nr. 195 Srühaussabe 185. Jahrgang Dienstag, 22. August 1935 Erlcheinl »ügltch, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die 3nuftnert« (Siebener Famtlienblätter Heimat im Bild Die Scholl» monats:Bejugsprels: Mit 4 ‘Beilagen NM. I 9b Ohne Illustriert» • 166 Zustellgebühr . , -25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. .^ernsvrechanschlüsse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger «ieften. poNfchelttonto. fironffurf am Illain 11686. Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnitk und Verlag! vrühl'fche Untverfilälr-Vuch- und Steinöniderei R. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Geschästrstelle: Zchulftrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» Klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Neickspsenniq. Platzvorschrist 20 * , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. IBilt). Lange. Derantwonlich für‘Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THt)riot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in Gießen. Oie Besprechungen zwischen Mussolini und Dollfuß. Frankreichs Oonauraum-Plan findet keine Gegenliebe.— Nichts gegen Deutschland. Aber das ist nicht in erster Linie auf die Haltung Englands zurückzuführen, sondern vor allem auf feine eigene konsequente und leidenschaftslose Realpolitik. Eine Wiener Pressestimme. Wien, 21. Aug. (ERD.) Die Rachtausgabe des ..Reuen Wiener Extrablattes" will als Ergebnis der Besprechungen in Riccione feststellen können, daß Italien in jeder Beziehung hinter Oe st erreich und seiner Regie- rung stehe. Mussolini sei zu allem bereit, um die Tlnabhängigkeit Oesterreichs zu gewährleisten. Enttäuschung in Paris. Paris, 21. Qlug. (WTD.) Die Meldungen aus Rom über die Zusammenkunft zwischen Mussolini und Dollfuß und die Kommentare, die die Pariser Abendpresse daran knüpft, stehen unter dem Eindruck einer sichtlichen Enttäuschung über das selbständige Vorgehen Italiens in der österreichischen Frage. Verschiedentlich wird festgestellt, dah die Mussolini zugeschriebene Kombination des engeren wirtschaftlichen Zusammengehens zwischen Italien, Oesterreich, Ungarn und Deutschland in ganz anderer Richtung liege, als der lardieuplan, der in der lehten Zeit in der französischen presse wieder stärker in den Vordergrund gestellt worden war. Der „Temps" läßt sich aus Rom berichten, daß man in Riccione die Tlnabhängigkeit Oesterreichs auch gegenüberderKlei- nen Entente besprochen habe. Das „Journal des Debats" wirst Italien Schwäche gegenüber Deutschland vor und stellt mit Bedauern fest, dah Mussolini nicht daran denke, der „pangermanistischen Drohun g" mit Entschlossenheit zu begegnen. Verschiedene Blätter ziehen aus der Begegnung in Riccione den Schluß, dah oon einer kollektiven Aktion der Mächte beim Völkerbund jetzt nicht mehr die Rede fein könne. Line deutliche Mahnung an die Westmächte. Gleichzeitig müsse aber sestgestellt werden, dah die Besprechungen in Riccione gegen niemand irgendeine Spitze enthalten hätten. Es handele sich keinesfalls um die Bildung irgendeines politischen Blocks, es handele sich nicht um eine Stellungnahme etwa gegen die Kleine Entente und auch nicht gegen Deutschland. Was Deutschland betreffe, so habe im Gegenteil der Wunsch vorgeherrscht, die Situation möglichst bald so weit zu klären, dah eine Erleichterung der Spannung, soweit es möglich ist, eintritt. Irgendwelche Einzelsragen wie etwa die- Frage der Handelsbeziehungen oder des Triester Häsens seien nur gestreift worden. Die Anspielungen der amtlichen italienischen Verlautbarung auf den Diermächtepakt und seine Anwendung bei der Lösung der Donausragen wird von verschiedenen Blättern als Beweis dafür angesehen, dah Mussolini den Pakt als ein Instrument zur Revision der Friedensve.träge betrachte. Der „Intransigeant" befürchtet, dah Mussolini eine freundschaftliche Unterhaltung der Unterzeichner des Diermächtepak- t e s anregen könnte und daß dabei wieder einmal das Prolbem der Nevision der Verträge auftaudjen könnte. Das Blatt sieht den einzigen 2lus- weg darin, daß man auf Grund des Artikels 11 der Dölkerbundssatzungen den Völkerbund mit der Angelegenheit befasse (!). Die „Havasagentur" schreibt Rom folgende Pläne zu: 1. Eine wirtschaftliche Annäherung zwischen Oe st erreich und Ungarn; 2. eine Festigung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen diesen beiden Ländern und Italien. Ls scheine, daß Ungarn bereit sei, gewisse Positionen, die es In Oesterreich besitze, zugunsten Italiens aufzugeben, um die Italienisch-österreichischen Beziehungen zu festigen. Als Gegenleistung werde Italien den ungarischen Gctreide'uberschuß abnehmen. Außerdem mürbe in Triest je eine ungarische und eine österreichische Freihafenzone errichtet werden. Dolifuß zurückqekehri. Lan ic Unterred ng nntLürstLtarhcmbcrg W i p n , 21. Aug. (TU ) Bundeskanzler Dollfuß hat bei feinem Fluge von Venedig in Klagenfurt!) eine Zwischenlandung vorgenommen und war auf dem Flugplatz Aspern um 14.03 l)hr angelangt. Rach einem kurzen Aufenthalt flog er um 14.58 Uhr wieder nach Salzburg. Auch der Handelsminister S to ck i n g e r hat sich nach Salzburg begeben. Doll" fuß dürfte im Laufe des Dienstags wieder nach Wien zurückkehren. Hinsichtlich der Besprechungen in Riccione wird jetzt selbst in Kreisen, die alles eher als Sympathien für den 'Nationalsozialismus haben, erklärt, es habe dort der Wunsch vorgeherrfcht, die Lage möglichst bald soweit zu klären, daß eine E r - l e i d) t e r u ii g der Spannung zwischen Oe st erreich und dem Reiche söbald als möglich eintrete. Angelegenheiten der Handelspoli- tik und insbesondere des Triester Hafens seien nur ge ft reift worden, sie dürften sachmän- nifchen Besprechungen vorbehalten fein. In Venedig war der Bundeskanzler vom Flugfelde durch den Bundesführer der Heimwehren, Fürsten Starkem berg, abgeholt worden, der sich dort mit seinem Adjutanten aufhielt. Die Herren nahmen ein gemeinsames Frühstück ein, bei dem aktuelle politische. Fragen erörtert wurden. Wie mitgeteilt wird, dauerte die Unterredung mit Fürst Starhemberg drei Stunden. * ,Ungemein befriedigt." Wien, 21. Aug. (ERB.) Rach einer Mitteilung der Polit scheu Korrespondenz hat sich Bun- deskannzler Dr. Dollfuß während seines kurzen Aufenthalts auf dem Wiener Flugfelde ungemein befriedigt über das Ergebnis seiner Reise nach Rimini ausgesprochen. 3n diesem Zusammenhang unterstrich er, wie die Politische Korrespondenz berichtet, mit sichtlicher Genugtuung, daß er auch diesmal wieder bei dem italienischen Regierungschef -nicht nur volles Versiändn s für die Verhältnisse und Bedürfnisse Oesterreichs gefunden habe, sondern auch sich neuerlich davon habe überzeugen können, dah Ministerpräsident Mussolini warmes und tätigesIntercsse an dem Gedeihen eines freien und unabhängigen Oesterreich hege. Oie Auffassung in Berlin. Berlin, 21. Aug. (ERB.) Die ursprünglich erst für Ende des Monats vorgesehene, aber auf den vergangenen Samstag vo rverlegte Zusammenkunft zwischen dem österreichischen Bundeskanzler und dem italienischen Regierungschef war innerhalb weniger Monate die dritte persönliche Fühlungnahme. die Dollfuß mit Mussolini hatte. Immer handelte es sich um die innerpolitische Lage Oesterreichs, um seine Lebensfähigkeit und die Frage seiner E i n- gliederung in ein größeres europäisches öl) ft cm. Worüber diesmal gesprochen wurde, ist aus der ausführlichen Mitteilung der offiziösen Rachrichtcnagentur trotz der diplomatisch vorsichtigen Stilisierung leicht zu ent- nehmen und von der maßgebenden französischen und englischen Presse auch mit bemerkenswerter Liebereinstimmung entnommen worden. Mussolini, so läßt sich zunächst seststellen, zeigt keine Neigung, sich im Zusammenhang mit dem öslerrrichischc».» probiem an irgendeiner gegen Deutschland gerichteten Aktion zu beteiligen. Line hochpolitische Behandlung der deutsch-österreichischen Spannung etwa durch einen Appell an den Völkerbund, oder durch eine Intervention in Berlin liegt nach wie vor nicht in der Linie der italienischen Politik. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Erwähnung des Vier Mächtepaktes in der genannten italienischen Mitteilung von ausschlaggebender Bedeutung. Aus ihr ergibt sich, daß I t a l i e n die österreichischen Schwierigkeiten in den größeren Zusammenhang der Do naufrage stellt, daß es aber in dieser Hin- sicht keine von politifchen Hintergedanken getragene und insbesondere keine gegen b i e deutschen Interessen gerichtete Lösung anstrebt, sondern lediglich eine Regelung, die der wirtschaftlichen Vernunft entspricht. Man hat in Paris richtig erkannt, daß Mussolini trotz aller französischen Bemühungen um eine Einheitsfront an der Donau nach wie vor den französischen plan einer Donauföderation ablehnt. Es ist offenbar eine überspitzte Ausfassung feiner Absichten, wenn in Paris von einem deutsch- österreichisch - ungarisch - italienischen Block gesprochen wird. Cs liegt noch nicht die Bildung eines Blocks oder der Plan dazu vor, wenn der österreichische Bundeskanzler in Slcbcreinftim- mung mit Mussolini die Zusamm e n a r be it mit Italien, Ungarn und Deutschland im Rahmen einer Politik des Friedens und der Zusammenarbeit mit allen benachbarten Mächten als besonders wünschenswert bezeichnet. Treffender ist die Auffassung der französischen Presse, dah Mussolini eine Schiedsrichterrolle in «Europa erlangt hat. R.o m, 21. Aug. (TU.) Die italienische Presse betont" in ihren Kommentaren zur Zusammenkunft von Riccione die Notwendigkeit der Unabhängigkeit Oesterreichs, aber auch die Notwendigkeit einer weiteren Entspannung zwischen Oesterreich und Deutschland und einer Zusammenarbeit zwischen Oesterreich und seinen sämtlichen Nachbarn. „L a o o r a F a s c i st a" lehnt einen Schritt beim Völkerbund, wie er von Londoner und Pariser Blättern gewünscht werde, n a ch d r ü ck 1 i ch st ab. Oessentliche Unterhaltungen in Genf über ein so heikles Thema könnten kein positives Ergebnis haben. Die Lage könne vielmehr nur politisch gelöst werden, d. h. mit Festigkeit, aber auch mit dem nötigen taktvollen Verständnis gegenüber b e r deutschen Revolution . der man eine gewisse Zeit zugestehen müsse. Die Möglichkeit, einen größeren Verkehr über den Hafen oon T r i e st zu leiten, müsse studiert werden. Hier könne Oesterreich bemerkenswerte Vorteile erzielen. Nach den Leitsätzen des italienischen Regierungschefs ließe sich das heikelste und verwickel- ste Problem losen, wenn die Politiker und Diplomaten zweier großer Weltmächte es unterlassen wollten, überstürzt und unter dem mehr oder weniger bewußten Einfluß der Abneigung gegenüber dem neuen Deutschland oorzugchen, die bei der Behandlung dieser Frage überhaupt keine Rolle spielen dürfe. Die „Tribun a" findet die Rede des Vizekanzlers Winkler gleichzeitig mit dem Zusammentreffen von Riccione bedeutungsvoll wegen ihres festen -Lanes, der doch alle Wege zur friedlichen Zusammenarbeit freilasse. Echo in Ungarn. Dudapc st, 21. Aug. (TU.) Zu den Aeuße- rungen der Pariser Presse über die österrelchnche Frage bemerkt der „Pest er Lloyd": lieber- raschend ist in erster Reihe die älnoricn- tierthe it, die sich darin äußert. 3n einem Teil der französischen Presse nimmt man an, daß Mussolini sich in Riccione bemüht hätte, »Oesterreich unb Ungarn einander näherzubrin- gen, um eine Stärkung der Kleinen Entente zu verhindern". In Wirklichkeit liegt die Rotwend'.g- keit der Forderung einer Annäherung zwischen Oesterreich und äl n g am überhaupt nicht vor. Zwischen diesen beiden Staaten herrschen schon jetzt vertrauensvolle und freundschaftliche Be Ziehungen, die sich sowohl wirtschaftlich, wie privat in erfreulicher Weife auswirken. Woraus sich die Annahme stützt, daß Mussolini sich bemühe, die Einschaltung des Völkerbundes zu vermeiden, können wir nicht wissen. In der europäischen Presse war allerdings von einem solchen Plan die Rede. Es ist durchaus nicht wahrscheinlich, daß England sich einer derartigen französischen Aktion anschließen würde, und noch fraglicher mag es erscheinen, ob Frankreich allein und ohne englische Unterstützung den Völkerbundsrat, dem ja Deutschland als Ratsmitglied angchört, mit dieser Sache zu befassen wünscht. Ein erfolgreicher Vermittlungsversuch Italiens würde jedenfalls diese ganze Frage gegenstandslos machen. Reue Opfer der Dolliuß-Zusttz. Salzburg. 21. Aug. (CNB.) Die Tatsache, daß sich das Ende voriger Woche in Rauris ftattgefun- dcne Begräbnis des ehemaligen nationalsozialistischen Landtagsvizepräsidenten oon Salzburg, K o w e i n d l, zu einer großen Kundgebung für Freiheit und Recht gestaltet hat, läßt die Behörden nicht ruhen. Nachdem sie nach der Beisetzung des Token zahlreiche Gendarmen gegen die Teilnehmer am Begräbnis aufgeboten hatten, wurden nun nachträglich der frühere Bürgermeister Joses Ernst und der frühere Gemeinderat August B i 1i- ner von Zell am See sowie der Tischler Höll- badjer in Axenbach wegen Verbrechens des Aufstandes und Aufruhrs verhaftet und dem Landesgericht in Salzburg eingeliefert. Ein anderer Nationalsozialist wurde, weil er beim Begräbnis Hakenkreuzabzeichen trug, zu vier Wochen Arrest verurteilt. • In Vorarlberg hat der Sicherheitsdirektor Rada einen Erlaß veröffentlicht, demzufolge verfügt wird, daß aus ehemaligen Mitgliedern der Nationalsozialistischen Partei sog. Putschscharen gebildet werden müßten, die auf Wänden und Häusern ausgemalte Hakenkreuze zu entfernen haben. Wer sich weigere, habe hohe Arreststrafen bis zu 6 Monaten und Geldstrafen bis zu 2000 Schillingen zu erwarten. Am Sonntag wurde nun in Bregenz bereits die erste dieser Putschscharen gebildet. Ein Reichsdeutscher lehnte die Mitwirkung bei der Entfernung von Hakenkreuzen ab. Er wurde verhaftet und hat nunmehr schwere Strafe zu gewärtigen. Da in den letzten Tagen auf den Bergen um Innsbruck wieder Hakenkreuzfeuer abgebrannt wurden, nahmen die Behörden wieder einige Verhaftungen von Nationalsozialisten als Geiseln vor. Darunter befindet sich auch bei Innsbrucker Rechtsanwalt Dr. Gelb, der eine Gefängnisstrafe oon 8 Wochen erhielt. Hessische Arbeiisbeschaffungs- anleche. Darmstadl, 21. Aug. (MSN.) Durch Gesetz vom 18. Juli hat der h e s s i s ch c M i n i st c r p r ä - f ident angeorönet: „Zur Durchführung oon Ar- beitsbefchaffungsmahnahmcn kann ein Betrag von fünf Millionen Reichsmark im Wege des Staatskredits flüssig gemacht werden. Zu diesem Zwecke können Schuldverschreibungen, Schahanwcisungen und wechsel in einem Nennbeträge, der zur Beschas- sung des genannten Betrages erforderlich ist, zu Bedingungen ausgegeben werden, die der Lage des Geldmarktes entsprechen." Das Gesetz ist von Reichs- statthalter in Hessen Sprenget ausgeferligl und unter dem 25. Juli verkündet worden. Oie kirchliche Neuordnung. Prälat Dicht erklärt: „In vier Wochen gibt cs keiue hessische Landeskirche mehr." Darmstadt, 21. Aug. (WSN.) Auf einer Veranstaltung des Evangelischen Bundes in Darmsiadt sprach am Sonntag der Prälat der hessischen evangelischen Landeskirche D. Dr. Dr. Diehl, der u. a. erklärte, daß er gerade heute vor 10 Jahren als Prälat der Landeskirche eingeführt worden fei. (Er sagte weiter: „wir verspüren heute deutlich die Hand Gottes, die uns auf den rechten weg führt. Die 10 Jahre der Vergangenheit haben viele Opfer und Entbehrungen, viele Kämpfe und Niederlagen gekostet. Glaube und Volk, Kirche und Vaterland, diese Losung haben wir auf unsere Fahnen geschrieben, sie werden wir auch behalten. Jetzt stehen wir vor einem Abschluß. 3 n vier Wochen gibt es keine hessische Landeskirche, keine hessische Kirchenregierung und keinen hessischen evangelischen Prälat en mehr. Das Alle ist vorbei, aber wir wollen den alten Kampfgeist hinüberretten in die neue Zeit. In den übrigen Reden und Ansprachen kam der Wunsch nach dem baldigen Erstehen der deutschen Reichskirche mit dem deutschen Reichsbischof an der Spitze zum Ausdruck. Oie richtige Antwort an die Emigrantenpreffe. Eine neugegrünbete Prager Tageszeitung, her „Prager Mi11a g", eine Emigrantenfchöpfung, die in der unerhörtesten Weise gegen Deutschland hetzt, hatte die Kühnheit, sich an den A l b e r t L a n- gen/Georg Müller-Verlag in München zu wenden mit der Bitte um regelmäßige Zusendung von Besprechungsstücken der Verlagsneuerscheinun- gen. Der Verlag hat dem Prager Blatt darauf folgende Absage erteilt: Nach Einsichtnahme in den Inhalt der Probe- nummern müssen wir davon absehen, Sie mit unseren Büchern zu behelligen. Wir können es vor unserem deutschen Gewissen nicht verantworten, unsere Autoren in den beschmutzenden Kreis Ihrer alles Deutsche begeifernden Mitarbeiter aufnehmen zu lassen. Wo Heinrich Mann seinen Haß gegen unser Vaterland ausjpeit, wo Alfred Herr feinen Bolschewiken- geift Parade laufen läßt, wo Willy Haas, der bekannte anrüchige Macher der „Literarischen Welt" sich breit tut, wo die Elaborate eines Henri Barbusse Abdruck finden, wo jede Nummer von Stan- dalnotizen über Deutschland voll ist, wo über unser Vaterland gesagt wird, daß es „nicht nach Europa, sondern in eine moralische Quarantäne" gehört, da ist kein Raum für das Werk unseres Verlages, der seit langen Jahren gegen all das streitet, dem Sie nun Obdach geben, und für all das kämpft, was Sie nun besudeln. Unser Verlag verbittet es sich ausdrücklich und endgültig, von Ihrer neugegründeten Zeitung, die die Zahl der Greuel- und Hetzorgane gegen Deutschland und deutsches Wesen schimpflich vermehrt, weiterhin belästigt zu werden. Marxistische Grenzschmuggler festgenommrn. Eckernförde, 21. Aug. (WTB.) Die Polizei ist einem Grenzlchmuggel marxistischer Elemente auf die Spur gekommen. Zwei S eiet Einwohner pflegten mit einem Segelboot knarxistische Zeitungen, die im Auslände gedruckt werden, nach Deutschland zu schmuggeln. So formte ein Posten fces in Karis' ^d erscheinenden „N euer Vorwärts", dessen Inhalt eine einzige Beschimpfung des deutschen Volkes und seiner Führer darstellt, beschlagnahmt werden. Einer der De'.eistgten, ein Kupferschmied aus Kiel, wurde bereits verhaftet. Ein guter Fang der Staatspolizei. Wuppertal, 21. Aug. (WTB.) Die politische Polizei hatte davon Kenntnis erhalten, daß die Leitung des Antergaues des Roten Frontkämpferbundes für die Bezirke Wuppertal, Mettmann, Wölsrath, Ratingen, Delbert, Cangenbcrg und den gesamten niederbergi- schen Bezirk ihren Sitz in Wuppertal hat. Bei einer überraschend vorgenommenen Durchsuchung konnten zwölf Leute in dem Augenblick s e st - genommen werden, als' sie Organisation spläne ausarbeiteten. Das gesamte Retz der Zentrale für den Wuppertaler und niederbcrgischen Gau konnte aufgedeckt werden. Neben Hehmaterial würbe vor allem eine große Anzahl von Lehrwaffen beschlagnahmt, an Denen Anschauungsunterricht erteilt wurde. Außerordentliches Kündigungsrecht von Aerzten, Zahnärzten oder Zahntechnikern. Berlin, 21. Aug. (TU.) Amtlich. Bekanntlich gibt das Gesetz über das Kündigungsrecht der durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums betroffenen Personen denjenigen Beamten, die nach den Vorschriften dieses Gesetzes ihre Bezüge ganz oder teilweise verlieren, das Recht, ein Mietverhältnis über Räume, die sie für sich oder ihre Familie gemietet haben, unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist zu kündigen. Das soeben im Reichsgesetzblatt Nr. 93 veröffentlichte Gesetz über ein außerordentliches Kündigungsrecht von Aerzten, Zahnärzten oder Zahntechnikern und über Aenderung der Reichsversiä-erungsordnung vom 14. August 1933 bestimmt, daß die Vorschriften des erwähnten Gesetzes vom 7. 4. 1933 entjprechen- deAnwendung finden, wenn die Tätigkeit eines Arztes, Zahnarztes oder Zahntechnikers auf Grund der ergangenen Verordnungen über die Zulassung dieser Berufsgruppen zur Tätigkeit be.i den Krankenkassen beendet worden ist. Das gleiche gilt für Dienstverpflichtete von Aerzten, Zahnärzten oder Zahntechnikern, wenn sie durch den Ausschluß ihres Dienstherrn st e l l u n g s l o s geworden sind. Nach dem neuen Gesetz gilt ferner die Beendigung der Tätigkeit bei Trägern der So- zialversicherung, sowie in der Reichs- oersorgung als wichtiaer Grund zur Kündigung der von den Aerzten, Zahnärzten oder Zahntechnikern als Dienstberechtigte abgeschlossenen Dien st vertrügen. Sind bereits vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes Kündigungen mit Rücksicht auf die neuen Bestimmungen über die Zulassung zur kassenärztlichen Praxis ausgesprochen worden, so gelten diese als zu Recht erfolgt. Dr. Ley leitet vorläufig die NG.- Frauenschast. Berlin, 21. Aug. (TU.) Die ASK. berichtet: Der Stabsleiter der PO. erläßt folgende Anordnung: «Dis zum endgültigen Ausbau der Deutschen Frauenfront übernehme ich von heute bis auf weiteres die Leitung der mir unterstellten Abteilung AS. - Frau enschaft. Es muh in kürzester Zeit erreicht werden, daß aus der Vielheit der Verbände eine geschlo s - sene Einheit geschaffen wird, die von na- ticnalsozialistischem Geist durchdrungen und von Nationalsozialistinnen geführt wird. Weitere Anordnungen über den Ausbau der Organisationen Werden in Kürze ergehen. Dr. L e h." Strafrechtlicher Schuh für schwarz- weiß-rote und Hakenkreuzsiagge. Berlin, 21. Aug. Wie das VDZ.-Dureau meldet, hat der Reichsjustizminister in einem Schreiben an die Landesjustizverwaltungen zum Ausdruck gebracht, dah durch den Erlaß des Reichspräsidenten über die vorläufige Regelung der Flaggenhissung vom 12. März d. 3., der die Grundlage für zahlreiche weitere Verordnungen und Erlasse geworden ist, seines Erachtens die schwarzweißrote und die Hakenkreuzflagge zu vorläufigen deutschen Nationalflaggen, mithin zu Flaggen des Reiches erklärt worden seien. Diese Flaggen genießen daher den vollen Schutz des § 134a des Reichsstrafgesetzbuches. Dabei dürfte es nach Meinung des Reichsjustizministers keinen Unterschied machen, ob die beiden Flaggen auf öffentlichen Gebäuden, Staats- oder Handelsschiffen gehißt oder von privaten geführt oder gezeigt werden. Der Reichsinnenminister ist diesem Schreiben beigetreten. Photogerät darf im F ugzeug nicht mehr mitgesührt werden. Berlin, 21. Aug. Wie das VDZ.-Büro meldet, hat der Reichsluftfahrtmininster eine Verordnung über die Verwendung von Lichtbildgerä- Sterbende Heide. Bon Ernst Wesner. 3n der Lüneburger Heide, August 1933. Flucht in die Einsamkeit — wie stellt man das am besten an? Wo gibt es in unserer Heimat noch einen Landstrich, in dem die Menschen rar sind? Die Lüneburger Heide? Natürlich: diese zauberhafte Landschaft, noch immer ein bißchen abseits vom Verkehr, ist einsam und daher trostvoll für den, der nach Ruhe sucht. Hier finden wir auch heute eine Stätte für den versonnenen, nachdenklichen Menschen, dem Naturverbundenheit nicht nur ein Wortschwall ist, sondern ein Begriff, der tief erschüttert und doch zugleich innerlich erhebt. Wer der Landschaft der Lüneburger Heide mit Liebe naht, dem erschließt sie sich, und ihm allem schenkt sie ihre sonderlichen Schönheiten. Für alle anderen Wanderer bleibt sie stumm und spröde; Sie gibt sich dann als Wüstenei, die auch nicht durch Heidekraut und Wacholder, durch Bienengesumm und Zikadengezirp lebendig wird. Tot liegt sie da, und diese Tiefeinsamkeit lehnt der auf Sensationen erpichte sogenannte Naturfreund nur noch entschiedener ab. Sie stimmt ihn traurig, verursacht ihm Langeweile und macht, daß er nur noch schneller flieht. Es ist kein Schade um den Fliehenden. Diese deutsche Heidelandschaft hat längst ihren großen Kreis begeisterter Liebhaber, die ihr rührende Treue bewahren. Das sind die Menschen, die ihr Loblied in alle Welt tragen. Sie finden dafür den rechten Torr, um neue echte Freunde zu entdecken und sie zu ermuntern, nun gleichfalls die Lüneburger Heide kennenzulernen, damit der Chor der Lobsänger immer stärker anschwillt. Freilich, in all diese erhebenden Gesänge klingt schon ein bißchen Trauer hinein; denn die Heite stirbt. Sie wird kleiner und immer kleiner; sie würde am Ende wohl ganz verschwinden, wenn nicht wenigstens ihr Zentralbezirk, die sogenannte Wilseder Heide, durch Gesetz zum Naturschutzgebiet erklärt worden wäre. Wie das möglich ist, daß eine Heide stirbt? Nun, es erweist sich wieder einmal, daß der Mensch gelegentlich der ärgste Feind der Naturschönheiten sein kann, ohne dah er dabei besonders böse Absichten hegt. Seit 3ahr und Tag ist es das Mühen des Heidebauern, seiner Arbeit mehr Erfolg zu schaffen, indem er immer neue Länderstrecken der Heide entreißt, um sie urbar und später fruchtbar $u machen. So frißt sich der kultivierte Acker ständig weiter in die Heide hinein und verkleinert sie. Kommunistisches Sprengstoff- und Waffenlager ausgehoben. Umfangreiche Junde in Heppenheim. - Oer große Lindenfelser Sprengstoff- diebstahl aufgeklärt.-Eine Anzahl Kommunisten verhaftet. IDSJt. Darmstadl. 21. Aug. Das hessische Staatspolizeiamt teilt mit: Am Dienstag, dem 15. d. 2R., wurde durch Beamte des hessischen Staalspolizeiamls Darmstadt in Heppenheim a. d. B. ein riesiges Sprengstoff. und Waffenlager bei Funktionären der KPD. ausgehoben. Sämtliche beteiligten Kommunisten wurden sofort f e ft genommen und in das Staatspolizeigefängnis verbrächt. Der Sprengstoffund ist von so riesigem Ausmaß, dah er wohl als einer der größten gellen kann, die überhaupt in den letzten Jahren gemacht wurden. Dem Vorgang liegt folgender Tatbestand zugrunde: Der Politischen Polizei war seit langem bekannt, dah sich in Heppenheim gröhere Mengen von Waffen in Händen von Kommunisten befinden mühten; ist doch gerade Heppenheim in früheren Zeiten ein Tummelplatz der Kommune gewesen. Die von den Beamten der Staatspolizei im Verein mit der Gendarmerie angestellten Ermittlungen führten dann auch zur Auffindung des Vervielfältigungs-Apparat e s , mit dem die KPD. ihre Flugblät- ter hergestellt hatte. 3m Zusammenhang hiermit wurden die -KL.nmunisten Eberts und Helfrich festgenommen, nachdem der Führer der KPD. Heppenheim sich bereits seit längerer Zeit in Schutzhaft befindet. Die er st en Waffenfunde machte die Polizei dann in dem Hühner st a l l eines Kolonialwarenhändlers, wo hinter einer Holzverschalung drei Karabiner, ein 3nsanteriegewehr, ein Säbel und eine Gasmaske versteckt waren. Den Kolonialwarenhändler hakle man durch Boykottandrohung gezwungen, die Waffen zu verbergen, obwohl er nichts mit der KPD. zu tun hatte. Auf der Suche nach der zu den Waffenn gehörenden Munition wurden zunächst Grabungen in einem Weinberg vorgenommen, die jedoch ergebnislos blieben. Schließlich erklärte sich der Kommunist Eberts selbst bereit, die Polizei an das Versteck der Munition zu führen. Cs zeigte sich nunmehr, dah Eberts die Sachen in ganz raffinierter Weise verborgen hatte. 3n dem Gemüsegarten seines Schwiegervater s befanden sich hinter dem Haus zwei Treppenstufen, deren untere aus Beton war. 3n dieser Treppenstufe hatte Eberts, der von Beruf Maurer ist, ungefähr 30 Zentimeter tief eine grohe Blechbüchse einbetoniert, und zwar so, dah man nach Abschlagen der einen Treppenseite den Deckel der Büchse öffnen konnte, um an die Munition zu gelangen. 3n der Büchse fanden die Beamten der Staatspolizei aber nicht nur 2 3 0 Schuh Muniti on, sondern auch noch 31 Sprengkapseln, 50 Meter Zünd st schnür und zwei Pakete Spreng st off (Amonit). Die Sprengkapseln, Zündschnur und Sprengstoff konnten nur aus einem Diebstahl stammen. Zu vermuten war weiterhin, dah bei diesem Diebstahl nicht nur zwei Päckchen Sprengstoff, sondern weit mehr gestohlen worden war. Durch die sofort nach dieser Richtung hin angestellten Ermittlungen konnte noch nichts näheres festgestellt werden, da die Beteiligten hartnäckig leugneten. Die Beamten der politischen Polizei liehen jedoch nicht locker. Noch in der Nacht wurden die festgenommenen Kommunisten in Darmstadt im Staatspolizeiamt ins Kreuzverhör genommen. Hierbei verwickelten sie sich sehr bald in Widersprüche und gestanden schließlich. eine große Menge Sprengstoff bereits vor VA Jahren bei Lindenfels gestohlen zu haben. Sie gaben an, den Sprengstoff mit Ausnahme der bereits gefundenen zwei Packungen in einer Korbflasche auf einen Acker bei Heppenheim vergraben zu haben. Die Beamten begaben sich nunmehr sofort mit dem Sonderkommando und einem der Kommunisten wieder nach Heppenheim. Nach langem Suchen konnte die fragliche Korbflasche ungefähr 1 m tief vergraben aufgcfunden werden. Durch die unermüdlich fortgesetzten Nachforschungen konnten die Beamten der politischen Polizei noch in derselben Nacht den Kommunisten Adam Göhinger in Lindenfels verhaften. Götzinger hatte bei einem Sprengstoffdiebstahl als Führer gedient, da er genaue Kenntnisse von den Sprengstofflagern hatte. So gelang es in dieser Nacht, den großen Lindenfelser Spreng- stoffdie bstahl aufzuklären und alle daran Beteiligten sofort festzunehmen. Die Arbeit der Staatspolizei wurde hierbei durch die Heppenheimer Gendarmeriebeamten tatkräftig unterstützt. Der riesige Sprengstoffund bei kommunistischen Funktionären zeigt erneut die grohen Gefahren für Ruhe und Sicherheit durch diese Elemente. Welches entsetzliche Unglück und welches Leid wäre in diesem friedlichen Bergstraßestädtchen eines Tages angerichtet worden, wenn der Sprengstoff noch länger in den Händen der Kommunisten geblieben wäre. Die gefundene Sprengstoffmenge hätte ausgereicht, um Tausende von Menschenleben zu vernichten und ganz Heppenheim in Schutt und Trümmer zu legen. Immer wieder muß der Ruf an die Bevölkerung ergehen, die politische Polizei in ihrem Kampf gegen Volks- und Staatsfeinde zu unterstützen. ten im Luftfahrtverkehr erlassen. Danach sind Polizei, Luftverkehrsunternehmungen und Flugzeugführer angewiesen, darauf zu achten, dah Fluggäste ohne eine besondere Erlaubnis des Rcichsluflfahrlministers während des Flug s kein Lichtbildgerät mitführen oder verwenden. Lichtbildgcrät ist so sicherzustcllen, daß eine Verwendung während des Fluges nicht möglich ist. Abaeschüttelt! Wien, 21. Aug. (CNB.) Maßgebende Vertreter des österreichischen Lehrer st andes legen Wert auf die Feststellung, daß die bei der Welt- Lehrertaaung in Santander auftretende öfter- reichischeVertretung, die bekanntlich gegen die deutschen Abgesandten Stellung nahm, i n keiner Weise befugt war, für den österreichi- Zum anderen: Es sind die großen Heidschnuckenherden gewesen, die einstmals fleißig auf der Heide weideten. Sie fraßen sorgsam alles Grüne ab, das sie nur fanden; ihnen schmeckten auch die jungen Fichten und Kiefern, die ohne Baumschule, ohne Pflege heranwachsen wollten. Diese Schafe ließen es nicht zu, daß aus der Heidelandschaft ein Wald wurde. Aber der Heidschnuckenbestand gehl immer stärker zurück, da für das Fleisch der Tiere kein Absatz mehr besteht. Der Heidschnuckenbraten war wegen seines wildartigen Geschmackes einstmals eine Delikatesse. Seit manchem 3ahre ist ein immer stärkerer Rückgang des Bedarfs nach Heidschnuckensle sch eingelrelen, und da der Absatz so nicht mehr lohnend ist, lehnte es der Heidebauer ab, noch weiter große Herden zu halten. Llnd aus der Lüneburger Heide wird unweigerlich ein Lüneburger Wald». . . Die heroische Landschaft im Nordwesten unseres Reiches ist zum Sterben verurteilt, bis auf den Wilseder Naturschutzpark. 3st es da nicht jedem Naturfreund eine willkommene Freude, wenn er hört, daß eine Erinnerung an die Heide für alle Zeiten im Bilde festgehalten wird? Die Heidedichter und ihre Werke sind dem Naturfreund zum innersten Eigentum geworden; Storm, Löns, die Droste - Hülshoff, und mit ihnen mancher andere Dichter leben in ihren Werken weiter. Felicitas Rose hat mit ihrem «Heideschulmeister älwe Karsten" einen so großen Erfolg errungen, daß es für unsere größte teu- sche Filmgesellschaft, die Ufo, eine ehrende Verpflichtung geworden, ist,, dem Werke durch die betonteren Mittel des Films eine neue Verbreitung zu geben. Aber wehe dem Heitefilm, ter etwa in Glashäusern und Ateliers, zwischen Wänden aus Pappmache und in einer künstlich montierten Landschaft gedreht würde! Nein, hier in ter Lüneburger Heide, in Müden, dem Heimatort des Helteschulmeisters, muhte ter Tonfilm entstehen, damit die photographische Linse einmal zeigen kann, dah sie auch die innigsten Schönheiten unseres Vaterlandes einzufangen und für alle Zeiten aufzubewahren in ter Lage ist. Da, wo Hermann Löns, ter im Kriege gefallene Heidedichter lebte, wo ihm und seinem Schaffen ein Erinnerungsmal errichtet wurde, wo Felicitas Rose noch heute das Lob ihrer Heide singt, wo die Hünengräber in erhabener Einsamkeit liegen, wo die Heide ihre innigsten Schönheiten verschenkt, am Wilseder Berg, und da, wo ter älteste Hof des Heitebauem steht, wird dieser Film Gestalt und Leben gewinnen. 3n wahrhaft mühevoller Arbeit müssen die Filmleute ter Landschaft ihr Geheimnis ablocken; abhängig von schen Lehrerstand zu sprechen. Es handelt sich vielmehr um die Aeußerungen einer kleinen und unmaßgeblichen Splittergruppe, die ohne Fühlung mit den großen Lehrerorganisationen vorging, weil sie wußte, daß die österreichische Lehrerschaft aller Richtungen niemals ihre Z u - st i m m u n g zu solchen Aeußerungen gegeben hätte. Kunst und Wissenschaft. Hermann Stehr diesjähriger Goethe-Preisträger. Der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt a. M. wird in diesem Jahre an den 69jährigen Dichter Hermann Stehr verliehen. Stehr wird von deutscher Seite auch für den diesjährigen Nobelpreis in Vorschlag gebracht. Die Verleihung des Goethe- preises findet voraussichtlich Ende dieser Woche statt. Wind und Wetter heißt es für sie allezeit bereit fein, um die Schönheiten der Heide, die Eigen- arr des alten Heitehauses, die Betulichkeit des Heideschäfers und seiner Heidschnuckenherte, die Erhabenheit des einsamen Hünengrabes, den bizarren Schmuck der Wachholderstrauchgruppen einzufangen. Denn die Lüneburger Heide schenkt nur dem Menschen ihre Schönheit, ter um sie wirbt. Lind daher müssen alle die Mitwirkenten mit Liebe am Werke fein, damit der «Heideschulmeister LIwe Karsten" auf der Leinwand in Bild und Ton Gestalt wird. Dieser Tonfilm soll berufen sein, der Heide neue Freunde zu werben. Die Aufgabe konnte eine Wagnis bedeuten. Aber ein paar Tage, an Ort und Stelle verbracht, zeigen, daß das Werk gelingen wird, weil man die Mitarbeiter aussandte, die im Tonfilm von heute ein wundervolles 3nstrument erblicken, die Schönheit ter deutschen Landschaft zum natur- fremd gewordenen Großstädter und zu aller Welt zu tragen. Tonfilm: „Oie heilige Stamme.'6' Wir haben das Schauspiel des Engländers Maugham, das die Vorlage zu diesem Film bildete, vor mehreren Jahren hier auf der Bühne gesehen; einige Besucher werden sich gewiß noch auf diesen Theaterabend besinnen können. Die amerikanische Firma Warner hat einen Film daraus gemacht, der durch Berthold Viertel seine deutsche Bearbeitung erfuhr und auch von einem deutschen Ensemble gespielt wird. Die Fabel behandelt, wie man sich erinnern wird, ein Problem, das im Leben — man darf wohl sagen: glücklicherweise — in dieser von Maugham sehr geschickt motivierten Zuspitzung ziemlich selten oorkommt. Worin der Konflikt besteht, soll hier nicht erörtert werden, um jene Besucher, welchen das Stück unbekannt ist, nicht um die Spannung zu bringen. Viertels Regie folgt der Szenenführung des Dramas, abgesehen von der etwas ausgesponnenen Exposition, fast ganz genau, und er gewinnt eine theatralisch starke Wirkung und die bis zum Ende ausgehaltene Spannung aus der Ueberleitung des seelischen Konflikts in die Sphäre des Kriminalstückes. Die Schwierigkeit liegt in der unfilmischen Betonung der Dialogpartien — der Einfluß der literarischen Vorlage ist doch sehr nachhaltig —, aber die einheimischen Schauspieler bewältigen die teilweise gefährlichen Aufgaben mit Mitteln, die dem Durchschnittsamerikaner nicht zu Gebote stehen: Sita Parlo, die man seit den Anfängen Des Tonsilms kaum mehr gesehen hat, ganz hingegeben an ihre Ausgabe; H.H. von Tw ar- dowski, beherrscht und überzeugend in einer undankbaren Partie; Salka Steuermann, eindringlich, wenn auch nicht ganz ohne theatralisches Pathos; knapp und pointiert Charlotte Hagenbruch; in kleineren Aufgaben recht angemessen So ko lo ff, Gustav Fröhlich und Anton P o i n t n e r. — Der Film läuft bis zum Donnerstag im Lichtspielhaus. Hochschulnachnchten. — Dr. Hans 3ulius Wolfs, Privatdozent für Staatsrecht, Verwaltungsrecht und Rechtsphilosophie an ter Llniversität Frankfurt a. M.» wurde zum ordentlichen Professor ernannt Die überlisteten Hochstapler. Während man oft davon hört daß Fremdeten ältesten Tricks ter Hochstapler zum Opfer fallen, ist es viel seltener, daß die Bauernfänger einmal an einen geraten, der ihnen zeigt, dah er ebenso schlau ist wie sie. Ein Amerikaner, ter gegenwärtig in Paris weilt, hat jetzt einen solchen Angriff siegreich bestanden. Zwei Schwindler versuchten. bei ihm den ebenso alten wie wirksamen «Almosen-Trick" anzuwenden. Dcr Amerikaner ging ihnen zunächst auf den Leim, in dem er die Einladung zu einem ausgiebigen Frühstück annahm. Während des Essens wurde ihm die alte Geschichte von einer großen Erbschaft erzählt, die zum Besten der Armen gestiftet werden sollte, und er wurde eingeladen, bei ter Verteilung ter Summen zu helfen. Natürlich sollte er aber erst den angeblichen Wohltätern beweisen, dah er ein vertrauenswürdiger Mann sei und durch Einlegung einer größeren Summe seine eigene Kapitalkraft zeigen. Er tat dies, indem er einen Kreditbrief von beträchtlicher Höhe vorzeigte. Das genügte den neugewonnenen Freunden aber nicht, sondern sie forderten ihn auf, mit ihnen zu der Bank zu fahren, um auf Grund des Kreditbriefes eine größere Geldsumme abzuheben. Da aber zeigte es sich, dah sie an den Falschen gekommen waren, term das von ihnen auserkorene «Opfer" war entrüstet über den Mangel an Vertrauen und witterte den Braten. Der Amerikaner erklärte sehr bestimmt, dah sie ihre Geschichte andern Leuten erzählen sollten, aber nicht ihm; er bedankte sich für das vortreffliche Essen und teilte dann mit, er könne sich an ter Bezahlung ter Rechnung nicht beteiligen, weil er sofort — auf di« Polizei gehen müsse. Das tat er auch, und dis beiden Schwindler wurden noch rechtzeitig verhaftet. Hermann Stehr ist Schlesier und Meister des mystischen Romans. Unter seinen Werken sind besonders bekannt „Leonore Griebel", „Der begrabene Gott", „Drei Nächte", „Der H e i I i g e n f) o f"< Sein neuestes Werk ist „Natanael M a e ch l e r", der erste Band einer geplanten Trilogie, die die deutsche Geschichte in der Revolution von 1848, in der Seelengeschichte des Einzelnen, aufzeigt. Aus aller Wett. vom Weltrekord ins Krankenhaus. Die Hemer Schwimmerin Ruth Litzig, die nach fast 79stündigem Aufenthalt im Wasser — mit Schwimmen hatte das nichts mehr zu tun — völlig erschöpft aus dem Essener Baldeneysee gezogen wurde, liegt zur Zeit in bedenklichem Zustand im Essener Huyssen-Stist. Die Schwimmerin, die in den letzten Stunden sich kaum noch bewegen konnte, vollkommen teilnahmslos im Wasser trieb und nur durch Zurufe, Musik und Lärm immer wieder zum Bewußtsein gebracht wurde, mußte, in Watte und Tücher gepackt, sofort mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus geschasst werden. Auskunft über den Zustand der Rekordschwimmerin war von ärztlicher Seite nicht zu erhalten. So viel läßt sich jedoch sagen, daß Atemnot und Herzbeklemmungen gefährlichster Art sowie andere bedenkliche Krankheitserscheinungen die einstweilige Folge der unsinnigen „Rekordschwimmerei" ist. Wie harmlos man in der Umgebung der Schwimmerin deir Zusammenbruch zunächst beurteilte, geht aus dem stolzen Ausspruch der Mutter hervor, die noch bei der Einlieferung ihrer Tochter ins Krankenhaus erklärte: ,rfjier bringe ich Ihnen die beste Schwimmerin der Well". Furchtbarer Autozufammenstoh in USA. — 8 Tote, 26 verletzte. Aus Wilmington (Delaware) wird ein grauenhaftes Derkehrsunglück gemeldet, das acht Tote und 26 Verletzte forderte. Ein mit Dynamit beladener Lastkraftwagen raste in einen mit Ausslüglern vollbesetzten Autobus hinein. Es erfolgte eine furchtbare Explosion. Die 3nsasfen ter Fahrzeuge wurden in weitem Llmkreis in die Lust geschleudert und mehrere von ihnen vollständig zerrissen. Don den beiden Kraftwagen blieb nur noch ein wüster Trümmerhaufen übrig. „Graf Zeppelin" an ter Westküste Nordafrikas. Das Luftschiff «Graf Zeppelin" befand sich, wie die Hamburg-Amerika-Linie mitteilt, Montag früh 7 älhr auf 24 Grad 36 Minuten Nord und 16 Grad West, das ist ungefähr an ter Westküste Nordafrikas in der Nähe des Staates Rio de Oro. Es fährt mit einer Durch- schnittsgefchwindigkeit von 137 Stundenkilometern in einer Höhe von 200 Meter. Streikende Schifter sperren die Seine. Streikenden Binnenschiffern ist es gelungen,^ überraschend die Seine bei Conflans-Sainte-Ho-' norine abzusperren. Binnen sieben Minuten bildeten sie in der Zeit, als die Flußpolizeimann- schaffen zu Abend aßen, mit ihren Kähnen eine lückenlose Kette über den Fluß, und als die Pvlizeiboote dann vorfuhren und durch Sirenensignale freie Durchfahrt forderten, legte sich noch eine zweite Reihe von Kähnen quer über den Strom. Die Fluh- Polizei hat gegen die überraschende Qrb.rhc^^j ter Streikenden bisher nichts unternommen. Motorrad rast in eine LA.Kolonne. — 5 verletzte. 3n ter Nähe der Stadt Flensburg fuhr ein unbeleuchtetes Motorrad in eine Abteilung marschierender SA. hinein. Vier SA.-Leute wurden, zum Teil erheblich, verletzt. Auch ter Motorradfahrer trug ernste Verletzungen davon. Alle fünf wurden sofort ins Krankenhaus geschafft. Der Zustand eines SA.-Mannes, ter einen Schädelbruch erlitten hat, ist bedenklich. Ein Omnibus umgestützt. — (Elf Personen verletzt. Ein mit elf Personen besetzter Omnibus aus Krefeld stürzte in einer S-Kurve auf dem Wege von Wuppertal nach Kohlfurt um. Sämtliche Insassen wurden verletzt und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Neun Verletzte konnten nach Anlegung von Verbänden wieder entlassen werden. Aus der provinzialhaupistadl 9J.Jpori Punkte. Turner-Unterstufe. DT.-Vezirksschwimnlsest in Gninberg Schöne Erfolge des Tv. 1846 Gießen. Die zehnte Ausstellung des deulschenIunks Im Zeichen des Volksempfängers. •• Gleichschaltung im VHC. Gießen. 2lm Freitag hielt der DHL. Gießen bei Hopfeld zwecks Gleichschaltung eine stark besuchte außer- ordentliche Mitgliederversammlung ab. Das Der- einsheim war mit dem Bilde unseres Dolks- kanzlers Wolf Hitler, der schwarzweihroten Reichsfahne, der Hakenkreuzfahne und der Fahne mit den Dogelsbergfarben geschmückt. Auf den Tischen waren Hakenkreuzwimpel angebracht, und neben schönen Blumensträußen lagen aus Tannengrün gewundene Hakenkreuze. Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung mit einer längeren Begrüßungsansprache, in welcher er u. a. die vom Reichskommissar für das Wanderwesen, Mi- nistcrpräsident Prof. Dr. Werner, angesrd- neten Richtlinien zur Verlesung brachte und die mit einem begeisterten Sieg-Heil auf unseren Volkskanzler schloß. Unter der Leitung von VHC.-Bruder W. Pfaff wurde dann die Wahl des Führers vorgenommen, die die einstimmige Wiederwahl des seitherigen 1. Vorsitzenden, Steuerinspektor Hch. Klemmrath, ergab, der mit herzlichen Dankesworten für das in ihn gesetzte Vertrauen annahm. Die Bestimmung der übrigen Vorstandsmitglieder übernimmt der neugewählte Führer. Mit dem Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes und des Horst- Wessel-Liedes endete die außerordentliche Mitgliederversammlung, an die sich noch einige Stunden geselligen Beisammenseins anschlossen. •• Zentral - Eberversteigerung in Gießen. Die Hessische Bauernkammer veranstaltet am 6. Oktober in Gießen eine Versteigerung von Ebern. Anschließend werden die Eber prämiiert und wird mit der Versteigerung begonnen. Zugelassen zur Versteigerung werden nur Eber aus oberhessischen anerkannten Stammzuchten, soweit sie bei der der Versteigerung vorausgehenden Vorbesichtigung als körfähig erachtet werden. Rach den Voranmeldungen kann mit einem Auftrieb von etwa 50 bis 60 Ebern, zur Hälfte zur Rasse des Deutschen Edelschweins bzw. Veredelten Landschweins gehörig, gerechnet werden. Die Hessische Dauerntammer hat sich zu dieser großzügigen Maßnahme entschlossen, um den Gemeinden eine möglichst große Auswahl zuchtfähiger, gekörter Eber, zum Ankauf zu bieten. Aach den Bestimmungen des in Bälde erscheinenden Körgesetzes dürfen nur noch solche Faseltiere zur Zucht Verwendung finden, deren Abstammung nachgewiesen ist. Die Gemeinden, bei denen diese Voraussetzung für die zur Zeit zur Zucht benutzten Eber nicht zutrifft, wie auch alle übrigen Gemeinden, deren Eber zur Vermeidung von Derwandtschafts- zucht, oder aus sonstigen Gründen abgeschasst werden müssen, werden in ihrem eignen Interesse handeln, wenn sie von dieser günstigen Ankaufsgelegenheit Gebrauch machen und ihren Bedarf in Ebern auf der Dersteigerung in Gießen decken. die Frankfurter Straße an der großen Eisenbahnbrücke verläßt und links der Dahn bis zur Ueberbrüdung des südlichen Güterbahnhvfs wertergeht. Rach Lleberschreiten dieser Brüde gelangt man den Weg rechts der Dahn fortsetzend zur Entladestelle. Mit der Entladung der einzelnen Drieftaubenkörbe wird bald nach der Ankunft begonnen werden, so daß mit dem interessanten Aufflug der klugen Täubchen — etwa 20 000 an der Zahl — wohl gegen 8 Tlhr gerechnet werden kann. Interessant ist wohl noch zu wissen, daß sogleich noch dem Aufflug der ihre Heimat suchenden Tauben der Reiseleiter mit Telegrammen die einzelnen Brieftaubenvereinigungen in Köln. Bonn, Wuppertal-Elberfeld und wo sie alle Herkommen, übet die Zeit des Wfluges verständigt. damit die Besitzer wissen, wann mit dem Eintreffen der Wanderer zu rechnen ist. "umensioh in USA.- 16 Mehle. ■fW wich «in grau«, etzte forderte. Bin mi Lostkrastwaorn raste in S$ten Autobus hin, furchtbare Eldlnsio^ S ’S*" in weitem und mchren Ittpll®. Don den beiden wch ein wüster Trümmer, N Westküste NordostikaL n s 3 e i> e I i n“ besaÄ ^-Amerika-Linie mitteilt -us 24 Grad 36 Minuten Seft, das ist ungefähr an Äkas in der Aähe des 8s fährt mit einer Durch« )vn 13Z Stundenkilometern Meter. er sperren die Seine. schifsern ist es gelungen, i bei Conslans-Sainte"tz>' innen sieben Minuten bil« als die Flustpolizeimann- i, mit ihren Kähnen eine über den Fluh, und 'ann vorfuhren und durch wrchfahrt forderten, legte ke Äer'Ke von Käh- n Strom. Die Ach berraschnün ch'.s unternommen. IL-üolonne. - 5 Betitelt jtdbt Flensburg fuhr tortab in eine Abteilung «in. 'Bier SA-Leute tour- ch, verletzt. Auch der ernste Derlchungen davon t ins Krankenhaus geschallt. /Mannes, der einen Scha« ist bedenklich. _ elf Personen verletzt, besetzter Omnibus aus firc- -Kurve auf dem Wege von nt um. Sämtliche Inschn ) mußten ins Krankenhaus i Verletzte konnten nach An wiede^Me^erden^ °h°- SÄ..... Geräte, Echallplatten usw., aber über allem triumphiert der immer wiederkehrende Volksempfänger, ein Gerät, das man nun bald in jedem Frnkladen sehen wird: ein hohes rechteckiges Gehäuse in verschiedenen Materialien, dessen Laut- sprcchcrbeklcidung entsprechend bespannt ist, trotzdem aber sind die Formen und Umrisse immer die gleichen. Wenn man sich von dem reintechnischen zu dem ousstellungsmäßigen wendet, so ist da sogleich der Eintritt in die imposante Empfangshalle mit dem mächtigen Standbild: ein Mann .n SA.-Uniform führt, die Hand zum Hitlergruß erhebend, einen Hand- und einen Kopfarbeiter der neuen Zukunft entgegen. Darüber die Worte: „Gin Wille über allen deutschen Sendern!" An diese große, im lichten Gelb gehaltene Halle schließen sich zu den Seiten die verschiedenen Kojen an. Die Rcichsrundfunk-Gesellschaft zeigt die funkische Entwidluna von den einfachsten Geräten, die Braun und Elaby um die Fahr- Hundertwende benutzten, bis zum Hochfrequenzverstärker Otto von Bonks: auch an Empfängern, Kopfhörern und Lautsprechern wird die Entwidlung der Technik in den letzten Drei Jahrzehnten veranschaulicht. 3n der Rahe Die Koje des Drahtlosen Dienstes, dessen Stimme die Rundfunkhörer wohl am häufigsten vernehmen. Wir sehen an erleuchteten Tafeln, wie die Rach- richten von der Redaktion über die Fernschreiber zu den einzelnen Sendern gehen, um von dort gesendet zu werden. Sehr fesselnd und an dieser Stelle noch nie gezeigt ist die Herstellung von Röhren. Ihre Fabrikation wird an einem achtteiligen Vorgang so vorgeführt, daß man den Aufbau Der Röhre am laufenden Band, das Zusammensehen einzelner Drähtchen und winziger Bestandteile bis zum Auspumpen und zum Äusprobieren an Dem Vermeßtisch zeigt, der die fehlerhaften Rohren selbsttätig abwirft. Daneben befindet sich Die .Reporter sch ule" . die starken Zuspruch finden wird. Aus einem großen Mrnweri Des Deutschlandsenders werden einzelne Abschnitte vorgeführt, die die Prüflinge, die sich zum Funr- reporter berufen fühlen, beschreiben müssen. Ihre Worte werden dabei auf einer Wachsplatte ausgenommen, die sie dann mitnehmen können. Eine große Abteilung gehört dem Thema: •SS*. &ff l MrS wirksamen eG GÜ Jj? Amerikaner indem er die den Lem. ^ftüd w insg'.edrgen alte die 0L Erdfchast^sollte. den, bei bet ^r erst tätern be^'^rch 6inlf 1 Mangel an^stärt- ben Amcrilane tem ^eschiL>e e ihr« Än fliche Chiang di- Md-» Berlin, im August. während In den vergangenen Iahren die verschiedensten Systeme und Typen auf den vielen Ständen der Funkschau gezeigt wurden, ist in diesem Iahre zum ersten Male ein Wandel zu spüren. Gewiß, die Funkindustrie bringt wieder ihre neuesten Errungenschaften in überwältigen- der Fülle auf den Markt, und es ist keine öirma in ihrer Herstellungsfreiheit und Beweglichkeit beschränkt worden, aber alle apparatebauenden Fabriken stellen heute in den Mittelpunkt ihrer Ausstellungen den Apparat VE 301/ in dessen Bezeichnung die Erinnerung an den 30. Ianuar 1933 und der Begriff eines „V o l k s» e m p f ä n g e r s" zum erstenmal in einem funkischen Gerät auftritt. Der Volksempfänger ist be- kar.ntlich aus dem Willen der Reichsregierung entstanden, den Rundfunk in jedes Haus zu tragen. Sämtliche 28 Rundfunkfabriken bauen den VE 301 in gleichartiger Ausführung und Konstruktion. Seine Entwidlung ist das Ergebnis der Gemeinschaftsarbeit der Funkindustrie, und diese Vereinheitlichung ermöglicht es, hohe technische Vervollkommnung zu dem Preise von 7 6 Mark zu liefern, die, wenn es sich einrichten läßt — Vorbereitungen find dazu getroffen — auch in Teilzahlungen abgetragen werden können. Eine Gewähr für technische und mechanische Zuverlässigkeit ist dadurch gegeben, daß alle Einzelteile wie Kondensatoren, Transformatoren, Spulen und Gehäuse von einer neutralen Sachverständigenkommission geprüft toirDer. müssen, in der Die Funkindustrie, das Heinrich Hertz-Institut und die Reichsrundfunk- Gcsellschaft vertreten sind. Die technische Herstellung des Empfängers und die Gleichartigkeit der Herstellung werden ebenso überwacht. Sa der Dllksempsänger die Aufgabe übernommen hat, an die Stelle der Typen bis zu etwa 125 Mark zu treten, so beginnt die Verschiedenheit der Empfänger erst bei den Typen, deren Preis höher liegt Die Gntoicflung des Lautsprechers hat sich fast ausschließlich mit dem dynamischen und dem Freischwingerlautsprecher befaßt, deren Tonwiedergabe wesentlich verbessert wurde. Sehr ausgedehnt ist auch auf dieser Funkschau die Industrie, die auf allen Gebieten ihre Neuerungen vorführt wie in jedem 3ahr, hie Akkus, die Anodenbatterien, die akustischen inen^'ster bt5 er Dell. um noth bm, t,n' di« in im SßafL toB,en konnte °-rm e, mußte in m>b nem ÄranfenmQtte uid den. 2(usf!nÄ£en ins nerin wnr n» -ber =° viel tnß° ßSÄjiS? ng btt Horm. dem * km*™!6™ *r in, 5,^,2 »" *!n b“ d°„. E, zu gelangen oder um die Erde zu gehen. Dem Störschutz ist wieder ein breiter Raum gewidmet: man will vor allem die Bastler vor Mißgriffen bewahren, man zeigt ihnen, wie die Antennen, Leitungen und Erdungen falsch und richtig durchgeführt werden. Auch Wird ein Roh - renprüsgerät vorgeführt mit dem icDcr Teilnehmer seinen Empfänger prüfen lasten kann. Eine Etörschutzabteilung zeigt die störenden elektrischen Apparate und die kleinen Geräte, Die zum Entstören Dienen. Besondere Teilnahme gewinnt sich wieder einmal daS Fernsehen. Alle Firmen, die jetzt mit der Herstellung von Fernsehempfängern beschäftigt sind, haben in diesem rerdunkelten Raume ausgestellt, in Dem dauernd Vorführungen ftattsinden. ES werden Filme und Tonfilme übertragen, es werden Standphotos, es wird sogar ein lebendes junges Mädchen mit dem Gerät ..abgetastef. waS überraschend gut gelingt: als bewegliche Schwarz- Weiß-Photographie erscheint ihr Bild aus Dem Schirm. Im übrigen aber sinb auf Diesem Gebiet keine wesentlichen Forts <6 r i 11 e zu melden; immer noch erscheinen Die Bilder zu klein, unklar, verschwommen, oder sie wirken nur aus einem bestimmten Winkel des Beschauers. Im ganzen aber stellt diese Funkschau, so weit das in der knappen Zeit erreicht werden konnte, zum ersten Male eine Ausstellung Dar, auf Der nicht Die Industrie allein vorherrscht. Auf Den verichiedensten wichtigen Gebieten ist Der <5 u n I heute eine gewaltige Macht geworden: diese mit allen Auswirkungen aus Den Einzeln« und Das Leben Der ganzen Ration anschaulich, eindringlich und werbend vorgefuhrt zu haben, ist das Verdienst dieser Ausstellung. ZRunbfunf und Reichswehr. Mehrere fahrbare Funkstellen mit hoch^ereck- ten Antennenmasten erinnern an die Kriegsiahre, und ein richtiger Hnterftanb mit allem Zubehör führt in eine Rachrichtenzentrale aus dem Stellungskrieg, in Der alle Rachrichtenmittel eingebaut sind, Die Damals gebraucht wurden: Funk, Fernsprecher, Blinkgerät, Brieftauben und andere Signalmittel. Dazu kommt eine ganze Reihe von kleinem Funkgerät. Tornistern mit kleinen Antennen (Kurzwellen) aus Dem letzten Kriegsiahr. Gegenüber der Stand der Reichsniarine. Imposant Der hohe Turm eines O-Boots in natürlicher Größe mit seinen Funkanlagen. Ein großes MoDell zeigt den kritischsten Augenblid der Schlacht am Skagerrak, in dem Admiral Scheer mit Hilfe der Funktelegraphie. Die hundert Schiffe zahlende deutsche Flotte fest in her Hand haltend, jene berühmte Kehrtwendung ausfuhrte. die auch heute noch als ein taktisches Meisterstück gilt. In einer anderen Koje zeigt die Reichspost ihre sunkentelegraphischen und funktelephonischen Verbindungen mit der ganzen Welt. Eine Reihe von Fernsprechern: wenn man die Hörer adhebt, kann man ein Gespräch mit dem AuS- lunb mithören, und wir hören gerade eine deutsche Stimme au« Rio de Janeiro so deutlich, al« käme sie aus Zehlendorf, wenn sie auch von einigen atmosphärischen Störungen abgeschwächt wird. DaS Weltraum — Echo, das in einer anderen Abteilung dargestellt wird, wird stark interessieren. Da erfährt der Hörer an Hand eines sehr instruktiven großen Modells, wie lange ein Ton braucht, um in Die Stratosphäre Einheitsfront der deutschen Familien. Das aiaantifthe und von Der ganzen Welt für unmöglich gehauene Aufbauwerk ^>es Dritten Re.« ches beÄ Darin, das alles Morsche unDJaule Des öffentlichen und politischen Lebens rücksichtslos und gründlich beseitigt und alles Gesunde und Brauchbare in eine IRieienfront zulammengeschweiht werde. Ausschaltung des Gemeingefährlichen, Einschaltung des Gemeinnützlichen! Das ist die weltbeneidete Dop. pelleistung des Führers und Dolkskanzlers Adolf $ Alle* guten Dinge sind drei. Sein drittes und wuchtigstes Werk hat Adolf Hitler nun mit der ihm eigenen Zähigkeit und Energie in die Hand genom- men, und es heißt: Nieberzwinaung der Arbeitslosigkeit. Ganz von selbst bildet sich in diesem Kampf die Einheitsfront der deutschen Familien, Denn am meisten leidet das vorbildliche deutsche Familienleben unter der Arbeitslosigkeit. Ein Freudejauchzen wird das Deutsche Reich erfüllen, wenn jede deutsche Familie Arbeit und Beschäftigung hat und die Arbeitslosiakeit nur noch eine trübe Erinnerung an einen bösen Traum ift Darum wendet sich die Geldlollerle für Arbeitsbeschaffung gerade an die Einheitsfront der deutschen Familie um Absatz der 6 Millionen Lose „1 Mark das einfache, 2 Mark das Doppellos". Dreihunderttaufend Familien können die Gewinner von anderthalb Millionen Mark werden. An die Kaufmannschaft. Don der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: Im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen sind rund 330 Werkhalbjahrs-Abiturienten und 60 Werk- Halbjahrs-Abiturientinnen beschäftigt, von Denen ein großer Teil noch in Lehrstellen untergebracht werden muß. Es ergeht die Bitte an die Kaufmannschaft des Kammerbezirks, auch ihrerseits für die Unterbringung dieser Abiturienten, die im Oktober zur Entlassung kommen, so weit wie möglich besorgt zu sein. Anmeldung von Lehrstellen sind bei dem Arbeitsamt Gießen zu bewirken. Es besteht weiter Veranlassung, darauf hinzuwei- kn, daß nach Den einschlägigen Bestimmungen der Reichsgewerbeordnung (§ 15a) der Name des In- Habers (Familienname und mindestens ein ausgeschriebener Vorname) in deutlich lesbarer Schrift an der Außenseite ober am Eingänge des Ladens angebracht werden muß. Bei Kaufleuten, die eine Handelsfirma führen, ift auch die Firma in der bezeichneten Weise anzubringen, ist jedoch aus der Firma der Familienname des Geschäftsinhabers mit Dem ausgeschriebenen Vornamen bereits ersichtlich, so genügt die Anbringung der Firma. Bei offenen Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien sind an dem Laden die Namen der persönlich hastenden Gesellschafter anzubringen: sind mehr als zwei Beteiligte vorhanden, so genügt es, wenn die Namen von zweien mit einem das Vorhandensein weiterer Beteiligter andeutenden Zusatz ausgenommen werden. Auf Wunsch der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Stenographenbundes sei auch an dieser Stelle auf Den Beginn der Unterrichtskurse in Einheitskurz, schrist in ber Peftalozzischule, Wernerwall 18, am Montag, 4. September, hingewiesen. Grvßer-Brieftaubenaufflug in Gießen. Am kommenden Sonntag. 27. August, trifft um 6.54 Ahr ein Brieftauben-Sonderzug von Köln kommend im hiesigen Güterbahnhof ein. Die Entlade- und Aufflugstelle befindet sich oberhalb Klein-Linden an der Bahnlinie Gießen—Grohen- Linden, rechts der Fahrtrichtung am Eingang in Den Waldeinfchnitt. Von Gießen kommend ist die Aufflugstelle am besten zu erreichen, wenn man Mehrkampf (Sechskampf): 1. Wilh. Straub, To. 1846 Gießen, 107,75 P., 4. Willi Reitz, To. 1846 Gießen, 79,60 Punkte. Springen: 1. Gg. Stübner, Tv. Wetzlar, 56,20 Punkte. 100 Meter Brust: 1. R. Wenzel, Tv. Gedern, 1,36% Minuten: 5. Erwin Neuhagen, To. Grünberg, 1,41% Minuten. Turner (offen). 100 Meter Kraul: 1. Hrch Lambert, Tv. Lauterbach, 1,16% Minuten: 3. Fritz Werner, To. 1846 Gießen, 1,21% Minuten: 4. R. Scharr, To. Gedern, 1,22% Minuten; 5. I. Fröhlich, To. Gedern. „ _ 200 Meter Sagen (4 mal 50 Meter): 1. H- Zimmermann, T. u. Spv. Marburg, 3,18'/» Minu- 2 0 0 M e t e r B r u st: 1. Emil Hübner, To. Wetz- lar, 3,22% Sekunden. Streckentauchen (20 bis 40 Meter): 1. H. Denhardt Tv. Wetzlar, 40 Meter, 34 Sekunden: 2. F. Schmidtdiehl, To. 40 Meter, 35,2 Sek.; Nachdem die Stadt Grünberg in ihrem vor Iah- resfrist eröffneten Waldschwimmbab eins Der schön- ten neuzeitlichen Freibäder erhalten hat, konnte sie erstmals am Sonntag bas Bezirksschwimmen berHessenturner durchführen. Ueber 200 Turner und Turnerinnen und in erfreulicher Weise auch eine größere Zahl von Wettkämpfen aus dem Arbeitsdienstlager Homberg, dem Mädchenarbeitslager Saubach und eine Mannschaft des SA.-Sturms 6/7. 11 (Marburg) gaben Der Veranstaltung eine Beteiligungsstärke, wie sie bei den früheren Dezirks- (Gau-) Schwimmen noch nie erreicht worben ist. Vertreter ber Turnerschast, wie Bezirksoberturnwart R Paul (Gießen) unb Ehrengauvertreter A. Pfeiffer (Wetzlar), betunbeten burch ihre Anwesen- heit, welch hohe'Bebeutung man in ber Turnerfuh- rung bem volkstümlichen Fachgebiet bes Schwimmens beimißt. Nach altem Turnerbrauche gab eine Morgenfeier Gelegenheit zur inneren Sammlung, bevor in die Arbeit des Tages eingetreten wurde. Dekan Schmidt legte feiner Andacht bas Bibelwort Psalm 139 14 zugrunbe: ,Jch banke dir barüber, baß ich wunberbarlich gemacht hin; wunberbarlich sind Deine Werke, und bas erkennt meine Seele wohl." Der Geistliche, ber bie Beziehungen von Seele unb Leib klar herausstellte unb bie Arbeit ber Deutschen Turnvereine an Volk unb Daterlanb anerkennen!) wür- bigte, fanb mit seinen tiefempfunbenen Worten eine andächtige Gerneinbe. Nachbern Lehrer Wenzel als Führer des Tv. Grünberg die Turnergäste aus bem Bezirk herzlich begrüßt hatte, begannen bie vielseitigen Wettkämpfe der Turner unb Turnerinnen; sie wickelten sich unter ber ruhigen unb sicheren Lei- rung von Bezirksschwimmwart Franz Sauer (Gießen), ber von 40 Riegenführern unb Kampfrichtern tatkräftig unterstützt würbe, reibungslos ab, trotz bes anhaltenden Regens am Vormittag, der ber Stimmung des mit bem nassen Element vertrauten Turn- schwimmvolks nichts anhaben konnte, wenn Die un- freunbliche Witterung auch die Leistungen etwas beeinträchtigte. . Der Rachmittag brachte schöires Wettei: und Damit zahlreiche Zuschauer, Die begeistert Anteil nahmen an Den spannenden Staffelkämpfen und Schauvorführungen. Alle Darbietungen Des Tages gcrben ein erfreuliches BilD von Der Breitenarbeit, Die Die DT. leistet, ohne Darüber Die Leistungssörderung Der veranlagten Kämpfer unD Kämpferinnen ^ vernachlässigen. Obenan in Der Lifte Der Erfolge steht toieDcr Der Tv. 1 846 Gießen, Dellen rührige Echwimmerfchast 21 Einzelsiege errang und Dabei 4 erste Plätze belegte. Auch Der Den Staffelkämpfen waren Die Gießener 1846er äußerst erfolgreich: sie holten sich hier 8 Siege, Darunter 5 ctftc. 3m Saufe Der Rachmittagsveranstaltungen wurde Die volksgefunDheilliche Bedeutung Des nachgeholt. Während in Magdeburg 6000 Zuschauer anwesend waren, halten sich in Leipzig 2000 Zuschauer eingefunden. In Magdeburg gab es einen ganz überlegenen Sieg der glänzend spielenden Elbstädter. mit 13:8 (10:3) über Die Vertretung Berlins. Die es nur ihrem ausgezeichneten internationalen Tormann Cuchra zu danken hat, daß sie so „niedrig" verlor. Die Magdeburger sind für das Endspiel, das f,e am 3. September mit Wuppertal zufammensuhrt, klarer Favorit. Wuppertal landete in Leipzig einen knappen Erfolg mit 5:4 (2:1), der aber auch als verdient anzusehen ist. Fortuna-Oüffeldors und Schatte 04 geschlagen. Die beiden ersten der diesjährigen deutschen Fußball-Meisterschaft, Fortna Düffel Dorf und Schalke 04, trugen am Samstagabend zwei Freundfcha' tsspiele aus und erlebten peinliche Ueberrafchungen. Fortnna Düffeldorf spielte gegen Kurhessen Kassel und mußte nach mäßigen Leistungen eine 1:2 (0:1) - Riederlage einsteden. Der 1. FC. Rürnbera bezwang I Schalke 04 mit 4:2 (2:1). Der „Club' hatte diesen Erfolg besonders seinem ausgezeichneten Torhüter Köhl zuzuschreiben. Schwimmens in zwei mit lebhaftem Beifall ausgenommen en Ansprachen nochmals stark unterstrichen. Es sprach zunächst Bürgermeister Dr. M i l d n e r , Der Den Tumer- aästen Den Willkomm der Stadt Grünberg entbot und die edle Schwimmkunst als Dienst am Dater- lande im Sinne des Führers Adolf Hitler bezeichnete. Bezirksoberturnwart R. Paul (Gießen) überbrachte die Grüße des Bezirks Hessen und richtete herzliche Worte des Dankes an die gastliche Stadt Grünberg und ihren Turnverein, sowie an den rührigen Bezirksschwimmwart. Die Ausführungen Des Redners über Die Eingliederung Der DT. in das einen alten Sehnsuchtstraum Der Turner erfüllende Dritte Reich beantwortete Die Menge spontan mit Dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes. Die feierliche Siegerkundgebung durch Bezirksschwimmwart Sauer am Spätnachmittag klang aus in einem begeistert aufgenommenen „Sieg- Heil" auf Das deutsche Vaterland unb seinen Führer mit dem Gesang des Deutschlandliedes. Oie (Srgebniffe bringen wir nachstehend in einem Auszug aus Der Siegerliste, Der außer Dem 1. Sieger jedes Wettkampfes noch die besonders int er» effiercnDen Preisträger enthält: lurner-Oberffufe. Mehrkampf (Neunkampf): 1. H. Zimmermann, T. u. Spv. Marburg, 142,50 P.; 2. Fritz Werner, Tv. 1846 Gießen, 141,75 Punkte. 10 0 Meter Brust: 1. Heinz Zimmermann. T. u. Spv. Marburg, 1:30% Minuten. Turner-Mittelstufe. Springen: L F. Sproer, Tv. Wetzlar, 80,40 Oer GA.-Sport in Gießen. Die sportlichen Darbietungen, die im Zusammen- hang mit dem Aufmarsch der Standarte 116 am Sonntag gezeigt wurden, brachten folgende Ergebnisse: Gepäckmarsch über 19,700 Kilometer: 1. 11/116 (Metz, Meyer, Nordheim, Bauer) 2:34,10 Std.; 2. 14'116 (Haldenweg, Leinweber, Bajowak, Schmidt) 2:38,19 Std.: 3. 4/116 (Balser, Jünger, Nürnberger, Becker) 2:38,42 Std.: 4. Flieaer/116 2:39,59 Std.: 5. 19/116 (Graff, Münch, Horn, Schneider) 2:41,95 Std.: 6. 1/116 (Müller, Maurer, Ranft, Rußwein) 2:45,32 Std. 100 - M e t e r - L a u f: 1. Krück (3/116) 12,1 Sek.; 2. Becker (11/116) 13 Sek.; 3. Ulm (13/116) 13,2 Sek.; 4. Seipp (M 3/116) 13,4 Sek.; 5. Mibach (14/116) 13 9 Sek Keulenwerfen: 1. Schmidt (15/116) 53,30 Meter; 2.Hahn (7/116) 52,90 Mir.; 3.Wolf (17/116) 52,40 Mir.; 4. Will (13/116) 52,20 Mir, 5. Will (2/116) 51,80 Mtr.; 6. Schaaf (1/116) 50,80 Meter. „Adolf Hitler-Sandballpokal." Magdeburg und Wuppertal im Endspiel. Die seinerzeit wegen geringen Publikums- | erfolge« ausgesetzte Vorschlußrunde um Den , Adols-Hitler-HanDballPokal" wurde am Sonntag | 3. W. Koch, Tv. Grünberg, 40 Meter, 37,3 Sek.: 5. R. Oberhenn, Tv. Gedern, 40 Meter, 52,9 Sekunden. Allersturner. 50MeterBrust, Jahrgang 1893 und früher: 1. Theo Schweißgut, Tgm. Laubach, 47% Sekunden; 2. PH. Bender, Tv. Grünberg, 57 Sekunden. 5 0 Meter Brust, Jahrgang 1894 bis 1901: 1. G. Wolf, Tv. Wetzlar, 45% Sekunden. Jugend 1915/16. 100 Meter Brust: 1. Chr. Scherer, Tv. Wetzlar, 1,35% Minuten; 2. Hans Erhardt, Tv. 1846 Gießen, 1,40 Min.; 3. Willi Buttel, Tv. Grünberg, 1,42 Minuten. Jugend 1917/18. Springen : 1. S). Kujus, T. u. Spv. Marburg, 56,45 Punkte; 2. Heinz Köhlinger, Tv. 1846 Gießen, 52,25 Punkte; 5. Helmut Boller, To. 1846 Gießen, 43,85 Punkte. m 5 0 Meter Brust: 1. Karl Schneider, Tv. Wetzlar, 44% Sek.; 2. Erich Henkel, Tv. 1846 Gießen, 46% Sek.; 4. Heinz Köhlinger, Tv. 1846 Gießen, Walter Döpfer, Tv. 1846 Gießen, 47*/» Sekunden; 7. Alfred Reher, To. 1846 Gießen, 50*/» Sek.; 8. Helmut Fleischmann, To. 1846 Gießen, 51 Sek.; 9. Heinz Becker, Tv. 1846 Gießen, 52 Sekunden. Turnerinnen. Mehrkampf (Sechskampf): 1. Frieda Henkel, T.u.Spv. Marburo, 110,60 P.; 2. Jdel Hauck, To. 1846 Gießen, 101,30 Punkte. Springen: 1. Frieda Henkel, T. u. Spv. Marburg, 80,40 Punkte. 5 0 M e t e r K r a u l: 1. Frieda Henkel, T. u. Spv. Marburg, 39 Sek.; 3. Jdel Hauck, Tv. 1846 Gießen, 45% Sekunden. 100 Meter Brust: 1. Elfriede Münnich, Tv. 1846 Gießen, 1,48% Minuten; 3. Elsa Kampf, Tv. 1846 Gießen, 1,51'/» Minuten. Turnerinnen-Jugend 1917/18. Springen: 1. Gertrud Funke, Tv. 1846 Gießen, 52,85 P.; 3. Roli Haus, Tv. 1846 Gießen, 42,40 P.-, 4. Margot Wenderoth, Tv. 1846 Gießen, 42,30 Punkte. ~ 50 Meter Brust: 1. Margot Köhlinger, Tv. 1846 Gießen, 47 Sek.; 2. Gertrud Funke, Tv. 1846 Gießen, 49'/» Sek.;' 3. Hilde Feußer, Tv. 1846 Gießen, 51'/» Sekunden. Vereins ohne Winterbad. Springen (Turner): 1. W. Koch, Tv. Grünberg, 52,30 P.; 2. Fred Raschnieder, To. Nidda, 50,30 P.; 4. Hans Wahl, Tgm. Laubach, 49,45 P.; 5. Kurt Wenzel, 46,80 P.; 6. D. Matthees, To. Grünberg, 41,65 P.; 7. Hrch. Kappes, Tv. Grünberg, 40,20 Punkte. Springen (Turner-Igd.): 1. H. Port, Tv. Alsfeld, 46,70 Punkte. Springen (Turnerinnen): 1. Aenne Arnoldi, Tv. Grünberg, 55,10 Punkte. Springen (Turnerinnen-Jgd.): 1. Frieda Peter, Tgm. Laubach, 33,60 Punkte. 5 0 Meter B r u st (Turner): 1. W. Port, Tv. Alsfeld, 42 Sek.; 2. Hans Wahl, Tgm. Laubach, 43%. Sekunden; 4. Kurt Wenzel, Tv. Grünberg, F. Schmidtdiehl, Tv. Nidda, 45% Sek.; 5. E. Neun- hngen, Tv. Grünberg, 45% Sek.; 6. W. Bechthold, Tv. Nidda. 5 0 Meter Brust (Turner-Igd): 1. A. Lupp, Tv. Nidda, 46'/» Sek.; 2. W. Bäcker, Tv. Nidda, 48% Sek.; 3. Fritz Reuning, Tv. Nidda, 55'/» Sek. 5 0 Meter Brust (Schüler): 1. W. Schmidt, Tv. Alsfeld, 49 Sek.; 2. Hans Stein, Tgm. Laubach, 50% Sek.; 4. O. Schmidt, Tgm. Laubach, 52% Sek.; 5. Karl Siek, Tv. Grünberg, 52'/» Sek.; 6. L. Wigand, To. Grünberg, 55% Sekunden. 50 Meter Brust (Turnerinnen): 1. Aenne Arnoldi, Tv. Grünberg, 53% Sekunden. 5 0 Meter B r u st (Jugend - Turnerinnen): 1. Elisabeth Bert, Tv. Schlitz, 50 Sek.; 2. Hilde Fink, Tv. Grünberg, 53'/» Sek.; 3. Elfriede Börmel, Tv. Nidda, 59 Sekunden. Außerdem waren Wettkämpfe eingerichtet für die Arbeitsdienstlager. Nachstehend die ersten Sieger in den beiden Konkurrenzen. 50 Meter Kraul: 1. Hrch. Bartel, Arbeitsdienstlager Homberg a. d. O., 33% Sekunden. 50MeterBrust: 1. Karl Klug, Arbeitsdienstlager Homberg a. d. O., 41% Sekunden. Stoifelwettkämpfe. Turner. 4mall00-Meter-Lagen staffel: 1. To. 1846 Gießen, 5,54% Min.; 2. Tgm. Friedberg, 6*/» Min.; 3. Tu. u. Spv. Marburg, 6,18% Min.; 4. Tv. Gedern 6,47'/» Minuten. 4 m a-l 1 0 0 - M e t e r - B r u st st a f f e l: 1. Tv. Wetzlar, 6,43% Minuten. Turnerinnen. 4mal 5 0-Meter-Lagen staffel: 1. Tv. 1846 Gießen, 3,08% Minuten. 3 m a l 1 0 0 - M e t e r - B r u st sta f f e l: 1. Tv. 1846 Gießen, 5,21% Min. 2. Tv. Wetzlar, 5,30 Min. Jugend-Turner. 4 m a l 5 0 - M e t e r - B r u st st a f f e l: 1. Tv. Wetzlar, 3,04'/» Min.; 2. To. 1846 Gießen, 3,06% Min.; 3. Tv. 1846 Gießen, 3,23 Min.; 4.Reichsb.Tu.u. Spv. Gießen, 3,49'/» Min.; 5. Reichst). Tu. u. Spv. Gießen, 4,16 Minuten. Turner. Verein ohne Winlerbad. 3 mal 50-Meter-Bruststaffel: 1. Tv. Grünberg 2,11 Minuten, 2. Tv. Lauterbach, 2,13 Min.; 3. Tgm. Laubach 2,14 Min.; 4. Tv. Schlitz 2,16% Min.; 5. Turnverein Nidda 1. Mannschaft 2,16'/» Min.; 6. Turnverein Alsfeld 2,23% Min.; 7. Tv. Nidda 2. Mannschaft 2,35% Min.; außer Konkurrenz: Arbeitslager Homberg 1. Mannschaft 2,10% Minuten. Turnerinnen, Verein ohne Winlerbad. 3 mal 50-Meter-Bruststaffel: 1. To. Lauterbach, 2,39% Min.; 2 Tv. Alsfeld 2,53 Min.; 3. Tv. Lauterbach 2. Mannschaft 2,56 Min.; 4. Tv. Nidda, 3,04% Min.; außer Konkurrenz: Mädchen-Arbeitslager Laubach, 2,38% Minuten. Hessenstaffel. (5 Schwimmer, 5 Läufer, je 50 Meter.) 1. Tv. 1846 Gießen 3,59 Min.,; 2. Tv. Wetzlar 4,12 Min.; Arbeitslager Homberg 4,19 Min., außer Konkurrenz. 10 mal 50 Vieler Vereinsstaffel (beliebig). 1. Tv. 1846 Gießen 6,13 Min.; 2. Tv. Wetzlar 6,153/» Min.; 3. Tu. u. Spv. Marburg' 6,47% Min. 4 mal 50 Vieler Brusistaffel für Allerslurner. 1. To. Wetzlar 3,22% Min.; 2. Tv. 1846 Gießen 3,52% Minuten. 5 mal 50 Vieler Kraulstaffel für Wehrverbände. 1. Sturm 6/3. 11 Marburg 3,06% Min.; 2. Arbeitslager Homberg 3,19% Minuten. Schluß der 44. Rhön. Auf der Wasserkuppe setzte bei Sonnenschein und frischen westlichen Winden der Betrieb am Samstag schon recht zeitig ein. Teilweise waren 15 bis 16 Maschinen zu gleicher Zeit in der 'Luft und kurvten so lange über dem Westhang, bis ihnen der Anschluß an irgendeine Wolke gelang. Die Tagesbestleistung erreichte bei den Tlebcrlandflügen Krekel auf „Thermicus", der 85 Kilometer bis Grafenau zurücklegte. Wolf Hirth und Heini Dittmar kamen auf etwa 78 Kilometer, Peter Riedel konnte seinen „Faf- nir“ nach dem Thüringer Wald fliegen und bis Masserberg eine Strecke von 75 Kilometer bewältigen Philip p versuchte sich auf „Marabu" zmn ersten Male mit einem Tleberlandflug und kam 55 Kilometer weit bis nach Zella-Mehlis. Die längste Flugdauer wurde von K e n s ch e aus „Windhund" und Endres auf „Würzburg" mit mehr als fünf Stunden erreicht, die damit ihre letzten Bedingungen für ihr Leistungsabzei- chcn erfüllten. Der am Vortage von h a k e n j o s auf „Lore" geschaffene Rhön - Dauerflugrekord beträgt 13 Stunden 32 Minuten. Damit wurde die vor- jährige Spitzenleistung von Schleicher auf „Ozite" um 1% Stunden verbessert. Glänzende Dauerflüge hatten am Freitag noch Richter (Stettin) auf „Pommernland" mit 9:30,00 und der Hamburger Huth auf „Nobel" mit 4:45:00 durchgeführt. Besonders Huths Leistung verdient besondere Beachtung, da es sich bei seiner Maschine nur um ein „Grunau-Baby", also um kein hochwertiges Leistungsflugzeug handelt. — Am Sonntag ging die „14. Rhön" zu Ende. Die Schluhbilanz des diesjährigen Wettbewerbs zeigt, daß auf allen Gebieten eine Leistungssteigerung festzustellen ist. Man kann mit den gezeigten Leistungen vollauf zufrieden sein. Zum nicht geringen Leidwesen der begeisterten Flieger, die diesen letzen Tag noch recht ausnutzen wollten, herrschte am Sonntag völlige Flaute, so daß an ein Fliegen nicht zu denken war. Als die Sone schon am Horizont niedergehen wollte, erhob sich noch ein leiser Wind, worauf die Unentwegten ihre „Kisten" sofort auf den Westhang schleppten, um noch einige zehn Starts auszuführen, bei denen recht beachtliche Leistungen erzielt wurden. Der Württemberger Baur gelangte mit günstigen Wolkenanschluß 30 Kilometer weit bis in die Gegend von Geisa, Heine Dittmar landete auf seinem „Kondor" nach einer Flugleistung von 15 Kilometer. Die Auswertung der Höhenflüge, die noch recht gut gelangen, steht jedoch bis jetzt noch nicht fest. Während der 14tägigen Dauer des Wettbewerbs wurden im ganzen 505 Starts um die ausgeschriebenen Preise ausgeführt. Zum letzten Male flatterten in der Nacht zum Montag die alte Reichsflagge, die Fahne der nationalsozialistischen Revolution und das Banner der Segelflieger vor dem Ursinus-Haus. Die preisverteilunq. Die Preisverteilung nahm am Montagmorgen Professor Georgi vor, der mit dem Verlauf und dem Ausgang der diesjährigen Veranstaltung sehr zufrieden'ist. Mit den bereits erflogenen Tagesprämien ergibt sich folgender Gesamtabschluß: Sieger Peter Riedel auf „Fafnier". In der Kategorie der Segelflieger mit Leistungsabzeichen wurde der Fernsegelflug-Preis (3000 Mark) Wolf Hirth auf „Moazagotl" für seinen 176 Kilometer langen Fernflug und Peter Riedel aus „Fafnir" (164 Kilometer) mit 1552 bzw. 1448 Mark zugesprochen. Der Fernzielflug - P.r e i s (3000 Mark) für die ersten beiden Flüge Wasserkuppe—Kissinger Hütte—Wasserkuppe fiel zur Hälfte an Heini Dittmar aus „Condor" und Peter Riedel auf „Fafnir." Der H ö h e n p r e i s (2500 Mark) für eine Mindesthöhe von 2000 Meter über Start wurde nicht ausgeflogen. In der Kategorie der Segelflieger ohne Leistungsabzeichen wurde der Württemberger H a k e n j o s für seinen 13%stündigen Flug mit dem Dauerfl u g - P r e i s ausgezeichnet. (2000 Mark). Der Höhenpreis für eine Höhe von 1445 Meter über Start fiel mit 1500 Mark an die Ham- borner Gruppe. Die Preise für die größte Gesamtflug- bauer (1500 Mark) brachten die Stettiner für 41 Stunden 47 Minuten, die Darmstädter für 21 Stunden 2 Minuten und die Württemberger für 20 Stunden 40 Minuten an sich, während die Preise für die größte Höhensumme (2000 Mark) im Verhältnis der erzielten Höhen verteilt wurden an die Württemberger, Dessauer und Württemberger Gruppe für insgesamt erzielte Höhenflüge von 3877 Meter, 3372 Meter und 2286 Meter. Den Preis für die größte Streckensumme (1500 Mark) erhielten die Württemberger und die Darmstädter Gruppe. Neben wertvollen und praktischen Ehrenpreisen wurden mit besonderen Anerkennungsprämien, Bau- und Konstruktionsprämien u. a. bedacht: die Akademische Fliegergruppe Darmstadt, Dittmar, Wolf Hirt, Ernst Philipp-Landsberg und Günther Möller-Hamburg. Wirtschaft. * Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 16. August berechnete Indexziffer der Großhandelspreise stellt sich auf 94,2; sie ist gegenüber der Vorwoche (94,3) wenig verändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarftoffe 87,7 (minus 0,1 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 89,4 (minus 0,4 v. H.) und industrielle Fertigwaren 113,4 (plus 0,2 v. H.), davon Produktionsmittel 114,1 (plus 0,1 v. H.), Konsumgüter 112,9 (plus 0,3 v. H-). Sranffurf schwächer. Frankfurt, 21. Aug. (WTB. Drahtmeldung.) Entgegen den Erwartungen des Vormittags eröffnete die Börse zu Beginn der neufn Woche in schwächerer Haltung. Die Zurückhaltung des Publikums und der Kulisse hielt weitgehend an, obschon aus der Wirtschaft wiederum eine ganze Anzahl günstiger Nachrichten Vorlagen. So konnten weder die Belebung in der Leder- und Glanzmaschinenindustrie und die Erhöhung des Automobilabsatzes, noch die ausländischen Aufträge für die verschiedene Zweige der deutschen Industrie die Börse aus ihrer Lethargie erwecken. Bei minimaler Umsatztätigkeit traten gegenüber dem Wochenschluß durchschnittliche Verluste von 0,50 bis 1 o. H. ein, da einige Verkäufe Vorlagen, denen so gut wie keine Aufnahmeneigung gegenüberstand. Ausgesprochen schwach lag der Montanmarkt, an dem die Rückgänge von 1 bis 2 o. H. betrugen. Gelsenkirchen erschienen mit Minus-Zeichen und wurden etwa 4 v. H. niedriger notiert. Buderus und Nheinstahl verloren 2,13 v. H. bzw. 2 v. H., Ilse Bergbau- Genuß, Klöckner und Rheinische Braunkohlen bis 1 v. H. Schmach lagen ferner am Chemiemarkt Deutsche Erdöl, die 3 v. H. einbüßten. IG. gaben 0,75 v. H. nach, während Scheideanstalt mit 174 o. H behauptet waren und Metallgesellschaft 0,50 v. H. höher lagen. Elektroaktien waren ziemlich gehalten bis auf Schuckert, die 3 v. H. einbüßten und Siemens, die um 0,75 v. H. zurückgingen. Daimler, Kunstseide- und ßinoleumroerte verloren bis 0,75 v. H., Reichsbank 0,50 v. H. und Verkehrsaktien von 0,25 bis 0,50 v. H. Nach den ersten Kursen tarnen Mannesmann um 1,13 v. H. und Gelsenkirchen schließlich um 3,25 v. H. schwächer zur Notiz. Ferner bröckelten IG. weitere 0,25 v. H. ab. Bei denkbar kleinsten Umsätzen ergaben sich auch im Verlaufe weiter kleine Rückgänge von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Bei Montanwerten etwa 0,50 bis 1 v. H. Anderseits konnten sich AEG. um 0,13 v. H. erhöhen. Der Rentenmarkt blieb von den Ausführungen des Staatssekretärs Feder in Danzig, in denen er als Maßnahmen im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit die Sanierung der Gemeindefinanzen, Steuernachlässe und organische Zinssenkung nannte, unberührt, und auch hier war die Tendenz meist schwächer. Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen gaben bis zu 0,38 v. H., Neubesitz 15 Pfg. nach, ferner gingen Stahloereinbonds 0,13 v. H. und Mittelstahl- bonbs um 1 v. H. zurück. Von Staatsanleihen erschienen 6prozentige Reichsanleihen von 1929 mit Minus-Zeichen. Die Taxe lautete etwa 1,50 v. H. niedriger Stadtanleihen lagen geschäftslos. Am Pfandbriefmarkt lag kleines Angebot vor, so daß die Kurse überwiegend um 0,25 bis 0,50 v. H. nach- ließen. Von fremden Werten blieben Türken und Rumänen behauptet. Kunst und Wissenschaft. Der neue Vorstand der deutschen Gruppe des Pen-Clubs. Der neue Vorstand der deutschen Gruppe des Pen-Clubs seht sich wie folgt zusam- men: Hanns 2 ohst , Hans Hinkel, Rainer Schlösser, 2. v. Leers, Edgar v. Schmidt- Pauli, Hanns Martin Elster, Erich Kock a n o w s k i. Die organisatorische Leitung des Vorstandes liegt in den Händen von Staatskommissar Hinkel. Buntes Allerlei. Oer beste Artikel über das neue Italien. Als das staatliche Verkehrsamt Italiens im vorigen Iahre einen Preis von 5000 Lire für den besten Artikel ausschrieb, der in der ausländischen Presse über Italien erscheinen würde, ahnte es wohl kaum, welche Last es damit den Preisrichtern aufbürdete. Keine Zeitung, keine Zeitschrift, die nicht der Zehnjahresfeier der faschistischen Revolution, der historischen Tat Mussolinis oder der Aenderungen gedacht hätte, die auf der Apenninen-Halbinsel sich zeigten. Und unter dem Wetterleuchten einer gleichartigen Revolution in Deutschland richtete die Weltprefse Tag für Tag den Blick nach Italien, wo aus einer neuen Idee ein neuer Staat entstanden war. Run ist endlich die Entscheidung in diesem eigenartigen internationalen Wettbewerb gefallen. Drei Sprachen teilen sich in den S egespre s: die englische, die französische und die deutsche. Preisträger für die deutsche Sprache wurde Dr. Gustav W. Eber- lein, Rom, unfern Lesern aus zahlreichen Beiträgen wohlbekannt, und zwar für seinen Artikel „Die Entstehung eines Staates", der das Italien- Sonderheft der „Woche" einleitete. 3m Labyrinth verirrt. Zwei junge Leute aus Syrakus Francesco und Giuseppe Perna haben ein furchtbares Abenteuer in den geheimnisvollen Höhlen der Capuccini bestanden, die sich in den Klippen über dem Meer in einiger Entfernung von Syrakus befinden. Die Höhlen, die sich in einem labyrinthischen Gewirr aneinander schließen, sind fast unzugänglich; sie sind seit uralten Zeiten bekannt, a&et gefährlich zu erforschen. Eine alte ilcberlieferung berichtet, daß die Sarazenen in diesem dunklen Höhlen-Labyrinth große Schätze vergraben haben. In der Hoffnung, diesen Reichtümern auf die Spur zu kommen, wagten sich die Brüder Perna hinein und ließen sich an Seilen von einer Klippe 100 Meter tief herunter. Sie hatten nur Streichhölzer bei sich, die nach einiger Zeit zu Ende gingen, und nun befanden sie sich innerhalb der Höhlen in vollkommener Dunkelheit. Stundenlang wanderten sie, in der Hoffnung, einen Ausgang zu finden, aber als sie immer wieder in neue Dunkelheiten gerieten, verloren sie schließlich alle Hoffnung. Die Eltern, die sehr beunruhigt waren, als sie des Rachts nicht zurückkehrten, baten um Mitternacht einen Rachbarn, Fernando Lazza- rini, der die Höhlen schon öfters besucht hat, ihnen beizustehen und sofort zur Rettung aufzubrechen. Er nahm Laternen mit und eine genügend große Menge Bindfaden, um an ihm in dem Labyrinth vorzudringen und sich zugleich den Rückweg zu sichern. Aber als der leitende Faden nach Zurück- legung einer Strecke von etwa 700 Meter zu Ende war, mußte er ümkehren, ohne die Verirrten gefunden zu haben. Am folgenden Tage machte Laz- zarini mit seinem Bruder zusammen einen zweiten Vorstoß, und nach einer Suche von sechs Stunden, in denen ihr Bindfaden ebenfalls zu Ende gegangen war, fanden sie schließlich die beiden jungen Leute bewußtlos eng umschlungen auf dem Boden. Sie wurden nach Syrakus gebracht, wo sie sich wieder erholten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höye der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Relchsbankdiskonl 4 o H. Lombardzinsfuß 5 o. H. .vranfturi a. Dl. Berlin Frankfurt a.m. Vertin Jranlfurt a. 2)1. Vcrlm Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a M. Schluß- Schluß!. Abend- börfc Schluß- Schluß!, mittag« börse Schluß« Schlußk. Abmd« börfc Schluß» Sckilußk. mittag« börfc Schluß« Schlußk. Abend- Schluß» lurd Schluvk. mittag- 18. August 21.August kurs kurs kurs lurd kurs börfc börfc Amtliche Notierung Amtliche Kotierung 'Datum 19.8 | 21.8 188 21 -8. Datum 19.8. 21-8 18.8. 21.8- 19.3. 218- 18.8 21.8- WCIO QÜCIO srie HelsingforS.. Wien....... 6,124 47,45 6,136 47.55 6,124 6,136 48,05 6% Deutsche Neichsanleihe v. 1927 6%ebcm.7%2)t.fReid)sanI.ö.i929 6x/t% Voung-Anleihe von 1930 .. 83,5 86.5 83,5 83,5 5,1 5,05 5,1 5,1 ManSfelder Bergbau....... . 0 23,75 22,5 23,5 22,5 72.25 34,5 188 47,95 99,4 97,9 98,25 97,25 5% Rumän. vereint). Rente v. 1903 3,15 KokSwerke................ . 0 . — —— 74,5 Prag....... 12,415 12,435 12,415 12.435 82,5 82,65 83 83 4s4%Rumän.vereinh.Renlev.l913 — — 5,25 Phonir Bergbau........... . 0 35,5 34,5 35,13 Budapest ... Deutsche AnI.-Ablos.«Schvld mit OliiÄfnf cfRprfitpn 4% Rumänische vercinh. Rente 2/% Anatolier ............. 2,6 2,5 2,45 2,5 Rheinische Braunkohlen .... 10 — 187.75 187,75 Sofia___... 3,047 3.053 3,047 3,053 77,75 10.4 78 77,5 10,45 78,13 23,5 23,9 23,5 24,1 Rheinsiahl ................ . 0 85 82,25 85 82,5 Holland .... Oslo....... 169,58 169,92 69,95 169,63 169.97 Tesgl. ahne Auslos.-Rcchte...... 6% eh-.-m.8A> Hess. Solliftaat 1929 (rückzahlb. 1<>2%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.............. 10,13 10,13 Bereinigte Stahlwerke...... . 0 34,5 34 34 33,4 12 119,5 163 69,81 69,73 69,87 74,5 81,5 81,5 75 81 74,9 81 Vamdurg-Amerika-Paket ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschlff........... 0 <> 0 11,25 10,5 11,25 22,5 17,75 10,75 23,5 17,75 Ltavi Minen ............. Kaliwerke Aschersleben...... Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... .. 0 .. 6 .. 5 7'/r 12,5 120,75 125 168,5 12,5 119 123 12,25 122 169 Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Reupork.... Brüssel..... Italien..... Paris ...... 61.94 71,53 13,87 0,928 3,077 58,57 22,10 16,435 62,06 71,67 13,91 0,932 3,083 58.69 61,94 71,51 13,85 0,928 62,08 71,65 13.89 0,932 6%% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liaui......... 84 «4 Norddeutscher Lloyd ......... A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 0 12,4 43,25 12,13 42,5 12,4 43 12,13 42,13 I. G. Farben-Jnoustrie..... Scheideanstalt............. 129,75 174 45,65 128,25 130 128,5 3,067 58,56 3.071 58,68 22,14 16,473 Oberhesscn Provinz-Anleihe mit Au-lvs.-Rechten ............. 67,5 68 _ _ Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Prival-Bank ... Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft................ Dresdner Bank.............. Reichsbank ................ 4 0 84,5 48 84,5 48 85,5 48,25 85 48,25 . 9 .. 0 173,75 44,5 44 22,14 16,475 22,10 16,435 Deutsche Komm. Cammelabl. An- 0 52,75 44,5 148.5 52,75 52,75 52.75 44,5 148,9 53 51,5 53,25 51,9 Schweiz .... Spanien.... Danzig..... Japan...... 80,98 81,14 80,97 81,13 leihe Serie 1 niit Auslos.-Rechten 69,5 69,25 69,25 69 Wptnllnpfpnfrfirtft ............ 0 51 51 50 51,13 35,06 35,14 35,08 35,18 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpf e. 15 unkündbar bis 1935 81,75 81,5 12 44,5 148.5 44,5 148,25 47 45 47 44,25 81,62 0,826 81,78 0,828 81,62 0,826 81,78 0,828 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl 81,25 A.E.G...................... Betula..................... Zementwerk Heidelberg .... 81,25 M Rio de 3an. . 0,244 0,246 0,244 0,246 Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 81,5 — — 0 19,5 107,75 19 106 19,5 19,5 ” 0 Jugoslawien. Lissabon.... 5,195 5,205 5,195 5,205 6’/2% ehem. Franks. Hyp.- 85,65 85,4 0 107,25 106 12,71 12,73 12,71 12,73 Vlnitf-l'iaii »Uisandbriese....... — — Elektr. LieferungSgefellichaft... Licht und Kraft ............. 6 82,75 80,75 83 83 w2% ehem. 4’/2% Rheinische Hyp.-Bank-Llau.-Goldpse..... 6 95 95 .. 0 — — 106,75 104,5 Banknoten. 86,5 86,9 — — Fellen & Gutlieaume......... 0 46 45,5 46,13 45,25 Aku (Mgemetne Kunstseide) Bemberg................. .. 0 29,25 28,75 28.75 28,13 6% ehem. 8% Pr. Landespsand- 82,75 82,5 83 Gesellfch.s.Elektr.Unternehmung. 5 78,5 78 79,75 78 .. 0 47 46 — 46,25 Berlin, 21.August Seid »rief bricfanstall, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr- Landespsand- briefanflalt, Pfandbriefe R. 10 83 »cyemycye üiennuiat ........ Schuckert L Co............... 6 6 81 78,25 92 80,25 94,25 78,13 89,75 Zellstoff Waldhos.......... Zellstoff Aschaffenburg ..... .. u .. 0 39 21 39 21,75 39 38,5 Amerikanische Roten...... Belgische Roten.......... Dänische Roten ......... 3,02 58.40 3,04 58,64 83 83,25 83 83,5 Siemens L Halske............ 7 149,5 149,5 '50,5 149.9 Dessauer Gas............. .. 7 — — 105 103 61,68 61,92 Steuergutsch. Verrechnuuaskurs - 86,3 86,4 86,3 86,3 LahmeyerLCo...... ...... 10 121,5 121 123 118 Daimler Motoren.......... .. 0 26,25 24,75 26 24,5 Englische Roten ......... 13,81 13.87 Deutsche Linoleum......... .. 0 33 40,5 40,65 40,4 Französische Roten....... 16,395 16,455 4% Oeslerrelchische Goldreute.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 10,75 0,7 4,25 4 4,3 6,25 11 0,70 4,25 4 4,25 6,25 1 1 X 1 1 4,2 Buderus ................... Deutsche Erdöl .............. 0 4 0 0 66,75 103,25 53,75 83,5 64.5 101,25 50 67,75 104 52,5 89 69,5 64,13 100,13 50,13 88 57,25 Crenftctn & Stoppel ........ Leonhard Tietz............ Chade.................... .. 0 .. 0 ..10 13,5 153,5 13.5 155 31,75 14 153,9 31 12,5 155 Holländische Roten....... Italienische Roten........ ronrMwntfrfiP Wnfpn ...... 169,21 21,98 * 69,56 169.89 22.06 69,85 4% Ungarische Slaaterente v. 1910 Harpcmer................... Hoesch Eisen—Köln-Neuefsen . Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klöckner,verke .............. 88 Accumulatoren-Fabrik...... .. 0 .. 0 170 150,13 168,5 149 170.25 150,5 168,75 148 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling 4!4% be-SflL von 1913.......... 6% abgcst. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Tückische Bagdadbahtz-Anlcihe 6,15 _ c 134 _ inumuniiujc yiuic.i ....... Schwedische Roten....... 71,34 80.79 71,62 81.11 5,1 5 5,1 5,05 f 103.25 102 103 102 .. 0 1 20,5 20,5 1 21 1 20,25 Schweizer Roten......... 0 54.5 52,5 55 50,25 Mainkrastwerkc Höchst a.M.. .. 4 57,5 i 57,5 Spanische Roten......... 34,95 35,09 Serie I..................... 5 5 5 5 Mannesmann-Röbren....... 0 5b 54,25 55,75 I 54 Süddeutscher Zucker ....... .. 8 1 152,5 i 153,5 1 153 153,5 Ungarische Roten........ — — So""'-" 6tlÄ 5Q,r heim-l"" monat»;8ei J 4 lB‘lla9 S- antetS««'* Sl«Wd|,28 richten W’ Kn-1 Aünchen. Westen OerschrF £ achteten SW nand Irre > Presse im W von aus, bah als veran! ment der neuen Sta bei dieser Em müssen, aber doch um eine ganz natürha Deutschland u der Regm liche Stet gewesen sei, griffen und c künftig in D amtliche Pre parteiam Die Frag' haben sollte! (ich und ei Goikes und Gesichtspunk ob es in 2 soll, beanfc eine Regier unif ormi ges Inst innen un fein aufeina einer Aatio tige Aesc rcnd der u g e r wohl fai Ganz abgej beutung einer ihr innerpoliti, tisch er Weck mxVa\, Win ihre Ligen entfallen - w kannten und ■ der Vielsa t e n liege de sporn zu des einer Geis Deutschland, gesteckt, nie Presseei; Schluß, die sollten für ' den Weg < ZU lassen stritten wer komplizj etwa biejenii V Grundsätzl Berlin, Groh,Ze; allmonatlich < Sw'schen der Pressestellen b sozialistischen schas *ll»3our schulten und ?at von beton wurden. D« des erklärte, n - Pationalfo5ia: 5 »5 te; Äg SÄ* ä“ frust’ ?.a" ®ün| ^n fii