Dienstag, 24. Januar 1955 185. Jahrgang Nr.2) Svühausgabe Giehener Anzeiger Oie Eröffnungssitzung des Präsidiums assung beftä- Telegraph" glaubt melden zu können, bag möglicher- Landesoerräler forderte und solche Personen weije ein deutsches Geschwader im Lause aus die gleiche Stufe mit den beim Völkerbund I dieses Sommers England einen Besuch ab- „Siegreich wollen ferenz. In der Aussprache gab venesch eine eigenartige Erklärung ab, in der er Straflosigkeit derartiger Sank an die Berliner Polizei. Berlin, 23. Ian. ((S2123.) Der Berliner Polizeipräsident hat durch einen Erlast den Beamten der politischen und der Schutzpolizei „für ihre pflichttreue und erfolgreiche Arbeit am Sonntag seinen Dani und seine besondere Anerkennung ausgesprochen. „ „Die Berliner Polizei hat erneut bewiesen , heißt es in dem Erlast u. a., „daß sie pflicht- gemäst Erlaubtes schützt und Verbotenes verhindert, nicht aber umgekehrt Erlaubtes verbietet, weil ordnungsfeindli^e Cle- mente es zu stören drohen. Mit solchen falschen Verfahren würde sich die Polizei zwar für den Augenblick ihre Sache leicht machen, auf d,e Dauer aber der Staatsautorität schaden." Mainzer Ruhrkampf-Ennnerungen gegen bk Regierungen ihres Laubes veschwerbe führenben lUlnbcrljclfcn stellte. Die inzwischen seit der Einigungsformel von Genf erfolgte Erneuerung von Militärattaches bei den deutschen AuSlandsnusiionen ist daher, so seltsam das erscheint, ein höchst erfreuliches Wahrzeichen unserer politischen Hat- Hatten. Als,ich anderthalb Stunden später wieder die Straste betrat und am Gericht wieder vorbei kam, war cs von Truppen und Tanks umgeben. Schon beim Kreuzen der Kaiferstraste hatte ich eine Abteilung Kavallerie beobachtet, die dem Bahnhof zueilte. Von dort her hörte ich deutsche Lieder, die sich näherten, so daß ein Zusammenstoß unvermeidlich schien. Da bogen aber zu meinem Erstaunen die französischen 'Reiter in eine Sei- tcnstraste ab. Als ich an die „Groste Bleiche kam, stand da ein biederer Mainzer. Och stellte mich dumm und fragte: „Was ist denn da los?' „Das i st ja schöner als am 2. 21 u g u ft 19 14“, war die Antwort. Und so war es auch. Auf der Bleiche bot sich mir nun folgendes Bild. Eben zog eine halbe Kompanie französische Infanterie vorbei, mit ihren kurzen, eiligen Schritt- chen. Stille. — Da kommt in Reih und Glied und strammem, deutschem Marschschritt et ne Kolonne Deutscher. Sie singt die „Wacht am Rhein" und andere Datcrlandslieder. Arn meisten ärgerte es die Franzosen, dast auch gesungen wurde: „Siegreich wollen wir Frankreich schlagen.“ War diese Gruppe vorbei, tarnen Nach einiger Zeit wieder Franzosen. Es war eine Art Rachlaufspiel. Aus diese Weise kam es zu keinen ernstlichen Zusammen- stösten. Einige sich anmaßend benehmende Offiziere wurden verprügelt: im „Holländischen Hof m der Rheinstraste wurde eine Kapelle, die zu einem französischen Ball au,spielte, gezwungen, au> die Straste zu kommen und das Deutschlandlied zu spielen. Die anwesen- den Offiziere entwichen durch tue auf der -Kua feite liegenden Fenster. .... Später haben die Franzosen behauptet, sie hat- ten Blutvergiesten vermeiden wollen und seien als die Klügeren Zusammenstößen aus dem Weg gegangen. In Wirklichkeit war es aber so dast sie sich wohl zu schwach fühlten, dmn sie hatten bei Beginn des Einfalls in das Ruhrgebiet m Mainz, das sie für sicher hielten, nur eine ganz geringe Truppenzahl zuruckgelafsen. Am Morgen des 25. Januar bot die Stadt ein anderes Bild. 2n der Rächt waren rasch s r i s ch e T r u v - pen in dieStadt geworfen worden. An den Straßenkreuzungen standen Infanterieabteilungen, die die Gewehre zusammengestellt hatten, abgesessene Kavallerie, Maschinengewehre, Proklamationen, die strenge Vorschriften für das Verhalten der Bevölkerung auf den Straßen gaben, kurz: Belagerungszustand. Nachdem sich die Franzosen wieder Herr der Lage fühlten, begann die Rache. Dor allem suchten sie die Anführer dieses Aufstandes. Er mustte von irgendeiner Stelle organisiert und besohlen sein, denn ein Deutscher tut nur, was ihm Die Abreise der deutschen Delegation zur G e n - f er Abrüstungskonferenz ist bet der Heftigkeit unserer innenpolitischen Auseinander- sehungen fast unbemerkt erfolgt, obwohl die nunmehr beginnenden Verhandlungen deutsche Lebensfragen betreffen, die weit wichtiger find als die Einberufung des Reichstages, oder die Demonstration am Bülowplah in Berlin. Die Z u - kunft der Ration steht und fällt mit der Abrüstungsfrage, was man von Regierungsbildungen und Parteikämpfen nur feiten be- da« Rheinlandproblem aufrollen. Man hat in Paris ein schlechtes Gewissen. Von Bel- fort bis nach Lüttich zieht sich ein System von Befestigungen hin, Wie cs noch niemals geschaffen worden ist. Dir aber find unverteidigt. Wäre es nicht logisch, auch den Osten Frankreichs zu entmilitarisieren, wenn wir eS schon sind. Wir haben diese unS unterstellte Absicht dementiert. Damit kommen wir zum Hauptpunkte der kommenden Au.einandersehung: Es geht jetzt in Genf nicht um Einzelheiten, eS geht um die Grundfrage. Sind wir frei, oder find wir eS nicht, find wir gleichberechtigt, oder find wir es nicht. Welcher Ausgangspunkt da gewählt wird, bleibt gleichgültig. Es kommt jetzt auf die Zielsicherheit und die Festigkeit der Vertreter des Deutschen Reiche« an. Sie sind es. die nicht nur gleichberechtigte Forderungen auffteken müsse.i, sie müssen gleichberechtigt sein. Sie müssen, ohne ein Wort zu sprechen, gegenwärtig gleichberechtigt sein, ob es sich dabei nur um Lapalien handelt, oder ob c3 sich um groste Probleme dreht. Da wollen wir denn die Hoffnung aussprechen, dast es der deutschen Delegation gelingen möge, eine mannhafte und klare Politik zu treiben, der Aufgabe würdig, die sie vertreten. Wiederaufnahme der Abrüstungskonferenz Deutschland wieder vertreten. - Was das deutsche Volk erwartet. Innalme von »nzetgeZ für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20', mehr. Chefredakteur-. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.IHyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undlürdenAn- yigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in (Siezen. sich, dast die Franzosen in dieser Formel etwas ganz anderes erblicken als toir. Die Franzosen haben wiederholt feststellen lassen, daß dieses ..System der Sicherheit" oder d.e gestche^e Ordnung, innerhalb deren die deutsche Gleichberechtigung anerkannt wäre, erst geschaffen werden müsse, ehe man von Gleichberechtigung sprechen dürfe. Wir haben unserseits, so der Deutsche Reichsianzler. die These ausgestellt, dast die Sicherheit natürlich auch das Deutsche Reich mit einfchlösse. Weil dem so wäre, gehöre auch die Gleichberechtigung zur Sicherheit Der Kampf um die Formeln und Worte ist also noch keineswegs beendet. 3a, gegenwärtig ist es nicht ratsam, in die Feinheiten und tfineften Der diplomatisch-politischen Ausdruckswe.se zu sehr hineinzusteigen, weil ja hier vor allem Die Ausgabe der erneuerten Konferenzverhandlungen liegt. Es ist nützlicher, die r e a l e n 'S) i ni g e erneut zu beleuchten, die hinter Den Phrasen unD Floskeln stehen. Da bleibt vor allem d.e deutsche Gleichberechtigung übrig, und diese Gleichberechtigung ist vorläufig nur ein Begriff, ein Anspruch, sie ist aber keineswegs de facto da, sie ist noch nicht realisiert worden. Die Oderakte, die fraglos nut der Abrüstung nichts zu tun hat, und der sich an sie knüpfende diplomatische Zwist zeigt auf einem anderen Gebiete, wo Die Gleichberechtigung anfangt unD wo sie aufhört. Die Ober ist im Versailler Vertrage internationalisiert worden. Cs fragt fich nun Haden wir Die Rechte anderer Rationen zu bestimmen, oder haben alle anderen in u n f e re n | internen Verhältnissen mitzureden. Das Gleiche gilt von Der Abrüstung. Haben toir Die Abrüstung unD das Mast Der Abrüstung in Der HanD, oder müssen wir uns auch nach Anerkennung Der Gleichberechtigung eine internationale Schnüffelkontrolle gefallen lassen, Die kein anderes Volk duldet? Es mag k'.er Daran erinnert werden, dast Der Weltkrieg durch die österreichische Forderung ausgelost wurde eine gewisse Kontrolle der seroischen Justiz bei Der Aburteilung der Mörder von Sera- jewo auszuüben. Das hielt Rußland nicht mH der Souveränität Serbiens für vereinbar. Dir Dürfen also sehr Wohl sagen, dast d:e staatliche Souveränität oder Gleichberechtigung ein sehr konkreter und international verständlicher -ce- tung bei den kommenden Verhandlungen in Gens. Wir sind nicht gewillt, uns mit Formeln abspeisen z u lassen, wir wollen jetzt keine Gleichberechtigung mehr aner- lannt wissen, wir wollen sie ganz einfach durch die Tat beweisen. Der tatsächliche Rachweis unserer Glcichberech- tigung ist ab.'r ein ungewöhnlich schwieriges Problem. Da sind Die ganzen bisherigen Verhandlungen. sozusagen die Akten der Abrüstungskonferenz. die allesamt von der These der deutschen nichlvorhandenen Gleichberechtigung auS'c'jcn. Ob das direkt oder indirekt ausgesprochen ist. bleibt gleichgültig, die Tatsache ist da. Trotzdem tann die deutsche Delegation nicht alles über den Hausen weisen. Sie wird aber den anderen Völkern eine andere Brille aufsehen müssen, um den Inhalt der bisherigen 2lbinachungen anders zu lesen als bisher. Eines schickt sich hier für alle. Das ist die Quintessenz der deutschen Politik. linier Ziel ist ein doppeltes: Wir wollen zunächst die Gleichberechtigung in jedem Sinne, zugleich wollen wir aber die 21 b - rüstung. Die Verminderung der Kriegsrüstung der anderen. Da ist z. B. das Rheinland. Es ist in der französischen Presse die Behauptung ausgetaucht, wir wollen Diese deutliche Anspielung Beneschs auf die zahlreichen Klagen der deutschen Minderheiten beim Völkerbund infolge des fortgesetzten Bruches der Mindcrheitenschutzverträge wurde allgemein ver- ftanden. Botschafter Nadolny lehnte sofort mit großem Nachdruck jeden Vergleich zwischen Landesverrätern und Minderheiten a b und betonte den selbstverständlichen Unterschied zwiscken den rechtlich auf internationalen Vorträgen fastenden Beschwerden der Minderheiten und dem Verhalten von Landesverrätern. Benesd) beharrte iebod) auf seiner Auffassung und erklärte, dast der Unterschied zwischen den bei den Personengruppen nur seine Auffassung bestätigte. 'Jl a b o l n t) beantragte daraufhin, die gesamte Frage an den chauptansschuß zu verweilen. Aus Vorschlag Hendersons wurden jedoch P o I i t i s und der (tzeneralberichterstatter für die Kontrollfrage, 'ßourqui (Belgien) beauftragt, eine neue Formel für den Landesverräter-Paragraphen auszuarbeiten. Man ist im Bureau der Abrüstungskonferenz weitgehend der Meinung, dast eine solche Formel nicht gefunden werden kann. Line Regelung dieser Frage im Sinne der Forderungen Beneschs wäre nach deutscher Auffassung eine Prämie des Landesverrats. Aus der heutigen Sitzung ist noch zu erwähnen, dast der Präsident die deutsche Delegation ausforderte, zu den Ausschustbcratungen wieder ihre Vertretungen zu ernennen. Henderson hofft, dast die Arbeiten der Konferenz materiell bis O st e r n abgeschlossen werden können, und daß nach der Dftcrpaufc der Konventionsentwurf fertiggestellt und angenommen werden tann, mit dem die erste Phase der Abrüstungskonserenz abgeschlossen werden soll. In weiteren Kreisen der Abrüstungskonferenz wird dieser Optimismus als verfrüht bezeichnet. Deutscher Kriegsschiffbesuch in England? C o n b o n , 24. Dan. (OB. Funkspruch.) „Daily Erlcheini tägltd). außer Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustrierte ffiunener ftamihenblatter Heimat m Bild Die Scholle Msnair vezngrpretr: Mn 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr . . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernfprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anichrift lür Drahtnachrichten^ Anzeiger Liesten. Postscheckkonto: fronlfvrt am Alain 11686. Genf. 23. Ian. (TU.) Das Präsidium der Abrüstungskonferenz, in Dem insgesamt 18 Regierungen vertreten sind, trat heute nach längerer Unterbrechung wieder zusammen, um Die Wiederaufnahme der Arbeiten der 2lb- rüstungslonfercnz vorzubereiten. Die deutsche Regierung wurde durch Botschafter Radolny vertreten, der zum.ersten QKale nach dem Ausscheiden Deutschlands auS Der Abrüstungskonferenz Ende Juli an Den Arbeiten des Präsidiums wieder teilnimmt. Die Sowsetregierung nahm an der heutigen Sitzung nicht teil. Das Präsidium begann mit der Durchberatung des Avkommens für die R Ü st u n g s k o n - trolle, das Die Schaffung eines internationalen Ausschusses vorsieht, Der aus Vertretern sämt- sicher Unterzeichnerstaaten zusammengesetzt wer- Den unD Die Durchführung Des künftigen Ab- rüstungsabkommens in Den einzelnen Ländern übernehmen soll. Der Ausschust soll auf Antrag einer Regierung ein „Investigationsverfahren'' einleiten können, falls in einem Staate der Bruch, oder die Gefahr des Bruches des Ab- rüstungsablommens vorliegt, und zwar soll das Verfahren mit einfacher Stimmenmehrheit bc- schlossen werden. Der Kontrollausschust soll ferner die Aufgabe übernehmen, Revisionen des 2lb- rüstungsabkommens, sowie die toe.tercn Etappen des Abkommens vorzubereiten. Es kam in diesem Zusammenhang zu einer bc- megten Aussprache über den sog. „Landesverräter-Paragraphen" des Abkommens. In dem Abkommen war ursprünglich eine Regelung vorgesehen, dast Perfonen, die dem Kontrollausschust Mitteilungen über geheime, im Abrüstungsabkommen verbotene Rüstungen ihres eigenen Landes machen, völlige Straflosigkeit geniesten. Der Vorsitzende des Kontrollausfchusses, P o l i 1 i s , hat jedoch beantragt, diese Frage fallen zu lassen, da eine für alle Reaierungen annehmbare Rechtssormel nicht zu finden sei. In der Aussprache forderten dagegen M a f f i g l i, Wilson und Motta die Behandlung der gesamten Frage im Hauptausschuß der Abrüstungskon- befohlen wird. Das war die Ansicht, die den Deutschen immer wieder entgegentrat, öie jetzt mit den franzöiischen Untersuchungsoehorden zu tun bekamen. Daß hier nur wieder einmal Der altgermanische Geist der Freiheit, der schon Den römischen Legionen des Darus verhängnisvoll geworden war, zum Durchbruch gekommen war, wollten die französischen Bedrücker nicht verstehen Aber dieser Geist war geweckt, er brachte alle Versuche der Franzosen, das Rheinland mit Hilfe der Separatisten vom deutschen Mutterland loszureißen, zum Scheitern. 118 Festnahmen in Berlin. Berlin, 23. Ian. (211.) Wie die Pressestelle deS Berliner Polizeipräsidiums abschließend mitteilt, wurden am Sonntag in Berlin insgesamt llSPersonense st genommen, da- von 108 Kommuni st en, während die restlichen 10 Rationalsozialisten und Angehörige anderer Partein waren. Der größere Teil der Festgenommenen wurde noch in der Rächt zum Montag wieder freigelassen. In H a f t befinden sich jetzt nur noch 5 2 Kommunisten, die sich wegen unbefugten Waffenbesitzes, Bildung verbotener Kundgebungen und Störung der öffentlichen Ordnung zu verantworten haben. OemonstraiionSverbot im Regierungsbezirk Köln. Köln, 23. Ian. (WTB.) Der Regierungspräsident von Köln hat aus Grund deS Ar- tikelS 123 Absatz 2 der Reichsverfassung alle Auszüge und Versammlungen unter freiem Himmel für das Gebiet der Stadt Köln, des Landkreises Köln, der Stadt Bergisch- Gladbach und der Gemeinden Densberg, RoeS- rath und Porz bis auf weiteres verboten. Anlaß zu dem Verbot gaben die wiederholten Versuche der Kommunisten, die Aufzüge anterer Parteien zu stören und der Polizei tätlichen Widerstand entgegenzusetzen. General-Anzeiger für Oberhessen vrrck lind Verlag: Vrühl'sche Unkveifitälr-vuch- und Zleindruckere! N. Laine in Gletzei. Zchriftleitung und Geschaftrlelle: SflnTOnM 7. Zuw 24. Ian ar 1933. DonOberstudiendi eliorOi.Kalcfleisch.Oießen Heute jährt fich zum ze h'N t c n m a l ein 2ag ber für Hessen besonders für Rh ei n - Hessen, von geschichtlicher Tedeutung .st, denn an diesem Tag. Dem 2 4. 3 a n u a r 19 23, trat unser Land in den Ruhrkampf ein.- Am 11. Januar 1923 waren d:e Franzosen in das Ruhrgebiet einmarsch.ert. Die für Diesen Tag vond er He s.scheu Regierung geplanten Kundge- bungen in Rheinhessen waren von Der Tesatzungs- behörDe im Keime erstickt worden. Sie konnte ober nicht verhindern, Daß Die Stimmung auch im besetzten hessischen Gebiet immer gespannter | hupten kann, wurde Cs wurde bekannt, Daß D.e Separa - Was beDcutet Das Abrüstungsproblem? Ist t i st e n einen Handstreich planten. Die Bevol- ni$t |cf)on gcnug davon gesprochen worden, hat kiung rüstete sich zur Gegenwehr. Kampfsttm- mQn schon mehr davon gehört, als man mang überall. . vertragen kann? Das ist gewiß richtig. Es muß Da kam Die Kunde, daß Die 3nDuflrieiutyrcr icöocf> Daran erinnert tocrDen, daß wir in Der unD BergwerlsDirektoren aus dem Ruhrgebiet, Abrüstungserörterung vor einer neuen Lage d.e sich geweigert hatten, den Befehlen Der fran- stehen, Die Durch Die bekannte Einigungs- zösischen Behörden zu gehorchen, verhaftet unD j 0 r m c [ von Genf geschaffen ist. Diese Eim- in das Gerichtsgefängnis M ainz gebracht wor- flUng£formel betagte, Daf) Die deutsch eG le i ch- dcn waren, wo übrigens schon ein Hesse, Ober- £>cted)tigung innerhalb eines die Siicherhelt rcgicfiingbrat Dr. Offenbächer, Dor ft and oller Staaten verbürgenden europäischen S)- dcs Mainzer Zollamts, hinter Schloß und Riegel anCuannt würde. Wie man weiß, hat sich saß, weil er sich des gleid)en „Verbrechens schul- Qn öic Auslegung dieser Formel inzwischen eine, big gemacht hatte. Trotzdem die ^rranzo.en hauptfächlick) von der französischen und deutschen größte Heimlick-keit wahrten, sickerte durch, daß treffe bestrittene Fehde geknüpft. Daraus ergab die Verhandlungen gegen Th Y s s e n und die an- ..... ~ ------- Deren Herren am 24. Januar stattfinden sollte. Am Morgen dieses Tages war Der Zuhörer- raum, Der große Schwurgerichtssaal des 2Itain- zcr Landgerichts, mit einer dichten Wenscpen- menge befehl, zur Hälfte Deutsche, zur Hals c Franzosen. Im Saale waren offenbar viele Spitzel verteilt, Denn gar mancher der anwesen- dcn Deutschen mußte nachher zu seinem Stau» I nen fest stellen, daß die Franzosen sehr genau wuh- ten, wo er an diesem Qßorgen gewesen war. Kurz I vor 9 ilbr betrat eine Abteilung Infanterie mit ausgepslanztem Seitengewehr den Saal und stellte sich zwischen den Tisch des Gena)tsho,es und den Zuhörern auf. Links vor Den cu- feb ait* m waren Die Bänke Der Angeklagten, rechts ein Offizier als Ankläger. Punkt 9 Ähr ertönte Das Kommando: „Prcscnlez armeste D.e Wache präsentiert, alles stand auf. Der Gerichtshof trat ein. Ten Vorsitz führte ein Oberst, eine hohe, kriegerische Erscheinung. Er ermahnte das Pu- b'.ikiim zur Ruhe und verbot jede Kundgebung. Tann begannen die Verhandlungen, d.e sich dadurch in die Länge zogen, daß alle Fragen des Vorsitzenden und Antworten der Angeklagten überseht werden mußten. Als einer der deut- jd-en Herren gefragt wurde, warum er nicht Den Bcfeh.en Des französischen Befehlshabers gehorch'! habe, erklärte er mit lauter Stimme: ,21 ich t s auf der Welt wird m i d) D a - z u bringen, etwas gegen Die Gesetze meines Landes zu tun.“ Ta ertönte tm Zuhörerraum ein lautes Bravol Rock) Dcutlidjer | kam Die Stimmung Der Einheimischen zum Ausdruck. als um 1 illjr eine Pause eintrat und Die deutschen Angeklagten in das Gefängnis zuruck- geführt wurden. In den Gängen, d.e dorthin führten, hatten sich zahlreiche Mainzer aufgeiteilt, die sie mit lautem Händeklatschen begrüßten. Zu Den Verhandlungen am Rachm.ttag konnte der Schreiber Dieser Zeilen nicht gehrn. Seine Arbeitsstätte war nicht allzu weit vorn Gericht. Gegen b Uhr abends hörte man plötzlich das Deutschlandlied. Alle im Zimmer Anwesenden sahen sich erstaunt an. War das ein Traum? „Deutschland, Deutschland über alles , hier in Mainz auf offener Straße. Cs trat wieder Ruhr ein. Aber nach kurzer Pause ertönten Hochrufe, denen Die „W a ch t am Rhei n" folgte. Da hielt es uns nicht länger im Zimmer. Wir eilten nach Dem Gericht. Ter weite Platz davor war dicht beseht mit Menschen, die abwechselnd all die Daterlandslieder fangen. Die ftreng verboten waren. Als wir an dem Platz ankamen, traten gerade einige französische Offiziere aus dem Gebäude. Ein hunöertstimmiges Pfui, Pfui tönte ihnen entgegen. Die Menge nahm wohl an, daß es Offiziere des Kriegs- Berichts waren. Die nach lange telephonischen terhandlungen mit Paris ihr Urteil gefällt statten werde. Vie deutschen Kriegsschiffe würden vielleicht wahrend der Regattawoche von Lowes im August nach Spithead kommen. Endgültiges fei allerdings noch nicht vereinbart worden. Lin solcher Besuch würde, so bemerkt das Blatt, die britischen Seuleute in den Stand sehen, den herzlichen Empfang zu vergelten, der Konteradmiral Asttey Rushton und dem zweiten Kreuzerge- fchwader im Jahre 1931 bei ihrem Aufenthalt in Siel bereitet worden sei. Lin Besuch des neuen Schiffes „Deutschland" in Spithead würde das größte Interesse erwecken. Oie deutschen Agrar- -eschwerden gegen Polen. Genf, 23. Ian. (SU.) Die Reichsregierung bat vor einigen Tagen durch den Generalsekretär 'des Völkerbundes sämtlichen Rats- mochten eine Rote zugestellt, in der der bekannte deutsche Standpunkt zu der wiederum auf der Tagesordnung des Völkerbundsrates stehenden Agrarbeschwerde des Deutschtums in Polen dargelegt wird. In den bisherigen vertraulichen Besprechungen hat sich gezeigt, daß der Dreierausschuß des Völkerbundsrates trotz der eindringlichen deutschen Forderungen nicht gewillt ist, dem deutschen Standpunkt Rechnung zu tragen. Der Dreierausschutz begründet seine Haltung im wesentlichen damit, daß das gegenwärtige Minderheitsverfahren keine Handhabe für ein weiteres schärferes Vorgehen gegen Polen biete. Unter diesen Umständen wird gegenwärtig erwogen, ob nicht die gesamten, seit Iahren vor dem Völkcrbundsrat stehenden, das Deutschtum in Polen unmittelbar berührenden Fragen nunmehr zur endgültigen Entscheidung vor den In- ternationalen Haager Gerichtshof gebracht werden soll. Frankreichs chinesische Mauer. Frankreich hat sich nach dem Vorbild der Chine en ein gigantisches Verteidigungswerk zugrlrgt, das unter Einschluß der belgischen Festungen von der Kanalküste bis in die ital enischen Alpen reicht. Am stärksten ist dieses Bollwerk natürlich an der deutschen Grenze. Obwohl Deutschland bis auf den letzten Hufnagel abgerüstet wurde, fühlt sich Frankreich nur hinter doppelten und dreifachen Verteidigungsanlagen einigermaßen sicher. Roch immer weiß man von diesen Lauten in Deutschland viel zu wenig, weiß nicht einmal, dah viele dieser Anlagen bis hart an die deutsche Grenze reichen, so dah schon die Grenzdärfer im Bereich der in die Betonvnterslände eingebauten Maschinengewehre liegen, ganz zu schweigen von den Städten des Rheinlandes, die durchweg jederzeit von der Grenzartillerie in Schutt und Asche gelegt werden können. Wie aber sehen die Anlagen im einzelnen aus? Frankreich ist dazu übergegangen, den Beton- u n t e r st a n d in ein D e t o n d r e i e ck urnzu- wandeln, das zur Front hin keinerlei Schießscharten besitzt. Es ist lediglich durch starke Drahtverhaue gesichert. Die Schießscharten liegen dagegen, und auch hier wieder durch das Feuer vom Feind her geschickt geschützt, an den beiden Seiten des Dreiecks. Der Schütze feuert also in die Flanke des anstürmenden Gegners und schützt den benachbarten Detonunter- stand. So ergänzen sich die Betonklöhe. Iede Anlage ist meist noch mit Geschützen ausgerüstet, die in Panzertürmen stehen. So sind große Räume befestigt. Vielfach kommen noch der Verteidigung die Verhältnisse im Gelände zugute. Die Vogesen sind stark befestigt, aber auch die Rheinebenen. Hier stehen die Betonunterstände teils sogar im Rheinbett. Im Raume zwischen Meß und Bitsch befindet sich ein riesiges Gelände, das jederzeit unter Master gesetzt werden kann, so dah es unpassierbar wird. So reiht sich eine Festungsanlage an die ander«. Die meisten Unterstände sind noch untereinander verbunden, von ihnen führen wieder unterirdische Gänge ins Hinterland, so daß der Munitionsnachschub durch feindliche Einwirkungen nicht zu leiden hat. Die Einzelwerke gleichen befestigten Kasernen. Unter einer zweieinhalb Meter starken Cisenbetondecke liegt das sog. Kampfstockwcrk. Hier stehen die Maschinengewehre oder leichten Geschütze. Un. ; diesem Stockwerk liegt ähnlich geschützt das Munitionslager, dos gleichzeitig auch eine Verpflegungsstation für die B-Atzung enthält. Im dritten untersten Stockwerk lön t n die Mannschaften ausruhen. Von hier ge^.t die Gange zu den Rachbarwerken und ins Hinterland. Die Gänge liegen vielfach dreißig bis vierzig Meter unter der Erde. In den Hauptgängen laufen sogar Feldbahnen. So liegen die verschiedensten Verteidigungswerke hintereinander. Sie schützen zahlreiche gut ausgebaute Anmarschwege und Truppenversammlungsräume. Deutschland besitzt dagegen nicht ein einziges Fort an seiner Westgrenze. Auf Grund des ver- failler Diktats mußten kürzlich sogar noch Eisenbahnverbindungen zerstört werden. Offenbar bedrohten sie Frankreichs Sicherheit, die. wie die französische Aufrüstung zeigt, noch einmal durch diese moderne chinesische Mauer hinreichend garantiert zu sein scheint. Unannehmbare Oder-Regelung. Ein deutsches Nein. — Oie Gegenseite hat den Wandel der Zeit noch immer nicht begriffen. Berlin, 23. Ian. (CRV) Rachdem die Verhandlungen über den Abschluß einer O d e r - akte, die im Versailler Vertrag gefordert ist, seit nahezu 13 Iahren im Gange waren und im Sommer vergangenen Iahres abgeschlossen wurden, Hai jetzt die deutscheRe« flietung nach eingehender Prüfung des ge- amten, sehr umfangreichen Materials den damaligen Standpunkt der deutschen Delegierten, die Akte nicht zu unterzeichnen, gebilligt und die Annahme der Akte abgelehnt. In einem Zusatzabkommen war seinerzeit der 28. Ianuar d. I. als der letzte Termin für die Unterzeichnung bestimmt worden. Der deuische Stand- Intermezzo im Fahrstuhl. Von Hanü von Goecke. Ms ich das rote Hütchen herankommen sah, trat ich ins Haus und winkte der dicken Portierfrau mit einem Fünfziger. Sie schob sich aus ihrer Loge, klapperte mit den Schlüsseln und fragte: „Den Fahrstuhl?" Faastuhl, sagte sie. Ich nickte. „Zu wem wollen Sie denn?" — „Zu Dr. Zander." — „Ra, 's gut." Sie steckte den Schlüssel in den Kontakt, der Lift sank mit leisem Surren herab. Cs war ein sehr schöner Lift, der solide zwischen vier festen Wänden lief. Der rote Hut kam, als ich seine Tür öffnete. „Darf ich mitfahcen?" fragte der rote Hut. Ich entblößte mein Haupt. „Ditte sehr." Der rote Hut trat ein und stellte sich vor den Spiegel. Ich schloß die Türen und ging an die Knopfreihe. „Sie wollen doch auch zu Dc. Zander?" Ein Seitenblick traf mich. „2a — bitte", hieß es kurz. Ich drückte auf „3. Stock". Cs ruckte ein wenig, die elektrische Dirne flackerte. Wir glitten empor. Aber nicht lange. Bums standen wir. Ich taumelte, suchte einen Halt, griff in die Luft. Da verlöschte das Licht. Cs war dunkel, stockdunkel. „Was ist geschehen?" fragte der rote Hut. Die Stimme war etwas ängstlich, war sehr hell, sehr sympathisch. „Der Strom wird ausgesetzt hab.n." „So klingeln Sie doch; es gibt doch ein Rotsignal." Ich machte mich wieder an die Knopfe, tastete, klapperte. „Man scheint uns nicht zu hören", sagte ich nach einer Weile. „Sehr unangenehm." „Sehr unangenehm", pflichtete ich bei und schnoberte nach dem feinen Parfümduft, der langsam die enge Zelle füllte. Cs war eine Weile still. „Wie lange sollen wir denn hier stecken?" „Das ist schwer abzuschähen. Auf jeden Fall, bis man merkt, daß der Fahrstuhl nicht in Ordnung ist. Aber das dürfte meines Erachtens eint.efen, wenn ihn wieder jemand in Anspruch zu nehmen den Wunsch äußert. Tritt dies ein, so würde die Portierfrau oder ihr Mann, besser wohl dieser, auf den Doden steigen. «Sind Sie Techniker?" „Rein. Dankbeamter mit Aussicht auf einen Direktorposten." Wieder war Stille. Atem. „Wann meinen Sie, daß jemand kommen wird, der den Fahrstuhl benutzen will?" punkt ist den beteiligten Regierungen — das sind außer den Uferstaatcn Polen und die Tschechoslowakei entsprechend den Destimmungen des Versailler Vertrages die alliierten Staaten Frankreich und England, sowie die früheren Reutralen Schweden und Dänemark— in einer ausführlichen Rote unter dem 14. Ianuar mitgcteilt worden. Die Oderakte ist entsprechend den Vereinbarungen über internationale Stromakte verfaßt. Derartige Akte regeln im wesentlichen die Frage, inwieweit das betreffende Flußgebiet unter die Zuständigkeit einer internationalen Kommission gestellt wird, weiter das allgemeine Regime für die in Frage kommenden Strecken, und bestimmen „Man muß abwarten. Um diese Zeit fahren wenig Leute. Aber es muß ja einmal auch wieder jemand zu Dr. Zander heraufwollen. Zu wieviel Uhr waren Sie bestellt, mein gnädiges Fräulein?" „Zu halb drei." „Sehen Sie, und ich zu drei Uhr. Ich hatte mich etwas verfrüht. Mein Rachfolger dürfte also um halb vier kommen." Vorläufig hatten wir uns nicht- mehr zu sagen. Ab und an bewegten wir uns, traten von einem Dein aufs andere. Dann knarrte der Fahrstuhl etwas. Zwischendurch hörte ich meine Taschenuhr ticken. Cs war still. „Wollen wir nicht einmal um Hilfe rufen?" sagte der rote Hut. Ich antwortete sehr ruhig, sehr bestimmt: „Es dürfte wenig Sinn haben. Die Fahrstuhlschächte sind laut Vorschrift der Baupolizei rings von starken Brandmauern umgeben und mit Eisentürcn hermetisch verschlossen." Jetzt stampfte sie mit dem Fuß auf. „Dozieren Sie doch nicht so! Sie machen einen ja verrückt ...“ „Verzeihen Sie." Milde sprach ich es, demütig. Aber ich meinte: ärgere dich nur, das ist gut. „Haben Sie nicht ein Streichholz da? Diese Dunkelheit ist unerträglich .. Ich kramte in allen Taschen. Umsonst. „Leider nein. Es tut mir unendlich leid." „Cs ist zum Verzweifeln!" „Sie sagten das schon einmal." „Run spotten Sie auch noch. Oben wartet Dr. Zander. Um drei habe ich eine Verabredung.. „Mit einem Herrn?" „Rein, mit einer Freundin. Außerdem geht Sie das gar nichts an. Gar nichts, verstehen Sie?" Sie trommelte mit den Fäusten gegen die Holzwand. Ein wenig zitterte der Lift, aber nur ganz wenig. Die Fäuste waren sehr klein, und als sie sich müde getrommelt hatten, kam das, was ich erwartete: Tränen. Erst knipste der Verschluß einer Handtasche, dann knisterte ein Taschentuch, dann schluchzte es leise. Meine Stimme wurde weich: „Oh, Sie sind müde, das lange Stehen strengt so an. Sie müssen sich setzen." „Wohin denn?" Wie jämmerlich das klang. „Auf den Boden — es hilft nichts .. „Der wird schmutzig sein." „Ich lege mein Taschentuch hin. Das ist sauber. So. Und nun lassen Sie sich nieder." Ich faßte zu, half ihr; sie lieh es geschehen. „Ditte, etwas mehr rechts, sonst setzen Sie sich neben das Tuch." die gemeinsame Erhaltung der Freiheit und die gleiche Behandlung der beleiligien Schiffahrt. In weiteren Bestimmungen wird die Organisation der Flußkommission, ihre Zusammensetzung und ihr Sih festgelegt, ferner das Zollregime und die Ordnung der Strompolizei, und schließlich auch alle noch mit der Stromregulierung zusammenhängenden Fragen. Maßgebend für die Ablehnung der Oderakte durch Deutschland war vor allem die Tatsache, daß die Oderokte entgegen dem üblichen Aufbau solcher Abmachungen eine ganze Reihe von einschneidenden politischen Bestimmungen enthält, die in ihren Auswirkungen eine Einschränkung unserer Souveränität bedeuten. So wird beispielsweise bestimmt, dah die Frage der Taxen und Abgaben nicht Deutschland, als dem einzigen Staat, in dessen Gebiet die Oder schiffbar ist, zusteht, sondern von der Internationalen Oderkommission geregelt werden soll. Außerdem beansprucht die Kommission des Reckt, zu bestimmen, welche großen Arbeiten im Stromgebiet vorgenommen werden müssen. Eine andere, für Deutschland unannehmbare Bestimmung ist in dem Kapitel über die Behandlung der Oder im Kriegsfälle enthalten. Darin wird entgegen den allgemein üblichen Reutralitätsbestimmungen gefordert, daß Deutschland verpflichtet sein soll, der Tschechoslowakei einen „zweiten ähnlichen" Weg zu geben. Außerdem hat es Polen abgelehnt, die üblichen Schuhbestimmungen in die Oderakte auf- zunehmen, in denen gefordert wird, dah die beteiligten Staaten an anderen Grenzen keine günstigeren Bedingungen gewähren dürfen, als an dem in Frage kommenden Strom. Sehr wesentlich für di« deutsche Ablehnung war dann auch die Behandlung der deutschen Sprache. Obwohl Deutschland das einzige Land ist, in dem die Oder schiffbar, also dein allgemeinen Wirtschaftsverkehr überhaupt zugänglich ist, läßt die Akte alle S p r a - ch e n der beteiligten Länder als rechtsgültig zu und bestimmt, dah im Falle von Auslegungsschwierigkeiten der französisch« Text maßgebend ist. Ueberdies hak Polen sich geweigert, ebenfalls entgegen den allgemein üblichen Jormen in die Internationalisierung der Oder auch das schiffbare Warlhe- und Retzegebiel einzubeziehen und hat lediglich nur die letzte kurze Strecke dieser beiden Flüsse freigegeben. Das bedeutet eine durchaus ungerechtfertigte Bevorzugung Polens. Im ganzen gesehen kann di« Oderstrom- akte nicht als eine lediglich der Schiffahrt und dem Handel dienende Vereinbarung bezeichnet werden, sondern sie bedeutet ein politisches Abkommen, das den Zweck verfolgt Deutschland international zu bevormunden. Deutscher Schritt in London. London, 23. Ian. (SU.) Don den zuständigen englischen Stellen in London wird bestätigt, dah der deutsche Botschafter in London vor etwa 14 Tagen in der Frage der O d e r - akte Dor Ü eilig geworden ist. Die deutsche Denkschrift ist bereits geprüft worden, und es ist damit zu rechnen, daß die englische Regierung, zur gegebenen Zeit Stellung nehmen wird. Aus aller Welt. Haftbefehl gegen die Berliner Theakerdirekkoren Gebrüder Rotter. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die Berliner Theaterdirektoren Gebrüder Rotter, die zuletzt eine ganze Reihe von Berliner Bühnen in ihrem Konzern vereinigt hatten und sich gegenwärtig in der Schweiz aufhalten sollen, Haftbefehl wegen Konkursverbrechens und Betruges erlassen. — Wie die Polizeidirektion des Kantons Luzern bestätigt, haben sich die flüchtigen Berliner Theaterdrrektoren Gebrüder Rotter in den letzten Tagen in Luzern im Hotel „Rational" aufgehalten. Von hier aus wollten sie sich nach Zürich begeben; sie konnten dort aber nicht ausfindig gemacht werden. Auch die an anderen Orten der Schweiz nach ihnen vorgenommenen Rachforschungen blieben ergebnislos. Rachdem nun von den deutschen Behörden ein Steckbrief hinter den Gebrüdern Dotter erlassen wurde, werden auch in der Schweiz die Rachforschungen verschärft. Zollhinterziehungen einer Berliner Tabakfirma. Der Berliner Zollfahndungsstelle ist es gelungen, umfangreichen Danderolenschie- bungen einer Berliner Tabakfirma auf die Spur zu kommen. Die Firma Erich Koch in Schöneberg hatte den Tabakwarenverkauf in zahlreichen Restaurationen und Vergnügungslokalen gepachtet. Dabei sind Zollhinterziehungen vorgekommen, indem Zigarren aus unbanderolierten Kisten in gebrauchte Kisten mit schon banderolierten Stre fen umgepackt wurden. Ueber den Umfang gibt die Zollfahndungsstelle noch keine Zahlen an, jedoch wird angenommen, daß es sich um erhebliche Beträge handelt. Unglaubliche Zustände in einem rumänischen Gefängnis. Im rumänischen Gefängnis von Turnu Severin sind zwei Gefangene erfroren bzw. verhungert. Die Dukarester PrLsse ist darüber sehr erregt und stellt fest, daß die Lebensmittellieferanten schon seit Iahr und Tag nicht mehr bezahlt worden seien und der Direktor und das übrige Personal seit Monaten kein Gehalt mehr Reben sie setzte ich mich. Die Deine mußte ich etwas anziehen. Der Fahrstuhl war wirklich sehr eng. Ich tastete nach ihrer Hand, fand sie. Sie ließ sie mir. „Sie müssen nicht weinen", tröstete ich. Bei Dr. Zander versäumen Sie doch wenig. Wenn man so gute Zähne hat wie Sie." „Woher wissen Sie das?" „Ich habe es gesehen." „Wann benn?'r „Vorgestern im Wartezimmer. Da habe ich noch viel mehr gesehen: daß Sie blaue Augen haben, ganz hellblaue. Und blonde Haare. Und keinen Dubikopf." „Das haben Sie alles gesehen?"' „Oh, noch viel mehr. Sie haben einen kleinen Fuß ...“ Sie lachte leise. „Ich weih auch, daß Sie mir vom ersten Augenblick an gefielen, und daß meine zukünftige Frau so aussehen muh. Der Zufall sperrt Sie nun mit mir ein in diesen Lift, so dah ich Ihnen all dies sagen kann, ohne daß Sie mir davonlaufen können." Ich streichelte ihre Hand und spürte einen leisen Druck ihrer Finger. Dann stand ich auf und tastete wieder an der Schalttafel mit den weihen Knöpfen. Ich drückte ganz links, wo Erdgeschoh zu lesen ist, wenn es hell ist. Gehorsam setzte der Fahrstuhl sich in Bewegung. „Der Strom ist wieder da", verkündete ich laut und stolz. Ich öffnete die Tür, und sie trat heraus. Aus der Strahe schob ich meinen Arm unter ihren. „Und die Verabredung um drei?" fragte ich- „Cs ist ja doch schon zu spät." Wir gingen weiter im gleichen Schritt, wie nur zwei Menschen gehen können, die sich fest untergehakt haben. Fest und einig. Und dankbar gedachte ich des kleinen roten Knopfes über dem Schild mit dem Wort „Halt" und der genialen Erfindung, dah sich eine Glühbirne mit einer halben Wendung ausdrehen läßt. Blihzüge in ganz Deutschland. Die erfolgreichen Probefahrten des „fliegenden Hamburgers", der mit Beginn des Sommerfahrplanes in den regelmäßigen Dienst auf der Strecke Berlin-Hamburg gestellt wird, haben die Deutsch« Reichsbahn veranlaßt, mehrere derartiger Triebwagen in Auftrag zu geben, um mit ihnen in den Wirtschaftszentren West- und Ostdeutschlands den Rah-Schnellverkehr zu fördern und auszubauen. Mlerdings werden die neuen Eil-Triebwagen schon aus verkehrstech- nischen Gründen leine so hohe Geschwindigkeit wie bet Dlitzzug entwickeln tonnen und nur einen Anbekomme. Auch Brennholz sei nicht vorhanden. Diele Gefangene seien vor Schwäche zusammengebrochen. Das Iustizministerium hat eine Untersuchung angeordnet. Explosion einer Lokomobile. — Sechs Arbeiter getötet. Unweit Kandawa in Kurland explodiert« die Lokomobile eines im Walde arbeitenden Sägegatters. Sechs Arbeiter wurden getötet, drei lebensgefährlich verletzt. Feuersbrunst im Amur-Gebiet. Im Amur-Gebiet brach in dem Dorfe Nikitowka am Fluh Seja ein Feuer aus, durch das über 100 Häuser vernichtet wurden. Große Mengen von Getreide find dem Brand zum Opfer gefallen. Acht Bauern werden vermißt. Mutter mit fünf Kindern bei einem Brand umgefommen. 3n Granada brach in einem Lager von Drogeriewaren ein Brand aus, der rasch an Umfang zunahm, da die Löscharbeiten durch Wassermangel erschwert wurden. Das Feuer griff mit fo rasender Geschwindigkeit um sich, daß di« Frau des Lagerbesitzers sich und ihre fünf Kinder nicht mehr retten konnte. Alle sechs fanden den T o d in den Flammen. Die Ursache der Dynamitexplosion in Mexiko. Die bereits gemeldete Explosion in der mexikanischen Stadt Morelia, wobei 33 Personen Getötet wurden, wird auf die Unachtsam- e i t des Führers eines Motorzugs des Straßen- baudepartements zurückgeführt. Durch den Brand, der infolge der Explosion entstand, wurden mehrere Häuser, darunter ein Krankenhaus, beschädigt. Schneeverwehungen auf transdanubischen Bahnstrecken. Wegen Schneeverwehungen in Transdanubien mußte, wie aus Budapest gemeldet wird, der Derlehr auf 17 Lokalbahnstrecken gänzlich eingestellt werden. Auch bei einigen Hauptlinien kann er nur mit den größten Schwierigkeiten aufrechterhalfen werden. triebsmotor erhalten. Rachdem vor einiger Zeit die Stadt Frankfurt a. M. bereits einige Wagen erhalten und damit sehr gute Erfahrungen gemacht hat, wird nunmehr auch die Reichsbahndirektion Köln in Bälde fünf Eiltriebwagen für den Nahverkehr in Dienst stellen. Zwei von ihnen werden je einen Maybach-Dieselmotor von 410 PS mit einer Leistung von 103 Stundenkilometer erhalten und die kleineren je einen gleichen Motor von 175 PS und 80 Stundenkilometer. Die Wagen haben Platz für rund 120 Personen und sind in eine zweite und dritte Klasse geteilt Die großen Triebwagen werden für den Rund- Verkehr Köln — Essen — Dortmund — Hagen — Wuppertal—Köln und umgekehrt eingesetzt und die kleineren für den Pendelverkehr zwischen Krefeld und Düsseldorf. Die Einrichtung, die von der Bevölkerung allgemein begrüßt wird, dürfte schon im kommenden Sommer in Betrieb genommen werden. Richt ganz so einfach ist die Einführung der geplanten Eillinien im oberschlesi- schen Kohlenrevier, zwischen Deuthen—Gleiwitz und Hindenburg. Weitere Aufträge der Reichsbahn für Ciltriebwagen hängen natürlich auch von den zu erwartenden Einnahmen ab, aber ei ist doch zu erwarten, dao sich der Betrieb dieser Wagen rentabel stellt, und wenn auch eine Gesamtdurchführung sich in diesem Iahre nicht mehr ermöglichen lassen wird, so stellt sie doch daS nächstliegende Ziel der Reichsbahn dar. Der „fliegende Hamburger" befindet sich zur Zeit auf dem Geleisgelände des Bremsversuchsamtes in Berlin, wo mit ihm Bremsversuche auf den verschiedensten Strecken gemacht werden. Rach Beendigung dieser Versuche werden wahrscheinlich mit dem Zug Probefahrten in den DahrischenBergen gemacht werden, um ihn auf seine S tei g u n g s f ähig keit zu prüfen. Zeitschriften. — Dom Einwurf in den Briefkasten bis zur Aushändigung an den Empfänger durchläuft ein Brief viele Dienststellen der Post, geht er durch viele Händ«. Heber diesen „Dienst am Brief" unterrichtet sehr anschaulich ein illustrierter Beitrag in der letzten Rümmer der Leipziger „Illustrirten Zeitung" (Verlag I. I. Weber), einem Sonderheft, das dem Wesen und Wirken der Deutschen Reichspost gewidmet ist. Reichspvstminister Freiherr v. Elh schrieb das Geleitwort; sachkundige, prominente Vertreter der Reichspost verfaßten die mit vielen aufschlußreichen Bildern ausgestatteten Artikel, die alle wichtigen Gebiet« des Postwesens in fesselnder Form behandeln. Aus der Provinzialhauptstadt Buntes Allerlei Oberhessische Bauernkundgebung für den Reichslandbund. * Alsfeld, 21. Ian. Sine stark besuchte Versammlung der Alsfelder KornhauS-Ge- n o s s e n s ch a f t. die hier im „Deutschen Haus" stattfand, nahm eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: „Die Versammlung beschließt einstimmig, der Leitung des Reichslandbun- des den herzlichsten Dank,für das furchtlose, mannhafte Eintreten für die Interessen der deutschen Landwirtschaft gegenüber der Reichs- regierung auszusprechen. Wir freuen uns, daß die Dis§irmonie, die leider durch die politischen Parteien in die Reihen der deutschen Landwirte getragen war, wieder glücklich beseitigt wird. Wir stehen durch die große Rot. in der wir uns befinden, wieder geschlossen hinter der Dundeslei- tung. Die Regierung muß endlich wissen, daß sich die Landwirte nicht ohne Kampf von ihrem ererbten Besitz jagen lassen. Wir betrachten daS energische, unerschrockene Vorgehen des Reichs- londdundes nicht etwa als eine demagogische Demonstration, wie sie jetzt schon von höchsten Stellen genannt wird, sondern als eine Raturnotwendigkeit zur Rettung der deutschen Landwirtschaft. Die Landwirtschaft erwartet, daß der Reichslandbund die Sache zum guten Ende führt. Jetzt heiht's an die Front! Heraus auS der schlappen Zurückhaltung! Es gilt um Haus und Hof! Es ist unser Existenzkampf! Wir sind zum Kampfe bereit!“ Aolkundgebimg des Hessischen Landbundes in Ssiheim. müsse der Regierung gesagt werden, daß der Bauernstand keine Steuern mehr zahlen kann. Wenn die Führer d e notwendigen Schritte unternehmen, bann müßten alle Landwirte hinter ihnen stehen, und die Führer nicht im Stiche lassen. Es müsse gefordert werden, daß kein Dauer von seinem Hof vertrieben werden darf, der seine Pflicht und Schuldigkeit getan habe. Wau des Körpers durch Wmlersonue Oie Zauberkraft der Hochgebirgsstrahlung. Don Dr. med. Go tfried Fischer. 9. Juli: Jahresversammlung mit Familientag der Verwandten von Justus von Liebig im Liebig-Mu- seum (Gesellschaft Liebigmuseum). 12. und 13. August: 25jähriges Jubiläum des Vereins für Bewegungsspiele. 19. August: Offiziervereinigung Jnf.-Reg. KW. 116, Totengedenkfeier am 116er-Denkmal, 19 Uhr mit den dazugehörigen Regimentsvereinen JR. 116, RJR. 222, Landwehr-Jnf.-Reg. 116. 17. und 18. Dezember: Derbandsausstellung des Kanarienzuchtvereins für das Gebiet Oberhessen, Lahn und Dill. Daten für Ticnötaq, 24 Januar. 1712: Friedrich der Große in Berlin geboren; — 1776: der Dichter E. T.A. Hoffmann in Königsberg geboren. Bornotizen. — AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 23 Uhr, außer Abonnement einmaliges Gastspiel Curt Götz mit seinem Ensemble. Zur Aufführung gelangt eine Geschichte ohne Politik: „Dr. med. Hiob Prä- torius, Facharzt für Chirurgie und Frauenleiden' von Curt Götz. Ermäßigte Operettenpreise. Abonnenten erhalten auf alle Plätze 50 Pf. Ermäßigung. Ende 22 Uhr. — Morgen, Mittwoch, 19.30 Uhr, 16. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement, „Hamlet". Gewöhnliche Preise. Ende nach 22.30 Uhr. — Am Samstag, 28. Januar, findet ein Gastspiel der Solotänzer des Hessischen Landestheaters statt. Die auserlesene Programmfolge zeigt „Tänze aus drei Jahrhunderten", Tänze und Tonschöpfungen vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Dieser Tanzabend ist außer Abonnement und zu kleinen Preisen. Dauer von 20.15 bis 22.15 Uhr. — Die nächste Wiederholung der Operette „Im weißen Röhl" ist am Sonntag, 29. Januar, 18.30 Uhr, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Operettenpreisen. Dorzugskarten habe'' Gültigkeit. Ende nach 21.30 Uhr. Veranstaltungen in Gießen. Da» Städtische Verkehrsamt teilt uns die bisher für das Jahr 1 933 gemeldeten Veranstaltungen der Vereine usw. mit. Die ienigen Vereine, die ihre im Jahre 1933 vorgesehenen Veranstaltungen dem Städtischen Verkehrsamt noch nicht gemeldet haben, mögen die Meldung baldigst "^Januar: Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Vortrag von Dr. Heusel über Heu- koppelung im Radio, 8.15 Uhr im Realgymnasium. 26. Januar: Dichterabend Kolbenheyer, 20 Uhr in der Aula (Goethebund Gießen). 29. Januar: Lichtbildervortrag Paul Eipper, 20 Uhr in der Aula (Goethebund Gießen). 30. Januar: Lichtbildervortrag von Professor Prei- sendanz in der Universität. . 1onn 4. Februar: Maskenball der Spielvereimgung 1900 im Lass Leib. ... - 4. Februar: Maskenball des Vereins für Bewegungsspiele in der Liebigshöhe. 5. Februar: Liederabend Paul Lohmann (Konzertverein Gießen) in der Reuen Aula. _ 5. Februar. Vortrag des Weltfl.egers von Gronau im Stadllhealer. 7 Februar: Dichterabend Felix Timmermann, 20 Ühr in der Aula (Goetbebund Gießen). 9. Februar: Vortrag „Leben und Land der In- bianer von Mittelamerika" von Professor Dr L Schulte-Jena, 20.15 Uhr tn der Aula (Gesellschaft für Erd- und Dölßrkunde). 12. Februar bis 5. Marz: Gedächtnisausstellung von Walter Kramatte im Turmhaus (Oberhessischer Kunstverein, Gießen). 12. Februar: Experimentalvortrag Wilhelm Gu- bisch'(Goethebund Gießen). 16 Februar: Chorkonzert in der Stadtkirche, 2p UJr, Leitung: Prof. Dr. Temesvary (Konzertver- 23. Februar: Oberhessischer Geschichtsverein, Dor- trag von Prof. Dr. Mayer. 26. Februar: Kölner Hanneschentheater in der Aula (Goethebund Gießen). 4 Mörz: Ostdeutscher Abend mit Theater im Katholischen Dereinshous (Deutscher Ostbund, Orts- aruppe Gießen). 5. März: Klavierabend Prof. Wilhelm Backhaus, 17 Uhr in der Aula (Konzertverein Gießen). 11 März: Bauerscher Gesangverein Gießen: Konzert in der Reuen Aula, Leitung Prof. Dr. Temesvary. 12. Marz bis 2. April: Oberhessischer Klinstver- ein Gießen: Ausstellung französischer Maler des 19. Jahrhunderts im Turmhaus. 19. März: Kameradschaftliche Vereinigung ehern. Hessischer Leibgardisten Bundestag im Cafs Leib. 28. Mai: XII. nationale Wettkämpfe der Spiel- Vereinigung 1900. Juni (Datum noch unbestimmt): Großes Konzert in der Dolkshalle anläßlich des 25jährigen Bestehens des Orchestervereins (wahrscheinlich 9. Symphonie von Beethoven, Orchefterverein Gießen). 11. Juni: Gauwertungssingen des Gaues Gießen- Stadt und Land des Deutschen Sängerbundes in der ^'17.' und 18. Juni: IN. freisoffene volkstümliche Wettkämpfe des Männerturnvereins. 8. und 9. Juli: 60jähriges Jubiläum des Arbeiter- gcfangvereins Eintracht. ultravioletten Strahlen das in der Haut enthaltene „Ergosterin" in heilbringende Vitamine umwandeln. Diese neugeschaffcnen Vitamine bleiben glücklicherweise nicht in der äußeren Haut, sondern gehen in den Körper über und gewinnen so noch mehr an medizinischer Bedeutung. Richt nur die Haut, sondern auch die Schleimhäute werden durch die heilende Wirkung dieser Sonnenstrahlen günstig beeinflußt. Die Widerstandskraft der Schleimhäute, des Mundes und des Nasenrachenraumes wird derartig gekräftigt, daß den Krankheitserregern von Grippe, Halsentzündung, Diphtherie ufw., falls sie einen Angriff wagen sollten, das Leben äußerst schwer gemacht wird. „ .. v Auch im Blut selbst gehen bedeutende Veränderungen vor sich. Die Forscher haben festgestellt, daß der Phosphorgehalt des Blutserums im Höhenklima ganz bedeutend ansteigt und dadurch bei Kindern eine wirksame Beeinflussung der englischen Krankheit und anderen Knochenerkrankungen geschaffen wird. Leicht nachweisbar sind auch die Veränderungen der Anzahl der lebenswichtigen roten Blutkörperchen im Höhenklima. Die Hauptsteigerung tritt bereits innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen ein. Außerdem hebt sich auch der Blutfarbstoff im Höhenklima an Intensität ganz bedeutend. Die Wissenschaft steht heute sogar auf dem Standpunkt, daß es sich um wirkliche langandauernde Verbesserung des Blutes handelt und nicht etwa nur um eine vorübergehende Einwirkung. Als Beweis hierfür gilt die Tatsache, daß das Knochenmark, die eigentliche Bildungsstätte der roten Blutkörperchen im Höhenklima eine ganz bedeutend gesteigerte Tätigkeit vornimmt und für genügend Nachschub dieser lebenswichtigen Elemente sorgt. Eine Umstimmung des Gefäßsystems tritt insofern ein, als der Puls zwar in den ersten Wochen des Aufenthalts in großen Höhenlagen etwas beschleunigt arbeitet. Diese kleine Mehranstrengung wird jedoch durch ein Sinken etwa krank haft gesteigerten Blutdrucks sofort wieder ausge- glichen. Allerdings empfiehlt es sich für Kranke, die irgendwie an schweren Blutgefäßstörungen leiden, die Höhe nur allmählich in Etappen aiifzufuchen, um eine zu rasche Umstimmung des ganzen Herz- systems zu vermeiden. Sehr wichtig ist auch die Beobachtung der Wissenschaftler, daß im Höhenklima ein stärkerer E t • weißanfatzzu beobachten ist. Es gelingt also die Nahrung besser auszunutzen und in den Geweben Reservedepots anlagern zu lassen, die uns In Zeiten späterer Erkrankungen oft lebensrettende Dienste er weisen können. Gesamtzahl der Sitzplätze von 1 980413 auf 1 988 251 gestiegen. Das bedeutet, daß die kleinen Kinos immer mehr aussterben, um dafür weniger aber größeren Filmpalästen Platz zu machen. Die Zunahme der verfügbaren Plätze in den deutschen Lichtspieltheatern ist allerdings keineswegs ein Zeichen für erhöhte Besucherzahlen. Im Gegenteil: die Zahl der Kinobesucher ist im vergangenen Jahre um nicht weniger als 30 Prozent gesunken, eine geradezu katastrophale Entwicklung für das Kinogewerbe, die nur sehr schwer ausgeglichen werden kann. Ltmsteigen in der Lust. Der Umsteigeve.kehr hoch in bet Luft beginnt sich allmählich zu entwickeln. 2n letzter Zeit würbe aus Amerika versch ebentlich bavon ge- melbet, baß Flugzeuge Luftschiffe währenb der Fahrt anflogen, bort festmachten unb an Dorb geholt wurden. Wie D. unb H. v. Römer in „Rcclams Llniversum" mitteilen, soll biefe Zusammenarbeit noch enger unb wirtschaftlicher gestaltet werben, inbem bas Flugzeug den bireften Zubringerbienst zum Luftschiff vermittelt. Auf biefe Weise können bem Luftschiff aus allen Richtungen mit Hilfe bet schnelleren Flugmaschinen Passagiere, Post unb eilige Fracht zugeführt werben. Anbererseits können Flugzeuge währenb ber Fahrt bas Luftschiff verlassen unb Reisende an einen gewünschten Ort befördern. Das Festmachen des Flugzeuges geht folgendermaßen vor sich: der Pilot fliegt an die Unterseite des Luftschifftörpers, drosselt bann ben Motor ab, um die Fluggeschwinbigleit beiber Luftfahrzeuge auszugleichen unb versucht bann mit ber am Oberflügel seiner Maschine angebrachten Haltevorrichtung an den vom Luftschiff herabhängenden Trapezträger h:ranzukommenund bort einzuklinken. Ist ihm dies gelungen, bann wirb bas Flugzeug mit Motorwinden in ben Luftschiffkörper eingeholt. Soll bie Maschine wieder abfliegen, bann wirb es an ber Trägerkonstruktion heruntergelassen, ber Motor vom Führersitz aus angeworsen unb bei Vollgas bie Auslöse-Vorrichkung betätigt. Schon vor längerer Zeit ist in Deutschland bas Luftschiff als Flugzeug-Träger verwendet worben, unb zwar zuerst von bem Marine-Luftschiff „L 35“, bas ein Crkunbungs-Flugzeug mit sich führte. Spater nahmen englische Luftschiffe Flugzeuge mit. Eine Rückkehr des Flugzeugs zum Luftschiff tarn ab« damals noch nicht in Frage. Das Problem scheint erst jetzt mit bem amerikanischen Riesen- luftschiff „Akron" gelöst worben zu sein. pb Ostheim bei Duhbach, 22. Jan. 2m Saale der Gastwirtschaft Schneider fand gestern nachmittag unter dem Vorsitz des Bürger» meisters Diehl, Hochweisel, eine Kundgebung des Landbundes statt. Der Vorsitzende begrüßte die Erschienenen, ins- besondere den Landesvorsitzenden Dr. v. Hel- mol t, den Landesgeschästssührer Dümas unb später ben 2anötag3abgeorbneten Seipel. Er betonte, baß es ein trauriges Zeichen ber Zeit sei, baß ber Vauernstanb eine Olottunbgebung halten und Demonstrationszüge füpren müsse, um der Reg e.ung zu zeigen, wie groß die Rot auf dem Lande angewachsen sei. , Hierauf sprach der Landesgeschäftsführer Du - m a s in etwa einstündiger Rede. Er führte u. a. folgendes aus: Die heutige Versammlung zeuge bavon, baß etwas besonderes los sei, unb daß die politische Mutlosigkeit nachgelassen habe. Die Dornbe sei geplatzt, als der Vorsitzende des Reich.-landbundes, Graf Kalckreuth, in Berlin ein offenes Wort gesprochen unb ber Re ich s- regie.ung dargeiezt habe, wie es in Wirklichkeit bei ber Landbevölkerung stehe. Bislang habe jede Regierung gute und schöne Worte für bte Landwirtschaft gefunden, aber weiter fei nichts geschehen Jetzt fei es höchste Zeit, wenn nicht der gesamte Baue.nstand zugrunde gehen solle. Die ganzen Reichstagsbeschlüsse hätten^nichts genützt, ebensowenig de guten Beziehungen, der Kampf würde hinter den Kulissen, in der Reichskanzlei und im Zimmer des Reichspräsidenten, geführt. Cs sei klar, daß bie Rot je nach Lage des Lanbes unb der Gegend verschieden sei, diejenige im Odenwald und im hohen Vogelsberg sei noch viel krasser, als hier in ber Wetterau. Er verglich bann bie Lage ber Bauern mit ber Lage ber anbcieit Devölkerungsschichten unb verlangte einen wirtschasts - unb sozialpolitischen Ausgleich. Weiterhin wies er an Hand von Zahlenmaterial nach, daß ber Agrar-Index zur Zeit 80 bis 82 Prozent, derjenige der Fertigwaren der Industrie aber auf 113 Prozent stehe, weiterhin müßte der Bauet heute 250 bis 300 Prozent Steuern mehr zahlen, als 1913. Die Ankurbelung der Wirtschaft habe bis jetzt nichts besonderes he.vorgebracht, sondern Fiasko gemacht. Ebenso sei die Heraufschraubung der Löhne und die Erhöhung ber Beamtengehalter eine verkehrte Maßnahme gewesen- Seit 1918 hätten bie Lanbw.rtschaftsfeinbe bei der Regi^ rung das Heft in der Hand. Alle Parteien, auch bie kommun.st sche. hätten in ih.en Programmen für bie Landwirtschaft was übrig, sie sagen alle, der Landwirtschaft solle es gut gehen, aber sie wollten alle billige ßebenSmittel. Der Redner erinnerte an die Reden von Schiele, Papen, Braun unb Schleicher, alle hätten sie Versprechungen gemacht, aber erfolgt sei bis jetzt sehr wenig. Insbesonbere befaßte sich ber Rebner ' bann mit bem Reichswirtfchaftsminister Warm- ' bold, ber bie Efportinbustrie zu sehr gefördert Von Zeit zu Zeit ist es gut, ben Film auch als Gegenstand der Statistik zu betrachten. Zunächst scheint es interessant, bie Gesamtzahl der Filme festzustellen, die man uns in ben letzten Jahren vorgesetzt hat. Es zeigt sich dabei ein überraschender Rückgang. Während in den Jahren 1926 bis 1928 alljährlich über 500 Filme auf den deutschen Markt tarnen, wurde die Zahl allmählich immer kleiner. Sie betrug 1930 305 Filme, 1931 286 und 1932 sogar nur 210 Filme, eine Beschränkung, die man früher nicht für möglich gehalten hätte. Erfreulicherweise hat sich eine andere Entwicklung genau umgekehrt vollzogen: der Prozentsatz der deutschen Filme an dem gesamten Angebot. Er hat sich in den letzten Jahren immer mehr gesteigert und im vergangenen Jahre waren bereits mehr als 60 Prozent aller in Deutschland gespielten Filme heimatlicher Provenienz, während noch vor fünf Jahren der deutsche Anteil nur etwa 40 Prozent betrug. Allerdings dürste kaum ein Zweifel daran bestehen, daß diese günstige Entwicklung zum Teil dem Tonfilm zu verdanken ist, der die Jnternationalität des Films sehr geschmälert hat. Selbst Länder, die in der letzten Zeit des stummen Films überhaupt keine ober nur eine sehr unwesentliche Filmproduktion besaßen, sind durch die inzwischen erfolgte Entwicklung gezwungen worden, sich eine heimische Filmindustrie aufzubauen, um nicht der Segnungen des Tonfilms ganz verlustig zu gehen. Die Frage, aus welchen Ursachen der Bedarf an Filmen in Deutschland überhaupt abgenommen hat, läßt sich nicht ganz eindeutig beantworten. Zweifellos ist eine der Ursachen darin zu suchen, daß das sogenannte „Z w e i s ch l a g e r - S y st e m" in den letzten Jahren außerordentlich abgenommen hat. Während früher die meisten Kinos immer zwei große Filme spielten, sind heute, zumindest in den großen Städten, sehr viele Lichtspielhäuser dazu übergegangen, ihrem Publikum nur noch einen großen Film zu zeigen. Außerdem ist auch die durchschnittliche Laufzeit des einzelnen Films nicht unerheblich gestiegen, d. h. jeder einzelne tfilm steht heute länger auf dem Programm eines Theaters als früher. Man ist versucht, daraus zu schließen, daß bas Interesse bes Publikums am Film überhaupt größer geworben ist, denn bie wirtschaftlichen Verhältnisse sind ja kaum dazu angetan, den Besuch der Kinohäuser zu steigern. Bemerkenswert ist auch die statistische Feststellung, daß bie Zahl ber Filmtheater in Deutschland im vergangenen Jahre von 5066 auf 5054 zur ü ck- gegangen ift Gleichzeitig ist allerdings bie •• Stadttheater-AuStausch-Gast- fpielGießen-Koblenz. Man schreibt uns: Zwischen den Bühnen Gießen und Koblenz findet in der nächsten Zeit ein Austauschgastspiel statt. Jede der beiden Bühnen wird an der anderen ein Enfemblegastspiel geben und beide werden die Ausführungen in der gleichen Besetzung wie bei sich bringen. Durch diese Reuerung im Gießener Theaterleben soll vor allem den Theaterbesuchern die Möglichkeit gegeben werden, besondere Werke der Theater- und Dühnenliteratur kennenzulerncn, die im eigenen Spielplan nicht erscheinen, und mit bemerkenswerten Ausführungen anderer Bühnen bekannt zu werden. •• Schüler - Kurzschrift - Wettbewerb. Der Hcssisch-Rassauische Kurzschrist-Der- band. dessen Wirkungskreis sich auf den Volks- staat Hessen, die Provinz Hessen-Rassau, den westlichen Teil von Unterfranken und den südlichen Teil der Rheinprovinz erstreckt, veranstaltet, mit Rücksicht auf das günstige Ergebnis des ersten Schülerwettbewerbs, im Februar und März 1933 auch in diesem Jahre wieder einen Schülerwcttbewerb im ganzen Verbandsgebiet. Die beteiligten Regierungen haben ihkb Unter* stühung zugesagt und die Genehmigung erteilt. Trotz der Wirtschaftskrise kommt aus ben Gebirgsorten auch dieses Jahr wieder die Nachricht, daß ber Besuch bisher roieber recht befriebigenb ausgefallen ist. Sicherlich ift unter ben heutigen Um(länben für viele eine Erholung mit Opfern ver- bunben. Trotzbem haben bie Erholungsuchenden erkannt, in welchem Umfang sie ihren Körper gerabe burch ben -A u f en t ha11 im Hochgebirgsklima stärken können unb baß ihnen bie Ausgabe burch eine erhöhte Arbeitsfähigkeit unb Widerstands- kraft gegen bie Unbilben bes schweren Existenzkampfes roieber zugute kommen. Worauf beruht nun eigentlich biefer geradezu rätselhaft erscheinend günstige Einfluß bes Höhenklimas? Eine wichtige Rolle in biefem Zusammenhang kommt natürlich ber Höhensonne zu. Die wissenschaftliche Forschung hat eingehend festgestellt, welche gewaltigen Unterschiede gerade in den fonnen- armen Wintermonaten von Dezember bis Februar in der Sonnende st rahlung der verschiedenen Gegenden bestehen. Während dieser drei Monate erscheint die Sonne im Durchschnitt in den Niederungen und an den beiden für uns in Betracht kommenden Meeren nur etwa 170 Stunden, gegenüber 238 Stunden im Mittelgebirge und bis zu 360 Stunden in den Hochgebirgsalpen. Die höchsten Sonnenzahlen erreicht der weltberühmte Kurort Davos durch eine besonders günstige Lage. Sonnenlose Tage gehören in diesen glücklichen Gegenden beinahe zu den Seltenheiten. Die Forscher Händel und Schultze haben berechnet, daß zum Beispiel von November 1927 bis Januar 1928 die Zahl der sonnenlosen Tage in Gießen 47 betrug, während sie bei einem 1800 Meter hohen Gebirgsort sich aus bie geringe Zahl von 13 verminderten. Allein die bloße Berechnung der Sonnenscheinbauer kann die gewaltige Umstimmung unseres Organismus durch das Höhenklima noch nicht restlos erklären. Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Sonnen st rahlen spielt hier eine Rolle. Die wichtigste Bedeutung kommt der Menge der ultravioletten Strahlen zu, die örtlich und zeitlich in wechselnder Zahl im Sonnenlicht enthalten sind. Inwiefern kommt diese vermehrte Strahlung nun unserem Körper zugute? Bekanntlich wird unsere Haut durch die Einwirkungen der Sonne des Höhenklimas zuerst gespannt und gerötet. Dagegen schützt sich der Körper durch Ablagerung eines sogenannten P i g m e n t s, das sich durch zunehmende Bräunung der Haut zu erkennen gibt. Es wäre weit gefehlt, in biefer Bräunung lebiglid) einen kosmetischen Vorteil zu erblicken. Diel wichtiger ist der Umstand, daß die unb sich dahin geäußert haben soll, daß die Aufnahmefähigkeit der Landwirtschaft für Ar- beitslose nur gering sei. Weiterhin betonte er, daß kein Mangel an Kulturland herrsche, bei richtiger Kultivierung wäre sogar ileoerflufo vorhanden. Das eine Gute hätten die Auseinander- sehungen in den letzten Wochen gebracht: man wisse jetzt, wo die Feinde der Landwirtschaft seien, und werde sich danach richten. Zum Schlüsse betonte der Redner, daß außer der politischen auch die berufsständische Organisation notwendig sei, deshalb dürfe von den Landwirten keiner zurückstehen. Mit einer Aufforderung, dem Can6bun6 bei- z u t r e t e n, schloß er die mit großem Veifall aufgenommene Rede. Im Anschluß hier n fi hrte der Landcsvorsihende Dr. v. Helmolt etwa folgendes aus: Wenn jetzt die Landwirte sich so zahlreich versammelten, fo bringe das die Rot hervor, und die Einstellung, die die Reichsregierung gegenüber dem Rotruf des Reichslandbundes eingenommen habe. Bei dem Elend, das in der Landwirtschaft bestehe, hätten eigentlich deutliche Wone gesprochen werden müssen. Der Redner unterstrich und ergänzte zum Teil noch die Ausführungen des Vorredners, insbesondere hinsichtlich der Export- industrie, die auf Kosten des Inlandes 30 bis 7 0 v. H. billiger ausfuhre Er kam auf die Veredelungswirtschaft zu sprechen, die einen Rückgang bis zu 60 v. H. Sv verzeichnen habe, betonte, daß beispielsweise bor Margarinefabrikation etwa 95 v. H. ausländisches Material verarbeitet würden. Er verlangte Zollfchuh gegenüber dem Ausland und Kontingentierung für alle Artikel, die wir selbst erzeugen können. Alsdann forderte er zum Beitritt und »ur Star- kung des Landbundes auf, denn nur durch Zusammenschluß der Landwirte fei es heute mog- lich, etwas zu erreichen. Wenn der Bauernstand Zusammenhalte, werde auch diese Rotzeit de Vaterlandes überstanden werden. Da der vorgesehene dritte Redner Landtagsabgeordnete Seipel, noch nicht erschienen war, sprach Landwirt Friedrich Hauser (Rieder- weise!) zur Diskussion. Er erinnerte an Die Zeiten Bismarcks und Caprivis. Weiterhin beteiligten sich daran Landwirt August Schneider und Philipp Räder (Ostheim). In w schen war Landtag.abgeordneter Seipel (RSDAP.) erschienen. Er sagte u. a.: Heute sei es unter einer nationalen Regierung schlechter als unter der der Marxisten. Er verlangte Schuh der Arbeitskraft der Bauern, ebenso Wie bei Öen anderen. Er kam dann auf die Einführung ber Echlachtsteuer in Hessen zu sprechen, deren Ergebnis 2,5 Millionen erbringen solle. Der Canbbunb habe hinsichtlich ber Schlachtsteuer nicht rechtzeitig opponiert, für bie Zukunft SJL-tfpoit VfB. Gießen. WS-1 — Breidenbach I 4:1 (2:0). Man rechnete mit einem Sieg der Grünweißen. Die BfBer siegten auch, aber nicht so sicher, wie man es erwartete. Das Spielstand einige Male auf des Messers Schneide. Trotzdem: unverdient ist der Sieg nicht. Den Gästen hätte man ein Tor mehr gegönnt. Die Platzbesitzer hatten ihre stärkste Mann, schäft zur Stelle, in der aber bald nach Beginn Bingel, durch eine Verletzung benachteiligt, nicht mehr mit vollem Einsatz kämpfen^konnte. Das Spiel brachte zwei grundverschiedene Spielhälften. Wohl waren die Grünweißen in der ersten Halbzeit führend, drängten die Gäste auch zeitweise in ihre eigene Hälfte zurück, zur einheitlichen Leistung kam es aber nicht. Jedenfalls wurde während der ersten 45 Minuten etwas zerfahrener gespielt als nach der Pause. Trotzdem führten die Leute oont Waldsportplatz nach etwa 15 Minuten mit einem Tore, das nach einer Steilvorlagc von Lehrmund, verwandelt von Haupt, erzielt wurde. Das zweite Tor brachte Bingel durch einen entschlossenen Schuß auf sein Konto. Eine Vorlage vdn Fehling kam nicht schußgerecht vor Haupt, dafür aber nützte Bingel die Situation aus. Während der zweiten Halbzeit änderte sich die Situation sehr wesentlich. Breidenbach kam plötzlich überraschend gut auf und drängw die Platzbesitzer für geraume Zeit in die eigene Spielhälftc zurück. Allerdings waren die Bemühungen erfolglos. Es fehlte bei den Gästen immer am letzten Einsatz der Stürmer. So verlief diese Periode zunächst ergebnislos für Breidenbach. Schließlich aber, nachdem verschiedene Chancen ausgelassen waren (auf beiden Seiten) setzte der Halblinke der Gäste einen scharfen Schuß in die äußerste obere Ecke, direkt an die untere Kante, der Ball sprang ins Tor, unhaltbar für Balser Bald darauf hatte Ritter Gelegenheit, einen Foulelfmeter glatt zu verwandeln. Mit einem vierten Tor verhalf Wilhelm seiner Mannschaft zu dem dem Ergebnis nach so überzeugenden Sieg. In der zweiten Spielhälfte sah man verschiedentlich ausgezeichnete Kombinationsarbeit, und zwar nicht nur auf seilen des VfB., sondern auch bei den Gästen, die, von wenigen Ausnahmen abgesehen, sehr fair spielten. Sehr gut gefiel diesmal Lehrmund. Der Schiedsrichter konnte nicht restlos befriedigen. VfB. II — Dutenhofen I 4:0 (4:0). Zum Gesellschaftspiel trafen sich beide Mannschaften auf dem Waldsportplatz. Die VfBer bewiesen ihre aufsteigende Form. Bei verständnisvollerem Zuspiel des Sturmes hätte der Sieg höher ausfallen können. Die Gäste enttäuschten. Die Tore^fielen in der ersten Spielhälfte. Gegen Ende des Spiels kam es zu Herausstellungen zweier Gästespieler. Ständige Reklamationen der Gäste veranlaßten den Schiedsrichter, das Spiel kurz vor regulärem Ende obzupfeifen. Fußball in Hessen-Hannover. Borussia Fulda verliert einen Punkt. 3n der Sonderklasse fanden in Hessen-Hannover am Sonntag nur zwei Derbandsspiele statt. Borussia Fulda leistete sich die äleberraschung des Sa e,: die Borussen kann en auf e genem Gelände gegen die Hersfelder Hessen nur ein 2:2 e^ielcn und mußten einen wertvollen Punkt e nbützen, wodurch Kurhessen Kassel w eder etwas an Terrain gewonnen hat. Snt Lokalkampf unterlagen die Marburger Germanen gegen Kurhessen Marburg mit 1:2. 2lm Samstag und Sonntag trug die Berufs- svielermannschaft Austria Wien in Kassel zwei Spiele aus und war jeweils Gegner Kasseler Kombinationen. 3m ersten Spiel am Samstag wurden die Leute von der Donau überraschend 2:1 geschlagen, während sie am Sonntag nur ein älncntsch eden von 2: 2 herauszuholen vermochten. Die Wiener enttäuschten. Sie fanden sich auf dem h-r'^efrorenen Boden nur schwer zurecht und lieferten nur schwache Spiele. ,,Nunt> UM Schotten" 1933. 3n der Jahreshauptversammlung des Vogelsberger Automobil- und Motorrad c l u b s wurde beschlossen, daß auch in diesem 3ahre das große Motorradrennen „Bund um Schotten" wieder zur Durchführung kommt. Don der obersten Motorradsport- Lehörde ist das Nennen auf den 2. Psingstieier- tag festgesetzt worden. Die nötigen Vorarbeiten wurden bereits geleistet, z. T. die Kommissionen bestimmt. Der alte Clubvorstand wurde von der Versammlung mit notwendig gewordenen Ergänzungen wiedergewählt. Die Rennstrecke ist in ihrem ersten Teil auf der Straße Schotten bis vor Rudingshain wesentlich verbreitert worden. Diese Verbesserung war auch durch den allgemeinen Verkehr, der immer mehr über diese Durchgangsstraße Lauterbach—Scholten g.ng, bedingt worden. Die Derbreiterungsarbeiten wurden im Weg des Freiwilligen Arbeitsdienstes durchgeführt. Runmehr ist in der letzten Woche der Freiwillige Arbeitsdienst eingestellt worden. Die Straße liegt aber halbfer - tig M; der Fährverkehr ist stark gefährdet, der Zustcu l > der Straße kann unmöglich in dieser Verfaß ung bleiben. Man will an die zuständigen Stellen, besoirders das Landesarbertsamt, herantreten, damit die Fertigstellung der Straße baldmöglichst erfolgt. Oer neue deutsche Eisschnellaufmeister. Sandtner vor Varwo. Die deutschen Eisschnellaufmeisterschasten brachten am Sonntag in Altona dem Münchner Sandt- n e r den verdienten Erfolg. Nachdem von den drei auszutragenden Läufen sowohl der Titelverteidiger Barwa-Berlin wie auch der Münchner Sandtner je einen Lauf gewonnen hatte, war die Frage noch dem Endsieger noch völlig offen. Der Münchner betätigte aber im entscheidenden 10 000-Meter-Lauf erneut seine gute Form und legte die Strecke mit 19:32,5 in der weitaus besten Zeit vor Barwa-Berlin mit 19:41 zurück. Die Ergebnisse des 10000-Meter-Laufes: 1. Sandtner 19:32,5. 2. Barwa 19:41; 3. Müller 20:33,7; 4. Lötsch 21:10,7; 5. Donaubauer-München 21:21,8; 6. Seelecke 21:27,4- SC. Meßersee deutscher Eishockey-Meister. Die Titelkämpfe um die deutsche Eishockey- Me.sterschaft auf der Münchener Glaspalast-Eis- bahn brachten eine große Überraschung. Für die Entscheidung hatten sich der Berliner Schlitt- schuh-Club und der süddeutsche Meister S§. Rietzerfte durchgekämpft. — 3m ersten Spiel seiner Abteilung hatte der ST. Rießersee den sich erbitternd wehrenden Ostpreuß^uneistcr VfL Rastenburg mit 2:0 aus dem Felde geschlagen und im nächsten Spiel den SuEC. Schwenningen sogar mit 12:0 (3:0 5:0 4:0) besiegt. Der Berliner Schlittschuh-Club hatte dagegen schwer zu kämpfen, um den ED. Füssen mit 3:2 (0:1 0:1 3:0) zu schlagen. Das Entscheidungsspiel brachte die große Heber- raschung. 3n einem zähen Ringen, nachdem es bis zum regulären Spielende noch unentschieden 1:1 stand, glückte dem süddeutschen Meister in der zweiten Verlängerung (!) durch den glänzend disponierten Schröttle endlich der Siegestreffer, der vom Publikum mit großer Begeisterung auf- • Keine Rabatte auf Autoreif en. Dom Deutschen Reichs-Auto-Club wird geschrieben: Die Kraftfahrzeugreifenfabriken haben eine Wirlschaftsstelle eingerichtet, die sämtlichen Händlern einen Derpslichtungsschein vorlegt, nach dem, mit Ausnahme an Droschkenunternehmungen, keinerlei der bisher üblichen Rabette auf Autoreifen mehr gegeben werden dürfen. 3m Fall der Zuwiderhandlung werden hohe Vertragsstrafen auferlegt. Damit wird erreicht, daß die deutschen Autofahrer im 3nland für deutsche Reisen mehr bezahlen, als Ausländer für die gleichen Reisen bezahlen. Cs hat sich bereits der unwürdige Zustand gezeigt, daß deutsche ringfreie Händler deutsche Reifen, die nach Holland verkauft waren, zurücktaufen und wieder einführen und dadurch in der Lage sind, die deutschen Preise im 3nland zu unterbieten. Berlin im Verlaufe e^was schwächer. Berlin, 23. Jan. (WTB. Funkspruch.) In Ermangelung stärker wirkender Momente lagen die A k t'i e n m ä r k t e heute recht ruhig. Zu Beginn des Verkehrs gelangten einige Publikumsaufträge zur Ausführung, die besonders bei Spezialpapieren Besserungen herbeiführten. Der verhältnismäßig ruhige Verlauf des Sonntags hatte die Staufneigung leicht angeregt. Im Verlaufe trafen aber keine neuen Orders ein, und die Spekulation war eher zu Abgaben geneigt, zumal die für diese Woche angekündigten Gegendemonstrationen zur Vorsicht mahnten. Am Montanmarkt bestand zunächst stärkeres Interesse für Gelsenkirchen und Buderus, die je 1,75 v. H. gewannen. Erstere waren infolge der bekannten, inzwischen vom Reich erneut dementierten Gerüchte gesucht. 2(ud) Klöckner lagen 1,40 o. H. höher. Im genommen wurde. Das Spiel hatte weit über 3000 Zuschauer angezogen. Wenn zwar die Berliner auch etwas enttäuschten, so verlor das Spiel doch nie an Spannung. Spannende Momente wickelten sich vor beiden Toren ab. Die beiden Mannschaften waren sich völlig gleichwertig. Entscheidend für Rießersees Sieg war die größere Ausdauer und der Siegeswille der süddeutschen Mannschaft. Lieber 900 Meldungen zur Schweizer Meisterschaft. Die Rekordmeldeziffer von 909 llnterfdjriften ist für die vom 28. bis 29. 3anuar in Ein - siedeln stattfindenden Schweizer Skimeister- schaften zu verzeichnen. Das Ausland ist nur schwach vertreten, je vier Meldungen gingen aus Frankreich und England ein, während nur ein Deutscher und ein Oesterreicher sich um die Titel bewerben. Allein 256 Rennungen hat der Abfahrtslauf zu verzeichnen, 214 Unterschriften liegen für den Langlauf vor, während von den 188 Meldungen für den Slalomlauf nur 40 berücksichtigt werden können. Weiterhin weist der Sprunglauf 130, die Kombination 69, das Abfahrtsrennen der Damen 28 und der Slalomlauf 24 Rennungen auf. Ringländerkampf Deutschland - Schweden 12:5. 3n der Kö ner Rhe.nlandhalle wu.de am Sonntag der mit Spannung erwartete Ringländer- kampf zwischen Deutschland und Schweden zum Austrag gebracht. 6000 Zuschauer sahen einen überlegenen 12:5-Sieg der deutschen Staffel, die durchweg sehr gut beseht war. Die Schweden zeigten wohl auch ganz gute Leistungen, konnten sich aber gegen die routinierteren Deutschen nicht durchsetzen. Die einzelnen Kämpfe. Bantamgewicht: Thuvesson (Schweden) schlägt den für den erkrankten Brendel einge- sprungenen deutschen Meister Oftermann nach 14,30 Minuten durch Eindrücken der Brücke. Federgewicht: Ehrl (Deutschland) schlägt Litzdelöf nach 11,30 Minuten durch Eindrücken der Brücke. Leichtgewicht: Sperling (Deutschland) besiegt Larsen nach Punkten. Mittel- g e toi ch t : Kremer (Deutschland) besiegt Cadier (Schweden) durch Kopszug aus dem Stand nach der dritten Minute. Cadier legte hier Protest ein, da Kremer ihm angeblich ein Bein gestellt habe. Dieser Protest fand nach den internationalen Regeln keine Anerkennung, so daß Kremer Sieger blieb. Halbschwergewicht: Svensson (Schweden) besiegt Heitmann durch hohen Punktsieg. Schwergewicht: Müller (Köln) besiegt Rielsson nach Punkten. Weltergewicht: Mö- schel (Deutschland) schlägt Glans (Schweden) nach Punkten. Glans war allerdings durch ein Abszeß gehandicapt. Verlaufe ergaben sich hier allgemein leichte Abbröckelungen. Erdöl, Laurahütte und Stolberger Zink hatten schon etwas schwächer eingesetzt. Gummi- und Linoleumwerte, Kaliaktien und Che- miepapiere setzten um Bruchteile eines Prozentes höher ein. Im Verlaufe gaben diese Papiere allgemein etwas nach. RWE. waren schon anfangs stärker angeboten und mehr als 1 v. H. gedrückt. Don Gaswerten zogen Dessauer Gas 1,50 v. H. an, da Meldungen über steigenden Gasabsatz stimulierten. Kabel- und Drahtwerte, Autoaktien, Maschinen- fabriken, Metall-, Bau- und Textilwerte, sowie Banken setzten bis zu 1 v. H. höher ein und gaben im Verlaufe leicht nach. Kunstseideaktien waren nach uneinheitlicher Eröffnung bis zu 2 o. H. schwächer. Papier- und Zellstoffwerte waren bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Brauereien hatten Gewinne dis zu 2,25 H. v. aufzuweisen, die sich später etwas verminderten. Wasserwerkanteile bröckelten leicht ab. Verkehrswerte, darunter Schiffahrtsaktien waren nach unregelmäßiger Eröffnung überwiegend schwächer. Von Deutschen Anleihen waren Neubesitz 20 Pf. schwächer, die übrigen Anleihen biteben knapp gehalten. Die übrigen Rentenmärkte und Reichsschuldbuchforderungen waren zwar ziemlich ruhig, aber teilweise bis zu 0,50 v. H. befestigt. Ausländer vermochten sich ziemlich allgemein 0,25 bis 0,50 -. v. H. zu befestigen. Lissaboner Stadtanleihe gaben in Reaktion 0,50 v. H nach. Am Geldmarkt hat sich zu Beginn der neuen Woche nichts an der leichten Lage geändert, wenn auch die Sätze unverändert blieben. Nach Privatdiskonten, Reichswechseln per 15. April und Reichsschatzanweisungen per 17. 3uji herrschte weiter Nachfrage. Wirtschaft. Frankfurter Abendbörse geschästSloS. Frankfurt a. M., 23. Jan. Die Abendbörse war auf der ganzen Linie nahezu gefchäftslos. Die Berliner Schlußkurse blieben nur knapp gehalten. Infolge der im Mittagsschlußoerkehr in Umlauf gewesenen innerpolitifdjen Kombinationen haben sich Nervosität und Zurückhaltung der Kulisse sehr vergrößert. Da auch das Publikum keine Orders hereingab, und auch die Auslandbörsen meist schwächere Kurse meldetet! war die Stimmung tust» los. Von zunächst zur Notiz kommenden Werten gaben Gelsenkirchen auf das Dementi der Regierung 0,40 v. H. nach, auch JG.-Farbenindustrie lagen im gleichen Ausmaß niedriger. Im Verlaufe stagnierte das Geschäft vollkommen und die Kurse bröckelten eher weiter ab. Deutsch-Atlanten-Telegraf verloren 1,5 v. H. Deutsche Anleihen waren bei geringen Umsätzen ebenfalls nur knapp behauptet und im Verlauf weiter nachgebend. Goldpfandbriefe waren auf dem erhöhten Mittagsniveau eher angeboten und meist 0,25 v.H. schwächer. Altbesitzanleihe 68,65 bis 68,40, Neubesitzanleihe 8,80 bis 8,75, 6-o. H.-Stahlverein 70,90, Schutzgebietsanleihe 6,65, 5-v. H.-äußere» Goldmexikaner 6,75, Reichsbank 158,75, Buderus 49 Gelsenkirchen 61,90, Mannesmann 61,90, Ka'i Westeregeln 118, Aku 37,25, AEG. 29,50, Bekula 118,50, Conti Gummi 117,65, Deutsche Linoleum 39,13 bis 39, Licht & Kraft 96, JG.-Farbenindustrie 103,40, Holzmann 49,75, Siemens 125, Reichsbahn- Vorzugsaktien 93, Hapag 17,50, Norddeutscher Lloyd 18,25, Deutsch-Atlanten-Telegraf 127. Frankfurter Kartofselmarkt. Frankfurt a. M., 23. Jan. Infolge des herrschenden Frostwetters sanden letzte amtlichen Notierungen statt; auch im freien Handel wurden Abschlüsse nicht bekannt. Todesopfer eines Autounglücks im Vogelsberg. a Schotten, 23. Jan. Arn Ortseingang von Helpershain, einer sehr steilen und gefährlichen Stelle der Landstraße, kam gestern ein Auto aus Gelsenkirchen durch Defekt und 23er- sagen der Bremse derart in volle Fahrt, daß es sich überschl u g. Zwei Insassen sprangen rechtzeitig ab. Der Kraftwagenfahrer wurde leicht verletzt. Ein Insasse, namens Karl Orlowski aus Gelsenkirchen, 33 Jahre alt, jung- verheiratet, erlitt außerordentlich schwere Verletzungen (Schädelbruch, Zerreißung der Blutader und Schlüsselbeinoerletzung). Er wurde alsbald im hiesigen Krankenhaus operiert; die Verletzungen und der Blutverlust waren aber fo schwer, daß der bedauernswerte Mann bald verstarb. Sroßfeuer durch Brandstiftung? WER. Marburg. 23. San. Heute nacht gegen 2 Hf>r brach in Erksdorf (Kreis Marburg) in dem Anwesen des Landwirts Balser Feuer aus. Die Scheune und der Stall sind bis auf die Grundmauern nieder gebrannt. Das Feuer wurde durch die Ortsund Rachbarwehren sowie durch die Motorspritze aus Kirchhain bekämpft. Die Löscharbeiten wurden besonders dadurch erschwert, daß der Feuerteich zugefrvren war. Verbrannt sind drei Schweine und viel Federvieh. Roch im Lause der Rächt hat sich die Staatsanwaltschaft Marburg an den Drandort begeben, da vermutlich Brandstiftung vorliegt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) (Ein Stoßseufzer. Ach, lieber Eisverein, laß doch das Dudeln fein! Wer Schlittschuh laufen will, der tut’s auch, wenn es still; den die Radaumusik ist doch ein Mißgeschick für die Mitbürger dort in Ost und Nord! Vormittags fängt es an, dauert bis abends bann, und kommt die Nacht herein, will's noch kein Ende fein! Lautsprecher ohne Zahl sind für die Nachbarn Qual; einer am neuen Haus, reicht für die Eisbahn aus! Drum, lieber Eisverein, denkt an die Nächsten dein, sonst ist in kurzer Zeit alles „hupla"bereit! Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse — Reichsbankdiskonl 4 v. H.. Lombardzin^fuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. $ranifun a. 2)1. 2)ernn <5d)iu«r. turd bä-fe" b6rf 0.1 tum 76 79,75 78,25 67,5 67,5 63.55 63,75 63,4 63,75 86,5 87 86 86,5 87.75 87,13 87,25 87,5 85,5 85,5 85,5 Banknoten. 85 85 1,3 1,4 1,25 5,6 5,6 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zulegt beschlossenen Dividende an, 68,4 8,75 80,5 95,3 7 5 80,25 95 79 80,4 95,25 79 5,13 5,25 7 7,2 5,05 5,5 5,75 6,75 6,9 5 1 6,75 4.9 68.6 8,85 79,25 69 9,2 5,5 5,6 6,8 10,65 5,6 23,3 69,3 9,3 21. 1. i 23.1. | 21 -1 • 23.1. B% Deutsche Neiditanlethe v. INS,. 6% chem.7% Tt.RetchianI.v. 1929 5Vi% 9}oiinfl.'2lnleibe von 1930 . $cutfdie Anl.-Ablüs.^chuld mit Auslos.-Rechten ........... ohne Anotos.-Rechte 6% ebem. 8% Hell. 'Solleftaat 1929 (rürfjabtb 102%) ........... Oberhessen Provinz-Anleihe mr Ausloi.-Rechten ....... Deutsche Komm. Gammelab I.An leibe Serie! mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% ,tranlf. Hnv-Bont Goldvfe. 15 unkündbar 61$ 1935 6% ehcm. 7% ,trnn|f. Hnp.-Banl toolhpfe iß unkündbar bis 1936 6yz% ebem. 4'/,% Franks. Hyv Bank-Liou.-Psandbriefe ..... 6%% ebem. 4>/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liou.-Golbpfc..... 6% eitern. 8% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriefe N. 19 6% ebem. 7% Pr. Landespfanb briefanita.'t, Pfandbriefe R l<’ 4% Öelterretchhche «olöceute... 4,20% Lelterreichilcke Glibenente 4% Ungarische CiolDrente 4% Ungarische Staaterente v. 1910 4tz% deegl. von 1913 6% abgeft. Goldmertlaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bogvadbahn^lnleibe Serie l 4% desgl. Gerte II .......... 5% Rnmän. vereint,. Rente v. 1903 4Vr%Ruman^>ereinh.Reniev.l91S 4% Rumänische vcreinh. Rente .. 3%% «aalolier 5,95 5.95 6.8 10.65 5.7 23,5 80.5 94.75 AL Serlin, 23-Januar Amerikanische Roten Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten .......... firaniöflldte Noten............... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänisch Noten............... Schwedische Noten .............. Schweizer Roten Spanische Noten Ungarische Roten................ iVronhurt a. DI. Berlin Gchluß- kurs Schwöl. Abend» böri Sch uß- furd Schlupf. Mi lag» döre Datum 21.1- 23.1. 21-1. 23-1- Beremigie Stablroerte........ u 34,75 35,25 35 34.5 Otavi Minen ............... 0 16,75 16,5 16 16,13 Kaliwerke Aschersleben........ 6 116 115 115 115,75 Kaliwerke Westeregeln........ 6 119,5 118 118,75 118 Kaliwerke Salzdetfurth....... 9 175 174 174,5 174,5 3 G. Farben-Industric....... 1 104,25 103,4 104,13 103,75 ScheideanNall.............. 152,25 153,75 — Goldschmidt ................ 0 39 39,75 39,25 39,4 Rütgerswerke ............... 0 43 42 42,75 42 Metallgeselllchaft............. 0 37,25 37 37,25 36,25 Phikivv Holzman»........... Zementwerk Heidelberg ...... 0 4 49 52 49,75 52 49,5 49,65 Lementwerk Karlstadt......... Wayb & FWytag............ 0 —— — — 0 5,2 5 5 4,65 Schulthell! Patzenhofer........ 0 — — 101,75 103,4 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 40 37,25 39 37 Bemberg................... 0 48 46,5 47 45,25 Zellstosk Waldhos ............ 0 52,25 52,25 51 52,5 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 27 28 28,25 28,75 Dessauer (9n3 .............. 7 — — 111,25 112,25 Daimler Motoren........... 0 21.75 22 22,5 22 Deutsche Linoleum ......... 0 39 39,13 39 39,13 Orenltein 8 Koppel ......... 0 — — 42 41,5 Leonhard Tietz............. 6 42,5 43 43.25 43,5 5hade.................... 12 140,5 I 140,5 141 140,5 Aritzner................... 0 | 31,25 32 I 31,65 31,65 Mainkraftwerke Höchst a.SL .. 4 70,5 71,5 — Süddeutscher Zucker ........ 8 1 141 142 I 140,5 141 ,v-on ui jji. Seri.n Gchluß- kurs Sch.ußk. Abend- bdrfe t^chluß- kurS öchlußk. mittag* börke Datum 21-1- 23-1. 21-1. 23-1. vamburg-Anierila-Pole: ..... 1 — 1 17,5 18 17,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff. » — — 43 46 Hansa Tampsschiff........... 0 — —— 34 33 Norddeutscher Lloyd ......... 0 18,75 18,25 18,5 18 A.K. für Berkehrswesen Akt. .. 0 44 44.5 43.65 44,13 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 93 94 93 94,5 Commerz, und Privat-Bank... 0 53 53 53,5 53,5 Deutsche Bmtl und Disronto- Gesellschaft................ 0 73 72,75 73 72,75 Dresdner Bank.............. o 61,75 61,75 61.75 61,75 1 158,5 158,75 159 159,25 AEG ..................... 0 29,75 29.5 29.5 30 Elektr. Lieserungdgesellschafk ... 5 81 82 82 82 6 96 96 95,75 95.75 Helten & Guilleaume ........ 0 56,5 56 56,65 56,5 Gesellschaft für Elektrische Unter- nebinungen ............... 4 80,5 80 80,25 80,25 Rbcinische Elektrizität ........ 5 100 100 100 100 O 89.25 89.75 88.75 89.13 Siemens & Halske ........... 122 125 124 124,5 Lahmeyer & Go.............. 1V 118,5 118,25 118 118 Buderus ................... 0 47 47 47t25 47,65 Deutsche Erdöl ............. 4 89,5 89.25 89.75 88.5 Gelsenkirchener.............. 0 62,25 61.9 62,13 62,25 ■ftarvencr................... 6 83 82,75 82,75 82,9 Hoejch Eilen—Köln-Neuelsen. O 54,5 53,9 Ilse Bergbau ............. 7 — — 143 143,5 Ilse Bergbau Oenüfle........ / 101,5 101,5 101,5 101 Klbcknerwerke ............... 0 — 47,5 46,5 47,25 Mannesmann-Röhren........ c 62 61,9 62,13 62.4 Mansselder Bergbau ..... .. ( 25 25,5 25 26 Lberschles. Kokswerke . 0 — — 71,5 71,25 Pbönir Bergbau........... 0 35,5 35 35,65 34.75 Rheinische Braunkohlen ..... 10 191 190,5 191,5 191 Rheinstahl.................. 0 74 74,75 74,25 74,75 21 .Zanuar 23.Januar Amtliche Jlontrung Amtliche Notierung <^eld Srie meld yric Helsingsors. 6,234 6,246 6.244 6,256 Wien...... 51,95 52,05 51.95 52,05 Prag...... 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... — — — — Sofia..... 3.057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 169,18 169,52 169,23 169.57 CSlo....... 72,43 72,57 72,48 72,62 Kopenhagen. 70,98 71,12 71,03 71,17 Stockbolm.. 76.92 77.08 76.97 77,13 London _____ 14,12 14.16 14,13 14,17 Buenos Aires 0.858 0,862 0.858 0,862 Neu nort.... 4.209 4.217 4.209 4,217 Brüssel.... 58.30 58.42 58,30 58,42 Italien..... 21.54 21.58 21.54 21.58 Paris..... 16.42 16,46 16,42 16.46 Schweiz ... 81,12 81,28 81,22 81.38 Spanien.... 34,40 34,46 34,40 34.46 Danzig.... 81,77 81.93 81.87 82.03 Japan..... 0,869 0,871 0,869 0,871 Rio de Ian. 0,239 0,241 0,239 0,241 Ingostawien 5,554 5.566 5,554 5.566 Lissabon... 12,84 12,86 12,85 12.87 (Selb »rief 4,20 4.22 58.14 58.38 70.66 70.94 14,09 14,15 16,38 16,44 168,86 169,54 21,48 21,56 72,31 72,59 — — 2,46 2,48 76 80 77.10 81,04 81,36 34,26 34,40 — —