Samstag. 23. September 1933 183. Jahrgang Nr. 223 Erstes Blatt Z.-. e gewesen, wieder auseinanderzufallen. an »o (3 Eft £ 8 3* s 2.2 o 'S o 1 5n £3 »3 S ill 2 2.E-S i s» c : ?52 »25 2Z » > V "h Zz 5«?? .3 2Z sog 3£n :^2» a t'*>(£**’ ss»r*5j*» SoS'2 ■3o c Der erste Spatenstich zum Bau der Autostraße Frankfurt-Heidelberg. Frankfurt im Festschmuck zum Empfang des Führers. 3 •@7?: 12.*: -M 3 s „Q> 8- 2 2 2 » S3 S5 2-r, Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet den Kampf gegen Hunger und Kälte. Daß auf diesem Wege weiter forlge- schritten werde, flehe über jedem Zweifel, wie der Nationalsozialismus Dauer, Bürger, Arbeiter. Katholik und Protestant vereinige, so werde er auch Süddeutsche und Norddeutsche. Ostdeutsche und we st deutsche vereinigen. Ls werde die Zeit kommen, wo man auf die Frage: „woher kommst Du?" nicht mehr antworte: „Ich bin Bayer oder Preuße!", sondern wo die Antwort von 66 Millionen lauten werde: „Ich bin ein Deutscher!" (Stürmischer Beifall). Die Regierung befinde sich bei ihren Handlungen immer in Uebereinstimmung mit dem Volk. Das könne das Ausland nicht verstehen. Es sei ein Irrtum, daß das Volk sich s e l b st regieren wolle. Auf einen solchen Gedanken komme es immer nur. ®2 's (3c H O 5 7 n '» ft Annahme von Mnjeige« für die lagesmimmer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20". mehr. Lhefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lang«. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn» zeigenteil L D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. - ft s- S5? , 2 2 1000 Mark vom Reich erhalten und 160 Mark von der Hauszinssteuer in Abzug bringen können. Das find im ganzen gesehen 2,5 Milliarden, die durch die weitverzweigten Röhren des Baugewerbes in das Retz der Wirtschaft dringen und hier befruchtend wirken werden, wenn es auch natürlich ist, daß die Verwendung einer so ungeheuren Summe sich auf einen längeren Zeitraum erstrecken wird. So zieht sich wie ein roter Faden durch diesen zweiten Abschnitt des Wirtschaftsplanes der Reichsregierung die Absicht, der Unternehmerinitiative in der Privatwirtschaft stärkste Förderung zuteil werden zu lassen. Der Reichskanzler persönlich hat dies in seiner Ansprache an den Generalrat noch einmal besonders unterstrichen, wenn er davon sprach, daß die in den letzten acht Monaten erreichte politische Stabilität der Wirtschaft wieder die Möglichkeit gebe, auf lange Sicht zu disponieren. Aber er hat sich auch mit einem ernsten und überaus wirkungsvollen Appell an das ganze deutsche Volk als Kunden dieser zu erhöhter Warenerzeugung angespornten und bereiten Wirtschaft gewandt, indem er mit scharfen Worten gegen den niederdrückenden, jede Wirtschaftsbelebung im Keim erstickenden und jedes Vorwärtskommen hindernden P r i m i t i v i t ä t s k u l t zu Felde zog, der mit seiner systematischen Einschränkung des Scharfs und der Erziehung zur Bedürfnislosigkeit der ärgste Feind jeder menschlichen Aufwärtsentwicklung ist. Richt Mißgunst auf den materiell Besser- gestellten, sondern der Ehrgeiz, es ihm gleichzutun, nicht Duckmäusertum, sondern Wagemut sind die belebenden Kräfte, die ein Volk vorwärts bringen, das an seine Zukunft glaubt. So hat der Führer einen jeden Volksgenossen mitverantwortlich gemacht für das natürliche Zusammenspiel von Warenerzeugung und Bedarfsdeckung, in dem die erste Voraussetzung für die Gesundung der deutschen Wirtschaft liegt. » e. 1 * • 2.C- C »§»=»ZT 7"- ~ - <3 - *♦ n 5 o 3 2 <-.2 2-2 dem Markt der festverzinslichen Werte kursregulierend zu intervenieren, wenn es notwendig ist, um eine Steigerung der Rentenkurse und damit eine organische Zinssenkung zu erleichtern. Die Reichsbank beabsichtigt ferner, bei der Bank für Internationale Zahlungen in Basel, die nach dem Voung- plan ja ein Mitwirkungsrecht bei jeder Aenderung des Bankgesetzes hat, die Beseitigung des sogen. Generalrats zu beantragen. Seine wichtigste Aufgabe war die Wahl des Reichsbankpräsidenten, die allerdings der Bestätigung durch den Reichspräsidenten bedarf. Indessen ist es in der Praxis so gewesen, daß jeder Reichsbankpräsident mit der jeweiligen Reichsregierung in Weg und Ziel Hand in Hand arbeiten muß, wenn die Reichsbank ihre Funktionen reibungslos ausüben soll. Sowohl Dr. Schacht selber als auch fein Nachfolger und Vorgänger Dr. Luther haben die Notwendigkeit dieser Uebereinstimmung jederzeit anerkannt und sind zurückgetreten, als sie nicht vorhanden war. Deshalb ist das Wahlrecht des Generalrats im Grunde schon lange überlebt, jetzt doppelt überlebt in einem auf dem Führerprinzip aufgebauten Staatswesen. lieber diese neuartigen Wege zur Wirtschofts- belebung durch Festigung der Vertrouensbasis und Verbilligung der Kapitalbeschaffung soll jedoch die direkte Förderung der Arbeitsbeschaffung nicht vernachlässigt werden. Das Reich beabsichtigt, eine halbe Milliarde Mark für Haus- reparaturen, Teilung von Wohnungen, Umbauten, Bau von Eigenheimen und Kleinwohnungen (für den auch noch Steuerbefreiung vorgesehen ist) zur Verfügung zu stellen unter der Bedingung, daß der Hausbesitz das Vierfache dieses Betrages aus eigenen oder geliehenen Mitteln für die gleichen Zwecke aufbringt, wobei ihm 4 d. S). des auf- gewendeten Kapitals auf die Hauszinssteuer angerechnet werden sollen. Bei einer Reparatur von beispielsweise insgesamt 5000 Mark würde er also « ÜB'o3 2 v ««An - V- 3 3 2 3 r ' wenn es schlecht regiert werde. In dem Augenblick aber, wo das Volk merke, daß es gut regiert werde, lasse es sich auch gern regieren; dos sei der Sinn einer wahren Demokratie. Denen, die glaubten, die Masse sei ausschlaggebend, sei wieder das Autoritätsgefühl eingehämmert worden; überall habe sich das Persönlichkeitsprinzip wieder durchgesetzt, ebenso wie das Prinzip der nationalen Lebensauffassung gegenüber dem Internationalismus. Deutschland habe zum erstenmal in seiner Geschichte begonnen, eine geschlossene Nation zu werden. Die Regierung sei sieh darüber klar, daß, wenn sie das Problem der Arbeitslosigkeit nicht löse, auch ihr Regiment nicht von langer Dauer sein werde. Mit übermenschlicher Kraftanstrengung sei es gelungen, zwei Millionen Erwerbslose in die Fabriken zurückzuziehen. Die Regierung habe sich jedoch über die Schwere der Probleme nicht hinwegzuläuschen versucht, sondern sie habe ganz nüchtern und sachlich ge- 5h b 2 g r, 2d aö-s c *i*3Xb Z c Er--“1 3 2-b jeden Alters, die da vor dem ihnen leider nur zu gut bekannten grauen Gebäude stehen, um aus der Obhut des Arbeitsamtes entlassen zu werden. Man sieht es ihnen an, daß sie es noch nicht fassen können, nicht mehr als „Proleten", sondern als gleichberechtigte Volksgenossen , als Kameraden-der Arbeit, zu gelten. Der Präsident des Landesarbeitsamtes, Oberregierunas- rat Dr. Kühne, beglückwünscht die Arbeiter, Die in einer bedeutsamen Stunde sich hier zusammengefunden hatten, und nach langer Arbeitslosigkeit wieder Arbeit erhalten hätten und dankte dem Führer für die große Arbeitsschlacht, die er begonnen und mit Erfolg weitergeführt habe. Seine Ansprache klang in einem dreimaligen „Sieg Heil" auf den Führer aus. Und nun formierten sich die Arbeiter zu einem langen Zuge, um unter Vorantritt einer Musikkapelle und unter Begleitung von SA. zum Börsenplatz zu marschieren. An der Spitze des Arbeiterzuges marschierte der Reichs st atthal- ter in Hessen Gauleiter Sprenger in Begleitung seines Stellvertreters Pg. Heyse. Trotz der frühen Morgenstunde halte sich schon ein dichtes Menschenspalier gebitoet, das die Kameraden der Arbeit mit stürmischen Heilrusen begrüßte. Auf dem Börsenplatz richtete Reichsstatthalter Sprenger eine längere Ansprache an die Arbeiter und überreichte dann im Namen des Führers jedem einzelnen der über 700 Arbeiter das Werk- zeug. Die Zimmerleute und Holzfäller bekamen schwere Beile. Die Ingenieure und Meßgehilfen Mehmaße, die Maurer und Betonierer Kellen, die Tiefbau- und Hocharbeiter je einen Spaten. Die Arbeiter formierten sich dann zu einem imposanten Zug mit geschultertem Werkzeug und marschierten durch die Straßen der Stadt in südwestlicher Richtung nach dem gleich vor den Taren der Stadt gelegenen Arbeitsplatz, an dem der Führer den er st en Spaten st ich vornehmen wird. Der Minister gab zunächst einen Ueberblick über die Sage, in der sich Deutschland bei der lieber- nähme der Macht durch den Nationalsozialismus befand. Er betonte, daß die Nationalsozialisten es von Anfang an abgelehnt hätten, irgend welche Versprechungen zu machen. Selbst vor der Wahl am 5. März hätten sie immer wieder betont, daß vier Jahre das Minimum an Zeit seien, das notwendig sei, um einen Erfolg zu erzielen. Er glaube heute nicht, daß soviel Zeit dafür erforderlich sein werde, sondern er sei der lleberzeugung, daß, wie die politische Reinigungsaktion ganz schnell und überraschend hätte vorgenommen werden können, so auch die wirtschaftliche Sanierung unseres ganzen Pro- )uktionslebens schneller vonstatten gehen werde, als es heute alle für möglich halten wollten. Nachdem der Minister die Bedeutung der Vernichtung des Kommunismus auch für die übrige Welt unterstrichen hatte, beschäftigte er sich eingehend mit einer anderen Großtat der Regierung, der Vereinheitlichung des Reiches, die nach der Schaffung der Einheit des Denkens und des Handelns für die Regierung die dringendste Aufgabe gewesen sei, denn Das Reich sei nahe bar- Frankfurt, 23. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Frankfurt ist heute der Mittelpunkt historischen Geschehens. Der große Plan der nationalsozialistischen Regierung als Teil des Kampfes gegen die Ar- beitslofigkeit, Deutschland mit einem Netz von Auto st raßen zu durchziehen, wird heute mit dem ersten Spatenstich zu der Teilstrecke Frankfurt—Darmstadt—Mannheim—Hei- beiberg feine Verwirklichung finben. Der Führer s e l b st wirb den Beginn eröffnen und damit aller Welt zeigen, daß er sich an die Spitze der Arbeitsschlacht gestellt hat, die der furchtbaren Arbeitslosigkeit ein Ende bereiten soll. Daß Frankfurt diesen denkwürdigen Tag seiner reidjen Geschichte einoer- (eiben kann, verdankt es der jahrelangen unermüdlichen Arbeit der H a f r a b a , die allen früheren Hemmungen zum Trotz die Pläne zum Bau der Autostraße so weit gefördert hat, daß die Strecke Frankfurt—Heidelberg als er sie Teilstrecke in Angriff genommen werden kann. Ganz Frankfurt nimmt freudig Anteil an diesem geschichtlichen Ereignis. An den Häuserfronten der Straßen reiht sich Fahne an Fahne, vom unteren Stockwerk bis zum Dach, ein einziges Fahnenmeer. Girlanden winden sich von Haus zu Haus und dazwischen leuchten die Blumen, die uns der Herbst spendet. Schon in den frühen Morgenstunden haben sich die Straßen der Stadt mit einer freudig erregten Menschenmenge gefüllt. Aus der Umgebung Frankfurts, aus Hessen und Nassau, strömen fortgesetzt Tausende in die Stadt, um den Führer, der zum ersten Mal nach der Machtübernahme in Frankfurt weilt, zu begrüßen. Oie Feier vor dem Arbeitsamt. Auf dem Hofe des Arbeitsamtes versammelten , sich um 7 Uhr die mehr als 700 bisher I arbeitslosen Volksgenossen, die dazu [ ausersehen sind, zusammen mit dem Führer den । Autostraßenbau zu beginnen. Es sind Leute fast I 3' . Weges SÄ'— 5 & e.- ri 3 ■ _ - 2 - o „ dn .-r.Cecß ■C 5 2 r. -> ÖC <7 5ti r" E Berlin, 22-Sept (TU.) Als ein verheißungsvoller Auftakt zum großen Propagandakampf für das Winterhilfswerk Des deutschen Volkes fand am Freitagabend im Sportpalast eine Massenversammlung des Gaues Groß-Berlin der NSDAP, statt. Zu den vielen Tausenden, die den Saal Stunden vor Beginn der Veranstaltung füllten, drängten unaufhörlich in Scha- ren weitere Besucher, so daß der Sportpalast bereits eine Stunde vor Eröffnung mit etwa 20 000 Per- onen bis zum letzten Plätzchen besetzt war und negen Ucberfüllu na polizeilich ge- p e r r t werden mußte. Weitere Tausende noch begehrten vergeblich Einlaß. Sie bildeten schließlich zu beiden Seiten der Potsdamer Straße ein langes Spalier, das Minister Dr. Goebbels unter brausenden Heilrufen durchfuhr. Mit minutenlangen begeisterten Heilrufen wurde der Minister im Saal empfangen. Nach dem Einmarsch der Sturmfahnen unter den Klängen des Deutschlandliedes und des Preußen-Liedes, eröffnete Staatsrat Görlitzer mit kurzen Worten die Kundgebung. Dann nahm Reichsminister Dr. Goebbels am blumengefchmückten Rednerpult, nochmals stürmisch begrüßt, das Wort. Or. Goebbels spricht Ms war. Damit die Sanierung der Kommunalfinanzen nicht Stückwerk bleibt, hat die Reichsregierung obendrein beschlossen, auch auf dem Gebiet der Arbeitslosenfürsorge den Gemeinden eine merkliche Entlastung zu verschaffen. Es sind monatlich etwa 14 bis 15 Millionen gewesen, die die Gemeinden bisher für die Ärifenfurforge aufbringen mußten und die künftighin die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung übernehmen wird. Der oon dem Berliner Staatskommissar Dr. Lippert aus der Durchführung der Arbeitslosenhilfe für 1933 auf 170 Millionen RM. geschätzte Fehlbetrag wird sich durch diese Neuordnung ganz erheblich verringern. Die Gemeinden erhalten also wieder größere Bewegungsfreiheit für die Erfüllung ihrer eigentlichen Aufgaben. Für die Krisenfürforge, die nun ganz der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung Zufällen wird, sind etwa 80 bis 90 Millionen RM. monatlich aufzubringen, die aus der Abgabe für Arbeitslosenhilfe im Monatsdurchschnitt von 45 Millionen und aus Ueberschüssen der Reichsanstalt im Monatsdurchschnitt von 30 bis 35 Millionen Mark gedeckt werden sollen. In engstem Zusammenhang mit der Umschuldung der Gemeinden mit dem Ziel einer Auflockerung des Kapitalmarktes steht auch die Absicht der Reichsbank, sich durch eine entsprechende A e nd e - rung des R e i ch s b a n k g e s e tz e s die Möglichkeit zu einem Eingreifen auf dem Markt der festverzinslichen Werte zu verschaffen. Das war ihr bisher durch das Reichsbankgesetz vom Jahre 1924 im Gegensatz zu den Notenbanken anderer Länder untersagt. Soll jedoch durch eine Umstellung von kurzfristigen auf langfristige Forderungen den Kapitalbesitzern wieder ein Papier an- geboten werden, das die Sicherheit in den Vordergrund stellt, daher keinerlei Spekulationscharakter tragen Darf, aber zum Sparen anreizt, so muß die Reichsbank auch in die Lage versetzt werden, auf -3 - V ~ Q1 (7. ~ -icä3cM*f1jC3-'S?“ 2 3 n J c „ o —, r. r - 5 2 3 2 n n c - "2 3- prüft 2Tlan fei ober entschlossen, mH diesen mahnahmen nicht Schluß zu machen, sondern nach Ablauf ber n ächst c n s echs IHonale den Angriff gegen die Arbeitslosigkeit mit anderen Mitteln wie- der aufzunehmen. 3m nächsten Sommer würden wieder zwei millionen Arbeitslose in die Betriebe gebracht werden, und im übernächsten würde die Zeitkrankheit der Arbeitslosigkeit endgültig beseitigt sein. Bis dahin würden die unglücklichen Opfer der Krise nicht sich selbst überlassen bleiben. Die Regierung stelle sich hierbei natürlich an die Spitze, sie organisiere das Winterhilfswerk in einem Maßstabe, daß sie bestimmt garantieren könne, es werde niemand frieren und hungern. Einer werde ür alle und alle würden für einen eintreten. Er, »er Minister, glaube, daß sich vor allem der deut- che Bauer in diesem Winter für das deutsche Volk einsetze und alles, was er übrig habe, für die Armen und Notleidenden gebe. £«■£5 5 - T'j; 7.0 r. " sr »3 a- '*5 3 3 - 3 ° = 2 r- 3 2 er» ~2 5." n ~~ •3: £=« L?-;5' 3 C'Äp3 —" 2 as 5b2‘ = J r. K — 3 n •* 3 ? -72^.0 les «ÄS«? 2»® tz A» -■-« 2 5 -cir O2asrt®2 £.0 2 3, j-jSS’ä, D2 o^>c«-g 3:S0 oSr 5 " 3 o-H V 2 «2 5 2° 2. 3 2 2.26) ®’op- ;3:3"|52 25ÖÄ5^°S£a 3 -a o —r. c $■' 2.' 2 2-5' Cr-S r! ZgC & •* Die zweite Etappe. Der Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit, den die Reichsregierung' als vordringlichste Aufgabe des neuen Kurses auf '.hre Fahne geschrieben hat, ist mit Hilfe des ersten großen Arbeitsbeschaf- fungsplans, wirkungsvoll unterstützt durch saisonmäßige Einflüsse, in frischem Elan weit vorgetragen worden. Nun heißt es in den kommenden Wintermonaten die eroberte Stellunh au halten und auszubauen, um dann im Frühjahr von dieser neugewonnenen und gesicherten Position aus den Angriff wieder auszunehmen, um in zähem, planvollem Kampf bas Ziel ber Wiebereingliederung der großen Masse unserer erwerbslosen Volksgenossen In den Produktionsprozeß zu erreichen. Was also zunächst notwendig ist, ist die Umstellung der Arbettsbeschaffungsaktion auf die Wintermonate. Wenn es im Sommer darauf antant, durch öffentliche Arbeiten zusätzliche Beschästigungsmöglichkeiten u schassen und alle Arbeitsplätze zu erfassen, die ich in der Landwirtschaft und in den Saifoninbu- trien boten, fo wird man jetzt verhindern müssen, >ah die durch den Wechsel der Jahreszeiten natür- liehe Unterbrechung dieses Programms durch Freisetzen von Arbeitskräften in der Landwirtschaft und in den Saisonindustrien, zumal solcher, die bislang mit Auhenarbeiten beschäftigt waren, zu einem Rückschlag auf dem Arbeitsmarkt führt. Die vom Reichswirtschaftsminister selbst aufgemachte Rech- nung beziffert die Zahl der Saisonbeschäftigten auf rund eine Million. Sie in Arbeit zu erhalten auch den Winter hindurch gleich der weiteren Million ihrer Arbeitskollegen, Die man schon unabhängig von Saisoneinflüssen als dauernd wieder in den Arbeitsprozeß eingegliebert bezeichnen darf, das ist die Aufgabe der zweiten Etappe des großen Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit, vor der wir nun stehen. Die Reichsregierung hat nun mit dem Generalrat der Wirtschaft, der sich aus führenden Männern aus allen Zweigen der Industrie, des Handels, Verkehrs und Bankwesens, der Landwirtschaft, des Gewerbes und Handwerks zufammensetzt, einen in allen Einzelheiten wohl ausgewogenen, aufeinander abgestimmten und verzahnten Plan beraten, der für diese zweite Etappe Das Erreichte sichern wird, aber auch geeignet ist, schon weiter vorgreifend die Ausfallstelluna für den Frühjahrsfeldzug vorzubereiten. Im Vordergrund der vorgesehenen Maßnahmen steht die Erleichterung der Kapitalbeschaffung für d i e Privatwirtschaft. Kapital schafft Arbeit, erhöhtes Kapital schasst Mehrarbeit. Da es an Nachfrage nicht fehlen kann, wenn durch Mehrbeschäftigung von Ar- beitsträften eine Stärkuna der Kaufkraft erzielt wird, braucht die Wirtschaft billigeres Kapital als Anreiz zu erhöhter Produktionstätigkeit. Reichs- wirtfchaftsminifter Dr. Schmitt hat in seinen Erläuterungen zum Wirtschaftsplan angebeutet, daß der eine Weg zu einer Wiederherstellung der Rentabilität der Wirtschaft fühlbare Steuererleichterungen feien. Ader für eine umfassende Steuersenkungsaktion ist die Zeit noch nicht reif, solange die öffentlichen Haushalte noch so angespannt sind wie bisher. Sie im Gleichgewicht zu erhalten muß die vordringlichste Sorge einer weit- sichtigen Finanzpolitik fein, denn eine Steuersenkung, die ein Anwachsen der öffentlichen Schuld in Kauf nehmen wollte, wäre Pfuschwerk, das früher oder später zwangsläufig zu einem empfindlichen Rückschlag führen müßte. Man hat also vorerst auch noch die Hauszinssteuer beibehalten, deren Fortfall wohl zunächst ins Auge gefaßt worden ist, und sich mit Steuerermäßigungen begnügt, die der Landwirtschaft das Durchhalten ihrer für die Sommersaison eingestellten Arbeitskräfte auch im Winter erleichtern soll. Die Umsatzsteuer wird für die Landwirtschaft künftig 1 v. H. betragen und die landwirtschaftliche Grundvermögenssteuer soll um einen Iahresbetrag bis zu 100 Millionen Mark gesenkt werden. Hierhin gehören noch Steuerbefreiungen im Zusammenhang mit der Förderung von Neubauten und Hausreparaturen. Da dieser Weg also aus den genannten Gründen nur mit Vorsicht beschritten werden konnte, mußte die Erleichterung für die Wirtschaft von der Seite der Unkostenfenkung für die Kapitalbeschaffung her in Angriff genommen werden. Reichsbankpräsident Dr. Schacht wird mit seiner Behauptung Recht haben, daß an sich Geld genug in Deutschland vorhanden sein dürfte, daß es nur darauf ankäme, das Vertrauen wiederherzustellen, um das Geld flüssig zu machen. Einer Gesundung der Geld- und Kapitalmärkte steht die Verschuldung der Gemeinden als stärkstes Hindernis im Wege. Der Unsicherheitsfaktor, der in dieser zumeist nicht mehr erträglichen Belastung der Gemeindefinanzen liegt, hat bisher zu einem guten Teil ein Absinken der überhöhten Zinssätze und Damit eine Verbilligung der Kapitalbeschaffung verhindert. Es ist darum durchaus richtig, daß der Plan der Reichsregierung an diesem Punkt energisch zupackt. Durch eine Art Zwangsoergleich sollen die überlafteteten Gemeinden wieder auf eine gesunde finanzielle Basis gestellt werden, die es ihnen ermöglicht, auch wieder als Auftraggeber bei der Wiederherstellung ihrkr Anlagen und Betriebe auf- zutreten. Die vorgesehene Umschuldung hochverzins- kicher kurzfristiger Kommunalschulden in 4prozentige langfristige Schuldverschreibungen wird beiden, Gläubigern wie Schuldnern gerecht. Denn wenn es richtig ist, daß die Höhe des Zinssatzes stets in umgekehrtem Verhältnis zu dem Grad der Sicherheit des Kapitals steht, so erhält der Gläubiger durch das Einstehen des Reiches für rückständige Zinsen die denkbar sicherste Gewähr dafür, daß er nun wirklich zu seinem Geld kommt, das bislang durch die Finanznot der Gemeinden äußerst gefährdet *"AW O 2. 7n3 •'• •'S 41 '■£ » £ -nr. 3 5 b . _ C5S ö 2-7- --£-2 2 -9“« <7 <• 2 5 3 . «X r, HjxEAa ^^3 WGietzener Anzeiger von einzelnen Nummern ZZN General-Anzeiger für Oberhessen richten Hnjdger Oietzei». V w i f,onfwMOa",nOii686. vni» nn6 »erlag: VMNcht Unwerfilülr-Vllch. »nd rielndrnSerel n. cange in «letzen. SchrMleltung und SeschMrltelle: rchulirral- 7. Auch die letzte große Frage, rote Deutschland wieder in die weltpolitik eingeschaltet werden könne, werde gelöst werden können. Unsere auhenpolitische Lage sei z u - weilen sehr bedrohlich gewesen, wir müssen versuchen, mit unserer Leistung 3 u überzeugen. Dem Ausland könne es nicht entgehen, daß die Regierung bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit schon bedeutende Erfolge errungen habe. Ulan könne auch im Auslande nicht daran vorbeisehen, dah in Deutschland Volk und Regierung eins seien. Ein denkender Ausländer mutz doch einen Vergleich ziehen zwischen den früheren Regierungen, die ihre Rot zur Schau trugen, die um Kredite bettelten, an das Welt- gewissen appellierten, um dann wie begossene Pudel nach Hause zurückzukehren und ihre Volksgenossen mit Gummiknüppeln und Bajonetten zusammenschlagen zu lassen. Wenn man das mit uns vergleicht, die wir viel zu stolz sind, um zu betteln und nicht um Kredite hausieren gehen» sondern für unsselbst sorgen, so muh das doch eine Wirkung haben. (Stürmischer Beifall.) Der Minister richtete sodann an die Volksgenossen einen Appell, mit eiserner Beharrlichkeit den Kampf gegen die Wintersnot aufzunehmen und sich nicht von Fehlschlägen entmutigen zu lassen, auf der anderen Seite aber gegen jede Sabotage oorzugehen und überall darauf zu achten, wo ein Saboteur sitze und ihn zu vernichten. (Stürmischer Beifall.) Das müsse geschehen, nicht um Denunzianten zu züchten, sondern um unser Volk zu reinigen. Die Regierung werde ihre Arbeit zu Ende führen, ohne Kompromisse. Wenn hier und da ein Umweg eingeschlagen werden müsse, dann könne auch er nur zum Besten führen. Seien wir davon überzeugt, daß wir nicht für ein paar Wochen oder Monate, daß wir auf lange Sicht, auf Jahrzehnte, vielleicht auf Jahrhunderte hinaus arbeiten. Dann fei der Nationalsozialismus in der Tat der Bahnbrecher eines neues Zeit- alters. (Stürmischer Beifall.) 2Reid)6minifter Or. Goebbels spricht am Niederwald-Oenkmal. Frankfurt a.2TL, 22. Sept (WSR.) Das Gaupresseamt teilt mit. daß bei der Rieder- waldkundgebung am kommenden Sonntag Reichspropagandaminister Dr. G o e b b e l s sprechen wird. Die Pressenotiz, nach welcher Dr. Goebbels sich unmittelbar nach dem Spatenstich nach Genf begibt, entspricht nicht den Tatsachen, sondern Dr. Goebbels wird bestimmt die Riederwaldkundgebung wahrnehmen. Der Rede des Reichsministers am Riederwald Denkmal ist somit ganz besondere Bedeutung beizumessen. Wer ist van der Lübbe? Die ersten Klarstellungen im Leipziger Prozeß gegen die Reichstagsbrandftifier. Oer Brandstifter. Don unserem Sonderkorrespondenten. Das psychologische Rätsel, das sich um diesen Holländer van der Lubbe gelagert hat, beginnt sich nach seiner Vernehmung und dem Gutachten der Sachverständigen langsam wenigstens etwas zu lichten. Es ist charakteristisch für den ganzen Prozeß, daß zunächst erst einmal seine Identität nachgewiesen werden mußte. Die Hetzpropaganda, die mit allen Mitteln arbeitet und leider immer noch auf nur gar zu willige Ohren stößt, hatte nämlich schlankweg behauptet, daß dieser Mann garnicht der richtige van der Lubbe sei, und wenn er schon der Richtige sei, daß er dann ein bezahlter Spitzel der Nationalsozialisten sei, wofür zum Beweise angeführt wurde, daß er irgendwann einmal Gast bei Nationalsozia l i st e n gewesen sein soll. Die Reichsan. waltschast hat sich um sein Vorleben eine wirklich erstaunliche Mühe gegeben. Was dann an Einzelheiten und an sich belanglosen Kleinigkeiten zusammengetragen wurde, ist geradezu musterhaft. Es ist deshalb unschwer gelungen, auch den Böswilligsten davon zu überzeugen, daß hier nicht irgendein bezahlter Achtgroschenjunge unter einer fremden Maske herumkriecht, sondern daß d i e s e r Mann wirklich van der Lubbe ist, dem irgendein Genosse einmal auf seinen Paß zwei Häkchen über dem u gemacht hat, offenbar um die holländische Schreibweise mit der deutschen Aussprache in Uebereinstimmung zu bringen. Es ist auch gelungen, die Geschichte mit seiner angeblichen Gastrolle bei den Nationalsozialisten aufzuklären. Eine Nebensächlichkeit; gewiß. Aber sie ist zu einer Haupt- und Staatsaktion aufgebauscht worden, ist sogar durch Flugblätter verbreitet gewesen und selbstverständlich auch durch die Presse der ganzen Welt getratscht. Nur weil irgendwo einmal in einem kleinen Dorf eine Personenverwechslung vorgekommen ist, die geschäftig weitergegeben wurde und in der zehnten Hand schon aur Tatsache wurde. Lächerlich, daß das höchste deutsche Gericht solchen Gerüchten nachgehen muß, aber es hat sich gelohnt. ' Und nun der Mann s e l b st: ein merkwürdiger Mensch; dicker Schädel, platte Nase, tiefliegende kleine Augen, wenn man will, eine Verbrecherphysiognomie. Sicherlich nicht der Kretin, als der er sich vor Gericht gibt. Dazu steht auch feine Haltung in der Voruntersuchung in Widerspruch. Er versucht es eben nur mit einer neuen Taktik, um das Gericht irrezuführen. Vielleicht ein Herostrat, der von sich reden machen wollte; vielleicht ein Pyromane, auf den Feuer eine starke Anziehungskraft ausübt; vielleicht auch nur ein Kommunist, der mit einer solchen Brandfackel das Zeichen zum Weltumsturz geben zu können glaubte; vermutlich von allem etwas. Jedenfalls ein Mensch mit einem starken Geltungsbedürfnis, der schon bei der Kommunistischen Partei sich eine Führerrolle erobern wollte. Er ist wiederholt aus der Kommunistischen Partei ausgetreten, gehört ihr auch jetzt wohl nicht an. Aber solche Fälle haben wir öfter erlebt, daß die Kommunisten Leute offiziell aus ihren Listen strichen, um nicht mit ihnen belastet zu fein, sie aber damit schon für ihre späteren Taten präparierten. Sein Handeln ist ganz bestimmt der Ausfluß rein kommunisti - scher Denkungsweise, und es wird dem Kommunismus nicht gelingen, trotz aller Verfälschung der Tatsachen diesen Menschen von seinen Rockschöhen zu schütteln. Oer zweite Tag. Leipzig, 22. Sept. (WTB.) Nach Eröffnung der Sitzung nimmt der Oberreichsanwalt zu folgender Erklärung das Wort: Ich habe heute morgen ein Telegramm von SA.-Oberführer, Polizeipräsident, preußischer Staatsrat Heines, folgenden Inhaltes bekommen: „Im Braunbuch und in der in- und ausländischen Presse werde ich der Brandstiftung im Reichstagsgebäude verdächtigt. Ich war vom 26. Februar bis 1. März 1933 in Glei- witz und habe dort im Hotel Haus Oberschlesien gewohnt und bin in Gleiwitz von vielen Personen gesehen worden. Ich bitte das Gericht, mich gegen Diese Verdächtigungen zu schützen." In einem Teil der ausländischen Presse, so fährt der Oberreichsanwalt fort, ist die Behauptung verbreitet worden, daß der Absender dieses Telegramms, Polizeipräsident Heines, Anführer einer Kolonne gewesen sei, die durch den oft erwähnten unterirdischen Gang in das Reichstagsgebäude einge brachen sei und den Brand gelegt habe. Ich werde mir vorbehalten, entsprechende Anträge zu stellen, wenn dieser Komplex zur Sprache kommt. Das Gutachten des medizinischen Sachverständigen. Der Vorsitzende gibt dann zunächst dem medizinischen Sachverständigen Geheimrat Dr. B v n n h o e s- f e r das Wort zu einem Gutachten über den Gesundheitszustand des Angeklagten van der Lubbe. Der Sachverständige führt u. a. aus: Ick hatte van der Lubbe vorn 20. bis 25. März mehrfach eingehend untersucht. Das Bild, das der Untersuchte damals geboten hat, war das eines körperlich kräftigen Menschen, der es ablehnte, an irgendwelcher Krankheit zu leiden. Das damalige Bild wich insofern von dem ab, das der Angeklagte bei der gestrigen Verhandlung bot, als es damals keinerlei Schwierigkeiten bereitete, mit ihm in Kontakt zu kommen und sich mit ihm zu unterhalten. Er hatte etwas durchaus selbstsicheres, sogar etwas übermütiges. Auch damals lächelte oder lachte er bei Situationen, die ihm aus irgendeinem Grunde komisch erschienen. Die Möglichkeit, sich mit ihm zu unterhalten über den Tatbestand und über seinen Lebensgang war durchaus gegeben. In manchen Dingen war er zurückhaltend, namentlich über feinen letzten Weg von Holland nach Berlin. Der unmittelbare Anlaß für die Untersuchung war ein Hunger st reik, der damals von ihm im Untersuchungsgefängnis beabsichtigt war, well er drei Wochen lang den Wunsch hatte, daß die Sache beschleunigt werde. Der Angeklagte hat uns dann auch Motive seines Handelns angegeben und dabei keinen Zweifel darüber gelassen, daß es sich um eine Aktion von ihm handelte, die aus kommunistischen Gedankengängen heroorgegangen war. Er habe ein Vorbild sein wollen für andere, in ähnlicher Weise vorzugehen. Ich habe keinen Anhaltspunkt gewonnen zu der Annahme, daß etwa eine psychische Störung bei ihm vorliegen könnte. Verteidiger Dr. S e u f f e r t: Es ist mir ausgefallen, daß van der Lubbe, als ich mit ihm allein war, plötzlich in leidenschaftliche Erregung kommt, die dann zwar wieder abklingt, aber ohne erkennbaren Anlaß wiederkommt. Haben Sie auch solche Beobachtungen gemacht? Sachverständiger: Daß eine leidenschaftliche Erregung bei ihm zu beobachten wäre, kann ich nicht sagen. Er wird allerdings oft lebhaft und mitteilsam. Verteidiger: Ist es denkbar, daß der Angeklagte unter einem po st hypnotischen Einfluß steht? Sachverständiger: Das halte ich für ausgeschlossen. Rach Der Verhaftung. Kriminalkommissar Heisig berichtet. Als Zeuge wird hierauf der Berliner Kriminalkommissar Heisig vernommen, der in Holland (Ermittlungen über das Vorleben van der Lübbes angestellt hat. Der Zeuge gibt an, er habe Diejeni- gen Kommunisten in Leyden und Umgebung ausgesucht, die als Freunde des Angeklag - t e n oan der Lubbe bezeichnet wurden. Ein Student van Albara erklärte, er fei Anhänger des sogenannten „internationalen Kommu- n i s m u s", einer Sonderbildung, die in gcmz Holland etwa 20 und in Leyden etwa fünf Mitglieder zählt. Auf die Frage, was eigentlich der internationale Kommunismus bezwecke, erklärte der Student, diese Leute würden sich nicht nach irgend welchen Weisungen einer Zentralinstanz richte^, sondern als selbständige Kommunisten die kommunistische Idee vertreten und verfolgen. Auch das Programm der Kommunistischen Partei vertreten sie. Albara ist zu der Ueberzeugung gekommen, dah van der Lubbe für die kommunistische Partei ein geeignetes Objekt war, besondere Aktionen durchzuführen. Die Partei habe van der Lubbe immer vorgeschickt, um selbst im Hintergrund zu bleiben, und van der Lubbe war so anständig, die Schuld immer auf sich zu nehmen. Im Jahre 1931 sei van der Lubbe der Austritt von der Kommunistischen Partei nahegelegt worden. Van der Lubbe sollte sozusagen kaltgestellt werden. Aber die Gründe hierfür waren nicht zu erfahren. Auch ein anderer Freund oan der Lübbes, Jacobus Vink, Mitglied der Kommunistischen Partei, wußte davon, daß Lubbe mit der Kommunistischen Partei in Konflikt geraten war und daß die Partei ihn zum Austritt veranlassen wolle, nehme allerdings kaum an, daß Lubbe ausgetreten fei, da er sich weiter im Sinne der Partei betätigt habe. Bei den Aufzeichnungen des Angeklagten, die am Tage vor dem 1. März von einem Vertreter der Kommunistischen Partei Hollands abgeholt mürben, handelte es sich um ein Tagebuch und um einen alten Paß oan der Lübbes. In dem Tagebuch waren Adressen inländischer und ausländischer Kommunisten verzeichnet. Es waren auch deutsche Namen darin. Aus dem Abholen dieser Sachen ist zu entnehmen, daß die Kommunistische Partei Hollands berechtigtes Interesse daran hatte, diese Aufzeichnungen nach dem Bekanntwerden der Festnahme van der Lübbes verschwinden zu lassen. Nach seiner Festnahme in Berlin war oan der Lubbe noch aufgeregt und erschöpft von den vorher- gegangenen Dingen. Aber sehr schnell — schon gegen 24 Uhr — war er zu einer fließenden U n - ter Haltung bereit. Es war bemerkensroerk, mit welchem Interesse er selbst über die Dinge sprach, und wie er mir alles genau erklärte. Wenn ihm das Protokoll seiner Aussage vorgelegt wurde, so erbat er hier und da Korrekturen und erklärte dann eingehend, warum er diese oder jene Fassung lieber in das Protokoll ausgenommen sehen möchte. Dieses interessierte Verhalten behielt er bei, solange er bei der Polizei war. Als ich nach der ersten Führung van der Lübbes durch das Reichstagsgebäude noch einmal mit ihm durch den Reichstag gehen mutzte, zeigte er sich auherordentlich gut orientiert. Er hat tatsächlich uns geführt, lieber die Brandstelle wußte er besser Bescheid als ich. Bei seiner ersten Vernehmung gleich nach der Tat war van der Lubbe keineswegs niedergeschlagen, sondern er hat ganz offen und frei bekannt, daß er die Reichstagsbrandstiftung gemacht hätte und auch dafür ein stehen wolle. Er fragte, ob die Sache auch in die holländischen Zeitungen käme. Als ich das bejahte, sagte er erfreut: „So ist's recht!" Er habe mit seiner Tat d i e Arbeiter aufrütteln wollen, die schon viel zu lange gezögert hätten. Um die bestehende Ordnung des Staates zu stürzen, müsse man gewaltsam vorgehen. Als Ziel des Kampfes bezeichnete er die Arbeiterregierung. Van der Lubbe lehnt den Holländer Stomps als Verteidiger ab. Der Oberreichsanwalt verweist auf die Mitteilung eines holländischen Nachrichtenbüros, das eine Erklärung der Familie von der Lubbe verbreitete, wonach diese mit Bestürzung erfahren habe, daß ihr Brief an den Angeklagten, worin sie dem Angeklagten dringend die Annahme des Rechtsanwalts Stomps als Verteidiger angeraten habe, an van der Lubbe nicht ausgehändigt worden sei. Das habe zur Folge gehabt, daß Lubbe in seinem Mißtrauen gegen aufgezwungene Verteidiger auch diesen Verteidiger abgelehnt habe. Die Familie habe sich in diesem Zusammenhang an den Reichspräsidenten von Hindenburg gewandt, um diesen dringend um eine Vermittlungsaktion beim Reichsgericht zu ersuchen, daß der Brief an Lubbe ausgehändigt werde. Vorsitzender: Haben Sie in den leten Tagen von Ihren Angehörigen einen Brief bekommen, in dem Ihnen geraten wurde, den Rechtsanwalt Stomps als Verteidiger anzunehmen? Der Angeklagte Lubbe antwortet zunächst mit Nein. Als Die Frage wiederholt wird, sagt er leise: „9a I", und auf die weitere Frage, wo sich der Brief befinde, erwidert er: „Im Gefängnis". Vorsitzender: Dann haben Sie ihn also bekommen. Stand in diesem Bries, was ich Ihnen gesagt habe? Lubbe: Ja. Der Vorsitzende Präsident Dr. Bünger unterbricht dann die Verhandlung durch eine Pause von 20 Minuten, um Rechtsanwalt Stomps Gelegenheit zu einer Aussprache mit dem Angeklagten zu geben. Nach der Pause legt Gefang- nisdirektor Dietze den Brief der Angehörigen van der Lübbes dem Gericht vor und teilt mit, daß er ihn soeben vom Tisch der Zelle des Angeklagten gen ommen habe. In dem Brief heißt es u. a.: Die Familie hat in Verhandlungen mit Rechtsanwalt Pauwels gestanden, um Dich verteidigen zu lassen. Sie hat ßber jetzt ihr volles Vertrauen Rechtsanwalt Stomps gegeben. In der Zeitung stand, daß Du jegliche Verteidigung ablehnst. Aber wir bitten Dich dringend, Stomps als Verteidiger anzunehmen. Er steht nicht im Dienste einer politischen Partei und wird Deine Interessen so wahren, wie Du es selbst wünschst. Ich schreibe Dies im Namen der ganzen Familie, die Dir herzliche Grüße sendet. Der Brief ist unterzeichnet „Simon". Vorsitzender: Der Fall Dürfte Damit aufgeklärt fein. Ich frage nun den Angeklagten van Der Lubbe: Haben Sie soeben mit Herrn Stomps gesprochen. Van Der Lubbe schüttelt Den Kops, worauf Rechtsanwalt Dr. Seuffert, Der Offizialverteidiger van Der Lübbes erklärt: E r hat mit ihm g e - «sprachen. Rechtsanwalt Stomps erklärt, daß die Unterredung stattgefunden hat. „Der Offizialverteidiger hat mir Gelegenheit gelassen, allein mit van der Lubbe zu sprechen, aber nur in Gegen- märt des Dolmetschers. Ich habe auf verschiedene Art und Weise versucht, einige Worte aus ihm herauszubekommen. Er hat es völlig verwei- gert, mir eine Antwort zu geben." Auf eine Frage des Verteidigers von Torgier, Rechtsanwalt Dr. Sack, bestätigt Rechtsanwalt Stomps, daß von allen Freunden und Bekann- ten des Angeklagten van der Lubbe entschieden b e st r i 11 e n worden sei, daß van der Lubbe h o - mosexuell veranlagt sei. Diese Feststellung ist deshalb wichtig, weil in dem sogenannten Braun- buch nur der Ansang des Satzes steht: „Ich Hube ein halbes Jahr mit van der Lubbe zusammen- gewohnt". Die entscheidende Fortsetzung aber: „und ich kann sagen, daß er nicht homosexuell ist", ist im Braunbuch unter den Tisch gefallen. Welche Schlüße aus dieser Weglassung gezogen werden, ist ja verständlich. Oie politischen Ziele des Angeklagten. Der Vorsitzende erklärte es für notwendig, nun die Frage zu untersuchen, ob van der Lubbe eine gewaltsame Aenderung Der gegenwärtigen deutschen Verfassung erstrebe unD dafür eine Staatsverfassung nach dem sowjet- russischen VorbilD errichten wolle. Oberreichsanwalt Dr. Werner verliest zu diesem Thema Briefe holländischer Freunde van der ßubbes. In einem Brief heißt es u. a.t „Lieber Kamerad, dieser Brief hat Die Aufgabe, Dir namens Des internationalen Proletariats, Das mit Deinen Ansichten soliDarisch ist, brüDerlidje Grüße zu übermitteln. Dein Verhalten während Der Tat hat Anlaß zu ernsthaftem NachDenken unD zu Diskussionen in jeDer Strömung Der Bewegung ge- geoen." Rechtsanwalt Dr. Sack fragt Den Angeklagten, ob er im September 1932 im Haag in einer Versammlung ft reifender Chauffeure sich Dahin ausgesprochen habe, man müsse gegen Den Willen Der Kommunistischen Partei Terroraktionen ausführen. Van Der Lubbe erklärt: Das glaube ich nicht. Es wirb Dann noch einmal eine kurze Pause eingelegt, in Der geprüft roerDen soll, inwieweit Teile einer Broschüre verlesen roerDen können, Die Dem Angeklagten aus HollanD zugesanDt roorDen sinD. Die Broschüre roirD hierauf verlesen. Sie ist von Den BrüDern unD Stiefbrü- Dern van Der ßubbes verfaßt unD verbreitet roorDen. In Der Broschüre roenDen sich Die Verfasser mit großer ßeiDenfdjaft gegen Die Behauptung, Daß van Der Lubbe ein faschistischer <5 p ii • ze l fei. lieber seine politische Gesinnung heißt es u. a.: Sein Interesse ist auf Spartakus gerichtet, Doch ist er nie Mitglied gewesen. Er bemühte sich, Die Einheit der Arbeiter durch Herausgabe von Pamphleten zu stärken." An anderer Stelle der Broschüre heißt es, daß, wo er eine Gefahr für andere sah, Lubbe sich felbft aufop« f e r t e, ohne einen Gegendienst zu verlangen. Er sei aus keinem anderen Grund jemals mit Dem Gesetz in Konflikt geraten als wegen feiner Grundsätze. Der Prozeß wird dann auf Samstag vertagt. Die Vernehmung über die Persönlichkeit des Angeklagten van der Lubbe Ist jetzt abgeschlossen, das Gericht will, ehe zu Der Tat selbst übergegangen wird, zunächst d i e Persönlichkeiten der anderen Angeklagten feststellen. Torgler lehnt ausländische Verteidiger ab. Leipzig, 22. Sept. (WTB.) Nach Schluß her Verhandlung interessierte sich die ausländische Presse dafür, ob Torgler nicht doch noch den (freute in Leipzig eingetroffenen amerikanischen Anwalt Hayes als Verteidiger annehmen wolle. Torgler erklärte, daß Dr. Sack, sein Verteidiger, ihn allein zu verteidigen wünsche, und daß er keinen Anlaß habe, irgendwie mit Der Verteidigung von Dr. Sack unzufrieden zu sein. Er habe volles Ser« trauen zu Dr. Sack und habe infolgedessen keinen Grund, irgendeinen weiteren Verteidiger zuzuziehen. Er fühle sich von Dr. Sack in jeder Weise ausreichend verteidigt. Diese Erklärung Des Angeklagten vor der ausländischen Presse zeigt die bis an die äußerste Grenze der. Loyalität gehende Verhandlungsart in Leipzig. Am Vorabend des Stahlhelm- tages in Hannover. Hannover, 22. Sept. (CNB.) Die Stadt Hannover steht im Zeichen Der Stahlhelmführer, tagung. Die Stadt selbst hat reichen Flaggenschmuck angelegt. Gewaltig ist auch Der Zustrom Der Frem- Den, Die aus allen Teilen Des Reiches nach hier gekommen sinD. Die Vorbereitungen für Die Veranstaltung sind so gut wie abgeschlossen. Entlang Der sogenannten Masch hinter Dem neuen Rathaus, wo am Sonntag Der große Führerappell ftattfinDet, Dehnen sich Die Tribünen in langer Reihe in festlichem Schmuck. Die Reichsbahn hatte am heutigen Tage einen riesigen Verkehr abzuwickeln. Denn nicht weniger als 78 SonDerzüge trafen aus allen Teilen DeutschlanDs mit Den . Tagungsteilnehmern ein. Heute abend traf Der Führer Des Stahlhelms Reichsarbeitsminister S e ID t e in Hannover ein. Zu seinem Empfang war eine Stahlhelmehren, kompagnie angetreten. Der Stahlhelmführer hat im Hotel „Königlicher Hof" Aufenthalt genommen, wo sich in Den Abendstunden eine Dichte Menschen- menge angesammelt hatte. Die wieDerholt dem Stahlhelmführer Ovationen darbrachte. Oie Genfer Ratstagung eröffnet. RostingDirektor der Minderheitenabteilung - des Völkerbundes. Genf, 22. Sept. (TU.) Die 67. Tagung des Völ- kerbundsrats wurde am Freitagoormittag unter Dem Vorsitz Des norwegischen Außenministers M o - winckel zunächst mit einer geheimen Sitzung eröffnet. Die Deutsche Regierung ist Durch ihren stän- Digen Vertreter, Gesandten von Keller, vertreten. Die französische Regierung ließ sich Durch ihren Botschafter in Bern, Grafen Clauzel, Die englische Regierung Durch einen höheren Beamten Des Foreign Office vertreten. In Der Sitzung ist Der Danziger VölkerbunDskommissar R o ft’i n g zum Direktor Der Minderheitenabtei- I u n g Des VölkerbunDssekretariats ernannt roorDen. In letzter StunDe war von französisch-polnischer Seite eine Intrige eingeleitet roorDen, um Die Wahl Rostings zu verhinDern. Das „Journal Des Nations" brachte einten für internationale Verhältnisse ungewöhnlich groben Angriff auf Rosting, tn Dem ihm schwerste Verletzung seiner Pflichten, DuIDung unD Unterstützung Des Ratio- nalsozialismus in Danzig unD offene Sympathie für Den Nationalsozialismus oorgeroorfen wurde. Versuche, in der geheimen Ratssitzung Die Ernennung Rostings auf eine nächste Sitzung zu verschieben, für Die Die polnische Regierung Den Vertreter einer anderen Macht vorgeschoben hatte, scheiterten jedoch an der Festhaltung Des Prä- • fibenten. Von Deutscher Seite wird Die Wahl Rostings zum Direktor Der Minderheitenabteilung aufs wärmste begrüßt. In seiner langjährigen Tätigkeit im Volker- bunbsfefretariat und als VölkerbunDskommissar in Danzig hat Der Däne Rosting. stets in hohem (9 r a D e objektiv unD gerecht feine Geschäfte geführt und gerade ein für Genfer Verhältnisse seltenes Verständnis für die deutschen Interessen gezeigt. Nach Der jahrelangen völligen Mißachtung Der Minderheiteninteressen im Völkerbunds- fetretariat Dürfte jetzt enDlich eine ernsthafte und gerechtere Prüfung Der zahllosen fortlaufend ein. gebenden Minderheitenbeschwerden erfolgen. Anschließend trat der Völkerbundsrat zu einer öffentlichen Sitzung zusammen, in der jedoch nur nebensächliche Fragen behandelt wurden. irisch Dir Nbe?^tenb b® t6! H^7L< en. Hobe, mn7Q.ufhu , Umfti^enter^ ■ <8‘tot, 2-sVr.. Äga ein>? ,e?*|Ä 6pit, e Qul W «• r nie UM,!^"°kus ge. der SltbetiÄ'®r be. heißt es da» Wn *n anderer r?Mz WKZ .»•ÄÄ- hnt aueldnöitot tridiger ab. * ®&) h h. ■Ä'!? ^e ausländische Presse M doch noch den heute in Leip, amenknnljchen Anwalt Hane, nehmen wolle. Io* «fläch, Berteibiger, ihn alleinzu ver- “J V " 'einen Anlaß t der Verteidigung von Ur. Tack u sein. Er hob« volles Verback und habe insolgedessen tef< einen weiteren Verteidiger zim- sich von Dr. Sack in jeder hend verteidigt. Dieses, tagten vor der ausländischen is an die äußerste Grenze der . Serhcmdlungsart in Leipzig. mit Ses Stahlhelm, n Hannover. '. Sept. MB.- Die Stabt Zeichen der StahlhelmWn» M bat teiihm ^la^nmu4 \t auä) dn wxom dn frtem- Tüten des Bücher nach hier it Dvtdnütungen für die Vergüt wie abgeschlossen. Entlang M hinter dem neuen Rathaus, er große Merappell slaltsindet, ribünen in longy Reihe in fest» hatte am heutigen löge einen abzuwickeln, denn nicht weniger fiüge trafen aus allen ituffl den Tagungsteilnehmern ein. f der Führer des Stahlhelms er Seldte in Hannover em. rang war eine Stahlhelmehm- Sten9 Der Stahlhelmsuhrer h°t m ■ fjof" Aufenthalt genommen, w nbftunben eine dichte Mnsch n „lt batte, die wiederholt dem Rationen barbrachte. nfer Ratstagung eroffnd. ^derMinderheMabteMg .Werbung. zesandten von J durch fische MJfefMtU«1’ SAM *• ®Sslle.t’ GtztzS- - 1‘tr Ä !rfo[9«”„ tinl, * Ä-KV^" DasReichskabinetlverabschiedeleintvichtiges Gesetzgebungswerk B e c 11 n , 22. SepL (IDIB.) Amtlich. Das Reichs- tcbincft verabschiedete in seiner heutigen Sihung das vom Reichsminister für Volksausklärung und Propaganda oorgelegte Reichskulturtammerge- f e tj. Danach wird der Reichsminisler für Volksaus- klörung und Propaganda ermächtigt, die Angehörigen der Tätigkeitszweige, die feinen Aufgabenkreis betreffen, in Körperschaften des öffentlichen Rechts zufammenzufaffen. Lr- richtet werden: Line Reichsfchrifltumkam- m e r, eine Relchspreffekommer, eine Reichsrundfunkkammer, eine Reichs- theaterkammer, eine Reichsmufikkam- m e r und eine Reichskammer der bildenden K ü n ft e. Die vorläufige Filmkomrner erhält den Hamen Reichsfilmkammer. Alle diese Sörperschasletz werden zu einer Reichskulturkammer vereinigt. Vas Reichskabinetl genehmigte ferner Aenderun- gen des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentoms vom 7. April 1933, wodurch Zweifelsfragen geklärt werden, die fich aus der bisherigen Jaffung des Gesetze» ergeben haben. Die Vorschriften des Gesetze? werden ausgedehnt auf Beamte, die vor dem 8. April 1933 aasgeschieden sind. Ferner wird durch diese Lrgänzungsbeslimmung die Möglichkeit geschaffen, die Fälle, in denen die Prüfung bereits eingeleitet, aber noch nicht abgefchlossea ist, bis z u m 31. M ä r z 1 9 3 4 ; u Lnde zu bringen. weiterhin beschloß die Regierung ein Gesetz zum Schuh der deutschen Warenausfuhr, das eine handelspolitische verteilungsmahnahme darstellt, und die Möglichkeit schafft, gegenüber solchen Ländern, die deutsche Erzeugnisse Einfuhrbeschränkungen unterwerfen zum Schuhe der deutschen Warenausfuhr ebenfalls Einfuhrbeschränkungen anzuordnen. Vas nom Reichsfustizminister vorgelegte Patent- anwaltsgeseh wurde heute ebenfalls verabschiedet. Diese» sieht nach dem Vorbild der Rechtsanwaltsordnung die Gründung einer Patentanwaltskammer vor, und überläht das ehrengerichtliche versahren, wie bei den Rechtsanwälten, weitgehend der Handhabung durch die Patentanwälte. Schließlich wurde das vom Reichsarbeitsminister bereits früher beantragte Gesetz über die A u f - schliehung von w o h n s i e d l u n g v g e b i e- t e n durch die Reichsregierung beschlossen, nach dem der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Gelegenheit gehabt Hot, zu dem früheren Entwurf Stellung zu nehmen. Dieses Gesetz soll die Besiedlung des Bodens ordnen und nur in solchen wohnfledlungsgebielen Anwendung finden, in denen ohne die Vorschriften des Gefehes die ausführenden Stellen nicht mehr in der Lage waren, die Siedlungsbewegung in geordneten Bahnen zu halten. Die Reichskulturkammer. Berlin, 22. Sept. Das Kulturkammergesetz wird u. a. wie folgt begründet: Es ist nicht die Absicht des nationalsozialistischen Staates, eine Kultur von oben her schaffen zu wollen. Die Kultur wächst aus dem Volk heraus. Für den nationalsozialistischen Staat ist die Kultur eine Angelegenheit der Nation. Die Aufgabe des Staates ist es, innerhalb der Kultur schädliche Sh-äfte zu bekämpfen und wertvolle zu fördern, und zwar nach dem Mahstab des Derantwortungsbe- wuhtseins für die nationale Gemeinschaft. In diesem Sinne bleibt das Kulturschaffen persönlich und frei. Wohl aber ist es, u m eine Volitit ber beut- f cf) e n Kultur zu treiben, notroenbig, bic Schaffenben auf allen ihren Gebieten unter ber Führung bes Reiches zu einer einheitlichen Willensgestaltuna z u s a in rn e n z u f a s - se n. Das geschieht im Wege be s stänbischen Ausbaues. Ständischer Ausbau bedeutet Ersas- sung der Einzelnen. Er ist auch in seiner Gesamt- heit keine Einrichtung innerhalb des States oder gar neben ihm, sondern der Staat selbst in tiner neuen -ßorm. Zur Durchführung der Aufgaben des Reichs- «Ministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda ist es also notwendig, alle Tätigkeits.zweige unmittelbaren oder mittelbaren Schaffens an der Kultur derufs ständisch zusammenzufassen. Die dazu erforderlichen Gründungen sind zum größten Teil in vorläufig prioatrechtlicber Form bereit» vorgenommen worden. So sind errichtet worden: Die nationalsozialistische Funkkammer, das Reichskartell der bildenden Künste, das Reichskartell der deutschen Musikerschaft, der Reichsverband der deutschen Schriftsteller, die Reichstheaterkammer. Ebenso wird mit dem Entwurf eines Schriftlei - tergesetzes die Absicht verfolgt, dem Schriftlei- tertum die Rechtsform zu geben, die feiner Art als einer ber höchsten Lehr- unb Erziehungsaufgaben ber Nation entsprechen. Auf dem Gebiete bes Lichtspielwesens hat das Kabinett durch Verabschiedung des Gesetzes über die Errichtung einer vorläufigen Silmtammer vom 14. Juli 1933 (RGBl. I, S. 481) die öffentlich-rechtliche Zusammenfassung der Schaffenden bereits vorgenommen. Die Reichskulturkammer wird ein Teil des ständischen Aufbaues sein. Die Inangriffnahme des Teiles, der sich auf die Kultur bezieht, duldet keinen Aufschub. Die Vielgestaltigkeit ber beutfdjen Kultur hat dazu geführt, bah sich beim Theater, in ber Musik, bei ber Presse usw. Verhältnisse entwickelt gaben, die einer planmäßigen Einwirkung überaus große Schwierigkeiten bereiten. Die ver- schiebenen Derbänbe unb Organisationen führen au diesem Gebiete einen Kamps Aller gegen Alle. Das Reich muß daher nicht nur die geistige Richtung bestimmen, sondern auch die Berufe organisatorisch leiten und zusammenfassen. Die Ausschließung von Wohnungssiedlungsgebieten. Berlin, 22. Sept. (WTB.) Während sich die landwirtschaftliche Siedlung wegen der Eigenart ihrer Vorbedingungen bisher stanbortmäßig überwiegend befriedigend vollzog, haben sich auf den Gebieten ber Woh n s i eblung , insbefonbere in ber Umgebung der Großstädte, Verhältnisse entwickelt, die ein ordnendes (Eingreifen des Staates verlangen. Es sind bisher vielfach wegen des Fehlens gesetzlicher Handhaben Gebiete für die Bebauung erschlossen worden, die niemals der Bebauung hätten zuge - führt werden dürfen. Daraus sind Den Gemeinden zum Teil unerschwingliche Lasten ent- landen, die bei geregelter Besiedlung hätten verhindert werden können. Aber auch Die einzelnen Siedler sind in vielen Fällen dadurch geschädigt worden, daß sie Bauparzellen erwarben, deren Bebauung ihnen nachher im öffentlichen Interesse untersagt werden mußte. Das vorliegende Reichsgesetz will die Siedlungstätigkeit nicht erschweren ober hindern, sondern im Gegenteil durch Ordnung fördern. Es steht auf dem Standpunkt, daß der deutsche Grund und Boden kein Gegenstand ist, den der einzelne zum Schaden der Allgemeinheit und zum Nachteil für andere Volksgenossen aus- nutzen oder mißbrauchen darf. Die obersten Lanbcsbehörden können bestimmte Gebiete, in denen eine besonder» starke Wohnsiedlungstätigkeit ein ordnendes (Eingreifen notwendig macht, z u Wohnfiedlunas gebieten erklären. In den Wohnsiedlungensgebieten muß ein W i r t f ch a f t s p l a n für die Nutzung des Bodens bestehen. Nach diesem Wirtscbaftsplan hat die Bebauung des Gebiete» $u erfolgen. Jeder Grundstücksverkehr, der voraussichtlich zum Zwecke der Bebauung erfolgt, bedarf der behördlichen Genehmigung. Die Genehmigung kann versagt wer- den, wenn eine Bebauung eine» Grundstückes dem Wirtschaftsplan widersprechen würde; sie kann auch an Auslagen geknüpft werden. Schuh der deutschen Warenausfuhr. Eine handelspolitische Bcrteidigungs- matznahmc. Berlin, 22. Sept. (WTB.) Das von ber Reichsregierung beschlossene Gesetz zum Schutz ber deutschen Warenausfuhr ist eine handelspolitische Ber- teidigungsmaßnahme. In der jüngsten Zeit ist in einer Reihe von Staaten in steigendem Maße bas Bestreben hervorgetreten, bie Einfuhr aus bem Auslanbe abzuwehren. Durch diese Bestrebungen ist Deutschland mit feinen starken Aus- iuhrinteressen besonders bedroht. Das neue Gesetz schasst nun die Möglichkeit, gegenüber solchen Säubern, bie beutsche Erzeugnisse Einfuhrbeschränkungen unterwerfen, zumSchutze der deutschen Warenausfuhr ebenfalls Einfuhr- beschränkungen anzuordnen. Der Charakter dieser Ermächtigung als einer reinen Defen- sivmaßnahme ergibt sich schon Daraus, daß solche Einfuhrbeschränkungen nicht gegenüber Ländern angeordnet werden können, die s e I b ft ber beutfdj'en Einfuhr keine solchen Hinbern isse in ben Weg legen. Um in ben I jetzigen Krisenzeiten bie Hanbelspolitik möglichst elastisch führen zu können, rst vorgesehen, baß die beteiligten Reichsministerien von der Ermächtigung zu Einfuhrbeschränkungen gegenüber ben ßänbern, bie bie beutsche Ausfuhr einzudämmen juchen, zwar Gebrauch machen können, jedoch Dies nicht tun müssen. Da bas Gesetz zum Schutz ber deutschen Warenausfuhr nur als eine Abwehrmaßnahme ber deutschen Handelspolitik gedacht ist, sind, wie sich aus der Fassung bes Ge- setzes ergibt, Einfuhrbeschränkungen au» innerwirtschaftlichen Gründen auf Grund dieses Gesetzes nicht vorgesehen. Ob unb in welchem Umfange von der Ermächtigung Gebrauch gemacht wirb, hängt somit von ber Haltung der Länder ab, die die deutsche Ausfuhr durch Einfuhr- verböte ober Kontingentierungen zurückzudrängen suchen. Neuregelung der Reichsburgschasten für den Kleinwohnungsbau. Berlin, 22. Sept. (TU.) Amtlich. Der Reichs- arbeitsminifter ist ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Reichsminister ber Finanzen im laufenden Rechnungsjahr für bie Förderung des Klein- woynungsbaues Bürgfchaftenbis zum Gesamtbetrag von 10 0 Millionen Mark zu übernehmen. Bestimmungen hierfür werden demnächst bekanntgegeben werden. Anträge werden aber schon jetzt entgegengenommen unb behanbelt. Um die Ermächtigung noch möglichst weit- gehend für bie diesjährige Bautätigkeit ausnützen zu können, wird auf b i ef e Möglichkeit aufmerksam gemacht. Gefördert werden ©eschoßwohnungen und Einfamilienhäuser, d i e i n Gruppen von mindesten» fünf Häusern durch einen einheitlichen Träger errichtet werden. Die nutzbare Wohnfläche soll bei ben Geschoßwohnungen 75 Quadratmeter, bei ben Einfamilienhäusern in ber Regel 90 bis 100 Quadratmeter nicht übersteigen. Die zu verbürgenden H y p o t h e k e n sollen einschließlich vorhergehender und gleichstehender ©rundhandrechte 70 Prozent ber Gesamtherstellungs- foften nicht über ft eigen, so daß die Bauherren also bie erste Hypothek (40 v. H. ber Gesamt- Herstellungskosten) und bie restlichen 30 v. H. ber Ge- famtherstellungskosten auf andere Weise beschaffen müssen. Die Hypocheken müssen mit 1 Prozent unter Zuwachs ber ersparten Zinsen getilgt werben. Anträge sind bei den ober st en ßanbesbe- Hörden (Wvhnungsressorts), in Preußen bei dem Ministerium für Wirtschaft und Arbeit einzureichen. Gleichzeitig wird empfohlen, ein Doppelstück ber Deutschen Bau- und Bodenbank AG. in Berlin W. 8, Taubenstraße 48/49 zu übersenden. Die Auswirkungen des zweiten Arbeitsbeschaffungsgesehes. Bedeutende finanzielle Ersparnisse neben der Erhaltung von Arbeitskräften im Produktionsprozeß. Berlin, 22. Sept. (CNB.) Staatssekretär Reinhardt gab der Presse Einzelheiten aus dem zweiten Gesetz zur Verminderung ber Arbeitslosigkeit bekannt, bas heute im Reichsgesetzblatt erscheint. Danach wird im Abschnitt I ber Reichsminister der Finanzen ermächtigt, einen Betrag bis zu 5 0 0 Millionen Mark f ü r bie Förde- runb von Jnstandsetzungs- und Ergän- zungsarbeiten an Gebäuden, für die Teilung von Wohnungen und für den Umbau sonstiger Räume zur Verfügung zu stellen. Dem Eigentümer eines Gebäudes werden gewährt: 1. ein Zuschuß zu den Aufwendungen, wenn festgestellt wird, daß die Arbeit volkswirtschaftlich wertvoll ist; 2. eine Verzinsung zu 4 v. H. jährlich desjenigen Betrages, den er über ben ihm gewährten Reichszuschuß hinaus aus eigenen ober geliehenen Mitteln aufbringt. Zweck bes Gesetzes sei, einem etwaigen Wiederansteigen der Arbeitslosenziffer in den kommenden Monaten mit aller Kraft entgegenzuwirken. Die Gewährung von Zuschüssen in Höhe von 500 Millionen würde zu einem Umsatz von 2 Milliarden Mark führen. In diesen 2 Milliarden sei etwa eine Milliarde für Arbeitslöhne Diese eine Milliarde stelle bei einem jährlichen Lohndurcbschyitt von 2000 Mark den Lohn für etwa eine Million Arbeiter dar. Würde es uns gelingen, in Durchführung dieses Planes in den kommenden Monaten einer Million Arbeiter Beschäftigung zu geben 3 u nf Ausgleich bes Rückganges aus den Außen- berufen, dann würde das eine Ersparnis an Arbeitslosenunter st ützung für diese sechs Monate von 250 Millionen Mark sein. Da der im Umsatz enthaltene Anteil der Steuern und Soziallastcn 15 v. H. beträgt, führe der Umsatz der zwei Milliarden zu einer Ber- befferung der Einnahmeseite in den Haushalten von Reich, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungskassen um etwa 300 Millionen Mark, so daß insgesamt eine Ersparnis von 550 Millionen Mark herauskomme, also 50 Millionen Mark über den Betrag hinaus, der nunmehr zur Verfügung gestellt werde. Die landwirtschaftliche Grund st euer werbe um 100 Millionen Mark ermäßigt werden. Es bleibe ben ßanbesregierungen überlassen, in welcher Weise sie die vorgeschriebene Senkung der Grundsteuer vornehmen wollen. Die Senkung des Grundsteueraufkommens werde etwa 16 Prozent betragen. (Einem Wunsche ber Lanbwirtschaft auf einheitliche Festsetzung ber lanbwirtschaftlichen Um- satzsteuer entsprechenb werbe im brüten Abschnitt der Satz mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. für die Landwirtschaft einheitlich auf ein Prozent feftgelegt. Die Steuerbefreiung s ü r neuerrichtete Kleinwohnungen und Eigenheime erstreckt sich in Zukunft auf Bauten, die nach Ablauf der bisherigen Frist, die bis zum 1. März 1934 bzw. bis 31. Mai 1933 läuft, bezugsfertig werden. Kleinwohnungen, die in den Rechnungsjahren 1934 und 35 und Eigenheime, die in ben Rechnungsjahren 1934 bis 1938 bezugsfertig werben, werben von ber Einkommens- und Vermögenssteuer, von der Grundsteuer des Landes unb von ber Hälfte ber ©runbftcuer ber Gemeinben ober ©emeinbeoerbänbe befreit. Die Bestimmungen bes fünften Abschnittes über Senkung ber ©runb- steuern über Neuhausbesitz beziehen sich auf diejenigen Neubauten, die in den Jahren 1924 bis 1930 erstellt worden sind. Staatssekretär Reinhardt schloß seine Erläuterungen mit dem Hinweis, daß voraussichtlich im nach- ften Frühjahr ein drittes Gesetz zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit herauskommen wird und das gleichzeitig auch eine große Reform mit •einer grunölegenben Vereinfachung des gesamten Steuerwesens in Aussicht genommen ist. Das pariser Gespräch zu dreien. Ein optimistischesEommuniqu6.-ÄZie toe.t iss man Frankreich entgegengekommen? Paris, 22. Sept. (TU.) Ueber die Befpredjun- gen der Vertreter Frankreichs, Englands und Amerikas ist eine Verlautbarung herausgegeben worden, in ber es heißt: „Die Besprechungen haben eine Reihe von Fortschritten in der Ausarbeitung ber Thesen der brei Regierungen zum Ergebnis gehabt, die schon währenb der letzten Unterredungen weniger ausführlich besprochen worden waren. Das Ziel dieser Arbeit ist die Erleichterung der Abrüstungsve»handlungen, die demnächst in Gens wieder ausgenommen werden. Auf diesem Wcge sind greifbare Fortschritte erzielt worden. Sir John Simon hat am Freitagabend bei einem Empfang der englischen Presse ein wenig den Schleier des Geheimnisses gelüftet, der die Verhandlungen der letzten Tage bedeckte. Nach seinen Ausführungen soll eine Annäherung in der Auffassung ber französischen unb ber italienischen Regierung die Verständigung zwischen Paris und London wesentlich er- leichtert haben. Worin diese Annäherung besteht, hat er nicht verraten. Französischerseits wird behauptet, daß die Italiener sich sowohl mit der automatischen Kontrolle als auch mit der Probezeit, d. h. mit einer weiteren Verschiebung der ftanzösischen Abrüstung bis zur Feststellung des deutschen Rüstungsstandes e i n d e r ft a n- den erklärt hätten. Freilich bedarf diese Darstellung noch der Bestätigung aus Rom. — Ferner hat Sir John Simon mitgeteilt, daß sich die ftanzö- sische, britische und amerikanische Regierungen auf die Verteilung der Abrüstung auf zwei Zeitabschnitte von drei bis vier Jahren geeinigt hätten. Schon im ersten Abschnitt sollen greifbare Abrüstungs-Maßnahmen durchgeführt werden und zwar in erster Linie die Umwandlung des deutschen Reichs- Heeres in ein Milizheer nach dem Vorschläge Macdonalds. Schon während dieser $eit setzt bie Kontrolle ein. (Ergebe sich bie lückenlose Durchführung ber Verpflichtungen aller beteiligten Staaten, so würbe ber zweite Zeitabschnitt auch bas französische Heer treffen. Bon ftanzösischen Abrüstungsverpflichtungen im ersten Ab- schnitt ist also bezeichnenberweise nicht die Rede. Demnach würde der französische Stand- nm ft im wesentlichen burchgcbrungcn sein. Die Kontrolle soll im ersten Zeitabschnitt von einem tänbigen Ausschuß ausgeübt werden, dem >ie Vertreter aller beteiligten Staa- t e n angeboren sollen, lieber bie Form der Kontrolle ist ebenfalls gesprochen worden, doch cheint, daß darüber eine (Einigung nicht z u- tanbegefommen ist. Die Franzosen wollen >ie Anwenbung ber Kontrolle auf da» europäische Festland beschranken. Auf diese Weise würde auch von amerikanischer Seite kein Einspruch zu erwarten (ein. Auf französischer Seite vertrete man die Auffassung, daß die Konttolle automatischund periodisch sein müsie. Auf englischer Seite halte man e» für wichtiger, zunächst fest zustell en, w e l • ches Ausmaß anAbrüftungzu kontrollieren fei. Die englischen Kreise glauben, einen gewissen Ansporn in bem Abrüstungsausmaß erblicken zu können, bah Frankreich in der zweiten Abkommensperiode zuzugestehen bereit (ei, wenn man sich über ein Abkommen einige. Ein ber- artiges Abkommen soll durch eine ständige Abrü- stungskonoention überdacht werden. Die bestehenden Flottenabkommen sollten vor Ablauf der sür sie geltenden Fristen keine Aende- ru n g erfahren. In englischen Kreisen wurde die Auffassung vertreten, daß diese Richtlinien wohl einen Fortschritt barstellten, daß aber bie ©eroin- nung anderer Mächte hierfür unb ebenso die An- wenbung derartiger Maßnahmen noch große Schwierigkeiten bereiten dürste, so daß man der Zukunst nur mit gedämpftem Optimismus entgegensehen könne. Neuraths erste Besprechungen in Genf. Genf, 22. Sept. (TU.) In den Freitagnach- mittagsftunben fanb eine Besprechung zwischen Freiherrn von Neurath und dem Präsidenten der Abrüstungskonferenz, Henderson, statt, an die sich eine Unterredung zwischen dem Kabinettschef Mussolini, Baron A l 0 i s i, und dem deutschen Außenminister anschloß. Die Unterredungen galten den in der nächsten Woche erwarteten weiteren Verhandlungen über die Abrüstungsfrage mit den Außenministern Englands und Frankreichs und Norman Davis. Auf italienischer Seite werden bereits jetzt eingehende Erwägungen angestellt, in welcher Weise der Viermächtepakt im Fall« eines ergebnislosen Ausganges der kommenden Abrüstungsbesprechungen der Großmächte in Funktion treten könnte. Bekanntlich sieht ber Bier- mächtepakt ausbrücklich ben Zusammentritt ber vier vertragschließenben Staaten für ben Fall vor, daß in der Abrüstungsfrage keine Lösung gefunden werden kann. Aus aller Wett. Hein; Lahusen im Krankenhaus. Der zweite Angeklagte im Bremer Lahusen- Prozeß, Heinz Lahusen, ber angegeben hatte, baß er wegen seines ©esunbheitszustanbes ber Ber- Handlung nicht mehr folgen könne, wurde ins Krankenhaus gebracht. Er wird dort untersucht werden. Ehrengrab der „Niobe". Das Wrack bes Segelfchulschifses „Niob e", das im vorigen Jahr im Fehrmarnbelt einer Gewitterbö zum Opfer fiel, später gehoben unb in ben Kieler Hasen eingeschleppt würbe, ist biefer Tage auf ber Höhe von Pillau in Gegenwart ber gesamten beutschen Flotte versenkt worben. Torpeboboot „ßeoparb" feuerte auf bas verankerte Wrack einen Torpeboschuß ab, während die Mannschaften der kn Staffellinie aufgefahrenen Seeftreitträft am Deck angetreten waren. Der Schiffskörper sank in etwa zehn Minuten und ruht jetzt in über 90 Meter Tiefe wieder auf dem Meeresgründe. Schwere Unwetter in Oberilalien. Ueber Oberitalien sind in der Nacht zu Freitag äußerst schwere Unwetter niedergegangen. In Benedig haben Flut und Regen den St. Marcus- Platz unb bi« iriedriggelegenen Teil« Der Stadt unter Wasser gesetzt. Auch in Triest wüteten bie an- ftürmenben Wassermengen in ben niebrig gelegenen Lädenoierteln. Die Hafengebäude waren teilweise vom Wasser so umspült, daß sie dem Publikum nicht zugänglich waren. Der Bahnhofsvorplatz war völlig überschwemmt. Es mußte ein besonderer Ber- kehr eingerichtet werden, um Die Reisenden von und zu den Zügen zu bringen. Im Hasen hatten die Rettungsboote fortlaufend gefährdeten Schiffen zu Hilfe zu eilen. Auch aus Bologna, Bergamo unb zahlreichen anberen oberitalienischen Stäbten liegen Meldungen über heftige Unwetter und große Sachschäden vor. Aussehenerregende Verhaftungen in Antwerpen. Brüsseler Blätter berichten in großer Ausmachung von aufsehenerregenden Verhaftungen in Antwerpen, die mit Der Entführung des Lind- ■bergt) -Kindes in Zusammenhang stehen. (Es handelt sich um brei Personen, bie bei ber Westmin- ster-Vank in Antwerpen für 1000 Pfund Sterling Wertpapiere antaufen wollten. Eine Rückfrage in London ergab dabei, daß die 1000-Pfund-Note aus bem Wertpaket flammte, das Lindbergh seinerzeit als Lösegelb für seinen Sohn gegeben hatte. Die Untersuchung geht eifrig fort, gestaltet sich aber deshalb schwierig, weil bie verhafteten Personen sich weigern, irgenbwelche Angaben zu machen. Sie würden, so erklären die Verhafteten, sonst von amerikanischen Gangsters ermordet werden. ^cttcrvüirtii9fnqe. (Eine neu« Störung breitet sich über die britischen Inseln aus unb schickt ozeanische Luft nach dem Fest- lanbe vor. Somit gestaltet sich bas Wetter weiterhin wechselhaft und zeitweise regnerisch. Die Temperaturen steigen zunächst wieder etwas an, werben jedoch später durch di« kühlere Luft der Rückseite zurückgehen. Aussichten für Sonntag: Meist wolkig unb zeitweise regnerisch, zunächst etwas milber. Aussichten für Montag: Wechseknb bewölkt mit kurzer Aufheiterung, noch einzelne schauerartige Niederschläge. Lufttemperaturen am 22. September: mittags 14,8 Grad Celsius, abends 12,4 Grad; am 23. September: morgens 10,4 Grad. Maximum 15 Grad, Minimum 10 ©rad. — Crbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. September: abends 14,7 ©rad; am 23. September: morgens 12,5 ©rad Celsius. — Niederschläge 0,2 mm. v»OD ERPROBT - BEWÄHRT SPARSAM llr Klipps Kaffee im 70. Lebensjahr. seit 50 Jahren Bremer Qualitäts-Kaffee In tiefer Trauer: Nur zu haben in Fachgeschäften des Einzelhandels 5841D 5867 V Ev. StadtmkMon b ZfB&k Löberstr. 14. — Am 24.9., 3 Uhr: d Herbst-Konserenz im Alter von 52 Jahren 5836 D W/. 5831 D Dank aus. Gießen, den 23. September 1933. 5858 V Eine lESE *■ LOSPREIS1 REICHSMARK Tilly Pieper, geb. Schreiner Heinz Pieper. In tiefer Trauer: L. Thomas Elly Rahnefeld geb. Thomas Otto Rahnefeld Jetzt mit Sammelbildern: Mit Schomburgk quer durch Afrika Allen, die in meinem tiefen Schmerz meiner teilnehmend gedachten, insbesondere dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte, den verehrl. Vereinen und Korporationen, dem Volks-Feuerbestattungsverein für seinen mir geleisteten wertvollen Beistand sowie für die zahlreichen Kranzspenden spreche ich hiermit meinen herzlichsten Aelteres sol. Mädclien i.Koch.u. all. Häusl. Arb.erf., sucht Stell, bis 1.Okt., evtl.a. in srauenl. Hsh. Schr. Ang.u.05560a.G.A. Margarete Krailing, geb. Ganzert Marie Ziebold, geb. Krailing Ernst Ziebold. Gießen. Buenos Aires, den 23. September 1933. Die Bestattungsfeier findet am Montag, dem 25. September, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Donnerstagnacht, den 21. September, entschlief sanft infolge eines heimtückischen Schlaganfalls meine liebe Frau, meine herzensgute treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Thomas, geb. Pfaff Ein Blick genügt! Hier fehlt nur Hühneraugen- „Lebewohl“. 4570 V Hühneraug.-Lebewohl Blechd. (8 Pflast.) 68 Pf. in Apoth. u. Drog. Sicher zu haben: Med.-Drog. Haus Hindenburg, H. Elges, Sei* tersweg 68a; Löwen-Drog. W. Kilbinger NH., Seltersweg 69; H.Noll,Ludwigsplats*■.Neustadt-Drog.; Bermanla-Drog. C. Seibel, FrkL Str. 89; 0. WlnterhoH, Drog., Kreuipl. 9/19. Am Donnerstag, dem 21 September, entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit mein geliebter Gatte, unser lieber Vater Schlossermeister Karl Krailing Gießen, Wernerwall 62, den 22. September 1933 Die Beerdigung findet am Montag, dem 25. September, nachmittags 272 Uhr, vom Neuen Friedhof aus statt Schristl.Angeb.unt 05561 ad.Gieh.Am. illlllllllllllllllllllllllllllllllll Für ein hiesiges Detailgeschäft Iflufm. Alling welch.Fortbildungs- schulfrei ist, gesucht. Schristl.Angeb.unt. 5829Da.Gieh.Anz. znAliienhsus Neubau, 5 Zimmer u.Küche, Grabgart., gtätje Giehen, ab 15.10. zu vermieten Schriftl. Ang. unt. 05566 a.d. GH. Anz. glückliche Llusgan nicht genügte, we soldatischen Dienst Pilichtbewuhtsein, stärke, das kann jedem Ort und deutsche Dolk ler gen Lagen nicht willen zu beweü Die Nachkrieg- hängnisvoll das willens gewesen parlamentarischtt teren Umfang ar eines Golbaien ft helfen immer weih Tagespolitik ab. ß den Wichleiten p willen und glaubt Willen aus dem i mit l'oldochchen 2 latjadjlid) wich d entscheidenden Ged sahrung zeigte dar die reinen Äusgal genügt im poli inzwischen hat! listische Bew gegen die gleichen diesen auch mit hi 10D.29I.3im mit Wohnküche bei Mitbenutzg. v. 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Giebeuer Rader-Gesellsdialt 1S77 ______5846D yerc in*} -»-'S» ««“ff jnA.es I sar.% sKtz i efesi S&S.1 1 $6 -r. Niger Iah" die Dasein |Pal*-r Neoolullonshe^ stände ruhejahren 1918 deren iQÄ gezeigt ha"en, das [pafeen lassen. Sollte der beir Brechung des rot eigentlich große < stellt hatte, bte . Geistes über । seine Jortpslanzu Geschlecht. Weit keitsgebiete hinar deutsche Bolk zur Lebenslagen °nllug feine ? Si«6l "w(,°id Zweite Qrf- U °ch die her ??wiİl Läsionen "och Jören (Ju Worum? kaufst du deinen Stoff nicht bei deinem Schneidermeister ? Bringst du das Holz auch zum Schreiner? Bringst du das Leder auch zum Sattler? Bringst du das Mehl auch zum Bäcker? Nein? Du kaufst bei deinem Schneidermeister genau so billig und besser, denn dann übernimmt er die Garantie für die Pa 6 form des Anzuges u. auch für die Tragfähigkeit des Stoffes Also denke daran! Den Stoff nur vom Schneidermeister? 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Der Stahlhelm hat sich in aufrechter, soldatischer Gesinnung dem Führer gegenüber der Eigenständigkeit begeben. Er ist dasür aber in voller Würdigung seines großen Wertes durch Adolf Hiller >, 11 voller Mitwirkung an dem Aufbau und Schutz des neuen Staates heran- gezogen worden. Ein sehnlicher Wunsch der Stahlhelmer geht damit in Erfüllung: Richt nach Rechten hatten sie ja gefragt, sondern nach Pflichten, fie wollten mithelfen und Mitarbeiten und nicht tatenlos zusehen. Daß es dahin gekommen ist, das danken sie neben der Großherzigkeit des Führers dem klugen politischen Gefühl ihres Bundesführers Franz Seldte. Indem er sich selbst der ersten Führerstelle begab, hat er seinen Käme- raben den größten Dienst erwiesen. und meine Augen unter der Brille tränten. — Und bann durchzuckte plötzlich die Erkenntnis mein Gehirn, daß ich im ersten Schreck erstarrte. Ich mußte mich zujammenreißen, um den Verschluß des Bombenkastens hochzuziehen. Da lag die schwere Bombe schräg im Kasten und preßte mit ihrem unteren Ende die andere gegen das Abschußrohr... Langsam und unerbittlich drehte sich der kleine Propeller, der die Zündung betätigt. Jede Sekunde konnte uns in Atome in die Luft sprengen, denn wer konnte wissen, wie weit oder wie nahe der kritische Punkt der Explosion war? Mein erster Impuls war: über Bord! — Der auf meinem Rücken befestigte Fallschirm würde mich sicher zur Erde tragen, und mein Pilot würde ohne Zaudern folgen. Aber schon hatten wir die deutschen Linien unter uns, und das führerlos zerschellende Flugzeug hätte mit seiner gefährlichen Ladung vielleicht Dutzende unserer braven Kameraden zersetzt. — Das menschliche Gehirn arbeitet in verzweifelten Lagen unheimlich rasch und sicher, denn alle diese Erwägungen hatten wohl nur Sekunden gedauert. — Mit der linken Hand versuchte ich den langsam kreisenden Zündungspropeller fest- zuhalten, konnte aber mit dem dicken Pelzhandschuh schlecht in dem engen Raum hantieren. Bei jedem Sprung der Maschine fühlte ich die Schraube in meiner Hand sich drehen und winden und wie ein boshaftes kleines Lebewesen den flammen Fingern entschlüpfen, eine halbe Umdrehung weiter- kriechen — einem zwar schnellen und schmerzlosen, aber unabwendbaren Tode entgegen... Endlich hatte mich Heimann verstanden und die Maschine wieder gewendet. Donnernd und ächzend arbeitete sich unser braver alter Albatros gegen die Böen durch und kam langsam dem letzten deutschen Schützengraben wieder näher. Inzwischen hatte ich mit den Zähnen den Handschuh von meiner Rechten gerissen und suchte mit flatternden Fingern m meinen Taschen nach einem Instrument, mit dem ich den Zündungspropeller der Bombe festklemmen konnte. Ich erwischte meine Tabakspfeife, schob vorsichtig den Stiel zwischen die kleine Flügelschraube und die Stahlwand — dabei rutschte der Propeller aus und drehte sich einmal ganz herum — unwillkürlich schloß ich die Augen in Erwartung der Explosion. Aber dann saß die Schraube fest. Wie es um die untere Bombe stand, ahnte ich nicht und konnte nur hoffen, daß dort durch die Pressung der Zündungspropeller außer Betrieb war. Qualvolle Minuten vergingen, aber endlich sahen wir freies Feld unter uns liegen Vorsichtm packte ich den Handgriff der Bombe, hob sie rasch an und pfeifend schoß sie der Erde zu. Jetzt die zweite hinterher — aber im letzten Augenblick überkam mich der alte Fliegerleichtsinn. Hatte die Zündung bis hierher ausgehalten, so würde es auch noch für die paar Sekunden bis zur Erde reichen gleichen Felde entgegen, auf dem diese sich betätigten. Diese Methode hatte Erfolg, der National- fozialismus war unbestritten der Sieger im revolutionären Kampf. Wenn Zwei sich auf dem Wettlauf nach dem gleichen Ziele befinden, kann es vorkommen, daß sie eifersüchtig aufeinander werden. So schien es eine Zeit lang, als ob sich die beiden kraftvollen Bewegungen in ernster Auseinandersetzung begegnen würden. Wir standen vor einer ähnlichen Situation, wie sie 1866 im Bruderkamps durch das Schwert gelöst wurde. Daß bei der Gleichartigkeit der Gesinnungen hinterher die Versöhnung „genau so wie nach 1866 kommen würde, das stand fest. Aber niemand wird darüber im Zweisel sein, daß das Verfahren von 1866 in der heutigen Lage Deutschlands eine Sinnlosigkeit gewesen wäre. Um Deutschlands und um seiner Kameraden willen, tat Seldte darum den ent- Inzwischen hat sich in Oesterreich ein Regime festzusetzen vermocht, das nicht nur planmäßig alle bisher verfolgten wirtschaftspolitischen Gedankengänge, bei denen Wien und Berlin in enger Gemeinschaft Zusammenarbeiten könnten, unbeachtet läßt, sondern auch darüber hinaus Pläne verfolgt, die den natürlichen Gegebenheiten der Lage Oesterreichs geradezu zuwiderlaufen. Das heutige Oesterreich ist bestrebt, auf dem Wege über eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit m i t Italien und Ungarn sich seine wirtschaftliche Zukunft neu aufzubauen. Dabei aber werden so ziemlich alle, schon für jeden Anfänger im weltwirtschaftlichen Denken offenkundigen wirtschafts- und verkehrspolitischen Tatsachen außer Acht gelassen. Als ob der Grundfehler des Tardieu- Planes, die Ausschaltung Deutschlands, nun weniger schwerwiegend wäre, wenn er statt in einem französischen, nun in einem anderen Projekt auftauchte. Es ist hinlänglich bekannt, daß schon seit etwa zwei Jahren zwischen Oesterreich, Ungarn und Italien besonders formulierte Handelsverträge bestehen, die einen begünstigten Warenaustausch zwischen diesen Ländern ermöglichen sollen. Schon jetzt zeigt sich aber, daß auch die größten Bevorzugungen für den Handel zwischen diesen Staaten keinen wirklichen Handelsverkehr hervor- zaubern können, wenn eben die natürliche Keinem der Donaustaaten ist die Richtung seiner wirtschafts- und handelspolitischen Wege so klar von der Natur vorgezeichnet, wie Oesterreich. Und kein anderer der mittel- und südosteuropäischen Staaten handelt diesen natürlichen Bedingtheiten dauernd so zuwider, wie gerade das Oesterreich des Regimes Dollsuß. Ein einziger Blick aus die Karte genügt, um erkennen zu lassen, daß die natürliche handelspolitische Richtung des heutigen Oesterreich durch die Donau bestimmt wirb, und daß daher die geopolitischen Gegebenheiten Oesterreichs Wirtschaftslinie von Nordwesten nach Südosten, also von Deutschland über Wien nach Ungarn und d em weiteren europäischen Südosten leiten. Auf dieser Linie vermag sich ein Warenaustausch in unbegrenztem Ausmaße zu vollziehen. Die Benutzung allein dieser Wirtschaftslinie wird auch im heute verstümmelten Oesterreich der einstigen Rolle Wiens . ^24-9.,3Uhr: und kurz entschlossen riß ich meine Tabakspfeife aus der fallenden Bombe. In der nächsten Sekunde haut ein greller Blitz in meine Augen, ein riesiger rotgelber Feuerball wächst unter mir auf und dann fühle ich, wie die schwere Maschine mit unheimlicher Gewalt nach oben gepreßt wird. Spanndrähte platzen mit schrillem Kreischen. Dann rutscht die Maschine über den Schwanz ab ins Bodenlose. Mein Pilot steuert wild. Sekundenlang sehe ich die angespannten Muskeln in dem braunen, unerschrockenen Gesicht. Ein großer Lappen löst sich aus dem unteren Tragdeck zu meiner Rechten und flattert knatternd dicht vor meinen Augen. Jetzt trudeln wir steil seitwärts über den linken Flügel, unheimlich wächst die Erde unter uns; schrill und gellend pfeifen die Drähte. Gleich muh der Aufschlag folgen. — Ob ich sofort tot sein werde, oder mit ein paar Knochenbrüchen davonkomme, wie das letzte Mal? Merkwürdig, wie man in solchen Augenblicken zum scheinbar unbeteiligten Zuschauer wird! Heimann preßt den Steuerknüppel von sich — reißt an der Verwindung. Verrückt, denke ich. Plötzlich werde ich zur Seite geschleudert, daß sich mein breiter Anschnallgurt zum Platzen spannt. Dann ächzen die Flügel unter dem ungeheuren Druck. Jetzt müssen sie brechen — aber schon reagiert die Maschine wieder, gehorcht dem Steuer und triumphierend heult der Motor sein donnerndes Lied in den Sturm... „Noch mal gut gegangen" brüllt Heimann und lacht über das ganze Gesicht — aber das soll man nicht, denn auf dem eigenen Flugplatz haben wir bann bei ber ßanbung doch noch Kleinholz gemacht und uns gehörig die Nase verbogen, weil so ein verwünschter Bombensplitter das eine Rad unseres Fahrgestells wegrasiert hatte. — Ader meiner Tabakspfeife hat das alles nichts geschadet! In diesen Tagen, da der Kamps um Oesterreich einem Höhepunkt zustrebt, und allerorten ein seit dem Weltbrand noch nie dagewesener politischer Hochbetrieb herrscht, nimmt der Donauraum stärker denn je unseren Blick gefangen. Führt doch über die Süboftmart ber Weg in bie Uferftaaten jenes Stromes, besten Schicksal seit vielen Jahrhunberten mit ber beutschen Geschichte innigft verknüpft gewesen ist. Die Ereignisse in b e n Süboftftaaten haben leiber im Reiche nicht immer bie Beachtung gefunben, die sie wohl verdient hätten. Das ist jetzt, nach der nationalen Erhebung des deutschen Volkes anders geworden. Ader deshalb kann nicht oft genug darauf hingewiefen werden, wie wichtig diese Länder für uns find, damit die einmal gewonnene Bindung nicht wieder abreiht, immer steht das Interesse Mitteleuropas mit auf dem Spiel, das in den Donauftaatcn natürliches Hinterland findet. Wenige Länder Europas find fo auf- einander angewiesen wie Deutschland und die Staaten des Donauraumes. Die nachstehenden Aufsätze unserer ständigen Korrespondenten sollen nun zu ihrem Teil dazu beitragen, das Verständnis für die große politische Ausgabe zu fördern, die in dem Gefamttitel „Donauraum — Schicksalsraum'' beschlossen liegt. Oesterreichs Sendung, von unserem R'Äerichlerssatler. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Wien, im September 1933. österreichische bedroht und umgekehrt die österreichische Industrie die ungarische. Es ist nun einmal so, daß Italien ganz und gar nicht die Verbraucherbedürfnisse hat, die die österreichische und ungarische Ausfuhr voll befriedigen könnten, ebenso wie die Waren, die Italien nach diesen Ländern ausführen kann, durchaus nicht zu den wirklichen Bedürfnissen Ungarns und Oesterreichs gehören, also nur eine Belastung der Handelsbilanz darstellen. Nur eine von politischen Sonderwünschen und nationalpolitischen Gesichtspunkten nicht beschwerte, wirklich großzügige Zusammensassung der im Donauraum gelegenen Wirtschaftsgebiete vermag die Grundlagen für eine Gesundung der einzelnen, heute fo furchtbar zerrütteten und notleidenden Volkswirtschaften zu bringen. Die Donau ist tatsächlich der Schicksalsstrom für alle die an ihr gelegenen, mit ihr verbundenen Staaten und Länder. Daß aber zu diesen Staaten auch Deutschland gehört, diese Tat- sache kann und darf nun einmal nicht übersehen werden, wenn nicht alle Lösungsoersuche des mitteleuropäischen Problems Stückwerk bleiben sollen. Der natürliche Bedarf Deutschlands an den Agrar-Erzeugnissen, die die südosteuropäischen Staaten im Uebersluß heroorbringen, und der Reichtum Deutschlands an Industrie-Erzeugnissen, die der Südosten noch auf Jahrzehnte hinaus nicht selber wird heroorbringen können, gerade diese gegenseitige Ergänzung weist mit zwingender Logik auf die Notwendigkeit hin, in Mitteleuropa eine Zusammenarbeit zu finden, die sich in erster Linie auf der Donau als dem die verschiedenen Interessengebiete verbindenden Faktor aufbaut. In einem solchen Konzept muß auch Italien einen wichtigen und wertvollen Faktor bilden, indem es eben mit Trieft den Anschluß an bas Mi11elmeer herstellt — aber nur wenn dieser Anschluß nicht allein einem kleinen nur wenig ausfuhrbedürftigen Lande zukommt, sondern dem ganzen großen Wirtschaftsraum, dessen Hauptlebensader freilich immer die Donau fein wird. Erst wenn man diese natürliche Bedingtheit wirklich erkennt und anerkennt, erst wenn man sich reigemadjt haben wird von allen nationabpoliti- chen Sonderbestrebungen im Donauraume, erst Dann wird Oesterreich die Nolle wieder erhalten, die ihm kraft seiner geopolitischen Lage und auf Grund feiner historischer Gegebenheiten zukommt. Erst dann wird die österreichische Wirtschaft auf einen wirklichen und dauernden Aufstieg rechnen können. Denn für keinen anderen Staat Mitteleuropas ist die Donau in fo starkem Maße „Schicksal" wie gerade für Oesterreich. tferuogwl'fl Liefet ipyjdle*- rurkun f Weckm1?ni; Mitti4,_. StcSJsftaie Oer Stahlhelm im neuen Staat. ($in Wort zur Führertagung in Hannover. Don Or. Walter Hammesfahr, Leiter des Presseamtes des Stahlhelm, ÄdF. Franz Seldte, den es trotz des Verlustes feines linken Unterarmes nicht zu Hause gelitten hatte, während seine Kameraden draußen im Trommelfeuer lagen, und der deshalb feine neuerliche Verwundung im Felde ertrotzt hatte, nahm die Re- volulion durchaus anders auf, als die meisten ber Deutschen bamals. Bei biefer Natur konnte von Schwachmut natürlich von vornherein keine Rebe sein. Eine kräftige unb ehrliche Manneswut gegen das Revolutionsgesinbel, bas sein Vaterlanb verraten hatte, erfüllte ihn. Resignieren kam nicht in Frage, Verkriechen erst recht nicht. Es konnte nur eins geben: Kamps ben Kräften, bie das Vater- land ins Verderben geriffen hatten. „Unb gibt’s keine Könige unb gibt’s keinen Kaiser mehr, bie uns ben Beseh! geben, fo gebtn wir uns selber den Befehl!" Aus solcher Gesinnung heraus wuchs mitten in den Revolutionswirren schon am 13. November 1918 bie (Brünbung bes Stahlhelm. Es waren zunächst nur wenige Mann; aber sie fanden rasch Anhang, wie es ja überhaupt immer daraus an- kommt, daß einer den Mut hat, voranzugehen. Dann sindet er auch Gefolgschaft. So wurde aus ben paar Mann im November 1928 innerhalb weniger Jahre bie große solbatische Bewegung, beren Dasein später allein schon genügte, um unruhige Neoolutionshelben von bem Versuch größerer Aus- ftänbe zurückzuhalten, nachdem ihnen in den Un- ruhejahren 1918 bis 1921 die Freikorpskämpfe, in deren Reihen zahllose Stahlhelmer gefochten haben, gezeigt hatten, daß soldatische Kräfte nicht mit sich spaßen lassen. Sollte der bewaffnete Kampf im Innern der Brechung des roten Terrors gelten, fo war bas eigentlich große Ziel, bas sich ber Stahlhelm gestellt hatte, bie Rettung bes solbatifchen G e i ft e s über ben Zusammenbruch hinaus unb seine Fortpflanzung auf ein neues heranwachsenbes Geschlecht. Weit über bie rein solbatifchen Tätig- keitsgebiete hinaus war aber baran gebucht, bas deutsche Volk zum soldatischen Denken in allen Lebenslagen zu erziehen. Hatte doch der unglückliche Ausgang bes Krieges bewiesen, bah es nicht genügte, wenn nur die Soldaten und nur im soldatischen Dienst soldatisch dachten. Kameradschaft, Pflichtbewußtsein, Einsatzbereitschaft und Charakterstärke, das kann man überall betätigen. An jedem Ort und in jedem Beruf. Das sollte das deutsche Volk lernen. Es sollte lernen, in schwieri- gen Lagen nicht nachzugeben, sondern Widerstandswillen zu beweisen. Die Nachkriegsentwicklung hat bewiesen, wie verhängnisvoll das Fehlen eines solchen Widerstandswillens gewesen ist. Die Knochenerweichung des parlamentarischen Systems nahm einen immer weiteren Umfang an. Mit der ganzen Verachtung eines Soldaten setzte sich der Stahlhelm infolge- dessen immer weiter von dem Treiben der reinen Tagespolitik ab. Er wollte seine Kameraden vor den Häßlichkeiten parteipolitischen Getriebes bewahrt wissen und glaubte auch, seinen revolutionären Willen aus dem rein soldatischen Wege und nur mit soldatischen Mitteln durchdrücken zu können. Tatsächlich wich der Stahlhelm damit von einem entscheidenden Gedanken der Gründung ab. Die (Erfahrung zeigte dann, daß die Selbstbeschränkung auf die reinen Aufgaben der Wehrhaftmachung nicht genügt im politifchen Kampf. Inzwischen hatte aber die nationalsozialistische Bewegung systematisch den Kamps gegen die gleichen Gegner begonnen, aber sie trat diesen auch mit den gleichen Waffen und aus dem Der Tod fliegt mit! Von Gerd Hartmann. Auf bie Bahnanlagen von St. Hilaire sollten Bomben geworfen werden. Es war ein stürmischer Herbsttag des Jahres 1916, und wir mußten mit unserer Albatros-Maschine über 3000 Meter hoch gehen, um in einigermaßen erträgliche Luftströmungen zu kommen. Hier oben waren wir in verhältnismäßiger Sicherheit, da feindliche Jagdflieger meist tiefer flogen und gegen Sicht von Der Erde aus uns die Wolkenfchicht deckte. Wir hatten bei Aubä- rive die Front überflogen, mußten aber, um nicht die Orientierung zu verlieren, nach kaum einer halben Stunde Flugzeit die Wolkendecke durchstoßen. Vorsichtig hielt ich Umschau, aber nirgends war ein feinöliajer Flieger zu sehen. Nun den Blick zum Ziel! Wir tarnen ein klein wenig rechts ab. Leise klopfte ich meinen Piloten Heimann auf bie linke Schulter, unb behutsam ließ er bie Maschine etwas schwenken. So, jetzt Klopfer auf die Schultermitte; wir fliegen wieder grabeaus. — Rack! — Dicht links unter uns, die Sprengwolke einer Granate. Ist mir jetzt gleichgültig, und zur Bekräftigung klopfe ich Heimann noch einmal auf den Rücken. Das heißt: „Orabeaus bleiben, immer grabeaus!" Eine Minute nur noch, dann ift’s fo weit zum Ab- wurf. Dort die grauen Schuppen neben den Gleisen, die sind lohnend, denn fie bergen Kriegsmaterial, Pioniergerät, Proviant und Munition. — Rack! Rrrrack! Rrrack! Rack! — Links, oberhalb, rechts, hinten, überall Sprengwolken. Wir sind mitten Drin in dem Gespinst aus Eisen und Blei. Während meine Ohren die immer näherkommenden Detonationen registrieren, visieren meine Augen durch das kleine Bodenloch die Gleise an. Da wir im Ziel» anflug keine Kurve machen dürfen, sondern stur draufzu halten müssen, ift’s kein Wunder, daß sich die Flaks fo schnell an uns herangetastet haben. Nach einer langen, langen Minute tauchen endlich die Schuppen in dem Viereck auf. Erleichtert atme ich auf. Mein braver Pilot ist tadellos Strich geflogen, die Dinger müssen sitzen. So, jetzt ift’s Zeit! — Ruck! Und eine halbe Sekunde später die zweite. Gleichzeitig fast klopfe ich Heimann derb auf die rechte Schulter und gebe ihm im Spiegel das Zeichen: „Nach Hause!" In steiler Kurve legte sich unser Flugzeug auf die Seite, um bann in rafenber Geschwinbigkeit zurückzubrausen, unb als ich mich umwandte, um oen Einschlag der Bomben zu beobachten, sah ich den Bahnhof weit hinter uns verschwinden... Merkwürdig, noch immer war nichts von den Explosionen zu sehen. Zwei Versager hintereinander waren doch mehr als unwahrscheinlich. Ich stierte nach rückwärts, bis meine Nackenwirbel schmerzten osten. Nur wenn Oesterreich diese Linie erkennt und verfolgt, wird die österreichische Hauptstadt ihre Stellung gegenüber dem mit Geld, Energie und Methodik an Wiens Untergang arbeitenden Prag behaupten können. Als seinerzeit Reichsaußenminister (Eurtius und der österreichische Bundeskanzler Schober den Gedanken einer österreichisch-deutschen Zollunion zu verwirklichen suchten, verfolgten si? mit diesen Bemühungen eine in ihren Grundlagen durchaus richtige und gesunde Idee. Nur blieb in diesem Konzept — von der Leichtfertigkeit, mit der man diese Aktion ohne jede Vorbereitung vom Stapel liefe, soll hier nicht weiter bie Rebe sein — bie Tatsache unberücksichtigt, bafe auch eine Zollunion zwischen Oesterreich unb Deutschlanb allein nur Stückwerk, nur eine halbe Sache bleiben mufete, wenn sie nicht bie burch ben Donaulauf gekennzeichnete natürliche Fortsetzung nach Ungarn unb bem weiteren Sübosten finben würbe. Denn nur bann kann Oesterreich, bas, kaufmännisch gesprochen, weniger Erzeuger als vielmehr „Kommissionär" ist, seine SBermittleraufgabe in vollem Umfange erfüllen. ndustrie-Konzern sucht einen erstklassigen VERTRETER Ein Mann, als Verbrecher geschminkt unb gekleidet, mit einem schmutzigen Halstuch, ging langsam vor die Schaufensterscheibe, ein in Zettungs- papier gewickeltes Paket unter dem Arm. Er sah sich die Auslage an. In diesem Augenblick flüsterte ein Herr aus bem Publikum dem Polizisten zu: „Das finb keine richtigen Filmschauspieler, bas sind Verbrecher." „Ruhe!" flüsterte ber Polizist zurück, „sehen Sie denn nicht, daß es eine Tonfilmaufnahme ist?" Unb er beutete auf ein Schilb, bas an einem ber Autos befestigt war: „Bitte um Ruhe, Tonfilmaufnahme!" „Das ist alles Schwindel!", beharrte der Mann aus dem Publikum, „das ist alles Mache". Der Schutzmann zischte ihn wütend an: „Halten Sie Ihren Mund!" Nun trat der Schauspieler mit dem schmutzigen Schal einige Schritte zurück, hob das mit Zeitungs- papier umwickelte Päckchen, in dem sich ein Backstein befand, hoch und warf es in die Schaufensterscheibe. Es klirrte und krachte. Der Schauspieler holte blitzschnell eine Handvoll Juwelen heraus und lief fort. Als er aus dem 'Bereit!) der Filmkamera gekommen war, blieb er stehen unb näherte sich von hinten roieber den Autos. (Er ließ sich schmunzelnb in einem ber Wagen nieber. „Ich habe Sie gewarnt", flüsterte ber Mann aus dem Publikum weiter dem Polizisten zu. „Wenn Sie mich jetzt noch einmal belästigen, werde ich Sie verhaften", knirschte der Beamte rot vor Zorn. Die Filmaufnahme schien zu Ende. Die Dperi- teure hörten auf zu kurbeln, packten ruhig ihre Apoa- rate zusammen, aus bem Laben kamen dis Herren heraus, die ?or Beginn der Ausnahme hineingeg.in- gen waren, bestiegen die Autos, der Schutzmann grüßte die Leiter der Filmgesellschaft, die Herren winkten leutselig zurück, ein Kommando wurde gegeben und die Autos fuhren ab. „Geh-n Sie in den Laden!" flüsterte ber mißtrauische Mann bem Polizisten zu. Dieser ichritt tnurrenb aus ben Juwelierladen zu und öffnete die Tür. Da sah er Herrn Smother, den Juwelier, ge- fesselt und geknebelt in einer Ecke liegen. Sämtliche Schubfächer waren ausgeleert. „Sehen Sie", tönte vom Eingang her die Stimme des mißtrauischen Mannes. „Ich habe es gleich gewußt, daß es sich um Verbrecher handelte. Die Aus- weste waren selbstredend gefälidj*" „Unb woran wollen Sie erkannt haben, bafe es Betrüger waren?" „Mein lieber Mann, bie Filmapparate waren ia so aufgestellt, baß bie grelle Mittagssonne bireft in die Linse schien. Das konnten keine echten Film- leute sein..." „ „Himmlischer Vater", seufzte ber Polizist, „unb 1 ich habe schmiere geftanbenl" 5867 V Warn als Mrsschastsbriicke zum Südosten. Kein europäischer Wiederaufbau ohne Deutschland! „An -en Wassern von Sü-wess." Don Or. Paul Rohrbach. (Sine Unterredung mit Koloman von Kanya, kgl. ungarischem Außenminister. Aus -er Provinzialhaupista-t Gedämpftes Zarbenfpiel. UM 22.53 Uhr von ** Zur Heimkehr vom ®auparteitaa Die Teilnehmer am Gauparteitag aus der Gegend Londorf bis Grü.nberg können nach ihrer Ankunft am morgigen Sonntag in Gießen zur Fortsetzung der Heimreise den Personenzug 2559 benützen, der ausnahmsweise von Londorf bis naß) -..... wird und dabei auf allen Wir kamen vom Waterberg, dessen Name gleichfalls verrät, daß es dort Wasser gibt. Der Weg nach Rietfontein führt erst über die Hochfläche von Dt- jenga, die ohne Wasser ist, aber reich an Wild. Wir sahen prachtvolle Gemsböcke und stark abgemagerte Elans. Mit diesen Namen für das südafrikanische Wild ist es ein Kreuz, wenn man sie dem Nichtafrikaner verdeutlichen soll. Ein hiesiger Gernsbock hat nichts mit einer Gemse zu tun, sondern es ist die Oryx-Antilope, bekannt durch ihr schönes, gleich zwei mächtigen Spießen aufgesetztes Gehörn. Ein Elan ist natürlich auch kein Elen, wie es in den ostpreußischen Wäldern steht, sondern es ist eben- falls eine Antilope, groß und schwer wie ein Rind, mit starkem, schraubenförmig einmal um sich selbst gewundenem Gehörn. Der Dritte im Bunde ist das Kudu, dessen Gehörn eine weite, elegante Spirale bildet. Alles südwestafrikanische Wild kommt mit verschwindend wenig Wasser aus: namentlich den Gemsböcken sagt man nach, sie brauchten überhaupt nichts zu trinken, sondern nagten statt dessen an feuchten Wurzeln. Wenn man die Otjengaflöche gekreuzt hat, so kommt man an eine Wasserstelle Otjenga, wo früher Tausende von Hererorindern getränkt wurden. Wegen der Dürre ist sie so zurückgeganaen, daß das Wasser gepumpt werden muß, aber der Farmer, der dort sitzt, ein Urschwabe namens Bräuninger, hat Karakuls, und die brauchen auch wenig Wasser. Gleich auf der Veranda sahen wir prachtvolle Felle zum Trocknen aufgespannt. Selbstverständlich war sofort auch das Gespräch über Qualitäten und Stammbäume im Gang. Nach einem kräftigen Farmermittagessen ging es weiter. Kein Alkohol!, ist heute beim Südwester Farmer beinahe schon Ehrensache. Es wird nichts getrunken, so lange die schwere Zeit dauert. Die Karakulfarmer könnten eine Ausnahme machen, denn sie haben Geld, aber auch sie sind „trocken". In Otjenga wartete auf uns, ich kann schon sagen: wie üblich, ein neues befreundetes Auto. Es gehörte Herrn von Schönberg, dem Direktor der „Santi» f e t t". Die Landsett heißt mit ihrem vollen Namen „South West Land and Settlement Co., Ltd.“ und ist eine mit deutschem Kapital gegründete Gesell- schäft, um die Niederlassung deutscher Farmer in ist in erster Linie durch die prächtige Wasserstraße der D o n a u bestimmt. Leider ist diese Wasserstraße noch immer nicht in einem Maße ausgenutzt, wie sie es sein sollte und könnte. Ungarn hat in dieser Hinsicht seine Pflichten sowohl vor dem Kriege als auch in der letzten Zeit au erfüllen getrachtet. Außer dem modernen und allen Anforderungen entsprechenden Schiffspark der Dampfschifsahrtsgesellschas- ten kann ich vornehmlich auf die großen Hafenanlagen Hinweisen, die wir mit großen Opfern im südlichen Weichbild von Budapest bei Csepel errichtet haben. Es ist auch nicht ohne Interesse, dar- auf hinzuweisen, daß die Donau vom Schwarzen Meer bis Budapest für Fahrzeuge bis zu drei Meter Tiefgang befahrbar ist, jedoch für Schlepper, Dampfschiffe und Motorfahrzeuge, die nicht über zwei Meter tauchen, auch weiter aufwärts offensteht. Das in den lebten Jahren ausgebaute moderne Straßennetz durfte viel dazu beitragen, um den Schiffstransport auf der Donau in hohem Maße zu speisen. Eine wohldurchdachte Tarifpolitik mühte sowohl für Deutschland als auch für Ungarn große Vorteile, insbesondere auf dem Gebiete des Transitverkehrs, sichern. ,,,. .. Ungarns europäische Kulturmiss ron, die auf eine tausendjährige Vergangenheit zurückblickt, ist: Vermittlungzwischen Ost und West, wobei Ungarn gegen Äerftörentie Strömungen aus dem Osten stets Anlehnung an die christlich - westeuropäischen Kulturideale sucht. Diese grundsätzliche Einstellung Ungarns kommt symbolisch zum Ausdruck in der entscheidenden Stellungnahme des Reichsgründers, Stephans des Heiligen, in der Wahl zwischen Byzanz und dem römischen Christentum und setzt sich in den Kämpfen gegen die Türken und schließlich gegen die Bolschewikenherrschaft bis auf unsere Tage fort. Deutschland hat in der Uebermittlung dieser christ- lich-westeuropäischen Kulturwerte von jeher eine besondere Rolle gespielt. Der Einfluß deutschen Gedankenlebens auf die ungarische Wissenschaft und Literatur ist stets von hervorragender Bedeutung gewesen. Die geistigen und wissenschaftlichen Leistungen des deutschen Volkes haben in Ungarn stets Bewunderung erweckt, und wir sind aufrichtig bestrebt, die in der Vergangenheit so regen und fruchtbaren kulturellen Beziehungen zu Deutschland auch in Zukunft zu pflegen und zu vertiefen. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei dem ungarischen Gelehrten- und Studentenheim in Berlin, dem „Collegium Hungari- cum", zu, dessen Errichtung in meine Berliner Amtszeit fällt, und durch das die ungarische Regierung die geistige und wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Völker zu fördern bestrebt ist. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! B u d a p e st, im September 1933. Der Außenminister des Kabinetts Gömbös, das zu feinem Wahlruf die nationale Einheit wählte, ist Koloman oon Kanna, ein Diplomat von großem europäischen Stu, der schon in der außenpolitischen Leitung der k. u. k. Monarchie eine führende Rolle innehatte und nach dem Kriege ungarischer Gesandter in Berlin war. Ein unerschrocke- ner Verteidiger der Interessen seines Volkes, ist Herr von Kanya gleichzeitig einer der zielbewußtesten Vorkämpfer für eine friedliche und gerechte Neuregelung Europas, die für Ungarn wie für Deutschland ein Lebensinteresse darstellt. Unser Aok.-Berichterstatter hatte Gelegenheit, mit Exzellenz von Kanya über die Ungarn und Deutschland gemein» sarn berührenden Fragen zu sprechen. Der Wiederaufbau von Mitteleuropa ist ohne eine verständnisvolle wirtschaftliche Zusammenarbeit der Donauländer meiner Ansicht nach ganz undenkbar. Es ist selbstverständlich, daß aus einer solchen Zusammenarbeit fein Staatsgebilde, daher auch das wirtschaftlich so mächtige Deutschland, ausgeschlossen werden könnte. Die Ursache, wie auch die Wirkungen des Weltkrieges sind in erster Linie darauf zuruckzuführen, daß durch die Friedensverträge jene Zusammenarbeit zerstört wurde, die vor dem Kriege den Wohlstand sämllicher in Mitteleuropa lebender Nationen sicherte. Der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ungarn und Deutschland ist nicht nur möglich, sondern n o t w e n ö i g und liegt im Interesse beider Staaten. Sowohl vor dem Kriege als auch während des Weltbrandes hat es sich erwiesen, daß Ungarn mit seinen vornehmlich landwirtschaftlichen Produkten eine ungemein wichtige Rolle in der Verpflegung Zentraleuropas spielte. Andererseits liegt es im Interesse Deutschlands, sich den ungarischen Markt für gewisse industrielle Erzeug- nisse zu sichern. Selbstverständlich müssen beide Staaten bestrebt sein, die Produkte des anderen Staates in einem Maße und Verhältnis aufzunehmen, das den eigenen Wirtschaftszwecken und der gegenseitigen Jnteressengememschast entspricht. Die Neugestaltung Mitteleuropas hat das wirtschaftliche Gleichgewicht vollkommen 3er- stört, und eben deshalb ist es doppelt notwendig, dieses Gleichgewicht durch den Ausbau normaler Handelsbeziehungen umso schneller wiederher- zu stellen. Die Rolle Ungarns als Wirtschaftsbrucke zwischen Deutschland und den Balkanstaaten und der Levante Nebel und graue Wände zwischen Himmel und Erde und versperren jede Sicht. Immer kleiner wird die Welt. Lange Regen werden Dörfer und Städte eingittern. . Da lernt auch der Mensch sich bescheiden. Manche, die sich am Wasser täglich begegneten und frohgelaunte Worte wechselten, sehen sich vielleicht ein Jahr lang nicht mehr. Die frühen Abende hinter geschlossenen Gardinen und Fensterländen vereinzeln und vereinsamen. Im beschirmten Licht tier Lampe sammeln sich höchstens die Freunde zu vertrautem Geplauder im engsten Kreis. P. B. Hessische Personalien. Das Personalamt teilt mit: Durch Verfügung des Hessischen Staatsministeriums, Min.-Abtlg. 1 c (Justiz), vom 15. September wurde im Einvernehmen mit der Ministerial-Abteilung 1 b (Innere Verwaltung) der Oberjustizrat Dr. Menges in Darmstadt zum Mitglied der Prüfungskommission für die große Staatsprüfung im Justiz» und Verwaltungsfach ernannt. Auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wieder- Herstellung des Berufsbeamtentums vom 7. 4. 1933 wurden mit sofortiger Wirkung aus dem Hessischen Staatsdienst entlassen: der Kriminalinspektor Georg R e i b o l d zu Darmstadt, der Gendarmeriekommissar Adam R e u b o l d zu Groß-Gerau; der Polizeioberinspektor Christian Velten zu Friedberg; der Polizeioberwachtmeister Otto B l ö d) e r zu Darmstadt; der Kriminalpolizeimeister Heinrich Hummel zu Darmstadt; der Gendarmeriekom- missar Heinrich Wolf in Worms; der Gendarmeriemeister Karl Thielmann zu Flonheim: der Kriminalsekretär Peter G a n s e r zu Darmstadt. Der Gendarmeriekommissar Johann Traut- mann zu Friedberg wurde auf Grund des § 5 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. 4. 1933 mit Wirkung vorn 1. 10. 1933 zum Polizeimeister ernannt. Der Polizeidirektor Gustav D i 11 m a r zu Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung der dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vorn 1. August 1933 in den Ruhestand versetzt. In den Ruhestand versetzt wurde auf Nachsuchen der Förster Karl Steinbach zu Ruppertsburg mit Wirkung vom 1. November 1933. AGOAp. Gießen. Wie der mit der Gießener Organisation des Be- fuchs des Gauparteitages beauftragte Pg. Michel bekannt gibt, treffen sich sämtliche Teilnehmer an der Fahrt nach Frankfurt heute um 14.45 Uhr am Bahnhof Gießen. Der Transportleiter Vollmöller gibt bekannt, daß die Fahrtteilnehmer der Ortsgruppen Gießen-Ost, Gießen-Süd, Gießen- Mitte, der Beamtenabteilung und der Lehrerfchasl mit dem Sonderzug ab Gießen 15.18 Uhr fahren Rietfontein, 1. September 1933. Sonderbarer Ausdruck das, „an den Wassern von Südwest", wird der Leser sagen. Südwestasrika ist doch das wasserarme Land, und in diesem Jahr ist hier das Wasser spärlicher als je. Schon richtig, aber es gibt sogar hier ein Gebiet mit starken Quellen, und bas dehnt sich im Norden ziemlich weit aus. Man sieht das schon an den Namen: Orootfontein, Rietfontein, Otavifontein, Olifants- fontein usw. Fonlein heißt im Burisch-Afrikanischen: Quelle. Das Quellwasser stammt aus dem Kalkgebirge von Otaoi. Dort sickert es in den Kalk ein, fließt offenbar auf einer undurchlässigen Gesteinsschicht abwärts und tritt an solchen Stellen, wo jene unterirdische Schicht wieder ansteigt, zutage. Auf diese Quellenreihe sind schöne Gartenkulturen gegründet. Die ausgedehnteste und ertragreichste land- wirtschaftliche Anlage ist Rietfontein, wo ich diese Zeilen schreibe. Bilder aus Ceylon. Von unserem C-Korrespondenien. Colombo, August 1933. Kaum weiß ich, ob ich wachte ober träumte, so merkwürdig und paradiesisch war der Tag, der uns von Colombo psx Auto in die Palmenhaine der Insel und auf die über 1000 Meter hohen Berge von Candy führte. Es ist ein glückliches Völkchen, das hier lebt. Sorglosigkeit und Heiterkeit spiegelt sich in den Ge- sichtszügen und drückt sich im aufrechten schweben- den Gang der nackten Füße aus —Sorgen scheint s nicht zu geben; eine freigebige Natur spendet alles zum Leben Notwendige — ein Dach über den Kopf und genügend Früchte zur Deckung des eigenen Bedarfs und als Tauschmittel für andere Lebensbedürfnisse; dazu ein ewig heiterer Himmel, immergrüne Bäume und in den Hecken purpurne und golden leuchtende Akazienblüten, Hybiskus und Canna (blaue Töne fehlen ganz). Alles scheint von selbst zu wachsen. Mit Aus- nähme der Reisfelder, in deren überschwemmten Stufen Männer im gleichen Rhythmus die breiten Hacken schwingen, braucht der Mensch sich um das Säen nicht zu bemühen — es bleibt ihm das Einbringen der Ernte. Seine Reisfelder spenden die wertvollen Körner und das als Viehfutter geschätzte Stroh viermal jährlich, alle sechs Wochen reifen Kokosnüsse nach, Bananen können alle zwei Monate, Ananas alle drei Monate vom gleichen Felde eingebracht werden und die Brotfrucht fällt förmlich in den Schoß. Rubber-(Gummi-)Bäume können Generationen nacheinander anzapfen und die anspruchslose Teepflanze wächst in Tälern und Schluchten noch da, wo Bäume und Sträucher sonst ein Fortkommen nicht mehr finden. Die Palme gibt dem Menschen alles, was er zum Leben braucht. Die erfrischende Milch der n Kokosnüsse, ihr festes weißes Fleisch und tbare Del; die getrockneten Schalen dienen als Trinkgefäß, vor allem aber als Näpfe zum Auffangen des flüssigen Kautschuks, zu welchem Zwecke sie an den Gummibäumen angebracht werden. Abgefallene Palmblätter dienen als Dach, Unterlage, Wandverkleidung und Vorhang in den Lehmhütten, für die das Baumaterial nicht weit hergeholt zu werben braucht. Das zusammengefaltete Blatt läßt sich leicht verflechten, eine Arbeit, die überall die kleinen Mädchen geschickt besorgen. Jeder bearbeitet seinen eigenen Grund und Boden und hat sein Auskommen. Großgrundbesitz ist in den Händen der Regierung und einiger großer Firmen. Eine eigentliche Arbeiterfrage scheint es in Ceylon nicht zu geben. Die Männer verrichten die schwere und schmutzige Arbeit in den Reisfeldern; sie führen die Ernte auf leichten Ochsenwagen ein und errichten bas Hausgerüst. Ausbau des Hauses — aber auch Steineklopfen und Straßenausbesserung ist Sache der Frauen, die im übrigen innerhalb des Hauses reichlich Ax.beit finden, denn in der offenen Hausveranda iff ein lebhaftes Kindergekrabbel um Mutters Rock. Die offene Vorhalle, die die ganze Breite des Hauses einnimmt, dient als Eingang und zugleich als Zugang zu den hinteren fensterlosen Wohn- unb Schlafräumen, die Licht und Luft von der Veranda erhalten. Türen braucht das Haus nicht, die offene Front wird bei Bedarf durch Bohlen verkleinert, gerade nur den Eingang freilaffenb. Am Eingang zum Haufe — von fchattenspendenben Palrnenwebeln überdacht -- finbet jeber Dorüber- »iehenbe frisches Trinkwasser im tönernen Krug. Jeber Fremdling ist eingelaben, die sorglich zugedeckte Erfrischung zu nützen und die Entfernung vom Haus ist taktvollerweise so groß, daß Bitte und Dank nicht erforderlich sind. Splitternackt umspielen die Kleinsten Mutters Schoß: die Größeren tragen eine dünne Kette aus Holzstäbchen rund um das Bäuchlein; die schulpflichtigen und die erwachsenen Männer tragen zur Arbeit kurze, sonst lang herabwallende Lendenschürze, der dunkelbraune Oberkörper ist unbekleidet. Als Attribut männlicher Würde wird ein mächtiger Schirm in der Hand getragen, der Sonne und Regen vom unbedeckten Kopf abhält. Wer es bis zum Ladenjüngling in Colombo gebracht hat, trägt ein Hemd, europäischen Schnittes, über dem Lenbenschurz. Die Frauen tragen je nach der Kastenzugehorig- keit mehr ober weniger buntroallenbe Gewänder. Nur wenige gehen verschleiert, sie fahren per Rickschah durch die Straßen und sitzen zu zweien im Speisesaal des Hotel Suisse in Candy — ein Zeichen der Zeit! Die Bäuerin trägt um den Oberkörper meist nur ein kurzes, blusenartiges Mieder, das die Brust eng umschließt, die Gürtellinie freilassend. Alle gehen barfuß, leichtfüßig und schwebend, wie all diejenigen, die gewöhnt sind, Lasten auf dem Kopf zu tragen. Auch mit Wasser ist dieses reiche Land gesegnet; plätschernde Wasserfälle stürzen von den Bergen und breite Flüsse durchziehen die Täler. Einbautm brücken, in den Bäumen aufgehängt, dienen dem Fußgänger, breite Ruderkähne befördern Lasten und Fahrzeuge von Ufer zu Ufer; wo Brücken seh- len, müssen auch die Autos übergesetzt werden. Die Eingeborenen wissen den Wert des Wassers zu schätzen. Sie wässern die Reisfelder wie's die Urväter taten und verbringen selbst zusammen mit ihren Arbeitstieren (Ochs, Elefant) die Mittagsstunden, in denen Arbeit unmöglich ist, in den kühlenden Fluten. Da sie mit voller Montur ins Wasser gehen, hält das kühlende Bad lange vor, bis die Gewänder und Haare getrocknet sind. Manche trocknen das Obergewand an der Sonne, damit es schneller geht. Am Wege einer ausgezeichneten Autostraße ab und zu größere Bauten. Gerichtsplätze, Schulhäuser und Verwaltungsgebäude; im Gelände verstreut die Faktoreien der großen Tee- und Gummipflanzungen. Erstaunlich groß sind die Gerichtsstätten. Hier hat der englische Einfluß das Laienrichtertum verdrängt. Rechtsgelehrte Richter (Engländer und Eingeborene, die in England ober Vorderindien studiert haben) haben die Justiz in der Hand, und die allgemeine Schulpflicht verbreitet die Achtung vor dem bürgerlichen Gesetze, während das Sittengesetz von der jeweiligen Religion diktiert wird. Buddisten, Bramahnen, Hindus, Mohammedaner und die sich ausbreitende katholische Kirche haben ihre eigenen Gotteshäuser — die Hindus vielfach nur offene Gebetsplätze, die vom Wege abliegen, und auf die durch Wegweiser aus Palmblättern hingewiesen wird. Eine Art Bambustor am Straßenrand zeigt den Zugang durch die überschwemmten Felder; Wimpel führen zum Tempelplatz. Plötzlich ein mohammedanischer Leichenzug: Etwa 30 weiß gekleidete Männer folgen der von sechs Gläubigen getragenen offenen Bambusbahre, in der alle Gemeindeglieder zur letzten Ruhestätte gebracht werden. Nur in ein Leintuch eingeschlagen wird der Körper der Erbe übergeben, während die Hinduleute die Feuerbestattung vorziehen. Es ist eine gute Sitte, daß alle Schulden vor dem Begräbnis bezahlt sein müssen, und die Zukunft unversorgter Witwen und Waisen gesichert sein muß! Der Tote würde sonst keine Ruhe finden — auf Erden soll keiner durch ihn in Bedrängnis zurück» bleiben. Die Einigung Indiens ist deshalb so schwierig, weil die Gläubigen der vielerlei Bekenntnisse den Weg zueinander noch nicht gefunden haben. Ob es Gandhi gelingen wird, diesen Weg zu weisen? Seine Anhänger verehren in ihm ein göttliches Wesen und preisen ihn als den Retter aus englischer Abhängigkeit. Südwest zu unterstützen. Sie hat kritische Zustände erlebt, hat^sich aber wieder konsolidiert und ist auf der neuerk Grundlage gesund. Dazu trägt der Riet- fonteiner Betrieb viel bei. Was die Ländsett und was Rietfontein jetzt sind, das sind sie zum großen Teil — Rietfontein ist es ganz und gar — durch den gegenwärtigen Direktor. Unser Auto nähert sich dem Rietfonteiner Quell- gebiet, und man sieht schon von weitem etwas in Südwest ganz Seltenes: eine dunkle Wand von Laubbäumen. Es sind Eukalypten, Ursprung- lich Kinder Australiens, aber jetzt auch in Südafrika häufig. In Transvaal hat man ganze Eukalypten- wälöer als Grubenholz und als Zierde der Landschaft angepflanzt. Für Südwest war die Einführung unbedacht, denn kein Baurn reißt eine solche Menge Wasser an sich, wie der Eukalyptus. Laien meinen, der Baum selbst vertreibe das Fieber. Das tut er nur indirekt, indem er Massen von Wasser aufsaugt und dadurch Sumpfgegenden, Brutstätten der Malaria, austrocknet. Eukalypten sind sehr schnellwüchsia und erreichen in hundert Jahren Turmhöhe. Auch die Rietfonteiner sind in 25 Jahren höher empvrgewachsen, als die höchsten deutschen Waldbäume. Die meisten werden demnächst tier Einsicht zum Opfer fallen, daß das kostbare Quellwasser nützlicher für die Citruspflanzung verwendet wirb. Unter dem Sammelnamen Citrus versteht man dasselbe was die Italiener agrumi nennen: Oran- - gen, Zitronen, Mandarinen, Zitronat und vor allen Dingen tiie jetzt vom modernen Luxusgrichmack am meisten begehrte Citrusart, die Grapefrucht ober Pampelmuse. Rietfonteiner Drangen haben Ruf in ganz Südafrika, aber Rietfonteiner Grape- früchte sind feit kurzem nicht nur in Kapstadt, sondern sogar auf dem Londoner Markt eingeführt und gesuckt. Der Feinschmecker läßt sich die halbierte Frucht, deren Prachtexemplare die Größe eines Kinderkopfes erreichen, mit besonderen Messern so zurichten, daß er die saftstrotzende Masse, mit Zucker gemischt, Stück für Stück, aus den trennenden Zell- wänden herausheben kann. Ich muß zugeben, daß diese Art tatsächlich die einzige ist, eine Grapefrucht ihrer würdig zu genießen. Die RietionteI,Lssr Früchte fanden auch wir über alles Lob erhaben, mir konnten Londons Urteil bestätigen. Außer den Citruspflanzungen gehört eine große Molkerei zu den Rietfonteiner Betrieben. Alle Farmer der Umgegend liefern Sahne, und zum Glück ist hier im Norden noch so viel Weide und Wasser, daß sich das Vieh halten läßt. Wir konnten zusehen, wie Butter maschinell „gepfundek" und in die Versandkisten für Kapstadt gepackt wurde. Unbeschreiblich süß ist der Dust der weißen Blütenmassen, die so dicht wie Schneeflocken über das dunkelgrüne Citruslaub gestreut sind. Er bringt bis in die Schlafzimmer unb wirb vom Winb ipeit über die „Pad" getragen, auf der man sich den Pflanzungen nähert. W a f s e r ist der große Wundertäter, der hier alles schafft. Viele Meilen in der Runde gibt es nur trockene Buschsteppe, aber in Rietfontein, wo das nächste 3af>r einen Versand von über tausend Kisten mit Citrusfrüchten sehen soll, heißt es wahrhaftig: „An den Wassern von Südwest"! Der September macht den geselligen Sommerfreuden in Sonne, Sand und Wasser ein Ende. Ihm fehlt der heiße Atem des August, sein Lächeln grüßt kühl und müde. Seine Verhaltenheit, die ans Teilnahmslose grenzt, steckt alle Dinge an. Nach dem unbändigen Ueberschwang, den leidenschaftlichen Ausbrüchen tier Vormonate wird tiie gedämpfte Be- herrschcheit, der man überall in tier Natur begegnet, um so empfindlicher verspürbar. Einem Septembertag fällt es schwer, sich aus den Schleiern unb Dünsten des Morgenhimmels herauszuwühlen unb früh schon sehnt sich seine Verschlafenheit nach Ruhe und abendlichem Dunkel. Braun ist die beherrschende Farbe im Blickfeld tier Ackerfluren. Ein Rest von bleichen Stoppeln starrt da und dort noch empor wie verwitternd Ge- dein, nach dem die Erde ruft. Wo noch Grün über den Schollen steht, ist es gezeichnet mit den Malen des Untergangs. Fahl und braun welkt das Kartoffelkraut damit es bald, gesammelt und gehäuft, um so leichter vom Feuer verzehrt werde. Zuweilen glitzern über den Feldwegen die silberweißen Fäden des Altweibersommers, die der 'Franzose fils de vierge, Mariengarn ober Marienfäden nennt. Kleine Spinnen haben diese zarten Seile gespannt, um auf ihnen durch tiie Luft balancierend nach einem Unterschlupf für die kommenden kalten Tage zu suchen. Aus den niedrigen Gräsern der Wissen, deren stolzer Blumenreichtum in der ersten Mahd fiel, lugt blaßbläulich wie die Lippen einer Toten das Tulpengesicht der Herbstzeitlose. Was sonst noch blüht, ist die Farbe der Giftigen angepaßt. Einzelne Neutriebe der großen Flockenblume, des dornigen Hau- hechels und an feuchten Stellen die schlanken Blutenähren des Weidenröschens leuchten lila, blaßrosa ober allenfalls weinrot. Der weißen Schafgarbe begegnet man nur noch in vergilbten unb verkümmerten Formen, die letzten Blüten der himmelblauen Wegwarte hängen zusammengefaltet wie fubergraue tote Schmetterlinge an den Stengeln und tiie kräftig gelben Dolden des Rainfarns sind ausgedörrt. Zwar prangen in den Weißdorn- unb Heckenrosen- b lisch en tiie roten „Mehlbeeren" unb Hagebutten, aber das Laub um sie herum zeigt die Spuren der Dergängnis: stumpfes glanzloses Grün, ausgelaugt von Sonnenbränden und gerollte Blattränder, die schon zu knistern beginnen. Die apfelfinfarbenen Beerensträuße tier Eberesche dunkeln mit jedem Tag mehr nach Scharlachrot hin. Aber wenn sie erst lachendes prallippiges Leben vortäuschen, verliert tier Baum sein Laub. Der Schneebeerstrauch beginnt jetzt seinem Namen Ehre zu machen. Er setzt seine elfenbeinbleichen „Knallerbsen" an, die bis zur Größe von Murmeln wachsen. Doch ehe es so weit ist, starren tiie Aeste besenkahl. Die Septemberlandschaft lernt sich bescheiden. Die bunten Jahresfeste sind verrauscht. Es ist still ge» worden in den Waldgebüschen, am Bachufer wie überall. Die Vögel haben einzeln und in Flugkarawanen die Heimat verlassen, weil sie eine wundersame Ahnung tiie kommenden Tage der Entbehrung und Kälte vorausfühlen ließ. Stumm sind sie fort- gezogen, die weite Reise, Strapazen und Gefahren nicht fürchtend. Die Vierfüßler bauen an ihren - .... . . h „ Winterburgen unb schleppen Vorräte für die na- . Grimberg durchgefuhrt wirb u hende Notzeit ein. Diele Wege, tiie von Wander- Stationen halt. Der Zug fahrt liebem wiberklangen, vereinsamen. Bald schieben l G i e ß e n ab. Meter WOOO gehör« Stad vMgstenS V brau Sol! U KL ti^Merleflt M überl^ des L S’fe g'£sf- Grunsla^WiM 20 U' MS?» LeoölterE SÄg die Reichs-, Staa hinter der „Deut viele, vielleicht fc nichts über diese dieser „Bunte A rung, durch bunt« mit Scherz und Tanz, Gesang > Gründung dieser tion wirken. Wir schen Staat, wir Boll! Daher hat Derein mit der Plätzen mit 0,20 leitung macht da den einer gerecht nickt mehr wie außerdem werde nen Fall angeno sichtigung. Um ei den Besuch des 2 Jugendliche unter tauf ber Ratten n tag von 9 bis 12 3w Biele ssiiernglw Ehrgeiz schuldig; schen Laufbahn chung dieses Zi bracht. So soll denen die Natu mögen mifgeget rigen Wegen du andern aber bra sehung ihres ®i von der Hochschi finden, wenn si mittleren höhe -W Fachschulen wenig an Grün birbung. So bie! ws'tes Tätigkeit eiten während l willen, wäre ei Hochschule im b Es sei hier o Maschinenb, vM- vier Halbs abgehalten, daß genen Umgebung Uucht werden »rung fönr Jrei/f werben. Sc J» wissenschaftlich Morben und für Än ^trieben zu, SÄ Datz n KStt Eberver iS 7, Sm KS« SÄ “ lnc in h ss° LL« die _ ei; •* stellt, üak > ^"heilen BJ9/r'lnQ c NS des An alle Volksgenossen! Schule und Bund Der Gießener Haushalt für 1933 mit der braucht das Stadttheater! Solltedaönichtmöglichsein??? Lieber 50000 Bewohner gehören zum Spielbezirk Stadttheaters Giehen wenigstens 1600 Abonnenten MM ur Mndr Wachen Himmel und Erde n jebt Sicht. Immer kleiner wird Ne Segen werben Döchr und Stabte em. CitruspfloMungen gehört eine f e r e i 3u den ’Rietfonteiner Reim, ler der Umgegend liefern Sahne, und Wr im Sorben noch |o viel Weide °B Uch das Vieh halten laßt. Dir ?- ^Butter maschinell „gepfändet' lanbliften für Kapstadt gepackt wurde,' iuß ist der Dust der weißen Stilen-' dicht wie Schneeflocken über das dun- staub gestreut sind. Er dringt bis in ! ner und wirb vom Mnb w^it über Wen, aus der man sich den Wan- Wasser ist der große Wundertäter, schafft. Viele Meilen in der Runde rottene Vuschsteppe, aber in Rietfon- [ rächst« Jahr einen Versand von über mit Eitrusfrüchten sehen soll, heißt „2fa den Wassern von Südwest'! Der Führer hat unterm 3. Mai 1933 die N S. • Volkswohlfahrt (91653.) als führende und zu- ftändiae Organisation für das gesamte Gebiet der Wohlftihrtspflege und Fürsorge im Deutschen Reich bestimmt. Wie aus allen Gebieten, ist es auch auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege und Fürsorge notwendig, dah nationalsozialistisches Denken und Wollen ihren Ausdruck finden. Die RS.Volksroohlsahrt hat es sich daher zur Ausgabe gesetzt, den deutschen Sozialismus unserer Idee unter Berods zu stellen. Ls gilt in% Verbindung mit den amtlichen Stellen den sozial Schroachen und den notleidenden Volksgenossen zu Helsen, keiner, der in Arbeit und Brot steht, hat das Recht, sich auszuschliehen. Die Rot der Zeit erfordert für die nächste Zukunft eine beson- ders wichtige Ausgabe: die Winterhilfe. Rach Immer und immer wieder ist diese Gegenüberstellung beurteilt, stets von neuem ist das Für und Wider erwogen worden, eine befriedigende Entscheidung hat es nie gegeben. Das ist mit vielen Dingen so, und es braucht kein Zeichen für Wertlosigkeit zu sein. Im Gegenteil: etwas Lebendiges läßt sich nicht in starre Lehren und Gesetze pressen, das Naturhafte wird sich aus eigener Kraft durchsetzen können. Wie dann aber die Abgrenzung wird, so wird es richtig werden. Wir haben nicht das Recht, voreilig auf unbedachte Maßnahmen zu drängen, sondern die Pflicht, einen geregelten Gang der Entwicklung zu sichern. Der Führer hat die Revolution für beendet erklärt. Die Zeit der Entwicklung hat begonnen. Fern läge es uns, anderes zu wollen und das Wort des Führers nicht zu verstehen. Aber eins wollen wir doch sagen: Wenn schon der Umbruch einer allen Zeit gewaltig auf die Menschen wirkt, wie tief muh er in das Leben junger Menschen eingreifen, die zum ersten Mal das Glück des kämpfens für ein hohes Ziel erkennen, die sich nicht genug für den Sieg ihrer Wahrheit einsehen können. Nie dürfen wir aus ängstlichen Bedenken soweit gehen, triefen Zungen nun überhaupt jeden Einsatz, jedes Kämosen zu verbieten, nur weil Gefahr besteht, es könne zu weit führen. Besser ist es, daß ein Junge seinem Hochziel zu sehr nachhängt, als daß er überhaupt unfähig ist, Wahres und Reines zu sehen. Es wird stets so bleiben, daß die ständige Entwicklung, das tägliche Anderswerden und Wachsen dem Jungen auch stets neue Fragen vorstellt, und wird auch ebenso bleiben, daß alle rechten Jungen sich damit auseinandersetzen werden. Eins ist wichtig: Der Schwung des jungen Kirchliche Feiern am deutschen Erntedankfest. EPH. Das Landeskirchenamt erläßt ein Ausschreiben, in dem angeordnet wird, daß an Den Gottesdiensten am 1. Oktober das d e u t f ch e Erntedankfest festlich begangen wird Ob da- neben die Gemeinde-Erntedankfeste an Öen her- tömmlichen Terminen gefeiert, oder auf den 1. Oktober vorverlegt werden sollen, bleibt den Kirchen» Vorständen überlassen. Die k i r ch l i ch e Feier des 1. Oktober soll die allgemeine Losuna des Tages aufnehmen. Sie soll den starken lebendigen Opfersinn wecken helfen, der den Kampf aufnimmt gegen Hunger und Kälte, gegen Not und Armut. Der starke soziale Geist, aufgebaut auf völkischer Grundlage, wird auch in der Kirche rückhaltloses Echo und Zustimmung wecken. Bunter Abend im Stadttheater. Man schreibt uns: Die Ortsgruppe Gießen der „Deutschen Bühne" veranstaltet am Mittwoch, 27. September, 20 Uhr, einen „Bunten Abend" im Stadttheater Gießen. Die „Deutsche Bühne" hat sich als Aufgabe gestellt, als Kulturorganisation die wahre Volksverbundenheit aller •• Stadttheater-Abonnement. Die Ein- lösung des ersten Abschnitts betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei im heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders aufmerksam machen. •• Besuchszeiten der Museen. Die Sammlungen und Museen im Alten und Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. Verkehrsunsall. Gestern gegen 18.30 Uhr ereignete sich in der Moltkestraße ein Der- kehrsunfall zwischen zwei recht ungleichen Verkehrsmitteln. Ein schwerer Lastkraftwagen jticfj mit einem Kraft-Dreirad zusammen. Der Führer des Dreirads erlitt einige Verletzungen im Gesicht und wurde von der Freiwilligen Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik gebracht. Nach Anlegung von Verbänden konnte der Verunglückte wieder entlassen werden. *• Die Vogtschen Handelsschulen Gießen und Herborn weisen im heutigen Anzeigenteil darauf hin, daß am 12. Oktober neue Lehrgänge beginnen. Die Teilnehmer werden in allen wissenschaftlichen und technischen Fächern für die kaufmännische Praxis unü ähnliche Berufe gründlich vorbereitet. Die Vogtschen Handelsschulen sind seit über 20 Jahren Spezialisten in der Ausbildung und Fortbildung für alle kaufmännische Berufe, aber auch für jeden, der sich die notwendige kaufmännische und theoretische Grundlage im Handwerk, Gewerbe und freien Beruf aneignen will. Sie verfügen über ein fähiges Lehrpersonal. Der Lehrstoff ist in allen Fächern auf eine gründ- liche Förderung der Schüler abgestellt. Allen Interessenten ist eine persönliche Rücksprache mit der Direktion zu empfehlen. Ausführliche Druckschriften werden auf Wunsch kostenlos zugesandt. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ■tollen, r;. , V fa bi, Ub,r ■ sind E^'albun,Ie O ,n jene Q15Plen Don kein 2,n'i er in las Vorjahr 66 200 Mark), die Ausgabe auf 66 425 Mark (im Vorjahr 65 500 Mark). Besonders bc- merkenswert ist noch, daß im Rahmen des neuen Haushalts die letzte Ratenzahlung für die Straßen- reinigungsmaschinen und für die Automobile Müllabfuhr gezahlt wurde, so daß also dieser Maschinen- und Wagenpark jetzt völlig unbelastet der Stadt zur Verfügung stehl. Titel 5, Straßenbeleuchtung. Hier beziffert sich der Zuschuß aus allgemeinen Mitteln aus 84 358,80 Mark gegen 79 358,80 Mark im Vorjahr. Die Steigerung ist auf höhere Beleuchtung»- kosten durch Hinzutritt neuer Strahenzüge zurück« zuführen. Titel 6, Denkmäler. Die Aufwendungen zu diesem Zweck belaufen sich unverändert wie im Vorjahr auf 1000 Mark. In diesem Betrag ist eine Summe enthalten zur Unterstützung von Hausbesitzern, bit* nicht in der Lage sind, den Neurerputz im Sinne der Denkmalpflege ausführen zu lassen. Titel 7, öffentliche Anlagen. Hier ist bei gleichgebliebener Einnahme von 2300 Mark wie im Vorjahr der Zuschuß für das neue Haushaltsjahr auf 24 804,60 Mark veranschlagt, gegen 27 040,60 Mark im Vorjahr. Die Senkung ist in der Hauptsache auf geringere Unterhaltungskosten der Anlagen- und Baurnpslanzung innerhalb der Stadt zurückzusühren. Titel 8, öffentliche Brunnen, Anschlagtafeln, Wegweiser, Uhren. Hier beziffert sich die Ausgabe nach dem Voranschlag aus 2450 Mark (im Vorjahr 1630 Mark), die Em- nähme auf 2880 Mark (2580 Mark), so daß em Ueberschuß zu Gunsten der Stadtkasse in Höhe von 430 Mark (im Vorjahre 950 Mark) verbleibt. Titel 9, Bäche und B a d e a n st a l t e n. Die Einnahme beläuft sich wie im Vorjahre auf 20 Mark, die voranfchlagsmäßige Ausgabe auf 3295,50 Mark (im Vorjahre 3030 Mark), fo daß sich der Zuschuß auf 3275,50 Mark gegen 3010 Mark im Vorjahre beläuft. Die Mehrausgabe ist durch eine gewisse Steigerung der Kosten für die lieber- wachung des Freibades gegeben. Titel 10, Kanäle, ist in Einnahme und Aus- gäbe mit je 137 948,34 Mark gegen 162 626,72 Mark ausgeglichen. Bei der Einnahme aus Kanalgebühren ist infolge Gebührensenkung eine Verringerung des Ergebnisses von 124 000 Mark im Vorjahr auf 106 000 Mark für ben neuen Haushalt vorgesehen, der auf der Ausgabeseite entsprechende Kürzungen gegenüberstehen. Bon Den übrigen Titeln der !BauamtsDcrroaItunfl\ ist besonderes nicht zu berichten. Mark im Vorjahre ab. Eine ganz wesentliche Senkung ist hjer in der Posüion Straßenunterhaltungs- arbeiten und Fuhrlöhne zu verzeichnen, die für den neuen Haushalt mit 80 000 Mark veranschlagt ist, gegen 137 000 Mark im Vorjahr. Für das Neueinwalzen chauffierter Straßen sind 1500 Mark gegen 2000 Mark im Vorjahr, für die Wiederherstellung beschädigter Straßen 4000 Mark gegen 4500 Mark, für die außerordentliche Instandsetzung von Brücken 1500 Mark, gegen 2400 Mark vorgesehen. Dagegen ist für die Instandhaltung der Feldwege und die Aufräumung von Flutgräben für das Jahr 1933 ein Betrag von 10 000 Mark gegen 8000 Mark im Vorjahr veranschlagt. Bei den Kosten der Beschaffung von Stein- und Kiesmaterial ist eine Senkung von 27 000 Mark im Vorjahr auf 25 000 Mark für das neue Jahr festgelegt worden. Titel 4, Straßenreinigung und Müllabfuhr, schließt bei einer Einnahme von 172 735 Mark (im Vorjahr 183 800 Mark) und einer Ausgabe von 186 053,65 Mark (im Vorjahr 194100 Mark) mit einem Zuschuß von 13 318,65 Mark (im Vorjahr 10 300 Mark) ab. Davon entfallen auf die Straßenreinigung an Einnahmen 106185 Mark (im Vorjahr 117,600 Mark), an Ausgaben 119 628,65 Mark (im Vorjahr 128 600 Mark). Die Minderung der Einnahmen ist in der Hauptsache auf eine Senkung der Straßenreinigungsgebühren zurückzuführen, der eine Verringerung der reinen Betriebsausgaben entspricht. Bei der Müllabfuhr beläuft sich die Einnahme auf 66 550 Mart (im Obeichessen flott vonstatten geht unb dazu Anregung flibt, dies« Maßnahme auch in Zukunft durchzu- ühren. Taten für Samstag, 23. September. 1733: Joh. Gottfried Langhans, Architekt, geboren (vor 200 Jahren): — 1783: der Maler Peter von Cornelius in Düsseldorf geboren (gestorben 1867); — 1791: Theodor Körner in Dresden geboren (gestorben 1813); — 1850: der Zoolog Richard von Hertwig in Friedberg in Hessen geboren; — 1885: Der Maler Karl Spitzweg in München gestorben (geboren 1808). Taten für Sonntag, 24. September. 1473: der Landsknechtsführer Georg o. Frunbs- berg in Mindelheim geboren (gestorben 1528); — 1541: der Arzt und Naturforscher Philippus Au- reolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, in Salzburg gestorben (geboren 1493); — 1583: Albrecht von Wallenstein auf Gut Hermanic geboren (gestorben 1634). — 1862: Bismarck wird preußischer Staatsminister. — 1916: Angriff von 12 Marineluftschiffen auf Lon- bon und Mittelengland. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag: Sie- bigshöhe, ab 20 Uhr, Konzert mit Tanz. — Licht- spielhaus, Bahnhofstraße: „Saison in Kairo" mit Renate Müller, Willy Fritsch. — Tageskalender für Sonntag: 10.30 Uhr, Goethestrahe 63, Schüler-Konzert bei C. Schle- sier-Altmann. — Evangelische Stadtmission, Löber- straße 14, 15 Uhr, Herbst-Konferenz; 20 Uhr Dor- trag .Herbstgedanken". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Saison in Kairo" mit Renate Müller, Willy Fritsch. Gießener Wochcnmarktpreise. Gießen, 23. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter 1,25 bis 1,30; Kochbutter 1,10; Matte 20 bis 25; Käse Stück 4 bis 10; Wirsing, grün 7 bis 10; Weißkraut 6 bis 8; Rotkraut 10; Gelberüben 10; Roterüben 8 bis 10; Spinat 12 bis 20; Bohnen, grün 15 bis 25, gelb 25 bis 30; Unter-Kohlrabi 5 bis 8; Rosenkohl 25; Tomaten 10 bis 15; Zwiebeln 10; Meerrettich 30 bis 60; Kürbis 5 bis 8; Kartoffeln, neue 3; Falläpfel 5; Pfirsiche 30 bis 35; Brombeeren 30 bis 35; Preißel- beeren 25; Aepfel 10 bis 15; Birnen 6 bis 12; Pflaumen 10; Zwetschen 6 bis 8; junge Hähne 70 bis 80; Suppenhühner 60 bis 70; Gänse 80 bis 85; Tauben, Stück 40 bis 50; Eier, inländische, Stück 11 bis 12; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10; Salatgurken 15 bis 25 Einmachgurken 1 bis 3; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 5 bis 8; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 30; Radieschen, Bd. 8 bis 10 Ps.j Kartoffeln, Zentner 2,30 bis 2,50 Mark. Gondergerichi in Gießen. Unter dem Vorsitz von Londgerichtsirirektor Schmidt tagte gestern Das Sondergericht in Gießen. Zur Verhandlung standen drei Fälle. Zunächst war der Schriftsteller und Verleger H. P-, wohnhaft in Beuern, beschuldigt, in der gröbsten Weis« Die Regierung der nationalsozialistischen Revo- lutton und die hinter ihr stehenden Verbände beleidigt zu haben. Die Verhandlung, die wegen Gefährdung der Staatssicherheit unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ftattfanb, wurde abgefeht, Da Der 53er- teiDiger des Angeklagten Die weitere Vertretung ablehnte. In einem weiteren Falle hatte sich der hiesige Fuhrunternehmer H. R. insofern strafbar gemacht, als er anläßlich einer bei ihm vorgenommenen Pfändung die Pfandsiegel entfernte und wüste Beschimpfungen gegen die die Pfändung vornehmenden 53e« amten, sowie gegen Die jetzige Regierung und Die NSDAP, ausstieß. Die Hauptverhanblung stellte nach Aussage mehrerer Zeugen einDeutig Die Schuld Des Angeklagten fest. Der Vertreter Der Anklage beantragte eine Gefängnisstrafe von 11 Monaten. Das Urteil lautete auf 9 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 23 Tagen Untersuchungshaft. Die Kosten Des Verfahrens trägt Der Angeklagte. Der Arbeiter W. R. von Gießen erging sich in schweren Beschimpfungen gegen Die NSDAP. Wegen Verstoßes gegen Die Verordnung Des Reichspräsidenten zum Schutze Der Regierung gegen heimtückische Angriffe erkannte Das Gericht auf sechs Monate Gefängnis. 12 Tage Untersuchungshaft wurden angerelynet. Der in Lang-Göns wohnhafte Arbeiter K. L. beleidigte die NSDAP, in unerhörter Weise. Die Hauptverhandlung zeigte, daß es sich um einen haßerfüllten Gegner des heutigen Staates fjanbelt, Der auch schon einen Monat im Konzentrationslager zubrachte. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Das Gericht verurteilte ihn unter Anerkennung von 12 Tagen Untersuchungshaft zu 5 Monaten Gefängnis. Die Kosten des Verfahrens fallen Dem Angeklagten zur Last. Strafkammer Gießen. Der von Ober-Bessingen stammende R. S. erhielt einen Strafbefehl wegen Körperverletzung, gegen den er Einspruch einlegte. Vor dem Amtsericht in Lich erfolgte Freispruch. Die gegen dieses Urteil von der Staatsanwaltschaft und Dem Nebenkläger erfolgte Berufung rourDe in Der heutigen HauptverhanDlung verworfen, da die Aussagen der vernommenen Zeugen eine Verurteilung des Angeklagten nicht zu rechtfertigen vermochten. Der Landwirt und Milchhändler H. K. aus Kefenrod (Kreis Büdingen) machte sich insofern ftraf- rechtlich verantwortlich, als er fortgesetzt in seinem Auto bei Gelegenhett der Milchversendung nach Büdingen Personen beförderte. In dieser Sache wurde er vom Amtsgericht in Büdingen freigesprochen. Die von dem Staatsanwalt eingelegte Berufung hatte insofern Erfolg, als Der Angeklagte zu 20 Mark GelDstra fe verurteilt wurde, nachdem der Vertreter der Anklage eine solche von 30 Mark beantragte. Beoölkerungsschichten durch das Gemeinschaftserlebnis der schöpferischen Werke deutscher Dichter und Komponisten der Vergangenheit und Gegenwart im Stadttheater zu verwirklichen. Die NSDAP, mit ihren sämtlichen Unterabteilungen, die Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden stehen hinter der „Deutschen Bühne". Und doch wissen viele, vielleicht sogar die meisten unserer Bürger, nichts über diese „Deutsche Bühne". Da soll gerade Dieser „Bunte AbenD" Durch Referat unD Aufklärung, Durch bunten Reigen solistischer Darbietungen mit Scherz unb Ernst, Humor unD Satire, mit Tanz, Gesang unb Rezitation roerbenb für bie ©rünbung bieser volkstümlichsten Besucherorganisation wirken. Wir leben in einem nationalsozialistischen Staat, wir schaffen mit bem Volke für bas Volk! Daher hat bie Leitung ber Ortsgruppe im Verein mit ber Jntenbanz ben Preis auf allen Plätzen mit 0,20 Mk. angesetzt. Die Ortsgruppenleitung macht barauf aufmerksam, Daß aus Grün- Den einer gerechten Verteilung an einen Einzelnen nicht mehr wie zwei Karten abgegeben werben; außerbem werben telefonische Bestellungen auf keinen Fall angenommen unb finben keinerlei Berücksichtigung. Um einer großen Zahl von Interessenten ben Besuch bes SBerbeabenbs zu ermöglichen, haben Jugendliche unter 17 Jahren keinen Eintritt. Verkauf Der Karten nur an Der Theaterkasse ab Mon- tag von 9 bis 12 Uhr unD von 14 bis 17 Uhr. 3ur Berufswahl. Viele Eltern glaubten es ihrer Stellung ober ihrem Ehrgeiz fchulbig zu fein, ihre Söhne einer afabemi- scheu Laufbahn zuzuführen. Sie haben zur Erreichung bieses Zieles oftmals unerhörte Opfer ge- bracht. So soll es nun nicht mehr fein! Nur jene. Denen Die Natur ein überragendes geistiges Vermögen mitgegeben hat, sollten sich zu den schwie- rigen Wegen durch die Hochschulen entschließen. Die andern aber brauchen es nicht mehr als eine Herabsetzung ihres Wertes oder als Ausgefchlofsenwerden von der Hochschätzung ihrer Volksgenossen zu empfinden, wenn sie ihre Berufsausbildung in einer mittleren Höhe suchen. Hier stehen ihnen vorzügliche Fachschulen offen. In diesen fehlt es ebensowenig an Gründlichkeit wie an Umfang der Aus- dildung. So bietet sich dem hier Ausgebildeten ein weites Tätigkeitsfeld. Falls sich besondere Fähigkeiten während des Fachschulbesuchs offenbart haben sollten, wäre eine weitere Ausbildung auf einer Hochschule im besonderen Maße erfolgversprechend. Es sei hier auf Die DarmftäDter Höhere Maschinenbauschule hingewiesen. Der fünf- bzw. vier Halbjahre umfassende Unterricht wird so abgehalten, daß er auch von einer recht weit gezogenen Umgebung ohne allzugroße Mühe und Kosten besucht werden kann. Im Rahmen dieser kurzen Ausführung können die Ausbildungsziele nur ge- streift werden. Der Höheren Maschinenbauschule ist die wissenschaftliche Vorbereitung Der Anwärter für die mittlere technische Laufbahn bei den öffentlichen Behörden und für Den Sngenieurberuf in inbuftrie- eilen Betrieben zugewiesen. Die Maschinenbauschule soll vor allem Unternehmer, Angestellte und Meister für handwerkliche und kleinere gewerbliche Betriebe im Interesse einer klaren technisch-wirtschaftlichen Entwicklung und Anpassung an neue Erfordernisse Dotfnlben. Daß in beiben Abteilungen die Allgemeinbildung möglichst gepflegt wird, mag besonders hervorgehoben werden. Eberversteigerung in Gießen. Die am Freitag, 6. Oktober, in Gießen ftattfin- benbe Zentral - Eberversteigerung der Hessischen Bauernkammer wird mit 20 Ebern des deutschen Edelschweins und 30 Ebern des veredelten Landschweins beschickt. Die Edelschweine stammen in ber Hauptsache aus ber Lang-Gönser Zucht, 5 Eder auf Hof-Güll, ber ältesten Stammzucht für Ebel fchweine in Hessen. Die veredelten Landschweine sind in Den verschiedensten Stammzuchten Der Provinz Oberhessen gezüchtet. Die Gemeinden haben deswegen sichere Gewähr, daß sie mit den seither zur Zucht benutzten Ebern nicht verwandte Tiere erwerben können. Es ist eine feststehende Tatsache, baß gerabe bie — meist unbewußte — Verwandtschaftszucht auf dem Gebiete der Schweinezucht bie Hauptursache barstellt, daß bie Würfe oft klein unb anfällig gegen Krankheiten sind. Damit die kaufenben Gemeinden unb Privat Züchter ganz sicher gehen, auf der Versteigerung in Gießen blutsfremde Eber zu kaufen, werden sie gebeten, bie Abstammungsnachweise der zuletzt zur Zucht benutzten Eber an das Tierzuchtamt in Gießen einzusenden. Die Käufer werden dann vor ber Versteigerung auf bie Eber aufmerksam gemacht, bie für sie auf Grund ihrer Abstammung besonders geeignet erscheinen. Hoffentlich werden die Hessische Bauernkammer und die oberhessischen Schweinezüch- ter für ihre im Interesse ber Schweinezucht gelegene Arbeit dadurch entlohnt. Daß ber Absatz auf ber ersten großen Eberoersteigerung in ber Provinz II.* Bauoerroalfung. Die Ausgaben ber Dienststellen ber stab tischen Bauverwaltung belaufen sich in ber Gesamtsumme bes neuen Haushalts auf 725025,55 Mark gegen 816 425,82 Mark im Vorjahre. Der Zuschuß zu biesen Kosten aus allgemeinen Mitteln beläuft sich im neuen Voranschlag auf 356 424,72 Mark, gegen 405 544,72 Mark im Vorjahr. Im einzelnen ist über bie Titel bieses Verwaltungszweiges folgenbes von Allgemeininteresse zu berichten: Titel 1, B a u ä m t e r. Der Zuschuß beziffert sich auf 67 914,92 Mark gegen 64 029,32 Mark im Vorjahr. Davon entfallen auf bie Abteilung Hochbauamt 37 789,56 Mark (33 688,36 Mark), auf bie Abteilung Tiefbauamt 32 605,36 Mark (32 820,96 Mark). Titel 2, Vermessungsamt. Hier ist bie Höhe b(s Zuschusses aus allgemeinen Mitteln von 26 847,03 Mark im Vorjahr auf 26 243,68 Mark für bas neue Haushaltsjahr gesenkt worben. Sowohl auf ber Einnahme-, wie auf ber Ausgabeseite sinb Abstriche gegenüber bem Vorjahre vorgenommen worben. Titel 3, Straßenunterhaltung. Der Abschluß ber Einnahmeseite beläuft sich hier auf 17 586,29 Mark, gegen 19 883,18 Mark im Vorjahr. Der Hauptteil bieser Senkung enfiällt auf Der« minberte Einnahmen aus Zinsen. Die Ausgabenseite schließt mit 136 871,80 Mark gegen 196 036,80 • Vergl. I tn Der Nr. 217 vom 16. Sept. den ID orten bes Führers soll im kommenden Winter niemand hungern unb frieren. Das große Werk kann aber nur geschaffen und bie Not ber Aermsten nur gelindert werden, wenn alle beitrittsberechtigten Angehörige Des deutsck)en Volkes MitgliedderNS. -Volkswohlfahrt wer- Den. Der Eintritt in Die NS.°Volkswohlfahrt ist deshalb Ehrensache. Mitglied kann jeder unbescholtene Angehörige des deutschen Volles werden, Der das 21. Lebensjahr vollendet hat und rein arischer Abstammung ist. Die einmalige Aufnahmegebühr beträgt 50 Pf. Der monatliche Beitrag soll dem jeweiligen Einkorn- men des Mitgliedes entsprechen. Der MindesÜbelttag beläuft sich für Parteigenossen auf monatlich 50 Pf-, für Nichtparteigenossen 1 Mark. Heil Hitler! Haug, Bürgermeister, Gauwalter der NS.-Volkswohlsahrt für Hessen- Nassau. e ktruspjlM^ e 2uellwosser WroeInamenYitbertDen^ wird. ^darim, B.ftn: Oran.. oom mobernen 2±^r^en | :e ^trusart, bie am I aen?»LeiVJ'’tmt ®*d)t Kampfwillens muß auch so geführt werden, daß ihm klar wird, an dieser Stelle so und dort so. Er muh dann verstehen, an verschiedenen Plätzen zu stehen und überall ganz zu stehen. Ueber den alten Standpunkt „die Jugend soll erst nur lernen", sind wir hinausgekommen. wir wissen, daß erst wahres Erleben ganze Menschen schafft. Klares Jüfjrerfum wird aber auch Dafür sorgen, bah es nicht nur bei bem Erleben bleibt, daß Hand in Hand Damit Die stets nötige Zufuhr festen wissens erhalten bleibt, Denn Zielroollen ohne Wegroifsen roirD stets halbes ober wertloses Tun bleiben. 3e näher aber bas Ziel kommt, um so besser muh bas wissen fein. Die Führerschaft des Bundes sieht heute vollkommen klar diese Dinge Der ihr harrenden Aufgaben. Nur eines muh noch herausgestellt werden. Mitten im Aufbruch gute Üehren zu erteilen, wird sich wertlos zeigen. Jetzt aber, nach einem gewissen Ab- schluß der bewegtesten Zeit wird sie dies vorerst als ihr wichtigstes Ziel erkennen: Dem Jungen klare Aufgaben auf allen Gebieten zu stellen. Die Hoffnung und Voraussetzung bleibt dabei, daß nicht einzelne — verleitet durch kleine Fehler einer großen Zeit — nun jedes hohe und reine Wollen überhaupt verdammen. Als erste Aufgabe werden die großen nationalsozialistischen Bünde es ansehen, für die Freiheit ehrlichsten Wollens, für das ureigene Feld des Jungen, für das Selbst- S t r e i t en und - Erleben sich einzusetzen. Dann wird aus Schulbuben nicht mehr eine Vielzahl von mannigfaltig interessierten Individuen werden, bann wirb aus ber Gemeinschaft starker, freier unb | gläubiger Jungen einst wirklich e i n Reich und e i n I Volk gleichen Wollens. R. H. ,chd,rM-»lchschb^-».»°°. Mer täglich begegneten uni stm' hf mehr. Die frühen äbenbe hinter ge > afbinen unb «. 3n> W** ,2 , engften Änis. WWePeiN011®'. J itaatsminifiy™®5' jm ^nKI, sofortiger Wirkung Rriminaiinipttto ?&&&&& vom Leifter ttn • ■ • ’ ' P56/33b ler klug ist und den Pfennig zaklh,-Persil für alle Wäsche wählt!. 5O10 A Plüsch-Reste.....Meter 4.30 M. Kammgarn-Reste Meter 2.95 M. Melton-Reste.... Meter 4.00 M. Herbst- und Winterneuheiten treffen laufend ein Karl Reuß, Gießen Seltersweg 46 5824d Marburg (Lahn) Dr. Müllers Privatlehranstallen Schale und Schttlerheim in ges. Waldlage. Indiv. Erziehung u. SchulungVI-OI. Vorbeugung geg. Zeitverlust.OII-Beife u. Abitur. Daneben: alleHandelsschulfächer für kaufm. u. gewerbl. Berufe. Beste Empfehlungen. Prosp.u. Erfolgvcrzeichnisse frei Mfflhervefsteiienfl in Gießen, am Freitag, dem 8. Oktober, auf dem Städtischen Viehmarktplatz an der Margaretenhütte Zum Auftrieb kommen 20 Eber des deutschen Edelschweins und 30 Eber des veredelten Landschweins 5834D Auftrieb: 8 —9 Uhr Prämiierung: 9 —11 Uhr 11 Uhr Beginn der Versteigerung Anfragen an das Tierzuchtamt der Hess. Bauernkammer in Gießen Mehr wissen ... mehr verdienen als andere. Besuchen Sie deshalb unsere Vollkurse, die am 6842D 12. Oktober beginnen. Sie geben Ihnen jene gediegene, umfassende Berufsausbildung, die Sie vorwärts bringt im Leben. 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Hier finde! die Hauplfeier des Llniedankiages statt Freiwilliger Arbeitsdienst beim Planieren des Geländes am Bückeberg bei Hameln, wo sich am 1. Oktober rund 500 000 Menschen aus allen deutschen Gauen versammeln werden, um gemeinsam mit der Reichsregierung die Hauptfeier des Erntedanktages zu begehen. "'n >1 k Znr 50=3a6rfeier des Aiederwalddenkinals. Am kommenden Sonntag wird der 50. Jahrestag der Einweihung des Niederwalddenkmals im Jahre 1883 mit einer gewaltigen Kundgebung unter dem Motto „Arbeit und Friede" gefeiert werden. — Unser Bild zeigt eine alle Aufnahme von der Montage des Niederwalddenkmals. SerSauptangeklagte im Leipziger Prozeß. Eine interessante Aufnahme von dem Reichstagsbrandstifter van der Lubbe. Vizeadmiral F 0 erster, bisher Chef der Marine» ftation der Nordsee, wurde zum Flottenchef ernannt Arbeitsbeginn der neuen Hessischen Arrztekammer. Die neugebildete HessischeAerztekammer trat vorgestern in Darmstaot unter Leitung des Vorsitzenden Dr. med. Ende (Darmstadt) zu ihrer ersten Sitzung zusammen. In der Tagung wurde Böer anerkenenswerte Beschluß gefaßt, mit me der Erstattung reiner Eisenbahnfahr» kosten in Zukunft von jeglicher Diäten g e« Währung abzusehen, um auch auf diese Weise im Rahmen der Aerztekammer den ernstlichen Willen zu einer sparsamen Betreuung der Inter» esten des Gemeinwohls zu bekunden. Weiterhin wurde beschlossen, eine Abteilung für Erb» gesundheits- und Rassenpflege zu schaffen, deren ehrenamtliche Leitung Dr. med. Kranz (Gießen) anvertraut wurde. Herr Dr. Kranz hiett sodann einen Dortrag über das Thema „Aufgaben der Erbgesundheits-- und Rassenpflege". Kultur und Politik im Dritten Reich Temesvary, Äundeschormeister bed Hess. Sängerbundes*). Don Univ.-Musskdirektor prof. Dr. Etwas mehr als sieben Monate sind seit der Selbst» besinnung des deutschen Volkes verflossen. Es beginnt sich aus Staub und Asche wieder emporzu» heben. Heute erscheint es angebracht, sich einmal auf bas zu besinnen, was wir seit jener Wende erlebt haben. Wir alle stehen unter dem Eindruck, daß die na» tionalsozialiftische Bewegung alles ergriffen und das Echte und Gute zutage gebracht hat, das beut» sches Volksgut ist. Auch vor unserer Sängerbewegung hat biefe Einwirkung der nationalsozialistischen Bewegung nicht haltgemacht. Wir brauchen nur an die Gleichschaltung und die Zusammenlegung der Gesangvereine zu denken. Erfreulicherweise hat sich da- bei gezeigt, daß die deutsche Sängeroeweaung gesund ist, dennoch aber au ihrer weiteren Aufwärtsentwicklung einer straffen Zusammenfassung nicht entbehren konnte. Maßgebend hierfür war das Wort des Führers auf dem Parteitag in Nürnberg: „Wenn eine höhere Kultur nur durch die Zusammenfassung der Kräfte einer Vielheit möglich ist, so muß jeder einen Teil seiner individuellen Freiheit opfern und sich dem Willen eines einzelnen unterordnen." Aus derartigen Erwägungen heraus war es auch nicht mehr möglich, Gesangvereine in so großer Zahl wie bisher weiterbestehen zu lassen. Es war notwendig, die Gemeinschaftsarbeit zur Förderung des Wohles des Volksganzen auch auf dem Gebiete des Gefangvereinswefens zu bekunden. Wie der einzelne deutsche Mensch nicht mehr ein einzelner ist, sondern in der Volksgemeinschaft aufgeht, so muß auch der einzelne Verein in bezug z u der Gemeinschaft gestellt werden. Was der marxistische Sozialismus nicht fertiggebracht hat das ist dem Nationalsozialismus gelungen, nämlich alle Volksgenossen gleichberechtigt nebenein- anderzusetzen, bie sozialen Wertunterschiede aufzuheben und nur die Persönlichkeit gelten zu lassen. Welche Beziehungen bestehen nun zwischen Kul- t u r und Politik? Wenn wir rückwärts schauen, so sehen wir, daß früher alles in unserem Volke getrennt war. Auch die großen Ereignisse von 1870 brachten die Einigung und Zusammenfassung aller Deutschen zu einem einheitlichen Volk nicht. Artfremde Einflüsse, insbesondere auch durch den unter jüdischem Einfluß stehenden Teil der Presse, wie auch auf der Bühne, im Vortrags- und Äon» ' Nach einem Vortrag, den Professor Dr. le« mesvary am vorigen Sonntag auf der Oberheffischen Sängertagung in Gießen unter starker Zustimmung der großen Versammlung gehalten hat. D. Red. zertwesen usw., haben in der Kultur diese Ein- heitlichkeit der geistigen und seelischen Einstellung des deutschen Volkes immer verhindert. Zank, Streit und zersetzende Kritik, Mangel an Mut, Unentschlossenheit beherrschten überall das deutsche Leben. Bismarck hatte wohl den Rahmen für bas Deutsche Reich geschaffen, aber erst Aböls Hit - l e r und seinen Getreuen gelang es, diesen Rahmen mit dem wertvollen Inhalt der d e u t s ch e n Volksgemeinschaft auszufüllen. Von da ab kann man auch wieder von einer wirklich einheitlichen deutschen Kultur sprechen. Aehnlich waren früher die Zustände auf dem Gebiete der Po- litik, in der auch deutschfremde Kräfte am Werk waren und zersetzend wirkten. Erst mit Adolf Hit- (er kehrte wieder eine Politik der Männlichkeit bei uns ein, an der wir jetzt ermessen können, was früher alles möglich war, um das Verderben in Deutschland so groß werden zu lassen. Nun endlich haben wir wieder klare Begriffe von unserer deutschen Kultur und von einer männ- lidjen deutschen Politik. 2hren schönsten Ausdruck sand diese Wandlung in ben Nürnberger Sieben unferes Führe r s u n d Volkskanzlers. Wer jetzt noch nach bie[en Reden nicht verstanden hat, um was es geht, dem ist einfach nicht zu helfen, der ist für das Volksganze verloren, oder er hat sich nicht die Mühe gegeben, diese Reden zu verstehen. In diesen Reden unseres Führers ist das E v a n • geliumderdeutschenKulturenthalten. Aus ihnen geht hervor, daß Politik die Ge» samtverwaltung des deutschen Lebens darstellt. In der Tat ist Politik nichts anderes als die Summe aller Maßnahmen des Staates zum Schutze der deutschen Kultur. Denn die hohen Werte der Kultur sind der Kern des deutschen Wesens, der unoerwüst- Iid)e_ Goldschatz, der unserem Dasein erst Wert- beftänbigfeit gibt. Wenn wir biefen Goldschatz nicht hüten, wird unser Volk wieder abwärts gehen. Kultur und Politik sind also untrennbar miteinander verbunden zu einem unteilbaren Ganzen und nicht mehr aus- einanderzureißen. Welches ist nun unsere Aufgabe als G e- sangverein im Rahmen dieser Begriffe? Es handelt sich um nichts aoberes, als auch von unsrer Seite aus bewußte Pflege des beut» chen Volkstums in feinem ganzen Um» angezu treiben. Das Wesentliche ber Erneuerung :er deutschen Sängerbewegung liegt darin, daß sie aus ihrer Isolierung herausgeführt werden soll hin zu der engen und unlöslichen Verbindung mit dem Ganzen der deutschen Kultur. Es genügt nicht, daß der deutsche Sänger seine deutschen Lieder singt und pflegt. Unsere Aufgaben sind viel größer und vielseitiger. Es geht nicht an, daß nur die Männerchöre allein gedeihen und die gemischten Chöre dabei zugrunde gehen. Den singenden Männern obliegt auch die Verpflichtung, an der Pf lege des gemischten Chores teilzunehmen. Erfreulicherweise sind Vereine unseres Bundes, z. B. in Gießen, bereit, an dieser Ausgabe mitzuarbeiten. Mit Befriedigung ist auch zu vermerken, baß künftig inben Schulen w i e- der mehr Musik gelehrt roerben wird und die Lehrer besser in den Stand gesetzt werden sollen, deutsche Musik zu lehren. Ferner muß die deutsche Dichtung von uns bewußt gepflegt und in den Kreis unserer Wirksamkeit als Sänger gezogen werden. Auch auf dem Gebiete der Geselligkeit wird erfreulicherweise das neue Reich Auswüchse nicht mehr dulden. Wir wollen hier ein Teil des Volks- ganzen und wirkliche Volksgenossen sein, die deutsche Geselligkeit in Würde und edler Begeisterung in Tanz, Brauch, Tracht und in nationalen Feiern im neuen Geiste pflegen und in das Volk tragen. Wir müssen dabei das große Geschick der neuen Männer bewundern und anerkennen, die es verstehen, wirkliche deutsche, gehaltvolle Feste zu feiern, keine rauschenden, leeren Veranstaltungen, son- 5— Ä Flugkapitän Baur, einer der ältesten und bekanntesten Flugzeugführer der Deutschen Luft-Hansa, ber seit dem Jahre 1930 ständig das Flugzeug des Reichskanzlers Adolf Hitler führt, hat jetzt eineMillionFlugkilometerzurück- gelegt. mü ein» von das Kind ein. Die Verantwortun Steuerfreiheit für einmalig« Zuwendungen an Arbeitnehmer Er sei Bewahrer und Treuhänder kostbarster Güler der deutschen Nation. Lehrerbildung im naiionalsoziaMschen Staat Versammlung des NS-Lehrerbundes im Kreise Gießen. gsfreudtgkeit for» dere die ganze Persönlichkeit. Demgegenüber, wie auch dem Führertum gegenüber bedeute die Unterordnung nicht Kadavergehorsam, sondern Willensschu- lung. Unterordnung bedeute heute Dienst. Der Lehrer sei Vermittler elementarster Kenntnisse. Elementare Technik dürfe deshalb nicht gering geachtet werden. Er habe vieles zu geben. setzes, auch dann nicht, wenn es sich um malige Lei st ungen handelt, die neben dem laufenden Lohn oder an Stelle des laufenden Lohnes gewährt werden. War die einmalige Zahlung vereinbart, dann besteht keine Steuerfreiheit. Die Voraussetzungen des Gesetzes sind beispielsweise nicht g egeben, wenn Weihnachtsgratifikationen oder dergl. gewährt werden, die v e r - trag! ich zugesichert sind. Die Steuerfreiheit für einmalige Zuwendungen über den Betrag des vereinbarten Arbeitslohnes hinaus kommt Arbeit- nehmern zugute, deren vereinbarter Arbeitslohn nicht mehr als 3600 Mark jährlich (300 Mark monatlich, 72 Mark wöchentlich oder 12 Mark täg- 1. Den Namen ober die Firma der ausgebenden Stelle, als die der Arbeitgeber in Betracht kommt, 2. die Anschrift des Arbeitnehmers, dem die Zuwendung zugedacht ist, 3. die eigenhändige Namenszeichnung des Emp- fangsberechtigten, als welcher der Arbeiter oder Angestellte gilt, dessen Ansckrift im Bedarfsdeckungsschein durch den Arbeitgeber eingetragen worden ist. Die Bedarfsdeckungsscheine werden in der Weise verwendet, daß sie der Verkaufsstelle, bei der Gegenstände gegen Bedarfsdeckungsscheine gekauft werden, in Zahlung gegeben werden. Die Verkaufsstelle hat von dem einzelnen Bedarfsdeckungsschein so viele Markabschnitte abzutrennen, als dem Verkaufspreis der Waren entspricht, und den Bedarssdeckungsschein mit den verbliebenen Markabschnitten an den Käufer zurückzugeben. Eine Vareinlösung der INarkabschnitte durch Verkaufsstellen ist verboten. Die Verkaufsstelle hat die in Zahlung genommene) beträgt. Die Zuwendungen müssen in Form von Vedarfs- deckungsscheinen gewahrt werden. Der Arbeitgeber muh diese Vedarfvdeckungsscheine bei dem für die Besteuerung nach dem Umsatz zuständigen Finanzamt käuflich erwerben. Die Dedarfdeckungsscheine lauten auf je 25 Mark. Es müssen also die Zuwendungen einen Wert von mindestens 25 Mark oder den Wert des Mehr- fachen von 25 Mark haben. Da das Finanzamt die Bedarfdeckungsscheine nicht vorrätig hält, muß der Arbeitgeber sie schriftlich oder mündlich mindestens eine Woche vor dem Tage, an dem er sie an seine Arbeitnehmer verteilen will, bei dem Finanzamt anfordern. Die Aushändigung der Bedarfdeckungsscheine erfolgt erst nach Zahlung des Gegenwertes. Jeder Bedarfdeckungsschein ist mit 25 Markabschnitten versehen. Die Vedarssdeckungsscheine berechtigen nur zum Erwerb von Kleidung, Wäsche und Hausgerät, und zwar in Verkaufsstellen, die zur Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen zugelassen sind. Unter Hausgerät sind Gegenstände zu verstehen, die zur Einrichtung eines Heims erforderlich sind. Von der Verwendung des einzelnen Bedarfdeckungsscheines muß der darin vom Arbeitgeber angegebene Empangsberechtigte an der dafür vorgesehenen Stelle seine Namenszeichnung bewirken. Die Verkaufsstellen dürfen nur solche Bedarfsdeckungsscheine entgegennehmen, die enthalten: Ich war zu schwach, um $u widersprechen. So früh am Morgen und auf nüchternen Magen war ich hilflos wie ein kleines Kind. Ich wandte ein, daß die Sachen alt feien, aber er lächelte nur über diesen schwächlichen Einwand und zimmerte mit Taschenspielergeschwindigkeit mehrere Lattenkäfige zusammen und sperrte die armen Möbel hinein. Sie sahen traurig aus ihren Gefängnissen heraus, aber ich konnte ihnen nicht helfen. Herr Plaukstinat wollte sie verschalen, und so wurden sie eben verschalt. Endlich kam der sympathische Neffe die Treppe herauf. Ich atmete auf, ich fühlte mich wie ein bedrängtes Heer, dem Verstärkung naht. Aber ich hatte mich geirrt. Der Neffe duckte seine baumlange Gestalt geduldig unter das Joch des cholerischen Onkels und lag bäuchlings am Boden, um Gurte unter den Käfigen durchzuziehen, bald hockte er oben auf den Lattenverschlägen wie ein Affe. Er rannte, klopfte, hämmerte im Verein mit dem tobsüchtigen Onkel. Ich hatte jetzt zwei Feinde. Endlich schien alles zu Herrn Plaukstinat-> Zu- friedenheit erledigt zu sein. Meine ganze schone Packerei war um und um gedreht. Ich füllte langsam, wie der Ingrimm in mir wuchs, denn ich war nicht ohne Grund stolz auf meine Fähigkeit, zu packen, ich genieße sogar in Freundeskreisen eine gewisse Berühmtheit dafür. Ich wollte gerade etwas Diesbezügliches sagen, als sich Herr Plaukstinat meine riesige, vollgepackte Eichentruhe auf den Rücken schwenkte und mit ihr davontrabte. Es sah aus, wie wenn eine Ameise mit einem Hirschkäfer in den Fängen abzieht. Ich riß vor Erstaunen den Mund auf, dann wollte ich Einspruch erheben, aber der Neffe sah mich warnend an. Als Herr Plaukstinat außer Hörweite war, sagte er: „Lassen Sie man, er muß sich austoben, wenn er wieder raufkommt, ist er sanft wie ein Lamm." , .. , Ich stand stumm und wartete auf bte Rückkehr von Herrn Plaukstinat. Er kam lange nicht. „Jetzt is er eenen heben gegangen", belehrte mich der Neffe, „das is ein gutes Zeichen." „Ist Ihr Onkel immer so?" fragte ich anteil- "^Onkel' ist ein Gemütsmensch", sagte der Neffe, „aber kleene Leute sind so kribblig. Mein Groß- oater sagte immer, der Aerger steigt von den Füßen in den Kopf und bei kleinen Leuten ist der Weg bis dahin nicht weit." Nach und nach füllte sich der Platz rund um den Möbelwagen mit meinen Besitztümern, die so lange schamhaft im hausinnern verborgen gewesen waren. Alle Leute, die vorbeigingen, warfen abschätzende Blicke auf meine Sachen. Es war eine hübsche Variation des Prangers, ich fühlte mich sehr geniert. nen Markabschnitte ht eine Sammelkarke einzukke- ben und jeden Abschnitt durch Eintragung des Tages, an dem die Abtrennung erfolgt, zu entwerten. Nur zugelassene Verkaufsstellen dürfen die Mark- abschnitte von den Bedarfsdeckungsscheinen abtrennen. Die Verwendung und Entgegennahme loser, vom Bedarfdeckungsschein bereits abgetrennter Markabschnitte ist verboten. Die gefüllten Sammel- karten werden der Verkaufsstelle durch die Kasse desjenigen Finanzamtes eingelöst, das für die Umsatzbesteuerung der Verkaufsstelle zuständig ist. Für verlorengegangene Bedarfdeckungsscheine wird Ersatz nicht gewährt. Verkaufsstellen, die bereit sind, Blarkabschnitte von Vedarssdeckungsscheinen anzunehmen, haben dies der Gemeindebehörde anzuzeigen. Diese bestimmt, welche Verkaufsstellen zugelaffen werden. Die gugelaffenen Verkaufsstellen haben durch Aushang oder Anschlag an leicht sichtbarer Stelle ihre Zulassung kenntlich zu machen. Aushänge oder Anschläge werden von der Gemeindebehörde ausgegeben. Nach § 2 des Gesetzes über Steuererleichterungen vom 15.Juli 1933 sind einmalige Zuwen- düngen, die ein Arbeitgeber feinen Arbeitnehmern über den Betrag des vereinbarten Arbeitslohnes hinaus in Form von Bedarfdeckungs- scheinen in der Zeit vom 1. August 1933 bis 31. Dezember 1933 gewährt, nicht als E i n ü n f t e im Sinne des Einkommensteuergesetzes und auch nicht als Schenkung im Sinne des Erbschaftssteuergesetzes anzusehen. Voraussetzung ist jedoch, daß der vereinbarte Arbeitslohn des Arbeitnehmers nicht mehr als 3 600 Mark jährlich beträgt. Zu dieser gesetzlichen Bestimmung sind vom Reichsfinanzmini st erium besondere Erläuterungen herausgegeben worden. Nach diesen Erläuterungen sind derartige Zuwendungen folgenden Steuern frei: dem Feste, Ne als ernste Angelegenheiten des Volks- ganzen artmäßig eigenes Leben darstellen. Am stärksten und ernstesten wird in unsere Arbeit unter dem neuen Begriff von Kultur und Politik auch die Pflege des religiösen Sehens mit einbezogen werden müssen. Hier liegt die tiefste und heiligste Quelle des deutschen Volkes. Das Werk der religiösen Neugestaltung, wie wir es jetzt bei unseren evangelischen Kirchen sehen, ist noch nicht abgeschlossen, sondern man hat erst den Rahmen geschaffen, in dem sich die wunderbare deutsche Religion entfalten soll mit dem Ziel, eine nordisch-deutsche Religion zu werden, wie sie sein soll. Leider befinden sich auch unter den Sängern viele, die über den Begriff und den Sinn der Religion überhaupt nicht im klaren sind. Allgemein muß hier der Glaube an den deutschen Gott wieder deutlicher zutage treten. Dazu kann uns die d e u t s ch e M ui i k am stärksten hinführen, denn die deutsche Musik ist Religion. In den Werken von Bach, Beethoven, Mozart, Händel und anderen ist die deutsche Religion enthalten. Die hohe Ausgabe des Gesanges ist es nun, der deutschen Religion durch die deutsche Musik die Wege zu bereiten, indem man sie aus dem profanen Bezirk des Konzertlebens - herausnimmt, und wieder in die geheiligten Bezirke des deutschen Musik erlebens bringt. Wir müssen uns auch, wenn wir des neuen Deutschen Reiches würdig werden wollen, darüber klar sein, was uns als Deutschen fremd und feindlich ist. i Zwar sind die Feinde zerstoben unter der Wucht der nationalen deutschen Erhebung, aber die . Begriffe dieses Feindes sind noch in uns. | Das reine Christentum Im nordischen Sinne konnte bisher nicht verwirklicht werden, weil es noch nicht genügend seines orientalischen Beiwerks entkleidet ist. Der jüdische Geist steht dem nordischen Geist fremd gegenüber. Nur wenn es dem deutschen Volke gelingt, die F r e m d h e r r s ch a f t z u ü b e r w i n - d e n, dann wird gegen jenes fremde Gift ein wirk- fernes Gegengift in uns mobilisiert fein, von dem die Fremden hofften, daß es nicht wirksam im deutschen Volke werden könne. , Auch das Mannesturn, das soldatische W e - sen darf von uns als Sänger nicht vergessen wer- den. Der deutsche Sänger hat durch feine Lieder immer für alles Soldatische gewirkt. Hier erwächst uns für die Zukunft eine weitere Aufgabe. Nach 15 Jahren der Verachtung und Unterdrückung aller nationalen Kräfte, in denen alles Soldatische von den früheren Machthabern in den Staub getreten wurde, ist nunmehr die soldatische Ehre, die verständnisvolle Wertschätzungun ddasBe- dürfnis nach deutscher Wehrhoheit unabweisbares Gemeingut der erdrückenden Mehrheit des deutschen Volkes geworden. Unser Weg als deutscher Sänger ist dabei unverkennbar: m i t d e r erwachten deutschen Nation zu marschie- r e n und s i e durch wahrhaft deutsche Lieder zu guten Erfolgen mitzufüh- re'n. Dabei können und müssen wir den Glauben haben, daß die deutsche Wehrhoheit sich wie auf Adlerflügeln wieder erhebt, nichtzum Angriff gegen andere Völker, wohl aber zur Ver - teidigungunsererheiligstendeutschen Güter! Herr Plaukstinat kam endlich, mild und ausgeglichen. (£r war von dem Beweis seiner Kraft, den er gegeben hatte, geradezu durchsonnt. Er sprach: „Mein Großvater pflegte zu sagen: »Klein — aber oho!'" Dazu bewegte er seine Muskeln. Er fing an mir Schmeicheleien über meine Wohnung zu sagen, die mich nicht mehr interessierte, da ich sie ja schnöde verließ. Mir kam dabei die nicht unberechtigte Vorstellung, daß ich ein Esel sei, weil ich aus einer so schönen Wohnung auszog. Und mein Großvater, der nicht gegen die Plaukstina^ schen Großväter zurückstehen wollte, pflegte doch immer zu sagen, daß dreimal Umziehen so gut sei wie einmal Abbrennen. Zeitschriften. — „Der Deutsche Student". Die amtliche Zeitschrift der Deutschen Studentenschaft. Einzel- Heft 60 Pf., vierteljährlich 1,80 Mark. — Die^eit- schrift „Der Student", „Deutsche Akademische Rund- schau" und „Studentenwerk" sind zusammengelegt worden und erscheinen von nun ab monatlich im Verlage Wilh. Gottl. Korn in Breslau. Durch die Mitarbeit geistig und politisch führender Professoren sowie der bedeutendsten Kräfte der jungen studentischen Generation wird diese Zeitschrift weit über den studentischen Rahmen hinausgehoben. Das Wesentliche an ihr ist die politische Zielsetzung. „Der Deutsche Student" wird damit zu der führenden nationalsozialistischen Zeitschrift für den geistig aktiven Teil der deutschen Jugend. Das vorliegende erste Heft gibt der kommenden Arbeit das Gesicht. Was in den drei Aufsätzen von Baeumler („Der politische Student"), Holfelder („Die politische Universität und die Wissenschaft") und Neumann („Das politische Rektorat") gesagt wird, greift auf den drei Ebenen des Menschlichen, des Wissenschaftlichen und des Institutionellen am entscheidensten die Frage der Hocyschulreform auf. Die Beiträge von Schickert („Sinn und Unsinn auf dem Wege zur politischen Universität"), Krüger („Die Verpflichtung der Studentenschaft zum Sozialismus") und Feickert („Die studentische Arbeitsdienstgeneration") zeigen klar den radikalen Durchbruch einer Gesinnungswende unter den deutschen Studenten. Die Lehrer des Kreises Gießen waren gestern nachmittag zu einer Versammlung des NS. - Leh - rerbunbes im Kreise Gießen im Cas6 Leib versammelt. Die stark besuchte Versammlung wurde in feierlicher Weise durch die Einbringung der Fahne des NS.-Lehrerbundes eingeleitet. Das neugegründete Orchester unter Leitung von Musik- lehrer N e b ei i n g spielte den Torgauer Marsch. Der ebenfalls erst vor kurzem ins Leben gerufene Chor fang unter Leitung von Lehrer Dietrich- Gießen das Fahnenlied „Hakenkreuz und Schwarz- weißrot" nach einer Vertonung von Willy von Moellendorf (früher Mufiklehrer in Gießen, jetzt in Stettin) und das schöne Volkslied „In einem kühlen Grunde". Der Obmann des NS.-Lehrerbundes im Kreise Gießen, Kreisschulrat Dr. Henß, begrüßte sodann die Teilnehmer, besonders den Redner, Professor Dr. V o l k e l t - Leipzig. In seinen Mitteilungen gab der Versammlunasleiter bekannt, daß erwartet werde, daß sich die Lehrerschaft am Gauparteitag in Frankfurt recht rege beteilige. In herzlichen Worten gedachte er dann auch des auf so traaische Weise ums Leben gekommenen Kollegen Studienrat Dr. Schraub. Sodann sprach pg. Professor Or. Volkeli'Leipzig über „Die neue Lehrerbildun g". Er führte u. a. aus: Von einem Volksschullehrer verlange man Wissen, Können, rechte Haltung und Verantwortungsfreudigkeit. Diese Eigenschaften bedeuten den Führer-Lehrer. Der Lehrer solle aber nicht alles wissen, wohl aber müsse er das Wesentliche gründlich wissen. Sein begrenztes, aber gediegenes Wissen müsse organischer Art sein. Er bedürfe außerdem einer gründlichen Kenntnis der seelischen Tatsachen des Kindes. Zum Wissen und Kennen müsse das „Können" hinzutreten. Er müsse die notwendigen Fachtechniken beherrschen. Dom „Können" her sei das Kind leichter zu erziehen. Die Haltung des Lehrers sei dem Primat des Könnens eng verwandt. Wenn sich Einheit von Seele und Lew in der Haltung ausdrücke, so erfühle das das Kind sehr bald. So wie die äußere Haltung eines Menschen auf sein eigenes Innenleben wirke, so wirke die äußere Haltung des Lehrers auch auf Kleiner Mann zieht um. Don Mars Stahl. Als ich mich für meine Siebenfachen nach einem Spediteur umfah, lockte mich bei einem außer der Billigkeit der Name Plaukstinat. Dieser Name wirkte durchaus vertrauenerweckend, kein bißchen leichtfertig, außerdem erfah ich daraus, daß er ein Landsmann von mir war. Mein von Zweifeln und Furcht geängstigtes Gemüt setzte alle Hoffnungen auf diesen zuverlässigen Namen. Ich hatte mich nicht getäuscht. Früh morgens punkt acht klingelte Herr Plaukstinat stürmisch und begehrte Einlaß. Als ich die Tür öffnete, erschrak ich heftig. Herr Plaukstinat war nicht viel größer, als drei übereinandergesetzte Edamer Käse. Ich dachte mit Unruhe an die sieben schweren Bücherkisten und die kaum vom Fleck zu rührende Eichentruhe. Herr Plaukstinat schien diese Ueberraschung gewohnt zu sein. Er ignorierte sie als Weltmann und musterte streng meine Habseligkeiten, die wenig dekorativ im Zimmer verstreut herumstanden. „Schriftsteller, wa?" fragte er nach einem Blick auf die Schreibmaschine, auf die Manuskriptansamn^- lung, bte in Koffern herumlagen und auf die offenen Bücherkisten. • Ich nickte beklommen. „Schad' nischt!" begütigte er, „nick jeder is’n Krösus. Muß auch andere Leute geben. Hopp!" Das letzte Wort bezog sich auf seinen Famulus, der eben die Treppe heraufkeuchte. „Mein Neffe", stellte er vor und gab ihm einen freundschaftlichen Puff in die Rippen. Der Neffe war vertrauenerweckend lang und schlaksig, mit Händen wie Kommißbrote. Ich atmete auf. Dieser junge Mann war mir durchaus sympathisch. „Aber Herr Plaukstinat", fagte ich jetzt in bester Laune, „Sie sprechen ja gar nicht ostpreußisch. Sie sind wohl schon lange in Berlin?" „Wir sind sozusagen Eingeborene", sagte Herr Plaukstinat, „mein Großvater war schon Berliner, wir sind Ureinwohner, wir Plaukstinats." Dann brach er plötzlich alle Vertraulichkeiten kurz ab und fragte drohend: „Is noch was auf dem Boden?" Ich bejahte schüchtern. „Natürlich", sagte er ärgerlich, „und im Keller? „Im Keller auch", flüsterte ich. Herr Plaukstinat wurde noch ärgerlicher. „3m- mer nehmen die Leute zu kleene Wohnungen und nachher schleppen sie alles aufn Boden ober m’n Aeller " Ich entschuldigte mich, fo gut td) tonnte, “M1 ich wußte, daß es hier natürlich keine Entschuldigung gab. Mir hatte ia nicht umsonst vor dem Umzug gegraut. Ich zeigte Herrn Plaukstinat mit der Hand, wie wenig hoch die Treppen seien, fast gar nicht vorhanden, die Sachen waren so gut zu holen, sie standen, wenn man es sich genau überlegte, wie hier im Zimmer. Und in ben Keller zu gehen, war ein wahres Vergnügen. Er war hell, geräumig, elektrisch beleuchtet, nur war leiber die Kellertür vorher auszuheben, weil sonst die Sachen nicht durchgingen. Herr Plaukstinat ergriff eine Axt und stürmte in den Keller. Ich folgte ihm auf dem Fuße. Alle Einwohner sahen mit aufgerissenen Augen, wie wir hintereinander die Treppen hinunterstürmten. Aber es beruhigte sie offenbar, baß der Verfolgte die Axt trug und nicht der Verfolger. Herr Plaukstinat fing an, mit dem Rücken der Axt gegen die unschuldige Tür zu hämmern, daß das Haus in den Grundfesten dröhnte. Ick beschwor ihn, wenigstens nur etwas sanfter zuzuyauen, die Leute im Haus würden sich sonst ganz bestimmt beschweren. Das schien seine Wut nur noch mehr zu entfachen. Er hämmerte jetzt mit Donnergetöse. Ich konnte nichts machen, ich mußte Herrn Plaukstinat rasen lassen. Endlich brach die Tür zusammen. Wir schleppten die kläglichen Trümmer beiseite und machten uns an das Herausschaffen der Kisten. Der sympathische Neffe mußte unsere Spur verloren haben, denn er ließ sich nicht blicken. „Nee, wie die Leute packen", sagte Herr Plaukstinat, „teenen Funken Verstand haben die im Kopp." Jede Kiste, die herauskam, bemäkelte er und schlug ihr ohne Erbarmen mehrere zehnzöllige Nägel ins Eingeweide. Ich bat und jammerte — umsonst, Herr Plaukstinat übte keine Gnade. Auch meine Versicherung, daß alles Porzellan in den Kisten jetzt sicher nur noch Mehlstaub sei, besänftigte ihn nicht. Endlich war die letzte draußen. Ich fragte, um ihn abzulenken, ob er vielleicht frühstücken wollte. Aber ganz im Gegensatz zu allen Ziehleuten wollte Herr Plaukstinat nicht frühstücken, er wollte weiter gegen Türen bullern und unschuldigen Kisten Nägel ins Herz jagen. „Jetzt kommt der Boden", sagte er kriegerisch und rannte mit der Art in der Hand die Treppe wieder hinauf. Er lief ohne anzuhalten alle vier Trep- pen in einem Zug bis oben auf den Boden. Ich japste hinterher und rang minutenlang nach Atem. Diese meine Unpäßlichkeit benutzte Herr Plaukstinat, um ein neues Blutbad unter den Kisten anzurichten. Auch fand er auf einmal, daß alle Möbel verschalt werden müßten. Ehe ich etwas erwidern konnte, war er die Treppe schon wieder herab. Ich sah ihn auf seinem Wagen wie einen Berserker herumwirtschaften, und er kehrte triumphierend mit einem Arm voller Latten zurück. Oochschulnachnchlen. Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurden in den Ruhestand versetzt: an der Universität Berlin Professor Dr. Arthur Nußbaum (Bürgerliches und Handels- recht), an der Universität Hamburg Professor Dr. Albrecht Mendelssohn-Bartholdy (Zivilprozeßrecht) und Professor Dr. Heinrich Poll (Anatomie). 1. Einkommensteuer (Lohnsteuer); 2. Abgabe zur Arbeitslosenhilfe; 3. Ehestandshilfe der Ledigen; 4. Schenkungssteuer. Die einmaligen Zuwendungen im Sinne des Gesetzes scheiden auch als Semeffungsgrunblage für die Erhebung der Bürgersteuer und für die Erhebung von Kirchensteuer, soweit sich solche nach der Einkommensteuer bemißt, aus. Der Begriff der einmaligen Zuwendung erfordert nicht unbedingt, daß eine Zuwendung in der Zeit vom 1. August bis 31. Dezember 1933 nur einmal erfolgt. Die Einmaligkeit wird nicht dadurch ausgefchlosfen, daß aus besonderen Anlässen in der vorgenannten Zeit wiederholt Zuwendungen an die Arbeiter gemacht werden, wenn die Umstände erkennen lassen, daß eine Wiederholung nicht von vornherein beabsichtigt gewesen ist. z. B. eine Zuwendung aus Anlaß eines Geschäftsjubiläums und dann eine Zuwendung zu Weihnachten. Die Zuwendungen müssen über ben verein- barten Arbeitslohn hinaus gewährt werben. Jegliche Zahlungen, bie auf Grunb bes Ar- beitsDertrages gemacht werben unb somit „vereinbarter Arbeitslohn" im Sinne bes Gesetzes finb, fallen nicht unter bie Befreiungsvorschrift bes Ge- Neben bem häuslichen Erzieher sei er der wesentlichste Bildner der kindlichen Seele. Ihm sei große Macht an die Hand gegeben. Er müsse deshalb auch für wachsende und werdende Dinge der Kultur im Volke ein offenes Auge haben. Deshalb müsse der Lehrer sein Rüstzeug an heften 3 nstitu - ten erhalten. Wichtig sei, daß all fein Rüstzeug auf Gott, auf das Höchste ausgerichtet sei. Er " e aus Liebe zu heiligem Zorn fähia sein. Er mü e bie harte Humanität bes Führers Aböls Hitler oer tehen, jene Humanität, bie für bie Gemeinschaft sozial benke unb nicht für ben Einzelnen. Der Führer forbere bie Gestaltung des Menschen in ungemischten Ibealen. Der Lehrer-Bilbner müsse auch zu jener harten Humanität geführt werben. Hier erstehe nun bie Frage: W o bilbet man solche Führer? Man unterscheide bei der Beantwortung bieser Frage bie Lern-, bie Arbeits- unb bie nationalsozialistische Erziehungsschul«. ßern- unb Arbeitsschule müßten ihr Bestes ber Erziehungsschule überlassen. Das Seminar als Lernschule habe gebiegenes Wissen, gebiegene Technik, Sitte, Zucht unb eine geschlossene, wenn auch nicht vertiefte Bilbung vermittelt. Das Seminar habe aber verfrühte Berufs- entscheibung bedeutet. Der Bildungsgang sei mehr ein systematisches Aufnehmen von Wissen gewesen. Die Erziehung zur Persönlichkeit habe darunter leiden müssen. Im Seminar habe man nur gelernt, um zu lehren. Höchste Werte habe man sich nur angeeignet, aber nicht ein geeignet. ' Nach der Revolution von 1918 habe sich das Er- ziehertum von bem Gebauten ber Lehrerbilbung an ber Universität abbränaen lassen unb zwar nach den pädagogischen Akademien hin. Damit sei auch die Politik vor die Tür gewiesen wor- ben. Heute sei bie Universität aber eine politische Hochschule, in ber es bas höchstgeformte Wollen ür bie Blüte ber Nation zu vertreten gelte. Die läbagogischen Akabemien seien bemgegenüber be- timmt gewesen von einem Experimentieren uni )ie Päbagogie. Sie seien Brutstätten liberalistischen Geistes geworben. , , , . Die britte Form ber Lehrerbilbung sei in per engen Anglieberung ber Lehrerbll - bung an bie Universität zu sehen. Das päbagogische Institut sei mit ber Universität zu oerbinben. In seinen weiteren Ausführungen ging ber Rebner in ber Hauptsache von ben Verhältnissen an ber Universität Leipzig aus. Der Lehrer- ftubent sei bort zu bestimmten Zeiten Vollstubent. Ihm sei ein Wahlfach gestattet, das die Möglichkeit gebe, Spezialisten sich entwickeln zu lassen, die später in breitem Kresse ber Schulen einer ganzen 1 Umgebung fruchtbringend) wirken könnten. Mit ben r Im i sei mehr ein Memchches Susen gewesen. Die Erziehung ji ie darunter leiden müssen, ji iiH lehQKn dursen 'S »««‘»ri schein 2!°?""°^?"' ^rkaufgs,sS°lullt^^nnter eg CiS« durch Miel. DZs N?L;K. ftiSK« * Stadt WNttt. «her wesent- iluge haben U k^tut im Ä manüat besfabe ML®* WtzSZ lmQn,tal geführt werden. °Ie Frage: Wo bilde, man äRün unterscheide bei der W die Lern-, die Libeit;. Q*' *y ErziehunggschELern. w,übten ihr Bester der Er. Wen. Dar Seminar als 1 S^genes Dissen, gediegene chi und eine geschlossene, wenn Bildung vermittelt. habe aber vrrsrühte 2ms». scheidung bedeutet. ran nur gelernt, um zu lehren, be man sich nur angeeignet, aber L ' iution von 1918 habe sich dar Er- em Gedanken der Lehrerbildung, t abdrängen lassen und zwar nach schen Akademien hin. Da- Mitil vor die Tür gewiesen war- i Universität aber eine politische es bas höchstgesormte Wollen Nation ju vertreten gelle. Die lemlen feien bemgegenüber be- n einem (Experimentieren um seien Brutstätten liberalW^ , btt LchnWung \t\ In der drrung der Lrhrerbil- VinlversU'äl zu sehen. Das M sei mit der Universität zu men weiteren Ausführungen M der Hauptsache von den Dcrh° ' liversität Leipzig aus- Der Äh « zu bestimmten Zeiten BollsMd n - hlfach gestattet, das die Moglichke „ sich entwickeln zu.lassen LÄÄLW e verließ. M iam .j, weil 'rennen. -inen von nuri w Durch t Hl K°rn Prosessou" ' rK«w“J'S.£ WM riSHS.j und -**®Ä*WS 1,67 1,67 0,70 Heringskartoffeln. Hierzu werden die 0,70 1,53 1,75 1,60 RM. 0,40 0,80 0,30 0,10 0,05 0,10 RM. 0,50 0,50 0,10 0,12 0,20 0,03 0,15 RM. 1,20 0,30 0,12 0,05 RM. 0,30 0,60 0,12 0,06 0,10 0,10 0,25 Preis: 125 Gramm Butter 8 Eier 375 Gramm Zucker 15 Gramm Mandeln 450 Gramm Kartoffeln 100 Gramm Semmelmehl Dreis: 1% Pfund Hammelfleisch 2 Pfund Bohnen 3 Pfund Kartoffeln Pfeffer, Salz Preis: 3K Pfund Kartoffeln 4 Heringe Saure Sahne und etwas Butter Das sonntägliche Eintopfgericht Empfehlenswerte Vorschläge zur Durchführung des Winterhilfswerkes. Preis: % Pfund Schweinefleisch % Pfund Rindfleisch 1 Pfund Zwiebeln 3 Pfund Kartoffeln Saure Sahne Salz und Pfeffer Etwas Butter Eintopfgericht zum Höchstpreis. Makkaroni ä la Bolognese. Hierzu wird sehr zartes Ochsenfleisch in ganz kleine Schnippelchen geschnitten und in Fett mit viel Zwiebeln und reich« lich Tomaten, Pfeffer und Salz weich gedämpft. In« zwischen kocht man auch Spaghetti in Salzwasser gar, schüttet das Wasser ab und vermengt die Spaghetti mit der in ziemlich viel Tunke schwimmenden Fleischmenge. Man kann dieses Gericht sofort an- richten und reicht dann als Zugabe geriebenen Käse, man kann es ober auch in eine Form tun, geriebenen Käse und kleine Butterflöckchen darüber geben und alles zusammen im Backofen durchziehen lassen. Preis: 3 Eier 2 Pfund Pilze Yi Pfund Mehl % Liter Milch Etwas saure Sahne Etwas Reibkäse Salz, Pfesfer, Fett dieser Speise möglichst vermeiden. Preis: 3 Pfund Kartoffeln K Pfund Speck 4 Pfund Weißkraut Pfeffer, Salz, Lorbeer, Zwiebeln Amtsgericht Gießen. Der in Gießen wohnhafte W. R. erhielt im Juni dieses Jahres einen Strafbefehl, weil er einen Hund mit seinem Fahrrad überfahren haben sollte. Nach Vernehmung einiger Zeugen beantragte der Amtsanwatt eine Geldstrafe von 20 Mark. Das Gericht erkannte entsprechend dem Antrag des An- klagevertrerers. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. RM. 0,12 0,30 0,20 0,08 RM. 1,10 0,12 0,25 0,20 Preis: 1K Pfund Schweinsrippe 3 Pfund Kartoffeln 1% Pfund Aepfel Pfeffer, Salz, Fett Das Eintopfgericht des Vegetariers. Pilz-Pfannkuchen. Man bereitet einen guten Eierkuchenteig, backt nicht zu dünne Pfann- kuchen und legt damit eine Form aus. Inzwischen hat man Pilze geputzt, geschnitten, in Fett ange- dünstet, gepfeffert und gesalzen und mit etwas Mehl sämig gemocht. Diese Pilzfarce gibt man auf die Eierkuchen, deckt nun wiederum mit solchen zu, gibt etwas sauren Rohm, geriebenen Käse und Butterflöckchen drauf und läßt das Gericht etwa 20 Minuten in der Röhre schmoren. Bohnentopf mit Hammelfleisch. Hammelfleisch wird in Stücke geschnitten und mit Wasser, Salz und Pfeffer aufgesetzt, -sobald das Fleisch anfängt weich zu werden, gibt man die geschnippelten Bohnen nebst etwas Bohnenkraut hinein. Eine halbe Stunde vor dem Anrichten legt man die geschätten Kartoffeln dazu und läßt sie weich dämpfen. Das vom Reichspropagandaminister Dr. Goebbels bei der Kundgebung Aum „Kampf gegen Hunger und Kälte" erwähnte Eintopf-Gericht soll am 1. Oktober zum erstenmal auf allen Mittagstischen in Stadt und Land erscheinen. Wieder einmal ist un» Hausfrauen eine Gelegenheit gegeben, uns zu beweisen. Drehten sich bisher die Kränzchenunterhaltungen vielfach um Kuchenbocken oder Süßspeisen, so ist jetzt das Stichwort ein anderes. „Eintopfgericht" heißt die Losung. Ich will heute einige Eintopfgerichte vorschlagen, die vielleicht der einen oder anderen Hausfrau Anregung geben können. Die dabei angegebenen Mengen beziehen sich jeweils bei gutem Appetit für v i e r P e r s o n e n, die S werden selbstverständlich in den verschiedenen trichen kleinen Abweichungen unterworfen sein. Daß bei den meisten Gerichten die H ö ch st g r e n z e von 5V Pfennig pro Kopf nicht annähernd erreicht wird, sollte für die Spende gegen Hunger und Kälte eine gute Vorbedeutung sein. Ich schlage vor: Kür größte Sparsamkeit. Deutsches Weißkrautgericht. Hierzu wird ein Viertelpfund Speck in feine Würfel geschnitten, mit etwas Zwiebeln angebraten, darauf das in nicht zu kleine Stücke geschnittene Weißkraut hinein- gegeben, etwas Salz, Pfeffer, ein Lorbeerblatt hinzugefügt und alles zusammen gedämpft, bis das Kraut halbweich ist. Zuletzt kommen die geschälten Kartoffeln darüber, der Topf wird wieder gut verschlossen und so lange auf kleinem Feuer gelassen, bis die Kartoffeln weich sind. Man sollte das Umrühren K a r t o f f e l - A u f l a u f. 125 Gramm zu Sahne geriebene Butter, 8 Eidotter, 375 Gramm Zucker, 15 Gramm gestoßene Mandeln, darunter 5 Stück bittere, evtl, auch etwas Zitronenschale, werden gut gemilcht und eine Weile gerührt, dann 450 Gramm am Tage vorher in der Schale beinahe gar gekochte abgezogene und geriebene Kartoffeln und 100 Gramm geriebenes Weißbrot durchgerührt, und zuletzt der feste Schaum der Eier durchgezogen. Man lägt den Auflauf eine Stunde backen. Kartoffeln in der Schale gekocht und abgezogen, Heringe werden zerkleinert. Dann füllt man eine Auflaufform abwechselnd mit einer Schicht Kartoffeln, Die deutsche Rundfunkindustrie kann mit dem Erfolg der diesjährigen Funkausstellung zufrieden sein. Die große Werbeaktion für den nattonalsozialisti- schen Rundfunk, den die offüteHe Rundfunkfuh- runa vor der Funkausstellung eingeleitet hatte, und die selbst heute noch mit der gleichen Intensität fort- geführt wird, hat das Interesie derjenigen Volks- kreise, die in den vergangenen Jahren noch abseits standen, in hohem Maße dem Rundfunk zugewandt. Besonders die großen Feiertage der Nation, die Höhepunkte in unserem politischen und geistigen Leben, wie der 21. März, der 1.2Hal, wie die Wellsendung von Bayreuth oder der Nürnberger Parteitag, hoben die Mehrzahl unserer Volksgenossen für den Rundfunk aktiviert. Heute kann dementsprechend ohne Uebertretbung eingestanden werden, daß die Produktion der deut- schen Funkindustrie in stetigem Steigen begriffen ist. In den vergangenen Wochen konnten verschiedene Firmen eine Erhöhung ihrer Belegschaft durch Ein- stellung von etwa 400 bis 600 Arbeitern melden und damit beweisen, daß die nationalsozialistische Rundfunkpropaganda auch den großen sozialpoliti- schen Zweck der Produktionssteigerung und der Ar- beitermehrbeschästigung erfüllt. Naturgemäß wird der erhöhte Absatz von Rundfunkgeräten noch dadurch gefördert, daß die deutsche Funkindustrie vom Volksempfänger an bis zu ihren großen Standardmarken durchgängig Empfänger von höchster und oft bewunderungswürdiger Lei- stungsfählgkeit, natürlich ihren Klassen entsprechend. Kartoffeln, Schweinsrippe und Aepfel. Man setzt in einer etwas flachen Bratpfanne ein Stück Schweinsrippe, zur Hälfte mit Wasser bedeckt, und etwas Salz auf nicht zu starkes Feuer, deckt die Pfanne fest zu und läßt das Fleisch 1% Stunden mäßig kochen und gelblich braten. Alsdann nimmt man es heraus, belegt die Pfanne mit kleinen, rund geschälten Kartoffeln, streut ein wenig Salz darüber, legt die Rippe darauf, und zwar die offene Stelle nach oben, füllt die Höhlung derselben mit geschälten, in vier Teile xerfdjnittenen sauren Aepfeln, gibt eine Tasse Wasser hinein deckt die Pfanne wieder zu und läßt die Kartoffeln darin langsam weich und gelb braten, während man sie einmal umdreht. Dieses Gericht ist am besten im Bratofen zu bereiten. herausgebracht hat. Diejenigen Volksgenossen, für die die Parole von Dr. Goebbels, zunächst die heutige Zahl der Rundfunkteilnehmer zu verdop- peln, ein unbedingter Befehl ist. und die infolge- dessen Rundfunkhörer werden, können sich heute hundertprozentig auf die Qualität der deutschen Rundfunkgeräte oerlasien. Diese Tatsache ist für Apparatebesitzer ja längst eine Gewißheit. Gerade diese Apparatebesitzer, die mil ihren Geräten gute und hervorragende Erfahrungen gemacht hoben, werden auch die besten Werber für neue Rundfunkhörer fein. Bekanntlich wird sich der Erfolg der Rundfunk- ausfteUung erst in seiner ganzen Größe bis Weih- nachten hin ouswirken. Es hat schon heute den An- schein, als ob bei dem Einkauf zum Weihnachtsfest die Rundfunkgeräte die erste Stelle einnehmen werden. Und das ist gut so, nicht nur hn Interesie der Funkindustrie, die sich ernsthaft bemüht, für geringes Geld Höchstwertiges zu leisten, sondern auch im Dienst der neuen Staatsidee, für Die alle ihre Kräfte einzusetzen auch oberstes Gesetz der Funkindustrie ist. So bleibt also zu wünschen, daß die Produktions- fteigerung innerhalb der deutschen Funkindustrie von Woche zu Woche und von Monat zu Monat noch zunimmt, damit wirklich eines Tages das große Ziel erreicht ist, daß die Mehrzahl des deutschen Volkes Rundfunkhörer ist und durch den Rundfunk in inniger Verbindung mit dem Willen und den Worten des Führers steht. Das deutsche Volk laust Rundfunkgeräte Don Karl Hintze, geschäffssührendem Vorstandsmitglied der Nationalsozialistischen ZRunbfuntfammer. Heringsstückchen, Butterflöckchen und saurem Rahm, gibt auch zuletzt noch etwas Butter und sauren Rohm darüber und läßt die Speise im Backofen schmoren. RM. 0,10 0,20 0,40 Die kräftige Einiopfspeise. Möhren im Sonntagsgewand. Ein Pfund Schweinebauch wird m kleine Würfel geschnitten und mit reichlich Zwiebeln hellbraun angebraten, etwas Wasser, Salz, Pfeffer, ein wenig Peter ilie und die Möhren dazu gegeben und ge- dämp t. Wenn die Möhren halbweich sind, kommen noch Die geschälten, in Scheiben geschnittenen Kartoffeln hinzu, und das Ganze wird langsam gargekocht. Preis: RM. 1 Pfund Schweinebauch 0,80 2 Pfund Möhren 0,18 3 Pfund Kartoffeln 0,12 Zwiebeln, Salz, Pfeffer, Petersilie, Fett 0,20 1,30 Spanisch F r i c o. Man nimmt zu gleichen Teilen Schweinefleisch und mageres Rindfleisch und schneidet es in dünne Scheiben. Ebenso schneide man geschälte rohe Kartoffeln und Zwiebeln. Eine Bubbingform wirb bann ausgeschmiert und lagenweise mit Fleisch- und Kartoffelscheiben gefüllt und jede Schicht mit Zwiebeln, Salz, Pfeffer und kleinen Bitt- terstückchen belegt. Zuletzt gießt man etwas saure Sahne darüber, schließt die Form und kocht das Ganze 2H Stunden im Wasserbad. unbestreitbaren Vorzügen der Lehrerbildung an einer Universität sei allerdings auch eine Gefahr verbunden: die eines möglichen Dualismus. Diese Gefahr müsse aber in nationalsozialistischem Seist zu bannen versucht werden. Zum Seminar zurückzukehren sei undiskutabel. Er empfehle, die notwendigen Dozenten der Universität für die Lehrerbildung und die Dozenten des pädagogischen Instituts zusammenzuführen. Es fei außerdem notwendig, den Besuchern des pädagogischen Instituts die UniDerfitätsinftitute unmittelbar Augängllch zu machen. Nur dadurch seien wertvolle Arbeitsgemein- thasten au schaffen. Es könne bei dieser Serbin- ung gleichzeitig ein lebendiges Band vom Dozenten der Hochschule bis zur Schulklasse geschlungen werden. Mit der organisatorischen Umbildung an der Universität Leipzig gehe auch eine Umbildung des zu lehrenden Stoffes einig. Religion, Deutsch und Geschichte stünden nunmehr im Vordergrund. Die Reformen der Lehrerbildung feien ohne große Kosten durchführbar. Die deutsche volksschullehrerbildung müsse, so wolle es auch bet Führer, auf das Engste mit der Universität verbunden werden, denn für den Volksschullehrer im nationalsozialistischen Staate sei die beste Ausbildung gerade gut genug. (Lebhafter Beifall!) Kreisschulrat Dr. H e ä ß dankte dem Redner für seine Ausführungen und bc bauerte im Zusammenhang damit den bevorstehenden Weggang Prof. Dr. Sanders (dessen Arbeiten der Redner verschiedentlich erwähnte) von Gießen. Der Redner wies bann darauf hin, daß er leider im Orchester, wie auch Im Chor bzw. in der Arbeitsgemeinschaft für das deutsche Lied, keinen der Herren Studienräte beteiligt sehe. Es gehe nicht un, baß sich einzelne Herren von ber Mitarbeit ausschlösien. Man bulbe keinen Standesbünkel. Eine Volksgemeinschaft Im nationalsozialistischen Sinne werbe man unter Umständen, wenn es notwendig werde, zu erzwingen wissen. Wer sich von der Arbeit in den Arbeitsgemeinschaften ausschließe, müsse damit rechnen, daß ihn eines Tages auch der Staat nicht mehr kenne. Nachdem das Orchester ein Konzertstück von Torelli wiedergegeben und ber Chor ein schönes Volkslied gesungen hatte, sprach Kreisschulrat Or. Henß über „Das Wesen und Wollen des NS.- Lehrerbundes im neuen <5taa t". In unseren Tagen werde, so führte er u. a. aus, Geschichte gemacht. Für die Zukunft habe der Erzieher große Aufgaben zu erfüllen. Der größte Er- zieher in unserem Volke sei ber Führer unb Dolks- kanzler Aböls Hitler. Erzieher sein heiße: wachsen lassen. Der Samen, Der ausgestreut werbe, gelte bem Wachstum ber Seele. Eine trübe Zeit liege hinter uns. Vor Jahren fei ber Intellektualismus gesät und die Seele dabei verdorben worden. Adolf Hitler habe nun gesät in den Ackerboden der deutschen Seele. Volk unb Gott, bas seien ble zwei großen Richtungspunkle geworben. So wie aber das Samenkorn erst Wurzeln in die Tiefe schicke, um sich zu verankern, so habe sich auch bas Samenkorn, die große Idee des Führers, verankert. Nun werde die Idee wachsen müssen. Immer tiefer habe sich das Samenkorn des Nationalsozialismus in die Seelen gesenkt, um immer neue Kraftquellen zu erschließen. Erziehertätigkeit dürfe in Zukunft nur noch im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung geschehen. Der Nationalsozialismus wisse aus jede Frage des Lebens eine Antwort. Adolf Hitler habe von der Raffe her Geschichte gemacht. Ein Volk, das sich auf feine eigenen Kräfte besinne, werde nicht zu überwinden fein. Rafsebewußtsein und Dolkwerdung erschließen immer neue Kräfte. Der Erzieher habe deshalb auch eine große Verantwortung vor ber Geschichte. Der Erzieher müsse sich darüber klar (ein, daß eine falsche Erziehung das Beste verschütten könne. Es sei deshalb ein einheitlicher Erzieherstand notwendig. Auch aus dem Gebiete ber Erziehung gelte es noch viel Feld umzupflügen. Im NS.-Lehrerbund wolle man, wie überall, organischen Ausbau. Auf dem Feld» der Erziehung dürften aber nur einheitliche Bäume gepflanzt werden, und zwar die Eiche, als das Symbol ber Kraft. Deshalb müßten auch an Stelle ber Heilstätten (bie burchaus kein Zeichen ber Kultur eines Volkes feien) bie Turnhallen unb Sportplätze treten. Rassestolz unb Rasse- dewußtsein müßten außerbem auch schon im Schüler wachgerusen werben. Das müsse auch in ben Lesebüchern berücksichtigt werben. Im Kampf um seine Ehre müsse bas Volk auch wehrhaft fein, benn: „Setzet ihr nicht bas Leben ein, nie wird Euch das Leben gewonnen fein!", sage der Dichter. Der Träger der Neugestaltung des Erzieher- stanbes sei ber NS.-Lehrerdund. Es könne fein Nebeneinanber verschiedener Erzieher- organifationen mehr geben. Eines Tages würden die Ländergrenzen verschwinden und nur noch die Einteilung nach Gauen Geltung haben. Eine einheitliche Regelung ber Lehrerdilbung werbe dann im ganzen Reiche geschaffen werben können. Der N2.-Lehrerbunb werbe ber Träger bfc ErAiehungs» willens fein müssen unb die schöpferischen Anregungen zu geben Haden. Der NS.-Lehrerbund trage bann auch alle Verantwortung. Wiberstände müßten zur Kenntnis genommen werben. Man glaube an die Bewegung des Erzieherstandes, man glaube an die Ewigkeitsdauer des Nationalsozialismus. So wie Berlin immer ber Sitz ber Regierung sei, Mim- chen ber Sitz ber Parteileitung, Nürnberg ber Ort ber Reichsparteitage, so werbe Bayreuth der geistige Mittelpunkt für den Erzieherstand werden. Dort solle das Haus der deutschen Erzieher erbaut werden und es solle zum Denkmal ber Bewegung werden, bas als Zeichen einer großen Zeit für die Zukunft bestehen werde. Im Vertrauen auf den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler werbe man ben großen Ideen zum Siege verhelfen. (Leb- Hafter Beifall!) Nachdem Kreisschulrat Dr. Henß noch ein drei- faches „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler ausgebracht hatte, in das die Derfammlungsteilneh- mer einmütig einstimmten, wurde die Versammlung mit dem Horst-Wessel-Lied geschlossen. Preis: RM 1 Pfund Spaghetti 0,75 K Pfund Gulasch 0,74 1 Pfund Tomaten 0,15 Schweizerkäse zum Reiben 0,20 Salz, Pfeffer. Zwiebeln, Fett 0,15 2,— So, das wären einige Vorschläge, die etwas außerhalb der allgemein bekannten Eintopfgerichte stehen. Ein jeder suche sich aus, was für ihn am geeignet- ften ist. MileBee. Oberbeffen. Landkreis Gießen. X 20 i e f c cf , 22. Sept. Seinen 8 2. Q e b u r t s • t a g begeht morgen em 1uDe,r»e lonS 7-ÄL? ''»en feiÄern lltQfg rf.^geb du di j^'chtllch !> 9rMnmLu6t, d KKr : -__ Rundfunkprogramm 7.15 schlage 14.20: Dienstag, 26. September. Uhr: Frühkonzert. 10.45: Praktische Rat- für die konfirmierte weibliche Jugend. — Mainzlar. 13.30. — Hausen. 10; anschließend hl. Abendmahl. — Garbenteich. 13. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn: Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kin« dergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Draudt. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 23. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 24. September. 16. Sonntag nach Pfingsten. . Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- Denkt an dre ,,Stiftung für Opfer -er Arbeit"! Einzahlungen an Rcichskreditgescllschast Berlin W 8, vehrensstraße 21/22, sowie aus deren Beichs- bankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Konlobezeichnung: „Stiftung für Opfer de«- Arbeit". für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. Jeder hört zu! 15.20: Der Hausfrau zur Erholung. 16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18: Otto Rahn liest aus seinem Buch „Kreuzzug gegen den Gral": „Wie ich die Gralsburg Montsalvat fand". 18.25: „Der Typus mehrere Wochen Beschäftigung finden. Die Arbeiter werden nach dem Tiefbauarbeiter-Tarif — zur Zeit 48 Pfennig pro Stunde — entlohnt und wöchentlich 40 Stunden beschäftigt. Die Gesamt» kosten betragen über 6000 Mark, die Zahl der Tagewerke rund 1400. Die Ausführung der Arbeiten wurde dem Bauunternehmer Braun von hier übertragen; sie werden voraussichtlich schon in der nächsten Woche in Angriff genommen werden. Sonntag, 24. September. 6.15 Uhr: Bon Hamburg: Hafenkonzert. 8.30: Choralblasen. 8.45: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Stunde des Chorgesangs. 10.45 bis 11.15: Der Herbst in der deutschen Dichtung. 10.45: Kassel (nur für Kassel): „Alt-Kasseler Theatergeschichten". Bon Will Scheller. 11.30: Bon Leipzig: Reichssendung: Johann Sebastian Bach: Was Gott tut, das ist wohlgetan. 12: Mittagskonzert. 14.30: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammern. 14.40: Stunde des Landes. 15.30: Stunde der Jugend: „Tempo- Tempo". Singspiel für Kinder. 16.30: Mannheim: Nachmittagskonzert. 17.30: Nachmittagskonzert II auf Schallplatten. 17.50: „Heimatschuß und Heimatpflege im rheinfränkischen Gebiet Südwestdeutschlands", Vortrag von Dr. C. Dönges, Dillenburg. 18.15: Fröhliches Zwischenspiel. 18.45: Sportnachrichten. 19: Bauernspicgel. 19.30: Kassel: „Flucht vor Berlin." Erzählung von Martin Otto Johannes. 20: Großer Bunter Abend. 22.45 bis 24: Tanzmusik. Montag, 25. September. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Deutscher Almanach. 18.10: 3 mal 5 Minuten. 18.25: Lulu von Strauß und Torney-Diederichs spricht über ihr neuestes Buch „Vom Biedermeier zur Bismarckzeit". 19: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Stunde der Nation. Wo ist Deutschland? Von Edwin Erich Dwinger. 20 (Deutschlandsender): Volksmusik. 21: Schauspielhaus Frankfurt a. M.: Ausschnitt aus einer Bühnenprobe zu Schillers „Räuber". 21.30: Kammermusik. 22.45 bis 24: Dresden: Nachtmusik. kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Sonntag, 24. September. 15. Sonntag nach Trinitatis. Stadlkirche. 8 Uhr: Pfr. Mahr; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde; 9.30: Pfarrassistent Dörsam; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrassistent Dörsam. — Johanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 11: Kinderkirche für die Jo- hannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Petruskapelle. 9.45: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer. — Miefeck. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Kinderkirche. — Alien-Bufeck. 14; Pfr. Sattler (Wieseck); Kollekte. — Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. — Albach. 10: Predigtgottesdienst; Kollekte. — Stein- bad). 13: Predigtgottesdienst; Kollekte. — Henckel- heim. 10: Hauptgottesdienst; 11.15: Letzte Katechis- muslehre. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die älteren Verheirateten; 11: Kindergottesdienst. — Kirchberg. 10; 11: Christenlehre Freitag, 29. September. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Nachmittagskonzert. 17.45: „Die neuen Ausgaben der Universität", Vortrag von Pros. Dr. Ernst Krieck. 18.05: „Deutsche Kulturarbeit im Auslande", Vortrag von Ludolf Müller (Frankfurt am Main). 18.40: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Die preußisch-süddeutsche Staatslotterie und ihr neuer Spielplan, Vortrag von Präsident Dr. Schlange. 19: Dom Deutschlandsender: Reichs- sendung: Stunde der Nation. Wilhelm Busch, Hörfolge von Heinz Schwitzte. 20: Sechs Stückchen Augsburger Tafelkonfekt. Von Johannes Günther. Musikalische Bearbeitung von Wolfgang Jacobi. 20.45: In Verbindung mit den Städtischen Bühnen: Max-von-Schillings-Gedächtnisfeier. 22: Zeitdienst. Samstag, 30. September. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: „Bücher der neuen Jugend". Eine kritische Würdigung. 12: Mittagskonzert auf Schallplatten. 13.30 bis 14.30: Vergnüglicher Sängerwettstreit auf Welle Südwestfunk. 14.30: Kleines Wochenend. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18: „Die Grenzen der Rationalisierung", Vortrag von Dr. K. Kühn, Frankfurt a. M. 19: Von Berlin: Reichssendung: Stunde der Nation. Wallenstein. Hörspiel von Wulf Bley. 20.05 bis 24: hier ist die Deutsche Sendergruppe West: Köln—Frankfurt—Stuttgart. des Abenteurers in der deutschen Dichtung", Vortrag von Wilhelm Gottlieb. 18.45: Kurzbericht vom Tag. 19: Von Leipzig: Reichssenduno: Stunde der Nation. Soldatische Balladen. 20 (vom Deutschlandsender): Reichssendung: „Die Seemächte rüsten", Vortrag von Konteradmiral Gadow. In der Vortragsreihe des Reichsbundes für deutsche Sicherheit. 20.10: Schwester Angelica. Oper in einem Akt, Musik von Puccini. 21.10: Gott erhalte...! Eine Hörfolge um Joseph Haydn. Zusammengestellt von Ferdinand Drost und Karl Köstlin. 22.20: Vom Deutschlandsender: Max Schmeling unterhält sich mit Erwin Thoma, dem Schriftleiter des „Deutschen Boxsports". 22.50 bis 24: Von Hamburg: Nachtmusik. Mittwoch, 27. September. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Deutsche Pferdezucht und deutscher Pferdesport. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Kurhaus Wiesbaden: Nachmittagskonzert. Johann Strauß. 18: „Zum Todestag von Hermann Löns" (gefallen 1914 vor Reims). Vortrag von Dr. Pfeiffer. 18.25: Zeitfunk. 19: Reichssendung: Stunde der Nation. Schubert, Schumann, Brahms. 20: Operettenkonzert mit Sketsch-Einlagen. 22: Klaviermusik. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Donnerstag, 28. September. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 9 bis 9.40: Schulfunk: „Festgemauert in der Erden". Beim Glockenguß. Hörfolge aus Gescher. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: „Richard Wagner über sich selbst", Vortrag von Dr. Wolfgang Pfeiffer- Belli (Frankfurt a. M.). 18.25: „Das Land der Nuraghi", Vortrag von Lino Masala. 18.45: Kurzbericht vom Tag. 19: Von Hamburg: Reichssendung: Stunde der Nation. Brahms. 20: Zeitdienst. 20.15: Das Leden spielt auf. Drei Kurz- Funkspiele aus der Wirklichkeit. 21: Konzert. Werke von Ottorino Refpighi. Anschließend: Funkstille. digt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 25. September. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 27. September. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf -Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Sanitätsrat Dr. Schliephake, Dr. W. Klein. Zahnarzt: Jäger. Apotheke: Engelapotheke. 220 Meter lang; 2. Feldweg „im Atzelnest", 240 Mller lang; ? die verlängerte Altgasse westlich der Ortslage, 100 Meter lang. Ferner sollen am „Raumbach", an der Landesgrenze mit Hessen, 1350 lausende Meter Dränage zur Entwässerung von Ackerland hergestellt werden, wenn die beteiligten Grundbesitzer die Kosten für die erforderlichen Rohre tragen. Sämtliche Arbeiten sind von dem Präsidenten des Landesarbeitsamts Hessen als Notstandsarbeiten anerkannt. Es werden etwa 25 Arbeitslose auf für Jnqenievi'e und Werkmeister BAD fRANKÜUUUSQ« (ntw u lltcx« Eintritt frei I 5828 D 05567 Gewerbes zu geben. 5827 I Vaugeuosseuschast 1894 ;u Gietzen e.G.m.b.H. Bilanz für batf Jahr 1932 10731.34 36960.— .. 99159.66 32139.08 151686.— 32719.67 2043017.05 7440.— 2302035.91 Gewinn- und Verlustrechnung JIJC 1537.50 15823.39 95.— 184738.61 Hamann Allendörfer 11700 — 11965.35 1486.59 1638.82 177700.40 4308.50 1090.89 Passiva: Geschäftsguthaben der Mit- 84222.15 748.65 36937.40 3580.— 2034.67 Alten-Buseck Sonntag, 24. Sept. 1933 JUL 7000.— Nachkirmes IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII 2265314,07 2.40 Aktiva: Unbebaute Grundstücke .. Im Eigentum der Genossenschaft verbleibende Häuser: a)vor 1618 erbaute Häuler b) nach 1918 bis 1923 erbaute Häuser e) nach d.l Ian. 1924 erbaute Häuser. . . d) Erwerbshäuser ohne Kaufanwär- terverträge . e) im Bau be- findlicheHäu- NG0. Svtssvupve Gießen Franz Soldan, Kreisleiter. . 7 16 9 Stand am 1.Dezember 1932 795 Genossen Gießen, den 31. Mai 1933. 5841 D Für den Vorstand: Zugang im Jahre 1932. Abgang im Fahre 1932 Mitgliederbewegung Stand am 1. Januar 1932 804 Genossen glieder ....... Rücklagen: Gesetzliche Rück Hyvothekenschulden Schuldverschreibungen ... Von Hausanwärtern geleistete Zahlungen..... Zwischenkredite und kündbare Anleihen........... Spareinlagen Sonstige Schulden Gestundete Straßenkostenbeiträge ................ Gestundeter Geländekauspreis Reingewinn............. läge....... Hufsrücklage.. Erneuerungsrücklage ..... Aufwertungsrücklage ...... Mittwoch, 27.Sevtcmber,nachm.3'/rUbr im „CafS Leib", Gießen, Walltorstratze Große öffentliche Kundgebung des geeinten deutschen GastMten- gewerbes für den KreiS Gießen unter Mitwirkung der SA.-Kavelle, Standarte ll6.- Es spricht Verbandsgauverwalter Koll. Döring,Darmstadt, über: „Die Aufgaben ».Ziele deSAeichs- einheitSverbandes des deutschen Gafistcittengewerbes." Jedem Berufskollegen im Kreise Gießen, auch dem Nichtorganisierten, machen wir es zur Pflicht, an dieser Kundgebung teilzunehmen, um schon durch einen Massenbesuch einen außerordentlichen Beweis der Geschlossenheit und inneren Verbundenheit aller Berufsgruppen unseres Soll: Noch zu zahlende Zinsen für ausgenommene Kapitalien Birnen für aufgenommene Kapitalien Sinsen für Spareinlagen .. teuern und Abgaben .... Verwaltungskosten....... Sonstige Ausgaben Unterhaltungskosten für Wohnhäuser ......... AbschreibungenaufGeschäfts- einrichtungen Abschreibungen auf Wohnhäuser .................. Reingewinn Liebigshöhe Heute ab 8 Uhr abends Konzert mit Tanz 30964 — 8795.85 184738.61 Habe«: Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien . . ............ Miete von Wohnungen.... Noch ausstehende Mieten .. Sonstige Einnahmen...... ser 26211.02 Geschäftseinrichtungen . Eigene Hypotheken undRest- kaufgelder. ............ Bank-u.Svarkassenguthaben Kassenbestand Rückständige Nutzungs- und Mietgebühren........... Es spielt 0SS6 SchlUHCke der geniale Meislersaxophonist mit seinen Solisten lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Saalbau Waldlust 4567.50 2302035.91 «Stadttheaiev Gieften Leitung: Hanns König Mittwoch, den 27. September, 20 Uhr Brmieir Abend der Deutschen Bühne LMv werben mit neuem progvamni! preise aus allen Plänen IC Pfennig Verkauf nur Theaterkasse: ab Montag von9—12und 14—17Uhr Familien-Drucksachen Verlobungsanzelgen bei Vermählungsanzelgen Schulstraße Geburtsanzeigen Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Walter Marx Alice Marx, geb. Abert Gießen, den 23. September 1933 05508 Statt Karten! Studienassessor Or. phil. Karl Äecker und Zrmgard Decker, geb. voller geben ihre Vermählung bekannt Darmstadt Gießen 23. September 1933 5 26 D Zu haben in den Fachgeschäften. .MielewerkeAG.GüterslohlWeslfalen. Größte Spezialfabrik Deutschlands 109698.15 Rabatt. ( 5438D 27054.88 19838.60 9454.38 8795.85 MlIM! MM! Betäubnngsstifte f. Metzger ä St. 3 Mk. 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Das neue Offenbarungseidverfahren. Von Gg. Lind, Rechtsanwalt, Grünberg. Wenn eine Pfändung erfolglos bleibt und der Schuldner angibt, nichts Pfändbares mehr fein Eigen zu nennen, so stellt die Gesetzgebung dem Gläubiger ein Zwangsmittel zur Verfügung: er rann den Schuldner zum Offenbarungseid laden lassen und verlangen, daß derselbe im Termin ein Vermögensverzeichnis oorlegt, und den Offen- barungscid dahin schwört, daß er sein Vermögen so vollständig angegeben habe, als er dazu im Stande sei. Wenn ein Gläubiger zu diesem letzten Ausweg griff und den Schuldner zum Osfenbarungselv laden ließ, so kam manchmal noch ein verborgenes 23er- mögensstück oder Vermögensrecht zum Vorschein, oder es wurde freiwillig eine Zahlung geleistet. In der letzten Zeit haben sich die Osfenbarungseidver- sahren in ungeahntem Ausmaß vermehrt, meist ohne daß die Gläubiger zu ihrem Geld kamen. Durch die Ungunst der Zeit hat der Offenbarungseid durch die häufige Anwendung selbst bei kleinen Beträgen leider längst seine Eigenschaft als moralisches Druckmittel verloren. Mißlich wurde es aber von den Schuldnern empfunden, daß sie in das amtliche Schuldnerverzeichnis, die „schwarze Liste", ausgenommen wurden. Durch Artikel 6 des Gesetzes über weitere Maßnahmen auf dem Gebiet der Zwangsvollstreckung vom 26. Mai 19.33 sind die seitherigen Dorschristen wesentlich zugunsten der Schuldner eingeschränkt worden. Die Verpflichtung zur Leistung des Ossenbarungseides gemäß 8807 ZPO. unterliegt zur Zeit folgenden Beschränkungen: Abwendung der Eidesleistung. Der Schuldner kann die Leistung des Offen- barungseides dadurch abwenden, daß er in dem nach § 900 ZPO. bestimmten Termin eine Versicherung (ohne Eid) abgibt, daß er nach bestem Wissen fein Vermögen so vollständig angegeben habe, als er dazu im Stande sei. Wirkungen der Abgabe der Versicherung. Die Abgabe der Versicherung hat dieselben Wirkungen wie seither die Leistung des Ossenbarungs- eides: Der Schuldner braucht erst nach Ablauf von fünf Jahren sich wiederum dieses Verfahrens zu unterziehen. Die Eintragung in dasSchuld- nerverzeichnis findet jedoch nach der neuen Vorschrift nicht mehr statt, was eine wichtige Aenderung gegenüber dem seitherigen Recht bedeutet. War vor dem Inkrafttreten der neuen Bestimmung gegen einen Schuldner zur Erzwingung der Eidesleistung die S) a f t angeordnet, so ist der Haftbefehl von Amtswegen aufzuheben, wenn der Schuldner der Verpflichtung zur Abgabe der 23er- sicherung nachträglich nachgekommen ist. Wann muß der Offenbarungseid auch jetzt noch geleistet werden? Wenn zur Herbeiführung einer wahrheitsgetreuen Angabe des Vermögens die Eidesleistung notwendig erscheint, so h a t das Gericht die Eidesleistung an- zuordnen. Jedoch bedarf es hier eines besonderen Antrags des Gläubigers. Wird ein derartiger Antrag nicht gestellt, so kann das Gericht von sich a u s die Eidesleistung nicht a n o r b • nen. Die Entscheidung des Gerichts über die An- ordnung der Eidesleistung unterliegt keiner Ansech- tung; ein Rechtsrnitel hiergegen ist also nicht gegeben. Hal ein Schuldner die Verpflichtung zur Abgabe der Versicherung ober zur Leistung bes Offen- darungseibes burch Erhebung eines Wiberfpruchs bestritten unb ist bem Widerspruch ein Erfolg versagt geblieben, so kann ber Schuldner nicht mehr bie Leistung bes Ofsenbarungseibes durch die bloße Abgabe der Versicherung abwenden, sondern m u ß in dem neuen Termin den Offenbarungseid leisten. Hat ein Schuldner die Versicherung abgegeben, und der Gläubiger macht nachträglich Umstände glaubhaft, die die Anordnung der Eidesleistung rechtfertigen könnten, so hat das Gericht zur Entscheidung über diesen Antrag des Gläubigers und eventuell zur Abnahme des Eides neuen Termin anzusetzen. Besonders sei darauf hingewiesen, daß das neue Gesetz zeitlich beschränkt ist: Es gelten die neuen Bestimmungen über das Offenbarungseidverfahren nur bis zum 31. März 1934. Oer Meineid. ______ daß ich nach bestem Wissen die reine Wahrheit sage, nichts verschweige ...“ Wenn man heutzutage die Berichte aus den Verhandlungen der Schwurgerichte lieft, ist man immer wieder betroffen von der Fülle der Meineidsprozesse, die dort verhandelt werden. Und sieht man sich die einzelnen Sachen an, so ist man oft erschüttert darüber, aus welch nichtigem Anlaß ein Meineid geleistet wird und wie oft Menschen um kleinlichen Vorteils willen, oder gar nur aus Gefälligkeit ihr Schicksal aufs Spiel setzen und sich der Gefahr schwerer Bestrafung aussetzen. Nicht immer ist böser Wille der Anlaß, und gar oft muß lediglich Unbedachtsamkeit bitter gebüßt werden. Zeugnispflicht ist Pflicht jedes deutschen Bürgers. Pflicht jedes Zeugen ist es, die Wahrheit zu sagen. Wie soll sonst der Richter in der Lage sein, die Wahrheit, nach der er strebt, zu finden und einen gerechten Spruch zu fällen? Dieser Zeugnispflicht darf sich niemand entziehen, wenn ihm nicht ganz besondere Gründe zur Seite stehen. Wer mit einer Partei ober mit einem Angeklagten verlobt, verheiratet, nahe verwandt oder verschwägert ist, darf sein Zeugnis und den Eid verweigern. Das Gesetz mutet niemandem zu, zu ungunsten so nahe stehender Per- Jonen auszusagen. Ein Zeuge darf weiter die Auskunft über solche Fragen verweigern, deren Beantwortung ihn ober einen feiner Angehörigen in bie Gefahr brächte, strafgerichtlich verfolgt zu werben. Bist Du bir im unklaren barüber, ob du eine Frage beantworten mußt, deren Beantwortung dir ober einem Angehörigen Unehre ober wirtschaftliche Nachteile bringen würde, so erkundige dich bei dem Richter, ob du aussagen mußt. Es gibt Gründe, die dich von der Pflicht zur Antwort auf solche Fragen befreien können. Der Zeuge muß beschwören, daß er nach bestem Wissen die reine Wahrheit gesagt, nichts verschwiegen und nichts hinzugesetzt hat. Was ist nun die „reine Wahrheit"? Was der Zeuge nicht weiß, darüber kann und darf er keine Auskunft geben. Was er nicht sicher weiß, darf er nicht mit Bestimmtheit sagen. Er muß streng unterscheiden zwischen Dingen, die er selbst erlebt hat, und solchen, die er nur vom Hörensagen kennt, und das muß er in seiner Aussage auch zu erkennen geben. Er darf auch nicht als eigene Beobachtung schildern, was er nur aus anderen Umständen schließt. Von einem Zeugen kann natürlich nicht verlangt werden, daß er sich noch genau an Kleinigkeiten, die für ihn unwesentlich waren und vielleicht schon lange zurückliegen, in allen Einzelheiten erinnert. Kommen solche Fragen, dann scheue dich nicht, zu sagen, daß du dich nicht mehr genau erinnerst, wenn du tatsächlich nicht mehr genau Bescheid weißt. Du sollst und kannst nur das sagen, was du im Augenblick der Vernehmung bei sorgfältiger Prüfung deiner Erinnerung noch weißt. Stellt sich yinterher heraus, daß deine Erinnerung falsch war, so kann dir kein Mensch einen Vorwurf machen, wenn du es bei der Vernehmung mit der Prüfung deines Gedächtnisses ?anz genau genommen und etwaige Zweifel zu er- ennen gegeben hast. Du darfst dir aber auch nicht bei unangenehmen Fragen dadurch Helsen wollen, daß du ohne genaue Ueberlegung einfach sagst, du wüßtest nichts mehr. Auch wer bewußt verschweigt, macht sich eines Meineides schuldig. Freundschaft oder Feindschaft, Zuneigung oder Abneigung dürfen dich bei deiner Aussage nicht beeinflussen. Du mußt dich bemühen, ganz sachlich und unparteiisch zu sein. Vermeide cs, wenn du als Zeuge geladen bist, vor deiner 23er- nehmung mit Beteiligten über den Gegenstand dieser Vernehmung zu sprechen. Bedenke: Wer wissentlich einen falschen E i d leistet, muß mit Zuchthaus nicht unter einem Jahr bestraft werden. Aber auch dem, der fahrlässig, d. h. unter Außerachtlassung der erford-rlichen Sorgfalt, falsch schwört, droht Gefängnisstrafe. Der Freund, der dir auf deinem Wege zur Vernehmung als Zeuge zuruft: „Sag nichts!", macht sich, selbst wenn du nicht auf ihn hörst, der erfolglosen Anstiftung zum Meineid schuldig und muß mit Zuchthaus nicht unter einem Jahre bestraft werden. Man soll nicht denken, es komme doch nicht heraus. Ein unbedachtes Wort unter dem Einfluß des Alkohols, Mißgunst eines früheren „guten Freundes" bringen oft Dinge ans Licht, die man für ewig begraben wähnte. Also! Nimm's recht genau mit deiner Zeugenpflicht und sage nur so aus, wie du es mit gutem Gewissen verantworten kannst. Damit tust du der Allgemeinheit und auch dir selbst den besten Dienst. Wer ernstlich verhindert ist, einer Ladung als Zeuge Folge zu leisten, teile das dem Gericht rechtzeitig mit. Denn wer ohne genügende Entschuldigung ausbleibt, kann mit Geldstrafe oder Haft bestraft werden. T. Aachsorschungspflichi des Säufers beim Erwerb hochwertiger Gegenstände aus privaihaub. Von Gerichisreserendar Wilhelm Hahn. Die Geschäftsleute können heute im allgemeinen infolge der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse und Der damit verbundenen Geldknappheit Gegenstände von höherem Wert, wie Klaviere, Autos, Zimmereinrichtungen u. dgl., nur dann verkaufen, wenn sie Teilzahlungen gewähren. Da aber der Käufer schon bei der Anzahlung den Gegenstand übergeben haben will, versucht sich der Verkäufer dadurch vor Schaden zu bewahren, daß er sich bis zur vollständigen Zahlung des Kaufpreises das Eigentum an dem verlausten Gegenstand vorbehält. Wenn daher jemand aus Privathand wertvolle Gegenstände erwirbt, so hat er eine sorgfältige Nachforschung über das Eigentum an der Sache, die er kaufen will, anzustellen. Andernfalls handelt er grob fahrlässig und kann kein gültiges Eigentum erwerben, wenn der Gegenstand mit einem Eigentumsvorbehalt belastet war. Nach der Rechtsprechung der oberen Gerichte besteht nämlich eine tatsächliche Vermutung dafür, daß die in Privathand befindlichen Sachen auf Anzahlung gekauft sind und unter Eigentumsoorbehalt stehen. Unter diesen Umständen gehört es zu der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt, nicht nur in besonders verdächtigen Fällen, sondern sich allgemein zu vergewissern, ob der Besitzer auch schon Eigentümer ist, denn mit der Möglichkeit, daß dies nicht der Fall ist, muß jeder rechnen. Der Nachforschungspflicht des Käufers ist nicht Genüge getan, den Verkäufer zu fragen, ob er Eigentümer ist. Auch darf man sich nicht auf eidesstattliche Versicherungen des Verkäufers verlassen, zumal nur die, die einer Behörde oder einem Gericht abgegeben werden, unter strafrechtlichem Schutze stehen. Es ist vielmehr erforderlich, daß sich der Käufer den Kaufvertrag und die Quittung vorlegen läßt, ober sich bei der Lieferfirma erkundigt. Zur Veranschaulichung des Vorgetragenen sei ein Fall angeführt, der in der Juristischen Wochenschrift 32/63 veröffentlicht ist. Dort hatte jemand hochwertige Möbel aus Privathand gekauft. Auf Schadensersatz verklagt (er hatte sie inzwischen weiteroeräußert), macht er geltend, er habe gutgläubig Eigentum erworben. Zur Begründung führt er an, er habe keine Bedenken gehabt, daß die Verkäufer, die Eheleute P., Eigentümer gewesen seien, weil sie ihm durch gute Bekannte empfohlen worden seien. Er habe bei den Verkäufern eine sehr ordentliche Wohnung vorgefunden. Der Ehemann P. habe ihm auch plausible Angaben über den Grund des Verkaufs gemacht. Außerdem habe er nicht erkennen können, daß es sich um fast neue Möbel gehandelt habe und schließlich habe er einen durchaus angemessenen Kaufpreis bezahlt. Das Kammergericht gab jedoch der Klage statt und warf dem Beklagten vor, daß er bei dem Kauf grobfahrlässig gehandelt habe. Auch bei einer Schlaf- zimmereinrichtung, die einen hochwertigen Gegenstand darstellte, und nicht nur bei ausgesprochenen Luxusgegenständen, wie Klavieren und Autos, sei derjenige, der solche Sachen aus Privathand er- werbe, verpflichtet, genaue Nachforschungen über die Eigentumslage anzustellen. Der Beklagte habe sich nicht auf Empfehlungen seiner guten Bekannten verlassen dürfen. Auch nicht darauf, daß er eine gut eingerichtete Wohnung vorgefunden habe. Ebenso sei die Höhe des Kaufpreises unerheblich, denn selbst wenn er zu hoch gewesen sei, habe daraus nur geschlossen werden können, daß er an das Eigentum der Eheleute P. geglaubt habe. Daraus sei aber nicht zu entnehmen, daß sein Irrtum nicht auf grober Fahrlässigkeit beruhe. Um Eigentum erwerben zu können, habe der Käufer bei der Lieferfirma Erkundigungen einziehen, ober sich den Kaufvertrag zeigen lassen müssen. Wie errichte ich ein Testament? Von Landgerichtsrat Or. Thier. Ehe wir uns die in der Ueberschrift gestellte Frage beantworten, wollen wir uns erst einmal überlegen, ob und wann es überhaupt nützlich ist, ein Testament zu errichten. Jeder, der kein Testament hinterläßt, wird ja doch nach den Regeln der sog. gesetzlichen Erbfolge, die im Bürgerlichen Gesetzbuch festgesetzt sind, beerbt. Danach erben Kinder des Erblassers zu gleichen Teilen, Abkömmlinge eines vorher verstorbenen »Kindes teilen sich in dessen Erbteil. Eltern erben neben Kindern oder deren Abkömmlingen nichts. Sind keine Kinder und Abkömmlinge von Kindern vorhanden, so erben <)ie Eltern je ’/i. An Stelle eines weggefallenen Elternteils tritt beim Fehlen von Abkömmlingen der überlebende Elternteil, sonst diese Abkömmlinge, d. h. also die Geschwister des Erblassers usw. Der Ehegatte erbt neben Kindern und teren Abkömmlingen */«, neben Eltern und deren Abkömmlingen und neben Großeltern V$. Alle entfernteren Verwandten schließt er aus. Zum Beispiel: ein Ehegatte erbt neben zwei Kindern >/«, jedes dieser Kinder die Hälfte von ’/< gleich ’/s. Bei kinderloser Ehe erbt der Ehegatte */z, Pater und Mutter des Erblassers je V«. Soll es bei dieser im Gesetz getroffenen Regelung bleiben, so ist ein Testament unnötig, wenn man nicht jemanden, der nicht Erbe ist, aus irgendwelchen Gründen einen bestimmten Gegenstand oder eine bestimmte Summe zuwenden, „vermachen" will. Auch das muß durch Testament geschehen, das bann nur diese besondere Bestimmung, dieses „Vermächtnis", zu enthalten braucht. Wenn aber insbesondere Unverheiratete anderen ihnen nahestehenden Personen ihr Vermögen zuwenden wollen, ober wenn finberlos Verheiratete bem überlebenben Ehegatten alles zuwenben unb sonstige Derwanbte ausschließen wollen, bann ist bas nur burch ein Testament möglich. Sehr oft kommt es auch vor, baß Ehegatten ihr Vermögen Zusammenhalten möchten, solange noch eines von ihnen lebt, unb bann erst bie Kinber erben lassen wollen. Auch bas läßt sich burch Testament erreichen. Unb in bäuerlichen Kreisen wirb man oft ben angestammten Besitz Zusammenhalten unb auf einen Erben übertragen, anbere Berechtigte aber abfinden wollen. Auch das muß durch Testament geschehen, solange nicht altes deutsche Anerbenrecht wieder Geltung bekommt, das die freie Teilbarkeit ländlichen Grundbesitzes beseitigt. Wie wird nun ein solches Testament errichtet? Handelt es sich um schwierigere Fragen — und die treten beim Bauern, der mehrere Kinder hat, in der Regel auf, z. B. Begründung von Auszugs- und Altenteilsrechten für den überlebenden Ehegatten, Abfindung der Kinder, die nicht den Hof erben, Einsetzung einer Nacherbschaft usw. — so muß dringend empfohlen werden, ein Testament vor dem Richter oder Notar zu errichten. Diese Form des Testaments braucht nicht näher beschrieben zu werden. Denn Richter und Notar werden auf die Einhaltung der nötigen Form achten. Bestehen jedoch keine Schwierigkeiten, die fachmännischen Rat nötig machen, so genügt als Testament jede vom Erblasser unter Angabe des Ortes und Tages eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung. Eine solche Erklärung muß also vomerstenbiszum letzten Buchstaben vom Erblasser eigenhändig geschrieben sein. Schreibmaschine ist unzulässig, unzulässig ist auch die Verwendung eines Briefbogens, auf dem der Ort (München, den ...) vorgedruckt ist. Datum und Ort müssen stimmen. Summen sollen in Buchstaben geschrieben, bedachte Personen mit vollem Namen und Adresse genau angegeben werden, um Streitigkeiten zu verhindern. Es genügt also z. B. völlig: Ulm, den 16. Mai 1933. Ich setze meine Ehefrau Anna Müller, geb. Richter zur alleinigen Erbin meines Nachlasses ein. Fritz Ernst Müller, oder (Vermächtnis): Köln, den 2. Februar 1933. Ich vermache meinem Freunde, dem Kaufmann Wilhelm Schneider in Sonn, Rhein- straße 4, meine goldene Taschenuhr. Fritz Fritsche. Ein solches Testament bleibt wirksam, auch wenn es daheim im Schreibtischkasten aufbewahrt wird. Sicherer ist natürlich, wenn man es bei Gericht in Verwahrung gibt Jedes Testament kann durch Vernichten ober Errichtung eines späteren Testamentes außer Kraft gesetzt werden. Eine häufige Form des Testaments sei noch besonders erwähnt, das gemeinschaftliche Testament, das nur Ehegatten errichten können. Es genügt dann, wenn einer der beiden Ehegatten unter Wahrung der oben beschriebenen Formen den gemeinsamen letzten Willen niederschreibt und der andere Ehegatte die unter Angabe von Ort und Tag eigenhändig ge - und unterschriebene Erklärung darunterfetzt, daß dieses Testament auch als sein Testament gelten solle. Besonders häufig wird es angewandt, wenn der überlebende Ehegatte zunächst den gesamten Nachlaß behalten soll und erst nach dessen Tode die Kinder erben sollen. Ein solches Testament würde wie folgt aussehen: Stuttgart, den 5.6. 1933. Wir, die Eheleute Fritz Winter und Anna, geb. Richter, setzen uns gegenseitig als Erben ein. Nach dem Tode des Ueberlebenben soll der beiderseitige Nachlaß an unsere Kinder zu gleichen Teilen fallen. Wer aus dem Nachlaß des zuerst Versterbenden'den Pflichtteil verlangt, sott auch aus dem Nachlaß des Ueberlebenben nur den Pflichtteil erhalten. Fritz Winter. Unter diese vom Ehemann in allen Teilen eigenhändig geschriebene Erklärung hat die Ehefrau eigenhändig zu schreiben: Stuttgart, den 5. 6.1933. Das vorstehendeTestament sott auch als mein Testament gellen. Anna Winter, geb. Richter. Landwirtschaftlicher Dollstreckungsschutz beiGegcnständenunterCigcntumsvorbehalt Die Notlage der Landwirtschaft bringt es mit sich, daß in vielen Fällen, vielleicht sogar in den meisten, die Lieferung von landwirtschaftlichen Geräten heute auf Kredit und unter Eigentumsoorbehalt bis zur völligen Bezahlung des Kaufpreises erfolgt. So berechtigt der landwirtschaftliche Vollstreckungs- fchutz vom Standpunkt der schwerbedrängten deutschen Landwirtschaft erscheint, so darf man aber auch anderseits die Gefahr nicht verkennen, die darin liegt, daß ein weitgehender Vollstreckungsschutz die Kreditgewährung an Landwirte bei Ankauf von landwirtschaftlichen Geräten, und insbesondere Maschinen, nicht unerheblich erschweren muß, wenn der Lieferant bei Lieferung auf Kredit damit red)- nen muß, daß er unter Umständen bei Nichtzahlung des Kaufpreises auf dem gewöhnlichen Zwangsvollstreckungswege nicht zur Befriedigung feiner Forderung kommen kann. Die Zwangsversteigerung des landwirtschaftlichen Anwesens führt heute in den seltensten Fällen zum Ziel, da fast stets die einstweilige Einstellung des Zwangsver- steigerungsverfahrens auf Grund der Notverordnung über den landwirtschaftlichen Vollstreckungsschutz vom 14. Februar 1933 Platz greift. Auch Die Mobiliarzwangsvollstreckung führt in den meisten Fällen nicht zu einer Befriedigung des Gläubigers, da in vielen Fällen der landwirtschaftliche Schuldner den Einwand des Notbedarfs gemäß § 811 Ziffer 3 und 4 der Zivilprozeßordnung geltend machen kann, wenn landwirtschaftliches Inventar gepfändet wird. Selbst wenn der Gläubiger die unter Eigentumsvorbehatt gelieferten Geräte, die noch in feinem Eigentum stehen, pfänden läßt, so wird dem Schuldner der Einwand des Notbedarfs nicht abgeschnitten, da der § 811 der Zivilprozeßordnung auch bei nicht im Eigentum des Schuldners stehenden Gegenständen Anwendung findet. Ein weiteres Hindernis, durch Pfändung des landwirtschaftlichen Inventars eine Befriedigung des Gläubigers herbeizuführen, bildet die geraoe in den letzten Jahren erweiterte Auslegung des Rechtsbegriffs „Zubehör". Bei der Schwierigkeit, nach dem bisherigen Recht auf dem Wege der Pfändung des landwirtschaftlichen Inventars zu einer Befriedigung zu kommen, ist von Bedeutung ein Urteil des Landgerichts Augsburg vom 13. Dezember 1932 (Juristische Wochenschrift, 62. Jahrgang, Heft 31, Seite 1707), das dem Verkäufer das Recht einräumt, bei Nichtzahlung des Kaufpreises die Herausgabe der unter Eigentumsoorbehalt gelieferten Diehstücke zu verlangen, ohne vom Vertrag zurücktreten zu müssen. Dieses Urteil ist von erheblicher praktischer Bedeutung. Auch das landwirtschaftliche Notrecht trägt dieser Rechtsprechung Rechnung. In § 15 der Durchführungsverordnung vom 17. November 1931 ist deshalb ausdrücklich bestimmt, daß Zwangsvollstreckungen zur Erwirkung der Herausgabe von Sachen, deren Eigentum sich der Gläubiger bis zur völligen Bezahlung des Gegenwerts Vorbehalten hat, auch nach Eröffnung des Sicherungsverfahrens der landwirtschaftlichen Umschuldung im D ft e n zulässig sind. Während für das 0 sthilfeversah r e n das Recht des Gläubigers auf Zurücknahme der unter Eigentumsoorbehalt gelieferten Gegenstände ausdrücklich vorbehalten ist, fehlt es für den landwirtschaftlichen Vollstreckungsschutz und das Vermittlungsverfahren an einer besonderen Bestimmung. Da aber der § 1 Ziffer 2 der Verordnung über den landwirtschaftlichen Dollstreckungsschutz vom 14. Februar 1933 und die auf Grund dieser Bestimmungen erlassenen Ausführungsbestimmungen lediglich die Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen in bewegliche Sachen für unzulässig erklären, so muß daraus geschlossen werden, daß die Zwangsvollstreckung zur Erwirkung der Herausgabe von Sachen nach wie vor zulässig ist. Die gleiche Rechtslage ist für das Dermittlungsoerfah- ren gegeben. (Val. Mayer, Juristische Wochenschrift, 62. Jahraang, Heft 31, Seite 1707.) Diese Auffassung ist auch neuerdings von der Rechtsprechung bestätigt worden (ogl. UrteU bes Oberlandesgerichts Kiel in der Juristischen Wochenschrift a. a. 0., Seite 1735). Das Oberlandesgericht Kiel hat den Grundsatz aufgestellt, daß ein Vollstreckungsschutz nur wegen Keldforderungen gegeben ist, nicht aber gegen Urteile, die auf Herausgabe von unter Eigentumsoorbehalt gelieferten Sachen gehen. Genau so wie bei den zur Sicherheit übereigneten Sachen muß der Schuldner auch bei unter Eigentumsoorbehalt gekauften Gegenständen mit einer Herausgabepflicht an den Gläubiger rechnen. Vollstreckungen zur Erwirkung der Herausaabe nicht nur von Zubehör der dem Betriebe dienenden Grundstücke grundsätzlich unzulässig, sondern auch von Sachen, deren Eigentum sich der Gläubiger bis zur völligen Zahlung des Gegenwertes vorbehalten hat, insoweit die Sache zur Fortführung des Betriebes unentbehrlich ist. Allerdings wird dem Bor- behaltsgläubiger, der durch diese Bestimmunaen in seinen Rechten erheblich beschränkt ist, ein Aequi- valent dadurch gegeben, daß nach § 30, Absatz 1, Nr. 1, des Gesetzes eine Kapitalkürzung bei Llefe« rungen, die nachweislich für den Betrieb nach dem 30. Juni 1931 bewirkt wurden, unzuläfsi^ist. wenn er seiner Zahlungspflicht nicht nachkommt. Es liegt im Interesse unserer Landwirte, sich diesen wichtigen Rechtsorundsatz beim Ankauf von landwirtschaftlichen Geräten auf Kredit immer vor Lugen zu halten. m ... r Das Bestreben der Gesetzgebung, den Verkäufer mit Vorbehalt in seiner Rechtsstellung Gegenüber dem landwirtschaftlichen Schuldner möglichst wenig zu beeinträchtigen, hat durch das Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 neuerdings eine Einschränkung zugunsten des Schuldners erfahren. Hat die Entschuldungsstelle Die Ermächtigung zum Abschluß eines Zwangsvergleichs erhalten, so sind nach § 26 Absatz la und Absatz 2 dieses Gesetzes Zwangs- Wirtfthast. Weitere Fortschritte im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Die Pressestelle des L a n d e s a r b e i t s a m t s Hessen teilt mit: In der ersten Septemberhalfte hat die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen um weitere 3 00 0 ab ge- n o m m e n. Seit dem Höchststand von Mitte Januar ist die Zahl der Arbeitslosen um rund 88 100 oder 26,4 o. H. z u r u ck g e g a n g e n , während im Vorjahr die Abnahme vom wmter- liehen Höchststand (Februar 1932) bis zum 15. September nur rund 44 400 oder 12,8 v. H. betragen hat. Insgesamt wurden Mitte September 245161 Arbeitslose gezählt, davon waren 44 872 oder 18,3 o.H. Frauen-. Die Zahl der Hauptunter- stützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge zusammen ging in der ersten Septemberhälfte um rund 2500 auf 79 800 zuruck. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen ist im August um 7429 auf 106 717 gesunken. Bei Notstandsarbeiten wurden Ende August 9269 Unterstützungsempfänger aus der Arbeitslosenversicherung, Krisenfürsorge und öffentlichen Fürsorge be- schäftigt, das sind 842 mehr als Ende Juli 1933. Oer Krastmagenmarkt im August. Der Kraftwagenabsatz blieb im August, laut Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung, sehr lebhaft. Gegenüber dem saison- mäßig höchsten Stand im Juni ist der Absatz fabrikneuer Wagen erst um etwa 12 v. H. zurückgeaan- gen, während im gleichen Zeitraum des Vorjahres der Rückgang etwa 26 v. H. und in 1931 sogar mehr als 45 v. H. betrug. Im Lastkraftwagenge- schäft, das im Herbst regelmäßig relativ lebhafter ist, als das Personenwaaengeschäft, betrug der Rückgang von Juni bis August 5 o. H. gegen etwa 15 v. H. im Vorjahre und 37 v. H. in 1931. Der Absatz fabrikneuer Personenkraftwagen liegt mit arbeitstäglich rund 336 Einheiten um 29 o. H. über dem August des Jahres 1930 und um 140 o. H. über dem August des Vorjahres. Der Lastkraftwagenabsatz hat mit arbeitstäglich 43,4 Einheiten erstmalig den Stand des Jahres 1931 überschritten. Aufgrund des Absatzes in den ersten acht Monaten läßt sich der voraussichtliche Gesamtabsatz der Saison 1933 bereits einigermaßen über- sehen. In den Monaten Januar bis August wurden 54 243 fabrikneue Personenkraftwagen zugelassen, gegenüber 28 785 in 1932, 45 250 in 1931 und 64 698 in 1930. Nimmt man an, daß der Absatz in den Monaten September bis Dezember ähnlich günstig wie in den letzten drei Monaten sein wird, so werden im Laufe des Jahres wohl noch 13 500 bis 14 000 Personenkraftwagen abge- setzt werden können. Damit würde die Gesamtzulassung fabrikneuer Personenwagen im laufenden Jahre wieder etwa ebenso hoch werden, wie in 1930, wo sie 81 997 betrug, während sie in 1931 auf 56 039 und 1932 auf 41118 zurückging. Im Lastkraftwagengeschäft kann erwartet werden, daß das Jahresergebnis den Stand von 1931 wieder erreichen wird. Man schätzt die Gesamtzulassung auf etwa 11200, gegen 12 737 in 1931. In 1930 wurden 16 076 fabrikneue Lastkraftwagen, 1932 nur 7030 zugelassen. Wochenbericht vom Frankfurter Vroduktenmarkt. Das Angebot an Brotgetreide ließ in der vergangenen Woche weiter nach, anderseits hielt sich auch die Nachfrage in engen Grenzen, so daß der Bedarf stets mit Leichtigkeit gedeckt werden konnte. Die Preise konnten sich weiterhin nicht unbeträchtlich heben. Roggen war in dieser Woche mehr begehrt als Weizen. Das Mehlgeschäft in Roggen war weit besser, als das für Weizenmehl, daneben belebte der bessere Nutzen, den die Kleie den Müllern brachte, die Körnernachfrage der Mühlen. Die Preise für Weizen und Roggen waren um je 2,50 Mark per Tonne auf 192,50 bzw. 157,50 Mark erhöht. Der Braugerstenmarkt stand unter dem Einfluß der eingeleiteten Stützungsaktion, wodurch die Stimmung etwas freundlicher wurde. Das Angebot ist eher knapper geworden, der Preis zog um 2,50 Mark auf 180 bis 182,50 Mk. per Tonne an. Nachfrage zeigte sich für feinste Ausstichqualitäten. Der F u 11 e r m i 11 e l m a r 11 lag ausgesprochen fest. Das Angebot in Kleie und Nachmehlen, aber auch in ölhaltigen Kuchen und zuckerhaltigen Futtermitteln ist recht knapp. Infolge einiger Nachfrage zur Herbst- und Winterlieferung waren die Preise befestigt. Futtergerste zog auf 160 Mk. per Tonne an. Mehr Nachfrage zeigte sich für Hafer, der um 4,50 Mk. auf 135 bis 137,50 Mark per Tonne anstieg, zumal das Angebot auch hier klein blieb. Weizenkleie stieg um 40 Pfennig auf 8,75 bis 8,80 Roggenkleie um 50 Pf. auf 8,25 bis 8,50 Mk. je 100 Kilo. Sojaschrot war zu 8,25 bis 8,75 Mk. ziemlich unverändert, ebenso Erdnußkuchen mit 10, während Palmkuchen um 25 Pfennig auf 8,85 Mark anzog. Treber lag mit 14,50 bis 14,60 Mk. 10 Pf. höher. Die Mehlpreise waren für Weizenmehl 25 Pfennig und für Roggenmehl 50 Pfennig teurer. Weizenmehl Svez. 0 mit Auslandweizen 28 bis 29, dasselbe ohne Auslandweizen 26,50 bis 27,50; Roggenmehl 0- bis Mprozentige Ausmahlung, 22,50 bis 23, dasselbe südd. Spez. 0 23 Mark je 100 Kilo. Kartoffel lagen fest und auch die Nachfrage gestaltete sich besser. Industrie hiesiger Gegend kosteten 1,90 Mark per 50 Kilo bei Waggonbezug. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt. Der Preisanstieg am Schlachtoiehrnarkt setzte sich auch in der abgelaufenen Woche fort, wenn auch das Tempo der Aufwärtsbewegung wesentlich langsamer geworden ist. In dieser Woche war der Zutrieb auf allen Marktgebieten kleiner, lediglich Schweine waren mit 4875 noch um 6 Stück stärker. Zwar ergaben sich anfangs der Woche, im Einklana mit den Erhöhungen an anderen Plätzen des Reiches, Steigerungen bis au 5 Mark, die später nicht voll behauptet blieben, doch konnte sich gegenüber der Vorwoche eine Besserung um 2 Mark erhalten. Das Geschäft war mittelmäßig bis schleppend, so daß etwas Uederstand verblieb. Fettschweine waren weiter stark gesucht und wurden über Notiz bezahlt. Leichte Ware war fast unverkäuflich. Rinder waren mit 1504 um 250 Stück geringer am Markt; nach ruhigem Handel und bei um 1 Mark anzieheiHen Preisen verblieb geringer Ueberstand. Auch Kälber setzten ihre Steigerung um 2 bis 4 Mark fort, wobei die verminderte Beschickung (1027 gegen 1279) zustatten kam. Das Geschäft war mittelmäßig bis ruhig. Am Schafmarkt konnte der vorwöchgige Preis- rückgang wieder aufgeholt werden, zumal die Zufuhr mit 228 um 236 Stück kleiner war. Der Han- del war gleichfalls mittel bis ruhig, wobei aber der Markt ebenso wie für Kälber geräumt wurde. Frankfurter Börse. Renken fest, Aktien schwach. Frankfurt a. M., 22. Sept. Die heutige Mittagsbörse erfuhr eine Fortsetzung der Kurssteigerungen am Rentenmarkt. Das Publikum hatte vorwiegend für diese Werte Kauforders gegeben, während der Aktienmarkt stark vernachlässigt und überwiegend schwach war, zumal Tauschoperationen von Aktien gegen Renten oorgenommen wurden. Die Wirtschaftsmaßnahmen der Regierung wirkten nach, daneben fanden die Ausführungen Dr. Schachts über die geplante Reichsbankpolitik, die vor allem auch eine bessere Pflege des festverzinslichen Marktes in Aussicht stellte, starke Beachtung. Die weitere Verminderung der Arbeitslosenziffer bot der rückläufigen Bewegung am Aktienmarkt kaum eine Stütze, während die schwache Haltung der gestrigen Auslandbörsen die Abwärtsbewegung eher noch forcierte. Außer Akkumulatoren (plus 1,5 v. H.) und Bekula (plus 1 v. H.) ergaben sich durchschnittliche Einbußen von 1 bis 2 v. H., bei den kleinen Werten von 0,25 bis 0,75 v. H. Schwach lagen vor allem Schuckert (minus 5 o. H.), ferner Buderus, Rheinstahl, Harpener, Mannesmann, Licht & Kraft, Siemens und Bem- berg mit Verlusten um bis zu 3 v. H. IG.-Farben eröffneten mit 116,13 v. H. um 1,40 v. H. niedriger und gaben später auf 115,50 v. H. nach. Im Verlaufe überwogen bei anhaltender Ge- schäftsstille weitere Rückgänge von etwa 0,50 bis 1 v. H., Deutsche Erdöl verloren 2,5 v. H., JG.- Farben schlossen mit 114,75 v. H. Dagegen konnten sich Cernent Heidelberg um 1,5 v. H. auf 71 v. H. befestigen. Bekula gaben 0,75 v. H. ihres Anfangsgewinnes nach, Schuckert waren um Bruchteile v. H., Licht & Kraft 1 v. H. erholt. Am Kassamarkt herrschte Geschäftsstille, fester waren Pfälzer Hypotheken- Bank mit plus 3 v. H. Das Hauptgeschäft wickelte sich am Renten- rn a r k t ab. Es eröffneten besonders wieder Reichs- schuldbuchforderungen mit plus 2 v. H., die Altbesitzanleihe mit plus 1,25 fest, während Neubesitz vernachlässigt, jedoch behauptet lagen. Stahloereinbonds gaben 0,75 v. H. nach. Sehr stark gesucht waren wieder Kornmunal-Obligationen und Stadtanleihen, bei denen ohne Berücksichtigung der schon gestern abend eingetretenen Erhöhungen um 1,5 bis 2,5 v. H. neue Steigerungen von 2 bis 3,5 v. H. zu verzeichnen waren, wobei vielfach nur beschränkte Zuteilung oder mangels Angebot gestrichen, Geldnotiz erfolgte. Auch Gold- und Liquidationsbriefe waren fest und bis zu 1,5 v. H. höher. Mittlere Staatsanleihen lagen zwar ruhiger, doch zogen Hessen von 1928 und 1929 nochmals je 1,5 v. H. an. Reichs- anleihen blieben gehalten, dagegen konnte sich die 5,5prozentige Poung-Anleihe von 82,5 auf 85,40 v. H. befestigen. Altbesitzanleihe und Reichsschuldbuchforderungen waren bis zum Schluß der Börse fest und nochmals 0,25 bzw. 0,40 v. H. höher, ferner konnten sich Neubesitz um 15 Pf. auf 10,30 M^ erhöhen. Auslandrenten lagen still, wobei Schweizerische Bundesbahnanleihen aber niedriger waren. Tagesgeld blieb zum Satz von 3,5 v. H. unverändert. Abendbörse: Renten fest, Aktien beruhigt. Die Abendbörse blieb weiter für die festver - zinslichen Werte fest gestimmt, während der Aktienmarkt zwar vernachlässigt, aber doch in gewisser Hinsicht etwas beruhigt war. Die Berliner Schlußkurse blieben meist gehalten, doch kamen hier nur sehr wenig Kurse zur Notiz. Am Rentenmarkt vermochte sich infolge des herrschenden Materialmangels kein allzu großes Geschäft zu entwickeln. Von deutschen Anleihen eröffneten Altbesitz 60 Pf. und Neubesitz 25 Pf. fester. Späte Reichsschuldbuchbücher zogen erneut um 1 o. H. auf 82,50 o. H. an. Kommunale Anleihen sowie Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen erneut 1 bis 2 bzw. 0,50 bis 1,50 v. H. fester. Im Freiverkehr gingen Städtealtbesitz mit 65 nach heute mittag 63,50 um. Neubesitz 10,40 bis 10,45, Altbesitz 80, Schutzgebiete 7,20, Reichsbank 138, Gel- senkirchen 46,50, Bekula 110, JG.-Farben 115, Holzmann 53, Siemens 139,75; 6 v. H. Skadt Mainz von 28 64, 6 v. H. Stadt Köln 66, 6 v. Frankfurter Hyp.-Bk.°Gold-R. 13—15 82, 6 v. H. do. Gold-Komm.-R. II 71,25, 6 v. H. Rhein. Hyp.-Bk.- Gold-R. 18—25 85, 5Vr v. H. do. Liquidation 87,25, 6 o. H. Hessen Dolksstaat von 29 81. Ser Rückgang der Aahrungsmiiteleinsuhr. Von unferm volkswirtschaftlichen Mitarbeiter. Jedes Volk muß bestrebt sein, seine E r n ä h - r u ng von der Zufuhr ausländischer Nahrungsmittel möglich st unabhängig zu machen. Deutschland hat im Kriege $ur Genüge erfahren, was es bedeutet, wenn die inländische Nahrungs- mittelerxeugung nicht ausreicht, um dem Volke diejenige Ernährungsgrundlage zu gewährleisten, an die es im Frieden gewöhnt war. Heute ist für Deutschland noch ein anderer Grund vorhanden, seine Nahrungsmitteleinfuhr möglichst einzuschränken. Deutschland muß Rohstoffe einführen und Industrielle Fertigerzeugnisse ausführen. Mit dem Devisenerlös der Fertigwarenexporte bezahlt es die Einfuhr der unentbehrlichen Rohstofte. Wenn es außerdem noch zu große Mengen von Rah- rungsmitteln einzuführen sich gewöhnt, so muh es die Fertigwarenausfuhr steigern, um mit den Devifenerlöfen auch noch die Rahrungsmittet- importe finanzieren zu können. Aber auch zum Transfer feiner Auslandsschulden und der für diese an das Ausland zu zahlenden Zinsen braucht Deutschland Devisen. Es ist leider unmöglich, die deutsche Warenausfuhr so hoch zu halten, um aus ihren Erlösen diesen vielseitigen Bedarf an Auslandsdevisen decken zu können. Das Ausland sperrt sich gegen die Einfuhr deutscher Waren ohnehin in weit stärkerem Maße, als es mit der wirtschaftlichen Vernunft und mit der hohen deutschen Auslandsverschuldung vereinbar ist. Hohe deutsche Nahrungsmitteleinfuhren sind daher nur möglich auf Kosten der Rohstoffversorgung der deutschen Industrie, oder aber auf Kosten des Transfers der deutschen Auslandsverpflichtungen. Wenn sich das deutsche Volk dagegen, wie es der Nationalsozialismus bekanntlich erstrebt, von der Auslandsversckuldung nach und nach freimachen will, so kann es das nur durch fortschreitende Verminderung der ausländischen Nahrungsmittelzufuhr. Man darf es daher als Zeichen einer erfreulichen Entwicklung ansehen, daß unsere Einfuhr von Rahrungs- und Genußmitteln im ersten halb- fahr 1933 wieder in beträchtlichem Maße zurück- gegangen Ist. Die Einfuhr ausländischer G e n u ß m i t t e l ist natürlich noch stärker zu bekämpfen, als die unentbehrlichen Nahrungsmittel. Denn die Genußmittel dienen vorwiegend dem Luxusbedarf der bemittelteren Volksschichten. Hier kann man noch weit eher eine Verbrauchseinschränkung verlangen, als bezüglich des Konsums von Nahrungsmitteln, die in Deutschland noch ober noch nicht in genügenden Mengen erzeugt und die zur Ergänzung der Ernährung der Minderbemittelten meist wegen ihrer Billigkeit schwerer entbehrt werden können. Insgesamt hat Deutschland im ersten Halbjahr 1933 noch für rund 826 Millionen Mark Nahrungs- und Genußmittel eingeführt. In dieser Zahl sind die Vieh- und Futtermittelimporte einbegriffen. Gegenüber dem ersten Halbjahr 1932 bedeutet das einen Rückgang um 20,9 Prozent. Das Statistische Reichsamt stellt fest, daß die Sehens« Mitteleinfuhr bereits im Jahre 1931 um 34,2 Prozent und im Jahre 1932 wiederum um 29,8 Prozent gesunken ist. Der neuerliche Rückgang im Jahre 1933 um 20,9 Prozent beweist also, daß es sich hier um eine konstante, naturnofroen« bige Entwicklung hanbelt. Wenn auch bie Abnahme ber Einfuhrzissern teilweise auf den Fall der Preise zurückzuführen ist, so ist doch auch die Einfuyrmenge gesunken, und zwar nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamts um 9 Prozent. Die Ausfuhr von Nahrungs- und Genußmitteln ist zwar wertmäßig ebenfalls zurück- gegangen, hat sich aber mengenmäßig auf der Vor- jahrshöhe gehalten. Sie beträgt außerdem insgesamt nur 100 Millionen Mark, ist also gegenüber der Einfuhr nicht von erheblicher Bedeutung. Der Rückgang der deutschen Einfuhr von Nahrungsmitteln ist zweifellos zu einem beträchtlichen Teile den Bestrebungen der Relchsregie- rung zu verdanken, die die einheimische Landwirtschaft heben und nach Möglichkeit leistungsfähiger machen will. Infolgedessen hat sich insbesondere die Einfuhr von Eiern, Butter, Schmalz, Talg, Käse, Fischen, Fleisch, Fleischwaren, Brot- und Futtergetreide, Küchengewächsen um ein volles Drittel vermindert. Hier handelt es sich hauptsächlich um Nahrungsmittel, die die deutsche Landwirtschaft selbst in genügenden Mengen erzeugen kann, wenn man sie durch Zölle und Kontingentierungen gegen die ausländische Konkurrenz wirksam schützt. Dagegen ist z. B. die Einfuhr von Kaffee nur um 5,2 Prozent zurück- gegangen, und die von Tabak hat sogar um 11 Prozent zugenommen. Hier wären Jmporteinschrän- kungen nur im Falle eines Verzichts der deutschen Konsumenten auf einen Teil dieser ausländischen Genußmittel möglich. Anders liegt es wieder bezüglich der Einfuhr ausländischen Obstes, die im ersten Halbjahr mengenmäßig um nicht weniger als 50 Prozent die vorjährige übertraf. Das ist teilweise auf die schlechte deutsche Obsternte des Jahres 1932 zurückzuführen, so daß man im nächsten Erntejahr mit einer Verminderung der Einfuhr von Auslanbsobst auf Grund der weit besseren deutschen Obsternte im Jahre 1933 rechnen darf. Gestiegen ist ferner noch die Einfuhr von Gewürzen, während die von Tee und Kakao nicht unerheblich gesunken ist. Am erfreulichsten ist der Rückgang der Eier- elnfuhr um 528 Millionen Stück oder um fast 42 v. h. hier ist es der deutschen Geflügelzucht offenbar mit Hilfe des verbesserten Zollschuhes und der Linfuhrkontingentierung gelungen, die Auslandkonkurrenz erheblich zurückzudrängen. Aus den gleichen Gründen hat die Vuttereinfuhr mengenmäßig um 25,6 o.H. abgenommen, ebenso die Einfuhr von Fleisch und Fleischwaren um 27,6 v. h. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Sranflun u. 1)1 Berlin Schluß- furd Echlußt. Abendbörse Schluß« furd Schlußt. Mittag- börse Datum 21.9. | 22.9. 21.9. 22.9. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 192? 83 83,25 83,4 83,5 6% cf)em.7% Dl.Reichsanl.v. 1929 97,75 97.65 97.75 98 6¥i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtl 82.5 85,4 85 86 AuSlos.-Rechlen ............. 78 80 78 79,4 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% etjem.8% Hess. Volksstaat 1929 10,1 10,45 10 10,25 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadl 80,4 81 80 81 Gold R. 12.................. 6%% Hess. LandeS-Hypolheken- 79 79.75 78 79 bank Darmstadl 2iqut......... Oberhessen Provtnz-Anleihe mit 83,5 — — Auslos.-Rechten ............. Deutsche komm. Sammelabl. An- 67 70 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 71 72,9 72 73,65 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 80,5 82 — — Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6y*% ehem. 4%% Franks. Hyp.- Gank-Liqu.-Psandbriese....... 6/»% ehem. 4/i% Rheinische 80,5 81,5 *— — 80,25 82,25 — — Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- 85,5 87,25 — — briesanslalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- 80,25 81,5 80 81.5 briesanslalt, Psandbriese R. 10 80,5 81,75 80,5 81,5 Eieuergutsch. BerrecknunaskurS. 86,7 86,7 86.7 86,7 4% Oeslerrelchische Goldrenie... 10,75 — 10,75 11 4,20% Oeslerrelchische SUberrenle 4% Ungarische Goldrente ....... 0,65 0,65 0,65 0,65 4 — 4,4 4,4 4% Ungarische Slaalsrenle v. 1910 5 5,13 5 »,2 4/,% desgl. von 1913.......... 4,4 4,4 4,4 4,3 6% abgelt. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe >,75 5,5 5,8 5,9 5,75 5,15 5,05 5 Serie I..................... 4,85 5 4,95 — Frankfurt a.M. Berlin Schluß« furd Gchlußt. Abcnd- börst Schluß» furd Schlußk. Mittag« börse Datum 21.9. 22-9. 21-9. 22.9. 4% desgl. Serie II ........... 5.1 5,05 — 5,13 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 2,75 2,9 — 4/i%Rumän.vereinh.Rentcv.i913 4,25 4,5 4,7 4,5 4% Rumänische vereinh. Rente 2,5 24,9 2,5 24.9 2,4 2,5 2%% Anatolier ............. 25 Hamburg-Amerika-Pakel ..... 0 11,4 11 11 10,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 23,75 23 Hanfa-Dampsschifs........... 0 — — 18,25 19,25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 12,25 12 12,13 11,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 42,25 40 41 39,25 Berliner Handelsgesellschasl ... 4 84,25 Commerz, und Prioal-Bank ... O 46 46 -— 46 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ O 47 47 —- 47 Dresdner Bank......... .... 0 39,5 39 — 39 Reichsbank ................ 12 139,75 138 140,65 138,75 A.E.G...................... O 18,65 17,5 18 25 17,9 Bekula..................... 0 110 110 110 110,13 Elektr. Lieserungsgekellschast... e — 68.5 71 68 Licht und Krafl ............ 6 89.5 89 90 89 Fellen & Guilleaume......... Gesellfch.s.Elektr.Unternehmung C 41 39 41 39 6 71,5 71,25 71,5 70,25 Rheinische Elektrizität ........ b — Schuckert & (So............... 6 93,5 88,75 92,5 88,5 Siemens L Halske............ 7 142 139,75 142,25 137,5 Lahmeyer LTo............. 10 113,5 112 Buderus ................... O 65 62 64 5 62,25 Deutsche Erdöl.............. i 97,5 95 96.5 95 Gelsenkirchener.............. ( 48 46,5 47 5 46,5 Harpener.................. ( 84,5 82 83,75 82,5 Voesch Eisen—Köln-Neuesseu .. ( —— 53,5 52,65 ylfe Bergbau ............... ( 133,5 —- 133 128 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 95,5 95 95 95,13 Klöcknerwerke ............... ( 53 52 53,13 51,25 Mannesmann-Röhren........ O 54 51,75 53 50,75 ____d Iranlsurl a. M. Berlin Schluß« furd Schlußk. Abend- börse Schluß« furd Schlußk. Mlnag- börse Datum 21.9. 22.9. 21.9. 22.9. Mansselder Bergbau....... .. O 23,5 22 23,5 22 Kokswerke ................ .. O — T* 65 64,75 Phönix Bergbau........... .. O 32 31,75 32,25 31 Rheinische Braunkohlen .... 10 173 172 173 171,75 Ryeinstahl................ .. 0 73,25 70,65 73 71 Nereinigle Stahlwerke...... .. 0 31,5 31,25 31,65 30,5 Ölavi Minen ............. .. 0 11 11 11.5 11,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 113,5 112,5 114 112 ^olifnprfc regeln ..•••• 6 113.5 113 113,5 112 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% ' 156 154 155 154 .. 7 117,5 115 117,5 115,13 ScheideanstaU............. .. 9 171,5 170,25 .. O 40 40 40,5 40 48,5 47,25 49 46,5 Melallgesellschaft........... .. 0 53 52,75 52,65 53,65 .. 0 53,5 53 54 53 ......... * Zementwerk Heidelberg ......O 69i5 71 .. 0 — Schultheis Patzenhoser..... .. 0 91 91 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 28,25 27,5 28 26,5 .. c 42,5 40,5 42,75 40 Zellstoss Waldhof .......... .. 0 33 33 33 32,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 20 — 20 19 Dessauer Gar ............. .. 7 — — 97 95,5 Daimler Motoren.......... .. c 25 24,25 24,75 24,13 Deutsche Linoleum......... .. c 38 37 36,65 37,75 Orenstein L Koppel ........ .. c — —— 27,5 27 Leonhard Tietz ............ .. 0 10,25 10,5 10,5 10,5 Chade .................... ..k 150 — 150 146,5 Acru mulatoren-Fabrik...... .. 0 — 179,5 178 178,5 Lonti-Gumml............. .. 0 130 129 129,75 129 ©rftpie:....................O| -I 17,51 -I - Moinkrastwerke Höchst 4 65 —I — — Süddeutscher Lucker......— «I 157 | 1571 157 I 157 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. 21-September 22-September Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Br!e> Geld | Brie HelsingforS.. 5,744 5,756 5,734 5,746 Wien....... 47,95 48,05 47,95 48,05 Prag....... 12,38 12,40 12,39 12,41 Budapest ... — — —— Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,38 169,72 169,33 169,67 OSIo....... 65,43 65,57 65,18 65,32 Kopenhagen. 58,19 58,3 57.94 58,06 Stockholm... 67,13 67,27 66,88 67.02 London ..... 13,02 13,06 12,97 13.01 Buenos Aires 0,963 0,967 0,963 0,967 Neuyork.... 2,737 2,743 2,712 2,718 Brüssel..... 58,47 58,59 58,49 58,61 Italien..... 22,03 22,07 22,07 22,11 Paris...... 16,41 16,4 16,41 16,45 Schweiz .... 81,22 81,38 81.22 81,38 Spanten.... 35,11 35,19 35,11 35,19 Danzig..... 81.57 81,7 81,57 81,73 Japan...... 0,764 0,766 0.759 0,761 Rio de Jan. 0,234 0,236 0,233 0,235 Jugoslawien. 5,295 5,305 5,295 5,305 Lissabon.... 12,68 12,70 12,68 12,70 Banknoten Berlin, 22-Gepiember Selb Brief Amerikanische Noten....... 2,665 2,685 Belgische Noten........... 58,33 58,57 Dänische Noten .......... 57,68 57,92 Englische Noten .......... 12,93 12,99 Französische Noten........ 16,37 16,43 Holländische Noten........ 168,91 169, .9 Italienische Noten......... 21,95 22,03 Norwegische Noten ....... 65,02 65,28 Deutsch Oesterreich, t 1OO Schilling — Rumänische Noten........ — — Schwedische Noten........ 66,72 66,98 Schweizer Noten.......... 81,04 81,36 Spanische Note».......... Ungarische Note»......... 34,98 33,12 UKUr rK'M 1 n Eak n?Ct B Don 3,5 X maten. 1)1 unver. Lrtzr r J Sueben „...' 9t tour , ^hr wenig tS. Azalien, vermochte 3ur W lmongetz f<>; infolge h». b.u L°L ?° : V-ynb NeubZMn er. DchD >38, M !?ns 139,15- M tn U5, AüÄArA.n lksstaat Don Äat,on 87-25- miüelei*. Leiter, S um 20,9 8roK.ni * "SMS 1932 wiederum um 29,8 Pro- Ser neuerliche Rückgang ^im '-9 Prozent beweist aliÄ „ o n ft q n t e, ” a t ü r n ot td »n < ung handelt. Wenn du* ytofeni teilweife auf den *all ifiiljren ift, fo ist doch auch die e flefunhn, und zwar nach des Etat,ftifchen Reichsamts um Ausfuhr von Rahrungs- und 6e« oat wertmäßig ebenfalls zurück. 1 Er menAenmähig auf der Dor- n. Eie betragt aunerdem inrgefamt en Mark, ist also gegenüber der i erheblicher Bedeutung. der deutfchen Einfuhr von Tiah. st Zweifellos zu einem beträcht. n Bestrebungen der Belchsregie. nken, die die einheimifche Land- n und nach Möglichkeit leifhings- ähiger machen will. ' sich insbesondere die Einfuhr von chmalz, Tala, Käse, Fischen, Fleisch, ■ob unb Mergetreide, Küchen- t volles Drittel oerminbert. hier ouptläd)!id) um Nahrungsmittel, nbmrtfdjaft felbft in genügende n sann, wenn man sie durch Ab nngen gegen die ausländisch, ■ m fal Dagegen Ist z.B. bie fee nur um 5,2 Prozent zuruck- e von Dabat hat sogar um 11 men. chier wären Ämporteinschran- Falle eines Derzichts der deuüchen 5 einen Teil dieser ausländischen ulich. Anders liegt es wieder bezug- r roliiW« »« ■ mengenmaB'8 ™ die Mriäljnge ubeM S“ ii , MI, Dbi lnÜ‘il röiuiM 1° b«6 ™» ®"£ mit einer «'""‘"“»hX xnöeobft «ui ®^r(b!1r9^1 X n Obfternte ■ * «LJ*, h gesunken ist- hsle» W * ^TK*«*** Mf?te oerbefferten irren) .echbich ^suhk 21,6 M-___ @db ßani 48,05 12,40 tf,72 tt.* 34.M |O________ 144 ,95 1,38 ,041 9,38 5,43 >8,19 57,13 13,02 ,963 2,737 58,47 22,03 16,41 81-22 35,11 81-57 0,764 0.A 5,295 12-68 s zM Ä 58,06 Z.02 1301 0,967 71» 51,61 fl.1’ 16.^ 81-38 35-19 8',73 0,761 O.flS 5,30’ 12.70 ii*"*! a ’ ....... , Die sehr der Zoll schütz die Einfuhr beeinflußt, acht deutlich daraus hervor, daß z. B. der Import der mit höheren Zöllen belasteten Sprotten und gefallenen Heringe um ein Drittel abgenommen hat, daß aber dafür gleichzeitig die Einfuhr der zollfreien frischen Heringe gestiegen ist. Sehr bedeutungsvoll ist noch immer die Fetteinfuhr. Es ist aber mit Sicherheit anzunehmen, daß die Neuordnung der deutschen Fettwirtschaft auch auf diesem Gebiet bald Wandel schassen wird. Die Außen- Handelsstatistik zeigt der deutschen Handelspolitik mit größter Eindringlichkeit den Weg, den sie gehen muß, um Deutschlands Versorgung mit Nahrungs- und Genußmitteln so weit wie irgend möglich vom Auskande unabhängig zu machen. Der Einfuhr- Überschuß auf diesem Gebiete, der im ersten halben Jahr 1933 noch immer einen Wert von 726 Millionen Mark repräsentierte, kann bei zielbewußtem und lückenlosem Schutz der einheimischen Produk- tion zweifellos noch erheblich herabge- drückt werden. Berliner Zrühbörse. Berlin, 23. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Wie sich schon gestern abend in Frankfurt gezeigt hatte, hält das Interesse für festverzinsliche Werte weiter an. Auch im heutigen Wochenschluhfrühverkehr lagen die Aktienmärkte ohne Anregungen, ober gut gehalten, während Renten weiter fest taxiert werden. Man nennt die Altbesitzonleihe mit 80 bis 80%, Neubesitz mit 10,40 Geld und späte Reichsschuldbuchforderungen mit 82Vi. Farben werden mit 114'/» bis 115 taxiert. Am Devisenmarkt hörte man Pfunde-Kabel mit 4,79, Schweiz 15,92, Amsterdam 7,64V», Paris 78,75, Mailand 58,75, Spanien 36,95. SJ.Jport Große Aiederwald-Gedenkfiaffel des Gaues Mittelrhein der TT. Der Gau Mittelrhein der Deutschen Turnerschaft führt am kommenden Sonntag einen Riesenstaffel-Lauf zur 50-Iahr-Feier des Nationaldenkmals auf dem Niederwald durch. Die Veran- ftaltung wird in Form eines Sternlaufes von den fünf Ausgangspunkten Saarbrücken, Worms, Aschaffenburg, Marburg und Koblenz durchgeführt. Durch unser Heimatgebiet führt der Hauptlauf 4 mit seinen Nebenstaffeln. Er beginnt heute abend 10.30 Uhr in der alten Hessen- und Universitätsstadt Marburg und führt auf einer Strecke von 200 Kilometern über Gießen, Limburg, Diez und Wiesbaden zum Niederwaldüenk- mal. Die Leitung dieses Laufs liegt bei Bezirksober- turnwart R. Paul (Gießen). Nebenftaffeln führen von der Spießturnhalle in Lauterbach, von der alten Rsichsftadt Friedberg, von Hachenburg und von Bad Ems zum Hauptlauf 4. In Gießen enden um 23.50 Uhr die Nebenläufe. Am I a h n st e i n in Gießen (Gartenstraße) werden heute um 24 Uhr die beiden Nebenläufe sich mit dem von Marburg kommenden Hauptlauf vereinigen. Schülerturnen in Hausen. Das ursprünglich auf den 20. August festgelegte Turnen der Kleinsten, das seinerzeit wegen des Regens abgebrochen werden mußte, kommt nunmehr am kommenden Sonntag in Hausen zur Durchführung. Es vereinigt wie bisher jedes Jahr, eine stattliche Zahl Schülerinnen und Schüler. Es ist dies auch gleichzeitig das erst: Zusammentreffen des Turner-Jungvolkes unter dem Banner des Dritten Reiches. Das Turnen selbst beginnt erst am Nachmittag und sicht für die Schüler einen Fünfkampf, bestehend aus 75-Meter-Lauf, Weithoch- und Weitsprung, Kugelstoßen und Freiübung vor, während die Mädchen mit Hochsprung, Weitsprung, 75-Meter-Lauf und einer Freiübung einen Vierkampf bestreiten. Zugelassen sind die letzten drei Jahrgänge, also die 12-, 13- und 14jährigen. Außer diesen Mehrkämpfen kommt noch die Austragung eines Wanderpreises in Form einer 4X100-Meter- Pendelstafette, dessen Verteidiger aus dem Vorjahre der Tv. Wieseck ist, zum Austrag. Anläßlich des in Hausen slattsindenden Schülerturnens findet gleichzeitig eine Führertagung der Vereinsführer des 7. Kreises statt, in der die Richtlinien für die Vereine bekannt gegeben werden. Handball im Gau XII der OT. Verbandsspiele im INännerturnverein Gießen. Am kommenden Sonntag trägt die I. Iugend- mannschaft des Männerturnvereins ihr erstes 23er- bandsspiel aus. Gegner ist die Jugend des Turnvereins Waldgirmes. Die Männerturner verfügen zur Zeit über eine beachtliche Svielftärke und werden, wenn sie in derselben Verfassung spielen wie am oergangenen Sonntag, dem Gegner einen Sieg nicht leicht machen. Der Ausgang des Spieles ist vollkommen offen, da Turnverein 2Ba(bgirmes hier unbekannt ist. Io. Lollar I. — To. Marburg I. Am kommenden Sonntag tritt die I. Handball- Mannschaft des Turnvereins Lollar 1883 e. 23. zum Derbandsspiel gegen die I. Mannschaft des Turn- und Sportvereins Marburg an. Dieses erste Spiel nach der Spielpause gegen eine bekannte und spielstarke DT.-Mannschaft verspricht ein spannendes Treffen zu werden, in dem Lollars Erste alles aufbieten muß, wenn ein gutes Ergebnis erzielt werden soll. Lützellinden I. — Groh-Rechtenbach I. Zum ersten Verbandsfpiel treffen sich obige Mannschaften in Lützellinden. Auf eigenem Platze wird sich Lützellinden den Sieg wohl kaum nehmen lassen, sollte aber auch seinen Gegner nicht unterschätzen. Handball der Sp.-Dg. 1900. Die I. Mannschaft ist morgen spielfrei. Die II. Mannschaft ist Gast des Tv. Krofdorf. Die Platz- besitzer sind sehr gut. Ob den 1900ern ein Sieg be- schieden sein wird, ist fraglich. Kußball -eö DfB. Gießen. vsv. Giehen Liga — Sportverein Metzlar Liga. Auf dem Waldsportplatz wird am morgigen Sonntag ein Derbandsspiel ausgetragen, daß sicherlich viele Zuschauer anlocken wiro. Die Treffen zwischen den beiden Mannschaften haben bisher schon immer besonderes Interesse gefunden. Die Wetzlarer sind in Gießen sehr geschätzt und haben im vergangenen Jahre mit ihrer 'Mannschaft Leistungen gezeigt, die es lohnenswert erscheinen ließen, den Sportplatz aufzusuchen. Auch für den morgigen Sonntag hofft man auf eine spannende Begegnung und wenn die Wetzlarer auch auf Wohlgemuth und ohne ihren Mittelläufer Diehl (der gegenwärtig in Eßlingen spielt) verzichten müssen unb vielleicht auch einer der Brüder Benner fehlt, so wird sich der Sportverein doch so vertreten lassen, daß Punkte nicht leichtfertig aus das Spiel gesetzt werden. Die Grünweißen treten den Gasten mit oewährten Kräften gegenüber: Becker Leutheuser Kreß Bingei Knaus Fenster Fehling Sauer Wilhelm Lehrmund Bender. Der Ausgang des Spieles ist nicht vorherzusagen. Die Chancen scheinen nicht gleichmäßig verteilt. Vielleicht wirkt sich für die DfBer der eigene Platz als Vorteil auf. Der Ausgang des Spieles ist von Bedeutung dafür, ob die VfBer den Anschluß an die Spitzengruppe gewinnen, der durch einen Sieg über Wetzlar schon zu erreichen wäre. Die 3. Mannschaft des VfB. bestreitet ein Gesellschaftsspiel gegen Albshausen bei Wetzlar. Die erste Jugend trägt gegen die 1. Jugend des VfB. Lich ein Gesellschaftsspiel aus. Gpielvereinigung 1900 Gießen Durch eine Verfügung des Deutschen Fußball» bundes haben sämtliche deutsche Fußballoereine den ©elänbefport in ihr Programm aufzunehmen. Jedesmal ein Sonntag im Monat bleibt dafür spielfrei. Zur Teilnahme verpflichtet sind alle Aktiven (Fußball, Handball und Leichtathletik) vom 16. Lebensjahre ab und die Passiven bis zum 25. Lebensjahr, lieber die Beteiligung muß eine Mannschaftsmeldung abgegeben werden, genau wie bei einem Meisterschaftsspiel. Für den ersten Uebungstag sind vom Gauge- ländesportwart Disziplinübungen, wie Antreten, Aufstellung, Marschvrdnung und ein kleiner Geländemarsch von zirka 10 Kilometer angeordnet. Die Spielvereinigung 1900 Gießen wird am kommenden Samstagabend (Antreten 8.30 Uhr in den Gonniags. Marktlauben) die Geländesportübung für Monat September durck einen Nachtmarsch absolvieren. Marschroute: Pyilosophenwald, Flughafen, Annerod und zurück. Am Sonntagnachmittag holen dann die II. und III. Mannschaft noch zwei Gesellschaftsspiele nach. 1900 II — Leihgestern I. Eine alte Leihgesterner Rückspielverpflichtung, die schon mehrmals zur Austragung vorgesehen war, durch Ausbleiben des Gegners aber nicht zustande kam. Diefesmal erwartet man die Gäste bestimmt. Der eigene Platz sollte den Blauweißen einen knappen Sieg bringen. 1900 III — (ßrtiningen I. In dieser Begegnung sollte man geneigt fein, schon eher auf einen Sieg der Gäste zu tippen. Orüningen hat sich in letzter Zeit sehr verbessert und dies durch beachtenswerte Siege offenbart. 1900 III. war bis jetzt sehr unbeständig. Jugend. Am nächsten Sonntag spielen die Jugend und Schüler von 1900 in Leihgestern die fälligen Rückspiele. Während bei ber" Jugend die 1900 den Sieger stellen werden, wird es bet den Schülern umgekehrt lauten, da die Lehaesterner Schüler bedeutend größer und kräftiger sind. ZC Teutonia^ Watzenborn-Steinberg JCE. Teutonia Watzenborn-Steinberg (Liga) gegen Lollar (Liga). Am morgigen Sonntag stehen die „Teutonen" auf eignem Platze den Gästen aus Lollar gegenüber. Haben die Platzbesitzer auch gegen die spielstarken ersten Mannschaften in Marburg und die Erste von 1900 Gießen sehr gute l:l-Resultate herausgeholt, so dürfen sie trotzdem die Lollarer nicht unterschätzen. Die Gäste sind hier in bester (Erinnerung, liefern stets gleichwertige Partien und sportlich in jeder Hinsicht hochstehende Treffen. Auf alle Fälle werden die Lollarer versuchen, die ersten Punkte für sich zu erringen. Wenn der eigene Platz auch den Teutonen noch niemals zum Vorteil gereichte, so werden sie auch diesmal beweisen wollen, daß sie verstehen, Fußball zu spielen, und an Siegeswillen und Durchhalten fehlt es ihnen bekanntlich nie. Der Ausgang ift nicht vorauszufagen. Watzenborn-Steinberg spielt voraussichtlich komplett. Vorher spielen die zweiten Mannschaften beider Vereine. Die Gästemannschaft ist als stärkster Gegner bekannt. Die Platzbesitzer werden sich sehr andren gen müssen, wenn sie in Ehren bestehen wollen. Auel dem Gau Nordheffen. Keine Spiele am 1. Oktober. Wie wir von amtlicher Seite erfahren, hat der DFB., Gau XII (Nordhessen), verfügt, daß aus Anlaß des Ernte-Dankfeftes am 1. Oktober samt- liche Fußballspiele im Gau Nordhessen abgesetzt werden. Die Vereine wollen hiervon Kenntnis nehmen und sich dementsprechend einrichten. Das endgültige Ergebnis des Gordon-Bennettrennens. Das in diesem Jahre von Chikago aus gestartete Gordon-Bennettrennen der Freiballons hat mit der amtlichen Bekanntgabe der Preisttäger seinen endgültigen Abschluß gesunden. Die weiteste Sttecke flog der polnische Ballon „K o s c i u s z k o", der 846 Meilen oder 1361,21 Kilometer zurücklegte. Die Führer des siegreichen Ballons, Kapitän H y o e k und Lt. Burzynski landeten bekanntlich in den menschenarmen kanadischen Wäldern und waren schon bald am Ende ihrer Kräfte, als sie glücklich noch eine einsam gelegene Station auffanden. Aehnlich erging es dem amerikanischen Ballon „US N a v y", der 1248,85 Kilometer abgeflogen war und dessen Besatzung bereits als vermißt gemeldet wurde. Auch den dritten Platz belegte USA. mit dem Ballon „Goodyear IX", der allerdings nur 791,80 Kilometer zurückgelegt hatte. Vierter wurde Ballon „Deutschland" mit seinen Führern R. Schütze und E. Körner, die es auf 403,945 Kilometer gebracht hatten. Das genaue Ergebnis lautet: 1. Ballon .Kosciuszko" • Polen (Capt. Hynek/Lt. Burznnski) 1361,52 Kilometer; 2. Ballon „US Navy"»US.A. (Lt. Settle/ßt. Kendall) 1248,85 Kilometer; 3. Bal- Ion „Goodyear IX"»USA. (van Orman/F. Trotter) 791,80 Kilometer; 4. Ballon „Deutschland" (R. Schütze /E.Körner) 403,94 Kilometer; 5. Ballon „Belgique" • Belgien (Quersin/oan Schelle) 368,54 Kilometer; 6. Ballon „France"-Frcmkreich (Blanchet-Ravaine) 249,55 Kilometer. Kurze Sportnotizen. Ihr 50jähriges Bestehen feiern in diesen Tagen drei bekannte deutsche Ruderoereine, und zwar der Rv. Sturmvogel Leipzig, der Potsdamer Ruderklub und die Rudergesellschaft Speyer. Fürdie Deutsche Gehermeisterschaft, den letzten deutschen Titelwettbewerb dieses Jahres tn Deutschland, am 1. Oktober in Duisburg, sind 33 Einzel- und fünf Mannschastsrneldungen eingegangen. In der Liste sind alle bekannten Geher verzeichnet, wie der Titelverteidiger H ä h n e l (Erfurt) und von weiteren Favoriten Reichel (München), Sievert und Bleiweiß (Berlin). • Drei Sieger steuerte Jockey Otto Schmidt am Donnerstag in Grünewald und war damit wieder einmal der Held des Tages. Mit Caloa, Gregorovius und Nero kehrte der Wein- bergsche Stalljockey siegreich zur Waage zurück. Nur noch 92 Fahrer befinden sich bei der Internationalen Motorrad-Sechstagefahrt im Wettbewerb. Von ihnen sind noch 65 strafpunktfrei, darunter die Deutschen Rüttchen, Fleischmann, Oettinger, Irägner, Müller und von Krohn. • ßinarts Abschied von der Rennbahn erfolgte am Donnerstagabend mit einer Veranstaltung in Paris. Der vielfache Weltmeister mußte sich allerdings jm 40-Kilometer-Dauerrennen mit dem letzten Platz zufrieden geben. Sieger wurde $ac- quehay vor Möller, Sawall und Grassin. • i Nur noch 60000 Mark sieht die jetzt ver- öfentlichte Ausschreibung für das Deutsche Derby 1935 vor, von denen 40 000 Mark an den Sieger fallen. In diesem Jahre betrug der Wert dieses wertvollsten deutschen Zuchtrennens noch 75 000 W. und für 1934 sind 70 000 Mark vorgesehen. Zum Führer der Frankfurter Sportgemeinde „Eintracht" wurde in der außerordentlichen Haupt- Versammlung einstimmig der bisherige erste Vorsitzende, Graf Egon von Beroldingen, gewählt. • Eine bedeutsame Fusion ging in Breslau vor sich. Die beiden bekannten dortigen Vereine Sportfreunbe und Sportklub 08 haben sich zur „Spielvereinigung 1902 Breslau" zusammengeschlossen, wodurch Breslau wieder eine gute Vereinsmannschaft erhält, die im Kampf gegen die ober- schlesischen Vereine die Metropole wieder besser zur Geltung bringen kann. Amerikas Hockeydamen spielten in den Haag gegen eine holländische Auswahlmannschaft. Die Amerikanerinnen siegten nur knapp 1:0 (1:0). Neues für den Büchertisch. — Die seltsame Welt der Sinnetraut Ohnzeit. Roman einer Entfaltung von Reinhold Braun (Dranienoerlag, Herborn). Gedd. 4,60 Mk. — (266.) — Annetraut Ohnzeit ist ein Mädchen mit einer tiefen, feinen Innenwelt. Die schauspielerische Begabuna reißt sie mächtig nach vorn und jpäkr in ein Leben voll dramatischer Bewegcheit. Dazwischen blüht voll seltener Reinheit und Schönheit eine Jugendliebe, die aber durch bett Tob bes Geliebten tragisch ausklingt. Annetraut geht ihren Wea weiter. Auch in einem neuen Leib bleibt sie leuchtend und stark. Eine zweite große Liebe scheint zum Schluß in ihr Leben hinein, das von dem „(Empor" bes unverwüstlichen Herzens wunberbar beseelt wirb. Für Sensativnsmenfchen kein Buch! Aber die, die noch Seele, Reinheit der Empfindung, Abel ber Liebe, ein Menschtum, bas sich an eine Höherwelt knüpft, suchen, bie werben von bem Buche befriebigt sein. — Runbfun k kein Geheimnis mehr. (Eine allgemeinverstänbliche Aufklärung über alles, was ein Runbfunkhörer wissen will. Von Erich L a ß w i tz und Josef Hausen. Societäts-Berlag, Frankfurt a. M. 1933. 62 Seiten, mit vielen Ab- bilbungen und graphischen Darstellungen. Preis 1 Mark. — (303) — Für den, der diese wenigen Kapitel mit Aufmerksamkeit gelesen hat, wird Der Runbfunkt fein Geheimnis mehr fein. Von den ?runblegenbe Fragen der Elektrizität als (Energiearm ausgehend, wird das Geheimnis der (Energie- strahlung und der Verkopplung von (Energie und Schall im Sender wie der Energieaufnahme und Schallerzeugung im (Empfangsgerät in unterhalt- famer, aber verständlicher Form aufgeklärt. Nach einem kurzen Kapitel über bie gesetzlichen Vorschriften folgt ein instruktiver Abschnitt über ben Senber. (Ein ausführliches Verzeichnis der in Deutschland hörbaren Sender mit Angabe der Wellenlängen, Frequenzen und Pausenzeichen schließt sich an. Die andern Kapitel über „(Empfangsgeräte", „Antennen und Leitungen" und „Störungen" run- den das Bild ab. Den Schluß bilden interessante Ausführungen über bie „Schallplattenwiederga'oe" mit Hilfe des Empfängers. — Die Selbstbehauptung der deutschen Universität. Von Martin Heidegger. W. G. Korn, Verlag, Breslau. Kart. 0,90 Mk. — (259) — Der bekannte Freiburger Philosoph hielt bei feiner Rektoratsübernahme eine vielbeachtete Rebe, bie zum ersten Male den (Einbau der Universität in den totalen Staat vom Standpunkt bes Einzelmenschen behandelte. Die politische Notwendigkeit hat den Einzelnen überall vor einen neuen Anfang gestellt. Auch unsere Stellung zur Wissenschaft ist Damit eine ganz andere geworden. Die Rede gibt fein Programm. Sie spricht zu jenen handelnden deutschen Menschen — Lehrern und Schülern der Hochschulen — deren neuer Mut unb gemeinschaftlicher Wille die fünftige Universität bes deutschen Voltes in seinem beutschen Staat erwirten soll. — Professor Dr. Ernst Krieck: Die Erneuerung ber Universität. Rede zur lieber» nähme des Rektorats der Johann-Wolfgang-Goethe» Universität Frankfurt a. M. (Frankfurter Akademische Reden 5) Frankfurt a. M., 1933, H» Bech» hold, Verlagsbuchhandlung. Kart. 60 Pf. — — „Der 23 olks - Dude n". Neues Deutsches Wörterbuch. Nach ben für bas Deutsche Reich, Oester» reich unb die Schweiz gültigen amtlichen Regeln bearbeitet von Dr. O. Basler und Rektor W. M ü h 1 n e r. 314 Seiten. In Ganzleinen gebunden 2,40 Mark. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig. — (118) — Das Bibliographische Institut läßt ein neues billiges Rechtfchreibewörterbuch für 2,40 Mark unter dem Titel „Der Volks - Du - den" erscheinen, das zwar nicht so ausführlich ist wie ber „Große Duden", aber doch den täglichen Anforderungen vollauf genügt. Der von dem Sprachforscher Dr. O. Basler unb dem Schulmann Rektor W. Mühlner bearbeitete „Volks-Duden" betont unter Verzicht auf veraltete unb ungebräuchliche Formen das beutsche Wortgut der Gegenwart. Daneben sind die in unserm Sprachschatz aufgenommenen Fremdwörter weitgehend berücksichtigt. Sehr wertvoll ist Dabei, daß in jedem Falle eine gute Verdeutschung gegeben wird, wie sie fnapper und treffender nicht denkbar ist. Auch die sachliche Bedeutung der Wörter unb ihre Herkunft ist, wo notwendig, stets angegeben. Möge dieser neue „Volks-Duden* dazu beitragen, das Bewußtsein von dem Wert unserer Muttersprache in allen Volksschichten zu vertiefen! — Dreigespann. Neue gesellige Tänze. Von A. N o w y und D. G i e b e l. 19 S. Kart. 1 Mark. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin, 1933. — (59) — Die vorliegende Tanzsammlung enthält sieben Neugestaltungen ber Tanzgruppe Oberspree, Berlin. Jugenb- unb Gesellschaftstänze finb vereinigt in dem Bestreben, ben gesellschaftlichen Tanz von volkstümlichem unb jugendlichem Empfinden her aufbauen zu Helsen. Kunst und Wiffenschaft. Neuer Leiter der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft. Oberregierungsrat Dr. Riehm ist zum Direktor der biologischen Reichsanstatt für Land- unb Forstwirtschaft in Berlin ernannt worben. Dr. Riehm ist bereits feit 1907 in ber Biologischen Reichsanstatt tätig. Der Dolks-Vrockhaus. Wie wir hören, bereitet ber alte Lexikonverlag F. A. Brockhaus eine völlig neu bearbeitete zweite Auflage feines guteingeführten billigen Nachschlagewerks „Der Dolks-Brockhaus" vor, bie bereits Mitte Oktober 1933 erscheint. Wir werben nach Vorliegen des Banbes auf biese bebeutfame Neuerscheinung, bie alle Beränberungen unb Neuorbnungen unseres staatlichen unb kulturellen Lebens berücksichtigen will, zu sprechen kommen. Als befonbers bedeutsam weisen wir barauf hin, baß sich ber Verlag entschlossen hat, ben Preis bes Werkes auf 5 Mark Herabxusetzen, um bie Anschaffung für jeben Volksgenossen zu ermöglichen. Das umfangreichste Wörterbuch der Welt. Mit der dieser Tage in London erfolgten Verausgabe eines Ergänzungsbandes zum Oxford-Dictionary ist das umfangreichste Wörterbuch der Welt nach beinahe 50jähriger Arbeit nunmehr fertiggestellt. Der erste Band war im Jahre 1884 herausgegeben worden. Da es damals noch keine Autos, Flugzeuge, Kinos usw. gab, kehlten in den ersten Bänden zahlreiche Wörter, die heute zum Ge- meingut ber englischen Svrache geworben smb, unb hieraus ergab sich bie Notwendigkeit der Herausgabe eines Ergänzungsbandes. Merkwürdig ist, daß von dem ganzen Werk gegenwärtig nur ber Ergänzungsband im Handel zu haben ist, denn alle näheren Bände sind vergriffen, und noch Anfang dieses Jahres wurden 100 Pfund Sterling für das vollständige Werk bezahlt. Jetzt wird aber unverzüglich eine neue Ausgabe gedruckt werden, bestehend aus 12 Bänden und dem Ergänzungsband, deren Preis insgesamt 21 Pfund Sterling betragen wird. Form 200 L von RM1 SO.- find. Röhr.) an. Form 221 von RM 192.- (ind. Röhr.) an. Erhältlich in allen Fachgeschäften. Nachdruck verboten! 6. Fortsetzung. Zabrow zu einem falschen Urteil über Roberta britr gen. Er mischte sich ein: Roberta Olbers lächelte ihn an und hob langsam Er trat hastig zurück. „Roberta, ich glaube an unsere Freundschaft und wünsche, sie möge bestehen bleiben. Es wäre schade, wenn ein Irrtum sie zerstören würde." Es tat ihm leid, so sprechen zu müssen, denn welche Mann schmeichelt oder rührt es nicht, sich geliebt zu wissen, obwohl er zugleich weiß, er vermag die Arme, als wollte sie sie um seinen Hals werfen, die Liebe nicht zu erwidern. Roberta atmete tief. „Ja, Achim, unsere Freundschaft soll bestehen bleiben. Ich freue mich, mir deine Freundschaft aus Kindheitstagen herübergerettet zu haben in die Gegenwart. Mehr wünsche ich ja gar nicht." Ihm schien, er sei, als sie die Arme erhoben, etwas zu schroff gewesen, und nahm ihre Rechte. ',,Jch glaube, du könntest eine sehr gute Lebenskameradin sein, Roberta, aber du mußt einen Mann hoben, der dich liebt." Sie schüttelte den Kopf. „Ich werde nie heiraten." Sie fügte hinzu: „Verzeih, Achim, ich müßte mich jetzt eigentlich sehr vor dir schämen, weil ich mich vergessen habe. Verzeih! Aber das vertraute Du war wohl daran schuld." Sie sprach jetzt wieder ganz sachlich: „Also, den Wollner schicke ich weg. Ich tue es mit Ihrem Einverständnis, Herr von Malten." Er war ihr dankbar, weil sie so rasch den lieber- gang in den Alltagston gefunden, und antwortete: „Mit meinem Einverständnis." Sie ging zur Tür. Dort wandte sie sich noch einmal um, sah den Mann an, als ob sie etwas sagen wollte, Und ging dann doch ohne ein weiteres Wort. Achim von Malten aber wanderte erregt durch das Zimmer. Zu schade, daß Roberta ihr Geheimnis nicht bewahrt hatte! Die Erkenntnis, daß sie ihn liebte, würde vielleicht fortan störend zwischen ihnen stehen. Vielleicht war seine Besorgnis aber gar nicht nötig. Roberta gehörte sicher zu den Frauen, die ihrem Herzen befehlen können. Zwei lang nachhallende Gongschläge riefen zum Mittagessen. Eine Unmutsfalte grub sich auf Achims Stirn ein. Es war ihm unangenehm, heute und überhaupt fortan mit zwei fremden jungen Damen am Tisch zu sitzen. Aber er wollte seine Mutter nicht ohne Gesellschafterin lassen. Sie brauchte eine gebildete Person um sich. Schade nur, daß ein kleiner Irrtum seiner Mutter gleich zwei junge Damen hierhergerufen, und daß sie beide für ein halbes Jahr verpflichtet hatte, weil es ihr leid tat, eine wieder fortzuschicken. Die mit den braunen Haaren hatte einen so weichen ver- ÄN Lied vom Glück ZRoman von Anny von panhuys. „Es gibt keinen zuverlässigeren Menschen auf der Welt als sie. Für Maltstein, für meine Mutter und mich ginge sie durchs Feuer, und wer ihre Freundschaft gewinnt, kann stolz darauf sein." Marlene siel der warme Ton auf, in dem Achim von Malten von Roberta Olbers sprach. Er mußte seinen weiblichen Inspektor wirklich sehr schätzen. Ihr gefiel Roberta Olbers nicht, sie war ihr unsympathisch, sie dachte gar nicht daran, sich um ihre Freundschaft zu bemühen. Nach dem Essen las Olga Zabrow der alten Dame vor. „Ich schlafe beim Vorlesen so. nett ein", erklärte Frau von Malten, und ich schlafe mittags gern ein wenig." Marlene ging also allein in die Bibliothek, um die Bücher weiter zu ordnen. Als sie eintrat, sah sie zu ihrem Erstaunen Roberta Olbers, die zwischen den Büchern herumwühlte, und wie ein Befehl flog es ihr entgegen: „Ich möchte die Arbeit hier allein übernehmen, Fräulein Werner, es macht mir direkt Freude. Gehen Sie nur und tun Sie etwas anderes." Der Ton gefiel Marlene nicht. Sie war nicht zänkisch und überhaupt keine Kampfnatur; aber die Art der anderen machte sie aufsässig. „Ich habe die Arbeit gemeinsam mit der Baronesse Zabrow im Auftrag der gnädigen Frau übernommen und muß Sie bitten, erst mit der gnädigen Frau zu sprechen, falls Sie es anders wünschen." Roberta Olbers fuhr hoch. Ihr hellbräunlicher Teint schien ganz dunkel. „Ich bin die Verwalterin von Gut Maltstein, besitze viele Rechte und das volle Vertrauen der Herrschaft. Wenn ich etwas sage, dann ist das genau so, als wenn es die Herrschaft selbst gesagt hätte." Marlenes Verstand war bereit, sich zu fügen; aber ihr Gefühl widersprach. „Ich lege Wert darauf, mich genau an die Wünsche der gnädigen Frau zu halten." Sie ließ sich auf dem Teppich nieder und tat, als wäre die andere gar nicht vorhanden. Sie legte einen Pack Bücher zusammen und trug ihn fort, reihte die Bände dann einzeln in das große Regal ein. Roberta Olbers hatte mit zufammengezogenen Brauen das Tun Marlenes verfolgt. Plötzlich sprang sie auf und verließ im Sturmschritt die Bibliothek, die Tür etwas zu kräftig ins Schloß drückend. Marlene aber arbeitete ruhig weiter. Es dauerte nicht lange, und die Tür öffnete sich, Roberta trat wieder ein. Ihre dunklen Augen hatten einen triumphierenden Blick. „Sie möchten sogleich zur gnädigen Frau kommen", bestellte sie und fing alsbald an, sich wieder mit den Büchern zu beschäftigen. Marlene verließ indessen stumm die Bibliothek und'betrat das Zimmer, in dem Frau von Matten auf einer Chaiselongue lag, während ihr Olga Zabrow vorlas. „Sie wollen mich sprechen, gnädige Frau?" sagte Marlene fragend. Die Dame nickte. „Ja, liebes Fräulein. Ich möchte, daß Sie mir etwas vorspielen; nebenan steht der Flügel." Sie wies nach links. „Sie schrieben ja, daß Sie Klavier spielen und fingen. Lassen Sie nur Fräulein Olbers die Bücher einräumen. Sie hat sich eben freiwillig dazu erboten. Ich erzählte Ihnen ja vorhin, was für eine Leseratte sie ist. Da macht ihr das wahrscheinlich noch mehr Spaß als Ihnen." Marlene fragte: „Soll ich oder die Baronesse ihr nicht lieber helfen? Es geht doch dann viel schneller." Frau von Malten machte eine Bewegung der Abwehr. „Lassen Sie sie nur allein arbeiten. Sie hat, glaube ich, nicht gern jemand um sich, wenn sie beschäftigt ist." Marlene machte eine leichte Verneigung. „Wie Sie wünschen, gnädige Frau. Darf ich fragen, was ich Ihnen vorspielen soll?" „Nichts Schweres, liebes Fräulein, aber auch keine zu leichte Musik. Schubert mag ich gern, Mozart und Haydn." Marlene wandte sich der Tür zu, auf die Frau von Malten vorhin gewiesen. Ein großes, saalartiges Zimmer tat sich vor ihr auf; ein Bechsteinflügel stand mitten darin. Eine rotseidene, reich mit Gold bestickte Decke hing lässig darüber. Marlene schritt fast andächtig auf das kostbare Instrument zu. Ihre Finger sehnten sich danach, daraus zu spielen. Sie nahm auf dem runden Klavierstuhl Platz und ließ die Finger über die Tasten gleiten, um den Ton zu hären, und die Finger gelenkig zu machen, dann präludierte sie hinüber in ein Menuett von Mozart. Ein Menuett, das, lebendig und wirk- lich, die graziöse verschollene Welt der Herren mit den Puderzöpfen und Eskarpins, den zierlichen Degen an der Seite, heraufbeschwor, die graziöse verschollene Welt der Damen mit weißgepudertem Haar, in schweren, seidenen Faltenkleidern. Damen, die noch nichts ahnten vom Auto und vom Radio, die noch nichts ahnten von der Kameradschaftsehe, und daß Frauen hoch in der Luft über den Atlantik fliegen würden. Süß und lieb war das Menuett. Herzwarm und durch feine Reinheit berückend. Marlene^pielte aber auch ausgezeichnet. Ihr Anschlag war sanft und doch kraftvoll, ihr Vortrag voll Innigkeit. Nach dem Mozartschen Menuett spielte sie alte Volkslieder, bettete sie in weiche Akkorde und um- wand sie mit Ketten von perlenden Läufen. Als sie eine Pause machte, rief Frau von Malten von nebenan: „Bitte, spielen Sie weiter, Ihre Musik tut mir sehr gut." Nun fang Marlene. Es war ein Frsthlinglied von einem modernen Komponisten. Ihre Stimme war tief und biegsam. (Fortsetzung folgt.) besser, sie hätte andere Augen. Fortan mußte er wohl erst recht an die Tote denken. Mußte immer noch mehr als vordem daran denken, daß der Schleier wahrscheinlich niemals gelüftet würde, der so dunkel und undurchsichtig über dem Mord lag, und daß er sein Leben lang mit dem Verdacht behaftet bleiben würde. Frau von Malten unterhielt sich mit den beiden neuen Tischgästen. Olga war ziemlich lebhaft. Sie berichtete: „Mir bereitet es ein Riesenvergnügen, die Bücher zu ordnen, nur komme ich dabei ab und zu in die Versuchung, in eins davon etwas gründlicher hineinzuschauen. Ich habe schon riesig viel interessante Lektüre dabei entdeckt." Achim von Malten wandte sich an die ihm Gegenübersitzende. „Und Sie, Fräulein Werner, haben Sie beim Aufräumen auch schon etwas besonders Interessantes entdeckt?" Marlene fühlte, wie es eiskalt über ihren Körper glitt. Ihr war, als sähe sie in der schmalen langfingerigen Rechten Achim von Mattens einen Dolch aufblitzen, einen Dolch mit silbernem Griff, um den sich ein dünnes goldenes Schlänglein wand. Als sähe sie einen Dolch, an dem es eine Stelle gab, wo einmal ein vierblättriges Kleeblatt gesessen haben mußte. Sie blickte in das ernste Männergesicht und schämte sich. Ein Gesicht wie das Achim von Mattens konnte keinem Mörder gehören. Die vornehmen, offenen Züge, die klaren Grauaugen, der fast ein wenig weiche Mund — das alles paßte nicht zu dem Bild, das sie sich von einem Menschen machte, der ein armes junges Mädel ersticht und danach die Tat ableugnet. Achim von Matten hätte die Tat eingestanden und die Gründe angegeben, die ihn dazu gebracht. Sie antwortete: „Nein, Herr von Matten, ich habe noch nichts besonders Interessantes gefunden. Aber ich habe auch in keinem Buche geblättert, habe mich durch keinen Schriftstellernamen dazu verlocken lassen." „Eine ganz große Leseratte ist Fräulein Olbers", sagte Frau von Matten. „Sie kennen sie ja beide. Im übrigen ein ungewöhnlich tüchtiger Mensch. Denken Sie, sie ist hier auf Maltstein, seit ihr Vater, der unser Inspektor war, vor zwei Jahren starb, in seine Stellung eingetreten und verwaltet unseren großen Besitz zu unserer vollsten Zufriedenheit. Ich begreife oft gar nicht, wo sie noch die Zeit hernimmt, so viel zu lesen. Aber sie tut es. Sie hat die Erlaubnis, sich Bücher zu holen, wann sie will und so viele sie will, und sie tut es eifrigst. Ich würde Ihnen, weil sie hier in der Gegend gründlich Bescheid weiß, empfehlen, sich ein wenig mit ihr anzufreunden; aber sie ist keine besondere Frauenfreundin und oft schroff und burschikos." Achim von Matten hatte das Empfinden, die Worte träumten Blick. Ihre Augen hatten ihn sehr an LUa ■ seiner Mutter könnten Marlene ferner und Olga von Born erinnert. Es durchzuckte ihn, es wäre ^nhrnm nt einem fnlfrfien Urteil über Roberta brin» Hausfrauen Hausfrauen Am Dienstag, dem 26. Sept., nachm. 4 u.8Uhr, findet in Gießen, Cat6 Leib, Walltorstraße, ein interessanter Vortrag über ßlütiYnl mit praktischen Vorführungen statt. Neuzeitlich. Waschen, Einstärken, Glänzen, Formen und die dabei anzuwendenden Kunstgriffe für guten Sitz der Kragen und leichtes Ziehen der Krawatten, sowie deren Aufplätten werden gezeigt. Plättwäsche erwünscht 6881d Jede Dame erhält eine Ueberraschung! Referentin: Frau Else Stephan. Eintritt frei! Baumwollwaren für den Herbst! brauchsware per m MiUfleurs-Mustern per m per m —.88 täten Stoffspezialhaus BERNARD Gießen, Plockstraße 16 5870 A 150 cm täten . 32 42 42 .52 .58 .58 .58 .58 .72 Bekannt gute Qualitäten zu den denkbar niedrigsten Preisen Einige Tausend Reste von Bajimwollwaren weit unter PreisI Rockflanelle, 70 cm breit, meliert, anständige Ge- Schlafanzugflanelle, 70 cm breit, unzählige herrliche Muster in nur guten Qualitäten .. per m —.45, —.36 Flockköper, gebleicht, 80 cm br., mehr als 3000 m lagernd, in all. 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