Nr.4b Lvübausgabe 185. Jahrgang Donnerstag, 25 Februar (955 (Erld)fini täglid). außer Lonniags und ßeieriag» Beilagen: Die DDuftriertt (Bieiiener Familienbiatter Hrimar m Bild Die Scholl» monatsBeiugvreis: M» ■* ‘Beilagen ‘Bit I 95 Ohne DUuftrierte . I 80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen voi einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. «iernlvrechanschiasse o nter Sammelnummer 2251. Anlchrijt lür Drahtnachrichten Anzeiger Liehen, potfdiedfonto: f rcnlirrt cm Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen rrrd rnt» verleg: vrühl'sche Univetsttälr-Vuch- und $teinörudcrel R. tarne in Gießei. Sdfriftteitung und GeschZftrleile: 8^u"traße 7. .'Inna,me von Anze.ge.» für die Tagesnummer bi* zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeiaen von 27 mm Breite örtlich 8, auswart, 10 ‘Beichsp ennig: für Ne- hlamean eigen non 70 m Brette 35 Neichsp ennig, Platzvorfchrift 20 mehr. Cheiredakteur Dr. Friedr. Wiih. Lange. Derontworilich lur Politik Dr Fr. Wilh. Vange; tiir Feuilleton Di H.THyc ot; für den übrigen Icd vfr ist Dlum'chein und ür 'c '?ln- zeigenteil i.D.TH.Kllmmel iämtlid) in Uüe eu MMMMmnamMa Amerikas Abschied vom Alkoholverbot. Nachdem nunmehr auch das Nepräsen- tantenhaus dem Senat gefolgt ist und dem **. zur Aufhebung der Prohibition zu- g s.im;it h t g ht in den Vereinigten Staaten vo.i -.o.bamcrita einer der lciden'chaftlichften und abenteuerlichsten inneren Kämpfe seinem Ende entgegen. Dee Draht berichtet von einem Rausch der Freude, der die Großstädte durchtobt und von einer allgcmc nen Umstellung der össentlichen Meinung. Die Vlätter f,e.)en so weit, zu behaupten, das) die Freigabe des Alkohols daS äugen« blial ch wichtigste Mittel in der Bekämpfung der wirtschaftlichen Depression Amerikas fei. Cs wird daran erinnert, das; dem Fiskus allein durch die Prohibition etwa 6 Milliarden Mark Alkoholsteuern entgangen sind. Diesem Ausfall standen die ausserordentlich hohen Kosten des ober- und unterirdischen Kampfes gegen den heimlichen T unk gegenüber. Der beste Maststab für die Beurteilung der össentlichen Meinung über die Frage des Allohol- ve.botes bildeten jeweils die Präsidentenwahlen. Roch bei der Wahlschlacht zwischen Smith und Hoover im Jahre 1928 konnte Hoover als „trockener" Präsident aus seinem .Festhalten an der Prohibition Dorieile ziehen, "während bei der vorjährigen Wahl diese seine troacne Eigenschaft ih.n zum Nachteil wurde und der „nasse" Kandidat Roosevelt sich die stark angewachsene Schar der Alkohollreunde nutzbar machen konnte. Dreizehn Jahre hat das in das Privat.eben in ungewöhnlicher Weife eingreifende Bolsteadgeseh Zeit gehabt, seine Erziehungsaufgabe du.chzusühren, es hat sich aber gezeigt, dast sich die Menschheit in ihren persönlichsten Bedürfnissen und Neigungen keinem Zwangsgcseh unterwerfen will und dast das Verbot zu einer Verwilderung der Sitten und einem Anwachsen der Kriminalität geführt hat. das in der Weltgeschichte geradezu beispiellos war. Ein Gesetz dieser Art war nur in einem Lande möglich, in dem starke einflustreiche Körperschaften von jeher alkoholfeindlich waren. Diese Anschauung hat sich in den Vereinigten Staaten schon seit etwa einem Jahrhundert zunächst auf kirchli^em Boden entwickelt. Die nächst der römisch-katholischen Kirche zahlenmästig stärkste Konfession, die M e t h o d i st e n , schrieb von Anfang an Alloholenthaltfam.cit für den Geistlichen und für den Kirchenvorstand vor und verbot ihren Mitgliedern Beicilignng an Alkoholgewerben. Andere Konfessionen folgten allmiihlici) diesem Beispiel. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts setzte sich dann die groste christliche Frauenbewegung drüben für den Ver- botsgedanlen ein. Cs wurde ein regelrechter leidenschaftlicher Kreuzzug geführt, der um so mehr Eindruck machte, als die Frau auf dem Boden eines Koloniallandes, das Amerika auch heute noch in vieler Beziehung darstellt, mehr Geltung zu haben pflegt. Hinzu kam das eifrige Sportleben, das für alle Fragen der Körperkultur ein sehr ernsthaftes Interesse weckte. Ehe man an das Verbot dachte, ging man in den einzelnen Staaten mit scharfen Derord- • nungen zunächst gegen die Unmäfoigtcit vor. Truppen und Schulen wurden geschützt, indem für ihren Umkreis Schan.stätten verboten wurden. Von Negern und Indianern suchte man schon aus Sicherheitsgründen den Alkohol sernzuhalten. Mit Beginn des neuen Jahrhunderts setzte sich der Verbotsgedanke in immer mehr Staaten durch. Viele hatten bereits das Verbot erlassen, bevor es durch den Kongreh zum Derfasfungszusatz gemacht wurde. Der Krieg hat die verbotsfreundliche Bewegung genährt. Der Umstand, dast die meisten Bierbrauer deutscher Abstammung waren, tourac in einer gehässigen Weise zu Pro- pagandazwcclen ausgenuht. Mitentscheidend für das Zustandekommen der Verfassungsänderung war bei Kriegsende die Befürchtung, dast die von den europäischen Schlachtfeldern zurückkehrenden Truppen in ihrem Siegestaumel sich gemeingefährlichen Ausschweifungen hingeben würden. Man hat später erkennen müssen, dast diese siegestrunkene Alkoholfreudigkeit ein Kinderspiel gewesen wäre gegen die organisierten Kämpfe, die die verbrecherischen geheimen Alko- hollieferanten der Polizei und den Alkoholgegnern geliefert haben. Betrachtet man die Prohibition und ihre Auswirkungen nur vom volkswirtschaftlichen und soziologischen Standpunkt des europäischen Beobachters, so ist das völlige Fiasko des Verbotsgesetzes seit Jahren offensichtlich. Sind somit die Lehren, die Europa aus dem Ex» pcriment der dreizehn trockenen Jahre in USA. ziehen kann, auch nur eine Warnung vor übereilter Nachahmung über daS Ziel hinau^schiessen- der Rcsormversuche, bietet doch die Geschichte dieser Versuche im einzelnen manches Interessante — insbesondere auch auf dem Gebiete der alkoholgegnerischen Jugenderziehung, der Schank st ättengefehgebung und der Problematik der Altoholbesteuerung — woraus auch der europäische Betrachter Nutzen ziehen kann. Die konsequente Durchführung des amerikanischen Experiments ist daher für den deutschen Soziologen und Sozialpolitiker ein lehrreicher Anschauungsunterricht, dessen Nutzen auch durch die in vieler Hinsicht als Misterfolg erscheinenden vcr erblichen Auswirkungen der Verbots- Politik niq)t aufgehoben wird. Deutschlands Abrüstungsvorschlag in Genf. Scharfe Auseinandersetzungen im Hauptausschuß. — Der Präsident läßt Die erforderliche Objektiv.tät bei feiner Geschäftsführung vermissen. Genf, 22. Febr. (TU.) Botschafter Ra- dolny gab Mittwoch nachmittag im Hauptaus- fchust der AbrüstungslonFrenz den allgemein mit grosser Spannung erwarteten grundsätzlichen Standpunkt der Reichsregierung zu den französischen Vorschlägen auf Vereinheitlichung der kontinental -europäisch en Heere bekannt. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut: Die Reichsregierung steht nach wie vor auf dem Standpunkt, dass ein Softem, das allen Staaten Sicherheit gewährt, toor Qnem in der Herabsetzung der Rüstungen der hochgc- rüsteten Länder und einem Ausgleich der Rüstungen bestehen muss. Sie begrüsst den Gedanken, den Heeren einen Verteidigungscharakter zu geben, sie ist jedoch der Ansicht, dast wr Verwirklichung dieses Gedankens folgende Gesichtspunkte berücksichtigt werden müssen: 1. Der Verteidigungs- oder Angriffscharakter der Heere wird nicht so sehr durch das Wehr- systcm (i>. h. durch die Organisation und die Dienstzeit der Personalbestände), als vielmehr durch die Ausrüstung mit selchen Waffen bestimmt, die vorwiegend einen Angrifsswert besitzen. Eine alle Staaten ohne Ausnahme in gleicher Weise treffende Abschaffung derAngrisfsmit- t e l (bewegliche schwere Geschütze, Kampfwagen, Luftstreitkräfte, Bombenabwurf) und ein Ausgleich a u f dem Gebiet des Materi- a l s sind daher von ausschlaggebender Bedeutung. 2. Hinsichtlich der Personalbestände wird die Angriffsmöglichleit der Heere nicht so sehr durch die Einführung eines bestimmten, nicht aus den besonderen Verhältnissen der Staaten erwachsenden einheitlichen Wehrsystems, als vielmehr durch eine namhafte Herabsetzung und einen Ausgleich der verschiedenen R ü st u n g s st ä n d e beeinflusst, der dem Recht aller Staaten auf Sicherheit entspricht. Dabei müssen bei denjenigen Staaten, die Ueberfeeftreitlräfte in der Nähe des Mutterlandes, oder Teile von ihnen im Mutterlande selb st unterhalten, diese Streitkräfte denen des Mutterlandes hinzugerechnet werden. 3. Die deutsche Abordnung ist nach wie vor bereit, in die Erörterung des französischen Planes einzutreten. Sie muss aber ihre Stellungnahme zu ihm von der befriedigenden Lösung der genannten Fragen abhängig machen und hat daher ihren Standpunkt in einem Antrag zusammengefasst, den sie hiermit unterbreitet. Der Antrag der B e I ch » r e g I e r u n g hat folgenden Wortlaut: „Der hauptausschuh stellt fest: a) dass nur Heere mit reinem verles- digungscharakter mit einem System der Sicherheit vereinbar sind; b) dass es, um den Heeren einen Verteidigungscharakter zu geben, in erster Linie erforderlich ist, diesen die AugrIsssm11 - t e I durch Abschaffung der Waffen mit beson- derem Angrlssscharakter zu n e h m e n (Schwere bewegliche Artillerie, Kampfwagen, Luftstreitkräfte, verbot des Vombenabwurss) und für jedes Heer die Wenge an jugelaffenem Kriegsmaterial sestzusehen: c) dass es für die Schaffung eines Sicherheitssystems ausserdem erforderlich ist, eine w e - f e n 111 d) e Herabsetzung der Streit- kraste der stark gerüsteten S laa- t e n und einen Ausgleich der Streitkräfte aller Staaten vorzunehmen, hierbei müssen die Ueber'eeftreitfrälte, die sich in den in der Nähe des wutterlandes liegenden Ueberfeegebieten befinden, ebenso wie die im TUutterlanöe selbst stehenden lleberseestreitkräste als Teil der Heimatstreitkräfte betrachtet werden. Der hauptousschuss beschliesst daher, bevor er sich über den Grundsatz der Vereinheitlichung der hee- restypen ausfpricht: a) selbst ohne Verzögerung die Frage der Abschosfung der besonderen Angrissswaf- fen und die Begrenzung des zugelastenen Kriegsmaterials zu regeln. b) den Essektioausfchuss zu beauftragen, die Bestimmungen zur Herabsetzung und zum Ausgleich der Streitfrage I m Sinne der Grundsätze des hooverptane» f e ft- zusetzen und dem hauptausschuh den Vorschlag hierüber auf einen Zeitraum von ... lagen oorjulegen.“ DieBegründung des deutschen Antrages. Radolny gab im Anschluß an Vie Bekanntgabe der Erklärung und des Antrages der Reichsregierung noch einige Erläuterungen. Er führte dabei u. a. aus: Die Ausführung.'n desVerfretersFrank- r e i ch s bezüglich der Umbildung der Heere in Heere mit reinem Verteidigungscharakter scheinen nicht vollkommen überzeugend. Das Heeressystem und die Dienstzeit spielen keineswegs die entscheidende Rolle. Der Angriffsgeist kann ebenso lebendig bei einem Soldaten mit langer, wie mit kurzer Dienstzeit fein. Wenn man, wie Frankreich, jetzt den Angriss»- charaktcr der Heere schwächen will, so muss in erster Linie eine weilgch.nde Herabsetzung der essell ven Truppenbestände der schwergerüstelcn Staaten und ein zahlenmässiger Ausgleich der Heere erfolgen. Ohne einen solchen Ausgleich "würde eine Herabsetzung der Dienstzeit nur problematischen Wert haben. Vom Standpunkt des Angris^s» charalters aus spie.t die Frage des Zahlenverhältnisses der Heere eine entscheidende Rolle. Im Weltkrieg haben die Kolonialtruppen eine grosse Rol.e gespielt. Rach deutscher Auffassung wird im Kriegsfälle immer das Kriegsmaterial die entscheidende Rolle spielen. Wahre Abrüstung und wahre Sicherheit wird daher nur zu erreichen sein, wenn das fJ.tucce Angrissvmaterial volislünd.g ab^eschas.l wird. Die von Frankreich gesorderten Berg.cl. s.nö.z- lichkcitcn der Heere durch ihre Vereinhcitlii> u. z kann auf verschiedene Weise erreicht werden. Niemals darf man jedoch vergessen, dass die besonderen Erfordernisse eines jeden Landes sein Heeressystem bestimmen müssen, daS ihm seine Sicherheit verbürgt. Der Hoo- verplan ist auch ohne Vereinheitlichung der Heere durchführbar. Die Herabsei.ung der es aktiven Truppen muss gleichmässig auf a 11 c 6 t a n » t c n ausgedehnt werden. Das künftige 2 b- rüstungSablommcn muss die R ü st u n g c n aller Staaten regeln. Die QlTaf)nal)incn, die den Heeren einen Verteidigungscharalter geben, dürfen sich n 1 d) t nur a u f das europäische Festland beschränken. England, Frankreich und Polen gegen Deutschland Die Sitzung nahm nad) den Erklärungen des Botschafters Radolny einen bewegten Verlauf. Im Mittelpunkt der Aussprache stand der deutsche Antrag, die französischen Hee- resvorschläge ohne sachliche Durchberatung dem C f f e k t i v a u s s ch u ss zu überweisen. Der deutsdze Qlntrag stiess jedoch aus starken Widerstand. Die Vertreter Englands, Frankreichs und Polens lehnten ihn unzweideutig ab. Der polnische Regierungsverlreler Graf Ra - czynski erklärte, die polnische Regierung sei tief davon durchdrungen, dass die Qlbrüftungä- konscrenz ihren grossen Aufgaben untreu werden würde, wenn sie irgendeinem Staat das Recht zur Ausrüstung gewähren würde. Die polnische Regierung behalte fld) das Recht vor, Vorschläge jeder Macht zu prüfen und beantrage die Annahme des französischen Vorfd) 1 a g e s. Der englische Staatssekretär Eden stellte sich in einer kurzen Erklärung uneingeschränkt auf den Boden des französischen Standpunktes. Die Qlbrüftung müsse sich nicht nur auf die effektiven Truppenbestände, sondern auch auf das Kriegsmaterial ausdehnen. Die Abrüstungslonferenz müsse zunächst die französischen Vorschläge für die Vereinheitlichung der Heeressysteme behandeln und erst dann die Frage des Kriegsmaterials erörtern. In einer wortreichen Rede nahm sodann Paul - Boncour zu den Erklärungen Radolnys Stellung, die er in kühler, wenig höflicher Form scharf kritisierte. Die französische Regierung könne nicht zulassen. dass das bereits festgesetzte Arbeitsprogramm der Abrüstungskonferenz öurd) die deutschen Anträge völlig umgeworfen würde. Ls fei v.llig unverständlich, aus roeld;cm Grunde jetzt der deutsche Vertreter plötzlich eine Bchandlung dcr Kriegsmaterialfrage verlange. Die französische Regierung begrüße es jedoch, daß Deutschland in feinem Anträge den grundsätzlichen französischen Standpunkt nunmehr an?r e.ine, dass nur Armeen mit Defensivcharakter mit der Sicherheit vereinbar seien. Der französische Plan verlange, daß die entscheidende Hauptfrage die Vereinheitlichung der Heeres,ysteme, nunmehr auf der Konferenz entschieden würde. Paul-Boncour konnte sich den üblid-en französischen Hinweis c uf die grosse militärische Bedeutung der privaten Verbände nicht ersparen und verlangte, dass diese Organisationen bei der Bestimmung der Festlegung der Heeressysteme eine weitgehende Berücksichtigung sInden sollten. Er schloss mit der direkten Aufforderung an den Hauptausschuh, die französischen Vorschläge anzunehmen. 9m Verlaufe der Sitzung brachte der italienische Vertreter General (£ a d a 11 e r o einen Antrag ein, in dem Italien entsprechend dem heutigen deutschen Antrag eine sofortige Behandlung der Kriegsmaterialfrage fordert. Eavallero wies entsprechend der deutschen Auffassung darauf hin, man brauche kein Sachverständiger zu sein, um die entscheidende Bedeutung des Kriegsmaterials für den Angriffscharakter einer jeden Armee zu erkennen. Somit besteht in dem taktischen Vorgehen völlige Uebcrelnftimmunfl zwischen der deutschen und italienischen Auffassung. Der Präsident Übergeht den denffchen Antrag. Die Sitzung schloß mit einem peinlichen Zwischenfall. Präsident Henderson erklärte zum Schluß der Sitzung, dass der Hauptausschuss mit den französischen Heeresvorschlägen und einem italienischen Abänderungsantrag besaßt sei, ohne mit einem Wort den deutschen Antrag als Verhandlungsgrundlage zu erwähnen. — Botschafter N a d o I n y verlangte daraufhin nachdrücklichst Berücksichtigung des deutschen Antrages, der einen begründeten Gegenvorschlag zu den französischen Heeres- Vorschlägen darstelle und daher gemeinsam mit den französischen und italienischen Vorschlägen behandelt werden müsse. Henderson lehnte schroff ab, den deutschen -Vorschlag als einen Abänderungsantrag zum fran- zösischen plan anzusehen und zur Verhandlung zu ffeUcn. Lr erklärte, der deutsche Antrag ginge über den französischen Heeresplon weit hinaus und könne daher bei den Verhandlungen über diese Frage nicht mltberücksichtigt werden. (Er sei als Präsident allein für den normalen richtigen Gang der Verhandlungen verantwortlich und müsse die früheren Veschlü sc des hauptaueschusses wahren. Ohne die sofortige Wortmeldung Radolnys zu berücksichtigen, schloss Henderson die Sitzung. Auf deutscher Seite hat dieses unkorrekte und geschäftsordnungswidrige Verhalten des Präsides- ten grosses Befremden erregt. Die deutsche Abordnung lehnt es kategorische ab, durch g e - schäftsordnungsmässige Manöver den deutschen Antrag beiseiteschieben zu lassen und kann in feiner Weise anerkennen, dass jetzt die französischen und italienischen Vorschläge unter Ausschaltung der deutschen Auffassung behandelt werden. Boi- schaster Nadolny wird unverzüglich gegen das alle parlamentarischen Gepflogenheiten widersprechende Verhalten des Präsidenten Henderson die notwendigen Schritte unternehmen. Oie Bauernpolitik der Reichsregierung. Ankurbelung der Wirtschaft vom Lande her. Berlin, 22. Febr. (Til.) Am Mittwoch sprach am Rundsunk der Staatssekretär im RelchS- ernährungsministe^iurn von Rohr-Demmin über die Bauernpolitik der Regierung. Er führte einleitend aus. daß die Regierung die Heftung des Bauern und die Bettung de» Arbeiter» gleichberechtigt nebeneinandergestellt habe. Auf dem Gebiet dec Bauernpolitik feien zunächst einige Aufräumungsarbeiten zu leisten. Dazu gehöre u. a. die Zuendeführung der Umschuldung, und zwar nicht nur im Gebiet der Osthilfe, sondern auch darüber hinaus. Eine Umschuldung fei im übrigen keine Bereicherung des Besitzers, sondern eine A u S z a h - lung an die Gläubiger. Es fei notwendig, hierauf hinzuweisen, damit erkannt würde, daß der sog. Ofthilseskandal nichts weiter als ein marxistisches Wahlmanöver sei. v. Rohr kündigte hierauf an, daß noch in dieser Woche die Möglichkeit geschas,en würde, dem Bauern, der eine zusätzlich^ Arbeitskraft einstelle, einen Barbetrag auSzuzahlen, der dem entspreche, was die öffentliche Hand sonst für den Arbeitslosen oder WohlsahrtSempsäng r auszuwenden hätte. DaS, sowie der Vollstreckungs- schutz und die Hopfenanbauregelung diene aber schließlich nur dazu, die Landwirtschaft vor weiterem Abstu» zu bewahren. Dcr fundamentale Irrtum, mit dem eS aufzuräumen gelte, fei, daß Deutschland an einer Überproduktion leide Es bestehe vielmehr nur eine ungesunde Fehlproduktion. Wenn die Versorgung mit Gemüse, Obst, Eiern, Fasern und Wolle zum großen Teil auf der Auslandeinfuhr beruhe, so komme man zu dem Ergebnis, daß die Produktionsmöglichkeit für die deutsche Landwirtschaft ungeheuer sei. Es sei nicht wahr, dah in Deutschland feirJc Arbeit sei. Die Scholle, die ein Volk nie verlädt, biete sic an. Cs komme nur darauf an, daß das deutsche Volk dies erkenne. Aus dieser Lage ergebe sich die Richtung der Politik. Das Mittel, mit dem sie zu führen sei, sei die Preisgestaltung. Die bisherige Preisgestaltung, die vom Landwirt aus gesehen das Getreide, vom Städler aus gesehen, die Auslandware begünstige, trage die Hauptschuld an der Fehlprobuktion. Wenn man die Preise für diejenigen landwirtschaftlichen Daren, an denen es in Deutschland fehle, so gestalte, daß die Landwirtschaft ihre Rechnung findet und der Städter zur Bevorzugung der deutschen Waren veranlaßt werde, greife ein gesunder Ausgleich Platz. Aus diesem Grunde sei jede sich bietende Gelegenheit benutzt worden, um von den bisherigen niedrigen Zöllen loszukommen. Aber auch über den reinen Zollzwang hinaus würde versucht werden, die deutschen Waren an die Stelle der ausländischen zu sehen. Zum Beispiel würden die Stoffe, die von der Reichswehr, der Schutzpolizei, der Reichsbahn und der Post getragen werden, eine starke Beimischung deutscher Wolle erhalten. Bon der Lederindustrie werde erwartet, daß sie deutsche Häute, von der Leinenindustrie, daß sie deutsche Faser, von der Papierindustrie, daß sie deutsche Zellulose, von der Seifenindustrie, daß sie deutsche Fette verwende. Wo der Weg der Freiwilligkeit nicht genüge, werde die nationale Regierung zum st a a t- lichen Zwang schreiten. Sehr störend sei es, daß eine Fülle von Zollbindungen hätte übernommen werden müssen, u. a. das Butterkontingent, das bis Rovembcr gebunden sei. Es würden also außerordentliche Maßnahmen getroffen werden, um den durch das Dutterkon- iingcnt eingetretenen Druck auf die Milchpreise auf andere Weise auszugleichen. Dem Landmann werde geraten, den van eigener Futtermittel nachhaltig zu verstärken, da die nationale Regierung, sobald die Preise für Milch, Eier und sonstige Veredelungsprodukle in Ordnung seien, die Einfuhr ausländischer Futtermittel in dem bisherigen Ausmaße nicht mehr zulassen werde. Der Städter möge nun fragen, wie sich das mit unserer Rot vertrage. Fedes Land habe einen für seine Verhältnisse gegebenen Preis. Zum Beispiel russische Preise seien nur möglich auf Grund russischer Zustände. Die Forderung nach Weltmarkt-Preisen führe auf einen Weg, der die A r - beit des eigenen Marktes zum Erliegen bringe. Bei der künftigen Arbeitsbeschaffung würden die Mittel dafür irgendwo anders fortgenommen. Rehme man aber dem deutschenBauer dieLebensmittelab, anstatt dem ausländischen, so entstehe neue zusätzliche Kaufkraft in Deutschland. Das sei der Grund, warum die Ankurbelung der Wirtschaft vom Lande her alle anderen Ankurbelungsversuche übertreffe. Oie Wahlparole des Deutschen Landvolkes. Berlin, 22. Febr. (ERB.) Das Deutsche Landvolk (christlich-nationale Dauern- und Landvolkpartei) gibt bekannt, daß es entsprechend der konservativen Grunde Anstellung des deutschen Bauerntums im Lager der Rechten stehe. Sein politisches Ziel sei die Zusammenfassung aller christlichen deutschen Kräfte für den nationalen Wiederau'bau. 3n der Wahientscheidung des 5. März kämpfe es Seite an Seite mit dem Stahlhelm, der als der überparteiliche Träger der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot das gleiche Ziel nationaler Zusammenfassung verfolge. „Morgenrot." Lichtspielhaus. Die 'Tradition der Ufa, in jedem Jahr mindestens einen großen nationalen Spielfilm herauszubringen, wird Heuer von dem Kriegsmarinefilm „Morgenrot" ausgenommen, der vor kurzem in Berlin seine Uraufführung erlebte. Nach „Yorck" und dem „Flötenkonzert von Sanssouci" wurde hier ein Stoff entdeckt, der für den Film nicht nur neu war, sondern auch ganzaußerordentliche technische Anforderungen stellte. „Morgenrot" ist eine Huldigung an die Leistung der deutschen Flotte im Weltkrieg, ein würdiges Ehrenmal insbesondere für die „Ritter der Tiefe", die Unterseeboots-Besatzungen, die lange Zeit den Krieg zur See fast allein bestritten haben, und deren Taten, zumal wenn sie sich an Namen wie Weddigen, Hersing, Arnautt de la Perriere knüpfen, noch heute in aller Gedächtnis sind. Der Film hat sich die großartige Aufgabe gestellt, im Rahmen einer Spielhandlung ein sachliches und naturgetreues Bild vom Leben, Kämpfen und Sterben der Uboots-Leute zu vermitteln, wie man es bisher im allgemeinen nur aus einigen Bildern oder Berichten und Memoiren kennen gelernt hat. Das Manustript zu diesem Film schrieb der Drama- ttter Gerhard Menzel (der durch sein Kriegsstück „Toboggan" bekannt wurde) nach einer Idee des -Treiherrn von Spiegel. Den Auftakt bilden dis Szenen in einer kleinen deutschen Stadt mitten im Kriege. Drei ihrer Bewohner gehören zur Besatzung eines U-Bootes. Mit ihnen nehmen wir Abschied vom Urlaub, von der Heimat und von den Angehörigen. Dann setzt die Äriegshandlung ein: wir sind auf hoher See und an Bord des Tauchbootes, und wir erleben mit atemloser Spannung die Fahrt „gegen Engeland". Regie führte Gustav Ucicky, der sein Können mit einer Reihe großer Filme — allerdings auf ganz anderem Felde — längst bewahrt hat; was er hier leistet, ist vor allem rein technisch von einer bewundernswerten Vollkommen, heit. Die Tauchmanöver, die ungeheuer komplizierte Maschinerie der Ubootswaffe, ihre Verwendung im Gefecht unter und über Wasser werden mit einer erstaunlichen Präzision an den Zuschauer herangebracht. Die Versenkung eines englischen Panzer- kreuzers, der erbitterte Kampf mit der als neutra- les Handelsschiff getarnten „Ubootsfalle", die Ram- mung des überraschten Bootes durch einen feindlichen Zerstörer ergeben Bilder von unheimlich-lebensnaher Dramatik. Nach innen getrieben und an einem rein menschlichen Konflikt sich entzündend, beherrscht die gleiche Spannung jene beklemmende Stene im kampfunfähigen, gesunkenen Boot auf dem Meeres- Güddeutschtand und die Reichswehr. Der Besuch des Reichswchrmimsters in München. München, 22. Febr. (ERB.) Dem Besuch des Reichswehrmini st ers am Donnerstag in München widmet die „Bayerische Staatszeitung" einen Degrüßungsartikel. Darin wird u. a. erklärt, Reichswehrminister v. Blomberg dürfe versichert sein, daß er bei seinem Besuch in München der Sympathie weiter Kreise begegne. Die Drücke zu ihm habe zweifellos die Rede geschlagen, die er am 17. Februar vor den Truppen des Standortes Kiel gehalten habe. Seine dort gemachten Ausführungen seien Auffassungen über die Pflichten der Reichswehr, die gerade in Bayern und in den süddeutschen Ländern zunehmendes Echo finden müßten. Denn gerade hier habe man immer Wert darauf gelegt, dah die Reichswehr vom Streit der Parteien unbedingt ferngehalten werden müsse und dah ihre Aufgabe einzig und allein darin bestehen dürfe, den deutschen Bürger ohne Ansehen der Person und Klasse und für ihn das ganze deutsche Vaterland zu schützen. Diese süddeutsche Einstellung zur Reichswehr sei die ganz selbstverständliche Folgerung aus der Tatsache, dah die Reichswehr dem ganzen Volke und nicht einer Partei gehöre. In Bayern habe man das Vertrauen, daß der neue Reichswehrminister durch seine ganze Persönlichkeit die Gewähr für die Ver- wirvlichung seiner in Kiel bekundeten Aeber- zeugung von den Pflichten und Aufgaben der Reichswehr biete und daß uns unter seiner Amtsführung Enttäuschungen erspart blieben. Die Sanierung der Kommunen. Rcichsinnenminister Frick vor dem Ncichs- städtebund. Berlin, 22. Febr. (WTB.) Der Gesamtoorstand und der Hauptausschuß des Reichsstädtebundes, der 1536 mittlere und kleinere Städte um- faßt, traten in Berlin zu einer Tagung zusammen. Reichsinnenminister Dr. Frick begrüßte die Tagung und erklärte u. a.: An die Spitze Ihrer Tagesordnung haben Sie mit Recht das Thema: „Daseinsrecht und Lebenswille der örtlichen Selbstverwaltung" gestellt. Mit warmem Herzen bejahe ich dieses Daseinsrecht und freue mich des Lebenswillens der örtlichen Selbstverwaltung. Die mittleren und kleineren Städte, in denen das Wesen der Selbstverwaltung reiner als in den Großstädten erhalten ist, werden der Regierung nicht weniger am Herzen liegen, als die Großstädte. NuraufderGrund- lage gesunder Gemeindefinanzen kann eine ordnungsmäßige Verwaltung in den Ländern, wie im Reich aufbauen. Die Hauptlast sind heute die Leistungen für die Arbeitslosenfürsorge, deren gesamte Aufwendungen zur Hälfte auf den Schultern der Gemeinden liegen. Auch künftig werden die öffentlichen Körperschaften es als ihre Hauptaufgabe ansehen müssen, die Ernährung der arbeitslosen Bolksge- nossen sicherzustellen. Deshalb können auch die Gemeinden in absehbarer Zeit von dieser La st nicht befreit werden. Jetzt ist es aber Zeit, daß Reich, Länder und Gemeinden die Frage in Angriff nehmen, wie gerade auch im Interesse der Arbeitslosen durch Reorganisation die Arbeitslosenhilfe verbilligt, verein- facht und damit zugleich wirkungsvoller gemacht werden kann. Die schwere hinter uns liegende Zeit hat zu einer Aushöhlung der kommunalen Selbstverwaltung geführt. Gewiß hängt die Wiedererfüttung der Selbstverantwortung mit neuem Leben eng mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Wiederaufstieg zusammen. Eine wichtige Voraussetzung hierfür wird aber sein, daß in den Gemeinden d i e Politik, die soviel Unsegen gestiftet hat, einer zielklaren und weit« schauenden Verwaltung Platz macht. Das Hauptreferat hielt dann der geschäfts- grunde, aus dem keine Rettung mehr möglich scheint. Dennoch gelingt es in letzter Stunde einem Häuflein Ueberlebenber, an die Overfläche zu bringen — wie aus einem Grabe. Unter welchen Umständen sich diese wie ein Wunder anmutende Rettung vollzieht, mag jeder selbst auf sich wirken lassen. Wir möchten diesen Teil des Films nicht referierend vorwegneh- men: weniger, um späteren Besuchern die Spannung nicht zu zerstören, als deswegen, weil hier die Grundidee der ganzen Fabel mit einfachen und überzeugenden Mitteln auf den Beschauer und Zu- Hörer übertragen wird; diese Unmittelbarfeit soll aber durch eine nüchterne Beschreibung nicht be- einträchtigt werden. — Die vorzügliche Besetzung des Films wird beherrscht durch die reife darstellerische Kraft Rudolf Forsters; er gibt den Kapitänleutnant Siers, den Kommandanten des Bootes: sehr ernst und männlich, sachlich und phrasenlos; dennoch aber in den entscheidenden Szenen mit einer gewissen philosophischen Nachdenklichkeit, die auch einem Offizier im Kriege nicht übel ansteht, menn, es darauf ankommt, mit wenigen Worten ben Sinn eines Geschehens beutlich zu machen unb ein mannhaftes Evangelium zu verkünben, die ftrenae Forberung ber Pflichterfüllung, ber Kameradschaft unb ber letzten Opferbereitschaft. Wie bie- Melobien bes Flaggenliebes unb bes „Guten Kameraden" in der Musik (Herbert W indt) immer wie- der anklingen, so beherrsche diese Ideen alle Szenen unb Gestalten bes Films. Abele Sanbrock gibt ohne bie sonst von ihr ausgehende Komik schlicht, gehalten unb mütterlich die alte Frau Siers Seljr frisch unb sympathisch: Fritz Genschow als junger Oberleutnant. Eine Reihe prächtig charakterisierter Gestalten aus ber Besatzung bes Bootes- Westermeier, Bienert, Niklisch unb Gnaß. Die unbekümmert heitere unb zuversichtliche Solbatenfrau ber Camilla Spira unb bie stille unb zarte Erscheinung ber Helga (Else Knott) fugen sich mit überzeugenber Natürlichkeit in bie Spielhanblung ein. — So hebt sich biefer Film aus ber Masse ber Probuktion traft feiner nationalen Haltung, seiner technischen unb schauspielerischen Qualität höchst einbrucksooll heraus; niemanb sollte es versäumen, ihn auf sich wirken zu lassen. —r__ * Der Film „Unsere 10000 0", ein Tonfilm von ber Reichswehr, führt in instruktiver Weise in bie vorbildliche Arbeit unseres Reichsheeres ein. Zunächst zeigt er an einer kurzen Gegenüberstellung bte gewaltige Aufrüstung der Staaten rings um uns herum unb macht daburch die große zahlenmäßige Unterlegenheit Deutschlands anschaulich. | Er Offenbart aber dann, wie vortrefflich in unserem I kleinen Heere daran gearbeitet wird, durch die vollführende Präsident des Reichsstädtebundes H a e k e I. Der Rückgang der Gemeindeeinnahmen um 1600 Millionen und die Steigerung der Gemeindeausgaben für Arbeitslose um 1300 Millionen gegenüber dem Stande vor drei Jahren habe die Gemeinden in eine unhaltbare R o t l a g e gebracht, die eine sofortige Entlastung notwendig mache. Besondere Würdigung ve.diene die von den Gemeinden bewiesene Energie in der planmäßigen Drosselung ihrer Ausgaben um nicht weniger als 1700 Millionen. Reben der materiellen Konsolidierung der Gemeindefinanzen sei eine Sie • derherstellung der gemeindlichen Selbstbestimmung und Selbstverwaltung erforderlich. Insbesondere kämpften die kreisangehörigen Städte gegen die planmäßige Beschränkung ihrer Sechstverwaltungsrechte zugunsten der Kreise. Der Staat müjse die kreisangehörigen Städte als Glieder einer freien Selbstverwaltung erhalten. Abbau der weltlichen Schulen in Preußen. Berlin, 22. Febr. (WTB.) Der Amtliche Preußische Pressedienst meldet: Die Kommissare des Reiches für das Land Preußen stimmten in der heutigen Staatsministerialsitzung einem Vorschlag des Reichskommissars für den Geschäftsbereich des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung zu, einen Abbau der sog. weltlichen Schulen (Sammelschulen) ab Ostern 1 9 3 3 in die Wege zu leiten. Sie haben außerdem grundsätzlich ihr Einverständnis dazu erklärt, daß der Reli- gionsunterrichtalsordentlichesLehr- fach in den Berufs- und Fortbildungsschulen eingeführt wird. Die näheren Durchführungsbestimmungen sind in Vorbereitung. Raüonae Gewerkschaften hinter der Reichsregierung. Berlin, 22. Febr. (BDZ.) Die Reichsverbindung nationaler Gewerkschaften nahm eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: Die Reichsverbindung nationaler Gewerkschaften begrüßt den seit dem 30. Januar eingeschlagenen nationa- lenRegierungskurs mit Freuden und stellt sich mit ihrer ganzen Gliederung geschlossen hinter diese, damit Wirtschaftsnot, Arbeitslosigkeit und vor allem die Schmach der Rechtlos- machung auf dem arbeitsrechtlichen Gebiet beseitigt wird. Wir haben volles Vertrauen zur jetzigen Regierung, daß es ihr gelingen wird, die Wirtschaft zu beleben und dementsprechend die Arbeitslosigkeit zu senken. Getragen von diesem Vertrauen hoffen wir, dah es möglich sein wird, aus den Trümmern der sozialen Einrichtungen gesunde Grundlagen zu schaffen, aus denen jeder Versicherte seinen Beiträgen entsprechend auchLeiftungenga- r a n t i e r t erhält. Wir begrüßen die erste Lockerung von Härten. Keine Zwangseingriffe in Zinsvereinbarungen. Berlin, 22. Febr. (ERD.) Wie der „Volks- bund zum Schutze ersparten Vermögens gegen Angriffe auf Vertragsrecht und Währung e. D." mitteilt, hat er auf eine Eingabe an den Deichswirtschaftsminister folgende vom 20. Febr. datierte Antwort erhalten: „Ich bin mit Ihnen der Auffassung, daß ein zwangsweiser allgemeiner Eingriff in die vertraglichen Zinssätze das Vertrauen im Kreditverkehr schwer schädigen und dadurch die deutlich erkennbare, auf eine Senkung des Zinsniveaus gerichtete natürliche Entwicklung stören würde. Der Herr Reichswirtschaftsminister Dr. Hugenberg hat daher bereits wiederholt in aller Deutlichkeit erklärt, daß Zwang seingriffe in die bestehenden Zinsvereinbarungen seiner wirtschaftspolitischen Auffassung nicht entsprechen. Diese Erklärung hat auch nach meiner Beobachtung in der Presse allgemeine Verbreitung gefunden." fommenfte Ausbildung aller Waffengattungen bie Schlagfertigkeit ber Truppe auf ben höchstmöglichen Stand zu bringen. Eine größere Hebung, an ber alle Waffengattungen beteiligt sind, zeigt bem Besucher bie ausgezeichnete Arbeit von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften aller Waffen. Der Film ist eine gute Werbung für alle Bestrebungen, die auf bie Verstärkung unserer Wehrmacht und unserer Wehrkraft hinzielen. Er sollte von jedem, dem die Förderung unseres ausgezeichneten Reichsheeres ein Herzensbedürfnis ist, in Augenschein genommen werden. « Beide Filme wurden gestern abend im Rahmen einer Festvorführung herausgebracht. Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden bekundeten durch ihr Erscheinen das starke Interesse, das die beiden Filme bei ihnen gefunden hatten. Ein völlig ausoerkauftes Haus folgte mit großer Spannung den Vorführungen. Der Reichswehr-Film und „Morgenrot" wurden verdientermaßen mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Der Abend war für alle Besucher ein erfreuliches unb benfroürbiges Erlebnis. Oer „fliegende Stuhls In Frankreich hat man kürzlich der Entstehung des Personen-Auszuges nachgeforscht und gefunden, dah der heute in unserem Leben eine so große Dolle spielende Lift gegenwärtig seinen 250. Geburtstag feiern könnte. Er ist nämlich im Jahre 1683 von einem Akademiker de Villayer erfunden worden. Dieser Gelehrte war ein einfallsreicher Mann, der noch viele andere Dinge erdacht hat. Unter diesen Reuigkeiten, mit denen er von sich reden machte, war eine große Ahr, die er an seinem Bett am Kopfende aufgestellt hatte. Für die Bezeichnung einer jeden Stunde hatte er an dem Zifferblatt kleine Gefäße angebracht, die verschiedene Gewürze enthielten. Wenn er nun in der Dunkelheit wissen wollte, wie spät es ist, so fuhr er mit seinem Finger am Stundenzeiger entlang, bis zu dem Gefäß, nahm eine Prise von dem Gewürz und brachte sie auf feine Zunge. An dem Geschmack konnte er dann feststellen, „was die Ahr geschlagen hatte". Seinen Lift nannte er einen „fliegenden Stuhl"; es war ein Aufzug, der zwischen zwei Wänden auf gehängt war. so daß eine Person, die darauf saß, du fon höheren Stockwerken hinaufgezogen werden konnte. Die „Fliegenden Stühle"de Villahers, diese Arformen unseres heutigen Liftes, waren eine Zeitlang sehr beliebt. Der Prinz von Conde z. 2. stattete seine beiden Paläste in Paris Aus aller Wett. Starker Schneesall im Rheinland. 5 In den letzten 24 Stunden ging über dem Rheinland ein starker Schneefall nieder. Zum erstenmal in diesem Winter liegt über Stadt und Land eine dichte Schneedecke. Auf den Landstraßen sind an verschiedenen Stellen dichte Schneeverwehungen entstanden, die den Kraftverkehr, besonders im Bergischen Land unb in der Cife-I, stark behindern. Auf dem Hunsrück wurden verschiedene Kraftpostlinien wegen des hohen SchneeS nicht gefahren. Die Wintersportplähe, namentlich in der Eifel, im Bergischen Land und im Sauerland haben sich gerüstet, um die Wintersportgäste am kommenden Wochenende aufnehmen zu können. Starke Schneefälle in Ungarn. Aus fast allen Gegenden Angarns werden heftige Schneefälle und aus Transdanubien be- sonders starke Schneeverwehungen gemeldet, die stellenweise auch Verkehrsstörungen verursacht haben. Auf kleineren Lokalbahnen Transdanubiens muhte der Verkehr bereits eingestellt werden. Auf mehreren Strecken konnte der Verkehr nur mit Hilfe von Schneepflügen aufrechterhalten werden, wobei die fahrplanmäßigen Züge mehr oder weniger größere Verspätungen hatten. Der überaus starke Wind in Transdanubien dauert noch an und erschwert auch die Wegräumung der .Schneehindernisse. Aufklärung dreier Mordsälle. Der Holzhändler N a r o w s ki aus Witten- Annen, ber, wie gemeldet, feit kurzem spurlos verschwunden war, ist jetzt ermordet aufgefunben worden. Der Dortmunder Kriminalpolizei ist es gelungen, den Fall aufzuklären und zwei Mittäter, August Scheer und Eberhard Pieper aus Dortmund zu verhaften. Beide sind geständig. Der Haupttäter, ein Mjähriger Kutscher namens August Schulte aus Dortmund, ist flüchtig. Er ift als äußerst gewalttätiger Mensch bekannt und wird von seinen Komplizen als ber „Hinrichter" bezeichnet. Scheer unb Schulte sinb wegen eines im Jahre 1919 gemeinsam begangenen Sohngeldraubes vorbestraft. — Narowski würbe am 8. Februar unter bem Vorwand eines Geschäftsabschlusses von Pieper und Scheer in einem Auto von seinem Büro abgehott und auf Umwegen nach einem Wäldchen in ber Nähe von Holzwickebe gebracht. Man banb ihn an einem Baum fest und entwendete ihm seine Barschaft von 215 Mark. Während Scheer mit dem Gefesselten im Walde blieb, fuhr Schulte nach Annen und hotte aus dem Büro Narowskis Scheckbücher und Stempel. Man zwang Narowski, zwei Schecks zu unterschreiben. Darauf knebelte man ihn und erdrosselte ihn mit einem Strick. Die Seiche verscharrten sie unter Saub und versteckten sie in einem Schachteingang. Durch eingehende Zeugenvernehmungen unb durch das Geständnis des Pieper ist erwiesen, daß auch der Mord an ber Hausangestellten Emma Schneiber aus Herforb unb bie Er- morbung ber Witwe Schur in Hagen auf bas Konto von Schulte unb Scheer kommen. Emma Schneider wurde von Scheer nach Dortmund-Dorstfeld gelockt und von Schutte erdrosselt. In ähnlicher Weise wurde im April v.J. bie 51jährige Witwe Schur ermorbet. Ihr würbe von Schutte mit einem Holzbeil bie Schäbelbecke zertrümmert. Ihre Wohnung war vollkommen burchwühlt, doch sind den Tätern 600 Mark Bargeld und Sparkassenbücher von insgesamt 7000 Mark entgangen. * Wie die Dortmunder Polizei mitteilt, ist der frühere Schuster August S ch u l t e, der als Mörder des Holzhändlers R a r o w s k i aus Witten an der Ruhr, der Witwe Schur aus Hagen und der Hausangestellten Schneider aus Herford betrachtet wird, in Gronau an der holländischen Grenze verhaftet worden. Allem Anschein nach hat Schulte versucht, nach Holland zu entkommen. Die Mordkommission begab sich sofort im Kraftwagen nach Gronau, um Schulte nach Dortmund zu bringen. Seine beiden Helfershelfer Scheer und Pieper konnten, wie gemeldet, bereits festgenommen werden. und Chantilly mit solchen Vorrichtungen aus. Aber die Mode erlitt einen schweren Schlag, von dem sie sich nicht mehr erholte, durch einen peinlichen Vorfall, der ja auch heute noch hie und da beim Lift Vorkommen kann. Als sich die Schwiegertochter des Prinzen auf dem fliegenden Stuhl befand, blieb dieser zwischen zwei Stockwerken stecken und die Dame saß in dieser unbequemen Lage drei Stunden lang. Erst dann wurde sie auf ihre gellenden Hilfer rse hin mit Mühe befreit. Vielleicht war es oieses peinliche Erlebnis, das den findigen Akademiker veranlaßte, sich anderen Erfindungen zuzuwenden. Oaö englischeOberhauö fürVogelschuh. „Wenn man an unserer Küste einen Seevogel findet, der von der „schmutzigen Pest" der Oel- Verseuchung des Meeres schlimmer gepeinigt wird als von irgendeiner chinesischen Folter, und mitleidig das Tier aus seinem Jammer befreit, dann kann er unter dem Schutz unserer Gesetzgebung verfolgt werden. Wenn man eine Lerche vier Tage lang in völliger Dunkelheit hält, sie unterdessen mit in Whisky getauchten Mehlwürmern füttert und Dann die Decke von dem Käfig abnimmt, damit sie besser singt, ist man nicht nur vollkommen gegen Verfolgung geschützt, sondern kann auch noch einen Preis auf einer Vogel-Aus- stellung gewinnen." Mit solchen Beispielen beleuchtete in einer Sitzung des englischen Oberhauses Lord Buckmaster die Lücken und Mängel der gegenwärtigen Vogelschutz-Gesetze in England. Selten waren so viel Lords in dem hohen Hause anwesend wie bei dieser Sitzung, und auch der beste '-dogclfenner des Hauses, Lord Grey, gab seiner Entrüstung darüber Ausdruck, dah diese Lieblinge jedes tierfreundlichen Menschen noch ungestraft so gemartert werden dürften. Das neue Vogelschutz-Gesetz, das von den Lords beraten wurde, fordert mehr Schutz für über 60 verschiedene Vogelarten, und es wurde in zweiter Lesung angenommen. Sochschulnacbrichten. Der Freiburger Ordinarius Dr. Andreas D. Schwarz hat die an ihn ergangene Berufung auf den Frankfurter Lehrstuhl für römisches und bürgerliches Recht abgelehnt. Zum o. Professor der Pharmakologie an der Aniversität Heidelberg wurde der Königsberger Ordinarius Dr. I. E i ch h o 1 tz ernannt. Prof. Dr. Exner von der Aniversität Leipzig ist zum Ordinarius für Strafrecht und Strafprozeßrecht in München ernannt worden. Prozeh behauptete 2., Rechtsanwalt Sch. habe ihm. außerdem auch seinen Kunden zuge'agt, daß er — Sch. — im Falle des ProzehverlustS die ge- zahlten Vorschüsse zurückvcrgüte. Rechtsanwalt Sch. beschwor dagegen, daß diese Behauptung Ls nicht wahr sei. Runmehr erstattete L. gegen Rechtsanwalt Sch. MeineidSanzeige. In Oer daraufhin gegen Rechtsanwalt Sch. cingcleitetcn gerichtlichen Untersuchung wurde der Angeklagte QL, der ein Kunde 2.8 gewesen war, als Zeuge eidlich vernommen. Gr sagte aus, er habe gehört, daß Sch. zu 2. geäußert habe, daß er im Falle des Prozehverlusts die gezahlten Dor- schüsse zurückzahle. Trotz dieser QluSsage wurde das Verfahren gegen Sch. eingestellt und dieser auher Verfolgung gesetzt. Es hatte sich nämlich der Verdacht ergeben, dah QL unter seinem Eide die Unwahrheit gesagt hatte. Oluf Grund von vorgefundenen Briefen, die zwischen QL und 2. gewechselt worden waren, bestand der weitere Verdacht, daß 2. den Ql. zu falschen Aussagen angestiftet hatte. In der heutigen Verhandlung bestritt 2 seg- liche Schuld und strafbare Handlung. QI. dagegen mußte zugebcn. daß er nicht mit der Bestimmt- heit, mit der er es unter seinem Eide getan hatte, die angebliche Qlcußcrung des Rechtsanwalts Sch. hätte bestätigen können. Er sei sich über die ganze Sache nicht klar gewesen und habe nicht gewußt, wisse auch heute nicht, ob die Aeuß rung gefallen sei oder nicht. Qluf Grund der Beweisaufnahme hielt das Schwurgericht eine wissentliche Eidesverletzung A.'s nicht für erwiesen, erachtete ihn jedoch einer fahrlässigen Eidesverletzung für schuldig. Es erachtete weiterhin für erwiesen, daß 2- den A. *zu dieser Eidesverlehung verleitet batte QL erhielt eine Gefängnis st rase von 6 Monaten 2. der schon öfters mit dem Strafgesetz in Konslikt gekommen war und den Inach der Feststellung des Gerichts die Hauptschuld an der EideSverletzung A.'S traf, erhielt eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten. Aus der provinzialhauplstadl. Die Auszahlung der Reichszufchüsse für Wohnungsherstellungen. Don einem Gießener Hausbesitzer geht uns ein Beschwerdeschreiben über allzu starke Verzögerung bei der Auszahlung der Reichszuschüsse zu Wohnungsherstellungen zu. Da der De- schwerdefall Wohl nicht vereinzelt dasteht, sei die Klage des Hausbesitzers hier zur Sprache gebracht in der Erwartung, daß die Stadtverwaltung im Interesse der Sache, aber auch in gerechter Würdigung der 2age des Hausbesitzes ungesäumt die erforderlichen Maßnahmen zur schnellen Erledigung dieser Zahlungen trifft. Das Schreiben lautet: »Die Rcichszuschüsse zu WohnungSherstcllungen sollten dazu dienen, den notleidenden Hausbesitzern zu helfen, notwendige Reparaturen ausführen zu lassen, und ihnen einen Anreiz geben, dem Handwerk Arbeit und Verdienst au schaffen. Diesen Zwecken wird jedoch nicht gebient durch das Verfahren, wie es hier üblich au sein scheint. Ich habe größere Reparaturen und Umbauten an der Zentralheizungsanlage vornehmen lassen, dazu wurden mir 20 Prozent des Voranschlags bctrags in Aussicht gestellt. Rach Fertigstellung der Arbeiten mußte ich die Quittungen vorlegen, also selbst die ganzen Rechnungsbeträge vorlagsweise bezahlen, um jetzt auf die 20 Prozent des Voranschlogsbetrags, der weit geringer ist, als der wirkliche Rechnungsbetrag zu warten. Das wäre nun alles noch erträglich, wenn sich das Wartcnlassen, an das man bei Behörden ja gewöhnt ist, in vernünftigen Grenzen hielt. Ich warte aber jetzt annähernd drei Monate, ohne das mir zugesagte Geld erhalten zu können. Eiize Mahnung durch den Hausbesiherverein war vergeblich. Da ich annehme, daß es noch andere Leid- tragende gibt, und da die Behörden allen Anlaß haben, die Einrichtung nicht in Mißkredit kommen zu lassen, also ein öffentliches Interesse daran besteht, daß die vom Reich für einen bc- stimmten Zweck bewilligten und sicher auch aus- bezahlten Gelder so rasch als möglich ihrem Zweck zugeführt werden, erscheint es angebracht, diesem Verfahren doch einmal besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden." Daten für Donnerstag, 23.Februar. 1635: der Komponist Georg Friedrich Händel in Halle a. d. S. geboren; — 1855: der Mathematiker und Anstronom Karl Friedrich Gauß in Göttingen gestorben; — 1863: der Maler Franz v. Stuck in Tettenweis geboren. Bornotizen. — Tageskalender'für Donnerstag: Oberhcssiicyer Kunstverein, Turmhaus am Brand- platz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Morgen von 20 bis nach 22.30 Uhr als 20. Vorstellung im Freitag-Abonnement erste Wiederholung des Vauernrriegsdramas „-Scr Bundschuh" von Karl Reurath. 2citung: Oberspielleiter Peter F a s s o t L Gewöhnliche Preise. — Das Theater stellt sich mit dem Spiel- plan für die vier Faschingstage bewußt auf Fasching ein. „Zirius-Kabarett" findet am Samstag, 25. Februar, 20.15 Uhr statt. Die künstlerische Lei- tung (Wolfgang Kühne) hat für diesen Abend ein richtiges artistisches Ziriusprogramm zusam- mcngestellt. Reben Tierdrcssurakten arbälen Balance- und Parterreakrobaten; Kunstradfahrer und Drahlscilkünstler stehen auf dem Programm; nicht zu vergessen die sechs Hausclowns und die Zirkusiapclle unter Kapellmeister Moehls 2ci- tung. Das gesamte Programm w.rd bestritten von den Mitgliedern des Ensembles, dem Tanzpaar Däulke und bekannten Vertretern artistischer Kunst. Das »Zirkus-Kabarett" ist zu kleinen Preisen. Ende 22.30 Uhr. — Für Faschingsfonntag verzeichnet der Spielplan eine Wiederholung der Operetten-Revue „3m weißen Röhl" als Frem- denvorstellung zu ermäßigten Operettenpreisen. Dorzugsgutscheine und Schülerkarten haben Gül- tigkeip Spieldauer von 18.30 Uhr bis 21.30 Uhr. Um 22.15 Uhr steigt mit vollkommen neuem Programm unter Wolfgang Kühnes künstlerischer Gcsamtleitung ein „Rachtkabarett". Auch dieses Kabarett ist ganz aus Fasching eingestellt. Aus der reichhaltigen Dortragsfolgc seien neben Gesang, Humor und Tanz ein Sketsch und ein Zauber- und Illusionsakt eines bekannten Manipulators erwähnt, sowie daS verstärkte Jazz-Orchester unter Kapellmeister Moehls Leitung. Um jedem den Besuch der Kabarett-Beranstaltungen zu ermöglichen, gelten ebenfalls wieder kleine Preise. Ende nach 24 Uhr. — Für den Montag ist um 20 Uhr eine Wiederholung des »Zirkus-Kaba- rctts" angesetzt mit der gleichen Programmfolgc, wie am Samstag und auch zu denselben kleinen Preisen. Ende 22.15 Uhr. — Unter Heinrich Hubs Spielleitung steigt am Faschingsdienstag als 21. Vorstellung im Dienstag-Abonnement, der stimmungstolle Schwank „Da stimmt was nicht" von gram Arnold. — Die Kasse macht darauf aufmerksam, daß für Samstag vorbestellte Karten bis spätestens Freitag um 13 Uhr. für Sonntag vor- bestellte Karten bis spätestens Samstag um 13 Uhr abgeholt sein müssen. Der regen Rachfrage wegen muß von diesen Terminen ab über nicht abgeholte Karten anderweitig verfügt werden. • •* Die Auszahlung der Militär- Versorgungsgebührnisse (Heercsren- ten) für den Monat März erfolgt am Montag, 27. Februar, in der Zeit von 8.30 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr beim Postamt, Bahnhofstraße 91. •• Städtische Brennholzversteige- rung. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung in den Waldungen der Stadt Gießen (Försterei Hochwart Fernewald) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 1. Kl. 9,20 Mark per Raummeter, Eichenscheiter 1. Kl. 6,00 Mark, Eichenscheiter 2. Kl. 5,20 Mk., Ahornschei- ter 1. Kl. 6,00 Mk., Dirkenscheiter 1. Kl. 7,50 Mk.. Buchenknüppel 7,80 Mk., Eichenlnüppcl 4,20 Mk., Qlhornknüppel 5,60 Mk., Birkenknüppel 6,00 Mk.. Fichtenknüppcl 2. Kl. 3,00 Mk., Cichenknüppelrei- sig 1. KL 4,00 Mk., Fichtenknüppelreisig 1. KL 2,60 Mark. Buchenstöcke 5,60 Mk. per Raummeter, Duchenreisig 3. Kl. 16,00 Mk. per 100 Wellen, Eichenderbstangen 2. Kl. (Deichseln) 1,30 Mk. per Stück, Cichenderbstangen 2. Kl. 1,20 Mk. per Stück. •• Filmvorführung in der Stadt- kirche. In der Stadtkirche wurde am Sonntagabend der Film „Sonnenglanz und Mecres- brandung" gezeigt, der von dem Leden einer evangelischen Iugendgruppe (Eichenkreuzverband) in einem Freizeitlagcr auf der Insel Borkum berichtet. Die Vorführung hatte Kaufmann Karl Schaub mit dem Apparat des DHV. übernommen. Der Film ist ausgenommen von Pfarrer D. Müller (Gütersloh), dem Herausgeber der Jugendzeitschrift „Der junge Tag". Junge Menschen aus Werkstatt, Büro und Schulstube verleben in frohem Spiel, besinnlicher Bibelarbeit und tüchtigen lörperlichen Ucbungcn köstliche Tage echter Erholung. Wundervolle Bilder vom Spiel der Sonne und des Meeres waren zu sehen und lösten mit dem Treiben der fröhlichen Jugend zusammen herzliches Lachen und staunende Bewunderung aus. Wohl in manchem der zahlreichen Zuschauer ist dabei der Wunsch lebendig geworden, doch auch einmal solche Tage bei Sonnenglanz und Meeresbrandung mitmachen zu können. Die Freizeit stand unter der Losung ..Sturmfest und zielklar", die auch besonders in den biblischen Besprechungen mit ihren symbolischen Bildern zum Ausdruck kam. In den Pausen zwischen den einzelnen Filmalten fangen Gießener Wartburger zusammen mit Lang-Gön- fer Hessenbündlern unter Leitung des Führers Boller einige schöne Lieder. Die Wartburg- jugendgruppe, welche zu diesem Qlbend eingeladen hatte, wird wohl besonders erfreut gewesen sein über den guten Besuch der Veranstaltung, und die Besucher danken ihr gewiß herzlich für diese schöne Feierstunde. Hausbesrh und Kanalgebühren. Der Hausbcsitzerverein Gießen hat an die Stadtverwaltung eine Eingabe zum Zwecke der Senkung der Kanalgebühren gerichtet. In dem Schriftstück, das auch den Fraktionsführern des Stadtrates in Abschrift übermittelt wurde, wird ausgcführt: Nachdem die Grund- und Gewerbesteuern durch das Diktat der hessischen Regierung auf den Durch- schnitlssatz für Hessen gebracht worden sind und dcm Hausbesitz erneute Belastung bringen, sehen wir uns veranlaßt, der Stadtverwaltung Gießen Nachstehendes zu unterbreiten. Durch Erkundigungen haben wir festgestellt, daß in Darmstadt, Offenbach und Mainz wohl eine höhere Grundsteuer erhoben wird als in Gießen, dafür hat aber die hessische Regierung diesen Städten eine 4pr03ent.gr höhere Miete als Gießen zugebilligt. In Offenbach und Mainz werden außerdem keine Kanalgebührcn von dem Hausbesitz extra erhoben, sondern diese werden aus den Eingängen der Grundsteuer entrichtet. Wenn in Offenbach die Grundsteuer 61,57 Pf. und in Mainz 65,8 Pf. beträgt, und wenn man auf der anderen Seite Gießen in Betracht zieht, wo man von einer Grundsteuer von 34 Pf. ausgeht, dafür aber nur 112 Prozent Miete bekommt und dazu noch die Kanalgebühren e$tra bezahlen muß, bann ergibt sich folgender Satz für die Grundsteuer: Tatsächlicher Satz 34 Pf. 4 Prozent weniger Miete ergibt 23,12 „ Kanalgebühren ergeben 9 „ zusammen 66,12 Pf. auf je 100 Mark Steuerwerk. Mithin zahlt Gießen gegenüber der Stabt Mainz, die die höchsten Sähe haben soll, noch 1,8 Pf. mehr. Ein Beispiel von Darmstadt ergibt ein noch krasseres Bild, wie nachstehende Aufstellung zeigt. In Darmstadt werden 42 v. H. als Grundsteuer erhoben, die Nebengebühren ähnlich wie in Gießen. Darmstadt hat ebenfalls 4 Prozent Miete mehr als Tießen, und die Kanalgebühren betragen nur 0,80 Mark für je 1000 Mark Brandoersicherungswert, während Gießen 1,— Mark erhebt und außerdem noch auf je 1 qm Grundfläche 0,01 Mark berechnet. Diese 4 Prozent Mehrmiete ergeben bei einem Haus mit einem Drandversicherungswert von 40 000 Mark und einer Friedensmiete von 2890 Mark und einer Fläche von 500 qm 115,60 Mark oder 23,12 Pf. für die Grundsteuer. Hierzu kommt noch der Unter» schied bei den Kanalgebühren mit einem Mehr von 13 Mark oder 2,60 Pf. für die Grundsteuer. Hierzu der tatsächliche Satz mit 34 Pf., ergibt somit für Gießen für die Grundsteuer den Satz von 59,72 Pf. auf je 100 Mark Grundsteuerwert. Mithin steht Gießen auch hier mit 17,72 Pf. über Darmstadt. Wie aus den vorstehenden Zahlen ersichtlich ist, bedeuten diese Zahlen für den Gießener Hausbesitz einen unhaltbaren, verlu st bringenden 3 u ft a n b, dem abzuhelfen die Stadt Gießen teilweise in der Lage ift Wir stellen deshalb den Antrag, die Stadtver» waltung möge die Kanalgebuhren auf den gleichen Sah, wie ihn Darmstadt erhebt, also auf 0,80 Mk. je 1000 Mk. Drandversicherungswert, herabfehen, und zwar ebenfalls rückwirkend ab 1. April 19 32, da die Grundsteuer auch rückwirkend erhoben werden soll. Schwurgericht Gießen. * Gießen, 22. Febr. In der zweiten Sitzung des Schwurgerichts, die wiederum unter dem Bor- sitz von Landgcrichtsdireltor Cramer stattfand, waren der Landwirt A. von Ermenrod wegen Meineids und der Kaufmann L. von Heppenheim wegen Anstiftung des QL zarn Meineid angeklagt. Die Anklage vertrat Cerichtsassessor Heinrichs, die Verteidigung führte für den Angeklagten QI. Rechtsanwalt E. Schneider und für den Angeklagten L. Rechtsanwalt Köhler. Der Angeklagte L. hatte in dem Orte Heppenheim ein Geschäft für Darlehensvermittlungen und Sanierungen betrieben. Soweit er dazu juristischen Rats bedurfte, hatte er sich des Rechtsanwalts Sch. in H. bedient. Diesem führte er auch seine Kunden als Klienten zu. Rach einiger Zeit kam es zwischen dem Angeklagten L. und Rechtsanwalt Sch. zu Differenzen und schließlich zu endgültigem Bruch. Rechtsanwalt Sch. verklagte bald darauf L. auf Zahlung rückständiger Gebühren aus seiner Tätigkeit für L. 2n diesem Jrankenland im Schnee. Alte Städte am Main, vom Winter verwandelt. Don Julius Maria Becker. Ohne jene Kraft des Lichtes, das tage- und wochenlang sengend in den Weinbergen liegt, und das aus icdcm Rebcnpfahle den Zeiger einer Sonnenuhr macht, glaubt man sich Franken nicht vorstellen zu können. Würzburg, die Stadt der ungezählten Kirchen, ist hingcbreitet an langen Sommertagen wie ein von südlichem Glanz überschütteter Mittelmcerhafen: all diese Türme, Zwiebcldächer und Kuppeln ragen empor. wie Maste einer heiligen Flotte, einer schwimmenden Kirchenstadt. Qluch Bamberg ist sommerlich und trägt auf breitem Rücken seiner Klosterberge die ewigen Rachmittage des Juli und August. Doch Franken im Winter? Ferner und abgelegener träumt dieses winterliche Franken; es scheint hinausgerückt und abgetrennt von den Anschlüssen an die Welt. Die Horizonte sind enger gezogen, die Landschaften kleiner geworden, sind eingeschrumpft an ihren Rändern und scheinen am nächsten Wegweiser, an übernächster Wegkrümmung zu enden. Der Spessart, diese alte, in Sagen berufene Düsternis inmitten des Frankenlandcs, ist plötzlich ganz versunken in sich; erst jetzt erlebt er sein eigenes Leben: die völlig verschollenen, kurzen, beinahe arktischen Wintertage der weltverlassenen Höhen am Schwarzkopf-Tunnel bei Rohrbrunn. Die Rhön mit ihren Mooren, Hochflächen und Bergabhängen scheint ganz dem Winterschlaf ihrer Dörfer au fröhnen. Steigerwald und Hah- berge, die Höhenzüge zu beiden Seiten des oberen MaineS von Schweinfurt bis Bamberg, sind oft auch im Winter noch hell, gastlich und freundschaftlich. Man fährt mit dem Zuge am 'Ufer des Flusses entlang und weih, dah bald in Bambergs hallenden Straßen die ersten Flocken wirbeln und daß cs dann aufwärts geht, fast Stufe für Stufe, zum Fichtelgebirge zur Rechten, zur Frankenhöhe zur Linken. Ohne Zweifel: der Winter hat dieses Land gründlich verwandelt. Er hat es hinübergenommen und einverleibt seiner Schwermut, aber dennoch gleichzeitig verschwenderisch auSgestattet mit der nur ihm verfügbaren Festlichkeit und bannenden Schönheit. Diese Kristallpaläste bereister, beschneiter Spessartwälder mit zugefrorenen Mühlenbächen in bergenden Tälern sind schön; noch schöner die klirrenden Winterparadiese der Rhön, die einsam sich dehnenden Skigelände mit traumhaft-verwunschenen Baumgestalten und schnee- beladener Dusch-Statisterie. Würzburg, die Sommerstadt, sammelt auch im Winter noch alle ersparte Wärme auf sich, auf ihre Straßen und Plätze. Ein dünner, flockiger Stundenschnee verwandelt die Stadt und gibt dem Barock der Kuppeln der Reumünsterkirche, des Stift-Haug und des Käppele den plötzlich bizarren Reiz eines Fernen, Fremden, fast Ruffischen. Er lädt den steinernen Heiligen der »Alten Drücke" die Last eines Schneebündels auf. Eie stehen mit riesig gebauchten Gewändern da: zweifach gereiht, immer zwei sich gegenüberragend, die Pfeiler krönend im lauten, barocken Pathos ihrer Stellungen und Gesten. Die Festung Marienberg drüben scheint hochgetragen vom kegelförmig aüfsteigenden System der QBeinberg- terrassen, mit flüchtigem Schnee des Vormittags wie mit Mehl betupft. Wenn draußen an Würzburgs Himmel die Sonne fehlt, dann wird sie im Innern behaglicher Wein- und Fischerstuben ausS neue und zehnfach geboren; hier legen die Römer aus blankgescheuerten Tisch die goldenen Kreise, die kleinen und schwankenden Sonnen, die Spiegel und Sinnbild der größeren sind, der Schöpferin des WeinS. In Bamberg, der Stadt, die jeden ihrer Hügel mit Kirche und Turm bekrönt, hüllen die Monate des Winters die wundervolle Architektur dieser Gassen und Gäßchen, die kleine zusammengeballte Mühlenstadt am Laufe der Regniy, die Drückenhäuser und Inselpaläste mit altem, viele Wunder beschwörenden Zauber ein. Die vier majestätischen Türme deS mächtigen Doms sind doppelt so schlank in ihrer neuen Patina aus Schnee und Reif. MoraenS, zur Zeit der Frühmesse, wenn noch die hügeligen, manchmal steil zu breiteren Straßen abfallenden Gäßchen düster und voll Schlummer sind, muß man den Dom betreten, seine Dunkelheiten durchwandern und im Kerzendämmer der nahen Altäre den »Bam» berger Reiter" begrüßen, den kaiserlichen Jüngling der Salierzeit, den hier die Schatten von Säulen und Häulenknaufen umhegen. Jede dieser Städte am Ufer des Mains und seiner Quellen liebt ihren Winter, liebt diese knappen und abgekürzten Tage, an denen früh die Lampen brennen, das Licht der Schaufenster den Schnee der Strckßen beglänzt. So viele Städte, so vielfach idyllisches Winterzuhause: Bayreuth, die strenge, feierliche und dennoch gemütliche Stadt des markgräflichen Barock mit winterlich verlassener Eremitage, wo freilich die springenden Wasser in Mäulern stampfender Tritonen erfroren; Schweinfurt mit prächtiger Rot- hauSfassade des späten 16. Jahrhunderts; Aschaffenburg, die Stadt des mächtigen Schlosses, truhig im Viereck gcquaöcrtcr Türme- giganten, die, wuchtig behelmt. Verstecken miteinander spielen wie Enaks-Kinder. Jawohl, man muß sie im Winter besuchen, die kleineren Städte — Trabanten im weiteren Hofe um Bamberg, Würzburg und Aschaffenburg. Sie haben die alten, prächtig geformten Tore bewahrt wie Iphofen, das regellose Kunterbunt der Dächer und Winkel wie Qtt a r 11 b r e i t, daS üppig umrankte, umdornte Mauerwerk wie O ch s e n f u r t, das ganze melodische Stadtidhll wie Wertheim, wie Miltenberg. E:e schließen sich alle zum Kranze zusammen; denn keine der Städte verlangt ja die Krone für sich; sie alle sind Steine der Krone, die Franken heißt: Deutschlands Mitte, Deutschlands „Cu* famgärtkin" noch mitten im Winter... Buntes Kuliurschäden im afrikanischen Busch. I Als vor 25 Jahren in Katanga im belgischen Kongo die reichsten Kupferminen der Welt entdeckt wurden, war man gezwungen, die Arbeiter aus dem innersten Afrika zu holen, und diese Eingeborenen wurden aus ihrem Urwalddorf plötzlich in den Bereich der modernsten Technik verseht. Die Stadt Elisabethville, die damals wie ein Pilz aus dem Boden schoß, war eine moderne amerikanische Stadt, die jetzt wieder langsam verödet, da in der Weltkrise der Absatz für das Kupfer stockt. Diele Minen werden geschlossen, und dieser Ort, einst die Hoffnung Tausender, dürfte in kurzem eine Totenstadt sein. Unterdessen aber hat diese Entwicklung auf die Eingeborenen die tiefsten Wirkungen ausgeübt, und diese sind nach dem Urteil, das der Asrikareisende Schorn- b u r g t in der Frankfurter Wochenschrift »Die Umschau" fällt, die denkbar schlechtesten. Er beilagt die Kulturschäden, die aus den kräftigen und stolzen Regern ein unschönes und verkommenes Volk gemacht haben. Infolge der schnellen und billigen Beförderung durch den Kraftwagen fahren die Schwarzen in die Städte, wo sie bann als Arbeitslose herumlungern, ohne wieder in die Heimat zurückkehren zu können. Die Träger-Karawanen, mit denen man früher in Afrika reifte, sind so gut wie verschwunden. »Das Fahrrad, das noch zur Zeit, als ich das erstemal den Dang» wcolo-See im Jahre 1907 erreichte, ein QBun- der war", schreibt der Verfasser, »ist heute das Beförderungsmittel selbst des Primitivsten in dieser Gegend. Welch ein Anblick war es für die Wauschi am Westufer des Sees, als ich mit meinem Fahrrad durch ihre Dörfer fuhr. QITIe stürzten aus ihren Hütten, um dieses Wunder zu sehen. Heute sieht man selbst Hegerfrauen auf dem Fahrrad von Dorf zu Dors ziehen, um Besuche abzustatten. Kaum ein Dorf in Afrika, in dem eS keine Rähmaschine gibt, auf der der Dorfschneider Röcke und Blusen für die weibliche Bevölkerung näht, die aus schönen schwarzen Frauengestalten ungeschickt watschelnde schwarze Gänse macht." Allerlei. Auch die Höflichkeit, die stolze Haltung, die der Eingeborene früher gegen Fremde einnahm, ist hinweggewcht und flegelhafter Zutraulichkeit und grober Anmaßung gewichen. Tanz mit zwei Damen zugleich. Ein Wohltäter der Mauerblümchen, die beim Ueberwiegen der holden Weiblich.cck sehnsüchtigen Herzens dem Tanz zusehen müssen, ist der Präsident des englischen Rationalverbandes der Tanzlehrer, Alex Moore, der jetzt eine neue Tanzform erfunden hat, bei der jeder Herr mit zwei Damen zur gleichen Zeit auf dem Parkett die Schritte und Drehungen ausführrn kann. Der Schöpfer dieser Revolution im Dalisaal ist sehr stolz auf seinen Einfall; er behauptet, daß das Tanzen mit zwei Damen auf einmal . sehr viel schöner sei als diG frühere Art. bei der man sich mit einer Partnerin begnügte; auch die Zuschauer hätten ein viel lustigeres Dckd. Das Verfahren spielt sich nach seinen Angaben folgendermaßen ab: die beiden Damen stehen mit dem Gesicht zu dem Herrn, und er tanzt mit ihnen fast genr.u so, wie toe/in sie eine grau wären. Er legt feine rechte Hand um die Taille der ersten Dame und hält die rechten Hände beider Damen in seiner linken. Der freie Arm der zweiten Partnerin ist leicht um die Taille ihrer Gefährtin gelegt. „Es soll kein neuer Tanz sein, den ich da anrege“, erklärte Moore, „sondern es ist nur eine lustige Abwechslung bei einem Dali, die sich bereits in verschiedenen Dall- lokalen und bei privaten Festlichkeiten eingebürgert hat. Der Tanz mit zwei Damen ist besonders dann zu empfehlen, wenn viel mehr Damen als Herren anwesend sind, wie das so oft der Fall ist. Sie würden überrascht sein, ?u beobachten, wie anmutig das aussieht. Die echs Füße bewegen sich zusammen im gleichen Rhythmus, und wenn das Dreiblatt eingetanzt ist. so vollzieht sich alles in schönster Harmonie. Die Sache ist überaus leicht, und jeder Herr, der mit einer Dame tanzen kann, kann auch mit zwei Damen tanzen.“ auf den Re'.chsministrr Dr. Hugenberg seht. Auch die ÄSDAP. hätte dem Lichtspielgewerbe ihr besonderes Interesse versprochen. Der Vorsitzende Matter faßte die Forderungen der L'.chEspieltheaterbesitzer in zehn Punkte n zusammen. 11. a. wird gefordert: Förderung des Gewerbes durch Angleichung der Lustbarkeitssteuer an die von den Sprechbühnen erhobenen Steuern, weil der Film nicht nur Unterhaltungsmittel der breiten Massen ist, sondern auch erzieherische und kultursördernde Aufgaben zu erfüllen hat, Ermäßigung der Pachten und Mieten für Kinotheater für den Fall, daß eine Reduzierung der Wohnungs- und Ge- schästslokalmieten erfolgt. Revision der Patent- gesetze, Her^b.ezung der Filmie hmieten, der Stargagen und der Lizenzen für Ateliers und Auf- nahmeopparaturen, Herabsetzung der Preise für Tonfilm-Wiedergabeapparaturen und Ersatzteile, Reugestaltung der Gesetze für Urheberrechte und Musikaufführungsrechte, Reugestaltung des Um- satzsteuergesehes, Schutz vor Ausbeutung durch die Monopolstellung der Clektrokonze.ne und Apparatefabriken, Verweigerung jeglicher Erlaubnis zum Bau' neuer Lichtspieltheater, da weit mehr Theater vorhanden seien, als Bedürfnis bestehe. Außerdem müsse das Lichtspielgewerbe in Schuh genommen werden gegen unberechtigte Forderungen der Musiker-Organisationen. Diese Forderungen seien so dringend, daß sie eventuell durch Rotverordnungen durchgeführt werden müßten. Wirtschaft. ** Großer Verkaufserfolg während der Automobilausstellung. Während der Berliner Automobilausstellung kamen führende Persönlichleiten des ausländischen Automob lhandeis aus allen Teilen der Welt in Berlin zusammen. Das Interesse für die zahlreichen neuen Konstruktionen war groß. Die Crsindungs- krast der deutschen Ingenieure wurde restlos anerkannt. Die Adam Opel AG. konnte in den letzten Tagen Auslandaufträge von 8000 Wagen hereinnchn.en und hat begründete Aussicht, diese Zahl bis zum Schluß der Automobilausstellung noch auf über 10 000 zu erhöhen. Auch das In- landgefchäft auf der Automobilausstellung ist. wie uns die G.feUschaft mitteilt, sehr zufriedenstellend. Dies ist u. a. auf die außerordentliche Preiswürdigkeit des Ein-Liter-Wagens zurückzu- führen, der mit seinem Preis unter 2000 Mk. in Deutschland und auf dem Weltmärkte konkurrenzlos dasteht. Sranffurfer Abendbörse still aber freundlich. Frankfurt a. M.. 22. Febr. Infolge des Mangels an Anregungen hatte die Abendbörse nur sehr kleines Geschäft zu verzeichnen. Die Stimmung war aber auf sich erhaltende Diskont- 12. Siebungstag . 21. Februar 1933 3n der heutigen Vormittagsztchung wurden Gewinne über 4U0 M. gezogen 2 Gewinne,u 25000 M. 187553 6 c tannne «u 100( 0 Olt. 25604 50322 207607 4 ' "cto nne ju 5000 M. 62636 138 950 14 Gewinne >„ 3060 M. 139107 154477 232633 247913 249202 268007 352227 36 - ne -n 2000 TL 2709 25542 28599 328=8 64502 72009 78515 103947 120679 150174 202447 250112 284960 297678 313102 36S652 370490 371551 75731 76014 83415 85521 91630 110729 137985 147674 157468 177386 222148 241890 282393 297669 322522 336725 347128 392538 154459 181944 200315 218651 257310 304857 347769 112747 139530 143958 163156 187586 223095 249226 285914 307393 323900 338691 349080 394829 159575 190707 202225 225449 264779 303056 379122 133445 167426 196620 207729 240947 274721 324234 381870 117446 144525 152527 163338 189634 239329 260314 294054 308680 329802 340010 367912 114512 139030 173235 197293 208971 244171 277607 337716 386676 104328 126595 144675 153703 163365 190952 239565 260353 296199 315285 330836 340312 376388 115578 140446 180784 198808 215828 249732 231224 333862 124268 165918 192553 207556 228740 271928 318193 380731 105050 137i04 145855 156898 173130 219004 240565 276583 297659 317394 333378 343024 373387 116295 142962 151425 163.315 188322 232807 257527 291438 308310 328683 33-38 349971 396643 132 Gewinne »n 1000 TL 15934 17287 21456 26089 35334 35681 35918 37530 45331 51795 56621 57641 75581 80207 97889 99757 102666 117345 120856 ------ ------ 188 Gew NN« m BOCTT'.- 6005 6072 ^13727 25118 32874 41619 53948 55666 68528 71644 72503 740.4 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 41)0 M. gezogen 2 Gewinn, 'N 25000 W. 120147 4 Gewinn« ,u 10000 M. 153258 311946 8 Gewinn« ,u 5000 M. 87155 236257 328257 395080 22 Gewinne »n 3000 TL 10232 39456 57487 79629 178887 225534 260144 271189 302853 340073 372979 33 Gewinne au 2000 TL 8535 10652 17286 23855 64849 163190 187275 205610 208301 228554 240371 250970 257755 294237 316356 316686 343330 348187 382272 100 Gewinne »u 1000 2)-. 4337 6542 8041 11966 36023 40309 66169 67631 87439 92780 98412 102112 124457 124960 127731 137828 141749 163240 165529 191633 194246 193419 199586 205223 222498 234505 239194 243365 244628 246114 248308 253164 261139 264723 282523 285786 289653 329801 3'5456 339091 356944 362165 364793 369326 372855 379985 381348 381431 390726 398755 143 Gewinne ,n 500 Ti. 4836 4964 5198 13809 15552 18134 23338 29663 29948 42228 50 387 53779 64270 66382 67531 89796 103292 107356 113864 114771 125345 142401 144071 145298 143302 161260 163106 166899 168438 173216 175495 190648 206950 208660 209341 212369 215104 216560 228690 229453 231212 235891 255843 264898 267457 267734 268206 268416 276094 276605 278032 284957 287147 290093 309779 303524 319020 319244 321622 343484 348749 353269 358282 362537 364618 364655 371751 375856 377930 377998 381016 394193 398647 399705 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 600000, 2 Gewinne zu je 200000, 4 zu je loüf 'OO, 4 au je 75000, 6 zu je 6' 00: i, 18 zu je 25000 108 zu je 10000, 2*2 zu je 5000, 5 4 zu ie 8000, 1< 8 > zu je 2 11 0. 8372 zu ,e 1000, 5 >98 ^u je 600, 16822 zu je 400, u. 100 Schlußprämien zu je 3000 'DL 9Jt.-$pont Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Cigareferve) — "tzfL. Friedberg (Cigareferoe) 0:4 (0:1). Die Gäste zeigten eine famose Leistung. Der Sieg war selbst in dieser Höhe verdient. Anderseits ist zu berücksichtigen, daß 1900 gerade einige der Besten ersehen mußte. Im Sturm probierte sich Arnold nach einer überstandenen Operation wieder, war jedoch wenig erfolgreich. E? mangelte in den Reihen der Gießener an jedem Verständnis, auch konnte man sich anscheinend mit dem gefrorenen, glatten Boden nicht abfinden. Die Gäste zeigten vorzügliches Verständnis und prächtige Kombination, ließen allerdings ungezählte Chancen unausgenuht. Schiedsrichter P o st, Wieseck, war dem fairen Spiel ein gerechter Leiter. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenkeich I — VfB. Gießen III 11:0. Trotz Kälte und schlechter Bodenbeschaffenheit des Spielplatzes verpflichtete sich der Sportverein einen Gegner: die 3. Mannschaft des VfB. Gießen. Die Mannschaft von Garbentcich spielte in Hochform und brachte das auch durch seinen schußfreudigen Sturm mit dem hohen Ergebnis zum Ausdruck. Die Gäste kamen in der zweiten Halbzeit vorübergehend auf und hätten das Ehrentor verdient, die gute Hintermannschaft der Gastgeber war aber nicht zu überwinden. Die Gäste nahmen die Riederlage mit Würde hin. Garbenkeich U — VfR. Lich 2:1. Die 2. Mannschaft trat in Lich gegen eine kombinierte Elf des dortigen Vereins an und sicherte sich einen knappen Sieg. Um die Deutschen Skimeisterfchasten. Nachdem sich die Schneeverhältnisse im Schwarzwald gründlich gebessert haben, kann nunmehr die deutsche Skimeisterschaft vom 24. bis 27. Februar in Freudenstadt-Baiersbronn durchgeführt werden. Das Meldeergebnis ist sehr gut ausgefallen, neben den Deutschen sind unter den Teilnehmern auch die besten Vertreter der Deutschböhmen, aus Oesterreich, Italien, Norwegen, Bulgarien und Jugoslawien zu finden. Im einzelnen wurden für den 18-Kilometer-Lang- lauf 130 Teilnehmer, für den Zusammengesetzten Lauf 73, für den 50-Kilometer-Dauerlauf 45, für den Meisterschafts-Sprunglauf 84, für den Damen- Abfahrtslauf 18, für das Springen der Jungmannen 11 Teilnehmer und für den Staffellauf 15 Mannschaften gemeldet. Sehr rege ist auch die Beteiligung an den für die Reichswehrangehörigen offenen Wettbewerben. Rund 50 Teilnehmer meldeten für den 18-Kilometer-Langlauf, 11 Bewerber schrieben sich für den 50-Kilometer-Dauerlauf ein und 12 Teilnehmer weist der Sprunglauf auf. Der Bayerische Ski-Derband entsendet u. a. Gustl Müller, Friedel Däuber, Walter Motz, Alfred Stoll, Loisl Kratzer, Willi Bogner, Franz Reiser und gibt auch weiterhin dem Nachwuchs Gelegenheit, sich im Kampf mit den großen Könnern zu messen. Die Allgäuer stützen sich in erster Linie auf Ludwig Böck, Thüringen ist durch Marx und Otto Wahl besonders im 50-Kilometer-Dauerlauf aussichtsreich vertreten. Ewald und Sepp Scherbaum, Walter Glaß und Walter Döttrich sind Sachsens aussichtsreichste Teilnehmer, wahrend Schlesien durch Leu- pold und die Schwaben durch Max Fischer ihre Kampftruppen anführen. Mit großem Interesse sieht man auch dem Start des norwegischen Springers Birger Ruud entgegen. Bei ständigem Schneefall ist das gesamte Kampfgelände mit einer wundervollen weißen Decke überzogen. In sehr gutem Zustande befinden sich auch die Murgtal-Schanze in Baiersbronn und die Schanze am Bärenschlößchen in Freudenstadt. Eishockey-Weltmeisterschaft in Prag. Am Dienstagabend war das Prager Eisstadion, in dem bekanntlich zur Zeit die Weltmeisterschaften im Eishockey entschieden werden, wieder bis auf den letzten Platz beseht. Im ersten Spiel schlug die Tschechoslowakei die polnische Mannschaft verdient 1:0 (1:0, 0:0, 0:0) und im zweiten Kampf war Amerika erwartet hoch mit 7:0 über die Schweiz erfolgreich. Am Mittwochnachmittag trug dann die deutsche Mannschaft vor 4000 Zuschauern wieder ein Spiel aus, und zwar ging es diesmal gegen älngarn. Die Magyaren zeigten hier keine schlechten Leistungen, waren aber dem ausgezeichneten Zusammenspiel der Deutschen nicht gewachsen. Unsere Vertreter, die sämtlich auf dem Posten waren, siegten denn auch leicht 4:0 (2:0, 0:0, 2:0). Campbell fährt neuen Weltrekord. Ergebnis: 440 Stundenkilometer. Der englische Automobil-Rennfahrer Campbell durchraste am Strande von Dahton Beach die Meilenstrecke gleich auf der ersten Fahrt mit einem Stundcnmittel von 440,245 Kilometer und erzielte für beide Fahrten (Hin und Rückfahrt) die neue Weltrekordleistung von 437,914 Stundenkilometer. Sein alter Rekord stand auf 408,047 Stundenkilometer. Kurze Sportnotizen. Der Deutsche Schwimmverband hat jetzt folgende neue Rekorde offiziell anerkannt: 200= Meter-Crawl Raymond Deiters-Köln 2:16,1; 500-Meter-Brust Cläre Dreye r-Düsseldorf 8:27,4; 400-Meter-Riicken Elfriede Sasserath- Düsseldorf 6:38,5. * Beim Stuttgarter Sechstagerennen lagen am Mittwochnachmittag nach 113 Stunden Fahrt und 2597,310 zurückgelegten Kilometern die Mannschuften Richli - Pijnenburg, Kilian - Pützfeld und Tietz-Preuß mit Rundenvorsprung allein in Frdnt. Mit Vordeck gewann zum erstenmal ein Reu- ling die Meisterwürde des 2. Bezirks. Die Elf spielte gleichzeitig zum ersten Male in der Ver- bandsrunde. Die Spielwe se der Rordecker wird allerdings für schwere Spiele noch nicht ausreichen. Allendorf II., Ruttershausen undKessel- bach erwiesen sich als fast gleichwertig. Mainzlar und Lollar II. spielten recht unbeständig. Allendorf hat an Form verloren. Bezirk III: Albach Burkhardsfelden Beuern Hausen Steinbach Gew. Unentsch. Verl. Pnukte 8 0 0 16 4 0 4 8 4 0 4 8 3 0 5 6 10 7 2 Der Titel fiel an die stärkste Mannschaft, die gleichzeitig Anwärter zum Aufstieg in die Gauklasse ist. Unbeirrt schlug die Mannschaft jeden Gegner. Formverbesserungen hatten Burkhardsfelden und Beuern aufzuweisen, während Hausen nicht mehr so gut abschnitt. Steinbach konnte nicht entscheidend eingreifen. Forderungen des Qchtspre?gewerbes. WSR. Frankfurt a. M., 22. Febr. Lieber 100 Lichtspieltheaterbesitzer Hessens und Hessen- Rassaus tagten in Frankfurt a. M., um ein Referat des Landesverbandsvorsitzenden Robert Matter über „W as wir von der neuen Reichsregierung erwarten" en gegenzu- nehmen. In dem Vortrag kam zum Ausdruck, daß das Lichtspielgewerbe besondere Hoffnungen Heist der Winiernothilfe! senkungshoffnungen bis zum Ende der Woche ziemlicy freundlich. Die Berliner Schlußkurse blieben meist gut behauptet, teilweise traten auch leichte Erhöhungen ein. Lediglich Aku waren auf erneut schwache Meldungen aus Holland etwas gedrückt, ebenso gaben im Verlauf I.°G.°Farben leicht nach, um aber später wieder den ersten Kurs zu erreichen. Am Rentenmarkt lagen Reichsaltbesitz etwas fester, R e u b e s i h und späte Reichsschuld- buchfordcrungen waren gut gehalten. Reubesitz 9,05, Altbesih 68,50 bis 68,65, Rcichsbahn°VA. 94,25, Schuhgebietsanleihe 6,40, Reichsbank 149. Gelsenkirchen 60, Aku 35, AEG. 28.75, I.-G.-Far- ben 108,75 bis 108,65 bis 108,75, Siemens 139. Frankfurter Getreidebörse. F r a n k f u r t a. M., 22. Fcbr. Rach den Karten Erhöhungen am Montagsmarkt verkehrte die heutige Getreidebörse in sehr stiller Haltung und die Preise neigten teilweise leicht nach unten. DH Mühlen bekunoen infolge des noch recht schleppenden Mehlgeschäfts Zurückhaltung. Futtermittel lagen zwar ziemlich fest, Umsätze fanden aber nur wenig statt. Weizen ^12,50, Roggen 157,50 bis 169, Sommergerste für Brauzwecke 177,50 bis 180, Hafer 135,00 bis 140,00, Weizenmehl südd. und Niederrhein.' 30,00 bis 31,00, Roggenmehl 23,50 bis 24,75, Weizenkleie 7,75 bis 7,85, Roggenkleie 8,25. Erwinnauszng 5. Klafe 40. Preuß.-Siidbeulsche (266. Pr?uß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hebe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Loje gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Handball im Lahn-Oünsberg-Gau Beendigung der Berbandsspielrunde. Rach der Beendigung der Verbandsspiele des Spieljahres 1932 33 setzte sofort der Spielbetrieb um den Ausstieg in die Gauklasse ein. Mit den Spielen wurde bereits begonnen, sie muhten aber unterbrochen werden und können erst zu Anfang März weiter durchgeführt werden. Die erfolgreichste Mannschaft war bisher Albach. In der G a u k l a s s e selbst hat die Tabelle am Schluß der Verbandsspiele folgendes Aussehen: Gew. Unentsch. Verl. Punkte Allendorf 8 2 2 18 Londorf 8 0 4 16 Dorlar 8 0 4 16 Atzbach 6 2 4 14 Lollar 5 1 6 11 Wieseck 4 1 7 •9 Staufenberg 0 0 12 0 Die erfolgreichste Mannschaft der Vorrunde, Londorf, wurde im entscheidenden Kampf der Rachrunde von Allendorf klar auf den 2. Platz verwiesen. Mit Allendorf hat die derzeit beste Mannschaft den Titel des Gaumeisters errungen. Londorf steht mit Dorlar an 2. Stelle. Dorlar hat sich verbessert, wartete aber n:ben schwachen Leistungen auch mit einigen Ueberraschungen auf Lollar und Wieseck kämpften schwankend, Staufenberg litt unter Spielerausfällen und hatte viel Pech. Bezirk I: Gew. Unentsch. Verl. Punkte Garbenheim 10 1 1 21 Wißmar 10 2 0 20 Erda 5 1 6 11 Rodheim 5 0 7 10 Launsbach 4 0 8 8 Waldgirmes 4 0 8 8 Atzbach II 3 0 9 5 Die Tabelle gibt die Spielstärke der einzelnen Mannschaft nicht exakt wieder. Waldgirmes und Launsbach verloren Punkte durch nicht spielbe- rechtigte Spieler. Garbenheim stellt allerdings doch die beste Mannschaft dar und hat den Titel verdient. Wißmar hat sich wesentlich verbessert, Erda erwies sich ebenfalls besser als früher, während Rodheim von der früheren Form verlor. Die Mannschaft war unbeständig. Launsbach und Waldgirmes fielen durch Punktabzüge zurück. Launsbach dürfte nicht schlechter sein als die beiden ersten Mannschaften. Ahbach II spielte nicht die erwartete Rolle. Bezirk II: Nordeck Gew. 12 Unentsch. 0 Verl. 0 Punkte 24 Allendorf II 6 3 3 15 Ruttershausen 4 4 4 12 Kesselbach 5 6 1 11 Mainzlar 3 6 1 9 Lollar II 3 7 2 8 Allertshausen 2 9 1 5 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 o. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. Hramsur, a. 2)1. #ernu Gchiuß» kurs Schluß!. Abend» börs- Schluß» iur< Schluß!. Mittag» bö se Oatum 21-2. | 22.2. | 21-2- | 22.2. 6% Deunche iKetdifianletbe v. lft2i 79,5 78 78,25 78 6% efjem.7% Tt.Reichsanl.v. 1929 94,1 94,1 94,1 93 5 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche AM.-Ablos.-Schuld mb 78,5 78,5 78,25 78,25 Auslos.-Rechten .. w...... DeSgl. ohne Anslos.-Rechte...... 6% ebem. 8% Hel!. Bolksstaa» 1929 67 5 8,9 68,65 9,05 67,6 8,9 68,4 8,95 (ruckzahlb 102%) ......... Oberhellen Provinz-Anleihe ml 77 — — 76,75 AuSlos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Lammelab I.An 63,5 — - — leihe Seriei mitAusios.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Aanl 60,13 61,5 60,5 61,13 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks Hup.-Ban! 84 84,75 - — toolöDfe. 1« unkündbar bis 1936 6’/2% ebem. 4'/2% Franks. Hyp. 83,75 — — — Bank-Liqu.-Psandbriese ..... 6'/?% ehem. 4'/j% Rheinische 87,25 86,75 — — Hyv.-BanLLiau.-GoldPf-. . 6% ehem. 8% Pr Landespfand 86 86,5 — — briesanslalt, Pfandbriefe R. 19 84 83,5 83,75 83,5 6% ehem. 7% Pr. Landespfand brielanstalt, Pfandbriefe N. io 84 84 - - <% Oesterreichische Goldrenie... 13,25 13,4 13,75 13.9 4,20% Österreichische Sllberrente 1,3 1,3 4°.> Ungarische Goldrenie _ 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — _ _ . für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft.... Commerz, und Prival-Bank... Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................ Dresdner Bank.............. Reichsbank ................. <1 0 0 0 ■1 0 0 0 1 17,13 17,13 41 97,5 53 71,75 61,5 150,25 17 17,25 41 97.5 53 71,75 61,5 149 17.25 38 30,75 17,4 41 97,5 53,5 71,75 61.5 150 17,25 17,4 41,13 97,5 53,5 71,75 61 5 149 A.E.Ä............... ..... Elektr. Lieseningsgesellschast ... Licht und Kraft ......-...... Fellen & Guilleaume ........ Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen............... Rheinische Elektrizität ........ Schucke« & (So.............. 0 5 6 0 4 b 26,4 81,5 91,25 52 77,25 98,5 28,75 82 91 52 77,5 98 87 139 118,5 26,5 82 91,5 52 77,25 99 87.5 139 118 28,75 82,25 90,25 52 77,5 98,5 87,13 139,5 117,75 Siemens & Halste........... Labmeyer &60.............. ! 139 118,5 Buderus .............. 46,75 47 90,75 60 88 46,75 90,75 59,25 46,5 90,25 59.25 Deutsche Erdöl ........... Geilenkirchener.............. 0 46,75 88,25 Harpener............ Hvelch Eisen—Köln-Neuellen.. tzlle Bergbau ........ 0 7 53 4 151,5 107,25 44,5 59,25 23.75 68.5 34.65 201,5 74,5 87 53 Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke ..... 0 106,75 45 59,25 23.4 34,75 200 75 106,2? 44,5 59,5 24 34,5 199,5 74,5 105,75 44,5 59,25 24 69 25 34 5 200 Mannesmann-Rühren........ Marisfelder Bergbau......... Lberlchles. Kokswerke......... Pbönlr Bergbau............. Rheinische Braunkohlen ...... Rheinstahl................. 0 0 0 0 10 74,25 •rranffun a.M. Berlin Schluß» kurs Schluß!. Abend» börs Sch uß» kurs Schlupf. Ml lag» bör e Datum 21-2. 22.2. 21.2. 22.2. Bereinigte Slaylwerke..... ... u 35 34.75 35 34.9 Ctaot Minen ............ ... 0 15,5 15,". 15,25 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 114 113 114 112 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 116,5 114 115.5 114 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... $ 173 174,4 172 3 G. Farben-Jnduslrie .... ... 7 108,5 108,75 108,25 108,75 Schcldeansialt............ ...10 157,5 156,25 Goldschmidt ............. ... 0 36,75 37,5 36,9 37,5 Rütgerswerke............ ... 0 43,25 43,13 43,25 43 Metallgelelllchaft.......... ... 0 34 34 35 34,5 Philipp Holzmann........ ... 0 47,25 47.75 47,75 47,75 Zementwerk Heidelberg ... Lementwerk Karlstadt...... 52,5 — — Waytz & Freytag ......... ... 0 4,4 4,25 4,13 — Schultheis Pahenhofer..... ... 0 101,5 100,75 Atu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 36 35 36 35,65 Bemberg ............... ... 0 44 41 42,25 41,5 Zellstost Waldhos ........ ... 0 49,75 49,75 49.5 49.5 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 26,25 25,25 Dessauer Gas ............ Daimler Motoren......... Deutsche Linoleum ....... Crenfteln & Stoppel ....... Leonhard Tietz........... Thade................... ... 7 ... 0 ... 0 ... 0 ... 6 24,5 36,75 36,5 25 36 36,5 113,25 24,5 36.9 40,5 37 113 24,65 35,13 39,5 36,13 126 — 125 128,5 Grihner................. Mamkraslwerke Höchst a_Ü Süddeutscher Zucker ...... ... 4 ... 8 26,4 68,5 25,9 68,5 26,5 143,5 26 142,75 Deoifcnmarfl Berlin — Frankfurt a rn " 21. Februar 22-Februar Amtliche Notierung Amtliche Jioneruny