Mittwoch, 22. Uooember 1955 185. Mrgang Nr. 274 Erstes Blatt initiative müsse größte B e w e g tt n g s f r e i- he geassen weLn' Lsvlint will c°rpora-ioni staatliche Eingiiß > . v ... hnnohnn rnr- nnm ru n cbern ’JJ Eriche'»» itigltct), auße Sonntag» und Feiertag» Beilagen; Die Illustriert, (BieRenei Familienblätte, Heimat im Bild Die Schall, monats-Beingsprel«: Mi» 4 Beilagen RM. 1 Sb Ohne Illustriert» . 1-80 Zustellgebühr . -2b Auch bei Mchterscheinen van etnzelnen Nummern infolge höhere» Gewalt sfernfprechanfchlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift rüi Drahtnachrichten Anzeiger Sießeit Postscheckkonto. Kranksuri am Blain 11686. Gens. 21. Roo. (WTB.) Die unter Vorsitz Hendersons slattfindcnden Verhandlungen der vier Mächte sind heute abend zum Abschluß gelangt. Ls ist über mehrere Fragen keine Einigkeit erzielt worden, so daß dem morgen um 15.30 Uhr zusammentretenden Büro nur der Be- richt Hendersons vorliegen wird, während die genaue Festlegung der Vertagungsformel bem Büro selbst überlassen bleiben muß. Einigkeit be- stand lediglich über die Tatsache einer Vertagung, jedoch bestehen bezüglich der Weiterarbeit des Lsf.ektiv- sowie des Kontroll - a u s s ch u s s e s die Vleinungsverschiedenheiten weiter. Auf französischer Seite wird auf eine Fortsetzung dieser Ausschußarbeiten unbedingt bestanden, von englischer und italienischer Seite wurde darauf hingcwlesen, daß diese Ausschüsse unter den gegenwärtigen Verhältnissen keine Fortschritte machen könnten. Von italienischer Seite ist grundsätzlich erklärt worden, daß die italienische Regierung an der Erklärung über die Zwecklosigkeit und Sinnwidrigkeit der Weiterführung der Ausschußverhandlungen ohne Deutschland s e sitz a l t e und keinerlei Veranlassung für eine Aende- tung dieser Haltung habe. Man habe sranzösischerseits, so äußert sich h a - Las, nicht mit einer so peinlichen Debatte gerech- net wie sie heute slattfand. Der italienische vertre- ter'habe versucht, die Zwecklosigkeit der Ausschuh- I arbeiten zu beweisen, deren Tätigkeit sich in Abwesenheit Deutschlands darin erschöpfte, die geringeren Schwierigkeiten zu lösen. Der englische Vertreter Eden schien sich In der Nuance der Ansicht seines italienischen Kollegen anzuschließen, daß für die englische Regierung künstighin nur die Arbeit der Kanzleien von Bedeutung sei. Der einzige Delegierte, der die The'e der Fortsetzung der Arbeiten etwas unterstützte, sei vielleicht der amerikanische Delegierte Wilson gewesen. Unter diesen Umständen habe der französische Außenminister JJ a u l - Boncour hartnäckig d i e Ifiele bet französischen Regierung verteidigt und erklärt, daß der Diskussionsgegenstand jetzt sogar die Z u k u n s t des Völkerbundes be- rühre. England schwenkt av Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk und Verlag: vrühl'lche Untverfitäts-Vuch' und Steindruckerei n. Lange in Sietzen. Schriftleltung und Geschästsstelle^ZchMraße^ Parlamentseröffnung in England Oie Thronrede des Königs unterstreicht Englands guten Willen zur Lösung des Abrüstungsprovlems. unterstehen. Nun scheint alles klar: über dem ganzen Wirt- schastsprozeß hängt der große staatlich e .n e • g u 1 a t o r, der hier bremst, dort anfeuert; der verhindert, daß ein Hersteller bei seinem natürlichen I Streben nach Gewinn die nationalen Interessen aus dem Auge verliert, der dem Arbeiter das tägliche Brot sichert, handel und Wandel die Richtung w?ist Mit einem Wort: der Ausgleichsregulato-. ftt dazu da, die Interessen des Einzelnen nut denen des Staates in Einklang zu bringen. Und hier nun wollen wir den Mann Horen, zu dem man nur gehen muh, wenn man sich in dem Wirrwarr der Meinungen, Vorschläge und Sortierungen nicht mehr zurechtsindet; Horen wir Mussolini selber. Er hat die unschätzbare Gabe der Vereinfachung, er stellt mit wemaen Worten klipp und klar vors Auge, was die Katheder dunkel und^rätselhaft gemacht haben. Was der korporative Staat will? Was er nicht will? Er will n d) t selber Erzeuger und Verbrauche r Jein, er will, daß mittels der Korporationen her mirt- schastsprozeß unter den wachsam e n 21 u gen de s Staates gerege t wird, damit nicht jeder nach Belieben herstelle, was hm gefüllt. Schluß mit den alten Ideen von der freien Wirt- sch ast und dem willkürlichen Kapitalismus; gleich e s Recht und gleiche Gebens an fprud)e für h/rst eller, Arbeiter un d D er b r auch e r Der Staat übernimmt dafür die Kontrolle, aber er darf nur als oberster Schiedsherr em- greifen und nur als Verteidiger der Interessen der Avenol bei Muffolini vorsprechen werde, und daß bei dieser Gelegenheit eine durchgreifende Revision des Völkerbundes erörtert werden würde In maßgebenden Kreisen in Rom werde erklärt, daß die italienische Unzufriedenheit mit Genf nicht' zur Forderung auf Zerstörung des Völkerbundes führe, wohl aber zu dem verlangen, daß folgende verhängnisvollen Nachteile beteiligt wurden: 1. der Zufammenhang, der zwifchen dem völkerb und und dem verfailler Vertrag sowie anderen Rachkriegsverträgen besteht, und der die Folge hat, die Bundesmitglieder inSiegerundBesiegtezutei- len was den Völkerbund unter die Vorherrschaft Frankreichs und Großbritanniens gebracht hat; 2 das starre und verwickelte Verfahren, das durch endlose Erörterungen und zahllos sich ständig vermehrende Ausschüsse Krastverschwen- dung bedeutet und zur Erfolglosigkeit führt; 3. die „übertrieben wichtige Rolle", die die kleinen Länder bei der Tätigkeit des Völkerbundes fpielen. Ein peinlicher Zwischenfall. Ein Arbciterabftcordncter demonstriert in Anwesenheit des KönigsPaares. Bei der Verlesung der Thronrede im Oberhaus kam es zu einem Aufsehen erregenden Zwischen- fall. Der unabhängige sozialistische Abgeordnete Mac K o v e r n fragte plötzlich, wie es denn mit der Abschaffung des B c d ü r f t i g k e i t s- Nachweises und der Kürzung der Arbeitslosenzahlungen stehe. Dann rief er aus: „Ihr seid eine di categoria für die Industrie schaffen, dagegen cor- porazioni di prodotta für die Landwirtschaft — ein weiser Gedanke, wenn man bedenkt, daß anderenfalls zum Beifpiel die Seidenkorporation Bestim- mungen erlassen könnte, die schädlich für die JBautn- Wollindustrie wären oder die Zementkorporation die Korporation für die Herstellung von künstlichem Zement an die Wand drücken könnte. Das Pflanzenöl würde das mineralische Del bekriegen, der Marmor den Kunststein und so weiter. Fügt man nun noch hinzu, daß selbstverständlich der faschistisch-korporative Staat weder das Eigentum abschafft, noch Zins und Kapital im Gewui- teil den Spartrieb mit allen Mitteln fordert, daß er damit die Familiengründung unterstützt und den wirtschaftlichen Aufstieg des Einzelnen, so liegt es aus der Hand, daß er nicht gleichzeitig den Korpo- gesetzlichen Kommissionen, bie für bie Anlage neuer Jndustrieunternehmungen zuständig ftnb, tye gefefe gebende Gewalt beschrankt sich aus das Gebiet der Zölle und des Auslandhandels; sie regulieren Aus- unb Einfuhr nach dem Staatsinteresse; sie haben die Befugnis, unnütze Unternehmungen, Verbände, Kartelle ufro. zu unterdrücken. , Wie leicht erkenntlich, bedingt auch ein derart beschränktes Programm eine Reihe neuer, einschuei- dender Gesetze. Sollen nicht alle privaten Wirt- schaftszweige staatlich erfaßt werben, welche smd dann dafür reif? Soll man nach Wirtschaftszweigen ober nach ber Beschäftigungsart organisieren? Der frühere Korporationsminister B o t t a i lehnt bie allgemeine Verstaatlichung ober Korporationisterung runbroeg ab, vor allem bort, wo bie Synbikate, bie Verbände der Arbeitgeber und -nehmer ausreichend scheinen. Es wäre ein großer Fehler, meint er, die Korporationen zu schematisieren, der Privat Nischen Zusammenprall daß Frankreich wollt tinftr ^uter^tirder findet es bemerkenswert, daß sogar Dr. Ben esch aestern den französischen Außennnmster nicht un- terftüht hat Er berichtet ferner, in italiemsci)en »SWR Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrist 20u „ mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein unbfür denAn- zeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich in Bietzen. ^Damit^stt Zweck und Aufgabe des staatlichen Regulierorgans, der Korporationen, umschrieben. Wie aber soll es f u n k t i o n i er e n ? Welches sind seine Befugnisse, wie trennt oder vereinigt es politische und wirtschaftliche Rechte? Darüber geht in diesem Augenblick der Streit. Die einen ver- langen, daß d?m obersten Wirtschaftsrat w.e wir einmal rangweisend das noch molluskenhafte Kor porationengebilbe nennen wollen l e gislat tve gn a di t verliehen werbe; bie anberen wollen inm nur a b m i n i ft r a t i d e Gewalt ^billigen So hnf her Industrieverbanb eine Entsd;ließung gefaßt, mit der er eine Derfassungsreform fordert, die dem Rationialrat der Korporationen aus wirtschaftlichem und sozialem Gebiet gesetzgebende Vollmacht ver- leiht Nimmt man nun an, daß dieser inationalrat, wie es den Anschein hat, eine Art Wir Parlament werden raube, so ist bie Gefahr ber Bilbung von Reibungsflachen Aschen wirtschaftlicher unb politischer Staatsmacht nicht von der hanb zu weisen. Es könnte unter Umstanben Par- lament gegen Parlament stehen. Und wie soll am Ende nach f)eif r Debatte entschieden werden? Durch Mehrheitsbeschluß? Beschwört man dami nicht die Geister eines Systems Herauf, das der fa fdiiftifdie Staat für veraltet und erledigt halt? Die Landwirtschaft hat sich mit der Forderung piner Reform begnügt, die aber den einzu riefrtenben Korporationen auch Befugnisse zuweisen mU M demn bisher die Tia6iftralur, bie normale ° Ja r H * n f 11 i di e Angelegenheit hanbelt. »le Praktiker de^ Berufslebens reben daher einer weiset Beschränkung das Wort. Sie stellen im We- der Zwangskartelle werden; sie treten an Stelle der Der Schwerpunkt nicht mehr in Genf. London, 22. Noo. (WTB.-Funkspruch.) Sir John Simon, der gestern nach London zuruck, gekehrt ist, wird heute im Kabinett über feine Genfer Tätigkeit B e r i ch t erstatten. „Times" zufolge soll er im großen und ganzen mit den Ergebnissen seiner Reise zufrieden Jein. Die Zusammenkunft mit französischen, italienischen und amerikanischen Vertretern und mit Henderson habe einen unmittelbaren Zusammenbruch ber Abrüstungskonferenz ver- hinbert unb gleichzeitig ber br, ischen Delegation Gelegenheit gegeben, ihre Auffassung erneut bar- zulegen, daß die in Paris und Genf im September und Oktober unverbindlich getroffenen Abmachungen nicht in jeder Einzelheit bindend für die britische Regierung feien. Die ganze Lage müße jetzt neu geprüft werden. .......... rationen eine umstürzende Macht einräumen, durch ~ iffc ein fruchtloses Kollektivgebilde nach russischem Muster, nur mit umgekehrtem Vorzeichen, erzeugen will. Nicht einmal Nadelstiche sollen geduldet werden, denn — wie Luigi Nazza im Lavoro Fascista meint — Nadelstiche töten das Kapital nicht, sie treiben cs nur in die FluchtI Moral: Kein Unternehmer soll gestört werden, solange er nicht gegen das Gesamtwohl, also gegen das Staatsinteresse arbeitet. Der große Staate- regulator der Korporationen darf nicht zum ue- angenenausseher werden, er hat vielmehr Die Pflicht, allen Staatsbürgern Schutz unb Leiter zu fein. Der korporative Staat ist kein antikapitalistischer unb kein antisozial,stlscher Staat, er will vielmehr Kapitalismu sundSoz a' lismus versöhnen, wie er Arbeitgeber unb Arbeitnehmer versöhnt hat. Oie italienischen Korporationen. Don unserem römischen (^.-Korrespondenten. ii. Rom, im November. Das „Naturgesetz" von der Produktionsregelung durch Nachfrage und Angebot schien lange Zeit unumstößlich, und es war der große Irrtum des Marxismus, daß er glaubte, man müsse ihm freien Lauf lassen und das ganze Augenmerk auf die Lohntüte richten. Der Faschismus dagegen erkannte, daß es den Arbeiter zu einer Maschine i herabwürdigte, die man in Konjunkturzeiten mit höchster Leistung laufen ließ, um sie in die Ecke zu stellen, sowie der Markt gesättigt war. Arn Ende des unsozialen und unhumanen Gesetzes konnte nichts anderes als Hunger und Elend stehen. Es schädigte aber nicht nur unmittelbar den Arbei- ter sondern auch den Staat, weil jeder Hersteller nur mit Rücksicht auf den Ertrag und Prosit pro- I duzierte, heute Zement, morgen Käse, je nach dem Bedars Der korporative Staat verlangt dagegen eine Lenkung d e r Produktion zum Wohle des Ganzen. Unter dem Druck der Krisis gelangten nach und nach alle oder säst alle Staaten zu solchen lieber- legunqen, zur Auseinandersetzung zwischen «önbi- vidualismus und Sozialismus, Privat- und Staatswirtschaft. Die b e r u f s ft a n b i ch e Gliederung drängte sich auf, der Radikalismus ging bis zur Forderung nach Aushebung der Privatwirtschaft. Mit der faschistischen Idee, die vom Einzelnen das Höchstmaß an Initiative und Tatkraft verlangt, ist sie unvereinbar; man erkannte bald, daß nicht die ganze Industrie, nicht die ganze Landwirtschaft, nicht der ganze Handel öffentlichen Organen anvertraut und ausgeliefert werden konnte, es mußte eine Mittellösung gefunden werden, em regulierender Organismus : bi e Korporation. Nur insoweit neben der Privatwirt- fchaft staatliche oder halbstaatliche Unternehmungen notwendig sind, sollen sie dem Korporationssystem ner dagegen beständen auf völliger Unter-I brechung der Arbeiten um zum Ausdruck zu bringen, daß eine neue Grundlage gesucht werden müsse. Der Genfer Korrespondent der „Times sagt: die praktische Erfahrung hat bereits gezeig , daß die seit der ersten Lesung des Konventionsentwurls vorgeschlagenen zahlreichen Abänderungen bie Deutschen vielmehr in Mitleidenschaft ziehen, als zunächst angenommen wurde. In der gestrigen französisch-üasiemfchen Meinungsverschiedenheit hat die bZlt'sche Delegation keine Partei ergriffen S.e ift der Meinung, daß das Schwergewicht der Ab- rüstungsfrage jetzt nicht in Ge n f liegt, und baß es gleichgültig ist, ob die Ausschüsse mit ihren Entwürsen fortfahren oder nicht. Avenols Romreife. ZtaliensRcforinwünfche für denBöllerbnnd London. 22. Roo. (WTB. Funkspruch.) Die Reise des Generalsekretärs des Bölkerbundes Avenol nach Rom erregt hier im Zusammenhang mit dem italienischen Pressefeld,ug für die Reform des Völkerbundes großes Interesse. 3n einer Reuter- mclbung aus Rom heißt es. man erwarte, bah Französisch-italienischer Zusammenprall in Gens. Frankreich mit seinem Wunsch auf Fortsetzung der Konserenzarbeiten isoliert. - Das Büro wird heute die Vertagung beschließen. Gesellschaft von faulen Parasiten, bie von dem Reichtum leben, den andere Leute schassen. Ihr sollt Euch schämen und an Leute den- ken, die draußen hungern." Mac Stooern ging bann au9 dem Oberhaus in den Leseraum des Unter- Hauses. Hier zur Rede gestellt, erklärte er: „Ich konnte es nicht mehr aushalten, ich mußte es tun, ich bedauere cs nicht. Ich war über die ganze Geschichte erschüttert und empört." Nach Pressemeldungen war jedoch der Zwischenfall bereits am Montagabend von der unabhängigen Arbeiterfraktion vorbereitet wor- den. Der König und die Königin, die sich gerade von den Thronsitzen erhoben, als Mac Ko- uern seine Ruse ausstieß, nahmen keine N o • tiz von diesem Zwischenfall. Sie verließen bas Oberhaus ruhig und in der üblichen Weife, wahrend fid) bei den Abgeordneten des Ober- und Unterhauses eine starke Erregung bemerkbar machte. Einige jüngere Unterhausmitglieder, die in der Nähe Mac Koverns standen, wollten den Zwi- »:r mit Gewalt zum Schweigen bringen en erst auf Anweisung älterer Abgeordneten von diesem Vorhaben ab. Nachdem das Komgspaar das Parlament verlassen hatte, wurden starke Proteste gegen das Verhalten Mac Koverns laut, der bei Wiederaufnahme der Unterhausfitzung übrigens wieder auf feiner Bank Platz nahm. Bei der Aussprache im Unterhaus über die Thronrede kritisierte der Führer der Opposition La ns- bürg die Regierungspolitik in der Abrustungs- frage, weil sie niemals zum Frieden führen werde. Er bemerkte weiter, die Thronrede enthalte nichts, was der Masse der Bevölkerung und den Arbeite- losen eine Botschaft der Hoffnung bringe. Premierminister Macoonald, ber auf Lcmsbury folgte, wandte sich bald nach Beginn feiner Rede der Außenpolitik zu. Er erklärte, es bestehe kein Zweifel, daß man schwierige Zeiten durchlebe. Die heutige Lage in Europa fei eine fta- dienweise Fortsetzung der Nachkriegszeit und der Friedensverträge. Macdonald wiederholte die Entschlossenheit der britifchen Regierung, das Werk der Internationalen Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten. Wenn der britische Abrüstungskonventionsentwurf angenommen worden wäre, (o würde das zur völligen Abrüstung der Welt stark beigetragen haben. Das Genfer Gefüge, so fuhr Macdonald fort, sei durch den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund und durch fein Ausscheiden aus der Ab- rustungskonferenz erschüttert worden. Wenn das Vertrauen in der Welt nicht in stärkerem Maße zunehme, dann sei eine Abrüstung unmög- London, 21. Noo. (TU.) Mit dem traditionellen Prunk und den üblichen Feierlichkeiten eröffnete König Geora am Dienstagmittag b i e neue Sitzungsperiode bei englischen Parlamente. In seiner Thronrebe sagte er: Meine Be- ziehungen zu den ausla n b i s ch e n M a ch- t e n finb weiterhin freundschaftliche. Das Hauptziel meiner Regierung in internationalen Ange- legentjeiten besteht darin, mit allen in ihren grasten stehenden Mitteln d e n F r i e d e n in der Welt zu sördern und zu erhalten. Mit diesem Ziel im Auge wird meine Regierung weiterhin mit den anderen Regierungen zwecks Herbeiführung einer befriedigenden Lösung d e r verwickelten Abrüstungsfrage zufammenar- beiten um eine für alle annehmbare Regelung zu erzielen und fruchtbare Ergebnifse von den aus- gedehnten Arbeiten der Abrüstungskonferenz zu erreichen. Meine Regierung bleibt entschlossen, an bem Werke der internationalen Zusammenarbeit durch gemeinsames Vorgehen, durch die Maschinerie des Völkerbundes und auf allen anderen Wegen zu arbeiten, die der Förderung der guten Beziehungen zwifchen allen Staaten und Völkern dienen. Der König sagte bann: Das vergangene Jahr zeichnete sich durch ein stetiges Wachsen des Vertrauens in die zukünftigen Aussichten des eng- lischen Handels und der englischen Industrie aus. Nach der Ansicht meiner Regierung ist es von größter Bedeutung, daß dieses Vertrauen aufrecht- erhalten und g e ft ä r f t wird denn es ist die Grundlage für die dauernde Besserung der Lage Englands. Meine Negierung wird sich weiterhin bemühen, Hilfe für den Ausfuhrhandel, besonders im Wege von Handelsabkommen zu une jeei neu , ...... .... schaffen. Hierzu erwähnt die Thronrede die ver- In Blättermeldungen über den ^ch'üaUe' jd)jebenen gesetzgeberischen Maßnahmen, die das (dien Zusammenprall in Genf wird feftgefteUt, arIamcnt (m Verlause der Sitzungsperiode zu be- ifl -foltert steht. Man fQnbe[n bat( roie das Arbeitslosenverßcherungsgeseh, heutigen Burosttzung sehr | ch^ßnähmen ,ur Beseitigung der Elends- - Genfer Reuter-Vertreter ^/n, ein Gesetz über das Lotterie- daß sogar Dr. »-n-sch B e 11 e l u n w e s e n. lich. Die jung st e Lage in Genf lass« sich etwa wie folgt darlegen: Sir Zahn Simon habe an einer Reihe von Betreuungen mit Henderson und mit den führenden Delegierten der übrigen in Gens vertretenen Staaten teilgenommen, Besprechungen, die durchaus freundschaftlichen Charakter getragen hätten und als nützlich )U bezeichnen seien, heule sei er aus Genf zurück- gekehrt. Er habe berichtet, bafo man in Genf entschlossen sei, die Probleme durch Gemeinschaftsarbeit zu lösen. Cs bestehe keine 21 b - sicht, das Werk der Abrüstung scheitern zu lassen, doch sei die Ansicht weit verbreitet, daß man neben den Arbeiten in Genf Bemühungen a u f diplomatischem Wege unternehmen müsse, um die Arbeiten der Abrüstungskonferenz wirksam zu unterstützen. Sir John S i m o n , fo erklärte 2Hac- donald als Erwiderung auf gewisse Zeilungs- polemifen dann, vertrete in Genf das gesamte britische Kabinett. Die britische Regierung hoffe, dah Deutschland an dem Meinungsaustausch über die schwebenden Probleme sich beteiligen werde, und dah Frankreich und Italien die Bemühungen fortsehen werden, die „wir zusammen so einmütig unternommen haben und auch weiterhin unternehmen werden, um die Konferenz zu guten Ergebnissen zu führen." In allen diesen Fragen werde man mit den Vereinigten Staaten in enger Fühlung bleiben. Wo es einen Willen gäbe, da gäbe es auch einen Weg, die britische Regierung habe bestimmt den Willen, der Abrüstungskonferenz frurn Erfolge zu verhelfen. Sie werde keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um einen Weg zu finden und ihn bis zum erfolgreichen Ende zu verfolgen. Zum Austritt Deutschlands aus der Abrüstungskonferenz erklärte der Ministerpräsident u. a.: Die deutsche Politik habe zweifellos das Werk von Genf nachteilig berührt. Dah die Konferenz roeitergefiifjrt werden müsse, habe niemals in Frage gestanden. Der einzige Zweifel habe darüber bestanden, welches das bestgeeignete Verfahren sei. Heftige Ausfälle Ehmchüls gegen Berlin und Rom. Biermächtcpakt und Völtcrbuno. Churchill nannte Macdonalds Leitung der auswärtigen Angelegenheiten als Haupt der sozialistischen ebenso wie als Haupt der nationalen Regierung vom Unglück begleitet. Das Lausanner Abkommen sei ein sehr großer Fehler gewesen, weil.es Deutschland von seinen Zahlungen befreite, ohne England irgendeinen Vorteil vor den anderen Ländern zu bringen. Der Gedanke, daß der Abrüstungskonventionsentwurf imstande fei, Frankreich und Deutschland auszusöhnen, sei lächerlich. Der Plan mache Deutschland und Italien zahlenmäßig ft ä r f e r als Frankreich und ft öre Das bestehende europäische Gleichgewicht. Die Abrüstungskonferenz sei eine Gefährdung des Friedens von Europa gewesen und habe auch den Völkerbund selbst in schwere Gefahr gebracht. Wenn die Abgeordneten während der kommenden Wochen die Handlungen Italiens genau verfolgen würden, fo würden sie sehen, daß ein neuer Mittelpunkt geschaffen fei, der bei weiterer Entwicklung den Völkerbund ungeheuer schwächen werde. Der Gedanke des Viermächtepaktes sei ein Rivale für den Völkerbund. Es würde ein großes Unglück fein, den Völkerbund dadurch zu schwächen, daß man ihn dazu veranlaßt, Dinge zu unternehmen, die er nicht ausführen könnte, und dadurch, daß verschiedene Großmächte streben, sich von dem Völkerbund loszulösen und lebenswichtige Angelegenheiten Europas durch andere Stellen zu erledigen. Starke Aufmerksamkeit zog bei der Eröffnung des Unterhauses die Ueberfieblung der 30 6a« muel-ßiberalen auf d i e Dppofitions» b ä n l e auf sich. Nur ein oder zwei Mitglieder der Samuelfraktion verblieben auf den Regierungsbänken Der liberale Führer, Sir Herbert Samuel, begründete den Uebcrgang feiner Fraktion zur Opposition. Zur Mbrüftungsfrage erklärte er, er begrüße die Mitteilung, daß die Abrüftungsbemühnn- gen fortgesetzt werden sollen. (Separatismus in China. Die Provinz Fukien erklärt ihre Nnab- hänsiiftkeit von Nanking. London, 21. Roo. (WTB.) General Tsai- tingkai, der Befehlshaber der 19. Armee, hat die Unabhängigkeit der s ü d ch i n e f i f ch e n Provinz Fukien verkündet. Infolge des Aus- bleibens von Geldern für feine Armee fei er genötigt, die Einnahmen der Provinz und die Zweigstelle der Zentralbank zu übernehmen. General Ifaitingfai hat sich im Januar und Februar des vergangenen Jahres einen Namen durch feine heldenmütige Verteidigung Schanghais gegen die Japaner gemacht. Die neue Bewegung soll im schärfsten Gegen- faß zu Kuomintang stehen. Ihr Programm soll für China eine völlige Zollautonomie fordern. Ferner soll sie für eine Abschaffung der u n • gleichen Verträge mit den westlichen Mächten sowie für Streikrecht, Religionsfreiheit, Verstaatlichung des Bodens, der Forsten und der Bergwerke und für eine Aufrechterhaltung des Widerstandes gegen Japan eintreten. Die Aufständischen sollen in Amok; zwei Bataillone Seesoldaten entwaffnet und sich des Telegraphenamtes und der drahtlosen Station in Futschau bemächtigt haben Die Unabhängigkeitserklärung der Provinz Fukien wurde durch die Bildung einer unabhängigen Regierung bekräftigt. Zum Außenminister wurde der frühere Außenminister der Rankingregie- rung, Dr. Eugen 11 di e n , ernannt. Die Nanking- reglerung bereitet scharfe Maßnahmen gegen die abtrünnige Provinz vor. Gynen wird selbständig. Paris, 21. Noo. (WTB.) Zwischen Frankreich und Syrien ist heute ein Vertrag unterzeichnet worden, der die Aufhebung des franzö. ischen Mandates über ©nrien und Selb- tändigmachung Snriens in ähnliche! Form wie »er vor einem Jahre abgeschlossene Vertrag Englands mit dem Irak vorsieht. Der Vertrag sieht eine vierjährige Uebcrgangsperiobe vor, während die zukünftigen Beziehungen zwifchen Syrien und Frankreich im einzelnen geregelt werder sollen. Dem Vertrag sind zwei Protokolle beigegeben, bie Gleich zu Beginn der Sitjung trieben Die syrischen Nationalsozialisten heftige O b ft r u k Hon so daß inmitten eines großen Tumults der Präsident die Sitzung aufheben mußte. Der Oberkommifsar ür Syrien hatte das Parlament vor einer intram iaenten Haltung gewarnt und gedroht, daß dadurch »ie Aufhebung des Mandats nur erichwert würde. ein Militärabkommen, ein Gerichtsabkommen, Finanzabmachungen und ein Abkommen über das Statut der französischen Beamten in ©grien Dor- sehen. Im syrischen Parlament sollte heute früh die Aussprache über den Vertrag beginnen. Der Sitzung trieben die syrischen heftige Obstruktion, so Gegen den Mißbrauch Der Hitlerjugend Berlin, 22. Roo. (TU.) wie der „völkische Beobachter“ meldet, gibt Der Reich sjugendfüh- r e r des Deutschen Reiches, BalDur von Schi - rach, folgendes bekannt: In letzter Zeit wird aus allen Teilen des Reiches ein erheblicher Mißbrauch der hi 11 er-3ugenö, des Jungvolks und des BdM. zu Sammel- zwecken gemeldet. Ich untersage hiermit den mir unterstellten Jugendverbänden ausdrücklich jede Sammeltätigkeit nach 21 Uhr, insbesondere Sammlungen in Lichtspieltheatern und Versammlungen. Ausnahmen bedürfen in jedem Fall meiner vorherigen Genehmigung. Die HJ.-Führer haben Darüber hinaus Sorge zu tragen, dah die HI. nicht zu Veranstaltungen anderer Dien st st eilen herangezogen wird, wenn diese bis in die Rächt hinein dauern. Zahl- reiche Stichproben haben ergeben, daß Jugendliche Durch andere Organisationen überGe- bühr herangezogen würben, wodurch hier und da Ueberanffrengangen entstanden. Der HI.-Führer trägt öle Berantroor- tung für bie Gesundheit seiner Kameraden. Lr soll die ihm anoertraute Jugend nicht verweichlichen, aber er Hot die Pflicht, olles obzulehnen und zu unterlagen, was seine Kameraden gesundheitlich schädigen könnte. öu Amtseinführung Des Reichsbischofs. Einführungsfcieram erftcnAdventsonntag im Berliner Tom. Berlin, 21. Nov (CNB.) Die feierliche (Einführung des Reichsbischofes in (ein hohes Amt, ist, wie Der Evangelische Pressedienst erfährt, endgültig aus den er st en Adventsonntag, Den 3. Dezember, festgesetzt worden. Die Feier findet im Berliner Dorn statt. Die Führer der Landeskirchen aus Dem ganzen Reich, Repräsentanten Des ganzen Reiches und Der Länder, hohe Gäste aus dem Auslande und Vertreter des evangelischen Auslandsdeutschtums nehmen an b?m feierlichen Akt teil. Es ist geplant, den Reichsbischof durch ein bischöfliches Geleit von der Siegesallee durch das Brandenburger Tor über die Linden zum Schloß zu führen. Dort wird ihn die übrige Geistlichkeit empfangen und z n m Dom geleiten. Abordnungen der kirchlichen und politischen Verbände werden nach der Anordnung der Landesstelle Berlin des Reichspropagandaministeriums Spalier bilden. Die Feier wird vom Rundfunk übernommen. Weiterhin günstige Entwicklung der Arbeitsmarktlage im Reich. Besondere Festigkeit der industriellen Bezirke. Berlin, 21. Nov. (TU.) Nach dem Bericht Der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung unb Arbeitslosenversicherung brachten, wieregelmäßigum Diese Jahreszeit in Der ersten Hälfte Des November Zugänge aus Saisonberusen ein geringes Anwachsen Der Arbeitslosenzahl. Mitte November rourDen 3 776 000 Arbeitslose bei Den Arbeitsämtern gezählt, gegen 3 745 600 zu Beginn Des Monats. Der Zuwachs um runD 31 000 ist im Vergleich zu Den Vorjahren, Die für Den gleichen Zeitraum 156 000 für 1932, 220 000 bzw. 232 000 für 1931 unD 1930 aufzuweisen hatten, wenig be« Dcutfam. Die Entwicklung war bezirklich verschieben. Für Die innere Festigung Des Arbeitsmarkts spricht neben Der in Vergleich jum Vorjahr sehr geringen Zunahme Der Arbeitslosen Die Tatsache, Daß Westfalen unD Schlesien noch einen Rückgang Der Arbeitslosigkeit berichten konnten, unD Daß die Zunahme Inoden mehr industriellen unD für Den winterlichen Arbeitsmarkt beDeutfameren Bezirken, wie Sach- | e n mit plus 0,2 und Rheinland mit plus 0,9 v.h. ganz geringfügig geblieben ist. Bon Den Arbeitslosen erhielten Arbeitslosenunterstützung 328 000 (plus 11000), Krisenunterstützung 1 063 000 (minus 9000). Der BestanD an anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen wirD zum Stichtag — Monatsmitte — nicht ausgezählt. Die Zahl Der N o t st a n D s a r b e i t e r, Die bei Den mit Mitteln Der Reichsanstalt geförDerten Arbeiten beschäftigt sinh, betrug zu Beginn Des Monats 314 500 unD Dürfte inzwischen weitergestiegen sein; sie hat sich gegenüber Dem Vorjahr Durch Das tatkräftige Vorgehen Der Reichsanftalt beinahe vervierfacht. Die jetzt vorliegenDen Zahlen Der Kranken- kaffenmltglieDer-Statiftik über Die Entwicklung im Monat Oktober zeigt bei einem BestanD von über 14 Millionen Beschäftigten am 31. Oktober 1933 eine weitere Zunahme um 1 4 1 3 6 0. Auch hier ist es für Die Erkenntnis Der hinter Der Arbeitsmarktentwicklung stehenDen Kräfte beDeutfam, daß bie industriellen Bezirke Die ftärfften Zunahmen an Beschäftig- t e n aufzuweifen haben, fo in runDen Zahlen: MittelDeutschlanD plus 28 900, RheinlanD plus 21000, Schlesien plus 19 500, Sachsen plus 15 000 unD Westfalen plus 12 000. Demgegenüber hat Ostpreußen einen leichten Rückgang Der Beschäftigtenzahl um runD 3900. Die Ergebnisse Dieser ganz unabhängig von Den Arbeitsämtern geführten Beschäftigungsstatiftik Der Reichsanftalt b e ft ä t i g e n Die aus Der Arbeitslosenstatiftik abzulesenden Erfolge Des ersten Abschnitts der Arbeitsschlacht in o olle m 2TI a fo e; sie lassen sogar Diesen Erfolg noch größer erscheinen, Denn währenD vom Höhepunkt Der Arbeitslosigkeit bis zum 31. Oktober Die Zahl Der bei Den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen um runD 2 256 000 zurückgegangen Ist, hat vom Tiefpunkt der Beschäftigung bis zum 31. Oktober Die Beschäftigtenzahl darüber hinaus sogar um 319 000 mehr zugenommen. Es ist Darauf hinzuweisen, Daß Die Zahl Der Wohlfahrtserwerbslosen nur einmal im Monat von Den GemeinDen abgerechnet wird Wer im Laufe des Monats Arbeit erhält, scheidet also erst Ende Des Monats aus Der Statistik aus. Es hat sich bereits in Den letzten Monaten gezeigt, Daß zwar in Den Berichten Der Reichsanftalt, Die Mitte Des Monats ausgegeben werden, eine geringe Zunahme Der Erwerbslosen festgestellt wurDe, Daß aber Dem am EnDe Des Monats stets eine erhebliche Abnahme Der Erwerbslosenzahl gegenüberftanh. So wurDe Mitte Oktober eine Zunahme von 1500 Arbeitslosen ausgewiesen, währenD am Schluß Des Monats Oktober sich eine Abnahme um runD runD 120 000 zeigte. Es ist also Damit zu rechnen, Daß auch EnDe November wieDer eine Abnahme Der Erwerbslosenzahl festgestellt werben wirD. Gegen eine Verstaallichnng des Bankwesens. 6ine Aussprache im Untersuchungsausschuß für dos Bankwesen. Berlin, 21. Noo. Der Untersuchungsausschuß für Das Bankwesen trat zu feiner ersten öffentlichen Sitzung zusammen. ReichsbankpräsiDent D r. Schacht wies Darauf hin. Daß wir in einem Wirtschaftssystem leben, das nicht nur auf Theorien aufgebaut, sonDern historisch entftanben fei unD eine große TraDition in sich schließe. Das K a p i - t a l als solches spiele in jeDer Wirtschaft eine Rolle, eine ganz befonbers große BeDeutung falle ihm aber in einer fo komplizierten Wirtschaft wie Der unfrigen zu. Das Leihkapital fei etwas an s i ch nützliches, Diejenigen Die sich mit Der Vermittlung unD Beschaffung dieses Leihkapitals befassen, nämlich hie Banken, bildeten eine nützliche und volkswirtschaftliche Einrichtung. Dr. Schacht hob sodann den Unterschied zwischen den Begriffen Geld unbKa- pital hervor. Durch Vermehrung Des Geldes könne nicht auch das Kapital vermehrt werden. Kapital könne nur erarbeitet und erspart werden. Wenn man Kapitalgüter ausleihe, fo könne man nicht ohne ein gewisses Vertrauen in Der Wirtschaft auskommen. Der Wiederaufbau des Vertrauens fei Daher als eine Der wichtigsten Forbe- rungen zu betrachten. Die Moral Des Schuldners fei in den letzten Jahren hier und da mindestens ebenso angreifbar gewesen, rote Die Moral des Gläubigers. Die gesetzlichen Gundlagen für die Gläubiger- und Schuldner-Moral müßten wiederhergestellt werden. Man habe viel davon gestochen, daß eine Verstaat- lidjung des Bankwesens Platz greifen müsse und daß dadurch bie Fehler, bie im Privat- banksystem entstauben seien, genünbert werben könnten. Deshalb werbe an bie Spitze Der Erörterungen Die Frage Der Verstaatlichung Des Bankwesens gestellt. Dr. Schacht richtete sobann in biefem Zusammenhang eine Reihe von Fragen an Professor Dr. Hermann Bente von ber Universität Kiel. Professor Bente wies barauf hin, baß bas 93 er- trauen z u ben Sparkassen in weiten I Schichten ber Bevölkerung so außerorbentlich groß gewesen fei, daß man Die Frage ob ein float- li d)e s Institut größeres Vertrauen als eine private Bank finde, bejahen könne. Bisher habe die Anschauung vorgeherrscht, daß bas private Bankwesen bie Wirtschaft billiger mit Leihkapital versorgen könne, als bas öffentliche Bankwesen. Es sei jeboch nicht einzusehen, warum bie öffentlichen Betriebe bie Kunst bes Wirtschaftens nicht ebenso gut beherrschen könnten. Der Großbetrieb, ob privat ober öffentlich, werbe bem Kleinbetrieb immer wirtschaftlich überlegen sein. Oeffentliche Bewirtschaftung bes Krebits schließe seine Dezentralisation keineswegs aus. Der AR.-Vorfitzenbe ber Ov-Bank, Direktor U r b i g , wies auf bie ungeheure Rolle bes Persönlichen hin unb bie machtvolle Initiative, bie bas deutsche Bankwesen vor bem Kriege groß- gemacht habe. Ein staatliches Bankwesen hätte biese Leistungen niemals vollbracht, und wenn man ben Großbanken heute Vorwürfe mache, fo müsse man vor allem bas Ansteigen ihrer Unkosten von 16 v S). ihres Kapitals in 1913 auf 70 o. H. von 1925 ab berücksichtigen. Der Präfibent her Deutschen Zentralgenossen- schaftskasse, Helff er ich, betonte, bafo bie p r i • vatwirtfchaftliche Initiative im Bankwesen vorherrschen müsse, baß sie aber einer Korrektur ba bedürfe, wo sie sich mit allgemeinen volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten berühre. Im Genossenschaftswesen sei bei voller Ausnutzung ber privaten Initiative bas Gemeinwohl burch Gesetzgebung usw. sichergestellt. Präsibent Helserich sprach sich gegen eine Verstaatlichung bes Bankwesens aus, betonte aber, bafo bie brei Großbanken mit Außen- ftänben von 7 bis 8 Milliarben Mark, mit benen sie große Teile bes wirtschaftlichen Lebens be- herrschen, aus ber Sphäre ber Privatwirtschaft im ©runbe herausgewachsen seien, wozu noch ihre große Emifsions- und Leihkapazität trete. Präsibent Helserich empfahl, daß bie Reichsgesetzgebung bie Satzungen ber brei Großbanken nach ihrem Ermessen gestalte unb Damit Die Berücksichtigung Der allgemeinen volkswirtschaftlichen (Zrforberniffe sicherstelle. Aus biese Weife könne auch bie Expansion Der Großbanken im Bereich bes mittleren Bankwesen» verhindert werben. Generalkonsul o. Schön, Aufsichtsratsmitglieb ber Adca, sprach sich als Vertreter eines führenden provinziellen Bankinstituts ebenfalls gegen eine Verstaatlichung des Bankwesens unter Hinweis auf bie Bebeutuna der prioatwirtschastlicheO Initiative aus. Der Präsident des Sächsischen Giro- verbandes Eberle entwickelte ben Sinn bes kleinen Perfonalkrebits ber Sparkassen unb feines Zusammenhang mit bem Leben in ben kleine» Stabten, ber bei Zentralisierung fortfallen würde. Herr von Möller erklärte, bem Staat bürst nicht nur kein stärkerer Einflufo in ben firebitappa» rat eingeräumt werden, bas Bestreben müsse vielmehr bahin gehen, ihn in weitestem Maße^ aus ber bestehenden Verwicklung zu lösen. Die Steuerung bes Krebilwesens könne nur von einer unabhängigen zentralen Notenbank aus erfolgen. Staatsrat Friedrich Reinhart (Commerz- unb Privatbank) roanbte sich gegen bie Beschulbtgung, bafo bas private Bankgewerbe in kritischer Zeit versagt habe. Man bürst nicht oergeffen, bafo es vielfach auch eine Hilfsstellung für das öffentliche B.mk- gemerbe eingenommen habe. Die Privatbanken hätten Leistungen vollbracht, die von keiner anderen Seite erreicht worden feien. Die Hauptschuld an der Krise des Bankgewerbes sei in bem Versagen der früheren politischen und wirtschaftlichen Staatsleitung zu suchen. Verstaatlichung würbe vollständige Bürokratisierung bedeuten. Der Staat sei nicht berufen, Wirtschaft zu führen. Reichsbankpräsibent Dr. Schacht stellte fest, bafo sich Die Erörterungen einstimmig in Der Richtung bewegt hätten, bafo von einer totalen Hier- ftaatlidjung bes Bankwesens abgeraten werben müsse. Eine gesunbe Bankpolitik sei nur im Rahmen einer gesunben allgemeinen Wirtschaftspolitik möglich. Zwischen ber staatlichen Wirtschaftspolitik und ber gesamten Privatwirtschaft müsse ein harmonisches Verhältnis bestehen. Der Verlust, ben bas Privatbankwesen in ber Krisenzeit erlitten habe, sei von ber Reichsbank auf etwa 12 v. H. ber Bilanzsumme errechnet worben. Bei ben öffentlichen 21 n ft alten betrage er etwa 7,5 v. H. Der Vergleich falle also keineswegs sehr stark zuungunsten Der Privat- banken aus. Die öffentliche Hanö habe an Den privaten Banken kaum mehr verloren als an hem öffentlichen Bankwesen. Es müße auch noch berücksichtigt roerhen. Daß Die Privatbanken viel größere Risiken getragen hätten, mäh- renh sich Die öffentlichen Institute von Diesen Risiken beDeutenD stärker hätten sernhalten können. Reuorganisatwn Der Haupi- gemeinschastdesEmzelhandels Berlin, 21. Nov. (VDZ.) Auf ©runD ber in ber TtitglieberDerfammlung ber Hauptgcmeinfchast bes Einzelhanbels vom 4. Mai 1933 erteilten Vollmacht hat Präsibent Freubemann vor einer Versammlung ber Vertreter ber Einzelhanbelsver- bänbe in Braunschweig am Abenb bes 20. November Die neue Satzung ber Hauptgemeinschaft oertünbet unb bie Führer ber Verbanbe burch Hanbsch 1 ag verpflichtet. In der neuen Satzung her Hauptgemeinschast ist bas Führerprinzip burchgeführt. Zugleich wirb burch sie bie bisher bei ben bezirklichen bzw. fachlichen Verbänben begrünbete Mitgliebschaft ber einzelnen Firmen birekt auf bie Hauptgemeinschaft übergeführt. Die ©runbsätze ber neuen Verfassung ber Hauptgemeinschaft sollen nunmehr schrittweise Durch eine entsprechenbe Umgestaltung der Mit- gliedskörperschaften verwirklicht werden. Sobald bie neue Verfassung völlig burchgeführt ist, wirb die Hauptgemeinschaft eine zentrale Organisation bilben für bie etwa 650 000 deutschen Einzelhanbelsbetriebe, während bie Hauptgemeinschaft bisher nur ein Bunb von Verbänben gewesen ist. Auf ein Huldigungstelegramm des Führers des Reichsstandes des Deutschen Handels D r. von Renteln aus Braunschweig hat der Herr Reichspräsident die folgende Antwort übermittelt: Den im Reichsstand Des Deutschen Handels geeinten Angehörigen Des deutschen Handels danke ich für Das freunDliche MeingeDenken. Möge diese erste Tagung Den Zusammenhalt stärken unD Den Reichsstand Des HanDels unlösbar eingliebern in Den D i e n ft bes heut- schen Volkes unb Baterlanbes. Mit freundlichen ©rüfoen (gez.) von Hinbenburg. Reichspräsibent. Kundgebung des Groß- und lleberieehandels. Aus Anlaß bes Tages bes Deutschen Handels veranstaltete Der Reichsverband Des Deutschen ©roß- unb Ueberjeefoanbels in Braunschweig eine Kunb- gebung. Die so stark besucht war. Daß mehrere Pa- ralleloersammlungen abgehalten roerhen mußten. Nach Der Begrüßungsansprache von Geheimrat Schmidt-Braunschweig, erklärte Der geschaftsfüh- renDe Präsibent Otto Keinath u. a„ je verfeinerter Die Wirtschaft, Desto wichtiger roerDe bie Tätigkeit Des Großhandels, Der aus taufenDen von spezialisierten ProDuktionsstätten bie Ware (am- mele und sie wieher an tausenbe unb abertaujenbe von Einzelhändlern, Handwerkern unb Industrielle- trieben weiterleite. Der ©roßhanhel sei also keineswegs ein unnötiges 3roi f d) e n gli e b, sonbern er hätte äufoerft wertvolle Vorteile für In- buftrie, Handwerk, Einzelhandel, Landwirtschaft unb für bie Allgemeinheit. Der Rebner roanbte sich ent- schieben gegen bie Behauptung, baß ber Großhanbel die Ware oertcure; in ber Preisfrage müsse bas Leitmotiv fein: Weber ein Schunbpreis noch ein Monopolpreis, sondern ein angemessener Preis, ber ber Probuktion, bem Großhandel, bem Handwerk und bem Einzelhanbel eine angenmessene Existenzgrundlage beläßt. Präsident Keinath sorderte bann bie Beseitigung aller Begünstigungen ber ge- nossenschaftlichen Vertriebsform unb gab zum Schiuß der Ansicht Ausdruck, baß eine Beseitigung der Hous zins st euer bem Großhandel neue Kredit- Möglichkeiten gegen Deckung durch Grundbesitz eröffnen würde. Staatssekretär Feder überbrachte bie Grüße ber Reichsregierung. Er sagte u. a.: Der Groß- unb Ueberfeehanbel ist bas Auge Deutfdjlanbs nach bem Ausland. Auch heute bedarf ber Außenhandel ber i n t e n f i o ft e n Pflege der Reichsreaierung, dl« ich Ihnen auflbrüdlid) zufichere. In ben Strukturwanblungen unserer Zeit wollen wir bie Entwicklung ber West- wirtschaft nicht aus den Augen verlieren. Die bestehenden Verbindungen nach dem Ausland sind mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten. Aber trügerisch ist Der Glaube mancher an eine plötzliche ungeahnt. Blüte. Die stationäre Epoche her Wirr» schäft hat begonnen, unb her neue Zustanb muß jetzt organisiert werben. Dem Wunsch her Seestädte gemäß soll nichts unversucht gelegt. Die Landung Berlin-, 21. Nov. (TU.) Der Führer der Deutschen Studentenschaft, Dr. S t a b e i , veröffentlicht Schlecht Wetter droht! sa I der amerikanischen Stratosphärenslieger. Wie jetzt bekannt wird, ist der amerikanisch« Stratosphärenballon bereits am Montag um 17.55 Uhr Neuyorker Zeit etwa 16 Kilometer nördlich von Bridgeton (New Jersey) gelandet. Die Landung erfolgte in einer menschenleeren, außerordentlich sumpfigen Gegend. Erst am Dienstagsruh konnte sich F o r d n e y einen Weg durch das Sumpfgebiet und durch dichtes Unterholz zu einem etwa fünf Kilometer weit entfernten Farmhaus bahnen, wahrend S e 111 e zur Bewachung beim Ballon blieb. Ford- ney erklärte, der Flug fei ein wundervolles Erlebnis gewesen. Die Ergebnisse hätten größten wissenschaftlichen Wert. mit dem brennenden Auto in die Havel gestürzt. Straßburg, November 1933. Fünfzehn Jahre sind am 2 2. November seit jenem Tage verflossen, an dem Frankreich gemäß den Bestimmungen des Waffenstillstandsabkomens auch die Festung Straßburg wider- tandslos besetzen konnte. An der Spitze der vierten Armee zog General G o u r a u d ein, begrüßt durch ein Empsangskomitee das unter Leitung des kürzlich verstorbenen Fritz Kieffer für eindrucksvolle Staffage gesorgt und auch die wohlverteilte Komparserie beschafft hätte; die durch die vorangegangene deutsche Hinterlandsrevolte und das Gefühl des völligen Zusammenbruchs kopflos gewordene Bevölkerung ließ das Schauspiel widerstandslos abrollen. lens sein. OasMeineidSverfahren gegen denZeu gen Sönke aus dem Heichstagsbrand- stifterprozeß. einen Bündnisvertrag zwischen Deutschland und England. Schon vor dem Kriege nahm er seinen Abschied aus dem diplomatischen Dienst. Seine Erinnerungen hat er in mehreren Büchern nieder- Jn einem aufregenden Feuergefecht zwischen Bankräubern und Polizisten in Montevideo (Uru- auay) wurden sechs Personen, davon vier Polizisten, getötet. Die Bankräuber hatten zuerst das Feuer auf die Schutzleute eröffnet, als sie nach vollbrachtem Raub mit ihren Kraftwagen flüchteten. Bei der Ver- folgungsjagd wurden zwei Banditen getötet; fünf Personen, darunter unbeteiligte Zivilisten, wurden verletzt. Festnahme einer kommunistischen mordbande in Hamburg. Die Hamburger Polizei verhaftete 11 Mitglieder des früheren Roten Frontkämpferbundes. Sie haben am 3. Dezember 1930 bei einem politischen Zusammenstoß den Polizeiwache meister Knies ermordet. Den tödlichen Stich hat der Kommunist Ernst Sander geführt. Der Mörder sowie mehrere Mittäter sind geständig. Verheerendes Großfeuer in einem türkischen Dorf. Nach einer in Paris vorliegenden Meldung aus Ankara brach in der Ortschaft Akscheir in der Nähe von Adalia ein Feuer aus, das sich trotz des sofortigen Eingreifens aller umliegenden Feuerwehren sehr rasch ausdehnte. 240 Häuser wurden ein Raub der Flammen. Man zählt bereits drei Tote unter den Einwohnern, befürchtet aber, daß noch weitere Leichen unter den Trümmern begraben liegen. Reichswehrfeldwebel tödlich verunglückt. Ein mit feinem Motorrad auf der Rückfahrt zu feinem Truppenteil nach Kassel befindlicher Feldwebel aus Eschwege wurde mit gebrochenem Genick I neben seinem Motorad liegend tot aufgefun- ! d e n. Wahrscheinlich hat sich die Maschine in einer Kurve überschlagen. Dies ist der zweite Fall in die- sam Jahre, daß ein Eschweger Reichswehrsoldat auf so bedauerliche Weise ums Leben kam. Steigender Fleischverbrauch in Deutschland. die Freude an dem großen Erleben auf See in immer weitere Kreise des deutschen Volkes Dringt und die Bemühungen der Seeschiffahrt, möglichst viele zur Teilnahme an billigen Reisen Gelegenheit zu geben, einen fruchtbaren Boden finden. Die Allgemeinheit hat ein starkes Interesse daran. Die Seeschiffahrt ist lebenswichtig für das deutsche Volk und seine Wirtschaft. Ihre Weltbedeutung und ihre wirtschaftliche Existenz ist durch die Krise, Den Verfall der Standardwährungen der Welt bedroht. Jeder, der auf deutschen Schiffen reift, trägt dazu bei, daß sie Die Krise überminDet. So ist es gerade auch für Den Beamten ein zu begrüßender Beschluß, wenn er sich vornimmt, seinen Urlaub aus einemdeutschen Schiff zu verbringen. Bisweilen mag Dies noch verkannt roerDen, es ergibt sich aber groingenb aus Der Lage. Wenn bei Rufen Dieser Art Der Ausgang oDer EnDpunkt im Aus- lanD liegt, sollte Diese Tatsache Den Entschluß nicht verhinDern, Denn erfolgt Die Reife durch fremde Länder auf kürzesten Wegen, so ist sie bedeutungslos gegenüber Der Tatsache, Daß Der weitaus größte Teil Des Urlaubs auf Deutschem BoDen ver- bracht roirD, Denn Die Reisen auf deutschen Schiffen sind Reifen auf deutschem Boden. 'Aus aller Melk Die Deutsche Akademie der Dichtung zur Buchmesse. Die Preußische Akademie der Künste, Sektion „Deutsche Akademie der Dichtung", widmet der 10 Tage Deutsche Buchmesse" den folgenden Aufruf: Alle große Kunst ist Rechtfertigung eines Volkes vor Gott; sie ist auch Erfüllung des Ueberfommenen und Auftrag an die Nachfahren. Aber es ist nicht das allein. Wie Der Leib Des Brotes beDarf, so will Die Seele Das Geheimnis vorahnen, Das zwischen Gott unD Mensch steht will sie Die Schauer von Lied und Dichtung empfmDen und auch das Glück kosten, das aus Der schwingenden Sprache ihres Volkes aufsteigt, einer Gemeinschaft, mit Der sie schon auf ErDen gewinnt, siegt unD weiterlebt. Arm ist, wer nicht Darum weiß. 1 Erst Die Feier Des Sonntags bestimmt Die Kraft im Werk Des Alltags; wer sich Den stillen Stunden der Besinnlichkeit, wer sich Dem Glück eines guten Buches, wer sich der Sammlung am Tage der Umkehr entzieht, hat in Der Woche einen engen B ick, oder auch freudlosen mißmutigen Gewinn. Echte Kunst macht stark; sie ist Die Erfüllung Deiner selbst; sie erst ist aber auch Die höche Kraft Deines Volkes, Da* gleich Dem Einzelnen Der Schövfung Antwort zu stehen hat auf Die Frage nach Weg, Wert und Jetzt, wo schneidende Kälte und naßkaltes Wetter miteinander abwechseln, braucht die haut besondere Pflege, soll sie nicht rissig und spröde werden. Bei dem hinaus- gehen findet die haut in Leokrem, der tief in die haut einbringt, einen idealen Schutz gegen alle Witterungseinflüsse. Durch seinen Gehalt an naturechtem Sonnen. Vitamin fördert Leokrem zugleich den Aufbau der haut. Machen Sie noch heute einen Versuch! Dosen zu 90,50,22, 15 Pfg. in ollen Chlorodont-Verkaufsstellen erhältlich. folgenden Ausruf für Das Winterhilfswerk: Deutsche Studenten! Das große Werk des sozialen Ausbaues verpflichtet auch die 6tubentenfd)aft ßu tätiger Mitarbeit. Das Winterhilfswer .ft d i e brennend st e und notwendigfte Auf - gäbe innerhalb Des deutschen Volkes, hier hat Der Einsatz Der StuDentenschast voll und ganz zu erfolgen. In engster Zusammenarbeit mit allen Kreisen Des Volkes roirD jeDer Student mit aller Kraft Dafür sorgen helfen, Der Not E'.uhalt zu gebieten Die unseren ärmeren Volksgenossen als Erbteil jener 14 Jahre Mißwirtschaft Des uberrounbe- nen Systems Droht. In Den kommenden Wochen beginnt Die Arbeit in jeder Studentenschaft des Reiches. Ich erwarte von jedem deutschenStuben ten, Daß er Das Aeuß erste an Leistung unD Opfern aufbringt. Der Einsatz für Das Winterhilfswerk soll Der $ r ufftet n fu r D te Echtheit unseres sozialistischen Wol Berlin, 21. Nov. (WTB.) Die Jujtizpresse- Üelle Berlin teilt mit: Die Staatsanwaltscyaft Ber- lin hat gegen Den 38 Jahre alten Feilenhauer Rudolf Son ke Anklage wegen Meineides erhoben Sönke war bekanntlich am 30. Oktober d. I. auf Antrag Des Oberreichsanroaltes im Re, chsta g s- b a n d st i f t e r p r o z e ß v e r h a f t e t worden. Die Voruntersuchung hat ergeben, Daß Sänke u n er feinem E i D wissentlich falsche Angaben über seine Zugehörigkeit zur KPD. unb seine Bekanntschaft mit Dem im ReichstagsbranDstifterprozeß angeklagten T aness gemacht hat. Ebenfalls hat Der BeschulDigte zugegeben, Daß fein etliche Aussage, er habe Taneff in Rumänien tennengelernt unD tn Berlin zufällig getroffen, falsch war. Schließlich hat Sänke auch infofern unter feinem Eide Die Unwahrheit gesagt als er von Dem IV. Strafsenat Des Reichsgerichtes behauptete, er habe für Taneff keine Koffer vorn Bahnhof geholt. Die Hauptverhandlung dürfte schon in Der nächsten ^eit vor Dem Schwur gericht in Berlin ftattfinDen. Seereisen auf deutschen Schiffen fiuo weisen auf deutschem Boden. Berlin, 20. Nov. (TU.) Bereits im Juni d.J. hat Die Reichsregierung Darauf d'^ewiesen, Daß es keineswegs ein Verstoß gegen Die Grundsätze praktischer Betätigung der Vaterlandsliebe ist, wenn Deutsche aus Deutschen Seeschiffen ret s e n. Im Gegenteil ist es nur zu begrüßen, Daß erste Maximum um 0.49 Uhr. Die Bodenbewegung betrug 0,2 Millimeter. Die Instrumente blieben mehrere StunDen in Tätigkeit. Die Entfernung de» Erdbebenherdes beträgt 4800 Kilometer. Aestaufführung des Reichsparieilagsfilms am 1. Dezember. Nach umfaßender, forgfältigfter Bearbeitung und künstlerischer Gestaltung durch Leni Riefen- st a h 1 ist der dokumentarische Film vom Reichsparteitag in Nürnberg 1933 „Der Sieg De s Glaubens" nunmehr fertiggestellt. Das Werk wird seine erste öffentliche Festaufführung am 1. Dezember im Ufa-Palast am Zoo in Berlin erleben. Ein Einbrecher in einem Grabe feffgenommen. Der Kriminalpolizei in Bottrop-Boy ist es gelungen, Den Räuber Mikolaiczak und feine Geliebte festzunehmen, denen 25 Einbrüche und vier Raubüberfälle nachgewiesen werden konnten. Die Kriminalpolizei hat inzwischen das Konto des sauberen Paares nachgeprüft und i feftgefteUt, daß sich seine Straftaten auf 72 erhöhen. Ein geradezu raffiniertes Versteck hatte sich der Verhaftete ausgesucht, um dem Zugriff der Polizei zu entgehen. Mikolaiczak war auf den alten Fried- Hof im Stadtteil Boy Motzen und dort plötzlich verschwunden. Ein Kriminalbeamter wurde jedoch auf ein neu hergerichtetes Grab aufmerksam. Man entfernte die Kranze und entdeckte unter ihnen ver- steckt Den Verbrecher. Der gerissene Bursche wurde gepackt unD ins Polizeigefängnis eingehefert. Feuergefecht mit Bankräubern in Uruguay. Diktates zu verhungern braucht. Oos Inkrafttreten des Reichskuliurtammergeietzes. Berlin, 21. Nov. (TU.) Entgegen einer in Der Öffentlichkeit vielfach verbreiteten Auffaffung roirD von zustänDiger Stelle mitgeteilt, Daß Die erste Ver- orDnung zum Reichskulturkammergefetz in vollem Umfange bereits am 15. November in Kraft getreten ist, allerDings mit Der Maßgabe, Daß Die Eingliederung Der Fachver- bänDe bis zum 15. Dezember nachgeholt roerDen kann. Es roirD roieDerholt, daß keinerlei Gegensatz zwischen Der Deutschen Arbeitsfront unb Der Reichskulturkammer besteht. Die Reichskulturkammer fühlt sich als GlieD Der Deut- scheu Arbeitsfront, Die ihrer Bestimmung nach Die drei großen Schichten Der Unternehmer, Angestellten unD Arbeiter gemeinschaftlich umfaßt. DaYaus, daß als erster fertiger Teil Des stänDischen Aufbaues Die Reichskulturkammer ein GlieD Der Arbeitsfront ist, ergibt sich u. a., Daß Die Säule VIII innerhalb Der Arbeitsfront Der DerdanD Der Theaterangeftell- ten unD ähnlicher Berufe aufgelöst werden muß. Da Dieser VerbanD sowohl Angehörige umfaßt Die zur Theaterkammer gehören, als auch Angehörige, Die zur Musikkammer gehören, ist ?s nicht möglich, Den Verband als FachoerbanD zu übernehmen. Hinzu kommt, Daß Dieser VerbanD eine ganze Reihe von Berufen umfaßt, Die in Der Thea- tertammer keinen Platz haben, weil Der VerbanD ohne Betonung Der eigentlichen Berufsaufgaben hauptsächlich sozialen unD gemeinschaftl.chenJnteressen bienen sollte. Der Platz Der Musiker ist m Hukuuft in Der Musikkammer, Der Platz Der Schauspieler tn der Theaterkammer. Aufruf der Oeuttä en Studentenschaft für das Winterhiifswerk. An Der Havel-Fähre bei Rathenow ereignete sich ein schwerer Unfall. Als Der Inhaber eines In- stallationsgeschäftes, Der frühere Direktor Bergmann, im Kraftwagen von Milow nach Premnitz fahren wollte, entftanD kurz vor Der Fähre, an- scheinend infolge Benzinrohrbruches, ein Vergaser- branD. Der im Inneren brennen De Wagen fuhr über Die Fähre hinweg unD stürzte in Die Havel. Nach einer StunDe konnte er geboraen roerDen. Bergmann saß tot am Steuer. Der Arzt stellte einen Herzschlag fest. Revolte im Gefängnis von Philadelphia. Im Gefängnis in PhilaDelphia ist eine schwere Meuterei ausgebrochen. Die Gefangenen haben Feuer an Die EinrichtungsgegenstänDe Der An- ft alt gelegt, Die nach außen vollftänDig abgefperrt ist Die entsetzte Bevölkerung vernahm aus Dem Inneren Das Feuer von Maschinengewehren, Flintenschüssen unD Das furchtbare Schreien unD Heulen Der Gefangenen. Der Feuerwehr ist cs nur mit Mühe gelungen, Die Flammen zu löschen. Mehrere Hundertschaften Polizei konnten schließlich in Das Gefängnis einDrmgen. Der Aufruhr ist unterDrurft worDen. Der Vorgang hat sich nach Den letzten MelDungen folgendermaßen abgespielt: In Der Er- hokungspause auf Dem Gefängmshof, wo fid) 1300 Sträflinge befanden, liefen 75 von ihnen plötzlich < in Die Werkstätten, wo Baumwollgewebe hergestellt | roerDen, unD steckten sie in BranD. Das Feuer griff j auf Die Küche unD Die Waschanstalt des Gefängnisses über. Während sich die anderen Sträflinge frei, willig in ihre Zellen zurückbegaben, wurden die 75 Meuterer durch Maschinengewehrfeuer und Jxe- volverschüsse in eine Ecke des Gefängnishofes getrieben und dann in ihre Zellen zurückgebracht. Schweres Fernbeben ausgezeichnet. Ein außergewöhnlich schweres Erdbeben wurde in der Nacht vom Montag zum Dienstag zwischen Mitternacht und 1 Uhr auf mehreren englischen Erdbebenwarten verzeichnet. Don einer Erd- bebenwarte wurde mitgeteilt, daß als Epizentrum die Gegend des Schwarzen Meeres oder des Kaspischen Meeres angenommen wird. Nach den Messungen des Kew-Observatoriums ereignete sich das Beben in der Baffinbay zwischen Grönland unb Baffinland. Es handelt sich demnach also wohl um ein Seebeben, über dessen Auswirkungen man genaue Nachrichten von Schiffen erwartet, die während des Bebens in Der Baffinbucht weilten. Da Die Regiftriernadel um 30 Zentimeter ausschlug, muß es sich um eine recht starke Erschütterung der Erdkruste gehandelt haben. Das Beden wurde nach hier vorliegenden Meldungen übrigens von nahezu allen Erdbebenwarten Der Welt beobachtet. * Die Seismographen Der von Reinachschen Erd- bebenwarte auf Dem Kleinen Feldberg 'm Taunus verzeichnete am Dienstag kurz nach Mitternacht ein schweres Fernbeben. Der erste Einsatz erfolgte um 0.29,04 Uhr mitteleuropäischer Zeit, Der zweite Einsatz um 0.35,17 Uhr mitteleuropäischer Zeit, Das Die Franzosen machten sich Die Lage zunutze. Als am 10. Dezember Poincars, Clemenceau, Kammer und Senat, dazu ein Troß von Presseleuten und alliierten „Staatsmännern" (Lloyd George, Nitti u. a.) einen noch pomphafteren Einzug hielten, war durch Massenabschiebungen Deutscher, durch Internierungen usw. Die Einschüchterung vielleicht noch größer, unD Die völlige Absperrung von Deutsch- 1 a n D , über das die Presse nur revolutionäre Schreckensnachrichten brachte, hatte mitgeholfen, Das Volk zu Desorientieren. Poincarö war denn auch so geschickt, vor Den Ohren der Weltöffentlichkeit zu verkünden, hiermit habe die Volksabstimmung stattgefunden: „le plSbiscite est fait“. Auf dieser dreisten Lüge ist auch die formrose Rückgabe Elsaß-Lothringens an Frankreich aufgebaut, Die im Versailler „Vertrag" sogar noch auf Den Waffenstill- stanDstag zurückdatiert worden ist. Und als Graf Brockdorff-Rantzau an das Selbstbestimmungsrecht erinnerte und eine klare Volksbefragung forderte, erhielt er vom „Tiger" Clemenceau die höhnische Antwort: Dieses Plebiszit habe {tätige- funben, als sich bas elsässische Volk in die Arme Der „Mutter Frankreich" stürzte, unD Die Alliierten unD assoziierten Mächte hätten lebiglich Diese Willenskundgebung zur Kenntnis zu nehmen. In den vergangenen fünfzehn Jahren hat es sich immer von neuem gezeigt, Daß es Frankreich auf Den Willen seiner „befreiten Brüder" nicht im mindesten ankommt. Wohl hatten ihnen Generäle unb Politiker von ben ersten Augusttagen 1914 an feierlich bie Achtung ihrer Freiheiten unb Ueberlieferun- gen zugesagt, aber wer hätte je in ber Geschichte häufiger Die beschworenen Rechte anDerer so mit Füßen getreten wie Die französische Nation? An eine Erklärung in weltgeschichtlicher StunDe mag erinnert werden: am 11. November 1918, am Tage Des Waffenstillstandes, erklärte Der Damalige PräsiDent Der französischen Kammer, Der später« Präsident Der Republik, Deschan e l, wörtlich: „Das ganze Frankreich, Das Frankreich aller Zei- I ten, das alte Frankreich wie das der Republik, bringt euch in Ehrfurcht vor euren Traditionen, euren Gewohnheiten, euren Freiheiten, euren Ueberzeugungen seinen großen Ruhm zuruck. Von allen schwülstigen Phrasen entkleidet, konnte das nicht anderes besagen als bie Anerkennung bes elsaß-lothringischen Volkstums, seiner besonberen ge- schichtlick)en Eigenart. In Wahrheit aber ging ber „Befreier" sofort baran, bie SÄutterfpra ch e ber „Befreiten" z u b e k ä m p f e n , wie bie französischen Republikaner auch heute noch ihr hehrstes Lebensziel Darin erblicken, bie Rechte ber Kirchen in Elsaß-Lothringen zu beschneiden unb schließlich aufauljeben, sowie die überlieferte christliche Erziehung zu beseitigen. Ein „befreites" Volk müßte logifcherweise größere Rechte unb Freiheiten als ein „unterbrücktes" aufzuweifen haben. Wo aber Haden bie (Elfäffer unb Deutschlothringer auch nur in einem Punkte etwas gewonnen gegen bie Zeit, ba sie angeblich „unterm ! preußischen Stiefel schmachteten"? Die fast voll- kommene Selb st Verwaltung Des ßanbes, wie sie zu Deutscher Zeit bestanD, ist längst zerschlagen, unD was von Der Freiheit Der Oemetnben beibeljalten worben ist, steht längst auch auf bem | Aussterbeetat. Das Schlimmste aber, bas einem kulturell hochstehcnben Volke geschehen kann, bie Entrechtung seiner eigenen Sprach e , ist im heutigen Elsaß unb Deutschlothringen Wirk- lichkeit. Von ber abgelegensten ländlichen Schule bis hinauf zur Straßburger Universität ist alles auf Mißachtung Der Deutschen LanDessprache abgestellt unD auf Züchtung französisch parlierender Geschöpfe. Im übrigen sollen biese künftigen „Elsasser-Fran- zosen" möglichst große Deutschenfresser sein, bamit sie hiiieinpassen in bie Riesenfestung, bie ihnen bie treubesorgte „Mutter Frankreich" in ben letzten Jahren auf unb unter ihrem eigenen Loben errichtet hat. . , t Elsaß-Lothringen aber will nicht Kamps- felb eines kommenben Krieges sein, onbern Brücke zwischen ben Völkern, eine Stätte frieblichen Wettbewerbs ber beiben Nachbarn. Unb so hat niemanb freubiger Die ftrie- Densworte ADolf Hitlers begrüßt, als er Frankreich im Namen Der Deutschen Nation Die HanD zur Versöhnung Darbot. „ReDet mit Hitler ...!" ruft bas elsaß-lothringische Volk ben verantwortlichen Führern in Paris zu, unb „schafft enblich Fneben! Ziel Vom Kampfring Der Deulsch.0esierreicher im Reich. Wie gemelbet, ist in Kassel die (Srünbung bes ®n m d f r i n a e s ber Deutsch-Oester- reid?ePr im Reich" mit Dem Hauptfitz m München erfolgt. Für Den Bereich Hessen und Hessen- Nassau ist ber, innerhalb ber großen österreichischen Kolonie seit vielen Jahren als Führer populäre Pg F S. Langer in Frank,urt a. M. mit ber Di 1 .raanifierung unb Führung betraut worden. Deu*..)°Oesterreicher, Die bereit sind, sich mit allen zur Verfügung stehenden Kräften an Der Herbei- führung Des geistigen unD Der Vorbereitung Des formalen staatlichen Zusammenschlusses ihrer Hei- mat mit Dem Reiche Adolf Hitlers totig mit- zuhelfen, werden eingeladen, sich bei Der Geschäfts- stelle des Kampfrings, Frankfurt a. M. 13, Große Seestrahe 39, Tel. 778 86, anzumelden. Baron von EckarDftein f. Auf Der Reise nach Deutschland verstarb im Haag infolge eines Herzschlages Baron von Eckard- stein im 71. Lebensjahr; v. Eckardstem war aktiver Gardeoffizier und wurde von Bismarck in Den diplomatischen Dienst berufen. Unter dem Graten Hatzfeld war er als stellvertretender Geschäftsträger in London tätig. Er hatte besonders gute persönliche Beziehungen zur Königin Mktona und zu König Edward VII. Er bemühte sich besonders um gelassen werben. Wir wollen Sorge tragen, daß für sie bas ä u ß e r st e getan wirb. Angesichts ber wegweisenden Ausführungen Gott- trieb Feders verzichteten bie übrigen acht ange- fünbigten Redner aus allen Teilen des Reichs auf ihre Referate. Die Berfammlung wurde mit einem dreifachen Siegheil geschloffen. DieAusgaben deSArbettsdienst es Berlin, 21. Nov. (CNB.) Der Inspektor ber Führerschule bes Deutschen Arbeitsbienstes Dr. Decker hielt vor ber Presse einen Vortrag über Die Ausgaben bes Arbeitsbienstes unb ben Aufbau Der Führerschulen im deutschen Arbeitsdienst. Er führte u. a. aus: Der Deutsche Arbeitsdienst soll nach dem Willen unseres Führers zwei große Aufgaben lösen. Einmal eine volkswirtschaftliche Ausgabe, die in Der Erringung Der Deutschen Brotfre iheit besteht, zum zweiten eine erziehungspolitische Ausgabe, nämlich die Umformung Der jungen Deutschen Menschen in Der großen Erziehungsschule Der Deutschen Volksgemeinschaft. In Der Reichsschule Des Deutschen ArbeitsDienstes unD in Den zwölf Bezirksschulen im Reich soll Das Führertum im Deutschen ArbeitsDienst a u s - gelesen unD für die großen Aufgaben auf Die einheitliche Linie gebracht werden. Die Grundlage einer erfolgreichen Arbeit für Die Verwirklichung einer JDee ist Das rückhaltlose Bekenntnis z u Der Gedankenwelt des Nationalsozialismus, die uns erst wieder erlöst hat aus der Führerlosigkeit der vergangenen 15 Jahre. Führer im Arbeitsdienst zu fein, ist kein Beruf, sondern ein Dien ft am lebendigen Deutschland In der Erfüllung Dieser Aufgabe hegt zuletzt auch bie Sicherung Der aufrichtigen FrieDenspolitik unseres Kanzlers unD feiner Mitarbeiter, Denn wir wollen Der Welt zeigen, Daß unser Volk nicht Gas unb Tanks unb Kanonen braucht, um seiner Not Herr zu werben, (onbern Daß es mit Den Waffen Der 21 r b e 11 Den g r i e D e n eines Volkes wieDerherftellen will, m Dem niemanD mehr unter Der Not Des Versailler Nach Den Berechnungen, bie bie „Fleischer-Ver- banbs-Zeitung" auf Grunb der Veröffentlichungen bes Statistischen Reichsamts über bie Schlachtvieh- unb Fleischbeschau im Deutschen Reich vorgenom- men hat, ist in Auswirkung ber erfolgreich begonnenen Schlacht gegen bie Arbeitslosigkeit im brüten Vierteljahr 1933 zum ersten Mal unb zwar eine nicht unerhebliche Zunahme Des Fleischverbrauchs festzustellen. Die Berechnungen ergeben, baß im brüten Vierteljahr insgesamt 7 450 977 Doppelzentner Fleisch verbraucht mürben. Das bedeutet einen prv-Kopf-Verbrauch der Bevölkerung von 11,33 Kilogramm. Gegenüber bem Dritten Vierteljahr 1932 ergibt sich eine Zunahme des Fleischverbrauchs um 433 405 Doppelzentner ober pro Kops ber Bevölkerung eine Zunahme um 0,52 Kilogramm. Die Tatsache, daß nach einer Periode des ständigen Rückganges des Fleischverbrauch im dritten Vierteljahr dieses Jahres der Fleischverbrauch pro Kops der Bevölkerung um über ein Pfund gestiegen ist, bedeutet eine erfreuliche Verbesserung Der Ernährungsverhältnisse unserer Bevölkerung und bie Direkte Auswirkung Der erfolgreichen Bekämpfung Der Arbeitslosigkeit Durch Die nationalsozialistische Regierung. 3m Faltboot rund um bie Welt. Der Deutsche FrieDrich Ulrich, ber sich auf einer Fahrt im Faltboot runb um Die Welt befinDet, ist in Rom eingetroffen. Er ist am 15. Juni in Kiel abgefahren unb begab sich über Bremen, Wilhelmshaven Emben, Ebam, Amster- bam, Utrecht unb Ostenbe nach Bvulvgne-sur-mer. Er burchfuhr sobann Frankreich unb erreichte bei Marseille Das Mittelmeer. Der Weg führte ihn bann über Genua nach Rom. Ulrich beabsichtigt, seine Weltfahrt in 14 Jahren zu beenden. Wettervoraussage. Der hohe Druck flaut im ganzen etwas ab. Dabei bilden sich zwischen dem Kerngebiet über Polen unb Dem über Jrlanb flache Störungen aus. Somit gelangt von Westen her etwas ozeanische Lust nach bem Kontinent, Die zum Aufzug nebliger Bewölkung führt woDurch bie Temperaturgegenfähe zwischen Tag unb Nacht sich mehr ausgleichen. Im wesent- lichen bürste aber bas trockene Wetter noch bestehen bleiben. Aussichten für Donnerstag: Neblig- | wolkig unb kurz aufklarenb, Temperaturgegenfätze mehr ausgeglichen, meist trocken. Lufttemperaturen am 21. November: mittags 9,1 Grab Celsius, abenbs 1,5 Grab; am 22. November: morgens —2,4 Grab. Maximum 9,3 Grab, Minimum — 3,1 Grab. — (Erbtemperaturen in 10 cm liefe am 21. November: abenbs 1,7 Grad; am 22. November: morgens 1,1 Grab Celsius. — Sonnenscheindauer 7 Stunden. Elsaß-Lothringens „VefreiuWiag" Von unserem Straßburger Mitarbeiter. Nachdruck verbalen! 20. Fortsetzung. von Deiner Christa. gute Frau, unsere liebe Mutter. Schwiegermutter, Schwägeiin, Kusine und Tante Frau Franziska Schmitt geb. Wirsig Gießen. Kl. Mühlgasse 7, den 22. November 1933. gestern im vollendeten 55. Lebensjahre sanft entschlafen. Gießen, den 22 November 1933. 71O5D Mnll MlrWüMWsWsie ( abu u h*lt an Geld! Institut, Friedrichstrasse 24. 70»» D Zweites Eoaiert in der Stadtkirche. Gießen, im November 1933. 7098D Verkaufs-Angebot. |6-3lmiD.-®o6n. in. -onoci. u. ö Wilhelmstr. 41. vor Selterswest 67 ?111D Josef Schmitt Käte Richter, geb. Schmitt Reinhold Richter Als Bausparer dersicher.,soli- den„Aachener Bausparkasse“ Zwecksparverband für Eigenheime A.G., Aachen folgende Grundstücke, Gcmark. Gießen, sollen verknust werden: (Verschiedenes Beerenobhhodiliänine Beerenobslsträacöer Bimbeentriocber Brombeenlriodier ed e Flieder cmvfieblt Bärtnerei Dönges Gießen mi« Marburger Ltr. 67 Toitneretan.23.il.» 20—22.30 Ubr Deutsche Bühne Reihe 1: Ungerade Mitglieds nummern Arn Himmel Gurovas Schauspiel in3Akten von Tchwenzen» Malina. Vollständiger Ausverkauf wegen Aufgabe meines Geschäftes zu bedeutend herabgesetzt Preisen Vendomcn Sie diese Gelegenheit nicht. Koffer In Hartplatte. Vulkanfiber und la Leder, sowie Damentaschen und Lederwaren aller Art bei mir einzudecken. Aug.Kilbinger Nacht. J.G.Höfle Die Beerdigung findet am Freitag, dem 24 November, vormittags 11 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Blatt 4178: Flur XI 9ir. 1, Äcker, Wiese, Vciboeitcrncr Weg, 7161 qm u.SIOSqm. Flur XI Nr. 2, Grasgarten, Ebftbaum- stück daselbst, 3330 qm. Blatt 1145: Flur III 9te. 803’/w Hof- reite, 349 qm. Blatt 1523: ivIurVT 91t. 44, Äcker 'wisch Wetzlarer Weg und der Vabn, 849 qm. 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