■ WWW । 'ML vienstag, 2^.Zanuar 1955 185. Jahrgang Nr. 23 Erstes Blatt „ | begangen platz an. Oie „Abrüstung" -er andern werde noch bekanntgegeben. Das Zentralorgan der Kommunistischen Partei Deutschlands. ..Die Rote Fahne", kündigt in einer Crtraausgabe für Mittwoch eine Massen Demonstration derKPD. aus dem Bülow F r a k t i o n s s i tz u n g der D e u t s ch n a t tonal e n wird dem Rachrichtenbüro des DDZ. sowohl von nationalsozialistischer, als auch von deutschnationaler Seite erklärt, daß weitere Verhandlungen zwischen beiden Parteien in den letzten Tagen nicht stattgefundcn haben. Wegen versuchten Landesverrates verurteilt. Demonstrationen der SPD. und KPD. Berlin, 23. 3an. (TU.) Das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, der ..Vorwärts", kündigt in einer Sonderausgabe, die am Montag früh in den Straßen Berlins verteilt wurde, für den nächsten Sonntag eine Massenkundgebung unter dem Leitwort „B e r l i n b t e i b t r o t" an. Der Aufmarschplan und der Zentrumsfraktion eine nochmalige Aussprache stattfand, in der die theoretische Möglichkeit gewisser parlamentarischer Lösungen erörtert und ein Ver- such in dieser Richtung offenbar sympathisch gewertet worden sei. Der Weg, der vom „Rotstand" der Reichsregierung seinen Ausgang nimmt, sei leider nicht im Sinne des'geringeren Risikos und der größeren politischen Beruhigung zu werten. Die „D A Z" glaubt aus der Abreise Hitlers aus Berlin schließen zu müssen, daß der Stand der mannigfachen Bemühungen am eine irgendwie geartete Regierungskonstellation wenig aussichtsreich fei. Selbst wenn in den nächsten Tagen noch von einzelnen Parteien Vorstöße in dieser Richtung erfolgen sollten, sei mit überraschenden Wendungen kaum noch zu rechnen- Cin weiteres Ausweichen der Parteien vor einer Stellungnahme zum Kabinett Schleicher werde am Frei- dert. In dem Kampf um die Erneuerung des Bater- landes könne niemals ein Mann Führer sein, der seine Person über das Volksinteresse setze. Dr. Held befaßte sich dann mit der Tätigkeit der Regierung v. P a p e n, die er im höchsten Grade antiföderal.st sch nannte Bayern wäre längst im Schnappsack des Reiches versunken, wenn es nicht sein Recht gewahrt hätte. Dr. Held verwahrte sich scharf gegen die Tlnterstellung. er treibe Separatismus oder intrigiere gegen das Reich. Auch die bayerische Staatsregierung halte eine Revision der Weimarer Verfassung für notwendig. aber nicht im Sinne einer llnitarisierung. sondern im Sinne einer Dezentralisation und Wiederherstellung der hoheilsrechte der einzelnen Länder. Zur Frage der b a h e r i s ch e n R e g i e r u n g s - b i l d u n g bemerkte er, daß für eine Regierungskoalition nicht die Bereitschaft und die Möglichkeit einer Mehrheitsbildung genüge, sondern in erster Linie das Maß der zu übernehmenden Verantwortung. Die Bayerische Volks- Partei müsse volles Vertrauen zu den Partnern haben. Der gute Wille der anderen müsse aber zugleich Hand in Hand gehen mit der Garantie für eine Fortführung einer bayerischen Politik im Rahmen des Deutschen Reiches. »nnahm« von Snjeige.1 für bte Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Drelle örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Ne- blameanzeigen von 70 mm Drelle 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr Friebr. Wilh. Lange. Derantworilich für Politik Dr Fr Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und türmen Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel fämtlich in (Bienen. Mehrheitstabinett oder Etaaisnotstand? Zentrum und NGOAp verhandeln seit gestern. - Das Zentrum strebt langfristige parlamentarische Lösung an. — Hitler nicht mehr in Berlin. Berlin. 24. Ian. (TU.) Die Tatsache, daß die ersten Vorbesprechungen zwischen dem Zentrum und den Na tio na l sozial, fl en nunmehr, wenn auch m ganz unverbindlicher Form, ausgenommen worden sind, hat in Berliner polt= tilchen Kreisen starte Beachtung gefunden. Jedoch dürfte in diesen ersten Besprechungen kaum viel geklärt worden sein. Gleichwohl ist es beachtlich, daß Der Deutsche" davon spricht, daß von den Nationalsozialisten an eine lose Vereinigung gedacht wird, aus der heraus man ein Kabinett der Köpfe" bilden könne, also ein natio« nales Kabinett das fürs erste lediglich auf ein Tolerieren der Harzburger Parteien und Verbände rechnen könne. Vielleicht hoffe man, für diesen Ausweg auch das Zentrum zu gewinnen. Die Aussichten für den Erfolg eines solchen Planes seien allerdings minimal. Das läßt darauf schließen, daß das Zentrum bei feinen Verhandlungen nicht an eine kurzfristige Lösung denkt, und daß es etwa den Plan, ein neues Kabinett zu bilden, das nach kurzer Zeit Wahlen durchzuführen hätte, ablehnt. Wegen vorsätzlichen Verbrechens der Auskundschaftung geheimzuhaltender militärischer Gegenstände und 'Nachrichten, in Tateinheit mit versuchtem Verbrechen des schweren Diebstahls, wurde der 24jährige Gefreite Friedrich Ebbing aus Holz- wickedc-Hörde vom Reichsgericht 'n Leipzig zu 2!.- Jahren Zuchthaus, Entfernung aus dem Heere und fünfjährigem Ehrverlust bei Anrechnung von 14 Monaten der Untersuchungshaft auf die Strafe verurteilt Der mitangeklagte 32jährige ehemalige Reichswehrangehörige August >2 t e f s e n s aus Pahlen (Kreis Norderdithmarjchen) wurde freigesprochen. Der Reichsanwalt hatte gegen die beiden Angeklagten, die der KPD angehören. *■ acht und sieben Jahre Zuchthaus beantragt. Die dreitägige Verhandlung war aus Gründen der Staatssicherheit unter Ausschluß der Oefsentlichceit geführt worden. Ebbing wurde überführt, daß er in der Nacht zum 19. Oktober 1931 als aktiver Sol- bat in die Jägerkoserne in Goslar einzubrechen ver- sucht hatte, um dem französischen Nachrichtendienst militärische Informationen zur Verfügung^zu stellen. In der Urteilsbegründung stellte der Senat fest, daß der versuchte Einbruch aus Eigennutz begangen wurde, also nicht unter das Amncstiegesetz falle, anderseits bei der Strafzumessung zu berücksichtigen gewesen sei, daß die Tat in schwerer Trunkenheit 1 worden sei. Dagegen dürfte das Zentrum immer noch bereit fein, ein Kabinett zu dulden, das eine politische Stabilität sürdiesesIahr garantiert. Die S'abilität der Regierung-könnte aber nach der Ansicht des Zentrums nur durch die Sammlung starker Dolkskräfte in einer genügend breiten Front der Zusammenarbeit gewährleistet werden. Da die Verhandlungen am Dienstag fortgesetzt werden sollen, läßt sich natürlich noch nicht überblicken, wie sie verlaufen werden. Immerhin dürfte soviel sicher sein, daß die Stellung des Reichskanzlers von Schleicher vorläufig noch unerschüttert ist, da der Reichspräsident selbstverständlich nur dann an einen Kabinettswechsel denken dürfte, wenn es gelingt, eine breite parlamentarische Front vom Zentrum bis zu den Deutschnationalen zusammenzufassen. Selbst für den Fall, daß Verhandlungen über eine „Harzburger Front" Erfolg hätten, mühte die Mitarbeit des Zentrums, und sei es in der Form der Tolerierung, gesichert werden müssen. Unter diesen Umständen gewinnt neuerdings der Gedanke eines beschränkten Ermächtigungs- gefehes, das eine Ausschaltung des Reichstages auf ein Jahr zum Ziele hätte, an Boden. Unter Bezugnahme auf den gestrigen Vortrag, den Reichskanzler v. Schleicher dem Reichspräsidenten über die innerpolitische Lage gehalten hat, behauptet die „Bo ssische Zeitun g", unterrichtete Persönlichkeiten glaubten, aus manchen Anzeichen schließen zu dürfen, daß der Gedanke, einen „S f a a 19 n 0 I ff a n d" zu konstruieren und daraus die Zuläsiigkeit einer Verschiebung von Neuwahlen abzuleiten, in der wilhelmstraße schon seit geraumer Zett erwogen und erörtert werde. Das Blatt meint, Reichspräsident und Reichsregie rung würden mit der Durchführung eines solchen Planes in einen unreparierbaren Konflikt mit den verfassungstreuen Teilen der Bevölkerung geraten. Sie würden für die Versassungsgegner das willkommene Präjustiz schaffen, wie man durch eine willkürliche gedankliche Konstruktion eines «taats- notftanbes eine Verfassung außer Kraft setzen könne. Bei der bekannten Auffassung des Reichspräsidenten von der Verfassung müsse man vorläufig annehmen, daß es sich bei den Erörterungen über Staatsnot- ftand und Aussetzung der Reichstagswahlen um Pläne handele, die an die Regierung herangetragen worden feien, aber nicht um Absichten, mit denen sich die verantwortlichen Personen ernsthaft befaßten. Auch die „® e r m a n i a" meint, die innere Beunruhigung eines Volkes, das seit Jahr und Tag in leidenschaft'ichen inneren Kämpfen liege, lasse sich durch die Dekretierung eines Rotstandes und durch die diktatorische Handhabung der Regierungsgewalt wohl nicht beseitigen. Es entspreche den besten Traditionen der Zentrumspartei, wenn sie auf die Gefährlichkeit solcher Pläne Hinweise, mit denen man den festen Boden einer in ihren Folgen wohldurchdachten und in jedem Augenblick noch übersehbaren Politik verlassen würde. Denn das Zentrum für eine Lösung im Rahmen der Verfassung einlrete, deren Möglichkeiten noch nicht erschöpft seien, bann nicht deshalb, weil das Zentrum eine parlamentarische ..Schlüsselstellung"' behaupten möchte, die durch ein autoritäres Regime völlig entwertet werden würde. Schlüsselstellungen hätten heute ebensogut auch andere Parteien in der Hand, von deren Willen schließlich die eine oder andere Mehrheitslösung abhängig ist. Das Zentrum hat im übrigen von einer solchen Position bisher nur den Gebrauch gemacht, daß es der Regierung, ob es in ihr vertreten war oder nicht, eine loyale Chance gab. Der Vertagungsantrag, den das Zentrum am Freitag im Aeltestenrat gestellt habe, habe ursprünglich keineswegs in der Absicht der Zentrumsfraktion gelegen. Er sei gestellt worden, nachdem am Mittag auf ausdrücklichen Wunsch des Reichskanzlers, zwischen ihm Die englische Mittelmeerflotte oeranftaüet zur Zeit ein Spezialmanöver, um sich in der Abwehr feindlicher ^luqzeuganariffe zu üben. Als „Disierobjekt' dienen die eigenen Marineflugzeuge, die in großen Geschwadern die ^chiffseinheiten begleiten. — Unser Bild zeigt em riesiges FlugzeugabwehrgeschuS an Bord eine- Schlachtkreuzers, Nürnberg, 23. Jan. (TU.) Heute hielt Ministerpräsident Dr. H e l d in Herzogenaurach auf der Generalversammlung des Oberfränkischen Christlichen Bauernvereins vor etwa 3000 Bauern eine Rede, in der er sich zunächst mit der N 01 der Landwirtschaft befaßte. Er erklärte, die Behebung der landwirtschaftlichen Notlage, insbesondere die Wiederherstellung eines erträglichen Verhältnisses zwischen Produktion u n d P r e i s b i l d u n g , sei die erste Aufgabe einer geordneten Regierungstätigkeit. Das bisherige Zö- §crn der Reichsregierung habe sich vielleicht ver- ängnisvoll ausgewirkt. In Bayern sei in den letzten Jahren sehr sparsam gewirtschaftet worden, während dies im Reiche nicht immer der Fall gewesen sei. Bayern verlange im Sinne einer geordneten Staatsführung und einer restlosen Erfüllung seiner Aufgaben die volle finanzielle Hoheit. Sie Kontingentierung sei eine dringende Notwendigkeit, aber sie könne nur bann von Erfolg (ein, wenn sie genauestens durchdacht sei. Die wehr- politischen Bestrebungen seien nicht auf Machtpolitik und auf Unterdrückung anderer Völker gerichtet, sondern sie seien die natürliche Reaktion gegen drei zehn Jahre langer Enttäuschung und nichtgehaltener Versprechungen des Auslandes. Die innerp 0 li - tischeLageDeutschlandssei beherrscht durch den Parteigeist, der sich über das Vaterland stelle. Durch Reden, wie sie Adolf H i tl e r im Sportpalast gehalten habe, würden die Gegensätze im Volke höchstens verschärft, aber nicht vermin- (Erid)eini tÄgltd), außei Sonntags und Feiertags Beilagen; Die 3Dufiriert» MBienener Familienblattei Heimat m Dild Die Scholl» monats-Beingspreis: Mit 4 Beilagen RT4 l 95 Ohne Illustrierte . I 80 Zustellgebühr . . -25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernfvrechanschliisse unter Sammelnummer "2251 Anichrijt lüt Drahtnach- richten rinzelger Lietzen. Postscheckkonto: kronlli rt am Dlatn 11686. tag nicht mehr nötig sein. Auch die „B ö r s e n 4 e i t u n g" ist der Auffassung. daß mit der Abreise Hitlers aus Berlin offiz e.le Verhandlungen üb.'r die Bildung einer parlamentarischen Mehrheitskoali- t i 0 n auo Rationalsozialisten, Deuischnationalen und Zentrum noch vor der Freitagsitzung des Aeltestcnrats in Gang zu bringen, so gut wie erledigt seien. Auch von einer Fortsetzung der seinerzeit in Köln begonnenen und dann in Berlin in der einen Unterredung zwischen Hugenberg und Hitler aufgenommenen Besprechung über die Erneuerung der Harz- bürget Front hört man zur Zeit wenig. Hitler über die Aufgabe der NSDAP. Berlin, 23. San. (TU.) Die Reichspressestelle der RSDAP. teilt mit: .Heute fand in Anwesenheit Adolf Hitlers in Berlin eine SA. ° und SS. - Führertagung statt, in deren Verlauf Adolf Hitler seinen SA.° und SS.-Führern einen umscs enden Tleberblick über die politische Lage gab und ihnen die sich daraus für die RSDAP. ergebenden Folgerungen darlegte. Sn seinen zweistündigen Ausführungen brachte der Führer u. a. zum Ausdruck, daß man heute nach allen vorhandenen Anzeichen die politische Situation für die Bewegung als s e h r günstig bezeichnen könne. Rach den Kämpfen und Ereignissen in letzter Zeit stehe die nationalsozialistische Partei besser und stärker da, als jemals zuvor. Die RSDAP. und nicht zuletzt das Verhalten des gesamten nationalsozialistischen Führerlorps hätten die Hoffnung unserer Gegner zu Schanden gemacht. Man könne erwarten, daß sich die A u s w i r t u n g e n dieser unerhörten Beharrlichkeit und dieses zähen Willens zum Sieg, der die ganze Bewegung erfülle, in nicht allzu langer Zeit zeigen wurden. Sm übrigen sei es nicht wesentlich, wann em Krieg beendet sein würde, sondern wesentlich sei, daß er mit dem Siege ende. Dieses Ziel werde um so schneller und sicherer erreicht werden, je geschlossener die Bewegung hinter ihrem Führer stehe. Der Führer schloß die bedeutsame Tagung mit einem eindrucksvollen Hinweis auf die große historische Ausgabe, die der SA. und SS. als den politischen Soldaten der deutschen Volksbewegung gestellt sei." Hitler nach München abgereist. Berlin. 23. San. (SIL) Adolf Hitler hat am Montagabend die Rückreise nach München angetreten Die deutschnationate Reichslagsfraktion berät. Berlin, 23. San. (TU.) Heber die am Stton- tagnad.u..l..M abgehaltene Schurig per Reichs- t a g s f r a k t i 0 n d e r D R D P. gibt die deutsch- nationale Pressestelle folgenden Bericht aus: „Sie deutschnationale Reichstagsfraktion trat am Montagnachmittag zu einer Sitzung -Mammen. Zu Beginn dieser Sitzung gedachte der «zraktions- Vorsitzende Dr. Oberfohren der verstorbenen Abgeordneten Frau Rawengel, die noch vor der Aufnahme ihrer Tätigkeit als Abgeordnete gestorben ist. aber in ihrem Wirken für Die DRVP. und insbesondere als Vertreterin des Saargebietes weiten Kreisen in Deutschland be- fannt war. Darauf ergriff der Parteiführer Dr. Hugenberg das. Wort und legte in eingehender Ausführung seine Auffassung über Die politische Lage nach. Rach der seitens der Fraktion mit leb Hafter Zustimmung aufgenommenen Rede Dr. H u g e n b e r gs kam aus der Fraktion heraus die wachsende Verzweiflung im Lande stark zum Ausdruck. Rach einer sehr regen Aussprache vertagte sich die Fraktion auf Dienstagvormittag. Sn der DienstagFhung wird sie sich insbesondere mit den wirtschafts- politischen, vor allem den agrarpoli- tischen und M i 11 e l st a n d s f r a g e n beschäftigen." ~ , Sm Zusammenhang mit der Verlautbarung Der deutschnationalen Pressestelle über die heutige Bayerns Standpunkt zur Äeichspolitik Eine:Rct)e des bayerischen Ministerpräsidenten. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrrck tftift verloo: vrlihl'sche Uuiverfilälr-Vuch- und Stetnöruderei R. Laine in Stehen. Sdfriftlettung und Geschäftsstelle: Schuljahr 7. Aus der Provinzialhauptstadt. Deutschland und die Ü-Booi-Frage. Eine englische Folgerung aus den Abrüstungsverhandlungen. Berlin. 24. Ian. (CND.-Funkfpruch.) DaS Präsidium derAbrüstungskonferenz in Genf hat sich, stets der Linie des geringsten Widerstandes folgend, zunächst mit zweitrangigen Fragen beschäftigt, wobei die Welt das Schauspiel erlebte, daß ein Vertreter der Kleinen Entente, der gleichzeitige Generalberichtcrstat- ter der Konferenz ist, feine Stellung zu einem geschmacklosen A n g r i f f aus die Idee des M i n- dcrheitenfchutzes mißbrauchte. Wichtiger als diese Erscheinung eines falsch verstandenen internationalen Parlamentarismus ist im Augenblick die Entwickelung der öffentlichen Olkeinung in den für die Abrüstung hauptsächlich maßgebenden Staaten. Die heute aus England vorliegenden preffe- äufecrungcn zeigen, daß man dort beginnt, den praktischen Einzelheiten der aus der deutschen Gleichberechtigung zu ziehenden Folgerungen Aufmerksamkeit zu widmen. Der Marinekorrespondent des „Daily Telegraph" bezeichnet es in einem Aufsatz als wahrscheinlich, daß Deutschland formell das Recht beanspruchen wird. U-Boote zu bauen. Er bekämpft dieses Verlangen nicht etwa und unterläßt es auch, in der anderswo beliebten Weife von deutschen „Aufrüstungsplänen" au sprechen Er weist vielmehr daraus hin, daß dieses Problem früher oder später akut werden müsse. Seit der Washingtoner Konferenz von 1921, wo Großbritannien energisch auf Abschaffung der U-Boote drang, seien mehr Fahrzeuge dieser Art gebaut worden, als bei Ausbruch des Krieges vorhanden waren. Frankreich allein habe über 90 U Boote gebaut, Italien 50 und Japan 60. Ueberdies besäßen die Ostsecmächte, Deutschlands unmittelbare Rachbarn, zusammen 33 000 Tonnen U Boote. Das deutsche Argument würde unterstützt durch die wieder- holte Erklärung ausländischer, besonders französischer und japanischer Marinesachverständigen, daß Unterwasserfahrzeuge unentbehrliche Verteidigungsmittel seien. Infolgedessen erhebe sich die Frage, warum Deutschland allein unter allen Nationen nicht das Recht auf den Besitz dieser unentbehrlichen Verteidigungswaffe haben soll. Das Blatt kommt zu dem Ergebnis, daß die Mächte nur die Mahl zwischen der Abschaffung der U-Boot- wasfe und der Zulassung einer entsprechend ausgerüsteten modernen deutschen Jlotte von Unterwasserschiffen haben. Diese englische Objektivität in einer für England erfahrungsgemäß besonders wichtigen und mit unangenehmen Erinnerungen verknüpften Frage unterscheidet sich in bemerkenswerter Weise von dem andauernden Propa- g a n d a l ä r m, der von Paris aus gegen die „abrüstungsstörenden deutschen Forderungen" inszeniert wird. Der Putschversuch in Brünn. Brünn, 23. Ian. (WTB.) Bei der hiesigen Polizeidirektion wurden heute den ganzen Tag über das Verhör der Teilnehmer an dem f a - schistischen Llcberfall auf die Kaserne des 4 3. Infanterie • Regiments fort- Radola Gajda, der frühere tschechische General- stobschef, der bereits einmal eine längere Freiheitsstrafe verbüßte, ist wiederum verhaftet worden. gesetzt. Der verhaftete Führer der tschechoslowakischen Faschisten, der ehemalige General und Abgeordnete G a j d a . wurde heute vormittag durch eine Gcndarmericeskorte der Brünner Polizei- dircktion eingeliefert. Wie festgestellt wurde, war Gajda am vergangenen Freitag in Brünn und hatte bei dieser Gelegenheit Unterredungen mit den dortigen Faschi st en. Unter den zahlreichen Verhafteten befindet sich der Leiter der Londespfandbeleihanstalt in Brünn namens Ruzicka, der in der Faschistischen Partei führend tätig ist. Auch die Brünner Militärbehörden haben zwei Personen verhaftet, und zwar den Fähnrich Tefal, der kurz vor dem Uebersall aus die Kaserne mit dem Anstifter des Ueber- falls, dem Reserveoberleutnant K o h i n e k gesprochen hatte, und den Rittmeister I a k u b, der ebenfalls, mit Kotzinek verkehrte Gajda gesteht. Brünn, 23. Ian (WTB.) Das Verhör des Fa- fchistenführers und ehemaligen Generals Gajda, das bis in die späten Nachtstunden andauerte, hat ergeben, daß Gajda von den Vorbereitungen des faschistischen Ueberfalls aus eine Brünner Kaserne gewußt hat. Insgesamt wurden 63 verhaftete Teilnehmer an dem lieber- fall verhört. Vie Monarchenbegegnung in Smaja. D u k a r e st, 23. Ian. (WTB) König Alexander und Königin Maria von Südslawien sind Montag mittag in Begleitung des Außenministers I e s t l s ch hier eingetrosfen. Sie wurden am Bahnhof vom König Carol, vom Prinzen Michael, sowie vom rumänischen Außenminister und dem Kriegsminister begrüßt. Nach einer Meldung des „Pester Lloyd" aus Sinaja ist Außenminister Titulescu plötzlich schwer erkrankt Er hat eine Mittelohrentzündung. Das Fieber stieg in den Abendstunden bis auf 39 Grad. Strenger Winter von Schweden bis zur Adria. Kältewelle in Schweden und England. Infolge der außerordentlich starken Kälte — aus Rordschweden werden über 40 Grad gemeldet — sind die E i s v e r h ä l t n i s s e an der schwedischen Küste außerordentlich schwierig geworden. Mehrere Segelschifse sind eingefroren. Desgleichen der deutsche Dampfer „Ems- land" bei Granholm. Die staatlichen Eisbrecher traten in Tätigkeit. In England herrscht zur Zeit starke Kälte. In London betrug die Temperatur in der letzten Rächt minus 7 Grad Celsius, was für englische Derhältnisse außerordentlich kalt ist. Eine so niedrige Temperatur ist seit vier Jahren nicht mehr in London gemessen worden. Weite Strecken Englands sind von Schnee bedeckt. Auf den Seen und Teichen widmet sich das Publikum dem seltenen Vergnügen des Schlittschuhlaufens. Oie Eislage an der deutschen Wasserkante. Die Eisbildung im Hamburger Hofen bereitet der kleinen Schiffahrt bereits beträchtliche Schwierigkeiten. Sechs staatliche Eisbrecher find während des ganzen Tages damit beschäftigt, das ncugebildete Eis aufzubrechen und die zujammen- getriebenen Eismassen in Bewegung zu halten. Auf der Unterelbe ist der kleine Verkehr stark beeinträchtigt. Größere Schwierigkeiten hoben sich hier jedoch noch nicht ergeben. Wie berichtet, ist die Oberelbe bei Geesthacht z u g e f r o r e n , so daß man zu Fuß von einem Ufer zum anderen gelangen kann. Infolge der Eisschwierigkeiten im Husumer Wattenmeer mußte der Dampfschiffoerkehr nach den Inseln Nordstrand und Pellworm cinge- stellt werden. Während der Verkehr von Husum nach Nordstrand über den Nordstrander Damm möglich ist, wurde zur Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen dem Festland und Pellworm ein Flugzeug angesordert. Die Nordseeinsel Wangeroog ist durch die E«s - Verhältnisse vom Verkehr mit dem Festland ?anz abgeschnitten worden. Da jeht auch die D a m p- erverbindungen eingestellt wurden, hat man sich von Wangeroog aus an die Luftverkehrs- aefellschaft Wilhelmshaven-Rüstrinaen gewandt, die bereits im Winter 1929 bei Der damaligen Frost- periobe die Nordseeinseln von Wangeroog bis Norderney mit Post, Fracht und Medikamenten versorgte. Die Luftverkehrsgesellschaft, die im Sommer den Luftverkehr nach den Bäderinseln mit drei Maschinen versieht, wird den Eishilfsbien st übernehmen. Vorläufig wird eine Maschine in den Dienst gestellt. Ob der Etsdienst auch auf die übrigen Nordseeinseln ausgedehnt werden muß, hängt von der Dauer der Frostperiode ab. Schneefall und Kälte im Osten. Im Danziger Gebiet sowie im Gebiet des polnischen Korridors sind in den letzten 48 Stunden bei einer Temperatur von durchschnittlich 11 bis 13 Grad unter Rull starke Schneefälle niedergegangen. Im Danziger Gebiet liegt der Schnee durchschnittlich 35 bis 40 Zentimeter hoch. In den letzten Tagen herrschte über dem ganzen Riesengebirgskamm schwerer Schnee st urm. Im Durchschnitt sind 30 Zentimeter Reuschnee gefallen. In den höchsten Lagen des Gebirges sank das Thermometer bis auf 23 Grad unter Rull. — Bei dem Aufstieg von Hohenelbe nach den Schlüsselbauden verirrten sich zwei junge Leute und blieben erschöpst im Schneesturm liegen. Während der eine sich wieder aufraffen konnte und mit erfrorenen Gliedern die Bauden erreichte, konnte der andere später nur noch als Leiche geborgen werden. Der Verletzte und ein Arzt, dem ebenfalls in der scharfen Kälte die Finger abgesroren waren, mußten ins Krankenhaus Hohenelbe eingeliefert werden. Rhein undMosel führen starkes Treibeis Im Laufe des Montags hat das Treibeis auf dem Rhein so stark zugenommen, daß in den Abendstunden die Koblenzer Schiffsbrücke in den Winterhafen gefahren werden mußte. Die Winterhäfen haben Vorkehrungen für schutzsuchende Schiffe getroffen. Die Mosel ist so dicht mit Eisschollen bedeckt, daß bei anhaltender Kälte mit dem Zufrieren des Flusses bei Lay (oberhalb Koblenz) gerechnet werden muß. 5 Grad Kälte an der Adria. An der nördlichen Adria ist zugleich mit einem orkanartigen Rordostwind ein starker Kälte- e i n b r u ch zu verzeichnen. 3n Triest hat die Kälte in der Rächt zum Montag 5 Grad unter Rull erreicht. Die Dora weht mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 85 Stundenkilometern. Kunst und Wissenschaft. Tragischer Tod eines Musikdirektor». WSR. 'Jll ainz, 23. Ian. gestern abend fand in der hiesigen Christuskirche ein Konzert zum besten der evangelischen Winterhilfe statt, das mit einem Orgelvortrag de« MusitdirektorS Friedrich Petersen aus Wiesbaden eingekeilt wurde. Kurz nach Beendigung des Präludiums erlitt dieser einen Schlaganfall und war in wenigen Augenblicken tot. Dos Konzert wurde abgebrochen und nach einem kurzen Gebet des Oberkirchenrats Zentgraf verließ die Gemeinde tieferschüttert die Kirche. Politik im Hause. Der betrübte Familienvater sagt: Durch unsre Politik, die sehr verschwommen, oertarnt und rettungslos verzettelt ist, hat unser Leben einen Knax betonimcn, der wie ein Wurm an meinem Herzen frißt. Die Kinder, sei es Mädel oder Bube, bekämpfen sich politisch kreuz und quer, und in der sonst so stillen Kinderstube geht es zuweilen wie im Reichstag Herl Der Aelteste, als Obersekundaner, setzt seine Hoffnung auf das Dritte Reich. Der Zweite schwört, er sei Republikaner und starker Paneuropamann zugleich. Sie toben oftmals wild und ungezügelt und haben neulich, seelisch aufgewärmt, die kleine Liesbeth mörderisch verprügelt, weil sie durchaus für Herrn von Papen schwärmt. Und erst die Frau! — Sie hat mir schon seit durch viele Leitartikel angeregt, (Wochen, ihr Mißtrau'» unzweideutig ausgesprochen, das sie schon lange in der Seele trägt. Das Wirtschaftsministerium, so weit sie, fei künftig besser wohl durch sie betreut. Man weiß es ja: Auf diese Art vereint sie zwei wichtige Ressorts zu gleicher Zeit. Verrückt und widersinnig scheint mir alles ... Weil mich das laute Treiben nicht berührt, werd' ich von Frau und Kindern bestenfalles als Notregierungskanzler toleriert. Ich habe wohl ein Amt, doch keine Meinung, weil meine Frau, die sehr politisch denkt, als dauernde, verewigte Erscheinung autoritär die Hausregierung lenkt. • Puck. Wicficncr TSochcnmarktpreise. * Gießen, 24. Ian. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Süßrahmbutter 110 bis 120, Landbutter 100 bis 110, Kochbutter 80 bis 90,' Matte 20 bis 25, Wirsing, gelb 8 bis 10, grün 13, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25, Anterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 150, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3, Aepfel 18 bis 30, Dörrobst 35 biS 40, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 93, Suppenhühner 60 bis 80, Rüsse 35 bis 40; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 40 bis 60, inländische Eier 11, Blumenkohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,50 Mark. Vornotizen — Lageskalender für Dienstaa: Stodttheater, 20 bis gegen 22.30 Uhr: „Dr. mea. Hiob Prätorius". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Llhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Tarzan". — Die Oberhesfische Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde (Raturwissenschaftliche Aoteilung) veranstaltet am morgigen Mittwoch im Realgymnasium eine Sitzung, in der Studienrat Dr. H e u h e l, Gießen, über das Thema „Schwingungserzeugung durch Rückkopplung" sprechen wird. Roheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. " In den Ruhe st and versetzt. Auf sein Rachsuchen wird der Technische Assistent am Physikalischen Institut der hiesigen Landes- universität. Karl Habeney, mit Wirkung vom 1. Februar 1933 in den Ruhestand versetzt. • * Zwei Neunzigjährige. Frau Katharina Schiefer st ein Wwe., wohnhaft Goethestraße 69, konnte dieser Tage in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 90. Geburtstag feiern. Am heutigen Dienstag, 24. Januar, begeht außerdem Frau Marie A l b a ch, wohnhaft Alicestraße 34, im Vollbesitz ihter geistigen und körperlichen Kräfte das gleiche Jubiläum. • * Der W o ch e nmarkt — einOpferder Kälte. Der eisige Wind, der heute morgen und schon die ganze Rocht über die Felder ging und um die Hausecken pfiff, hat die Landleute und Händler davon abgehalten, mit ihren Produkten den Wochenmarkt aufzusuchen. Sicherlich haben sie nicht zu Unrecht vermutet, daß die Hausfrauen bei solchem kalten Wetter auch nicht gerne vor die Türe gehen und lieber in der Rachbarschaft kaufen, um nicht weite IDeae machen zu müssen. So lag denn heute der Marktplatz recht verlassen da, und nur ganz wenige Stände waren aufgefchlagen. Die Käuferinnen, vielmehr die Unentwegten unter ihnen, fanden sich sehr spärlich ein, und deshalb packten die wenigen Händler, die erschienen waren, auch bald wieder ein und zogen nach Hause. " D i e Lohn unter Eis. Die strenge Kälte der letzten Tage hat es mit sich gebracht, daß die Lohn nunmehr mit Ausnahme weniger Stellen völlig zugefroren ist. Die wenigen Schneeflocken, die am Sonntag herabwirbelten, bedecken in leichtem Hauch die Eisfläche und lassen sie in reinem Weiß erglänzen. Das Cis ist aber noch dünn. Vor dem Betreten sei dringend gewarnt. Die Eltern sollten nicht versäumen, ihre Kinder eindringlichst auf die Gefahr, die das Betreten des Eises der Lahn in sich birgt, aufmerksam zu machen. * Städtische Brennholzversteigerung. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen (Försterei Rödgen) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchensche.ter 1. Klasse per Raummeter 8,80, Buchenscheiter 2. Klasse 6,60, Cichenscheiter 1. Klasse 6,80, Cichenscheiter 2. Klasse 5,00, Buchenknüppel 6,60, Eichenknüppel 1. Klasse 4,60, Eichenlnüppel 2. Klasse 4,00, Buchenstöcke 5,20, Eichenstöcke 4,00, Eichennuhscheiter 14,00, Buchenreisig 3. Klasse pro 100 Wellen 14,00 Mk. ** Eine Mitgliederversammlung des Frauenvereins für Deutsche über See. Der Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See hielt, wie man uns berichtet, dieser Tage feine Mitgliederversammlung ab. Zunächst sprach Frl. Gertrud Hirsch einen Prolog, eine Bitte der Deutschen über See an die Deutschen im Mutterland, ihrer nicht zu vergessen! Die 1. Vorsitzende, Frau Prof. Zwick, begrüßte die Anwesenden und berichtete über bte Tätigkeit des Vereins im vergangenen Jahre Die Veranstaltung im Sommer, die mit dem Kolonial-Frauenbund gemeinsam unternommenen Straßensammlung' im Oktober, die Beisteuer zur Frauenwinterhilfe, die Leistung einer Sonderspende für die Errichtung einer dringend gewünschten zweiten Schwesternstation in Mbozi in iftafrifa usw. Ferner gab die Vorsitzende einen sehr anschaulichen Bericht doji der 42. Hauptversammlung des Vereins in Berlin, an der sie teilgenommen hatte. Sie hob besonders hervor, daß diese Tagung von dem Gedanken der Notwendigkeit der Fortführung der Arbeit getragen war. Der Schatzmeister, Bankdirektor Mattern, erstattete den Kassenbericht, der erfreulicherweise auch in dieser schwierigen Zeit günstig lautete. In vortrefflichem Vortrag, dem die Zuhörerschaft gespannt folgte, erzählte bann Frau von Oibtmann, vom Vorstand des Landesverbandes in Darmstadt, von deutschen Frauen, die hinausgezogen sind über See und von jenen deutschen Schwestern, die hinausziehen, um diesen Frauen zu helfen. Als die Regierung einst Pflege- anftalten und Krankenhäuser in den Kolonien errichtete, erhielt der Verein die Aufgabe, diese Anstalten mit besonders gut geschultem Personal zu versehen. So kamen die Schwestern in die Kolonien und sind den Männern in schwersten Zeiten treue Mitarbeiterinnen geworden. Bald bedurfte man auch der Hebammenschwestern. Die Tätigkeit der Schwestern erstreckte sich von Ost- nach Südwestafrika, Togo und Kamerun, Neuguinea, Samoa und Stiau- tschau. Der Krieg machte den überall entstandenen Stationen ein hartes Ende. An Hand sehr guter Lichtbilder gab die Rednerin eine fesselnde Schilderung vom Hereroland Frau von Oidtmann führte die Zuhörerschaft bann weiter durch das Prin- zessin-Rüpprecht-Heim urtb bas Mütterheim in Sma- fopmunb, durch Krankenhäuser unb Kindergärten in Lüberitzbucht, Winbhuk, Dmaruru, in Musinbi. Mbozi unb in Angola. Es war ein Helbenlieb beut- scher Treue unb deutschen Opfermutes. Mit ber warmherzigen Ditte, bie Bestrebungen bes Vereins zu unterstützen, ber vielen Tausenben von Deutschen zum Segen bient, schloß bie Vortragenbe. Der Vortrag fanb lebhaften Beifall. Frl. Hirsch bankte ber Rebnerin für ihre interessanten Ausführungen. Oie deutschen Eislaufmeister 4933 Sanbtner (links) und arwa beim Start. — Im 500 Meter-Lauf siegte Barwa über Sanbtner, der dann den 5000-Meter-Lauf in neuer Rekordzeit gewann. Derbandsspiel Ergebnisse aus dem Gau GießemWehlar. DezirkSklasse 1 (Gruppe Lahn): Frohn- hausen — Ockershausen 4:0; Wallau — Wetzlarer SV. 1:0; VfB. Gießen — Breidenbach 4:1 (2:0). DezirkSklasse II: Ehringshausen — Weilburg 1:3 (1:2); Aßlar — Dissenberg 1:0; Diskirchen — SV. Wetzlar 2 3:1; Löhnberg — Rieder- airmes 1:2; Daubrinaen — Ettingshausen 6:1 (3:0); 1900 Gießen 2 — Leihgestern 1:0 (0:0). Gauklassr T: Wiendorf — Ulm 1:2 (1:2); Hermannstein — Werdorf 0 2 abgebrochen: Burg- solms 2 — Draunfels 4:3; Oberndorf — Wetzlarer SD. 3 7:4 (3:1); Garbenteich — Butzbach 2 1:1» 1900 Gießen 3 — VfB. Gießen 3:1; Heuchelheim — Wieseck 3:1 (1:0); Lich — Steinbach 0:2 (0:1). Gauklasse 11: Büblingshausen 2 — Dauborn 2 5:2 (1:1); Dutenhofen 2 — 1900 Gießen 4 1:1; Steinbach 2 — Lollar 2 1:4 (0:2); Krofdorf — Lollar 3 1:6 (0;l); Muschenheim — Steinberg 2 Wirtschaft Berlin leicht erholt. Gießen, den 24. Januar 1933. 538 A L 547 D 540D weise gegen Barzahlung: Erich Stern Gießen (Nordanl.9), Göttingen (Bürgerstr. 23). den 23. Jan. 1933. 543 D ü 1. Büfetts, Kredenzen, Chaiselongues, Sofas, Pianinos, Schreibtische, Schreib» Wäsche hält noch mal so lange, und das Waschen ist so leicht, wenn mit BURNUS eingeweicht. Werüe-ürucksachen bei Brühl, SchulstraDe 7 Heute entschlief sanft unser heißgeliebter, herzensguter, braver, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Scheren, 1 Drogenschrank, rate, Nähmaschinen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 25. Januar, nachmittags 3yt Uhr, auf dem Neuen Israelitischen Friedhof statt Verantwortlich für Politik: I 93.: Ernst ® I u m I d) e i n. Maschinen, Bücherschränke, 1 Höchste- quenzapparat, Radioapparate, Aus- stellungsschränke, Ladentheken Waren- schränke, Registrierkassen, Taschenmesser, Photoappa- im 29. Lebensjahre. . Die tieftrauernde Mutter Selma Stern Ilse Daniel, geb Stern Lutz Daniel »Erika« und andere Kleinschreibmaschinen von Nil. 90.— an in großer Auswahl. ,vratu Vogt & Eo., Seltersweg 44, Rui 2464. ss*a Die grosse schmutzlösende Wirkung des BURNUS beruht auf seinem Gehalt an Enzymen (d. s. Verdauungssäfte). Diese Enzyme haben die Eigenschaft, den Schmutz gleichsam zu verdauen, können aber ihrer ganzen Natur nach niemals die Wäschefaser angreifen. BURNUS ist in einschlägigen Geschäften erhältlich in Dosen zu 20 und 49 Rpf. Interessante Druckschriften über das einfache und billige BURNUS-Wasch- verfahren kostenlos durch die AUGUST JACOBI A.G., DARMSTADT 0 Rabatt bis zum 31. Januar! f Motorrad- \ Fahrhand chuhe’ Hauben, billiget Hnf-HüuNer LEckeMarktstr.-y Die Einäscherung fand in aller Stille statt Von Beileidsbesuchen wild gebeten Abstand zu nehmen. rige treue Dienste überreicht. Obstbauinspektor Enkler überbrachte in herzlichen Worten die Glückwünsche der Landwirtschaftskammer und des Kreisobstbauvereins. Kreis Schotten. * Eichelsdorf, 23.Jan. 21m Samstagmittag verunglückte der Kraftfahrer 2Idolf Grob, der als Holzhauer in der Försterei Eichelsdorf beschäftigt war, so schwer, daß er mit dem Sanitätsauio der Freiwilligen Sanitätskolonne Schotten ins Schottener Krankenhaus überführt werden muhte. Der bedauernswerte Mann wurde durch das Ende einer fallenden Buche, die durch 21ufschlagen auf eine noch stehende Buche aus ihrer Fallrichtung abgelenkt wurde, zu Boden geschlagen und trug einen sehr schweren Beinbruch davon. Tagung der hessischen Reiiervereine. MSB. Frankfurt a. M., 23. Jan. Unter außerordentlich starker Beteiligung fand hier gestern die diesjährige Hauptversammlung des hessischen Landesverbandes der Reit- und Fahrvereinigungen statt. Wie aus dem Bericht des Ge- schästsführers hervorging, kann der Berband im vergangenen Jahre einen erneuten Zu - Ubermorgen Ziehung! 9 Ulmer .Unsterbcu Geld Lotterie Ziehnng unwiderruflich garant. 26. Januar 193c 43U ucw o.2 räntzu« 15000 .17000 5000 112000 Doppel-lose 1 RIT. Pono u. Lirte 30 4 extra empiehlen Cigarrenhaus m*a E. Benter — Gießen Neuen Bäue 11 Warum bietet Ihnen mein Januar- Groß -Verkauf große Vorteile? Weil nur re- guläre Qualitätsware zumVerkauf kommt zu den billigstenPreisen Außerdem erhalten Sie noch Hühneraugen Warzen,HornvaUen beicitiflt restlos auch m den hartnäckigst, grillen totsicher unt. Gar.innerb.5-6 Tn. Hühneraugen-Rapid (Erbältl. nur: Löwen- Drogerie W. 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Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der strengen Kälte, wolkig mit Aufklaren, ganz vereinzelt etwas Schnee. Lufttemperaturen am 23. Januar: mittags —3,9 Grad Celsius, abends —4,9 Grad; am 24. Januar: morgens —10,7 Grad. Maximum —3,8 Grad, Minimum —11 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 23. Januar: abends —2,2 Grad; am 24. Januar: morgens —3,7 Grad Celsius. — Son- nenscheindauer IX Stunde. Wir erfüllen hiermit die schmerz- HchePflichtvon,demaml7.Januar ! d J.erfolgten Ableben unseres lie- ben A. H. Studienrat Prof. Dr. Karl Weißer aktiv S. S. 90 Kenntnis zu geben. Die G. B. Frankonia LA.: Friedrich Krampe XXX. _________________________541 D Reichskreditgesellschaft und die BHG., höhere Kaliabsatzziffern, bessere Aufträge in der Maschinenindustrie, sowie die Pläne einer Elektrifizierung der badischen Haupteisenbahnlinien im Rahmen des Ar- beitsbeschasfungsprogrammes nicht stärker anzu- regen. Dagegen war die Spekulation eher zu kleinen Abgaben geneigt, zumal die Schwäche des Dollars und dos etwas schwächere Neuyork leicht ver- Berlin, 24. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die politische Unsicherheit wirkt sich auch weiterhin lähmend auf das Börsengeschäft aus. So vermochten günstigere Divtdendenschätzr»gcn für die Reichskreditgeselljchaft und die BHG., höhere Kaliabsatzziffern, bessere Aufträge in der Maschinengen Industriepapieren sind Deutsche Atlanten mit einem Verlust von 4% Prozent zu erwähnen. Deutsche Anleihen tendierten etwas schwächer. Reichsschuldbuchforderungen verloren bis zu % Prozent. Die übrigen Renten gaben bei kleinem Geschäft etwas nach. Ausländer lagen uneinheitlich, Türken und Mexikaner waren schwächer, Bosnier und Anatolier fester. Lissabonner Stadtanleihe ging erneut um fast 1 Prozent zurück. Am Geldmarkt hat sich an der leichten Lage nichts geändert; die Sätze blieben unverändert, d. h. Tagesgeld 4% bzw. 4'/«, Monatsgeld 5 bis 7 Prozent. Dem kleinen Angebot am Privatdiskontmarkt stand auch Nachfrage im gleichen Umfange gegenüber. Reichswechsel per 25. April und Reichsschatzanweisungen per 17. Juli blieben weiter gefragt. Frankfurt geschästslos und schwächer. Frankfurt a. M., 24. Jan. (WTB. Drahtmel- düng.) Die undurchsichtige innerpolitische Situation führte zu Beginn der heutigen Börse zu s a st v o 11 - kommener Stagnation und meist zu neuen Kursrückgängen, nachdem bereits an der Abendbörse Abschwächungen zu verzeichnen waren. Don der Kundschaft lagen zwar nur in mäßigem Umfange Derkaufsorders vor, denen aber bei der herrschenden Zurückhaltung leitens der Ku- liste keine Aufnahmeneigung gegenüberstand, zumal weder Anregungen aus der Wirtschaft, noch von den gestrigen Auslandbörsen Vorlagen. Man wartet allgemein die bevorstehende Aeltestenratssitzung ob. Die wenigen Kurse, die bei zögerndem Geschäft zunächst zur Notiz kamen, lagen überwiegend schwächer, und zwar betrugen die Rückgänge bei einigen Spezialpapieren über 1 v. H., im übrigen etwa 0,50 bis 0,75 v.H. Am Montanmarkt lagen besonders Rheinstahl mit minus 2 v. $). schwach, KYWWUS€R TECHNIKUM leme^rw und BAD «ANKWUUSO« tieiSie? Frostbeulen I Probieren Sie bitte meine Frootschuta-Creme Tube Mk. 0.50 Germania-Drogerie Carl Seibel Frankl. Str. 39 Gelsenkirchen verloren 1,5 v. $)., Ilse Genuß 1 o. fj., Stahloerein und die restlichen Bergwerksaktien von 0,5 bis 1 v. H., mit Ausnahme von Buderus, die mit 47 v. f). behauptet eröffneten. Don Chemieaktien lagen IG. und Deutsche Erdöl je 0,65 v. 5). niedriger, Goldschmidt waren unverändert. Am Elektromarkt eröffneten Bekula 0,75 o. H. schwächer, Siemens kamen mit 125 d. S). behauptet zur ersten Notiz. Don sonstigen Papieren setzten Zellstoss Waldhof 1,25 v. $)., Daimler 0,75 o. $)., Holzmann und Nord deutscher Lloyd je 0,50 v. H. schwächer ein, wogegen Deutsche Linoleum und Reichsbankanteile je 0,25 v. f). gewannen. Nach den ersten Notierungen bröckelten die Kurse infolge der Geschästsstille meist weiter um 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Deutsche Anleihen lagen auf Kundschaftsoer- taufe und Glattstellungen der Spekulation gleichfalls schwächer. Altbesitz — 0,50 o. H., Neubesitz —0,25 d. $)., späte Reichsschuldbuchsorderungen gaben etwa 0,40 v. H. nach. Don JndustrieobUgationen lagen Stahlvereinsobligationen etwa 1 v. S). niedriger. Am Auslandrentenmarkt blieben türkische und rumänische Anleihen behauptet, wahrend 5-o. H.-äußere-Gold- mexianer weiter abbröckelnd. Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen überwiegend von 0,50 bis 1 v. S). schwächer, und auch die übrigen festverzinslichen Werte wurden etwas leichter taxiert. Im Verlaufe blieb die G e s ck ä f t s st i 11 e auf der ganzen Linie bestehen, die Aktienkurse zeigten jedoch auf kleine Rückdeckungen der Kulisse verschiedene kleine Besserungen von 0,25 v. H Das Gros der Papiere war jedoch auf dem ermäßigten Stand unverändert. Deutsche Anleihen hatten keine Veränderung. Tagesgeld mar zu 3,25 v. H. unverändert und sehr leicht, so daß erheblich Ueberstand verblieb. Rindermarkt in Gießen. Auf dem heutigen Rinder-Nutzvieh-Markt in Oie- ßen standen 794 Stück Großvieh, 113 Fresser und 201 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 350 bis 380 RM., 2. Qualität 200 bis 250 RM., 3. Qualität 100 bis 140 RM.; b) Schlachtkühe a 120 dis 240 RM., b) 50 bis 100 RM.; c) Rinder H- bis % jährig 50 b's 120 RM., Ye bis 2jährig 70 bis 160 RM., tragend 150 bis 290 RM.; d) Kälber, das Pfund Lebend- gewicht 18 bis 25 Pf. das Pfund. Ausgesuchte Tiere über Notiz. — Marktverkauf: Kauflust vorhanden, infolge der Kälte sehr zurückhaltend; Ueberstand. Am Freitag, dem 20 Januar 1933, wurde unser geliebter Bruder. Schwager und Onkel Herr Friedrich Wilhelm Siepmann von seinem langen, mit größter Geduld ertragenen schweren Leiden im 61. Lebensjahre erlöst Im Namen aller Angehörigen: Jetty Freifrau von Heimrod, geb. Siepmann. Oberbeffen. Landkreis Gießen. X Wieseck. 23. Jan. Der Dahnarbeiter i.2t Wilhelm Lepper feiert am 25. Januar in kor» ‘tätlicher Rüstigkeit und geistiger Frische seinen, 85 Geburtstag. Geboren zu 2lUen-Duseck ist er der letzte hiesige Veteran von 1870/71 und der älteste Mann WieseckS. m . ' Wieseck, 23. Jan. In der hiesigen B o l 14- schule wurden jetzt di« Reich s j ugenö- Wettkämpfe abgeschlossen. Es beteiligten sich 11 Knaben und 17 Mädchen in Gruppe 2 und 34 Knaben und 24 Mädchen in Gruppe 1- Don den 86 Teilnehmern wurden 79 Sieger. Die wahlfreie Schwimmübung erfüllten 17 Knaben und 12 Mädchen. Ohne Schwimmen wurde von den Knaben der Gruppe 2 ein Siebenkampf, von den Mädchen ein Sechskampf ousgetragen. In der Gruppe 1 hatten die Knaben und Mädchen einen Fünfkampf zu erledigen. ^t« Lesttungen der Knaben find: im Hochsprung 1^30 Meter, Hand ballweitwurf- 25,40 Meter lvO^Meter-Lauf 13 7 Sekunden, 75^Meter-Laus 11.2Getunten unt> 50- Meter-Schwimmen 52,9 Sekunden. Don den Mädchen wurden als Bestleistungen erreicht, im Hochsprung 1,25 Meter, Handballweitwurf 20^40 Mer, 75-Meter-Lauf 11.1 Sekunden. und50-Me- ter-Schwimmen 62,2 Sekunden. Di« Schubr erhält 9 Diplome des Herrn Reichspräs d^tem 35 des Herrn Staatspräsidenten und 35 Jugendschriften für die 79 Sieger. Das Freischwimmer^ug- uis erwarben sich im Laufe des Sommers 23 Knaben und 17 Mädchen. * Alten-Buseck, 23. Jan. Dieser Tage fand hier die G e n e r a l v e r s a ,n m l ung des Ke g e l- Hubs „Gut Holz" statt. Zunächst gedachte man der verstorbenen Mitglieder. Der Vorsitzende gab in kurzen Zügen den Jahresbericht Von größeren Veranstaltungen hatte man abgesehen. Der Kaffen- bericht ließ eirum befriedigenden Stand der Kasse erkennen. Der bisherige Vorstand wurde wiederge- wählt. Ferner wurde die Anschaffung eines Banners beschlossen. -r Lang - Vöns, 23 Jan- 3n e ner gut bc» suchten Versammlung sprach am Sonntagnachmittag Obstbauinspektor Enkler, Gießen, über Schädlingsbekämpfung im Ob st bau . ©inic tenö gab der Vortragende einige Erläuterungen zu dem neuen Obstsortiment für die Pro- vinz Oberhcssen. Daran anschließend ging er auf die Einzelheiten in der Schädlingsbekämpfung ein und gab an Hand verschiedener von ihm durchgeführter Verbuche hochinteressante Zahlen über den Ruhen der Baumsprihung. Die Gemeinde Lang-Göns ist im Besitz einer großen Baumsplihe und ist schon in den vergangenen Iah. en in der Schädlingsbekämpfung mit gutem Beispiel vorangegangen. Auf den beifällig aufgenommenen Vortrag folgte eine kurze Aussprache und die R e u g r ü n d u n g des seit einigen Jahren ruhenden Obst- und Gartenbauvereins, dem sofort zahlreiche Mitglieder beitraten. Vorsitzender wurde Lehrer Hofmann, Stellvertreter Bürgermeister R o m P f- Anläßlich dieser Versammlung wurde unscrm allgemein geschätzten Baumwart Georg Ludwig Rudolph vom Bürgermeister — wie schon kurz mitgeteilt — die silberne Medaille der Landwirtschaftskammer für 40jähstimmten. Die Anfangsnotierungen lagen vielfach bis zu 2 Prozent niedriger. Montane hatten bis zu V/x Prozent eingebüßt, Rheinstahl waren sogar 2% Prozent gedrückt. Braunkohlenwerte gaben bei kleinem Geschäft bis zu etwa 1 Prozent nach. Rheinische Braunkohlen gingen 1% Prozent zurück. Salb und Chemiepapiere verloren bis zu 2 Prozent. Im Verlaufe wurde es besonders am Markt der JG.- Farben-Aktien etwas freundlicher; dieses Papier erholte sich um 1 Prozent, was auf die übrigen Märkte nicht ohne Einfluß blieb. Don Oummi- und Linoleumwerten verloren Contigummi 1%, Elektroaktien gaben bis zu 2 Prozent nach. Gaswerte, Automobilaktien, Maschinenfabriken, Kunstseide- und Textilwerte, Brauereien, Verkehrs- und Schiffahrtswerte, Banken und die Anteile von Wasserwerken gingen bis zu Wi Prozent zurück. Nur ganz vereinzelt waren geringfügige, mehr zufällige Besserungen zu verzeichnen, Metallwerte lagen bei kleinen Veränderungen nicht ganz einheitlich. Sau-, Papier- und Zellstoffwerte waren bis zu 2Va Prozent gedrückt. Kabel- und Drahtwerte lagen geschäftslos, teilweise leicht abbröckelnd. Don sonsti- Holzverkauf aus Revier Lumda! Samstag, den 28. Januar, 9 Uhr, bei Gastwirt Schultheiß, Lumda, aus Wilsberg (33), Hegbusch (17), Huck (28), Steinberg (15) und Tränkkopf (25): Derb- und Reisslängen: 325 Stck. Fichte; Ruhrelser: 38 rm Fichte. Ferner Brennholz: rra Scheiter: Buche 835, Hainbuche 6, Eiche 27, Birke 2; Knüppel: Buche 24, Hainbuche 54, Eiche 15, Wildkirsche 8, Nadel 4: Reisig: Stammreifig: Hainbuche 160, Astreisig: Laub 255; Stocke: Buche 71, Eiche 8. Das Holz sitzt sämtlich an ober in unmittelbarer Nähe oerfteinter Abfuhrwege und ist — Steinberg ausgenommen — mit 23g. geschlagen. 535D hessisches Forstamt Grünberg. Mittwoch, den 25. Januar 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Reuenweg 28. „Zum Löwen", zwangs- Darum denken Sie 0503 beim Einkauf an M.G.Grode “ Trikotagen,Strickwaren,Strümpfe,Wäsche wachs von neun Vereinen verbuchen und umfaßt nunmehr über 7 50 aktive Reiter. Die starke Beteiligung an den verschiedenen im Laufe des Jahres 1932 veranstalteten Turnieren und sonstigen Reitveranstaltungen läßt erkennen, daß das Interesse am Reitsportin den ländlichen Kreisen immer mehr wächst. Für das lausende Jahr ist geplant, das Schwergewicht auf wehrsportliche Reitübungen zu legen, um dadurch das Programm vielseitiger zu gestalten. Die sinanziellen Verhältnisse haben sich im verflossenen Jahre nach Mitteilungen des Rechners nicht gerade günstig gestaltet, doch bat der Verband keinerlei Anlaß zu irgendwelchen Besorgnissen. Rach der Reuwahl und Ergänzung des Vorstandes und der Festsetzung deS Verbandsbeitrages auf 50 Pfennig pro Mitglied jährlich, berichtete Tierzuchtinspektor Dr. D e n - k e r über die Fortschritte der Pferdezucht in Hessen, deren bisherige Ergebnisse als äußerst günstig zu bezeichnen seien. Zum Schluß genehmigte die Versammlung noch die vor- gcschlagenen Reitveranstaltungen. Vorsitzender, Landesstallmeister a. D. S ch ö r k e gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Arbeit des Verbandes sich auch in diesem Iahre erfolgreich gestalten I möge. Nachdruck verboten. 10 fiortlefiung K fragte er, und seine sie heimlich zitterte, würde in Em Filmereignis, das die Zuschauer vom ersten Augenblick an in seinen Bann schlägt! 0190 Eintritt frei! 465D li* FW und Olympiasieger 1928 53 oC ZU AUMU Walltorstraße 5 0503 4h Fu Käthe Schmidt, Lauterbach b.Germeru.Kreiling FeltesSchwein gesucht geg Matratzen oder Polstermöbel. [0486 Näheres bei der Geschäftsstelle d. G. A. Stadttheater Gießen. Mittwoch, 23. Jan., 19.30 b. nach 22.90: 16. Mittw.-Abonn. Gewöhnl. Preise. Hamlet. Prinz v. Dänemark. Trauerspiel i.5Aufz. v. W. Shakespeare. [Empfehlungen! Besondere Gelegenheiten in Schreibmaschinen bei G. Katz, Ludwigstraste 45. Kräftig u.bekömml. Jungs Landbrot I Wäre das nicht auch etwas f.Sie? '.letzt eine Sorte f. 64 Pfennig osos Kränterham Jung oollwert.Lebens- mitt.i.d.Schulstr. Achern sah in den Park hinunter. Er konnte eS nicht fassen, daß Pia eines Tages hier schlank und leichtfüßig einhergehen könne. Er atmete tief und befreit. Wenn Lansing recht hätte! Wenn Pia geheilt wurde, dann waren die Vorwürfe, die ihn noch heute peinigten, verstummt. Er drückte krampfhaft Lansings Hände. „Doktor. wenn es Wahrheit würde, will ich Ihnen jede Summe zahlen." Lansing lachte. „Vicht so leichtsinnig. Achern! Wenn ich nun Ihr altes, schönes Achern verlangte als Lohn? Da würden Sie wohl doch nicht mitmachen? lind meine Kusine Edel erst recht nicht! Ich weih nur zu gut, wie Ihnen ums Herz ist. Ich habe früher einmal auf der Jagd einen Treiber angcschossen, ich war damals auch Gymnasiast. Ich habe Tag und Aacht nicht schlafen können. Ao, und bei dem Kerl war es nicht mal so schlimm, aber er schrie wie am Spieh, und man hat mich daheim wochenlang wie einen Paria verachtet. Erstens, weil ich als ein halber Mörder galt: zweitens weil man die hohen Ar'trechnungen, Pflegekosten und noch Schmerzensgeld bezahlen muhte. Sehen Sie, Achern, ich kenne das auch. Aber nun Schluß davon. Also, das gnädige Fraulein war so liebenswürdig, mich zum Mittagessen einzuladen. Da können wir alles Weitere ja noch eingehend besprechen. Ich möchte alles genau festschen, von großen Schreibereien bin ich kein Freund und Sie werden in den nächsten Wochen auch genügend abgelenkt sein." Lansing lachte gutmütig. Achern aber sah stumm zu Boden, dann sagte er hastig: „3 schließe mich der Einladung an, Lansing. Es ist noch eine volle Stunde Zeit bis dahin. Die können wir gemütlich verplaudern, denn Pia wird unterdessen mit der Mamsell und Frau Horlinger einige Aenderungen. bezüglich des Mittagessens besprechen wollen. Was ich fragen wollte: Sind Sie immer noch leidenschaftlicher Iäger?" Ein leiser Spott lag in Achern- Worten. Lansing drohte ihm scherzhaft. «Ich? Aatürlich, Achern. Aber ohne die Passion. Treiber anzuschiehen. Ich treffe meist Blatt." „Ola, dann will ich Sie nur heute gleich au meiner nächsten großen Iagd einladen. Der Wild- bestand im Achernschen Revier ist gut. Ein paar Kapitalhirsche sind abzuschießen." Lansing freute sich sichtlich. Sein sonst so etnstes Gesicht war heute überhaupt merkwürdig hell, wie Achern erstaunt feststellte. Die Herren fanden dann noch mehr Gesprächsstoff, der sie beide interessierte, und so verging ihnen die Zeit bis zum Essen ziemlich schnell. (Fortsetzung folgt.) MlSa" |nlN pdjlen pol Lichtspielhaus • Gießen Heute Dienstag erwartete Premiere Ein Werk, wie es die Welt vorher niemals sah Herzlichen Dank allen, die uns mit ihren guten Wünschen anläßlich unsrer Vermählung erfreuten Oberstleutnant a.O. £oppe und Frau Martha, geb. I^oth Marburger Straße 20 §kl< fitiP,«11" Blot«'» 8'Ä oo" ',nä: iüfoW 1 Wissenschaftliche Werke Sondergyuie. oo« Brühl'schen Druckerei Mein Büro und meine Wohnung befinden sich jetzt im Neubau Alicenstraße 27 Derlj »Aicher Kuno Q >bej Rtn, mi fte1 bic ( »S lei K Achtung! Krallwagenbesilzsr! Langjährig., sicherer Iahrer benötigt für dienstliche Jährten an einigen Wochentagen leistungssäb. 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Seine Stimme klang harmlos. Pia forschte in dem ernsten Männergesicht, doch s'.e sah nur ehrliches Interesse des Arztes. Da ging ein befreites Atmen durch ihre Brust. Ia, sie wollte fort. Der Grund ihres Fortbleibens war stichhaltig genug, wenn Doktor Lansing auch noch dem Schloßherrn erklärte, daß er nur jetzt sich so eingehend der Heilung widmen könne. Sie reichte Lansing die Hand. „Ich danke Ihnen, Herr Doktor, ich werde also kommen. Darf ich Frau Horlinger mitbringen? Ich bin sehr an sie gewöhnt." Er nickte zustimmend. „Selbstverständlich, gnädiges Fräulein. Es wird auch ein Zimmer für Ihre Begleiterin reserviert werden. Ist es Ihnen recht, wenn ich auch heute gleich noch mit Herrn von Achern spreche?" Pia lächelte versonnen. Dann sagte sie: „Ia, sagen S i e es ihm." Lansing ging dann. Pia hatte ihn zum Mittagessen gebeten, was er dankend angenommen hatte. Drüben mußte er dann ein Weilchen warten, weil Achern gerade eine wichtige Besprechung mit einem Getreidehändler hatte. Lansings Gedanken gin-cn zu Pia zurück. Gr wußte ganz genau, daß sie nicht an einen Erfolg glaubte, daß sie seinen Vorschlag nur angenommen hatte, um Acherns Hochzeitstag entfliehen zu können, und er, Lansing, hatte das jo schließlich auch bezweckt. Er hatte selbstverständlich auch später Zeit, sich der Heilung des Leidens zu widmen, denn er hatte gute Assistenzärzte in seinem Sanatorium und der chirurgischen Abteilung, daß er sich selbst jederzeit einem besonderen Fall intensiv widmen konnte. Doch das brauchte weder Pia noch Achern zu wissen. Sinnend ging Lansing auf und ab. Er glaubte nicht daran, daß mit Edelgarde ein großes Glück nach Achern kam. Sie hatte sich ja in letzter Zeit sehr zu ihrem Vorteil entwickelt, das machte wahrscheinlich doch die Liebe zu dem großen, schönen Achern, aber ob das alles von langer Dauer sein würde, bezweifelte er stark. Er wünschte ihr gewiß alles Gute, und auch Achern war ihm sehr sympathisch,^ doch e r kannte eben Edelgarde zu gut von früher her, als daß er hätte an ein Glück von Dauer glauben können. Architekt Baurat Meyer Telephon 3814 W01 -erd Der isii Der natio vssenili wesenll Reich kann! Die Will in eine iiMon dec l