Nr. 301 Erstes Blaff 183. Jahrgang Samstag, 23. Dezember 1933 m Bild Die Scholl» Monars-Vezugsprelr. MO 4 'Beilagen 'NM 1.95 Ohne Illustrierte . I 80 Iustellgebühi . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanfchrüste enter Sammelnummer2251 Anschrift für Drahtnach. richten rinzetger (Stehen Postscheckkonto: flronffurt am Main 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnitf und Verlag: vrühl'sche Untversttät§-Vuch- und Stcinöruderei R. Lange in Siehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulttrahe 7. ännaifme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe ff'*1 Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig, für Ne» Klameanzeigen von 70 mm Breite .35 Neichspfennig, Platzoorschnft 20" , mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh. Lange. Berantroortlid) für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. B.TH.Kümmel sämtlich in (Bienen Weihnachisglocken über deutschem Land. Fest des Lichts. Don Walter von Molo. Die Weihnacht ist ein Ruhepunkt im schweren Dasein, das wir nach Geboten, die über uns herrschen, zu führen haben. Weihnachten zeigt uns den Kern, das Wichtigste unseres Seins, das wir nicht um des Erwerbes willen von Gut und Geld erhielten und erhalten, das stets durchstriffen wird, um sich von der Wiege zum Grabe zu läutern, um die Ruhe des Herzens zu erreichen, die das Kind von Geburt an in sich trägt, die ihm die Härte des Lebenskampfes, der Streit der Meinungen rauben, die wieder erreicht zu haben des Alters höchster Gewinn und Sinn ist. Weihnachten ist das Fest der Kindlichkeit in uns. Seien wir aufrichtig: wir find und bleiben alle stets Kinder. Erfährt es nicht der Mann, das Wort wird sehr äußerlich oft als tiefer Gegensatz zum kindlichen Wesen gebraucht, als Gymnasiast, daß er trotz der „Sie"°Ansprache das gleiche Kind blieb, wie er es vordem war, als er noch von jedermann mit dem schönen Worte „Du" angesprochen wurde. Und wie kindlich rein ist der „reife" Mann im Zustand feiner ersten Liebe? Mit welcher lieber» raschung erkennt der junge Vater sich und sein Fühlen und Denken im eigenen Kinde wieder, dem er sich oft, solange er theoretisch sprach, bevor es !geboren und Mensch geworden war, überlegen ge- ühlt hatte: es ist die gleiche bitter süße Erfahrung, ie er an sich machte, als er als Fertigstudierter in den praktischen Beruf eintrat und entdeckte, daß er doch noch der gleiche ewig Unfertige sei, der stets gezwungen ist, das Lernen tmmmer wieder neu zu beginnen; dieses Jrnrnerwiebererkennen des angeborenen Kernes und Segen des Gemütes ist der Menschheit Schwierigkeit und Liebeswertigkeit. Groß und Klein fühlt um die Weihnachtszeit geheimnisvolles Herzgepoche in sich, es ist die uralte, ewige Sehnsucht der Menschheit nach Glück, Ruhe, Freude, Friede und Licht, nach engem Zusammenschluß in Liebe. Kinder waren wir, Kinder bleiben wir immer im tiefsten Grunde unseres Selbst. Wenn der Dust der Weihnachtstanne die Räume .inseres Heims geheimnisvoll durchstreicht, dann lächelt alt und jung, dann wird überall in Heimlichkeit gearbeitet und gewerkt; hoher Wellengang erroar- tungsvoller Freude, die Wonne, seinen lieben Räch- sten einige ihrer Wünsche erfüllen zu können, reinigt die Luft von Alltagskümmernissen; im ärmsten Hause wird gebacken und gespart, um das Fest mit allen möglichen Genüssen der Seele und des Magens begehen zu können. Allem diesem wohnt tiefe Bedeutung inne. Wie die große Weihnachtsscheuerei, das äußerliche Reinemachen, in diesen Tagen als würdige Vorbereitung empfunden wird, so durchstrahlt auch an diesen Tagen vor dem Fest das Geheimnis des Christkindes unser Sein. Wir lassen uns die Legende nicht rauben, daß das Christkind allabendlich vor den Fenstern flattert, daß es die Weihnachtszettel mit den Wünschen, die wir vors Fenster legten, abholt, daß es das Christkind und nicht das Geschäft ist, das unsere Wünsche erfüllt Wir leugnen, solange es geht, daß wir kaufen und bezahlen; das Wunder soll wirken und weben: als erstes und wichtigstes das, daß wir urplötzlich alle das Wunder wieder erleben wollen und können. Wir sind so in der Weihnachtszeit Selbstbeglücker und Selbstbelohnsr, aufschlußreicher als sonst, da wir ja auch nur allen Segen aus uns selbst, durch unser Handeln erreichen. Wenn uns der Jubel der Kinder umklingt, wenn wir ihre strahlenden Augen sehen, wenn uns die dankbaren Körperchen an der Brust liegen, wenn uns die Aermchen umhalsen und die Worte des Glücks gestammelt werden, dann weitet sich unsere Brust, wir sehen über Raum und Zeit die Schönheit des Lebens. Wir sehen und erleben unsere eigene, zeitlich und öffentlich vergangene Kindheit, wir sind bann völlig eins mit unseren Kindern, wie wir es immer wären und fein sollten, wenn wir nur mehr Zeit hätten, deren Freude wir als die weitergegebene Kraft unserer Jugend erleben, als vorhandene Reinheit in uns, die sich bloß in ihrem Ausdruck veränderte, die unseren Elfern die gleiche Dankbarkeit und Seligkeit entgegentrug, wie sie uns jetzt von unseren Kindern widerfährt, wie sie diesen von ihren .Kindern im rasch fließenden Zeitenlauf dargeoracht werden wird. Das größte Fest brs Menschenherzens ist Weihnachten, ein wahrhaftes Einssein aller Menschen, die guten Willens sind, und welcher Mensch, auch der aus Verirrung härteste, wollte nicht guten Willens sein, da dies doch die einzige Möglichkeit dauernder Seelenruhe ist? Man muß den Menschen nur dazu erziehen! Erziehen durch bas eigene Beispiel, burch eigenes unbekümmertes Gutsein, bas bem anberen Mut macht, auch aus sich herauszugehen. Dieses befreienbe Zueinanbersinben, bie Möglichkeit dazu zeigt uns die Stimmung des Weihnachtsfestes in unserem Hause. Erfüllt wird in der Heiligen Nacht das Fest, dem unsere geheimste Sehnsucht zustrebt, die deutsche Sehnsucht: Die Erde soll „vollkommen" sein! Dieses Wunder vermögen wir am Heiligen Abend zu erfüllen. In den Weihnachts- ftunben ruhen durch den einheitlichen Willen, durch die Gabe unserer gleichen Seelen,'wie auf höchsten Befehl, Kampf und Streit. Dem Germanen ist die weihevolle Nacht von jeher die Zeit der völligen Einigung gewesen, im Zeichen der gnadenspenden- den Nacht waren die deutschen Stämme, so verschieden sie sich auch sonst empfinden mögen, um die deutsche Vielfalt uns und anderen Menschen zu schenken, stets sichtbar ein einiges großes Volk. Wie in den Familien Friede und Eintracht am Weihnachtsabend herrschen, so soll auch in der Gesamtheit unseres Volkes, in allen Ständen und Schichten wenigstens an diesem Tage als bas Ziel unseres Wollens zwischen allen bie Liebe unb das gegenseitige Verstehen Brücken schlagen, als Wahrzeichen dafür, daß die Liebe die Möglichkeit gibt, daß sich ein Volk gegenseitig versteht, daß nur aus solcher nationaler unb sozialer Einigung, in ber sich jeber burchsetzt unb boch auf bie anberen, um sprünglich ein Fest ber Seelen ber Abgeschiebenen, bie in biefen Tagen zur Erbe, zum sichtbaren Leben nieberstiegen, bie uns in biefen Tagen stumm berebt mahnen, baß nichts Wertvolles stirbt, baß wir bie Sitten ber Väter erhalten, bewahren unb weiterführen müssen, baß sich im Leben alles wen- bet, wie bie Sonne auch in biefen kurzen unb kalten Tagen ber Selbsteinkehr sich roieber ber Erbe zuzuwenben beginnt, um ben neuen Frühling vor- zubereiten: Wintersonnenwenbe! Ein Fest ber Hoffnung ist bie Weihnachtszeit, in ber unser Glücksguell am fühlbarsten sprubelt, bie unversiegbare Quelle aufrechten Seins, aus ber unsere ehrwürbigen Volkslieder unb unsere nationalen Hoffnungen bie Gewißheit schöpfen, baß bie W'-wäO - M • V ' . WA । 2ZIZZZ tyZ 5 ()ocf) btI brr 23 W. )' 72)er av>r?'i 3YC^fyr ich, kö y /M f Javern ber Gesamtheit willen Rücksicht nimmt, bie so heiß ersehnte unb so brennenb nötige Einigung unb ba= mit ein wahrhaft menschliches Dasein ohne Haß und Egoismus erreichbar ist. Für die Christnacht unb bas Christfest büßen burch unseren Willen bie Versuchungen ber bunt- len Triebe, bie wir höllisch nennen, ihre entletzliche Macht ein, unsere Augen roenben sich ab von ihnen, sie sehen einerseits in das reiche Leden unseres Jchs, in bem sich bas ganze Chaos bes Daseins vorfinbet, wie burch einen magischen Hohlspiegel gesammelt, plötzlich georbnet und beherrscht vom Allerhöchsten, das der Einzelne und die Gesamtheit haben, vom erhebendsten und erhabensten Gefühl, der Gefühle der Göttlichkeit. Fast ungläubig tastet ber verwunderte Blick aus ber liefe ins Gegenwärtige zurück unb empor, er finbet in ber Glückstimmung ber Seinen bie Bestätigung: Ja, Liebe ist möglich, sie ist bas einzige Band, bas uns mit bem Himmel oerbinbet, wir finb fähig, uns über ben Alltag, über Haß unb Neib, über Gier und kurzsichtige Brutalität au erheben, wir müssen nicht ben teuflischen Sendboten unb ber Verzweiflung ausgeliefert sein, sie finb nur mächtig über uns, solange wir bie Siegerkraft bes einigen Geistes nicht in uns erkennen, ber über alles herrscht, bem nichts auf bie Dauer zu wiberstehen vermag, weil ber Geist unsterblich, allgegenwärtig unb allmächtig ist, ber Herr über ben Tob. Die bauernbe Hebesieg- lichkeit unseres innersten Wesens, unserer seelischen Kraft, bie wir ererbten, bie wir weitervererben unb weitervererben müssen, bannt bas Licht in ber Finsternis scheint. In ber Weihnachtsnacht finb wir, durch Erinnerungen verbunden, unseren teueren Toten näher als je, das uralte Julsest ber Oemanen war ur» Liebe als Ziel ber Sinn bes Kampfes ist. baß wir daher verpflichtet finb, ben Kampf zu führen, bis sich der Friebe ber heiligen Weihnachtszeit über alle Tage bes Jahres verbreitet, bis das Leben zum Dauerfefte geworben ist. Das Christfest ist ber Beweis, baß unsere Sehnsucht erfüllt werben kann, wenn wir wollen; es ist bes Christfestes erhabener Sinn, baß wir in seiner Feier erkennen: Das Ziel zu erreichen ist so schön, baß kein Opfer zu hoch ist! In seinem Mahnen für bas fommenbe neue Jahr liegt ber Weihnacht Wert, bie uns für wenige Stunben wahrhaft erlöst zeigt, bie uns treibt, bie Kreuzigung durch neueinsetzende Blindheit unb Blickenge auf bas geringste Maß zu beschränken, mit aller Kraft bafür zu sorgen, bah wir uns burch bie uns innewohnenbe Seelenkraft selbst erlösen unb zu gemeinsamer Arbeit einen. Der Lichterbaum hat sich aus heibnischen Zeiten auf uns vererbt, aus Zeiten, in benen auch bie Menschen auf ihre Art unb gemäß ihrer Entwicklungsstufe unb Weltbetrachtung bas Hohe über unb in ben Dingen suchten unb verehrten, nichts anberes tuen wir in ber Einheit alles Seins: Eins finb bie künstlichen Trennungen, bie nur bie verfchiebenen Wege bezeichnen, auf benen ber Mensch auswärts strebt unb abwärts irrt im suchenben Spiralengang seines Tastens nach bem Geburtstaae des (Enbqültigen, Hellen, sei es nun Himmel, Wissen, Freiheit, Macht unb Ehre, Nation ober Sonne unb Urkraft genannt, es ist ber Drang zum Lichte, ber sich in ben Flämmchen bes Weihnachtsbaumes unb in unseren Herzen entzünbet. Erlebt bie beutsche Weihnacht in aller Tiefe unb Wunberkraft, sie ist ein Besitz, ben uns niemanb rauben kann! Deutsche Weihnachten. Don Lic. Dr. Phil. Heinrich Adolph, a. o. Professor der Theologie an der Landes« Universität Gießen. Unb das Wort warb Fleisch ... In biesem Jo- hanneswort brückt sich ber Glaube ber Christenheit aus, baß in Christus ber Weltsinn, ber ewige Grund aller Dinge sichtbar geworden unb in bie Geschichte eingegangen sei. Das Leben ist von grauenhafter Tiefe. Abgründe klaffen auf, bämo* nische Mächte brauen im Urgeschoß des Seins, Süchte schießen hoch, unb in menschlichen Herzen lobern Leibenschaften, Gier unb böser Wille. Wohl strahlt auch bie Sonne bes Genies, wohl gebiert die Kraft bes Blutes Helbentat unb hohen Sinn, wohl keimt aus mütterlichem Herzen Liebe unb Geduld. Aber so sehr Gedanken ber Weisen bieje Erbe erhellen, so sehr bohrenber Fleiß unb schürfende Denkkraft bie Mächte ber Natur zu bänbigen scheinen, so sehr Träume ber Dichter aufschießen ins Dunkel ber Nacht unb bie Finsternis magisch erhellen: ber Ranb unseres Daseins bleibt in Schatten gehüllt. Unsere Existenz ruht auf einem zweifelhaften Grunbe. Wir finb vom Nichts umdroht, und aus den Hintergründen bes Daseins gähnt uns das Schweigen der Jahrmillionen an. In dieser durch und durch doppelsinnigen Welt, in der Sinn unb Unsinn seltsam vermischt finb, jebe Gestaltung schon bei ihrer Geburt von ber Vergänglichkeit angenagt wirb unb der Tob als Herrscher ben letzten Machtspruch spricht: in bieser frag« roürbigen, schöpferischen, helbischen, bämonisch burch- witterten unb graboerfallenen Welt gibt es für bie Christenheit nur eine Gewißheit: das Wort ward Fleisch. In Christus bricht ber göttliche Urfinn ber Wirklichkeit burch unb gewinnt Gestalt, in ihm offenbart sich bie Grundvernunft aller Dinge, in ihm leuchtet ein breiter Flammenstreifen aus ber Ewigkeit erlösend herein. Alles andere ist unzulänglich. Alles Denken der Weifen strandet an der Unendlichkeit ber Welt, alles erhellenbe Sinnen ber Dichter durchbringt nicht bie schicksalsschwarze Nacht, aller heroische Aufschwung erreicht nicht bas unbebingte Ziel: in Christus ist Halt, fester Boden, unbedingte Sicherheit. In ihm enthüllt sich das Göttliche selbst in seiner Weisheit unb roirfenben Liebesgewalt. Wir tun einen Blick in das Herz ber Welt. Unb alles, was Weise erdacht, Dichter erschaut, Liebende ersonnen und Kämpfer vollbracht, schließt sich zusammen unb runbet sich in ber Kerngestalt der Weltgeschichte, in ber Kraftmitte bes menschgewordenen Wortes, in ber Fülle bes Chri- ftus. Das Wort warb Fleisch. Gewiß in Knechtsgestalt, gewiß in Ohnmacht, gewiß in ber ganzen zeitgeschichtlichen Bebingtheit bes Lebens Jesu von Nazareth. Aber wenn alles schwankt unb unsicher wirb: biete Gestalt bleibt wie ein Block, ber nicht wankt, wie ein Fels, der nicht splittert, wie Basalt, Hochgetrieben aus bem Urgrunb ... Es war eine ungeheuere Stunbe, als Christus geboren wurde: We Zeit war erfüllt, die Tiefe gebar, Gott selber sprach: das Wort warb Fleisch . . Auch wir Deutsche haben in biesem Jahr das Wunder einer unerhörten Sinn-Verwirklichung erlebt. Wir haben erfahren, wie sich die Geburt unseres Volkes vollzog, und aus dem Chaos wie mit Zauberschlag die Gestalt unserer Nation hervorsprang. Es war, als habe sich der Schöp- fungsgrund selber geregt, als seien die lang verschütteten Kräfte ber Tiefe enblich wie mit vulkanischer Gewalt burchgebrochen. als habe bie Sehnsucht von Jahrtausenden Erfüllung gefunben. Das war ja das Verhängnis, das über unserer Geschichte ftanb: bas beutsche Volk konnte bie Sinn- form seines Seins nicht finben. Es war grob im Geist, trieb Machtpolitik und meisterte die Wirtschaft, aber es fanb nicht ben Weg zu sich s e l b st. Bruder ftanb gegen ©ruber,' im blassen Raum ber Theorien würbe viel erwogen, aber es kam nicht zu blutvoller völkischer Gestaltung. Deutsches Leben quälte sich in fremden Formen. Es zappelte in ben Matchen ber westlichen Demokratie, die ihm nicht gemäß war. es lag in mißratener Ungestalt. So sehr sich bie Besten mühten unb rangen, so wohlmeinenb taufenb Pläne waren: es kam nicht zur Volkwerbung, es wuchs keine lebenbiqe Nation. Bis bann bas Wunder geschah, bis ber Kristallisationsprozeß gelang, unb nun als herrliches Gebilbe vor uns steht, was wir kaum nach geglaubt: deutsches Volk. Wohl mag ber Schöpiungsakt schmerzvoll gewesen sein, wohl mag bie Glut nicht alle Schlacken ausgebrannt haben unb mancher Ueberreft bes Alten in peinvoller Starrheit stehn. Unb doch: bas Werk ist gelungen. Deutschland ist da. über Klassenhaß und Parteienhader hinweg wölbt sich groß unb leuchtend diebeutsche N a - t i o n. Sie ist zu sich nach Hause gekommen. Das Wort ber Schöpfung, bas zu ihr gesprochen war, hat Gestalt gewonnen Zeit ist erfüllt, Geburt ist vollbracht. Sinn ist verleiblicht, Wort ward Fleisch. So können wir deutsche Weihnachten feiern wie nie zuvor. Und wir wollen es tun aus überqueUenbem Herzen. Wir wollen hinabsteigen in bie Wurzelgründe ber Deutfd)beit, aus benen heraus sich das' Wunder der Geburt vollzog. Wir wollen Anschluß suchen bei ben Kräften bes Ursprungs, bie in unserem Blute wirken, unseren Geist durchtränken unb unser Schicksal weben. Und ge- rabe an Weihnachten, bem beutschen Fest, finden wir uns zurück. Die Zeichen der Vorzeit werben 1 Der Weg zum gesunden Bauerntum Li» mittclbäucrlichcBclriebtzform nimmt,u -1®'r'l,n- 22- D-» Sn einer amlii^en Derosfentlichung des Reichsnährstandes weist Hermann Rasch darauf hin. daß nach den Eraebn'ssen der Volks- und Berufszählung am 16. Juni 1933 bie Reichsregierung sich mit ihrer Bauernpolitik aus ö*m r*£?.lf9r wollen deutsche Weihnachten feiern .. Wir sind Deutschland verhaftet Aber wir wissen: e, ist nicht allein in ber Welt. Deutschland ruht als Kind im Schoße der Menschheit und der tragenden Natur. Es ist für uns das Herzstück der Schöpfung, und aus feinem Boden wachst uns Kraft zu. Wir könnten nirgendwo anders leben. Aber neben Deutschland stehen andere Völker: Polen unb Russen, Chinesen und Neger. Sie sinb nicht von unserer Art. Aber auch sie werben dauern. Deutschland ist für uns Vater- und Mutterland, heiliges Land. Aber die Schöpf un g I st größer. Es gab Menschen in eisgrauer Vorzeit, unb ei wird Geschlechter geben In nebelferner Zukunft. Vielleicht ist diese ganze Erde nur ein Staubkorn in einem beseelten All. Auch über unserem Volke steht ein h stieres Gesetz, ein schicksalhaftes Walten, ein göttlicher Plan. Und es fragt sich, ob mir die Sinn- Verwirklichung unseres nationalen Seins, die mir in diesem Jahre begehen, für uns allein haben roo,ren ober ob mir sie in Zufammenklang bringen wollen mit dem machtvollen Geschehen in der Welt Gottes, ob mir uns mit ber neuen Ordnung der Nation auf un» selbst gründen oder uns einfügen mollen In die ewige Ordnung des Schöpfers, ob mir herrisch ein eigenes Schicksal fordern ober uns mit unserem Volke hineinstellen in den göttlichen Dienst. Grenzen wir uns ab im eigenen Raum, dann sind wir in Gefahr, bloßer Teil zu werden, zu erstarren und nicht mitzuschmlngen unb mitzufluten Im Gan- zen. Wo aber fassen mir bleses Ganze? Wo ist ber Sinn, ber alles trögt, formt unb feinem Ziele ent- gegentreibt? Für bie Christenheit bricht er hinburch in Christus, bem fleischgeworbenen Wort, in hem dos Göttliche auf Erden Gestalt gewinnt, von besten Fülle die Völker leben. Unb bas Wort ward Fleisch. So geht die Enticheidung heute barum: können wir bie beutsche Vvlkwerbung in Verbindung bringen mit ber Fleischwerdung des ewigen Wortes? Können wir bie Weltstunbe, bie uns in biefem Jahre schlug, zusammenkling en lassen mit jenem Wort: als bie Zeit erfüllet mar? ... Mischt sich uns In da» Leuchten bes Flammenstoßes ein Schimmer bes Sterns von Bethlehem? Es ist kein Zrnei- fei: über ein Jahrtausend lang haben unfere Väter bie Verschmelzung von Deutschtum unb Christentum vollzogen bie mit bem Verstände Dir*?itf)t überhaupt nicht zu durchdringen ist, bie mir aber als geschichtliche Tatsache einfach feststellen müssen. Deutscher Geist nahm bas göttliche Wort willig in ouf. beutsche» Seelentum vermählte sich mit ben Straften bes Evangeliums. Unb aus biefem Bunbe erblühte ein Leben von unsagbarer Zartheit unb Innigkeit. Davon zeugt unser beutsches Weihnachten. Und Jahr um Jahr, wenn es wi-herkehrt. soll-en wir: mir können uns von biefem Erbe n-cht lören. Wir können den Zwieklang nicht brechen. In h-efem b-utschen Schickfalsjahr weniger als je. Unb mit vf-roalt bränqt sich auf untere Lippe bas Wort: Ehre fei Gott in ber Höhe ... Simons Besuch in Paris. Krankreich scheut eine Duette Verständigung mit Deutschland und beharrt auf internationalen Berhand ungen. — Gegen eine grundsähnche Reform des Völkerbundes Paris. 22. De,}. (IU.) Außenminister Simon erschien in Begleitung des britischen Botschafters Lord Tyrrell und des ersten Sekretärs der Bot- schäft am Freitagvormittag im Quai d'Orsay zum Empfang bei Paul-Boncour. Die Diplomat! fchen Besprechungen wurden sofort aufgenom- men. Später erschien auch Ministerpräsident Chau- t e m p » , ber Generalsekretär des Quai d'Orsay. Alexis finger unb der Direktor der politischen Abteilung M a f f i g l1. Mittags wurden die Unterhandlungen durch ein Frühstück unterbro- chen. an dem außer 'Paul - Boncour auch der Innenminister Sarraut, der Luftfahrtmini, fier Pierre C o t unb ber Generalsekretär bes Väl- I ferbunbes, AvenoI. teilnahmen Kriegsminister D a I a b i e r war nicht erschienen. Die Besprechungen würben nach bem Frühstück wieder ausgenommen. Uebcr den Meinungsaustausch wurde folgendes offizielle dommuniqut veröffentlicht: „Sir John Simon, der nach Capri reist, um dort die weihnachlstage zu verbringen, hat feinen Aufenthalt in Paris dazu benutzt, dem Ministerpräsidenten und bem 21 ufjen- Minister einen Besuch abzu st allen, mit denen er in Gesellschaft verschiedener Mitglieder de, französischen Kabinett» gefrühstückt hat. Die englischen und französischen Minister haben einen eingehenden freundschaftlichen Meinungsaustausch über die aktuellen internationalen Aragen gepflogen. Sie haben insbesondere die Bet- ständigunsaussichten im Hinblick auf die Wiederaufnahme der Arbeiten derAbrüstungskonseren; geprüft und anerkannt, daß es von Wichtigkeit wäre, b i e Autorilätbesvolkerbundesintakt zu halten." In einem Bericht ber Agentur Havas wirb erklärt, bah erst nach ber Rückkehr Sir John Simons nach Lonbon die englische Regieruna ihre Stellungnahme gegenüber der verschiedenen schwebenden internationalen Probleme, namentlich hinsichtlich der Frage einer deutschen Aufrüstung, fest- legen könne. Man habe also nicht damit rechnen können, daß gestern wirkliche Entscheidungen getroffen wurden: immerhin habe die Aussprache eine vertiefte Prüfung des politischen Materials erlaubt. Die Aussprache habe in einer herzlichen Atmosvhäre stattgefunden, unb es sei ein offenkundiges 23 e rständnis Englands für d i e französischen Einsichten festzustellen. Hervorzuheben sei eine Uebereinftimmung der englischen und französischen Ansichten hinsichtlich de» Völkerbundes. Die englische Regie- runa stehe dankenswerterweise auf dem Stand- Suntt, daß die ins Auge gefaßten Reformen nicht ie Grundlagen der Genfer Jnstitu- tion ändern dürften. Dieser Gedanke der Wahrung des Völkerbundes sei das Rüstzeug der französischen Außenpolitik. Um zu vermeiden, daß das völkerbundsstatut und der Sellogg-Pakl geschwächt würden, habe Paul-Boncour, übrigens stark gestützt durch die Beratung des Auswärtigen Ausschusses der Kammer, erklärt, daß die deutsche Anregung eines aus zehn Jahre beschränkten 7! i ch t a n g r i f f s p a k t s für ihn nicht tragbar sei. Paul-Boncour habe seine Opposition gegen eine Aufrü- ftung Deutschland» kundgetan. Die Ziele ber Abrüstungskonferenz seien durch den Versailler Vertrag selbst festgelegt worden: sie habe die Herabsetzung und Beschränkung der Weltrüstungen ;um Gegen- stand. Cs könne also nicht davon die Rede sein, zu einer erlaubten Erhöhung ber militärischen Streitkräfte einer abgerüsteten Ration ju gelangen. Ebenso werde es nicht möglich sein, diese» Problem innerhalb eines beschränkten Ausschußes zu regeln außerhalb des qualifizier- len internationalen Organismus. Die Abrüstungskonferenz fei im Grunde genommen nureinerweiterterDölkerbunds- au » schuß. Diese Achtung des Vorrechts der Genfer Institution leite auch die französische Regierung In der S a a r f r a g c. Frankreich stehe auf dem Standpunkt, daß bas Saargebiet ein internationales Gebiet sei unb ber * Verwaltung des Völkerbundes unterstehe und bah es mithin nicht vonFrankreichund Deutschtanb abhänge, über dieses Gebiet zu verfügen. Rach Ansicht der französischen Regierung müße jede internationale Regelung In Genf herbeigeführt werben. Diese Stellung Jel In sich geschloßen unb logisch. E» scheine, daß Sir John Simon stark daburch beeinbruckt worben sei. Da» englische Reuterbüro meldet über die Panier Besprechungen, das „greifbare Ergebnis" [ei gewesen, daß Großbritannien und Frankreich über bie Notwendigkeit des Bestandes des Völkerbundes einer Meinung feien. Simon habe sich mit der französischen Politik in folgenden zwei Punkten einoer standen erklärt: 1. Die wesentlichen Grundsätze des Völkerbundes mußten aufrechterhalten werden: 2. ber Völkerbund fei das E n d z i e I. zu dem die jetziaen diplomatischen Verhandlungen hinführen müßten. In der Darstellung des Reuterkorrespondenten heißt es weiter, bedeutsam fei ber Widerstand gegen den italienische Gedanken einer öurajgrcifeno.n Reform des Völkerbundes und die Anerkennung der „Tatsache", daß zwischen Frankreich und Deutschland in direkten Verhandlungen nidjts enbgültig geregelt werben tonne, da das Abrüstungsproblem unb die Saar« frage Angelegenheiten seien, bie die Mitglieder des Völkerbundes inihrerGefamtheit angingen. Ehautemps und Paul-Boncour hätten dem briti'chen Minister auseinanbergefeßt, daß nach ihrer Ansicht unter keinen Umstanden eine Aufrüstung ober eine Abrüstung ohneentsprechenbe S I • cherheiten erfolgen bürfe. Sir John Simon habe sich im wesentlichen auf bie Rolle de. Zu- Hörer» beschränkt. paul=5oncour kehrt zum Senser Verfahren zurück. Oie Par fer Presse kündigt Ablehnung direkter Verhandlungen an. Wie weit hat Simon sich sestgeieg«? Berlin, 23. Dez. (CNB. Funkspruch.) Die gestrige Aussprache zwischen dem englischen Außen- minister und ben franzö,ischen Äabinettsmitgliebern hat für bie Entwickelung ber Abrüstungsfrage zweifellos eine ähnlich: Bedeutung gehabt wie die Zusammenkunft, die vor drei Monaten am gleichen Ort zwischen Sit John Simon und den Mitgliedern des damaligen Kabinetts Daladier stattgefunden hat. In beiden Fällen hatte Simon die Absicht, die französische Regierung für eine maßvolle und alle Einigungsmöglichkeiten o f • äen haltende Politik zu gewinnen. Es stellte ich aber im Laufe des Septembers unb Oktobers icraus, baß er im Gegenteil für ben französischen (Bebanfen einer achtjährigen Probezeit gewonnen worben war. lieber Das gestrige Ergebnis kann im Augenblick nur mit Sicherheit gesagt werben, baß bie Haltung, die Frankreich jetzt in der Abrüstungsfrage einnimmt, durch den englischen Außenminister i n keinem wesentlichen Punkte beeinflußt worben ist. Die Rücksicht auf bie angekündigten Besuche Simons in Rom und Berlin verbietet es ben Teilnehmern ber gestrigen Aussprache, in ber Oeffentlichkeit von festen Vereinbarungen zu sprechen. Immerhin bebeutet bie Betonung ber Autorität bes Dölkerdunbes in bem offiziellen Kommunique mehr als eine Verfahrensfrage. Sie bebeutet auch nach Meinung ber englischen unb französischen Blätter eine Anerkennung ber französischen Haltung, wonach nur in Genf unter Beteiligung aller Bunbesmitgliebcr, b. h. unter maßgeblicher Mitwirkung ber Berbünbeten Frankreichs, Beschlüsse über bie Abrüstung gefaßt werben können. * Paul-Boncour scheint bie Zustimmung Englanbszu biefer Politik baburch herbeigeführt zu haben, baß er wieber einmal mit einem selb- ftänbigen Vorgehen innerhalb des Völkerbundes drohte, wodurch England vor die Notwendigkeit einer Option zwischen Deutschland und Frankreich gestellt worben wäre. Es bleibt abzuwarten, wie sich bie a n • beren englischen Äabinettsmltglie» ber, bie in letzter Zeit eine sehrselbstänbige Linie in ber Abrüstungsfrage verfolgt haben, bie offenbar von Simon gemachten Zugestänbnisse an Frankreich aufnehmen werben. Pariser Presseecho. Paris, 23. Dez. (WTB -Funkspruch.) „Motin- behauptet, es habe ben Anschein, bah 6ir ^oon Simon die Stellungnahme Frankreichs vollkommen oerftanben habe. Er habe feinem Ber- hanölungspartner in sehr beruhigender Art geantwortet. „Journal" zeigt eine gerade Skepsis und schreibt u. a.: Die Engländer hätten direkte Verhandlungen empfoh» I e n. Paul-Boncours Hauptarbeit dürfte mbeffen gewesen fein, den Engländern klar zu machen, wie bedenklich Deutschlands Haltung in der Abrüstung»- frage fei. „Petit Parisien" glaube von einer sehr bedeutsamen Annäherung der französischen und englischen Auffassung sprechen zu können. In dem Kommunique würde kaum so klar auf eine Rückkehr nach Genf angefpielt werden, wenn ber englische Außenminister jetzt die Beibehaltung der militärähnlichen deutschen Verbcknde, eine mangel» ijafte Kontrolle und einen Nichtangriffspakt, der die englisch-italienische Garantie von Locarno sowie die entmihtarifierte Zone beseitigen würde, als für Frankreich annehmbares Sicherheitselement anfehen würde. Im „Echo de Paris" stellt Pertina^ fest, die französische Regierung fei jetzt allem Anschein nach entschlossen, die Angebote ab zulehnen, bie Hitler dem französischen Botschafter gemacht habe. Chautemps und Paul-Boncour seien wieder zum Genfer Verfahren zurückgekehrt. Sir John Simon habe gegenüber diesen französischen Hauptideen keine ganze deutliche 21uffaiftmg entwickelt. Es fei überhaupt unmöglich, bie englische Politik zu befinieren. Sie bestehe nur In einem „schmiegsamen Opportunismus". Sir John Simon empfehle Frankreich direkte Verhandlungen mit Deutschland und erkläre, daß eine Regelung, gleichviel wie teuer oder wie günstig sie zustande komme, besser fei al» ber Bruch. Wenn Frankreich nach Genf zurückgehe, würde Sir John Simon ihm folgen, schon weil er verhindern möchte, daß Frankreich dort irgendwelche Fenster, scheiben einschlägt. Da» englische Kabinett könne es sich nicht leisten, bie Genfer Jbeale all zu offen preiszugeben. Denn immerhin seien biese Ideale noch stark genug, um eines Tages bei Wahlkämpfen ber englischen Regierung einen bösen Streich zu spielen. Die Wahrheit über das Eaargebiet. Eine Denkschrift der Deulschen Front an «en Völkerbund tlagt die Regierung«- kommission dauernder schwerer Uebergriffe und «inseitiger Beeinflussung an. Saarbrücken, 22. Dez. Die 19 Ab. georbneten, bie im Canbesrat in ber Deutschen Front zusammengeschlossen sinb, haben an den Bölferbunosrat eine Denkschrift gerichtet, die ein eindrucksvolles Bild von den gegenwärtigen Verhältnissen im deutschen Saargebiet entrollt. Die Denkschrift betont, daß die Regierungskommission versuche, durch unmittelbare Eingriffe den Gang der Ereignisse zu beeinflussen, indem sie gegen die Beoölterungstetle, die sich zur Reichsregierung bekennen, SteUung nehme und den gegnerischen Teil begünstige. Die ständige Aufreizung und Herausforderung des überwieaenoen Teiles der Saarbevölkerung durch die marristifche Presse scheine die Regierungskommission geflissentlich zu übersehen. Der Präsident verbiete ausnahmslos jede nationalsozialistische Kundgebung. Dem weitaus größten Teil der Saarbeoölferung mache er auf diese Weise jede politische Meinungsäußerung unmög- I i ch, während sich die Sozialdemokraten ungehinderter Redefteiheit erfreuten. Seine Urteilsbildung pflege der Präsident in weitem Maße auf Mitteilung aus sozialdemokratischen und kommunistischen Kreisen zu stützen. Die politische Betätigung deutscher (Emigranten im Saargebiet arte I unter Duldung unb Förderung des Präsidenten zu einem Mißbrauch des Asylrechts aus. Nicht nur dürften sie in der ihnen zugänglichen saarländischen Presse ungehindert Angriffe gegen öle Reichsregierung richten, der Präsident gehe so weit, ihnen Posten in der zu seinem Resiort» aehorigen Verwaltung mit Aufgaben de» politischen U e b e r w a ch u n g » - und Geheim» dienste» zu übertragen. Der Präsident zeige sich auch französischen Einflüssen in einem Maye gefügig, das ihn zu schweren Verstoßen gegen ole Pflichten feines Amte» verleitet. Die Denkschrift geht bann barauf ein, baß aus bem Ressort be» Präsidenten Knor allein in der Zeit vom 8. bi» 28. November nicht weniger als sieben Verordnungen ergangen sind, gegen die In aller Form Einspruch beim Bölferbunbsrat eingelegt wird. Es liege auf ber Hanb, baß bei einer solchen Verwaltung»- unb Verordnungstätigkeit ber Regierungskommifsion unb ihre» Präsidenten Spannungen und Beunruhigung in die Bevölkerung hineingetragen werden. Verschärft werde die Lage durch gewisse Aeußerungen de» Präsidenten über die Frage der Hereinrufung militärischer Kräfte in» Saargebiet. E» fet ein unmöglicher Gedanke, eine Bölferbunbsr/gie» rung könne auch nur erwägen, bie Volksabstimmung unter ben Bajonetten einer in» tereffierten Macht ftattfinben zu lasten. Mit ernster Sorge, so schließt bie Denkschrift, wenden wir uns an ben Völkerbunb, um feine Aufmerksamkeit auf biese Zustänbe unb bie Verwaltunqsmetho- ben bes Präsibenten ber Regierungskommission hin- zulenken, bie weber ben Interessen be» Saargebietes noch bem Ansehen ber BöHerbunbsregierung dienen können. bie B-kämpsung der Arbeitslosigkeit einzugreifen. Vtr Reichsstand erwartet auch von sämtlichen Honbwerker. Organisationen, daß sie «inen Teil ihrer angesammelten Vermögen der Treubau für mündelsichere Hypotheken auf Neu- bnujen anoertraut. die Treubau garantiert den Zinsendienst. Bei genügender Aufklärung dürfte sehr bald auch Prtvatkapital den Weg zur Treu- bau suchen. Oie Biubat an Horst Westet noch einmal vor Gericht l®*rJl(ry S* Dez. (WTB.) Der Prozeß wegen vmterluttgen Ermordung be» naiionalfoualifti- chen Vorkämpfer» Horst Wessel wird in nach. Her Zelt noch einmal vor dem Landgericht Berlin aulgerollt werden. Der 31 Jahre alte Peter Stoll aitf kürzlich in völlig betrunkenem Zustande einen ---reit mit feiner Frau, der stch schließlich ^uch unter großem L-rm auf der Straße fnrt’efile. XHl Oiejer Gelegenheit rief Frau Stoll in Zeugengegenwart ihrem Manne zu, er wolle es wohl m i t ihr genau fo machen wie damals mit Had st Wessel. Durch die daraufhin sofort eingeleiteten Ermittlungen wurde auch ein zweiter Mit» täter, der 26 Jahre alle Sally E p st e i n, oerhas- tet. Stoll und Epstein hatten in der Hauptsache die umgäbe, den fünf kommunistischen Verbrechern, die Horst Desfel in seinem möblierten Zimmer über- siklen. den Fluchtweg freizuhalten. Gegen beide wird die Staatsanwaltschat die Anklage wegen gemeinschaftlichen Totschlages erheben. Gechs Monate Gefängnis für ßirffiefer ^Bochum, 22. Dey (WTB.) Die hiesige Große erra'tammer verurteilte den früheren preußischen Wohsiahrtsminister Hirlsieser dem Antrag de» Staatsanwalts entsprechend wegen einfacher Bestechung zur Höchststrafe von sechs Mo- unten Gefängnis. Ihm wurde für die Dauer JS! drei Jahren die Befähigung abgesprochen, ein ottentllche» Amt zu bekleiden. Luch wurden 900 uRarf aus feiner »estechungssache dem Staate für verfallen erklärt Der Angeklagte Mock würbe wegen handelsrechtlicher Untreue z u zwei Monaten Gefängnis unb 1000 Mark (9 e I b ft r a f e, ber Angeklagte Bergmann wegen Beihilfe bazu zu einem Monat ® e f ä n g» n i s unb 500 Mark Geldstrafe, ber Angeklagte Decker wegen Beihilfe zu einem Monat Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe verurteilt. Bolivien beschuldigt Paraguay tes Bruches des Waffenstillstandes. Genf. 22. Dez. (WTB) Der Vertreter Bolivien» beim Völkerbund hat dem Generalsekretär de» Völkerbundes davon Kenntnis gegeben, daß trotz des abgefchlostenen Waffenstillstände» d i e paraguayanischen Truppen im Gran Chaco weiter oorrückten und damit Para- guay den Waffe n still ft and gebrochen habe. Der bolivianische Vertreter legte beim Völkerbundsrat Protest ein. da die gefloßenen Vereinbarungen nicht eingehalten worben feien. Baraguap habe, so wird von bolivianischer Seite erklärt, durch den Abschluß des Waffenstillstandes lediglich der Dölkerbundskommission und der panamerikanischen Konferenz eine Falle stellen wollen. Voreinem deutsch-französischen Wirtschaftskrieg. Pariser Presseftimmca zum Abbruch der Verhandlungen. Paris, 22. Dez. (WTB.) Zu den deutsch-französischen Handelsvertragsverhanolungen ertlärt Ha- v a s, daß Frankreich vom 1. Januar 1934 ab nunmehr in der Lage sein werde, dasdeutscheEin- fuhrkontingent automatisch um 75 d. S). herabzusetzen, ohne sich allerdings deutschen Gegenmaßnahmen widersetzen zu können. Außerdem werde französischerseits die Einführung des Ausgleichzuschlagszolles für den Fall ins Auge gefaßt, daß das deutsche System der Scrips aufrecht erhalten werde. — JournseIn- dustrielle spricht von einem traurigen Erfolg der Handelsvertragsverhandlungen. Dieser Ausgang sei wenigermutigend für die Ent- Wicklung der neuen Politik, die man durch den Zusatzvertrag vom Dezember 1932 mit der Abänderung .des Kontmgentierungsregimes eingeleitet hatte. — Oeuvre schreibt, man müsse damit rechnen, daß Deutschland vom 1. Januar 1934 an Kontingent tierungsbestimmungen bezüglich französischer Woll- und Baumwollstoffe und bezüglich französischer Weine usw. erlassen werde. — Ein Wirtschaftskrieg zwischen Deutschland und Frankre ch würde für beide Länder unheilvolle Ergeb- nisse haben, und er würde in gleicher Weise den gegenwärtigen diplomatischen Verhandlungen zwischen beiden Ländern Schaden zufügen. Emigungzwischen^sankrelchundttSA. über die A1koho!ein uhr. W a s h i n g t o n , 22. Dez. (TU.) Zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten ist am Donnerstag ein Abkommen über die Alkoholeinfuhr und die Zolltariffrage erzielt worden, nachdem von Amerika zunächst eine Sperre für französische Weine verfügt worden war. Nach diesem Abkoin- mcn wird Frankreich eine sofortige Erhöhung der Alkoholausfuhr nach den Vereinigten Staaten zugestanden, Frankreich verpflichtet sich seinerseits, größere Mengen ameri- konischer Früchte einzuführen und zwar soll Frankreich bis zum 31. März 1934 insgesamt 20 000 Tonnen Aepfel und Birnen übernehmen. Es ist nicht bekanntgegeben worden, wie groß die Frankreich zugestsndene Alkoholmenge für die Einfuhr fein wird. Amerika ralisizierl das Siiberablomuieu. Hoffnung aus Hebung der Ausfuhr nach SilberwuhrungSländern. Washington, 22. Dez. (TU.) Präsident Roosevelt hat das Londoner Silberabkommen ratifiziert. Senator Pittman, der seit langem die Wiederauswertung von Silber anempfohlen hatte, erklärte dazu, diese Maßnahme Roosevelts werde zu einer ungeheuren Zunahme im amerikanischen Ausfuhrhandel führen und eine Stabilisierung des SÜberpreises in der ganzen Welt zum Kurse von 64,5 Cents je Unze bewirken. Das nunmehr vom Präsidenten Roosevelt ratifizierte Silberabkommen war auf der Londoner Weltwirtschaftskonferenz von fünf der wichtigsten silbererzeugenden Ländern der Welt, nämlich Kanada, Mexiko, Vereinigten Staaten, Australien und Peru, und drei der wichtigsten Länder mit Silberwährung, nämlich Indien, Spanien und Chile, abgeschlossen worden und bezweckte, die Schwankungen im Silberpreis zu mäßigen. Die Gültigkeit des Abkommens war von der Ratifizierung durch die beteiligten Regierungen abhängig gemacht worden. Die Regierung von Indien hatte das Abkommen bereits ratifiziert. Das Abkommen besagt im einzelnen, daß die Regierung von Indien gewisse Einschränkungen für den Verkauf von Silber treffen werde. Die Vereinigten Staaten und die anderen Staaten verpflichten sich, im Laufe von vier Jahren kein Silber zu verkaufen und 35 Millionen Feinunzen in Bergwerken erzeuaten Silbers jährlich anzukaufen oder in anderer Weise vom Markt zurück- zuziehen. Der Anteil der einzelnen Länder an diesem Betrage soll durch eine Vereinbarung zwischen den Regierungen festgesetzt werden. Insgesamt sollen von USA. 24 412 000 Unz Silber angekautt werden. Von dieser Summe s etwa die Hälfte als Silbergeld au geprägt, die andere Hälfte zunächst aufbewah werden. Sollte die in Aussicht genommene Prägung in vollem Umfange durchgesührt werden, dann würden 13 900 000 Silberdollar in Umlauf gesetzt werden. In Finanzkreisen ist man der Ansicht, daß dem Entschluß der Regierung politische Momente zugrunde liegen. In einer Proklamation erklärt Roosevelt, er finde es angemessen, mit den anderen Regierungen zusammenzuwirken und dabei zu helfen, die internationalen Preise zu erhöhen und zu stabilisieren, um die Kaufkraft der Einwohner von Ländern mit Silberwährung zu stärken, sowie den amerikanischen Außenhandel gegen nachteilige Wirkungen der Wertverminderung ausländischer Währungen zu schützen. Nachdem Indien das Silberabkommen ratifiziert habe, habe er sich entschlossen, das gleiche zu tun. Er hoffe, daß die anderen Länder bald folgen würden, denn tatsächlich habe die Welt ja seit langer Zeit Gold und Silber als Wäh- rungsqründlagen für den internationalen Verkehr behandelt, wenn auch in der Theorie der sogenannte Goldstandard als allein maßgebend bezeichnet worden sei. Rom der Miler zwischen Orient und Okzident Eine Ansprache Mussolinis an asiatische Studenten. Rom, 22. Dez. (WTB.) In Anwesenheit des Ministerpräsidenten wurde auf dem Kapitol ein Kongreß asiatischer Studenten eröffnet, an dem 600 Vertreter orientalischer Nationen teilnehmen. Mussolini erklärte in einer Ansprache u. a., die Art der Zivilisation, die Asien nur als einen Markt für europäische Erzeugnisse und als eine Rohstoffquelle ansehe, müsse überwunden werden. Sie habe, auf dem Kapitalismus und dem Liberalismus begründet, die Welt erobert, aber ihr Zusammenbruch mache sich jetzt auf allen Kontinenten bemerkbar. Alle Erdteile seien an einer Gegenwirkung gegen die Entartungen des Kapitalismus und des Liberalismus interessiert, einer Gegenwirkung, die in dem revolutionären Glauben des italienischen Faschismus ihren Ausdruck finde, der sich g e g e n d i e Seelenlosigkeit und den Jdealmangel dieser Zivilisation erhoben habe. Mit der faschistischen Wiedergeburt, die vor allem eine geistige Wiedergeburt fei, bereiteten Rom und das Mittelmeer sich vor, ihr Einigungsamt zwischen Orient und Okzident, das sie schon vor zwei Jahrtausenden aus- oeübt hätten, wieder zu übernehmen. „Deshalb", sagte Mussolini, „hat dos neue Italien Euch nach Rom gerufen. Zweimal schon haben Rom und der Orient in gemeinsamer Arbeit die Zivilisation gerettet, als sie von tödlichen Krisen bedroht war. Heute sind wir wieder in die Krise eines ganzen Systems von Einrichtungen und Gedanken hineingeraten. Wir Faschisten schöpfen aus der Erinnerung die Hoffnung, daß wir die gemein- fame tausendjährige Tradition unserer Zusammenarbeit wieder aufnehmen können." Der Rede Mussolinis folgte eine eindrucksvolle Kundgebung für den Regierungschef. Ein persischer und ein arabischer Student sowie eine indische Studentin bekundeten ihren Dank dafür, daß der führende Mann einer großen europäischen Nation seine Sympathie für die Völker des Orients so klar zum Ausdruck gebracht habe. Oie Eingliederung der evangelischen Zugendverbände in die HZ. Berlin, 22. Dez. (CNB.) Die Pressestelle des Reichsjugendführers teilt mit: Arn heutigen Tage trafen sich der Reichsbischof Ludwig Müller und der Reichsjutzend- f ü h r er in dem Gebäude der Reichsjugendführung. Der Reichsjugendführer und der Reichsbischof drückten noch einmal ihr gegenseitiges Vertrauen aus. Die durch das Abkommen zwischen dem Reichsbischof und dem Reichsjugendführer endlich erfolgte Eingliederung der evangelischen Verbände wurde bei der gesamten Berliner Jugend begeistert ausgenommen. Don den evangelischen Jugendgruppen wurde dieser Schritt schon lange erwartet. Vorliegende Berichte aus Berlin betonen alle eindeutig die große Freude der evangelischen Jugendgruppen, sich nun ohne jeden Hinderungsarund in die Einheitsfront der deutschen Jugend, Die den Namen des Führers trägt, einreihen zu dürfen. Mehr als eine halbe Million deutscher Jungen und Mädel der evangelischen Jugend tragen ab heute den ftol- zenNamen: Hitler-Jug^ ib. Dem Zuge der Vereinigung der gesamten deutschen Jugend zur Staats- jugend folgend, lösten sich im Laufe des Freitag- vormittag weitere drei Jugendoerbände auf. Es sind dies die Adoentsjugend, sämtliche Jugendverbände der Freireligiösen Gemeinden und die M a r i n e j u g e n d Vater- land. Weitere Auflösungsbeschlüsse sind zu erwarten. * Vom Reichsmini st erium d e s Innern wird bekanntgegeben: Die Einigung der Hitler- fügend und der evangelischen Jugendverbände ist gesichert. Vis zu dem Zeitpunkt, wo ein Zusammenschluß in den Einzelverbänden durchgeführt wird, ist unbedingt x u vermeiden, daß durch Unbesonnenheiten und unfriedliches Verhalten Störungen entstehen. Im besonderen ist herausfordern- des Auftreten von Gruppen oder Einzelpersonen unbedingt zu unterlassen. Es ist selbstverständlich, daß der dem Deutschen besonders heilige Weihnachtsfrieden in dieser Zeit durch keinen Mißton gestört werden wird. ©er Reichsbischof an die evangelische Elternschaft. Berlin, 22. Dez. (TU.) Anläßlich der Eingliederung des evangelischen Jugendwerkes in die Hitler-Jugend wendet sich der R e i ch s b i s ch o f mit einer Kundgebung an die evangelische Elternschaft, in der es u. a. heißt: Ihr habt aus meinem Telegramm an den Führer gesehen, daß ich das deutsche evangelische Jugendwerk durch Unterzeichnung eines Vertrages mit dem Reichsjugendführer der Hitler-Jugend eingegliedert habe. Es ist das für mich ein e n l f ch e i d u n g s f ch w e r e r Schritt gewesen, um den ich mit Gott im Gebet gerungen habe. Ich bin zu diesem Entschluß innerlich gezwungen worden von der mir durch mein Amt auferlegten Verantwortung für das Evangelium und für die Erziehung des deutschen Volkes tm Evangelium. Die von mir getroffene Vereinbarung fichert euren Kindern d i e Erfüllung ihres Auftrages, das Wart des Evangeliums über ihre Jugendgemeinschaft zu stellen. Sie sichert weiter jedem Hitler-Jungen und -Mädel die Möglichkeit, an evangelisch-chri st kicher Jugendgemeinschaft teilzunehmen. Was im Rahmen eines von Menschen geschlossenen Vertrages geschehen konnte, um dem Evangelium um den Willen unseres Herrn Jesus Christus in der nationalsozialistischen Jugenderziehung Raum und Stätte zu bereiten, das ist geschehen. Ich bitte alle evangelischen Eltern herzlich: Sagt euren Kindern, daß sie von ihren neuen Kameraden mit Liebe aufgenommen werden und daß sie ihre neuen Kameraden liebhaben sollen. Aus aller itt: elt. Oer Meineid im Reichsiags- brandftifierprozeß. DreiJahreZuchthaus für denZeugenTönke. Berlin, 22. Dez. (WTB.) Wegen des am 30. Oktober im Reichstagsbrandstifterprozeh geleisteten Meineides verurteilte das Schwurgericht beim Landgericht Berlin entsprechend dem Antrag des Staatsanwaltes den Angeklagten Sönke zu drei Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Weiter wurde auf dauernde Eidesunsähigkeit erkannt. Im Reichstagsbrandstifterprozeß hatte Sönke unter Eid falsche Angaben über seine Zugehörigkeit zur KPD. gemacht. Weiter war im Prozeß von einem Koffer die Rede, den Sönke für Taneff vorn Anhalter Bahnhof abgeholt hatte. Sänke bestritt unter Eid, den Koffer abgeholt zu haben, womit er sich wiederum des Meineides schuldig gemacht hatte. In der Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende, der Angeklagte habe in seiner Zeugenvernehmung im Reichstagsbrandstifterprozeß vorsätzlich eine Reihe falscher Aussagen gemacht. Das Gericht sei der Ueberzeugung, daß der Angeklagte diesen Falschsid nicht von sich aus geleistet habe, sondern daß er darauf gekommen fei durch die Schulung in der KPD., wo die Leute darauf gedrillt worden seien, vor Gericht falsche Aussagen zu machen. Der Meineid sei geleistet worden aus einem gewissen politischen Beweggrund, um die Strafverfolgung gegen die KPD. ober die Aufdeckung ihrer hochverräterischen Unternehmungen, auf die es im Reichstagsprozeß -mtam, irgendwie zu verdunkeln. Es komme inzu, daß der Vermittler zwischen Taneff nd Sänke, „Wladi", wenige Tage, nachdem Sänke .inen Meineid geleistet hatte, spurlos aus Berlin verschwunden ist. IDinferfonnenroenöfeier der Hitler-Jugend in Kaiserswerth. Zu einer eindrucksvollen Wintersonnen- menbfeier hatten sich die Gefolgschaften des Obergebietes West aus Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Münster, Bochum usw. in der Barbarossa-Pfalz zu Kaiserswerth versammelt, auf deren Zinnen die ewige Schlageter-Flamme leuchtet. Nach einem Vorspruch und Dem Gesang „Flamme empor" wurde der am Fuße der Pfalz aufgeschichtete Holzstoß entzündet. Die Flammen loderten empor, während der Obergebietsführer Hartmann Lauterbacher eine markige Ansprache an die HI. hielt. Er gedachte Der 21 gefallenen Kameraden, die das neue Deutschland nicht schauen durften. Ihnen zu Ehren würden die 21 Fahnen mit den Namen der Gefallenen den besten Gefolgschaften des Obergebietes West übergeben. In dieser Stunde gelobe die gesamte HI. dem Führer Treue für die kommenden Zeiten. Kein Hitlerjunge werde rasten und feine Arbeit einstellen, bevor nicht der Führer das Werk, das er aufzubauen im Begriff fei, vollendet habe. Die Ausführungen des Obergebietsführers klangen aus in ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer. Der Obergebietsführer nahm hierauf die Weihe der 21 HI. - Fahnen vor, die an der Schla- geter-Flamme aufgestellt waren, und übergab sie den Gefolgschaften. Das von Tausenden von Hitler- jungen gemeinsam gesungene Lied „Die Fahne flattert uns voran" schloß die Feier. Ausbildungszwang für Kraftfahrer bleibt! Die Frage der Aufhebung des Fahrschul- zwanges ist in letzter Zeit in der Oeffentlichkeit viel erörtert worden. Eine Erleichterung in der Ausbildung zum Führen von Kraftfahrzeugen war zur Förderung der Motorisierung von vielen Seiten vor- gefchlagen worden; insbesondere war die bisherige Monopolstellung der Fahrschulen nach Auffasiung aller Beteiligten — mit Ausnahme der Fahrschul- besitzer — unhaltbar. Völlige Freigabe der Ausbildung und Aufhebung jeder behördlichen Prüfung der mit der Ausbildung Beschäftigten schienen zu weit zu gehen. Die Entscheidung ist deshalb dahin aefaUen, daß eine Konzessionierung von Fahrschulen nicht mehr stattfindet und daß die Ausbildung in die Hände von Fahrlehrern gelegt wird, die behördlich zu konzessionieren sind. Die Be- fähiaung der Fahrlehrer wird durch eine Prüfung gesichert werden und der hohe Stand des Ausbildungswesens in Deutschland so erhalten bleiben. Puppenfabrik in die Lust geflogen. — Sieben Schwerverletzte. Durch eine schwere Explosion wurde die zweigeschossige Puppenfabrik Ernst Liebermann in Neustadt bei Coburg und das angrenzende dreistöckige Wohngebäude völlig zerstört. Don der Feuerwehr und dem Freiwilligen Arbeitsdienst wurden nach mehrstündiger angestrengter Arbeit sieben schwerverletzte Personen aus den Trümmern geborgen. Die übrigen in der Fabrik und dem Wohngebäude anwesenden Personen hatten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Die Wucht der Explosion war so stark, daß mehrere an der Fabrik vorbeigehende Personen auf den gegenüberliegenden Bürgersteig geschleudert wurden. Ein Mann erlitt hierbei mehrere R i p p e n b r ü ch e. Heber die Ursache der Explosion ist noch nichts be- kannt. Drei Kinder verbrannt. In Oradea (Rumänien) hat sich ein schreckliches Unglück ereignet. Drei Kinder eines Mechanikers sind bei lebendigem Leibe verbrannt. Sie waren von der Mutter, die Weihnachtseinkäufe besorgte, zu Hause gelassen und hatten sich Papier- fackeln gedreht, mit denen sie im Hause herumspazierten. Als sie ins Zimmer zurückkehrten, fingen die Kleider des jüngsten Kindes Feuer, das rasch auf die Möbel Übergriff und die ganze Wohnung in Brand setzte. Als die Mutter nach Hause kam und die verkohlten Leichen ihrer Kinder sah, erlitt sie einen Wahnsinnsanfall und mußte ins Irrenhaus gebracht werden. Der Vater machte einen Selbstmordversuch. Brand in einem Amsterdamer Fernsprechamt. In dem Amsterdamer Fernsprechamt, dem die Telephonanschlüsse In der Innenstadt angeschlossen sind, brach infolge eines Kurzschlusses Feuer aus. Der Brand entstand in dem sogenannten Derteilungs- raum, von dem die Hauptkabel nach anderen Aem- tern ausgingen. Das Feuer hat die Isolierung der Kabel vernichtet. Zehntausend Telephonanschlüsse sind zerstört worden. Die Läden und Geschäftshäuser in der Innenstadt sind ohne Fernsprechanschluß, ebenso die Börse, das Polizeipräsidium, die Nachrichtenbüros und die Zeitungen. Der in den letz, ten Tagen vor dem Weihnachtsfest besonders rege Geschäftsverkehr wird durch die Unmöglich, teit telephonischer Warenbestellungen stark beeinträchtigt. Verbindungen mit dem Ausland sind nur noch vom Hauptpostamt möglich. Man schätzt, daß der Schaden erst in zwei bis vier Wochen behoben sein wird. Nicht weniger als 40 000 Meter Draht sind zur Wiederherstellung aller Verbindungen nötig. Sächsisches Schloß niedergebrannt. Im Herrschastshaus des Rittergutes Pollschwitz bei Prischwitz (Sachsen) brach ein Brand aus, der sich mit der größten Schnelligkeit ausbreitete. Das Schloß wurde bis auf die Umsassungsmauern vernichtet. Der Brand ist beim Auftauen einer zugefrorenen Wasserleitung entstanden. Versteigerung des Sreugerschen Privatbesitzes in Neuyork. In Neuyork wurde die kostbare Einrichtung der bekannten Luxuswohnung des Zündholzkönigs Ivar Kreuger versteigert. An Stelle des geschätzten Wertes von 100 000 Dollars kamen nur 8000 Dollars ein. Das Rubensgemälde „Bachanal", das allein auf 20 000 Dollars taxiert war, wurde für 900 Dollar verkauft, desgleichen die wertvollen übrigen Gemälde, der Silberschmuck usw. weit unter dem veranschlagten Wert. Schiffszusammenstoh auf der Maas. — Lin Deutscher getötet. Der Dampfer „Drechtdyk" der Holland-Amerika- Linie und der unter der Flagge von Panama fahrende holländische Dampfer „Delia" stießen in einer der vergangenen Nächte in dichtem Nebel auf der Maas zusammen. Der, Anprall war so heftig, daß die „Delia" schwere Steuerbordschäden erlitt. Dabei wurde der 47jährige deutsche Schiffskoch Schick getötet. Belgisches Flugzeug abgesturzt. — Lin Toter, ein Schwerverletzter. , Ein von Berlin kommendes belgisches Verkehrsflugzeug berührte kurz vor der Landung auf dem Flughafen Dortmund mit der linken Trag'läche einen Baum und überschlug sich. Das Flug- zeug wurde schwer beschädigt. Der belgische Flugzeugführer wurde getötet, der belgische Bordfunker mußte schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Die drei Fluggäste, von denen einer leicht verletzt wurde, verließen ohne fremde Hilfe das Flugzeug. Die Untersuchung über die Ursache ist sofort eingeleitet worden. Schwefelsäureattenlat auf den geschiedenen , Ehemann. Im Höchster Rathaus verübte eine geschiedene Frau ein Schwefelsäureattentat auf ihren ehemaligen Mann. Sie goß ihm nach kurzem Wortwechsel in Gegenwart des Schiedsrichters den Inhalt einer Flasche Schwefelsäure ins Gesicht, so daß der Mann schwere Verbrennungen erlitt. Die Frau wurde festgenommen. Kunft unö Wissenschaft. Etruskische Inschriften entziffert. — Lösung eines alten wissenschaftlichen Problems. Das Rätsel der etruskischen Sprache, das den Gelehrten so großes Kopfzerbrechen gemacht hat, ist jetzt durch den italienischen Professor Francesco P i r o n t i gelost worden, dem die Entzifferung etruskischer Inschriften nach einer neuen Methode gelang. Man hatte sich lange Zeit bemüht, das etruskische Alphabet mit Hilfe des griechischen Alphabets zu entziffern, hatte hierbei jedoch keinen Erfolg gehabt. Die italienische Professorin Lea Meriggi beim Führer. Frau Professor Lea Meriggi, die an den Universitäten Berlin und Frankfurt italienisches und i iternationales Recht lehrt, ist vom Reichskanzler empfangen worden Frau Meriggi hat dem Führer einen Bericht über die Entwicklung der italienisch-deutschen Beziehungen auf dem Gebiet des juristischen Hochschulstudium- erstattet Frau Prof. Meriggi wird seit mehr als drei Jahren als Vertreterin der italienischen Rechtswissenschaft in Deutschland und hat in dieser Eigenschaft Öen faschistischen Gedanken hier verkündet.'So hat sie auf diesem wichtigen Gebiet zur Forderung der Beziehungen zwischen dem italienischen und dem deutschen Volk wesentlich beigetragen. Lharles Dickens' Sohn gestorben. Sir Henry Dickens, der sechste und einzige überlebende Sohn des berühmten englischen Schrift- stellers Charles Dickens ist in einem Londoner Krankenhaus im Alter von 84 Jahren gestorben. Er war einer der ältesten Richter Englands und war vor 60 Jahren zum Richterstand berufen worden. Seit 1922 führte er den Adelstitel. Die Senatswahlen in Rumänien sind im ganzen Lande ohne jede Störung verlaufen. Ueberall siegten die Kandidaten der Liberalen Regierungspartei, abgesehen von drei Bezirken in Siebenbürgen, wo drei Ungarn als Senatoren gewählt wurden. Wettervoraussage. Obwohl durch die im Norden vorüberziehende Störung weiterhin warme Luft nach dem Kontinent befördert wurde, hat sich das Hochdruckgebiet über Frankreich und Süddeutschland noch gekräftigt. Unser Wetter bleibt teils unter dem Einfluß der zu- fließenden Ozeanluft, wodurch Bevolkung und Dunstbildung hervorgerufen werden, teils tritt durch den hohen Druck Aufklaren ein, wobei in der Nacht leichter Frost zu erwarten ist. Mit Niederschlägen ist in unserem Bezirk über die Feiertage kaum zu rechnen, es müßte denn fein, daß etwas Sprühregen niedergeht. Vorhersage für Sonntag: Dunstig und bewölkt mit Aufklaren, Temperaturen am Tage über Null, nachts etwas darunter, meinst trocken. Vorhersage fürden 1. Feiertag: Leichter Nachtfrost, teils bewölkt, teils aufklarend, meist trocken. Lufttemperaturen am 22. Dezember: mittags 2,8 Grad Celsius, abends 0,7 Grad; am 23. Dezember: morgens 1,1 Grad. Maximum 3 Grad, Minimum 0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Dezember: abends —0,5 Grad; am 23. Dezember: morgens —0,5 Grad Celsius. Amtliche Winlersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 4,5 Grad Celsius, 25 cm Schnee, kein Neuschnee, Pulverschnee; Sportmöglichkeit gut bis sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: klar, — 6 Grad, 15 cm Schnee, kein Neuschnee. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: klar, — 4 Grad, 53 cm Schnee, 6 bis 10 cm Neuschnee, I Pulverschnee; Sport sehr gut. — Zugspitze: flar; — 8 Grad, 220 cm Schnee, 16 bis 20 cm Neuschnee, I Pulverschnee; Sportmöglichkeit sehr gut. Statt Harten! Statt Harten! Verlobte Äensheim Gießen fTPC^ - oj Kd° Weihnachten 1933 7731 D Weihnachten 1933 Statt Harten' nm Zh re Verlobung geben bekannt Statt Harten! Statt Harten! 3rma Volk Kassel Rlefn-Linben Albrecht Hebermehl Verlobte 7113 7700 D Weihnachten 1933 3hre Verlobung geben bekannt 772 iD (Inka Lecker Verlobte Otto Sauer 3hre Verlobung geben bekannt Gießen/W Mein lRheinh.l, Weihnachten 1933 Ruttershausen, Weihnachten 1933 77'20 0715- Else Flach Gießen sWühlfiraße 5), Weihnachten 1933 07111 Verlobte Cochem 3t?re Verlobung geben bekannt Vad-Nauheim 7132 07171 Als Verlobte grüßen ßammflr.4 Gießen,Deihnachten 1933 Lanbgrafenste.7 "7154 Vermahlte Gießen (Am Kugelberg 2), 23. Dezember 1933 07153 7701 D Statt Harten! '■7151 3hre Verlobung beehren sich anzuzeigen Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen zeigen ihre Vermählung an Lollar Weihnachten 1933 Heuchelheim, Weihnachten 1933 löaubringer Str. 6 7716 D 071*6 Mit», w** 1. ob. 2. Etock, i. b. b. llebernabme uni. torf, i. b. b. Hcbcrnnbrne uns. 3Airi Kunsthandlung • Selterttneg 22 BiDiierfiols! ,’iinuncröl.fceiuinnflnni’ Oni Hcitben des Emilie Kraft Karl Ludwig Erna Meß Hugo Haller Emilie Hofmann Waller Körner Else Minschmidl Or. Euri Lender Professor Or. Georg Haas Elisabeth Haas, geb. Zoeckel Anni Knapp Erwin Hauck Anny Siefert Erich Welsch Gießen Rölo-Oeuh Gießen GünIherSgroben 6 Gießen Dilheimstr. 52 Rlein-Linden / z Z. Frankfurt a. M. Deihnach en 1933 Homberg (Set Raffel) X«. - tet* ' Fahmer-Schmuck bad vornehme Geschenk Vevkäufev für Saatgut, I.Kartoffeln,Haler und Gerste nfro »es. Hobe Prov. .biirtir.it.Wl? an Thür. Bauernzeitung, Erfurt, h.rchbach 27 purd Hilde plant Oipl.-Gymnasiiklehrerin Ernst Schmitt, rand. med. dent. Meine Verlobung mit Fräulein Mimi Vock gebe ich hiermit bekannt Gießen Fohannesstr. 5 07157 trri Meller, bei Abnahme von Auiainincn minöcitcno 17» rftr. Brennstoffe bciicbmci Sorten. Umet 15 3tr. uro .Ur.ill*f.nicbr Mrubrlohlen Mhibrtofo — .Qarnmcrofcn* Koko, lowie 9hibr(ütte32 Gießen, Gnauthsiraße 15 Weihnachten 1933 Gießen, Neuenweg 30 Weihnachten 1933 Die Verlobung ihrer Rinder Mmi und Hermann zeigen hiermit an Stabszahlmetsier Äock u.Frau Mathilde, gcd. Hengel Vürodirektor Fabian und Frau Lina, geb. Muckh Wöbe b. U'cricrn.1 Amteö. 2dir. Ana. n. 7706V a.d.G.A. - Arnold Borgerding Emmy Lorgerding, geb. Meyer liefet Koch Heinz Müller, Gerichtsreferendar a. trift Haare,^eber- rlerf. Dlmtermale Narben Pickel. Zorn- meriörofi.ufro eni' unt.(Har f. immer. 1 2 .1obre rai io Berta Gulden Suredut. i Arcitaa ®telee. H.ndenberg- waU li :tuI> 4-7 Dir derckiehead. Ihre Verlobung geben bekannt Anna Bieker Robert Stein 3-4-Zinimer-WohiiiiDg (2 Pers.) in nur out. Hause z. 1. 3. oder 1. 4. 34 aefuebt. Srtiriftl. Ana. um. 07154 a. b. im. t-aiitf 41 Mr eil & ( Plvriitr. 1311. | Verkäufe | 2 Pferde 10- U. 13idbr., erst- klass. o. Ader u. i. Wag., nur weg.Um- itellg. a. Vofttvag. k uerf. 'Jlebnie a. ent- klai's. Milche m. i. Baiilg. Rinn. 3e* mentm.-ivabr. oth.-. <»end)elh.»4lbcnt>it. inLkei Scbacbbrell gefehlt ißte got. »Figuren bill. zu verf. "Ivo? lagt b. (»Jefdi.1 Stelle b. an»? Mutige, zuverlässige -KSchin ob. einfache Stühe, ucinlid) sauber, erfahren i. vausarb. f. kl. Bilienbauc-- halt gcfiidit. Hilfe vorbanb. Schr.Ang. in. Bild u. nur entrinn. Leugn. «Abschrift.) unt. 071 (»9 a. b. (Dich. Anz. Grotz'srbev Männevchov 1. WcibnachtS- feiertag abends 7 Uhr im ttatb.BcrcinsbauS Weilmachtoseier. Äerlin-Friebenau Weihnachten 1933 jtütx r ch.re ItnW irwäht 0®äbi Win rvi ?:t'( • wr, ' Nr ü Xtn « iur» <11Ü'1 Soü'.k Inen. \t ul Di -tpnftr m fw j ®a« flrrrtil iin 6tr Cmpfinl Feldbahn gebraucht, mit flinuroag., fo*. gesucht. Ädjr. 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