Nr. 70 Krützaussade 183. Jahrgang Donnerstag. 23.März M3 Erschein, täglid), anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die □Duftrierte (Bienen« tfamilienblätter Heimat m Bild Die Scholle monats Beingsprels: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsvrtchanfchlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieren, poßschecttonto: Zronlfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dn'tf uttJ Verl««: vrLhl'lche UnIv«ifi!St5-vuch- und Steinöniderei «. £an,e in Sietzei. zchristleitung und ®efd?Sfts«ene: Schul»-»^ 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen van 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20v . mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undiürdenAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gie zen. Die konstituierende Sitzung des neuen Preußen-Landtags. Abg. Kube über den nationalen Llmschwung in Preußen -Abg. Kerrl wiederum zum Präsidenten gewählt.-Ner Landtag vertagt sich bis zum Mai. Berlin, 22. März. (DDZ.) Der neue Preu- ßischr Landtag hielt am Mittwoch ferne erste Sitzung ab. Die Polizei hatte umfassend- Sichrrungsmafznahmen di'rchgeführt. Auf den Landlagsgebäade war die schw^rzwe hr p cußi che Flagge gesetzt; zu beiden Seiten waren die Hakenkreuz- und die schwarzweihrote Fahne aufgezogen. Der Plenarsihungssaal hatte eine besonders feierliche Ausschmückung erfahren. Hinter dem Präsidentengestühl waren, mit Pflanzengrün umrankt, die Hakenkreuzflagge, die fchwarzweihe und die schwarzweihrote Fahne angebracht. Der Ufa war die Erlaubnis erteilt worden, Tonfilmaufnahmen von der ersten Landtags- sihung zu machen. Alterspräsident Lihmann in feierlichem Schwarz, aus der Brust das Eiserne Kreuz 1. Klaffe, wird von der nationalsozialistischen Fraktion durch Erheben von den Plätzen und Armaufheben begrüßt. Er stellt fest, dah er mit 83 Jahren dos älteste Mitglied des Landtags sei und somit die Sitzung eröffne. Es ist eine besondere Ehre und Freude für mich, fo erklärte er in seiner Eröffnungsansprache, noch einmal als Alterspräsident den Landtag eröffnen zu dürfen, gerade diesen Landtag, den ich den Landtag des Hitler-Frühlings nennen möchte. In der feierlichen Stimmung dieser Stunde ist es mir ein Herzensbedürfnis, auszufprechen, dah jeder ehrliche Preuhe und Deutsche der Geschichlsfälschung entgegenwirken muh, als wenn unsere nationale Bewegung, der nationale Umschwung irgendwelchen anderen Männern oder anderen Bewegungen zu danken wäre als Adolf Hitler und seiner nationalsozialistischen Bewegung. Auch stelle ich fest, daß wir Ra- tionalsozialisten keinen anderen Führer der deutschenAation anerkennen als unseren Führer Adolf Hitler. (Stürmischer Beifall bei den Aationalsozialisten.» In diesem Sinne eröffne ich den Landtag des Hitler- Frühlings. Wir kommen zur WahldesPrä- s i d e n t e n. Abg. Kube (Nats): Die nationalsozialistische Fraktion schlägt für den Posten des Präsidenten den Abgeordneten Kerrl vor. der bereits im vergangenen Landtag als Präsident gewählt wurde. Meine Bo.ksgenossen! Ich benutze auch diesen Anlaß, um als Führer der nationalsozialistischen Fraktion dieses Hauses kurz auf den Umschwung in unserem Vaterland und in Preußen hinzuweisen. Es war am 7. Dezember 1925, da wurde als erster und einziger Rationalsozialift der Abg. H a a k e in diesen Landtag gewählt. Wenn man heute immer wieder an Ritterlichkeit und Anstand bei uns appelliert, dann mochte ich doch das eine nicht in Vergessenheit geraten la f.n, wie man den Abg. Haake als einzigen Vertreter der Hitler-Bewegung und wie man uns sechs nachher in diesem Hause en Canaille behande lt hat. (Sehr wahrl) Man besah die Schamlosigkeit, uns im Restaurant mit den beiden Pollacken an einenTisch setzen zu wollen. (Pfuirufe.) Wir erinnern daran, wie man vom Stuhl des Präsidenten aus schamlos seine Gewalt miß- braucht hat zur Unterdrückung der nationalsozialistischen Minderheit dieses Hauses, wie alle Fraktionen darin einig waren, uns, obwohl Millionen hinter uns standen, die Redefreiheit zu wehren. Wenn nun Ruschke an uns appelliert, so antworten wir ihm: In diesem Hause reden Sie und Ihresgleichen nicht! (Lebhafter Beifall rechts.) Wir haben nicht reden können, als wir als Vertreter des Volks gewühlt waren. Wir werden es verhindern, dah Sie hier Ihr ungewaschenes Mundwerk noch einmal aufmachen, das Sie 14 Jahre mißbraucht haben, um die Rationalsozialisten mit Dreck zu bespeien, anzupöbeln und anzuferkeln bei jeder Gelegenheit, die Ihnen und Ihren sozialdemokratischen Spießgesellen dazu geeignet erschien. Das ist jetzt vorbei. (Beifall rechts.) Wir werden jedem Gelegenheit geben, hier mitzuarbeiten, wer den Umschwung anerkennt, wer in den Richtlinien Hitlers und seines Kabinetts Mitarbeiten will. Darüber hinaus werden wir der kommenden Regierung Preußens jedes Mittel zur Verfügung stellen, um die Pest des Marxismus endgültig aus dem deutschen Volk auszu- merzen. (Lebhafter, stürmischer Beifall rechts.) Das deutsche Volk ist so liebenswürdig gewesen, Sie von der Linken soweit herauszufenstern, daß nun auch bei Anwesenheit der politischen Kinder des Ervering eine nationale Mehrheit vorhanden wäre. Es ist für uns Preuhen eine Selbstverständlichkeit, daß die bolschewistische Mordpest dieses Haus nicht mehr betritt! (Stürmischer Beifall.) • Mein Führer hat gejagt, er sei nicht rachsüchtig. Das ist auch mir Befehl. Wir werden anderen Fraktionen die Möglichkeit zur Mitarbeit geben. Aber wenn nun der Nationalsozialismus mit der verbündeten Fraktion im Reichstag und mit der anderen Fraktion dieses Hauses das Präsidium und die Verwaltung dieses Hauses bildet, so ist damit keinerlei Zugeständnis außerhalb der Regierungskoalition gegeben über Maßnahmen, die ftaatlicherseits, auch kulturellerseits hier im .inzelnen zu treffen find. (Lebhaftes Händeklatschen jci den Nationalsozialisten.) Wir Nationalsozialisten sind uns unserer schweren Verantwortung und unserer schweren Ausgaben für die Zukunft bewußt. Der Marxismus hat in Preußen am 5. März feine roten Fahnen eingerollt, ohne sie das letzte Mal siegreich heimgebracht zu haben. (Minutenlang anhaltendes Händeklatschen bei den Nationalsozialisten und auf den Tribünen.) In dem bevorstehenden Ringen wird Preußen seinen Mann stellen, und wir werden die Ausgaben Adolf Hitlers und feiner Leute auch von unserem Platz aus mitlösen helfen. Abg. Dr. v. W.nterseld (Ott.). Die Nationalsozialisten haben die absolute Mehrheit in diesem Hause erlangt. Wir Deutfchnationalen stellen in diesem Augenblick jede parteipolitische Empfindlichkeit zurück und erklären, daß wir uns von Herzen freuen, daß der nationale Umschwung gelungen ist. (Lebhafter Beifall bei den Deutsch- nationalen.) Wir wissen sehr wohl, welche Schäden uns der 9. November 1918 und die 14 Jahre seither gebracht haben. Wir sind vertrauensvoll, daß nun, da der Umschwung gekommen ist und der Marxismus am Boden liegt, um sich nie mehr zu erheben, für Preußen-Deutschland die bessere Zeit kommt. Wir wissen, daß das Nationale, das auch wir allem anderen voranstellen, unser Leitstern sein muß für die Zukunft. Dabei wollen wir zusammen kämpfen für Freiheit, Recht und Größe unseres Vaterlandes. Und wenn wir heute zusammentreten am 2 2. März, dem Geburtstage unser es alten Heldenkaisers, dürfen wir wohl heute, unserem alten Standpunkt gemäß auch sagen, daß wir hoffen, daß einmal auch die Zeit wiederkommen wird, wo über Preußen-Deutschland Öre Hohenzollernkrone herrschen wird. (Stürmischer Beifall bei den Deutfchnationalen.) Als der Abg. Dr. von Winterfeldt sich auf feinen Platz zurückbegibt, geht der Führer der Nationalsozialisten, Ab. Kube, auf ihn zu und gibt ihm die Hand. Mit den Stimmen aller Parteien, mit Ausnahme der Sozialdemokraten, wählt das Haus hierauf- durch Zuruf den bisherigen Präsidenten Abg. Kerrl (NS.) zum Präsidenten auch des neuen Preußischen Landtags. Präsident Kerrl nimmt die Wahl an und begibt sich sofort auf den Platz des Präsidenten. Als der Präsident, der die SA.-Uniform trägt, auf feinem Amtssitz erscheint, erheben sich die Nationalsozialisten von ihren Plätzen und grüßen ihn unter jubelnden Zurufen mit dem Hitler- Gruß. Präsident Kerrl: Ich habe zunächst die angenehme Pflicht, unserem verehrungswürdigen Alterspräsidenten den Dank des Hauses auszusprechen. Es war ihm eine besondere Freude, nach 14 Jahren der Schmach den Landtag zu eröffnen, der in Preußen eine neue Epoche einleitet. Diese Freude fühle aber auch ich im tiefsten Herzen, dah ich heute Präsident eines Hauses sein darf, von dem ich weiß, daß seine überwiegende Mehrheit sich bewußt ist dessen, was in den vergangenen Monaten in Deutschland vor sich gegangen ist: Angebrochen ist der nationale Frühling, die nationale Erhebung ist vor sich gegangen, d i e nationale Erhebung marschiert weiter, bis dereinst unter den neuen Flaggen das deutsche Volk nicht mehr in sich zerfallen ist in Klassen und Stände, sondern in sich einig geworden ist, Rationalismus und Sozialismus in ihrer Synthese erkannt hat und weiß, dah das Blut uns alle zusammengefügt hat, und daß wir zu einer groben Gemeinschaft werden, zu einem Sinn und Zweck: Deutschland, das ganze Deutschland muh es sein! Richt ein Landtag des unnützen Redens wollen wir sein, sondern e i n Landtag der Tat, und wir werden es sein! Hierauf werden zum er st en Vizepräsidenten der Abg. Haake (RS.), zum zweiten der Abg. Baum hoff (Z.) und zum dritten der Abg. v. Kries (Dnl.) gegen die Stimmen der Sozialdemolraten und der Staatspartei durch Zuruf gewählt. Abg. Jürgensen (Soz.) beantragt nunmehr, den in Haft befindlichen sozialdemokratischen Abgeordneten K l e i n s p e h n sofort aus der Haft zu entlassen und das gegen ihn ein- geleitete Verfahren für die Dauer der Sitzungsperiode des Landtages einzustellen. (Zurufe bei (den RS.: Das könnte euch so Passeil!) Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der Staats- Partei und des Zentrums wird die Haftentlassung Kleinspehns abgelehnt. Abg. F r e i s l e r (RS ): Der preuhische Staat hat aufgehört. Ausbeutungsobjekt der Verführer einer Klasse zu fein, er will ein Organismus des deutschen Volkes sein, des preußischen Volkes, er soll nicht dazu da fein, den auf steigenden nationalen Willen niederzuknüppeln. Eine neue Ge - schäftsordnun g ist entworfen und von den Führern der nationalsozialistischen Fraktion so, wie sie dasteht, gebilligt worden. An ihr ist nichts zu deuteln, nichts zu ändern, und um sie herum ist nichts zu reden. (Lebhafter Beifall bei den RS.) Wir beantragen, damit wir der Landtag der Tat werden können, diese Geschäftsordnung sofort ohne Aussprache en bloc anzunehmen. — Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Staatspartei wird dann die von den Rationalsozialisten beantragte Geschäftsordnung angenommen. Abg. Kube (RS.) empfiehlt darauf folgenden U r a n t r a g zur Annahme: „Ser Landtag nimmt von der durch die Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 6. Februar 1933 ausgesprochenen Absetzung der sogenannten preußischen Hoheitsregierung Kenntnis und billigt sie^ Der Landtag erklärt sich, indem er sich die demnächstige Wahl des Ministerpräsidenten vorbehält, mit der vorläufigen Wahrnehmung der Staatsgeschäfte durch die vom Herrn Reichspräsidenten eingesetzten Reichskommisfare einverstanden." Der Antrag wird angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Der Präsident erbittet und erhält die Ermächtigung, die nächste Sitzung und ihre Tagesordnung selbst fest- zusehen. Berlin, 22. März. (VDZ.) Der Preuhische Pressedienst der RSDAP. gibt folgende Erklärung ab: Die Wahl des preuhischenMinisterpräsidenten soll spätestens am 2. M a i stattfinden. An diesem Tage wird die nationalsozialistische preuhische Landtagsfraktion einen Rationalsozialisten zum Ministerpräsidenten wählen. Durch die mit größerer Mehrheit am 22. März angenommene Geschäftsordnungsänderung ist die Wahl eines nationalsozialistischen Ministerpräsidenten s i ch e r g e st e 11 t. Die 211 Rationalsozialisten starke Fraktion ist allein in der Sage, ohne die Hilfe einer anderen Fraktion in Anspruch zu nehmen, einem Rationalsozialiften zum Siege zu verhelfen. Wie wir hören, kommt Reichsminister Pg. G ö r i n g als Ministerpräfident in Frage. Der Führer der nationalsozialistischen Preu- ßenfraktion, Abg. Kube, schreibt dazu u. a.: „Wie stark wir Rationalsozialiften noch oft mißverstanden werden, geht aus der Haltung der bürgerlich-nationalen Presse vom 19. März hervor, die aus meinem letzten Leitaufsatz schließen will, ausgerechnet ich setzte mich für eine QUi» nisterpräsidentschaft Papeit ein. Gründe des politischen Taktes verbieten es mir, diese Frage jetzt erschöpfend zu behandeln. Die preußische Fraktivnsführung der RSDAP. aber seht sich unter meiner Leitung für ein rein nationalsozialistisches Preuhen- tabinett ein, für eine rein national* Berlin, 23. März. (VDZ.) Reichskanzler Adolf Hiller empfing am Mittwoch um 16 Uhr öle Vertreter der Zentrumsfraktion, und zwar den Prälaten Dr. Naas und die Abgeoro- neten Dr. $ leger roalb und Hackelsberger zu einer neuen Unterredung, die über zwei Stunden dauerte. Heber den Inhalt der Aus- fpradje wird strengstes Stillschweigen bewahrt. Die Zentrumsfraktion des Reichstags, die nach 19 Uhr zusammentrat, nahm einen Bericht ihrer Unterhändler über den Gang der Verhandlungen entgegen. Beschlüsse wurden von der Jratfion nicht gefaßt. Die Zentrumsfraktion wird am Donnerstag nach Abgabe der Regierungserklärung beantragen, den Reichstag bis Freitag z u vertagen, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, zu der Regierungserklärung Stellung zu nehmen. Man rechnet damit, daß diesem Vertagungsantrage von den übrigen Parteien ftattgegeben wird, so dah die Entscheidung über das Ermächtigungsgesetz im Reichstag erst am Freitag zu erwarten ist. Die Zcntrumsfraction wird dementsprechend ihre Entscheidung über das Gesetz frühestens im Laus des Donnerstag treffen. * Das Organ der Christlichen Gewerkschaften, „Der Deutsche", betont, dah die Fraktion sich noch nicht festgelegt habe- Das Zentrum möchte zunächst die Frage geklärt sehen, „in weicher Richtung und in welchem Ausmaß die Reichsregierung von dem Ermächtigungsgesetz Gebrauch machen will". Das Blatt nimmt an, daß der Reichskanzler darüber in feiner morgigen Programmrede Aufschluß geben wird- Das Blakt ist sich nicht im Zweifel darüber, daß die Reichsregierung entschlossen ist das Ermächtigungsgesetz durchzusetzen. Bei ein:r Weigerung des Zentrums erwartet das B.art, daß die Regierung sich Mittel und Wege sucht, um doch noch zum Ziele zu kommen. Diese Einstellung dürfte durchaus der tatsächlichen Lage entsprechen. In parlamentarischen Kreisen rechnet man deshalb sicher damit, dah Zentrum und Oie Urheber des Reichstagsbrandes. Berlin, 22-März (WTB.) Der mit der Aufklärung des Reichstagsbrandes befaßte Untersuchungsrichter des Reichsgerichts hat mit Rücksicht auf die in der Öffentlichkeit verbreiteten falschen Rachrichten dem Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda folgende Mittelung zur Veröffentlichung übergeben: „Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, daß der als Brandstifter des Reichstags* gebäl de verhaftete holländische Kommunist van der Lübbe in der Zeit unmittelbar vor dem Brand nicht nut mit deutschen Sommu- nisten in Verbindung gestanden hat, sondern auch mit ausländischen Kommunisten, darunter solchen, die wegen deS Attentats in der Kathedrale von Sofia im Jahre 1925 zum Tode bzw. schweren Zuchthausstrafen verurteilt worden sind. Die in Frage stehenden, Versonen befinden sich in Haft. Dafür, daß nichtkommuni st ifche Kreise mit dem Re.chstagsdrand in Beziehung stehen, haben die Ermittlungen nicht den geringsten Anhalt ergeben. gez.: Vogt, Reichsgerichtsrat.- sozialistische Verwaltung und f ü t eine rein nationalsozialistische P o- l i t i t. Das Schwarzweiß der alten Preußenfarbe, das die goldenen Initialen des Fridericus Rex auf den Regimentsfahnen der preußischen Garde trug, scheint uns die beste Fahne zu sein, die man mit dem Hakenkreuzbanner über dem Dritten Reich wehen lassen darf. „Lind daß der beste Bayernherzog, den die deutsche Geschichte kennt, Adolf Hitler, den Kranz der Einheit der deutschen Stämme an dem Sarkophag Friedrichs des Großen niederlegt, zeigt uns das glücklichste Symbol für das neue Jahrtausend der deutschen Ge- schicht e.“ Aus Anlaß der Landtagseröffnung fand für die nationalsozialistischen Abgeordneten e i n Gottesdienst in der Christus-Kirche in Berlin statt. Von SA.-Leuten wurde die Hakenkreuzfahne in die Kirche gebracht, wobei sich alle von den Plätzen erhoben und die Hand zum Gruß emporstreckten. Die Predigt hielt der Reichsleiter der Glaubensbewegung „Deutsche Christen", Pfarrer Hossenfelder, über das Dibeiwort „Ich bin der gute Hirte, der sein Leben läßt für seine Schafe". Eingangs- und Schlußworte sowie den Segen sprach Pfarrer L o e r z e r. Die beiden Geistlichen sind Mitglieder der RSDAP. Bayerische Volkspartei dem Ermächtigungsgesetz trotz gewisser Bedenken zur Annahme verhelfen werden, um eine für sie überaus bedenkliche Verschärfung der ganzen Situation zu vermeiden. Oie NGOAp. erwartet eine Zweidrittelmehrheit. Eine Warnung an das Zentrum. Berlin, 22. März. (ERD.) Die Ratio- nalfoziali st ifche Parteikorrefpon- d enz schreibt zur Einbringung des Ermächtigungsgesetzes im Reichstage: Die Volksbewegung, die hinter der Regierung Hitler steht und die nach der rapiden Entwicklung der letzten Wochen und Tage kaum noch in der Zusammensetzung des jetzigen Reichstages ihren wirklichen Ausdruck finden dürfte, ist jetzt so stark, dah der Gedanke nicht sehr nahe liegt, bürgerliche Mitte 1 parte i e n könnten durch parlamentarische Verweigerung der Ermächtigung sich dem Willen des Volkes, das freie Hand für die Wiederaufbauarbeit der Regierung Hitler fordert, entgegenstemmen. Denn eine ablehnende Einstellung zum neuen Deutschland würde nicht nur eine völlige Verkennung der tatsächlichen Lage, sondern auch der eigenen Interessen dieser Parteien und der noch hinter ihnen stehenden Volkskräfte bedeuten. Die Männer der neuen Regierung waren bisher in der Lage, die nationale Revolution in Bahnen zu lenken, die ein Abtreiben dieser elementaren Volksbewegung in Zustände ausschlieht, die eine Zerrüttung der Wirtschaft und des ganzen öffentlichen Lebens nach sich ziehen müssen. Unter der autoritären Führung der Regierung Hitler hat sich der bisherige Ablauf der deutschen Revolution, verglichen mit anderen revolutionären Erschütterungen, i n g e • radezu bewundernswerter Disziplin und Ordnung vollzogen. Wenn der Reichstag der Regierung Hitler nicht mit der erforderlichen Mehr- Göring wirdpreußischerMim'sterpräsident Kube für ein rein nationalsozialistisches Preußenkabinett. Um das Ermächtigungsgesetz für das Kabinett Hitler. heit daS Mandat zur ungestörten Aufbauarbeit bestätigen will, dann werden die unausbleiblichen Folgen eines solchen parlamentarischen Rückfalles vondenjenigen Parteien selb st verantwortet werden müffen, die die Zeichen der Zeit noch nicht verstanden haben. Daß die Regierung Hitler entschlossen ist, das Mandat des Volkes, das sie besitzt, nicht parteipolitischer älnvernunft preiszugeben, ist selbstverständlich. Der Reichstag entscheidet diesmal nicht über das Schicksal der Regierung, sondern über das Wohl und Wehe der Parteien selb st, deren Zukunft in ihre eigenen Hände gegeben ist. Die Parteien mögen sich keiner Täuschung darüber hingeben, daß die Richtannahme des Ermächtigungsgesetzes eine Kamvf- ansage bedeuten würde, die von der Regierung ausgenommen wird. Man darf daher erwarten, daß nicht nur das Interesse des Volkes, sondern auch das Gebot der Klugheit und Selbsterhaltung von denjenigen Parteien verstanden wird, die es angeht. Keine Ausschaltung der Rechte des Reichspräsidenten. Berlin, 22.März. (LTL) In einer Zeitung wird die Befürchtung ausgesprochen, daß ourch die Aufhebung der Artikel 68 bis 11 der Reichsverfassung im Ermächtigungsgesetz die Rechte des Reichspräsidenten ausgeschal- t e t werden würden. Von zuständiger Stelle wird hierzu erklärt, es werde im Gegenteil die Tendenz verfolgt, den Reichspräsidenten freizumachen von der Verantwortung, die nunmehr von der Reichsregierung übernommen werden solle. ©er Aufbau des Reiche- ministeriums für Bolksauf- klarung und Propaganda. Berlin, 22. März. (SIL) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, hat am Mittwoch das Palais Leopold am Wilhelmplatz bezogen. Es finden noch Verhandlungen statt über die Ausgestaltung des Ministeriums, an denen vor allem Ministerialrat im Reichsfinanzmin'isterium Greiner beteiligt ist. Ministerialrat Greiner ist als Ministerialdirektor und Etatschef für das Ministerium für Volksousklärung und Propaganda in Aussicht genommen. Das Ministerium wird voraussichtlich fünf Ministerialräte erhalten, die die fünf Abteilungen leiten sollen. In einer Unterredung zwischen dem Reichspostminister Freiherrn Elz v. Rübenach und Dr. Goebbels wurde beschlossen, daß nicht nur die früher vom Reichsministerium des Innern, sondern darüber hinaus auch die vom Reichs- postministerium ausgeübte lieber» wachung des Rundfunks nunmehr ausschließlich vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda übernommen wird. Dr Goebbels hat seinerseits Dr. Krukenbero mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichsrundfunkkommissars betraut. Aus der nationalsozialistischen Parteileitung. Berlin, 22. März. (TU.) Wie der „Völkische Beobachter" mitteilt, hat der Führer der NSDAP., Adolf Hitler, folgende Verfügung erlassen: „Ich bevollmächtige den Vorsitzenden des Untersuchungsund Schlichtungsausschuises der Reichsleitung, Parteigenossen Walter Buch, in meiner Vertretung nach § 4 Absatz 4d und Absatz 8 zur Verfügung bzw. Bestätigung von Ausschüssen." Die Nationalsozialistische Beamtenabteilung der Obersten Leitung der Parteiorganisation teilt mit: „Bei der obersten Leitung der PONS. Beamtenabteilung Frankfurt a. M., Elbestraße 61, besteht eine besondere Abteilung, die die aus politischen Gründen erfolgte Zurückversetzung na- tionalsozialistisch eingestellter Beamten nachprüft und für Abhilfe sorgt. Beschwerden dieser Art sind auf dem Dienstwege, mit stichfesten Unterlagen belegt, hier vorzulegen, soweit sie nicht schon an Ort und Stelle er. ledigt werden können. Die Amtswalter haben scharf sachlich und eindeutig Stellung zu nehmen." Gtaatskommiffare für KP© - und GP©.-Bürgermeister in Hessen. D a c m st a d t. 22. März. (1B 571.) Aus Grund des Ermächtigungsgesetzes vom 13. März 1933 hat das hessische Gesamtministerium unter dem 20. März 1933 eine Verordnung zur „Sicherung der Verwaltung der Gemeinden" erlassen, in der bestimmt wird: § 1. Der Minister des Innern ist befugt, die Amtszeit eines Bürgermeisters oder Beigeordneten vorzeitig für beendet zu erklären a) wenn der Gewählte der kommunistischen Partei oder Sozialdemokratischen Partei angehört oder sich im Sinne dieser Partei betätigt hat; b) wenn diese Maßnahme zur Aufrechterhaltung der Ordnung ersorder- l i ch erscheint. — Er kann in diesem Falle einen Kommissar mit der Versetzung der Dienst- geschäfte beauftragen und Stellvertreter für ihn bestellen. § 2. Der Minister seht die dem Kommissar und gegebenenfalls dem Stellvertreter von den Gemeinden zu gewährende Vergütung fest. § 3. Die Bürgermeister und Beigeordneten bedür- fen nach ihrer Dahl der Bestätigung durch die Aufsichtsbehörde. § 4. Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung (22. März 1933) in Kraft. ©te Haltung des Zentrums in Hessen. WSR. D a r m st a d t, 22. März. Das Zentrum hat in der letzten Landtagssitzung für die Wahl dcs Kandidaten der RSDAP. zum Staatspräsidenten und für die Annahme des Ermächtigungsgesetzes gestimmt. Dazu wird von der Parteileitung erklärt: Bei der gegenwärtigen Zusammensetzung des Hessischen Landtags fehlt nur eine Stimmean der durch die Rationalsozialisten zu bildenden Mehrheit. Diese war aber in der letzten Sitzung schon ohne weiteres dadurch zu erreichen, daß die kommuni st ischen Abgeordneten nicht anwesend waren. Wenn am 5. März auch der Hessische Landtag gewählt worden wäre, so hätten die Rationalsozialisten nach dem Wahlergebnis ebenfalls über eine ausr"ichende Mehrheit verfügen können. Eine Reu vahl hätte jedoch nur Unruhe und Aechtsunsu.y.cbeit in das hessische Volk hineingetragen, ohne gleichzeitig de Gewähr für eine erträglichere Lösung der parlamentarischen Schwierigkeiten zu bieten. Der Vorsitzende der Zentrumsfraktion, Ministerialrat Hoffmann, hatte kurz vor der Wahl des Staatspräsidenten eine Rücksprache mit Dr. Werner. Dabei erhielt er in wichtigen Punkten bestimmte Zusicherungen. Infolgedessen stimmte das Zentrum für Dr. Werner „in der Erwartung, daß die Regierung auch ihrerseits alles tut, um Ordnung und Rechtssicherheit zu gewährleisten und eine Befriedung der Bevölkerung herbeizuführen". Dieselben Gründe waren auch wohl für das Zentrum maßgebend bei seiner Zustimmung zu dem Ermächtigungsgesetz, dessen erster Entwurf auf Veranlassung des Zentrums in wesentlichen Punkten geändert wurde. Aus aller Welt. Schwere Benzinexplosion in Westfalen. haltern (Westfalen), 22. März. (TU.) Ein furchtbares Unglück ereignete sich in der vergangenen Rächt im Mittelpunkt der Stadt, das einen Toten, 1 5 Schwer- und 14 Leicht- verlehteals Opfer forderte. Zwei Lastwagen mit Anhängern, die aus Düsseldorf und Versmold kamen, stießen an der Reckumerslraße zusammen, wobei dem Düsseldorfer wagen, der mit Oelfässern und Fetten beladen war, der Seitenlank aufgerijsen wurde. Das herauslaufeude Benzin entzündete sich. Die Fahrer und Beifahrer sprangen aus ihren Wagen und koppelten die Anhängerwagen ab. Die alarmierte Polizei, Feuerwehr und aus einer nahen Wirtschaft herbeigeeilte SA.- und SS.-Leute bemühten sich, die gefährliche Ladung des Düsseldorfer Wagens, insbesondere die Lackfässer, in Sicherheit zu bringen, plötzlich gab es einen furchtbaren Knall, und eine riesige Stichflamme schlug gen Himmel. Der unter dem Führersitz des Düsseldorfer wagens eingebaute Ben- zinbehälier war explodiert und das brennende Benzin ergoß sich über die Menschenmenge. Lebendigen Fackeln gleich liefen etwa 30 Menschen umher; furchtbare Schmerzensschreie gellten durch die Rächt. Die Brennenden rissen sich die Kleider vom Leibe oder wälzten sich am Erdboden, um so die Flammen zu ersticken. Die Verletzten wurden sofort ins Krankenhaus gebracht, während 14 Personen nach Anlegung von Rotverbänden wieder entlassen werden konnten, mußten 16 Schwerverletzte im Krankenhaus bleiben. Vier von ihnen haben so schwere wunden davongetragen, daß sie kaum mit dem Leben davonkommen dürften. Einer von ihnen, der polizeiwachlmeisker Lemke, ist am Mittwochvormittag g e st o r b e n. Die drei anderen ringen mit dem Tode. Die übrigen Verletzten haben schwere Brandwunden am ganzen Körper daoon- getragen. Von der Stichflamme war die hakenkceuz- fahne am Rathausgiebel in Brand gesetzt und der Giebel selbst schwer angesengt worden, doch blieb das Gebäude sonst verschont. Ehrenmal ..Reichstreue am Main". Der freiwillige Arbeitsdienst in Wertheim a. M. arbeitet seit Juli 1932 an einem Ehrenmal „Reichstreue am Main". Dort, wo die süd- deutscben Länder dem großen norddeutschen Bruder über den Main hinweg die Hände reichen, soll auf ragender Höhe über der Main-Tauberecke dies Ehrenmal der Reichstreue erstehen. Der Gedanke wuchs ganz spontan aus der Bevölkerung am Main, die für die vorbereitenden Arbeiten schon viele Opfer gebracht hat. Die für die Platzgestaltung notwendigen Erdbewegungen sind beinahe durchgeführt. Anläßlich der Reichstagseröffnung und des feierlichen Staatsaktes in Potsdam fand in Wertheim a. M. eine große nationale Kundgebung statt, bei der begeistert beschlossen wurde, das Werk zu Ehren des Gedankens der Reichseinheit weiter zu fördern. Kundgebung des Kampfbundes für deutsche Kultur in Frankfurt. Aus Anlaß des Tages des deutschen Buches veranstalteten der Kampfbund für deutsche Kultur und die Gauleitung der RSDAP. in Frankfurt auf dem Aömerberg eine eindrucksvolle Kundgebung, wozu u. a. auch die Frankfurter Handwerker mit ihren alten Innungsfahnen erschienen waren. Der Balkon des Römers war mit riesigen Hakenkreuzfahnen geschmückt. Die Kundgebung wurde durch eine Darbietung des städtischen Bläserchors eingeleitet. Dann ergriff der zweite Vorsitzende der Frankfurter Ortsgruppe für deutsche Kultur, Kunstmaler Wilhelm Fahrenbruch, zu einer Ansprache das Wort. Er streifte die Ereignisse der letzten Tage, die er als den Anfang einer neuen Epoche der deutschen Geschichte bezeichnete; diese Revolution dürfe nicht auf der Straße ausgetragen werden, sondern müsse getragen sein von den geistigen Kräften der Ration; das gesamte Volk müsse teilhaben an dem geistigen Wiederaufbau unserer Kultur. Der Gau-Propagandaleiter Mül- ler-Scheld wies daraus hin, daß, wie im politische, so auch im geistigen Kamps die SA. und SS. sowie die gesamte Parteigenossenschaft das Fundament der Arbeit der Führer sei. Jetzt müsse der politischen Revolution die geistige Revolution folgen, die alles Artfremde aus unserer Kultur entferne. Professor Kriegk gab einen kurzen Ueberblick über die Geschichte der geistigen Entwicklung unseres Volkes. An die großen Werke unserer Dichter und Denker müsse die neue Entwicklung anknüpfen und auf ihnen das neue Kulturleben aufbauen. Heute stünden wir erst am Anfang, und man könnte mit Luther sagen: ..Wir sind's noch nicht, wir werden's aber." Die Kundgebung schloß mit dem Absingen des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes. Der hinhe-prozeß. Im Prozeß gegen den Bankier Hintze wurde als erster Zeuge Kriminalassistent Geißler gehört, der die erste Vernehmung des Angeklagten vorgenommen hat. Hintze habe ihm ungefragt gesagt: „Ich gebe zu, ich habe meine Frau erschossen, ich wollte mich dann selbst erschießen." Als Hintze hörte, daß seine Frau noch lebte und operiert werde, habe er gerufen: „Gott fei dank, daß meine Frau noch lebt." Auf Vorhalt des Verteidigers, daß eine solche Erklärung des Angeklagten nirgends in den Akten wiedergegeben sei, blieb der Zeuge bei seiner Aussage. Ein weiterer Zeuge, Kriminalkommissar S ch w ö r e r, bekundete, Hintze habe sich wiederholt erkundigt, ob man seine Tat als Mord oder als Totschlag ansehe und ob ihm der Schutz des § 51 zugebilligt werden könne. Der Angeklagte erklärte hierzu, er sei immer dabei geblieben, daß er nicht ioif j e, toie er zu dem Schuß gekommen sei. Zu dem Zeugen S ch w ö r e r gewandt rief Hintze aus: „Sie haben mich reingelegt. Jetzt stehe ich hier als Totschläger., Ich habe den Eindruck, daß der Zeuge wider besseres Wissen unter seinem Eid hier die Unwahrheit sagt." Als Sachverständiger erklärte Medizinalrat Dr. Schlegel, daß bei Hintze keine krankhafte Störung der Geistestätigkeit vorliege, durch die die freie Willensbestimmung im Sinne des § 51 ausgeschlossen fei. Ebenso verneinte er einen pathologischen Reizzustand ober einen Dämmerzustand bei Begehung der Tat. Ein Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit könne nicht angenommen werden. — Die Weiterverhandlung wurde dann vertagt. Meine politische Nachrichten. Die Regierungserklärung, die Reichskanzler Hitler am heutigen Donnerstag im Reichstag abgeben wird, und die als zweiter Punkt auf der Tagesordnung der um 14 Uhr beginnenden Reichstagssitzung steht, wird vom Deutschen Rundfunk unmittelbar aus der Krolloper auf alle deutschen Sender übertragen. Der Ministerialdirektor im preußischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit Dr. Schindler wird in den einstweiligen Ruhe st and versetzt. — Der Reichskommissar für das Handwerk, Dr. Wie n= beck, wird zum Ministerialdirektor im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit* ernannt. Der Reichspostminister hat in einer Verordnung an die Oberpostdirektionen zum Ausdruck gebracht, daß fortan Abzeichen politischer Parteien oder Abbildungen politischer Art auf der Außenseite von Briefen, Drucksachen und Postkarten im Rahmen der allgemeinen Bestimmungen nicht mehr zu beanstanden find. Musik um Gt. Marren. Äon Ilse ^chmut-W.ssendorff Wer sie nicht kennt, dem kann man sie schwer mit Worten malen, denn stärker als selbst das bilderreichste ist die Melodie des herrlichen Baus: der Marienkirche in Lübeck. Dunkel, ernst und schwer ist das Backsteinrot ihrer Steine, aber sie heben sich zu einer sch.anken Leichtigkeit empor, die lichtgetragen zur Hohe schwebt und im zarten Grün der pcttinier- ten Türme eine glaubensvolle Bestätigung findet. Schweres Rot, lichtes Grün, weichblauer Himmel. Schattig der Weg auf holprigem Pflaster um diesen Bau. So klingt der Farbakkord, der uns hineinführt, hineinzieht durch das schlichte Portal. Wir treten ein, und nun rauscht es empor, weiß, leicht wie ein Wasserstrahl. Will mitreißen zu schwebender Höhe, und doch fällt das Bewußtsein eigner Winzigkeit aus eben dieser Höhe mit erdrückender Wucht wieder herab. Immer noch liegt ein Hauch von Weihrauch unter den Gewölben und führt zurück in die Jahrhunderte. Erste Gotik formte den Bau wie eine Unwirklichkeit. Jahrhunderte geben ihm dann den Schmuck, der seine Grundmelodie umrankt und ihm ein warmes, erfülltes Leben gibt, das ihn an die Erde bindet, von der er fortftrebt. Ernst und schwer die Kirchenstühle der Zünfte und Gemeinschaften aus der stärksten Zeit der Hansa. Nur am Bürgermeisterstuhl entspannt sich die Wucht des Eichenholzes zu überreichem Schmuckwerk der Schnitzerei, löst sich oben an den Gesimsen zum Filigran einer spitzemeichten und spitzenreichen Galerie, so zart und schwebend, daß es unverständlich wird, wie Holz in diesem Maße seiner Materie entkleidet werden kann. Weltfreudiges Barock erstellte den Allar, der sich wie eine prunkvolle Kadenz in den Aufbau fügt. Er setzt sich fort in der Pracht der Grabmäler, die sich den Pfeilern wie Fiorituren und Schnörkel verbinden. Religiöser Emst des Mittelalters häll die erste, entschwebende Gotik und den Reichtum des Barock zusammen. Das Schönste aus dieser Zeit ist ein kleines Madonnenbild, auf Goldgrund gemalt an der Wand überm dunklen Eichengestühl. Vier Frauen- ßesichler, zart wie der Blütenkelch, den jede von ihnen in den Händen hält, das Gesicht ohne Lächeln, ganz noch innen gewandt, der Welt abgekehrt. Und bann die Geliebteste: die schmerzlich-süße Madonna in Stein. Aus Wissen und Ahnen um Tiefen steigt ihr Lächeln, das verklärter ist als ein Heiligenschein. Mit diesem Lächeln sieht sie auf den Sohn, der in allen Gebärden von ihr fortftrebt, in den Raum, zu den Menschen. Und in den Kapellen ist das Mittelaller. Im Totentanz der schreckensvollen Jahre voll Sterben und Pestilenz. In den Schreinen, die lrebeoollste Andacht schmückte, in der komplizierten Mechanik der astronomischen Uhr. Geduld, Versenkung, Vertiefung, dies ist die Predigt, die zu uns bringt Drei verschiedene Stimmen hat der Raum. Drei Orgeln aus getrennten Zeiträumen. Die kleine Buxtehudeorgel, zu der das gewundene Treppchen bescheiden hinaufführt, an der Johann Sebastian ^efeffen hat, um von des Aeltercn Kunst zu lernen, die in unsrer Zeit wieder anfängt zu strahlen in Kraft und Reinheit. Die Lettnerorgel, die das Reich des Barockaltars abschließt und umgrenzt auf säulengetragener Empore. Und die große Orgel, gewaltig durch den Wald ihrer Pfeifen, die sich auflösen in die Apotheose der musizierenden, im höchsten Gewölbe verschwebenden Engel. Am schönsten ist St. Marien in den Stunden der musikalischen Andachten. Die ganze Seele dieses Raumes spricht dann mit all ihren Stimmen. Es ist die Zeit des Sonnenuntergangs. Durch die Glasmalereien im Fenster unter der großen Orgel bricht der ganze Glanz kaskadengleich herein. Gelb und Gold in allen Schattierungen find die Farben, in denen das Fenster gemalt ist. Gelb und Gold, durchleuchtet und durchstrahlt vom Sonnenlicht, schwebt wie Feuer, wie übermächtige Fülle des Gottesgedankens in leuchtendem Strahl. Zwei brennend rote Felder in den Ecken liegen unbeweglich in diesem Uebermafj von Licht, wie b'utende Herzen. Von ihnen tropft es in scharlachnen Flecken über Die Fliesen bis zum Altar. Die Uhr hebt draußen zum Schlage an. Ganz langsam, ein wenig heiser und zeitmüde, fremden Klanges sinken die Töne des Spielwerks herab, lassen durch ihr stiebevolles Geläut Gegenwart und Zeit vergessen. Mit dem letzten Schlage klingt der erste Ton von der Bachorgel. Wie Glasglocken ist es, zerbrechlich und feingesponnen. Alte Choralphanta- sien von Tunder und Daniel Erich. In großen Schritten der ganzen Töne. Der junge Künstler, der sie erstehen läßt, ist ein Meister, der besten einer im Deutschen Reich: Waller Kraft. Schön ist dieser Name. Auch er ordnet sich in stinem Klang in diesen Raum. Der Glanz verlischt. Nun dämmert es. Graue Schleier scheinen unter den Gewölben zu gleiten über die Köpke der andachkooll Geneigten. Es ist wohl keiner hier, dem nicht das Herz weit aufgetan ist. der nicht demütig in die Knie sinken möchte vor allem, was groß und wahr ist. Und ruhen, wie man nur im Heimatlichsten ruhen kann. Nun ist es fast dunkel. Da flammt die erste Kerze am Lettner auf. Eine nach der andern bann, die ganze lange, schlanke Brüstung entlang. Unb nun das Kerzenbündel, das wie von gereckter Hand emporgehoben im Kranz über der Orgel steht. Von daher klingt es nun. Heinrich Schütz. Der Zwie- gesana des Engels und Mariens. Tröstlich und stark, von Dunklem All getragen: „Fürchte dich nicht, Maria!". Nur die Reihe der bekrönten Kerzen im Raum. Im ungewissen Lieht dehnen sich die Wände ... wachsen, wachsen ... kennen nicht Raum noch Grenzen mehr. Was ist noch Kuppel, was vielleicht schon Himmel? Am Lettner entlang stehen im tiefen Schatten die Figuren der Apostel. Man ahnt sie nur im Dämmern. Alles Licht, das von bet Brüstung tropft, aber sammelt sich auf ber Gestalt Mariens, die in ihrer Mitte steht. Warm umkleibet der Schein nur ihr Haupt, alles andere ruht im Samtdunkel. Dieses Haupt unter schwerer Kronenbürde ist geneigt in Demut. Das Antlitz lächelt hernieder, gütig, verstehend, verzeihend. Das ganze Licht der Welt im Antlitz Mariens. Dann wieder Stille. Und nun von der großen Orgel herab Johann Sebastians dorische Fuge. Daß ein Mensch das schaffen konnte. Leise Stimme fernster Offenbarung. Sturmgebraus gewaltigen Geschehens. Cs flutet durck den Raum, wie es vielleicht durch das Herz des Schöpfers geflutet sein mag, wie seine Sinne es träumten, wie es ihm aber aus den Instrumenten feiner Zeit niemals widerklingen konnte. Heute erst ersteht Johann Sebastian der Menschheit ganz. Die Stunde ist vorbei. Eine winzige Spanne im Gewebe der Zeit. In ihr aber der ganze Reichtum, den die Erde trägt. In den Tönen Sehnsucht, Schrei und Trost der Menschheit, emporgehoben zum Glanze Gottes und feinem mutenden Herzen, warmes tröstendes Licht im Dunkel, und über allem das erlösende Lächeln der Madonna. Oer Gefangene im Tower. Das englische Staatsgefängnis, der Tower in London, von dessen lichtlosen und engen Zellen aus so viele Könige und Edle des Landes den Weg zum Schafsot haben antreten müssen, beherbergt feit einiger Zeit wieder einen Gefangenen. Seit 33 Jahren war das Gefängnis im Tower unbesetzt, weil es keine politischen Verbrecher gab. Der Tower dient aber nur als Gefängnis für Staatsverbrecher. Der jetzige einzige Insasse des Gefängnisses ist der Leutnant Daillie-Ste- wart vorn schottischen Hochländerregiment. Er sttzht. wie bereits gemeldet wurde, unter dem Verdacht der Spionage, und zwar wird ihm vor- aesvorfen. daß er mit einem deutschen Geheim- vi«rnst in Verbindung gestanden und Angaben über Dankformationen, Panzerwagen, Waffen, Ausrüstung usw. an deutsche Stellen gemacht hat. Leutnant Stewart bestritt jede Schuld; die Voruntersuchung nahm daher lange Zeit in Anspruch. Die englische Oeffentlichkeit erfuhr davon, und seitdem hat sie sich unaufhörlich mit dem politischen Gefangenen beschäftigt. Der Andrang des Publikums zu dem Prozeß ist ungeheuer, die allgemeinen Sympathien gehen mit dem jungen Leutnant, man wehrt sich einfach gegen den Gedanken. daß ein englischer Offizier Spionage treiben könnte. Für den Prozeß sind 31 Zeugen geladen, ein Teil der Zeugen wird aus Gründen der militärischen Sicherheit unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vernommen werden. Die Anklage stützt sich auf einige Briefe, die Leutnant Stewart an zwei unbekannte Personen gerichtet hat. Die eine Person wird in den Briefen als Marie-Luise bezeichnet. Leutnant Stewart behauptet, er wisse nicht, welchen Familiennamen das Mädchen habe. Er habe einmal feinen Urlaub in Berlin verbracht und das Mädchen an einem der Berliner Seen kennengelernt. Für die Dauer seines Urlaubs habe er mit dem Mädchen ein Verhältnis gehabt, er wisse aber weder ihren vollen Ramen noch ihre Adresse und könne nur sagen, daß sie 22 Jahre alt und blond sei. Für einige Liebenswürdigkeiten, die er ihr erwiesen habe, habe sie ihm Geld geschickt, weil ihr bekannt geworden war, daß er sich in schlechten finanziellen Verhältnissen befinde. Daß er sich in einem der Briefe des Ramens Poiret bedient habe, habe er nur deshalb getan, weil die Eltern des Mädchens nicht erfahren sollten, daß er englischer Offizier und zugleich eine Art Gigolo fei. Im Besitz des Angeklagten fand man weiter einen Zettel, auf dem die Adresse eines deutschen militärischen Abwehr- bureaus mit der Telephonnummer in der Handschrift Stewarts notiert ist. Ein anderer Zettel, den man bei ihm fand, trägt die Rotiz der Adresse eines gewissen Herrn Obst. Das Hauptbelastungsmoment ist ein Zettel, auf dem die Einladung zu einer Berliner Sportausstellung steht. Auf der Rückseite des Zettels sind die Worte verzeichnet: „Organisation, Tanks, Panzerautos, Ausrüstung, Bewaffnung, Konstruktion." Erst als man diesen Zettel im Besitz des Leutnants gefunden hatte, schritt man zu seiner Verhaftung, denn man hielt den schon seit langer Zeit bestehenden Verdacht nun für ausreichend begründet, um den Leutnant unter Anklage zu stellen. Die Qlnflage nimmt an, daß die deutschen Stellen, die sich angeblich der Spionage des Leutnants Stewart bedient haben sollen, in der Form der Einladung zu einer Sportausstellung Stewart auffordern wollten, nach Deutschland zu kommen und über die auf der Rückseite der Einladung verzeichneten Punkte Auskunft zu geben. Aus der provinzialhaupistadt Heist -er Winternothilfe! Die Landhilfe •• Arbeitspause bei Dänninger am Nationalfeiertag. Die Firma CBänninger G. m. b. H. in Gießen hat an dem vorgestrigen nationalen Feiertag während der Feiert.chleiten hx Potsdam in ihrem Werk eine Arbeitspause von 11.30 bis 13 Uhr für die Arbeiter eintreten lassen, die sich im großen Speiseraum versammelten, um dort durch Lautsprecher-Liebertragung dem Verlauf der Potsdamer Feier beizuwoh- nen. Die Angestellten hatten eine Dienstpause von 10 bis 14 Uhr, damit sie in ihren Wohnungen die Aadioübertragung anhören oder an dem Feldgotlesdienst aus dem Kasernenhof teilnehmen konnten. Die Belegschaft des Werks beträgt ge» genwärtig etwa 300 Personen. Frühjahrs-Verbandstag der Freiwilligen Feuerwehren im Kreise Gießen. eine- ungenügend entwickelten KieferS. Warum aber wird die Kautätigkeit gehemmt? Die Antwort ist einfach. Das Kind hat Zahnschmerzen. Lind wenn diesen Schmerzen von leiten der Eltern nicht nachzeganzen wird, hilft es sich dadurch. daß es d.e betreffende Pa^ce beim Essen .schont". Es liegt auf der Hand, dah es eine unangebrachte Sparsamkeit ist, die Erhaltung der „Mit weittragenden Geschützen beschossen wir die Festung Paris." Zum IS. Jahrestag der letzten großen Schlacht int Westen. Don B. Schroeder. raum ist großer und die Komposition straffer geworden. Als selbständige Veröffentlichung erscheinen unter dem Titel „Lieber Gott" zwei Briefe Rainer Maria Rilkes, ein wirklicher und ein erdachter, der Brief des Arbeiters, aus denen die Wandlung des Begriffes Gott in Rilkes Denken ersichtlich wird. Die große Vergangenheit der Wartburg wird in den visionären Versen des gleichnamigen Buches von Ernst Bertram wieder lebendig. Mit Anton Coolen macht der Insel-Verlag einen neuen, niederländischen Dichter in Deutschland heimisch. Sein Roman „Kinder unseres Volkes" ist vol Atmosphäre und Leben. Aus arglosen Beziehungen der Menschen zueinander wächst er in gewitterhafte Spannungen und Entladungen hinein. Die Frühjahrsreihe der Insel-Bücherei umfaßt 12 Bände mit neueren Autoren wie Ernst Bertram, Peter Dörfler, Detlev von ßiliencr on, Jack London und Felix Timmermans. Besonders bemerkeixswert ist eine Hohschnittfolge von Frans M a s e r e e l, die „Geschichte ohne Worte", in der gleichnishaft die Geschichte der Liebe eines idealen Jünglings zu einer schönen banalen Frau erzählt wird. Frühjahrsneuigkeiken in Lngelhorns Verlag, Stuttgart 3m Frühjahrsprogramm des Verlages 3. Engelhorns Rachf. in Stuttgart erscheinen folgende Werke: Otto Wirz: „Prophet Müller- Z w o“, das neueste Werk des Verfassers von „Gewalten eines Toren". — Carl H ae nsel: „Das war Münchhausen". Der neueste Tatsachenroman des Verfassers von „Der Kampf ums Matterhorn". — Cherry K e a r t o n: „ P a l- l a h'. Ein Tierleben in afrikanischer Wildnis. Von Kearton erschien im vorigen 3ahre „Die Insel der 5 Millionen Pinguine". — Wolfgang Langewieschc: „Das amerikanische Qlbenteue r". Erlebnisse eines deutschen Werkstudenten in LISA. vor vier Jahren. Der innerliche Zusammenbruch aller Hoffnungen der Entente auf Sieg spiegelt sich in der Tatsache wider, daß die Engländer bereits Pläne zur Verschiffung ihrer Truppen auSar beiten, daß der amerikanische Militärattache geradezu kniefällig um Hilfe gebeten wird, daß dringende Telegramme an Wilson gesandt wer- den, daß die Verzweiflung in Paris damals ganz ungewöhnliche Formen annahm und jedermann am Abend des 24. März davon überzeugt war, daß in späte st ens fünf Tagen die Deutschen in Paris einziehen werden. Der unbeschreiblich großartige Einbruch in die feindliche Front und der sich daran anschließende, das Menschenmögliche schier überschreitende Vormarsch, bei dem jeder Meter Landes mit Blut erkämpft werden mußte, ging aber über die Kräfte der heldenmütigen deutschen Infanterie. Auf dem vollkommen zerschossenen Gelände konnten weder die schweren Geschütze noch die Munitionskolonnen noch die Verpflegungsdepots so schnell nachfolgen, wie der Sieg die Sturm- truppen vortrug. Französische Fliegergeschwader werden eingesetzt und beunruhigen den deutschen Vormarsch, zerstören die Verbindung mit den Etappen. Das Ziel der deutschen Heeresleitung aber ist Amiens, der große Eisenbahnknotenpunkt, der die Verbindung zwischen der englischen und der französischen Armee frerftellt Er muß erreicht werden, wenn nicht der riesenhafte Erfolg der Durchbruchschlacht wieder verloren gehen soll. Tagelang schon währt der Vormarsch, tagelang schon haben die Deutschen nicht geruht, und dennoch tobt am 30. März dann der letzte große Kampf um Amiens. Hier hat der englische Brigadegeneral C a v a y eine Armee gesammelt aus Versprengten aller möglichen Regimenter, stellt sich mit dieser vielleicht denkwürdigsten Armee des Weltkrieges dem Korps G o n t a r d entgegen. Die Deutschen können im furchtbaren Kampf Mann gegen Mann sich noch einmal siegreich durchsetzen. Dann aber stellen sich ihnen frische Formationen der Kanadier und Australier entgegen und halten den deutschen Vormarsch kurz vor Amiens endgültig auf. Die große Bedeutung diese- Kampfes um Amiens hat auch der Gegner vollkommen richtig erfaßt gehabt. Der Engländer Wright berichtet darüber: „Der Verlust von Amiens hätte den Verlust des Krieges bedeutet..." Gewiß, die Deutschen machten über 90 000 Gefangene. Sie eroberten weit über 1000 Geschütze, und es ist mehr als tragisch zu nennen, daß dieser unerhörte und siegreiche Einsatz an Begeisterung und Vaterlandsliebe, an Mut und Opferbereitschaft nicht zu dem Erfolg führen konnte, der schon so greifbar nahe schien... • Grünberg, 22. März. Der Kreisver- band Freiwilliger Feuerwehren im Kreise Gießen hielt am Sonntag im Saale .Zum Hirsch" feinen Frühjahrs-Ver- bandstag ab. Der Vorsitzende, Brandinspettor Wenzel. Gießen, begrüßte die zahlreichen Abgeordneten der Wehren, insbesondere den Vertreter des Kreisamts, Regierungsrat Schmidt, Branddirektor Braubach, Gießen, als Vertreter des Landesverbands Hessen, sowie die Bürgermeister von Grünberg, Birklar und Lollar. Sodann erstattete der Vorsitzende den Geschäftsbericht, dem zu entnehmen war, daß in verwaltungstechnischer und in praktischer Hinsicht für die freiwilligen Feuerwehren das Möglichste geleistet wurde. Die Rührigkeit des Ausschusses verdiene alle Anerkennung. Wirtschaflsnot und Arbeitslosigkeit hätten allerdings auch die Feuerwehren vor sehr schwierige Aufgaben gestellt, die aber, dank der Opferfreudigkeit und der zielbewußten Arbeit der Führer, gelöst werden konnten. Kamerad Wenzel gab dann einen Rückblick auf den Reichs-Feuerwehrtag in Karlsruhe und sprach die Hoffnung aus, daß es in unserem Daterlande bald wieder aufwärtsgehen möge. Das Andenken des verstorbenen Kameraden, Kreisfeuerwehrinspeltors D i d o r e, wurde in der üblichen Weise geehrt. Regierungsrat Schmidt überbrachte sodann die Grüße des KreiSamts unb erklärte, das Sreisamt werde den freiwilligen Feuerwehren im Rahmen des Möglichen nicht DcrbandStag für 1934 freiwillig übernehmen wollte, von den für spätere Jahre sich meldenden Vereinen durch das Los die Freiwillige Feuerwehr Leihgestern bestimmt. Der Verbandstag soll in einfachster Weife ausgerichtct werden. Die anderen Wehren, die sich bereitfanden, den Verbandstag für spätere Jahre zu übernehmen, wurden vorgemerkt. In der anschließenden Aussprache wurden feuerwehrtechnische Fragen behandelt. Branddirektor Braubach (Gießen) sprach über Brandursachen aus der Praxis der letzten Zeit, Kommandant S ch ä f c r (Lang-Göns) sprach über ein verstecktes Kleinfeuer in der Schule zu Lang-Göns. Cs wurde ferner noch die Frage behandelt, ob bei Neuanschaffungen die Verwendung von Woll- oder Ledergurten vorzuziehen fei. Es wurde betont, daß der Ledergurt (sachgemäße Behandlung vorausgesetzt) sich immer mehr durchsetze. Nach Erledigung einiger kleinerer Anfragen fand die Tagung ihren Abschluß. 3m Anschluß an die Tagung besichtigten die Teilnehmer auf Einladung der Grünberger Wehr deren mustergültiges Gerätehaus. Außerdem wurde die „Magirus'-Klcinmotvrspritze vorgeführt, über deren Leistung man sich allgemein befriedigend äußerte. Cs wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Stadt Grünberg für den Ernstfall einen zuverlässigen Schuh in ihrer Feuerwehr sehen könne. Kunst und Wissenschaft. Die Frühjahrs-Neuerscheinungen des Insel-Verlags. An die Spitze seiner neuesten Veröffentlichungen stellt der Jnsel-Derlag die neue Auflage, das 86. bis ICO. Tausend von Goethes Werken in sechs Bänden, des sog. Volks-Goethe, der auf 3900 Seiten aus dem in seiner Fülle unübersehbar erscheinenden Schaffen Goethes die Werke ganz oder in wesentlichen Teilen wieder- gibt, deren Summe den Dichter und Gelehrten am erschöpfendsten darstellt. Seinen Dier-Mark- Fünfzig-Büchern fügt der Insel-Verlag zwei neue hinzu: Einen Band Deutsche Heldensagen, herausgegeben von Severin Rüttgers, dem seit Jahrzehnten bewährten Anwalt alten deutschen Sprachgutes. Diese Ausgabe bietet die wesentlichsten deutschen Heldendichtungen in schl chter Erzählung nach den Quellen. Ein weiterer Band der Volks-AuSgaben des Jnfel-Ver- lages ist die neue Ausgabe der Deutschen Erzähler, einer Sammlung der schönsten Erzählungen von Achim von Arnim bis Gottfried Keller, die Hugo von Hofmannsthal vor zwanzig Jahren zum erstenmal mit einer unvergleichlichen Einleitung herausgegeben hatte. Eine Reihe von Drei-Mark-Fünfzig-Büchern, die in zwangloser Folge erscheinen soll, eröffnet der Insel-Verlag mit einem seiner schönsten Bücher. Das Leben des Grafen Federigo Confalonieri von Ricarda Huch. Aus dem Risorgimento, der Zeit, da Italien um seine Unabhängigkeit und Einheit kämpfte, hat Ricarda Huch tue Figur dieses lombardischen Empörers herausgehoven und ohne Lieberschwang unb Sentimentalität fein Leben als Sinnbild eines großen Opfers erzählt. Unter dem Titel „Briefe vom Jahre 1907 bis zum Ausbruch des Krieges" erscheint die Fortsetzung der Ausgabe von Rainer Maria Rilkes Briefen. Der Herausgeber hat einen neuen Weg der Bearbeitung eingeschlagen: Der Zeit- nur ideell, sondern auch materiell beizuskehen bereit fein. Branddirektor Braubach, Gießen, sprach für den Landesverband Hessen und überreichte im Anschluß daran den Kameraden Otto Micke 1, Lollar, und Kommandant Heinrich Schmidt V., Heuchelheim, das Hessische Ehrenlreuz der Freiwilligen Feuerwehr. Bürgermeister Dr. Mild- n e r sprach für die Stadt Grünberg. Schriftführer Kamerad Breit her, Gießen, erstattete den Tagungsbericht vom letzten Herbst- verbandstag in Großen-Bufed, dem zu entnehmen war, daß dem Verband 19 Freiwillige Wehren mit insgesamt 1949 Mitgliedern angehören. Der Bericht wurde genehmigt. Den Kassenbericht erstattete Kamerad Heinrich, Lollar. Die Kasse wurde als sehr gut geführt bezeichnet, der Kassenstand ist be- sriedigend. Die Rechnung wurde geprüft, Anstände ergaben sich nicht, so daß dem Rechner Entlastung erteilt werden konnte. 3m Anschluß daran wurden die sahungsgemäß ausfcheidenden Vorstandsmitglieder, die Kameraden Wenzel, Gießen, und Seifert. Grünberg. wiedergewählt. Beide dankten für das zum Ausdruck gebrachte Vertrauen. Die übrigen Ausschußmitglieder wurden mit Stimmzetteln gewählt. Als Schriftführer wurde Kamerad B r e i t h e r, als Rechner Kamerad Heinrich einstimmig wiedergewählt. Die Kameraden Schäfer, Lang- Göns, und Schmidt. Heuchelheim, wurden als Beisitzer gewählt. Dem Antrag ber Freiwilligen Feuerwehr Leihgestern, daß bei Hebungen die Pläne für das vrandobjekl nur den Vertretern ausgchändigt werden, die Vollmacht besitzen, wurde zugestimmt. Die Pläne sollen in Zukunft in verschlossenen Umschlägen an die Berechtigten Überreicht werden. Gin Antrag der Wehr von D a u b r i n g e n, der die Verwendung von Feuerwehrkapellen bei Feuerwehrveranftaltungen betraf, fand entsprechende Erledigung. Vom Vorsitzenden wurde auf Anfrage darauf hingewiefen, daß bei Feuerwehrveranftaltungen das Tragen politifcher Abzeichen verboten sei. Die Feuerwehr sei unpolitisch. Ein Antrag der Gießener Freiwilligen Feuerwehr auf Streichung der Verbandsbeiträge für unterstützende Mitglieder wurde abgelehnt. Es soll in dieser Hinsicht die Entscheidung des Provinzialverbandstages im Juli abgewartet werden. Einem Antrag des Rechners, den Derbandsbeitrag um 5 Pfennig zu senken, wurde zugestimmt. Regierungsrat S ch m i d t unterstützte Den Antrag ebenfalls als Ausgleich für den Antrag Gießen. Er teilte ferner mit, daß die Besetzung der Stelle des Kreisfeuerwehrinspektors eine baldige Lösung erfahren werde. Zur Uebernafrmc des Herbstverbands- tages für 1 934 wurde, da feine Wehr den Wilchzähne zu vernachlässigen. Sie wollen mit Der gleichen Sorgfalt behandelt werden, die der Erwachsene in der Pflege des eigenen Gebisses für eine Selbstverständlichkeit hält. Ueberhaupt sollten es sich die Eltern zur Regel machen, ihr Kind Im 3. oder 4. Lebensjahr einer General- untersuchung zuzuführen, gleichgültig, ob ein Schaden vorhanden ist oder nicht. 3n Der Nacht, in Der die große deutsche Frühjahrsoffensive von Arras bi« St. Quentin einsetzte, in der Nacht vom 21. zum 22. März des Jahres 1918. herrschte über Dem vollkommen zerschossenen Gelände, das den bezeichnenden Namen „Niemandsland" trug, dichter Nebel. Dünner Sprühregen ging nieder, und in den Gräben war eS feucht und fttdig. Durch Feuerüberfälle, scheinbar ernst gemeinte Grafrenkämpse, durch taktisch wohlüberlegte Einbrüche in die feindliche Front nördlich von Verdun, in der Champagne, vornehmlich bei Reims und im alten Kampfgelände an der Somme, hatte die deutsche Heeresleitung die Aufmerksamkeit des Feindes von dem Gebiet zwischen St. Quentin und Arras, von dem Gelände bei Cam- brai geflissentlich abgelenkt. Trotzdem war Der Gegner Darüber unterrichtet, Daß die Deutschen zum letzten entscheidenden Schlage ausholen würden, und Daß Das Frühjahr 1918 als Termin Dafür feststanD. In dieser historisch DenftoürDigen Nacht vom 21. zum 22. März setzte um 4.40 Llhr Das mächtige Deutsche Artilleriefeuer ein. In den Gräben standen die Sturmkolonnen an den Sturmleitern bereit. Lind als nach eindringlichster Artillerievorbereitung die brave deutsche Infanterie durch den dichten Nebel vorstürmte durch das zerwühlte Land, wurde die erste englische Lxnie leicht überrannt, nach hartem Kampfe auch die zweite genommen, und die Versuche der Engländer, unter Einsatz aller Reserven den gefährlichen großen Durchbruch Der Deutschen aufzuhalten, blieben erfolglos angesichts der elementaren Kraft, die diesen deutschen Angriff unentwegt weiter vortrug. Die dritte englische Linie wurde erreicht. Französische Regimenter, die hier eingriffen, erlitten dasselbe Schicksal: sie wurden überrannt. Die beglaubigte Meldung des Chefs des französischen linken Flügels liegt vor, daß zwischen der englischen unb der französischen Armee eine Lüde von fünfzehn Kilometern klaffte, in der sich kein Mann befindet. Das Ziel, die englische Armee von der französischen vollkommen zu trennen, AmienS zu erreichen und die linke französische Armee auf Paris zurückzuwerfen, ist greifbar nahe gewesen. Mit Aufbietung größter Energie werden die neuen Riesengeschühe der Firma Krupp nachgebracht, und der deutsche Heeresbericht vom 24. März meldet: „M i t freit- tragenden Geschützen beschossen toir Die Festung Paris." 3m ganzen wurden 27 Schüsse auf Paris abgegeben, Deren vornehmlich moralische Wirkung ganz ungeheuer war. Die Pariser verlassen fluchtartig die französische Hauptstadt. Die Tatsache, Daß Die Deutschen kommen, scheint selbst Den größten Optimisten noch näher gerüdt als nung Des Helfers, sowie Der Lohnverhältnisse am Beschäftigungsart für männliche Helfer höchstens 25 Mk., für weibliche Helfer höchstens 20 Mk. im Monat betragen Darf. Weiter ist Das Arbeitsamt berechtigt, beim Vorliegen Der nottoenDigen Voraussetzungen die Kosten Der Reise zum Arbeitsort, der Arbeitsausrüstung unD eines evtl. Transport-Begleiters zu übernehmen. V. Verpflichtungen Des Vetriebsinhabers. Der Betriebsiichaber hat sich zu verpflichten. Den Helfer in Die Hausgemeinschaft aufzunehmen, ihn in alle Arbeiten seines Betriebes einzuführen unD ihm Die zustehenDe Vergütung, sowie ausreichende kräftige Kost und gesundheitlich einwandfreie Untertunft zu gewähren, sowie Den Arbeitsvertrag genau einzuhalten. Soweit er für Die Einstellung von Helfern Anspruch auf Steuergutfchcine erheben kann, hat er Diesen Anspruch an Das Arbeitsamt abzutreten. VI. Verpflichtungen Des Helfer». Der Helfer verpflichtet sich Demgegenüber, Die ihm obliegenden Arbeitsausgaben gewissenhaft zu erfüllen, sich in Die Farniliengerneinschaft einzuordnen und auch alle Verrichtungen zu übernehmen, Die in einer solchen üblich sind. VII. verfahren. Die jugendlichen Helfer haben sich bei Dem Arbeitsamt ihres Wohnortes bzw. Dessen Neben- oDcr Hilfsstellen zu melden. Die Anträge der Betriebsinhaber auf Gewährung Der Förderung find auf einem besonderen Vordruck bei der Gemeindebehörde des Wohnortes einzureichen: diese prüft die Voraussetzungen nach und gibt den Antrag dem zuständigen Arbeitsamt, das im Benehmen mit Dem Fachausschuß für Die LanDwirt- schaft Den Antrag entscheiDet. Die Förderung wird nach einem Anerkennungsbescheid gewährt. Der Betriebsinhaber hat das Recht, sich Die freiwilligen Helfer auszusuchen. Der Betriebsinhaber erhält auf Grund des Anertennungsbescheides nach Ablauf eines jeden Monats die Beihilfe. VIII. koftenregelong. Sozialbeiträge können der Einfachheit halber auf Antrag Der zuständigen Krankenkasse abgesetzt und unmittelbar an diese abgeführt werden. IX. Berechnung. Soweit es sich um Die Beschäftigung von Kri- fenunterstühungsempfängern in Der Landhilfe handelt, sind die Gemeinden von Der Zahlung des Krisenfünftels befreit. Gin Stiefkind der Zahnpflege. Diele Eltern glauben, Daß es auf Die pflegliche Behandlung Der Milchzähne nicht fo genau an- komme Da sie in absehbarer Zeit Der zweiten Garnitur Platz machen müssen. 3st Dieser Stand» punkt richtig? .. n , . Die Wilchzähne, Die etwa vom zweiten Lebensjahre an allmählich llch an Den Kauakt gewöhnen sollen, bereiten Dem DaucrnDcn Gebiß Den Weg. Qi ergibt sich hieraus für Die Betreuer Des Kin- des Die Pflicht, Dafür au sorgen. Daß Dieser „CEBeg" nicht Durch Krankyeitskeime verseucht unD für Die kommende Zahngeneration zur Gefahrenzone werde. . . Was ist zu tun? 3n den ersten Jahren genügt e« Die Mundhöhle mit lauwarmem Wasser, oder schwachen Lösungen von Borsäure unter Benutzung keimfrei gemachter, ausgekochter Leinenläppchen vorsichtig auszuwaschen. Vom zweiten Lebensjahre an muß jedoch bereits eine weiche, kleine Zahnbürste Dienst tun. Zahnpulver und Mund- wasser fehlen in Den ersten Lebensjahren, Da Da« Kind ja noch nicht spülen unD gurgeln kann. Ein Schluck kalten Wassers am EnDe Der Reinigungs- prozeDur bildet Den Ersatz. Dagegen kann man Dem Mundspülwasser des Vierjährigen bereits eine Messerspitze Kochsalz zusehen unb Die Ar- beit Der Zahnbürste Durch feingepulverte Schlamm- kreide unterstützen. Wird Dem Kinde eine Derart geschilderte vernünftige Mundpflege zuteil, fo wird es ganz von selbst Die Voraussetzung er- füllen, an Die Der Besitz kräftiger, gcfunDer Zahne naturnottoenDig gebunDen ist: es wirb grunDlich tauen. . , ... , , _ , Auch Die Tatsache, Daß sich nur bei gewohnheitsmäßig kräftigem Kauen Die Kieferpartien normal entwickeln, D. h. allmählich breiter werben sollte in weit größerem Umfange als bisher gewürdigt werden. Schiefe oder zu eng bcieinanöerftefrenöe Zähne sind häufig die Folge Vom Pressedienst des Arbeitsamts Gießen wird unS mitgeteilt: , „ , , „ . Die Landhilfe soll Die vielfach in klein-bäuerlichen Betrieben bestehende Arbeits Überla st ung ausgleichen und gleichzeitig der arbeitslosen Jugend neuen Lebensinhalt geben, insbesondere die Siedlungsfrage praktisch voranbringen. L Aufgabe. Sie hat Die Aufgabe, jüngere Arbeitslose als freiwillige Helfer in zusätzliche landwirtschaftliche Beschäftigung zu bringen. II. Zugelasfene Betriebe. AIS Aufnahmebetriebe kommen nur Dauernbetriebe mit nicht mehr als 40 Hektar benutzter Fläche in Frage. Eine Arbeitskraft ist als zusätzlich anzusehen, 1. wenn sie gegenüber dem entsprechenden Kalendervierteljahr des Vorjahres in dem betreffenden Betriebe beschäftigt wird, 2. wenn sie ohne die Förderung nicht beschäftigt werden würde. Für einen Betrieb dürfen höchstens 2 Helfer zugewiesen werden. III. gugclaffencr Personenkreis. Als Helfer kommen Empfänger von Arbeits- lofenunterstützung im Alter bis zu 21 Jahren in Betracht. Personen, Die im Arbeitsdienst gestanden haben, sollen bevorzugt berüdsichtigt werden. Lieber 21 Jahre alte Unterstützungsempfänger können nur dann zugewiesen werden, wenn sie mindestens 20 Wochen in einem geschlossenen Lager des Freiwilligen Arbeitsdienstes tätig gewesen sind. Als Unterstützungsempfänger gelten auch Jugendliche, die nur deshalb keine Arbeitslosenunterstützung beziehen, weil sie gegen ihre Eltern einen realisierbaren Unterhaltsanspruch haben, oder aber nicht hilfsbedürftig find, des weiteren wenn sie das vcrgef.hriebene Alter für die Krisen- unterstützung no-j nicht erreicht haben, oder infolge jugendlichen Alters die Anwartschaft (52 Wochen versicherungspflichtige Beschäftigung) nicht erfüllen konnten (Schulentlassene). Wohlfahrtserwerbslose können Augetoiefen werden, wenn Die Fürsorgebehörde Die Dem bäuerlichen Betriebe zustehende Förderung übernimmt. IV. Umfang der Landhilfe-Förderung. Das Arbeitsamt ist berechtigt, auf Grund des von ihm anerkannten Arbeitsvertrages von mindestens 6monatiger Dauer dem Detriebsinhaber eine Beihilfe zu gewähren, Die unter Berücksichtigung des Einzelfalles, Des Alters unD Der Eig- S.Upor/ Studentensport im Sommersemester. Deutsche Hochschulmcisterschaften in der Leichtathletik und in den Spielen werden in diesem Jahre n i cht ausgetrogen, der angespannten finanziellen Lage wegen sowohl als auch wegen des Vorliegens dringenderer Aufgaben als der Durchführung von Meisterschaften. Nur Südwcst- dcutschland wird im großen Rahmen des Deutschen Turnfestes und in inniger Zusammenarbeit mit der DT. am 23. und 24. Juli in Stuttgart seine Sommermeisterschaften durchführen, diese damit in den großen Volksverband der Turnerschaft einordnen und gleichzeitig diese Meisterschaften offen für alle deutschen Studierenden ausschreiben, so daß die gesamte Studentenschaft an dem Stuttgarter Fest stärksten Anteil nehmen kann. An eigentlichen Meisterschaften sind nur vorgesehen die Deutschen Hochschul-Mei st erschaf- t e n i m S e g e l n, die Ende des Sommersemesters in Greifswald aus Anlaß des Jubiläums des Greifswalder Akademischen Segler-Vereins durchgeführt werden. An größeren Wettkämpfen finden dann noch statt: das Handball-Blitz- t u r n i e r der Studentinnen am 27. und 28. Mai in Marburg, ausgeschrieben für Siebenerund Elfer-Mannschaften. Außerdem finden Anfang Mai und Anfang Juli wieder zwei Klein- kaliberpo st Wettkämpfe statt. Im großen ganzen aber dürste das Semester der inneren Arbeit gewidmet werden, dem p I a n- m äfeigen Einbau des Wehr- und Ge- ländesportes in den bisherigen Uebungsbetrieb, der Durchführung von Wander- und Geländesportlagern, der Schulung von Führernachwuchs und dem Erfassen immer weiterer studentischer Kreise. Berbandstag des Südwestdeutschen Eissportverbands. Am Sonntag trafen sich die Vertreter der Verbandsvereine zur fälligen Tagung in Stuttgart. Aus den Verhandlungen ist zu berichten, daß die Meisterschaften in allen Cissportarten 1934 in Schwenningen am Reckar stattfinden. Die Verichte der Sportwoche zeigten deren Befriedigung über die Meisterschaften in Gießen, die erstmalig in einem derartigen Ausmaße stattgefunden hätten. Bei den Reuwahlen wurde der auch in Gießener Cissportlerkreisen bekannte Herr Karl Reu- bronner, Kronberg, zum 1. Verbandsvorsitzenden und gleichzeitig zum Kunst- laufwart gewählt, das Amt des Eishockey- und Schncllaufwartes wurde dem Sportwart des Gießener Eisvereins, Wilhelm Loh, übertragen. Wesentliche Reuerungen wurden in der Einteilung der Cishockeyspiele im kommenden Winter vorgenommen. Der Zusammenschlufe des Deutschen Cislaufverbandes mit dem Bund deutscher Rollschuhvereine wird in den nächsten Wochen stattfindcn. Die Teilnehmer der Tagung konnten nach Beendigung derselben noch ein spannendes Rollhockehspiel der beiden Stuttgarter Vereine besuchen. Der Rhönsegelflug Wettbewerb 1933. Der 14. Rhönsegelflug-Wettbewerb auf der Wasserkuppe findet in diesem Jahr vom 6. bis 20. August statt. Der Wettbewerb ist in diesem Jahr nicht mehr international ausgeschrieben, sondern nur für Deutsche bzw. Angehörige der deutschen Kulturgemeinschaft offen. Meldeschluß ist der 10. Juli mit einer achttägigen Rachmeldefrist. Die Rhön-Rossitten-Gesellschaft behält sich in diesem Wettbewerb ausdrücklich das Recht vor, nur 40 Hochleistungsmaschinen zuzulassen. Erstmalig müssen in diesem Jahr die Piloten im Besitz des amtlichen deutschen Segelflugzeugscheins sein oder eines ausländischen Segelfliegerausweises und der gültigen Sportlizenz für 1933. Für den diesjährig gen Wettbewerb steht eine erhöhte Gesamtpreissumme von 25 000 Mark zur Verfügung. Die Oberleitung liegt wieder in den Händen von Professor Dr. G e o r g i i, dem Leiter des Rhön - Dossitten - Forschungsinstitutes. Die ersten Segelfliegerkurse beginnen am 3. April auf der Wasserkuppe. Sandball der Sp.-Dg. 1900 TD. Alsfeld I — 1900 I 2:4 (1:2). Die 1900er mußten mit drei Ersatzleuten zu dem Turnvere.n Atsfeld, der Spitzenreiter der Meisterklasse seiner Gruppe ist, fahren und hatten schwer zu kämpfen! sie setzten jedoch von vornherein Dampf auf und hatten bald durch zwei Fernwürfe des Mittelstürmers Betz eine 2:0- Führung inne. In ausgeglichenem Spiel holten die Gastgeber bis zur Pause ein Tor auf. Rach dem Seitenwechsel machten die Alsfelder weitere Anstrengungen, das Resultat zu verbessern. Die Spielvereinigungsleute liefen aber zu guter Form auf und sicherten sich durch je ein Tor des Mittelstürmers und des Rechtsaußen (Herbert II) einen 4:1-Vovsprung. Kurz vor Schluß gelang dann den manchmal mehr als hart spielenden Turnern ein zweites Gegentor. Die unterlegene Mannschaft hatte ihre Hauptstütze in dem Torwart. Bei den 1900ern arbeitete die gesamte Hintermannschaft sicher. Ein außerordentliches Arbeitspensum erledigte wieder der Mittelläufer Hofmann. Im Sturm fiel die linke Seite etwas ab. Handball im Sau Hessen (O.T.) To. Gedern I — To. Großen-Linden I 1:1. Bei strömendem Regen trugen diese Mannschaften ihr Pflichtspiel aus. Trotzdem bekamen die zahlreich erschienenen Zuschauer einen spannenden Kamps zu sehen. Die erste Spielhälfte endete nach ausgeglichenem Spielverlauf 1:0 für die Gastgeber, die in der 12. Minute einen Strafwurf verwandeln konnten. Die 2. Halbzeit begann in verschärftem Tempo der Gäste, oem oie Gederner bald zum Opfer fielen, so daß die Großen-Lindener in der letzten Viertelstunde nicht mehr aus der Hälfte der Gastgeber herauskamen. Der längst verdiente Ausgleich fiel erst 5 Minuten vor Schluß, ebenfalls durcy einen S'raf- tourf. Der Gederner Tormann war ausgezeichnet. Handball im Lalm-'Oünsbera-Gau. Ruttershausen-Launsbach komb. gegen 2. Kompanie Gießen II 7:12 (5:3). Rach der Austragung des Gauwaldlaufes war dieses Spiel angesetzt-. In der ersten Hälfte sah es bestimmt nicht nach einem Sieg der Gäste aus, da bereits in den ersten Minuten die Plah- besiher durch einen Strafstoß die Führung übernommen hatten. Rachdem sich beide Mannschaften besser gefunden hatten, glichen die Soldaten aus, mußten aber kurze Zeit später die Führung abermals der Kombination überlassen. Rach abermaligem Ausgleich übernahm der Gast die Führung. In der Folgezeit spielten die Platz- besitzer schön zusammen und erhöhten bis zur Pause auf 5:3. Rach dem Wechsel legt die Elf der Soldaten ein schnelles Tempo vor, dem die Plahbesitzer nicht mehr folgen konnten. Die Soldaten erhöhten auf 11. Erst hier gelang es den Turnern, ihren sechsten und siebenten Erfolg anzubringen. Fast mit dem Schlußpfiff zusammen fällt das 12- Tor für die Gäste. Des Siegers Stärke lag in feiner enormen Schnelligkeit, während die Fangtechnik zu wünschen übrig lieh. Die Unterlegenen spielten in der ersten Hälfte schön zusammen und setzten auch die guten Flügelstürmer ein, so daß Erfol (C nicht aus- bleiben konnten. Rach dem Wechsel wurden die Außen stark vernachlässigt. Sportverein 1920 Heuchelheim. SpV. 1920 I — vfR. eich I 1:0 (0:0). Beide Mannschaften enttäuschten. Die Gäste spielten ohne jeden Zusammenhang. Die Stürmerreihe kam zwar oft, durch Einzelaktionen, in gefährliche Rähe des Heuchelheimer Tores, aber Steinmüller war nicht zu überwinden. Die Einheimischen, insbesondere der Sturm, konnte in der ersten Halbzeit nicht gefallen, während sie in der zweiten Spielhälfte wesentlich besser wurden. Das einzige Tor des Tages fiel kurz nach der Pause durch eine erstklassige Vorlage des linken Läufers die durch den Heuchelheimer Mittelstürmer verwandelt wurde. Schiri W a 11 b o 11 (Steinberg) leitete korrekt. Tischtennis auf dem Lande. Tifch-Tennis-Klub ®rofeen-£inben I gegen Tisch-Tennis-Klub D3K. Gießen 7:4. Qim Sonntag trafen sich beide Mannschaften zum ersten Male im Schaum'schen Saale in Großen-Linden. Das Spiel wurde von beiden Gegnern mit großem Eifer durchgeführt, endete aber schließlich mit einem glatten Sieg für Trotz en-Linden. Die Ergebnisse. Einzelspiele: Meyer—Pflicht 21 AI, 23:21, 21:16; Luh, Heinrich—Schick 21:17, 7:21, 16:21, 19:21; Dlatz—Rodriguez 18:21, 10:21, 23:21, 17:21; Luh, Wilh.—Schäfer 14:21, 21:16, 24:22, 21:15; Seipp—Weber 14:21, 21:10, 16:21, 21:23; Junker—Weber 21:15, 21:6, 21:10; Volk—Rocker 21:15, 21:7, 21:7. Doppelspiele: Meyer, Seipp—Schick,Rodriguez 21:14, 21:18, 21:16; Blaß, Volk—Pflicht, Weber 21:17, 19:21, 13:21, 23:25; Luh, Heinrich, Schwarz—Rocker, Schäfer 21:13, 21:14, 21:16; Luh, Wilh., Junker—Schäfer, Weber 21:14, 21:15, 19:21, 21:13. Kurze Sportnotizen. Paul b e Bruun, der deutsche Marathonmeister von 1931, wird seinen Urlaub in diesem Sommer wieder in Deutschland verbringen und die Gelegenheit benutzen, an mehreren Wettbewerben in feiner alten Heimat teilzunehmen. * Vizekanzler von Papen hat das ihm übertragene Ehrenamt als PrcWent des Berliner Lawn-Tennis-Turnierclubs Rot-Weiß angenommen. * Am 2 5. März wird in einer Tagung in Rüssels, heim die endgültige Entscheidung darüber fallen, ob die Deutschland-Rundfahrt in diesem Jahre abgehalten wird oder nicht. Für Englands Pokalfinale, das voraussichtlich am 29. April im Wembley-Stadion zur Abwicklung kommt, haben sich am Samstag Manchester City und Everton qualifiziert. Manchester City schlug Derby County mit 3:2 (1:0), während Everton über Westham United 2:1 (1:1) gewann. * Der 25. Kunstturnkampf Berlin-Hamburg- Leipzig endete in der Reichshauptstadt mit einem überraschenden Siege von Berlin mit 2436 Punkten vor Hamburg mit 2433 und Leipzig mit 2318 Punkten. * E i n A t h 1 e t i k k a m p s Oxford — Cambridge, der fast nur aus Staffeln bestand und die englische Leichtathletik-Saison einleitete, wurde von Oxford mit 8:3 Punkten gewonnen. * Arne Borg, der als Berufsschwimmer lange Zeit nichts von sich hören liefe, erreichte jetzt in Stockholm unter offizieller Kontrolle über 880 Nords Freistil mit 10,19 Minuten eine Zeit, die um 1,4 Sekunden besser ist als der Weltrekord des Amerikaners Grabbe. * Big Bill Tilden ist — entgegen anderslautenden Meldungen — immer noch aktiv. In San Franzisco schlug er jetzt den Deutschen Hans Nüß- lein mit 3:6, 6:4, 6:1. ♦ Schwer verunglückt ist der amerikanische Olympiasieger im 400-Meter-Lauf, W. Carr. Die Aerzte befürchten, bafe (Tarrs Verletzungen feiner sportlichen Laufbahn ein Ende bereiten könnten. Wirtschaft. * Die Lieferungsbedingungen für Thomasmehl. Die Thomasmehlindustrie hatte Anfang Februar die bisher übliche freie Nachuntersuchung beseitigt und auch die Bestimmungen wegen Untergehaltsoergütung zum Nachteil der landwirtschaftlichen Bezieher geändert. Auf Grund von Verhandlungen, die das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft geführt hat, haben die Thomasmehlerzeuger diese Aenderungen mit sofortiger Wirkung wieder aufgehoben und die vor dem 1. Februar in Geltung gewesenen Lieferungsbedingungen wieder hergestellt. Frankfurter Abenddörse rückgängig. Frankfurt a. M., 22.März. Nachdem bereits im Mittagsschlußverkehr Kursrückschläge von etwa 2 bis 3 v. H. eingetreten waren, setzte die Kulisse auch an der Abendbörse ihre Realisationen fort, zumal auch von der Kundschaft einige Verkaufsorders eingetroffen waren. Für die Spekulation bildeten die abgeschwächten Auslandsbörsen ebenfalls ein Abgabemoment. Bei kleinem Geschäft betrugen die durchschnittlichen Verluste gegen den schon ziemlich schwachen Berliner Schlufe 1 v. H. Darüber hinaus verloren Harpener Bergbau 3,50 v. H., Gesfürel und Licht und Kraft je 2 v. H., Mannesmann, Buderus, IG. Farben, Nordd. Lloyd, Felten, Rütaerswerke und Conti Gummi von 1,50 bis 1,75 v. H. Stahlverein erschienen mit minus-minus-Zeichen und kamen gegen den hiesigen Schlufekurs 4 vH., gegen Berlin allerdings nur 1 v. H. niedriger zur Notiz. Relativ gut behauptet waren Reichsbank, Lahmeyer, Gelsenkirchen und Rheinstahl. Jrn Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit klein und die Kurse waren nur noch wenig verändert. Ganz vereinzelt traten geringfügige Erholungen ein, so bei IG. Farben, Stahlverein und Rütgerswerke, denen aber auch weitere Abschwächungen bis zu 0,50 v. H. gegenüberstanden. Am Rentenmarkt waren deutsche Anleihen ebenfalls schwächer, und zwar verloren Altbesitz 1 v. H., Neubesitz 0,13 v. H. und Schutzgebietsanleihe 0,40 v. H. Von Industrie-Obligationen gaben Stahl- verein-Bonds 0,75 v. H. und IG. Farben-Bonds 0,90 v. H. nach. Reichsbahn-VA. blieben mit 100 v. H. etwa behauptet. Späte Reichsschuldbuchforderungen verloren ca. 0,75 v. H. Goldpfandbriefe waren auf dem erhöhten Mittagsnlveau eher angebofen, kamen aber kaum zur Notiz. Von fremden Werten zogen 5 v. H. vereinheitlichte Rumänen von 1903 um 0,40 v. H. auf 7,25 o. H. an. Neubefitzanleihe 12 bis 12,10 bis 12,05, Altbesitzanleihe 78,25 bis 78,50, 6proz. Stahlverein 78,75, Schutzgebietsanleihe 8,40, Dresdner Bank 61,75, Reichsbank 150, Buderus 60,50, Gelsenkirchen 70, Harpener Bergbau 93,50, Mannesmann 75, Phönix 47 bis 46,50, Rheinstahl 86,50, Stahlverein 45,75 bis 46,50, AEG. 37 bis 36,50, Conti Gummi 137,50, Licht und Kraft 103, IG. Farben 130,75 bis 130,90, IG. Farben-Bonds HO, Felten 65, Gesfürel 92, Lahmeyer 138, Rütgerswerke 54 bis 54,50, Schuckert 98,25, Siemens 156, Südd. Zucker 162, Hapag 22,50 bis 22,90 bis 22,50, Nordd. Lloyd 23,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 22. März. Die Getreidebörse verkehrte in sehr ruhiger Haltung. Weizen mar etwas angeboten und gab'um 1,50 RM. per Tonne nach, auch Braugerste bröckelte ab. Im übrigen blieben die Preise gegen den Montag unverändert. Weizen 210 bis 211 RM., Roggen 174, Braugerste 180 bis 181, Hafer 145 bis 147.50, Weizenmehl (süddeutsches und niederrheinisches) 30,50 bis 31,50, Roggenmehl 23,75 bis 24 50, Weizenkleie 7,90, Roggenkleie 8,40 bis 8,50. Die Preise verstehen sich für Getreide per Tonne, für alles übrige je 100 kg. Tendenz: sehr ruhig. Landkreis Gicften. X Wieseck, 19. März. Ein glücklicherweise gut verlaufener Verkehrsunfall ereignete sich heute Rachmittag, als ein ortsfremder Motorradfahrer, aus der Alicestraße kommend, in die Grabenstraße einbiegen wollte und dabei von der Straßenbahn erfaßt und einige Meter mitgeschleift wurde. Es wäre zu erwägen, auch in Wieseck an den Straßenkreuzungen der Elektrischen Warnungsschilder anbringen zu lassen. — Run ist auch als letzter in unserer engeren Heimat der Storch auf sein Rest zurück- gekehrt. — Heute wurden im Hauptgottesdienst unter Mitwirkung der Chorschule die neugewählten Kirchenvorsteher Reinhard Kling. Balthasar Leyerer und Wilhelm Lotz I I. feierlich eingeführt und verpflichtet. Der 21. März in Hessen. Darmftadt, 21. März. (WSN.) Auch die Landeshauptstadt Hessens stand heute im Zeichen der Eröffnung des neuen Reichstags. Neben den öffentlichen Gebäuden waren die Straßen der Stadt mit Hakenkreuzfahnen, sowie Fahnen in den Farben Schwarzweißrot und den hessischen Landesfarben überaus reich geschmückt. Am Vormittag nahm Innenminister Dr. Müller auf dem Marienplatz den Vorbeimarsch der Darmstädter Einzel- und Bereitschaftspolizei, die durch etwa 200 SA.-Leute verstärkt war, ab. In einer kurzen Ansprache wies dec Innenminister auf die Bedeutung des Tages hin. Nach einem dreifachen Hoch erscholl das Deutschlandlied, in das die zahlreichen Zuschauer begeistert einstimmten. Gegen 21 Uhr formierten sich auf verschiedenen Sammelplätzen die nationalen Verbände, die Studentenschaft, die Deutsche Turnerschaft, zahlreiche Sportverbände, sowie Vertreter der Beamtenschaft zu verschiedenen Fackelzügen, die dann auf dem alten Exerzierplatz zusammentrafen, wo nach einer nationalen Kundgebung die Fackeln zusammengeworfen wurden. Mainz, 21. März. (WSN.) Die Stadt Mainz hatte heute Flaggenschmuck angelegt, wie man ihn reicher kaum erlebt hat. In der Altmünsterkirche fand evangelischer, im Dom katholischer Festgottesdienst statt. Um 11.15 Uhr stellten sich die uniformierte und die Hilfspolizei auf dem Schloßplatz auf. An eine Ansprache des Polizeioberstleutnants Kuhn schloß sich in Anwesenheit des kommissarischen Polizeidirektors Amtsgerichtsrat Dr. Barth auf dem Farsterplatz ein Vorbeimarsch der Polizei an. Um 20 Uhr bewegte sich ein großer Fackelzug durch die Straßen der Stadt. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. )( Kloster Arnsburg (bei Lich), 21. Marz. Am 18. und 19. April wird hier unter der Leitung von Pfarrer Lenz (Gießen) die Niederwöll- städter Konferenz ihre Jahrestagung abhalten. Im Mittelpunkt der Tagung stehen zwei Vorträge von Pfarrer E ß l i n g e r (Auerbach) über „Prophetie und Eschatologie in ihrer Verwandtschaft und in ihrem Unterschied" und von Pfarrer i. R. Lic. Jäger (Gießen) über „Ist das Alte Testament ein Judenbuch oder heilige Schrift auch für die christliche Kirche?" Die Abend- und Morgenandacht haben Pfarrer Waldeck (Darmstadt) und Reallehrer D e g g a u (Rockenberg) übernommen. Am Abend des ersten Tages wird Pfarrer K ö d d i n g (Eberstadt) einen Vortrag über die Geschichte Arnsburgs halten. 'Datum 6% Deutsche Reichsanleide v. l«si 6% et)em.7% Dt. ReichSanl. v. 1929 5^% Doung.Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld mit Auslos.-Rechken . ....... DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehern. 8% Hell. Bolksstaal 1929 trückzahlb 102%)...... Oberhessen Provinz »Anleihe mit Ausloi.-Rechten ...... Deutsche Komm. Sammelab I.An leihe Seriel mit Ausloi.-Rechten 6% ehern. 8% firantf. Hnp.-Banl Golbvse. 15 unfünDbar biS 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bant Goldose. 16 unkündbar bis 1936 y/.% ebem. 4¥t% Franks. Hyp. Bank-Liou.-Psaadbriese ..... 6’/.% ebem. 4'/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse. 6% ehem. 8% Pr. LanbeSpsanb briesanstalt, Pfandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanftdl. Pfandbriefe R. io <% vesterretchiiche Golvrenre... 4,20% Oesterreichische SUberrente 4% Ungarische Goldrenie 4% Ungarische Staatorenre v. 1910 4>/t% vesgl. von 1913 - 5% abgefi. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zottanleihe von 1911 4% Türkische Bagvadbahn-Anleihe 'Serie l - ■ ........... 4% vesgl. Serie II ........... 6% Rumän. vereinh. Rente b. 1903 4K%Rumän.oereinh.Renleo.l913 «% Rumänische vereinh. Rente . «ualoltor............... Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die Himer den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuietzi beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskom 4 o. H. Lombardzinsfuß 5 o. H. $rontnin a. JJ1. äenm «Yiam ui. u. jji. Berlin Schluß- fure Schluß!. Bbend- börs- Schluß» mrd Schluß!. Mittag» Mrfe Schluß« kurs Schiußk. Abend» Schluß» hird Echlußk. Mittag, bdrfe 20-3. 1 22.3. 20-3. ! 22.3. Daium 20-3- 22.3. 20.3. 22.3- 85 97,25 85,75 78,4 11,65 86,5 6 73,5 91,5 91,5 91,75 92,75 91 90 t3 _ 6,13 5,25 5,65 5,65 10,5 6 86,25 98 88 78,5 12,05 87 76 74,75 92,25 92,25 92,4 92 91,5 91,5 12,75 1,25 Z 6,13 5,3 6 6 6,9 6,13 84,5 -7,25 85,75 78,6 11,75 85,25 73,5 91 .25 6,3 5 ' ',6 5,7 7 6,5 86 98 88 79,5 12,4 35,75 77 91,5 1,25 5,4 6,1 6,1 7,25 10,4 6,15 Vamvurg-Amertta-Pakei ..... l Hamburg-Südam. Dampslchiss. 0 janfa Dampfschiff........... o Norddeutscher Lloyd .........o 3 G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Iommerz, und Privai-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ...... 1 EG......................0 Llekkr. LieferungSgeseMchaft ... 6 ’irfit und Kraft ............g Gelten & Guilleaume ........0 Seselttchast für Elektrische Uni«. nehmungen ..... 4 Rheinische Elektrizität ........5 Schutte« ä (So..............0 Siemens & Halske...........c rahmeyer L Eo................ 24,25 25,75 55,25 6.5 53 /0,5 61,5 148 36 90 105,75 68,5 91,25 98,5 97,5 159,5 35,25 63,5 107 3 •) 5.75 19,5 68 77,5 29,25 48,13 210 22,5 23,25 56,5 99 53,5 70,5 61,75 150 36,5 89,5 103 65 92 98,25 98.25 156 138 60,5 106,25 70 93,5 170 118,5 65 75 30 46.5 206 86,5 24,13 52 40 25,75 54,9 95, t 53/ 61/ 147,75 35,75 91 104 68 1. 101 98 158,65 135/ 64 107,5 69,« 94, '1,13 163 ■17 75 64 76 7,25 <2,75 3,5 210 87,4 23,13 49.5 40 25 55,75 151,25 37,4 87,5 105 66,75 94 102,5 99,5 157 138 62 104,5 69,75 94 71,25 168 118,5 64,5 76,65 30,25 83,5 47,65 205 86,5 Buderus .......... 0 Deutsche Erdöl ....... 4 Gelsenkirchener............... Harpener ...............0 boesch Eisen—«öln-Neuessen.. 0 Ille Bergbau 7 Jlfe Bergbau Genüsse........7 elöcknerwerke .............0 ManneSmann-Röhrea........ 0 Nansselder Bergbau......... 0 Lberschles. KokSwerke.........0 Münir Bergbau............0 Rheinische Braunkohles ......10 Heinstahl .................. 0 24 25 24,25 25,13 88 5 iVranflurt a.M. Äerlin Schluß« kurs Schluß!. Abend« Höri Sch uß« hird Schlußk. Uli lag« bör e Daium 20-3. 22.3. 20-3. 22-3. Bereinigte Stahlwerke........ 0 44 46 43.75 46,75 Olavi Minen ............... 0 18.7 14,75 19 18,13 Kaliwerke Aschersleben........ 6 139 140 139 138,5 Kaliwerke Westeregeln........ Kaliwerke Salzdetfurth ....... 6 140 141 141 149 9 >07 208 ’08 207 3 G. flarben-Jndustrie....... 7 1-28 130,9 12/ 132,13 Scheideanstalt............... IO 7 2,5 174 Goldschmidt ................ 0 43,5 38,d 58,25 RlllgerSwerke............... 0 4,5 54,5 53,9 55,5 Metallgelellschaft............. 0 '0,5 41.75 - .25 41 Philipp Holzmann........... O 56,d 56.75 58,5 Zementwerk Heidelberg ...... 4 64 73,5 Zementwerk Karlstadt......... C _ Wayß & Rrentao ............ O • 13 5,75 — — Schultheis Payenhofer........ Mu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 H3,5 118 0 48,3 37,5 38,6 38,25 Bemberg ............... Zellstoff Waldhos ............ 0 48,5 48 46 48,75 0 i .25 58,25 ■4,5 56,75 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 ■4 28 23 27,75 Dessauer Gas ............. Daimler Motoren............ Deutsche Linoleum ......... Ctenftein & Koppel ......... Leonhard Tietz.............. 7 O 0 0 6 J,75 38,5 32 27,13 43 34,5 16,75 29,9 36,5 >2.75 32 119,13 27,25 42,75 54,13 34,75 12 130.5 130 129,5 129,25 Gritzner.................... 0 12,75 37,5 — 37,75 Kai'nkrastwerke Höchst a.«. ... 4 73 78.13 - Süddeutscher Zuck« ......... 8 162 162 162 162 Devisenmarkt Berlin — Jranffurt a 2H. 20. Mürz 22. Mürz Amtliche Notierung Amilimr Notierung Seid | Srie Geld Drie Heising,oro. 6,394 6,406 6,354 6.366 Wien....... 48,45 48.55 48,45 48,55 Prag------- —— —— — — Budapest ... — — — — Sofia...... 3,047 3,153 3,047 3,053 Holland .... 69,38 169,72 169,23 169,57 £61o ...... 73,93 74.07 73,53 73,67 Kopenhagen. 64.34 64.4. 64,09 64,21 Stockholm... 76.3/ 76.4t 76,12 76,28 London ..... >4,44 14.48 14,35 14,39 Buenos Aires J 818 0,821- 0,818 0,822 Neunori .... 1.186 4,194 4,201 4,2)9 Brüssel .... 58 62 58.74 58,56 58,68 Italien..... 21,53 21.57 21,56 21,60 Paris..... 16,50 16.54 16,475 16,515 Schweiz ... 31. '2 81.28 80,97 81,13 Spanien.... 35.31 35.39 35,26 35,34 Tanzig.... 82,07 82,23 82,07 82,23 Japan ..... 9,909 0,91t 0,899 0,901 Rio de Jon. 0,239 5,395 13,15 ',241 0,239 0,241 Jugoslawien Ltilabon... 5,405 13,17 5,395 13,09 5,405 13,11 Banknoten. Lerlin, 22-Mürz Geld 25 rief Amerikanische Rote«.............. 4,185 4,205 Belgische Noten.................. 58.40 Dänische Noten ............_____ 63 72 Englische Noten ................. 14,31 1437 Fräniösische Noten............... 16,435 16,495 Holländische Noten............... 168,86 169,54 Italienische Noten............. 21,54 21,62 Norwegische Noten .........; 73,35 73,65 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 75l95 76^25 Schweizer Noten................. 80,79 81,11 Spanische Rote« ................. 35J3 35,27 Ungarische Korea ................