Mittwoch, 23.Augustl93Z Nr. 196 Erstes Blatt 185. Jahrgang 164433 Sie Verstärkung der englischen Seerüstung 126524 M 1577;, 187045 221690 275188 313786 341019 203393 244609 264808 352082 7M 359015 10189 163408 202284 234568 261048 346287 129785 143800 183081 206492 226037 242358 275102 298100 324969 358134 393115 185175 203230 260007 313666 335990 384764 33539 361222 24804 99164 161871 190726 223121 277170 317360 357160 104533 136J98 163020 184787 221960 231359 247334 273543 305533 334348 369860 68970 374297 70231 166418 316711 381557 210666 248647 287533 379209 131125 145402 184357 209365 228396 243549 276462 305402 328175 358144 gsziehung lmden Gewinnt Dl. MM . 127575 L 4599 136655 IHM 188ß\4 162986 164601 263162 302481 335162 345006 157784 196055 ; 243921 i 266680 288077 . 325710 , 352686 377865 ' 397389 160943 200398 254724 267093 293304 334713 355327 379575 399050 203715 255345 270017 297059 335209 356701 385010 -M, iJJäf 58,39 13,80 16-3 16- 21-9 69,5* abzusehen. Daß aber Dr. de Cespedes vielleicht die einzige Persönlichkeit ist, die aus Eigenem heraus und vielleicht mehr noch aus den Verdiensten seines im Freiheitskampf bewährten Vaters über den genügenden Rückhalt im Volke verfügt, um einem blutigen Weitertreiben der Revolution entgegenzutreten, darf als sicher angenommen werden. Die Aufgabe, die er zu lösen hat, ist gewaltig. Zuerst muh er Mittel und Wege finden, die Vereinigten Staaten zur Zurücknahme der entsandten Kriegsschiffe zu bringen, dann muh er das auf das Tiefste erschütterte Vertrauen Wallstreet s zurück- gewinnen und vor allem versuchen, die Wirtschaftslage Kubas fühlbar zu bessern. Es sind, im Grunde genommen, genau dieselben Auf- Tl’u 81-1’ 35,09 Ausstellungsgelände ist der Wille der Jugend, mit den Klassengegensätzen endgültig aufzuräumen, zum Ausdruck gekommen. Hm den Gedanken der völkischen Gemeinschaft gerade unter zwei Klassen, die sich früher besonders schroff gegenüberstanden, voranzutreiben, wird zwischen dem Leiter der Arbeitsfrontjugend und dem Kreisführer des Rationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes eine enge Zusammenarbeit für alle Zukunft als notwendig erkannt und daher in folgender Form vereinbart: 1. An die Führer der Hochschulgruppen und Fachschulgruppen des RSDStV. ergeht die Anordnung, mindestens jeden vierten Versammlungsabend mit einer Kolonne oder Ortsgruppe der Ar- 58,63 61. 13,86 16.455 169.8* 22,06 69,82 71." 80.3? 34,9’ 6,136 48,05 12.44 3.053 169,92 69.85 62.06 71.65 13,88 0,932 3,0tf 58,67 22,1* 16,475 81.1 35.16 81.73 0,628 0,246 5,20’ 12,73 6050 »588 28577 35441 ung 5rlt____ 1,136 18,05 2,435 3,053 ,69.97 69.87 62,0° 71,6 13,89 0,932 3,073 58,68 22,1* 16,475 I! 16 0,246 5.20 12,<3 infnol^ stisch geäußert haben. Seine Abreise nach Europa dürste in ein bis zwei Wochen erfolgen. „Petit Parisien" läßt sich melden, dah Präsident Roosevelt Rorman Davis angewiesen hat, die Abrüstungs Verhandlung en zu beschleunigen, und dah er von den Mächten eine Herabsetzung ihrer Rüstungen erwarte. Der Präsident sagte einer Mitarbeiterin des Blattes, er sei davon überzeugt, dah der Kongreß den amerikanischen Vorschlag auf der Abrüstungskonferenz für Definierung des Angreifers ratifizieren und sich auch bereit erklären werde, d i e Neutralität der Vereinigten Staaten gegenüber einer Angreifernation wenigstens in wirtschaftlicher Hinsicht auf zu- geben. Auf die Frage, ob die neue Wirtschafts- oder Finanzpolitik Amerikas nicht zu einer Isolierung der Vereinigten Staaten und zur Zerreißung der internationalen Bande führen müsse, erklärte Roosevelt: „Mehr denn je sehe ich die Rotwendigkeit einer internationalen Zusammenarbeit ein. Das Ideal wäre eine restlos ausgeglichene Handelsbilanz, denn dann würde derGold- und Geldtransfer von Land zu Land überflüssig werden." beitsfront-Jugend zu veranstalten. Diese Abende werden betont kameradschaftlich- unterhaltenden Charakter haben, aber auch der gemeinsamen politischen und kulturellen Schulung dienen. 2. Die Jungarbeiterführer und Studentenführer werden von Zeit zu Zeit zu gemeinsamen Führersihungen, sowie zur gemeinsamen Schulung zusammengezogen. 3. Zu Beginn des Winters findet ein großer kultureller Kameradschaftsabend sämtlicher Berliner Jungarbeiter und Studenten statt. 4. Die Verbindung zwischen Jungarbeitern und Studenten wird auch über diesen vorläufigen festen Rahmen hinaus durch engsten Konnex und Austausch bei sämtlichen Unternehmungen gefördert werden. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Ericheinr lügttch, autzo Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustriert, Gießener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholl« Monat,-Bezugspreis: Mil 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, «xernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Vom Majoritätsprinzip zum Führerprinzip. Vizekanzler von Papen über den Umbruch der Nation.-Oie Frontgeneration an die Führung! Roosevelt fordert Beschleunigung der Abrüstungsverhandlungen. AeueZnstruktionen für Norman Davis -Amerika stimmt der Rüstungskontrolle zu. -—■ 22-WO (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Mexiko-Stadt, August 1933. (Durch Flugpost.) Man darf die Hoffnung haben, daß die blutigen Tage auf Kuba vorüber sind. Kriegsnnnister H e r r e r a, der nach der von ihm wohl noch unterstützten Flucht M a ch a d o s alle Gewalt übernahm, hat sich ebenfalls nach Florida bege- ben, und man will bereits wissen, daß Dr. C e s - p e d e s die vorläufige Präsidentschaft übernehmen wird. Ob Herrera in den Vereinigten Staaten bleibt, ob er dort im Ramen der neuen Regierung Verhandlungen mit Washington führt, um dann zurückzukehrcn und im neuen Kabinett wiederum das Kriegsministerium zu übernehmen. das ist im Augenblick noch nicht 797 28098 38608 51421 52.93073 .103635 109128 erblicb-n- 2« 7u’eje & 2 »u je 2 -u je 75000, S zu i« 132 zu je iE ), 1798 zu 1» 20)0, 500. 17848 zu ...... 395766 3764 8970 9404 14940 708 35951 36668 39401 566 90570 95537 ------ 36078I 391024 9201 13587 14439 21058 ,jon 47854 49827 65128 Das vom „Daily Telegraph" in großen Zügen angezeigte neue Flottenbauprogramm ist angesichts der immerhin noch bestehenden und nur bis zum Oktober vertagten Abrüstungskonferenz ein Ereignis von größter internationaler Bedeutung: an sich ist das Programm freilich keine Tleberraschung, da seit Jahren in England für die Wahrung der englischen Sicherheit zur See Propaganda gemacht wird und in den letzten Wochen die Pressemeldungen über den beabsichtigten Ausbau der japanischen und amerikanischen Kriegsflotte eine baldige englische Initiative erwarten ließen. Es handelt sich bei dem englischen Bauprogramm, wie übrigens auch bei dem amerikanischen und japanischen Bauvorhaben, offenbar nicht um eine eigentliche Aufrüstung, sondern zunächst nur um eine Ergänzung der Flotte innerhalb der Verträge von Washington und London. Dagegen bedeutet es eine ausgesprochene Abkehr von dem Geiste der Abrüstungskonferenz, die im Zeichen des Rüstungsstillstandes ins Leben getreten ist und außerdem als Grundlage ihrer Arbeiten den englischen Konventionsentwurf mit der Anregung angenommen hat, dah die Flottenrüstungen der Hauptseemächte in ihrem absoluten und ^-August 1933 W- gezogen 298U90 14277s 2661|, ® Ä S 168462 lÄ W* 270382 B ]gg ’te >«D° <®'; olles >eu 5,00, 1.60, daS^und hms allcrfü, fle6un- K ruhig. ' ^°Sg°n- TvS" 47,95 12,42 3,047 169,58 69,7 61.84 71,5' 13,84 0,928 3,082 58,55 22,10 16,435 80,97 35,08 81-62 0,826 0,244 5,195 12,71 Die Revolution auf der Zuckerinsel Kuba nach dem Umsturz. Machado ging - die Probleme blieben. Don unserem K ^.-Berichterstatter. Reu York, 22. Aug. (TU.) In zwei Wochen begibt sich der amerikanische Vertreter auf der Abrüstungskonferenz RormanDavis wieder nach Genf. In einer längeren Unterredung gab ihm Präsident Roosevelt umfassende Instruktionen. Es verlautet, daß Roosevelt bi^ früheren englisch-französischen Versuche, die Frage der Kriegsschulden mit der Abrüstung zu verkoppeln, schroff zurückweist und beide Fragen getrennt behandelt sehen will. Angeblich soll Roosevelt dem französischen Plan einer Rüstungskontrolle grundsätzlich z u st i m m e n. Er lehne aber schärfstens verschiedene Ausführungsbestimmungen des französischen Planes ab. Der Präsident stehe nach wie vor zu seinem Abrüstungsplan, wie er ihn im Frühvjahr bekannt gab. Er lehne es daher auch ab. weitere Aoi^csjionen, besonders h.nsichtlich politischer Sicherheitsgarantien zu machen. Ferner soll Roosevelt mit aller Deutlichkeit klargestellt haben, daß er auch weiterhin auf dem Boden des Macdonald-PlaneszurAbschaffung der Angriffs Waffen steht. Ebenso sei er bereit, an dem von Frankreich geforderten Konsultativpakt teilzunehmen. Rorman Davis i soll sich über die Aussichten in Genf o p t i m i - I Dülmen i. Westf., 22. Aug. (TU.) Vize» kanzler v. Papen war am Montagabend in Darfeld eingetroffen, wo er als Gast des Grafen von Crbdroste zu Bijchering auf Schloß Darfeld Abordnungen von Behörden und Verbänden empfing. Am Dienstag machte der Vizekanzler v. Pa- pen eine Fahrt durch die Umgebung seiner zweiten Heimat. Ueberall zeigte man dem Vizekanzler zu Ehren reichen Flaggenschmuck. Verbände und Kriegervereine umsäumten die Straßen. So ging es noch Coesfeld, nach Lette und von dort nach Dülmen, wo der Bürgermeister dem Vizekanzler das Ehrenbürgerrecht antrug. Rach einer Ansprache des Ortsgruppenleiters der RSDAP. überreichte der Landesführer des Stahlhelms dem Gefeierten die Urkunde der ihm seinerzeit in Münster angetragenen Chrenmitglied- schaft des Stahlhelms. Vizekanzler von papen führte in seiner Antwort aus: Mein Weg in diesem Dezennium war, politisch gesehen, eine i n ziger Kampf. Sie wissen, wie oft und nachdrücklich gerade wir in der bäuerlichen Bewegung gegen das System von Weimar getämpft haben. Sie wissen, wie oft ich bei Ihnen das Majoritätsprinzip geißelte und Ihnen den Dichtersatz zurief: Was ist Mehrheit? Mehrheit ist Unsinn. Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen. Die ganze Zerrissenheit unserer damaligen Zeit und die Verworrenheit unseres politischen Denkens könnten, wenn wir heute Rückschau halten, nicht besser illustriert werden als durch die Tatsache, daß mein Eintreten für den Feldmarschall des Weltkrieges im Jahre 1925 nicht in der politischen Partei, in der ich doch nichts suchte als die Verwirklichung unserer christlich-konservativen Weltanschauung, unmöglich machte. Noch im Oktober 1930 habe ich einen dringenden Appell an den damaligen Stander gerichtet, zum Führerprinzip zurückzukehren, sich der sozialistisch-parlamentarischen Diktatur zu entledigen und vor allen Dingen den Kern des damaligen deutschen Systems, die Preußenfrage, zu lösen. Zwar haben meine Worte damals ein weites Echo gefunden, aber sie sind nutzlos verhallt, bis die Ernte reif zum Schneiden war. heute fühle ich, daß etwas neues vor mir steht, wir haben es alle innerlich erlebt und erleben Os täglich neu, roieftartberlnnereUm- b r u d) i ft. in dem sich die ganze Ration be- finöel, seit der greife Feldmarschall unseren Kanzler zur Führung berief. Bewegten Herzens müssen wir es dem großen Soldaten, der wie ein erratischer Block in diese junge Zeit hinein- ragt, danken, daß er nach langen Kämpfen der Frontgeneration die Führung ü b e r g a b , daß er, der Feldmarschall, dem un- betannten Soldaten des Weltkrieges, er, der ostpreuhifche Adelssproh, dem einfachen Sohn des Balkes das Steuerruder des Reiches anoertraute. Lin solcher innerer Aufbruch, eine solche Loslösung von Formeln und Ideen eines verflossenen Jahrhunderts sind eine zu komplizierte Angelegenheit, als daß sie von allen Zeitgenossen verstanden und gewürdigt werden könnten. Am Rande dieses weltgeschichtlichen Geschehens ereignet sich vieles, das unreif und tadelswert ist. Die junge Generation, die der hauptsächliche Träger der neuen Zeit ist, muh sich eben stets vor Augen halten, dah die Gnade, in einer großen Zeit zu leben und Mitwirken zu dürfen am Reubau des Staates, auch strenge Pflichten in sich schlicht. Ich nehme die Urkunde meiner Ehrenmitglieb- schast im Stahlhelm um so lieber in Empfang, als ich diesen Mehrverband heute Schulter an Schulter mit SA. und SS. sehe. So muß es überall in deutschen Landen fein, nicht darum geht es, wer mehr Rechte hat. sondern wer sich in Erfüllung der Pflichten übertrifft. Stellung, Rang, Beziehungen, das alles tritt zurück hinter der einen großen Pflicht, dem Befehl und dem Sinn des Führers zu gehorchen und sich einzugliedern in die große Armee der Kämpfer um die Aufrichtung des Dritten Reiches. Bündnis zwischen jungen Arbeitern und Studenten. Enge politische und kameradschaftliche Zusammenarbeit. Berlin, 22. Aug. (ERB. Eigene Meldung.) Zwischen dem Führer der Arbeitsfrontjugend, Reichsleiter der Jugendbetriebszellen, Heinz Otto, und dem Kreisführer des Rationalsozia- listischen Deutschen Studentenbundes, FritzVP° ler, wurde folgender gemeinsamer Beschluß über die Zusammenarbeit von Studenten und Jungarbeitern gefaßt: Auf der gemeinsamen geistigen Grundlage bet Kampfparole „Für völkischen Sozialismus, gegen b i e Reaktion auf allen Gebieten" haben die jungen Arbeiter und Studenten Rorddeutschlands einen A r b e i t s - Pakt miteinander geschlossen. Durch die von Studenten und Jungarbeitern gemeinsam durch- gcfühMe Antiversailles-Kundgebung und durch die Kundgebung .Arbeiter und Student" im gaben, die Machado gestellt waren und ihre Lösung ist geradezu mit einer Quadratur des Zirkels zu vergleichen, wenn man davon ausgeht, dah eine Besserung der Wirtschaftslage nur durch einen engeren Anschluß an die Bereinigten Staaten möglich ist, dieser engere Anschluß aber gerade das darstellt, gegen das sich das kubanische Volk mit der ihm innewohnenden flammenden Leidenschaft wendet. Da zugleich die latein-amerikanischen Staaten, die eine Ausweitung des „Plattabkommens", das Washington eine gewisse Schuhherrschaft über die Perle der Antillen verleiht, nicht ohne Grund als Wiedererweckung der Monroe-Politik und als eine unmittelbare Bedrohung ihrer eigenen Selbständigkeit empfinden, so werden sie fein Mittel unversucht lassen, auf die innerpolitische Entwicklung so oder so Einfluß zu nehmen. Gerarde Machado war Diktator. Aber jeber feiner Rachfolger wird auch nicht anders denn als Diktator regieren können — sonst setzt et sich dem Aus und Ab aller unkontrollierbaren Einflüsse, die hier von allen Seiten aufeinanderstoßen, wehrlos aus. Dabei ist es überhaupt ziemlich gleichgültig, ob und wie weit er sich auf eine Mehrheit im Parlament zu stützen vermag. Auch Machados Gegner waren im Kongreß kaum vertreten. Sie nahmen demgemäß auch nicht an den Vorteilen teil, die nun einmal einem Politiker in diesen Breiten geboten sind, und sie richteten dementsprechend auch ihre ganze Propaganda gegen die Methodik der Diktatur. Sie forderten die Wiederherstellung verfassungsmäßiger Verhältnisse, eine ganze Reihe von durchaus notwendigen Reformen und eine Teilung der Verantwortlichkeit zwischen dem Präsidenten und dem Parlament. Machado hatte geglaubt, ihnen den Wind aus den Segeln nehmen zu können, indem er — wahrscheinlich unter dem Druck Washingtons — noch im Juli eine solche Verfassungsreform ankündigte, einen Teil der politischen Gefangenen entließ und bereit schien, einen Derständigungsfrie- ben mit ber Opposition zu suchen. Es schien einen Augenblick, als sollte eine Annäherung zustande kommen. Aber als boch wieder die Frage einer Verkürzung der Präsidenteüzeit aufgeworfen wurde, war wieder alles zerschlagen. Machado. nach einer Amtszeit von vier Jahren, im Jahre 1929 für eine weitere diesmal sechsjährige Periode gewählt, lehnte jede Diskussion über einen Rücktritt a b und wandte sich mit einer großen Proklamation an das nordamerika- nische Volk, das in „edler Form" bei der Bildung einer Republik mitgewirkt habe, deren äln- abhängigkeit, Frieden und Ordnung er allein gegen die Mächte ber Revolution unb ber Anarchie verteidige. Wieder flammte der Bürgerkrieg empor. Wieder durfte die Schutzgarde der Diktatur, die „P o r r a" schalten und walten wie ihr beliebte, Verhaftungen vornehmen und sich an dem Eigentum der Oppositionsführer bereichern. Aber auch die Opposition hatte sich nun eine eigene Truppe geschaffen. Von welcher Seite der größere Terror ausgeübt wurde, von feiten der Präsidenten-Tscheka oder von feiten der sogenannten „ABC", der aktivistischen Geheimorganisation der Machadogegner, darüber werden objektive Zeugnisse niemals zu erhalten fein. Ganz Kuba wär im Auf st and, im richtigen Bürgerkrieg: Handel und Wandel stockten: die Felder wurden nicht mehr bestellt: das Zuckerrohr, das einzige Produkt der Insel, nicht mehr zum Verladen gebracht und — bie Fremden flohen. Das Letzte war bas Schlimmste. Der Fremdenverkehr war noch bas einzige, bas ber üppigen Insel noch Gelb unb Brot brachte, nachbem die Tabakinbustrie schon lange unb bie Zuckerprobuktion unter ber Wirkung ber Weltwirtschaftskrise mehr unb mehr zum Erliegen gekommen waren. Durch bie Aufhebung ber Prohibition in ben Vereinigten Staaten empfing, so gesehen, bie Herrschaft Ma- chabos eine der schwersten Schläge. Das war sozusagen der Tropfen, der ben Becher zum Ueberlaufen brachte, ba nun bie beliebten Vergnügungsfahrten aus Florida zum Alkoholparabies Havanna nun- mehr spärlich Teilnehmer fanben, unb bei ber verschärften Kontrolle auch ber blühenbe Schmuggel von paßlosen Einwanberern über Key West sich nicht mehr in dem früheren Maße lohnte. Machado ist gegangen, die Probleme sind geblieben. Im Grunde genommen ist es bas Eingreifen bes norbamerikanischen Botschafters Mr. Summer Welles, bas in Form einer Vermittlungsaktion erfolgte, gewesen, bas zu ber sich über» stürzenben Entwicklung ben letzten Anstoß gab. Summer Welles hatte bem Präsibenten vorgeschlagen, wenigstens einen Urlaub für unbestimmte Zeit anzutreten unb durch Ernennung eines neuen Außenministers bie Möglichkeit einer verfassungsgemäßen Stellvertretung zu schassen. Da ber Außenminister bes Kabinetts Machado Dr. Orestes Ferrara italienischer Abstammung ist, konnte er nach der kubanischen Verfassung nicht die Präsi- dialgefchäste führen. Das war ein Stich ins Wespennest. Der Diktator weigerte sich, feine Partisanen drohten mit bem Abfall unb bie Führer ber Opposition, bie ihre kaum erlangte Freiheit bem amerikanischen Botschafter verbankten, ließen sich bie neue Propaganbamöglichkeit nicht entgehen. Sie eiferten am allermeisten gegen bie Vermittlung: sie riefen zu Demonstrationen auf, in benen b Hermann Stehr, der schlesische Romandichter, erhielt, wie schon gemeldet, den diesjährigen Goethe- Preis der Stadt Frankfurt. Auch für den diesjährigen Literarischen Nobelpreis wird Stehr genannt. Auch «aldaupista-j, Mt 8«*ttafung. lä°E"äÄ, « hA "oKrgehenden De- * von 261 Crstbesuchem batten IvIHchM. amen aus höheren Lehr, 'den sich 183 Abiturienten Mauden auherten 115 ^dene DerusswünschL männlichen die lveib- en keinen bestimm- ’■ Diese derhältnismäbig entschiedenen" setzt ltabgmger noch nicht ein. a sehr viele andere zwar innerlich doch wenig ge« zur Deratung kommen. hrt (Don Knaben 124, I tonten die kauf män- eauberuse. Alsdann e Berufe (die Zahl gibt chen Derusstounsches an): ter 45, Schuhmacher 38, ) Weihbinder 31, Elektro- ner 26, Dauschlosser 24, ^en: Schneiderin73, Haus« 1, Säuglingspflegerin 6. len 308 ossene Lehr- xm, 51 für Mädchens, von icnt durch unsere Bermitt- ifen. Infolge der noch sehr beitsmarktlage, die auch günstig beeinsluhte, Ivur- Lehrstellen toiettr jl\- 1- Lriahrung 5ro* 13 entlol/E^d tehrN- er uniergelonvm f/el/en-Stzrechstun. ngen, Meld, Lauterbach ! männliche und weiblich! aten und 63 in Lehrstellen • chs ein Drittel der ge- $lt aus den Auhenb^rk he Deru'seignung mögliM \ waren t4 besondere ätzt« vlogische Eignungsuntersu« sür das Duchdruägetoerbe ussantoärter geprüft- Sm eitgebern lieh sich Austeb >r auf ihre wahrschembche nst an Ratsuchende erteilt ener Arbeitsamtsbezirk 2772 [sgcburteniahrganflen* tzL'G E- werden müssen mie ^ÄÄL^menen MW Abschluß der Tagung deuWer Auslandslehm nahmen der Länder mehr oder roenii estpreise für öffnete Bürgermeister Der Dreschrnaschinenbesiher W. aus Nieber- Wöllstadt stand unter der Anklage der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung. Er war am 2. 3uni von Rieder-Wöllstadt aus mit seinem Kraftwagen unterwegs und zeigte sich da- bei einigen Freunden oder Bekannten Saburgefällig. bafj er sie in seinem Auto mitnahm. Wäh- Erster Tag. Langen, 19. ?lug. (WSN.) Das festlich geschmückte Langen, das in diesen Tagen sein 50jäh- riges Stadtjubiläum begehen kann, ist zugleich T a • gungsort der hessischen und hessennassauischen Bauern. Die Schirmherrschaft über diesen ersten großen Bauerntag feit der nationalen Erhebung hat Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger übernommen. Kurz nach 14 Uhr er» AationalsozialistischerVauemtaginLangen 10. Starkenburger Zunglandbundtag. Anlaß gegeben. Beispielsweise gehört das Steuerzahlen zu diesen unbedingten Notwendigkeiten. Ich kann Ihnen aber verraten, daß die hessische Regierung augenblicklich Maßnahmen trifft, daß die rückständigen Steuern auf Antrag gestundet werden können, derart, daß rein praktisch die Bauern von rückständigen Steuerlasten befreit werden. Wir haben außerdem für die Herabsetzung der Hy. pothekenzinsen von 8% auf 4‘/z Prozent gesorgt, aber alles geht nur allmählich. Wir sind nicht, wie jemand gesagt hat, am Ende, sondern wir stehen a m Anfang, und wenn man am Anfang steht, gibt es keinen Widerstand, der nicht überwunden wird, bis das große Endziel erreicht ist. Reichsminister DarrL wird schon rechtzeitig anordnen, wann das Getreide auf den Markt kommen soll, daß kein Schwundverlust entsteht. Zu 2: Das Bodenrecht ist so zu gestalten, daß große Sauernbetriebe in ihrem B e - stände erhalten bleiben und es unmöglich gemacht wird, den deutschen Boden zum Handelsobiekt zu machen. Die erforderlichen Maßnahmen in Hessen und Hessen-Nassau sind bereits so weit eingeleitet, daß sie ihren Zweck erfüllen. Das Feldbereinigungs- gefetz ist so geändert worden, daß auf Anordnung des Ministerpräsidenten die Feldbereinigung durchgeführt wird, und zwar so, daß der Landabzug nicht mehr als 7% Prozent beträgt und der dadurch freigewordene Boden wirtschaftlich nicht lebensfähigen bäuerlichen Betrieben zur Verfügung gestellt wird, wie überhaupt unser Streben nach der Neubildung von Bauerngütern gerichtet ist, denn die einzige Arbeitsbeschaffung, die für alle Zeiten gültige Werte schafft, ist die Siedlung. So werden wir allmählich zu einem Anerbenrecht kommen. Eine weitere Maßnahme wird fein, daß kein Acker unter 2500 Quadratmeter zusammengelegt wird. Zu 3: Errichtung eines Reichslandstandes. Wenn dieses Ziel erreicht ist, dann gibt es keinen hessischen und hessen-nassauischen Bauernstand mehr, keine einzelnen Landbünde, sondern eine Hauptabteilung I mit dem Bauern darin. Hier wird er erzogen zu einem nationalsozialistischen und deutschbewußten Bauern. In der Hauptabteilung II befindet sich die Leitung, in der Hauptabteilung III die Genossen, schäften und in der Hauptabteilung IV der christ- liche Landhandel. Der Zweck des Landslandes wird sein, dafür zu sorgen, daß die Dauern leben können, und zwar so, daß sie auf Grund ihrer Tüchtigkeit und Fähigkeit alle Zeil auf ihrer Scholle gesichert sind. Der Stellvertreter des Landbauernpräsidenten, Obmann Metz, unterstrich die Worte des Landesbauernpräsidenten. sozialismus selbst keine Ahnung heute nicht darum, Mino Getreide zu schaffen und diese Maßnahmen staatlich zu unterstützen, denn wenn der Staat von sich aus mit den ihm zur Verfügung stehenden Geldmitteln große Getreidemengen aufkauft und eines Tages auf den Markt werfen würde, würde der Bauer durch das dadurch hervorgerufene Sin- ken der Getreidepreise merken, daß diese Maßnahme nicht zu dem gewünschten Ziele führen würde. Ihr Bauern könnt euch darauf verlafsen, daß wir keine Maßnahmen auf kurze Sicht ergreifen, die morgen widerrufen werden müssen, sondern daß wir auf lange Sicht alles Notwendige zu Ihrer Lebensfähigkeit tun werden. Mein vor einiger Zeit erschienener Aufruf, nicht mehr Getreide zu verkaufen, als unbedingt notwendig ist, hat zu Irrtümern D a r m st a d t, 22. Aug. (WSN.) Am Freitagabend sprach auf der Tagung deutscher Auslanb- lehrer Direktor Schulz, Madrid, über: „Stellung und Ausgabe der deutschen Auslandschule im neuen Reich'. Der Redner führte u. a. aus: Die Zukunft kennt nur das deutsche Schicksal von heute, und der Nationalsozialismus ist das deutsche Schicksal geworden. Wer sich dieser Schicksalsgemeinschaft entziehen will, sei cs aus persönlichem Gekränktsein, sei es aus Tlnfähigkeit, sich noch eindenken zu können in diese Tlmbruchszcit, der soll wenigstens abwarten und uns nicht scheltend und schmälernd die Freude an der großen deutschen Zukunftshoffnung rauben. Auch am Samstagvormittag waren die Tagungsteilnehmer sehr zahlreich erschienen. Das letzte Fachreferat hielt Ministerialrat Or. Löffler-Stuttgart über „Die rechtliche Stellung der Auslandslehrer und ihre Sicherung beim Wiedereintritt in die Hei- mat". Der Redner hob vor allem die Problematik hervor, die in der rechtlichen Stellung des Auslandslehrers und in den dabei auftretenden Tatsachen und Begriffen liegt. Die deutschen Schulen im Ausland unterscheiden sich in doppelter Hinsicht von den öffentlichen Lehranstalten in Deutschland. Sie liegen erstens auf fremden Boden außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches und find deshalb im roefent- lichen dem Recht des Gastlandes unterworfen, sie ind zweitens in der Regel Privatschulen, deren Trä- ger ein privater Verein oder eine Gruppe von Personen ist. Es wäre eine wichtige Ausgabe, wenn das Privatschulrecht der verschiedenen Länder, in denen ich deutsche Auslandsschulen befinden, einmal unter )en wichtigsten Gesichtspunkten bearbeitet würde. Die Sicherung der Auslandslehrer seitens der Heimat, solange sie draußen sind, und bei ihrem Wiedereintritt in Den heimischen Schuldienst wirst eine Reihe von Problemen auf. Besonders wichtig ist die Siche» der Schwere des Vorfalls und der Leichtfertigkeit, mit der der Kraftfahrer das Fahrzeug geführt hatte, eine Gefängnisstrafe von neun Monaten, wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Kör» perterlehung. Das Gericht entsprach diesem Antrag und verurteilte den Angeklagten z-. neun MonatenGesängnis und zur Tragung der Kosten. * In längerer Verhandlung, die bis in die Abendstunden dauerte, hatte sich die Strafkammer noch mit einem Fall zu beschäftigen, der eine umfangreiche Beweisaufnahme erforderte. Ein Landwirt aus dem Dorfe Zell (Kreis Alsfeld), hatte sich in seiner Eigenschaft als ehemaliger Rechner der Spar- und Darlehenskasse Zell wegen Unterschlagung und einiger damit in Zusammenhang zu bringender Delikte zu verantworten. Die Beweisaufnahme konnte noch nicht abgeschlossen werden. Die Verhandlung wird heute morgen fortgesetzt. rung im Falle der Dienstunfähigkeit für den Lehrer selbst und seine Familie, die durch verschiedene Mah- liger gewährleistet Mittel und Wege Das wird nicht leicht fein, und ich fühle heute schon manche Widerstände. Ich vertrete den Standpunkt, daß, wer den Maßnahmen des Reichsbauernführers Darr6 Widerstand entgegensetzt, vom Nationalsozialismus selbst keine Ahnung hat. Es geht ist. Endlich kommt es darauf an, zu finden, um die aus dem Ausland zurückkehrenden Lehrer im Inland ihrem Alter und ihren Leistungen entsprechend in Den heimischen Schuldienst einzugliedern. Studienrat Nabe-Rio de Janeiro dankte den Männern, die durch tatkräftige Vorarbeit die Tagung so gehaltvoll gestalteten, msbesondere galt fein aufrichtiger Dank Herrn Staatsrat B l o ck , der nun sieben Jahre lang den Verband leitet. Möge auch fernerhin seine Tätigkeit zum Segen des Volkes und Vaterlandes gereichen. Der Vertreter der Reichsleitung des NSLB., Schulrat Dr. Henß-Gießen richtete dann ein markiges Schlußwort an die Versammlung. Die Tagungsteilnehmer gehen nun wieder an ihren Wirkungskreis. Sie haben die Pflicht, den deutschen Geist auch bei den Ausländsdeutschen lebendig werden zu lassen. Nationalfozialis- m u s heißt opfern. Mit Schaffung des Gaues Ausland des Nationalsozialistischen Lehrerbundes fei eine Menge Arbeit verbunden. Es gelte, alle draußenstehenden Lehrkräfte zu erfassen. Der Nationalsozialismus kenne keine Droh» ne n, sondern nur Arbeiter. In der Bewegung herrscht Disziplin, denn nur durch Disziplin wurde die Bewegung frei. Wer sich, so führte der Redner weiter aus, uns entgegenstellt, den betrachten wir als Verräter an Deutschland. Der Nationalsozialistische ßehrerbunt fall Deutschland nach außen stark machen. Alle müssen sich einreihen in die Kampffront Adolf Hitlers. Mit dem Gelöbnis treuer Gefolgschaft dem Führer und einem dreifachen „Sieg-Heil" dem Herrn Reichs» Präsidenten und Herrn Reichskanzler und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes wurde die Tagung geschlossen. Ministerpräsident Dr. Werner wies anschließend darauf hin, daß die deutsche Bauernbewegung seit langen Jahrzehnten in Hessen tets besonders lebendig und kraftvoll gewesen ist. Große Ausgaben stehen uns heute noch bevor, vor allem unserer Hitler- und Bauernjugend. Es gebe kein besseres Symbol als das mit den Worten gezeichnete Bild: Das beste in der Welt, ist der Pflug im Ackerfeld! Unser nationalsozialistisches Programm, das sagen wir allen Zweiflern, werden wir in die lat umsehen, wie wir überhaupt nie etwas versprochen haben, was wir nicht halten können. Der Aufbruch und Umbruch der Nation ist nicht ein Werk von heute auf morgen, sondern eine Arbeit für Jahrzehnte. Dazu gehört das Pflichtgefühl dis aufs äußerste für jeden beut» scheu Volksgenossen. Landesbanernpräfident Dr. Wagner führte hierauf etwa folgendes aus: Unfcre Ziele können wir in den folgenden drei Punkten zusam- menfaffen: 1. Aus den gegebenen wirtschaftlichen Verhältnissen, wie sie aus den vergangenen vierzehn Jahren noch bestehen, das Beste für die lieber- gangszeit herauszunehmen: 2. ein Anerbenrecht zu schaffen, das es in Zukunft unmöglich macht, daß mit dem Grund und Boden Handel getrieben wird; 3. der Aufbau eines Reichslandstandes. Im einzelnen erläuterte er diese Punkte folgendermaßen: Zu 1: Es geht darum, in der Seele unserer Bauernschaft den Geist liberallstischer Gedankenwelt, der sich stark ein- genistet hat, zu zerstören und an seine Stelle den Geist Adolf Hitlers, den Geist des Nationalsozialismus zu sehen. bert Schmidt, Steinheim, wies die 3ung« bauern auf ihre neuen Aufgaben hin. Der Abend vereinte den größten Teil der Bevölkerung, die mit Fackeln zum Festplatz gezogen war, in dem großen, 5000 Personen fassenden Bierzelt mit den Gästen. Auch hier wieder begrüßte Bürgermeister Gockel, der Prooinzsührer der hessischen Bauernschaft, die Anwesenden in einer längeren Ansprache. Nach anschließenden Worten des Landesführers der Iungbauernschaft, Landwirt Robert Schmidt (Steinheim), hielt ein gemütlicher Abend die Anwesenden noch lange zusammen. Zweiter Tag. Langen, 20. Aug. (WSN) Mit einem Fest- gottesöienft wurde der Haupttag^der großen hessischen Bauernoersammlung in Langen eingeleitet. Punkt 13 Uhr bewegte sich dann ein stattlicher Fest- zug durch die reichgeschmückten Straßen der Stadt nach dem Festplatz. Inzwischen hatte dort ein Massentreiben eingesetzt. Kurz nach 14 Uhr traf Ministerpräsident Prof. Dr. Werner im Kraftwagen von Darmstadt ein, etwas später Ministerialrat Ringshaufen, dann die Führer der hessischen Bauernschaft mit Landesbauernpräsident Dr. Wagner an der Spitze und schließlich das ehemalige Großherzogspaar von Hessen. Bürgermeister Gockel leitete die große Kundgebung mit herzlichen Begrüßungsworten an die hohen Gäste und die Bevölkerung ein und teilte mit, daß nach einstimmigem Beschluß des Gemeinderats die Stadt Langen dem Herrn Reichsstatthalter Sprenger das Ehrenbürgerrecht verliehen und zu Ehren von Herrn Ministerialrat Ringshausen die Waldschule in Ringshausen-Schule umbenannt habe. Ministerialrat Ringshausen sprach dann als Vertreter des Reichsstatthalters. Einleitend beglückwünschte er die Stadt zu ihrem 50. Jubiläum und überbrachte im Namen des Statthalters und persönlich der hessischen Bauernschaft und der Einwohnerschaft von Langen beste Wünsche und Grüße. Besonders sand er Worte der Anerkennung für Bürgermeister Göckel, dem ernsten und eifrigen Kämpfer für den Nationalsozialismus. Es sei mit Genugtuung festzustellen, daß die deutsche Bauernschaft nicht mehr allein stehe, sondern mitten in der Volksgemeinschaft und daß die früher rein berufsmäßige, -enge Gestaltung eines Festes heute der Tatsache Platz mache, daß die heutigen Feste zu deutschen Festen ausgeweitet würden, wie wir überhaupt jetzt endlich den Weg gesunden hätten, der von den einzelnen Berufsständen zum großen Ganzen des deutschen Volkes führe. Das fei ein Erfolg unseres Führers im Sinne seiner einmal ausgesprochenen Worte, daß aus Bauern, Bürgern und Arbeitern die große Einheit der deutschen Nation herzu- stellen ist. Der Bauer als solcher habe jetzt wieder mehr denn je das Gefühl, mit dem Grund und Boden verwachsen zu sein, und sei dadurch das Fundament für die Lebensfähigkeit des ganzen Volkes. Der Weg zum Ziel sei noch weit, aber die Bauern könnten und sollten das Vertrauen zu ihren Führern haben, daß alles zu ihrer Lebensfähigkeit Erforderliche getan werde. rend dieser Fahrt gab es. wie die Beweisaufnahme unb die Zeugenaussagen erwiesen, verschiedene Aufenthalte, während der er verschiedentlich wm Trinken eingeladen worden war und so im Laufe des Nachmittags etliche Gläser Bier und auch Aepfelwein zu trinken Gelegenheit hatte. 3n 3lbenstadt ereignet« sich dann bei der Einfahrt in das Dorf ein schwerer Unfall, der den Tod eims Reichswehrsoldaten zur Folge hatte. Außerdem wurde ein junger Mann schwer verletzt. Der Reichswehrsoldat verstarb auf der Stelle. Die Beweisaufnahme erbrachte, daß der Kraftfahrer innerhalb der Ortschaft nicht langsam genug gefahren war, außerdem die von ihm zu fordernde Vorsicht außer Acht ließ und unter dem Einfluß der alkoholischen Getränke stand, die er im Laufe des Nachmittags zu sich genommen hatte. So verlor er, nachdem er einen Planwagen überholt hatte, die Herrschaft über sein Fahrzeug und überfuhr I die beiden jungen Leute, die auf dem Gehsteig gingen. Der Staatsanwalt beantragte in anbetracht | und Landtagsabgeordneter Gockel die große Landwirtschaftsausstellung und den Festplatz. Er führte u. a. aus: Wir Bauern von der Ackerscholle wissen ganz genau, daß der Bauernstand nicht leben kann, wenn nicht gleichzeitig damit Hand in Hand unsere Industrie, unser Handwerk und Gewerbe arbeiten und leben kann. Der nationalsozialistische Staat steht auf dem Standpunkt, daß der deutsche Bauet der Ernährer des deutschen Volkes fein will und fein muh. Und es ist ganz klar, daß, wenn wir diese Aufgabe ganz erfüllen wollen, mir die übrigen Berufsstände, namentlich die Industrie, Handel und Gewerbe mit dabei haben müssen. Die deutsche Wissenschaft fetzt uns heute in den Stand, bedeutend höhere Erträge zu erzielen, wie es früher möglich war. Wissenschaft und Praxis müssen in glücklicher Verbindung zur Erringung weiterer Fortschritte Hand in Hand arbeiten. Nur durch das Verständnis aller für unsere großen Aufgaben und durch das Verantwortungs- aefühl unserer Führer können wir die Produktion steigern und allmählich wieder in der Welt den Platz einnehmen, der uns gebührt. Wir wollen im Vertrauen auf unseren genialen Volkskanzler Adolf Hitler an unsere Arbeit gehen. Jeder fülle den Platz aus, auf den er gestellt ist, dann wird es auch in Deutschland wieder überall Arbeit und Brot geben. An die Eröffnungsrede schloß sich ein Rund- gang durch das Ausstellungsgelände an. Zahlreiche Firmen aus Langen, Darmstadt, Frankfurt a. M. und Umgebung hatten ihre Erzeug- nisse und Waren ausgestellt. Oie Veranstaltungen. Um 17 Uhr begannen die Wettkämpfe der Reiterabteilungen Dietzenbach, Heusenstamm, Sprendlingen, Reu-3senburg, Griesheim, Arheilgen und Eberstadt unter Leitung von Polizei-Hauptmann Spatz, Darmstadt, bei denen meist ein ausgezeichnetes Pferdematerial zu sehen war. 3nzwischen tagte die Vertreterversammlung der 3ungbauernschaft im Gasthaus „Zum Frankfurter Hof". Landesgeschäftsführer Dümas hielt das Referat über „Die Aufgaben der 3ungbauernschaft im nationalsozialistischen Staat", in dem er darauf hinwies, daß es heute gelte, den Materialismus, der sich in der deutschen Bauernschaft eingenistet habe, zu überwinden und auszumerzen. Das sei die Hauptaufgabe der 3ungoauern. Sie muhten in dieser Richtung auf die ältere Generation Einfluß nehmen und dafür Sorge tragen, das Gedankengut Adolf Hitlers in allen Volksgenossen- schäften lebendig zu machen. Auch Landwirt Ro-> Eintrittsgeld zu Gemeinderatssihungen WER. Haßloch, (Kr. Groß-Gerau), 22. Aug. Der hiesige Gemeinderat hat beschlossen, zu den Gemeinderatssitzungen von den Zuhörern ein Eintrittsgeld von 20 P f. zu erheben. Das kleine Haßloch wäre damit die erst« deutsche Gemeinde, die sich eine derartig« Einnahmequelle erschlossen hat. Namhafte Vertreter der Wissenschaft, die sich mit dem Gebiet der Zahnpflege eingehend befaßten, bekunden, daß die KOLYNOS Zahnpasta allen Forde- rungen, die an ein wirkungsvolles Zahnpflegemittel gestellt werden müssen, entspricht. KOLYNOS Zahnpasta vergrößert ihr Volumen im Munde um das 25sache und bringt bis in die feinsten Zahnspalten. Die Reinigung ist daher denkbar gründlich, und der mißfarbene Zahnbelag verschwindet, ohne daß der Zahnschmelz angegriffen wird. KOLYNOS ist im Gebrauch sehr sparsam, denn schon 1 cm auf trockener Bürste genügt, um die volle, unübertroffene Wirkung zu erzielen. 5106V bienrätin; am 1. August der Studienassessor Karl ßü II aus Frankfurt a.M. zum überplanmäßigen Studienrat: der Studienassessor Dr. Karl Obmann aus Nidda zum überplanmäßigen Studienrat; sämtlich mit Wirkung vom 1. August 1933 an. * Der Führer des Gießener Garten- b a u e s. In unserem gestrigen Bericht „Der Gartenbau im Ständestaat", in dem über die Versammlung der Bezirksgruppe Gießen im Reichsverband des Deutschen Gartenbaues am Montagnachmittag im „Hindenburg" referiert wurde, ist infolge eines Irrtums die Persönlichkeit des Führers falsch bezeichnet worden. Zum Führer des Gießener Gartenbaues wurde nicht Herr August Schneider, sondern Gärtnereibesitzer Rudolf Schneider bestimmt und bestätigt. ** Die Handwerkskammer-Umlage für das Rechnungsjahr 1933 ist, wie die Bürgermeisterei Gießen tm heutigen Anzeigenteil bekanntgibt, nunmehr festgelegt worden. Die Höhe der Umlage, die in vier Zielen zu entrichten ist, ist aus der Bekanntmachung der Bürgermeisterei ersichtlich. ** Weiter« Gebührensenkung im Kraftfahrzeugverkehr. Nach amtlicher Mitteilung hat der Reichsverkehrsminister die Gebühren, die den amtlichen Sachverständigen für die Prüfung von Krafllahrzeugen, Kraftfahrzeug- führern, Fahrlehrern, Lehrwagen und Lehrmitteln zustehen, wesentlich gesenkt. So kostet z. 2. die Prüfung eines Kraftwagens am Wohnsitz des Sachverständigen nur noch 15 Mk. (bisher 18 Mark), eines Kleinkraftrades 7 Mk. (bisher 10 Mark-, eines anderen Kraftrades 10 Mk. (bisher 13,50 Mk.). eines Kraftwagenführers 10 Mk. (bisher 13,50 Mk.). eines Kraftradführers 7,50 Mk. (bisher 9Mk.). Die neue Gebührenorbnung wirb vom Reichsverkehrsminister in dem voraussichtlich am Freitag, 25. August, erscheinenden Reichsministerialblatt veröffentlicht: sie tritt am Tage nach ber Veröffentlichung in Kraft. Strafkammer Gießen. Gestern beschäftigte sich die Strafkammer in längerer Verhandlung mit den vielfachen Delikten eines Diebesklceblatts, das im Laufe des vergangenen 3ahres durch eine stattliche Anzahl von Einbrüchen, Einbruchsdiebstählen, von einfachen Diebstählen und Gelegenheitseinbrüchen von sich reden machte. Allerdings hatten es diese Diebe, die oftmals gemeinsam zu Dritt, verschiedentlich aber auch zu Zweien auf ihre Raubzüge gingen, nie auf größere Objekte abgesehen, vielmehr stahlen sie in der Hauptsache Dinge, die dem Lebensunterhalt dienlich waren, ferner kleine Gebrauchsgegenstände, Fahrräder usw. Es handelte sich bei den Angeklagten um die Arbeiter Adolf Viehmann, Albert Reu- Haus und Wilhelm S p e n g e l aus Kinzenbach. 3hr Arbeitsfeld war die nähere und weitere Umgebung ber Stadt Gießen. Sie tauchten meist zu nächtlicher Stunde, oder am frühen Morgen auf. Verschiedentlich machten sie in Gießen Deute, sie beunruhigten aber auch die Orte Ruttershausen, Wieseck, Lollar, Staufenberg, Kessel- bad) usw., bis es ber Polizei gelang, bie Täter zu fassen unb zu überführen. Besonders hatten es bie Einbrecher auf Kaninchenställe abgesehen, die sie ausraubten, bie Tiere oftmals an Ort unb Stelle schlachteten unb bann unter sich verteilten. Hühner unb Enten, Speckseiten, Obst unb Gemüse hießen sie mitgehen unb brachten alles nach Hause. Der Angeklagte A. N. zeigte sich in berHaupt- rerhanblung geftänbig unb gab eine lange Reihe von Diebstählen zu, wollte aber glaubhaft machen, bah er von feinem Genossen A. D. zur Beteiligung an biesen Diebstählen verleitet worben sei, wie überhaupt A. V., ber als Hausierer über Land zog. bie günstigen Gelegenheiten ausbalbowerte und dann seine Komplicen verständigte. A. D. gab mit einigen Einschränkungen eine Anzahl von Diebstählen zu. Der dritte Angeklagte schien, so- weit sich aus der Vernehmung der Angeklagten ergab, der passivere Teil des Kleeblatts gewesen zu sein, indem er sich häufig darauf beschränkte, Schmiere zu stehen. Die Beweisaufnahme nahm geraume Zeit in Anspruch, da manches ber Delikte wiederholt behanbelt werden muhte, wenn bie Teilnahme bes einen oder anderen strittig war. Der Staatsanwalt beantragte für den Haupttäter, den Arbeiter A. D., dem die Beteiligung an 21 Diebstählen, Diebstahlversuchen, Einbrüchen usw. nachzuweisen war, eine Freiheitsstrafe von insgesamt 4 Jahren und 6 Monaten Zuchthaus, für den Angeklagten A. 91., dessen Beteiligung an 17 Delikten anzunehmen war, 2% Jahre Gefängnis und für den dritten Angeklagten W. Sp. 1& Jahre Gefängnis. Er hatte sich an 7 Diebstählen beteiligt. Da sämtliche Angeklagte mit Freiheitsstrafen für frühere Straftaten belegt sind, wurden die bereits erkannten Freiheitsstrafen in das Strafmaß einbezogen. Das Gericht verurteilte nach längerer Beratung den Arbeiter Viehmann zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis sowie zum Ehrverlust für bie Dauer von 3 Jahren, den Arbeiter Neuhaus zu 2 Jahren Gefängnis und Spengel zu 1 Jahr Gefängnis. Das Gericht nahm als strafmildernd an, daß es sich bei den begangenen Diebstählen nicht um Bandendiebstähle, sondern um Einzelhandlungen handelte. Gleichfalls wurde als mildernder Umstand die Notlage der Angeklagten in Betracht gezogen. reich unb Preußen. — 1923: bie Türkei ratifiziert bat Friebensvertrag von Lausanne. Beförderung des Stahlhelm-Landesführers von Hessen. Der Dunbesführer des Stahlhelm hat den Stahlhelm - Lanbesführer von Hessen, Dr. K e ß l e r, zum Divisionsführer ernannt e * Schulpersonalien. Das hessische Per- sonalamt aibt bekannt: Ernannt würben am 1 August der Studienassessor Georg Christ aus Lengfeld Kreis Dieburg, zum überplanmäßigen Studienrat: der Studienassessor Dr. Martin Wagenschein aus Gießen zum Überplanmäßigen Studienrat, beide mit Wirkung vom 1. August 1933 an; bie Stubienassessorin Dr. Elisabeth Matthes aus Nieber-Beerbach, Kreis Darmstadt, zur überplanmäßigen Studien- rätin mit Wirkung vom 1. September 1933 an: am 31. 3uli die Stubienassessorin Dr. Lotte Block aus Gießen zur überplanmäßigen Stu- Groß en-Lind en, 22. August 1933. DEUTSCH! SUPfQDHOSDHAT INOUSTDIt G.M.8.H. BEQLIN.W15 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 24. August, nachmittags 4 Uhr statt 04914 Ab morgen Donnerstag: 5251 c auf dem Neuen Friedhof statt. 5241 D Regen- und Wettermäntel 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 5234 D c Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Karl Schupp und Frau Marie, geb. Keßler. 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Und in seinem grenzenlosen Glück darüber und in seiner grenzenlosen Dankbarkeit gönnte er ihr, was nicht jeder Mann in dem Maße erlaubt hätte! — Das Tagesgespräch der Stadt war die bevorstehende Uraufführung der Oper „Des Meeres und der Liebe Wellen" von Kapellmeister Bruno Halling. Die Zeitungen brachten allerlei Mitteilungen, und die Spannung auf dieses Ereignis wuchs. Wie vereinbart, war Magussi bei jeder Probe zugegen, ohne daß es bemerkt wurde. Sie saß im Hintergrund einer Loge des dunklen Zuschauerraums, und ganz Ohr und ganz Auge war [ie; alles nahm sie in sich auf, als ob sie mit auf der Bühne stände. Sie erfaßte mit ihrem geübten Ohr und Gefühl, daß sie die Hero gesanglich viel besser beherrschte als die dazu bestimmte Sängerin Asta Grellberg. Auf die Bühne hätte sie stürzen mögen und ihre Rolle singen; alles in ihr zitterte danach. Wie schön Bruno Hollings Musik klang! — Glücklich die, die dieses herrliche Werk zum Erfola führen durften. Aber die Gewissensunruhe, die sich Magussi wegen ihres Geheimnisses vor dem Gatten machte, wurde stärker — ob sie sich ihm nicht doch anvertraute? Aber nein — nie hätte er ihr ja gestattet, auf der Bühne zu stehen — und sie, sie fieberte förmlich danach. Alles hätte sie darum gegeben. Und es war gar wohl zu vereinen: ausübende Künstlerin und liebende Gattin zu sein! Wenn sie die Erfüllung ihres Seins und dadurch restlose Befriedigung gefunden, so trug der Gatte nur Vorteil davon, so strahlte ihre Zufriedenheit auf ihn über, und doppelt groß war beider Glück. So tröstete sich Magussi über ihre Bedenken hinweg. Sie wußte gar wohl, daß das, was sie plante, noch nie dagewesen war. Aber: Heimlichkeit und Mangel an Vertrauen ist das Schlimmste und Kränkendste, was ein Ehegatte dem andern zufügen kann! Und das bedachte Magussi nicht. Die Fürstin Waldenau war von ihrem Sommer- sitz wieder in die Stadt zurückgekehrt. Zweimal in der Woche mußte Magussi den Tee bei ihr trinken und musizieren. Die Dame hatte die anmutige Frau, deren Gegenwart ihrem Alter Labsal war, wie sie sagte, ganz in ihr Herz geschlossen. Einem dunklen Drange horchend, aleichsam Rechtfertigung heischend, erzählte Magussi der Fürstin, daß sie die Partie der „Hero" in Bruno Hallings Oper studiert habe, um einspringen zu können, falls Asta Grellberg versagte, der er bei ihrer Nervosität allerlei zutraute. „Kind!" Die Fürstin war wirklich erschrocken, „was wagen Sie!" „Siehst du den interessanten Kapellmeister noch öfter?" „Wir musizieren viel miteinander!" Silo dachte sich ihr Teil; diese Bekanntschaft hotte trotz der Unterbrechung durch die Reise also kein Ende gefunden! Das war höchst merkwürdig! Lilo war von ihrer Reise sehr enttäuscht; denn sie hatte gehofft, daß Kurt von Langen sich ihr doch erklären würde. Sie beide gehörten nach allem zusammen, — aber wie geschickt sie es auch angefangen, er verstand, ihr auszuweichen! Und aus ihrer gereizten, enttäuschten Stimmung heraus, von ihrer bisherigen Klugheit verlassen, hatte sie ihm aus nichtigen Anlässen Szenen gemacht, so daß er oor- zog, sich für den Rest der Reise, die sie beide so vorsichtig und schlau eingeleitet, von der launenhaften Freundin zu trennen, was sie sehr geärgert. Nach ihrer Rückkehr hatte sie ihn noch nicht gesehen. Augenblicklich war er bei seinem Bruder auf dem Gut; es schien beinahe, als wollte er sich dort ernsthafter betätigen. Nur einen kurzen Kortengruß hatte er ihr gesandt, um nicht unartig zu wirken. Lilo konnte in der Stimmung, in der sie sich befand, das Alleinsein zu Hause schwer ertragen — was war natürlicher, als daß sie da Magussi, die alte Freundin, wieder öfter aufsuchte! Merkwürdigerweise traf sie sie aber häufig nicht daheim an; entgegen ihrer früheren Gewohnheit schien Magussi jetzt mehr auszugehen. Sie war auch verändert, zerstreut, mit ihren Gedanken ganz wo anders. Ob das wohl nicht mit dem interessanten Kapellmeister zusammenhing? Dieser Gedanke hakte sich fest in Lilo, und sie begann, Magussi heimlich und unauffällig nachzuspüren. Und mit Erfolg! Was tat die Freundin schon vormittags im Stadttheater? Sehr schlicht und unauffällig angezogen, mit einfachem, langem Mantel und tief in den Kopf gedrücktem Hut, benutzte sie die Künstlerpforte als (Sin- gang, und lange, sehr lange blieb sie im Theater. Mehrere Tage hintereinander hatte sie das beobachtet; ebenfalls war ihr nicht entgangen, daß der Kapellmeister Magussi öfter begleitete und beide sich dann sehr, sehr angelegentlich unterhielten. Lilo hatte überlegt, ob sie der Freundin nicht einmal „zufällig" begegnen und sie in Verlegenheit bringen solle — doch sie verwarf den Gedanken wieder. Das hatte noch immer Zeit. Vorläufig war es vorteilhafter, noch im Hintergrund zu bleiben und die Augen offen zu halten; ein geschickter Privat- defektiv konnte vielleicht auch noch allerlei Stoff liefern. Wer hätte solche heimlichen Abenteuer von der blonden, zurückhaltenden Magussi vermutet — ja, ja, stille Wasser sind tief! Von dem, was sie da alles beobachtet und sich zusammengereimt hatte, war sie zum Zerspringen angefüllt, wußte aber niemanden, dem sie sich Mitteilen konnte. Denn so klug war sie doch, sich nicht einem Erstbesten anzuvertrauen. (Fortsetzung folgt.) _. „ ^leisiiZes Meinmadcheri für Haus, Küche, Wasche u. etw. Gartenarbeit i.Einfam.» Haus z.1.9. gesucht. 04909 Aulweg 48. |Stellengesuche| Fräulein 38 Fahre alt, in nur la Stellungen tätig gern. (b. Todesfall arbeitsl.gew.sdurch- aus selbst, in allen Arb., sucht Stellung a.Haush.evt.Stütze. IaZeugn.Schr.Ang. u. 5245v a. d. G. A. | Verschiedenes! Donnerstags von 5'/rUhr nachmittags Zwiebel - buchen BäckereiLange Neustadt 37. «smD ZuverlässigesMädchen aus gutem Hause, in Küche und Haushalt perfett, zum 1. Sept, oder spater gesucht 04918 Wernerwall 33 v. Ehrliches, sauberes LNavrhen das gut kochen kann, sofort gesucht. Schr. Angebote u. 04926 an den Gieß. Anz. „Alles, Durchlaucht!" — Magussis Augen leuchteten schwärmerisch, als sie der Dame von der Oper erzählte, wie geschickt der Text gedichtet sei, natürlich zusammengezogen, bei markanten Stellen die wundervollen Verse Grillparzers wörtlich genommen zum Teil. — „Darf ich Durchlaucht die große Arie Heros Vorsingen, als sie allein in ihrem Turmgemach ist?" Und ob die Fürstin damit einverstanden war! Hingerissen lauschte sie Magussis Stimme, die m wunderbarer Weichheit und Süße durch den Raum schwebte. — „Und reichte meine Stimme bis zu dir, ich rief grüßend gute Nacht!" schloß sie in zitternder Sehnsucht. „Ja, Kind, Sie können das Höchste wagen!" sagte die Fürstin nach einer Weile, „Sie sind auserwählt unter vielen Hunderten! Sie sind begnadet! Doch eins, meine liebe, junge Freundin, will mir nicht in den Sinn: Warum vertrauen Sie sich dem Gatten nicht an? Bei Ihrer hohen Künstlerschaft muß er Außergewöhnliches auch gutheißen!" Ja, warum tat sie es nicht? Weil sie wußte, er würde es ihr verbieten — und das wäre so gewesen, als würde er ihr die Luft zum Atmen nehmen! — Lieber ihn vor die vollendete Tatsache stellen und ihn dann mit ihrer größten Liebe umgeben — denn verlieren wollte sie den Mann nicht, dem sie jetzt mit Seele und Leib angehörte. Sie hoffte, wenn er gesehen, welche Fähigkeiten in ihr steckten, daß er doch dann von seinem starren Standpunkt abgehen wurde. Die Fürstin schüttelte den Kopf, als Magussi ihr ihre Ansichten darlegte. „Sie sind em großes Kind, Frau Magussi. Von Herzen wünsche ich, daß Ihnen der Frieden Ihrer Ehe erhalten bleibe! Ich fürchte aber, daß es nicht so glatt abgehen wird, wie Sie denken! Täuschung eines Vertrauens rächt sich .oft bitter!" — t ... m Lilo von Konsilius war auch wieder zurück. Natürlich suchte sie die Freundin, auf deren Angelegenheiten sie sehr neugierig war, sofort auf. Mit stürmischer Freude, die viel zu laut war, um echt zu sein, begrüßte sie Magussi, die mit ihrer feingestimmten Seele schmerzhaft den falschen Ton empfand. Ohne daß sie es wollte oder wußte, war in ihrer Art eine leise kühle Abwehr, über die Lilo sich ärgerte. War Magussi die fürstliche Huld so in den Kopf gestiegen, daß alte Freundschaft ihr nichts mehr galt? Lilos scharfen, mißgünstigen Augen entging nicht, wie reizvoll Magussi in der Zeit, in der sie sich nicht gesehen, entwickelt hatte — wie von innen durchleuchtet war das aparte anmutige Gesicht — eine Schönheit war sie, die überall Aufsehen erregte. „Singst du noch immer so viel?" fragte Lilo. „Du kennst ja meine Leidenschaft; sie hat sich nicht geändert." , „Und dein Mann, Magussi? Ist er damit noch immer einverstanden?" „Wie ich dir schon gesagt, ich störe damit nicht und nehme ihm nichts." Das Wunder der Magussi Weiser Roman von Fr. Lehne. Urheberschutz durch E. Ackermann, Stuttgart. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten! 12. Kapitel. Immer mußte Bruno Halling die junge Frau ansehen — Wunder hatte ihre Reise gewirkt. Noch schöner war sie geworden. Sie war wie von einem heimlichen Leben durchglüht; aus ihrem jubelnden Gesang hörte er es; nie hatte sie so gesungen wie jetzt — nun war auch das Letzte da, das er noch vermißt. Und eines Tages sagte er es ihr, kurz, barsch, um Eifersucht zu verdecken: ob einer in ihr Leben getreten? w Das durfte nicht sein; diese süße Frau gehörte doch ihm schon längst in Gedanken. Ein schwaches Rot glitt über die von der Seeluft leise getönten Wangen Magussis, — „ich habe mich so in meine Rolle vertieft!" entgegnete sie, „immer und immer wieder — ich will das Beste geben!" .. , Scharf sah er sie an; ihre Antwort genügte ihm nicht. „Ist Ihnen ein Leander begegnet, der das geweckt, was noch in Ihnen geschlafen?" In eisiger Abwehr erstarrte ihr liebliches Gesicht; das durfte selbst ein Bruno Halling nicht sagen. Sofort merkte er, daß er eine Ungeschicklichkeit begangen, die wieder gutzumachen er sich beeilen mußte. Schnell, ehe sie auf seine Bemerkung etwas erwidern konnte, nahm er ihre Hand und zog sie an seine Lippen. „Verzeihung, gnädige Frau, doch ich dulde nichts, was Sie meinem Werk entfernt! Dem allein nur dürfen Ihre Gedanken gehören." Da war sie wieder versöhnt. War es nur das? — Seine Künstlerselbstsucht war groß. „Sie wissen doch, Kapellmeister, daß ich an nichts anderes denke als an Ihre Oper, die auch die meine geworden ist. Sie wissen doch, daß ich verheiratet bin! — Und nie würde ein Leander Einfluß auf mich haben, da ich bereits meinen Leander habe", schloß sie scherzend. Tief blickte er in ihre Augen. „Wirklich?" „Ja!" Groß erwiderte sie seinen Blick. Er war so klug wie zuvor; denn er wußte doch nicht anders, als daß sie mit dem Gatten in einer gleichgültigen Vernunftehe lebte, zu diesem Bunde von ihrem Vater nur gezwungen! Und doch diese spürbare Aenderung in ihrem Wesen? —________ | Vermietungen | Sonn. 4-Zimm.-W. i.FugenheimEgstr. vart., m. Abschl. u. all. Zubeh., Gart. i. gut.,ruhig.Hause, f. 55 Mk. z. 1. Okt. z. verm. Näh.rJugen- heim, Bgstr., Sand- rnühlstraße 81.Q488O 4—5-Zimm.-Wohn. m.komvl.Bad, Balkon,1.Stock.z.1.10. z.verm. Näh.Haas, Schubertstr.2,11 ■04917 3-od.4-Zim.-Whg. (Südv.)m.Zentralh. Bad,sof.o.sp.z.verm. Schriftl.Angeb.unt. 04915a.d.Gieß.Anz. ImZentrurnLsonn. Zimmer, m. Balkon z. 1.10.33 zu verm. (evtl. 6-Z.-Wohng.) Schrift!. Ang. unt. 04923 a. d. G. A. 1 schönes Zimmer, st. Wasser, 1. Stock, an Dauermieterlin) zu vermieten. Schr. Angebote u. 04921 an den Gieß. Anz. 1 Zimmer uni Küche auch als Werkstatt, Lager und Büro z. 1.10.33 z. vermiet. 04922 Blockstraße 7. MöbLlimmer in Waldesnähe mit und ohne Pension billig zu vermieten. Näheres 52330 FlughalenGieBen N.Univ.f.Dauerm. gemßll. Seim mit u. ohne Nervst, in Billa mit Park. Schrift!. Ang. unt. 4965 D a. d. G. A. nr. 196 Zweites Blatt Mittwoch, 25. August (933 Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheflen) Das ^echt im täglichen Leben. nach Eintritt der Dunkelheit mit unbeleuchtetem Fahrrad schnell durch die Straße rasenden Radfahrer durch Festhalten anzuhalten suchte; der Radfahrer kam dabei zu Fall und verletzte sich erheblich. Während das Oberlandesgericht Königsberg den Beamten für haftpflichtig erklärte, weil sein Verhalten unberechtigt gewesen sei, hat das Reichsgericht die Klage zurückgewiesen. Das Reichsgericht stellt sich dabei auf den Standpunkt, daß es sich in solchen Fällen für den Polizeibeamten nicht nur darum handelt, einen eine verhältnismäßig geringfügige strafbare Handlung, nämlich die Äebertretung einer Vorschrift der Verkehrsordnung Begehenden anzuhalten evtl, seine Person festzustellen oder ihn sogar festzunehmen, sondern der Beamte hat auch die Pslicht, dafür zu sorgen, daß die begonnene strafbare Handlung, sei es das Fahren mit unbeleuchtetem Rade, das Zuschnellfahren o. ä. verhütet wird. Die Gefahr liegt also weniger in der bereits erfolgten Tätigkeit des Radfahrers, sondern in der durch die Fortsetzung seines Verhaltens liegenden erheblichen Gefährdung des Verkehrs. Das gilt selbst in den Fällen, in denen das Anhalten des Radfahrers auf gut beleuchteten Straßen geschieht, auf denen also die Verkehrsgefährdung eine verhältnismäßig geringe ist, denn es steht in solchen Fällen niemals fest, ob der Radfahrer auf seiner weiteren Fahrt nur noch gut beleuchtete Straßen durchfahren wird. Ebenso DieAnnahmeanKindesGtait Wer keine ehelichen Abkömmlinge hat, kann durch Vertrag mit einer anderen Person diese an Kindes Statt annehmen. Die Adoption soll vor ollem ein Ersatz für kinderlose Ehepaare sein; sie ist aber nicht auf diese beschränkt. Es kann deshalb auch ein unverheirateter Mann, oder eine unverheiratete Frau ein Kind annehmen. So darf der Vater eines unehelichen Kindes dieses an Kindes Statt annehmen. Die Mutter eines unehelichen Kindes erlangt durch die Adoption ihres Kindes die elterliche Gewalt über ihren Abkömmling. Der Adoptionsvertrag muß bei Anwesenheit beider Teile vor einem Rotor geschlossen, oder vor Gericht zu Protokoll erklärt werden. Der Vertrag bedarf der Bestätigung durch das zuständige Amtsgericht. Rach § 1744 des Bürgerlichen Gesetzbuches muß der Annehmende mindestens das fünfzigste Lebensjahr vollendet haben und mindestens achtzehn Jahre älter sein als der Anzunehmende. Don diesen Erfordernissen kann Befreiung erlangt werden, von der Vollendung des fünfzigsten Lebensjahres jedoch nur, wenn der Annchmcnde volljährig ist (§ 1745 BGB.). Der Ehegatte kann nur mit Zustimmung des anderen Ehegatten ein Kind annehmen. Ein eheliches Kind darf nur mit Einwilligung seiner Eltern, ein uneheliches Kind nur mit Einwilligung seiner Mutter bis zur Vollendung des einundzwanzig» sten Lebensjahres an Kindeß Statt angenommen werden. Auch diese Einwilligungserklärung muß gerichtlich oder notariell beurkundet sein. Soll ein Kind, das das vierzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, angenommen werden, so kann der gesetzliche Vertreter nur mit Genehmigung des Dormundschaftsgerichts den Vertrag abschließen. Durch die Annahme an Kindes Statt erlangt das Kind die rechtliche Stellung eines ehelichen Kindes. Mit der Annahme geht auch die elterliche Gewalt auf den Annehmenden über. Das angenommene Kind erlangt dem Annehmenden gegenüber, aber nicht seinen Verwandten gegenüber, das gesetzliche Erbteils- und Pslicht- teilsrecht, sowie das Recht auf Unterhalt. Dies ist auch der Fall, wenn dem Annehmenden nach der Annahme noch eheliche Kinder geboren werden. Dagegen erlangt der Annehmende ein Erbrecht gegenüber dem Kinde nicht. Ein derartiges Erbrecht kann auch nicht durch den Annahmevertrag begründet werden. Jedoch kann im An- nahnncvertrag Verwaltung und Ruhnießung des Annehmenden am Kindesvermögen und anderer- seits das Erbrecht des angenommenen Kindes gegenüber dem Annehmenden ausgeschlossen werden. Die Rechte und Pflichten des angenommenen Kindes seinen leiblichen Eltern und deren Verwandten gegenüber werden durch die Annahme an Kindes Statt nicht berührt. Rach § 1768 DGB. kann das durch die An» nähme an Kindes Statt begründete Rechtsverhältnis wieder aufgehoben werden. Die Aufhebung erfolgt durch Vertrag zwischen dem Annehmenden, dein Kinde und dessen Abkömmlingen. Sie kann nicht unter einer Bedingung erfolgen. Eine Annahme an Kindes Statt, durch die nur eine Acnderung des Familiennamens vorgenommen werden soll, ist nichtig. Aerztliche Gorgfattspsticht bet der Operation. Eine bekannte Rechtsfrage ist vom Reichsgericht erneut zur Erörterung gestellt worden: Ist der Arzt für die Vornahme einer Operation gegeben- nenfalls haftpflichtig? Der Sachverhalt sei hier dargestellt: Der beklagte Arzt operierte im August 1925 die Klägerin wegen eines Rierenleidens an der linken Riere. Rach der Operation traten linksseitige Schmerzen auf, deren Ursache trotz mehrfacher Untersuchungen und Röntgenaufnahmen nicht ermittelt werden konnten. Erst im Oktober 1929 wurde durch eine röntgenologische Untersuchung selige- stellt dah in der linken Seite die Spitze einer Operationsnadel sich befand, Diese Spitze wurde nach zwei ergebnislosen, schließlich durch eine dritte Operation entfernt. Darauf verklagte die Patien- tin den Arzt mit der Behauptung auf Schadenersatz, daß die Radelspihe bei der im August 1925 vorgcnomme, e.i Rierenop:ration abgeb.ochen und in ihrem Körper zurückgeblieben sei, worauf ihre späteren Beschwerden und teilweise Arbeitsunfähigkeit zurückzuführen seien. Den Beklagten treffe insofern ein Verschulden, als er bei Anwendung der erforderlichen Sorgfalt das Abbrechen der Radelspihe bemerken und diese suchen mußte. Das Oberlandesgericht Kassel wies die Klage ab. Es ließ dahingestellt, ob die Radelspihe überhaupt bei der durch den Beklagten ausgeführten Operation (die Klägerin war vorher von anderen Aerzten operiert worden) zurückgeblieben sei. Aber selbst, wenn dies als erwiesen angesehen werde, sei der Beweis für ein Verschulden dcs Beklagten von der Klägerin nicht erbracht. Roch dem Gutachten des Sachverständigen könne b.i größeren Operationen dem Arzt, der seine gesamte Aufmerksamkeit auf die Wunde und die möglichste Beschleunigung der Operation zu richten habe, sehr leicht entgehen, dah eine Radelspihe ab- bricht und in der Wunde zurückbleibt. Derartige Rebensächlichkeiten dürften den Arzt nicht zu lebensgefährdenden Lieberlegungen und Maßnahmen veranlassen. Selbst wenn — was nicht geschehen ist — die Operationsschwester das Abbre- chen der Radelspihe bemerkt haben sollte, würde es kaum möglich, jedenfalls nicht angebracht gewesen fein, die Radelspihe zu suchen. Insofern fehle es an einem ursächlichen Zusammenhang. Gegen dieses Urteil legte die Klägerin mit der Begründung Revision beim Reichsgericht ein, dah es nicht darauf ankomme, ob die Radelspihe zweck- mähigerweise in der Wunde belassen worden ist, sondern darauf, ob der Operateur überhaupt Kenntnis davon erhielt, dah ein Instrument abgebrochen war. Wenn er diese Kenntnis hatte, konnte er sich später entschließen, das Bruchstück vorläufig im Körper zu belassen, aber er hatte jedenfalls die Kenntnis, konnte die Patientin darauf aufmerksam machen und dadurch die Erkenntnismöglichkeit für spätere Leiden erleichtern. Es sei etwas anderes, bewußt etwas im Körper zu- rückzulassen, als fahrlässigerweise überhaupt keine Kenntnis zu haben. Das Reichsgericht hat sich den Darlegungen der Revision nicht verschlossen, es hat das Urteil dcs Oberlandesgerichts aufgehoben und die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zurückverwiesen. (RG. VIII 42/33.) polizeiliches Einschreiten gegen Radfahrer. Durch zu schnelles Fahren bei Dunkelheit oder in ähnlichen Fällen wird von Radfahrern häufig die Verkehrssicherheit auf der Straße gefährdet. Trotzdem stellt sich die von den Radfahrern damit begangene strafbare Handlung meist nur als Uebertretung der in Frage stehenden Verkehrsvorschriften dar, die nur mit geringer Geld- trafe zu ahnden ist. Es fragt sich deshalb, wie weit der Polizei» beamte gegen derartige geringfügige strafbare Handlungen einschreiten darf. Das Oberlandesgericht Königsberg hatte in einer früheren Ent» cheidung, die in der Revisionsinstanz vom Reichsgericht — 3. Senat 199/30 — verhandelt wurde, einen der Polizei gegenüber außerordentlich ungünstigen Standpunkt eingenommen. Das Reichsgericht hat jict) dem nicht angeschlossen. Cs handelte sich darum, daß ein Polizeibeamter einen Die Nächstenliebe im Gesetz. Geschästssühmnq ohne Auftrag. - Wer eiseht die Auslagen? Das Wort „Geschäftsführung ohne Auftrag" be- zeichnet trotz seiner Schwerfälligkeit eine Art der Tätigkeit, die im Zusammenleben der Menschen die größte Rolle spielt: Die Besorgung eines Geschäftes ür einen andern, ohne daß man beauftragt oder onstwie berechtigt ist. Man kann die Vorschriften über die echte Geschäftsführung ohne Auftrag auch als Regelung der „legalisierten Nächstenliebe" bezeichnen, und die Bestimmungen sind so gefaßt, daß sie nach Möglichkeit den Interessen des Geschäftsherrn und des Geschäftsführers gerecht werden. Was Geschäftsführung ohne Auftrag ist? Ein Fall: Man geht auf der Straße spazieren. Plötzlich sieht man, wie vor einem jemand ohnmächtig zusammenbricht. Man läuft auf ihn zu, hebt ihn auf, bringt ihn mit einem Auto zum Krankenhaus und verständigt telephonisch die Angehörigen. Hier hat man ein Geschäft wahrgenommcn, dessen Durchfüh- r'.lng an sich dem Patienten abgelegen hätte, der aber daran verhindert war. Welches sind nun die Rechtsfolgen? Man hat Auslagen gehabt: Transport mit dem Auto, Telephonkosten. Diese Auslagen kann man ersetzt verlangen, als ob man von dem Patienten wirklich beauftragt worden wäre, da hier die @e- schäftsführung dem wirklichen und dem mutmaßlichen Willen des Geschäftsherrn entspricht. Zahlen muß der Patient, aber auch dessen Frau, da man auch für sie als Geschäftsführer ohne Auftrag tätig war. Man hat ihr durch die Fürsorge für den Kranken eine Unterhaltsverpflichtung abgenommen. Man kann sogar den Verlust ersetzt verlangen, den man durch die Zeitversäumnis hatte, alles Ansprüche, die sich gegebenenfalls auch gegen den oder die Erben richten. Schwierig kann der Fall dadurch werden, daß als Gläubiger der Arzt oder das Krankenhaus auftritt, wenn nämlich der Patient sich als zahlungsunfähig erweist und der Arzt von dem, der ihm den Patienten gebracht hat, Ersatz der Behanülungs- kosten verlangt. Ueber derartige Fälle gibt es eine ganze Menge einander widersprechender Gerichtsentscheidungen. Das Geschäft, das man führt, muß mit dem wirklichen oder mutmaßlichen Willen dessen, für den man es führt, in Einklang stehen. Es geht nicht an, daß man für einen Abwesenden einen Wertgegenstand kauft, nur weil man sich einredet, die Sache werde dem Manne gefallen. Gefällt sie ihm nicht, steht das Geschäft also mit seinem wirklichen Willen nicht in Einklang, so ist er auch nicht zum Ersatz der Aufwendungen verpflichtet. Sonst könnte es einem passieren, daß man burth wohlmeinende und unverständliche Freunde nach allen Seiten verschuldet wird. Allerdings kann man sich der durch einen Geschäftsführer ohne Auftrag aufgebürdeten Verpflichtung bann nicht entziehen, wenn bie Geschäftsführung eine Pflicht bes Geschäftsherrn, beren Erfüllung im öffentlichen Interesse liegt, ober bie Erfüllung einer gesetzlichen Unterhaltungspflicht bezweckte. Wirft ber Nachbar Unrat auf bie Straße, so kann man ben wegschaffen lassen unb Ersatz ber Frrtrciumungskosten verlangen; läßt jemanb fein Kinb hungern, so kann man bas Kinb speisen unb sich von bem Vater bie Speisen bezahlen lassen. Was man aber selbst burch bie Geschäftsführung erlangt, muß man, nach Abzug seiner Auslagen, bem Geschäftsherrn herausgeben, wie beispielsweise für einen vorübergehenb Abwesenheit eingezogenes Gelb nach Abzug ber Einziehungskosten. Auf bem Gebiete bes Vertrags- unb bes Unterhaltsrechts liegt die Hauptbedeutung der Geschäftsführung ohne Auftrag, wobei hervorgehoben werden muß, baß bei Unter- hnttsfoiftungen zwischen Eltern unb Kinbern bie Absicht Ersatz zu verlangen, nicht vermutet wirb unb beshalb auch kein Ersatz gewährt zu werben braucht, wenn nicht die Gegenabsicht erwiesen ist. Mß der Arzt als Zeuge vor Gericht aussagen? Bekanntlich ist grundsätzlich jeder, der der deutschen Gerichtsbarkeit unterworfen ist, verpflichtet, als Zeuge vor Gericht zu erscheinen, auszusagen und den Eid zu leisten. Jedoch gilt dieser Sah nicht ausnahmslos. So sind u. a. zur Verweigerung ihres Zeugnisses berechtigt Geistliche, Rechtsanwälte und vor allem auch Aerzte über das, was ihnen bei Ausübung ihres Berufes anvertraut worden ist. Ob und inwieweit die Vertreter der eben erwähnten Berufsgruppen von ihrem Recht der Aussageverweigerung Gebrauch machen wollen, ist in ihr pflichtmäßiges Ermessen gestellt. Das bedeutet praktisch, daß die Aerzte, wenn sie als Zeuge geladen sind, ausnahmslos ihre Aussage verweigern werden. Denn es liegt in der Ratur des ärztlichen Berufes begründet, dah der Arzt über die ihm anvertrauten Tatsachen strengstes Stillschweigen bewahrt. Die Kranken dürfen nicht nur dem Arzt ohne Sorge alles sagen, sie müssen es sogar tun. Ein ängstliches Zurückhalten und Verbergen kann nur von Rachteil sein. Denn dadurch wird der behandelnde Arzt vielleicht erst auf eine falsche Bahn gelenkt, wodurch unter Umständen kostbare Zeit, vielleicht sogar unwiederbringlich, verlorengehen kann. Der Arzt hat an der unbedingten Wahrung des Berufsgeheimnisses also selbst das größte Interesse. Kein Kranker würde mehr offen mit ihm sprechen, wenn er nicht sicher wäre, daß der Arzt darüber schweigt. , ir. , Der Arzt ist nur dann zur Aussage rechtlich verpflichtet, wenn er von dem Patienten selbst von feiner Schweigepflicht entbunden worden ist. Denn damit gibt der Kranke unzweideutig zu erkennen, daß ihm an der Bewahrung der dem Arzt anvertrauten Tatsachen nichts gelegen ist. Er kann umgekehrt unter Umständen sogar em dringendes Interesse daran haben, daß der Arzt aussagt. Man denke beispielsweise an Prozesse mit Versicherungsgesellschaften oder an Unfall» Prozesse, in denen es darauf ankommt, nachzuweisen, dah eine Krankheit nicht vorgelegen hat usw. Richt selten kommt es aber auch vor, dah der Kranke, nachdem er den Arzt von seiner Schweigepflicht befreit hat, aus prozehtaktischen Gründen seine dahingehende Erklärung widerrufen will. Ist ein derartiger Widerruf rechtlich zulässig? Das Reichsgericht hat diese Frage in einem Falle bejaht, in dem ein Angeklagter in einem Strafverfahren seine ursprüngliche Erklärung, er entbinde den Arzt von der Der- schwiegenheitsverpflichtung, nicht mehr aufrechterhalten wollte. „Es ist kein Grund anzuerken- nen“ — so führt das Reichsgericht in der Begründung aus, die weit über den Einzelfall hinaus von Bedeutung ist —. „der es rechtfertigen könnte, einem Kranken das Recht zu einem Widerruf der Erklärung zu versagen, durch die er den Arzt von der Schweigepflicht entbunden hat. Regelmähig erfolgt die Entbindung durch eine einseitige Willenserklärung, durch die für den Arzt in dem bezeichneten oder aus den Umständen sich ergebenden Umfange das gesetzliche Hindernis, die ihin anvertrauten Geheimnisse anderen zu offenbaren, beseitigt wird. Ein Recht des Arztes, künftighin unter allen Umständen und gegen den Willen des Kranken dessen Geheimnisse preiszugeben, wird dadurch nicht begründet. Es muh vielmehr dem Kranken nach dem zwischen ihm und dem Arzt begründeten Vertrauensverhältnis immer noch möglich sein, auf dieses Verhältnis zurückzugreifen, es neuerdings für sich in Anspruch zu nehmen und durch Widerruf einer bereits abgegebenen Entbindungserklärung die Bekanntgabe seiner Geheimnisse, soweit es noch möglich ist, zu verhindern. Das gilt auch im Strafverfahren. Mit der Erklärung des Widerrufs erlischt die unbedingte Zeugnis- Pflicht des Arztes, und es ist alsdann wieder seinem Ermessen anheimgegebeit, ob er es aussagen will oder nicht." Schwierigkeiten kann — darauf sei abschließend nur noch kurz hingewiesen — die Frage bereiten, wann eine wirksame Befreiung von der Schweigepflicht, oder umgekehrt, wann ein wirksamer Widerruf vorliegt. Diese Schwierigkeiten können vor allem in der Person des Kranken selbst ihre ®runt>lage unb Ursache haben. Kann z. B. ein Minderjähriger oder ein wegen Trunksucht oder Geisteskrankheit Entmündigter mit rechtlicher Wirksamkeit den Arzt von der Schweigepflicht entbinden oder eine dementsprechende Erklärung widerrufen, oder ist hierzu nur der Vater oder Vormund in der Lage? Man wird diese Fragen nicht mit streng bürgerlich- rechtlichen Erwägungen lösen können, sondern wird darauf abstellen müssen, ob der Minderjährige oder Entmündigte, rein menschlich betrachtet, einsichtig genug ist, um die Konsequenzen seiner Erklärung übersehen und das Für und Wider zweckentsprechend gegeneinander abwägen zu können. gut kann er seine unberechtigte Handlung in weniger beleuchteten Rebenstrahen fortsehen, in denen die Verkehrsgefährdung erheblich wächst. Deshalb ist in solchen Fällen der Beamte ohne weiteres berechtigt, derartige Radfahrer anzu» halten, wenn er nur dabei dasjenige Maß von Vorsicht anwendet, das ihm nach dem Umstande des Falles möglich ist. Das muß allerdings im Einzelfalle geprüft werden. Einen schnell in der Dunkelheit fahrenden Radfahrer wird der Beamte an der Fortsetzung seiner die Allgemeinheit gesährdenden Handlung nur durch Festhalten und Anhalten hindern können, da der Radfahrer sonst ohne weiteres die Möglichkeit hat, dem zu Fuß befindlichen Beamten auf seinem Fahrrad zu entkommen. (Strafbarer Konkurs. Don Or. Albert Zacharius. Die Wirtfchaftskrise hat zur Folge gehabt, baß bie Zahl ber Konkurse in einem früher nie gekannten Ausmaß gestiegen ist. In früheren Zeiten glaubte man im allgemeinen bem Kontursschuldner mit Mißtrauen begegnen zu können, weil man ihm ohne weiteres eine gewisse Schuld an bem Zusammenbruch seines Geschäfts zuschob. In normalen wirtschaftlichen Zeiten, insbesondre in Heilen des wirtschaftlichen Aufschwungs, konnte eine jolajc Einstellung vielfach berechtigt sein. Heute hat sich bie Gesamtsituation vollkommen verschoben, auch gut geleitete unb gut funbierte Geschäfte sind ber Wirtschaftskrise nicht gewachsen unb müssen, ber Not ber Zeit zum Opfer fallenb, in Konkurs gehen. Die Tatsache also, baß jemanb als Geschäftsmann seine Zahlungen einstellt, läßt vorerst keinerlei Rückschlüsse barauf zu, ob bas Geschäft gut oder schlecht geführt wurde, ob darüber hinaus vielleicht gar Geschäfts- Handlungen vorgenommen wurden, die mit den Grundsätzen kaufmännisch einwandfreien Verhaltens nicht vereinbar sind. Leiber hat bie Not ber Zeit aber auch zur Folge gehabt, baß Geschäftsleute versuchen, den Rückgang ihres Geschäfts zu verschleiern unb ben Konkurs und seine Folgen burch Mittel aufzuhalten, bie nicht nur gegen Treu unb Glauben im Geschäftsverkehr verstoßen, sonbern bie sich auch als Verstoß gegen die Strafbestimmungen der Konkursordnuna darstellen. Daß die Konkursordnung derartige Strafbestim- mungen kennt, ist berechtigt. Neben dem Wohlergehen des Schuldners steht in mindestens ebenso hohem Maße das Recht des Gläubigers auf mög- lichfte Sicherung. Daher bestraft die Konkursordnung mit Recht besonders schwer den sogenannten „betrügerischen Bankerott", daneben den sogenannten einfachen Bankerott und die Gläubigerbenach- teiligung. Wegen betrügerischen Bankerotts werden bestraft Schuldner, welche ihre Zahlungen eingestellt haben ober über beren Vermögen bas Konkursverfahren eröffnet worben ist, wenn sie in ber Absicht der Gläubigerbenachteiligung Vermögensstücke verheimlicht ober beiseite geschafft haben. Ferner, wenn sie ganz ober teilweise erdichtete Schulden ober Rechts- geschäft anerkannt ober aufgestellt haben; weiter, wenn sie bie ihnen gesetzlich obliegende Führung von Handelsbüchern unterlassen haben unb schließlich, wenn sie ihre Handelsbücher vernichtet, verheimlicht ober so geführt oder verändert haben, daß bieselben keine Uebersicht des Vermögenszustandes gewähren. Unter Verheimlichung unb Beiseiteschaf, fung von Vermögensstücken versteht man babei jebes Unternehmen, burch das Vermögensstücke, die zur Masse gehören, der Kenntnis und dem Zugriff des Konkursverwalters oder Gläubigers entzogen werden. Verheimlicht find dabei Vermögensgegenstände schon dann, wenn Eigentumsrechte oder Ansprüche Dritter auf diese Dermögensstücke behauptet werden. Die Führung von Handelsbüchern wird jedem Dollkaufmann durch die Bestimmungen des Han- delsgesetzbuches zur Pflicht gemacht. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, so macht er sich damit nicht strafbar, weil das Handelsgesetzbuch eine diesbezügliche Strafvorfchrift nicht kennt. Erst wenn ber Kaufmann gezwungen ist, in Konkurs zu gehen, wirb bie Unterlassung ber Führung von Hcmdels- büchern ober auch bie mangelhafte Führung beleihen zum Straftatbeftanb im Sinne der Konkurs- orbnung. Sind diese strafbaren Handlungen nicht in der Absicht der Gläubigerbenachteiligung begangen worden, so können sie doch noch wegen einfachen Bankerotts strafrechtlich geahndet werden. Während die Strafe des betrügerischen Bankerotts Zuchthaus llt, droht das Gesetz für einfachen Bankerott nur Gefängnisstrafe an. Wegen einfachen Bankerotts werden Schuldner bestraft, die ihre Zahlungen eingestellt haben oder über beren Vermögen bas Konkursverfahren eröffnet worben ist, wenn sie durch Aufwand, Spiel, Wette ober Differenzhanbel mit Waren ober Börsenpapieren übermäßige Summen verbraucht haben ober schulbig geworden sind, weiter, wenn sie in der Absicht, die Eröffnung des Konkursverfahrens hinauszuschieben, Waren oder Wertpapiere auf Kredit ausgenommen und diese Gegenstände erheblich unter dem Werte in einer den Anforderungen einer ordnungsmäßigen Wirtschaft widersprechenden Weise veräußert oder sonst weggeben haben; weiter, wenn sie die Führung von Handelsbüchern unterlassen ober bieselben verheimlicht, vernichtet ober so unorbentlich geführt haben, daß sie keine Uebersicht bes Vermögenszustanbes gewähren unb schließlich, wenn sie es gegen bie Be- ftimmung bes Hanbelsgesetzbuches unterlassen haben, bie Bilanz ihres Vermögens in ber vorgeschriepe- nen Zeit zu ziehen. Uebermäßiger Aufwand im genannten Sinne ist dabei jede über bas Maß bes Notwenbigen unb lieblichen in ben Verhältnissen bes Täters herausgehenbe Aufwendung. Bezüglich der Bilanz schreibt das Handelsgesetzbuch vor, daß jeder Kaufmann bei Beginn seines Handelsgewerbes eine Eröffnungsbilanz zu ziehen und daß er weiter jährlich sein Inventar aufzuneh- men und eine Jahresbilanz zu ziehen hat. Unter den Begriff der Gläubigerbegünstigung, der mit Gefängnis bis zu zwei Jahren unb bei Vorliegen mif» bernber Umstände mit Geldstrafe geahndet wird, versteht man die Gewährung von Sicherung oder Befriedung an einen Gläubiger in der Art und zu einer Zeit, wie sie nicht beansprucht werden konnte, in der Absicht, diesen Gläubiger vor ben übrigen Gläubigern zu begünstigen. Die Konkursorbnung versucht burch biefe Strafbestimmung nach Möglichkeit, bem notwendigen Schutz des Gläubigers gerecht zu werden. Leider ist es trotzdem häufig schwierig, den bäs„miUigen Schuld- ner tatsächlich strafrechtlich zu fassen, weil die Möglichkeiten der Verschleierung bei einem ausgedehnten Geschäftsbetrieb äußere rdentlich groß sind und cs sehr schwierig ist, den inwendigen Nachweis der strafbaren Handlung zu erbringen. Es zeigt sich yier, wie in vielen anderen Fällen, daß der Gesetzgeber wie Gerichte, Staatsanpaltschaft und Polizei alles daran setzen, einen Straftatbestand aufzuklären, daß aber leider dem menschlichen Können recht enge Grenzen gesetzt sind. Verhaftung wegen Waffenschiebung. WEN. Dillenburg, 22. Aug. Nach einer Haussuchung, bei der Waffen, Pulver und Munition gefunden wurde, wurde der hiesige Sanitätskolonnenführer Trapp von Wuppertaler Kriminalbeamten verhaftet. Der Verhaftete wird verdächtigt, der jetzt im Wuppertal aus- gehobenen kommuni st ischen Zentrale Waffen und Munition geliefert zu haben. Obecheffen. Giadirais-Sihung in Butzbach. pb. Butzbach, 22. Aug. In der jüngsten Sitzung des Stadtrats wurde von der Amtsniederlegung des DeigeordnetenDr. Schmidt Kenntnis genommen und nichts dagegen zu erinnern gefunden. Der Butzbach — Licher Eisenbahn soll beschluhgemäh unter der Bedingung, daß der Betrieb entsprechend den Vereinbarungen mit der Hessischen Negierung erhalten bleibt, die Zahlung der Obligationszinsen für die Zeit vom 1. Ianuar 1933 bis 30. Iuni 1935 erlassen bleiben, weiterhin soll der Zeitpunkt der Rückzahlung der Obligationen bis zum 30. Iuni 1935 verlängert werden. Ferner soll für die Zeit bis einschließlich 30. Iuni 1935 hinsichtlich der Gemeinde- steuern Erlaß bzw. Stundung wie bei den Hessischen Staatssteucrn erfolgen. Aehnlich wie in Nheinhessen und an der Bergstraße soll in Butzbach zur besseren Verwertung der in Butzbach und Ämgegend aufkommenden großen Obstmengen ein O b st m a r k t eingerichtet werden, womit die Bauernkammer und die verschiedenen Behörden einverstanden sind. Es ist zur Regelung des Marktverkehrs eine Polizeiver- vrdnung erforderlich, deren Entwurf der Stadtrat gutheißt. Landkreis Giehen. CO Klein-Linden, 21. Aug. In der gemeinsamen Sitzung der Kirchengemeindevertretung und des Kirchenvorstandes wurde die Verpflichtung der neu in die Kirchengemeindevertretung eingereihten Mitglieder vorgenommen. Als Mitglieder der weltlichen Abgeordneten zum Dekanatstag wurden Iohannes Germer II., als dessen Stellvertreter Heinrich Lu h einstimmig Wiedecgewählt. Ferner wurde der Beschluß gefaßt. das Kapital für einen Pfarrhausbau zu bewilligen unter der Bedingung, daß die Ablösung von der Pfarrei Großen-Linden erfolgt und der Dau sich mit den vorgesehenen Ausgaben rentiert: das sind 500 Mk. als jährliche Kapitalabtragung, 300 Mk. als erledigter Zuschuß für ®ro- ßen-Linden, und 450 Mk. als seither bezahlte Mietentschädigung. Die Summe des aufzunehmenden Kapitals soll 15 000 Mk. nicht übersteigen. Den Platz wird aller Voraussicht nach die politische Gemeinde stellen. Die Vorarbeiten, Verhandlungen mit den Behörden, sollen umgehend ausgenommen werden. XWieseck. 21. Aug. Die Wahl derAb- geordnetenzum Dekanatstag Gießen ergab für unsere Kirchengemeinde Ludw. Kirchner und Ludwig Ihm, deren Stellvertreter Wilhelm S ch ä f e r I l. und Karl P o st. Die Wahl Les Kirchenvorstandcs ergab kein neues Bild, zumal der Kirchenvorstand vor wenigen Wochen ver- vollstänndigt wurde. Es wurden wtedergewählt: Ludw. Ihm, Ludw. Kirchner, Karl P o st, Philipp Hch. Mank, Wilh. Lotz II., Reinhard Kling, Balthasar Leyerer, Wilhelm Schäfer II., Hch. Weller XII., Hch. Wil l. * Lollar, 21. Aug. Dieser Tage fand auf Anregung der Kreisgeschäftsstelle Gießen des DHB. die Gründung einer Ortsgruppe des Deutschen Handlungsgehilfen - Verbands in Lollar statt. Im Mittelpunkt der durch Pg. Haubold (Gießen) eröffneten Gründungsversammlung stand ein Vortrag des Vertrauensmannes der Gießener Ortsgruppe Pg. Schwarz über „Der Kaufmannsgehilfe im nationalsozialistischen Staat". Er führte u. a. aus, wie das Volk nicht für die Wirtschaft lebe. Die Wirtschaft existiert auch nicht für das Kapital, sondern das Kapital dient der Wirtschaft und die Wirtschaft dem Volke. Kameradschaftsleistung verlangt der Nationalsozialismus, wenn er zur lleberwindung der Arbeitslosigkeit aufrufe. Durch staatliche Führung müssen bestehende Wirtschaftsformen allmählich gewandelt werden, damit die persönliche Verantwortlichkeit für die Volksgemeinschaft sich wieder stärker zu entfalten vermag. Falsch wäre es aber auch, wenn man die Errungenschaften der Technik ablehnen wollte. Arbeit ist verbunden mit der menschlichen Persönlichkeit und erhöht durch sie ihren Rang. Unsere Zeit hat noch mehr denn je andere Menschen notwendig, die sich in ihrer Arbeit bewähren. Deshalb ist erste Aufgabe des DHV. die Berufsertüchtigung der in ihm zusammengeschlossenen Kaufmannsgehilfen und Lehrlinge. Der Vortrag löste bei den zahlreich anwesenden Kollegen starken Beifall aus. Im Anschluß daran berief Vertrauensmann Pa. Schwarz als Führer der neuen Ortsgruppe Lollar den Kollegen Pg. Pflüger, Mainzlar, der dann den weiteren Vorstand ernannte. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und nach Absingen des Horst-Wessel-Liedes wurde die Versammlung geschlossen. ch Lich, 21. Aug. In einer außerordentlichen Ge- neralversammlung nahm der Zweigverein Lich des Vogelsberger Höhen-Clubs in dem mit den Symbolen des alten und des neuen Deutschland geschmückten Saale des Hotels „Zum Löwen" seine Gleichschaltung vor. Der seitherige Vorsitzende, Lehrer Meckel, gab nach kurzer Begrüßung die Richtlinien des Staatskommissars für Wandern bekannt und teilte mit, daß der gesamte Vorstand seine Aemter zur Verfügung gestellt habe. VHC.-Bruder Schwab, von der Versammlung als Leiter bestimmt, schlug den bewährten seitherigen ersten Vorsitzenden, Lehrer Meckel, als neuen Vereinsführer vor, worauf dessen Wahl einstimmig erfolgte. Der neue Führer nahm die Wahl an, dankte für das entgegengebrachte Vertrauen und bestimmte zu Vorstandsmitgliedern: VHC. - Bruder Rektor Erb als Führerstellvertreter, VHC.-Bruder G i e s e l e r als Schriftwart und Bergwachtmann, VHC.-Bruder Zimmermann als Schatzmeister, die beiden VHC. • Brüder Pappe als Wanderwarte, VHC.-Bruder L i p p o l d als Naturschutz- wart und die DHC.-Brüder Lahl, Sames und Schwab zu Mitgliedern des Unterhaltungsaus- schusses. Die Gewählten gehören fast alle der NSDAP, oder ihren Untergliederungen als Mitglieder an. Der neue Führer, DHC.-Bruder Mek - k e l, zeichnete in seiner Schlußansprache die edlen Ziele des VHC. und schloß mit einem von allen Anwesenden begeistert aufgenommenen „Frisch- Auf!" auf unseren Führer Adolf Hitler und den hessischen Ministerpräsidenten VHC. • Bruder Dr. Werner. ~ Langsdorf, 22. Aug. Die kirchliche Neugestaltung vollzog sich in unserer Gemeinde in erfreulicher Eintracht. Die über 70 Iahre alten Mitglieder der Kirchengemeindevertretung traten freiwillig zurück, um der jungen Generation Platz zu machen. Auch im Kirchenvorstand dankten die beiden ältesten Herrn für die Wiederwahl. Der Kirchenvorstand besteht nun aus den seitherigen Mitgliedern Heinrich Schmidt VIII., Heinrich Schmalz II. und Lehrer Selbmann. Neugewählt wurden Karl I u n g 1., Heinrich Schiel I. und Beigeordneter Ed. Köhler, der älteste Sohn von Phil. Köhler (Langsdorf). Die kirchlichen Körperschaften von Langsdorf und Bettenhausen entsandten in den Dekanatstag als Abgeordneten Wilhelm Pauly II. (Bettenhausen) und als Stellvertreter Heinrich Schmalz II. (Langsdorf). — Am kommenden Sonntag findet bei uns das ober- hessische Volksmissionsfest statt. Vormittags wird die Jugend zu einem Gottesdienst versammelt. Nachmittags 2 Uhr beginnt der Festgottesdienst, in dem Direktor Röhricht von der Inneren Mission predigen wird. In einer Nachversammlung werden mehrere Vertreter der Volksmission zu Worte kommen. Der Montag wird die fachlichen Beratungen bringen. Pfarrer Kornmann (Laubach) wird über „die Aufgaben des Arbeitsdienstes für die Kirche" sprechen. Den Abschluß bildet am Nachmittag eine Bibelbesprechung. Kreis 2Usield * Oder-Breidenbach, 22. Aug. Beim Ad- laden von Getreide auf dem Boden der Scheune stürzte der 72 Jahre alte Landwirt Wenzel von hier so unglücklich in die Scheune hinab, daß er das Genick brach und auf der Stelle t o t war. Wirtschaft. Sranffurf uneinheitlich und unsicher. Frankfurt, 23. Aug. (WTB. Drahtmeldung.) Die schon gestern abend bekannte Mitteilung über die weitere Verminderung der Arbeitslosenziffer um 130 000 Personen und andere günstige Nachrichten aus der Industrie verliehen auch der Mittagsbörse eine gewisse Widerstandskraft. Zu einer durchgreifenden Erholung ist es indessen noch nicht gekommen, da immer noch kleines Angebot bei der herrschenden Geschäftsstille auf die Stimmung und die Kurse drückte, zumal die Kulisse infolge der Untätigkeit des Publikums weitere Zurückhaltung bekundete. Eine gewisse Verstimmung ging von dem neuerlichen Rückgang der Dollarbonds wegen der ungleichen Behandlung der deutschen gegenüber den ausländischen Besitzern aus. Stahlvereinsbonds, die bekanntlich auf Dollarwährung lauten, büßten erneut 1,5 v. H. ein. Deutsche Anleihen waren leicht erholt, späte Reichsschiildbuchforderungen jedoch kaum behauptet. An den Aktienmärkten war die Kursgestaltung uneinheitlich, die Veränderungen hielten sich in engen Grenzen und zwar im Rahmen von 0,25 bis 0,5 v. H. Lediglich einige Spezialaktien waren darüber hinaus stärker verändert, so Zement Heidelberg, die auf ein Bestensangebot 1,5 v. H. und Rheinstahl die 1,65 v. H. einbüßten, während Siemens in Nachwirkung der Auslandsaufträge erneut um 1,5 v. H. befestigt waren. Auf den übrigen Marktgebieten überwogen anfangs meist kleine Besserungen, besonders am Montan-, Elektro- und Schiffahrtsmarkt, während Chemieaktien und einige Nebenwerte schwächer tendierten. Im Verlause war die Tendenz ausgesprochen schwach, wobei der Rückgang der Neubesitzanleihe um 70 Pf. auf 9 v. H. und die weitere Verstauung der Stahloereinbonds (erneut minus 1,5 v. H.) verstimmten und allgemeine Abgaben verursachte. Altbesitz minus 0,75 v. H., dagegen späte Schuldbücher ziemlich behauptet. Am Aktienmarkt waren besonders IG. angeboten und 2 v. H. niedriger, bei den übrigen Werten betrugen die Verluste von 0,5 bis 1,5 o. H. Deutsche Linoleum lagen dagegen 1,40 v. H. höher, anderseits kamen Lahmeyer nach eintägiger Pause um 7 auf 114 v. H. schwächer zur Notiz. Der Rentenmarkt war allgemein etwas schwächer bei denkbar kleinstem Umsatz. Dollarbonds waren fast unverkäuflich und erneut 2 bis 3 Punkte schwächer. Am Pfandbriefmarkt war die Haltung uneinheitlich bei nur kleinen Abweichungen. Stadtanleihen büßten teilweise um 1,5 v. H. ein, auch Staatsanleihen ließen meist etwas nach. Industrie- Obligationen waren schwächer. Auslandrenten lagen geschäftslos und nur wenig verändert. Tagesgeld war zu 3 v. H. unverändert und leicht. SJ.-fpori Spielvereinigung 1900 Giehen. „Germania" Marburg — 1900 Giehen 2:0 (1:0). In großer Bedrängnis wegen Spielerausfall und auch wegen des Sportfestes wollte 1900 gern am Samstag schon in Marburg das Rückspiel liefern, fand aber dort wegen einem zu gleicher Zeit stattfindenden Lokalirc sen „Ockershausen—Kurhessen" keine Gegenliebe. Die am Sonntag deshalb nur als Dehelsself in Marburg antretende Mannschaft hatte folgendes Aussehen: Schlarb II.; Hch. Schneider, Lippert; Schlarb I., Schmelz, K. Schmidt; Günther, Heinbach, Hosmannn. Grünewald und Roth. So gute Kräfte wie Heilmann, Zeiler, Luft, Langsdorf, Bromm und Wilhelmi zu ersehen, war keine Kleinigkeit mehr. Trotzdem sei gesagt, daß die Blauweißen dem Gegner ein ebenbürtiges Spiel, bei sogar besserer technischer Ballbehandlung, lieferten. Bei zeitweise recht nettem Zusammenspiel beherrschten die Gießener immer die Situation. Nur kämpferisch war die an sich noch sehr junge Gießener Elf dem Gastgeber etwas unterlegen. Besonders ausfällig war bei den Marburgern die Schuß-Schwäche der Stürmer, sehr gut dagegen das Schluhdreieck. Iedenfalls konnten die jungen Gießener Stürmer die beiden Verteidiger des Gastgebers kaum überwinden. Das Spiel war stets verteilt, aber abwechselnd kamen beide Tore in Gefahr. 1900’8 Angriffe waren geschlossener, die Marburgs schnelkbr und rasanter. Zu Erfolgen reichte es aber zunächst beiderseits nicht, da die Verteidiger glänzend abwehrten. Besonders Lippert (1900) überragte dabei alle seine Mitspieler. Als Heinbach (1900) fast auf Marburgs Torlinie bei einem sicheren Treffer von hinten unfair zu Fall gebracht wurde, versagte die Pfeife des Spielleiters zu dem fälligen Elfmeterball. Erst kurz vor dem Seitenwechsel ging Germania durch den ungedeckten Rechtsaußen in Führung. Ein Mißverständnis zwischen Schneider und Schlarb I. gab dazu den Anlaß. Infolge eintretenden Regens rief der Schiedsrichter etwas früher 1 zur Pause. Nach Wiederbeginn waren 1900s Angriffe zahlreicher und durchdachter, obwohl den Gießenern jetzt ein böiger Wind ins Gesicht schlug. Oftmals lag der Ausgleich in der Luft. Schlarb und Happ, die beiden Torleute, waren aber auf dem Posten. Nur ein einziges Mal zögerte Schlarb mit dem Herauslaufen. Kurt Schmidt war aber zur Stelle und schlug den Ball ins Feld zurück, aber von den Beinen des anlaufenden Marburger Mittelstürmers prallte der Ball ins Gießener Tor, den Stand auf 2:0 für Marburg stellend. Einen von Schneider verschuldeten Elfmeter wehrte Schlarb II. wiederum famos. Nach kurzem Feldspiel war die faire Begegnung zu Ende. Ein unentschiedener Ausgang wäre den Geschehnissen eher gerecht geworden. Die Spielleitung durch Schiedsrichter Häuser (Cölbe) war, abgesehen von dem üicht- gegebenen Elfmeter, sehr gut. Sportfreunde Wehlar I — 1900 II 2:4 (2:0). Wie es schon das Resultat ausdrückt, war es das Spiel zweier verschiedner Halbzeiten. Der Gastgeber legte frisch los und führte auch bald mit 2:0 Toren. In der zweiten Halbzeit hatte 1900 die bessere Spiel- platzhälfte, zudem fand sich auch die Mannschaft besser zusammen. Unermüdlicher Eifer führte zum Ausgleich und durch zwei weitere Treffer gar noch zum Sieg. Wettervoraussage. Unter verbreiteter Gewittertätigkeit hat sich nunmehr die kühle Luft über ganz Deutschland durchgesetzt. Dabei haben sich Teilwirbel südlich vorgeschoben, die weiterhin ungünstig auf unser Wetter einwirken. Durch die fortgesetzte Nordwestluftzufuhr an der Rückseite der Störung bleibt der unfreundliche und regnerische Witterungscharakter zum größten Teil erhalten. Aussichten für Donnerstag: Veränder- lich und zeitweise regnerisch, wechselnd wolkig, ziemlich kühl. Lufttemperaturen. Am 22. August, mittags: 16,2 Grad Celsius; abends: 11,7 Grad; am 23. August, morgens: 11,4 Grad. Maximum: 17,8 Grad; Minimum: 9,2 Grad. reinigt ---KOLYNOS-Schaum ist in seiner Wirkung unvergleichbar, denn er nicht nur gründlich, sondern desinfizie erfrischt Zähne und Mund auf Stunden h Tube ffM 1.— (Inhalt 165 Portionen.) Ein eigenes Häuschen? Fragen sie Abermann Stimme aus dem Dunkel! Nur noch */< Stunde, gleich ist es soweit. 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In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 52490 Am 10. Juni 1933 bei der Firma £. Süß in Gießen: Der Kaufmann Hans Krämer in Gießen ist als weiterer persönlich haftender Gesellschafter in die Firma eingetreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Januar 1933 begonnen. Die Prokura des Hans Krämer in Gießen ist erloschen. Am 20. Juli 1933 die Firma Rudolf Rosenbach in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Rudolf Rosenbach in Gießen. Der Sitz der Firma ist von Bleicherode nach Gießen verlegt worden. Am 12. August 1933 bei der Firma Offo Täuber! in Gießen: Das Geschäft ist auf die Witwe des bisherigen Inhabers, Meta Täubert, geb. Rahn, übergegangen, die es unter der bisherigen Firma weiterführt. Giehen, den 22. August 1933. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Die Umlage zur Aufbringung der kosten der Handwerkskammer für das Rechnungsjahr 1933 ist nunmehr festgesetzt worden. Mit Genehmigung des Hessischen Staatsministeriums, Abt. 3 (Arbeit und Wirt- schäft) werden außer einem Stammbeitrag von 6,— RM. für jeden Handwerksbetrieb = 24 Rpf. für je 100 Mark Steuerwerk des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals erhoben. Die Zahlung der Umlage hat in 4 Zielen zu geschehen, und zwar: 1. Ziel sofort, 2. bis 4. Ziel jeweils bis zum Ende der Monate September und Dezember 1933 und März 1934. 5238C Anforderungszettel werden den Umlage- pflichtigen in Kürze zugestellt. Gießen, den 19. August 1933. Bürgermeisterei Gießen: Dr. Keller. Donnerstag, den 24. d. IN., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 5243D 2 Registrierkassen, 1 Flügel, 11 Hart- plattentoffer, 11 Schränke (Registratur- und Warenschränke), 2 Klaviere, 1 Haarschneidemaschine, 1 Broschürenheftmaschine, 4 Schreibmaschinen, 1 Bohrmaschine, 6 Diwans, 9 Büfetts, 3 Äi- trinen, 1 Kredenz, 2 Vertikos, 5 Schreibtische, 2 Spiegel, 2 Nähmaschinen, 3 Glasschränke, 1 Badeofen, 1 Standuhr, 1 Grammophon, 1 Kommode, 2 Ladentheken, 3 Tische, 6 Stühle, 2 Sessel, 3 Chaiselongues, 1 Harmonium. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal): 2 elektrische Kühlschränke, 2 Mantelkessel, 1 Kassenschrank, 2 Läuferschweine. Bestimmt: 1 goldene Armbanduhr, 1 Kollier. Mötl Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstrahe 331 — Telephon 3239