!• Gemüse et fein'. >.S- tt Berlin - (-wiemba _ 58,31 irL 16;3 168,86 2’'S 64,87 4 sl,S 34/5« o,S 57.77 12,85 16,425 69-5« t! *Ä fr DÄ 47,95 12,39 z 100 48,05 12,« 3,053 169,57 66,07 58, 67,7 13,16 0,957 2,753 58,56 22.08 16,445 81,33 35,13 8lL 0,77 0,233 5,305 12,70 804 ,95 1,40 3,047 169.28 65,« 51.79 es,« 12,93 0,958 ,667 68,47 22,07 16,4$ 81,27 35,11 oiF •'S? o.A 5.295 12.« 12,41 3,153 169,62 s Ä S yi 'S s Ifl 0,236 5,305 12.70 ‘M sSs? 16 ,047 9,23 5,93 »8,49 »7,6 13, 0,953 2,747 58,44 22,04 ,405 Sb« 35,0 o'.Z ?Z 12,68 fr,Sfr um(äk cn Weil#, ™r !Brn»; ionb»» ?i'2Sfr«'f>llÄ5 0 mu g.^oier v>e , 9Crlte fjm lös» „a«?«nb W tarkt in >.. 1 en 576 Ma^ EU Ü,« für 6 Wochen alte Tiere 7 m« ?’.8 $Men atte 9 bis 12 Mark 12 bis 18 Mark Der $ lebfjaft; es verblieb etwas lieber- ! riet Tchlachtvichmarlt. : Q'®? 2l-Sept. Auftrieb: 87 Bin. r> 45,2, bchafe, 913 Sd)meine. Ss 22 bis 24 Mark; Schafe 20 dis oeine 44 bis 50 Mark. - Mailt- . en Biehgattungen mittelmäßig. »er Pfarrer in Schuhhaft genommen. a, 20. Sept. Am Sonntag wurde von Ißoppenhaufen an der Safier- ne Weußeruna, bie er in feiner über bas Verhältnis M/chc» Organisationen und tu- ' rbänben gemacht t>at, in J nammen xmb vvrlaM b\s >- ung im Hüchechmmar in W McheMMerv-rSniK au, 20. Sept Der 33jährige f)an- k Blumenthal aus Heubach m em hatte Gräuelmärchen ver- n vor dem Sondergericht m W inisftrafee von acht Mona- it hatten. Mit dieser Angelegenheit ich die Erste Groh- Straflamm,r w. da der Angeklagte em M°r- hren beantragt hatte, dem M war. Es ergab sich, ba6 ber 8n9 rfatbad), wie in Heubach die un Arirfit verbreitet hatte, >m Do 0n«e?.m Bild Die Scholl« ülonatsBejugsprets: Mit 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . , -25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höhere: Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Snjeiger ftiefien. Postscheckkonto: Frankfurt am Dlain 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Driid und Verlag: vrühl'fche Universttüir-Vuch' und Steinörucferei R. Lange in Stehen. Schnstleitung und Geschäftsstelle: 8chulstrahe 7. Nnnahme oon Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wich. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil L D. Th.Kümmel sämtlich in Bietzen. Dollfuß als Selbstherrscher. Oesterreichs Bundeskanzler Engelbert Dollfuß hat offenbar mit einigem Nutzen Münchhausens Abenteuer gelesen. Als,er an die Stelle kam, an der der erfindungsreiche Freiherr schildert, wie er sich an seinem eigenen Zopf aus dem Sumpf zog, schlug Dollfuß mit der Hand auf den Tisch und rief: „Ich Hab s!" Dollfuß will die Herrschaft über Oesterreich, koste es, was cs wolle, seiner Christlich- Sozialen Partei sichern, selbst um den Preis, Oesterreich eint schwarz-gelbe Faschistenmütze aufsetzen zu müssen. In Wirklichkeit ist Dollsuh ja kein Erneuerer, denn er selbst ist zunächst einmal ein echter Abkömmling jenes klerikalen Oesterreicher- tums, das schon von dem Krkege das österreichische Deutschtum in Gemeinschaft mit Polen und Tschechen erbittert bekämpfte. Diese Bundesgenossenschaft fehlt heute den Christlich-Sozialen, zumal der Austro-Marxismus als vollgültiger Ersatz schon deshalb nicht in Frage kommen konnte, weil die Austromarxisten ebenso beutegierig sind wie Dollfuß und seine Leute. Nun ist das Deutschtum in Oesterreich erwacht und mächtig erstarkt, in seiner politischen Willenskraft sowohl wie in der Ent- chlossenheit, sich unter allen Umständen durchzu- etzen. Die unselige Zerrissenheit des Deutschtums, die früher seine Schwäche war, die auch den politischen Gegnern immer wieder den Triumph möglich machte, hat endgültig und für immer aufgehört. Nun sind es die Eisenbänder des Nationalsozialismus, die das Deutschtum fest umklammern, um es unzerstörbar zu machen. Dollfuß hat nahezu fünf Monate gebraucht, um endlich einen Entschluß zu finden, der ihm den Sieg über das Deutschtum sichern soll. Zwar hat Dollfuß dieser Tage erklärt, es gäbe in Oesterreich keinen Nationalsozialismus mehr, dieser sei also für ihn erledigt. Nur steht damit im Widerspruch, daß Dollfuß seine Regierung in abgekürztem Versah- ren umgebildet hat, um die ganze Staatsgewalt allein und ungeteilt in die Hände zu bekommen. In den Wiener Amtsstuben schreiben sich einige armselige Leute die Finger wund, um Oesterreich und dem Auslande zu beweisen, daß die Aufrichtung der Selbstherrschaft des Bundeskanzlers nur dem Zweck diene, Oesterreichs Berfafsung aus einer parlamentarischen Demokratie in einen Ständestaat mit (tarier Staatsge - walt umzubilden. Wie dieser Ständestaat beschaffen sein soll, weiß Dollsuh vielleicht selber nicht, Denn die Tatsache, daß er den Landbündler Wink- l c r ausgeschifft hat, ist doch nur so zu erklären, daß Winkler sich wiederholt und rückhaltlos gegen jede saschistisch aufgezogene Staatsverfassung wandte, während auf der anderen Seite Fürst Star Hemberg feine Hahnenfeder mit dem Liktorenbündel vertauschen möchte. Dollfuß hat aber auch Karl Baugoin ausgeschifft. Der wieder etwas anderes wollte, nämlich em schwarzgelbes Oesterreich, vergoldet von der k. u. k. Herrlichkeit einer neuen Monarchie. In diesem Durcheinander hielt und hält sich Dollfuß noch aufrecht, nicht deshalb, weil er den Auftrag der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung für sich hat, sondern weil er die 21 n g ft Westeuropas vor dem Anschluß für sich aus- nutzt. Wäre nicht diese Angst, so hätte Dollfuß schon lange die Segel streichen müssen, wäre er schon in der Versenkung verschwunden, aus der es keine politische Wiederauferstehung gibt. Würde Dollfug heute Neuwahlen ausschreiben, so wäre es fraglich, ob sich auch nur ein Drittel der Bevölkerung für ihn erklärte, denn ein Bundeskanzler, der noch mit dem Hebelarm der demokratischen 23er- fassung auf den Schild erhoben worden ist, gibt selbst zu, daß er Neuwahlen zu fürchten hat, wenn er sich vor ihnen scheut. Die Bevölkerung weiß, daß der Umbau der Verfassung weder politisch noch wirtschaftlich eine Festigung und Sicherung des Staatsgefüges bedeutet. Noch weniger kann der schwarzgelbe Ständestaat Wunder wirken, wenn in Den Alpenländern die wirtschaftliche Schlagader unterbunden bleibt. Das neue Kabinett. Wien, 21. Sept. (TU.) Bundeskanzler Dollfuß hat die neue Regierung gebildet. Das neue Kabinett nennt folgende Namen: Dr. Dollfuß, Bundeskanzler, Minister für Heerwesen und für Landwirtschaft; Baron Karwinsky, Staatssekretär für Sicherheit; Fürst Schönburg-Harten st ein, Staatssekretär für Heerwesen; Dr. Gleißner, Staatssekretär für Landwirt- schäft und Forstwesen; Major Fey, Vizekanzler; Dr. B u r e s ch, Minister für Finanzen; Stoffinger, Minister für Handel; Schmitz, Minister für soziale Verwaltung; Schuschnigg, Minister für Unterricht und Justiz; Glaß, Staatssekretär für Justiz; Dr. Kerbe r Minister für Inneres; Dr. Ender, Minister für Reform der Verfassung; Neustätter-Stürmer, Staatssekretär für Fremdenverkehr und Arbeitsbeschaffung. Don ihnen gehören Vizekanzler Fey und Staatssekretär Neustätter-Stürmer der H e i m w e h r, Minister Kerber und Staatssekretär Glaß der Nationalständischen Front, die übrigen der C H r ist l i ch - S o z i a l e n Partei an, wobei vielleicht Fürst Schönburg als über den Parteien stehend zu betrachten ist. Bemerkt wird auch, daß das neue Kabinett in gewissem Sinne eine Ver - fcärlung des legitimistiscken Einflusses ausweist, insofern, als bisher Minister Schuschnigg als ein Anhänger der legitimistischen Richtung betrachtet worden mar und Fürst Schönburg entschie- Richt Duckmäusertum sondern Wagemut! Reichswirtschastsminister Dr. Schmitt erläutert das Winterprogramm der Reichsregierung. Berlin, 21. Sept. (TU.) Dor Vertretern der Presse sprach Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt über die jüngsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen. Wir kämen aus der großen wirtschaftlichen Not unsres Volkes nur heraus, indem wir die e i n- zelnenGliederderWirtschaftindie Lage versetzten, daß sie sich wieder rentieren. Man müsse sich darüber klar (ein, daß ein Aufbau unserer deutschen Wirtschaft nur dadurch kommen könne, daß die 60 Millionen Menschen sich wieder rührten, daß sie wieder anfingen, au wirtschaften. Erfreulicherweise seien heute die Unternehmer nicht selten, die ganz abgesehen von der Laae ihres Betriebes bas äußerste täten, um die in Arbeit Befindlichen in Arbeit zu halten. Der gute Wille fei also da, aber auf die Dauer könne das niemand durchhallen, wenn nicht das Geld eingenommen werde, um die Arbeitnehmer zu bezahlen. Daher mühten wir dazu kommen, daß die Voraussetzungen der Rentabilität verbessert würden, was nur dadurch geschehen könne, daß: 1. die öffentlichen L a st e n. die Steuern und Unkosten, die auf dem einzelnen wirtschaftlichen Vorgang lägen, zurückgingen; 2. die Unkosten der Kapitalbeschaffung geringer würden, und 3. durch die Steigerung der Erzeugung und des Umsatzes der UnkostenanteU, vor allen Dingen die handlungsunkosten des Handels, sich relativ verminderten. Eine der größten Sorgen, die das Wirtschaftsleben bedrohten, fei die schwierige Finanzlage der Gemeinden gewesen. Die Regierung habe die Voraussetzung dafür geschaffen, daß jede Gemeinde wieder einen ordentlichen Etat aufstellen könne. Damit werde viel oerlorengegangenes Vertrauen wieder in die Wirtschaft zuruckkehren. Zur Z i n s f r a g e erklärte der Minister, daß er selbstverständlich den Zinsfuß senken wolle. Jedoch unter keinen Umständen auf dem Zwangswege, vielmehr gehe man auch hier organisch vor. Es komme darauf an, vor allen Dingen der Masse der kleinen deutschen Sparer das Vertrauen zur Wirtschaft wiederzugeben. Der Kapitalmarkt müsse in die Verfassung gebracht werden, die dem Ansehen des deutschen Volkes entspreche und wie es eine in Ordnung befindliche Wirtschaft verlange. Der Minister beschäftigte sich dann mit dem neuen Arbeitsbeschaffungsprogramm der Rcichsregierung. Das Reich werde sofort große Mittel einsetzen, um Hunderttausende von Aroeits- stellen möglichst sofort zu schaffen, und zwar durch öffentliche Aufträge und durch Mittel für Haus- reparaturen. Der Betrag von 500 Millionen, der sich hoffentlich noch mit fünf multiplizieren werde, werde dem privaten Hausbesitz zur Verfügung gestellt, damit dieser die notwendigen Haus- reparaturen in Gang. bringen könne. Von dieser Maßnahme verspreche er sich einen ganz besonderen Erfolg, da die Wirkung der hierfür in Umlauf gesetzten Geldmittel überall bis in das kleinste Dorf zu spüren sein werde. Der Reichswirlschaftsminisler hob sodann besonders das Wort des Reichskanzlers hervor, daß es das Gefährlich sie und Unsinnigste wäre, etwa das heil in übermäßigen Einschränkungen der Lebenshaltung des einzelnen Volksgenossen zu sehen. Selbstverständlich dürften wir nicht über unsere Verhältnisse leben. Aber die Wirtschaft würbe empfindlich geschädigt, wollten etwa die einzelnen Volksgenossen nun in falsch oerffanbenerSpar- samkeit ihren Bedarf weiter einschränken. Richt Mihgunst gegenüber einem materiell Bessergestellten, sondern der Ehrgeiz, es ihm gleichlun zu können, müsse, wie es der Reichskanzler gefordert habe, bie Volksgenossen beseelen. Richt Duckmäusertum, sondern Wagemut bringe einen frischen, belebenden Zug auch in bie Volkswirtschaft. Die Reichsregierung werbe bie einmütig von ihr gefahten Beschlüsse unbeirrt burdj- sühren unb ben eingeschlagenen weg mit dem Unverrückbaren für das grohe Ziel weitergehen, dis die Rot überwunden fei. Die Aufgabe der Reichsbank. Berlin, 21. Sept. (CNB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht machte der Presse ergänzende Erläuterungen zu den im Generalrat der Wirtschaft aufgeworfenen Problemen, soweit sie in den Auf- gabenkrcis der Reichsbank fallen. Die Reichsregierung werde auf dem Gebiete des Kredit- und Währungswesens keinerlei unüberlegte Maßnahmen ergreifen. Die Tätigkeit der Reichsbank werde durch das im Jahre 1924 geschaffene Reichsbankgesetz außerordentlich beengt. Dazu gehöre auch der Umstand, daß sie in keiner Weise auf dem offenen Wertpapiermarkt eingreifen könne. Die Reichsbank könne ohne jede Jnflationsgefahr bas für die Belebung der Wirtschaft notwendige Geld bereitftellen. Es fei jedoch ein Unding, daß sich ein Betrag von rund 6 Milliarden kurzfristiger Verpflichtungen im Umlauf befände, bie aus ber Wirtschaft selbst finanziert worben seien, während der langfristige Kreditmarkt b a r n lebe r l i e g e. Es bebürfe nur einer gewissen Politik, um ben kurzfristigen Gelbmarkt einzuschränken und einen Teil davon auf langfristige Kredite überzuführen. Die Reichsregierung sei entschlossen, gemeinsam mit der Reichsbank bie unzweckmäßigen Bestimmungen zu änbern. Der Reichsbank müsse bie Möglichkeit gegeben werben, wenn es nötig sei, am offenen Markte in festverzinslichen Werten zu intervenieren. Die vorgesehenen Acnberungen bes Bankgesetzes seien ber BIZ. m i t g e t e i 11 worben. Man könne erwarten, baß bie BIZ. gegen bie absolut logischen Vorschläge keinen Widerspruch geltend machen werde. Die Regierung lehne es ab, eine zwangsweise Zinsherabsetzung vorzunehmen, da sie unbedingt eine organische Z i n s e n t w i ck l u n g in Deutschland wünsche. Es sei Tatsache, daß eine Reihe von Gemeinden die auf ihnen liegende kurz- riftige Schuldenlast nicht mehr zu tragen imstande ei. An die Stelle der kurzfristigen müsse die lang- riftige Verschuldung treten, damit die Gemeinden ihre Verpflichtungen ^u einem niedrigeren Zinssätze erfüllen können. Den Gläubigern müsse die Möglichkeit gegeben werden, im Lause ber Jahre ihre Forberungen langfristig abzuschreiben, anberseits müßten bie Schulbner in ber Lage sein, ihre Verpflichtungen langfristig zu tilgen. Durch bas neue Gesetz über bie Gemeinbeumschul- bung solle eine Dergleichsmöalichkeit zwischen Gläubiger unb Schulbner geschaffen werben. Endgültiges Programm anläßlich der Baueröffnung der Reichsautobahn Frankfurt Darmstadt - Mannheim - Heidelberg. Die Lanbes stelle für Dolksauf - klärungundPropaganda ersucht um Aufnahme ber nachstehenden Bekanntmachung. Durch biese Bekanntmachung werben alle anbern wiebersprechenben Bekanntmachungen aufgehoben. Ganz Frankfurt hulbigt ben neueingestellten Arbeitern! Fahnen wehen in allen Straßen! (Eine Huldigung an ben schaffenden deutschen Menschen, bie beispiellos ist! Jeber, ber sich freimachen kann, geht auf bie Straße! Es wirb ersucht, nach bem wagen bes Führers keine Blumen zu werfen, ba vor einger Zeit ein Begleiter bes Führers dadurch empfindlich verletzt wurde. Samstag, 23. September. 7.00 Uhr: Antreten der neueingestellten Arbeiter im Hof unb vor bem Haus bes Arbeitsamtes Große Friebbergerstraße unb Entlassung ber Arbeiter aus ber Obhut bes Arbeitsamtes durch ben Präsidenten bes Lanbesarbeitsamts Hessen, Ober- regierungsrat Dr. Kühne. Dieser hält eine An- spräche an bie Arbeiter. Die Ansprache wirb burch - Lautsprecher auf ben Hof unb bie umliegenben Straßen übertragen. Anschließend Marsch zum Börsenplatz über Zeil, Hauptwache, Schiller- straße.' 7.30 Uhr: Kundgebung auf bem Börsenplatz. Ansprache bes Reichsstatthalters Gauleiter Sprenger. Anschließenb Ansprache Generalinspekteur für bas Deutsche Straßenwesen Dr. Tob t. Die den als Legitimist aufzufassen ijt. Der Präsident der Bundesbahnen, Schonka, ist zurückgetreten. An seiner Stelle ist der bisherige Heeres- minifter 23 a u g o i n ernannt worden. Die neuen Manner. Fürst Schönburg-Hartenstein, der Staatssekretär für Heereswesen, ist im Jahre 1859 in Karlsruhe geboren unb war Militärattache in Berlin. Später übernahm er ben Familienbesitz in Sachsen, Böhmen unb Möhren unb war Vizepräsident des Herrenhauses. Im Weltkrieg führte Fürst Schönburg-Hartenstein zunächst eine Brigade, kämpfte in Galizien und wurde bei Limonowa verwundet. Als Divisionskommandeur und dann als Kommandeur des Edelweiß-Korps zeichnete er sich in den Kämpfen gegen Italien aus. 1918 abermals verwundet, übernahm er nach feiner Genesung vom Erzherzog Joseph das Armeekommando. Bei Kriegsende erhielt er als Generaloberst seinen Abschied. Seither ist er in soldatischen Ka- meradschaftsoerbänden in fichrenden Stellen tätig gewesen. Der Staatssekretär für Sicherheft Karwinsky, bisher Sicherheitsdirektor oon Niederösterreich, wurde 1888 in Innsbruck geboren. Er war stets im Dienste der österreichischen Landesregierung. Den Weltkrieg machte ex an der Front mit. — — Der Staatssekretär für Justiz, Dr. Glaß, lebte 1893 in Linz a. D. geboren, war wirtschaftlicher und politischer Beamter bei der oberösterreichischen Landesregierung unb zuletzt auch provisorischer Leiter der Vaterländischen Front in Oberösterreich. — Der Staatssekretär für Justiz Dr. Glas lebte bereits im Ruhestand. Er war zuletzt Präsident des Oberlandesgerichts in Wien. Die „Vaterländische Front". Noch keine Klarheit zwischen Ltarhemberg und Tollfuß. Wien, 21. Sept. (TU.) Bemerkenswert für die Beurteilung der Umbildung des Kabinetts ist die Haltung der Heimwehren. Der Bundesführer des Heimatschutzes, Fürst Starhem- berg, hat am Mittwochabend einen Befehl herausgegeben, in dem erklärt wird, daß sich der österreichische Heimatschutz bis auf weiteres an keiner Kundgebung ber Vaterländischen Front beteiligen werbe. Einzelnen Heimat- schützlern sei bie Teilnahme an solchen Kundgebun- gen in Uniform verboten. Auch bas Tragen ber Abzeichen ber Vaterlänbischen Front sei verboten. Dieser Befehl gelte solange, bis bie Frage ber Vaterlänbischen Front geklärt unb ber Bunbesführer überzeugt sei, baß bie Tätigkeit ber Vaterlänbischen Front bem mit Bunbeskanzler Dollfuß vereinbarten Zwecken diene. Echo der presse. Wien, 21. Sept. (CNB.) Die Umbildung des Kabinetts Dollfuß hat die Oeffentlichkeit in hohem Maße überrascht, herrschte doch noch gestern gegen Abend die Ansicht vor, daß es dem Bundeskanzler gelingen werde, zwischen Winkler und Starhemberg einen Ausgleich herbeizuführen. Die Blätter aller Richtungen behaupten übereinstimmend, daß das besondere Merkmal der neuen Regierung in der außerordentlichen Stärkung der Stellung des Bundeskanzlers liege. Die „Reichspost" schreibt, das Programm der Regierung werde durch den Namen Dollfuß gekennzeichnet, nach dessen Wunsch das Kabinett dem unmittelbaren Einfluß der Parteien entzogen und auf eine überparteiliche Grundlage gestellt wurde. Dem parlamentarischen Partciensystem sei vorläufig ein Ende gemacht. Die Umbildung wird vom Landbund gutgeheißen mit der Begründung, daß die faschistischen Totalitätspläne Starhembergs eine Ablehnung erfahren hätten. — Die „Neue Freie Presse" weiß noch zu melden, daß als wichtigste politische Neue^ rung die Schaffung einer ständischen Körperschaft mit beratender Stimme vorgesehen sei, die erforderlichenfalls oon der Regierung herangezogen werden solle. Minister Ender habe bereits den besonderen Auftrag, in kürzester Frist diesbezügliche Vorschläge zu machen Ein falsches Bild. München, 22. Sept. (TU.) Der Landespresse, chef der NSDAP. Oesterreichs, Raimund H a i n tz , schreibt u. a.: Die Ereignisse der letzten läge in Oesterreich zeigen der Welt in aller Eindeutigkeit, daß die derzeitigen Machthaber täglich ber Weltöffentlichkeit ein vollkommen falsches Bilb über bie wirklichen Verhältnisse unb über bie Lage in Oesterreich geben unb andererseits bie Männer bes noch herrschenden Systems roeber die Fähigkeit besaßen, irgendwelche Besserungen in der wirtschaftlichen und sozialen Lage herbeizuführen, noch auch die so oft behauptete Vernichtung der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Wirklichkeit werden zu lassen, der brutale, allen Gesetzen ins Gesicht schlagende Kampf der Regierung gegen den Nationalsozialismus und seine Träger und Anhänger hat gerade das Gegenteil oon dem erreicht, was Dollfuß, Fey und Daugoin erreichen wollten. Wir Nationalsozialisten Deutsch- Oesterreichs verlangen nichts anderes als das, was man allen anderen Völkern zubilligte: Das Selbstbestimmungsrecht, das Recht des Volkes, fein Schicksal selbst zu bestimmen. Der „Völkische Beobachter" bemerkt u. a.: Die Versuche bes Bundeskanzlers, durch eine Umbildung (eines Kabinetts (ich für weitere Monate an der Macht zu halten, gleichen vollständig bem Verhalten bes Srüningfnftems nach dem ersten großen Siege bes Nationalsozialismus am 14. September 1930. Der Ausgang biefer Bemühungen konnte v o n vornherein nicht zweifelhaft fein unb rft es auch jetzt nicht bei ber österreichischen Kopie. Trotz aller Unterbrückung unb aller Terrorversuche schickt sich bie nationalsozialistische Welle an, alle Dämme z u überfluten unb sich den Weg zum Ziele frei zu machen. Die Umbildung Des Kabinetts Dollfuß wird diesen Marsch zum Siege nicht aufhalten können und in einigen Mo« naten auch von dem Letzten als das erkannt werden, was es in Wahrheit ist: (Ein seltsames Zwischenspiel. Oas Eintopfgericht in -en Gaststätten. Das Gastwirtsgewerbe m der Kampffront gegen Hunger und Kälte. Berlin, 21. Sept. (WTB.) Am 1. Oktober wird nicht nur in den Privathaushaltungen, sondern auch in sämtlichen Hotels und Gaststätten im Deutschen Reiche das Eintopfgericht zugunsten des Kampfes gegen Hunger und Kälte auf den Tisch kommen. Das Hotel- und Gastwirtschaftsgewerbe hat dieser nationalsozialistischen Gememschaftsaktion des deutschen Volkes weitgehendes Verständnis entgegengebracht und sich tat- bereit in den Dienst der guten Sache gestellt, trotzdem dem Gewerbe durch das Eintopfgericht beträchtliche Opfer auferleat werden. Das Eintopfgericht wird am 1. Oktober in einer den üb - lichen Preisen der Hotels und Gaststätten entsprechenden Preislage verabreicht, aber in jedem Falle derart, daß der Mehrpreis des Eintopfgerichtes über 50 Pf. an das Winterhilfswerk (Postscheckkonto Berlin 77100) abgeliefert wird. Diese Verwirklichung des Volksgemeinschastsaedankens verdient die Unterstützung des gesamten Volkes durch guten Besuch aller Gaststätten am 1. Oktober, dem Großkampftag gegen Hunger und Kälte. Deutscher Industrie- und Handelstag gegen Kahrschulzwang. B e r l i n, 21. Sept. (WTB.) Aus Anlaß der von der Reichsregierung geplanten Aufhebung des Fahrschulzwanges hat der Deutsche Industrie- und Handelstag kürzlich eine Umfrage bei allen Industrie- und Handelskammern gehalten, deren Ergebnis jetzt vorliegt. Die Ansichten der einzelnen Kammern — von einigen wenigen abgesehen — gehen übereinstimmend dahin, daß die bis- herige Einrichtung des Fahrschulzwanges sich mit der schnellen Entwicklung auf dem Gebiete des Automobil- und Kraftfahrverkehrs nicht verträgt und nicht geeignet ist, die Motorisierung Deutschlands zu fördern. Vielmehr ist man darüber hinaus der Auffassung, daß die Motorisierung des Personenverkehrs in Deutschland in der Vergangenbeit sogar durch den Fahrschulzwang und die damit verbundene sehr erhebliche Belastung an Kosten und Zeitverlust gehemmt worden ist. Ansprachen werden durch Lautsvrecher übertragen. Dann gemeinsames Lied „Brüder in Zechen und Gruben": 1., 3., 5. und 6. Strophe. Daraus Ausgabe der Werkzeuge durch Dr. Todt »m Namen des Führers. 8.30 Uhr: Abmarsch in Sechserreihen zur Arbeitsstätte über Schillerstraße, Hauptwache, Roßmarkt, Kaiserstraße, Bahnhofsplatz, Scharnhorst- straße, Wilhelmsbrücke, Forsthausstraße, Nieder- rüder Landstraße, Bruchfeldstraße, Hardtwald- sttaße, Schwanheimer Straße bis zur Baustelle. 10.00 Uhr: Ankunft auf der Arbeitsstätte. Aufstellung der Arbeiter. 10.15 Uhr: Eintreffen des Führers. Zur Begrüßung des Führers bilden sämtliche SA.» und SS.-Formationen Groß - Frankfurts vom Flugplatz bis zur Arbeitsstätte Spalier; außerdem noch 30 000 Schulkinder von Groß-Frank- furt. Begrüßung durch den Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, der em Heil auf den Führer ausbringt. Anschließend gemeinsamer Gesang von je einer Strophe des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. Dann meldet der Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen Dr. Todt dem Führer die Arbeitsbereitschaft. Darauf überreicht der Vorsitzende des Vorstandes der Reichsautobahnen Generaldirektor Dr. Dorp- müller dem Führer einen Spaten zur Baueröffnung. Der Führer spricht und gibt den Befehl zum Arbeitsbeginn. In dem Augenblick, in dem der Führer den ersten Wurf vornimmt, wird die Hakenkreuzfahne gehißt und die auf der Arbeitsstelle befindliche Lokomotive gibt ein langanhaltendes Pfeifensignal. . Flaggenhissung und Pfeifensignal werden von allen auf dem Main liegenden Schiffen durch ein 2 Minuten langes Heulen der Sirenen und Schiffspfeifen beantwortet. Diese Signale wer- den von allen Fabriken Frankfurts ausgenommen, die ihre Fabriksirenen 2 Minuten lang heulen lassen. Die Schiffsgesellschaften und Fabrikleitungen treffen Vorsorge, daß das Signal rechtzeitig ausgenommen wird. Es i ft ftr e n g verboten, vor der Flaggenhifsung ein Sirenen- oder P f e i f e n s i g n a l auf dem Main oder einer Fabrik auszustoßen! Anschließend besichtigt der Führer die Ar- beitsstätte und fährt ab. Der Staatsakt wird auf alle deutschen Sender übertragen. Gegen 13 Uhr: Gemeinsames Mittagessen der Arbeiter in der Halle der Eulerschen Fabrik, gegeben vom Gau Hessen-Nassau der NSDAP. Für Angehörige der neueingestellten Arbeiter werden Einlaßkarten ausgegeben. Leider ist es aus organisatorischen Gründen nicht möglich, auch diese zum Essen einzuladen, da kein Platz vorhanden ist. Es muß deshalb streng darauf gesehen werden, daß nur die Arbeiter selbst die Halle der Eulerschen Fabrik betreten! Nach dem Essen gemeinsamer Rückmarsch der Arbeiter mit Musik zur Stadt. Auflösung des Zuges am Rande der Stadt. Allgemeines. Es wird erwartet, daß die gesamte Bevölkerung Groß-Frankfurts, die sich von der Arbeit freimachen kann, den mehr als 700 Arbeitern, die nach langer Arbeitslosigkeit durch unseren Führer Adolf Hitler wieder Arbeit gefunden haben, eine starke Huldigung darbringt. Alle Häuser haben Flaggenschmuck anzulegen. Die Bevölkerung stellt sich in den Straßen, durch die die Arbeiter marschieren, auf. Die Arbeiter, die in ihren Arbeitskleidern, mit ihren Werkzeugen marschieren, werden begleitet von dem Musikzug der Gaubetriebszellenleitung und einer NSBO.-Fahne. Am Ende des Zuges marschiert ein Ehrensturm. An der Stelle des Festplatzes Schwanheimer Straße in Höhe der Eulerschen Fabrik sind nur Autos mit Autoscheinen zugelassen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß d i e 621.« und SS. - Leute, die durch Spalierbildung ihre Arbeitszeit versäumen, in Anbettacht des besonderen Anlasses ihren vollen Lohn erhalten. gez. Müller-Scheld, Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Oer erste Verhandlungstag im Prozeß gegen die Reichsiagsbran-stister. Don unserem nach Leipzig entsandten Sonderberichterstatter. Eintritt in -ie Verhandlung. Leipzig, 21. Sept. (CNP.) Der Weg zur Wahrheit, der im Verfahren gegen die Reichstagsbrandstifter heute vor dem höchsten deutschen Forum beschritten wurde, ist, das ergeben schon die ersten Verhandlungsstunden, schwer und mühevoll. Das liegt einmal an dem Umfang der Anklage und des zu prüfenden Beweismaterials, dann aber auch an dem Umstand, daß vier der fünf 21 n - geklagten Ausländer lind, daß also Frage und Antwort übersetzt werden müssen. Senatspräsident Dünger, weißhaarig, mit frischem rotem Gesicht, leitet die Verhandlung mit der Umsicht des alten Praktikers, absolut leidenschaftslos, im ruhigen Ton. Aber auch dem scheinbar Nebensächlichsten geht er mit peinlicher Genauigkeit nach. Marius van der Lübbe sieht kaum wie ein 24jähriger aus. Er ist groß und breitschultrig, läßt aber die Schultern nach vorn fallen. Wächsern bleich starrt er meist vor sich hin, aber er verändert das Gesicht vollkommen, wenn er spricht, und wirkt sofort sehr lebendig. Ganz anders wirkt dagegen Ernst T o r g l e r, der im dunkelgrauen Anzug sorgfältig gekleidet ist. Er trägt die Haare glatt nach hinten gekämmt. Die Augen lieaen tief in Höhlen. Durch den schmalen Mund und das vorstehende Kinn erhalt das Gesicht einen eigenartigen Ausdruck, der durch die tiefen Falten und Die herabgezogenen Mundwinkel noch gesteigert wird. Ernst Torgler ist lebhaft und unruhig. Er folgt der 93er- Handlung mit halbem Ohr, und nur bei bestimmten Worten wie Kommunismus ober Organisation hört er eine Weile aufmerksam zu. Gleich daraus wieder mustert er die lange Reihe der Pressevertreter und der Zuschauer. Oer Eröffnungsbeschluß. Nachdem die Dolmetscher den Angeklagten kurz den Inhalt der einleitenden Ansprache des Vorsitzenden übersetzt haben, wird der Eröffnungsbeschluß verlesen. Danach werden sämtliche Angeklagten beschuldigt, durch ein und dieselbe fortgesetzte Handlung zum Teil gemeinschaftlich es unternommen zu haben, bie Verfassung b e s Deutschen Reiches gemalt- f a m z u änbern. Es wirb ihnen also Hochverrat vorgeworfen. Die Reichstagsbranb- st i f t u n g ist nach bem Eröffnungsbeschluß begangen worben in ber Absicht, burch biefen Branb begünstigt, einen Aufruhr zu Unternehmen. Dan ber Lubbe wirb außerbem vollendete unb versuchte Branbstiftung bes Wohlfahrtsamtes Berlin- Neukölln, ferner bes Rathauses unb bes Stabt» schlaffes vorgeworfen. Auch biefe Branbstiftungen sollen in der Absicht begangen worden sein, einen Aufruhr zu unternehmen. Die Straftaten fallen nicht nur unter das Strafgesetz, sondern für die Beurteilung der Angeklagten wird auch die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat und das neue Gesetz über Verhängung und Vollzug der Todessttafe herangezogen. Der Vorsitzende weist dann darauf hin, daß der Angeklagte van der Lubbe, nachdem er das Derteidigungsangebot des holländischen Rechtsanwaltes P a u w e l s erhalten hatte, eine schriftliche Erklärung abgegeben f)at, die folgendes besagte: „Ich wünsche keinen Verteidiger; ich will mir die Sache auch nicht noch einmal überlegen. Ich bleibe vielmehr endgültig dabei, daß ich keinen Verteidiger haben will." Senatspräsident Bünger bittet, den Angeklagten van der Lubbe zu fragen, ob er diese Erklärung freiwillig abgegeben hat. Van ber Lubbe bejaht e s. Rechtsanwalt Dr. S e u f f e r t stellt fest, baß van ber Lubbe biefelbe Erklärung am Montag erneut abgegeben hat, ebenso, als Rechtsanwalt Stomps mit einem Anträge an ben Angeklagten herantrat. Senatspräsibent Bänger erklärt barauf: „Ich stelle gegenüber Nachrichten, baß biefe Erklärung bes Angeklagten künstlich herbeigeführt worben sei unter einem gewissen Zwang, fest, baß nach ben eigenen Erklärungen bes Angeklagten b i e s nicht ber Fall ist, fonbern baß es sich um eine freie Erklärung bes Angeklagten han- belt, ber gesagt hat, er wolle überhaupt nicht Der» teibigt sein." Oer Angeklagte van der Lubbe wird vernommen. Als bann zur Vernehmung bes Angeklagten van ber Lubbe über seine Personalien geschritten wirb, läßt bieser burch ben Dolmetscher mitteilen, baß er auch ohne ben Dolmetscher mit bem Gericht selbst verkehren könne. Der Angeklagte nimmt barauf unmittelbar vor bem Richtertisch Ausstellung unb wirb von bem Vor- sitzenben befragt. Van ber Lubbe gibt feine Antworten mit ganz leiser Stimme unb ist außer am Gerichtstjsch kaum im Saale vernehmbar. Selbst ber Oberreichsanwalt, ber seinen Platz unmittelbar neben bem Gerichtstisch hat, bittet ben Angeklagten, lauter zu sprechen, ba auch er ihn kaum verstehen könne. Aus ber Vernehmung ergibt sich, baß ber Vater bes Angeklagten Kaufmann ist. Einen Teil seiner Iugenb hat ber Angeklagte in einer Erzie - hungsanstalt verbracht. Er hat bie Volksschule besucht unb erklärt, baß er ein guter Schüler gewesen sei. Er erlernte bas Maurerhanbwerk unb ist auch als Maurer tätig gewesen, ohne baß es zu einem festen Arbeitsverhältnis gekommen wäre. Etwa im Jahre 1928 erlitt er einen Unfall, bei bem ihm Kalk in bie Augen spritzte. Seit bem Unfall bezog van ber Lubbe eine Rente von 7 Gulben. Im Dezember 1918 ist er zum e r ft e n Male in Deutfchlanb gewesen. Später ist er bann nach Hollanb zurückgekehrt unb hat auch einmal Frankreich besucht, wo er bie Absicht hatte, im Jahre 1930 ben Kanal zu burch- schwimmen, weil bamals ein Preis für bas Durchschwimmen bes Kanals ausgesetzt war. Wegen bes über bem Kanal herrschenden Sturmes hat van der Lubbe fein Vorhaben aber nicht ausge- »führt. Im Frühjahr 1931 wollte er mit einem Freunde eine große Fußwanderung durch Europa und auch durch Rußland unter- t nehmen, bie burch ben Verkauf von Ansichtspostkarten finanziert werben sollte. Der Freund ist aber ■ || % U J ; .»W- Blick in ben großen Sitzungssaal bes Reichsgerichts währenb ber ersten Verhanblung. — Vor bem Richtertisch sieht man ben Hauptangeklagten Marinus van ber Lub,H e (X). von seinem Vorhaben roieber zurückgetreten, so baß van ber Lubbe allein auf bie Wanberschaft ging. Präsibent Dr. Bünger stellt fest, baß ber Paß, ber van ber Lubbe bei seiner Verhaftung abgenommen würbe, unzweifelhaft echt war. Auf ber Photographie, bie ihm gleichfalls abgenommen würbe, ist er gemeinsam mit seinem Relsegenosfen Belgara abgebilbet. Dieser Reisegenosse hebt aus bem Bilbe bie Hand zum Rot- fr ont grüß. Das deutet darauf hin, daß auch er Kommunist war. Die Frage, ob er überhaupt nach Rußland gekommen sei, verneint der Angeklagte. Er habe Die Einreiseerlaubnis beantragt, aber es sei nichts Daraus geworden, weil die Kosten zu hoch gewesen seien. Es kommen dann einige Briefe zur Sprache, die an den Angeklagten van der Lubbe gerichtet worden sind. In dem einen heißt esc „Wir stehen alle neben Dir. Gegen die Hetze ber Bonzen." In einem zweiten Brief teilt jemanb mit, baß es feine Aufgabe fei, im Namen bes internationalen Proletariats, bas mit ben Ansichten van ber Lübbes folibarifd) fei, brüberlidje Grüße zu übermitteln. Präsibent Dr. Bünger fragt ben Angeklagten, was bas für Kameraben feien unb ob es sich babei um Kommunisten hanbele. Der Angeklagte gibt barauf keine klare Antwort. Vorsitzenber: Sinb sie eigentlich Kommunist? Angeklagter: Nein! Der Vorsitzenbe weist barauf hin, baß er boch ben Sowjetstern unb ein kommunistisches Mitgliebsbuch besessen habe. Der Angeklagte müsse unterscheiben, ob er nur aus ber Organisation ausgetreten sei, ober ob er bie kommunistische Jbee aufgegeben l)abe. Aber barüber, betont ber Vor- sitzenbe, werben Sie uns später noch etwas zu sagen haben. Zahlreiche Vorstrafen. Der Bericht der Leydener Polizei. Der Vorsitzende kommt bann auf bie Vorstra - f e n bes Angeklagten van der Lubbe zu sprechen. Es wird feftgefteut, baß van ber Lubbe 1931 in Gronau eine Strafe wegen unerlaubten Hausierens unb im gleichen Jahr in Berchtesgaden eine Strafe wegen Bettelns erhalten hat. Außerdem ist er im Ausland einige Male vorbestraft, so zu 14 Tagen Gefängnis wegen Widerstandes gegen die Polizei in Scheveningen. Ferner wurde van ber Lubbe in Scheveningen zu brei Monaten Gefängnis verurteilt wegen einer Beschädigung des Wohlfahrtsamtes. 23an der Lubbe erklärt dazu, baß er Differenzen wegen seiner Unterstützung hatte unb deshalb Fensterscheiben bes Wohlfahrtsamtes eingeschlagen habe. Es wirb dann ein Schreiben verlesen, in bem bie Polizeiverwaltung von Leyden dem Berliner Polizeipräsidenten auf dessen Anfrage eine ausführliche Schilderung bes Lebenslaufes van der Lübbes vermittelte. Danach ist van ber Lubbe als 12jähriger Junge der Fürsorge eines holländischen Vereins unterstellt worden, der die verbrecherisch veranlagten Kinder unter Aufsicht nahm. Im Anfang des Jahres 1928 kam er in die Gesellschaft eines holländischen kommunistischen Studenten. Man darf annehmen, so heißt es in dem Polizeibericht, daß dieser Student van der Lubbe bas Abc bes Kommunismus beigebracht hat. Van ber Lubbe versuchte, allmählich ein Führer ber Kommunisten zu werden und vor allem unter ben Arbeitslosen Anhang zu bekommen. „Van der Lubbe tritt", so heißt es weiter, „sehr frech und rücksichtslos gegen die Polizei auf, mit der er verschiedene Male in Konflikt geriet. Anfang 1931 läßt sein Einfluß unter den Arbeitslosen nach. 23ermutlid) im März 1931 d e r • l ätz t er die Kommunistische Partei. Im Winter 1931 veranstaltete er wieder Versammlungen unb gehört jetzt anscheinenb einer Gruppe internationaler Kommunisten an. 3m Ausland. Auf bie Frage bes Vorsitzenben, weshalb ber An- geklagte feine viele Wanberungen unternommen habe, antwortete van der.Lubbe: Ich wollte das Ausland kennenlernen. Vorsitzender: Wollten Sie die Politik und die Parteien des Auslandes kennenlernen? Angeklagter: Nein! Vorsitzender: Sie haben sich doch bei verschiede- nen Gelegenheiten um die Politik gewisser Parteien gekümmert In Berlin-Neukölln haben Sie Anschluß gesucht und sogar auf der Straße Gespräche politi- scher Art angefangen. Ist das richtig? Angeklagter: Ja. Vorsitzender: Haben Sie Dabei über Politik gesprochen? Dan Der Lubbe: Nicht viel! Der Oberreichsanwalt fnegt den Angeklagten, ob er, als er nach Rußland wollte, nachher erzähtt habe, daß er überfallenundangeschossen worden sei. Der Angeklagte gibt Das zu unb erklärt, er habe ■Das nur erzählt. Es sei aber SchwinDel gewesen. Keinerlei Beziehungen zur ASDAp. Die Behauptungen des „Braunbuchs" als falsch erwiesen. VorsitzenDer: Sie wollten sich also Durch solche Schauermärchen wichtig m a ch e n !? Es ist behauptet roorben, baß Sie in Brockwitz in Sachsen mehrere Nächte lang von Nationalsozialisten einquartiert roorben seien, weil sie sich als N a t i o - nalsozialist ausgegeben hätten. Ist bas richtig? Angeklagter: Nein. Vorsitzender: Haben Sie sich jemals als Nationalsozialist betätigt ober so getan, als ob Sie Nationalsozialist wären? Angeklagter: Nein, niemals. Zu bieser Frage wird sofort als Zeuge der Wohlfahrtspfleger Lindner vernommen. Der Zeuge bekundet, am 3. März d. I. habe in Meißen eine Zusammenkunft von Wohlfahrtspflegern stattgefunden. Vor Beginn der Sitzung habe ein Bürgermeister bei der Erörterung des Reichstagsbrandes erzählt, der Reichstagsbran'd- stifter van der Lubbe habe in seinem Ort einmal übernachtet. Daraufhin habe der Zeuge Lindner aesagt: Der ist doch nicht etwa identisch mit jenem Lumpen, ber i n Brock- w i tz gewesen ist unb bort ben national- sozialistischen O r t s a r u p p e n l e i t e r betrogen hat mit ber falschen Angabe, er fei selber Nationalsozialist? Der Zeuge erklärte weiter, er sei bann bieser Sache nachgegangen unb habe nachher burch Befragen ber Beteiligten im Orte festgestellt, baß es sich in bem Betrugsfalle nicht um einen van ber Lubbe, fonbern um einen gewissen Barge hanbelte, ber auch ermittelt unb bestraft roorben sei. Der Zeuge Bahnmeister Sommer von Brock» witz in Sachsen führt aus, baß am 7. August ein Mann zu ihm kam unb um eine Uebernachtung bat. Er erklärte, baß er Nationalsozialist sei unb führte wirre Reben, etwa bes Inhaltes, baß a m 1. Oktober ber Bürgerkrieg ausbre- chen werbe. Sommer führte ben Mann in bie Gastwirtschaft, wo er übernachtete unb frühmorgens verschwanb, ohne bie Zeche zu bezahlen. Sommer erstattete Anzeige unb erhielt bann später ben Bescheib, baß ber Mann gefaßt unb bestraft roorben sei. Es hanbelte sich babei um einen Mann namens Barge. Der Zeuge Bürgermeister Keil von Brockwitz erklärt auf eine Frage bes Vorsitzenben, er habe nach seiner ersten Besprechung mit Bahnmeister Sommer ben Einbruck gehabt, baß ber von Sommer beherbergte Mann ber Reichstagsbranbstifter van ber Lubbe gewesen fei. Beisitzer Reichsgerichtsrat Coenbers: Ihnen ist ja bekannt, baß in ber Linkspresse behauptet roorben ist, bie Reichstagsbranbstiftung sei von Nationalsozialisten begangen roorben. Haben Sie bamals bas Material für biefe Behauptung geliefert? Sie waren boch Sozial- bemokrat. Zeuge Keil: Ich war zwar Sozialdemokrat. i'v Oese Cigaretten werden in den Fa^ betriebe* in Altona Bahrenleid nec Oer ungewöhnlich »arte und reine C lagen unsere* technischen Muster C völlig neuen Methoden hergestellt dieser Mischung beruht darauf. daB sämtlicheTabaXe zweimaiQ-eieg’j^ewflg l^«-£le wird ausschließlich ohne Mundstuck hergestellt 0u• folgenden Distrikten; PT P AXkWSM Swwwgi IT^esoÄk ZUWUun. Oe Cigaretten si^ ^-jter^^^^- on^dMuer Fabrikation* methoden. die ium» oDlodsM HMete'iueg auf w ' M11clcV U/ REEMTS MA CIGARETTEN FABRIKEN G. M. B. H. ALTONA - BAHREN FELO Verhandlung. - Lor dem bet ßub^e (X). G erw*n. . j-slSf« JfKr’HjleÄS ML ns 5 ®r habe genn*s WrsiEhMeist-r vrann d st f(L IHM e flc®! aoenb«; ' uQUpld ierith*ärfl Oinf5Pr^e (ei von morden. le Je .rSa.ti«*' *’„•*** 54 3flr *t dazu, dah er Differten chung hotte und deshalb Fen- WtMmt« einaelchlogen hab«, feiten verlesen, in dem bi« *unfl von Leyden dem venlen aus dessen Anfrage eine ung des Lebenslaufes von der Danach ist van der Lubbe als er Fürsorge eines hol- eins unterstellt worden, veranlagten Kinder unter Aus- sang des Fahre; 1928 kam er es holländischen kommunistischen irf annehmen, so heißt es in daß dieser Student von der es Kommunismus beider ßubbe nerfud)te, allmäf)' mmuniften gu loerben uni) vor Arbeitslosen 2(nt/ang ju !ubbe tritt", so heißt es um- ückWÄvs tzr^n die M;«i chckene Male m kvrM ge- zl \ein TMuß unter den Ar- mutlid) im März 1931 ver- amunistische Partei. Im altete er wieder Versammlungen cheinend einer Truppe inter- mmunisten on. Ausland. 5 Vorsitzenden, weshalb her An- e Wanderungen unternommen m der.Lubbe: 3ch wollte dos -nlernen. tten SiediePolitrkund die ndes kennenlernen? 3Lben sich doch bei verschiede- in-Neukölln habe» Sie MM Ui der Strafe Gespräche politi- !n. Ist das richtig? ien Sie dabei über Politik 9“ toJtt Wfli den Angeklagten, ^ B*** den Inhalt dieses Flug mit Sommer besprochen? b l a t t e s nicht ‘xJn Sieden din& 'eatonnen. IMMUM Mit sind 21. September: abends 15,6 Grad: am 22. September: morgens 13,9 Grad. — Niederschläge 22,2 mm. — Sonnenscheindauer 1K Stunden. Die englische presse zum Leipziger Prozeß. spondent der „Morning Post" sagt, die beiden Hauptergebnisse des gestrigen Tages waren 1. die Feststellung, daß van der Lubbe viele Jahre lang K o m m u n i st war und 2. daß er niemals mit den Nationalsozialisten in Verbindung getreten ist. Angeklagter: Nein Gegen 14.30 Uhr schließt der Vorsitzende die erste Sitzung des Prozesses mit der Mahnung an den Angeklagten, sich bis morgen gründlich zu überlegen, was er alsGrund feines Austrittes der Kommunistischen Partei angeben wolle. Lufttemperaturen am 21. September: mittags 16,4 Grad Celsius, abends 11,6 Grad: am 22. September: morgens 10,6 Grad. Maximum 16,6 Grad, Minimum 9,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am London, 22. Sept. (WTB. Funkspruch.) Ausnahme des sozialistischen „Daily Herold" alle namhaften Londoner Morgenblätter bei der Leipziger Verhandlung durch ihre Sonderkorrespon- dentcn vertreten. Im allgemeinen zeugen die Gerüchte von dem Bestreben noch objektiver Darstellung, obwohl manche Bemerkungen zeigen, daß es den Engländern schwer fällt, sich an die Eigen- heiten eines deutschen Gerichtsverfahrens zu gewöhnen, das sich von einem englischen so beträchtlich unterscheidet. Bei der Schilderung der Vernehmung des Hauptangeklagten wird besonders sein häufiges törichtes Lächeln erwähnt. Allgemein wird berichtet, van der Lubbe mache den Eindruck eines unentwickelten, kindischen und nahezu idiotischen Menschen. Die Frage, ob es sich dabei um Verstellung handelt, wird offen gelassen. „Times" bemerkt, wenn dieser 24jährige Holländer nicht der Geistesschwache ist, als der er nach seinem Aussehen und Benehmen erscheint, dann muß er ein vollendeter Schauspieler sein. Der Korreschieden. Er stolperte und stürzte so unglücklich, daß er mit dem Kopf vor ein Rad des onsahren- den Autobusses geriet, überfahren und auf der Stelle getötet wurde. Lxplosionsunglück in Genf. Beim Reinigen eines Kleides mit Benzin geriet die Ehefrau Chevalier in Genf zu nahe an den brennenden Gasherd, so daß die Benzindünste Feuer fingen und eine heftige Explosion entstand. Frau Chevalier und ihr 16jähriges Dienstmädchen erlitten schwere Brandwunden. Es entstand ein Brand, bei dessen Bekämpfung die Feuerwehr unter den Trümmern eines neben der Küche liegenden Zimmers die verkohlten Leichen von zwei Kindern, der elfjährigen Tochter der Frau Chevalier und deren gleichaltriger Freundin, auffand. Wirbelsturm über Bordeaux. Ein gewaltiger Wirbelsturm richtete in Bordeaux innerhalb weniger Minuten ungeheure Verwüstungen an. Dächer wurden abgcdeckt, Bäume entwurzelt, Häuser beschädigt, die Telephon- und Telegraphenverbindungen gestört. Riesige Diamanlenfunde in Brasilien. Nach Meldungen aus Bello Horizonte im brasilianischen Staat Minas Geraes wurden im Flußbett des Bento-River riesige Diamanten- funbe gemacht. U. a. wurde ein 2000karäti- ge r Diamant gefunden, der der zweitgrößte Diamant der Welt nach dem bekannten, im Jahre 1905 in der Premier-Mine in Transvaal gefundenen größten weißen Diamanten „Culiman" sein dürfte. Die übrigen Diamanten sind alle weiß, zwischen 18 und 35 Karat. Eine Vierlingsgeburt. In der italienischen Gemeinde Porto Viro an der Adria hat eine 37jährige Frau Vierlinge zur Welt gebracht. Die Kinder, zwei Knaben und zwei Mädchen, und die Mutter erfreuen sich bester Gesundheit. vom Rachsihen in den Tod. Der Realschüler Walter Friedrich in Bad Mergentheim war zum Nacharbeiten in die Schule bestellt worden. Da er scbon wiederholt die Schule unerlaubter Weise verlassen hatte, wurde er vom Lehrer in ein im dritten Stock gelegenes Klassenzimmer eingeschlossen. Der Junge versuchte nun vom Fenster aus auf einen neben dem Schulgebäude stehenden Baum zu springen, um so die Schule verlassen zu können. Der Ast, auf den er sprang, brach jedoch, und der Junge stürzte aus beträchtlicher Höhe zu Boden. Bewußtlos und stark blutend wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, wo er drei Stunden später an den Folgen eines Schädelbruchs und innerer Verletzungen ft a r b. Wettervoraussage. Der tiefe Druck über Deutschland gestaltet bas Wetter weiterhin unfreundlich. Kühlere Luftmassen bringen an ber Rückseite nach bem Festlanbe vor, wodurch die Temperaturen zum Sinken gebracht werben unb neben wechselhafter Bewölkung noch schauerartige Nieberschläge entstehen. Obwohl ber Luftbruck fteigenbe Tenbenz hat, bürste keine Besse- rung von längerer Dauer zu erwarten sein, benn über ben Norbatlantik rückt bereits eine neue Störung heran. Aussichten für Samstag: Wechselhaftes Wetter, bewölkt, mit kurzer Aufheiterung, etwas kühler, noch schauerartige Nieberschläge. Aussichten für Sonntag: Nach vor- übergehenber Beruhigung erneute Verschlechterung in Aussicht. Aus oder Wett Jahresversammlung des Deutschen Auslandsinstttuts. Im Hause des Deutschtums in Stuttgart fand die Jahresversammlung des Deutschen Auslandinstituts statt, dessen Arbeit in erster Linie ber Neuordnung des Instituts galt. Zum Vorsitzenden hat ber Dreierausschuh Oberbürgermeister Dr. 6 t r ö (i n , Stuttgart, berufen, ber bie Neuberufung bes Vorstandes vornahm. Zu Dorstandsmit- gliebern würben ernannt: Landtagsbirektor Eise- mann, Dberegierungsrat Dr. Drück vom Kultusministerium, Dr. Robert E r n st, Berlin, Unioersi- tätsprosessor Dr. Göring, Oberstudienbirektor Dr. Krehl, Stuttgart, Universitätsprofessor Dr. M a n n- harbt, Marburg, Dr. Hans Steinacher, Berlin, Unioersitätsprofessor Uhlig, Tübingen, sowie Professor Dr. Chaki, Hermannstabt. Ferner gehören bem Vorstand als beratender Wirtschaftsführer Fabrikant Kiefer, Trossingen, unb als juristischer Berater Ministerialdirektor Dr. Dill an. Der Vorsitzende, Oberbürgermeister Dr. Ströl in, gab einen Ueberblick über bie künftigen Arbeiten bes Instituts, währenb ber neue Leiter bes Instituts Professor Dr. CHaki Bericht über die Tätigkeit des Instituts im Jahre 1932733 erstattete. Der Vorsitzende faßte dann bie zukünftige Gestaltung ber Arbeiten bes Auslanbinftihits in einer Kundgebung zusammen unb gab Kenntnis von ber Absendung zweier Telegramme an ben Reichspräsidenten von Hindenburg unb Reichskanzler Adolf Hitler. Mit einem Sieg-Heil auf das deutsche Volk, den Reichspräsidenten unb ben Führer schloß bie Versammlung. 100 OOO-ZIlarf-Spcnbe für das Mnlerhilfswerk. Die im Deutschen Sparkassen- unb Giroverbanb zusammengeschlossenen Girozentralen haben sich mit einem Betrage von 100000 Mark an bem Winterhilfswerk beteiligt. Ilugkapilän Bauer Hal eine Million Luftkilomeler zurückgelegt. Flugkapitän Bauer von ber Süddeutschen Lufthansa, einer ber ältesten unb bekanntesten Flugzeugführer ber Deutschen Lufthansa, ber seit bem Jahre 1930 ber ftänbigc Führer bes Flugzeuges bes Reichskanzlers Adolf Hitler ist, hat biefer Tage eine Million Kilometer im Luftverkehr zurückgelegt. Aus biefem Anlaß hat der bayerische Staats- Minister Esser dem Kapitän Bauer ben Dank unb bie Anerkennung ber bayerischen Staatsregierung für feine hervorragenden Leistungen ausgesprochen. IDeltflieger Post abgestürzt. In Quincy im Staate Illinois stürzte ber bekannte Weltslicger Wiley P o st kurz nach bem Start mit feiner Maschine ab. Er würbe sofort in bas Krankenhaus gebracht. Die Verletzungen haben sich als nicht lebensgefährlich herausgestellt. Todesurteil im Iserlohner Kommunistenprozeh. Im Prozeß gegen die Iserlohner Kommunisten, S ch i b z i k unb Genossen, würbe in Hagen bas Urteil gefällt. Der Hauptanqeklagte Schibzik würbe wegen Morbes in Tateinheit mit schwerem Lanb- friedensbruch zum Tobe unb zum baucrnben Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Die Angeklagten Klostermeier unb Hensmann erhielten je 15 Jahre Zuchthaus. Der Angeklagte Gelezes würben zu 11 Jahren, Wiesner zu 8 Jahren unb Petry zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt. Allen würben bie bürgerlichen Ehrenrechte auf bie Dauer von zehn Jahren aberkannt. Zwanzig Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von 9 Monaten bis zu 4 Jahren. Ein Angeklagter würbe freigesprochen. — Der Kommunist Schibzik unb feine Genossen hatten am 16. Januar b. I. aber ich habe diese Behauptung nicht verbreitet. Vorsitzender: Das geht auf Ihren Eid. Verteidiger Dr. Sack: In einem Telegramm, das ber sozialbemokratische Reichstagsabgeorbnete Dobbert (Dresben) an bie Leipziger Reichsanwaltschaft am 4. März 1933 gerichtet hat, heißt es: „Branbftifter im Reichstag Marinus van der Lubbe hat in der Nacht vorn 1. Juni 1932 laut Eintragung im Uebernachtungsbuch in ber 0e me i n b e Wörne übernachtet. Er hat sich fuhrenben Nationalsozialisten in Brockwitz, unb ^roar bem ®e- meinbeoerorbneten Sommer von ber NsDAP. sowie bem Gärtnereibesiger Schumann von ber NSDAP., gegenüber als Nationalsozialist ausgegeben. Er ist von bem nationalsozialistischen (Bemeinbeoerorbneten Sommer tagelang ver- pflegt worben unb ist bann verschwunben. Er hat dem Sommer gegenüber Aeußerungen getan, daß in Deutschland demnächst der Bürgerkrieg aus- brechen werde. Die NSDAP, aber sei auf alles gerüstet." Herr Zeuge, haben Sie in diesem Sinne, wie es das Telegramm wiedergibt, mit dem Abgeordneten Dobbert gesprochen? Zeuge Keil: Nein, ich habe nichts von dem Telegramm gewußt, ich habe Dobbert gefragt, was er machen will. Dobbert hat gesagt, er witze leibst noch nicht, was er tun werde. Rechtsanwalt Dr. Sack: Haben Sie Dobbert für die im Sächsischen Landtag eingebrachte Interpellation die Unterlagen gegeben? Zeuge Keil: Nein, ich habe ihm das Material nicht gegeben. Rechtsanwalt Dr. Sack: Ist nicht on demselben Tage nachmittags von Ihnen ein Flugblatt ber SPD. herausgegeben worben, unb haben Sie Zeuge Keil: Nein. Vorsitzenber: Auf Seite 5 bes Braunbuches heißt es: „Nach einer Mitteilung ber sächsischen Behörben fiel jener van ber Lubbe oaburch auf, baß er v o n Der bevor st ehenben Revolution sprach. Es steht einroanbfrei fest, baß van ber Lubbe im Juni sich in Sörmewitz aufhielt unb bort burch ben Nationalsozialisten Sommer verpflegt würbe. Zeugen haben auch zu Protokoll gegeben, baß er sich als Nationalsozialist betätigt habe. Der sächsische Minister würbe bavon benachrichtigt, aber von ber Reichsregierung sinb weitere Ermittlungen in bieser Sache verboten worben." Waren bie burch Flugblätter verbreiteten Melbungen bicser Art auf bas von Ihnen gegebene Material gestützt? Zeuge Keil: Als ich bas Flugblatt gesehen habe, habe ich gleich gesagt: es ist eine U n - Wahrheit, was hier geschrieben wirb. Oberreichsanwalt Dr. Werner: Haben Sie heute noch irgenbeinen Anhalt bafür, baß ber von Sommer verpflegte Mann van ber Lubbe war? Zeuge Keil: Ich bin heute davon überzeugt, daß es van ber Lubbe nicht gewesen ist. Van der Lubbe und der Kommunismus. Der Vorsitzende geht nunmehr $ur Vernehmung des Angeklagten über seine politischen Auffassungen über. Die Frage des Vorsitzenden, ob er bie kommunistischen Ziele gebilligt habe, beantwortet van der Lubbe mit ja. Auf bie weitere Frage, ob er für Abänderung ber Staatsform gewesen sei, antwortet der Angeklagte mit nein. Vorsitzender: Was wollten Sie benn überhaupt erreichen? Van ber Lubbe schweigt Der Oberreichsanwalt greift darauf ein und empfiehlt, diese Fragen bem Angeklagten oerbolmetschen zu lassen, da er sie vielleicht nicht richtig verstanden habe. Der Dolmetscher legt dem Angeklagten eine ent# sprechende Frag« vor, woraus eine Antwort aber nicht erfolgt. Vorsitzender: Dann sagen Sie uns doch einmal auf holländisch Ihre Auffassung von der Poli- tik, die Sie verfolgt Haden. Angeklagter: Das kann i ch nicht. Der Vorsitzende stellt nun eine ganze Reihe von Fragen, um aus dem Angeklagten van der Lubbe herauszubekommen, ob unb wann er sich a I s echter Kommunist gefühlt habe unb ob unb wann ei aus der kommunistischen Bewegung aus- geschieden sei Die Antworten des Angeklagten sind knapp unb verworren. Auf weitere Fragen gibt der Angeklagte an, daß er in Holland kommunistische Flugschriften und Zellenzeitungen zwar nicht selbst verfaßt, aber verteilt' habe. Vorsitzenber: 1929, als biese Zeitschriften verteilt würben, waren Sie also Kommunist? Waren Sie es auch noch im Jahre 1931? Angeklagter: Nein. Voissitzenber: Waren Sie es 1930? Angeklagter: Nein. Vorsitzeiü>er. Sie sinb also öfter vorher schon ein- unb ausgetreten? Angeklagter: Ja. Vorsitzenber: Aus welchen Gründen sinb Sie benn ausgetreten? Angeklagter: Aus persönlichen (Brünben. Vorsitzender: Können Sie diese Gründe nicht be- stimmter angeben? Angeklagter: Das kann ich nicht sagen. Vorsitzender: Sind Sie vielleicht Anarchist gewesen? einen Ueberfall auf das SA.-Heim in Iserlohn verübt, wobei der SA.-Truppsührer B e r n s a u durch einen Revolverschuß getötet wurde. Mehrere SA.- Männer wurden verletzt. Zuchthausstrafen im Bottroper kommuniskenprozeh. In dem Prozeß gegen die Botttoper Kommuni- ften, die in ber Nacht zum ersten Weihnachtstag 1932 ben Bergmann Vinzenz Sczotok in Bottrop e r - m o r b c t hatten, mürbe solgenbes Urteil gefällt: Die Hauptangeklagten Kubek unb Siegfrieb Schlossarek würben xu je 15IahrenZucht- Haus verurteilt. Der Angeklagte Kozielski erhielt zehn Jahre Zuchthaus wegen Beihilfe: ber Bergmann Paul Schlossarek ein Jahr Gesang- nis wegen Begünstigung. Bei ben Hauptangeklagten verneinte bas Gericht bie Ueberlegung bei Ausführung ber Tat, so baß bie vom Staatsanwalt beantragte Tobesstrafe nicht in Betracht kam. Ein Rechtsanwalt zu Gefängnis verurteilt. Der 51jährige Rechtsanwalt Rubolf Bürger aus Aobenlimbura würbe vom Sonbergericht wegen ver le umber ischer Beleibigung von füh- renben Männern ber NSDAP, zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr brei Monate Gefängnis beantragt. Bürger war seit längeren Jahren für bie nationalsozialistische Bewegung eingetreten, fühlte sich aber nach ber Machtergreifung zurückgesetzt unb richtete im Juni b. I. bei einer Besprechung im Anwalts- zimmer in Hagen scharfe Angriffe gegen ben (Bauleiter bes NS.-Iuristenbunbes Dr. Romer unb ben Gauleiter ber NSDAP. Westfalen-Süb Staatsrat Wagner. Der Mannheimer 3uroelenräuber unb feine Hehler In Berlin verhaftet. In der Nacht zum 13. August wurde, wie seinerzeit gemeldet, bei einem großen Iuweleneinbruch in Mannheim der gewerbsmäßige Einbrecher Erich Arnold auf frischer Tat gefaßt, während es seinem Komplizen, dem 34jährigen Einbrecher Franz Lehne gelang, mit den geraubten Juwelen im Gesamtwerte von 50 000 Mk. zu fliehen. Den Fahn- düngen des Berliner Dezernats für Geldschrankein- bräche ist es jetzt gelungen, ben achtmal, zum Teil mit Zuchthaus vorbestraften Lehne, als er aus seiner Sommerfrische Strausberg zurückkam, festzu- nehmen. Von bem gestohlenen Diebesgut würbe bei ihm zunächst nichts oorgefunben. Nach hart» näckiaem Leugnen legte Lehne ein Gestänbnis ab. Im Anschluß hieran konnte eine zehnköpfige Hehle rb a n b e fe ft genommen werben. Bei ihr hanbelt es sich hauptsächlich um eine Familie Schlesinger, Vater, Mutter, Sohn unb Tochter. In ben Wohnräumen bieser Gauner wurde nichts gefunden. Fast das ganze Diebesgut fand man auf der Arbeitsstätte des Schlesinger, der als Konditor in einer großen Konditorei beschäftigt war. Mit einem geringen Teil ber Juwelen war zuvor ber internationale Hehler Rappaport nach Rotterbarn geflüchtet, ber aber bort fest genommen werben konnte unb nach Mannheim gebracht werben wirb. Bei ben umfangreichen Durchsuchungen würben außerbem noch Juwelen oorgefunben, bie aus zwei Berliner unb einem Leipziger Einbruch herrühren. Autounglück Im Engadin. — Drei Tote. Oberhalb Silva Plana im Engabin fuhr ein mit fünf Personen besetzter Wagen in einer Kurve ber Iutterstraße über bie Böschung hinaus unb stürzte etwa 50 Meter tief auf bie untere Straße der serpentinenreichen Streife ab. Der Führer bes Wagens, Dr. Hochwalb (Berlin), unb seine Frau würben schwer verletzt. Die übrigen Insassen, bie Geschwister Schweickharbt aus Tübingen unb Frau Noel (Berlin) sind itjren Verletzungen im Samabener Krankenhaus e r - legen. Born eigenen Sohn tödlich überfahren. Ein schrecklicher U n g l ü ck s s a l l ereignete sich in Hohenschönhausen bei Berlin; bem bie Strecke nach Berlin befahrenben Autobus entflieg an einer Haltestelle ber Rentner Richarb Görtz. Der alte Herr begab sich nach vorn, um sich von bem Chauffeur bes Autobus, seinem Sohn, zu aerob Ein Lied vom Glück. Roman von Anny von panhuys. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Marlene hatte inzwischen, ohne unterwegs jemand zu begegnen, ihr Zimmer erreicht. Sie hatte sich den Weg dorthin heute gut gemerkt. Nun riegelte sie sich ein und zog auch noch die Hellen Vorhänge dicht vor das breite Fenster. Dann erst holte sie die Waffe hervor und legte sie mit spitzen Fingern auf eine alte Zeitung. Sie betrachtete ihren Fund jetzt genauer. Es handelte sich bei dem Dolch sicher um ein eigenartiges Stück, mußte sie denken. Sie mochte ihn nicht noch einmal anfassen, ihr graute davor. Der Griff aus getriebenem Silber war besonders eigenartig dadurch, daß sich eine schmale Schlange aus Gold um ihn wand. Ziemlich oben, fast da, wo die Klinge eingesetzt war, befand sich eine Stelle, als ob dort früher etwas eingelegt gewesen wäre. Marlene versuchte ihrer ganz toll durcheinanderstrudelnden Gedanken Herr zu werden. Die Form der fehlenden Verzierung prägte sich deutlich aus. Ein kleines Kleeblatt mußte dort gesessen haben. Ein Kleeblatt von der Form und Größe, wie sie eins heute nacht in ihrem seltsamen Traum gesehen. Ein Kleeblatt aus mattem Gold, dicht übersät mit winzigen grünen Funkelsteinen. Aber das Kleeblatt, das ihr der Traum gezeigt hatte, hatte eine Oese gehabt, durch die eine dünne Kette gezogen war. Sie sank in einen Stuhl. Hatte ihr die Baronesse nicht erzählt, sie hätte von einem Dolch geträumt, den Achim von Malten ihr, Marlene Werner, geben wollte? Der Dolch hätte eine Einbuchtung am Griff gehabt, als fehlte dort etwas — Sie konnte nicht weiterdenken. Ihre Gedanken wollten streiken, weil sie sich gar nicht mehr zurechtfand. Wie sonderbar und verwirrend erschienen ihr jetzt die beiden Träume, der Traum der Baronesse und der ihre, nachdem sie heute den Dolch gefunden! Es waren keine sinnlosen Träume mehr, sondern ein ganz tiefer Sinn war in ihnen enthalten, den sie leider noch nicht zu fassen vermochte. Sie wußte nur das eine, das Schreckliche: sie befand sich jetzt im Besitz der Mordwaffe, durch die es vielleicht möglich wäre, den Mord aufzuklären. Im Augenblick aber, wo sie Achim von Malten die Waffe aushändigte, mußte er Anzeige von dem Fund machen, und gehörte ihm selbst die Waffe, dann — Furchtbare Angst überfiel sie mit einem Male, und der Atem stockte ihr vor Erregung. Sie durfte ihm den Dolch weder aushändigen noch zu jemand darüber eine Silbe äußern, denn vielleicht hatte Achim von Malten doch die Hand gegen Lila von Born erhoben. Vielleicht hatte er sie geliebt, vielleicht war er eifersüchtig gewesen und hatte die Tat in einem Zustand geistiger Verwirrung begangen? Brachte sie also den Dolch zum Vorschein, und es wurde erwiesen, er war sein Eigentum, brach das Unheil über ihn herein. Tausendmal besser war es noch für ihn, er blieb lebenslänglich der wegen Mangels an Beweisen Freigesprochene, als er wurde verurteilt. Eine Stimme warnte sie: Was geht denn dich das alles an? Dich hat nur deine Pflicht zu kümmern. Und die verlangt von dir, daß du die Waffe bei der Polizei abgibst. Aber da war noch eine andere Stimme, die raunte: Behalte die Waffe! Verbirg sie sorgsam, bis sich eine Gelegenheit findet, sie wieder verschwinden zu lassen, so daß niemand mehr sie zu Gesicht bekommt. Wenigstens niemand, der auf die Idee verfallen könnte, welchem traurigen Zweck sie einmal gedient. Wenn sie eines Tages Maltstein verlassen würde, wollte sie den Dolch mitnehmen. Irgend wo in weiter Entfernung von hier mußte sie die unselige Waffe dann vergraben oder ins Wasser werfen. Sie betrachtete mit Widerwillen die dunklen Flecke auf dem blanken Stahl, packte den Dolch dann, ihn nur mit dem Papier berührend, in den Doppelbogen einer Zeitung und schob das Päckchen tief unten in ihren Koffer, den sie noch nicht ganz ausgepackt hatte. Nachdem sie ihn sorgfältig verschlossen, fuhr sie sich mit dem in kühles Wasser getauchten Schwamm mehrmals über das Gesicht. Ihr war zumute, als habe sie einen weiten Marsch durch staubiges Gelände hinter sich, als brennten ihr die Augenlider und die Haut. Sie bürstete rasch über das Haar und ging dann wieder hinunter in die Bibliothek. Sie mußte sich zusammennehmen — die Baronesse durfte nicht merken, daß sie ein Erlebnis gehabt hatte, das sie bis ins innerste Herz erschütterte. * Roberta DIbers war bei Achim von Malten ins Zimmer eingetreten. Er reichte ihr die Hand. „Nun, was gibt es Neues, Roberta?" Er hatte Roberta DIbers schon gekannt, als sie noch ein kleines Mädel gewesen, das wildeste weit und breit. Mit zehn Jahren ritt sie wie ein alter Cowboy auf ungesatteltem Pferd; mit vierzehn wußte sie auf den Feldern Bescheid wie der beste Inspektor, und jetzt war sie so tüchtig, daß man sie schon mehrmals hatte wegengagieren wollen, mit hohem Gehalt. Sie hatte es ihm erzählt und dazu bemerkt: Als ob man mich mit Geld von hier fortlocken könnte, von hier, wo meine Heimat ist, wo ich hingehöre! Ich könnte doch anderswo gar nicht leben! Sie antwortete auf feine Frage, was es Neues gäbe: „Der Wollner ist wieder aufsässig. Sie wünschten aber immer wieder, Herr von Malten, ich sollte es mit ihm versuchen. Nun verdirbt er leider alle anderen Leute." Er bot ihr Platz an, und sie ließ sich weich und anmutig in einen Ledersessel fallen. So männlich vieles in ihrem Charakter auch schien, und so männlich sie sich auch bei schlechtem Wetter ober anstrengenden Ritten zurechtmachte, so graziös konnte sie wiederum sein. Sie trug einen kurzen moosgrünen Rock und eine dazu passende kurze Joppe, auf dem Kopf eine weiße Baskenmütze, die ihren dunklen Teint, ihre schwären Haare hob. Sie sah ihn mit ihren klugen schwarzen Augen fragend an. Er nickte: „Ja, der Wollner kann anscheinend keine Ruhe halten. Seine Frau, feine Kinder tun mir leid, sonst —" Sie lächelte: „Sonst wäre er schon rausgeflogen — nicht wahr?" Sie dämpfte die Stimme. „Wenn wir uns auch nicht mehr offiziell du nennen wie früher, als Sie oft dort zu finden waren, wo ich Wildling mich aufhielt, verfallen wir doch noch zuweilen in den Duztvn, wenn wir uns besser verständigen wollen. Also tue ich es jetzt und rate dir, Achim: laß mich den Kerl entlassen, er richtet sonst doch noch irgendein Unheil an. Höre auf mich! Du weißt, nichts liegt mir mehr am Herzen als das Wohl von Maltstein." Sie machte eine kleine Pause. „Das Wohl von Maltstein und das Wohl feines Herrn!" Er streckte ihr impulsiv, über den breiten Schreibtisch hin, die Rechte entgegen. „Ich weiß ja, wie sehr du an allem hier, an Mutter und mir hängst, deshalb halte das mit Woll- ner diesmal, wie du willst. Du weißt, ich rede dir schon seit langem in nichts mehr hinein. Wozu auch? Du bist über alles hier besser unterrichtet als ich und dazu über die Maßen tüchtig als Inspektor. Sie hielt seine Hand fest. „Achim, da wir heute doch einmal wieder beim vertrauten Du unserer Kinderzeit angekommen sind, möchte ich wagen, was ich sonst nicht wage, und hich bitten, dir Mühe zu geben, endlich etwas guten Willen zum Frohwerden aufzubringen. Das Böseste liegt doch nun schon lange hinter dir, und die Augen deiner Mutter sind so sehr traurig. Reiße dich ein wenig aus dem finsteren Grübeln heraus. Dein Leben kann doch noch lange dauern." Er zog seine Hand zurück. „Du meinst es gut mit mir, Roberta, aber du ahnst nicht, wie entsetzlich schwer es ist, den Willen zum Frohwerden aufzubringen. Ich möchte auch gar nicht, daß mein Leben noch lange dauert. Wenn meine Mutter einmal für immer geht, bann ist's auch für mich aus. Ich —" Er brach ab. „Wollen bas Kapitel unerörtert lassen. Ich banke bir aber für beine Treue unb beine Freundschaft." Sie blickte ihn groß an, unb es war etwas Zwin- genbes in ben bunklen Augen, was er fast körperlich spürte, so, als hielte jemanb ganz fest feine Handgelenke umspannt. „Du trägst durch dein Verhalten aber dazu bei, daß deine Mutter immer müder wird, du hilfst ihr —. verzeih — zu frühem Sterben", hielt sie ihm vor. „Unb wenn bir nichts mehr am Leben liegt, darfst du doch nicht dazu beitragen, deine Mutter zu zermürben. Bist reich, gesund und jung — kaum dreißig Jahre — und freigesprochen worden. Laß doch bi« paar bösen Zungen schwatzen. Wenn erst noch ein bißchen Zeit über alles hingegangen sein wirb, denkt kaum noch jemand an das Geschehene." Er erhob fid) brüsk; es sah aus, als wollte er das Zimmer verlassen. Sie lächelte ihn bittend an. „Bei unserer Kinderfreundschaft beschwöre ich dich, Achim, mir zu glauben: ich möchte dick nicht kränken, dir nicht wehe tun, sondern bir nur helfen." „Mir ist nicht zu helfen", erroiberte er herb — „bas heißt, mir ist allerbings zu helfen, aber nur, wenn man ben wahren Mörder findet." Sie hob leicht bie Schultern. „Du weißt ja, wie nach ihm gesucht worben ist." Sie stanb auf, trat bicht vor ihn hin unb legte ihre Rechte leicht auf seinen linken Arm. „Lieber Achim, vergiß alles wie einen bösen Traum! Versuche es boch! Sonst gehst bu zugrunbe unb alles hier." Er schüttelte ben Kopf. „Alles hier geht nicht zugrunbe, dafür sorgt schon mein tüchtiger Inspektor Roberta DIbers." Er schien plötzlich von einem Gedanken stark in Anspruch genommen. „Es käme übrigens gar nicht so genau darauf an, ob Maltstein ein bißchen mehr Ober weniger heruntergewirtschastet würbe, weil ja boch kein Erbe bafür ba ist." Sie wehrte ab: „Die Zeit heilt fast alle Wunben. Du wirst bich eines Tages verlieben unb heiraten unb —" „Hör auf!" unterbrach er sie flüfternb. „Meinen beschmutzten Namen barf ich boch keinem anständigen Mädel mehr anbieten." Sie sah ihn lange an, bann flüsterte sie so leise, wie er, zurück: „Armer Achim, warum plagst bu bich mit Eindilbungen herum? Du tust mir schrecklich leib, unb ich werbe fortan noch mehr als bisher barüber nachdenken, wie ich bir helfen kann. Irgendwie muß dir doch geholfen werben!" Sie schloß sekunbenlang die Augen, und es schien, als suche sie auf diese Weise Tränen vor ihm zu verbergen. Er betrachtete sie betroffen. Eben tupfte sie mit ben Fingerspitzen an ihren Augenwinkeln herum. Ihm hämmerte mit einemmal eine Erkenntnis auf. Seltsam! Daran, baß Roberta DIbers ihn lieben tonnte, hatte er noch nie gedacht. Er war bestürzt, der Gedanke quälte ihn, hatte sich auf ihn niedergesenkt wie eine neue schwere Last. Arme Roberta!, mußte er in jäh erwachtem Mitleid denken, unb ehe er noch recht wußte, was er tat, glitten ihm bie beiben Worte: „Arme Roberta!" auch schon über bie Lippen. (Fortsetzung folgt.) Mod. Scblafzimmer Nußbaum dreiteiliger Schrank (1.80 m) mit Innenspiegel, Frisierkommode mit dreiteilig. Spiegel, 2 Betten. 2 Nachtschränke, zwei Stühle, eine Gondel HGa««lr abzugeben für.... J-3*” 1 MdI 1» Möbelhaus G. Koos O5S39 Gießen, Plockstraße 14. la fiat-Men, IHN. 95 Pfennig la Tafel-Trauben, 3 Pfund 95 Pfennig la Edel -Trauben, 2 Pfund 95 Pfennig Zitronen, Pfirsiche, Tomaten Preiswert la Blumenkohl zum Aussuchen von 30 Pfennig an der Stück morgen auf dem Wochenmarkt und Frankfurter Straße 36, Tel. 2103. 05541 Schöne/ sonnige In elnemJ3ZeyZe-Kleld gefallen sich alle. Und dabei bietet M m eine solch großeAus- wähl an Formen und Farben, daß Mutter ö.Tochter bestimmt das Richtige finden. 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Zum I n - spekteur des Bildungswesens der Marine wurde ernannt Konteradmiral Saalwäch - ter, bisher Abteilungsleiter im Reichswehrministerium. met erhalten Schreibtisch, nd 4 Stühle i Mark Koos (Straße 14. > besonders auch kränkliche, M zurückgedliebeneund Der ungarische Reichsverweser, Admiral v. Hvrthy empfing in Gödöllö Vizekanzler von Papen in Audienz. Nach der Audienz gab er zu Ehren des Vizekanzlers ein Frühstück. Herr von Papen hat daraus Budapest wieder verlassen. Berlin, 20. Sept. (WTB.) Der Derwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn beriet die Finanzlage. Die Einnahmen aus dem Personenverkehr sind nicht merklich gestiegen, im Güterverkehr dagegen hat sich die Besserung der letzten Monate fortgesetzt. Die Aus- tragserteilung aus Grund des Arbeitsbeschafsungs- programms ist weiter fortgeschritten und hat die Summe von 300 Millionen Mark erreicht. Mit be- fonderer Besriedigung nahm der Verwaltungsrat davon Kenntnis, baß es, freilich unter großen finanziellen Opfern, 62000 Zeitarbeiter, die im Herbst d. I. hätten entlassen werden müssen, den Winterüber bei Arbeit und Brot zu beit dem ich an: .ohlen- sten, irlkett- ihaufel, ivor- m >achea I bei er ten 81*6 Oer Reichskanzler im Reichsarbeitsministerium. Berlin, 22. Sept. (TU.) Die „Kreuzzeitung" meldet: Am Donnerstagabend zwischen 18 und 19 Uhr nahm Reichskanzler Adolf Hitler im Reichsarbeitsministerium einen Vortrag über den Stand des Arbeitsdienstes entgegen. Als der Reichskanzler vor dem Arbeitsministerium vorfuhr, wurde er von einer zahlreich versammelten Menge stürmisch begrüßt. Reichsarbeitsminister Seldte empfing mit Staatssekretär Kröhne den Reichskanzler an der Pforte des Ministeriums. Außer der Stabswache des Stahlhelms hatte eine Eh r e n a b t e i l u n g des Arbeitsdienstes in ihrer neuen schmucken Arbeitstracht, persönlich geführt von Staatssekretär Hierl, zur Begrüßung des Kanzlers in der Eingangshalle des Ministeriums Aufstellung genommen. In der Begleitung des Reichskanzlers befanden sich u. a. Reichsminister D a r r 6 und Reichsstatthalter R ö - oer von Oldenburg. Auf seinem Wege durch das Ministerium und bei seiner Abfahrt wurden dem Reichskanzler, der sich am Wagen von Reichsarbeitsminister Seldtc und Staatssekretär Hierl Mit dem 1. Oktober 1933 werden unter Zuteilung zum Reichswehrministerium zu Marine- aNach Ls ernannt: Der Kapitän zur See Witt- hoeft bei der Botschaft in Washington. Der Fregattenkapitän Steffan bei den Gesandtschaften in Stockholm, Kopenhagen, Oslo und Helsingfors mit dem Sitz in Stockholm, der Korvettenkapitän Wenn ecke r bei der Botschaft in Tokio. Zum Gehilfen des Militärattaches bei der Botschaft in Moskau wird der Kapitänleutnant v. Baumbach ernannt. Lin« gesunde-Hendet ternäre' >A,4.2o L-d«. ^eeL KAedieL' überraschend schnell. futter 1 Eßlöffel voll echte» »OL ‘"■’1 I Vb % 1.60 chtes tRafiol in Originalflafötn irüA. SHein. fitrfteHtr: Qrngeb iden in aUen Apotheken. herzlich verabschiedete, große Kundgebungen gebracht. VerwaliungSraissihung her Deutschen Reichsbahn. Pfund 70 V Pfand 70 P ) und 10 • ) Stück 25 PL Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat den Pg. Hilgen- f e l d Aum Reichswalter für das gesamte Winterhilfswerk .Kampf gegen Hunaer und Kälte" ernannt. Pg. Hilgenfeld steht an oer Spitze der NS. -Dolkswohlfahrt und hat an den Vorarbeiten für das Winterhilfswerk bereits bisher lebhaften Anteil genommen. Zeitschriften. — Das Septemberheft der „Zeitwende" (C. H. Beckfche Verlagsbuchhandlung, München) geht der Frage nach: Ist der „Faschismus" in Deutsch- land ein „ausländischer Import"? Die Gegner der nationalsozialistischen Bewegung möchten uns gerne glauben machen, daß sie unserem Volke einen fremden Geist aufzwinge. Wer aber dem Wesen des Faschismus überhaupt und seinen geistigen Grundlagen in Italien tiefer nachgeht — was Richard Eckstein in seinem fesselnden Essay „Der Faschismus und der deutsche Geist" tut —, kommt zu einem ganz anderen Ergebnis. Faschismus ist seinem Wesen und seiner Wortbedeutung nach einfach „Bündelung", Zusammenfassung aller Kräfte einer Nation zur Abwehr einer tödlichen Gefahr. Er kam gleichzeitig und unabhängig voneinander in den von Hitler und von Mussolini geführten Bewegungen machtvoll zum Durchbruch. Der italienische Faschismus trägt selbst einen „preußischen" Zug, seine geistigen Grundlagen reichen tief in den deutschen Idealismus hinein. — Im gleichen Hefte be? „Zeitwenbe" finben sich noch weitere ausgezeichnete Aufsätze: „Deutschlands koloniale Forderung" do* Paul Rohrbach und der ungemein aufschlußreiche „Alltag im Sowjetleben" von Sigurd Thorn. e«? gerei,Leo- •Ss. Ä* Deutschland noch immer Gläubiger in Gens Oer Reichsaußenminister vor seiner Abreise. HllD Mädchen sowie junger MMK imSnteroÄbrcn für sofort gesucht. Liebigitrabe 68 Für stauenloi. Arzt' vausb.wird eine in fäintt einschlägigen Arbeiten erfahrene Haushälterin öer sofort gefudn. Jchnstl.Angeb.nnt Gebaltösordn.und Ans.Uerb.Ul. u Bcisg.em-riDw. Zur Führung eine! fas» ebrliÄe. altere SauDM Merkwürdig genug sind die Tischsitten. Das Absonderlichste ist, daß jeder einem anderen Gast, dem er klar machen will, daß er ihn achtet oder liebt, die besten Bissen von seinem Teller in den Mund schiebt. Unser Wirt ließ aus der Küche einen fast meterlangen gebratenen Fisch kommen und Aer- bröckelte ihn vollkommen, nur um mir die schönsten und besten Happen in meinen Napf zu legen — und das alles mit dem liebenswürdigsten und freundlichstem Lächeln. Als die Chinesen unzählige Tassen fast kochendheißen Tees getrunken hatten, kamen die Diener mit Kupferbecken voll heißen Wassers. Sie tauchten Handtücher hinein und reich- ten sie uns, wir „säuberten" uns damit. Hsü- Chang-Mi ging von Tisch zu Tisch und sah nach, ob jeder fertig war, dann winkte er dem Haushofmeister, und der gab feinen Unterdienern einen Befehl. Diese stürzten sich auf uns, halfen uns in unsere Kleider, brachten die Hüte, und man hatte den Eindruck, hinausgeworfen au werden. Man bricht nämlich unmittelbar nach Dem letzten Dissen ■ober Schluck auf, und die Ehrengäste müssen zuerst gehen. Der Abschied war wortreich, und dann stand- ich auf der Straße — in einer weichgepolsterten Sänfte trugen mich Hsü-Chang-Mis Diener in mein Hotel zurück. lassen. Es handelt sich hier um Zeitarbeiter, die zu 85 Prozent SA.-, SS- und Stahlhelmformationen angehören. Im Zuge der Maßnahme zur Verjüngung des Personals war eine Reihe von leitenden Stellungen neu zu besetzen. Der Verwaltungsrat ermächtigte die Hauptverwaltung, mit der bayerischen Staatsregierung auf Grund der bisherigen Verhandlungen eine Vereinbarung zu treffen, wonach bie Gruppenverwal- tung Bayern aufgelöst und im Zusammenhang damit die Reichsbahnorganisation in Bayern neu geordnet werden soll. Ehestandsdarlehen auch für Bauerntöchter. Berlin, 21. Sept. (Vdz.) Eine Verordnung der maßgebenden Stellen bestimmt, daß Mädchen und Frauen, die im Haushalt oder Betrieb von Verwandten aufsteigender Linie beschäftigt sind oder waren, ebenfalls ein E h e ■ standsdarlehen erhalten können, wenn infolge ihres Ausscheidens aus der Beschäftigung nachweislich die Einstellung einer fremden Arbeitskraft erfolgt. Dabei ist es ausreichend, wenn die Einstellung im Zeitraum der Hergabe des Darlehens erfolgt ist. Im übrigen gelten die allgemeinen Bestimmungen. Durch diese Neuregelung ist insbesondere dem Bauernstand eine wesentliche Hilfe zuteil geworden, da bisher Landwirtstöchter, die im Betriebe ihrer Eltern ober Großeltern beschäftigt waren, bei Ausgabe ihrer Stellung kein Ehestandsdarlehen erhalten konnten. Flotte für die amerikanischen Städte gegen Luftangriffe von außen her biete. Es seien bereits Vorbereitungen für den Bat» von 37 Kriegsschiffen getroffen worden, der die Flotte der Vereinigten Staaten auf die Stärke bringen würde, die ihr im Londoner Vertrag erlaubt fei. Vier von diesen Schissen seien 10 000-Tonnen- Kreuzer. Deutscher Getreidehandels- und Müttertag. München, 21. Sept. (WTB.) Der Deutsch« Getreidehandels- und Müllertag 1933, der diesmal vom Deutschen Landhandelsbund Berlin veranstaltet wird und an dem sämtliche deutschen Produktenbörsen teilnehmen-, wurde heute bei starkem Besuche eröffnet. Zur Erörterung des soeben verkündeten Gesetzgebungswerkes ergriff bann Ministerialbirektor Dr. Moritz vom Reichsernährungsministerium das Wort, um die in den letzten 48 Stunden schon entstandenen zahlreichen Mihverständ- n i s s e klarzustellen. Unter das Gesetz salle nur der Absatz zwischen Bauern und erster abnehmender Hand (Mühle, Genossenschaft oder Handel). Alle Kaufverträge, die nach dem Inkrafttreten des Gesetzes abgeschlossen werden, fallen unter das Gesetz, alle Verträge über Weizen und Roggen, die vor Inkrafttreten des Gesetzes abgeschlossen sind, werden so abgewickelt, wie sie vertraglich fe st gelegt wurden. Die Rechte des Wandlungs- und Minderungsabschlags bleiben von dem Gesetz unberührt und für Qualitäten, die keinen Anspruch auf den gesetzlichen Preis haben, können besondere Preise festgesetzt werden. Besondere Preise für einzelne Handelsklassen konnten nicht festgesetzt werden, zumal es sich diesmal noch um ein Uebergangsjahr handele. Vor allem werde man dem Prinzip der Stetigkeit und Gleichmäßig- feit in der Preisbildung Rechnung tragen, dafür aber den Umfang der Ablieferung durch den Bauern zu festen Preisen begrenzen. Das Fleischergewerbe kommt nicht in den Rährstand. Berlin, 21. Sept. (VDZ.) Jrn Zusammenhang mit dem neuen Reichsgosetz über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes ist in Kreisen des*Fleischergewerbes die Frage aufgeworfen worden, ob die Fleischer in den Reichsnähr- stand einbezogen werden würden. § 7 des Gesetzes erklärt nämlich, daß als landwirtschaftliche Er- Zeugnisse auch die aus ihnen durch Be- oder Verarbeitung oder Weiterverarbeitung gewonnenen Erzeugnisse gelten. Der Generalsekretär des Reichsstandes des Deutschen Handwerks, Dr. Schild, hat jedoch nach Rücksprache mit dem Agrarpolitischen Amt der NSDAP, sowie mit dem Reichsernährungsminister festgestellt, daß niemand daran denke, das Fleischerhandwerk aus seiner berufs- ständischen Gliederung bei dem Reichsstande des deutschen Handwerks herauszunehmen. Amerikanische Flottenrüstuna Washington, 20.Sept. (WTB.) (Reuter.) Der stellvertretende Marinesekretär führte in einer Rundfunkrede aus, die Besorgnisse, daß das jetzige Flottenbauprogramm der Vereinigten Staaten, dessen Gesamtkosten während dreier Jahre ungefähr 235 Millionen Dollar ausmachen würden, Anlaß zu einem neuen Wettrü st en geben könnte, seien unberechtigt. Eine angemeffene Kriegsflotte sei eine A r t wirtschaftliche Sicherung und Lebensversicherung für die Vereinigten Staaten. Der Redner hob besonders den Wert des Schutzes hervor, den die amerikanische Teppich, an einer Schmalseite stand ein Thron (auf dem der gute Geist des Hauses sitzt), geschmückt war der Raum durch die Einfachheit seiner Holztäfelung und die seidene Wandbespannung in zartesten Farben und durch einige schöne uralte Vasen und Krüge. In Awei Ecken standen Kupferbecken, in denen Holzkohlenfeuer glimmen. Vor jedem von uns stand ein Porzellannapf, bemalt mit dem „Wappen" des Wirtes und seinem „Hong" (Namenszeichen). Daneben standen zwei Holzstäbchen statt des Bestecks, und ein Näpfchen mit Salz- mandeln. Die Gäste gaben dem Wirt die schrift- liche Einladung zurück; man stellte sich vor: „Mein bescheidener Name ist Soundso" ober man fragte: „Darf ich Sie um Ihren ehrenwerten Namen bitten?" Den geachtetsten Gästen schenkte unser Wirt darauf selbst einen Becher Wein ein, klatschte in die Hände, und die Mahlzeit begann. Diener trugen in schönen Schüsseln ungeheuer viele Gerichte auf, zuerst eine reichhaltige Auswahl von Nüssen, dann alle möglichen Leckerbissen, die den Appetit reizen sollten: saure Schnecken, verschiedene marinierte Fische, Krabben in Del, gehackte Eier mit allen möglichen Kräutern. Es wurden große Krüge warmen Reisweins serviert, aus denen man sich nach Belieben bediente. Aber niemand trank viel von dem an sich nicht gefährlichen Wein; es ist eine Schande für den Gast, wenn er nicht nüchtern bleibt. Während der ganzen Mahlzeit ließ sich übrigens nicht ein einziges weibliches Wesen blicken, aber es schien nicht unerlaubt zu sein, daß sie durch schmale Gucklöcher in den Wänden uns Tafelnden zuschauten. Dann bat mich der Diener, von mehreren Suppen die zu wählen, die mir zusagte. Unter fünf verschiedenen Suppen, von denen mir einige zu unheimlich aussahen und zu stark rochen, wählte ich eine Haifischflossensuppe, deren ausgezeichneten Geschmack ich mehrfach erprobt hatte. Man prostete einander zu, unterhielt sich über zwei, drei Tische hinweg, und jedermann machte ein vergnügtes Gesicht. Die dicken Suppen aßen die Chinesen mit ihren Stäbchen mit einer unglaublichen Gewandtheit und so schnell, daß wir Europäer, obwohl wir seit Monaten das Stäbchenessen probiert hatten, einen geradezu hilflosen Eindruck machten. Ueber Politik wurde nicht gesprochen, obwohl die Vorgänge in China zu jener Zeit alle Gemüter erregten. Desto mehr wurde, mit einer grenzenlosen Freimütigkeit, aber ohne jeden Zynismus, über Frauen und Siebe geschwatzt. Mich befragte man fortgesetzt über europäische Zustände und hörte aufmerksam zu, wenn ick sprach. Hatte ich etwas für chinesische Begriffe besonders Merkwürdiges gesagt, so wiederholte irgendeiner das von mir Gesprochene, gelöst werden können. Leider bestehl für eine solche Lösung wenig Aussicht. Bleiben aber die anderen Staaten im Besitz ihrer Militärlustslotten, so wäre eseineunannehmbareForde- r u n g , daß uns die Möglichkeit der einzig wirksamen Verteidigung gegen Luftangriffe, nämlich des Flugzeuges, vorenthalten bleiben soll. Deutschland hat bas gleiche Recht auf Sicherheit w i e alle anderen Länder. Deutschland hat sich in den Verhandlungen über die Abrüstungskonvention stets mit jeder zweckmäßigen Form einer Rüstungskontrolle einverstanden erklärt, unter der einzigen Voraussetzung, daß sie für alle Staaten in gleicher Weise gilt und sich in der Praxis gleichmäßig auswirkt. Das ist aber nur möglich, wenn die Konvention bei den hochgerüsteten Staaten wirkliche Rüstungs- Herabsetzungen bringen würde. Die Forderung einer einseitigen Rüstungskon- trolle gegenüber Deutschland, die auf eine die internationale Atmosphäre vergiftende Pressehetze wegen angeblicher deutscher Ausrüstung gestützt wird, muß Deutschland dagegen mit aller Schärfe zurückweisen. Es wird neuerdings in der Presse einiger Länder davon gesprochen, daß die Tatsache der Macht- ergreifungdurchdieRegierungHitler in Deutschland jede Abrüstung in den Deutschland benachbarten Staaten unmöglich mache. Diese Argumentation muß ich aus das schärfste zurückweisen. Die neue deutsche Regierung verfolgt keine kriegerischen Ziele. Deutschland ist nach wie vor in der Abrüstungsfrage der Gläubiger. Denn es hat feinen Beitrag zur allgemeinen Abrüstung längst geleistet. Es verlangt, daß nun endlich auch bei den anderen mit der Ab» rüftung ernst gemacht wird. Don dieser einzigen und wahren Aufgabe auf der Abrüstungskonferenz darf die Welt nicht durch die Ausstellung von nicht realisierbaren Konttollsorderungen abgelenkt werden. Bündnis der Treue. Seldte zur Reichsführertagung des Stahlhelms. Berlin, 21. Sept. (TU.) Der Bundesführer des Stahlhelms, Reichsarbeitsminister Franz Seldte, veröffentlicht anläßlich der bevorstehenden Stahlhelm - Reichsführertagung ein „Bündnis der Treue" überschriebenes Geleitwort. Darin heißt es u. a.: Unsere Gedanken, unser Wollen, unsere Ideen kommen alle aus derselben Urtiefe. Sie kommen uns aus dem Fronterlebnis des Krieges und aus dem Erlebenmüssen der 15 Jahre Nachkriegszeit. Und nun, nachdem wir in der nationalen Erhebung alle aufgestanden sind, nun wollen wir nicht den Fehler allen deutschen (Erbübels begehen und den deutschen Bruderkampf wiederbeginnen. Ich als Gründer und Führer des Stahchelms will keinen Bruderkampf. Ich will kein zweites Käniggrätz. Und deshalb führe ich die alten Frontsoldaten nicht zum Bruderkampf gegen Adolf Hitler, den nationalen und politischen Sieger, sondern ich führe euch, meine Frontkameraden, i h m zu. Und mit ihm zusammen bewußt getragen von dem Begriff des Opfernkönnens will ich helfen, die große deutsche Einheit und Einigkeit zu erringen. Wir haben uns selbst das Gesetz gegeben und wir gehorchen nunmehr dem Gesetz, nachdem wir an- getreten sind. Wir haben immer den Führer ?e sucht, und nun, nachdem wir den Führer g e • unben haben, nachdem wir ausgeschaut hatten, nunmehr gehorchen wir dem Befehl unseres eigenen Gesetzes und dienen dem deutschen Schicksal. Wir tun dieses in ehrlicher Treue, in freudiger Gefolgschaft und Mitarbeit und ohne Vorbehalt. Wir marschieren unter Adolf Hitlers Führung hin auf das große deutsche Freihetts- ziel. Berlin, 21. Sept. (WTB.) Der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr v. Neurath ge- währte dem. Berliner Dertteter der „N e w y o r k Times" ein Interview. Der Minister begrüßte es, daß Norman Davis, sich mit Instruktionen des Präsidenten Roosevelt wieder nach Europa begeben hat, um den Standpunkt der Vereinigten Staaten in den Abrüstungsverhandlungen zu oer- treten. Die amerikanische Regierung sei st e t s für eine einschneidende Verminderung der Rü st ungen ein getreten; [ic habe ins- besondere führend den Gedanken der Abschaffung der Angriffswaffen oertreten. Deutschland hat vorgeschlagen, die Angrissswafsen entsprechend dem Waffenverbot des Versailler Vertrages au bezeichnen. Leider hat die Konferenz den deutschen Vorschlag nicht angenommen und bisher auch keine andere Lösung gefunden, hauptsächlich deshalb, weil einige hochgerüstete Staaten, besonders Frankreich, d i e Grenze zwischen den Angriffs- und Verteidigungswaffen so zu legen versuch- ten, daß f i ? s e l b st von ihren schweren Angriffs- wafsen so gut wie nichts abschafsen mühten. Don der Presse derselben Länder wird mit dem Schlagwort „Keine Aufrüstung" gefordert, daß an den Verboten des Versailler Der- träges hinsichtlich der materiellen Rüstung Deutsch- lands nichts geändert werden soll. Die praktische Bedeutung dieser Forderung wird am besten durch folgende Tatsache beleuchtet: Deutschland ist nicht nur jede Militärluftfahrt, sondern auch der Besitz von Flugab- wehrgeschühen verboten. Dadurch befindet sich Deutschland in einem Zustand völliger Wehrlosigkeit und grüß- ter Unsicherheit. Durch die totale Abschaf, fung der Militärluftfahrt in allen Staaten und ein völliges verbot des Bombenabwurfs würbe die Frage der Gleichberechtigung und der deut- schen Verteidigung in der Luft ohne weiteres um allen die Bedeutung des Gesagten klar zu machen. Nun kam aber noch lange nicht das Haupt- aericht, es gab noch einmal Vorspeisen, diesmal besonders schmackhafte: Hirn in Ei gebacken, Wild- fleisch mit Pilzen, Palmenherzen in Eiercreme, kleine Fische in Oel und Sahne, junge Hühner mit scharfen Gewürzen, gebratene Fischfilets. Die Fleischstücke, wie auch alles andere, waren mund- fertig zurechtgefchnitten, da es auf dem Tische weder Messer noch Gabeln gab, womit man die Stücke hätte zerschneiden oder wenigstens ausein- anberAupfen können. Ein Diener brachte eine Schüssel Mehlklöße; von Anfang an standen schon Riesennäpfe mit herrlichem Reis umher. Wir hatten bereits Unmengen vertilgt. Die Wärme der Jahreszeit, die scharfgewürzten und warmen Speisen, dazu noch bas Holzkohlenfeuer, hatten uns mächtig erwärmt. Einige fingen an, ihre Jacken und Ueberkleider abzulegen. Das war auch nötig und auf die Dauer unvermeidlich. Diener brachten Stöße von viereckigem dünnem rauhem Papier herbei, die man als Servietten, Taschentücher und zum Trocknen der Stirn benutzte und dann unter den Tisch warf. Die Stimmung war äußerst angeregt, alles sprach, schrie und gestikulierte. Nun kam endlich das „Hauptgericht", es gab gebratenes Wildschwein, Masthühner mit Mandeln gefüllt, Gemüse und herrliche Saucen. Auch davon aßen alle riesige Portionen, um daraus den nächsten Gang auftischen zu lassen: Torten, Kuchen, Keks, Reisspeisen mit süßen Fruchtfüllungen. Der beliebte Speckkuchen, der beinahe vor Fett triefte und dick mit Zwiebeln übersät war, fand bei den Chinesen riesigen Beifall. Die meisten nahmen von allen diesen süßen Sachen etwas, und so verging fast eine Stunde, ehe dieser Gang zu Ende war. Man legte noch mehr Kleider ab, jeder machte es sich so bequem als nur möglich. Hsü-Chang-Mi strahlte vor Freude, daß seine Gäste so tapfer Zugriffen. Die Diener brachten neue Krüge voll warmen Weins und dann gab es ten letzten Hauptgang: gebratene Fische mit Soleiern, gespickte Schweinelenden, fette und wundervoll gebratene Hühner, in Speck eingewickelte gebratene kleine Fische, gebackenen Reis. Da wir nun schon über drei Stunden bei diesem üppigen Mahle saßen, befürchtete ich angesichts des unbegreiflichen Appetits der meisten, daß sie platzen -könnten, aber viele wandten sich den neuen Gerichten mit so viel Freude und Genuß zu, daß man hätte meinen können, sie wären ausgehungert gewesen. Zum Schluß gab es Tee in hauchdünnen henkellosen Tassen, Torten, süße und säuerliche Früchte, eingemacht und rotz mebr n J N fie ih ^raflen ?ÄhÜ1" °°r. WM HM "end an * iae puffern **. it- n linken Arm M legte jhr, -ÄZMr an noch m-hr leid, •ÄXSU! «al -ine Erkenntnis, bafe Roberta Dlbers ihn liefen od) nie gebaut. Er war bestürz! u,1^Ee sich auf ihn nieder^ eue schwere Last. mußte er in jäh erwachtem Mit- ehe er noch recht wußte, was er > beiden Worte: „Arme Roberta!' ie Lippen. Sortierung folgt.) Verschißenes] L W' W-tidoW WB »r b. Itenet 0^-7- W-s Echt chinesisches Abendessen. Don Peter ©mm. Eines Morgens — es war vor zwei Jahren in Tientsin — klopfte der Hotelboy an meine Tür und übergab mir ein schmales, langes, grünes, perga- mentartiges Kuvert, auf dem mein Name stand. Es enthiett einen langen hauchdünnen Seidenbogen, auf dem in chinesischer und englischer Sprache stand: ,F)sü-Chang-Mi sieht es für eine Ehre an, Ihrem schmeichelhaften Wunsch, einem echt chinesi- chen Essen beizuwohnen, zu erfüllen und Labet Sie ür den kommenden Wochentag, den der weise Rat- chluß Ihrer Vorfahren als Freitag bezeichnet, in den stillen feierlichen Abendstunden acht bis neun zu einem Mahle in feinem Hause ein". Und in kleineren Schriftzügen standen darunter die Namen der Gäste, die außer mir eingeladen werden sollten, mit der Bitte, mitzuteilen, ob meinen Augen dies wohlgefällig sei. Ich gab dem Diener einige Zeilen mit, in denen ick mich bedankte und blumenreich und höflich versicherte, daß die Ehre und das Vergnügen durchaus auf meiner Seite lägen... 2lm Freitag, kurz vor acht (weil es besonders fein ist, recht früh zu erscheinen), kam ich in Hsü- Chang-Mis Haus, das äußerlich ziemlich europäisch aussah, innen jedoch vollkommen im alten chinesischen Stil gehalten war. Jrn Dorraum, der Diele, Die mit Lampions, Seidenpapierfahnen (mit Namen, Titeln, Vorzügen und Verdiensten der Gäste beschrieben und bemalt) und bunten Bändern festlich geschmückt war, empfingen mich drei Diener; der älteste, gewissermaßen der Haushofmeister, verhüllte fein Gesicht für eine kleine Weile, damit meine Augen nicht von seinem Anblick beleidigt würden. Ich sagte meinen Namen, er öffnete eine breite niedere Tür, schlug dreimal gegen ein Gong und rief in das Zimmer, in dem sich die bereits eingetroffenen Gäste befanden, meinen Namen mit allerlei merkwürdigen und schmeichelhaften Titeln und Ehrenbezeugungen. Ich betrat ein weiteres Vorzimmer, Hsü-Chana-Mi empfing mich; die Anwesenden, mit zwei Ausnahmen alles Chinesen, würdige und reiche Männer, begrüßten mich mit langen stummen Verbeugungen. Da ich der letzte Gast war, klatschte unser Gastgeber in die Hände, eine Tür öffnete sich nach einem kleinen Speife- faal, dessen Breitseite in einen kleinen, aber märchenhaft schönen Garten hinausführte. Wir setzten uns an viereckige Tische. Ich saß an der linken, der Ehrenseite des Wirtes. Diener kamen und sammelten unsere Hüte ein und reichten kleine Käppis, die wir aufsetzten. Im Raume gab es keinen Saarkampf und Saar-Ausstellung Ln Frankfurt am Main. von Dr. Karl Klinghardt Als Nachklang zur großen Saarkundgebung am Niederwalddenkmal wurde in Frankfurt a. M. vor wenigen Tagen die Saar-Aus st ellung feierlich eröffnet, die das beste und schönste Saar- Material zeigt, das in Deutschland überhaupt existiert. Es ist ein Genuß, sich an Hand der farbigen Pläne, der schönen Dioramen, der Glasbilder und Zeichnungen, der Modelle und Reliefkarten und zahlloser künstlerischer Photographien zu vergegenwärtigen, wie deutsch, wie kerndeutsch Landschaft und Leben, Mensch und Kultur tm Saar- oebiet sind. Zunächst sieht man, daß das Wort Saarland und Saarbecken, das die Franzosen gern gebrauchen, schon ein betrügerisch gemünzter politischer Ausdruck ist. Das Saargebiet ist eben kein selbständiger Landesteil, der beliebig nach Osten oder Westen angegliedert werden kann, sondern er gehört nach landschaftlichem Bild, nach geologischer Struktur ebenso gut und ebenso untrennbar zur Stromlandschaft des Rheines, wie nach Volkstum, Kultur und Geschichte. Eins freilich ist klar, daß das eroberungslustige Frankreich seit Jahrhunderten und verstärkt seit Ludwig XIV. alles getan hat und tut, um das deutsche Volkstum, um das deutsche Land vom Westen her anzunageln, zu zerstören und zu unterjochen. Prächtig sind die Darstellungen, die in der Ausstellung diese Entwicklung überzeugend vorführen. Auf der einen Seite Fleiß, Handwerkseifer in Stadt und Land. Saubere Dörfer, stolze deutsche Kirchen und Schlösser, Bergwerks- und Jndustrie- werke mit gediegener sozialer Fürsorge und planmäßigem fürsorglichen Betrieb. Auf der anderen Seite Neid und Raublust, Dünkel und Reklame, gewaltmäßiger Einmarsch, Brandschatzung und hundertfältige Gewalttat oftmals seit Ludwig XIV. Und jetzt Raubbau, unverantwortlicher Raubbau, der auch dem Unwissendsten den Charakter des „Saarkampfes" deutlich enthüllt: Nach dem Raub Elfaß-Lothringens und seiner unermeßlichen Bodenschätze soll auch das letzte Stück des deutschen Wesens mit besonderem Reichtum an Erz und Kohle, dem deutschen Volk entzogen werden. Da man aber nicht sicher ist, ob dieser Raub gelingen wird, weil die Saarbewohner in prachtvoller unerschütterlicher Haltung zur deutschen Heimat stehen, ist man zur Methode des Raubbaues übergegangen. Da, wo die stärksten Kohlenreserven des ganzen Gebietes liegen, die man deutscherseits planmäßig unangetastet ließ, hat der französische Raubbau eingesetzt, der teilweise seine Schächte von außerhalb der Grenzen, vom französischen Lothringen her unter das Saargebiet hinuntertreibt und dort herausholt, was zu holen ist, unbekümmert, ob droben selbst Dörfer zu wackeln beginnen und teilweise unbewohnbar werden. Die Bewohner des Saargebiets ballen die Faust, aber vorläufig sind sie ja weitgehend in der Hand Frankreichs, das nur zu gut den Kampf um deutsches Land und deutsche Menschen auf dem wirtschaftlichen Wege zu führen weiß. Laut Friedensvertrag sind alle deutschen Gruben völlig schuldenfrei an Frankreich abgetreten worden. Fällt das Gebiet, wie es natürlich ist und selbstverständlich sein dürfte, im Januar 1935 an Deutschland zurück, so muß Deutschland die gesamten Saargruben zu einem in Gold zahlbaren Preis zurückkaufen. Herrschte wirklich Gerechtigkeit und Vernunft, dann müßten nicht wir die Gruben zurückkaufen, sondern Frankreich müßte uns eine Wiedergutmachung zahlen für den Schaden, der durch unsinnigen Raubbau an den Gruben und ihren Beständen entstanden ist. Wie es aber liegt, sind wir obendrein durch Zwangsliquidation des Grubeneigentums bedroht, wenn wir den Goldpreis nicht binnen Jahresfrist erlegen können. Ursprünglich hatte diese sogar nur auf sechs Monate beschränkt werden sollen. Wunderbar anschaulich ist in der Ausstellung der Vorwand zerstört, unter dem Frankreich diese Rechtseinbrüche durchgesetzt hat. Die Saar sollte Entschädigung sein für die durch den Krieg zerstörten Gruben in Nordfrankreich. An violetten und blauen Holzpfeilern ist deutlich dargestellt, wie die französische Kohlenförderung durch die elsaß-lothringischen Gruben schon im Jahr 1925 d i e volle Vorkriegshöhe wieder erreicht hat. Dann wird die französische Förderung noch weiter getrieben. Darauf setzt sich aber nun die fast ebenso große Saarförderung, die in ständigem Wachsen ist. Während die großen lothringischen Kohlenreserven noch heute unangetastet liegen, soll in der Saar alles ausgeräumt werden, um es Deutschland zu entziehen, falls es den Wiederbesitz der Gruben wirklich antritt. Grubenbesitzer, Bergarbeiter und Gesamtbevölkerung wissen genau, um was hier gespielt wird und wie gespielt wird, aber 60 000 Menschen sind als reine Grubenbelegschaft wirtschaftlich in französischer Hand, das sind mit den Familien vielleicht 250 000 Menschen — von den 760 000 Einwohnern des Saargebietes — die dem französischen Einfluß entscheidend ausgesetzt sind. Der deutschen Treue wird hier der Hunger entgegengestellt werden, um die Entscheidung zu französischen Gunsten zu falschen. Freilich gerade auch diese Bergarbeiter sahen wir am Niederwalddenkmal und wir dürfen hoffen, daß an ihrer deutschen Mannhaftigkeit die feindliche Woge zerschellt. Viele Kommunisten freilich, die saarländischer Geburt sind, wurden hinübergelockt ins Lothringische und arbeiten von dort aus im Saargebiet... unter Tay! Diese Abtrünnigen, die in Siedlungen um die lothringischen Einfuhrschächte wohnen, werden ye- aehegt und gepflegt. Als saarbürtig werden sie tm Januar 1935 mit abstimmen. Unerschöpflich ist die Saar-Ausstellung an Belehrungsmaterial. Wieoiele von uns wissen, daß der Umsatz der Saarwirtschaft, mengenmäßig gemessen, fast um 70 Prozent über die Umjatzmenge des gesamten Württemberg hinausgeht. 1931 betrug der Gesamtumsatz in Württemberg nach Menge 11 Millionen Tonnen, der Umsatz des gleichen Jahres im Saargebiet 18 Millionen Tonnen, demnach wäre es an reiner Wirtschaftskraft und Bedeutung gemessen, nicht ein kleines Grenzgebiet, das uns mit dem Saargebiet entwunden würde, sondern es wäre für unseren Wirtschaftsumsatz, als würde Baden und Württemberg vom Reiche abgetrennt. Das sind Tatsachen, geeignet, den deutschen Michel aus dem Schlafe zu wecken, in den er gern immer wieder verfällt. Wir an der Westmark haben wahrlich besondere Pflichten im Kampf um die Erhaltung der deutschen Saar und die nächste Pflicht, die die Bevölkerung bezüglich dieser für Deutschland lebenswichtiyen Entscheidung zu erfüllen hat, ist der Besuch und die Werbung für die Frankfurter Saar- Ausstellung. Wer einmal dort war, das wissen wir bereits, kommt wieder. Die Ausstellung befindet sich in der Junghofstraße 11, ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet, Vereinigungen und Gruppen erhalten Ermäßigung. Es hat Opfer und viel Liebe gekostet, diese Ausstellung zustande zu bringen, nun erfülle Deine Pflicht, rhein-mainisches deutsches Publikum. Kaiserswerth in Hessen. Von Pfarrer Röhricht, Direktor der Inneren Mission in Hessen. Am 17.September waren es 100 Jahre, seitdem Pastor Fliedner in Kaiserswerth den Grund gelegt hat zu dem Neubau der Diakonissensache der evangelischen Kirche. (Vgl. den Aufsatz von Oberkonsisto- nalrat D. Schreiber in Nr. 217 vom 16. September.) Fliedners Anregungen zündeten auch in Hessen. Hofprediger Bender, einer der Führer der damaligen Erweckungsbewegung, hatte einen kleinen Kreis von Männern und Frauen, zu dem auch die Prinzessin Karl von Hessen zählte, um sich - gesammelt. Dieser kleine Kreis bildete den ersten Missionsverein. Von ihm ging die Gründung des R e t tungshaufes in Hühnlein aus. Und hier wurden auch die ersten Samenkörner für ein hessisches Diakonissenwerk gelegt. Seit einigen Wochen geht allabendlich in Berlin im Nollendorf-Theater ein historisches Schauspiel über die Bühne, das einige Szenen aus den Jahren 1812 und 1813 darstellt. Die Person d'es preußischen Staatskanzlers Hardenberg, jenes Mannes im Hintergrund und ohne Popularität, feine Staatspolitik der ruhigen und klugen Abwägung der Chancen und Möglichkeiten wird m Ge- aensatz gestellt zu dem Ueberschwang der Jugend, Dem Aufwallen des Nationalgefühls und Freiheitsdrangs im Herzen der akademischen Vertreter des Volkes, Professoren und Studenten. Das Schauspiel des Freiherrn Hartmann von R i ch t h o f e n, unter dem Titel „Der Staats- k a n z l e r", ist ganz zweifellos nur zum Teil gelungen. Es reicht in feinem dramatischen Aufbau und feiner Wirkung nicht an das vor etwa sechs Jahren in Berlin und ganz Deutschland zu Hunderten von Malen gespielte Stück von Wolfgang Goetz heran, der für die Darstellung der Besrei- ungskriegszeit den Grafen Neithardt von G n eise n a u in den Vordergrund gestellt hatte. Goetz erzielte damals bedeutend stärkere Wirkungen, weil er bewußt darauf verzichtet hat, sich streng an die geschichtlichen Vorgänge zu halten und weil er, die „poetische Lizenz" benutzend, in ausdrucksvoller Weise Menschen und Charaktere geformt und verlebendigt hat. In dem Stück „Der Staatskanzler" ist trotz der Lebendigkeit mancher Szenen sehr wenig Leben. Der Verfasser des Stückes, den man tm Gegensatz zu Wolfgang Goetz wohl kaum Dichter nennen kann, hat ein gutes Stück historischer Handwerksarbeit vorgelegt. Er ist aber — das zeigt die Aufführung in Berlin, mit so hervorragenden Schauspielern wie Paul Wegener, Tyeodor Loos, Ernst Stahl-Nachbaur in deutlichster Weise — unbedingt darauf angewiesen, daß die Regie und die Darstellung dem Stück Leben einhauchen, weil Aufbau und Inhalt des Stückes leicht die Starrheit der Wachsfiguren und ihre Worte oft das Schriftdeutsch her historischen „Wälzer" haben Wenn trotzdem das Stuck em voller Erfolg ist, wenn allabendlich ein gefülltes Haus in atemloser Spannung und mit sich steigender innerer Anteilnahme den Vorgängen auf der Bühne folgt, so ist dies in erster Linie darauf zurllckzuführen, daß hier vom Schicksal oder besser der Tragik eines Mannes der Schleier gelüftet wird, der bei der Schilderung und Betrachtung der Zeit der Be- fteiunaskriege, bei der Verteilung der Preise für den Anteil an diesem großen Werk neben den Scharnhorst, Theodor Körner, Blücher, Gneisenau, Pork und wie sie alle heißen die Helden der Schlachten, schlecht, sehr schlecht wegkommt. Gewiß, die Geschichtsschreibung nennt den Namen Hardenberg nicht ohne Ehrfurcht. Es ist schon etwas, wenn mit dem Namen Stein- Hardenberg entscheidende Reformarbeiten in Preußen unlöslich verbunden sind. Auch hier steht Hardenbery im Schatten des Freiherrn vom Stein, obwohl seine Verdienste nicht geringer sind und ein großer Teil der Verwaltungsreform und der durchgreifenden Befreiunasmaßnahmen von ihm im Gegensatz zu Stein durchgeführt wurden, um die Grundlage für ein Staatsvolk zu schaffen, das frei von vielen Fesseln und Ketten, von leiblicher und geistiger Sklaverei, langsam reif wurde für den nationalen Begriff der Freiheit. Hardenberg stand im Hintergrund, wollte im Hintergrund bleiben. Er, der zweimal auf Napoleons Geheiß von seinem Posten als Minister der auswärtigen Angelegenheiten Preußens — 1806 und zum zweiten Mal 1807 nach dem Frieden von Tilsit — entfernt werden mußte, der im Jahre 1810 in der Zeit der tiefsten preußischen Erniedrigung die Gesamtleitung der preußischen Staatsgeschäfte als Kanzler nur mit Zustimmung Napoleons übernehmen konnte, wird uns in dem Stück „Der Staatskanzler" auf dem für ihn persönlich tragischen Höhepunkt seines Wirkens gezeigt. * Es ist wirklich erschütternd, in der meisterhaften Menschendarstellung Paul Wegeners die Gestalt Hardenbergs im Schauspiel zu erleben. Die vom Verfasser des Stückes beabsichtigte Kontrastwirkung ist vielleicht etwas kraß. Aber wahr und richtig ist — geschichtlich wahr und richtig —, daß dem preußischen Volke der Staatskanzler von Hardenberg als ein Verräter galt, daß die Studenten Berlins und anderer Universitäten ihr Spottlied mit dem „Pereat dem Hardenberg" falt öffentlich fangen, daß der Staatskanzler viel Unbill, viel Schimpf über sich ergehen ließ, weil für ihn die Gebote der Staatsklugheit, der Zukunftsentwicklung höher ftan» Der Minister o. D a l w l g k hatte sich zur Pflege feiner Frau eine Diakonisse von Straßburg kommen lassen. Deren Tätigkeit hatte ihn so sehr von der Gute und Bedeutung dieser Liebesarbeit überzeugt, daß er dem Hosprediger Bender den Auftrag gab, zu veranlassen, daß das städtische Spital in Darmstadt von Diakonissen besetzt mürbe. Der Magistrat aber weigerte sich entschieden. Da erklärte Bender, es gebe kein anderes Mittel, die Sache im Land zu fordern, als die Gründung eines kleinen Kran- fern und Diakonisfenhaufes. Die Prinzessin Karl griff den Gedanken mit besonderer Lebhaftigkeit auf und spendete sofort 9000 Gulden. Ein Ausschuß wurde gebildet, ein Platz gekauft und am 9. Juni 1856 wurde der Grundstein zu dem Diakonis - senhaus Elisabethen st ist gelegt. Auch hier sing das Werk klein an. Aus Berlin mußte man sich die ersten Schwestern kommen lassen. 1859 trat als erste hessische Schwester Lina Hessia aus Michelstadt ein, aber auch hier ging die Sache voran. 1862 konnte als erste Diakonissenstation das*Spital in Darmstadt übernommen werden. Es folgte das deutsche Krankenhaus in L o n o o n und bas Hospital in Worms, in dem vorher Kaiserswerther Diakonissen yearbeitet hatten. Heute aber hat die Zahl der „Stiftsschwe- ftern" 400 überschritten. So hat auch, unser Hessenland teil an dem großen Kaiserswerther' Liebeswerk. In rund 45 Krankenhäusern und Anstalten Hessens stehen Diakonissen aus dem Elisabethenstift in der Arbeit, und in ungefähr 50 evangelischen Kleinkinberschulen arbeiten sie mit an der Erziehung unserer Jugend. Auf rund 80 Gemeindepflegestationen üben sie' Armen- und Krankenpflege in den Gemeinden. Nach Tausenden zählt die Schar derer, die allmählich sich den Dienst dieser Diakonissen gern gefallen lassen und dankbar segnen auch wir Hessen bas Andenken des Mannes, der vor 100 Jahren in der Stille das begann, was im Laufe der Jahre zu einem Länder und Meere umspannenden Werk sich entfaltet hat. den als eine Popularität, die er so leicht hätte haben können, wenn er, dem Drängen der Heißblütigen nachgebend, 1812, als Napoleons Heere zerlumpt und zerschlagen durch Deutschland sich schleppten, „losgeschlagen" hätte, ohne das russische Bündnis sicher zu haben, ohne zu wissen, was der Schwiegervater des Korsen, Franz von Oesterreich, plante. Not und Bedrückung Preußens seit 1807, als Friedrich Wilhelm III. sich, von der Volksstimmung stark beeinflußt, zum Kampfe gegen den großen Eroberer entschloß, waren seit Tilsit so riesenhaft, daß es verständlich war, wenn das Volk an den Ketten rüttelte, das Preußenvolk, das die Segnungen der Stein-Hardenbergschen Reformen am eigenen Leibe spürte und nun die zum Teil L u c i e Höflich, die bedeutende deutsche Schauspielerin, wurde zur Leiterin der Staatlichen Schauspielschule in Berlin ernannt. gewonnene Freiheit des Einzelmenschen als Freiheitsstreben für die Nation ausstrahlte. Der Staatskanzler Hardenberg, verantwortlich dem König und dem Staat für den Erfolg der Politik, muß den Zauderer spielen, solange bis die Frucht gereift ist, die. er selbst gesät, die er in unsäglichen Mühen zur Blüte gebracht, heimlich im Kampfe mit dem König, mit den Militärs, mit dem Volk, vielleicht sogar manchmal im tragischen Kampf gegen das eigene überquellende Gefühl, die Frucht, die — das stellt der Autor des Stückes in plastischer Weise dar — heißblütige Studenten kurze aber doch entscheidende Zeit vor der endgültigen Reife pflücken wollen. Dieser Staatskan^ler Hardenberg wächst ins Riesenhafte, wenn er, bas heiße Herz bändigend, den Professoren und Studenten, die ihm mit der Forderung entgegentreten, nun endlich bas erlösende Wort zu sprechen, statt der populären Geste des Einschlagens in die ihm bargebotene Rechte der Vertreter eines edlen Teils des Volkes, Mäßigung predigt, die Mißbilligung der Tauroggener Konvention P o r rf s erneut ausspricht und schließlich dem heißblütigen Vertreter der Jugend in fast demütiger Form entgegenhält, daß den zwanzig Lebensjahren, die der Student ins Treffen zu führen hat, vierzig Jahre Staatsdienst gegenüberstehen, die dazu berechtigen, das Rad des Schicksals aufzuhalten, wenn die Staatsnotwendigkeiten es erfordern. Hardenbergs Anteil am Befreiungswerk Preußens im Jahre 1813 ist das Ergebnis einer klugen und abwägenden, abwartenden, bis zur wiederholten Demütigung duldenden Politik, die es vermeidet, den zweiten Schritt zu tun, ehe der erste getan ist, um den Erfolg des Endzieles sicherzustellen. Es ist als ein erfreuliches Ereignis zu buchen, daß das deutsche Volk in der Gegenwart, wo täglich Geschichte gemacht wird, den Ereignissen der Vergangenheit von 120 Jahren solche Beachtung schenkt wie es durch die Aufführung und das große Interesse an dem Stück „Der Staatskanzler" bewiesen wirb. Daten für Freitag, 22. September. 1792: der französische Nationalkonvent proklamiert die Republik-, — 1862: Aufhebung der Sklaverei in Amerika durch Abraham Lincoln: — 1914. Kapitänleutnant Weddigen, der Führer von U-Boot 9, vernichtet drei englische Panzerkreuzer bei Hoek van Holland. Geschichte im Schauspiel. Theaterbrief aus der Reichshauptstadt Wallensteins 3S0 Geburtstag. X . '■■3 KM ■ M ? X WM M .4 1 !. VW ! ■ Am 24. September 1583 wurde Albrecht Wenzel von W a l l e n st e i n in Herrnanitz (Böhmen) geboren. — Unser Bild zeigt das Porträt des Feldherrn von oan Dyck. Eine Funkausstellung in Frankfurt a. M. Die von der Nationalsozialistischen Rundfunkkammer genehmigte Bezirks • Funk - Au s - ft ellung Frankfurt a. M. findet in der Zeit vom 14. bis 18. Oktober unter dem Titel Erste Südwestdeutsche Funk-Ausstellung Frankfurt a. ITC. zusammen mit der „Braunen e f f e" und der hauswirtschaftlichen Ausstellung „Die Hausfrau in Stadt und Land" auf dem Festhallengelände in Frankfurt a. M. statt. Veranstalter sind: Der Reichsoerband Deutscher Rundfunkteilnehmer, Kreisgruppe Frankfurt am Main, der Radio-Großhändler-Verband, Landesgruppe Südwestdeutschland, und der Reichsver- band Deutscher Funkhändler, Landesgruppe Südwestdeutschland, in Zusammenarbeit mit der Süd- westdeutschen Rundfunk G. m. b. H., Frankfurt a. M. Für die Ausstellung hat der Reichsstatlhalltzr in Hessen, Gauleiter Sprenger, die Schirmherrschaft übernommen. Zu Ausschußmitgltedem sind ernannt: Gaufunk- roart für Hessen-Nassau, Stadtrat Wamboldt, NSDAP.-Kreissunkwart Lutz, 1. Vorsitzender des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer, Kreisgruppe Frankfurt a. M., I. C. Günther, 1. Vorsitzender des Radio-Großhändler-Verbandss, K. Thomas, 1. Vorsitzender des Reichsverband-s Deutscher Funkhändler, Landesgruppe Süwest- deutschland. Weiter werden die Herren Syndikus Dipl-K'm. Heinrich Schäfer, Frankfurt a. M., und Direktor Julius Schnorr, Frankfurt a. M., als Ausstellungsleiter bestimmt; die technische Durchführung Der Ausstellung liegt in den Händen der Messe- und Ausstellungsgesellschaft m. b. H., Frankfurt am Main. Wie wir hören, findet die Ausstellung bei der Rundfunkindustrie die stärkste Beachtung, so daß eine recht große Beteiligung von Ausstellern zu erwarten ist. Auslands-Preffeverireter in Osthofen. WSN. Osthofen, 21. Sept. Vom Besuch des alten Worms kommend, war den Vertretern der ausländischen Presse auf ihrer Hessenfahrt auch Gelegenheit gegeben, das Konzentrationslager Osthofen zu besichtigen. Polizeidirektor Jost (Worms) richtete vor der Führung einige erklärende Worte an die Journalisten. Er sprach von der gewaltigen kommunistischen Gefahr, wie sie durch die neuen Veröffentlichungen noch einmal besonders eindringlich klargele'gt wurde. Er zeigte auch, wie die O st - hofener SS. in uneigennütziger Weise aus dem verwahrlosten, mit Schutt- und Trümmerhaufen und fußhohem Staub übel genug zugerichteten Fabrikgebäude ein sauberes und tadelloses Konzentrationslager hergerichtet hatte. Er führte die Gäste durch alle Einrichtungen des Lagers, wobei Sturmbannführer und Lager- oerwalter d ' A n g e l o Begleiter war. Aerzte- zimmer und Küche, Aufenthalts- und Schlafräume, Arbeitsstätten und die Aufenthaltsi^ume der SS. — alles wurde den Gästen gezeigt und sie konnten sich in freimütiger Weise mit den Gefangenen unterhalten. Sie konnten Auskünfte hören, die sämtlich das Essen und die menschliche Behandlung lobten. In ein paar Schlußworten bat Polizeidirektor Iost, mitzu- helsen an der Aufklärung über das wahre Deutschland. „Wir wünschen nur, daß Sie das schildern, was Sie gesehen haben, damit wird der Unsinn, der in so vielen ausländischen Blättern berichtet wird, genügend widerlegt." Opel und das Winterhilfswerk. Rüsselsheim, 21. Sept. In der vergangenen Woche wurde der Entschluß der Adam Opel A. - G. bekanntgegeben, die 10 0 0 0 K ö p f e z ä h- lende Belegschaft den Winter über durchzuhalten, ohne Rücksicht auf den saison- mäßigen Produktionsrückgang und trotz der damit verbundenen hohen finanziellen Opfer. Diese Maßnahme stellt fraglos eine planvolle Unterstützung des großen Winterhilfswerkes der Regierung dar, indem sie den Opel-Arbeitern und »Angestellten, zusammen mit Familien-Anqehörigen über 30 000 deutsche Volksgenossen, Lebensunterhalt während des Winters sichert. Heute erfahren wir, daß di- Adam Opel A.-G. darüber hinaus noch für das Winterhilfswerk der Regierung direkt einen Betrag von 50000 Mark zur Verfügung gestellt hat van Dyck/ ^Eherrn i /* M unkausstellung *ta.Tl. J'* “■ Wtl in di, Jn, Stober unter bemlittr M^Sunt-yuslfeUung rankfurl 0.211. 'tenen^eHte und der Ausstellung „L« Hausfrau in ^auf dem Festhallengelände in ‘ sind: Der Reichsoerband Deut- ' StxW?t Frankfurt idio-Großhandler-Berband, Lan- ldeutschland, und der Reichsvm ilnkhändler, Landcsgruppe Süb- Zusammenarbeit mit der 6üb- fünf ®.m. b.h., Frankfurt a.M. lung hat der ReichsstatthM eiter Sprenget, die Schirm- schäft übernommen. gliedern sind ernannt: Gaufunk- lafjau, Stadtrat Wamboldt, 'wart Lutz, 1. BorHenüer des fyutfdjer ftunbfunfteilnebmer, irt a. M, Ä ff Qiintbcr, Radio-Grobhändler.'Äerbondes, orschender des Reichsverdan",; hier, Landestzruppe Äveh- )’« Herren Tynditus Dipl-K'm. :, Frankfurt a. M, und Direktor c, Frankfurt a. M, als. Aus. ramt; die technische Durchführung jeat in den Händen der Meise- gesellschaft m. b. h, Frankfurt , findet die Ausstellung bei der 'die stärkste Beachtung, s° °°tz Beteiligung von Ausstellern zu er- ds-pressevertreter 10fihoien. gewali> 8 , neuen Der- roje sie ourch ^nngfid) * «£ .•.ärsssz in sauber" h„aetrchtet ,tratlvlisl 9 5mrid)tungen t Saste durch.L,. und L°S-r- i sturmbannMer Äf? -WGS ufti«'«"’"b 5 eil »«*.&, »Sirs--* miberlcg1- 0 ,, e-pi. ” ö ott legeben- ^ cn ®' J bcn W. gfd)°i* gtüNä der >en, u^e »nd ir 5 : te flltab SK-g KS-Kr- MS'- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Nr. 222 Drittes Blatt Freitag, 22. September M3 Aus der Provinzialhauptstadt Heim zu V Gewerbelehrer Viernheim, Kreis Heppenheim, zum an der Berufsschule im Bezirk Diern» Kundgebung der Friseure Sind Sie schon Mitglied der N6.-Volkswohlfahrt? Mainz: am 13. September 1933 der Oberstudiendirektor an dem Realgymnasium in Mainz, Dr. Johann Friedrich Leip, zum Studiendirektor an der Eleonorenschule (Lyzeum und Frauenschule) in Darmstadt unter Belassung seiner bisherigen Amtsbezeichnung, die beiden letzteren mit Wirkung vom 10. August 1933 an; am 25. August 1933 der Schulverwalter Albert Haas aus Darmstadt zum Reallehrer in Laubach, Kreis Schotten; am 28. August 1933 der provisorische Gewerbelehrer Alexander ** Ausfallende Sprech st unden. Die Sprechstunden des Staatsministers Jung fallen am Samstag, 23. September, aus; desgleichen die Sprechstunden des S t a a t s p r e s f e a m t e s. ** Der Volkshalleverein Gießen hält am Freitag, 29. September, 17 Uhr, im Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstraße, seine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende Punkte: Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 1932; Rechnungsabschluß über das Geschäftsjahr 1932; Satzungsänderungen; Neuwahl des Vorstandes; Verschiedenes. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Sonderzug nach Rüdesheim. Der für Sonntag, 24. September, vorgesehene Sonderzug von Bad Salzschlirf über Gießen nach Rüdesheim verkehrt bestimmt. Die Fahrpreisermäßigung beträgt 75 v. H. Es empfiehlt sich die Lösung der Fahrkarten im Vorverkauf. Der Sonderzug verkehrt zu folgenden Zeiten: Hinfahrt: ab Bad Salzschlirf 4.18, Angersbach 4.23, Lauterbach 4.29, Wallenrod 4.43, Renzendorf 4.51, Alsfeld 5.00, Zell- Romrod 5.12, Ehringshausen 5.26, Burg- und Nie- der-Gemünden 5.34, Nieder-Ohmen 5.41, Mücke 5.47, Grünberg 5.56, Reiskirchen 6.09, Großen-Buseck 6.15, Gießen 6.35, Rüdesheim an 9.01 Uhr. Rückfahrt: Rüdesheim ab 18.40, Gießen an 21.19, Großen- Buseck 21.55, Reiskirchen 22.01, Grünberg 22.17, Mücke 22.27, Nieder-Ohmen 22.23, Burg- und Nieder-Gemünden 22.41, Ehringshausen 22.50, Zell- Romrod 23.09, Alsfeld 23.18, Renzendorf 23.22, Wallenrod 23.38, Lauterbach 23.47, Angersbach 23.54, Bad Salzschlirf 23.59 Uhr. Die Fahrpreise betragen für Hin- und Rückfahrt ab: Bad Salzschlirf 4,40 Mark, Angersbach 4,30 Mk., Laubedingten Glauben an den Führer errungen. Schon sei Gewaltiges geleistet worden. Für bie Weiterarbeit bedürfe es aber der restlosen inneren und äußeren Gleichschaltung. Ein Großes sei schon erreicht: das deutsche Volk habe Deutschbewußtsein und HeldenhaftigkeU zurückgewonnen! Die Gleichschaltung müsse alle Wirtschaftskreise durchdringen. Der Majoritätsgedanke spiele in Zukunft keine Rolle mehr. Ein Mehrheitsbeschluß könne noch lange nicht den wahrhaften Mann ersetzen. Heute trage überall der Führer die Verantwortung. Als Führer könnten nur solche berufen werden, die die Verantwortung nicht fürchten. Für die Zukunft dürfe nicht eine einzelne Wirtschaftsgruppe von irgendeiner Maßnahme Vorteil nur für sich beanspruchen wollen, wenn darunter die Allgemeinheit leide. Es gelte, immer vorausschauend zu handeln in nationalsozialistischem Geiste. Alle Schassenden müßten sich zusammenfinden und sich gegenseitig zu verstehen suchen. Es gelte, Klüfte zwischen Arbeitgeber Fnd Arbeitnehmer dauerhaft zu überbrücken. Wichtig sei gegenwärtig, daß sich jedermann in den Dienst der Arbeitsbeschasfung stelle, sei es auch nur in der Form der Spende zur Förderung der nationalen Arbeit. Niemand dürse sich ausschließen. In Zukunft müsse auch jeder schaffende Mensch der deutschen Arbeitsfront angehören. Dabei bedeute aber die Mitgliedschaft zur NSDAP, oder zu einer ihrer Untergliederungen nicht die Sicherung irgendwelcher wirtschaftlicher Interessen. Diese Zugehörigkeit sei vielmehr die Verpflichtung zur Opferbereitschaft. Jeder Berufsangehörige müsse seiner zuständigen Pslichtinnung angehören. Aufgabe der Innungen sei es insbesondere, die Geschäftsmoral zu fördern, zu pflegen und zu fordern. Insbesondere für das Friseurgewerbe gelte es, die Betriebsruhe einzuhalten und nicht anderen Kollegen in dieser Form unlautere Konkurrenz zu machen. Einen schweren Krebsschaden be« deute die Schwarzarbeit, die in keinem anderen Gewerbe so stark in Erscheinung trete, wie beim Friseurgewerbe. Schwarzarbeit sei in jedem Falle nur Eigennutz, es gebe nichts unsozialere» denn Schwarzarbeit. Sie verhindere die Möglichkeit zu ehrlichem Lohn. Es dürfe auch nicht mehr zu Schleuderpreisen gearbeitet werden. Mit Preisfestsetzungen von oben her sei dem Gewerbe nicht geholfen. Der Friseur, der Berufsstand, müsse sich In einer überaus stark besuchten Versammlung trafen sich gestern abend im „Aquarium" die Mitglieder der Friseur-Innung Gießen- Stad t. Neben den Meistern und Geschäftsinha-. bern des Gewerbes in Gießen-Stadt hatten sich auch Friseure aus Gießen-Land, sowie aus dem Kreise und der Stadt Wetzlar eingefunden. Zahlreiche Gehilfen und Lehrlinge nahmen außerdem teil. Der Führer der Innung, Herr Schäfer- Gießen begrüßte die Teilnehmer, insbesondere aber den Vorsitzenden des hessisch-nassauischen Landesverbandes der Friseure, Herrn Weidner- Frankfurt a. M. Nach einigen Mitteilungen organisatorischer Art kam der Versammlungsleiter auf die demnächst stattfindende „Braune Messe" in Gießen zu sprechen und betonte, daß das Friseurgewerbe voraussichtlich bei dieser Ausstellung sehr stark ver- treten fein werde. In feinen weiteren Ausführungen machte er darauf aufmerksam, daß ein Gesetz zu erwarten fei, das die Schwarzarbeit energisch bekämpfe und nicht nur den Schwarzarbeiter, sondern auch denjenigen, der sich bedienen lasse, unter Strafe ft eile. Sodann sprach der Referent des Abends, der Führer des hessifch-nassauifchen Landesverbandes der Friseure, Weidner Frankfurt a. M. Seinen Ausführungen sei Folgendes entnommen: Der 30. Januar habe dem deutschen Volke das große Erlebnis der Berufung des Führers Adolf Hitler zum Volkskanzler gebracht. Damit fei neue Hoffnungsfreudigkeit in deutschen Landen eingezogen. Gegen die große Entscheidung sei zwar manche Propaganda gemacht worden, der Führer sei aber unbeirrbar seinen Weg gegangen. Der Friseur, wie der Mittelstand überhaupt, dürfe heule noch nicht ungeduldig fein, wenn sich die Entwicklung zum Lessern nicht sprunghaft, sondern organisch, nach und nach vollziehe. Noch seien die Steine für den Bau des Dritten Reiches zu behauen und aufeinanderzufügen, bevor das Dach das große Werk vollenden könne. Die Steine feien wir. Wir müßten uns alle erst restlos mit dem nationalsozialistischen Gedankengut vertraut machen. Liberalistische Anschauungen müßten endgültig ausgegeben werden. Es gehe nicht mehr nur um Profitsicherung. Es gelte vielmehr zunächst, dem Willen des Führers ;um Siege zu verhelfen. Hierzu feien Opfer notwendig. Der Sieg werde nur im un- Wirkung vom 1. Dezember 1933; auf Nachfuchen am 19. September 1933 der Lehrer an der Volksschule im Kreise Oppenheim Wilhelm S ch w i b i n • g e r wegen geschwächter Gesundheit vom 16. September 1933 an. Vogelsbergfahrt der Standarte 254. Die Standarte 254 veranstaltet am Sonntag, 1. Oktober, eine große Dogeisbergfahrt, die für alle deutichstämmigen organisierten und nichtorganisierten Kraftfahrer offen ist. Der Start erfolgt in Lauterbach. Das Ziel ist ebenfalls Lauterbach. Die Strecke führt von Lauterbach über Alsfeld, Kirtorf, Homberg (Ohm), Grünberg, Wetterfeld, Laubach, Schotten (über die Rennstrecke), nach Lauterbach zurück. Für diese Fahrt sind verschiedene Wertpreise gestiftet. Die Teilnehmer werden mit Plaketten aus- gezeichnet. Gefahren wird in 8 verschiedenen Klassen: Leichtkrasträder, Motorräder bis 200 ccm, Motorräder bis 300 ccm, Motorräder bis 500 ccm, Motorräder bis 1000 ccm, Motorräder mit Beiwagen, Personenkraftwagen bis 1300 ccm, und Personenkraftwagen über 1300 ccm. Kontrollstationen befinden sich in Homberg, in Schotten und in Lauterbach. Die Fahrer haben am 1. Oktober um 7.30 Uhr im Burghof Lauterbach startfertig einzutreffen. Als Nennungsschluß ist der Dienstag, 26. September, festgesetzt. Stahlhelm-Fahrt nach Hannover. Am heutigen Freitagabend fahren die Stahlhelmkameraden vom Gau, Kreis und der Ortsgruppe Gießen von hier aus nach Hannover. Die an dieser Fahrt beteiligten Kameraden sammeln sich — wie uns mitgeteilt wird — im Gießener Stahl- hel m h e i m , von wo sie, begleitet von den leider zurückbleibenden Kameraden, geschlossen zur Bahn marschieren, um an der für die Geschichte des Stahlhelms und der deutschen Wehrverbände äußerst wichtigen Tagung in Hannover teilzunehmen. Der Abmarsch erfolgt um 23 Uhr vom Stahlhelmheim aus, voraussichtlich unter Vorantritt der Stahlhelmkapelle. Der Zug wird kurz nach Mitternacht unferen Bahnhof verlassen. Zur Beachtung bei Meldung von Llnglücksfällen. Gelegentlich eines vor einigen Tagen erfolgten Unglücksfalles wurde die Beobachtung gemacht, daß der Rettungswache beim Anruf nicht genau mitge» teilt wurde, auf welche Ursache der Unglücksfall zurückzuführen war. Demgemäß wurde das Mitbrin- gen eines Sauerstoffapparate» unterlassen. Damit Wiederholungen solcher Art vermieden werden, wird dringend darauf hingewiesen, daß bei Meldung von Unglücksfällen der Rettungswache (Sanitätskolonne) stets die Ursache des Unfalles (z. B. Berührung einer Starkstromleitung, Tod durch Ertrinken, Verbrennungen, Verbrühungen ufw.) anzugeben ist, damit die Rettungswache in die Lage versetzt wird, die für evtl. Wiederbelebungsversuche usw. nötigen Gerätschaften gleich an die Unfallstelle mitbringen zu können. Die Beachtung dieser Mitteilung ist im Interesse der Rettung von Menschenleben dringend erforderlich. Deutsche Modenschau der Hausfrauenberatung Gießen. Die Hausfrauenberatung hielt gestern in einfachem Rahmen in ihren Räumen im Haufe Kir- chenplatz 2 eine Modenschau ab, in der man sich die Ausgabe gestellt hatte, lediglich Erzeugnisse der deutschen Bekleidungsindustrie zu zeigen. Beide Vorführungen (um 16 und um 20 Uhr) waren sehr stark besucht. Zunächst wartete die Aliceschule unter Leitung von Fräulein Westphal mit ihren Arbeiten und Schöpfungen auf und entlockte damit den Besucherinnen manchen Ausruf erstaunter Freude. Mit geringen Mitteln, mit einfachen Stoffen, mit Resten oft nur, unter Zuhilfenahme von einfachem Material zum Ausputz waren im jüngsten Kursus der Aliceschule Mädchenkleider, Kostüme, Jacken, Röcke, Blusen usw. angefertigt worden, die nicht nur den Schülerinnen, sondern auch der Lehrerin alle Ehre machten. Die Aliceschule konnte mit diesen Vorführungen erneut zeigen, daß sie ernste Arbeit leistet und bemüht ist, den jungen Mädchen wertvolle praktische Tätigkeit nahezubringen. Im weiteren Verlaufe der Modeschau wurden zahlreiche Kleider, Mäntel, Kostüme, Gesellschaftskleider, Straßenkleider usw. gezeigt, die die Firma I m h e u s e r für die Vorführung zur Verfügung stellte. Allgemein fiel auf, daß man bei all Den deutschen Modeschöpfungen um große Einfachheit in der Form, im Material und in der Verarbeitung bemüht war. Man sah sehr schöne Mäntel, viele Kleider, die manchen Wunsch bei den Frauen wach- gerufen haben mögen, manche Bluse und manchen Rock, die durch Schnitt und Farbe, und manches Keine Eingaben und Gesuche an den Reichskanzler! Amllich wird aus der Reichskanzlei in Berlin mitgeteilt: Die Reichskanzlei hat wiederholt die Oeffentlich- feit auf die große Zahl der dem Reichskanzler läg- litt) zugehenden Gesuche von Privatpersonen und die dadurch der Reichskanzlei entstehende lieber- laftung mit Arbeit Hinweisen lassen. Trotz dieses Hinweises wird der Reichskanzler täglich nach wie vor mit einer Fülle von Eingängen überschüttet. Hauptsächlich handelt es sich bei diesen Gesuchen um Bewilligung ober Erhöhung von Kriegs- und Sozialrenten (Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen- und Elternrenten, Alters-, Invaliden- und Unfallrenten), um Gewährung von Krediten aller Art (gewerbliche, landwirtschaftliche, Ehestandsdarlehen), um Zuteilung von Siedlungsstellen, um Justiz- und Gnadensachen, Steuerangelegenheiten, Erfindungen usw. Es ist ganz unmöglich, daß sich der Reichskanzler bei der Fülle der ihm obliegenden großen Aufgaben seines Amtes mit diesen mannigfachen Einzelanliegen befaßt, deren Erledigung und Bearbeitung zahlreichen anderen Behörden obliegt. Auch die Reichskanzlei ist wegen Arbeitsüberlastung und Unzuständigkeit dazu nicht in der Lage und sieht sich deshalb in den weitaus meisten Fällen veranlaßt, den Einsendern ihre Eingaben zurückzusenden mit dem Hinweis, sich an die zuständige Stelle, d. h. in erster Linie an die unteren und mittleren Verwaltungsbehörden der Länder ober bes Reiches, zu roenben. Vielfach gehen bcm Reichskanzler auch Beschäfti- Jungs- unb Stellengesuche zu. Der Reichskanzler ann sich nur mit den großen Fragen der Arbeitsbeschaffung befassen, es ist aber weder ihm noch der Reichskanzlei möglich, freie Arbeitsstellen nach- zuweifen. Auch Unterstützungsgesuche gehen in zahlreicher Menge »in; dem Reichskanzler stehen Mittel ?ur Gewährung von Unterstützungen nicht zur Ver- ügung; Unterstützungsgesuche sind deshalb an die örtlichen Wohlfahrtsstellen zu richten. Vorschläge zu gesetzgeberischen Maßnahmen sind dem zuständigen Ministerium des Reichs ober der Länder einzureichen. Hufammenfafsend wird nochmals dringend darauf hingewiesen, Eingaben und Gesuche der vorerwähnten ober ähnlicher Art nicht an b e n Reichskanzler, fonbern an die unmittelbar zuständigen Stellen zu richten. Kampf dem Berufsbettler! Hart ist der Lebenskampf, groß ist die Not. Zweifellos zwingt die allgemeine Verelendung viele fönst starke Menschen, ihren Stolz aufzugeben und ihre Not zu schildern, damit sie das Mitleid der Mitmenschen erwecken und so vielleicht Hilfe bekommen. Aber das ist immerhin doch eine verhältnismäßig kleine Gruppe von Menschen. Dagegen kennen wir eine Riesenarmee von Bettlern, die aus dem Appell an das mitleidige Herz des nächsten für sich einen Beruf gemacht haben. Auch in den sogenannten „fetten" Jahren kannten wir davon eine gehörige Anzahl. Daraus müßte man eigentlich folgern können, das Bettlerunwesen wäre un- ausrottvar. Aber bas ist ein Trugschluß. Es wirb sich in biesem Winter geigen müssen, baß Deutsch- lanb auch gegen den Bettler einen guten Kampf führen kann, der zum Erfolg führen muß. Tagaus, tagein hat man auf dem Lande und in der Stadt das Anfchwellen einer Welle bemerken können, die von Bettlern und Landstreichern gebildet wurde. In allen Jahreszeiten sind sie zu finden: im Winter ist es die Kälte, die sie als Vorwand benutzen, um die berühmte „milde Gabe" au erbitten, im Sommer wird die Hitze der Grund fein. Es ist wahr, das Elend in der Welt ist groß, und die Arbeitslosigkeit wird oft genug die innere Triebfeder des Bettelns fein. Aber in Deutschland gibt es doch eine glänzend organisierte Wohlfahrtspflege, die zum Teil von den Behörden, zum an- bern Teil von der Kirche und von besonderen Verbänden durchgeführt wird. Neuerdings tritt hier auch die NS.-Wohlfahrtspflege maßgeblich auf den Plan. Wer feine Not beweisen kann, wird bei diesen Stellen Hilfe finden. Von diesem entschiedenen Hllfswillen der Nation ist bisher auch ausgiebig Gebrauch gemacht worden — die Abrechnungszahlen besonders der amtlichen Stellen sprechen eine beredte Sprache! Das Schlimme ist es jedoch, daß unter diesen Betreuten der Wohlfahrtsstellen sich immer wieder Elemente finden, denen das Gewährte noch nicht ausreicht. Sie betteln, und auf diese Weise verschaffen sie sich einen oft ansehnlichen Nebenverdienst, der wieder wirklich Notleidenden entzogen wird. Es gibt also auch auf diesem Gebiete .ein Dop - peloerbienertum. Diese Beobachtung verträgt sich nicht mit ber Gerechtigkeit, die wir in Deutschland über alles schätzen. Wir konnten oft genug — jeder für sich, der Bauer auf dem Lande, der Städter in seinem Wohnhaus oder in seinem Wohnviertel — die Feststellung machen, daß die Bettler Lebensmittel umkommen ließen, weil ihnen nur an Geldspenden gelegen war, mit denen sie besondere Bedürfnisse, in diesem Falle meist Luxuswünsche, befriedigen wollten. Andere — die verschämten Armen — gingen leer aus. Diese Ungerechtigkeit empört die Allgemeinheit, und sie wird deswegen fortan ihr Verhalten so einrichten, daß dem Bettlerunwesen das wohlverdiente Ende bereitet wird. Im Kampf gegen Hunger und Kälte, den die deutsche Nation jetzt unternimmt, ist Sorge dafür getroffen, daß jeder das Notwendigste erhält, um das Leben zu fristen. Aber das wird nur möglich fein, wenn wir fortan gründ- sätzlick jeden Bettler von der Tür wei- s e n und dafür mit aller unserer Kraft und mit großem Aufwand an bestem Willen unser Scherf- lein an die dafür in Frage kommenden Wohl- sohrts st eilen hingeben. Deutschland muß das Land ohne Bettler werden! Bekanntmachungen des Personalamtes Ernannt wurden: am 15. September 1933 der außerordentliche Professor und Oberarzt der Kinderklinik der Universität Jena, Dr. med. Hajo Wilhelm Johann Tuten, unter der Amtsbezeichnung persönlicher Ordinarius zum planmäßigen außerordentlichen Professor für Kinderheilkunde an der Landesunioersität Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1933; am 13. September 1933 der Studiendirektor an der Eleonorenschule (Lyzeum und Frauenschule) in Darmstadt August Beck zum uberftubienbireltor an dem Realgymnasium in Kleid, bas durch schone Linienführung auffiel. Die Vorführung dieser Herrlichkeiten wurde wesentlich unterstützt durch die Kombination der Kleidungsstücke mit geschmackvollen Pelzen, die von der Firma K r e t s ch m a r zur Verfügung gestellt worden waren. Hüte, Kappen, Mützen wurden von Frau Noll (Kreuzplatz) beigesteuert. Hier sah man manche aparte Neuschöpfung. Die Firma Kühne (Seltersweg) unterstützte die «chau durch schone Handtaschen und durch prächtige, im Erzgebirge gefertigte Einkaufstaschen. Jeweils zu Kostümen, Kleidern und Mänteln paffenbe Schuhe zeigte die Firma Reiß (Mäusburg). Zum Schluß wurde noch eine Anzahl Strickkleider gezeigt, die von der Firma Friedrich T e i p e l beigcfteuert wurden. Befriedigt verließen die zahlreichen Besucherinnen die anregende Veranstaltung. Oie Oreschlöhne in Hessen. Nach einer Bekanntmachung der Preisüber- wachunasstelle im Staatsministerium wurden folgende H ö ch st d r e s ch l ö h n e für die Dresch- pcriode 1933 festgesetzt: .Für das Dreschen in der Halle (= auf dem Felde) höchstens 10 bis 13 Mark. Für das Dreschen in der Scheune (— in der Hos- raite) höchstens 7 bis 9 Mark. Diese Preise gelten für den Fall, daß der Unternehmer drei bis vier Mann Bedienung (ohne Verköstigung), das Binde- garn und die Antriebskraft stellt. Der Preis ermäßigt sich für das Dreschen in der Scheune auf 5 bis 6,50 Mark, wenn der Unternehmer nur drei bis vier Mann ohne Bindgarn und ohne Antriebskraft stellt. Erhöhungen über diese Sätze sind nur zulässig, wenn mehr Bedienung oder noch die Verköstigung gestellt wird. In diesem Falle darf pro Mehrmann der Bedienung für die Stunde ein Zuschlag von 0,50 Mark für den Maschinisten und 0,40 Mark für sonstige Hilfskräfte genommen, im Falle der Stellung der Verpflegung ein angemessener Zuschlag der wirklichen Verpflegungskosten pro Stunde erhoben werden. Soweit bisher niedrigere Dreschlöhne in Geltung waren, darf eine Erhöhung nicht stattfinden. Bornotizcn. — Tageskalender für Freitag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Saison in Kairo" mit Renate Müller, Willy Fritsch. beim, Kreis Heppenheim, die beiden letzteren mit Wirkung vom 1. September an. — Dem Gewerbelehrer Karl G o r i s ch zu Worms wurde mit Sofortiger Wirkung die Leitung der gewerblichen Abteilung der Berufsschule dortselbst übertragen unter Verleihung der Amtsbezeichnung. „Rektor" für die Dauer dieser Tätigkeit. In den R u h e st a n d versetzt wurden: auf Grund des §6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 zur Vereinfachung der Verwaltung, der Studienrat Thomas Rohe an der Höheren Bauschule zu Bingen mit terbad) 4,30 Mk., Wallenrod 4.10 Mk, Renzen« borf 4 Mk., Alsfeld 3,90 Mk, Zell-Roinrod 3,70 Mk, Ehringshausen 3,50 Mk., B>cg- und Nieder-Gemün- den 3,40 Mk., Nieder-Ohmen 3,30 Mk., Mücke 3,30 Mk., Grünberg 3,10 Mk., Reiskirchen 3 Mk., Gro. hen-Buseck 2,90 Mk., Gießen 2,70 Mk. *• Heimatschutz und H e i m a t p s 1 e g e. Ueber „Heimatschug und Heimatpflege im rheinfrän« kischen Gebiet Sudwestdeutschlands" wird der Vor, sitzende der Heimatschutzkommission im Westerwald- verein, Dr. C. Dönges (Dillenburg) am Sonntag, 24. September, von 18 bis 18.25 Uhr, im Frankfurter Sender sprechen. Wir weisen alle Heimatfreunde, denen die Erhaltung der natur- und kulturgeschichtlichen Bodenaltertümer sowie der Baudenkmäler und der Schutz der Tier- und Pflanzenwelt und der Kampf gegen Verunstaltung der Landschaft am Herzen liegt, auf diesen Vortrag hin. *• Herbst • Tag- und Nachtgleiche. Am 23. September um 13.01 Uhr überschreitet die Sonnt in dem am Himmel gedachten Gradnetz den Aequa- tor von der nördlichen zur südlichen Seite, sie tritt in das Tierkreiszeichen der Waage, und mit diesem Monat beginnt der astronomische Herbst, während man in der Meteorologie schon den ganzen September mit Oktober und November zum „Herbst" zählt. Astronomisch zeigt sich die Herbst-Tag- und Nachtgleiche dadurch an, daß, wie der Name sagt, auf ber ganzen Erde Tag und Nacht fast genau gleich lang sind. Allerdings nur annähernd, durch die Strahlenbrechung der Luft am Horizont geht die Sonne scheinbar etwas früher auf und etwas fpäter unter, fo daß die Zeit der Sonnenfdjeinbauer 12.09 Stunden beträgt und die Nacht um das gleiche verkürzt ist. Erinnert fei an die Tatsache, daß an diesem Tage die Sonne für einen Beobachter am Erdäquator zur Mittagszeit genau im Zenith steht, fein Schatten also buchstäblich „zu feinen Füßen" fällt, während ein Beobachter am Nordpol die Sonne an diesem Tage zum letztenmal vor der halbjährigen Mitternacht über dem Horizont sehen würde, wäh- r»nd umgekehrt ein Polarreifender am Südpol sie Das erstemal nach der dortigen Mitternacht auf- tauchen sähe und das Tagesgestirn nun ununterbrochen ein halbes Jahr ihm leuchten würde. •* „5 a m i I i e n m a r t e“ bei Den Jugendherbergen. Wie wir vom Reichsoerband für Deutsche Jugendherbergen erfahren, ist die Einführung einer Familienmarke geplant. Es leben tausende und abertausende von Menschen in Großstädten, welche sich gern erholen mochten und Wanderungen unternehmen würden, wenn es ihnen nicht am nötigen Geld mangelte. Hier hat der Reichsoerband für Deutsche Jugendherbergen Abhilfe geschaffen und ab 1. Oktober die Familienmarke eingesührt, welche nur den anderthalbfachen Betrag des einzelnen Beitrags ausmacht. Eltern, die mit ihren Kindern wandern, werden als eine Gruppe betrachtet und zahlen nur noch das übliche Gruppenkopfgeld bei ihren Uebervachtungen. Diese Maßnahme ist als eine nationalsozialistische Tat zu begrüßen, fordert sie doch die Verbindung zwischen dem Staotmenschen und der deutschen Heimat. ** Schachklub Gießen 1858. Der jüngste Schachabend im Gewerkschaftshaus war — wie man uns berichtet — rege besucht. Das eifrige Spiel der Schachfreunde wurde durch einen kurzen, aber gehaltvollen Vortrag des Mitgliedes Dr. Sieger über „Eröffnung der italienischen Partie" auf eine halbe Stunde unterbrochen. Anwesend war auch der Vorsitzende des Oberhessischen Schach» verbandes, Landesmedizinalrat Dr. Giese (Marburg). Gießen, Marburg, Nauheim sind bereits im Oberhessischen Schachoerband vereinigt, Friedberg, Butzbach, Alsfeld, Wetzlar, Lauterbach sollen noch angeschlossen werden. Der hiesige Verein spielt am 21. Oktober in Nauheim, im November spielt der Marburger Verein in Gießen. Am heutigen Freitag, 22. September, wird eine Liste umgehen, in die Eintragungen zu machen sind für ein Simultanspiel gegen einen unserer Spieler. Bis zu fünfzehn Partien können nur gezeichnet werden. Auf Wunsch wird auch das Blindspiel gezeigt. Der Schachklub bittet um pünktliches Erscheinen. selbst zu helfen wissen. Hier müsse die Innung Er- ziehungsarbeit leisten; es dürfe nicht jeder willkürlich Preise festsetzen. Gegen Geschäftsmoral dürfe niemand mehr ver- stohen, wenn er sich nicht außerhalb des Berufs- standes stellen wolle. Besondere Aufmerksamkeit müsse der Berufsausbildung zugewandt werden. Es solle in Zukunft mehr Optimismus im Geschäftsleben an den Tag gelegt werden. Die psychologische Wirkung werde nicht ausbleiben. Es dürfe keine Miesmacher mehr geben. Man könne Vertrauen zum Führer und auch zum Handwerk haben, das ja über eine der besten Organisationen verfüge. Zum Abschluß seiner Ausführungen schilderte der Redner seine Eindrücke von der „Braunen Messe" in Leipzig und der Tagung der deutschen Friseure in Dresden, er forderte dazu auf, sich an der Handwerkerwoche in der Zeit vom 15. bis 21. Oktober in der Form der Arbeitsoergebung zu beteiligen, er machte ferner darauf aufmerksam, daß nicht mehr bei nichtarischen Verkäufern gekauft werden solle und daß es zu vermeiden gelte, ausländische Waren neu aufzunehmen und auszustellen. Schließlich . forderte der Redner dazu auf, sich als Ausdruck | des Vertrauens zur Bundesführung der Friseure in ganz Deutschland von den Plätzen zu erheben. Einmütig erhoben sich die Versammlungsteilnehmer. Mit einem lebhaft aufgenommenen „Sieg-Heil!" Oie Träger unseres Stadttheaters: Oas Abonnement und Oie Deutsche Bühne werben! auf den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler schloß der Redner seine Worte. Der Führer der Innung, Herr Schäfer, gab noch einen Aufruf zur Spende für die Brandgeschädigten von Oeschel- bronn bekannt und empfahl, ein Scherflein zur Linderung der Not der Betroffenen zu geben. Mit dem ersten Vers des Deutschlandliedes und mit dem ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes wurde die Kundgebung geschlossen. Sie Ausgaben der AS.-Volkswohlsahri. Eine 2Rei)e des Leiters der AS.-Volkswohlfahrt für Hessen, Bürgermeisters Haug-Oarmstadt. WSN. Mainz, 21. Sept. Der Leiter der N S. ° Dolkswohlfahrt im Gau Hessen, Bürgermeister Haug (Darmstadt), hielt gestern abend in einer großen Versammlung der NSDAP, in der Stadthalle einen Vortrag, in dem er auch zu den Aufgaben der NS. - Volkswohlfahrt Stellung nahm. Er führte u. a. aus, die besondere Sorge des neuen Reiches gehöre dem Gedanken der deutschen Sozialpolitik. Sozialpolitik sei mit der Wirtschaftspolitik eng verbunden, und beide müßten sich gegenseitig ergänzen. (Ein Staat, der lebensfähig sein wolle, müsse sich auf den breitesten Schichten des Volkes aufbauen. (Es gebe Feinen Aufbau in Deutschland ohne den deutschen Arbeiter und ohne den deutschen Bauern. Die einzelnen Schichten des Volkes dürften nicht mehr gegeneinanderarbeiten. Der Sozialismus der Bewegung Adolf Hitlers unterscheide sich grundlegend von dem klassenkämpferischen Sozialismus des Marxismus. Auch in die soziale Fürsorge, die noch an einer Ueberorganifatlon leide, habe nationalsozialistisches Denken und Wollen einzuziehen. Die national- sozialistische V o l k s w o h l f a h r t sei die Dachorganisation und das Kontrollorgan für alle bestehenden Verbände. Mit dem Nebeneinander der vielen Verbände müsse gebrochen werden. Ferner sei es Aufgabe der NS.-Volks- wohlfahrt, mit der ungesunden Verweichlichung der letzten Jahre, wie sie besonders den Verbrechern gegenüber zutage getreten sei, aufzuräumen. Als größte Aufgabe sei der NS.-volkswohlfahrt vom Führer nunmehr die Durchführung des großzügigen Mnlerhilfswerks 1933/34 gestellt worden. Jeder einzelne, der in Arbeit und Brot stehe, müsse sein Scherflein dazu beitragen, daß der Volksgenosse, der ohne Schuld arbeitslos ist, in diesem Winter nicht zu hungern und frieren braucht. Das sei Sozialismus der Tat, das allein sei praktisches Christentum. Gehen wir daran, denneuenGeistinDeutsch- land zur Tat werden zu lassen. Nicht Besitz, sondern nur die Arbeit des Einzelnen für sein Volk und Vaterland darf der Gradmesser fein, nach dem der einzelne beurteilt wird. Obecheffen. Ein Brief hungernder Brüder aus Rußland! * Villingen, 20. Sept. Für Amei hungernde deutsche Familien im Wolgagebiet Haven d i e h i e s i- g e n Schulkinder eine Patenschaft übernommen. Am Samstagabend beim Kurrendesingen werden in den Straßen unsres Dorfes Gaben für die Brüder in Not gesammelt. So können die beiden Familien laufend unterstützt werden. Darüber hinaus haben die Kinder mit ihnen einen Briefverkehr aufgenommen. Bereits drei Briefe sind nad) Rußland abgegangen, in denen aus unserem Dorf erzählt wird. In diesen Tagen traf nun der erste Antwortbrief von dort mit folgendem Inhalt ein: „B ...., den 9. 9. 33. Von uns Kinder der Familie H. I. K .... an Euch deutsche Schulkinder zu Villingen. Gestern, den 9. 9., haben mir Eure zwei Briefe erhalten und haben uns sehr darüber gefreut. Haben sehr Erfreuliches ersehen daraus. Wie Ihr kämpft, um unsere Not zu lindern. Werte Schüler! Wir hätten gerne Eure Briefe mit zur Schule genommen, daß auch meine Mitschüler einmal hörten, wie Ihr Euer Iugendsest feiert, aber ich darf nicht, sonst kann ich aus der Schule geschlossen werden. Solches Fest dürfen wir Kinder zur Schule nicht feiern. Wir gehen auch öfters in Wald. Dort spielen wir Schulkinder Märchenspiele, tragen Gedichte vor und singen Lieder. Wir Kinder litten schon sehr große Not, bei uns sind schon viele ausgestorben, auch unser Vater starb dieses Monats und unser kleinstes Brüderchen. Die Ursache des Todes war der Hunger. Werte Schüler, wir haben auch schon von Eurer Hilfe bekommen und konnten uns Lebensrnittel dafür nehmen. Wir danken Euch in kurzen schlichten Worten. Hier übermitteln wir Euch allen Die meiner gedenken und mir die Hand gereicht haben, unfern jüngsten und heißesten Dank und geben Euch das Ehrenwort, forthin mit Euch in Verbindung S bleiben und den Briefwechsel aufrech^uerhalten. ir sind noch acht Seelen, sieben Kinder und die Mutter. Wir bitten Euch, lieben Kinderchen, uns von der Schule aus etwas zu spenden. Wir hoffen auf Euch. Hiermit wollen wir unseren Brief schließen. Mit freundlichem Gruß von uns Kindern K... Hoffentlich kommt der Brief an und ihr werte Schüler vergeßt nicht meine Anfrage um etwas Hilfe" Dieser Brief zeigt nicht nur, daß die Gaben für die Brüder in Not auch wirklich an ihren Bestimmungsort gelangen, sondern vielmehr noch, daß unsere Brüder sich mit ihrer Heimat verbunden wissen. Es ist unser aller Pflicht, alles daran zu setzen, dies Deutschtum jenseits der Grenzen zu erhalten und zu stärken. Landkreis (Rieften. £ Wieseck, 21.Sept. Der älteste Einwoh- ner unseres Dorfes, Werkmeister i. R. Philipp Kümmel, wird morgen 8 5 Jahre alt. Herr Kümmel befindet sich noch in voller körperlicher und geistiger Frische. OO Klein-Linden, 21. Sept. Trotz des starken Regenwetters hatten sich zu der heute abgehal- tenen Versteigerung des Gemeinde- o b ft e s viele Kaufliebhaber eingefunden. Aepfel, die nur wenig vorhanden waren, wurden mit 6 bis 8 Mark für den Zentner zugeschlagen. Birnen waren mehr vorhanden und galten als Wirtschafts- Dirnen 1 bis 2 Mark pro Zentner, Tafelbirnen etwa 3 Mark. Für Zwetschen wurden am Baum pro Zentner 3 Mark und darüber bezahlt. Der Erlös des Obstes vom alten Friedhof, meistens Zwetschen, betrug etwa 25 Mark und fließt in die Kirchenkasse. Nonnenroth, 21. Sept. Nachdem Lehrer Müller dieser Tage nach Gießen übersiedelte. hielt der neue Lehrer, Herr Bloch (von Gießen) hier seinen Einzug. Das Schulhaus und die Lehrerwohnung waren schön geschmückt. Die Kinder empfingen den Lehrer mit Blumensträußen. Am Sonntagabend brachten die Kinder, wie auch der Gesangverein dem neuen Lehrer einen Fackelzug dar; vor dem Schulhaus hatte sich die ganze Gemeinde eingefunden. Der Gesangverein brachte zwei schöne Heimatlieder zum Vortrag und bot ihm damit herzlichen Willkomm. Lehrer Bloch dankte für die Ehrung und betonte, daß er gerne nach Nonnenroth komme, denn auch seine Wiege habe in einer Bauernstube gestanden. Er hoffe, in Nonnenroth eine zweite Heimat zu finden. Mit einem dreimaligen „Sieg-Heil!^ auf die Führer des neuen Reiches schloß er seine kurze Ansprache. Gemeinsam wurden sodann das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied gesungen. Kreis Alsfeld. n. Mücke, 21. Sept. Am Sonntagnachmittag sand, wie alljährlich, am Bibelheim Flen- sungerhof die Erntedankfeier statt, in diesem Jahre jedoch verbunden mit dem Abschied des Predigers Rubin und der Einführung des Jugendbundsekretärs Gaubatz und des Predigers Pfeifer. Der große Andachtssaal, sowie die beiden angrenzenden Speisesäle des Bibelheims waren überfüllt. Der Hausvater des Bibelheims, Prediger Peters, eröffnete die Feier. Ansprachen hielten Iugendsekretär Gaubatz, Prediger Pfeifer, Prediger Rubin und Prediger Härdle. Der Gitarrenchor und der gemischte Ehor von Flensungen, der Ehor von Homberg und einige Gedichte verschonten die Feier. Der Jugendbund Flensungen sieht seinen Führer Rubin nur ungern scheiden. Wahrend seiner zweijährigen Tätigkeit am Bibelheim Flensungerhof hat er in Flensungen und Umgebung eine umfangreiche Jugendarbeit ins Leben gerufen und in vorbildlicher Weise gefordert. Herr Gaubatz , der an seine Stelle tritt, ist als Jugendbund- sekretar für ganz Oberhessen bestimmt. ll. Ilsdorf, 21. Sept. Am Sonntag fand in dem nahen Solms-Ilsdorf die Einweihung eines Adolf. Hitler-Platzes verbunden mit der Pflanzung einer Adolf-Hitler- Linde statt. Nach einem Umzug der Schulkinder, des 621.-Sturmes 24/116 und des Kriegeroereins trugen Schulkinder einige Gedichte und ein Lied vor. Hierauf hielt der Bauleiter des Platzes Heimatdichter Heß (Leihgestern) eine Ansprache. So- dann wurden während des Gesangs des Deutschland-Liedes die Hakenkreuzfahne und die schwarz- weißrote Fahne gehißt und die Hitler-Linde gepflanzt. Pfarrer Bayer (Lardenbach) hielt die Weiherede. Der Ortsgruppenführer der NSDAP., Emil Hofmann, hielt eine Ansprache. In kernigen Worten schilderte der Redner das Erlebnis von Nürnberg und gab Ausschnitte aus dem Kampf der letzten 14 Jahre, der von dem großen Führer Adolf Hitler geführt wurde und schließlich zum Siege geführt habe. Anschließend wurde von der Festoersammlung das Horst-Wessel-Lied gesungen. Beigeordneter Erb nahm ben Platz in den Schutz der Gemeinde. Nach einigen Gedichtvorträgen der Schulkinder wurde die Feier beendet. = er. $) o m b e r g, 21. Sept. Am Gauschießen in Marburg, das am Sonntag stattfand, nahmen zwölf Schützen von der hiesigen Schützengilde teil. Die Ergebnisse waren für die Gilde recht befriedigend. Die Jungschützenmannschaft schoß 328 Ringe, die Altschützenmannschaft 405 Ringe. Der Schütze Fried. Goß seid er schoß mit 94 Ringen die Gaumeisterschaft. Wegen guter Einzelleistung erhielten außerdem noch einen Eichenbruch mit Schleife: Daniel Becker (87 Ringe) und der Jung- schütze Karl Gei bei (79 Ringe). Die hiesige Schützengilde gehört dem Verband Hessen-Naussaui- scher Kleinkaliber-Schützenvereine an. Gauparieiiag -1933 in Frankfurt. Oie Festschrift zum Gauparteitag. Unter dem Titel „Arbeit und Friede" ist jetzt die zum Gauparteitag Hessen- Nasfau 1 9 3 3 von dem Leiter der politischen Abteilung im Büro Sprenger, Gaupresseamtsleiter Woweries, geschaffene Festschrift erschie- nen. Das in ausgezeichneter Schrift- und guter Bildausstattung vorliegende Werk wird mit einem Zitat des Führers über „Volk und Reich", sowie mit einem eindrucksvollen Bilde des Führers auf dem Nürnberger Parteitag eingeleitet. Es folgen dann Bilder, die die Fahnen Hessen-Nassaus in Nürnberg und den Gauleiter Reichsstatthalter in Hessen Sprenger im Dienst bei einem Besuch in Michelstadt zeigen. Anschließend folgt in pietätvoller Weise eine Gedenktafel für die im Dienst gefallenen Kameraden der Bewegung, sodann ein Gedicht unter dem Motto des Gauparteitages „Arbeit und Friede". Die nächsten Seiten des Buches enthalten neben einem Ausschnitt aus der Geschichte und dem gegenwärtigen Stand des Gaues die ausführlichen Ankündigungen der Gautags-Ereignisse, Der Kundgebung am Niederwalddenkmal, der Kundgebung der landwirtschaftlichen Abteilung, Gau Hessen-Nassau, des Aufmarschs zur Großkundgebung im Stadion usw. Von besonderem Interesse ist ein mit Notenbeilage ausgestattetes Kampflied Hessen- Nassau, das einen Versuch darstellt, den nationalsozialistischen Kampfliedern ein durch seine aufrüttelnde Melodie und von besonderem Schwung getragenes Bekenntnis hinzuzufügen, wie es nur aus dem Herzen eines alten Kämpfers der Bewegung geboren werden konnte. Den Schluß der Festschrift bildet ein vollständiges Verzeichnis aller Dienststellen der Führung der Partei in der Gauleitung und im Gaubereich. Bewußt und in erfreulicher Weife hat der Gau bei der Herausgabe dieser Festschrift auf jede finanziell-geschäftsmäßige Ausnutzung verzichtet, denn weder Anzeigen, noch hoher Preis belasten das ausgezeichnete Werk dieser Festschrift, die zu dem billigen Preise von 20 Pf. zu beziehen ist. Mit diesem Buch ist nicht nur ein wertvolles Andenken an den Gau-Parteitag 1933 geschaffen worden, sondern auch ein guter Beweis des auch auf kulturellem Gebiete nach bester Gestaltung gerichteten Aufstrebens der Partei erbracht. Mit Recht kann der Herausgeber dieser Festschrift den Anspruch erheben, daß sein anerkennungswertes Werk überall im Gau, insbesondere aber bei den Teilnehmern des Gau-Parteitages, ernste Beachtung findet. NSOAp. Gießen. Von der Ortsgruppe Gießen-Süd treffen sich sämtliche Amtswalter, auch diejenigen, die am Gauparteitag nicht teilnehmen, am Samstag um 14.45 Uhr beim Ortsgruppenleiter Schwarz, um die Fahne zur Bahn zu begleiten. Uniformierte Pg., die keine Amtswalter sind, können sich an- schließen. Die übrigen Fahrtteilnehmer treffen sich um 15.15 Uhr am Bahnhof. Die Fahrkarten müssen bis heute, Freitag, 17 Uhr, beim zuständigen Zellenwart gegen Entrichtung des Fahrpreises von 1,40 Mk. abgeholt werden. In der Ortsgruppe G i e ß e n - O st treten alle Fahrtteilnehmer in Uniform am Samstag um 14 Uhr an der Persiluhr an. Die nichtuniformierten Fahrtteilnehmer treffen sich um 15 Uhr am Bahnhof. In der Ortsgruppe Gießen-Mitte treten sämtliche Amts- und Stabswalter in Uniform am Samstag um 14.30 Uhr Mühlstraße Ecke Bahnhofstraße zum Abholen der Fahne an. Der Marsch geht über Oswaldsgarten zum Bahnhof, wo die Fahrkarten verteilt werden. Jeder Amtswalter hat unter allen Umständen teilzunehmen. In der Ortsgruppe Gießen-Nord werden die Quartierscheine heute, Freitag, von 15 bis 17 Uhr in der Gastwirtschaft Nohl, Ederstraße 6, aus- gegeben, die bis dahin nicht abgeholten Scheine können am Samstag um 13 Uhr im gleichen Lokal empfangen werden. Die Amtswalter treten am Samstag um 14 Uhr bei der Wirtschaft Nohl an. Die NS. -Frauenschaft Gießen-Mitte Zelle 1 hält ihren nächsten Zellenabend am kommenden Montag, 20.15 Uhr, bei Soldan ab. Orei Sonderzüge Gießen - Frankfurt. Samstag und Sonntag verkehren von Gießen nach Frankfurt und zurück aus Anlaß des Gauparteitages in Frankfurt drei Derwaltungssonder- züge: Der erste Verwaltungssonderzug fährt am Samstag um 13.46 Uhr in Gießen ab und kommt um 15.35 Uhr in Frankfurt-West an. Der §ug fährt zurück am Sonntag um 20.30 Uhr ab rankfurt-Hauptbahnhof und kommt um 22.42 Uhr in Gießen an. Der Zweite Sonderzug führt am Sams t a g um 15.18 Uhr in Gießen ab und kommt um 16.52 Uhr in Frankfurt-West an. Der Zug fährt am Sonntag um 18.02 Uhr von Frankfurt-West zurück und kommt um 19.22 Uhr in Gießen an. Der dritte Sonderzug verläßt ebenfalls am Samstag den hiesigen Bahnhof um 15.40 Uhr und erreicht Frankfurt-Süd um 17.32 Uhr. Der Zug fährt am Sonntag von Frankfurt-Süd um 20.54 Uhr zur Rückfahrt ab und kommt in Gießen um 22.46 Uhr an. Oie Sonderzüge aus Oberheffen. Nach einer .Bekanntmachung der Kreisleitung Gießen fahren die Ortsgruppen Hungen, Trais-Horloff und R o o h e i ni mit Sonderzug Nr. 10 am Samstag ab Hungen 14.20 Uhr. Die übrigen Ortsgruppen müssen den bereits gemeldeten Sonöerxug benutzen. Die Rückfahrt Des Sonderzugs Nr. 7 erfolgt ab Frankfurt a. M.-Süd am Sonntag um 20.54 Uhr. Der Zug kommt um 22.46 Uhr in Gießen an, so daß nach den Richtungen Lollar—Londorf, Alsfeld und Gelnhausen die fahrplanmäßigen Züge zur Weiterfahrt benutzt werden können. Die Fahrkarten sind von Freitagnachmittag ab auf den Einsteigestationen erhältlich. Die Fahrtteilnehmer treffen sich Samstagnachmittag, 15 Uhr, getrennt nach Ortsgruppen, vor dem Bahnhofsgebäude. Als selbstverständlich gilt, daß die an der Fahrt zum Gauparteitag beteiligtet Gliederungen sämtlich ihre Fahnen mitbringen. Die Quartierscheine können bei Pg. Mi - ch e I, Gießen, Dammstraße 24, von den Ortsgruppenleitern gegen Quittung abgeholt und dann an die Fahrtteilnehmer weitergegeben werden. Stratzenbahnverbilligung. Die für die Parteitagteilnehmer in Verbindung mit dem Programm von der Städtischen Straßenbahn in Frankfurt a. M. herausge- gebenen Kongreßmarken zum Preise von 70 Pf. berechtigen zur Benutzung a-ller Straßenbahn st recken ab Samstag, 23. September, 22 Uhr, bis Sonntag, 24. September, 22 Uhr. Es ist somit allen auswärtigen Teilnehmern am Parteitag die Gelegenheit gegeben, von der Zeit nach der Kundgebung im Stadion bis zur Rückfahrt der Sonderzüge am Sonntagabend für 70 Pf. die Straßenbahn zu benutzen. Die in geschloffenen Zügen marschierenden Sonderzugteilnehmer dürfen auch nach der Stadionkundgebung nur mit Genehmigung der Transportführer aus dem Zuge austreten. Dampferverkehr zum Spatenstich. Zum feierlichen Staatsakt des ersten Spatenstiches an der großen Autostraße durch den Führer in Frankfurt a. M. fahren drei Dampfer der Firma Flettner-Nauheimer. Die Abfahrt ist auf 9.30 Uhr ab Eiserner Steg festgesetzt. Die Dampfer verankern auf dem Main an der Stelle des Spatenstiches. Teilnahme eine Mark. st. Kirtorf, 21. Sept. Am vergangenen Sonntag wurden hier Aum ersten Male Tonfilme gezeigt. Einleitend sah die stattliche Zuschauermenge einen Kultur-Tonfilm der Deutschen Reichsbahn- Filmgesellschaft, der in eindrucksvollen Bildern die Schönheiten der deutschen Landschaft offenbarte. Ferner sah man einen Film, der markante Ereignisse auf dem Gebiete des Sportes zeigte. Schließlich gelangte der Tonfilm „Blutendes Deutschland" zur Aufführung, der die Wiedergeburt des Reiches in eindrucksvollsten Bildern schilderte. Die Besucher folgten mit gespannter Aufmerksamkeit der Vorführung. Zum Schluß wurde das Deutschlandlied gesungen. Kreis Schotten. (D Rainrod, 21. Sept. Einige Knaben, die sich hier mit dem Anzünden eines Feuers unterhielten, hatten ein kleines Blechfläschchen gefunden, mit Wasser gefüllt und fest verschlossen in das Feuer geworfen. Nach kurzer Zeit explodierte das Fläschchen und ein Stück des Metalls traf den 16jährigen Hitler-Jungen Th. heftig an das Auge. Der Arzt mußte den Verletzten in die Augenklinik zu Gießen bringen lassen. I. Rudingshain, 21. Sept. Am Sonntag fand hier die feierliche Einführung der diesjährigen Konfirmanden in den Konfirmandenunterricht statt; 9 Knaben und 6 Mädchen nehmen am Konfirmandenunterricht teil. — Der Krieger- verein hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand die Gleichschaltung des Vereins. Zum ersten Führer wurde Karl Fischer II., zum 2. Führer Otto Hartmann I., zum Schriftführer Lehrer Schwarz, zu dessen Stellvertreter Heinrich Müller XI. und als Rechner Otto Linker bestimmt. Obmann der Kriegsbeschädigten wurde Karl Müller, Beisitzer Otto Rahn. Lehrer Schwarz hielt eine Ansprache, in der er die Verdienste Des bisherigen ersten Vorsitzenden Ludwig Straub, der 25 Jahre Vorsitzender des Vereins war, würdigte. Die Versammlung wurde mit dreimaligem „Sieg-Heil!" auf den Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg und den Dolkskanzler Adolf Hitler geschloffen. 1. Gedern, 19. Sept. Der kommissarische Bür- germeifter Beyer gab zunächst über verschiedene Baufragen Aufschluß und betonte, daß in Zukunft nur an solche Personen Bauplätze abgegeben werden, die den Nachweis erbringen, daß sie über ein Drittel der Bausumme verfügen. Das Gesuch des 21. A. um Neuerwerb eines Bauplatzes wurde anschließend in diesem Sinne erledigt. Dem Antrag des H. K. um Pachtung eines Grundstückes zur Errichtung einer Holzhalle bei seiner Wohnung wurde nicht entsprochen. Verschiedenen Gesuchen um Stundung rückständiger Gemeindesteuern wurde entsprochen. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, daß alle ©teuerrfiefftänbe allgemein gestundet werden können gegen Ausstellung einer Schuldurkunde. Die Steuerrückstände sind mit 2 v. H. zu verzinsen und mit 8 v. H. pro Jahr abzutragen, unter der Bedingung, daß die laufenden Steuern pünktlich bezahlt werden. Die Zins- und Tilgungsraten der Steuerrückstände sind pünktlich in monatlichen Raten an die Gemeindekasse zu entrichten. Zur Durchführung einer großzügigen Verkehrs- und Fremdenwerbung für Gedern wurden entsprechende Maßnahmen beschlossen. In letzter Zeit nahm das Errichten von Bretterbuden in einigen Teilen unserer Stadt derart zu, daß eine Verunzierung des Stadtbildes entstand. Die Gemeindevertretung beschloß daher, daß bis zum 1. April 1934 diese Baracken zu entfernen sind. Dienstentlassungen bei der Stadt Oarmstadt. WSN. Darmstadt, 21. Sept. Die Bürgermeisterei der Stadt Darmstadt teilt mit: In Verfolg der Bestimmungen des Gesetzes zur Wiederherstellung Des Berufsbeamtentums wurden durch Verfügung des Herren Reichsstatthalters folgende Beamten der Stadt Darmstadt aus ihrem Dienstverhältnis entlassen: Gemäß § 2 des Gesetzes Bürgermeister Heinrich Delp, Betriebsinspektor Heinrich Dreste, Beamtenanwärter August Witt; gemäß § 4 des Gesetzes: Direktor des Wohlfahrtsamts und des Jugendamts Ludwig S ch r a u t h , Verwaltungsoberinspektor Theodor Daubenfeld, Verwaltungsinspektor Eugen Reinhard, Verwaltungssekretär Karl C a - P r a n o , Pfandmeister Theodor Dauernhei m. Durch Verfügung des Oberbürgermeisters wurden aus den gleichen Gründen weiter entlassen: Stadtbibliothekar Dr. Ewald R ö 11 e n b e cf , Bürogehilfe Georg Reibold. Außer den vorbezeichneten Maßnahmen wurden bei einer Anzahl von Beamten, bei denen die Voraussetzungen des Gesetzes zum Teil ebenfalls als erfüllt anzusehen sind. Versetzungen in die Eingangsstufe ihrer Laufbahn vor- genommen und nachweisbar aus politischen Gründen erfolgte Beförderungen zurückgenommen. Kreisobmann -er AS.-Kriegsopser- Versorgung vermißt. Mainz, 21. Sept. iWSN.) Seit 12. September wird der 40jährige Kreisobmann der NSKOD. für Hessen und Hessen-Nassau, Gerhard Wirth au» Mainz, vermißt. Beschreibung: Etwa 1,70 Meter groß, sehr schlank, hageres, blasses Gesicht, langes hellblondes Haar, bartlos, schlechte Zähne, trägt linkes künstliches Sein. Er ist mit Amtswalter» uniform bekleidet und im Besitz eines diesbezüglichen Ausweises. UKW !?* Si ,'b"* am ;W$üh P' um 15,40 hl, ^-'JSSÄS ZstU, J und Rodhejm ^en, Z--Er :Bi?ss ^»--» Mar_&fcy ■pÄTSti a;Ä i;i!“K,H,',- Ia)eine können bei Pa Mi, oon den Ortsgnip. Quittung abgeholt und dann an r weitergegeben werden, nbahnverbilligung. lrteitagteilnehmer in Verbindung imm von der Städtischen 1 m Frankfurt a. M. herausgk' efemarten zum Preise von ien zur Benutzung at>ler l st r e ck e n ab Samstag, 23. Eep. bis Sonntag, 24. September, omit allen ouswärligen Teilneh.' ag die Gelegenheit gegeben, von Kundgebung im Stadion bis zur nderzüge am Sonntagabend für $enbat)n ju benutzen. Die gen marjdjietenben Sonberjug- id) nadj bet Gtabißntunbgebunq img der Transportsührer aus i. Dtaatsattdes ersten Spaten- arotzen Autostraße durch den mksurt a.M. fahren drei Dump- Zlettner-Nauheimer. Die Abfahrt ab Eiserner Steg festgesetzt. Die m auf dem Main an der Stell» . Teilnahme eine Mark. zstellung einer Schuldurkunde. Die sind mit 2 o.i). zu verzinsen und Jahr abzulragen, unter 6« w lausenden Steuern pünktlich bt ie Zins- und Tilgunssraten ind pünktlich in monatlichen Raten S-‘Kä$ Offling-" beietol WZH , b(3 Gesetzes ur folgere ®f , Reichsil°«^E Mnswer- Darmftabt aus t) Gesetzes m: Gemtz d^ebsinfpektvr nrich Delp. 2rter »uguft 4 des ®ei,e^,9nhamfs NN BW Rollenbeck.^„ Ewald -» den f Jei einer M 5 Ä5 i Seia/M ei^ i undini Wirtschast. Voller Erfolg der Zeichnung der I^eichspostschohanweisungen. Die Anmeldung zum Umtausch der am 1. Oktober d. 2. fälligen Kprozentigen Reichspostschatzanweifungen in Sprozentige Reichspostsckatzanweisungen, fällig am 1. Oktober 1935, und die gleichzeitige Zeichnung auf die letzteren decken mit 97 Mill. Mark nahezu den vollen, von den Banken übernommenen Betrag von 100 Mill. Mk. Damit ist der im Umlauf befindliche Betrag untergebracht. Dieses Ergebnis ist um so beachtenswerter, als diese Emission eine den gegenwärtigen Zinssenkungsbestrebungen entsprechende Nominaloerzinsung und demgemäß auch eine herabgesetzte Rendite aufweist. Erfreulich hierbei ist, daß rund 57 o. 5). durch Neuzeichnungen aufgebracht worden sind. Die Zuteilung erfolgt in voller Höhe. Die Bezahlunfl der gezeichneten Beträge hat bedinaungsgemäß mit 50 v. H. am 26. September b. I. und mit weiteren 50 o. H. bis zum 4. Oktober d. I. unter Verrechnung oon Zinsen zu erfolgen. Oie Südwestdeutsche Möbelmeffe in Jranffurf. Die Südwestdeutsche Möbelmesse, die vom 17. bis 20. September in Frankfurt a. M. stattfand, hatte als einzige deutsche Herbst-Möbelmesse besondere Bedeutung für die Beurteilung der gegenwärtigen Lage der deutschen Möbelindustrie. Sie brachte unter Berücksichtigung der bestehenden wirtschaftlichen Berhältnisfe einen befriedigenden Erfolg. Die Ausstellerzahl belief sich auf zirka 200 Firmen, die Besucherzahl, die sich lediglich aus Wiederoerkäufern zusammensetzte, auf rund 5000. Etwa 250 Besucher waren aus dem Ausland, vor allem Holland, Luxemburg und der Schweiz, erschienen. Das Saargebiet sandte zahlreiche Einkäufer. Das geschäftliche Ergebnis wird im allgemeinen als befriedigend, teilweise sogar als gut bezeichnet. Trotz der schlechten Lage am Baumarkt gingen Küchen, Kleinmöbel und Schlafzimmer recht gut, der Absatz von Speise- und Herrenzimmern war weniger stark. Ausgesprochene Dualitätsmöbel und Stilmöbel sanden lebhafteres Interesse. Die sog. „Mittelgenres" begegneten nur schwacher Nach- frage, wenngleich auch hier an einigen Ständen sehr befriedigende Auskunft gegeben wurde. In Herrenzimmern beschränkte sich das Geschäft fast ganz aus schwere Ware, wobei man den handge- schnitzten Stücken erhöhte Aufmerksamkeit schenkte. In Holzbearbeitungsmaschinen und Zubehörteilen kam es zu größeren Abschlüssen, auch Polstermöbel fanden guten Absatz. Im Ganzen ist wohl zu sagen, daß der Erfolg auf der Messe individuell gelagert war. Oie Spargel- und Srdbeerernte-1933 in Hessen. Nach Mitteilung des LandesslaNstischen Amtes. Eine wirksame Fürsorge für den heimischen Gartenbau setzt eine präzise Kenntnis seiner Produk- tionsverhältnisse voraus. Für Hessen, dessen Landwirtschaft in besonderem Maße am Gemüsebau, wie an der Deredelungswirtschaft überhaupt beteiligt ist, kommt daher der im Sommer 1933 versuchsweise eingeführten G e m ü s e Produktionsstatistik ganz besondere Bedeutung zu. Für dieses Jahr soll nur ein Teil der Ergebnisse veroffent- licht werden. Die Spargelanbaufläche in ihrer Gesamtheit war durch die Anbauflächenerhebung bekannt. Die jungen Spargelpflanzungen kommen indessen für eine Ernte noch nicht in Frage. Der Anteil dieser Nruanpslanzungen an der gesamten Spargelanbaujläche mußte 1933 sachverständig geschätzt werden. Im nächsten Jahr wird er in der Anbauflächenerhebung gesondert erfragt werden. Die von den Berichterstattern gelieferten Angaben über den Durchschnittsertrag pro Morgen in Zentnern wurden zunächst noch den zuständigen Obst- bauinfpeftionen und Obst- und Gemüse-Großmärk- len in den verschiedenen Gebieten zur Stellung- nähme unterbreitet. Einige besonders auffällige Angaben mußten daraufhin noch abgeändert werden. Unter Berücksichtigung all dessen ergab sich: Für Hessen eine Anbaufläche von 2855 Hektar (von der 2142 Hektar im Ertrag standen); das Ernteergebnis betrug insgesamt 69 799 Doppelzentner (32,6 Doppelzentner vom Hektar). In Rheinhessen waren 1516 (1082) Hektar an- gebaut, die 33 943 (31,4) Doppelzentner erbrachten; in Starkenburg 1329 (1058) Hektar mit 35 760 (33,8) Doppelzentner; für Ob erbe ff cn lauteten die Zahlen 10 (3) Hektar mit 96 (32) Doppelzentner. Hinsichtlich der Erdbeerernte wurde ähnlich verfahren. Die Anbaufläche in Hesien betrug 285 Hektar, der Ertrag 11 794 (das sind vom Hektar 41,4) Doppelzentner; davon entfallen auf Rhein- Hessen 150 Hektar mit 6480 (43,2) Doppelzentner, auf Starkenburg 108 Hektar mit 4126 (28,2) Doppelzentner, auf Oberhessen 27 Hektar mit 1188 (44) Doppelzentner. * Deutsche Dunlop Gummi Compagnie A G., H a n a u. Entgegen den Erfahrungen der letzten Jahre ist der Beschäftigungsgrad im September 1933 immer noch als recht gut zu bezeichnen, so daß weiterhin Neueinstellungen von Arbeitskräften erfolgen können. Der Personalbestand ist gegenüber Jahresbeginn um rund 20 v. H. erhöht und wird voraussichtlich auf dieser Hohe gehalten werden können, nötigenfalls während der Winter- monate unter Beschränkung der Arbeitszeit auf 32 Wochenstunden. • Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik „Rheinmetall", Düsseldorf. Die Abschlußardeiten bei der Gesellschaft für das am 30. Juni 1933 abgelaufene Geschäftsjahr sind noch im Gange. Doch läßt sich bereits übersehen, daß mit der Wiederaufnahme der Dividendenzahlung gerechnet werden darf (letzte Dividende 1929/30 = 7 t>. H.). Im laufenden Geschäftsjahr ist die Beschäftigung der Gesellschaft gestiegen, so daß die Zahl der Angestellten und Arbeiter erhöht werden konnte. Frankfurter Börse. ZUiHagsbörfe fest. Frankfurt a. M., 21. Sept. Die neuen Wirt- schaftsmahnahmen der Reichsregierung, die anläßlich der gestrigen Tagung des Generalrats der Wirtschaft bekanntgegeben wurden, fanden eine allgemein günstige Aufnahme und führten zu einer überwiegend festen Tendenz. Zwar war der Geschäftsumfang nur klein und blieb nur auf den Platz beschränkt, weil bas Publikum infolge der noch nicht bekannten Maßnahmen kaum Orders gegeben hatte, doch zeigten die Kürse, von wenigen Ausnahmen abgesehen, durchschnittliche Erhöhungen um bis zu 1 v. H. Erhöhtes Interesse wandte sich dem f e st verzinslichen Markte zu, für den der kommunale Umschuldungsplan besonders anregte. Stabtan- leihen und andere kommunale Werte blieben daher tark gejuckt. Bon den variablen Renten eröffneten päte Reichsschuldbuchforderungen mit 79,25 1 v. H. öfter, auch Altbesitz zogen 0,5 v. H. an, während Neubesitz vernachlssisigt waren. An den Aktienmärkten stand die Farbenaktie im Mittelpunkt des Interesses. Sie eröffnete mit 119 nach gestern abend 117,40 und stieg rasch auf 119,5 v. H. Sehr fest lagen außerdem Siemens & Halske, die mit Plus-Plus angekündigt waren und dann 4,5 v. H. hoher zur Notiz kamen. Im übrigen kamen Kurse nur zögernd nur Notiz, wobei Scheideanstalt, Deutsche Erdöl und AEG. um 0,25 bis 0,75 v. H. anzogen, während Gelsenkirchen 0,75 v.H. und Kunstseidewerte je 0,25 v. H. und am Schiffahrtsmarkt Hapag 0,13 v. H. niedriger einsetzten. Im Verlaufe ergaben sich meist weitere Kurs- besserungen um 0,5 bis 1 v. H., unter Bevorzugung von Montanwerten. Mannesmann (plus 1 o. H.), Klöckner (plus 1,5 o. H.), Harpener (plus 0,5 v. H.). Ferner gewannen Kali Aschersleben 1,5 v. H. und Westeregeln 3,5 v. H. sowie Bekula 1.25 o. H. und Schlickert 2 v. H. In der zweiten Börsenstunde war das Geschäft außerordentlich still und die Kurse neigten überwiegend um 1 bis 1,5 v. H. zur Schwäche. IG.-Farben schlossen mit 118 v. H. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderun- gen blieben aus dem Anfangsstand unverändert. Goldpfandbriefe zogen meist 0,25 bis 0,50 v. H. an. Sommunal-Obligationen gewannen von 1 bis 2 d. H. Stadtanleihen lagen fast durchweg 2 bis 3 v. H. fester, infolge Materialmangel tarnen aber vielfach keine Kurse zustande. Mittlere Staatsanleihen wie Hessen und Thüringer waren um 2 bis 3 v. H. befestigt, Hilferding- und Reinhold-Anleihe dagegen je 0,25 v. H. niedriger. Don Auslandsrenten lagen Schweizer Bundesbahn-Anleihen 1 bis 2 v. H. fester, auch Ungarn notierten etwas höher. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld zu 3,5 v. H. unverändert. Abendbörse: Zurückhaltend. An der Adendborfe blieb das Geschäft sehr klein, da von der Kundschaft Orders in nennenswertem Umfange nicht eingetroffen waren. Die Spekulation bekundete Infolge des Rückganges im Mittagsfchluß- verkehr Zurückhaltung. Die Kurse blieben gegenüber dem Berliner Schluß behauptet. Neubesitzanleihe lagen 10 Pf. höher, späte Reichsschuldbuchforde- rungen blieben mit 79,13 v. H. behauptet. Kommunale Werte waren weiter gefragt und erzielten neue Kurssteigerungen um 1 bis 2 v. H. U. a. notierten: Neubesitz 10,10, Altbesitz 78, Schutzgebiete 7,10, 6 v. H. Frankfurter Hypotheken- und Pfandbriefbank K. 0. 66,75, 6 v. H. Stadt Main; von 28,60, 6 v. H. Stadt Heidelberg von 26,60, Reichsbank 139,75, Gelsenkirchen 48, Kali Westeregeln 113,50, Phönix 32, Stahloerein 31,50, Conti Gummi 130, Scheideanstatt 171,50, IG. Farben 117,50, Reichsbahn-DA. 98,25, Rütgerswerke 48,50, Lahmeyer 113,50, L. Tietz 10,25. Samstag geschlossen. Mit Rücksicht auf die Feierlichkeiten, die aus Anlaß der Anwesenheit des Herrn Reichskanzlers am Samstag, 23. September, stattfinden, bleibt die Börse an diesem Tage geschlossen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 21. Sept. Austrieb: Rinder 87 (gegen 73 am letzten Donnerstag), Kälber 577 (933), Schafe 152 (408), Schweine 940 (839). Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 40 bis 44, b) 35 bis 39, c) 30 bis 34, d) 25 bis 29. Schafe e) 26 bis 28, f) 22 bis 25, g) 18 bis 21. Schweine b) 46 bis 48, c) 43 bis 48, d) 42 bis 47. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstag zogen Kälber 2 bis 4, Schafe 2 und Schweine 1 bis 2 Mark an. Marktverkauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Schweine schleppend, Ueberftanb. Fettschweine über Nori; Fleischgroßmarkt. Beschickung: 706 Viertel Rindfleisch, 16G ganze Kälber, 33 ganze und 360 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 50 bis 54, II 46 bis 50. Bullenfleisch 45 bis 50. Kuhfleisch II 36 bis 40, III 25 bis 30. Kalbfleisch II 65 bis 75 Hammel- fleisch 60 bis 65. Schweinefleisch I 63 bis 68. Schwcincmarkt in Grünbcrg. = Gründern, 21. September. Der heutiae Schweinemarrt hatte einen Austrieb von 448 Ferkeln. Folgende Preise wurden erzielt: dis sechs Wochen alte Ferkel 8 bis 10 Mark, sechs bis acht Wochen alte 8 bis 14 Mark, acht bis dreizehn Wochen alte 14 bis 20 Mark. Tendenz: Handel lebhaft; es wurde nahezu ausverkaust. Wie-erSIOOüArbeiisloseweniger Oie Arbeitsniarttlage im Jtcid) am 15. September. Nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung für die Zeit vom 1. bis 15. September ist die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen um weitere 57 000 gesunken; die 4 000 000-Grcnze wird damit nur noch um rund 65 000 überschritten. Da im allgemeinen Ende August, Anfang September der jahreszeitlich bedingte Kräftebedarf gedeckt ist und in einzelnen Wirtschaftszweigen die Freisetzung von Arbeitskräften zu beginnen pflegt, ist dieser weitere Rückgang ein beachtliches Zeichen für die Wirksamkeit der oon der Reichsregierung eingeleiteten Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Insgesamt wurden bei den Arbeitsämtern rund 4067000 Arbeitslose gezählt, das sind 19 4 3000 weniger als zur Zeit des Höchst- standes der Arbeitslosigkeit im Februar d. I. Der Bestand am 15. September liegt um rund 1,2 Millionen unter der Bestandszahl am gleichen Termin des Vorjahres. Nach den Ergebnissen der Veschaftigtenstatistik der Reichsanstalt stieg die Zahl der Beschäftigten um rund 288 000 auf 13 724 000. Damit ist die Beschäftigtenziffer gegenüber dem Tiefpunkt der Beschäftigung Ende Januar um 2,2 Millionen, gegenüber dem gleichen Stichtag des Vorjahres um fast 1000000 geftiegen. Die stärksten Zunahmen zeigen Brandenburg (+ 45000), Ostpreußen (+ 43 000) und Mitteldeutschland (+ 35 000). vreupen. Einweihung des Adolf-Hitler Aussichtsturmes bei Gladenbach. Gladenbach, 20. Sept. (WSN.) In Verbindung mit einem „Deutschen Tag" in Gladenbach konnte am Sonntag der auf dem nahegelegenen Kirchberg neuerbaute Aussichtsturm sei- ner Bestimmung übergeben werden. Bereits im Jahre 1897 erhielt dieser etwa 350 Meter hohe Berg, von dem man eine herrliche Rundsicht auf das interessante Wandergebiet des hessischen Hinterlandes genießt, einen Turm, der aber bereits nach sechs Jahren wieder einstürzte. Ein zweiter im Jahre 1906 errichteter Turm wurde während der Kriegsjahre so baufällig, daß er nur noch unter Lebensgefahr besteigbar war und nach dem Kriege abgetragen werden mußte. Der nunmehr auf Betreiben Des Oberhessifchen Gebirgsvereins, des Verkehrsvereins Gladenbach und der NSDAP, erbaute dritte Turm erhielt den Namen unseres Dolkskanzlers Adolf Hitler. Die Weiheseier erfolgte in Gegenwart von Landrat Dünger (Dillenburg), sowie des neuernannten Biedenkopfer Landrats, Rechtsanwalt Panisch, der sich bei dieser Gelegenheit seinem Hinterlandkreis zum erstenmal vorstellte. Bei dem herrlichen Spätsommer- weiter hatten sich Tausende von Festteilnehmern aus der ganzen Umgegend eingefunden. Die Weiherede hielt Universitätsoberinfpektor Gatzert (Marburg) im Namen des Gesamtvorstandes des Ober- hessischen Gebirgsvereins. Bereits in den Vormittagsstunden hatten an der nahegelegenen Ruine Blankenstein die Ortsgrupvenfahnen der NSDAP., NSBO., NSBA. und NSKOV. aus Gladenbach durch Kreisleiter Thiele (Dillenburg) ihre Weihe erhalten. In einer weiteren Feier wurde der Platz in Gladenbach, auf dem sich das Kriegerdenkmal erhebt, Hindenburgplatz benannt. Kreisfest des Evangelischen Sängerbundes des Kreises Wehlar. 0 Wetzlar, 20. Sept. Alle zwei Jahre hält die Kreisoerbindung Wetzlar des Evangelischen Sängerbundes ihr Kr e i s f e ft in Weglar ab, und zwar in Form eines G e - fangsgottesbienftes im Dom. Diele Besucher aus allen Kreisteilen füllten den Dom, um den eindrucksvollen Chorgesängen des Sängerbundes zu lauschen. Mit einem Orgelspiel und einem Choral wurde die Feier eingeleitet. Im Namen der evangelischen Gemeinde Wetzlar entbot Pfarrer Gütiges den Sängern und Gästen einen herzlichen Willkommensgruß. Die vereinigten Gemischten Chore trugen dann den Choral vor: „Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig"; anschließend folgte der Frauenchor: „Lobet den Herrn" und der Männer- chor: „Noch liegt die Nacht mit dunklen Schwingen". Die Festpredigt hielt Inspektor C l a ß e n - Elberfeld. Die eindrucksvollen Worte der Predigt wurden bekräftigt durch den Gemeindegesang „Ich bete an die Macht der Liebe" und den Choralvor- trag: „Hast du Iesum, hast du Frieden . Stabt- miffionar S dj m i b t • Wetzlar, der Dorsitzende der Kreisverbindung sprach das Schlußgebet. Mit dem Gesangsvortrag „Mache dich auf, werde Licht" und einem Orgelvortrag klgng-das geistliche Konzert aus, das sicher für die Meisten Teilnehmer eine Feier- stunde seltener Art bedeutete. Die Leistungen der Chore, unter ihrem Chorleiter Hauptlehrer P e r tz - Soest, Bundespfleger des Evangelischen Sängerbun- des, waren recht beachtlich, ganz besonders der Schlußchor „Mache dich auf, werde Licht"; olle Sänger der Frauen- , Männer- und Gemischten Chore, jedesmal zu einem Massenchor vereinigt, gaben ihr Bestes her. Dem Ziele des Chorleiters, die Vereine aus einem mittelmäßigen Können her- auszufichren, kommt der Sängerbund immer näher. Ausgang der Hasen- und Zasanenjagd in Preußen. Die Jagd auf Hasen beginnt in Preußen am Sonntag, 1. Oktooer, und endet am 15. Januar. Fasanen dürfen in der Zeit vom 1. Oktober bis 15 Januar erlegt werden. Moskau-Hörer kommen ins Konzentrationslager. . WSN. F r a n f f u r t a. M., 21. Sept. Der heutige Polizeiberickt teilt mit: In der letzten Zeit ist wiederholt beobachtet worden daß die Moskauer Sendungen des Großsenoers der Komintern auf Welle 1482 dzw. auf Kurzwellensender 50 immer wieder zu einer maßlosen Hetze gegen die nationale Revolution und die von ihr berufene Regierung benutzt werden. Es wurde wiederholt festgestellt, daß Besitzer empfangsstarker Radiogeräte regelmäßig in den Abendstunden einen weiteren ober engeren Kreis von Bekannten zum Abhören der Moskauer Sendungen in ihrer Wohnung versammelt haben. In den Vorträgen der Komintern-Sendungen wird regelrechter Unterricht über bie illegale A r beit erteilt. Es wirb darauf hingewiefen, baß gegen Teilnehmer an derartigen Zusammenkünften mit aller Schärfe eingeschritten wird. Sie werden als Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Hohe Der zuletzt deichlossenen Dividende an. — Relchsbankbiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. ;Vronf(un a. JJi. Berlin Frankfurt a.M Serlln Schluß« für« Schlußk. Adend- b»rie Schluß für# Schlußk Mittag dSrse Sch'.uß- hir# Schluß'. Llden d- dSeir Schluh- fur» Schluß!. Mlnog« b»r«e Datum 20.9. । 21.9. 20.9. 2L9. Datum 20.9. 21-9. 20-9. 21-9. 6% DenflAe Reichtanleibe v. 1997 6% efrm.7% Tl.Reich»anI.v. 1929 VH'K Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit 83.25 98 82.85 77,65 10,15 77 78.5 83 67,5 71.13 80 SO 80.65 85,25 79,5 80,5 86,7 11,25 0,65 4,4 5,75 5.2 ü 83 97.75 82.5 78 10,1 80,4 79 67 71 80,5 80.5 80.25 85.5 80,25 80,5 86,7 10,75 0,65 4 5 4,4 5,75 5,75 4,85 83,25 98 83,25 77.65 10,1 77,75 78 71,5 80 80,5 86,7 11,4 4,5 i,25 4,75 3,4 5.2 5,05 83.4 97,75 85 78 10 80 78 7 8 80, 86, 10,7 0.6 4, 4. 5, 5.0 4,9 5.15 2,5 4,25 2,5 25,4 11,4 12.4 42 46,25 47,5 40 141,75 18,4 108,75 90,75 42 72,75 91,5 137,5 112 65,5 97,5 49,5 85,5 96,4 53 64 5,1 2,75 4,25 2,5 24.9 1U 12,25 42.25 46 47 39,5 139,75 18,65 110 89 5 41 71 »5 93,5 142 113,5 65-i 97,5 48 84.5 — 133,5 95,5 53 64 5 05 2,5 25,4 11,25 23,5 19,75 12,13 41 84 46,5 47,5 40 141,75 18.5 108 73 91,25 42 72 76 92,25 139 113,25 65,75 97,25 49,25 85,5 54,25 130 95,5 53,75 53,75 4,7 2,4 11 23,75 18.25 12,13 41 Z 140,65 18 25 110 71 90 41 71,5 92.5 142,25 64.5 96.5 47 5 83,75 53,5 133 95 53,13 53 % Rumün. vereinh. Rente v. 1903 ^%Rumän.vereinh.Rentev.l91S % Rurnönil-be vereinh. Rente . - %% Anatolier ............... De4gl. ohne Au»los.«Rechte...... 6% ebem.8% Hess. BolkLliaal 1989 lrü-tzahlb. 108%) ............ 6% He». Landeibant Darmstadt Sold R. 12.................. »amburg-Ltinertka-Paket .....0 lambutg-Sübam. Dampslchiss. 0 >an|a-Iamuf|dnf|........... 0 Norddeutscher Liovd ......... 0 l.G. für Berkebrewelen SIH. .. 0 berliner Handelsgesellschaft ... 4 ornmerz. und Privai-Bank ... 0 brutsche Bank und Diiconto» Gelelllchaft................ 0 SreLdner Bant.............. 0 «ieichrbank ................ 12 8-®.®......................0 Sekula.....................o Aektr. LteferungSgesellschast... 6 licht und fitafi .......6 leiten & Guilleaume......... 0 Beselllch.s.Elekrr.Unternehmung. 6 Rheinische LlekttizltLt ........ 6 vchuckert L So............... 5 6y.% Hell- Lande-Hypotheken« bank Darmstadt Lioui......... Oberbellen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. SammelabL Anleihe Serie 1 mit Auslos «Rechten 6% ehem. 8% granks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bi» 1935 6% ehem. 7% Franks- Hop -Bank Goldpse. 16 unkündbar b« 1936 6y,% ehem. 4)4% ntanfl. Hol^. 6%% ehem. ’<&% Rheinische Hüv-Bank-Liau.«Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. Landespsant» briesansialt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. SanMpfanb- briesansialt, Psanddriese R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs .. *% Österreichische Golvrrntr... 4.20% Oeüerreichische Silberrente 4% Ungarische Soldrenke ...... *% Ungarilche Etaatsrenie v. 1910 4%% deSgl. von 1913.......... LicmenIL Halske............7 rahmeyer L Lo............. 10 Sudern» ................... o deutsche Erdöl .............. 4 Aellenkirchener.............. 0 >aroener. ................. o ^oesch Eisen—SSln-Reuessen .. 0 We Bergbau ............... 6 Hie Bergbau Genüsse........6 tlöcknrrwerke ....... 0 oranne-mann-Röhreu........0 B% aBfleft. Goldmexikaner von 99 4% Ditrkische gollanleihe von 1911 ®a6bab^a*anIe^e ________________________________________________________________I Jranftun a. M. Serlin Schluß« kur« Schlußk. Abend- bSrse Schluß» lur< Schlußk. Minag- bSrse Datum 20-9. 21-9- 20-9. 21-9. ManSfelder Bergbau .. Lvkewerke .......... ......0 23 23.5 22,75 23,5 ......0 — — 65.75 65 Phönix Bergbau...... ......0 33,25 32 32,9 32,25 Rheinische Braunkohlen .....10 173,5 173 173,5 173 Rhetnsiahl ........... ......0 73.75 73.25 73,75 73 Vereinigte Stahlwerke. ......0 32,5 31.5 32,65 31,65 Ltavi Minen ........ .......0 11 11 11,65 11.5 Kaliwerke flfchetileben. ....... 5 113,5 111 114 Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke SalxdetkuNh .......5 110 113.5 110,25 113,5 .....7Vi 157 156 155,5 155 I. ®. yarden.Industrte Scheideanstalt........ .......7 .......9 117,65 172 117 5 171.5 117,5 117,5 Goldschmidt ......... .......0 40 40 40 40,5 RütgerLwerke........ .......0 49,25 48.5 48,9 49 Metallgeselllchast...... .......0 53 53 52 52,65 Phlltov Holzmann .... .......0 54,5 53,5 56 -4 Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlüadt.. ......0 .......0 69,5 69,5 — €diulibeti Patzrnhoser ....... 0 — — 93 91 Lku (Lllgemeine Kunstseide) .. 0 28,5 28,25 28,75 28 Bemberg............ .......0 43,25 42,5 42,5 42,75 Zellstoss Waldhos..... Zellstoff Aschaffenburg .......0 .......0 33 20 33 20 32,5 33 20 Dessauer Gar ........ ....... 7 — — 97,5 97 Daimler Motoren..... .......0 25,75 25 25,75 24,75 Deutsche Linoleum .... .......0 37,4 38 38 36,65 Ctenitefn & Koppel ... ....... c — — 28,5 27,5 Leonhard Dich ....... ....... 0 10,5 10,25 10,4 10,5 Tdade............... Atrumulawren-^abrü. .......10 .......0 152 179 150 151 179,5 150 178 Lonki-Gummi........ .......0 129,75 130 129,75 129,75 Gritzuer............. .......0 17,9 - Marnkraftserke Höchü a-M-... 4 55 55 — Süddeutscher Zucker .. .......8 157 157 156,5 157 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2N. 20-September 21-Septem der Amtliche Gelb Dotierung arte' Amtliche Tlolierunq Selb | arte Helssngsor».. 5,734 5,746 5.744 5,756 Wien."...... 47.95 48,05 47.95 48,05 Prag....... 12.39 12,41 12.38 12,40 Budapest ... — — —- Sofia ...... 3.047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169.28 169.62 169.38 169,72 crio....... 65,03 65,17 65.43 65,57 Kopenhagen. 67.79 57,91 58,19 58,31 Stockholm... 66,68 66,82 67,13 67,27 London ..... 12,93 12,97 13,02 13.06 Buenos Aires 0,958 0.962 0,963 0.967 Neuyort.... 2,667 2.673 2.737 2,743 Brussel..... 53.47 58,59 58.47 58,59 Italien..... 22,07 22.11 22,03 22.07 Pari» ...... 16.405 16.445 16,41 16,4- Schwei, .... 81,27 81,43 81 22 81,38 Spanien.... 35,11 35,19 35,11 35,19 Danzig..... 81,57 81,73 81.57 81,73 Japan...... 0,759 0,761 0,764 0,766 Rio de Ian. . 0,234 0,236 0,234 0.236 Jugoslawien. Lissabon.... 5,295 5,305 5.295 5,305 12,68 12,70 Banknoten 12,68 12.70 Berlin, 21-September Seid Brief Amerikanische Roten.............. Belgische Roten.................. Dänische Roten ................. Englische Roten ................. 2,69 58,31 57,93 12,98 16,37 168,96 21.91 65,27 66,97 81,04 34,98 2.71 58,55 58,17 13,04 16,43 169.64 21,99 65.53 67,23 81,36 35,12 Französische Roten............... Hollchidische Roten............... Italienische Roten................ Norwegische Roten .............. Deutsch Österreich, 4 100 Schilling Rumänische Roten............... Schwedische Roten............... Schweizer Noten................. Ungarische Role»................ Teilnehmer an geheimen kommuni st ischen Versammlungen in Schutzhaft genommen und unverzüglich in ein Konzentrationslager verbracht werden. Die benutzten Radiogeräte werden beschlagnahmt und eingezogen. Kasseler Sondergerichi. WSR. Kassel, 20. Sept. Das Sonderge» richt in Kassel verhandelte am Dienstag gegen den 22 Jahre alten Arbeiter Kraus, den 35jähri- gen Kupferschmied Georg Ebert und den 22jähri- gen Arbeiter Heinrich Kraft, sämtlich aus Hanau. Sie waren beschuldigt, illegale Druckschriften in größerem Umfange verbreitet zu haben, wobei Ebert als der geistige Urheber galt. Kraus und Ebert wurden zu je zwei Jahren, Kraft zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der zweite Fall betraf den 30 Jahre alten Diplom-Ingenieur Ludwig Balzer aus W a l l a u (Kreis Biedenkopf), der in einem Brief an einen früheren Chef beim Elektrizitätswerk in Eberswalde sich in einer ätzenden Kritik gegen die Reichsregierung und besonders gegen den Reichskanzler ausgelassen hatte. Das Sondergericht nahm grobfahrlässige Beschimpfung der Reichsregierung an und erkannte auf eine Geldstrafe von 7 0 0 Mark, zahlbahr in Monatsraten von je 50 Mark. Heiratsbeihilfe bei der Dunlop- Compagnie in Hanau. Hanau, 21. Sept. (WSN.) Die Deutsche Dunlop Gummi Compagnie in Hanau hat sich die Rückführung weiblicher Arbeitskräfte in die Familie besonders angelegen sein lassen und selbst da Männer eingestellt, wo weibliche Handgeschicklichkeit sonst den Ausschlag gab. Das Werk hat weiterhin beschlossen, seinen weiblichen Werksangehörigen, wenn die Vorschriften über die Gewährung der Reichshilfe erfüllt sind, eine Heiratsbeihilfe in Höhe von 3 0 0 Mark zu zahlen, wenn diese mindestens ein Jahr im Hause beschäftigt gewesen sind und die Eheschließung zwischen dem 1. Oktober d. I. und 31. März 1934 erfolgt. Auch die hierdurch freiwerdenden Arbeitsplätze sollen mit Männern besetzt werden. Im übrigen ist der Personalstand gegenüber Jahresbeginn um rund 20 v. H. erhöht und wird voraussichtlich auf dieser Höhe gehalten werden können, nötigenfalls während der Wintermonate unter Beschränkung der Arbeitszeit auf 32 Stunden in der Woche. Von der Beerdigung in den Tod. Marburg, 21. Sept. (WSR.) Auf der Dorfstraße in W a l l a u bei Biedenkopf rannte gestern abend ein aus der Richtung Laasphe kommendes, mit zwei Personen besetztes Motorrad mit voller Wucht gegen einen Lastkraft- wagen. Roch im letzten Augenblick hatte der Führer des Lastkraftwagens versucht, seinen Wagen soweit wie möglich rechts herumzureißen, wobei ein Gartenzaun in Trümmer ging. Er konnte das Unglück jedoch nicht mehr verhüten. Der Fahrer des Motorrades, der Musiker Ludwig Henkel aus Weifenbach, der von einer Beerdigung in Laasphe kam, erlitt eine gefährliche Schädelverletzung, an deren Folgen er kurz nach seiner Einlieferung in die Marburger Klinik starb. Sein auf dem Soziussitz mitgefahrener Bruder liegt mit erheblichen Verletzungen an Gesicht und Unterlippe in der Klinik. Kreis Wetzlar. 0 Wetzlar, 20. Sept. Der Landrat hat angeordnet, daß die alljährlich im Herbst stattfindende Hauptkörung der Bullen in diesem Herbst a u s f ä l l t. Die Körung wird, wie dies im Regierungsbezirk Wiesbaden üblich ist, im Frühjahr vorgenommen. Alle Bullen, die bis zum Herbst an- gekört sind und weiter gehalten werden sollen, gelten bis zum Frühjahr 1934 ohne weiteres als aekört. Die Körung für Ersatzbullen erfolgt außerterminlich durch das Tierzucktamt. Für die Körung der Eber gilt dieselbe Anordnung sinngemäß. Niederkleen, 21. Sept. Durch Verfügung des Regierungspräsidenten zu Wiesbaden wurden der Amtsangestellte Karl R e i n e ck zum Standesbeamten und der Ortsbürgermeister Heinrich Ohly zum Standesbeamten-Stelloertreter für den die Gemeinden Niederkleen, Ebersgöns und Oberkleen umfassenden Standesamtsbezirk ernannt. oo Niederkleen, 21. Sept. Einem hiesigen Landwirt wurde dieser Tage zu abendlicher Stunde sein Fahrrad, daß er am Dorfausgang nach Lang-Göns abgest^llt hatte, g e st o h l e n. Von dem Täter fehlt jede Spur. 0 Niederkleen, 21. Sept. Am vergangenen Samstag und Sonntag hielt der Sturm 13/2.33 in unserem Ort ein S p o r t f e st ab. Samstag um 19 Uhr erfolgte der Einmarsch des Sturmes unter seinem Sturmführer Weber (Hörnsheim) unter Vorantritt des Musikzuges des Sturmes. Nach der Quartieroerteilung trat der Sturm um 20.15 Uhr auf dem Biwakplatz an und versammelte sich dort um die Feuer. Parteigenosse Mack hielt eine Ansprache. Mit dem Zapfenstreich, gespielt von dem Musikzug des Sturmes unter Leitung von Karl Bonn (Groß-Rechtenbach), wurde der Biwakabend beschlossen. Am Sonntagmorgen um 10 Uhr war Antreten zum Feldgottesdienst, bei dem der Ortsgeistliche Pfarrer K u l k e die Predigt hielt. Anschließend fanden sportliche Darbietungen, später Verlosung um das Bild des Führers und gemütliches Beisammensein statt. <> Dornholzhausen, 21. September. Die älteste Einwohnerin des Ortes, Witwe Anna Elisabeth Beppler, feierte am Dienstag ihren 8 8. Geburtstag. Aus diesem Anlaß fand abends im Hause der Jubilarin eine Feier statt, in welcher der kirchliche Frauenchor einige Lieder vortrug und der Ortsgeistliche, Pfarrer Schneider (Hochelheim), eine Ansprache zu Ehren der Gefeierten hielt. Die Jubilarin dankte bewegten Herzens für die Ehrung; sie ist seit ihrem 43. Lebensjahre Witwe. Zu ihren Nachkommen zählen 3 Kinder, 6 Enkel und 6 Urenkel. Dillkreis. < Weidenhausen 20. Sept. Der persönlichen Initiative des hiesigen Bürgermeisters Pg. Jung ist es zu verdanken, daß nunmehr auch in unserer Gemeinde der Arbeitslosigkeit Abbruch getan und der Gemeinde in finanzieller Hinsicht wieder geholfen wird. Ein langgehegter Wunsch, die Salzböde zu regulieren, geht in Erfüllung. Die alljährlichen Ueberschwem- mungen werden durch diese Maßnahme vermieden. Die Regulierung erstreckt sich vorläufig auf das Gebiet der Gemeinde Weidenhausen. In den nächsten Jahren sollen weitere Teilstrecken reguliert werden. Vorerst muß man aber wegen der finanziellen Verhältnisie davon Abstand nehmen. — In unserer Gemeinde und in angrenzenden Orten ist die Kartoffelernte nahezu abgeschlossen. Die Ernte ist als gut zu bezeichnen, obwohl man mit einem besseren Ergebnis gerechnet hatte. — Die Wasserleitungsarbeiten schreiten sehr gut voran, so daß in wenigen Wochen der Wassermangel behoben sein wird. Jugendliche Diebesbande unschädlich gemacht. WSN. Worms, 21. Sept. Der Kriminalpolizei gelang es in den letzten Tagen, eine f ü n i k ö p - ft g e jugendliche Diebesbande unschäd- lich zu machen. Es handelt sich um Burschen von 15 bis 20 Jahren aus Worms. Hauptsächlich hatten sie es auf Motorräder und auf parkende Autos abgesehen, die nicht verschlossen waren und die beraubt wurden, während sie die Motorräder zu Spritzfahrten benutzten. Die Maschinen ließen sie einfach dort stehen, wo das Benzin ausging. Auch als Fassadenkletterer traten die Spitzbuben auf, indem sie an dem Haus eines Kleidergeschäftes emporkletterten und sich ^mittels schweren Einbruchs Mäntel, Sportgürtel und Autobrillen aneigneten. ©.jf.-Jportf 19001. gegen Postsportverein FrankfurtI.6:7(3:3). Vor einer stattlichen Zuschauermenge wurde am Sonntag auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 ein Klasse-Handballspiel gezeigt. Die 1. Handballelf der Spielvereinigung 1900 hatte die bekannte Handballmannschaft des Postsportvereins Frankfurt zu einem Freundschaftsspiel zu Gast gebeten. Die Gäste erschienen und enttäuschten nicht. Auch die Blauweißen waren in ausgezeichneter Form und lieferten dem Gegner einen völlig gleichwertigen Kampf. Beide Mannschaften traten in stärksten Aufstellungen an. Flott begann das Spiel. Der Kampf wurde von Anfang an in raschem Tempo begonnen und bis zum Schluß ebenso durchgeführt. Die, Gäste gingen zuerst in Führung, aber bald darauf konnten die 1900er ausgleichen. Das Tempo wurde schärfer. Beide Torhüter hatten öfters Gelegenheit, große Paraden zu zeigen. Die Hintermannschaften bekamen immer viel Arbeit. Ein Angriff auf der einen Seite löste einen Gegenangriff auf der anderen aus. Den Frankfurtern gelang es abermals mit einem Tor in Führung zu gehen. Aber die 1900er blieben den Ausgleich auch diesmal nicht lange schuldig. Hart wurde um weitere Torerfolge gekämpft. Die Gäste konnten ein drittes Mal ein Tor vorlegen, denen aber die Platzbesitzer wiederum den Ausgleich entgegenstellten. Erneut begann der Kampf um die Führung. Mit 3:3 ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel rissen die Gäste wieder die Führung an sich. 1900 konnte durch seinen Halbrechten bald wieder gleichziehen, bis dann schließlich durch einen Fehler der Hintermannschaft wiederum ein Tor für die Frankfurter fällig wurde. 4:5! Um die Tordifferenz nicht größer werden zu lassen, raffte sich der 1900er-Sturm energisch auf, schuf sich einigen Feldvorteil und belagerte geraume Zeit bas Frankfurter Tor. Mit viel Glück wehrten sich die Frankfurter und es konnte leicht fein, daß die Führung gerade in dieser Zeit eindeutig an die Platzbesitzer übergegangen wäre. So aber blieb es zunächst beim Ausgleich, dem bald auch das Führungstor für die Spielvereinigung folgte. Das Glück blieb aber den Frankfurtern treu. Sie konnten durch ein kleines Mißverständnis nun ihrerseits zum Ausgleich kommen, und fast mit dem Schlußpfiff fiel ihnen noch der knappe Sieg zu. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf entsprochen. Der Kampf wurde sehr fair ausgetragen. Der Schiedsrichter hatte ein leichtes Amt und waltete korrekt. Die Zuschauer verließen sehr befriedigt den Platz. Die 2. Handballmannfchaft der Sieloereinigung verlor das Spiel gegen Holzheim I mit 7:4 Toren. Handball im Gan XII der DT. hausen I — Garbenteich I 1:8 (0 :3). Beide Mannschaften traten zu diesem Gesellschaftsspiel mit viel Ersatz an. Trotzdem bot die Gästemannschaft in der ersten Hälfte schöne Leistungen und kam auch zu drei verdienten Erfolgen, während die Platzmannschaft trotz guter Torchancen zu keinem Erfolg kam. Nach dem Wechsel kam Hausen zunächst mächtig auf, konnte aber nicht verhindern, daß die Gäste zuerst einen vierten Erfolg erzielten, ehe ihnen das Ehrentor gelang. In Den letzten 10 Minuten fielen die Platzbesitzer stark ab, so daß es den Gästen ohne große Anstrengung gelang, das Resultat auf 8:1 zu stellen. Dorlar I — Tv. Ahbach I 3:5 (1:3). Zu einem Gefellschaftsrückspiel trafen sich beide Mannschaften in Dorlar und lieferten sich einen scharfen Kampf, den die Gäste erst in der zweiten Hälfte verdient zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Die Platzbesitzer gaben einen weit stärkeren Gegner ab als im Vorspiel, in dem sie mit 8:2 in Atzbach unterlagen. Sckuh- und polizeihunde- Sporiwettkampf in Lollar. Am kommenden Sonntag treffen sich die Schutz- unb Polizeihunde-Vereine von Gießen, Wieseck, Lollar und Großen-Buseck in Lollar. Es gelangt ein Sportwettkampf in Spur-, Gehorsams- und Mannarbeit zum Austrag. Jeder der beteiligten Vereine hat drei Hunde zu stellen. Mit der Spurarbeit wird morgens um 8 Uhr begonnen. Nachmittags werden die Gehorsamsübungen und der Sicherheitsdienst durchgeführt. Zührertagung des Wassersportverbandes. Der Führerschaftsrat und die Fachberater des neuen Deutschen Wassersport-Verbandes hielten am Mittwoch im Berliner Flug-Verbandshaus ihre erste Sitzung ab. Der Führer, Kapitänleutnant Jasper, begrüßte in seiner Eröffnungsrede die vollzählig anwesenden Referenten und forderte diese zur tatkräftigen Mitarbeit in der großen Organisation, die 250 000 Wassersportvereine umfaßt, auf. In Zukunft wird die gesamte Arbeit bei den vier Verbänden, Rudern, Kanu, Segeln und Motorboot, liegen. Man wird jetzt mit Nachdruck die Werbung bei den bisher Außenstehenden durchführen und will damit erreichen, daß möglichst jeder Wassersportler organisiert wird. Nur die im Wassersportoerband zusammengefaßten Mitglieder sollen in Zukunft eine Förderung durch den Staat erhalten. In diesem Zusammenhang werden Verbandsausweise für jeden Wassersportler ausgestellt. Der kommende Winter soll in erster Linie dazu dienen, den Ausbau des ganzen Hauses jetzt intensiv zu betreiben, damit die neue Wassersport-Saison im nächsten Jahre mit einer in allen Teilen geeinten Organisation rechnen kann. Die Grundpfeiler für den Zusammenschluß sind: Disziplin, Kameradschaft und Vaterlandsliebe. Kapitänleutnant Jasper ging dann die Aufgaben der Fachkommissionen durch. Im Vordergrund steht natürlich die Jugendpflege und Ausbildung, die in enger Zusammenarbeit mit der Hitler-Jugend und der SA. erfolgen soll. Der Rennsport wird besonders im Hinblick auf die Vorbereitung für d i e Olympischen Spiele 1936 gepflegt. Es soll ein Olympiafonds geschaffen werden, der dazu dienen soll, unseren besten Mannschaften Wettkampfgelegenheiten mit guten ausländischen Mannschaften zu geben. Die politischen Referenten werden sich besonders der Ueberwachung der ehemals marxistischen Vereine annehmen, die einstweilen nur als Anhang betrachtet werden, bis die neuen Richtlinien des Reichs- sportführers erschienen sind. Deutsche Olympia-Vorbereitungen. Lin Nachwuchslehrgang für 500 junge Sportler. In der letzten Sitzung des Deutschen Olympischen Ausschusses gab der Neichssportführer einen Ueber» blick über die von ihm geführten Vorbereitungen für die deutsche Beteiligung an den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Dabei wies er bereits auf den in den Herbstferien stattfindenden Nachwuchslehrgang im Deutschen Stadion und Berliner Sportforum hin. 500 junge Turner und Sportler aus allen deutschen Gauen werden versammelt sein, durch gemeinsame Unterbringung und Verpflegung, Ausbildung und Ausflüge fall ihr Gemeinschaftsgeist geweckt und ausgeprägt werden. Alle Sportarten, die auf dem Olympischen Programm stehen, werden durch ihren Nachwuchs vertreten sein, neben 100 Leichtathleten, 50 Ruderern, mehr als 50 Schwimmern und Fußballern, werden Handballer, Fechter, Ringer, Gewichtheber, Turner, Boxer, Radfahrer, Tennis- und Hockeyspieler, Segler und Schießsport-Treibende herangezogen. Der Vormittag dient dem Sport, am Nachmittag werden Ausflüge und Führungen, Vorträge der Fachschaften und allgemeiner Art wechseln, die die jungen Kämpfer auf ihre Aufgaben vorbereiten. Lehrer für die einzelnen Sportarten stehen zur Verfügung, ältere Aktive haben ihre Mitarbeit gugtv sagt. Die Unterbringung wird in Massenlagern des Deutschen Stadions, den Baracken des Deutschen Sportforums und in der Deutschen Turnschule erfolgen. Verpflegung wird in einfachster Form durch Feldküchen ausgegeben. Der Deutsche Skiverband hat dem Reichssport- führer ein genau vorgezeichnetes Programm vor» gelegt, durch das die Ausbildung der deutschen Ski« sport-Jugend für Olympia 1936 gefördert werden soll. Man verhandelt bereits mit norwegischen Trainern, die in den skisportlichen Brennpunkten Sondierungskurse abhalten sollen. In Garmisch-Partenkirchen, dem Gelände der Olympischen Winterspiele, soll eine Art Wanderlager eingerichtet werden, wohin die Anwärter für die Nationalmannschaft geschickt werden. Sportliche Betätigung der Beamtenschaft der Deutschen Reichspost. Der Reichspostminister hat in einem Erlaß bas Postpersonal zur tätigen Mitarbeit an dec körperlichen Ertüchtigung der Nation aufgefordert. Der Beamte soll auch auf diesem Gebiet beispielgebend vorangehen, zumal ihm durch fein Treueverhältnis zum Staat die Erhaltung seiner Schal- [enstraft in besonderem Maße geboten ist. Zur Förderung der sportlichen Betätigung des Personals hat der Reichspostminister u. a. bestimmt, daß auf Wunsch jedes Beamten Nachweise über seine sportliche Betätigung in die Personalakten aufzunehmen sind. Bei Anstellungen und Beförderungen sowie bei allen sonstigen Anlässen, die eine Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Beamten erfordern, soll auf diese Nachweise zurückgegangen werden. Jeder Dienstempfänger ist bei seinem Eintritt darauf hinzuweisen, daß die Reichspost besonderen Wert auf die sportliche Tätigkeit ihres Personals legt. Kurze Sportnotizen. Hans N ü ß l e i n, der neue Weltmeister der Tennislehrer, wurde für feinen aroßen Erfolg besonders geehrt. Er erhielt ein Buch über die kulturelle Bedeutung Bayreuths mit einer persönlichen Widmung des Kultusministers S ch e m m als Reichsleiter des nationalsozialistischen Lehrerbundes. * Deutsche Sportflieger nehmen gegenwärtig an einem achttägigen Flugmeeting teil. Es sind dies Fritz Siebet und der bewährte Touristikflieger Dr. Schien. Nach der Veranstaltung werden die beiden Piloten auch noch beim Flug- turnier in Köln starten. ♦ Nach 23 Jahren wurde jetzt der Weltrekord im Zweistunden-Laufen verbessert. Der schottische Langstreckenläufer Harper verbesserte die von Green 1913 aufgestellte Höchstleistung um 608 Meter auf 33,653 Kilometer. Rund 20000 Turner werden am Sonntag in einer Riesenstaffel die riesige Strecke von 1600 Kilometer zurücklegen um anläßlich der 50-Jahr» feier des Niederwald-Denkmals dem Führer Adolf Hitler am Denkmal die Staffelurkunden zu übergeben. Von Worms fahren über 150 Faltboote in einer Waffelstaffel zu der gewaltigen Kundgebung. Jugendführer im Deutfchen Schwimm- Verband wurde Dr. Herbert Kestner (Jena) an Stelle des ausgeschiedenen Dr. Harro Hagen. Ein neues Schwimmstadion wird in Magdeburg er ft eben, wo mit den Vorarbeiten schon in den nächsten Tagen begonnen werden soll. In dem 50-Meter-Basfin von 21 Meter Breite, zu dem noch ein großes Sprungbecken gehört werden die Europameisterschaften 1934 vom 12. vis 19. August ausgetragen. * Für den Marathonlauf in Turin am 15. Oktober sind auch deutsche Sportler eingeladen worden. Die bedeutendsten europäischen Langstreckenläufer — jede eingeladene Nation darf zwei Läufer entsenden — dürften bei dieser Veranstaltung Zusammentreffen. ♦ Auch auf der vierten Etappe der Internationalen Motorrad-Sechstage-Fahrt konnten unsere deutschen Fahrer im Kampf um die Internationale Trophäe ihren knappen Punktvorsprung vor der englischen Mannschaft behaupten. * M i t 2 : Q geschlagen wurde Donnerstag in Dresden der schweizerische Fußballmeister Seroette Genf durch den Dresdner SC. Dabei wurd der von Rapid Wien entliehene Torhüter der Schweizer, Bu- gala, ziemlich schwer verletzt. ^ieAn^ScMafurkdTlaekl- geopfert ? ! 'lUvruykg.? Trinken Sie Unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Elisabeth UM, geh. UM ist heute morgen im 71. Lebensjahr sanft in dem Herrn entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie August Klein Familie Gerhard Wagenbach. Klein-Linden, Kinzenbach, Burkhardsfelden, den 21. Sept. 1933, Die Beerdigung findet Samstag, den 23. September, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Klein-Linden, Wetzlarer Str. 67, aus statt ______________________________________05534 Mn Sie offene Me? Schmerzen? Jucken? Stecken? Brennen? Dann gebrauchen Sie die seit Jahrzehnten vvrzügl. bewährte, schmerzstillende Heilsalbe „ßlentarin". Preise herabgesetzt < Erhältlich in den Apotheken. uo?v •» Ingenieur- Plugzeugbau.Flicger- iigciiicur schule, Papiertechnik Schuld Elg. Lehrwerkstätten Maschinenbau, --- ■ Elektrotechnik, llf A | H| a tf Automobilbau Ww C I III U I WWiiemelu e. D. Siebe» Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung auf Freitag, den 29. September 1933, 17 Ahr, im Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstraße 20. 5816C Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 1932. 2. Rechnungsabschluß über das Geschäfts, jahr 1932. 3. Bestimmung zweier Rechnungsprüfer für die Rechnung des Jahres 1933. 4. Auslosung von Anteilscheinen gemäß § 6 der Satzung. 5. Satzungsänderungen. 6. Neuwahl des Vorstandes. 7. Verschiedenes. Die Teilnahme an der Mitgliederversammlung ist nur gestattet gegen Vorzeigung der Anteilscheine am Eingang zum Sitzungssaal. Gießen, den 21. September 1933. _____Der Vorstand: Dr. Hamm._____ Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge _ Postkarten bei Bruhl, Schulstraße 7 ßeschäftskarter) KarioffeUieferung. Die Lieferung von etwa 4700 Zentner gelbfleischigen Speisekartoffeln, „Industrie", soll im öffentlichen Wettbewerbe vergeben werden. 2700 Zentner find alsbald nach Zuschlag und 2000 Zentner im Frühjahr 1934 zu liefern. 5807D Kostenfreie Angebote mit der Aufschrift „Kartoffellieferung" sind spätestens bis zum Eröffnungstermin am Dienstag, dem 3. Oktober 1933, 10 Uhr, in verschlossenem Briefumschlag an die unterzeichnete Behörde einzureichen. Im Angebot selbst muß über Herkunft und Sorte der angebotenen Kartoffeln Aufschluß gegeben werden, ob es sich um Wetterauer Industrie oder um andere Kartoffeln und aus welchen Gebieten handelt. Teillieferungen, nicht unter 20 Doppel- zentner, sind zugelassen. Die Bedingungen können während der Dienststunden im Geschäftszimmer des Oekonom eingefehen und das vorgeschriebene Angebotsformular ebenda in Empfang genommen werden. Zufchlagsfrift: eine Woche. Butzbach, den 14. September 1933. Die Direktion der hessischen Zellenftrafanftall. Arbeiisvergebung. Die Lieferung von Grabeinfassungen für 53 (Einfaffungsgräber auf dem Neuen Friedhof soll öffentlich vergeben werden. Angebotsoordrucke sind hier erhältlich. Die Angebote sind verschlossen bis zum Mittwoch, dem 27. September 1933 vormittags 10 llhr bei der unterzeichneten Dienststelle einzureichen. Oeffnung erfolgt im Beisein etwa erschienener Bieter. 5818D Gießen, den 21. September 1933. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. __Gravert._________________ AmtsverkimdiguiMN aus den oderhesflschen Kreisen. Kreis Alsfeld. Sehr.: Die Errichtung einer Zimmerer« Zwangsinnung für den Kreis Alsfeld. Unter Abänderung der Bekanntmachung vom 11. September 1933 bringt das Kreisamt zur Kenntnis, daß es Herrn Syndikus Röhr von der Handwerkskammer-Nebenstelle in Gießen zur Ermittlung der Mehrheit der beteiligten Handwerker als Kommissar bestellt hat. 5823C o iDer6anb kQf . Sgt&h kLZM eÖ"*l&IWöM *£&-<«■ liigen ®i('n,e!^m 6t. ete>n Hab, ^n9 feiner ?*»< d.chL tattgung in'V.^tfeine ÄKS ren Wer aÄ? , n- die Wiegt1 b*e fpo* Tä. ? ^potinoiizen. JttVieUeinU£Ä öatÄi nationalsozialistischen Lehret. * n*H-f-ie9£r nef)men «egen- achttägigen Flugmeeting teil. E, lebe 1 und der bewährte Touri- ch i en Nach der Veranstaltung }. d'toten auch noch beim Flug- Itarten. u • * Iren wurde jetzt der Deltretord lausen verbessert. 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Herbert Kestner Arnch Webenen Dr. Harro Hagen, bchrvimmstadivn wird tn irstehen, wo mit den Dorren nächsten Tagen begonnen wer- 1 5g-Meter-Bassin von 21 Meter roch ein großes Sprungbecken ge- Europameisterschaften 1934 vom t ausgetragen. * arathonlauf in Turin am auch deutsche Sportler eingeladen iitendsten europäischen ßangjtretfen- melodene Nation darf zwei Lauser rsten bei dieser Veranstaltung Zu- r.itrl.n 6l«PPe»«*; IQb,ad)5l«l=.3a6rtonnten* irn ßamps um die Internationale aMN Wnktvorsprung vor der engst behaupten. .k^s na en wurde Donnerstag in oer verletzt. — --- :ieieni«U»?”6,yS ^^ rr.Sepien'btt 19» - L- ßen, den ‘ < unb iw W“ IMlgÄ WM s- 2 e = = - a-o'S1 «> E <3 »$> ohj "ft 12 ’ft © es e E o e «<=S©^£ K <9 e 2 «s> »-» e £~© c» «ft C o © KAK O D ■»© D e Q © N KKKN©K»<9 o ä »-> cr-1^ .e «« s >- s ES S-o = s Stotel oft S (9 c 65 a S 5 Oft = p e a 6) SÄ s © S E = e = 2 s s 5 aSe v MS 8«» 5 5 >-e So~ö)o = spat C M « - E® o e L E 9 s? = £ a äs «ft E ►» «ft Oft *^7 & GQ& » 6- © KS €^3 c «-2» o *O p -- e5 - «5» 22 c c 5 - p E ü « :o E -E^C — «-?» e s C o - e = Ea«h v. p. «ft a w 2 j- c^c€? .5 p-0 r* v V *• •<5Sgwa»s S o.- ©ei o *" §ßf€S< 1^1^ = <9^ei V r, ** ~ c«£«C t:<92 -Z § pSS«!. ° . — C ..S« e« - e =■- 5-=I-5^sl=! -y>-==®= = = § E = S = :®2 "€ = "2^20 - e <9 Oft 2 © h|€ e© e- (9 ©t- «=e- N «5 s? 2 ZK-^ZZM <$>D Oft «>e «soE-2 5 2-2€5Jä Ee = (9 «se e s p o 5 5^^ E = feE ^© - 2 «e<9 gE® |es «3 ^c§A® 2 «Z c> I S 2®(9 s sr ^-ZZeZS pog€=-=- eil v = c c(9 = «M 2«c — E « « - mJS® s Oe^P V a 3— v c . « ü qB U - C<9 S0A ©-L 2 K ■“ Oft 21W ^®Z <9 « © 5-c sf . c 7(9 •3 s p -— P -e — o i- -O K «*e i3. 3- <9Er E w^-2 •* ®e£(9 = = s - :*B» " = <- •>. 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