da in dem Bericht des 19er- Ausschusses die Mandschurei als ein integrierender Bestandteil Chinas anerkannt werde. Die chinesische Regierung wird für den Bericht st i m m e n uno nach der Annahme des Berichtes durch die Versammlung ohne Vorbehalte die Empsehlungen, die der Bericht enthält, an- nehmen. Wenn dagegen Japan den Bericht und seine Empfehlungen ablehnt, so würden dadurch die Rechte Chinas als Streitpartei, die sich aus dem § 6 des Artikels 15 der Völkerbund- sahung ergeben, in keiner Weise berührt. Der japanische Botschasler M a t s u o k a erklärte dann, daß Japan den Bericht nicht annehmen könne, es müsse nochmals den Empfehlungen des Neunzehner-Ausschusses ein kategorischesund entschlossenes Nein entgegensetzen. Die Mitglieder des Neunzehner-Ausschusses hätten die gegenwärtige Situation im Fe-nen Osten und die Schwierigkeiten, in denen Japan sich befinde, nicht begriffen. kräftig ausgestattet werden soll. Oberregierungsrat Dr. Diels vom preußischen Mi- nisterium des Innern ist zum Leiter der Abteilung I ernannt worden mit dem Auftrage, diese Umorganisierung durchzuführen. Der Politischen Polizei dürften besondere Dereitschas- t e n der Schutzpolizei zur Verfügung gestellt werden, die mit den modernsten technischen Mitteln die Exekutive der Politischen Polizei übernehmen würden. Oberregierungsrat Diels ist etwa 35 Jahre alt. Er wurde 1933 ins Ministerium des Innern berufen und hat von dieser Zeit ab die Bekämpfung und Beobachtung der kommunistischen Bewegung zur Aufgabe gehabt. Er ist besonders bekannt geworden durch seine Tätigkeit als Staatskommissar zur Aufklärung der Bombenlegeraffären in O st Preußen im August 1932. Er wurde damals durch die Regierung Papen mit diesem Dertrauensauftrage nach Ostpreußen geschickt und hat durch die ruhige und sachliche Art, in der er die Untersuchung führte, viel zur Beruhigung der politischen Atmosphäre beigetragen. IBiberftanb l e i ff e n. Ich als Reichsinnen- Minister möchte biese Länber b r i n g e n b warnen, auf biesem gefährlichen Pfabe weiter zu wanbeln. Für bie Reichsregierung gibt e s keine Mainlinie. Sie ist viel mehr entschlossen, auch süblichbes Mains ihre Autorität burchzusehen. Cs ist ein unerträglicher Zustanb, wenn eine Lanbes- regierung es duldet, daß in ber schwarz-roten Sysiempresse, bie noch unter bem Schuh ber jeweiligen Lanbesregierung sieht, Mitglieder ber Reichsregierung beschimpft werben, hier wirb bie Reichsregierung ringreifen, selbst wenn barunter bie Autorität ber Lanbesregierungen Schaben leiben sollte. Was ich hier von süddeutschen Ländern gesagt habe, gilt auch für die Freie und Hansestadt Hamburg. Wenn die jetzigen Machthaber in Hamburg glauben, die Berechtigung zu haben, noch weiterhin im Amte zu bleiben, so möchte ich ihnen sagen, sie werden nach dem 5. März noch mehr lernen müssen, s i ch den Richtlinien derReichsregierung anzupassen. Auch die Länderregierungen werden inzwischen begriffen haben, daß die jetzige Reichsregierung entschlossen ist, mit allen Mitteln ihr Ziel zu erreichen und daß es keinen Sinn hat, ihr irgendwelche Schwierigkeiten zu machen. Die Reichsregierung wird die Entwicklung in Ländern, die noch eine Regierung haben, die nicht in der Richtung der Reichsregierung liegt, mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen und wenn Anlaß besteht, rücksichtslos durchgreifen. Matsuoka beschäftigte sich eingehend mit den inneren Wirren in Ehina und erklärte, daß der Zustand ständiger Anarchie, in dem sich China befinde, der Hauptgrund für die Wirren im Fernen Osten sei. Die Chinesen seien auf den Gedanken gekommen, daß es notwendig sei, die Japaner aus der Mandschurei zu vertreiben, und daß Japan nicht mehr an der Entwicklung dieses Platzes teilnehmen dürfe. Diese für die japanischen Interessen unmögliche Haltung sei die Ursache für die Unruhen, deren Ergebnis man heute sehe. Die Völkerbundsversammlung nahm darauf den Schlußbericht einstimmig an. Der Vertreter Japans hat als einziger gegen den Bericht gestimmt. Das Kabinett Roosevelt. Tie Mitarbeiter des künftigen Präsidenten der USA. Washington. 22. Febr. (WTB.) Die von der Associated Preß als endgültig bezeichnete Kabinettsliste lautet: Auswärtige Angelegenheiten: Senator Hüll (Tennessee), Finanzminister: W o o d i n (Pennsylvania), Kriegsminister: Dern (Utab), früherer Gouverneur, Justiz: Senator Walsh (Montana), Post: Parte sekretär James Farley, Marine: Senator Swan- s o n (Virginia), Inneres: Harold Iekes (Illinois), einer der republikanischen Abtrünnigen, die Roosevelts Wahlfeldzug unterstützten. Landwirtschaft: Henry Wallace (Iowa), der schon in Wilsons Kabinett Minister war. Handel: Daniel R o p e r (South Carolina), der frühere Leiter der Einkommensteuerbehörde war. Arbeit: Fräulein Perkins (Neuyork). — Damit erhält zum ersten Male eine Frau einen Ministerposten. „Baltimore Sun" weist darauf hin, daß Roosevelt nur diejenigen Männer ins Kabinett berufen habe, die ihn schon vor feiner Aufstellung als Kandidat bei der Parteitagung in Chi- kago unterstützten. Keiner seiner Chikagoer Konkurrenten wurde ausgenommen. Das Kabinett Hitler und die Länder. Eine Rede des Reichsinnenministees Jrirf. AnderihalbZahre Zuchthaus für Brolat beantragt. Berlin, 23. Febr. (CNB. Funkspruch.) Ja dem Meineidsprozch gegen den früheren Direktor der Berliner Verkehrsgesellschaft Fritz Brokat stellte die Staatsanwaltschaft nach mehrstündigem Plädoyer den Antrag, den Angeklagten wegen Meineids au einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust zu verurteilen. Der Staatsanwalt erklärte u. a.: Brolat habe vor dem Untersuchungsrichter beschworen, daß er seit Dezember 1923 seine Anzüge unmittelbar bei Keller 8* Furch bezogen habe. Tatsächlich habe Brolat jedoch weiter seine Anzüge durch die Sklareks geliefert erhalten. Der Angeklagte erkläre das Protokoll deS Untersuchungsrichters in diesem Punkte für unrichtig. Es stehe jedoch fest, daß Tapolski auf Wunsch des Angeklagten verschiedene Acnderun- gen an dem Protokoll vorgenommen habe. Der zweite Punkt der Anklage sei Brokats Aussage über seine Bekanntschaft mit den Stadtbankdirektoren: Die Dirritoren der Stadtbank kenne ich nur dienstlich. DaS „Nur" schließe nach Meinung des Staatsanwaltes jede private Bekanntschaft aus. Brolat bestreite aber jetzt selbst nicht, daß er mehrmals mit den Stadtbankdirektoren gesellschaftlich zusammengekommen fei. Was endlich den dritten Punkt der Anklage betreffe, so habe Brolat am 19. Juni und am 22. Juli 1929 je sechs Oberhemden und Kragen von den Sklareks als Geschenk bekommen. Er habe dieses Geschenk bei seiner eidlichen Aussage verschwiegen. Es stehe daher außer Zweifel, daß der Angeklagte Brolat alle drei Punkte bewußt nicht erwähnt habe, weil er sich nicht in eine gefährliche Lage habe bringen wollen. Kundgebung des Kampfbundes für Deutsche Kultur für das deutsche Schrifttum. Berlin. 23. Febr. (CNB.) Der Kampfbund für Deutsche Kultur veranstaltete im Plenarsaal des Preußischen Landtages eine Kundgebung für das deutsche Schrifttum. Der Reichsführer Alfred Rosenberg sprach von der Schicksalsverbundenheit und dem Wesen des heutigen Menschen als den Hauptmerkmalen der kommenden deutschen Volkskultur. UnS interessiert heute der starke und gesunde Mensch in seinem Kampf. Zerknirschte Seelen, psychoanalitisch zergliedert, haben ke n Interesse mehr. Was wir heute erwarten, ist, daß das deutsche Schicksal lebendig wird im deutschen Dichter. Der Redner begrüßte den ersten Dramaturgen des Preußischen Staatstheaters Hanns I o h st , einen der deutschen Dichter der Zukunft, der dann den vierten Akt seines Dramas „Albert Leo Schlageter" verlas. Die Schluhansprache hielt Hans Hinkler. Kunst und Wissenschaft. Geheimrat Professor Dr. Troeltsch f. Nach kurzem Leiden verstarb in Marburg ein langjähriges verdientes Mitglied des akademischen Lehrkörpers der Philippsuniversität, der Professor der Staatswissenschasten und Direktor des staatswissenschaftlichen Seminars, Geh. Reg..Rat Prof. Dr. Walter Troeltsch. Der Gelehrte, wel- cher am 6. Juli 1866 in Mergenstetten (Wttb.) geboren wurde, kam 1902 als Nachfolger des Professors Rathgen nach Marbura und ist durch seine zahlreichen wertvollen Schriften auf dem Gebiete der Staatswissenschaften bekannt geworden. Als sich die Not der Zeit auch an den Universitäten fühlbar machte und in Marburg ein Universitätsbund gegründet wurde, stellte sich Geheimrat Troeltsch in den Dienst der Sache und führte seitdem das Schrift- sühreramt des heute etwa 25 Ortsgruppen umfassenden Bundes. Mit seinen vielen ehemaligen Schülern verknüpfen ihn enge Beziehungen. Sein Name wird für immer mit der Geschichte der Universität Marburg verknüpft sein. Aus aller Wett. Zwei Kinder beim Eislauf ertrunken. Auf einem Teiche in der Nähe von Kirchliirde in Westfalen brachen drei Kinder beim Eislauf ein und versanken im Wasser. Ein zwölf Jahre alter Knabe wurde gerettet. Die anderen beiden Kinder sind ertrunken. Schweres Autounglück in Spanien. — Zehn Tote. 15 Verletzte. 3n der Nähe von Gijon (Provinz Oviedo) hat sich ein schweres D e r k e h r s u n g l ü ck ereignet. Ein vollbesetzter Autoomnibus stürzte in eine 100 Meter tiefe Schlucht hinab. Zehn der Fahrgäste wurden auf der Stelle getötet, 15 Personen erlitten Verletzungen. Internationaler Hoteldieb festgenommen. In Samaden wurde auf Veranlassung eines Hoteliers von St. Moritz ein etwa 40 Jahre alter Pole verhaftet, von dem die Behörden annehmen, daß es sich um einen internationalen H o - t e l d ieb handelt. Er hatte aus zwei Zimmern einer großen Hotels in St. Moritz vier Perlenkolliers und fünf in Platin gefaßte Brillantringe entwendet. Die Inhaberinnen der Juwelen, zwei Damen aus Berlin, geben den Wert der Gegenstände mit zusammen 100 000 RM. an. Außerdem fielen dem Dieb noch 610 RM. Bargeld in die Hände. Ferngasversorgung der Stadt Gießen. Der Stadtrat genehmigt den Anschluß unserer Stadt an das Gasversorgungsnetz von der Duhr. - Beratung wichtiger Mittelfiandsfragen. • ® i e ß e n, 23. Febr. 1933. Der Stadtrat trat heute nach mehrmonatiger Arbeitspause wieder zu einer Sitzung zusammen. Das Schwergewicht der Beratungen lag in der nichtöffentlichen Sitzung und hatte die endgültige Entscheidung über den Anschluß der Stadt Gießen an die Gasfernversorgung durch die Heloga zum Gegenstand. Das Haus stimmte der Versorgung unserer Stadt mit Ruhrgas aus Grund der mit der Hekoga vorbereiteten Verträge zu. Damit ist in unserer städtischen Versorgungswirtschaft ein sehr bedeutsamer Wendepunkt eingetreten, durch den unsere Stadt ihre seit Jahren drückenden Gaswerkssorgen loswerden wird. Wir werden auf diesen Beschluß noch besonders zurückkommen. 3m Verlaufe der Sitzung trat zutage, daß leider die Finanzlage der Stadt unter dem andauernden Verfall der Wirtschaft auch in empfindlichster Weise Rot leidet. Besonders zu beachten ist die Mitteilung, daß die Verwaltung für das Rechnungsjahr 1932 mit einem Fehlbetrag von rund 800 000 Mark rechnet, gegenüber 400 COO Mark im Vorjahre. Das ist eine an sich wenig erfreuliche Kunde, jedoch muß dabei beachtet werden, daß dieses Minus nicht aus einem Verschulden der Stadtverwaltung oder der städtischen Körperschaften beruht, sondern durch die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung entstanden ist. Wenn es bei diesem Defizit, das natürlich nicht leichtherzig anzusehen ist, überhaupt noch einen Trost gibt, so wäre es der, daß andere Städte von der Größe Gießens noch übler dran sind. Bei diesem Stand der Gemeindefinanzen sah sich der Stadtrat leider gezwungen, der Weitererhebung der Bier st euer und der G e - tränke st euer zuzustimmen. Eine grundsätzliche Aussprache galt der Frage der Arbeitsbeschaffung und der Auftragserteilung derStadt andas Gießener tandwerk und Gewerbe. Mit erfreulicher ntschiedenheit, der man nur voll und ganz beipflichten kann, wurde der Standpunkt vertreten, daß bei Aufträgen der Stadt in erster Linie — nur beschränkt auf ganz wenige Aus- nahmefälle, bei denen es sich um hier nicht vertretene Spezialfabrikationen handelt — die Gießener Betriebe und Werkstätten berücksichtigt werden sollen. Wir möchten hoffen und wünschen, daß nach dieser Richtung hin künftig Klagen nicht mehr zu führen sein werden. 3e kräftiger die Unterstützung unseres handwerklichen und gewerblichen Mittelstandes durch städtische Auftragserteilung sein wird, desto besser wird es auch um die Finanzwirtschaft unserer Stadt bestellt sein. Die Gasfernversorgung. lieber das Ergebnis der gestrigen nichtöffentlichen Stadtratssitzung bei der Beratung der Gasfernversorgung teilt die Stadtverwaltung mit: Der Sladlrat Hal in feiner gestrigen Sitzung einem Vorvertrag mit der hessischen kommunalen Gasfernversorgung (hekoga) wegen G a s- lieserung aus der geplanten Gas- fernleilung von Siegen über Gießen-Bad- Rauhelm usw. z u g e st i m m t. Sitzungsbericht. Anwesend: Oberbürgermeister Dr. Keller, die Bürgermeister Dr. Seib und Dr. Hamm, Beigeordneter Iustizrat Dr. Rosenberg und 36 Stadtratsmitglieder. Der Zuhörerraum ist gut besucht. Mandatswechsel. Oberbürgermeister Dr. Keller widmet zunächst, während sich das Haus erhebt — nur das kommunistische Stadtratsmitglied Storck bleibt sitzen —, dem kürzlich verstorbenen Stadt- ratsmitgl^ed Rechtsanwalt Homberger einen ehrenden Rachruf, wobei er die Verdienste des Entschlafenen um die Stadt durch seine Mitwirkung im Stadtrat, insbesondere aber in der Theaterdeputation hervorhebt. Anschließend nimmt der Oberbürgermeister die Amtseinführung und Verpflichtung des Mandatsnachfolgers Theodor Rühl vor. Mittelstandsfragen Viersteuer und Gekrankesteuer. Da sich der Fehlbetrag im städtischen Haushalt nicht vermindert, sondern sogar wesentlich erhöht hat, wird vom Finanzausschuß die Weitererhebung der Diersteuer und der Getränkesteuer über den 1. April hinaus beantragt. Gegen die Stimmen der Linken wird beschlossen, die Biersteuer mit Wirkung vom 1. April 1933 ab nach folgenden Sätzen zu erheben: Cinfachbier mit 3,75 Mk., Schankbier mit 4,50 Mk., Dollbier mit 6 Mk., Starkbier mit 9 Mk. für je ein Hektoliter, ferner die Gemeindegetränkesteuer auch über den 1. April 1933 hinaus mit 10 vom Hundert des Entgelts (Kleinhandelspreis) weiter zu erheben. Senkung der Slraßenreinigungsgebühren. Die Ausgaben für Sie Straßenreinigung sind gesunken. Daher wird auf Antrag der Stadtverwaltung beschlossen, die Gebühren für Reinigung der Straßen und Plätze in Gießen mit Wirkung vom 1. April 1933 ab von 28 Pf. auf 25 Pf. jährlich je Quadratmeter der zu reinigenden Fläche zu ermäßigen. Senkung der Kanalgebühren. Die gleichen Verhältnisse wie bei der Straßenreinigung sind bei den Kanalgebühren vorhanden. Auf Antrag des Finanzausschusses beschließt das Haus, mit Wirkung vom 1. April 1933 ab die Kanalgebühren derart zu ermäßigen, daß der Anteil auf je 1000 Mk. des Brandversicherungswertes der Gebäude von 1 Mk. auf 80 Pf. herabgesetzt wird. Die Beschlußfassung über die Beibehaltung von 1 Pf. für jeden Quadratmeter Flächeninhalts wird ausgesetzt. Die Stadtverwaltung wird in Ausführung eines Antrages Goerz unb_ Gen. ersucht, nachzuprüfen, ob die Kanalgebühren In die städtische Grundsteuer eingerechnet werden können. Arbeitsvergebung für die Pestalozzlschule. Der Bau-Ausschuß beantragt, die Lieferung von Slahltüren für die Pestalozzischule an die Firma Ostertagwerke in Aalen (Wttbg.) zum Preise von 1598 Mark und an die Gutehoffnungshütte A.-G. Oberhausen zum Preise von 1462 Mark, insgesamt also zu 3060 Mark, zu vergeben. Der Antrag führt zu einer längeren grundsätzlichen Aussprache über d i e Vergebung von Arbeiten nach außerhalb. Stadtratsmitglied Ni c o l a u s (Wirtsch. Dgg.) betont den grundsätzlichen Standpunkt seiner Fraktion, daß alle Arbeiten nur an Gießener Handwerker und Firmen vergeben werden sollen, soweit es sich nicht um Spezialarbeiten handelt, die am Platze nicht hergestellt werden können. Im vorliegenden Falle könne anstatt der Stahltüren die Herstellung von Eichenholztüren treten und dadurch dem Gießener Schreinerhandwerk Arbeitsmöglichkeit geboten werden. Er beantragt, zur nochmaligen Prüfung der Angelegenheit die Zurückverweisung der Vorlage an den Bau-Ausschuß, der zugleich ermächtigt werden soll, die Lieferung in Austrag zu geben. Bürgermeister Dr. Hamm weist darauf hin, daß die Vorlage im Bau-Ausschuß einstimmig angenommen wurde, wobei der Bau-Ausschuß sich für Stahltüren entschieden und der Verwaltung die Vollmacht gegeben habe, die Arbeiten sofort zu vergeben. Stadtratsmitglied Horn (Arbgem. d. Mitte) vertritt namens feiner Fraktion den gleichen Standpunkt wie Herr Nicolaus und erklärt, daß es auch ihm und seiner Fraktion dringend erforderlich er- scheine, soweit wie möglich alle städtischen Aufträge in Gießen zu lassen. Im vorliegenden Falle habe I der Bau-Ausschuß bei seinem einstimmigen Beschluß I in keiner Weise beabsichtigt, dem Gießener Hand- I werk eine Arbeitsmöglichkeit zu entziehen. Der Redner fragt die Verwaltung, ob der Auftrag schon vergeben sei. Stadtratsmitglied L o e b e r (Arbgem. d. Mitte) betont, daß es in Handwerkerkreisen viel böses Blut mache, wenn städtische Arbeiten nach auswärts vergeben werden. Er bittet die Verwaltung dringend, damit Schluß zu machen und darauf bedacht zu fein, dem Handwerk soweit wie nur irgend möglich Aufträge zu geben, denn es sehe in unserem Gießener Handwerk sehr traurig aus. Nachdem Stadtratsmitglied Nicolaus den Standpunkt feiner Fraktion noch einmal unterstrichen und dabei die konstruktive Zweckmäßigkeit von Eichenholztüren hervorgehoben hat, teilt Bürgermeister Dr. Hamm nach Erkundigungen beim Bauamt mit, daß auf Grund des einstimmigen Beschlusses des Bau-Ausschusses die Arbeit an die beiden auswärtigen Firmen bereits vergeben ist. Es entfpinnt sich nunmehr eine längere Aussprache über die Frage, ob es zweckmäßig ist, daß auf Grund von A u s s ch u ß b e schl ü s se n Arbeitsvergebungen erfolgen, bevor das Stadtratsplenum zu diesen Ausschußbeschlüssen Stellung genommen hat. Sladtratsmitglied Ad. Schmidt (Wirtsch. Dgg.) bezeichnet eine derartige Vollmachterteilung durch einen Ausschuß als vollkommen falsch und fordert die vorherige Zustimmung des Stadtratsplenums bei Arbeitsvergebungen. Bürgermeister Dr. Hamm macht darauf aufmerksam, daß dieser Standpunkt nicht immer durchführbar sein werde, weil oft Angelegenheiten eilig erledigt werden müßten und nicht bis zur nächsten Stadtratssitzung gewartet werden könne, es aber auch nicht möglich sei, den Stadtrat innerhalb kurzer Zeit immer wieder einzuberufen. StadtratSmitglied Mann legt einen Antrag seiner Fraktion vor, muß dem in Zukunft die Aus'chüsse nur dann berechtigt sein sollen, der Verwaltung die Ermächtigung zur Ausführung von Beschlüssen zu erteilen, wenn diese Beschlüsse einstimmig gefaßt worden sind. Oberbürgermeister Dr. Keller überweist diesen Antrag dem Finanzausschuß zur Stellungnahme. Stadtratsmitglied L o e b e r (Arbgem. d. Mitte) erkennt an, daß man bei der Stadtverwaltung die schwere Rotlage des Handwerks richtig würdigt, und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß dementsprechend auch die Hilfeleistung durch Auftragserteilung nicht versäumt werde. Stadtratsmitglied Lenz (Wirtsch. Vgg.) richtet ebenfalls die Bitte an die Verwaltung, in Zukunft soweit wie möglich Arbeitsgelegenheiten zu erschließen und die Aufträge in Gießen zu be- lafsen. 'Stadtratsmitglied Horn (Arbeitsgem. d. M.) unterstützt den Antrag Mann und teilt noch mit, der Bau-Ausschuß selbst habe es bedauert, daß im vorliegenden Falle der Auftrag nicht in Gießen ausgeführt werden konnte. Bei der Abstimmung wird der obenverzeichnete Antrag des Bau-Ausschusses angenommen. Lehrwerkstätte der gewerblichen Berufsschule. Der Finanzausschuß beantragt die Anschaffung einer Tischiereimaschine für die Lehrwerkstätte der gewerblichen Berufsschule und die Bewilligung von 1450 Mark zu diesem Zweck. Dürgerme.^er Dr. Seib begründet die Vorlage mit Rotwendigkeiten zur Ausbildung junger Leute, die bei ihrem Lehrmeister keine Gelegenheit zur Ausbildung an solchen Maschinen hätten, oder als ungelernte Schüler die Schule besuchen. Stadtratsmitglieder Lenz und R i c o l a u s (Wirtsch. Vgg.) widersprechen der Vorlage und betonen, daß diese Auffassung aus sachlichen und auch aus Unterrichtsgründen nicht erforderlich sei, da die jungen Leute vor allem in ihren Handfertigleitsleistungen geschult werden müßten und nach den gesetzlichen Unfallverhütungsvorschriften auch die Maschine nicht selbst bedienen dürften. Beide Redner lehnen die Vorlage ab. Die Stadtratsmitglieder Fischer und Goerz (Arbeitsgem. d. Mitte) treten für die Vorlage ein und führen dabei als Begründung die dringende Rotwendigkeit einer umfassenden gewerbeschulmäßigen Ausbildung der jungen Leute an, außerdem weisen sie darauf hin, daß mit dieser Maschine keine Arbeiten hergestellt werden sollen, durch die dem Handwerk Konkurrenz gemacht werde. Stadtratsmitglied L o e b e r regt an, doch die Maschinen, die beim Verkauf des Gewerbehauses an die Stadt in den Keller gebracht wurden und dort noch vorhanden seien, wieder in Benutzung zu nehmen, soweit sie zu verwenden wären. Rach weiterer kurzer Aussprache wird die Vorlage mit Mehrheit angenommen; Herr Loe - ber enthält sich der Stimme. Rachlragskredik von 150 000 Mark für das Wohlfahrtsamt. Der Finanzausschuß beantragt die Bewilligung eines Rachtragslredits von 150 000 Mk. für das Rechnungsjahr 1932 für die Unterstützungs- empfänger des Wohlfahrtsamtes. Bürgermeister Dr. Seib macht darauf aufmerksam, daß die Zahl der'iUnterstützungsempfän-- ger sich wesentlich erhöht hat und der finanzielle Mehraufwand sich eigentlich auf 210 000 Mk. beläuft. Es sollen jedoch 60 000 Mk. aus dem Reservefonds entnommen werden, so daß der Rachtragskredit sich auf 150 OOO Mk. beläuft. Stadtratsmitglied Mann (SPD.) teilt mit, daß seine Fraktion besondere Hilfsanträge im Finanzausschuß vorgetracht habe, die jedoch angesichts der Finanzlage abgelehnt worden seien. Stadtratsmitglied Horn (Arbgem. d. Mitte) bemerkt, der Oberbürgermeister habe im Finanzausschuß schon die Mitteilung gemacht, daß beim Abschluß des Haushalts für 1932 ein größerer Fehlbetrag als im Vorjahre oorliegen werde. Ls fei mit einem Fehlbetrag von 800 000 Mark anstatt 400 000 Mark im Vorjahre zu rechnen. Die Steuereingänge ließen immer mehr nach, eine Besserung der Wirtschaftslage habe sich bisher noch nicht gezeigt. Daß unter diesen Umständen leider nicht mehr getan werden könne, als bisher geschehen ei, werde von den bürgerlichen Fraktionen eben- alle sehr bedauert. Man müsse aber auch beachten, baß durch die Gießener Wmternothilfe von der Bürgerschaft und insbesondere von der Geschäftswelt sehr viel getan werde, um die Notlage der hilfsbedürftigen Familien au lindern. Gegenüber unberechtigten kommunistischen Vorwürfen sei je- denfalls festzustellen, daß sowohl die Stadt als solche, wie auch die Bürgerschaft ihre Pflicht und Schuldigkeit zur Hilfeleistung für die notleidenden Familien bisher immer in vollem Ausmaß getan hätten. Zu begrüßen fei, daß jetzt endlich in der Regierung der Gesichtspunkt der Wiederbelebung der Wirtschaft stärker aks bisher zutage trete. Stadtratsmitglied Ad. Schmidt (Wirtsch. Dgg.) bezeichnet die aus finanziellen Gründen nicht er- fällbaren sozialdemokratischen Vorschläge als Agitationsanträge und hebt hervor, daß zu den bisherigen Unterstützungssätzen des Wohlfahrtsamts doch auch noch Mietzuschüffe und erforderlichenfalls andere Beihilfen gewährt würden. Der Redner macht weiter darauf aufmerksam, daß die Steuereingänge bei der Stadt in den letzten Dreivierteljahren sich auf insgesamt 1519 247 Mark beliefen. Davon seien ganz allein aus Steuern des Hausund Grundbesitzes und des Gewerbes 1025 000 Mark, die die einseitige Belastung einer kleinen Bürgerschicht darstellen. Der Restbetrag fetze sich aus Ueberweisungssteuern des Reiches, Bürger- gerfteuer, Getränkesteuer usw. zusammen, wobei aber auch hier die Haus- und Grundbesi^er und Gewerbetreibenden ebenfalls als Mitträger der Last in Betracht kämen. Jedenfalls sei festzustellen, daß der Haus- und Grundbesitz und das Gewerbe ihrer Steuerpflicht trotz der überaus schwierigen Wirtschaftslage in vollem Umfange entsprochen hätten und Vorwürfe gegen diese Kreise der Steuerzahler absolut unbegründet seien. Stadtratsmitglied Mann (SPD.) weist auf die starke Steigerung des Elends in den breitesten Schichten der Bürgerschaft hin, erkennt aber auch bestimmt an, daß der selbständige Mittelstand in sehr erheblichem Maße in das gesteigerte Elend hineingezogen worden ist. Als Beweis dafür erwähnt er, daß im Jahre 1923 von den Gießener Daugeschäften rund 91200 Mark an Krankenkassenbeiträgen an die Gießener Ortskrankenkasse abgeführt wurden, im 3ahre 1932 aber nur noch 6000 Mark; aus diesen beiden Zahlen gehe das ungeheure Ausmaß des Wirtschaftsrückganges klar hervor. Der Redner übt ferner scharfe Kritik an der vom Deich befolgten I Taktik der Abwälzung aller Lasten auf die Ge- I meinden. v-Zug Brüssel — Berlin. Don Manfred Georg. »Erzählen Sie doch keine Räubergeschichtenl", wehrte das junge Mädchen, das die Fülle ihres schwarzen Haares kaum tragen konnte, unwillig ab. Sie faß auf Platz 27 des Dritter-Klasse- Waaens Rümmer 9 im v-Zug Brüssel—Köln- Berlin. Der junge Mann ihr gegenüber lehnte sich verlegen aus seinen Sitz zurück. »Warum eigentlich nicht?" fragte er und versuchte gleichgültig auszusehen. »Weil Ihre Räubergeschichten genau so erlogen sind wie die in den Büchern. Sie wollen nur dazu verlocken, an Unwahrscheinliches zu glauben und damit vom Sachlichen, Realen, Tageswichtigen ab- zulenken. Sie lügen, weil sie mir durchaus den Flirt mit Ihnen interessant machen wollen, und in den Büchern hier wird gelogen, um den Lesern das Bewußtsein zu rauben, daß sie der linke Schuh drückt oder daß die Sitzung, zu der sie morgen müssen, die unangenehmste ihres Lebens sein wird." „Mit diesen Worten schob das Mädchen einen Stapel buntrodiger Bände verächtlich auf der Holzbank beiseite. „Aber ich will gar nicht mit Ihnen flirten. Dazu bin ich bereits viel zu verliebt. Rach die- fern Geständnis muß ich freilich, damit Sie das Abteil nicht verlassen, zur Sachlichkeit zurückleh- ren. Wo sind wir? Hinter Lüttich schon? Dann möchte ich Sie um etwas bitten. Könnten Sie nicht diese beiden wundervollen Spitzenarbeiten, für die ich nur ungern Zoll bezahlen würde, an fick nehmen? Vielleicht heften Sie sie auf eines Ihrer Kleider? Frauen sind so erfinderisch in solchen Sachen." Sie erhob sich, murmelte nur überrascht e was von einer Frechheit, die immerhin mindestens so groß sein müsse wie das Vertrauen und ordnete die Spitzen in ihrem Koffer so vollendet, daß er seine Erwartungen übertroffen sah. Es wurde dunkel. Der Zug jagte der Grenze zu. Laternenschein von draußen begann das Grau des Abteils mit gelblichen Farben aufzumischen. Er lehnte den Kopf zurück: „Was haben Sie eigentlich gegen Räubergeschichten?" Meinen Sie, einer, der s e so schreibt, daß sie Bild und Form annehmen, hat sie nicht auch erlebt? Ahnen Sie, junges Kind — bitte gittern Sie nicht, das ist kein Kompliment, aber ich spüre, weich' sensationelles Debüt in ihrem Leben diese erste Fahrt ist — ahnen Sie, welche Räubergeschichte jenseits aller Räubergeschichten das einfache, nackte, unliterarische Leben ist? Man braucht nur einen Fetzen herunterzureißen, ein bissel auszubreiten und rund herum zu beschneiden, und man hat ein Erlebnis, toll, wild, amüsant und unwahrscheinlich wie das Leben. Manche schämen sich davor, walzen das Wunderbare aus zu Freskogemälden der Langeweile oder züchten sie zu gläsern unfruchtbaren Gebilden der Künstlichkeit, genau wie die Menschen es mit den Ereignissen ihres Daseins tun. Ich aber liebe die kurze Geschichte vom räuberischen Leben, die noch vom Blut des Geschehens tropft, ohne Anfang ist und ohne Ende, Und vor allem ohne Begründung! Wie das Klopfen meines Herzens vor Ihnen." • Zollbeamte rissen die Tür auf. Bahnhof Herbesthal. Die Revision verlief glatt. Der Haar- busch des Mädchens siegte über die belgische und deutsche Korrektheit. Man konnte dann noch den Steig dieses unglücklichen Bahnhofes entlang- gehen, dessen Zerschießung einen Krieg eingeleitet gatte. Sie verspürte Durst und kaufte sich eine rötlich glänzende Limonade. Dann durfte er ihren 2Irm nehmen. Es ergab sich, daß sie beide einen kurzen Aufenthalt in Köln hatten. Sie gingen dort durch das leuchtende Gewühl, sehr vertraut, wie zwei Geschwister. Das Gewimmel der Hohen Straße, die Schatten des Domes, die feurige Helle der Gassen, es war wie ein Spuk, und das Traumhafte des Abends verführte ihn zu der Bitte, die gemeinsame fernere Reise zu längeren Gesprächen in einem neu SU mietenden Abteil erster Klasse vorzuschlagen. Rur dort würden sie Ruhe haben, zu einem Ergebnis zu kommen. Sie willigte ein. Dann schlug es Mitternacht: die Stunde der Weitersahrt. Die Flammen der Hochöfen drangen nur als gedämpfter Lichtschein durch die fest zu- gezogenen Fenstervorhänge des Abteils. Biswe- len gelang es dem zwar wohlwollenden, aber doch immerhin neugierigen Schaffner durch die Scheibengardinen am Gang zu blicken. Er sah ein junges Mädchen schlafend lang ausgestreckt auf der einen Polsterbank liegen, und ihr gegenüber faß ein junger Mann, der sie mit einem Gemisch von Zärtlichkeit und Melancholie betrachtete. In Essen strich er ihr leise über die Stirn. In Hannover bewegte sie sich dabei und flüsterte: Ich danke Ihnen. Sie sind sehr gut zu mir.“ In Stendal begann sie mit weichem und entzücktem Gesicht zu erwachen. In Spandau machten sich beide fertig, wobei er der langsamere und unbeßolfenere Teil war, da er kein Auge zugetan hatte. Als sie in Berlin einsuhren, bat sie ihn, nicht mit ihr zusammen auszusteigen. Er faß sie verblüfft an und konnte sich nicht entßalten, ein wenig gekränkt zu bemerken: „Aber es ist doch gar nichts . . ." . . geschehen!" ergänzte sie lachend. Dann bot sie ihm unvermittelt die Wange zum Kuß. „Ja, ja, wie sagten Sie doch. Eine Geschichte ohne Anfang und ohne Ende. Lind vor allem ohne Begründung. Aber wenn ich sie jemanden, der mich aus der Station erwartet, in ihrer ganzen Unschuld mitteilen würde, er würde mir nur unwillig antworten: „Erzähl' mir doch keine Räubergeschichten!" Kunst und Wissenschaft. „Das Weltreich der Laesaren." Im Phaidon-Verlag, Wien, erscheint in Kurze ein neuer Band des Mommsen-Werkes unter dem Titel „Das Weltreich der Caefaren" in der gleichen Aus- stattung und zu demselben Preis von 4,80 Mark wie die „Römische Geschichte". „Das Weltreich der Caefaren" bringt in der Hauptsache den Text des sog. 5. Bandes der Römischen Geschichte. Dieser Band ist keine Fortsetzung der Römischen Geschichte sondern eine Kulturgeschichte der gesamten zur Zeit oes römischen Imperiums bekannten Welt. „Das Weltreich der Caefaren" bringt außerdem noch sämtliche Kapitel aus der Römischen Geschichte, die von Kultur, Kunst, Religion, Sitten und Literatur handeln. Der Intendant des mecklcnburg-schwerinschen Staatstheaters beurlaubt. Der Intendant des mecklenburg-schwerinschen Staatstheaters, F e l s i n g , ist von der mecklenburgischen Staatsregierung beurlaubt worden. Fel- sing soll mit Schluß der Spielzeit in den einstweiliaen Ruhestand versetzt werden. Mit der kommissarischen Vertretung ist der Generalmusikdirektor Dr. N o b b e beauftragt worden. Zeitschriften. — In der neuesten Rümmer der 3Hu ft ritten Zeitung (I. I. Weber, Leipzig- wird die vielseitige, aufopfernde Tätigkeit des Arztes in der Geschichte aller Zeiten und Staaten geschildert. Die Entwicklung der medizinischen Wissenschaft von den Priesterärzten am Ril und Euphrat, über Hippokrales, den Begründer der griechischen Medizin, über die Perser Aerzte, die Medizin des Mittelalters bis zu den Höchstleistungen der neuen Zeit wird in zwei reich bebilderten Aussätzen ausgezeichnet: den Abschluß zu dem historischen Ueberbltd von Geheimrat Dr. Sudhosf („Aus der Entwicklung ärztlichen Wissens") bildet Dr. Paul Diepgens Beitrag „Die Entwicklung der Medizin in den letzten hundert Jahren", der die medizinischen Großtaten deS 19. und 20. Jahrhunderts vor Augen führt. Von den „Märtyrern der ärztlichen Wissenschaft", deren Ramen in ehernen Lettern in die Bücher der Kulturgeschichte eingetragen werden sollten, spricht Dr. G. Zehden. Die Stellung des Arztes zum Publikum erörtern Dr. Hellmuth Unger in feinem Artikel „Arzt und Patient" und Dr. Walder in dem Aufsatz „Arzt und Kurpfuscher", in dem gegen das unheilbringende Kurpfuschertum Front gemacht wird. — Wie die ärztliche Tätigkeit im Kunstschaffen der alten und der neuen Zeit ihren Riederschlag fand, zeigen zahlreiche Gemälde und Zeichnungen alter und moderner Meister. Bei der Abstimmung wird der vorerwähnte Antrag des Finanzausschusses angenommen. Baugesuche. Den Daugesuchen von Frau Johanna Munzing e r, Frantfurter Straße 89, und Iohs. Altensen II, Druchftraße 12, um Befreiung von Bauvorschriften wird zugestimmt. Erhöhung des Volksschulzuschusses. Der als Steitenbeitrag zu den persönlichen Kosten der Volksschule vorgesehene Betrag von 17 COO Mark wird um 1003 Mark zu Lasten des Reservefonds für 1932 erhöht. Lrh.hter Zuschuß für die Gewerbe- und INaschinenbauschule. Der Zuschuß zur Gewerbe- und Maschinenbauschule für 1932 wird von 9509,60 Mk. um rund 5000 Mk. auf 14 509,60 Mk. erhöht. Notwohnungen im früheren Säuglingsheim. Für die bereits vollendete Einrichtung von 21 Notwohnungen im städtischen Gebäude Wehsteingas, e 32 (früheres Säuglingsheim) wird ein Kredit von 5922,83 Mark nachbewilligt. Die Rechnung des Wohlfahrtsamts für 1932. Die in Einnahme m.t 1 <62 314,84 Mari und in Ausgabe mit 1755 678,06 Mark abschließende Rechnung des städtischen Woh.fahrtsamtes für das Rechnungsjahr 1930 wird genehmigt. Einfriedigung von städtischen Gärten. Zur Beschaffung von Holz für die Einfriedigung städtischer Grundstücke wird ein Kredit von 200 Mk. genehmigt. Schankkonzessionsgesuche. Der Ortsgruppe Gießen des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, wird die Erlaubnis zum beschränkten Schankwirtschaftsbctricb mit Brannt- wcinausschank in ihrem Heim, Kaiserallee 27, unter Beschränkung auf den Kreis der Mitglieder und deren Gäste befürwortet. Gesuche von Kaisers Kaffeegeschäft und vom Bayerischen Schokoladenhaus um Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein in versiegelten Flaschen werden abgelehnt. Schankwirtschafts-Erloubnisse für die Eheleute Friedrich Scebold (Schwaabs Weinstuben) und Fritz Tc'gler (Zur Lahnlust) werden befürwortet, da es sich hierbei um Llcbergänge handelt. Oie Erhöhung der Gewerbesteuer. In den letzten Tagen sind die Steuerbescheide über die neue, erhöhte Gewerbesteuer herausgekommen. Die außerordentliche Erhöhung hat in den Kreisen der Steuerpflichtigen starke Erregung auSgelöst. Stadtratsmitglied Horn u. Gen. haben die Berwaltung um Auskunft über die Sachlage ersucht. Oberbürgermeister Dr. Keller verliest als Antwort folgende Erklärung der Stadtverwaltung. Rach einer Anordnung des Herrn Hessischen Ministers des Innern vom 7. Iuni 1932 (Amtsblatt des Ministeriums des Innern Rr. 4) ist die kommunale Grund-, Gewerbe- und Sondersteuer für-das Rechnungsjahr 1932 nur einmalig, und zwar endgültig nach den Besteuerungsgrundlogen, wie sie für eine endgültige Veranlagung dieser Steuern für das Rechnungsjahr 19 31 maßgeblich gewesen wären, zu veranlagen. Als Desteuerungsgrundlage für eine endgültige Veranlagung für das Rechnungsjahr 19 31 gilt der für das Steuerjahr 1 9 3 0 festgestellte Gewerbeertrag. Die Veranlagung der kommunalen Grund-, Gewerbe- und Sondersteuer findet nach der Anordnung des Ministeriums nicht wie dies bei den staatlichen Steuern der Fall ist, erst vorläufig und später endgültig statt. Auch im Rechnungsjahrl931 ist die kommunale Grund-, Gewerbe- und Sondersteuer nur einmalig veranlagt worden, im Gegensatz zu den entsprechenden staatlichen Steuern. Aus der Anordnung des Ministers des Innern ergibt sich, daß für die Veranlagung der kommunalen Grund-, Gewerbe- und Sondersteuer andere Besteuerung-lgrundlagen maßgeblich zu sein hatten, wie für die endgültige staatliche Veranlagung dieser Steuern. Diese unterschiedliche Behandlung hat sich insbesondere bei einem Rückgang des Gewerbeertrags für viele Gewerbesteuerpflichtigen geltend gemacht und es ist in Fällen dieser Art eine Härte für die bv- treffenden Pflichtigen eingetreten. Der Herr Minister des Innern hatte deshalb bereits für das Rechnungsjahr 1931, in dem die Verhältnisse ähnlich lagen, den Provinzen, Kreisen und Gemeinden empfoh e.i, in Härtefäl len durch entsprechende Billigkeits-Erlässe einen Ausgleich herbeizuführen. Provinz Oberhessen, Kre.s Gießen und Stadt Gießen haben im Iahre 1931 demgemäß verfahren. Der Herr Minister des Innern hat durch Verfügung vom 25- Oktober 1932 die Provinzen, Kreise und Gemeinden angehalten, auch für das Rechnungsjahr 1932 in gleicher Weise Billigkeitserlässe eintreten zu las,en. Die Stadtverwaltung 6eab- I sichtigt wiederum dementsprechend zu verfahren und hat bereits Verhandlungen mit der Provinzialverwaltung wegen eines einheitlichen Vorgehens eingeleitet. Die Veranlagung der städtischen Gewerbesteuer ist demnach genau nach den Anordnungen des Ministeriums erfolgt: daraus entstehende Härten wird die Stadtverümll'"^ auf Rachsuchen der bei.e'senden Steuerpf. chtigen mildern. Aus -er Provinzialhauptstadt. Oie Geschichte des Faschings. Die letzten beiden Tage vor Beginn der Fastenzeit, die von der katholischen Kirche vorgcschrie- Den wird, sind der Rosenmontag und die Fastnacht. Zu seinen stärksten und lebendigsten Le- bensäußerungen nimmt der Mensch an diesen beiden Tagen Veranlassung: es wird getobt und getollt, als sei jeder überzeugt, diese fröhliche Zeit könnte kein Ende nehmen. Durch Iahrhun- derte können wir die Ausübung dieses Brauches zurückverfolgen, und immer waren es ganz besonders oer Süden und der Westen in unserem deutschen Vaterlande, die die Faschings- oder Karnevalszeil lebhaft feierten. Ost hat in früheren Zeiten die Kirche dies tolle Treiben mißbilligt: aber es ist merlwürdig — der Mensch, der sonst so gehorsam den Anordnungen seiner geistlichen Berater folgt — erwies sich hier als unbelehrbar: die Faschingszeit, die Freude am tollen Treiben, am „S.chausleben", wie wir das heute nennen, war stärker als jede harte Vorschrift. Schon lange vor Beginn der Fastenzeit reihte sich Fest an Fest, und es gab zp allen Zeiten Leute, die unentwegt mitmachten. Der „Rosenmontag", der insbesondere in Westdeutschland heute noch besonders feierlich durch Hm- züge begangen wird, bildete den Auftakt zu dem Höhepunkt dieser Karnevalszeit: am Fast- nachtsabend begann bann das große, stürmische, heitere Fest, das bis in den Aschermittwoch hineinführte. Viele Faschingsbräuche' sind aus der früheren Zeit lebendig geblieben. Vor allem die Person des Prinzen Karneval, die noch heute unter erheiternden Umständen in schwierigen Sitzungen gewählt wird, dazu die große Schar seines Gefolges: alle diese Wahlen und auch die Amtä- ausübung erfolgt nach strengen Regeln, wie sie von einst übernommen worden sind. Aus früheren Jahrhunderten hat sich auch noch das Andenken an die Gründer dieser Fastnachtstrubel erhalten, der „Geckenorden von Cleve" lebt noch und die „Rarrenmutter zu Dijon", der ..Orden der Hör- nerträger“ hat heute noch Mitglieder in der Faschingszeit. Aber alle verschwinden am Aschermittwoch von der Bildfläche, wenn die anstrengende Zeit des bis in die Osterwoche währenden Fastens beginnt. Aschermittwoch erinnert die Menschheit an den Ernst der Zeit, besonders in religiöser Beziehung, und mit guten Vorsätzen und durch strenge Innehaltung der entsprechenden Vorschriften, die von der katholischen Kirche erlassen worden sind, wird dann die Fastenzeit begonnen. Rord- und Ostdeutschland kennen diesen über- schäumenden Trubel der Faschings- oder Karne- valszeit nicht. Der Rosenmontag ist dort nut dem Rainen nach bekannt: er wird nirgends gefeiert, obwohl er doch geradewegs der Vorläu,er des „blauen Montags" ist. Am Fastnachtsabend beginnen zwar auch in diesen Teilen unseres Vaterlandes große Feste, die im Zeichen der Kostümierung stehen: in buntem Flitter und mit grotesken ober verschönernden Masken versinnbildlicht der Mensch seine Wunschträume über sich selbst, die nie Gestalt werden. Wer nicht an diesen Bällen teilnimmt, kehrt wohl zu dem alten Brauche zurück, in seinen vier Wänden der Fastnacht dadurch zu gedenken, daß er zu den beliebten Pfannkuchen Punsch trinkt. Bei so gedämpfter Feier wird dieser Fastnacht kaum ein Aschermittwoch folgen, der im Zeichen des Katers und des sauren Herings steht. so. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 2U bis nach 22.30 Uhr, „Der Bundschuh". — Oderhess. Geschichtsoerein, 20.15 Uhr, Hörsaal des Kunstwisscnfchaftl. Instituts, Ludwigstr. 34, Licht- bilder-Vortrag über „Die Wetterau in der älteren deutschen Geschichte". — Bund für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule, 20 Uhr, Jo- hannessaal, Familienabend. — Hubertus, 20.30 Uhr, „Hindenburg", Dortrag über „Lock- und Reitzjagd". — DHC., 20.30 Uhr, Hotel Hopfeld, heiterer Dialektabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Morgenrot". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Flüchtling". — Gastspiel des Original Kölner Hänneschen-Theaters. Der Goethe- Bund hat, tote man uns schreibt, bai berühmte Kölner Hänne^chcn-ThecUer für kommenden Sonntag zu einem Gastspiel mit neuem Spielplan ein- geladen. Bei dem ersten Gi?ßener Gastspiel fand die Truppe b:i jung und alt b.geisterten Beifall. I d.r, der damals von Herzrn über da- mu.ig: uno lustige Hunne^chm ge.acht hat. wird auch diesmal gecnr wieder zu ihm kommen, wer es aber noch nicht kennen gelernt hat, dem ist mit diesem Gastspiel die Gelegenheit hierzu gegeben. Cs ist zu empfehlen, sich rechtzeitig mit Eintrittskarten zu versehen. Einige srohe Stunden wird jeder Besucher beim Kölner Hänneschen verleben, für deren Vermittlung er dem Goethe-Bund dankbar fein wird. (Näheres siehe heutige Anzeige.) — Der Gewerkschaftsbund der 21 n * gestellten, Ortsgruppe Gießen, lädt seine Mitglieder auf Anregung und Vermittlung des Goethe- bundes zu dem am kommenden Sonntag stattfindenden Gastspiel des Kölner Hänneschen-Theaters (mit neuem Spielplan) ein. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. — Der Ob st» und Gartenbauverein Gießen hält am nächsten Sonntag, 15.30 Uhr, im Saale von Faulsticb, Bahnhofstraße, seine Hauptversammlung ab. Universitäts-Garlenbau-Inspektor Rehne 11 wird über „Veredelungen" sprechen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. ♦ ** Don der Landesuniversität. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird mit- geteilt: Herr Dr. Valentin Horn, der sich für das Fach der Agrikulturchemie zu habilitieren wünscht, wird Montag, 27. Februar, 15 Uhr c. t. in der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema: „Alte und neue Probleme in der Tierernährungslehre". ** Unfall eines Kindes. Das dreijährige Söhnchen des Versorgungsanwärters Hofmann, wohnhaft in der Neuen Kaserne, setzte sich gestern gegen 22 Uhr unversehens und ohne daß die Eltern es bemerken konnten, in den Besitz einer Tasse kochend heißen Tees, trank den Tee und verbrühte sich infolgedessen die Speiseröhre so schwer, daß die Uebersührung des Kindes in die Chirurgische Klinik notwendig wurde. Das Befinden des bedauernswerten Kleinen ist den Umständen entsprechend leidlich. Wirtschaft. Berlin leicht schwächer. Berlin, 24. Febr. (WTB. Drahtmeldung.) Die Aktienkurse lagen am heutigen Tage etwas schwächer, da sich die Meldungen über die Ausmaße der Bankschwierigkeiten in Amerika und die Vorgänge auf der Genfer Abrüstungskonferenz stimmungsmäßig in wenig günstigem sinne auswirkten. Don stärkerem Angebot konnte jedoch nicht die Rede jein, sondern lediglich die Spekulation stellte einige Hoffnungsengagements in Spezialwerten glatt. Außerdem kam im Hinblick auf die morgige Prämien- erklärung etwas Material heraus. Die Festsetzung der Kurfe erfolgte bei kleinsten Umsätzen. 1 bis 2 o. H. gedrückt waren Dogel Telegraf, Hoesch, Rhein- stahl, Ilse Genüsse, Aschersleben, Salzdetfurth, RWE., Siemens und Reichsbank. Darüber hinaus verloren Chadeaktien 3,75 v. H., Rheag 3,75 v. H. und Schubert & Salzer sogar 4 v. H. Anderseits setzten Dessauer Gas, Kunstfeideaktien, einige Elek- tropapiere, Stolberger Zink und Leopoldsgrube freundlicher ein. Die beiden letztgenannten Werte waren sogar mehr als 1 v. H., nämlich je 1,75 v. H. gesteigert. Wintershall gewannen erneut 2,50 v. H. tim Verlaufe ergaben sich bei anhaltendem kleinen Geschäft vielfach Kursrückgänge. Kunstfeideaktien waren auf Arbitrageabgaben im Zusammenhang mit der schwächeren Veranlagung Amsterdams bis zu 2 d. H. rückgängig. BMW. büßten sogar 3 v. H. ein. tim übrigen betrugen die Abbröckelungen nur bis zu etwa 1 o. H. Deutsche Anleihen gaben nach schwächerer Eröffnung weiter leicht nach. Variable tinbuftrieobligatio» nen verloren bis zu etwa 1 v. H. Reichsschuldbuchforderungen zeigten ebenfalls etwas schwächere Veranlagung. An den übrigen Rentenmärkten machte sich die Orderlosigkeit stärker bemerkbar, so daß die gestrigen Kurse sich nicht voll behaupten konnten. Ausländer tendierten meist etwas schwächer, lediglich Oesterreichische Staatsrenten von 1914 gewannen erneut 1 v. H. Der Geldmarkt war vor dem Ultimo in sich weiter steifer, doch blieben die Sätze unverändert. Privatdiskonten waren eher etwas angeboten, das Geschäft in Reichswechseln und Reichsschatzanweisungen blieb sehr gering. Frankfurt geschästS!oS und schwächer. F r a n k f u r t a. M., 24. Febr. (WTB. Drahtmel- düng.) Die weitere Abschwächung der Auslandbörsen und die matte Haltung der deutschen Auslandbonds ließ das an und für sich in den letzten Tagen nur kleine Geschäft zu Beginn der heutigen Börse nahezu stagnieren. Mangels zeglicher Anregungen, insbesondere das völlig fehlende Interesse der Privatkundschaft am Börsengeschäft führte zu Heinen Abgaben der Kulisse, so daß gegenüber der Abendbörse die Tendenz als schwächer anzusprechen war, wobei sich infolge der Enge des Geschäftes zum Teck merkliche Rückgänge ergaben. Im Durchschnitt betrugen die Verluste etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Darüber hinaus setzten Reichsbank 2 v. H., Gelsenkirchen und Mannesmann je 1,75, Siemens 1,65 und Chadeaktien 3,50 v. H. schwächer ein. Am Chemiemarkt eröffneten IG. etwa 0,90 v. H. niedriger lagen aber trotzdem recht widerstandsfähig. Metallgesellschast eröffneten 1 v. H. höher. Sehr schwach tendierten im Verlause Munftseidenwerte, die zunächst behauptet blieben, später aber stark gedrückt waren. Aku gaben 1,50 und Bemöerg sogar 3 v. H. nach. Don sonstigen anfangs noch zur Notiz gekommenen Papieren verloren Stahlverein, AEG., Gessürel, Schuckert und Nord- deutscher Lloyd bis zu 0,75 o. H, während Buderus, Ilse, Lechwerke Augsburg und Felten behauptet blieben. Deutsche Anleihen eröffneten ebenfalls schwä- eher, und zwar gaben Altbesitz 0,40, Neubesitz und späte Reichsschuldbuchsorderungen je 0,13 v. H. nach. Don tinbuftrieobligationen verloren 6 v. H.-Stahlverein 0,40 o. H., wogegen Reichöbahnvorzugsaktien 0,50 v. H. anzogen. Goldpfandbriefe gaben meist von 0,13 bis 0,25 v. H. nach, während Liquidationspfand, briefe etwas höher notierten. Kommunalobligationen lagen nur wenig verändert, ebenso Staats- und Stadtanleihen. Letztere konnten sich zum Teil um 0,50 o. H. erhöhen. Die Umsätze am Rentenmarkt blieben ebenfalls sehr gering. Oderhessen. Landkreis Gießen. X Wieseck, 23. Febr. Im evangelischen Frauenverein sprach Schwester Grete Quack vom Kirchlichen Landesiugcndamt in Darmstadt vor einem großen Zuhörerkreis über die Frage: „Was haben wir Frauen als Glieder der evangelischen Gemeinde zu tun?“ Im täglichen Nachdenken über Christus haben sie ihre Liebeskräfte zu üben, zunächst in der Familie mit Geduld gerade in den Zeiten der Erwerbslosigkeit, darüber hinaus an jedem Volksgenossen, der ja Gottes Kind ist. Das Versagen der Mütter ist vielfach schuld am Ir^en der Kinder: an vielen Beispielen aus dem Leben wurde gezeigt, wie so im andern das Gotteskind gestärkt wird. Der Vortrag hinterlieh einen tiefen Eindruck. Der Ortsgeistliche dankte und leitete eine rege Nussprache ein über das brennende Problem der Errichtung einer Klcinkinderschule. Die Kollekte zugunsten der Mädchenerziehungsvcr- eine Glauburg und Arnsburg betrug IC Mark. * Lich, 24. Febr. Am kommenden Montag findet hier der altbekannte Fastnachtsmarkt statt. Er besteht aus Schaf-, Schweine- und Krämermarkt. Zum Markt zugelassen sind Tiere aus allen unver- feuchten Gemeinden. Auf die amtliche Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil sei hingewiesen. ttfcttcroorrtH^ane Don den britischen Inseln hat sich In südöstlicher Richtung nach dem Mittelländischen Meer hin eine Rinne tiefen Druckes entwickelt, in die ein Drucksallgebiet von England und Irland her vordringt. Durch die Störungstätigkeit werden verschieden temperierte Luftmassen nach dem Festland gelangen, die zwar schwankend auf die Temperaturen einwirken, aber vorerst in ihren Werten den winterlichen Charakter behalten. Aussichten für Samstag: Meist neblig- wolkig, stellenweise etwas aufklarend, vereinzelte Schneefälle, Frost mit späterer Abschwächung. Lusttemperaturen am 23. Februar: mittags —0,3 Grad Celsius, abends —2,5 Grad: am 24. Februar: morgens — 4,9 Grad. Maximum —0,2 Grad, Minimum — 7,2 Grad. ISchluß des rebaflionellen Teils.) Das Kaufhaus „Schmucker, Gießen" veranstaltet ab morgen einen extra billigen Hofen-Verkauf zu Preisen, die unter der Vorkriegszeit liegen. Bei dieser gelbarmen Zeit ist die Hose ein sehr wichtiges Kleidungsstück. Wenn man in unserer heutigen Anzeige die Preise näher betrachtet sieht man sofort, daß in Beziehung auf Preis Unglaubliches geleistet wurde. Mit unserem billigen Angebot wollen wir es jedem ermöglichen, sich eine neue Hose kaufen zu können. Billiger kann man nicht fein, denn jetzt kostet eine neue Hofe tatsächlich weniger als das Flicken einer alten. Die Veranstaltung dauert vom Samstag, dem 25. Februar, bis Samstag, dem 4. März. 1373A Schmücker. Kampf gegen die Grippel 6,1 v Togal-Tabletten sind ein hervorragend bewährtes Mittel gegen Grippe und Erkältungskrankheiten. Togal ist stark harnsäurelösend und in hohem Maße bakterientötend! Im Anfangsstadium genommen oer- hindert Togal den Ausbruch der Grippe. Erstaunliche Erfolge! Mehr als 6000 Aerzte-Gutachten! 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Brennholz die Nummern 889 bis 920; rm Scheit: Buche 30, Eiche 4; Knüppel: Buche 9, Eiche 2, Fichte 3: Reisig: Buche III 30; Stöcke: Buche 5. Distrikt lobenberg 37 die Brenn- holz-Nrn. 921 bis 1009; Scheit: Buche 70, Eiche 4; Knüppel: Buche 53, Eiche 4; Reisig: Buche III 79; Stacke: Buche 10. Beginn der Versteigerung 10 Uhr in lobenberg 37 bei Nr. 930. Fortsetzung in Hege 15 um 1214 Uhr. 1360D Nähere Auskunft durch Herrn Förster Bing und Forstgehilfe Zecher. Hessisches Forstamt Gießen. Obst- DDd Garlenbau-Vereio Ließen. » Sonntag. 26. Febr., nachm.d'/iUhr.im Saale „Faulst ich“, Bahnhofstraße 59, HAUPT VEB8AMJILÜ KG. Jahresbericht. Rechnungsablage, Verein sgärten. Verschiedenes. Letzte Bestehungen von Pfirsich und Beerenobst. Vortrag über „Veredelungen“ von Garteninspektor Rehnelt.. Gratisverlosung und Verteilen von Edelreisern. Gäste willk. Holzversteigerung Die Gemeinde 2D.ferner versteigert ZHon* tag, den 27. Februar d. von vormittag» 9 Uhr ab, bei Dirk Dillendorf aus Distrikt 9a Reitzensteinerwald, 11b und 14a Kennelsheck, 13a Totermann, 24 Stümpfe und 38 Kaltenbach. Eiche: 24 rm Scheit und Knüppel; Buche: 1313 rm Scheit und Knüppel; 2100 rn Reiser. 1345D Anfang mit Distrikt 9a. Wißmar, den 22. Februar 1933. Der Gemeindevorsteher. Bittend 0 rs. sen r e n s c $ I und len. fach und ilb, eit uS tc, 8- im :r- >e- r ge ch lit »eilet- ach irch rgs der "ge hen abruck icm sich ter- )er- kab ;ens lum cm ärz: mm. ier xr vci in- 16* r * e n im eit al- )e- >ä- >er >as für n, r- n, 'N Ze ch MX e. 0 Reiskirchen, den 23. Februar 1933. UTOD Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unserer teuren Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Frank am Grabe sagen wir unseren herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Lannspach VI. und Kinder Familie Heinrich Nürnberger II Heute abend 8 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Ludwig Hankel Strafienwart nach vollendetem 35. Lebensjahre. In tiefer Trauer- Katharina Hankel. geb. Heß, u. Sohn nebst allen Angehörigen. Großen-Linden, den 22. Februar 1933. Die Beerdigung findet Samstag, den 25. Februar, nachmittags 3'/< Uhr statt. 1347D Nachruf. Am 21. Februar verschied mein Werkmeister L R. Herr Georg Schomber Burkhardsfelden. Der Verstorbene hat über 28 Jahre bis zur Verse zung in den Ruhesand zuerst meine Fabrik in Wieseck und dann die in Burkhal-..sfeld< n geleitet. Er hat sich während dieser langen Zeit stets als ein zuverlässiger und treuer Mitarbeiter von lauterem Charakter erwiesen. Ich werde dem Entschlafenen immer ein ehrendes und dankbares Andenken be- , K Joh. Balth. Noll 'Gießen. 23.Febr. 1933. zl,arrrnfabrlken. Schuf., Schweine- und Lrümermackl am Montag, dem 27. Februar 1933. Bei Beschickung des BieHmarktes sind die seuchenpolizeilichen Borschristen zu be» achten. Ursprungszeugnis für Züchter, Nachweis der Quarantäne für Händler. Es dürfen nur Tiere aus unverseuchten Gmeindsn aufgetrieben werden. 13740 Austriebszeit vormittags von 9 bis 10 Uhr. Lich, den 24. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei. Geil. 5 Zimmer Küche und Badean- schlich zum 1. 4. zu vermieten. Schrift!. Ang. unt. 01194 an den Gieß. Anzeiger. 5 - Zimmer-Wohnung p. 1.3. oder 1. 4. zu vermieten. Näheres Lndwigstr.42,L ohoi Laden m. Zimm v. 1.3. z. nenn. Braugasse 6. WasistdieSeele Meine Herren! Bei meiner speziellen Art der Anfertigung einesAnzuges nach Körpermaßen brauchen Sie auf keinen Ihrer Wünsche, auf keine Besonderheit zu verzichten .... 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Februar 1955 An der Brück" Sehnsucht und Wille. Don unserem dr.-Derichterftatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Saarbrücken, Witte Februar. „An Der Drück' an der Saar, 3n Gedanken Dein, Stand ich und hört allda Singen ein Dögelein. Das sang so traurig gar ... O armes Dögelein, An der Drück' an Der Saar!" Friedrich Rückert, von den Idealen des Kampfes und der Freiheit durchzlüht, einer Der Geistesheroen. Der seinem Dolle mehr gegeben hat als vergängliche Werte, schrieb einst mit ficbernden Pulsen diese Zeilen, für uns in gleich.r Wese Inbegriff saardeutschen Werdens der (Vergangenheit und der Gegenwart. Jahrzehnte sind seit dem Tode des (Verfassers Der „Geharnischten Sonette" vergangen, aber Friedrich Rückerts melancholisches, mit Der Feder des Pro- pheten niedcrgeschriebenes einzigartiges Gedicht vom „armen Saarvögelein" hat seine Aktualität nicht eingebüht. Es kennzeichnet wie nie zuvor lebendiges Zeitgeschehen. An der Drück' an der Saar, stehen seit 1918 mehr als 14 bittere Jahre hindurch 800 000 deutsche Menschen, in ihrem nationalen deutschen Empfinden und Wollen stahlhart geworden durch die Schule ständigen Opferns und Leides, so stahlhart, wie das Produkt der Walzstraßen der Hochosenwerke auf saarländischer Erde, und schauen sehnsüchtig nach Osten, wo ihr trotz aller Erniedrigung, trotz aller Inneren Zerklüftung großes und geliebtes Daterland liegt. An der Drück' an der Saar erinnert sich täglich eine ganze Nation schmerzlich, denn sie mußte unter dem Zwang der Derhältnisse ohne eigene Schuld das „arme Dögelein" aus treuer Obhut geben. Die Drück' an der Saar! Was schließt sie nicht alles in sich ein! Sie ist mehr als ein blasser dichterischer Ausdruck, als eine worttänzerische Drehung. Sie ist höchstes und be- ziehüngsreichstes Symbol für alle, die im ab- gekapselten Saargau wohnen, fast noch mehr aber für Die, Die jenseits der gewaltsam aufgerichteten Genzzollinie die Derpflichtung des mit Scholle und Heimat verwachsenen Deutschen ersaßt haben. Sell Jahrtausenden ist um diese Drücke ehrlich. oft aber auch mit einem Höchstmaß von H nterlistigkell und Derschlagenheit gerungen worden. Schon das mächtige römische Kaiserreich kannte die saarländischen Gefilde. Die Stämme, die an der Völkerwanderung teilnahmen, wußten bereits um den Zauber, Den Reiz und den De.chtum, den diese Landschaft verborgen hielt. Unter Karl Dem Großen und Ludwig dem Frommen kennt man schon Die strategische Straße, Die zur (Burgundischen Pforte führt. Die Teilung des Reiches hatte auch das Saar- Scbiet erfaßt. Seine Fürsten wechselten im Laufe er Jahrhunderte, niemals aber verleugneten die Eingesessenen ihr deutsches (Volkstum. Eisern halten sie daran fest. Während der vielgestaltigen Wirren, die Die Reformationszeit im Gefolge hatte, ersteht eine der schönsten Darockkirchen diesseits der Alpen. Die heutige protestantische Ludwigskirche im ©taDtteil Alt-Saarbrücken. Auf Der anderen Seite der Saar, im Viertel von St. Johann, erheben sich zur gleichen Zeit die Mauern der katholischen Pfarrkirche. Wahrzeichen des wiedererwachenden Gemeinschaftsgeistes, der sich einst so vorbildlich be- Wahrheiten sollte. Dann wirft der „Sonnen- an -er Saar... könig", der französische Ludwig, sein Auge auf die Saar. Die erste große Probe im Kampfe um die Erhaltung deutscher Kultur und deutscher Sprache. An her Drück' sitzen trauernd die Döge- lein. Sch er endlose Jahre der Ungewißheit, des Hin uni) Her folgen. Doch dann schmettert das Döglein seine frohen Lieder wieder: Die De- sreiungskriege bringen auch dem Saarland die Rückkehr zur Heimat wieder, den Anschluß an die preußisch-deutsche Familie. Dann folgt eine Pause bis zum Jahre 1870. Schlachtenlärm umtost von neuem das Saarland. Dor den Toren der Haichtstadt Saarbrücken kämpft die Elite des zur Einigung der Ration ausholenden Preußen gegen die Truppen Rapoleons III. An Der Peripherie Der Stadt, am Rande des Heinen Exerzierplatzes, von dessen Höhe aus man in phantastischem Rundblick das Saartal mit seinen Dutzenden rauchender Essen übersehen kann, steht heute noch der Gedenkstein, der den Platz bezeichn,et, auf dem der kleine Lulu Rapoleon eine Mitrailleuse auf die deutsche Stadt abgefeuert hat. Es kommt das Kriegsende, die Krönung des Werks Der deutschen ®inf>eit. Die Glanztage im Spiegelsaal des Schlosses zu Dersailles gehen vorüber. Deutschlands Herrscher und Dolk gehen an die Arbeit. Die Saarbevölkerung toill nicht zurückstehen. Mit gesteigerter Energie wirft sie sich in die Speichen des Rades der Geschichte, das sich weiter dreht. Die Kohle im Schoße her Erde ist längst ent- heckt. Jetzt gilt es, die Produktion einheitlich zu organisieren, sie nutzbar zu machen für andere Zwecke. Schächte werden geteuft, Jahr um Jahr erheben sich neue Fördertürme, riesige Werkanlagen, C.sengießereien. Hochöfen, Maschinenfabriken, Glashütten entstehen. Aus dem Ruhrgebiet und aus anderen Teilen des Reiches wandern Tausende ins Saargebiet, gewinnen auf vorgeschobenem Posten eine neue Heimat in wirklichem deutschen Sinne. Zwar werden auch dem Saargebiet in her Dorkriegszeit mannigfache innere Känrpfe nicht erspart. Trotzdem ist das Zugehörigkeitsgefühl unbemerkt in allen (Bürgern gewachsen, im Arbeiter wie im Industriellen, im Kaufmann wie im (Beamten, und die Idee der Dolksgemeinschaft erweist sich stärker als alle sozialen und religiösen Gegensätze. Des Kapitals das sich annefammelt hat, werden sich die Saarländer aber eigentlich erst bei Dem unglücklichen Ausgang Des Weltkrieges bewußt. Jetzt beginnen sie mit Dem PfunD der Dolkstums- ibee Der nationalen DerbunDenheit aller Deutschen zu wuchern, als die Franzosen ungestüm einhringen. als roher zynischer Siegerübermut sein Mütchen kühlen, vor allem aber auch pvli- tische Dorteile ergattern will. Hier ist Dem llsurpatorenwahn des republikanischen Frankreich in der eisernen deutschen Heimatfront ein würdiger und diesmal unbesiegbarer Gegner entstanden. Weder Zuckerbrot noch Peitsche lösen Wirkungen aus, Die sich Frankreich lange Jahre hinDurch erträumt hat Der französische Wolf kann auch in Der Verkleidung als Dölkerbunds- schas nichts ausrichten. Wo immer auch fein gieriges Maul hinschnappt, es beißt auf Granit Richts verfängt im Saargebiet: Weder das aphroditische Antlitz Der Pariser Hebe noch das grimmige Sathrgesicht der französischen Generäle und Offiziere, die man in Die verbindlichere Klukt des salonfähigen Zivilisten geworfen hat! Wie wäre es auch anders bei Menschen, die so tief im Herzen der Landschaft, diesem seltsamen Garten an der begnadeten Saar, in dem sie leben, verhaftet sind! Mitten im Hochwald erheben sich die Förderschächte der Gruben, toeit- hinleuchtende Fanale unveräußerlicher Schaffenskraft. 500, 6-00 und noch mehr Meter unter der Erde gräbt der (Bergmann dem schwarzen Diamanten nach, indessen oben Der Dauer Die Pflugschar Durch die ertragreiche Erde zieht. Ge- spensterisch das Dlld bei Rächt! Ins schwarze Ungewisse flammen die Hochösen feurige Lohen. Zur Unendlichkeit wird hier die Arbeit, während ringsherum sich andächtig die Kronen der (Bäume neigen und von dem flüstern, was vor hundert Jahren war... In seltsamer Weise mischen sich hier die gigantischen Qluibauten der Menschenhand mit den zur Andacht stimmenden Schöpfungen der Ratur. Gewiß, auch den Saarländer muß man zu verstehen suchen. Jeder Stamm hat seine Eigenarten, sein Charakter Licht- und Schattenseiten. Aber dort unten, im Südwesten des Reiches hat es bis zum Aufbrausen der unheimlichen Wirtschaftskrise kein Proletariat im Sinne her Begründer des mob'rnen Sozialismus geg.ben. Die übergroße M.hrieit der Devölle- rung war deshalb nicht mit irdischem Hab und Gut, mit Desih gesegnet. Aber diese Menschen haben sich selbst in her Armut einen Reichtum des Herzens bewahrt, der sie allen Anfechtungen gegenüber immun machte. Cs gibt keinen besseren (Beweis dafür, als das (Verhalten bei dem furchtbaren Unglück, das jetzt über das Saarland hereingebrochen ist. Es hat sie alle getroffen, jeder trägt mit an des anderen Schmerz.. Es gibt kein hilfloses und hemmungsloses Scheeien, kein selbstzerftörerisches Toben, keine nutzlosen verzweifelten Klagen. Es gibt nur ein einiges Zusammenstehen. Seht, das ist Art der Saarleute. Desscr als tausend Worte es vermöchten, kann man hier die Seele unserer deutschen (Brüder und Schwestern erkennen. Gemeinsam das Leid, gemeinsam der Kampf gegen den fremden Unterdrücker wie gegen Die entfesselten Raturgewalten, gemeinsam ihre Sehnsucht, Die Den Willen diktiert. Laßt uns wieder zurückkehren! Das ist Die Stimme, die ins Reich hinüberschallt, die auch Die Kata- strophe von Reunkirchcn übertönt. Das Saarland will wieder ein Teil des Reiches werden. Je eher die Scheinsouveränität von Dersallles wieder zurückgegeben werden kann, desto besser. Ser Wille Dieses deutschen Menschenschlages aber soll und muß die 'Aktivität der ganzen Ration wecken. An Der Drück' an Der Saar müssen sich täglich im Geiste die Millionen des deutschen Dolles einfinDen. Dort auf nationalpolltisch heiß umstrittenem Doden muß Dem welschen Westen in Den zwei Jahren bis zum Zeitpunkt des Plebiszits mehr denn je fühlbarer und wuchtiger gezeigt werden, zu welcher Leistung auch ein ent- wassnetes Doll fähig ist. Dis wir endlich soweit sind, daß das Saarvögelein seine vom unerbittlich Durchgeführten Selbstbehauptunaskampf zer- rupften Federn mit dem Schnabel wieder zu einem Feie.tagskleid zurechtlegen, jubilierend m die Lüfte steigen und - sein saardeutsches Auferstehungslied schmettern kann. Guttempler-Tagung in $ronffurt Die in Hessen und Hessen-Rassau zusammen geschlossenen Guttempler-Logen hielten Diele Tage — wie man uns berichtet — ihre Jahres Versammlung in Frankfurt a. M. ab. Hausvake Ziesche von der Heilstätte .Haus Durgwald hielt in einer öffentlichen (Versammlung, Die seh gut besucht war, einen Dortrag über die De Handlung der Alkoholkranken in der Heilstätte Am Rachmittag fand die Geschäftssihung ftati Man konnte den Derichten entnehmen, daß di Guttemplerbewegung auch in Hessen und Hessen Rassau Fortschritte macht. Zum Schluß tourt* noch eine Entschließung für ein nach Dem Er messen Der (Regierung weitgehendes Alkoholverbv am Wahltage gefaßt und an die maßgebende, Stellen toeitergeleitet AeuürM feiert fein 2v0Mrtaes SlabMubiläum Neustrelitz, die Hauptstadt von Mecklenburg-Strelitz, feiert in diesem Jahr ihr 200jähriges Jubiläum. Die Stadt stellt in ihrer äußerst planvollen Anlage ein Musterbeispiel der Städte-Baukunst des Spätbarock bar. — Unser Bild zeigt das Stadtschloß von Neustrelitz, einem Dau aus dem 18. Jahrhundert, Der große Ähnlichkeit mit dem Charlottenburger Schloß aufweift. Wie sie ihn bezwang Driginolroman von 3 Gchneiber-Zoerstl llrheberrechtsschutz: Verlag O. Meister, Werdau i. S. 7. Fortsetzung. Rachdruck verboten! Als sie aufsah, begegnete sie seinem Blick. Sie Ichnellte auf und suchte mit verängstigten Augen <>en Weg entlang. Der Wald lag ganz in. stillem Frieden des Feierabends. Eine Eidechse lag man« lerfaul auf einem bemoosten Stein und sonnte sich im letzten Strahl, der durch die Wipfel fiel. Ein Kuckuck rief, und eine Drossel flötete hoch oben ihr schönstes Lied. Dann schwieg auch das. oie riß sich zusammen und wandte Merlin den Blick zu: „Können Sie jetzt zum Wagen kommen, Baron?" „Können wohl---aber ich will nicht!" „Was bann?" frug sie verwundert. „Hierbleiben! — — Mit Ihnen hierbleiben, Stephanie!" oie trat einen Schritt zurück, als er, sich aufrichtend, beide Arme nach ihr ausstreckte. Ihr war, als ginge eine übernatürliche Kraft von chm aus, die ihren Willen völlig ausschaltete und dem seinen hörig machte. Ihre Knie brachen langsam nach vorne. Sie verspürte Moos unter den Händen. Uno bann lag sie an seiner Brust wie damals, als er sie aus dem Wald nach Hause trug. Sie verspürte bas heftige Pochen feines Herzens und den Druck feiner Finger, die ihr Gesicht fester an sich preßten. „Bist du mir gut?" frug feine 1 Glimme über ihr. Sie sah nicht auf, hielt die Lider krampfhaft geschlossen und suchte vergeblich das Zucken der Lippen zu meistern. „Sag, Stephanie!" Sein Atem fuhr keuchend über ihr Haar, bann bog eine unwiderstehliche Kraft ihr den Kopf zurück unb ein ßippenpaar suchte heiß und begehrend nach dem ihren. Sie fürchtete seinem verwundeten Fuß Schaden zu bringen und wollte sich aufrichten, aber leine Arme hielten ihn zurück. „Du bist so leicht! k)ch spüre dich kaum!--Kannst du dich nicht fester gegen mich drücken, daß ich fühle, daß du bei mir bist?--Sag Stephanie--" Und als sie nur das Gesicht an seiner Schulter versteckte, strich er ihr das Haar herab und ließ die Hand auf ihrer Wange liegen. „Hast du vor mir einem anderen gehört?" (Es war unmöglich, sich loszureißen. Seine Arme umspannten sie gebieterisch. „Warum bekomme ich keine Antwort?" „Ich mujj beim!" sagte sie und schob chn mit Gewalt zurück. „Nicht doch, Stephanie, du mußt bei mir bleiben. ----Wer ist her andere?---" iL „Es gibt keinen anderen! Ich habe noch nie geliebt." „Dann bin ich also der erste. Ich danke dir, Stephanie.--" Jetzt er lockerte sich sein Griff. Er erinnerte sich, daß er dem Vater versprochen hatte, behutsam zu sein unb streichelte ihre Hände. „Küß mich noch einmal — — Du willst nicht? Ich hätte so gerne zur Nacht geträumt von dir." Und als sie scheu, von inneren Fiebern geschüttelt, die jungen Lippen darbot, vergaß er sich und zerbrach sie fast unter her Leidenschaft, die wie ein Brand in sein Blut gefallen war. Ein Schuß, der in her Nähe fiel, ließ ihn ernüchtert auf schrecken: „Nun mußt du wirklich heim. Ich fühle, daß es mir nicht gelingt, auch nur bis zum Wagen zu kommen. Aber vielleicht hast du die Gute, nach Ichenhausen hinüberzusagen, ober sagen zu lassen, wo ich zu finben bin. Oehme soll etwas Verbandzeug mitbringen. Mein Vater erfährt am besten vorläufig nichts davon." Stephanie stand jetzt im Moose unb hielt den Blick von ihm abgeroanbt. ,Hch lasse Sie nicht allein, Baron. Vielleicht geht es hoch, wenn Sie sich fest auf mich stützen." „Daran zerbrichst hu!" Er sah lächelnd an ihrer schlanken Gestalt hinauf. „Was sorgst du dich? Es liegt sich doch ganz gut hier. Und bis Oehme kommt, hab' ich ja nun etwas zu denken und zu träumen. — Geh also, Kind!" Sie schüllelle den Kopf und schien nach einem Ausweg zu suchen. „Wenn ich den Wagen bis dicht hierher sichre, werden Sie's bann fertig bringen, über das Trittbrett zu kommen?" „Sicher — —" Er. blickte ihr nach wie sie den Weg hinauflief, nach der Stelle, wo der Mercedes stand. Zwei Minuten später schob er sich hoch und sich auf ihre Achseln stützend, saß er endlich im Fond. Aber es war ein schwieriges Stück Arbeit gewesen. Der Waldweg war nicht glatt, aber Stephanie fühlte befriedigt, daß der Wagen fo herrlich federte, daß Hans Jörg unmöglich Schmerzen bereitet wurden. Ab und zu sah sie nach ihm zurück. Er hiell die Lider geschlossen und war etwas bleich im Gesicht. Einmal sah er auf und nickte ihr zu. „Wie geht es?" frug sie besorgt. „Ganz gut, kleine Steffie." Dann glitten sie wieder dahin, unb beide atmeten auf als die Chaussee erreicht war, die ein rascheres Tem*- erlaubte. Oehme kam ihnen ein Stückchen entgegen, denn er hatte sich bereits um den Freund gesorgt. Neben ihm im Fond sitzend, nahm er die erste flüchtige Untersuchung vor. „Luxation, mein Alter. Bruch wäre mir lieber gewesen. Es ist auch unverantwortlich, von einem fahrenden Auto zu ' springen. — Wie hast bu denn bas wieher gemacht?" Hans Jörg würbe her Antwort überhoben, benn her Wagen bog eben an her Rampe von Ichenhausen ein. Zehn Minuten später lag Merlin sorglich ban- »0 d. n 5 3- r i- n« n, r- n, ze in r« lit eit us ke. s- itn T- >e* rr* im eit al* >e* >ä» )cc rs* >as für ier der oel in- ns* r * e n f» sen >ei* fet* ach irch ags bet >ige Yen ab» ruck lern sich ter* )er* unb ken. fach unb ild, Irab lens lum cm ärz: Tim. I Unsere 1354 A Br. SportschnOr- •chuh, Eidechs- garn., gute Paßt Das sind Preisen o ffa ä stets frisch geröst.. nur beste Misch. rXctaTee '/. ier Del an» nS» r * e n kab jena num cm ärz: mm. eit uS !c, 4- im >ci» Jet» ach ird) ngs der »ige hen ab» ruck jem sich ter» )er- S-Z Q -g~ 1 <9ff=B E 3.ffLZ c § " ° «Pag 2 e *2 S) LZ 3 "'© 8 8 ZT 5E ö L. § © 2sr o iE1 c o iXC E 'S ® O-^- rv - ~ -LC." w» V ip ™dS PT « 0 E-2--.Z 2 E 5 5« g??l 3 " .2 w o ifi 3 g »8’’?e««sÄ gf =g o-"?ä cZ t= ffffA 3gECT c?€.h Esse E ~-° M 2 e^ S _ E 3 .2 5 3 ®S .5 e*Aff „ 8 •£ • £ E g lö *6"-2 f " ff ** 2.‘5^2. ^.ff CT~ - ° E o C «e«s8.. WÄ..£ t C'-lö,^7 „ oT2t®=eä 4®i:ü " UR S 3 eKg = sjji IDe^^ou u. e B waK-° "Ä. 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