®n'u- tiens vorgelagerte Insel ist als Stützpunkt für bie Verteidigung der Philippinen durch Kampfflugzeuge, die Amerika den Chinesen leihweise überläßt, in Aus. fickst genommen. Auf jeden Fall haben die Momtck). keilen des Luftkrieges das gesamte Bild der fern, ästlichen politischen Lage im Handumdrehen völlig gewandelt. in Angriff genommen und in der einen oder anderen Richtung geregelt worden ist. An die Stelle eines Diktatsfriedens muh ein auf dem Wege Das berliner Echo der Sinwn-Me Eingliederung der evangelischen Lugend in die Hitlerjugend. Oie deutsch - französischen Wirt- schastsverhandlungen gescheitert. Frankreich forderte übermäßige deutsche Ausfuhrbeschränkung. - Oas Reife* Verkehrsabkommen läuft am ^.Januar 1934 ab. unerträglichen Mißverhältnis ein Ende machen. Das Sie „Times" sord eri Revision der FnedenSdikiaie Hitlers Vorschlag eines Tlichtangriffspakts durchaus annehmbar. für sich das Recht auf eigene Sicherheit genau so in Anspruch neyme, wie andere europäische Staaten. Gegenüber der Rüstung der anderen würde eine deutsche Forderung nach einem Heer von 300 000 Mann als außerordentlich bescheiden anzusprechen sein. Die allgemeine Abrüstung bleibe der beste Garant des Friedens. Aber ein schwaches und unbewaffnetes Volk im Herzen Europas könne ebenso zu einem „Friedensstörer" werden. 3m .Lokalan^eiger" wird unterstrichen, daß, wenn man selbst eine Forderung Deutschlands auf ein 300 000-Mann-Heer als zutreffend annehmen wollte, noch immer das Mißverhältnis in der Bewaffnungsfrage, in der Heeresftärke und vor allem auch in der Grenzfrage bestehen bleibe. Die leopolitisch so ungünstigen Grenzen des Reiches eien nach allen Seiten offen, während Frankreich ich mit einem undurchdringlichen Wall von Stahl und Beton umgeben habe. Die Gleichberechtigung, die wir fordern, müsse diesem »st. Die französisch« Delegation hat in diesen beiden Punkten an dem von ihr vom ersten Tage der Verhandlungen an angenommenen Standpunkt bis zuletzt f o gut w i e unverändert f< st gehalten. Alle deutschen Gegenvorschläge, auf einer mittleren Linie zu einer Einigung zu kommen, sind leider erfolglos gerieben. Wie die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutsch- land und Frankreich sich vom 1. Januar 1934 ab nunmehr gestalten werden, hängt allein von den Maßnahmen der französischen Regierung ab. 2ln sich läuft das Handelsabkommen von 1927 lveiter. Die deutsche Regierung wird abwarten, wie die französische Regierung ihre Einfuhrkontingentierungen in Zukunft handhaben wird. Danach werden sich etwaige deutsche Maßnahmen richten. Auch über eine Reihe von anderen Punkten ist verhandelt worden. Die französische Regierung hat den Wunsch, daß ein Transferabkommen ähnlich wie mit der Schweiz und mit Holland vor- behältlich der Stellungnahme des Gläubigerausschusses abgeschlossen wird. Hierüber wäre eine Einigung möglich gewesen. Außerdem sollte das deutsch-französische Reiseverkehrs- abkommen verlängert werden, durch das über die Devisenfreigrcnze von 200 Mark hinaus monat- lich eine zusätzliche Versendung von weiteren 500 Mark gestattet wurde. Für das Jahr 1933 hat dieses Abkommen sich zuungunsten Deutschlands gestaltet. Roch den Zahlen für die elf Monate werden für dos ganze Jahr 1933 rund 12,5 Millionen Mark, gleich 75 Millionen Franc» in Devisen benötigt werden. Die französische Delegation war gleichwohl nur bereit, für diesen Zw ck im 3ahre 1934 für 40 Millionen Francs zusätzliche Warenbezüge zuzusagen. Da nach der Entwicklung im Fahre 1933 die deutsche Delegation auf den vollen Betrag von 7 5 Millionen Francs be ft eben mußte, hat die französische Delegation auf eine Erneuerung des Reifeverkehrsabkommens verzichtet. Die Folge davon ist, daß vom 1. 3anuar 1934 ah die bisherigen Sanderabmachungen über den Reiseverkehr nach Frankreich gegenstandslos werden. vor. Die deutsch« Regierung sei, wie er annehme, bereit, die Schaffung einer internationalen Kontrolle der Rüstungen aller Länder anzunehmen. Eine Art automatischer und periodischer Kontrolle, die allgemein zur Anwendung gebracht werden würde, sei in Aus|icht genommen worden. Man müsse sich leider fragen, oo der Plan allgemein angenommen werde, wenn man an Japan und andere Länder denke. Man müsse der Tatsache Rechnung tragen, daß eine Grenze vorhanden fei, bi» z u der England höchstens gehen könne. Man dürfe den Völkerbund nicht in Stücke reißen, wenn man nicht sicher sei, daß man etwas Besseres an seine Stelle za setzen habe. Positive Abänderungsvorschläge zur Völkerbundssat- zung seien von keiner Seite gemacht worden. Die britische Regierung sei dem Frieden aufrichtig ergeben, unterstütze den Völkerbund und wünsche dringend, internationale Vereinbarungen zu fördern. Die Verhandlungen mit Rußland feien „endgültig ermutigend". Die Politik der britischen Regierung bleibe darauf gerichtet, die Integrität und Unabhängigkeit Oesterreichs zu stützen. 3m weiteren verlaus der Aussprache richtete S l r Austen Chamberlain heftige Angriffe gegen den sogen. Londoner Untersuchungsausschuß über den Reichstagsbrand. (Er habe mll tiefem Bedauern und nicht ohne Entrüstung eine Mitteilung gelesen, daß „etwas, was sich ein Ausschuß nennt", eine Angelegenheit untersucht, die Gegenstand schwebender Verhandlungen In Paris, 21. Dez. (TU.) Die deutsch-französischen Wirtschaftsoerhandlungen in Paris haben zu keiner Einigung geführt. Die deutsch« Abordnung wird Paris am Freitag verlassen. Die deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen werden durch das Handelsabkommen vom 30.August 1927 geregelt, das auf der Grundlage der gegenseitigen Meistbegünstigung aufgebaut ist. Frankreich war in den letzten Jahren zu einer Anwendung derEinfuhrkontingen- tl er ungen übergegangen. 3m September 1933 kündigte die französische Regierung an, daß sie beabsichtige, die Einfuhrkontingentierungen in Zu- fünft von d e r Klausel der Meistbegün- stigung loszulösen. 3n Zukunft sollten von den Einfuhrkontingenten nur 25 o. H. nach der Re- gel der Meistbegünstigung gewährt werden, für die übrigen 75 o. H. behalte sich Frankreich freie Hand vor. Es kam dann zu Verhandlungen, die am 31. Oktober in Paris begannen. Man wollte von deutscher Seite aus erreichen, daß das französische Kontingentierungssystem so gestaltet werde, daß ausgleichende deutsche Maßnahmen nach Möglichkeit vermieden werden könnten. Dieser Versuch hat zu keinem Erfolg geführt. Die Verhandlungen sind hauptsächlich an zwei französischen Forderungen gescheitert. Von französischer Seite wurde ein so starker Abstrichandem deutschen Ausfuhrüberschuß verlangt, daß die Gefahr bestand, daß der verbleibende Rest nicht mehr ausreiche, um deoisenmäßig den Transfer der Zahlungeis zu decken, die unter dem Stillhalteabkommen und dem deutschen Transfermoratorium noch aus der deutschen auf die ftanzösische Volkswirtschaft zu übertragen find. Außerdem wollte Frankreich den Abstrich an dem deutschen Ausfuhrüberschuß auf einen s o kleinen Ausschnitt der deutschen Warenausfuhr beschranken, daß den davon betroffenen deutschen Waren für die Zukunft der französische Markt oerschlofsen worden wäre. Es wären davon so gut wie alle deutschen landwirtschaftlichen Ausfuhr- erzeugnisse betroffen worden, sowie eine Anzahl industrieller Erzeugnisse, für die Der französische Markt non besonderer Bedeutung genb durch den nationalsozialistischen Staat und Ne Hitlerjugend als Träger der Staatsidee an. Die 3u- «en des evangelischen Zugendwerke» unter en werden in die Hitlerjugend und ihre Untergliederungen «ingegliebcrt. Wer nicht Mitglied der Hitlerjugend wird, kann fürderhin innerhälb dieser Altersstufe nicht Mitglied des evangelischen Fugendwerkes sein. 2. Geländesportliche (einschl. turnerische und fport- liche) und staatspolitische Erziehung wird bis zum 18. Lebensjahre nur in der Hitlerjugend getätigt. 3. Die gesamten Mitglieder des evangel. Fugendwerke» tragen entsprechend ihrer Zugehörigkeit zur Hitlerjugend den Dienftanjug der Hitlerjugend. 4. An zwei Nachmittagen in der Woche und an zwei Sonntagen im Monat bleibt dem evangelischen Fugendwerk die volle Freiheit feiner Betätigung tn erzieherischer und kirchlicher Hinsicht mit Ausnahme der in Ziffer 2 genannten Betätigung. An diesen Tagen werden, wenn nötig, die Mitglieder jewells von der anderen Organisation beurlaubt. Für die Mitglieder des evang. Fugendwerkes wird ber Dienst in der Hitlerjugend ebenfalls auf zwei Wochentage und zwei Sonntage im Monat beschränkt. Außerdem wird für die evangelische Leben», gcftaltung und evangelische Jugenderziehung durch volksmissionarische Kurse und Lager den Mitgliedern des eoana. Fugendwerkes vom Dienst in der Hitlerjugend em entsprechender Urlaub erteilt Berlin, den 19. Dezember 1933. Gez.: Ludwig Müller, Reichsbischof. Der Fugendführer de» Deutschen Re che»: Gez.: Baldur von Schirach. Eine gemeinfame6rläuttriing Die Prefsestellen des Reichsbischofs und des 3u- gendjührers des Deutschen Reiches geben eine gemeinsame Mitteilung heraus, in der es heißt: Die Arbeit der evangelischen Fugend darf sich heute wieder auf ihr eigentliche» Gebiet, die Jugend- gemäße Verkündigung de» Evangelium» beschränken. Sport, Unterhaltung, kulturelle Veranstaltungen usw. beeinträchtigen nicht mehr wie in dem marxistisch-liberalen Staat die Verkündigung des Evangeliums unter der Fugend. Mit um fo größerer Freudigkeit kann fiefa die evangelisch« Fugend auf diele nunmehr von der Hitterjugcnd übernommene Aufgaben verzichtend, die für sie nur eine Belastung waren, dem einzigen chr befohlenen Auftrag, die Botschaft Christi m die Fugend zu trage' ferbunb verlassen hätten, wodurch auch die durch die Völkerbundssatzung gebotenen Friedens- sicherungcn an Bedeutung ein gebüßt hätten. Es wird in Europa keine wirkliche Ruhe geben, solange nicht die Frage der Revision energisch Mit dem Führer im Felde Hitlers Kriegskamerad Westenkirchner erzählt. Oer faule Schuldner Amerikanische Pretzkarnftagne gegen Frankreich. Washington, 21. Dez. (WTB.) Die Hearstblatter bringen heute in ihrer über das ganze Land verbreiteten Gesamtauflage von über vier Millionen Zeitungen gesperrt gedruckt einen außer- ordentlich scharfen anderthalbspaltigcn Leitartikel gegen Frankreich, „den faulen Schuldner, bas undankbare Objekt amerikanischer Großmut". Frankreich, so wird ausgeführt, jammerte während des Weltkrieges und bettelte hier um finanzielle Hilfe, um Nahrungsmittel, um Munition, um amerikanische Soldaten. Frankreich bettelte nach dem Weltkrieg hier um Geld für den Wiederaufbau und für Stützung des Kredits und v c r | prach hoch und heilig, alle A n - l-'hen z u r ü ck z u z a h l e n. Fetzt lehnt es kaltblütig und hochmütig ab, diese Schulden zu zahlen, und kommt mit der faulen Ausrede, daß ihm das Ausbleiben der deutschen Reparationen die Abtragung der Schuld an Amerika unmöglich mache, aber da» ist noch nicht alles, denn Frankreich bettelt jetzt um eine große Weinet n f u h r in Amerika und gleichzeitig erhöht es die Zölle auf die amerikanische Einfuhr in Frankreich. Wir brauchen die Weine dieser Nation nicht und sollten alsbald unsere Tore gegen jede französisch« Alkoholeinfuhr schließen. Im Staatsdepartement wurde erklärt, die Einfuhr französischer Weine sei gesperrt morden, bi» Frankreich sich zu befriedigenden Abmachungen über die Zölle auf amerikanische «lepfel, Birnen und elektrisch« Apparate bereit finde. Ausreisesichtveemerkszwang ab 1. Januar aufgehoben. Berlin, 2t. (WIV.) Der Reich»minlfter de» Innern hat den an, 4. April 1933 eingefühctrn Ausreiftjichtvcrmerks zwang für ReichsangehSrigr «» öirfung zum L Januar 1934 aufgehoben. un» alle» in echter Kameradschaft. Denn wir den Mut verloren, richtete Hitler uns auf. Während der Maioffensive de» Fohres 1918 sollte Hitler dem 3. Bataillon die Meldung überbringen, daß die Front durchbrochen sei. Wir wußten bei dem Durcheinander nicht mehr, ob wir von Freund oder Feind befthoficn wurden. Hitler nahm Deckung und arbeitete sich vor. Als er immer wieder neue» Feuer bekam, entdeckte er durch fein Fernglas vorn im Gelände einen aufgeworfenen Hügel und erkannte dahinter Franzosen. Hitler ging mit der Pistole in ber Hand auf sie z u und tat |o, als ob ihm eine größere Abteilung folge. Die Franzosen liehen sich täuschen und von Hitler zwin- gen, die Stellung zu verlassen. Hitler brachte sie tatsächlich mit vorgehaltenem Revolver bi» zur deutschen Linie und lieferte sie persönlich beim Obersten ab. Fdcale fei die allgemeine Abrüstung, wenn diese aber nicht durchmführen sei, müsse Deutsch- land fein Lebensrecht sichern. Berlin, 21. Dez. (ERB.) Mit dem gestrigen Tage ist die evangelische Fügend aus- g e l ö st worden. Zu gleicher Zeit werden die Mitglieder der evangelischen Fugend in die Hitler- Fugend übergeführt. Aus diesem Anlaß hat der R e i ch s b i s ch o f Ludwig Müller an Reichskanzler Adolf Hitler folgende» Telegramm gesandt: „3ch habe soeben durch Vereinbarung mit dem von Ihnen bevollmächtigten Reichsjugendführer die Eingliederung des evangelischen Jugend- werke« in die Hitlerjugend vollzogen. Die dem evangelischen Iugcndwerk anoertraute besondere Aufgabe ist damit für da» große Ziel einer einheitlichen Erziehung der gesamten deutschen Jugend eingesetzt. Gott segne diese Stunde für unser Volk und unsere Kirche, Gott lasse sein heilige» IDort mächtig werden In der nationalsozialistischen Erziehung der kommenden Geschlechter." Der Reichsjugendführer hat in einem Telegramm an den Reichskanzler die Eingliederung der evangelischen Fugend gemeldet. Das Telegramm lautet: „Melde im Rahmen de» mir gewordenen Auftrage«, die Einigung der deutschen Jugend zu vollziehen, die Eingliederung der evangelischen Jugend In die Hitlerjugend. Schirach Jugendführer d«. Deutschen Reiche»." Schließlich hat der Reichsjugendsührer an den b V e Ll 6 e n * t e r de» evangelischen Fugend- f,S n. 9 e Äsende» Telegramm gesandt: ..Mit sofortiger Wirkung entziehe ich Ihnen Ihr Amt im Jugendführerring, hab« Ihren sofortigen Ausschluß au» der NSDAP, im Schnellverfahren beantragt." Diefe» Telegramm ist dadurch veranlaßt worden, daß «tange, der erst (eit kurzem der NSDAP, an- gehört, oerfuAt hat, die vorn Reichskanzler Adols H'tter gewünschte Einigung der deutschen Fugend zu fabotteren. ” Da» Abkommen über die Eingliederung der eoan- Fugend in d,e Hitlerjugend hat folgenden . l-Da, evangelish« Iugendwerk erkennt di« ein- Yettlich«, staatspolttlsch« Erziehung der deutschen Fu- Deutschland sei. Vie» scheine ihm die größte Unverschämtheit zu sein, die sich die An- gehörigen eine» Staate, gegenüber einem anderen fteundlichen Staate erlauben könnten. Auch der Arbeiterabgeordnete Cotf » verurteilte die Londoner Gerichtskomödie. Er betrachte Deutschland zwar nicht al» einen freundlichen Staat, aber man müsse gegen den Mißbrauch England» für eine sogen. „Untersuchung" protestieren, die die Entscheidung eine» an»län- dischcn Gerichtshofes oorwegnehmen und beeinflusien wolle. Sodann sagte Ehamderlain, man dürfe die Völkerbundssatzung nicht für sakrosankt halten. Doch dürfe die Regierung an keiner Abänderung der Völkerbundssatzung tellnehmen, die nicht den Zweck verfolge, den Völkerbund stärker zu machen. Auch der Vertrag von Versailles fei „keineswegs ein Werk übermenschlicher Weisheit". Aber die rcoi- fionistischen Möchte dürften nicht versuchen, die Gesamtlage Umzusturzen. Es müsse zu einem Kompromiß kommen, das die Frage erledigen müsse und nicht den Beginn einer neuen Kampagne bedeuten Dürfe. Zum Schluß nannte Austen Chamberlain die Rede de» deutschen Reichskanzlers zur Außenpolitik eine vollkommen aufrichtige Erklärung. Aber wenn das die Politik Deutschland» sei und nicht allein die Politik de» Reichskanzlers, was bedeute bann die ganze deutsche Propaganda? — Mit der Rede Chamberlains wurde die Debatte beendet. London, 22. Dez. (WTB. Funkspruch.) Wenn gestern im Unterhaus der Regierung von ihren Kritikern der Vorwurf gemacht wurde, daß an ihrer Abrüstungspolitik die notwendige Klarheit vermißt werde, so schließt sich die „I i m e s" in ihrem heutigen Artikel über öle Rede von Sir Föhn Simon dieser Kritik an. Nur in einem ober zwei Punkten habe bie gestrige Rebe be» Außenministers eine gewisse Klärung gebracht Wenn sich ber Reichs- kanzler burch seine Unterschrift feierlich zu oerpslich- ten bereit fei, baß Deutschland während ber näch- chen zehn Fahre seinen Nachbarn gegenüber barauf verzichtet, sich ber Gewalt zu bebienen, fo sei babei für Europa alle» zu gewinnen unb nichts zu verlieren. C9erabe beshalb fei es einigermaßen bedauerlich, baß weber Frankreich noch Polen mit bleiern beutfchen Angebot f i ch ernstlich beschäftigt hätten. Der Reichskanzler habe (ebenfalls burdjaus praktische Vorschläge zur Wiederher st ellung des Vertrauens gemacht. Fn Paris bestehe offenbar bie Tenbenz, eine Rüstungsverminberung von weiteren Friebensgarantien ber britischen Regierung abhängig zu machen. Es mache sich gegenwärtig in ber Welt eine ziemlich starke Neigung bemerkbar, ben Kelloggpakt, ber universellen Charakter habe, zur Grundlage eine» Friedenssystem» zu machen anstatt ber Völker- bunbssatzung. Dies sei barauf zurückzuführen, daß bereits f o viele Großmächte ben Selber Verhanblungen Auftanbegefom- mener griebe treten. Nach allen früheren Ärie- 8en, ja nach bem napoleonischen Krieg, nach bem rimkrieg unb nach bem ftanzösisch-beutschen Kriege haben Vertreter ber besiegten ßänber mit am Ti s cd ber F r i e b « n » k o n s e r e n z gesessen unb yaben ben zu schasfenben Friebens- vertrag mit ben Siegern burchoerhanbelt. Warum ist benen, bie ben letzten Krieg verloren hatten, bieses Recht verweigert worben? In ber gestrigen Debatte hat auch Sir Austen Chamberlain anerkannt, baß eine Revision ber Frie- bensoerträge mit gewissen Einschränkungen als wünschenswert bezeichnet werben müsse. Er hat nur einen Vorbehalt gemacht, er hat erklärt, bie Mächte, bie für eine Revision ber Verträge pläbierten, bürsten babei nicht ben Versuch machen, bie tatsächliche Lage förmlich auf den Kopf zu stellen. Mit diesem Vorbehalt könne jeder vernünftige Anhänger ber Re- oifion einoerftanben fein. Berlin, 21. Dez. (CNB.) Zu ben Erklärungen des englischen Staatssekretärs bes Aeußern Sir Föhn Simon, bie bisher nur in Presseauszügen vorliegen, war eine Stellungnahme ber beutschen Regierung wegen ber Kürze Der Zeit noch nicht zu erlangen. Man ist inbessen ber Ansicht, baß bie Erklärungen Simon» bas Bestreben zeigen, alles zu vermeiden, was als eine Festlegung ber britischen Regierung auf ben einen ober anberen Standpunkt ausgelegt werden könnte. Andererseits zeigen lie aber das Bemühen, trotz ber vorhanbe- nen Schwierigkeiten eine oofitioe Lösung zu finben. Die englische Regierung will sich offenbar über bie Auswirkung sowohl ber rüstunas- wie ber ficherheitspolitischen Fragen volle Klarheit verschaffen. Diesem Ziele werben bie Besprechungen Simons mit ber französischen unb italienischen Re- gierung sowie bie Unterhaltungen bes englischen Botschafters in Berlin bienen. Der „Völkische Beobachter" schreibt, es sei bereit» erwiesen, baß Frankreich f ein 3nter - ess« an ber von ber R e i ch s r e g i e r u n g geforberten Abrüstung auf ben Status von Versailles habe. (Eine Forberung nach einem 300 000-Mann-Heer mit normaler Bewaffnung sei {ebenfalls als bescheiben anzusehen. Deutschlanb oer- lange nur die Sicherheit, die auch andere Staaten für sich in Anspruch nehmen. Der ®." berechnet sodann, daß die Kriegsstarke ber Heere Frankreich», Polens, der Tschechoslowakei Rumänien», Südslawiens 13 250 000 Mann betrage Kein Staat könne sich also burch bie deutsche For- benmg bedroht fühlen. Deutschland habe sein Kriegsmaterial zerstört, seine Kriegsflugzeuge vernichtet, seine schwere Artillerie verschrottet. Demgegenüber habe Frankreich die modern ft e unb größte geftungsanlage, bie bie Welt je ge- selten habe. Dalabier habe selbst in einer beruht- genden Erklärung bas zugegeben. Deutschlanb habe auch seinen guten Willen in mehreren Angeboten Zum Abschluß von Nichtangriffspakten bewiesen. Fetzt habe Frankreich da» Wort. 'Wenn Frankreich nicht hanbeln, lonbcrn mit neuen 13er- [djleppungjmanöoem Zeit gewinnen wolle dann werbe seine moralische Position hoffnungslos sein. Die „D A Z." jagt, baß Simon bei allem Be- streben, eine Festlegung zu oermeiben, boch auf eine positive Losung be» Abrusiungsprobleins hinfteucre. Au» bem deutschen Verzicht auf schwere Angrissswafsen folge natürlich nicht, daß Deutschland aufeben wolle, wie die anderen Machte ungestört weiter aufrüsten. Die deutsche Fnitiatio« gebe vor allem dabin, einen We^ zu finden der wirklich zu einer Abrüstung aller «Staaten, also auch zu einer effektiven Abrüstung ber bodjgerüfte- ten Staaten führen könnte Ein Abhanbeln von den deutschen Forderungen sei unter keinen Umständen möglich. Daß eine» Tage» wieder Gens an die Stelle ber bireften Gespräche treten könnte, müsse abgelehnt werben: auch für Konferenzen außerhalb (Benfe sei bie Dorbebingung: Sicherung der völligen Gleichberechtigung. Auch bie „Deutsche Zeitung" bebt hervor, «• müsse immer von neuem wiederholt werden, daß Deutschland sich nicht daraus vorder nten n.nlh, irgend jemand anzugreiscn. sondern baß e» nur al» gleichberechtigte» Volk in Europa Berlin, 21. Dez. (END.) Hitler» Kriegskame- rab 3 g n a a Westenkirchner, der in Amerika arbeitslos wurde unb bem ber Kanzler die Mittel zur Rückreise nach Deutschland überfanbte, befindet tich mit bem Dampfer „Hamburg" auf der Heim- fahrt. Einem Korrespondenten faate Westenkirchner: Adolf Hitler bat uns bewiesen, daß er heute noch bas ist, was er stets im Felde war: ein guter Kamerad, der wie fein anderer zur Hilfe bereit ist. 1914 sind Adolf Hitler und ich mit dem gleichen Regiment ausgerückt und al» Melde- g ä n ger haben mir Freud und Leid miteinander geteitt. Hitler und ich wurden am 14. Oktober 1918 gemeinsam gasoergiftet. Oft habe ich Httler im Feuer beobachtet, denn ost haben wir im Dreck zusammenaelegen. Adolf Httler kannte keine Furcht. Er war immer da, wenn es galt, als Meldegänger besonders schwere Aufträge auszuführen. Er teilte und entbehrte mit hingeben. Durch diesen gemeinsamen Schritt des Reichsbischojs und des Reichsjugendführers werden alle Gerüchte endgültig widerlegt, die aus einer mißverstandenen Aeußerung des Reichsjugendführers glauben machen wollten, daß der Reichsjugendführer nicht auf dem Boden des positiven Christentums stehe. Mit einem Schlage treten mehr als eine halbe Million deutscher Jungen und Madel in die Reihen der nationalsozialistischen Jugend. Es wird damit die Aufgabe der bisherigen organisier- ten evangelischen Jugend zu einem Auftrag der Kirche, nunmehr in neuen Formen und Möglichkeiten der gesamten evangelischen Jugend zu dienen. Anderseits ist die einheitliche Erziehung der deutschen Jugend durch den nationalsozialistischen Staat und damit durch die Hitlerjugend als die Trägerin der Staatsidee durch die evangelische Kirche anerkannt. Die Hitlerjugend grüßt die neuen Kameraden als Mitstreiter für die Einheit der deutschen Jugend und damit der kommenden Generation. Das Lahr -er Erfüllung. Eine Weihnachtskundgebung FranzSeldtes Berlin, 21. Dez. (TU.) Der Bundesführer des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, Reichsarbeitsminister Franz S e l d t e, veröffentlicht im „Stahlhelm" eine „Das Jahr der Erfüllung!" überschriebene Weihnachtskundgebung, in der es u. a. heißt: Unser Frontsoldateninstinkt hat uns nicht getäuscht: 1933 ist nicht nur das Jahr der Entscheidung — es ist auch das Jahr der Erfüllung geworden. Die Zeit der Prüfung, die Zeit der Schmerzen,' die Zeit des Anmarsches und der Vorbereitung ist vorbei. In einem freien Deutschland entzünden wir die Kerzen unserer Weihnachtsbäume und sagen aus tiefstem Herzen: Es ist nicht u m - sonst gewesen, daß wir da draußen vier Jahre gekämpft und gestanden haben, es ist nicht umsonst gewesen, daß wir im November 1918 unseren Stahlhelm gründeten und ihn in bitterem Kampf durchhielten, die langen schweren Jahre bis zum Einsatz, bis der 30 Januar 1933 die nationale innere Befreiung Deutschlands einleitete. Nach einem Rückblick auf die großen nationalen Ereignisse des Jahres fährt Seldte fort: Wir Kameraden des Stahlhelm waren bereit, in das Dunkel des Jahres 1933 zu marschieren. Wir Kameraden des Stahlhelm sind glücklich, in den lichten Morgen des Jahres 1934 hineinzumarschieren. Erfüllt im Herzen von Feiertagsgefühl und tiefen inneren Dank, erfüllt aber auch von dem Willen, gerade im Jahre 1934 mit allen unseren Kräften und Sinnen die deutsche Arbeit zu leisten. Weilburg bekommt eine Hochschule für Lehrerbildung. Berlin, 21. Dez. (CNB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, werden im Frühjahr 1934 die Hochschulen für Lehrerbildung in Frankfurt a. d. Oder, Hannover und Cottbus wieder eröffnet. Gleichzeitig werden die Hochschulen für Lehrerbildung in Frankfurt a. M. und Halle a. d. Saale geschlossen. Dafür wird in Weilburg (Oberlahnkreis) und in H i r s ch fr e r g in Schlesien im Zuge der neuen Lehrerbildungspolitik je eine neue Hochschule eröffnet. Fast alle Hochschulen für Lehrer- b ldung nehmen im Frühjahr 1934 eine größere Zahl von Studierenden auf. In Hannover werden nur Studentinnen zugelassen. Aufnahmegesuche sind bis spätestens 15. Januar 1934 bei den Hochschulen einzureichen. Arbeitsfront und Krankenkasse. B e r I i n, 21. Dez. (CNB.) Der Führer der DAF. Dr. Ley hat folgende Verfügung erlassen: In der Öffentlichkeit werden immer wieder Gerüchte verbreitet, nach denen die DAF. mit Plänen in Zusammenhang gebracht wird, die jetzt bestehenden Ersatz k a s s e n einschließlich der B e r u f s k r a n k e n- kassen der Angestellten zusammenzulegen. Es wird hiermit ausdrücklich festgestellt, daß die DAF. jegliche Maßnahmen adle h n t, die der endgültigen Entscheidung über die künftige Gestaltung der Deutschen Sozialversicherung vorgreifen. Ich ordne daher an, daß Krankenkassen, die mit den der DAF. angegliederten Verbänden in Zusammenhang stehen, nur mit G e - nehmigung des Sozialamtes der DAF. zusammengeschlossen werden dürfen. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident o. Hindenburg empfing den Reichsminister der Finanzen Graf Schwerin von Krosigk zum Vortrag. * RechtsanwaltDr. Thor mann, der Verteidiger des Angeklagten im M.-Gladbacher Dolksvereins- Prozeß, ist, wie von der Frankfurter Polizei mitgeteilt wird, in S ch u tz h a f t genommen worden. * Der Reichsminister des Innern hat den Münchener Oberbürgermeister F i e h l e r zum Vorsitzenden des Deutschen Gemeindetages bestellt. Oberbürgermeister Fiehler hatte als Leiter des Amtes für Kommunalpolitik der Reichsleitung der NSDAP, bereits bei der vorläufigen Bildung des Deutschen Gemeindetages im Mai 1933 die einstweilige Führung übernommen. * Die Theaterdirektion des Städtischen Schauspielhauses Memel ist durch den Kommandanten des Memelgebietes angewiesen worden, fortan alle Theaterstücke der litauischen politischen Polizei zu unterbreiten. Der belgische Außenminister Hymans wird am 27. Dezember in Paris eintreffen, um mit Außenminister Paul Boncour und anderen Poll- titern Fühlung zu nehmen. * Der griechische Außenminister Max im off ist nach Agram gereift, wo er von König Alexander empfangen und auch mit dem jugoslawischen Außen- Minister Ieftitich eine Unterredung haben wird, wobei jedenfalls die Ergebnisse des Belgrader Be- suches des Königs Boris erörtert werden dürften. Von Agram fährt Maximoff nach Rom weiter, wo er mit Mussolini zusammentreffen wird. * Der Untersuchungsrichter beim irischen Obersten Gerichtshof hat die Freilassung O ' D u s s y s, des Führers der irischen Blauhemden und seines Parteigängers Sullivan angeordnet, da ihre Festnahme zu unrecht erfolgt sei. * Bolivien hat die Waffenstillstandsoorschläge t m Gran-Chaco-Streit angenommen. Die grauen Glücksmänner. Ja, durch ganz Deutschland sind sie auf dem Anmarsch, die grauen Glücksmänner der Reichswinterhilfe! Im Nahmen des tzro- hcn Winterhilfswerkes des deutschen Volkes ist in allen Städten und auf dem Lande seit 20. Dezember die Straßen-Lotterie eingesetzt, die in seiner programmatischen Rede über das Winter- hilfswerk Herr Reichsminister Dr. Goebbels bereits angekündigt hat. Die Straßenlotterie, die der Reichsleitung der NSDAP, unterstellt ist, gibt jedem die Möglichkeit, für den guten Zweck des Winterhilfswerkes etwas beizutragen und auch noch persönlich einen hohen Geldbetrag zu gewinnen, wenn das Glück ihm gewogen ist. 3m Gewinnplan einer jeden Serie der Strahen- Lotterie sind insgesamt 150 000 Gewinne enthalten und eine Prämie im Werte von zusammen 125 000 Mark. Der Lospreis beträgt 50 Pfennig, die dazu bestimmt sind, mitzu- helfen im Kampf gegen hunger und Kälte. 3n jeder Serie kann für diese 50 Pfennig der jeweilige Hauptgewinn von 5000 Mark gezogen werden, oder die Prämie, die ebensoviel beträgt. Als Höchstgewinn kann man sogar 10 000 Mark gewinnen. Ferner werden in jeder Serie zwei Hauptgewinne zu je 1000 Mark ausgespielt; zehn Gewinne zu je 500 Mark; 51 Gewinne zu je 100 Mark; 101 Gewinne zu je 50 Mark; 335 Gewinne zu je 10 Mark; 1000 Gewinne zu je 5 Mark; 3500 Gewinne zu je 2 Mark; 20 000 Gewinne zu je 1 Mark und 125 000 Einsahgewinne zu je 50 Pfennig. Diese 150 000 Gewinne einer Serie sind mit sofortigem Gewinnentscheid. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt gegen Rückgabe des Originalloses und zwar bis einschließlich fünf Mark durch den Loseoerkäufer, für 10 Mark und darüber durch sämtliche öffentlichen Spar« und Girokassen, Lotteriegeschäfte und Banken, sowie durch die Reichsleitung der NSDAP., Abteilung Lotterie, München, Mar« tius-Straße 4, und durch alle Lotteriegeschäftsstellen des Winterhilfswerkes 1933/34. Die grauen Glücksmänner der Strafjenlotterie werden dem Deutschland des Hilfswerkes für den harten Winter 1933/34 ein neues sichtbares Zeichen tätiger Nächstenliebe fein, einer Nächstenliebe in dreifachem Sinne: Dem, der kauft! Dem, für den gekauft wird! Dem, der verkauft! Es wird Tausenden von Arbeitslosen durch diese Straßenlotterie in der Wintersnot eine Arbeitsmöglichkeit verschafft. Für 50 Pfennig kann jeder Glück kaufen, kann jeder Glück verschenken. Grönlandforscher Knud Rasmussen f. Oer größte Forscher des dänischen Boltes-ein Vorbild für dieZugend aller Völker. Der bekannte dänische Grönlandforscher Dr. Knud Rasmussen ist am Donnerstag im Alter von 54 Jahren in Kopenhagen an den Folgen einer schweren Fleischvergiftung g e st o r b e n , die er sich auf seiner letzten Expedition in Grönland zugezogen hatte. Rasmussen wurde am 7. Juni 1879 in Jacobs- Hafen (Nordgrönland) geboren. Seine Mutter war eine Eskimofrau. 1910 errichtete Rasmussen im Kap Por-Distrikt die Arktische Station Thule für wissenschaftliche Expeditionen und auch als Handelsstation. Von hier leitete er mehrere Expeditionen. Die fünfte Expedition trat er im Januar 1921 an. lieber 15 Monate war er verschollen, und man hielt ihn schon für verloren, als er endlich im August 19'24 nahe der Behringstraße wieder auf- lauste. Diese Reise war die größte Hundeschlittenreise in der Geschichte der arktischen Forschung überhaupt. Die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Reisen legte Rasmussen in zahlreichen Schriften in dänischer, englischer und auch in der Eskimosprache nieder. In Deutschland muibcn von Rasmussens Büchern besonders die „Thulefahrt" und die „Mythen und Sagen aus Grönland" bekannt. Rasmyffen suchte die Urheimat der Eskimos. Seine Theorie war, -daß die verschiedenen Stämme der Eskimo einer Urrasse entstammen, die sich vom äußersten Asien in völkerwandernder Bewegung über das nördlichste Amerika, Grönland und das Polarinselreich ausgebreitet hat. Die sprachlichen, folkloristischen und archäologischen Ergebnisse seiner letzten Expedition bestätigten seine Theorie aufs glänzendste. Von 1927 ab bereitete er eine neue Thule-Expedition vor, die er auf zwei Jahre berechnete und die er mit besonderer Sorgfalt m Bezug auf das Film-Material ausstattete. Als er im Sommer 1932 aus den Eisregionen zurückkehrte, erklärte er als interessantestes Ergebnis feiner Forschungen die Bestätigung der von dem deutschen deutschen Geographen Wegener aufgestellten Theorie, daß sich das grönländische Festland in einer feststellbaren Bewegung nach Westen befinde. Nach seinen Messungen verschiebe es sich in jedem Jahre um etwa 20 Meter. — Rasmussen war Ehrenmitglied zahlreicher geographischer Gesellschaften, wurde mehrfach mit deren goldenen Medaillen ausgezeichnet und 1925 mit der an der Kopenhagener Uni- versität ganz seltenen Auszeichnung eines Dr. h. c. bedacht. Dänemark trauert um feinen großen und getreuen Sohn, die Welt verliert einen der fähigsten und erfolgreichsten Polarforscher unserer Zeit. Die nun tödlich verlaufene Krankheit hatte er sich auf der letzten Expedition nach Grönland augezogen, übrigens im Dienste des Films, der gerade damals interessante und neuartige Aufnahmen nur deshalb Herstellen konnte, weil der dänische Forscher wich- tige Hilfe dazu leistete. Ein an Abenteuern reiches Leben sand seinen Abschluß. Rasmussen verlebte seine Jugend wie die andern Eskimokinder in einer an Schönheit armen Natur, bie aber vom Menschen die Einsetzung seiner besten Kräfte fordert. Das ist für Rasmussen, der später in Kopenhagen studierte, zur Bewältigung seiner Lebensaufgabe von ausschlaggebender Bedeutung geworden. Weil er sozusagen ein halber Eskimo war, und weil er wie ein ganzer Eskimo den Kampf mit der rauhen Arktis aufnehmen konnte, gelangen ihm große Erfolge auf dem Gebiete der Erforschung des Polargebietes. Unzählige Expeditionen hat er mitgemacht; seit 1904 war er Teilnehmer beinahe jeder dänischen Forschungsfahrt nach der Arktis, später unternahm er auf Grund seiner reichen Erfahrungen eigene Vorstöße nach Grönland. 1921 begann er mit der Durchquerung Zentral- grönlands, das ewig in Eis und Schnee liegt, auf Hundeschlitten. Rasmussen pflegte herzliche Beziehungen zu der deutschen Arktisforschung. Seinem Lande galt er als einer der großen Eroberer, und wie ein gewaltiger Fürst der Vorzeit wurde er von seinen sonst so geruhigen Landsleuten gefeiert. Dänemarks Polar- Wissenschaft, durch den Besitz von Grönland stets ausgezeichnet orientiert, verdankt Rasmussen eine unendliche Fülle von Material. Mehr als zwanzigtausend wichtige Funde aus Grönland übergab er dem Nationalmuseum in Kopenhagen. Er stellte im Verlaufe seiner Forschungsfahrten die Einheitlichkeit der Sprache bei allen Eskimos von Asien über Grönland bis nach Alaska fest, er erforschte die großen Wanderungsbewegungen der Eskimos, und er hat nicht nur neue unbekannte Gebiete der Arktis entdeckt, sondern sie auch sehr sorgfältig vermessen und durch Flugzeugaufnahmen ergänzt. Ein tatenreiches Leben fand seinen Abschluß; die Trauer der Welt ist auch unsere Trauer. „Berlingske Tibende" veröffentlicht folgende Bei- leidsäußerung von Reichsminister Dr. Goebbels zum Tode von Knud Rasmussen: „Ich erhalte soeben die Kunde von dem schweren Verlust, den das dänische Volk durch den Tod seines größten Forschers erlitten hat. Knud Rasmussen wird der Wett immer als tapferer Kämpfer vor Armen stehen, der weit über feine wissenschaftlichen Verdienste hinaus als männlicher Typ der Jugend aller Völker ein Vorbild fein wird." Aus aller Wett. Drei Kinder bei einem Zimmerbrand ums Leben gekommen. In Ludwigshafen am Rhein hat sich in der Wohnung des Tagelöhners Rudolf Heß ein schrecklicher Unglücksfall ereignet. Die drei Kinder des Heß im Alter von drei, vier und fünf Jahren — zwei Knaben und ein Mädchen —, die sich allein in der Wohnung befunden hatten, waren in der ausgebrannten Wohnung tot aufgefunden worden, lieber die Ursache des Unglücks konnte nichts Näheres in Erfahrung gebracht werden. Man vermutet, daß die Kinder mit Feuer ge- spielt haben, ober daß aus dem Ofen Glut ge- fallen ist, wodurch der Zimmerbrand entstanden ist. Starkes Listreiben auf dem Rhein. — Hochwassergefahr bei Oberwesel. Von der Loreley ab wird der Abgang von star- k e n T r e i b e i s m a s s e n auf dem Rhein gemeldet. Ab Koblenz haben sich die Eismassen in Bewegung gesetzt und es herrscht rheinabwärts starker Eis- gang. Nach Abwanderung der Eismassen, was nicht mehr zu lange dauern dürfte, wird die Schiffahrts- kommission über die Wiederaufnahme der Rhein- schiffahrt zu beschließen haben. Zur Zeit ruht noch jeder Betrieb. Die Eisversetzungen am oberen Rande der Eisstauung bei Oberwesel haben sich verschärft. Durch die aufgeftauten Eisbarren wird ein normales Abfließen des Wassers zu Tal verhindert. Das Wasser st derart gestiegen, daß die Anlagen und die Ufer- traßen von Oberwesel überschwemmt sind und Ge- ahr besteht, daß die mit Eisschollen und Eisblöcken vermischten Wassermassen in die Stadtteile von Oberwesel eindringen. SA., Feuerwehr und alle erreichbaren Hilfskräfte sind eingesetzt, um die durch das Steigen des Wassers und bie durch den Eisdruck heraufbeschworenen Gefahren abzuwenden ober zu minbern. Im Hafen haben sich bie Eismauern zu wahren Gistürmen aufgestaut, bie unter bem ftänbigen Druck bes rasch anfließenden Wassers in dauernder Bewegung stehen. Die Gis» harren stehen derart fest, daß angesichts des hohen Wasserstandes in der Bevölkerung die größten Befürchtungen gehegt werden. München im Schnee. Seit Mittwoch abend sind in Südbayern und in München starke Schneefälle zu verzeichnen. München vot, namentlich Donnerstagftüh, ein tief winterliches Bild. In den Straßen wurde eine Schneehöhe van 10 Zentimeter festgestellt. 42 Schnee- pflüge rückten zur Räumung aus. Außerdem waren 2200 Hilfsarbeiter neben den ständigen Arbeitskräften zum Schneeräumen eingesetzt. Der Verkehr wurde durch das Schneetreiben ziemlich behindert, namentlich im Bahnverkehr sind starke Verspätungen zu verzeichnen. So kamen die Frühschnelizüge durchweg mit Verspätungen von 40 bis 60 Minuten am Münchener Hauptbahnhof an. Der D-Zug aus Holland hatte sogar 90 Minuten Verspätung. Dieser Dezember ist der schneereichste seit langen Jahren. Schwedischer Dampfer gesunken. — Sieben Mann ertrunken. In einer der letzten Nächte stieß in der Nordsee der schwedische Dampfer „Gaftor" aus Solees« borg mit bem englischen Dampfer „Gurb" zusammen. Das schwedische Schiff sank beinahe augenblicklich und nahm sieben Mann der Besatzung, die sich in den inneren Schiffsräumen befanden, mit in die Tiefe. Die übrigen sechs Angehörigen der Besatzung wurden von bem englischen Dampfer gerettet. Der Kapitän bes englischen Schiffes teilte funkentelegraphisch mit, daß er den nächsten Hasen anlaufen werde. Die Bolschewisten im Kamps gegen bas Weihnachlssest. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat die russische Regierung sechs Tonfilme in verschiedenen Sprachen drehen lassen, die gegen das Weihnachtsfest gerichtet sind und die Gottlosenbewegung unterstützen sollen. Der Brüsseler Bestechungsskandal. Der Unterdirektor im belgischen Arbeitsministerium Lejeune ist in Zusammenhang mit der großen Bestechungsaffäre, die um den Brüsseler Polizeipräsidenten herum spielt, in Haft genommen worden. Lejeune hatte in amtlicher Eigenschaft die Vorschläge für Ordensverleihungen in feinem Departement zu bearbeiten. Gr wird beschuldigt, seit drei Jahren wertvolle Geschenke von dem ehemaligen Polizeikommissar, jetzigen Oelhändler P a u w e l s angenommen zu haben. Als Gegenleistung bevorzugte er bie Ordens- fanbibaten, bie ihm von Pauwels vorgeschlagen wurden. Kunst und Wissenschaft. Die endgültige Gliederung der Reichsschrifttumskammer. Der Präsident der Reichsschrifttumskammer, Dr. Hans Friedrich B1 unck, erläßt eine Bekanntmachung über die endgültige Gliederung der Reichsschrifttumskammer. Danach sind in dieser Kammer folgende Verbände zusammengefaßt: 1. Der Reichsoerband Deutscher Schriftsteller. 2. Der Börsenverein der deutschen Buchhändler. 3. Der Verband der Deutschen Volksbibliothe- fare e. V. 4. Der Verein Deutscher Bibliotekare e. V. 5. Die Gesellschaft der Bibliophilen. 6. Die Reichsfachschast Buchhandel im Deutschen Handllungs- gehilfenverband. 7. Die Gesellschaft für Senderechte. 8. Die im Aufbau befindlichen Arbeitsgemeinschaften a) der Volksbüchereien und Werksbibliotheken, b) der Buchgemeinschaften, c) der literarischen Gesellschaften und Dortragsveranstatter, d) der Stiftungen und Verteiler literarischer Preise, e) der Verlagsvertreter und selbständigen Buchreisenden (Kolporteure), f) der amtlichen, parteiamtlichen, städtischen, studentischen oder privatwirtschaftlichen Buchbeschaffungsämter bzw. Bucheinkaufsstellen. In der Bekanntmachung wird im Einzelnen festgelegt, wer den genannten in der Reichsschrifttumskammer zusammengefaßten Verbänden anzugehören hat. Alle von diesen Bestimmungen betroffenen Personen haben unverzüglich ihre gesetzliche Anmeldepflicht, soweit dies noch nicht geschehen ist, spätestens bis zum 1. Januar 1934 bei der für sie zuständigen Stelle nachzuholen. Dr. Goebbels hilft freien Künstlern. Auf Veranlassung des Reichsministers Dr. 0 o e fr- bels hat bie Reichsrundfunkgesellschaft einen Betrag von 100000 Mark zur Verfügung gestellt, der noch in der Weihnachtswoche allen Sendern zu- gewiesen werden und dazu dienen soll, freiberuflich tätige Künstler zu engagieren und mit den Mitteln aus diesem Fonds zu bevorschussen, so daß auch bei später stattfindenden Sendungen schon jetzt zu Weihnachten Honorare aus diesem Fond ausgezahtt werden und damit Hunderten von freien Künstlern eine Weihnachtsfreude bereitet werden kann. Nalionalbenkmal für Richard Magner in Leipzig. Oberbürgermeister Dr. ©oerbeler und Stadtrat Hauptmann (Leipzig), wurden in her Reichskanzlei vom Führer zum Vortrag über den Plan der Aufstellung eines Richar d-Wagner-Denkmal s in Leipzig empfangen. Reichskanzler Adolf Hitler ließ sich an Hand der Modelle und Pläne über Einzelheiten der Ausgestaltung unterrichten und erklärte feine Zustimmung zu der städtebaulichen Anlage und der künstlerischen Ausführung des Denkmals. Mit der Bauleitung ist der Stuttgarter Bildhauer Hipp beauftragt worden. Hipp ist der Verfertiger des Entwurfes, der in einem Wettbewerb als der beste bezeichnet wurde. Das Leipziger Richard-Wagner-Denkmal soll als Nationaldenkmal des deutschen Volkes für seinen großen Tonschöpfer errichtet werden. Die Mittel sollen durch Sammlungen aufgebracht werden. Wettervoraussage. Noch immer lagert das Hochdruckgebiet mit Barometerständen von über 780 Milimeter über Frankreich, um dessen Nordseite Warmluft der nördlichen Störung herumfließt und nach Deutschland gelangt. Da sich über bem Baltikum sehr kalte Luft befinbet, baut sich auch dort hoher Druck auf, so daß eine Hochdruckbrücke entsteht, die Deutschland mit in ihren Bereich nehmen wird. Obwohl infolge der zufließenden ozeanischen Luft die Temperaturen vorerst noch über Null zu liegen kommen, und weiterhin Bewölkung entsteht, dürfte der Hochdruckeinfluß doch mit der Zeit weiter durchgreifen, zu Aufklaren und auch zu nächtlichem Temperaturrückgang führen. Aussichten für Samstag: Teils bewölkt, teils aufflarenö, Temperaturen zunächst wenig verändert, meist trocken. Aussichten für Sonntag: Keine wesentliche Aenderung der Wetterlage, doch Temperaturen nachts weiter zurückgehend. Lufttemperaturen am 21. Dezember: mittags 4,7 Grad Celsius, abends 2,6 Grad; am 22. Dezember: morgens 1,9 Grad. Maximum 5,3 Grad, Minimum 1,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Dezember: abends —0,7 Grad; am 22. Dezember: morgens —0,5 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. Amtliche Wintersportnachrichten. Vogelsberg, Hoherodskopf: Nebel, — 4 Grad, 23 Zentimeter Schnee, 5 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit im Walde sehr gut, auf der Heide Schneedecke verweht. Her -- chenhainer Höhe: Dunstig, — 2 Grad, 25 Zentimeter Schnee, 10 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut. Hochwald hau- f e n : bedeckt, — 1 Grad, 10 bis 15 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, verharscht, Sportmöglichkeit für Ski mäßig, für Rodel gut. SaueTlanb, Winterberg. Nebel, — 3 Grab, 28 Zentimeter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut. Schwarzwalb, Feldberg: Wolkig, —5 Grab, 10 Zentimeter Schnee, mit Raureif, bedeckt, Sportmöglichkeit stellenweise vorhanden. Alpen, Garmisch-Partenkirchen: — 2 Grad, 54 Zentimeter Schnee, 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee, Pappschnee, nur Ski möglich. Zu g ° spitze: stärkerer Schneefall, —12 Grad, 140 Zentimeter Schnee, 5 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, nur Ski möglich. Yvonnes Geheimnis Roman von Mothilde von Stegmann llrheberrechtH'chuh: Fünf«Tünne«Det1ag Halle (Saale) 16 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Seeburg fühlte, daß ihn ein Blick traf, in dem noch ein Lauern lag, in dem ober schon ein Funken von tödlichem Hatz aufglomm. „3a, Fräulein Dumont, es gibt nichts auf der Welt, was mich von diesem Standpunkt abbringen könnte!" Man war vor dem Internationale" angelangt. Eisig klang Yvonnes Stimme, als sie Seeburg ab* schiednehmend die Hand reichte- „Dann bleibt mir nichts übrig, Herr Baron, als mich von Ihnen zu verabschieden, oder", dabei wurde Yvonnes Stimme wieder weicher, „soll ich Ihnen doch noch Gelegenheit geben, Ihren starren Stand« punkt zu revidieren?!" Seeburg beugte sich über ^oonnes Hand. „Wenn das eine Boraussetzung sein sollte — es ist unmöglich, Fräulein Dumont! Ich bin kein Betrüger und will mich nicht in die Gunst einer schönen Frau unter falschen Vorspiegelungen einschleichen, um so weniger, als ich Sie, mein gnädiges Fräulein, bis zu diesem Augenblick mit aller Leidenschaft geliebt habe!" Tief atmete Seeburg auf und ging langsam dem Brandenburger Tor zu. Wenige Schritte davon ließ er sich erschöpft auf einer Bank nieder. In welcher Gefahr hatte er geschwebt! Das also war das Ende einer Leidenschaft? Man hatte ein frevelhaftes Spiel mit ihm getrieben! Aber allzu zeitig hatten Yvonne und Per- lain die Starten aufgedeckt. Plötzlich stutzte er, sah sich um. Ging das Spiel des Schicksals weiter? Hier saß er auf der gleichen Donk, auf der er vor Wochen Irene weinend angetroffen hatte. Was war eigentlich aus Irene geworden? Seit dem Aufkeimen feiner Leidenschaft für Yvonne hatte er sie kaum mehr gesehen. Hatte er überhaupt nichts mehr um sich her gesehen. Es fröstelte ihn. Er schlug den Mantelkragen hoch und erhob sich. Wie müde er auf einmal war! Er lächelte bitter. Eigentlich hätte diese Nacht anders verlausen sollen! — Aber vielleicht bedeutete es Rettung in letzter Stunde, daß es anders gekommen war, wie er erhofft und geträumt hatte. 12. Kapitel. Irene war von ihrer neuen Tätigkeit so befriedigt, daß sie jpitunter für Stunden ihren Kummer um Seeburg vergaß. Direktor Friedrich war ein liebenswürdiger Herr, mit dem sich gut zu ammen arbeiten ließ. Seme Art war angenehm und rein sachlich. Eine besondere Annehrnuchkett für Irene war es, daß sie nicht lediglich mit Bureauarbeit deichaftigt war. Direktor Friedrich bat sie manchmal, einzelne geschäftliche Gänge zu erledigen, die er anderen Nicht anoertrauen wollte. Auf diese Weise bekam Irene Einblick in die verschiedensten Geschäfte. So hatte Irene ao und zu auch bei einem der Anwälte des Konzerns zu tun, um Verträge entgegenzunehmen, die diskret bleiben sollten. Eines Tages mußte sie zur Uttro-Filmgesellschaft. Telephonisch hatte Direktor Friedrich die Ungelegen- heit nicht erledigen wollen, und so war Irene in das Direktionsbureau gegangen, um über die Abänderung einer Stelle des Vertragsentwurfs zu sprechen. Die Sekretärin des Direktors Kortfchakoff erwartete Irene bereits. „Es tut mir furchtbar leid, Fräulein von Merten, Herr Direktor ist eben ins Hotel internationale* gerufen worden. Er bittet Sie, dort in der Halle nach ihm zu fragen. Der Direktor hat eine kurze Besprechung mit einem französischen Filmgewaltigen. Herrn Perlain. Haben Sie einen Wagen unten?" „’Rein, ich bin mit der Straßenbahn gekommen!" sagte Irene verlegen. Lachend hatte Fräulein Werkfeld erwidert: „Man merkt, daß Sie Neuling sind!" Und als Irene sie verwundert ansah, fuhr die junge Dame fort: „Wir wissen natürlich ganz genau, seit wann Sie bei Herrn Direktor Friedrich sind. In der Filmbranche erfährt man alles. Straßenbahnfahren wollen wir doch nicht einführen! Nehmen Sie sich ruhig ein Auto und liquidieren Sie die Kosten, nach oben etwas abgerundet. Bei unserem Millionenverbrauch kommt es auf die paar Mark Spesen wirklich nicht an. Fahren Sie nur schnell zum Hotel »Internationale*, sonst läuft Ihnen Kortfchakoff weg." Irene befolgte den Rat und fragte in der Hotelhalle, wie verabredet, nach Direktor Kortfchakoff. Man zeigte ihr diskret einen Herrn, der in lebhaftem Gespräch mit einem eleganten, ausländisch aussehen- den Manne in der Nähe saß. Irene schrieb ein paar Zeilen auf einen Meldeblock, die ein Boy auf einem Tablett übergab. Kortfchakoff ließ Irene bitten, Platz zu nehmen. Er stände in wenigen Minuten zur Verfügung. Von ihrem Sessel aus betrachtete Irene neugierig das lebhafte Treiben in der ijaUe. Gäste des Hotels, Herren und Damen, die verwandtschaftliche oder auch berufliche Beziehungen zu den Durchreisenden hatten, strömten ein und aus. Der zuständige Geschäfts- sichrer hatte ununterbrochen damit zu tun, Auskünfte zu erteilen, Zimmernummern mitzuteilen, durch das Haustelephon anfragen zu lassen, ob wartende Besucher angenommen werden könnten, die Fragen nach eingegangener Post zu beantworten, Zugoer- binbungen und Abfahrtzeiten anzusagen. Dazwischen mußten neu eintreffende Gäste untergebracht, Zim- mer angewiesen und für Beförderung der Koffer Abrciiender geiorgt werden. Eine Flut von Flamen und Ausrufen schwirrte an Irenes Ohr vorbei. Wenn auch mit Rücksicht auf die Gaste der Halle gedämpft gesprochen wurde, so daß wenige Schritte weiter nur nop em Gemurmel hörbar war, saß Irene doch jo i-.ohe, daß sie auch Worte und Namen verstehen mußte. n Aus ihrer beschaulichen Ruhe fuhr sie plötzlich auf, als die Worte an ihr Ohr drangen. „Zimmer 263 ist frei. Madame Dumonts Gepäck zum train bleu an den Bahnhof: Handgepäck, Geoackschein sofort zurück aufs Zimmer. Boy sofort zur Apotheke, eine Schachtel Eumed für 264. Vermerken Sie für Die Rech, nung 264 1,50 Mark Medikament. 264 wünscht Rechnung." Irene lächelle über sich selbst. Der Name Dumont schien häufiger zu sein, als sie gewußt hatte. Yvonne war ja verreist. Sie sah auf den Boy, der an sie herantrat: »Herr Direktor Kortfchakoff läßt bitten!" Jetzt fiel Irene auch ein, daß die Kollegin ihr ja von Direktor Perlain gesprochen hatte, mit dem ihr Chef eine Unterredung im .international" haben wollte. Das war offenbar der elegante Ausländer. Kortfchakoff kam ihr einige Schritte entgegen und bat sie, Platz zu nehmen, als Perlain am Nebentisch sich niederlieb. Während Kortfchakoff nach Irenes erläuternden Worten das ihm übergebene Schriftstück aufmerksam studierte, sah sie, daß auf einen Wink ein Boy am Nebentisch einen Telephonapparat einstöpselte. In gebrochenem Deutsch verlangte Perlain Nummer 264. War das nicht die Nummer, die ihr eben aufgefallen war durch die Namensgleichheit? Die Verbindung schien nicht ganz zu klappen, denn auf die französisch gesprochenen Worte: ,^Hier spricht Perlain! Sind Sie selbst am Apparat, Madame?", schien eine deutsche Antwort zu kommen. Und Per- lains ungeduldige Stimme rief auf deutsch in den Apparat. „Ich habe gewünscht die Nummer Sroci- hundertsegfigoier. Madame Yvonne Dumont." Und gleich darauf die Worte: „C’est xa, merci bien, mille grace.“ Irene war so heftig aufgefahren, daß Direktor Kortfchakoff, der gerade das überbrachte Schriftstück unterzeichnete, erstaunt auftah. Als er die Leichen- bläffe in dem erschreckten Gesicht des jungen Mädchens bemerkte, fragte er teilnehmend: „Ist Ihnen nicht gut, mein Fräulein? Darf ich Ihnen etwas reichen lassen?" Irene, die sich bereits wieder gefaßt hatte, dankte mit einem matten Lächeln: „Vielen Dank, Herr Direktor — es hat nichts zu bedeuten!" Kortfchakoff übergab ihr das Schriftstück mit ein paar Zeilen für Direktor Friedrich. Vollkommen ver- wirrt, verließ Irene die Halle des Hotels. Unwillkürlich schaute sie nochmals zurück. Da sah sie aus dem List Yvonne Dumont steigen, die geradeswegs auf den Franzosen zuging, der offenbar Perlain war. Ein Wirbel von Gedanken flog durch Irenes Hkm. Yvonne und Perkain — wie gehörten die bei» den jammen? Warum hatte Yvonne zu Hau>e eine Reife oorgeschützt? — Sie senkte den Kopf, schmerz und Scham waren in ihr. Und Angst um Seevurg. Was sie soeben beobachtet hatte, mußte Doktor Miller erfahren. Seeburg blätterte in den Eingängen, die der Bureaudote Krause ihm eben überbracht hatte. Er überlegte einen Augenblick. „Richtig, Herr Krauje, lassen Sie doch einmal Nachsehen, wann die nächste Sitzung der Jilmoberpruf» stelle anberaumt ist! Es wird ja wohl zur Beilage geschrieben fein, aber ich mochte den Termin wissen; zweitens, wer mit J>er Vertretung des Amts beauftragt ist! Sagen Sie in der Registratur an, man mochte mir die Akten fchnellstens «chicken, falls ich dran bin. sonst gehen die Akten natürlich an den zuständigen Kollegen." Krause zögerte beim Hinausgehen: »Wird sofort besorgt werden, Herr Legationsratl Aber, wenn ich mir eine Frage geftutten da:s: suhlen sich Herr Legationsrat nicht wohl? Hann ich irgend etwas besorgen?" „Danke schön, Herr Krause! Ich bin ganz gesunül Wieso kommen Sie denn darauf?" »Weil der Herr LegaÜonsrat heute ganz krank aussehen! Hoffentlich kommt nicht was!" Leise schloß der alte Krause die Tür hinter sich. Draußen schul- telte er noch den Kopf. „Miserabel sieht Herr von Seeburg aus", murmelte er. „Gefällt mir gar nicht, ’s ist halt doch nichts mit den Junggesellen! Keiner kümmert sich so richtig um sie." Seeburg hatte sich wieder seinen Akten zugewandt. Die Enttäuschung durch Yvonne war doch tiefer gegangen, als er gedacht hatte. Daß er schlecht aussah, damit mochte der alte Krause recht haben. Er halte ja auch die ganze Nacht kein Auge Augetan. Er wuß.e nicht, was ihn mehr bedrückte: die Liebcsenttauschung durch Yvonne oder die Beschämung über sich selbst. Wie ein dummer Junge war er Yvonne auf den Leim gegangen! Denn ganz klar war es ihm in der schlaflosen Nacht geworden: Yvonne hatte ihn nie geliebt! Sie hatte, klug berechnend, seine Leidenschaft gesteigert, um ihr Ziel zu erreichen. Er war eine ijigur in ihrem Spiel gewesen, die sich beliebig hin und her schieben lassen sollte! Hätte sie auch nur eine Spur von Neigung für ihn gehabt, auch nur eine Spur von Achtung — nie hätte sie glauben dürfen, ihn mit ihrer Hingabe erkaufen zu können. Oh, sie hatte klug spekuliert. Als ritterlicher Mann wäre er dann fast gezwungen gewesen, Yvonne» Wünschen zu willfahren, sollte nicht ein Skandal daraus entstehen. Da Yvonne und Perlain alles |o trefflich voraus berechnet hatten, würden sie sicher auch eine Möglichkeit gefunden haben, daß man sie beide im „International" gesehen hätte. Welch ein Narr war er gewesen, zu glauben, daß eine leiden« schriftliche Frau aus Liebe zu ihm sich über alle Schranken hinwegsetzen wollte! (Forts, folgt.) "MM«LUFF sF Fs L FF Schachtel_________sie fordern die Verdauung. Achtung! ZS Konditorei Seibert!! uullyUUuUlC MänSbura 3 «»a Trlrbfmn nftftf*. ' Mle Senönng MAMMiinie MänSburg 3 Telephon 3606 0714» Heinrich Huhn -U1,44 Gießen (Sruchstraße 3 p.), den 21. Dezember 1933 0T127 1.00 SrdtuUeK 7369 A fdtntfi’eih 3s Rabatt Bekanntmachung beklerdung «atz r i Gesamtverband des rhein «MMWilMsMMWUMW treffen beute mittag 12 Uhr em Verkauf nur Ludwigsvlatz s Das wäre was! empfiehlt frimtl. Konditoreiwaren in bekannter Güte aus nur reiner Naturbutter Spekulatius rheinischer Art, Aachener Kräutervrinte«, Liegnitz. Spezialitäten, Nürnberg. Lebkuchen, Dresdner Stollen C«lR$TUNG$FAHIG£Kaif FAOtitiDWT SEH 1818 der Ge- Reiche 7b9«D wenn Sie noch nicht wissen, was Sie schenken sollen. — Ein Geschenk statt vieler kleiner. 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Betreffend: Straßenbahrwerkehr nach dem Neuen Friedhof in der Weih- nachtszeit und an Neujahr. In der Zeit vom 23. bis 26. Dezember d- 3. einschließlich sowie am 31. Dezember 1933 und 1. Danuar 1934 verkehren die Straßenbahnwagen nach dem Neuen Fried- Hof wie folgt: 7691D ab Marktplatz um 13.07 Uhr und dann viertelstündlich bis 16.07 Uhr. Letzter Magen ab Friedhof um 16.20 Uhr. Dießen, den 20. Dezember 1933. Direktion der Städtischen Straßenbahn Gießen. Braubach. osfencn Handelsgefellschaft werden nicht übernommen. Bekanntmachungen sellschast erfolgen im Deutschen M. 6. Grode 7693 a Frankfurter Straße 17 Strümpfe unsere Spezialität! 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In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde am 22. November 1933 bei der I Firma Carl Schwand in Gießen folgendes ■ eingetragen: Die Prokura der Friedrich Seebold Ehefrau Emilie, geborene Haas, in Gießen ist erloschen. Dem Heinrich Seebold zu Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 21. Dyember 1933. Hessisches Amtsgericht. Carlen od.lckerland in Gießen od. nächst. Umgebung »u vacht. gefuckt. Schr. Ang. mit Grüß.- u. Preisangabe unter 07142 q. d.Gießen.Anzeig. FtmaeS Sbeoaar, betberf. vermög., f 3000 JBI. von Lelbftgeber auf 1. Hnvotbek für ein Wodnbs. tNeubau) Nabe<6lcsicn^.Lchr. Ang. u.07137 ÖJ. Ä. eingetrosien. mu Verk.Lelterst.,(*cke Hör, t-Weffel »Wall Römer-Frosch. Huhn eräugen Warten Hornhaut werden lalolge der Tleleawirkeei auch in denbattnack.i>äll todsicher u Garant «.5-6 Tagen resil. m Wurzel befett, durch Hlheeraieee Bapld. irrbriltl nur : uowee Drogerie W. Kllbinqei lacbl, Seitenweg U In unser Handelsregister. Abteilung B wurde am 2. Dezember 1933 eingetragen' Herren-vekleidungshau, Gesellschaft mit beschränkter tjafhing. oottnal» Gebrüder Stamm. Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist die Uebernahme und IDeiter- [übrung des unter der Firma Gebrüder -stamm betriebenen Herren- und Knaben- betleibunge- und Mahanfertigungsgeschaft» «afee 2 zu Gießen Die Errichtung r Erwerb gleicher und ähnlicher Geschäfte ist vorgesehen. Da» Stammkap,. tal beträgt 20 000 RM Der Gesellschaft-, vertrag ist am 1. November 1933 errichtet und am 6. November 1933 hinsichtlich der Firma geändert. Die Gesellschaft wird durch einen, zwei oder mehrere Geschäfts fuhrer vertreten. Zunächst ist Adolf Mahl in Gießen einzelzeichnung-berechtigter Geschäftsführer. Aktiva und Passiva der unter her Firma Gebrüder Stamm betriebenen Beschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblatter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, SchuletraBe 7 | Vermietungen | 4-Zimmer-Wohn. i. Stadtinnern, voll- hänö.neuberneridit. 1 2tck.au rubtg.Mie- ter ,um 15. 1. zu Perm. 2dir.Ang.u. 07140a.d.Gieß.An» WH*. SOWÜOC -s. II PK Kl r \ Tuuoae Durchdrungen vom Grundsatz der Preisehrlichkeit und Preiswahrheit hat sich der Einzelhandel von jeher gegen die Unsitte des Rabattgebens gewandt, auch jetzt hat er in zahlreichen Versammlungen gegen die Wiedereinführung der im Frühjahr abgeschafften Rabattmarke btellung genommen. Da das neue Rabattgesetz jedoch einen Rabatt bis zu 3°;., zuläßt und die Filialbetriebe mit allen Mitteln die Wieder- emführung betrieben, hat sich der Einzelhandel entschlossen, nicht zurückzustehen, um etwa aufkommenden falschen Meinungen über seine Leistungsfähigkeit im Publikum vorzubeugen. Ab 18. Dezember geben die Edeka-Lebensmittelgeschäfte ?* * ln Einheit, marken des rhein-mainischen Einzel- handeisverdandes. An die Bevölkerung GlcBen* geht die Bitte: Kauft beim aelbMMndigen Elnaelhifcndler! Vertan** die F.lnheltamarke. die überall zu haben und einzulösen ist Dahinter steht der Bequeme Zahlung*- weise 7595 a Bttrobedarlshais Franz Vogt &Co. Seitenweg 44 Ruf 2464 Vereine | Bauersclior ßesaiigmsiiii Am 1. Weinackt»- teietlng, nachm. 37» llbr, im Eafä Leib Kind.-Beschßrung Abends 8 Uhr: Weihnachtsleier. 2-3-Zimm.-Woiin. tnjtikhe sofort ocf. 2rtmftl. Ang. unt. 07131 a d. G. A. LeererÄaum f. Sdilosienverksiatt geeignet, gesucht. 2chnftl.Angeb. unt. 07141a.d.Gieß.Anz, Stellenangebote Suche furWinkchaft u. Mehgerri älteres Fräulein oder Frao al* Etüde, die nicht auf bobenVobn liebt. 2dmftl.2tnncb.unt. 0/ 143a.d.Gieb.Ant. junges Mädchen )h 18 3„cbrhd) und fauber ui^au.'bnlto- bitte u.Beforgungen für nnthir. nefutht «cd ’fac’tnr. Anged. NM VcbrnvLiuf unt 0.138a.o Aüieis.'.l nj.