Nr. 3M fünftes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffenl Samstag, 23. Dezember 1953 ü I brachte in Vertretung des zu seinem Bedauern am Erscheinen verhinderten Bataillonskommandeurs, Major von Wachter, in einer kurzen Ansprache zum Ausdruck, wie gern das Bataillon den Kleinen diese Feierstunde bereitet hat, und wie sehr man sich beim Bataillon darüber freut, daß man nicht immer nur als die bewaffnete Macht in Erscheinung treten muß, sondern auch einmal Gelegenheit hätte, mit Werken der helfenden Tat den Kampf unseres Führers gegen die Not deutscher Volksgenossen zu unterstützen. Aus den Worten des Adjutanten hörte man heraus, daß unser Bataillon sich mit Freude und aller Bereitwilligkeit dieser schönen Aufgabe gewidmet hat, um auch auf diesem Wege seine innige Verbundenheit mit allen deutschen Volksgenossen zum Ausdruck zu bringen. Weihnachtsgedichte werden in Gegenwart des Weihnachtsmannes aufgesagt; die Dame links ist die Gattin des Bataillonskommandeurs, Frau von Wachter. Der Weihnachtsmann in der Kaserne. Unser Gießener Bataillon bereitet mehr als 100 Kindern eine Weihnachtsfeier. Freudig bewegte Kinder vor dem Kasernenposten. — (Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.) Der Bataillonsadjutant, Oberleutnant Breithaupt, inmitten der kleinen Gäste. Raumes stand der geschmückte Tannenbaum mit seinen Lichtem, auf den Tischen leuchteten Kerzen, und auf der Konsole rund um den Raum herum hatten ebenfalls zahlreiche brennende Kerzen ihren Platz und verhalfen wirkungsvoll zu dem ganzen Zauber der weihnachtlichen Stimmung, die für derartige Feiern eine wesentliche Voraussetzung des Gelingens ist. Die Herrichtung der Feier stand unter der besonderen Obhut des Bataillonsadjutanten, Oberleutnants B r e i t h a u p t, der sich mit viel Liebe und Sorgfalt dieses Kinderfestes annahm und am Schlüsse der Feierstunde die freudige Genugtuung haben konnte, daß diese Tal der christlichen Nächstenliebe unseres Bataillons überall nur dankbare Herzen gefunden hatte. Die NS. - Dolkswohlfahrt hatte dem Bataillon 100 Kinder zur Bescherung namhaft gemacht. Es hatten sich aber auf dem Wege zur Kaserne unversehens noch einige andere Kinder dem Zuge angeschlossen, so daß bei der Ankunft in der Neuen Kaserne 107 Kinder vorhanden waren, die sich auf die Begegnung mit dem Weihnachtsmann in der Kaserne freuten. Der unerwarrete Zuwachs bereitete der Leitung der Feier aber keine unüberwindliche Schwierigkeit — bk es ja beim Militär überhaupt nicht gibt —; im handumrehen mar auch für die 7 weiteren Gäste alles Erforderliche zur Stelle, und so konnte denn die Erwartung aller Kinder in vollem Ausmaße erfüllt werden. Einige Angehörige der Bataillonskapelle sorgten für schöne Weihnachtsmusik, die Kinder stimmten unsere alten schönen Weihnachtslieder an, die von den Er- wachsenen frohbewegt mitgesungen wurden. während alledem liehen sich die kleinen den in der Valaillonsküche ganz ausgezeichnet ^bereiteten Wilchkakao ebenso vortrefflich schmecken wie das leckere und reizvolle Gebäck, das noch vor dem Beginn der Kakaoschlacht von den Kindern nicht nur liebevoll beäugelt, sondern auch herzhaft-griffbereit attackiert und soweit verzehrt wurde, bis der gefüllte Wagen Einhalt gebot. Nachdem sich die Kleinen Kakao und Gebäck ausgezeichnet hatten schmecken lassen, standen sie vor der Tatsache, daß auf ihrem Teller noch recht ansehn, liehe Vorräte der Vertilgung harrten. Aber auch für die Lösung dieser Frage hatte die Leitung der Weihnachtsfeier in vorsorglicher Weise Rat geschaffen: unter jedem Kuchenteller lag nämlich eine große weiße Tüte, deren Sinn und Zweck die kleine Gästeschar alsbald erfaßt hatte und in die sie alles das, was nicht auf dem Kakao- und Kuchenschlacht- feld vertilgt wurde, fein säuberlich hineinpackte, um es mit heim zur Mutter zu nehmen. Allenthalben sah man freudeblihende Kinderaugen, eifrig schnabulierende Buben und Wäd- chen, die mit ganzem Herzen bei der schönen , Sache waren. Aber die Freude wurde noch erhöht, als ein eisgrauer Weihnachtsmann bei der kleinen Festgesellschaft erschien und die Grüße vom Christkindlein mit allerlei angenehmen Sächelchen überbrachte Wie aufmerksam lauschte die kleine Schar diesem Weihnachtsmann, der seine Ausgabe (trotz unmittelbar bevorstehender Weihnachtsurlaubsfahrt) in liebevollster Weise erfüllte! Auf sein Geheiß wurden schöne alte Weihnachtslieder gesungen, und beherzte Buben und Mädels sagten reizende Weih- nachtsgedichtchen und Sprüchlein auf. Zwischen dem Weihnachtsmann und der kleinen Gesellschaft war im Nu ein herzinniger Ton vorhanden, der die Kinder zu froher Begeisterung brachte. Dazu trug nicht wenig die Tatsache bei, daß jedes Kind neben reichlicher Bewirtung mit Liakao und Kuchen von dem Gastgeber, dem Bataillon, auch noch eine Cervelatwurst für den elterlichen haushalt und für sich selbst eine Theaterkarte zum Besuche der Weihnachtsmärchen-Aufführung im Stadttheater erhielt. Als der Weihnachtsmann diese Gaben herausbrachte, war die Freude noch größer als bisher schon, und die herzliche Dankbarkeit äußerte sich m zunehmender Fröhlichkeit der Stimmung. Dazu trug das flotte Musizieren der Kapelle nicht wenig bei, ebenso der traute Klang der Weihnachtslieder. Der Adjutant, Oberleutnant Breithaupt, Gestern nachmittag war die Neue Kaserne, in der sonst der strenge militärische Dienst das Leitmotiv aller Tage ist, die Stätte einer stimmungsvollen Feierstunde, in deren Mittelpunkt die Heranwachsende Generation stand: in den Räumen des Unteroffizierkasinos wurde eine Weihnachtsfeier begangen, die unser Gießener Bataillon den Kindern hilfsbedürftiger Volksgenossen bereitete. Das Unteroffizierkasino war in trauter, weihnachtlicher Weise geschmückt. Auf den weißgedeckten Tischen standen die Gedecke für 10 7 Kinder in schöner Weise hergerichtet. Neben jeder Tasse für den Kakao stand ein mit Weihnachtsgebäck reichlich ausgestatteter Teller, auf dem auch der deutsche Weihnachtsapfel nidjt fehlte. Inmitten des großen Die Ansprache des Adjutanten fand in dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf unser deutsches Vaterland, den Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg und den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler ihren Ausklang. In fröhlichster Stimmung und dankerfüllten Herzens zogen die Kleinen nach gut einftündiger Feier mit ihren Weihnachtspaketchen davon, um zu Haufe Zeugnis dafür abzulegen, daß ihnen der Weihnachtsmann in der Kaserne eine schöne Feier bereitet hatte, die ihnen die Stunde bei den Soldaten in dankbarer Erinnerung erhalten wird. Aber auch den Erwachsenen und insbesondere den Angehörigen unseres Bataillons wird diese Feierstunde ein wertvoller Gewinn sein, denn sie konnten bei dieser Gelegenheit erkennen, daß unserer Wehrmacht erfreulicherweise jetzt wieder die herzliche Zuneigung der jungen Generation sicher ist. Dem Bataillon gebührt für die Veranstaltung dieser Feier besonderer Dank und volle Anerkennung derer, denen der Wiederaufbau unseres Volkes auch auf diesem Wege Herzenssache ist. Hessische Heimatkunft im „Deutschen Heimatwerk- in Berlin. Das Staatspresseamt teilt mit: Auf der ersten Ausstellung des „Deutschen Heimatwerkes" in Berlin kommt die hessische Volkskunst in reichem Mage zur Geltung. Nirgends im ganzen deutschen Gebiet ist soviel bezeichnendes, bodenständiges Handwerk vorhanden, wie in Hessen. Die hessische Volkskunst zeigt sich vor allem in der Töpferei, der Leinenweberei und in der Elfenbeinschnitzerei. Die Krüge, Schüsseln und Näpfe der hessischen Bauerntopfereien weisen ungeahnten Reichtum an Formen und Far- b"n auf, da jeder Töpfer fest an den Ueberlieferun- gen seiner Werkstatt festhält. Bis in die fernste Vor- zeit zurllckreichende Muster zeigt die oberhes- sische Leinenweberei. Aus dem Drechsler- Handwerk ist vor hundert Jahren im Odenwald die Elfenbeinschnitzerei hervorgegangen, die jetzt von Erbach aus die ganze Welt mit der Elfenbemkette und der Elfenbeinrose versorgt. Die Leitung der Erbacher Elfenbeinfachschule versucht neuerdings in ihrer Aufbauarbeit mit großem Erfolg dem reinen Volkstum wieder Geltung zu verschaffen. Damit wird der Erbacher Schnitzer auch wieder seine Be- deutung als Gestalter unseres eigenen Volkstums gewinnen. Erlesene Erzeugnisse all dieser heimischen Handwerkskunst weist die Ausstellung des „Deutschen Heimatwerkes" auf. Sie tragt so em gutes Stück mit dazu bei, daß deutsches Handwerk und heimische Volkskunst wieder eine Angelegenheit des ganzen Volkes werde, und zeigt gleichzeitig, roie stolz wir auf unsere engere Heimat sein können. Hitler schasst Arbeit! weitere bewilligte Wahnahmen im Arbeitsbeschaffungsprogramm : Tagewerke auf der Maßnahme: Baustelle: wiefendränage Gemeinde Schweighausen 1000 Dränage Gemeinde Holzappel 900 Acker- und Wiesendränage Gemeinde Gutenacker 2600 Ausführung einer Acker- und Wiesendränage Gemeinde Vremberg 1000 Ausführung einer Acker- und Wiesendränage Gemeinde Marienberg 1760 Ausbau von Vorflutern und Entwässerung von wiesen Gemeinde Holz- Hausen 12ö0 Planetenkugeln der farbigen Glasbälle schweben. Da ist die blaue Venus, die von einem magischen Lamettabande umschlungen wird, lieber ihr hängt der Mars tiefrot von beschworenem Blut, und glüht aus einem feinen Gewölk von Rauch aus Tannennadeln, die leise in einer langgedrehten Flamme knistern. Der grüne Neptun schwimmt fern durch das Gebüsche! der Zweige und steigt herauf zwischen dem dritten und vierten Kreise der Aeste. Silberne Monde ziehen ihre geheimnisvollen Bahnen. Es steigen höchst seltsame Tiere durch das Geäst. Das Eichhorn klimmt mit funkelndem Horn zum gelben Jupiter hoch, und durch den leeren Saturnring springt ein meerblaues Pferd mit flatternder Mähne, während vor einem Zauberstab aus bemaltem Holz die Otter den platten Kopf mit siedendem Gift bereit hält, hier und dort hängen die uralten großen Zauberzeichen: Stäbchen, Dreiecke und Kringel. Alle Geschöpfe und Kräfte der Welt haben sich in der Tanne zusammengefunden und bewegen sich zwischen Spitze und Wurzeln aus und nieder. Ein großes und geheimes Gesetz herrscht in dem Baum des Lebens. Der Gott erscheint sreundlich unter seinen Kindern und steigt auf den runden Treppen des Geästes hoch. Er hat einen langen weißen Bart, einen dicken Pelz, und in einem gewaltigen Sack tragt er die verborgensten Mächte bei sich. Jedes Kind kann ihn verstehen und begreift, wer er ist, der Bärtige, der so uralt ist wie die Sterne und die Quellen unten an den Wurzeln des Baumes Die Glaskugeln klingen leise. Die Nadeln fangen in der Kerzenhitze an zu springen und offnen ihre aromatischen Zellen, aus denen die schweren und satten Gerüche des Oels hervorspruhen. Es düstet aus dem grünen Bezirk der Welt; es bricht überall hervor von Gewölk, Glanz und Gestalt. Der runde tragende Stamm des Baumes öffnet sich und das gelbe harz quillt herbor. Die Gerüche des verglühten Wachses vermischen sich mit den Düften her Kuchen aus Honig und Mehl, mit den Geistern des Harzes und der Nadeln. Die Luft füllt sich und wird reif und vollkommen. Der Mann in der Ecke bläst den Rauch des Ta- baks in den Raum, durch den die unsichtbaren Ge- walten großer Mächte ziehen. Er blickt in die Welt des Baumes und nickt. Es kreist von Säften, die von hüben und drüben fließen. Es ist ein sonderbares und glückliches Kommen und Gehen in dieser würzigen Luft, in die alle Kräfte einen Tropfen ihres Wesens vergossen haben. In jedem dieser Oer Mann und der Baum. Don Franz Schauwecker (GOS.). Es ist in dieser Geschichte, welche nur bedingt eine Geschichte ist, ziemlich gleichgültig, wie der beißt, der sie erlebt hat. Das Wichtige ist, daß er ein Deutscher ist. Da er ein Deutscher ist, so geht es ihm nicht bemerkenswert gut in dieser Zeit. Er schlägt sich mit Verantwortung und ohne Gewinn hindurch durch das wuchernde Gestrüpp, schleppt einen kleinen Weihnachtsbaum drei Treppen hoch in sein Iunggesellenzimmer und feiert da oben allein das große Fest des Baumes. Es ist niemand da. Er ist ganz allein mit dem Baum. _ Eine weiche Stimmung überkommt ihn plötzlich. Er fühlt mit einem Male, daß dies ein Fest des Kindes und der Familie ist. Er denkt an zu Hause. Er sieht sich als Kind fast hilflos vor dem brennenden Weibnachtsbaum stehen. Der Duft der Kerzen, der Nadeln, der Pfefferkuchen, der Anblick der Geschenke, vor allem einer großen Burg und eines lang ersehnten Märchenbuches macht verwirrt. Das alte Weihnachtslied, das die Mutter auf dem Kla- vier spielt, läßt ihn die Worte vergessen, daß er nicht mitsingen kann, dis er sich allmählich hinein, findet „ ... gnadenbringende Weihnachtszeit..." hilft der Vater ein, und da weiß er Bescheid. Der Weihnachtsmann aus Tragant, der vor Alter ganz fahl geworden ist, h-ngt regungslos unten im Baum. Schon die Großmutter hat ihn von ihrer Mutter geerbt; es ist ein altes Familienstück, eine geheiligte Weihnachtstradition in der Familie. Wie viel Weihnachten hat der merkwürdige Weihnachts- mann schon erlebt! Jedes Jahr kommt em neuer Baum. Immer »ft es eine andre Tanne, und immer ist es dieselbe Tanne Der gleiche Duft zieht durch das Zimmer, das immer warm ist von dem gleichen lebendigen Licht der zitternden Flammen mit ihren runden Höfen aus Licht. . . . t Er putzt den Baum eigenhändig aus und setzt zum Schluß den Silberstern oben auf die Spitze^ Als es dunkel wird, zündet er die Kerzen an und setzt sich in eine Ecke, von der aus er die schim- mernbe Tanne betrachtet. Der Baum.steigt in grünen Pyramidenstufen aus einem breiten Horizont in immer kleineren Ringen empor. Jeder der dichten Nadelkreise tragt flimmernde Flammensterne, zwischen denen die blanken Tropfen ist das ganze Meer enthalten, und nun strömt es seine starken Beschwörungen aus, einen im Kleinen ungeheuren Zauber, welcher heute in tausend Zimmern ersteht. Er feiert im dritten Stock das Tannenbaumfest der Deutschen, und er fühlt, daß es eine geweihte Nacht ist. Als er die letzte Tabakswolke in die Luft geblasen hat, steht er auf und öffnet bas Fenster. Die Straße liegt verlassen da. Es friert. Alle Geräusche sind fern, aber klar. Aus einigen Fenstern funkeln die Lichterbäume. lieber den Dächern glänzen die Sterne. Die großen Mächte kreisen da oben durch die unendlichen Räume. Er wendet sich in fein Zimmer zurück, und die Kälte hängt kristallen in den Falten seines Rockes. Langsam gießt er den Punsch in den alten Familienbecher, und indem er sich aus dem Fenster weit in die Sternennacht hinausbeugt, trinkt er in langen tiefen Zügen den glühendheißen Trank aus. Berühmte Zwerge. Zwerge sind in jedem Variöt^-Prograrnrn eine gern gesehene Abwechselung. Die Anteilnahme des großen Publikums an allem Ungewöhnlichen erstreckt sich ja besonders auf diese winzigen Wesen. Früher waren die Zwerge nicht auf den Vari6t6-Beruf angewiesen, sondern sie lebten an den Höfen der Kaiser und Könige, meist von der besonderen Herrschergunst umstrahlt. Schon die Pharaonen hatten ihre Hofzwerge und ebenso die römischen Cäsaren. Der erste berühmte Zwerg der Weltgeschichte war Lucius, der Hofzwerg des Kaisers Augustus. Er wog nur 17 Pfund, hatte aber eine tiefe und laute Stimme, die zu feiner Zierlichkeit einen komischen Gegensatz bildete. Die Nichte des Augustus, Julia, hatte in ihrem Gefolge ein Zwergenpaar, Conopas und Andromache, Mann und Frau, die etwas über 60 Zentimeter groß waren. Berühmt geworden find vor allem die Zwerge des spanischen Königs Philipp IV., die sein Hofmaler Velasquez in ihren grotesken Kleidungen und Stellungen gemalt und dem ihre Mißgestalt Stoff zu den unvergänglichsten Kunstwerken geboten hat. Es gab Zeiten, in denen man nicht die zierlichen und graziösen Zwerge sondern gerade die verunstalteten Gnomen liebte, wie z. B. im Barock, wo ein wahrer Kult mit Mißge- bürten getrieben wurde und die Hofzwerge der Fürsten und großen Damen gar nicht häßlich genug fein konnten. Einen besonderen Ruf hatte in jener Zeit der englische Zwerg Geckar, der einen gewaltigen bis zu seinen Füßen reichenden Bart aufwies. Dieser „Bart-Zwerg" ist von dem Gelehrten Platerus in einem eigenen Werk geschildert worden. Das Rokoko liebte mehr jene niedlichen und zierlichen Figürchen, die sich wie lebendes Meißener Porzellan darstellten. Von diesen menschlichen Puppen, die an den Höfen des 18. Jahrhunderts gefeiert und verhätschelt wurden, werden die wunderlichsten Dinge erzählt. So soll z. B. der berühmte Hofzwerg des Königs Stanislaus Leszynfky, Nikolaus Kley, so klein gewesen sein, daß er auf einem Teller zur Taufe in die Kirche getragen wurde, und als er drei Jahre alt war, maßen feine Schuhe nicht mehr als 3’/2 Zentimeter. Ein beliebtes Spiel des Rokoko war es, aus Atrappen solche Zwerge plötzlich und unvermittelt heraussteigen zu lassen. Als der einzige Engländer, der jemals in England „auf einer Tafel serviert wurde", wird der Zwerg Jeffery Hudson gepriesen, den der Herzog von Buckingham feiner Gemahlin zum Geschenk machte. Er setzte ihr bei einem Festmahl eine ziemlich große Wildpastete vor, als Karl I. bei ihm zu Tische war. Während man die Pastete der Herzogin anbot, wurde plötzlich die Kruste von innen ausgeschnitten, und heraus sprang der kleine Jeffery bis an die Zähne bewaffnet, mit seinem Schwert mächtig um sich schlagend. Zeitschriften. — Das Dezember- und Weihnachtsheft der „Deutschen Zeitschrift" (Callwey, München), bringt eine Reihe wertvoller Aufsätze aus verschiedenen Kunst- und Kulturgebieten und ist diesmal besonders reich an dichterischen Gaben. Isolde K u r z ist zu ihrem 80. Geburtstage eine Betrachtung ihres Lebenswerkes von Fritz Endres gewidmet. Eine Erzählung der Dichterin begleitet den Aufsatz. Von Ernst Wiechert wird eine ernst besinnliche Erzählung „Der Todeskandidat" beigesteuert, und der kürzlich verstorbene Josef hvfmiller ist mit einer heiteren Bauerngeschichte „Der Peterl" vertreten. Ulrich Christoffel bringt einen fesselnden Aufsatz über den Dom zu Bamberg. Beachtung verdient auch Der Beitrag Josef Dünningers über „Die Christianisierung der Germanen", in dem nicht von Der äußeren Ausbreitung des Christentums auf germanischem Boden die Rede ist, sondern einzig und allein von dem inneren Vorgang, der sich im germanischen Menschen vollzog, als er den Weg zum Christentum beschritt. Literatur-, Film- und Schallplattenberichte beschließen Daß reichhaltige heft. SJl.-^fport <5porf Per Weihnacbtsseiertage Jlur ein Jafcbad-Spid: 1900 — wallau. (Entgegen aller bisherigen Gepflogenheiten herrscht wahrend der diesjährigen Weihnachtsjeiertage ein faf, tobhche Ruhe. Der ganze Spielbetrieb beschränkt sich auf ein Treffen zwischen der Liga der Spieloereinigung 1900 und der 1. Mannschaft de» FD. Wollau am 2. Weihnochtsfeiertog auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe. Der VfB. hat für die Weihnachtsfeiertaae gar fein Spiel an- gefetzt, die unteren Mannschaften der Spiekaer* e i n i g u ng sind ebenfalls spielfrei Die Jugend* Mannschaften dürfen, entsprechend einer JenereUen Anordnung an den Weihnachtsseiertagen ein Spiel austragen So steht im Mittelpunkt sportlichen Interesse» einzig nur der Kamps gegen Wallau. Die Gegner sind ja in Kietzen nicht unbekannt: im vorigen Jahre trafen sich die beiden Mannschaften — Spiel* Vereinigung 1900 und FD Wallau — in Verbands- foielen der 1. Bezirksklasse de» damaligen Bezirkes Hessen-Hannover und lieferten sich manchen hart* nackigen Kamps. Die Mannschaften de» „Hinterlandes" waren mit Recht gefürchtet, gerade ihr Kampfgeist und ihre harte, die unverwüstliche Ausdauer, Die auch die Wallauer auszeichnete, machten sie zu gefürchteten Gegnern In welcher Form die Mannschaft sich gegenwärtig befindet, ist nicht zu lagen. In welcher Form sich aber auch die Liga der Spieloereinigung 1900 am 2. Feiertag befinden wird. Ist ebensowenig ooraussehen, da ja die Blauweihen in der letzten Zeit so wandelbare Formen zeigten, die jede Vorhersage ausschloß. Man sollte aber erwarten dürfen, datz sich die Mannschaft mit ihren nun zum Teil jungen Kräften aufrafft und für diesen Kampf ein erträgliche» Ergebnis erstrebt. Nachrunde ift die Spieloereinigung Leihgestern mit zwei Mannschaften hier zu Gast. Dem Spiel der ersten Mannschaften sieht man mit größter Spannung entgegen. Leihgestern wird wohl alle» auf- bieten, um seine im Vorspiel erlittene Schlappe wie- der auszugleichen. Im Spiel der zweiten Mannschaften sollte Wieseck Sieger werden. Freiherr von (kg offstein Präsident des OOAL Der Ehef des Kraftsahrwesens der SA. und Führer des deutschen Äraftfportes, Obergruppenführer Hühnlein, hat den Chef der Verwaltung des DDAC. und früheren Präsidenten des Bayerischen Automobilclubs, Günther Freiherrn von Eglofs- stein, zum Präsidenten des DDAC. ernannt. Die Geschäfte des Chefs der Verwaltung werden bis auf weiteres durch den Präsidenten des DDAC. Frei- Herm von Egloffftein in Personalunion weitergeführt werden. Gleichzeitig wurde Rechtsanwalt und Notar Hermann Fülle (Hannover), der infolge zu starker beruflicher Inanspruchnahme sein Amt als Präsident des DDAC. zur Verfügung gestellt hat, in Aner- fennung seiner hervorragenden Kenntnisse und Er- sahrungen auf dem Gebiete des Krastverkehrsrechts, sowie seiner tatkräftigen Mitarbeit beim Zusammen- schlutz der deutsche Kraftfahrer Im DDAC., zum Rechtsrat des NSKK. und DDAC. in Kraftrechts- Angelegenhelten ernannt. Kv're (^porfnofuen. Oh ne deutsche Beteiligung werden in diesem Jahre in Davos die Eishockenspiele um den ..Spengler-Pokal" ausgetragen. Die sechs Bewerber sind- Universität Orford, Grashoppers Zürich, EHE. Davos. LTC. Prag. Rapid Paris und Universität Cambridge. Die Spiele werden vom 27. bis 31 Dezember ausgetragen. SMlaufen al» Schulfach wurde jetzt in Braunlage im harz eingeführt. Auch in Bayern wurde Der Skilauf als Schulfach bereits für die untersten Klassen der Knaben und Mädchen zugelassen. A n den Weltmeisterschaften im Eishockey, die vom 3. bis 11. Februar in Mailand ftattfinden, wird sich auch Amerika, das den Titel zu verteidigen bat, beteiligen. Amerika wird durch die „Saskatton Quäkers" vertreten Bei den vorjährigen Weltmeisterschaften in Prag blieben bekanntlich die „Massachusetts Rangers" erfolgreich. Als Dorprobe zum Leichtathletik-Länder- kämpf Deutschland — Schweiz am 29. August in Stuttgart tragen die Schweizer am 22. März in Gens oder Lausanne einen Länderkampf gegen Frankreich aus. Die Schweizer nehmen damit Die lange Zeit unterbrochene Serie der Länderkämpfe mit den Franzosen wieder auf. • Auch für bie Frauen führt der Deutsche Leichtathletik-Verband im kommenden Jahre Vereins-Meisterschaften durch, wob.-i die Vereine in zwei Klassen eingeteilt werden. Die Kämpfe werden in der Zeit vom 1. Mai bi» 30. September durch- geführt. TliniiagderKreisgebieieSießeniindWetzlaKDr) Auch die Gießener Handballmannschaften, sowohl die Mannschaft der Soieloer- einigung wie auch die Elf der Turnerschaft sind für die kommenden läge ohne Spieloerpslichtung. r Teutoma" Wahenboi-N'Gteinberg Am morgigen Sonntag kommen die 1. und die 2. Mannschaft einer Rückfpieloerpslichtung nach und tragen hier gegen die gleichen des Sportvereins Steinbach Freundschaftsspiele aus. Als Sieger dürste man Wer die Gastgeber ansehen. Man sollte den Gegner allerdings nicht unterschätzen, aber auch nicht vergessen, in erster Linie guten Sport zu zeigen Der erste Feiertag ist für alle Mannschaften spielfrei. Für den zweiten Feiertag gelang es, bie Liga des Sport-Vereins Wetzlar zu einem Freundschaftsspiel zu verpflichten. Diesem Treffen sieht man mit größter Spannuna entgegen. Die Gäste liegen In der Bezirksklasse mit In der Spitzengruppe. Irn Punktspiel in Wetzlar mutzten bie Teutonen eine hohe Niederlage einstecken. Allerdings mutz man berücksichtigen, daß Wetzlar in diesem Tressen ein ganz vollendetes Spiel vor* führte. Begünstigt wurden sie damals dadurch, daß Watzenborn-Steinberg eine recht gemischte Mannschaft stellen muhte. Diesmal spielen die Teutonen komplett. Man erhofft deshalb ein wesentlich andere» Ergebnis. Um eine Niederlage wird der Platzbesitzer aber doch kaum herumkommen. Man rechnet mit einem sportlich hochwertigen Spiel. Svortable «uni des Tv. W psect. Am morgigen Sonntage hat Wieseck nach mehr- wöchiger Pause wieder die ersten Spiele auf seinem Platze. Zum ersten Spiele der Verbands- „Das Alte stürzt, und neues Leben blüht." Das ift der Gesamteindruck, den bie beiden lurntage, die am 10. bzw. 17. Dezember zu Gießen stattfanden, hinterließen. Am 10. b. M. kamen die Turner des alten Gaues Hessen, dessen Gebiet vom 1. Januar 1934 an verschiedenen neugebilbeten Turnkreisen an- aehoren wird, zum letztenmal zusammen, um Abschied zu nehmen von Einrichtungen, die ihnen lieb geworden waren. Sie kamen aber auch zusammen, um in einer erhebenden Abschiedsfeier ein Treue - gelöbnl» zu geben und Gruß und Handschlag zu tauschen mit Turnern und Turnerinnen, bie ihnen im Laufe der Zeit zu lieben Freunden, zu Brüdern und Schwestern wurden. Und nun der 17. Dezember. Neue Verbanbsgren- zen, neue Führer, neue Gefolgschaft in dem mit den Fahnen des neuen Deutschland reichlich geschmückten Saale des „Aquariums", tagen zum ersten Male die Führer der Vereine aus den Kreisgebieten Wetzlar und Gießen des Turn kreise» Lahn-Dill (Gau Nordhessen). Die Tagung stand ganz im Zeichen der durch den nationalsozialistischen Umbruch im Baterlande geschaffenen neuen Verhältnisse. Der Führer des Kreises Lahn-Dill, Karl Dau. p c r t (Wieseck), begrüßte mit beachtenswerten Worten die erste Dereinssührer-versammlung. Im besonderen galt sein Gruß dem Führer des Bezirks Gießen, Dr. Rau (Butzbach), dem Dbertum- wart des Gaues Nordhesscn, R. Paul, und dem Gauschwimmwart Sauer. Bezirksführer Dr. Rau überbrachte bie Grüße bes Bezirks und sowohl er, als auch Oberturnwart Paul ermahnten zum treuen Festhalten an den hohen Zielen der deutschen Turnerschaft und zum Durchhalten in erregten Zeiten. Beide wünschten den Verhandlungen 1 bes Turntags guten Verkauf unb besten Erfolg. Der Kreisführer Daupert nahm bann in umfassenden Ausführungen zu allen schwebenden Fragen grundsätzliche Stellung. Im besonderen zeich- nete er treffend bie Stellung unb Arbeit bes Vereinsführers. Die Ausführungen bes Kreisführers können für bie Haltung und Die Arbeit der Dereinsführcr eine fruchtbringende Grundlage bilden. Dazu ist nötig, daß die nationalsozialistische Weltanschauung im Denken, Fühlen und Wollen des Führers verwurzelt ift, und daß sie feinem Tun das Gepräge gibt nach dem Gelöbnis: Alles für Volk und Vaterland. Kreisführer Daupert stellte dem lurntage die von ihm ernannten Mitarbeiter vor. Der Führer- Ringdes Kreises Lahn-DiU wird gebildet durch folgende Turner: 1. Kreisführer Karl Daupert, Wieseck. 2. Stellvertreter des Führers: Oberförster Erich Zobel (haiger). 3. Schatzmeister: P. Rihert (Gießen). 4. Oberturnwart: Paul Schüler (Wetzlar). 5. Männerturnwart: Karl Reuter (Gießen). 6. Frauenturnwart: Heinrich Schneider (Wetz- lar). ?. Volksturnwart: L. Malkomefius (Gießen). 8. Schwimmwart: Wilh. Luf4 (Wetzlar). 9. Spielroart: Albert Luh (Allcndorf a. b. Lahn). 10. Schrift- unb Presfewart: Lehrer Karl Zöller Hausen (Kr Gießen). 11. Dietroart: Dr. Ernst Römer (Grohen-Linben). Zu Führern der Kreisgebiete wurden ernannt: 1. Für Alsfeld: Edmond Ebeling (Alsfeld). 2. Für Gießen: Karl Daupert (Wieseck) 3. Für Wetzlar: heinr. Jockel (Braunfels). Das Olympia-Stadion für -1936. ft JA 1. Stadion 4 2. Schw mmitidlon 3 Aufma' tchgellnd» «hl 4. Freilichtbühne 5. R dfanrstad on 1 6. Reittum ergellnd» 7. Tenn «Stadion 8. Vor ahrt 9. Turnhalle i i. Schw.mmhalte Hau* ces Deutschen Sports . I Unt-rkunftshaus 3. Medizinisches Ina Nut 14 Erweiterung d. Friutnhliee v. 15 Sradinniestiurant Durch die Entscheidung bei Herrn Reichskanzler» vervollkommnet worden sie wird emc großartige Dem Stadtdahnhof Pichet, berg wird zu einen g.-t r °°T 14* Ä®”emh>n. Da» gefamie 115 ävfiar messende Gelände zwischen Ünlergrunbbahnhcf Stadion und Gingen eportport geftolic? roeitxn Ueber Ein^lheiten bes großzügigen Planes berichteten w:r bereite am Montag. 4. Für Dillenburg: Erich Zobel (Holgers I Der SchristwaN Zöller dankte dem Führer im Namen des Führerrings für das erwiesene Vertrauen unb versprach freubige unb treue Mitarbeit Zum Dohle des deutschen Volkes. 8u5 den vielen Punkten der Verhandlung kann nur Weniges zusammenfassend berichtet werden. UeberaU, im besonderen mit SA.. HI., DDM. und anderen politischen Verbanden ist echte Kamerad- fd)aft zu pflegen, die Führer sollen darin Vorbild 'Ein. Die Vereine sollen die Verbandsoeranstaltun« gen. die in ihrer Nahe ftatffinben, möglichst voll- Zodlig besuchen. An den Lehrgängen haben zum mindesten die Fachwarte teilzunehmen. Der nächste Lehrgang im (Bau Nordhessen findet am 20. unb 21. Januar 1934 in Gießen statt Weitere Termine mürben den Dereinssührern bekanntqcgeben. Zur Weiterbildung sind die Kurse her Deutschen Ium* schule in Berlin (Gröditzer Allee) mehr al» seither zu besuchen. 3o der Deutschen lurnerschast können alle Arien von Sport getrieben werden. Die DT. ist Mitglied bei allen Leibesübungen treibenden Verbänden. Die Satzungsänderungen der eingeschriebenen Vereine können vor dem 1. Ja* nuar 1934 noch kostenlos erledigt werden. Alle Austritte von Vereinen sind vor dem 1 September anzumelden. Die Karteikarten sind alsbald auszu* fertigen und dem Führer des Kreistzedietes einzu- senden. Vereine, bie eine turnerische Beran'' im Kreise übernehmen wollen, haben ihre Mel* bung an ben Äreisführer Daupert zu richten. Ieber Verein soll eine Veranstaltung zugunsten der Winterhilfe burchführen, auch bie Volkswohl- fahrt ist zu bebenken. Vereine, bie einen Spiel- mannszug besitzen, mclben bies bem Obmann August Hofmann zu Robheim a. b. Bieder Nach Beendigung der anregenden Verhandlungen dankte der Führer-Stellvertreter Zobel in aner- kennenden Worten dem Äreisführer Daupert. 3m Schlußwort betonte der Kreisführer: Es ist nicht der Wille der Führer des jungen Reiches, den am Wiederaufbau schaffenden, lebendigen Kräften in den erhobenen Arm zu fallen Die DI. kann unbr'orgf der Zukunft entgegen sehen. Er schloß mit bem Wunsche, die nun beginnende Arbeit im neuen Kreise möge reiche Früchte tragen ;um Wohle des Volksganzen. Jeder Turner hab« mit allen Kräften mitzuarbeiten an der Aufwärts* bewegung unseres Volkstums. Nach dem Grund* latz: Treu dem Volk, treu dem Kanzler, treu dem Vaterlande. Das mit Begeisterung aufgenommene Gut heil" galt ben Führern des Reiches: bem Herrn Reichsvräsibenten v. hlnbenburg unb bem Führer Adolf Hitler Mit dem Deutschland* lieb wurde bie große Versammlung geschlossen. Z. Oderheffen. Sonnwendfeier der HZ-Gefolqschast rSuferferfal*. * Großen-Buseck, 22. Dez. Auf einer Anhöhe, bem geweihten Platze ber Hitler-Eiche, bei Alten-Buseck fand bie Sonncnroenbfeler ber Gefolgschaft „Buseckertal" statt. Die einzelnen Scharen marschierten im Viereck um den Holzstoß auf. Kaum hatte man sich um ben Holzstoß versammelt, da sah man schon In ber Fern« die Sonnenwendfeuer der anderen HI-Kameraden auflodern. Die Schar Großen-Buseck eröffnete bie Feier mit bem Lied: „Es rauscht durch Stabt und Felder". Alsdann wurde ein Sprechchor vorgetrag-n, ber bas Austobern der Flammen heraussorderte. Mäh* renb bie Schar Alten-Buseck bas Lied: „Flamme empor" sang, wurde ber Holzstoß angejünbet. hoch schlugen die Flammen empor. Als die Glut bie Jungens unter flatternben Fahnen mit ihrem Schein übergoß, ergriff Unterbannführer Wilhelm Schneider bas Wort. In feiner Rede verglich er Sonnenwenden einst und jetzt. Er erwähnte, daß Sonnenwende das Fest der alten Germanen, bas Fest des Dankes gewesen sei. Die Hitler-Jugend müsse dankbar dafür fein, daß sie ben Namen unseres großen Führers tragen bürfe. Weiter ermahnte er, baß in diesem Jahr in jedem deutschen Hau» ber Lichterbaum brennen solle. Mit der Mahnung, immer fest unb treu zum Symbol zu halten, schloß die Feierrede, hieraus brachte ein Sprechchor der Schar Alten-Buseck den Geist ber Hitler-Iugenb zum Ausdruck. Mit dem Horst- Wessel-Lieb unb einem dreifachen ..Sieg-Heil?" auf unseren Führer wurde die Feier beendet. Sodann marschierten bie einzelnen Scharen mit bem (Belang von HI.-Liedern in ihren Heimatort zurück. Lange hörte man noch aus ber Feme bie Lieder unserer Kameraden erklingen, bis sie langsam in bie Stille ber Nacht versanken. t'niiötrcie (Rieften. a. Klein-Linden, 22. Dez. Am ersten Weihnachtsfeiertag feiert Reichsbahnwogenputzer i. R. Ludwig Feifel in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 5. Geburtstag Der Jubilar war 50 Jahre im Dienst ber Eisenbahn tätig. 00 Älcin-tiinben, 22. Dez. Am Mittwochabend feierte der hiesige evangelische Frau* enoerein (Frauenhilse) in ber Kinderschule sein Weihnachtsselt. Mit großer Sorgfalt hatten die beiden Schwestern ber Schwesiernstation ein erlesene» Programm AulammengefteUt Junge Mad* d)en trugen schone Welhnochlsgebichte und dreistimmige Chöre vor. Im Mittelpunkt de» Abend» stand ein Laienspiel aus Luther» Zeit: „Dos ew'ge Licht gebt da herein", das zeigte, wie rechter Luthergeift die Herzen der Menschen zur Resormo- tionszeit bewegte. Gemeinsam gesungene Lieder unb eine Ansprache be» Führer», Drtepfarrer Bremmer, füllten ben übrigen Teil be» Abend» au», ber einen recht stimmungsvollen Verlaus nahm. Wie alljährlich, so hatte auch diese» Jahr wieder her Frauenverein den in großer Notlage befind- Ochen christlichen Liebesanstalten in Bethel bei Bi lefeld eine Menge getragener Kleider und einen schonen Geldbetrag au» ben aufgestellten Sammelbüchsen übersandt. • Leihgestern, 22 Dez. Am zweiten Weih- nachtsfeiertag feiern bie Eheleute Ioh. heinr. vel - t e n unb Frau Kath., geb. Rohrbach, ba» Fest der Goldenen Hochzeit. J_ Hausen bei Gießen, 22. Dez. Arn 21. Dezember feierte Altbürgermeister Happel von hier seinen 70. Geburtstag Der evangelische Frauenchor von Hausen lieh e» sich nicht nehmen, seinen Zweiten Vorsitzenden, Herrn Altbürgermeister Happel, besonders zu ehren. Er veranstaltete im Rat- hauslaal eine kleine Feier, bie von ben Chören des Frouenoereins umrahmt war Pfarrer c t e i n e r übermittelte die Glückwünsche des Kirchenvorstande» unb des Vereins unb wies auf bie selbstlose Arbeit des Jubilars im Dienste des ffhoreWun unb überreichte in Anerkennung dieser treuen Mitarbeit Alt- bürgenneifter Happel ein gerahmtes, künstlerisch wertvolles Diplom über die Ernennung zum Ehren- I Mitglied Les Vereins. Altbürgermeister Pappel dankte in bewegten Worten und versprach, auch weiterhin seine Straft in den Dienst des Vereins zu stellen. — Am 24. Dezember feiert Kath. S ch m a d t, Witwe, geb. Müller, ihren 9 0. Geburtstag. Wenn sich auch bei der Jubilarin die Schwäche Oes Alters bemerkbar macht, so läßt sie es sich doch nicht nehmen, im Haus kleine Arbeiten in gewohnter emsiger Geschäftigkeit zu verrichten. Die Jubilarin darf sich an fünf Urenkeln erfreuen. Möge ihr weiterhin ein schöner Lebensabend beschieden sein! 8 Alten-Buseck, 23. Dez. In geistiger und körperlicher Frische kann die Rentnerin Juliane Seibert am zweiten Weihnachtsfeiertag ihren 8 8. Geburtstag feiern. Sie ist die Zweitälteste Einwohnerin unseres Ortes. <£ Lollar, 22. Dez. Die dieser Tage hier abgehaltene I e l l e n v e rs a m m l u n g der N S D A P. war sehr gut besucht. Der Zellenleiter, Bürgermeister Wagner, sprach einleitend über Fragen des Winterhilfswerkes, der Deutschen Bühne, der Arbeitsbeschaffung, sowie der Umorganisation und Neugliederung des Kreises. Einen interessanten Vortrag über die politische Lage hielt Pg. Petras ch. Von der A u (SA.) sprach über den Versailler Vertrag. Der Schulungsabend, als solcher war die Zellenversammlung gleichzeitig gedacht, hat manchem Parteigenossen wertvolles Wissen vermittelt. — Am Mittwoch veranstaltete die N S. - F r a u e n s ch a s t für die Kückengruppe unter deren Mitwirkung eine kleine Weihnachtsfeier. Weihnachtliche Vorträge und lustige Ausführungen der Kleinen zeugten von viel Mühe und Arbeit der Führerinnen. Die Freude der Kinder erreichte ihren Höhepunkt mit dem Eintreffen des Nikolaus, der jedem der Kinder eine kleine weihnachtliche Näscherei brachte. Von einer größeren Weihnachtsfeier für alle Kinder wurde abgesehen und das für diese Feier ursprünglich bestimmte Gebäck für das Winterhilfswerk zugunsten bedürftiger Stadtkinder verschickt. Ferner ist eine große Anzahl Kuchen gespendet worden, die ebenfalls durch das Winterhilfswerk an bedürftige Stadtbevölkerung verteilt wird. — Ferner veranstaltete die hiesige NS.- Frauenschaft in dem festlich geschmückten ehemaligen Hassia-Jugendheim eine würdige Adventsfeier. --^Ruttershausen, 22. Dez. Hier wurde dieser Tage ein Deutscher Abend abgehalten, der sehr gut besucht war. Das reichhaltige Programm wurde in der Hauptsache von der NS.-Frauen- schäft Lollar bestritten. Die Veranstaltung sollte als Werbung für die NS.-Frauenschaft in Ruttershausen dienen und dürfte ihren Zweck erreicht haben. ♦ Li ch, 22. Dez. Dem Bericht über das Schadenfeuer im Hofgut Kolnhausen bei Lich ist nachzutragen, daß zehn Läuferschweine im Laufe des Sonntags wegen Rauchvergiftung und Knochenbrüchen notgeschlachtet werden mußten. Die erheblichen Wassermassen, die dem brennenden Gebäudeteil zugeführt wurden, haben sich infolge der großen Kälte sofort zu Eis verwandelt. Dadurch hat das Gewölbe der Stalldecke gelitten. Auch an dem Schlauchmaterial der Feuerwehr ist infolge des Frostes Schaden entstanden. * Dorf Güll, 22. Dez. Wie bereits berichtet, veranstaltete der B d M. in unserem Dorfe einen Elternabend. Von dem Erlös stiftete er 15 Mk. für die Bühne, die neu hergestellt wurde, 25 Mark übergab er der NSV. und 5 Mark schickte er nach Bethel, um einigen Kindern eine kleine Weihnachtsfreude zu bereiten. Kreis Schotten. □ Laubach, 21. Dez. In feiner letzten Sitzung beschloß der G e m e i n b e r a t, als größere Maßnahme im Wege des A r b e i t s b e s ch a f f u n g s- Programms die Feldbereinigung in der ca. 3500 Morgen großen Feldgemarkung Laubach durchführen zu lassen. Auch soll demnächst eine planmäßige Instandsetzung der Obstanlagen, die fast 1700 Tagewerke in Anspruch nimmt, im Wege der Notstandsarbeit stattfinden. Kreis Büdingen. A ® I e i d) e n b a d), 21. Dez. Heute morgen kam der Motorradfahrer Zigarrenhändler G e r b i g aus Stockheim auf der noch gefrorenen Straße nach Bergheim in voller Fahrt zu Fall und zog sich 's ch w e r e innere Verletzungen zu. Ein Sanitätsauto brachte den Verunglückten ins Krankenhaus. Preußen. Kreis Wetzlar. HIAusdemKreiseWetzlar, 22. Dez. Nachdem sich die Mehrheit der beteiligten Gewerbetreibenden für die Einführung des Beitritts- zwangeszuden Innungen erklärte, hat der Regierungspräsident in Wiesbaden angeordnet, daß zum 1. Januar folgende Innungen für den Kreis Wetzlar errichtet werden: Pflichtinnung für das Metzgerhandwerk, Pflichtinnung für das Damenschneiderhandwerk und Pflichtinnung für das Feinmechaniker- und Optikerhandwerk. Sämtliche Innungen haben ihren Sitz in Wetzlar. Alle Gewerbetreibenden, die in die Handwerksrolle eingetragen find und eines der genannten Handwerke betreiben, gehören vom 1. Januar ab zwangsläufig der Innung an. * Salzböden, 23. Dez. Der 45 Jahre alte Landwirt Christian Wagner stürzte gestern fo unglücklich, daß er sich einen Bruch des linken Beines zuzag und in die Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht werden mußte. <£ Münchholzhausen, 22. Dez. Unsere Gemeinde läßt verschiedene Arbeiten ausführen, die van dem Landesarbeitsamt Frankfurt a. M. als Notstandsarbeit anerkannt sind. Es handelt sich um die Instandsetzung der Wirtschaftswege am „Rauhen Berg" und am „Meusel", sowie um die Drainierung der Kirchstraße. Die Arbeiten wurden dieser Tage vom Gemeinderat dem Tiefbauunternehmer Ludwig W a g n e r in Krofdorf übertragen. Ferner beschloß der Gemeinderat, die nicht durch eigene Einnahmen gedeckten Ausgaben der Kirchenkasse für das Rechnungsjahr 1932 im Betrage von 1369,91 Mark freiwillig und ohne Anerkennung einer Verpflichtung auf die Gemeindekaffe zu übernehmen. I L ü tz e l l i n d e n , 22. Dez. Der H a u s h a l t s. plan der Gemeinde für das Rj. 1933 wurde vom Gemeinderat in Einnahme und Ausgabe auf 73 480 Mark festgestellt. Auf die Grundoermögens- steuer I und II, sowie die Gewerbesteuer soll eine Gemeindeumlage von 250 v. H. erhoben werden. Die Bürgersteuer und die Gemeindebiersteuer gelangen mit den einfachen Sätzen zur Erhebung. Zur teilweisen Deckung der Kosten der K r a n k e n st a t i o n soll vom Rj. 1933 ab ein Betrag von 3 Mark je Haushaltung erhoben werden. Für Jnstandsetzungs- arbeiten an den Schulgebäuden wurde ein Betrag von 600 Mark zur Verfügung gestellt. Für die Zahlung von Zuschüssen an die Kirchenkasse wurden freiwillig und ohne Anerkennung einer Verpflichtung 2500 Mark zur Verfügung gestellt. Die beiden Nachtwächterstellen sollen zur Neubesetzung ausgeschrieben werden. I Groß-Rechtenbach, 22. Dez. Arn Montag sand im Saale der Gastwirtschaft „Zur Post" ein Schulungsabend des hiesigen Stützpunktes der NSDAP, statt. Nachdem Pg. Sänger einen ausführlichen Wochenbericht über die innen- und außenpolitische Lage erstattet hatte, Glück haben un- Glück schassen! Vel-es -nreh -le II. Lotterie sür Arbeitsbeschaffung -.NSDAP. Tr. hielt Schulungsleiter Pg. Bürgermeister Dr. N e u • mann einen längeren Vortrag über den Friedensvertrag von Versailles, der mit großem Interesse entgegengenommen wurde. Anschließend sprach Be- zirksschulungsleiter, Pg. Mack-Niederkleen, über die Deutsche Arbeitsfront. Der nächste Schulungsabend findet am 8. Januar statt. I Hörnsheim, 22. Dez. Der kollegiale G e - meindevorstand beriet den Haushaltsplan der Gemeinde für das Rechnungsjahr 1933 und stellte ihn in Einnahme und. Ausgabe auf 53 780 Mark fest. An Gemeindeumlage fallen auf die Grundvermögenssteuer I und II 260 o. H. und auf die Gewerbesteuer 275 v. H. erhaben werden. Die Bürgersteuer und die Gemeindebiersteuer werden mit den einfachen Sätzen erhoben. Für die Unterhaltung des Schulgebäudes wurden 400 Mark zur Verfügung gestellt. Für die Zahlung von Zu- An die Betriebszellenleiter der NGDO. Der Betriebszellenlejter meldet bis spätestens 30. Dezember 1933 schriftlich, daß die Belegschaft seines Betriebes lOOprozentig organisiert ist, an die Kreisbetriebszellenabteilung, Gießen. Verantwortlich für die Einhaltung dieses Ter- mines ist mir der Betriebszellenleiter. Heil Hitler! gez. Hahn, stellv. Kreisbetriebszellenobmann. fchüffen an die Kirchenkaffe wurden freiwillig und ohne Anerkennung einer Verpflichtung 1900 Mark zur Verfügung gestellt. Außer der im Gange befindlichen N o t st a n d s a r b e i t soll die Straße nach Lang-Göns auf einer Strecke von etwa 500 Ifd. Meter eine neue Decke erhalten. Für die Erweiterung des Friedhofes, der fast vollständig belegt ist, wurden einschließlich der laufenden Ausgaben 730 Mark bewilligt. 00 Hochelheim, 22. Dez. Der Haushaltsplan der Gemeinde für das Rechnungsjahr 1933 wurde vom kollegialen Gemeindevorstand in Einnahme und Ausgabe auf 78 710 Mk. feftgestellt. Die für das Rechnungsjahr 1932 gewährte Pachtermäßigung für die Gemeindegrundstücke in Höhe von 20 v.H. der Grundpacht soll auch für das Rechnungsjahr 1933 gelten. Für die im Herbst 1932 neu verpachteten Gemeindegrundstücke gilt diese Regelung nicht. Die Wasser- und Kanalgebühren wurden mit Wirkung vom 1. Dezember ab um 15 v. H. gesenkt. Die Gemeindehundesteuer wurde auf 5 Mk. je Hund festgesetzt. Auf die Grundvermögenssteuer I und II soll eine Gemeindeumlage von 325 v. H., auf die Gewerbesteuer eine solche von 375 v. H. erhoben werden. Die Bürgersteuer und die Gemeindebiersteuer gelangen mit den einfachen Sätzen zur Erhebung. Für Unterhaltungsarbeiten am Schulgebäude wurden 500 Mk. bewilligt. Für die Zahlung von Zuschüssen an die Kirchenkasse wurde freiwillig und ohne Anerkennung einer Verpflichtung ein Betrag von 1850 Mk. zur Verfügung gestellt. Auf den Fonds für die Anschaffung einer neuen Kirchenuhr sollen weitere 200 Mk. angelegt werden. △ Dornholzhausen, 22. Dez. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer jüngsten Sitzung, vom 1. Januar ab für L i ch ta n s ch l ü ss e eine einheitliche Anschluß gebühr von 80 Pfennig monatlich zu erheben. Bisher wurde für jede Brennstelle eine monatliche Gebühr von 8 Pf. erhoben, wobei sich jedoch hinsichtlich des Begriffes „Brennftelle" Unstimmigkeiten ergaben, die durch den neuen Beschluß beseitigt werden sollen. Gedenket der hungernden Vögel! Auf den ■ Stadttheater-Aßonnement Tie Einlösung des vierten Absckmittct der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der ^.heater- kaf>e, Jobannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: Donnerstag, den 28. Dez. 1933 für die Freitag-Abonnenten, Freitag, den 29. Dezember 1933 für die Dienstag-Abonnenten, Samstag, den 30. Dezember 1933 für die Mittwoch-Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 Uhr und von 17 bis 18 Uhr. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt Main 37210 Kasse des Stadt- tbeaters Gießen erfolgt Uebersendung der Abonnementskarten. Die 5ii zahlende vicrteNate beträgt für: 9?nno(nnpti 9—ß und 13—17. T. Reibe 1—2........12 ft?-*t Ranglogen 7—8 und 11—12, Proszeniumslogen ........12 ft?.ft Ranglogen mit 4 Plötzen . . . 30 -ft-ft Sperrsitz Reihe 1—9, I. Rang Reihe 3 bis 4............10 .ft.ft Sperrsitz Reibe 10—13,1. Rang Reibe 5 bis 6 und Logenrückvlätze . . S ft?.ft Sperrsitz Reihe 14—18, II. Rang Border- platz, Reihe 1, Mitte .... 7 ft?-ft II. Rang Reibe 2—3.....5 ftMl II. Rang Reibe 4—5 und II. Rang vordere Seitenreihe......4 ft?-ft Die Einlösung muß vor der 13. Äbon- nementsvorstellung erfolgt sein. I7740C Gießen, den 18. Dezember 1933. Die Bürgermeisterei. I. ÜB.: Bartholomäus. Brennholzversteigerung der Stadt Gießen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen am Freitag, dem 29. Dezember 1933, 9 Vz Uhr beginnend, aus den 2tb- teiknngen 77 und 81 des Stadtwaldes, Försterei Hochwart, versteigert werden: 102,8 rm Buchescheiter I. Kl., 14,- rm Buchescheiter II. Kl., 26,- rm Eichescheiter I. u. II. KI., 1,2 rm Aspescheiter I. Kl., 23,9 rm Bucheknüppel, 23,8 rm Eicheknüppel, 3,- rm Eichereisig I. Kl., 2130 Wellen Buchereisig II. u. III. Kl., 36,9 rm Buchestöcke, 2 St. Eschederbstangen II. u.III. KI. (Deichseln 4 m lang). Zusammenkunft: Lieber Str.,9.Srbneise. Gießen, den 2$. Dezember 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Bartholomäus. 77410 Bekanntmachung. Betr.: Die Markenverwendung zur Invalidenversicherung durch die Arbeitgeber. Mit Wirkung vom 1. Januar 1934 werden die Beiträge zur Invalidenversicherung für die bei der Allg. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt versicherten Personen nicht mehr von der Krankenkasse eingezogen. Von diesem Tage ab haben die Arbeitgeber die Marken bei der Postanstalt selbst zu beschaffen, in den Quittungskarten ihres Personals zu verwenden und erstmalig mit dem 7.1.1934 zu entwerten. . Unter Hinweis auf die Bekanntmachung der Allg. Ortskrankenkasse Gießen- Stadt, die in den Tageszeitungen vom 9. Dezember 1933 veröffentlicht worden ist, werden alle Arbeitgeber aufgefordert, die Karten, sofern nicht direkte Zustellung erfolgt, so rechtzeitig bei genannter Kasse abzuholen, daß Markenverwendung ab 1.1.1934, erstmals mit Entwertungsdatum vom 7.1.1934, von ihnen vor- genommen werden kann. Tie Neuausstellung sowie der Umtausch der Quittnngskarten für freiwillig Versicherte und bei der Ortskrankenkasse pflichtversicherte Personen erfolgt ab. 1. 1. 1934 gesetzlicher Vorschrift gemäß ausschließlich durch das Versicherungsamt der Stadt Gießen. Auf die §§ 1426 ff. der Reichsversicherungsordnung sei besonders hingewiesen. Gießen, den 15. Dezember 1933. Versicherungsamt der Stadt Gießen. Dr. Seih. 7726D erlaßen: § 1. Bekanntmachung. Die Ortsbausatzung für die Stadt Gießen über das Gebiet zwischen der Eisenbahn Gießen-Fulda, Cid)er Straße, Landes-Heil- und Pflegeanstalt und dem Alten Steinbacher Weg ist genehmigt worden. _ , , , Wir geben die Ortsbausatzung nachstehend zur'Kenntnis. Gießen, den 22. Dezember 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. 23.: Dr. Hamm. Ortsbausatzung für die Stadt Gießen, hier: das Gebiet zwischen der Eisenbahn Gießen-Fulda, Licher Straße, Landes- Heil- und Pflegeanstalt und dem Alten Steinbacher Weg. Auf Beschluß des Stadtrats vom 29. 8.1933 wird nach Begutachtung durch den Kreisausschuß, mit Genehmigung der Ministerialabteilung I b Innere Verwaltung voni 13. Oktober 1933 zu Nr. St. M. I b 45813 auf Grund des Art. 21 der Gemeindeordnung vom 10. 7.1931 und der Art. 2, 29, 37 und 59 der Allgem. Bauordnung vom 30.4.1881 und der §§ 3—5, 7, 9 und 78 der Ausführungsverordnung zur Allgem. Bauordnung vom 1.2.1882 folgende Ortsbausatzung Bekanntmachung. Betr.: Die Bürgersfeuer der Lohn- und Gehaltsempfänger usw. Es wird wiederholt darauf hingemiesen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer für seine Arbeitnehmer hastet. Kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, so wird die Steuer von ihm durch Hastungs- bescheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungsverfahren beigetrieben. Gießen, den 21. Dezember 1933. [7732C Bürgermeisterei Gießen. Dr. Keller. Zu Art. 29 der Allgem. Bauordnung. Betriebe und Anlagen, die unter § 16 der NGO. fallen ober die durch Gase, Dämpfe, Gerüche, Rauch, Nuß, Wärme, Staub, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Eimvirkuv en ober bie burch ihre örtliche Lage, uurd) bie Beschatten- beit ber Betriebsstätten ober bie Art bes Betriebes für bie Nachbarschaft ober für bie Allgemeinheit Gefahren, Nachteile ober Belästigungen herbeizuführen geeignet sinb, sinb grunbsätzlich verboten. § 2. Zu Art. 37 und 59 ber Allgemeinen Bau- orbnung, unb § 78 ber Ausführungsver- orbnung zur Allgemeinen Bauorbnung. Für bie Bebauung wirb bie offene Bauweise vorgeschrieben. Es können Einzelhäuser unb Doppelhamer errichtet werben. c n Für bie Baublöcke 1, 2 und 3 werben 1- unb 2 geschossige Bauten, für ben Block 4 nur 2 geschossige Bauten zugelassen. zi, , . Die Entfernung ber Gebaube von ber Nachbargrenze auf ben zu bebauenben Grunbstücken hat mindestens 3 m zu betragen. Bekanntmachung. Mittwoch, den 27. Dezember (am 3. Feiertag) Ä bleiben die Kassenraume der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen- Stadt ivegen dem Umbau geschlossen. Allgem. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt Ludwigstraße 12 Gg. Jung, Geschäftsführer. I77Ü7P Auf Grund des Beschlusses des Verwaltungsrates vom 16. November/7. Dezember 1933 wird mit Wirkung vom 1. Januar 1934 ab ber Zinssatz für sämtliche Ausleihungen um Je Vz'.'o p. I. mit ber Maßgabe herabgesetzt, baß bie Herabsetzung auf eine etwaige Senkung ber Zinssätze burch bie Reichs- unb Länber- regierungen anzurechnen ist. Die Zinssätze betragen somit ab 1. Januar 1934: , , 1. Für Kredite in laufender Rechnung (einschl. aller Provis.) . 5 Yz"/> p. I. 2. Für Darlehen gegen Hypothek (einfdil. Verwaltungskost.) 5% p. I. 3. Für Darlehen an Gemeinden und öffentl. Körperschaften . . 5% P.J. 4. Für Darlehen gegen Lombard, Bürgschaft ober anbere Sicherheiten ........5 ¥z% v.'-A. 5. Für Aufwertungshypothek. 5% p.J. Nicht unter bie Zinssenkung fallen bie Hypofhekforberungen auf lanbwirtschaft- lieben Grunbbesitz, für die besondere gesetzliche Bestimmungen gelten. [7738D Der Direktor der Bezirkssparkasse Gießen. Zacheis. Bekanntmachung. Der Bebauungsplan über das Gebiet zwischen Licher Straße, Landes-Heil- und Pflegeanstalt, Alter Steinbacher Weg und Eifenbahnlinie Gießen-Gelnhausen nebst einer dazugehörigen Ortsbausatzung ist durch Verfügung des Hess. Staatsministeriums Mm.-Abt. I b Innern vom 13.X. 1933 Nr. St. M.I d 45813 genehmigt worden. . Der Plan kann von Interessenten beim städtischen Hoch- unb Tiefbauamt, Aster- weg 9, eingesehen werben. [7724 Gießen, ben 22. Dezember 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Die Zustellung ber Steuerkarten für 1934 ist beenbet. Für Feichs- unb Staatsbeamten, Angestellten unb Arbeiter größerer Firmen, gingen bie Steuerkarten bem Arbeitgeber ober ber zustan- bißen Behörbe beziehungsweise Kasse unmittelbar zu. Soweit Arbeitnehmer Steuerkarten nicht erhalten haben, müssen sie bie Ausfertigung im Ttabthcnm, Bergstraße 20, Zimmer 13, beantragen. Dortselbst erfolgen auch Benchtiguiigen ber Steuerkarten bei Aenberung ber Familienverhältnisse (Eheschließungen, Geburten usw.). Personen, bie nach dem 10. Oktober 1915 geboren sind und deren Arbeitslohn 100,— NM. monatlich ober 24,— RM. wöchentlich nicht übersteigt, erhalten Steuerkarten nur auf Antrag ausgestellt. Auf ber Steuerkarte sinb auf ber 4. Seite bie Bestimmungen über bie Höhe ber Bürgersteuer usw. angegeben. Mit ber Zustellung der Steuerkarte gut bie Bürgersteuer als angeforbert. Soweit Anspruch auf Befreiung von ber Burger- fteuer besteht, sinb Einsprüche im Stabt- haus, Bergstraße 20, Zimmer 29, vorzubringen. Es wird noch barauf hingewiesen, baß in Verlust geratene (Steuertarten nur gegen Zahlung von 1,— RM. ertefct werben. 7727c Gießen, ben 22. Dezember 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. ÜB.: Dr. Hamm. Zu Art. 37 unb 59 ber Allgemeinen Bauorbnung unb § 78 ber Ausführungsver- orbiiiing zur Allgemeinen Bauorbnung. Die Ausnutzungsziffer der Grundstücke durch die Bebauung darf nicht mehr als 2/10 unb bei Eckgrunbstücken nicht mehr als 8/,0 betragen. Bei Gebäuben ber 2geschossigen Bauweise dürfen im Dachgeschoß nur Räume, die zu ben unteren Stockwerken gehören, ausgebaut werben. Die Errichtung selbstänbigerDachgeschoß- roobnungen bedarf ber besonderen Genehmigung ber Bürgermeisterei. Die Gebäube müssen in ihren Grunb- rissen unb Ansichten allseitig gut burch- gebildet und architektonisch einwandfrei iei"- § 4. Vorstehende Ortsbausatzung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Gießen, ben 22. Dezember 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr.Hamm. 7725C Brennholzversteigerung aus bem ©emeinbeioalb Lang-Göns, Distrikt Hardt. Freitag, ben 29. Dezember, vormittags 9 Uhr, in ber Turnhalle zu Lang- Göns: 540 rm Bucken-Scheiter 122 rm Eichen-Runbscheiter 63 rm Kiefern-Runbscheiter 83 rm Bucken-Knüvvel 19 rm Bnchen-Stöcke 9700 Stück Buchen-Wellen 3100 Stück Eichen-Wellen 1000 Stück Kiefern-Wellen. Den Interessenten wirb empfohlen, das Holz vorher anzusehen. [7736D Lang-Göns, ben 22. Dezember 1933. Hessische Bürgermeisterei. Rompf. Bekanntmachung. Auf Gnmb des Artikels 3 9(bf. 4 des Hessischen Svarkassengesetzes vom 8. August 1902 wird hiermit bekanntgemacht, daß in ber Zeit vom 14. November bis 14. Dezember 1933 bie Einrichtung unb Geschäftsführung ber Bezirkssparkasse Gießen einer eingehenben Prüfung burch ben Revisor bes Hessischen Sparkassen- unb Giroverbandes unterworfen würbe. Die Revision hat sich auf alle Teile der Geschäfte der Sparkasse erstreckt, insbesondere auf bie Prüfung bes Kassen- bestanbes, ber Wechsel, ber Bankguthaben, ber Wertpapiere unb ber Kunben- bepots, sowie ber für bie Ausleihungen bestellten Sicherheiten unb ber lieber- einstimmung des Aktiv- unb Passivverkehrs mit bem Sollbestanb. Beanstanbungen, bie bie gesetzliche ober savungsniäßige Sicherheit beeinträchtigen könnten, würben nicht erhoben. Gießen, den 14. Dezember 1933. Der Revisor des Hessischen Svarkassen- unb Giroverbanbes: Mach oldt. Die Direktion der Bezirkssparkasse Gießen. Zach eis. 7737D Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen. Bei ber Abstimmung über ben Antrag auf Errichtung ber nachstehenb aufge- führten Innungen bat sich jeweils bie Mehrheit ber in bie Hanbwerksrolle eingetragenen Hanbwerker ber zn hüben- ben Innungen für bie Einführung des Beitrittszwanges erklärt: I. Bezirk Gießen-Stadt, Sitz Gießen. 1. Maler- unb Weißbinberhanbwerk,' 2. Schreinerbandwerk. 11. Bezirk Gießen-Land, Sitz Gießen. 1. Maler- unb Weißbinberhanbwerk; 2. Schreinerhanbwerk- 3. Friseurhcmbwerk: 4. Metzgerhanbwerk. III. Bezirk Gießen-Stadt und -Land, Sitz Gießen. 1. Maurerhmibwerk; 2. Elektroinstallateurhanbwerk; 3. Wagnerhanbwerk; 4. Sdüosserhanbwerk; 5. Fahrrad- u. Nöhmaschmenhandwerk 6. Svengler- u. Jnstallatenrbanbwerk,' 7. Schneider- unb Schneiberinnen- hanbwerk. _ ., Das Kreisamt hat ber Errichtung bic- fer Zwangsinnungen zugestimmt unb ihre Satzungen genehmigt unb ordnet hiermit an, daß zum 1. Januar 1934 sämtliche Gewerbetreibende, die bas Handwerk einer ber genannten Innungen betreiben, ber betreffenben Zwangs- inmmg ihres Bezirks angeboren. 7747C Heimat Familie Heimatzeitung sind ein Begriff im engeren Verbreitungsgebiet des Gießener Anzeigers Diese Dreieinigkeit gehört zusammen wie Boden, Blut und Geist,- sie ist herausgewachsen aus engster Verbundenheit durch beinahe zwei Jahrhunderte hindurch. Mehrere Geschlechterfolgen halten den Gießener Anzeiger als die angestammte Zeitung der Familie ununterbrochen seit vielen Jahrzehnten. Wer auf Eigenhaltung verzichten mußte, hat seinem Heimatblatt gleichwohl dieLesertreue gehalten, indem ersich amBezug des Nachbarn beteiligte oder auf andere Weise vom Inhalt Kenntnis nahm. Hehl ist jede Einschränkung freien Willens gefallen. Die Heimatpresse im wahren Sinn des Wortes ist eine notwendige Bundesgenossin des neuen Staates geworden, jedermann kann seine Heimatzeitung halten oder zu ihr zurückkehren. . * Eine Verpflichtung zum Bezug bestimmter Zeitungen ist nicht zulässig,- ebensowenig darf eine Kontrolle ausgeübt werden. Als Zeitung der Heimat im wahren Sinn des Wortes nimmt der Gießener Anzeiger nach wie vor die erste Stelle ein in Stadt und Land seines Verbreitungsgebietes. Deshalb ist hier auch ein Leser der Heimatzeitung wichtiger für das öffentliche Leben und für die Wirtschaft als zehn Leser irgendeines anderen Blattes