Nr. 275 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 23. November 1933 Das Mittelalterliche Münz- und Geldwesen im Rhein-Main-Gebiet Am ersten Vortragsabend des O b e r h e s s i - schen Geschichtsvereins hielt Professor Dr. Mayer als Führer des Vereins eine Gedächtnisansprache auf den verstorbenen Vorsitzenden Professor Dr. Karl Ebel. In warmherzigen Worten entwarf er ein Lebens- und Charakterbild des Mannes, den er als ausgesprochenen Pflichtenmensch bezeichnete. Ebel hat dem Vorstand des Vereins seit seinen Studententagen angehört, den Verein jahrelang geleitet und viele Bände der „Mitteilungen", zuerst in Gemeinschaft mit Professor Dr. Seife, später allein herausgegeben. Die Anwesenden ehrten das Gedächtnis des Dahingegangenen dadurch, daß sie sich von ihren Plätzen erhoben. Mit wenigen Worten wies dann Professor Dr. Mayer darauf hin, daß wir Geschichtswissenschaft eine lebendige Wissenschaft sei, und daß sie bei dem geschichtlichen Sinn der nationalsozialistischen Führung in Zukunft mehr Bedeutung haben werde, als bisher. Der Verein habe sich in diesem Winter zum Ziel gesetzt, das Rhein-Main-Gebiet zu behandeln, das bei der kommenden Reichsreform feine Rolle spielen werde. Der Rednek des Abends, Dr. Hävernick - Hamburg, nahm nun das Wort zu seinem Vortrag über das mittelalterliche Münz - und Goldwesen imRhein-Main-Gebiet und führte etwa folgendes aus: Auch die Münzwissenschaft (Numismatik) kann zu ihrem Teil dazu beitragen, die Grenzen des Rhein- Main-Gebietes als kulturell und verkehrsmäßig geschloffenen Raumes zu umreißen. Vor all,em liefert die Untersuchung des Münzwesens dieser Gegenden im 12. und 13. Jahrhundert (Zeit der Staufer!) besonders greifbare Ergebnisse für unsere Frage. Der Vortragende ging zunächst auf das Münzwesen dieser Zeit näher ein und führte aus, das Münzwesen der Stauferzeit habe mit dem Münzwesen der vorangehenden Jahrhunderte gemein, daß nur Silber und zwar nur der silberne Pfennig ausgemünzt wird. Es unterscheidet sich aber von jenem wesentlichen dadurch, daß um 1100 das ganze Münzwesen mehr und mehr dem Reich entgleitet und in die Hände der Fürsten gelangt. Diese versuchen, es vor allem als Einnahmequelle auszubeuten, indem sie dem Volk die regelmäßige Serrufung und Urn- wechselung der umlaufenden Gepräge aufzwingen wollen, ferner alle fremden Münzen vom Umlauf ausschließen wollen und schließlich den Verkehr mit ungeprägtem Silber verbieten. Es ist nun aber den Münzherren nicht gelungen, diese Forderungen durchzusetzen, denn Handel und Verkebr erwiesen sich als stärker und machten alle diese Maßnahmen undurchführbar. Wohl zerfällt um 1100 die Einheit des Münzwesens im Reich, aber es bilden sich nicht, wie die Fürsten und Herren es wünschen, kleine und kleinste Münzbezirke, die sich genau mit dem Territorium des Münzherrn decken, sondern um die bedeutenden Münzstätten bildet sich ein Gebiet heraus, in welchem der Pfennig dieser Münzstätte als Währung gegeben und genommen wird, und in welchem Gebiet andere Pfennigsorten in der Regel vom Volk überhaupt gar nicht genommen werden. Der Umlauf der Pfennige wird in diesem Gebiet aber nicht durch Gesetze des Landesherrn erzwungen, sondern er wird gefördert durch den natürlichen Einfluß der Stadt, in welcher sich die Münzstätte befindet. Auch eine Verrufung und Umwechselung der Pfennige kann der Münzherr fast niemals erzwingen, da seine Macht hierzu einfach garnicht ausreicht. Durch die Herausarbeitung dieser Verbreitungsgebiete der einzelnen Pfennigsorten vermag die Numismatik tatsächlich regelrechte „Verkehrsräume", die um einen wirtschaftlich bedeutsamen Mittelpunkt liegen, fest zu umreißen. In den Rheinlanden, sowie in den mit diesen eng verbundenen Gegenden der Wetterau und des Oberlahngaues vermögen bei weitem nicht alle Münzherren ihren Geprägen so ein Umlaufsgebiet zu verschaffen. Nur der Kölner, der Mainzer, der Trierer, der „W e 11 e r a u e r" und der Marburger Pfennig bringen es zum Umlauf unter eigenem Bild und Namen. Die kleineren Münzstätten beschränken sich darauf, die Erzeugnisse der bedeutenderen Münzstätten nachzuahmen. In dem großen rheinischen Verkehsraum, dessen Mittelpunkt Köln ist, bilden die Räume um Mainz, der Wetterau und um Marburg den südlichen Teil und alle drei lassen sich kartenmäßig genau umreißen. Die Prägung in der Wetterau beginnt um 1170 in Frankfurt, und allmählich (1200 bis 1260) schließen sich die Wetterauer Städte Frankfurt, Wetzlar, Friedberg und Gelnhausen zu einem einheitlichen Münzgebiet zusammen. Die ersten Gepräge sind jene wundervoll fein ausgeführtey Hohlmünzen (Brakteaten) mit dem Bild des Kaisers und der Kaiserin, die zu den schönsten deutschen Geprägen des Mittelalters gehören! Später, um 1250, ver fällt die Münzkunst, und um 1300 wird das ganze Gebiet von dem aus Hall am Kocher kommenden „Heller" Pfennig erobert, und die eigene Prägung der einheimischen Münzstätten hört auf: damit endet das Wetterauer Münzwefen der Stauferzeit. In einem kurzen Schlußwort wies Professor Dr. Mayer daraus hin, daß die vom Redner vor- getragenen Ergebnisse seiner numismatischen For» schungen sich vielfach mit denen der historisch-politischen Forschungen decken: die Numismatik als ein Zweig der historischen Wissenschaft dürfe nicht allein für sich betrachtet werden, sondern müsse in die Ge- famtbetrad)tung hineingestellt werden. Er dankte dem Redner, daß er in so ausgezeichneter Weise dieser Forderung gerecht gero^ben sei und dazu beigetragen habe, das Rhein-Main-Gebiet als zusammenhängende Einheit zu verdeutlichen. Aus der provmzialhauptstavt. Novemberstimmung. Die Nacht hängt in den Morgen. Die Welt liegt in Nebelschleiern. November. (Erinnerungen tauchen auf. Des Sommers lachende Fluren, wogende Kornfelder winken aus weiter Ferne, darüber Lerchengesang und leuchtende Sonne. — Der Regen rauscht herab, der Sturm fegt durch den Wald und reißt das letzte Laub von den Bäumen. Bald wird alles in der Natur in tiefster Ruhe erstarren. Wer mit der Außenwelt verbunden ist, wer nicht nur in den Straßen der Stadt spazieren geht, fühlt und sieht das. Mit dem welken Laub werden auch uns Menschen manche Hoffnungen und Wünsche fortgeweht und zugedeckt. Müde gehen wir durch das raschelnde Laub des Waldes, derer gedenkend, die noch vor kurzem mit uns pilgerten. — Die kleinen Sänger sind längst geflohen, oder sie sitzen still in ihren Schlupfwinkeln. Nur ein Vogel, der Wotansvogel, der Rabe, fühlt sich auch im November wohl. Mit krächzendem Geschrei zieht er dahin, stürzt sich in die neblige Luft, kämpft mit dem Sturmwind. Unablässig tönt sein Gekrächze: November ist es! Scheinbar ziellos rauscht dort eine Schar dieser schwarzen Vögel. Dann lassen sie sich auf den kahlen Bäumen nieder. Kinder scheuchen sie auf. Wieder tönt ihr lautes Geschrei: Rab! Rab! Wenn man in diesen Tagen durch Wald und Flur streift und Wehmut das Herz bedrücken will dann leuchtet immer wieder im Geiste vor uns unser stilles, behagliches Zimmer. Unser Heim ist ja nicht dort, wo wir unsere Kleider ablegen, sondern dort, wo wir unsrer Sorgen ledig werden. Keller und Küche brauchen gar nicht gefüllt zu sein. Wohl aber sollen in unserem Hause (Erinnerungen an schone Stunden aufbewahrt werden. Unser Heim sei unsere Festung. Die Sicherheit dieser Festung liegt aber nicht in den eisenbeschlagenen Türen und in den Gitterfenstern, sondern in der Treue gegen sich selbst, gegen die eigene Arbeit und gegen die Menschen unserer Umwelt. Und hat man dieses sichere Heim, dann mag der Monat der Dunkelheit noch so sehr drohen, mögen die schwarzen Vogel am Himmel schreiend dahinziehen: Man fühlt sich geborgen, man hat eine Heimat! . Z. Äor dem Totensonntag (Ein Tag der Trauer unseres ganzen Volkes, ein Tag voll tiefster Besinnung in Stadt und Land, in allen Gauen unseres deutschen Landes, in Ost und West und Nord und Süd. UeberaU wandern zu diesem Ehrentag der Toten Tausende und Abertausende hinaus auf die Friedhöfe, die als letzte Gärten der Verstorbenen zu betrachten sind. Jeder hat irgendein kleines Blumen- oder Kranzgebinde, jeder schmückt das Grab der Lieben. Schon in alten Zeiten haben es die Lebenden für ihre Pflicht gehalten, den Toten einen würdigen Friedenshain zu schaffen, ihnen so ein liebevolles Andenken über Generationen hinweg zu bewahren. Nie kommt es darauf an, daß ein Kranz oder eine Blume viel oder wenig kostet, sondern auf den Grad der Liebe und Verehrung, die durch Blumen und Kränze und grüne Blumenkreuze äußerlich und innerlich dargebracht wird. Diese Liebe und Verehrung, die an diesem höchsten Trauertage des Jahres im Gräberschmuck ihren Ausdruck findet, zeigt immer wieder, daß wir uns um den ethischen und religiösen Wert unseres deutschen Volkes nicht zu bangen brauchen. Wir wollen auch derer gedenken, die draußen auf dem Feld der deutschen Ehre für uns ihr Blut ließen in jahrelangem Heldenkampf und Heldengeschehen an der Westfront, im Osten, in Palästina und in Afrika. Mit ihnen hält das ganze deutsche Volk am Totensonntag stumme Zwiesprache. Auch ihre Gräber in Deutschland? und in fernen Landen werden an diesem Tage mit Kränzen und Blumen schlicht und feierlich geschmückt. Aus Fichtenreisig und Blumen windet der Gärtner, selber feierlich gestimmt, Kranz um Kranz ... ein Mittler zwischen Natur und Mensch. Wieviel Tränen der Liebe und des Kummers hängen an den tausenden Kränzen, Symbol einer ewigen Liebe von Zeit zu Zeit zur Ewigkeit. ,/‘T)d0 R'nqen um Verdun " Lichtspielhaus. Wir haben, wie man sich erinnern wird, bereits vor längerer Zeit in der Reihe der deutschen Kriegsfilme jenen gesehen, der sich die außerordentliche Aufgabe gestellt hatte, den Kampf um Verdun der Nachkriegsgeneration zu vergegenwärtigen: das heißt also: mit den sinnfälligsten Mitteln, die uns heute zu Gebote stehen, eine Andeutung vom ungeheuersten Schauplatz des großen Krieges zu vermitteln. Hier haben wir nun Gelegenheit zum Vergleich mit dem französischen Film, der denselben Vorwurf von der gegnerischen Seite aus zu bewältigen versucht: wir sahen den französischen Film „Das Ringen um Verdun" von Leon P o i r i e r ; die deutsche Bearbeitung (Terra-Film) stammt von Heinz Paul. Der starke Eindruck, den das Werk hinterläßt, scheint uns vor allem auf folgenden Eigenschaften zu beruhen: auch die französischen Bearbeiter haben erkannt, daß der Versuch, die Erinnerung an den schicksalschwersten Namen der Weltkriegsgeschichte zu beschwören, an die monatelang tobende und unerhörte Blutopfer auf beiden Seiten fordernde Schlacht, nur gewagt werden durfte in dem unerschütterlichen Willen zur äußersten Sachlichkeit und Ehrlichkeit. Das ist verwirklicht worden in diesem Film, der ohne Tendenz, ohne jegliches Pathos die historischen Tatsachen allein ihre eindringliche Sprache sprechen laßt. Nur so konnte das Werk, das den Gefallenen zum Gedächtnis geschaffen wurde, wirklich ein Ehrenmal werden, Zeugnis ablegend für das Heldentum, die Pklichterfü^ung, die Vaterlandsliebe und Opfer- bereitfchaft dec Unzähligen, die um Verdun ihr Leben hingegeben haben — hüben und drüben. Das macht diesen Film gerade für uns in Deutschland wertvoll, weil er — von der gegnerischen Seite her — wie eine große, ernste Ehrenbezeugung für unsere Soldaten wirkt, die vor Verdun gekämpft haben und gefallen sind. Auf diese anständige und ritterliche Haltung, die dem Gegner alle Gerechtigkeit widerfahren läßt, ist für den deutschen Beschauer nachdrücklich hinzuweisen. Der unwiderstehliche Schwung, mit dem unsere Truppen die ersten Angriffe vortrugen, wird ebenso eindringlich geschildert wie die Zähigkeit, mit Der die Franzosen sich verteidigt haben. Der Film ist unter Benutzung eines großen archivalischen Materials aufgenommen worden auf dem ehemaligen Schlachtfelde; er beginnt mit einem Neichsstattbalter (Sprenger in der Oiiheravssteiluna EPH. Am Dienstag besichtigte Reichsstatthalter Sprenger in Begleitung von Ministerialrat Rinasbausen und in Anwesenheit des Prälaten O. Dr. Dr. D i e h l und des Superintendenten Oberkirchenrat Dr. Müller die Luther-Ausstellung im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt. Die Ausstellung wird noch etwa drei Wochen geöffnet sein. * Gesetz über die Niederschlagung von Giralverfehren. In der „Darmstädter Zeitung" wurde gestern folgendes Gesetz verkündet- Auf Grund der §§ 1 und 2 des vorläufigen Gleichschaltungsgesetzes vom 31. März 1933 (RGBl. 1 S. 153) hat die hessische Landesregierung das folgende Gesetz beschlossen: kurzen Rückblick auf die strategische und taktische Situation in jenen schicksalschweren Februartagen des Jahres 1916 und schaltet, um die einzelnen Phasen des langen und wechselvollen Kampfes zu verdeutlichen, jeweils eine graphische Darstellung des Frontabschnittes ein; der Schauspieler Theodor Loos gibt als deutscher Sprecher in knappen Worten die notwendigsten (Erläuterungen. Der französisch gesprochene Text wird für den deutschen Besucher durch synchronisierte Titel übersetzt. Im übrigen war es filmtechnisch natürlich nur möglich, in ganz großen Zügen und unter Beschränkung auf die wesentlichsten Teilhandlungen ein Bild der gigantischen Schlacht zu oergeaenroärtigen. Was diese Einzelphasen angeht, so ist im französischen Film (ebenso wie in seinem deutschen Vorgänger) ein Höchstmaß an Naturnähe und nachgestalteter Wirklichkeit ereicht. Vor allem in den erbitterten Kämpfen um die Außenforts Douaumont und Vaux und in dem mit gewaltigem Einsatz Ende 1916 üorge- triebcnen französischen Gegenangriff scheint uns alles erreicht, was hier erreicht werden konnte: ein Bild des Kampfes, das in feiner Echtheit von den Frontsoldaten bestätigt werden wird, den andern aber wenigstens eine Ahnung davon vermittelt, was es mit dem Namen Verdun auf sich gehabt hat. Neben diesen großen, geballten, im tiefsten Kern dramatischen Bildern scheint sich uns der Wert der Regie von P o i r i e r in gewissen Einzelzügen zu dokumentieren, die gleichsam zufällig oder episodisch in jene Hauptszenen eingeflochten sind und die Unmittelbarkeit des Eindrucks noch verstärken. Zum Beispiel: das Zusammentreffen ein- zedier französischer Soldaten auf dem Vormarsch mit der Zivilbevölkerung; ein blühender Zweig an der Marschstraße der abgelöst in Ruhe gehenden Kampftruppen; die Nahaufnahme eines feuernden Maschinengewehrs; die Frauen eines kleinen Dorfes hinter der Front, die sich den letzten Heeresbericht vorlesen; oder zwei einsame Soldaten, die sich im Feuerwirbel der Einschläge in einen Granattrichter pressen. Aber der erschütterndste Eindruck für den deutschen Besucher ist wohl dies: wie, ganz am Ende des Films, die graphische Skizze des Schlachtfeldes noch einmal erscheint und die deutsche Frontlinie wiederum fast genau so verläuft, wie sie zu Beginn des ersten großen Angriffs im Februar eingezeichnet war. — Der Film ist feit gestern im Lichtspielhaus zu sehen; ein Besuch sei, auch für die Jugend, angelegentlich empfohlen. —r— § 1. Die in Art. 61 Abs. 2 der hessischen Verfassung vorgeschriebene Zustimmung des Landtags zu einer Niederschlagung anhängiger Strafverfahren ist nicht mehr einzuholen. Das Recht der Niederschlagung von Strafverfahren in Einzelfällen wird von dem Reichsstatthalter in Hessen ausgeübt. Der Reichsstatthalter' kann die Ausübung dieses Rechts teilweise der Hessischen Landesregierung übertragen, die zu weiterer Uebertragung ermächtigt ist. § 2. Dieses Gesetz tritt am Tage nach seiner Verkündung in der „Darmstädter Zeitung" in Kraft. Die Bussübruna des NeichSerbhof- gesekeö in Hessen. Das Hessische Staatsministerium, Ministerialabtei- lung 1c Justiz, erläßt folgende Bekanntmachung zur Ausführung des Reichserbhofgefetzes: August her Starke, | Vier Anekdoten von Gustav Leuteritz. Auf der Brühlfchen Terrasse zu Dresden befindet sich im eisernen Geländer eine Mulde, in die man bequem zwei Finger legen kann. Die Einheimischen pflegen ihren auswärtigen Freunden dieses Phänomen zu zeigen mit der stolzen Bemerkung, hier habe sich einmal August der Starke festgehalten, als die schone Gräfin Kofel vorbeirauschte. Und jeder legt einmal feinen Daumen in die Mulde, die davon schon ganz blank geworden ist und in der Sonne alönzt als letztes Zeichen königlicher M'iskel- stärke. Böse Zungen behaupten freilich, das Geländer fei noch fein- hundert Jahre alt. Doch was tut's — man traut dem berühmtesten Wettiner das Krastwimder zu und das entscheidet. * Zu Ehren eines ausländischen Gesandten fand auf der Festung Königstein ein Gelage statt. Der Abend war schon vorgerückt, Wildbret und Wein reichlich genossen und der Kurfürst befand sich in jener aufgeräumten Stimmung, die fein Kammer- Herr, der Graf von Beichling, nicht ohne Furcht aufsteigen sah. Er sollte sich nicht getäuscht haben. August der Starke erhob sich plötzlich, winkte nach der Empore, wo die Musikanten spielten und befahl den Hornbläser zu sich. Seinen Tafelgenossen rief er zu: „Schnappen wir ein wenig frische Luft, meine Lieben!" und dem verschüchterten Musikus zu- gewandt: „Blas' er uns eins übers (Elbtal, Freundchen!" Dabei lachte er unbändig und die Gäste schauten sich befremdet an. Man trat hinaus auf den freien Söller. Es war eine prächtige Sommernacht. lief rauschte unten die Elbe und die Sterne spiegelten sich in ihr. Da packte der Kurfürst plötzlich den zu Tode erschrockenen Hornisten, schwang ihn mit einem Arm über die Mauerbrüstung und hielt ihn. mit nerviger Faust frei über dem Abgrund. „So blas er doch, Kerl! Es passiert ihm nichts!" herrschte er ihn an. Und der Musikant, von fürstlicher Klaue über den finsteren Felsabsturz gehalten, blies einen Siegesmarsch, daß ihm die Augen aus dem Kopf traten und fein Angstschweiß in die Elbe troff. Erst als der letzte Ton verklungen war, hob ihn August der Starke mit unerlahmtem Arm wieder über die Mauerkrone und setzte ihn ab wie ein Stäubchen. * Als August der Starke einmal zur Jagd ausritt, verlor sein Pferd ein Hufeisen. (Er begab sich darum 8 1. Bei jedem Amtsgericht wird für dessen Bezirk ein Anerbengericht gebildet. § 2. Die Vorsitzenden der Anerbengerichte und ihre Stellvertreter werden von uns ernannt. Die Ernennung erfolgt regelmäßig für die Dauer eines Kalenderjahres, erstmalig bis zum 31. Dezember 1934 einschließlich. Sie verlängert sich jeweils für das folgende Kalenderjahr, wenn nicht bis zum 1. Dezember dem Präsidenten des Landgerichts eine ander- weite Verfügung zugegangen ist. § 3. Die Anerbengerichte gelten hinsichtlich der Dienstaufsicht als ein Teil des Amtsgerichts, bei dem sie errichtet sind. 8 4. Bei dem Oberlandesgericht Darmstadt wird das Erbhofgericht für das Gebiet des Volksstavtes Hessen gebildet. 8 5. Der Vorsitzende des Erbhofgerichts und fein Stellvertreter werden von uns ernannt. Die Vorschriften in § 2 Absatz 2 gelten entsprechend mit der Maßgabe, daß an die Stelle des Präsidenten des Landgerichts hier der Präsident des Oberlandesgerichts tritt. 8 6. Das Erbhofgericht untersteht der Dienstaufsicht des Präsidenten des Oberlandesgerichts. Jugend und Lustfahrt. Das Hessische Staatsministerium, Ministerialab- teilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat folgendes Ausschreiben an die Schulleitungen gerichtet: „Ohne später zu treffenden Maßnahmen vorzugreifen, wird jetzt schon folgendes angeordnet: Bei jeder sich bietenden Gelegenheit ist die Jugend auf die Bedeutung der Luftfahrt hinzuweisen. Geschichte und Erdkunde sind hierfür besonders geeignete Unterrichtsgebiete, ebenso wird sich der Deutschlehrer keine Gelegenheit entgehen lassen, einschlägige Lesestoffe diesem Zwecke nutzbar zu machen. Die wissenschaftlichen Grundlagen und Voraussetzungen für die Luftfahrt und den Bau von Flugzeug und Luftschiff müssen in der Physik zum Gegenstand unterrichtlicher Behandlung gemacht. werden, ebenso wie im Handfertigkeits- und Werkunterricht Gelegenheit zum Modellbau gegeben werden soll. Zur praktischen Einführung der Jugend in die Luftfahrt sind Besuche einzelner Klassen in den Werkstätten und auf den Flugplätzen des Deutschen Luftfahrt-Verbandes sehr begrüßenswert. Die örtlichen Leitungen des Deutschen Luftfahrt-Verbandes find jederzeit gern bereit, die fachkundigen Führer hierzu zu stellen. Es wird erwartet, daß die Schulen regen Gebrauch machen . von dieser Möglichkeit der Weitung des Blickfeldes unserer Jugend in der angestrebten Richtung." 25 Jahre Geschästssü rer der Kleischer- Innung Gk'ehen Man berichtet uns: Am Montag, 20. November, blickte Herr Friedrich Boeck auf eine 25jährige Tätigkeit in der Fleischer-Innung Gießen zurück. Der Jubilav ist eine im gesamten Fleischerhandwerk bekannte Persönlichkeit. Vom ersten bis auf den letzten Tag ist er für die vielen Belange des Metzgerhandwerks, und zwar nicht nur für die der Gießener Innung, freudig, fachlich, treu und uneigennützig eingetreten, insbesondere hatte er für die vielen Wünsche und sonstigen Anliegen (Hier, die sich an ihn wandten, stets ein offenes Ohr. Viele Kollegen und Gewerbetreibende sind ihm hierfür herzlich und auftichtig dankbar. Unter feiner Leitung und Mitwirkung wurde die Innung auch der Kasseler Genossenschaft für Häute- und Fettverwertung angeschlvssen und gerade durch fein emsiges Schaffen und Wirken die Nebenstelle Gießen errichtet, welcher der Jubilar bis heute* noch vorsteht. Bei feiner Tätigkeit in der Kasseler Genossenschaft konnte der Jubilar immer seine reiche Erfahrung, fein Wissen in geschäftlicher und wirtschaftlicher Beziehung mit in die Waagschale legen. Sie SDlitglieber der Fleischer-Innung Gießen sprechen ihrem langjährigen Geschäftsführer tiefgefühlten Dank aus, aber auch die herzliche Gratulation zu dem seltenen Jubiläum, und verbinden damit den aufrichtigen Wunsch, daß es ihm vergönnt sein möge, auch mit dem jetzigen Vorstand und Jnnungslührer wie seither auch fernerhin in ungetrübtem Glück und bester in die nächste Schmiede, um den Schaden zu beheben. Der Schmied beeilte sich, das Pferd zu beschlagen, aber der Kurfürst entriß ihm das Huisifen und zerbrach es zwischen seinen qerooltiaen Händen wie Glas. „Das Eisen taugt nichts, Kerl!" herrschte er den Schmied an, der sogleich ein paar andere holte. Doch auch diese zerbrach August der Starke, pines nach dem andern. Endlich gab er sich den Anschein, als habe er ein Widerstandsfähiges gefunden und das Pferd ward beschlagen. Nach der Arbeit zahlte er dem Schmied einen Taler. Der aber nahm das Geldstück und zerbog es zwilchen den Fingern. „Der Taler taugt nichts, Euer Gnaden!" sagte der Schmied. ..Er verbiegt sich unter den Fingern!" Der Kurfürst gab nun d"m Muster mehrere Taler, die dieser alle zerboa. „Da haft du einen Louis d'or!" lachte schließlich August der Starke. „Der wird mnhl taugen." Da nickte der Meister, und der Kurfürst freute sich, einen Mann im Lande getroffen zu haben, der ihm glich an Kräften des Leibes. • * Die reizende Gräfin Aurora von Köniasmark war nach Dresden gekommen, um die Hilfe des Kurfürsten zu erbitt-n für ihren Bruder Hans Christoph. An einem Nachmittag machte die Gräfin der Kurfürstin ihren Besuch, weil August der Starke für diese Stunde von der Jaod zurückerwartet wurde. Die beiden Frauen befanden sich in einem kühlen und höflichen Gespräch, als plötzlich Hörnerschall zu ihnen drang. Sie traten an das hohe Mittelfenster und sahen, wie die Jaodaesellschait mit kläffender Meute in den Schloßhof einbog. Fast gleichzeitig schrien die beiden Frauen auf, als eines der Pferde kerzengerade hochstieg und einen Reitknecht vor sich zu Boden schleuderte. Da stürzte ein großer Kerl in taubengrauem Jagdrock hinzu, riß den Reitknecht mit Blitzesschnelle unter dem wütigen Mengst weg und packte das Zaumzeua mit solcher Gewalt, daß der Hengst wie vom Blitz getroffen niederbrach und also mit zitternden Flanken verharrte. Der im grauen Jaadrock aber schrie den geretteten Reitknecht an: „Aufgevaßt, Kerl! Sonst zerschlag ich Ihm die Knochen einzeln!" und ging seiner Wege. Hochatmend hatte die Königsmark die Szene vom Fenster aus verfolgt. Nun wandte sie sich hingerissen zur Surfürftin- „Ein erstaun- kicher Mensch, dieser Troßknecht, Durchlaucht!" — „Es war der Kurfürst, Gräfin", erwiderte die Für. ftin gemessen, und ein erster feinbfefim-r Blick wurde zwischen den beiden Frauen gewechselt. Keller, Speicher und Stall warmen Während sich der Kampf gegen die Mücken im Du bist Deutscher! Arbeite mit am WHW. Speicher und Stall jurücf, um dort die Sommermonate in Ruhe abzuwarten. SÄ S, Ä« Ä.' (,aten 8l8fle" nid)t nur wlrtlafM fonbern au* tuUurell auf b-achlllch- H°h- h.hVufen beuttte Schule Ser »ebner f*Oberte in feinen weiteren Husfübrunflen feine (EinbrMe non oertoiebenen beutldjen 6ieblungen in Bosnien, ine unter großen Opfern «eich-,«-» worben feien in denen sich aber lewer auch keine höhere beutfdje Äuüur habe entwickeln können. Bosnien fei em Land dessen deutschen Bewohnern nur von außen her geholfen werden könne. Diel deutsches Blut sei außerdem im Lande verstreut, und viele dieser Volksgenossen wüßten tcyim mehr um ihre völkische Abstammung. In Slaoonien finde sich wohl ein opferbereites Deutschtum vor, der Kampf aber um Sommer In erster Linie gegen das Larven- und Puppenstadium richtet, erfolgt die Wintermückenbekämpfung dadurch, daß die überwinternden Mücken in ihren Schlupfwinkeln durch Zerstäuben von Pulver oder von chemischen Flüssigkeiten, die von vielen industriellen Werken in den Handel gebracht werden, abgetötet werden. Es ist auch durchaus möglich, durch einen elektrischen Staubsauger die an den Decken und Wänden sitzenden Mücken ab- zufangen. Von der früher angewandten Methode des Abflammens mit einer Lötlampe muß wegen der damit verbundenen Feuergefahr gewarnt werden. Die Wintermückenbekämpfung führt aber nur dann zum Ziel, wenn sie in den Wintermonaten zweimal in einem Abstand von einigen Wochen vorgenommen wird, das erstemal im November oder Dezember, das zweitemal im Januar oder Februar. Bei der starken Flugweite der Mücken ist es selbstverständlich, daß alle Bekämpfungsmethoden nur dann erfolgreich sein können, wenn sie gemeinschastlich und einheitlich in ganzen Wohnvierteln durchqeiührt werden. Es ist natürlich durchaus empfehlenswert, bei der Mückenbekämpfung die Hille von Personen zu Rate zu ziehen, die mit den Bekämpfungsmethoden vertraut sind. /Deutsches Leben in Jugoslawien.^ Der Gau Ausland im NS. - Lehrerbund des K r e i f e s'G i e ß e n hielt unter Leitung von Kreisschulrat Dr. Henß gestern nach- mittag im Physiksaal der Schillerschule eine Versammlung ab, die von zwei Vorträgen ausgefüllt war. Zunächst sprach Universitätsprofessor D. Cordier vom deutschen Leben in Iugoslavien. Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Iuaosla- vien sei einer jener Staaten, die nach dem Weltkrieg auf dem Nationalitätenprinzip neu aufgebaut worden seien. Es sei ein Land der Widersprüche und der Kulturscheide: südlich der Orient, nördlich der Okzident. Orthodoxe Kirche und Moschee begegneten sich hier in charakteristischem Gegenüber. Die Save lei die Grenze zwischen Orient und Ozi- dent. Iugoslavien sei der Staat der befreiten Serben, der Kroaten und der Slovenen. Mancherlei andere Völker beeinflußten aber das Geschick de' Landes. 700 000 Deutsche leben in Iugoslavien Sie seien hauptsächlich in der Batschka und im Banat vereinigt. Das Deutschtum im Banat und in der Batschka sei allerdings nicht zu vergleichen mit dem Deutschtum in Siebenbürgen, denn es handle sich hier um Siedlungen aus dem 18. Jahrhundert. Die Deutschen in Iugoflaoien seien Untertanen geblieben. Sie seien in ein Land der Sümpfe und der Malaria geraten, aber auch in ein Land der üppigsten Fruchtbarkeit. Die Batschka- und die Banatbauern feien zwar reich geworden, zu höherer eigener Kultur hätten sie es aber nicht gebracht. Vielmehr schielten sie zum Schaden ihres Volkstums nach Budapest. Durch den Krieg sei allerdings auch hier Wan- del geschaffen worden. Heute- wende sich die 3m cf« ’-ttornotuciL — Tageskalender für Donnerstag: Stadttheatcr, 20 bis 22.30 Uhr, „Am Himmel Europas" (Deutsche Bühne). — Gießener Konzertverein, 20 Uhr, Stadtkirche, Konzert Professor Günther Ramin. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Verdun". — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, Deutsche Bühne, Reihe 1: ungerade Mitgliedsnummern, das Schau- spiel: „Am Himmel Europas" von Schwenzen- Malina: Spielleitung: Anton Neuhaus. Ende: gegen 22.30 Uhr. — Freitag, 24. November, 8. Vorstellung im Freitag-Abonnement: „Wenn der Hahn kräht", Dolksftück von August Hinrichs: Spielleitung: Anton Neuhaus. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Sonntag, 26. November, außer Abonnement zu ermäßigten Preisen Erstauf- führung des Schauspiels „U-Boot 116" von Karl Lerbs. Spielleitung: Kurt Lüpke. Spieldauer von 19.30 bis 21.30 Uhr. — Die Volkshochschule macht darauf aufmerksam, daß zu dem heute abend stattsindenden Lehrgang über „Erbgesundheits- und Rassenpflege", sowie zu allen übrigen Lehrgängen noch Anmeldun- gen jederzeit erfolgen können. Näheres siehe heutige Anzeige. •* Der preußische Buß- und Bettag machte sieh gestern im Straßenverkehr unserer Stadt erheblich schwächer bemerkbar, als in früheren Jahren. Zwar ging das Ausmaß des Verkehrs über den gewohnten alltäglichen Rahmen hinaus, aber die Menschenmassen, die man früher an diesem läge hier zu sehen gewohnt war, blieben gestern doch aus. Die Reichsbahn ließ mittags und abends die Züge in Richtung Wetzlar und Marburg verstärkt fahren: aber auch da zeigte sich die geringere Frequenz deutlich. Es ist auch hier unverkennbar, daß der Sinn für die Heilighaltung dieses hohen Feiertags unserer evangelischen Kirche seit der nationalsozialistischen Revolution sich erfreulicherweise mehr als früher wieder durchlebt •• Die Aliceschule einschließlich des Fröbel- Seminars veranstaltet am Freitag und Samstag dieser Woche eine Nachmittagsunterhaltung. Eine Ausstellung aller Arten von Bastelarbeiten, Nadel- arbeit, Hausarbeit und Speisen soll Interesienten Anregung geben. Vorführungen von Kleidung»- stücken, Turnübungen, Kinder und Märchenspielen sollen für Kurzweil sorgen. Die Räume werden um die Erhaltung der völkischen Eigenart sei fast aus- sichtslos. In feinen weiteren Schilderungen wandte sich der Vortragende bann dem Deutschtum im Banat und in der Batschka zu, die zwar die Säulen des Deutschtums in Iugoslavien seien, aber auch setzt durch die mangelnde Absatzmöglichkeit ihrer Produkte in großem Notstand wären. Dabei sei ein unsozialer Geist eingezogen, der einer Krisis zu- (teure. Unaufhörliche, wenn auch in der Form nicht Immer glückliche Arbeit für das Deutschtum werde von dem Deutschen Kulturbund in Nowisat geleistet. Schließlich berichtete Prof. D. Cordier noch verschiedene Beispiele völkischer Aufopferung. Die Deutschen in Iugoslavien seien zum größten Teil an der Deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts vorüber- gegangen. Als ein Segen habe sich der Vertrag von Trianon insofern erwiesen, als er das Deutschtum von Ungarn losriß und auf sich selbst verwies. So sei das Deutschtum in Iugoslavien zur Teilnahme am Geschick des Mutterlandes geführt wor- den. Heute aber sei feder mehr oder weniger mit Herz und Seele mit dem neuen Deutschland verbunden. Das bedeute für das Mutterland eine ernste Verpflichtung. (Lebhafter Beifall.) Den zweiten Vortrag hielt Frl. Schumacher- Wuppertal-Barmen. Die Rednerin sprach aus eigner Erfahrung über das gegenwärtige deutsche Leben in Südwestafrika. Sie umriß zunächst die Geschichte der deutschen Kolonie Südwestafrika, kenn- zeichnete die geographischen Verhältnisse des Landes und schilderte sehr anschaulich die Typen der eingeborenen Bevölkerung. Mit besonderem Interesse wurden ihre Ausführungen über den Kampf um die deutsche Schule ausgenommen, mit ebenso großem Interesse hörte man auch von dem Verhältnis zwischen den Deutschen und der Mandatsherrschaft, von den Praktiken der englischen Mandatsregierung zur Unterdrückung des Deutschtums und schließlich von der Arbeit, die deutsche Dereiniaungen zur Unterstützung des Deutschtums in Südwestafrika leisten. Der Vortrag wurde durch die Schilderung einer Fülle kleiner eigner Erlebnisse und durch eine Anzahl Lichtbilder illustriert. Kreisschulrat H e n ß schloß mit Dank an die Vortragenden die anregende Versammlung. Wicftcncr '*Lotftenmnr tvrcisc. * Gießen, 23. Noo. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,40 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 14 bis 15, Wirsing, das Pfund 8 bis 12, Weißkraut 6 dis 7, Rotkraut 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 10, Spinat 12 bis 15, Römifchkohl 10, Unterkohlrabi 6 bis 7, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25 Pf., Feldsalat 1 Mk., Tomaten 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 20 dis 25, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3/4 Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 18 Pf., Birnen 10 bis 15, Honig 40 bis 45, Nüsse 40 bis 60, junge Hähne 70 bis 75, Suppenhühner 60 bis 65, Gänse 60 bis 70, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 5 l»s 10, Lauch, 5 bis 10, Rettich 10, Sellerie 5 bis 25 Pf- Gesundheit für die Innung, deren Mitglieder und das Fleischerhandwerk tätig zu fein, zumal damit auch unserem neu erstandenen, geeinten Vaterland gedient wird. Die Fleischer-Innung Gießen hat es sich nicht nehmen lassen^ ihrem langjährigen Geschäftsführer in der Generalversammlung am letz- ten Montag die ihm gebührende Ehrung zuteil werden zu lassen, und hat ihm u. A. die „Goldene Ehrennadel" der Innung überreicht. TlSOAp. In der Ortsgruppe Gteßen-Süd findet am morgigen Freitag, 24. November, 2030 Uhr, im Physiologischen Institut, Friedrichstraße, ein Luftschutzabend für die Zellen 4, 5 und 6 statt. Pg Schuchhardt von der Technischen Nothilfe wird über das Thema „Bau und Einrichtung von Luft- schutzräumen" sprechen. Die Mitbürger tm Bereiche Der Zellen (Frankfurter Straße, Bahnhöfe und Schiffenbergertal) sind zu diesem Vortrag einge- laden. , _ . k, Der NS.-Lehrerbund Gießen-Stadt hält am morgigen Freitag um 16 Uhr in oer Turnhalle der Oberrealschule eine Dezirksversamm hing ab, In deren Mittelpunkt -in Vortrag über „Nationalsozialismus und Iugendbünde stehen wird. 0 t Die NS. - Beamtenabteilung, K reis Gießen, hat am kommenden Montag 27 Noo von 19 bis 20 Uhr, im Saale des Caf6 Leib zu Gießen einen Schulungsabend. Der Kreisschulungs- leiter der NS Beamtenabteilung Dr. Wodaeae spricht über das Thema „Der deutsche Beamte im Wandel der Zeiten bis zum Dritten Reich Bezug verbilligtet- Kartoffeln. Alle hilfsbedürftigen Sozialrentner, die noch keine Kartoffeln erhalten haben, wollen sieh bei Heinrich Böhling bis spätestens Samstag, 25. November, meIl>en®e|amtöerbanb deutscher Arbeltsoofer in der Deutschen Arbeitsfront, Zahlstelle Gießen. Oie Uluefenbefomprunq im Wmter Die günstigen Witterungsverhältnisse des letzten Jahres haben uns nicht nur eine reiche Ernte und einen guten Wein beschert, sondern gleichzeitig auch zu einer starken Vermehrung der Fliegen, Mücken und mancher anderer menschenfeindlicher Parasiten geführt. Es sei hier nur auf die starke Vermehrung er Ohrwürmer hingewiesen Auch die lästigen Stechmücken haben sich im letzten Sommer viel stärker bemerkbar gemacht, als in den vorhergehenden Jahren. Da nun all diese Parasiten nicht nur den Menschen lästig fallen, sondern auch gefährlich werden können, da sie ohne Zweifel Die Erreger von Infektionskrankheiten übertragen, so ist es unbedingt erforberürf), der Bekämpfung dieser Insekten stärkste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es klingt vielleicht widersinnig, jetzt im Winter von einer Mückenbekämpfung zu reden, und es ist auch durchaus richtig, daß die Houptzeit der Mückenbekämpfung die Sommerzeit ist, aber trotzdem wird die Sommermückenbekämpfung nur dann erfolgreich fein, wenn sie durch eine energisch durchgeführte Mückenbekämpfung in den Wintermonaten ergänzt wird. Wie bei der Bekämpfung aller tränt- hestsübertragenden Insetten, so muß auch bei der Mückenvernichtung die Lebensweise dieser Tiere berücksichtigt werden, wenn man Fehlschläge vermeiden will. Die wichtigsten uns belästigenden Mückenarten legen in den warmen Sommermonaten Ihre Eier im Wasier ab, aus denen sich nach einiger Zeit die Larven entwickeln. An das Larvenstadium schließt sich dann das Stadium der Puppen an, und aus der Puppe schlüpft nach einiger Zeit die ertige Mücke hervor, die bann wieder ihre Eier ns Wasser legt. Dieser Entwicklungstreislauf spielt ich jedoch nuj Im Sommer ab. Im Winter zieht ich die erwachsene Mücke zum Winterschlaf in 1430 Uhr im Lass Leib geöffnet wo ein Kasperl und allerlei Spielbuden für Unterhaltung der kleinen sorgen werden, bis um 16.30 Uhr die Vorführungen für die Erwachsenen beginnen. "Slraßensperrungs Nachrichten, mit- geteilt vorn Oberhessischen Automobil-Club E. B. Gießen: Folgende Sperrungen werden aufgehoben: Die Sperre der Straßenftrecke Ranstadt—Selters ab 26. November, die Sperre der Straßenftrecke Düdelsheim—Findörferhof ab 27. November. Schöffengericht Gießen Dem Arbeiter W. K., zur Zeit In Untersuchungs- haft, wurde oorgeworfen, ein Fahrrad unterschlagen und außerdem eine Urkundenfälschung begangen zu haben. Die gestrige Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte sich von seinem Brotgeber in Lollar ein Fahrrad lieh, um auf den Gießener Wochenmarkt zu fahren. In Gießen verkaufte er das Fahrrad an einen Fahrradhändler. Um das zu ermöglichen, bediente sich der Angeklagte des Namens seines Arbeitgebers. Der Vertreter der Anklage beantragte unter Würdigung der Umstände, daß der Ange- klagte in Notlage handelte, auf der anderen Seite aber einen schweren Dertrauensbruch gegenüber seinem Arbeitgeber beging, eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Das Gericht erkannte auf sechs Wochen Gefängnis unter Anerkennung von einem Monat Untersuchungshaft. Strafmildernd fiel außer den oben angegebenen Umständen die Tatsache ins Gewicht, daß der Angeklagte lediglich einmal wegen Bettelei vorbestraft ist. Sodann hatte sich das Gericht mit dem schon einschlägig Dorbeflrarten Kaufmann Karl ® e r n a n b aus Gießen zu beschäftigen, dem die Anklage den Tatbestand des Betrugs zum Vorwurf machte Anfangs 1932 bestellte der Angeklagte, der Wohlfahrts- Unterstützung bezog, von einer Berliner Firma einen Posten Maskenkostüme im Werte von etwa 900 Mk. In einem Briet an die Firma stellte sich der Angeklagte als durchaus gut situierten, seriösen Geschäftsmann dar, was die Firma zur Lieferung der Baren veranlaßte. Der Kaufpreis blieb jedoch aus. Der Angeklagte machte sich damit des Betruges tm Rückfalle schuldig Der Staatsanwalt beantragte eine Gesängnisstrafe von sechs Monaten. Das Urteil lautete auffünfMonateGesängnis. D^e Kosten trägt der Angeklagte. Der Schneider Wilhelm R isken aus Gießen beleidigte die Regierung der nationalsozialistischen Revolution. Weiter machte sich der Angeklagte des Hausfriedensbruches und der schweren Körperverletzung schuldig, indem er dem Zeugen Dehrum mit einem Bierglas derart auf den Kops schlug, daß der Mann sich in ärztliche Behandlung begeben muhte. Entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts verurteilte das Gericht den Angeklagten zu sieben Monaten Gefängnis unter Anrechnung von fünf Wochen Untersuchungshaft. Straferschwerend kamen die Vorstrafen und das ganze Serbelten des Angeklagten in Betracht. Wegen gröblicher Beleidigung der SA. erhielt die Ehefrau Cäcilie Velten, geb. Baumann, die schon oft vorbestraft ist, eine Gefängnis st rase von dreieinhalb Monaten. Außerdem trägt die Angeklagte die Kosten des Verfahrens. Obecheffen Dereinsführer Karl L o das Vaterland. mit und Gemeinden längere Zeit beschäftigen zu können. Bürgermeister Ritter (Bingen) schilderte im weiteren Verlauf der Versammlung die Stellung der Bürgermeister im neuen Staat. Der Versammlungsleiter schloß die Sitzung dem dreifachen „Sieg-Hell! auf den Führer heißen. Sodann überreichte Herr L o tz dem ->ange»- bruber Ludwig Wolf für 25jäbrige «ängertötigkelt im ehemaligen Lahntalsängerbund eine «bren- urkunde und die Sängernadel. Bei guten abor»ertrügen. geleitet von Lehrer Ilge J heiteren Darbietungen verbrachten bie Mitglieder einige frohe Stunden. _ ... Langsdorf, 21 Noo. Heute wurde hier einer unserer letzten Veteran en von 1 870/71 zu Grabe getragen, der ehemastae Schuhmacher und Eisenbahner Balthasar luö- w i g. Der aus Rodhelm o. d. H. Gebürtige ruckte 1870 mit dem Gießener Regiment ins Feld und machte den ganzen Krieg mit, zuletzt beim Sanitätspersonal. Dem «m 84. Lebensjahre Verstorbenen erwies der Kriegerverein die üblichen militari- beschaffungsprograrnm durchgeführt werden. ch Lich, 22-7100. Am Samstagabend beging der Männergesangverein „Eäcili e'. einer der ältesten unserer Provinz, den ZeitoerlMtnissen entsprechend in schlichter Weise die Feier seines 9 6. Stil- tungsfestes. Ehrenmitglieder, aktive und passive Mitglieder und deren Familien wurden von dem rübrer Karl Log herzlich willkommen ge- Sodann überreichte Herr Lotz dem Sange»- an .(I c.-.- OEiSL-l lirtf#11 Eine Melkerschule auf dem Selgenhof bei Ulrichstein. Don der Landesbauernschaft Hessen- Nassau (Bauernkammer) wird uns mitgeteilt: „Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Hauptabteilung II, kann jetzt auch eine M e l k e r s ch u l e ihr eigen nennen. Am 4. Dezember wird auf dem Versuchs- und Lehrgut Selgenhof bei Ulrichstein der erste zweiwöchige Lehrgang für Bauernsohne und Junglandprirte eröffnet werden. Das Milchvieh ist mit der wertvollste Teil des Inventars des bäuerlichen Betriebes, seine sorgfältige Pflege und Fütterung ist die wichtigste Voraussetzung für eine gesunde Wirtschaft. Hierzu ge- hört vor allem auch sachgemäßes Melken, wird hierdurch doch nicht nur der Milchertrag er- höht, sondern vor allem auch die Gesundheit und die Lebensdauer der Milchkühe verlängert. Wie oft sind Euterentzündungen und dadurch verursachte Dreistrichigkeit ausschließlich eine Folge mangelhaften Melkens. Leider haoen oft unsere Bauernsöhne für den Kuhstall nicht bas erforderliche Interesse. Sie überlassen der Mutter, den Schwestern oder der Magd die Pfleae der Kühe, und nur im Falle dringender Not nehmen sie auch einmal selber den Melkeimer zwischen die Knie, obwohl sie an manchem kurzen Wintertag, wenn die Außen- arbeit ruht, den dann mehr beschäftigten Frauen diese Arbeit sehr gut abnehmen könnten. Um bei den Iungbauern hierführ mehr Verständnis zu wecken, ist die neue Melkerschule ins Leben gerufen. In eingehenden theoretischen Unterweisungen und vor allem in praktischen Hebungen werden die jungen Leute mit allem vertraut gemacht, was man für die Zucht und für die Haltung des Rindviehs können und wissen muh. In freundlichen Räumen werden die Teilnehmer des Lehrgangs wohnen. In fröhlicher Kameradschaft wird ein Wetteifer einsetzen, den richtigen Tielfgriff am schnellsten zu erlernen und die sauberste Milch zu ermelfen. Außer zwei wissenschaftlich vorgebildeten Beamten und dem Melkmeister des Gutsbetriebes werden der Direktor des zuständigen Tierzuchtamtes, ein Veterinärrat und mehrere Landwirtschaftsräte sich um die Belehrung der Teilnehmer bemühen. Es ist zu hoffen, daß die Lehrgänge bet unseren Bauern das Verständnis finden, das sie verdienen, und daß sie unseren Iungbauern und -bäuerinnen — ein Lehrgang für Mädchen wird bald folgen — helfen, geschickter für ihren schönen Berus zu werden. Wissen und Können ist das Rüstzeug, das auch der im Dritten Reiche wieder zu der verdienten Achtung gekommene deutsche Bauer nicht entbehren kann. Möge die neue Melkerschule recht vielen beides vermitteln. Anmeldungen und Anfragen sind an die Landes- bauemschaft Hessen - Nassau, Hauptabteilung II (Bauernkammer), Darmstadt, oder an das Tier- zuchtamt Gießen zu richten. Die Teilnehmergebühr beträgt für den ganzen Kursus 6 Mark. Für Wohnung und reichliche Verpflegung werden je Tag 2 Mark berechnet. Für das Kostgeld wird auch gesunder, trockener Hafer in Zahlung genommen. Bürgermeisterversammlung in Nidda O Nidda, 21. Nov. Dieser Tage fand hier Im Garnbrlnussaal die Monatsversammlung der Bürgermeister des Kreises Büdingen unter Leitung des Vorsitzenden. Bürgermeister Albrecht (Düdelsheim), statt. Als Ehrengäste waren anwesend Kreisdirektor Dr. Gähner und Regierungsrat Dr. Lotz vom Kreisamt Büdingen, Bürgermeister Ritter (Bingen) als Vorsitzender des Gemeindetages, Dr. L i st vom Arbeitsamt Gießen, Kreisbauernsührer Hofmann (Ranstadt), Kreisbetriebszellenleiter Weber (Ranstadt), Kreis- obftbauinspektor Metternich (Büdingen) und Obstbauinfpektor Pfeiffer von der Bauernkammer. Der Einladung waren fast alle Bürgermeister gefolgt. Dr. L i st sprach zuerst über die Arbeitsbeschaffung in den kommenden Wintermonaten. Er hoffe, durch Mehrbeschäftigung in den Silin- brüchen und durch Holzhauerarbeiten ein Anwach- sen der Arbeitslosenzahl vermeiden zu können. Außerdem bat er die Bürgermeister, bafür einzutre- ten, daß die Anträge für die Herstellung von In- standsetzungsarbeiten an Gebäuden und für die Gewährung von Zuschüßen zur Herstellung von Woh- nungen recht zahlreich eingereicht werden, damit auch dadurch eine Entlastung des Arbeitsmarktes eintrete. Weiterhin solle durch Notstandsarbeiten eine planmäßige Obstbaumbehandlung gegen pflanz- liehe und tierische Schädlinge vorgenommen werden. Man hoffe, auf diese Weise 443 Arbeitslose in 30 Schweincmarlk in Friedberg. Friedberg, 22.Nov. (WSN.) Der Austrieb zum heutigen Schweinemarkt betrug 405 Jungtiere. Ls wurden bezahlt für sechs Wochen alle Tiere 8 bis 10 Mk., für 6 bis 8 Wochen alte 10 bis 12 Mk., für 8 bis 12 Wochen alte 12 bis 16 Mk. Der Markt wurde geräumt. Landkreis (»Heften • Staufenberg, 21, Noo. Arn Sonntag veranstaltete der Turnverein Staufenberg im Saale der Burg einen Werbeabend xugun- stenderWinterhilfe. Nach einleitenden Worten des 1. Vereinsführers und einem Sieg-Heil! auf den Reichspräsidenten, den Volkskanzler und die Reichsregierung begann unter Mitwirkung einer Musikkapelle das turnerische Programm. Sämtliche Uebungen der Geräteturner, der Turnerinnen und besonders der neu ausgestellten Bodenturngruppe fanden lebhaften Beifall. 35 Mk. konnten als Ertrag her Veranstaltung dem Winterhilfswerk zugeführt werden. ? Reiskirchen, 22. Noo. Der hiesige G e • werbeoerein hielt am Samstagabenb eine außerordentliche Generalversammlung ab. Der Orts- ?Gruppenführer des NS.-Hago D e b u s, der als teUoertretenber erster Vorsitzender die Versammlung leitete, gab einen genauen Rechenschaftsbericht. Insbesondere berichtete er den Inhast einer Besprechung, die er am Tage zuvor in Darmstadt gehabt hatte. Das (Ergebnis Der lebhaften Aussprache war die fofortiae Auflistung des Vereins durch einstimmigen Beschluß. Der seitherige erste Vorsitzende, Bürgermeister Launspach, wird als Beisitzer In den Ännungsausschuß ausgenommen. Das gesamte Vermögen, das durch sparsames Wirtschaften nicht gering ist, wird auf Verlangen dem ynnungsaus- schuß zur Verfügung gestellt. Anschließend fanb eine Mitgliederversammlung des N S. - H a g o statt. Ortsgruppenführer D e b u s wußte hier zu berichten, daß durch die Tätigtest der Regierung auf dem Gebiet der Arbeitsbeschaffung em neuer Schaffensdrang durch das Volk, geht, und daß hierbei ganz besonders der gewerbliche Mittelstand berücksichtigt wird, verdient besondere Anerkennung. Durch die Gewährung von Zuschüssen für Bauzwecke ist gerade in unserer Gemeinde eine große Anzahl von Neu- und Umbauten vorgesehen, so daß für das gesamte Bauhandwerk, wie Maurer, Weißbinder, Zimmerer, Pflasterer usw. Beschäftigung bis in das Frühjahr gewährleistet wird. Der Sprecher wies darauf hin, daß jeder Handwerker richtig kalkulieren soll. Jedoch solle er sich davor hüten, durch Unterbietung sich selbst Schaden zuzusügen. Zum Schluß wandte er sich noch gegen die Warenhäuser und die damit verbundene Benachteiligung des Mittelstandes, die jedem Volksgenossen klar vor Augen stehen müsse. Sein „Sieg-Heil" gatt dem neuen Deutschland und seinem Führer Adolf Hiller. is. Steinbach, 22. Nov. Der Fußball- sportoerein 1 926 eröffnete am Sonntag im Saale „zum Einhorn" den Reigen der Winterveran- jtaltungen mit der Operette „Der Postillion von Rothenburg". Die Rollen war sehr gut besetzt, sämtliche Spieler gaben ihr Bestes. Anschließend fand eine Verlosung und Tanz statt. — Am Montaa begannen die Holzhauerarbeiten im hiesigen Gemeindewald Es wird in drei Rotten zu je acht Mann gearbeitet. Der Anfall an Holz beträgt etwa 1200 Festmeter. > Holzheim, 22. Nov. Am Montagabend wurde hier eine Ortsgruppe der NS. -Frauenschaf t gegrünhet Als Rednerinnen waren anwe send Frau Dr. Harth (Allendors a. d. Lumda) und Frau Brinkhof (Kassel). 49 Frauen traten als Mitglieder bei. Frau Sophie Jung wurde zur Führerin bestimmt. — Bei der dieser Tage abgehaltenen W a l d j a g d wurden 6 Rehe und 52 Hasen zur Strecke gebracht. Gegenwärtig werden hier Bohroersuche zur Erfassung einer Quelle für eine Wasserleitung oer Gemeinde Holzheim unternommen. Die Arbeiten sollen im Arbeit»- ZEISIGE Welche Vögel bleiben uns im Winter lreii? BLAUMEISEN HAUBENLERCHE i ZAUNKÖNIG KREUZSCHNABEL DOMPFAFF Unsere Zeichnungen zeigen die wichtigsten Singvögel, die in unseren Breiten auch den Winter über ausharren und zum Teil Zuzug von Artgenossen aus dem kälteren Norden erhalten. Besonders in den Anlagen der Städte sind diese gefiederten Sänger leicht zu beobachten, wenn die Natur draußen verschneit ist und sie auf den Wegen der Menschen ihre Nahrung suchen. schen Ehren. Wir haben jetzt noch zwei Mitkämpfer aus dem deutsch-französischen Krieg. Seinen Sohn Otto Ludwig, Sergeant in demselben J.-R. 116, mußte er schon 1914 dem Vaterland opfern. (D Obbornhofen, 21. Nov. Unter Leitung des hiesigen Arbeitsausschusses für das Winterhilfswerk fand dieser Tage im Saal von Erich H e n z e l zum Besten des Winterhilfswerks eine Wohltätigkeitsveranstaltung statt. Durch die Mitwirkung des Gesangvereins, oes Turnvereins und des BdM. konnte ein reichhaltiges Programm geboten werden. Stützpunktleiter Kämmerer begrüßte die Teilnehmer und erklärte, daß alle eingehenden Spenden aus diesex Veranstaltung dem Winterhilfswerk zufließen. Bürgermeister Kammer wies in hiner Ansprache auf den Zweck dieser Veranstaltung und auf die Bedeutung der Worte unseres Führers hin, daß in diesem Winter niemand in Deutschland hungern und frieren dürfe. Er forderte zum engeren Zusammenschluß der Volksgemeinschaft auf. Mit einem 3m Kampfe gegen hunger und Kälte kauft jeder Deutsche im wagner-Gedkjchtmsjahr die Richard- Wagner-Wohlfahrtsbriefrnarken und -Po st karten! dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer schloß er seine Ansprache. Die gut vorgetragenen Lieder des Gesangvereins „Frohsinn" unter Leitung seines Chormeisters R. Glockengießer wurden mit reichem Beifall ausgenommen, ebenso die gut eingeübten Reigen des BdM., die für die Führerin Emmi Lindemeier ein gutes Zeugnis ablegten. Der Turnverein zeigte Glanzleistungen turnerischen Könnens, insbesondere im Stellen einiger Pyramiden. Die Turner und ihre Führer R. Hahn 2. und A. Leschhorn fanden viel Anerkennung. Die Schulkinder trugen durch Lied- und Gedichtoorträge sehr zur Unterhaltung bei. Musik füllte die Pausen. Zum Schlüsse sang man gemeinsam die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. Befriedigt verließen die Teilnehmer des Abends den Saal. Der Ertrag in höhe von 42,34 Mark wurde zugunsten des Winterhilfswerks der Ortsgruppenkasse der NS.-Winterhilfe in Trais-Horloff zugewiesen. *Friedberg,21. November. Die Standortgruppe Friedberg des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, hielt am Freitag im Trappschen Saal einen Deutschen Abend ab. Der Standortgruppenführer, Major a. D. Bruch, konnte neben den zahlreich erschienenen Kameraden und ihren Angehörigen, auch die Vertreter der Kreisleitung der NSDAP., des Kreisamtes, der Stadt Friedberg usw. begrüßen. Besonderen Gruß entbot er dem Stahlhelm-Gauführer, Kameraden Dr. Dehner- Gießen. Der Redner des Abends, Kamerad Professor Dreher, hielt sodann einen Vortrag über das Thema: „Landesverrat und Kriegsschuldlüge, die Eckpfeiler der Weimarer Republik". Der Vortragende schilderte im Verlaufe seiner ausgezeichneten Ausführungen an Hand zahlreicher amtlicher Dokumente, Flugblätter, Zeitungsausschnitten und anderen Unterlagen die verhängnisvolle Rolle der Marxisten, während des Krieges und vor allem auch in'der Nachkriegszeit. Er belegte aus der bekannten Schrift des französischen Nachrichtenoffiziers Desgranges aus dessen Buch: „In geheimer Mission beim Feind" die Zusammenarbeit von Führern der SPD. mit den feindlichen Nachrichten- und Propagandastellen. Seine Rede klang aus in dem Wunsche, daß es dem Volkskanzler Adolf Hitler gelingen möge, das Werk der deutschen Erneuerung zum siegreichen Ende zu führen. Kreis- und Batl.-Führer, Oberleutnant a. D. Kunze, dankte dem Redner für seine trefflichen Worte und bekannte sich mit dem Stahlhelm zu den Führern Hindenburg, Hitler und Seldte. Der Abend war von den musikalischen Darbietungen der Stahlhelmkapelle umrahmt und verlief im Geiste echter Frontkameradschaft. Alrc . r.ltn y. Schotten, 21. Nov. Der hiesige Kanin-, chenzuchtoerein veranstaltete in der hiesigen neuen Turnhalle eine Ausstellung der Kaninchenzucht. Im Beisein der Vertreter der Behörden und Verbände wurde die Ausstellung mit einer Ansprache des Vorsitzenden Biedenkapp eröffnet, der die Anwesenden begrüßte und auf die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Zucht hinwies. Ein Rundgang durch die Ausstellung lieferte den Beweis, daß die Zucht hier auf der höhe steht. Es fielen besonders die prächtigen Exemplare der schönen weißen Angorakaninchen, die Blauen Wiener und die Marburger Fehkaninchen auf. Die Turnhalle war prächtig in den Farben des neuen Reiches und der Stadt geschmückt. Die Ausstellung weckte lebhaftes Interesse in der Bevölkerung. — Am Samstagabend hielt der Schottener Männerchor 18 3 7 in der Turnhalle sein Winterkonzert ab, das sich regen Zuspruchs erfreute. Nach dem Tod des verdienstvollen Dirigenten L. Süsse l hat Chormeister und Musiklehrer N a g e l s ch m i d t aus Büdingen die Leitung des Chores übernommen und den Männerchor durch ausgezeichnete Schulung und Disziplin auf eine sehr beachtliche höhe gebracht. Eine Reihe von Volksliedern von Silcher, zwei Lieder vom Chorleiter selbst, der schwierige Kaiserpreischor „Der Choral von Leuthen" legten Zeugnis von dem Können des Chores ab. Herr Karl Bock (Lorbach), von Frau N a g e l s ch m i d t begleitet, trug mehrere wertvolle Violinstücke mit großem musikalischem Verständnis vor. Das Streichorchester unter Leitung von Herrn Polster spielte schwungvoll mehrere Stücke. Der Abend war ein voller Erfolg für den Verein. (D Wohnfeld, 21. Nov. Durch Regierungsrat Schwan (Schotten), den man in letzter Zeit wegen seiner Verdienste um den Aufbau Freiwilliger Feuerwehren im Kreis Schotten einmal den „Vater der Freiwilligen Feuerwehr" genannt hat, wurde hier eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Es ist bezeichnend 'für die Disziplin unserer jüngeren Generation, daß sofort nach dem Signal für Probealarm fast alle Wehrpflichtigen zur Stelle waren. Der Kommandant konnte dem Kreis-Feuerwehrinspektor E b e r h e i m (Schotten) 32 Mann melden, für unser kleines Dorf eine stattliche Zahl. Nachdem Regierungsrat Schwan kurz über die jährlichen Feuerschäden in unserem Vaterlande gesprochen hatte, malte er in anschaulicher Weise die Auffassung von Pflicht- und Hilfsbereitschaft im Dritten Reich aus. Im nationalsozialistischen Staat sollte es eigentlich nur freiwillige Wehren geben, so führte er u. a. aus, aus dem Gefühl der Schicksalsverbundenheit heraus, ganz besonders auf dem flachen Lande. Aus dem 72jährigen Kreis-Feuerwehrinspektor Eber he im sprach der erfahrene Wehrmann, als er die Forderung aufstellte: Ausbildung aller an allen Geräten, damit überleitend zur Einführung des Einheits-Feuerwehrmanns. Unser Bürgermeister Scharmann ging mit gutem Beispiel voran und stellte sich der neugegründeten Wehr sofort zur Verfügung. Regierungsrat Schwan schloß den Gründungsappell mit dreifachem Siegheil auf Führer und Vaterland. l. Gedern, 21.Nov. Zu Gunsten des Win- terhilsswerkes veranstaltete die Hitler- Jugend der NSDAP. Ortsgruppe Schotten hier in der Turnhalle einen Deutschen Abend. HJ.-Scharsührer Hermann G u l k e - Gedern begrüßte die zahlreich Erschienenen und hieß sie willkommen. Vom Schottener Jungvolk wurde das Theaterstück „Jungoolklager" sehr schön zur Ausführung gebracht. Jungens des Jungvolkes und der Hitler-Jugend trugen abwechselnd Gedichte in oberhessischer Mundart vor; sie ernteten damit großen Beifall. Sodann wurde ein Zweiakter von der Schottener Hitler-Jugend mit großem Erfolg gespielt. Ein Arbeitsdienstwilliger vom Gederner Lager brachte einige Gedichte im Frankfurter Dialekt zum Vortrag. Den Höhepunkt bildete eine Humoreske, deren Darsteller, ein hitlerjunge aus Schotten, stärksten Beifall fand. Mit einigen, das Laaerleben der Hitler-Jugend schildernden lebenden Bil- . dern wurde der Deutsche Abend sehr wirkungsvoll abgeschlossen. Filmwart W.Limpert von der | Ortsgruppe Gedern gab zum Schluß noch bekannt, i daß am Mittwoch, 29. November, der Tonfilm I „SA.-Mann Brandt" in der Turnhalle zu Gedern zur Aufführung gelangt. — Dem von seinem Amte zurückgetretenen Untererheber Konrad G e r l a ch wurde von dem Landesfinanzamt in Darmstadt im Namen des Reichs für feine der Reichsfinanzve» waltung geleisteten treuen Dienste besonderer Dank ausgesprochen und hierüber eine Urkunde über« geben. Kreis Alsfelo. st. Kirtorf, 21. Nov. In einer Sitzung der evangelischen K i r ch e n g e m e i n d e v e r e tretung war beschlossen worden, eine Luther- lind e an der Straßenkreuzung Wahlen—Arnsheim zu. pflanzen. Die Gemeindevertretung hat den Platz zugestanden. Die Lutherlinde wurde am vergangenen Sonntag gepflanzt. — Nachdem vor kurzem in unserer Gemeinde eine größere Notstands- arbeit, die Teil-Chaussierung der Dreispitze-hohl, vollendet worden ist, hat vor wenigen Tagen der Ausbau eines anderen Feldweges, der sogenannten Ruhhecke-hohl, begonnen. Es werden gegenwärtig 21 Notstandsarbeiter beschäftigt. Lutherseiern in Oberheffen. Landkreis Gießen. # 5) a u f e n, 22. Nov. Der Luthertag wurde auch hier festlich und würdig begangen. Unsere Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. SA., Hitlerjugend und Jungvolk, sowie die Ortsgruppe des Bundes Deutscher Mädchen (BDM.) nahmen geschlossen am Gottesdienste teil. Besonders eindrucksvoll war ein Wechselgespräch zwischen dem Geistlichen und zwei Sprechchören (Schüler der Oberklasse) von der streitenden Kirche Christi. Die Gemeinde antwortete im Wechselgesang mit dem Lutherliede: „Ein feste Burg". Der Ortsgeistliche zeigte in der Predigt Dr. M. Luther als den großen Streiter der Kirche Christi. Der Frauenchor umrahmte das Ganze mit einigen schönen Liedern. £ Villingen, 21. Nov. Der Luthertag wurde in unserer Gemeinde in dem gutbesuchten Gottesdienst festlich begangen. Im Mittelpunkt der Predigt stand das Wort Römer 7, 24 bis 25: „Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen aus dem Leib dieses Todes? Ich danke Gott durch Jesum Christum unseren Herren." Am Abend versammelte sich die Gemeinde zahlreich in andächtiger Stille im Strackschen Saale. Nach dem gemeinsamen Gesang des Lutherliedes „Ein feste Burg", einer Ansprache des Ortspfarrers über die Bedeutung des Luthertages und einem Vortrag des Gesangvereins stellte die schulentlassene Jugend vier Bilder, die das Geschehen der Reformation veranschaulichten. Luther in Erfurt, Wittenberg, Worms und auf der Wartburg. Melodien der Lutherlieder, Lutherwsrte und Gedichte umrahmten erläuternd die Bilder. Den Höhepunkt bildete der Sprechchor „Luther, der Kämpfer" von Otto Bruder. Die andächtige Stille bewies die innere Teilnahme der Hörer. Mit einem Schlußwort und dem gemeinsamen Gesang von „Erhalt uns Herr bei deinem Wort" schloß die eindrucksvolle Feierstunde. Krel« Schotten. (U Sch o tt e n, 22. Nov. Die Feier desLuthe r- t a g e 5 am letzten Sonntag gestaltete sich zu einem erhebenden Erlebnis und zu einem mannhaften Bekenntnis der evangelischen Bevölkerung zu Deutschtum und evangelischem Christentum. Die Straßen der Stadt wiesen reichen Flaggenschmuck auf. Unter dem feierlichen Geläute der Kirchenglocken bewegte sich ein stattlicher Festzug von Kirchenbesuchern zu unserer altehrwürdigen Stadt- kirche, in der unter stärkster Beteiligung aller Volkskreise der Festgottesdienst stattfand. Er wurde verschönt durch einen herrlichen Chorvortrag des „Männergesangvereins Schotten 1837". Dekan Widmann predigte auf Grund von Psalm 116, Vers 10, über „Luther, der Glaubensheld". Am Abend fand in der überfüllten Stadtkirche noch eine besondere, reich ausgestaltete Lutherfeier statt; es wirkten dabei mit der Kinderchor der 1. Volksschulklasse unter Leitung von Lehrer Blei, ein Sprechchor der gleichen Klasse und eine Anzahl von Konfirmanden durch Vortrag von Gedichten über Luther und sein Werk. Im Mittelpunkt der Feier stand ein sehr dankbar aufgenommener trefflicher Lichtbildervortrag von Lehrer Schwarz- Borsdorf (früher in Rudingshain) über „Luther als deutscher Reformator". Die von dem Herrn Reichsbischof angeordnete Kirchensammlung zur Verbreitung der Lutherbibel erbrachte einen schönen Ertrag. £ Ober-Schmitten, 20. Nov. Der Luther- tag wurde durch einen Familienabend, der ganz auf den Akkord der Freude und des Fröhlich- feins abgestimmt war, am Samstagabend im Kirch- hoffchen Saale eingeleitet. Der Leiter der Veran- anftaltung, Pfarrer Müller (Eichelsdorf), eröffnete mit Grußworten den Abend und wies in feiner Ansprache darauf hin, daß Luther allzeit ein warmer Freund der Musik und des Liedes $e> wesen sei, weshalb eine1 frohe Feierstunde ganz im Sinne des Reformators liege. Mit dem Hans Sachsschen Spiel „Der Roßdieb", das von Schülern der Oberklaffe natürlich und frisch wiedergegeben wurde, begann der unterhaltende Teil. Die Schulmädchen tanzten Reigen und Volkstänze, die schulentlassene Jugend Bauerntänze. Mundartliche Vorträge, Lieder zur Laute, Lieder der Schuljugend und des Männergesangvereins gaben der Veranstaltung einen passenden Rahmen. Der Beifall des Publikums, das den Saal bis zum letzten Platz füllte, war herzlich und wohlverdient. Er galt auch all denen, die sich um die Einübung der einzelnen Programmnummern verdient gemacht. — Am Sonntagabend wurde an gleicher Stelle das Luther-Festspiel „Der Reformator" Bücheriisch. — Heinrich Wolf, Geschichte der k a s tholi schen Staatsidee. Kaiser Augustus oder Jesus Christus? Leipzig. K. F. Koehler Verlag. Ganzleinen 4,80 Mark. —(380) — Heinrich Wolf, von einer großen Zahl hiesiger Darsteller zur Aufführung gebracht. Die Rollen waren gut besetzt, so daß eine beachtliche Gesamtwirkung erzielt werden konnte, die durch passende Kostümierung noch gesteigert wurde. Lebhafter Beifall lohnte die Mitwirkenden und den Leiter der Veranstaltung, Pfarrer Müller. Das Luther-Festspiel soll am Montag wiederholt werden. Der Reingewinn der Festabende flieht dem Kirchenbaufonds zu. Kreis Alsfeld 11. Merlau, 21. Nov. Der sonntägliche Gottesdienst stand ganz im Zeichen des L u t h e r t a g e s. In der Predigt wurde Luther und sein Werk und seine Bedeutung behandelt. Die Konfirmanden trugen Aussprüche des großen Reformators vor. Am Ausgang wurde eine Kollekte für Luthers deutsche Bibel erhoben. Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgesellfchafl Berlin W 8. Behrensstrahe 21/22, sowie aus deren Reichs- bantgirotonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer de* * Arbeit". der unermüdliche Vorkämpfer für deutsche Weltanschauung, bietet mit diesem Buch eine scharfe Waffe im Kampf gegen den politischen Katholizismus, wie er sich in den letzten Jahrzehnten oft genug zum Schaden unseres Volkes ausgewirkt hat. Die Vernichtung des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei sowie der Abschluß des Reichskonkordates setzen einen weithin sichtbaren Schlußstrich unter eine Entwicklung, die zum völligen Zerfall unseres Volkes hätte führen müssen, wenn ihr nicht in letzter Stunde Einhalt geboten wäre. Frei o« jeder verletzenden Absicht bietet sich hier ein Werk, das auf das größt« Interesse rechnen darf. Wirtschaft. Berliner Zrühbörse. B e r l i n, 23. Nvv. (WTB. Funkspruch.) Nach dem gestrigen Feiertag vermochte sich im heutigen Frühverkehr von Bureau zu Bureau noch kein nennenswertes Geschäft zu entwickeln. In Bankkreisen rechnet man weiter mit einer freundlichen Tendenz, nimmt jedoch an, daß es, zumal an den Aktienmärkten, etwas ruhiger werden wird. Für den Rentenmarkt glaubt man dagegen mit weiterem Kaufinteresse rechnen zu können. Kurstaxen waren vorerst noch nicht erhältlich. Am Devisenmarkt nannte man in der Verrechnung über Zürich das Pfund gegen Kabel 5,3950, Schweiz 16,86, Amsterdam 8,11, Paris 83,47, Mailand 61,94, Spanien 40,14, Brüssel 23,48. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 23.Nov. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 77 Rinder, 666 Kälber, 211 Schafe, 736 Schweine. Es kosteten Kälber 20 bis 37 Mark, Schafe 16 bis 27 Mark, Schweine 45 bis 51 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schafe ruhig, Schweine schleppend. „f)aapglanz”fe*tigf das fyaar und machte» elastisch! 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Ein Spiegel hat die Aufgabe, Ihr Bild in kristallklarer Schärfe deutlich und lebensecht wiederzugeben, damit Sie sich ein unbestechliches Urteil bilden und danach handeln können. Ein Zerrspiegel jedoch erfüllt nicht nur nicht seine eigentliche Aufgabe, sondern verkehrt sie geradezu ins Gegenteil. Auch die Werbung soll ein getreues Spiegelbild der Ware sein. Wollte man diese Aufgabe dem mündlichen Weitersagen, dem Gerücht überlassen, würde bald ein Zerrbild entstehen, das jeden Erfolg unterbinden würde. Die Anzeige in der Tagespresse dagegen wirkt wie ein exakt geschliffener Kristallspiegel: Sie erlaubt dem Fabrikanten oder Geschäftsinhaber, mit anschaulichen Bildern und treffenden Worten die überlegene Beschaffenheit und Preiswürdigkeit seiner Ware herauszumeißeln und so alle Welt mit diesen Vorzügen vertraut zu machen. Schauen Sie recht oft und tief in diesen Warenspiegel - er dankt es Ihnen durch Warenkenntnisse und günstige Einkäufe. Zeitungs-Anzeigen helfen kaufen und verkaufen £ a trjit bani, Ding Men möa flrot Zu i kom Dilt als sie, bie Cs läl ba| tfft & müf Mai nidji hab« die tion jungi perai ter a -,3t lern ''nem Dftob habe Itlbt ,2 auf nicht jung olle doch kör wie leger fleht wird hm Ä Au luti das das toeti nen, Tbec zum oufh« wolle lchnel )u gt 2er h fe fei folg Qu6et -Di Noch Ml „D Nfl hber