Nr. 169 Srübaussabe • 185. Jahrgang Samstag, 22.3uli 1955 (Er|d)ctnt tügltch, auß« Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Giehener FamMenblätter Heimat im Bild • Die Scholl, monatSiBejugspreis: UJlit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse anter5ammelnummcr2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: gnmffurt am Main 11686. GietzenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfilälz-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Sietzen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür denAn- zeigenteil üD.TH.Kümmel sämtlich in Bieheii. Weiterer Rückgang der Arbeitslosenzahl. Auch in Industriegebieten Anstieg der Konjunktur. Berlin. 21. Juli. (WTB.) Rach der Enlwick- lung in den letzten Jahren stockte Ende Juni die a b - sleigende Bewegung der Arbeitslosigkeit vorübergehend. Die Aufnahmesä higkeit der Auhenberufe erreichte zu dieser Zeit eine vorläufige Höch st grenze. Zum Teil pflegen b e - teils im Juli wieder Arbeitskräfte f r e i g e ft e 111 zu werden, so flieg in der ersten Iulihälfte 1932 die Zahl der Arbeitslosen bereits wieder um rund 16 500. 3 m Gegensatz hier- j u hat sich in der ersten Iulihälfte dieses Jahres der Rückgang der Arbeitslosigkeit fortgesetzt. Insgesamt ist von Ende Juni bis lUitle Juli die Zahl der bei den Arbeitsämtern ge- mcldeten Arbeitslosen um weitere 29 000 auf 4 828 000 gesunken. Dabei ist zu beobachten, datz durch die Son- deraktion für d i e Angehörigen der nationalen Wehroerbände rund 11 000 Arbeitnehmer in dieser Zeit, erstmals sich bei den Arbeitsämtern n e u m e l de t e n. Unter Berücksichtigung dieses Reuzugangs aus dem kreis der sog. „unsichtbaren Arbeitslosigkeit" in den kreis der statistisch erfaßten Arbeitslosigkeit ergibt sich, daß in der ersten Iulihälfte rund 4 0 0 0 0 Arbeitslose wieder in d i e Wirtschaft eingegliedert worden sind. Ganz allgemein ist zu beobachten, datz in zunehmendem Waste Arbeitslose sich jetzt bei den Arbeitsämtern melden, die bisher den Vermittlungseinrichtungen der Reichsanstalt fcrnftanben. Dafür spricht auch die Tatsache, dast die statistisch erfahte Abnahme der Zahl der Arbeitslosen (minus 29 000) lediglich dem Rückgang der Zahl der hauptunterstühungs- empfänger in der Arbeitslosenversicherung (minus 10 000 auf 406 000) und d e r Krisenfürsorge (minus 19 000 auf 1 291 000) entspricht, während sicher auch aus dem Kreis der W o h l - sahrtserwerbslofen Abgänge in größerem Umfang tatsächlich stattgefunden haben. In den einzelnen Landesarbeitsämtern wurde Witte Juli d. I. nachfolgender Bestand der bei den Arbeitsämtern gezählten Arbeitslosen fefl- geslelll: Ostpreußen 72 000 (winterlicher Höchststand 133 000), Schlesien 362 000 (488 000), Brandenburg 751 000 (899 000), Pommern 85 000 (143 000), Rordmark 340 000 (387 000), Riedersachsen 269 000 (359 000), Westfalen 387 000 (485 000), Rheinland 661 000 (744 000), Hessen 278 000 (333 000), Witteldeulschland 385 000 (518 000), Sachsen 592 000 (721 000), Bayern 394 000 (522 000), Südwestdeutsch- lanb 251 000 (318 000). Es ergibt sich hieraus nicht nur für bie oorroiegenb landwirtschaftlichen Bezirke, fonbern auch für bie Bezirke mit mehr inbuftriellem Charakter, wie Westfalen, Rheinlanb unb Sachfen, eine sehr beachtliche Besserung b e r Arbeit» Marktlage, bie auf einen konjunkturellen Aufstieg hinbeutel. * » Wen auf dem Arbeitsmarkt zur Zeit vielleicht nach 4,7 LMillianen Krisenapfec lasten, so ist die Arbeitsschlacht, bie um sie geführt wird, dach etwas wesentlich anderes als der Kamps, der bis zur Machtergreifung durch die nationale Regierung unter Führung des Reichskanzlers Adolf Hitler den Inbegraff der Staatspolitik bildet. Die Arbeits- chämpfe von gestern waren Teilformen des Klassen- kampfes, der die sozialen und wirtschaftlichen Gegensätze immer weiter aufrist, statt sie zu überbrücken. Die Arbeitsschlacht^ bie bie Reichsregierung jetzt gegen die Arbeitslosigkeit ausgenommen hat, ist dop- peit erschwert dadurch, daß gleichzeitig eine völlig verfehlte Wirtschafts- und Finanzpolitik ausgeräumt werden muß. Die Reichsregierung sorgt zwar für die Finanzierung aller Arbeitsbeschaffungspläne, aber wir müssen uns einen Begriff davon machen, w i e außerordentlich schwer diese Finanzierung ist. So hat die öffentliche Meinung sich wenig oder gar nicht um die volkswirtschaftliche Bedeutung der Verhandlungen um den Zahlungsaufschub für den Zinsendienst der Auslandsverschuldung gekümmert, obschon die Summe, die wir uns schließlich zu zahlen bereit erklären mußten, ungefähr ausreicht, um dreihunderttausend Arbeitslose wieder in den Produktionsprozeß einreihen zu können. Der Gold- und Revisenbestand der Reichsbank beträgt nicht viel mehr als 300 Millionen Mark, während er vor drei Fahren an drei Milliarden Mark heranreichte. Was fehlt, wurde unter früheren Regierungen in den unergründlichen Topf der Auslandkredite geworfen. Trotz dieser Schwierigkeiten wurde die Arbeils- schlacht begonnen, wurden in fünf Monaten 1,5 Millionen Krisenopser vom Arbeitsmarkt weggezogen. Vertrauen und Wagemut sind in die Wirtschaft zurückgekehrt, denn das ganze deutsche Volk weiß, daß diese Arbeitsschlacht ohne Wanken bis zum siegreichen Ende durchgeführt wird. Richt die großen Arbeitsbeschaffungspläne allein sind es, die das fertigbringen, sondern auch die Maßnahmen, die in den einzelnen Landesteilen ergriffen werden, wofür vor allem die Provinz Ostpreußen ein Zeugnis ablegt, hier ist es gelungen, Schritt für Schritt die Arbeitslosen wieder in den Produktionsprozeß einzureihen, so daß am 1. August der weitaus größte Teil Ostpreußens die furchtbare Geißel der Arbeitslosigkeit nicht mehr kennen wird. Wir wiften heute nichts mehr von Arbeitskämpfen. Die Arbeitsschlacht wird unter Führung der starken Staatsgewalt für das ganze Volk eingeleitet, um so der Wirtschaft dii Aufgabe stellen zu können, allen Volksgenossen Arbeit und Brot zu sichern. Hier erschließt sich uns der eigentliche Sinn der Wirtschafts, und Sozialpolitik des neuen Staates, die dem ganzen Volke gilt. Darum darf es in dem neuen Staat auch nichts Trennendes geben, keine Scheidewände, hinter denen sich der erbitterte Kampf um den Lebensraum vollzieht. Die Haupt- kräfte, mit denen die große Arbeitsschlacht gewonnen werden soll und gewonnen wird, sind noch nicht eingesetzt, aber alle Vorbereitungen sind getroffen, um durch ihren Einsatz im Herbst und Winter jeden Rückschlag auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Das ist es ja gerade, was auch das Ausland mit Staunen und Vewunde- rung verfolgt, daß die Arbeitslosigkeit in Deutschland über den jahreszeitmäßigen Auftrieb hinaus eingeschränkt werden konnte. Das ist aber auch die Gewähr dafür, daß im Herbst und Winter Monat für Monat der Arbeitsmarkt weiter von Krisenopfern entlastet wird, denn die Wirtschaft ist in Gang gekommen, so daß sie um ihrer selbst willen weiter alle Kräfte einsehen muß, um mit der großen Arbeitsschlacht auch Freiheit und Leben für sich wieder zu gewinnen. Zum erstenmal seit Jahren birgt der Herbst und Winter keine Schrecken mehr für uns, denn wir sehen deutlich die Wege vor uns. die aus der Krise herausführen. Königsberg. 21. Juli. (WTB.-Funkspruch.) Laut einer gemeinsamen Wclbung des Arbeitsamts- oorsihenben Lyck unb bet Canbräle von Löhen unb Johannisburg finb heute bie Kreise Lösten unb Johannisburg frei von Arbeitslosen geworben. Der Arbeitsamtsbezirk Lyck wirb banach am Wontag, 24. Juli 1933 a l s erster beutscher Arbeitsamtsbezirk frei von Arbeitslosen fein. Darüber hinaus beschäftigt er runb 3500 jugenbliche Arbeitskräfte im Reich. Die ganze Provinz, heißt es in bet Wclbung weilet, ist von einet Opferwilligkeit unb Begeisterung erfaßt, bie sich nur mit b er Erhebung bes Jahres 1813 vergleichen läßt. Die Wölbungen über ben günstigen Fortgang bet Offensive gegen bie Erwerbslosigkeit ü b e r st ü t; e n s i ch. In ben nächsten Tagen werben Kreise mit beson- bets schwieriger Arbeitsmarkllage an Ort unb Stelle in Angriff genommen, hier will man auch bie lefjten wohlfahrlserwerbs- losen bis zum Eintritt bes Frostes in Arbeils- Berlin, 21. Juli. (WTB.) Der Amtliche Preußische Pressebiensl teilt mit: heute vormittag fanb beim Winisletptäsi- deuten Göring auf Sylt eine Geheim- sihung statt, an bet bet preußische Justizminister K e r r l, bet Staatssekretär im preußischen Staatsministerium Kötnet, bet Staatssekretär im preußischen Justizministerium Dr. Freister, bet IHinifterialbirettor im preußischen Ministerium bes Innern D a l u e g e, bet IHinifterialbirigent im Ministerium bes Innern Fischet unb Winisterialrat Diele, bet Leiter bes Geheimen Staatspolizeiamtes, teilgenommen haben. Ministerpräsident Göring wirb seinen Urlaub abbtedjen unb nach Berlin kommen, wo am Samstag vormittag ein preußischer ZHinifferrat statt- finben wirb, bet sich mit neuartigen, seht scharfe n Waßnahmen unb Gesehen auf bem Gebiet bes Rechtslebens in Preuhcn beschäftigen wirb. Zu gleichet Zeit finb einberufen worben sämtliche Potlzeipräsibenlen Pteuhens, sämtliche General st aatsan- wälle unb sämtliche Obertanbesgerichts- präfibenten, bazu bie Leiter bet geheimen Staatspolizei st eilen ganz Preußens, bet Stabschef bet SA. unb SS., Preußischer Staatsrat Röhm, ferner sinb sämtliche S 21.- unb SS. - Obergruppenführer unb Gruppenführer Preußens für morgen nachmittag nach Berlin geloben. Ministerpräsident Göring wirb vor biefen Gruppen seine neuen Pläne Frankfurt schafft für 8000 Erwerbslose Arbeit. Frankfurt a.M., 21. Juli. (TU.) Der Ma- gistrat hat in seiner letzten Sitzung seine Ueber- einstimmung mit den Plänen der Reichsautobahnengesellschaft auf baldige Inangriffnahme .des Baues der Teilstrecke von Frankfurt bis Darm- st a d t zum Ausdruck gebracht. Im ersten Vau- jahr können hierbei bis zu 4000 Erwerbslose, einschließlich der Baustoffindustrie, beschäftigt werden. Weiterhin hat der Magistrat beschlossen, den Landes- und Reichsbehörden unverzüglich A r- b e i t s v o r s ch l ä g e im Umfange von rund 11 Millionen Mark zur Genehmigung vorzulegen. Es handelt sich in der Hauptsache um die verschiedensten Hoch- und Tief- bauorbeiten, sowie Arbeiten für die Elektrizitätsindustrie, Erschließung neuer Randsiedlungsgebiete sowie Bachregulierungen usw. Diese Maßnahmen bieten die Möglichkeit, weitere 4 0 0 0 Erwerbslose in Arbeit zu bringen und einen größeren Kreis von kleineren und mittleren Unternehmerbetrieben Beschäftigung zu geben. Fi r die Zuteilung der Arbeiten kommen nur solche Unternehmer in Frage, die sich verpflichten, die Arbeitszeit in ihrem Unternehmen bis zum 30 Juni 1934 a u f hö chstens 40 Stunden wöchent- l i ch herabzusetzen. stellen unterbtingen. Daneben laufen bie systematischen Vorbereitungen für bie Winterarbeiten. Um exakte Durchführung bet Transporte von Arbeitskräften zu sichern, finb verhanblungen mit bet Reichsbahnbirektion eingeleilel. Die Stellung von Sonbetzügen für bie Beförberung von Atbeils- frciwilligen ist vorgesehen. wie wir erfahren, werben in ben nächsten btei Tagen bis Wontagabenb wahr- scheintich noch 10 weitere Kreise hinzukommen, bie bas Lnbe bet Arbeitslosigkeit melben, falls butch örtliche Verhanblungen nicht gar noch eine weitere Beschleunigung eintritt. * Ministerpräsident Göring hat an den Ober- präsidenten von Ostpreußen Koch bas folgende Telegramm gerichtet: Dank für herrliche Nachricht über Fortschreiten unserer Offensive gegen Schrecken der Arbeitslosigkeit. Bin überzeugt, daß es Ihrer Tatkraft gelingen wird, ganz O st Preußen wieder Arbeit zu beschaffen. Zu diesem Bestreben werde ich st e t s an Ihrer Seite sein. Heil Hitler! Gez. Göring, Ministerpräsident. erörtern, unb es ist zu erwarten, baß sich an ben Erlaß bet neuen Gesetze unb Berorbnungen roeit- gehenbe Maßnahmen im Laufe bes Samstags knüpfen. « Wie wir dazu erfahren, hat Ministerpräsident Göring die Entwicklung der letzten Monate bezüglich des Aufbaues des Staats in absoluter Rechtssicherheit und absolutem Rechtsfrieden beobachtet und die Feststellung gemacht, daß Maßnahmen notwendig sind, um für die Zukunft diese Rechtssicherheit und diesen Rechtsfrieden für alle Zeiten zu sichern. Der Schutz der Kämpfer der nationalen Revolu- lution soll unter allen Umständen sichergestellt werden. Deshalb haben alle Staatsanwaltschaften und Gerichte Preußens seit Tagen eine erhöhte Tätigkeit aufzuweisen: z. B. ist der Kommunist, der "TTbr zwei Tagen in Düsseldorf einen Zeugen überfiel und niederschlug, schon heute abgeurteilt worden, nachdem gestern Anklage erhoben worden war. Der Kommunist wurde zuzweiIahrenGefängnis verurteilt, weil die Verletzungen des Ueberfallenen verhältnismäßig gering waren. Der Staatsanwalt hatte fünfIahreZuchthaus beantragt. In der vor drei Tagen in Rinteln an der Weser vorgekommenen Strafsache ist bereits gestern Anklage erhoben worden und heute das Urteil gesprochen worden. Die Rechtssicherheit und der Schuh der Rechtsgüter des Staates soll durch derartige schnelle Verhandlungen unter allen Umständen gewährleistet werden. Es sind sowohl gesetz- Die siegreiche Arbeitsschlacht in Ostpreußen Strenge Maßnahmen zur Sicherung des Rechtsfriedens. Ministerpräsident Göring kehrt nach Berlin zurück. - Dor Verschärfung der Strafen gegen kommunistische Friedensbrecher. Oer Reichskanzler spricht heute im Rundfunk zur K.rchenwahl. Berlin, 21. Juli. (WTB.) Die Reichstunbsunk- gesellschaft teilt mit: Der Reichskanzler pricht zur kirchenwaht über alte deutschen Sender am Samstag, 22. Juli, von 23.30 bis 23.45 Uhr. liebe als auch andere Maßnahmen geplant, denen Ministerpräsident Göring ganz besondere Bedeutung beilegt. Das geht schon daraus hervor, daß er sämtliche leitenden Polizeibeamten und Richter Preußens, sowie sämtliche Führer der Verbände der nationalsozialistischen Revolution nach Berlin geladen hat. Durch erhöhte Schnelligkeit und auch erhöhte Aktivität, insbesondere des Geheimen Staatspolizeiamts, soll dafür gesorgt werden, daß auch nicht die geringste Bewegung gegen die Kämpfer der nationalsozialistischen Revolution und gegen den neuen Staat mehr möglich ist. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß künftig in vermehrtem Umfang bei Sabotage der Arbeit der nationalen Regierung die Tode-strafe verhängt werden wird. Oer Reichstagsbrandstister-Prozeß voraussichtlich Anfang September. Leipzig, 21. Juli. (WTB.) Bon zuständiger Seite wird uns über den Stand des Verfahrens in der Reichstagsbrandsache mitgeteilt: Nachdem die gerichtliche Voruntersuchung gegen einen Teil der Angeschuldigten schon vor einigen Tagen abgeschlossen worden mar, ist sie nunmehr auch gegen die übrigen AnWschuldigtcn durch den Untersuchungsrichter des Reichsgerichts geschlossen worden. Die Voruntersuchung hat sich infolge des großen Umfanges der anzustellen, den Ermittlungen länger hingezogen. Die Akten werden von bem Oberreichsanwalt mit der Anklageschrift gegen die Hauptbeschuldigten in den nächsten Tagen dem 4. Strafsenat des Reichsgerichts vorgelegt werden. Mit der Haupt- Verhandlung in der Sache kann hiernach wohl l für bie e r ft e Hälfte des September gerechnet werden. Oer Fall Klepper. Berlin, 21. Juli. (WTB.) Die Iustizpresse- stelle Berlin teilt mit: , Die Ermittlungen gegen den früheren preußischen Finanzminister Otto Klepper, der sich bekanntlich zur Zeit im Auslande befindet, werden mit größtem Eifer fortgesetzt. Die Untersuchungen haben sich neuerdings auf einen weiteren Fall der Untreue erstreckt. Das Vergehen Kleppers in diesem Punkt wird darin erblickt, daß er einemDomänenpächtereinDar- 1 ehen von je 30 000 Reichsmark aus den Mitteln der Preuhenkasse und der Domänenbank zur Sanierung bewilligt hat, obgleich für diese Summe keinerlei Deckung vorhanden war. Bei diesen Machenschaften ist auch der Vorsitzende des Vorstandes der Domänenbank, Direktor Dr. Schmidt, beteiligt. Gegen Dr. Schmidt, der sich zur Zeit in der Schweiz befindet, ist nunmehr ebenfalls Haftbefehl beantragt worden, der jedoch bisher nicht vollstreckt werden konnte. Ausreisesichtvermerk und Linbedenklichkeitsbescheinigung Berlin, 21. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die in einigen ausländischen Staaten verbreitete Nachricht, daß die deutschen Finanzbehörden den Personen, die nach dem Auslande zu reifen beabsichtigen, die Unbedenklichkeitsbescheinigung nur dann aus stellen, wenn sie vorher 25 Prozent ihres Vermög gens sicher st eilen, trifft nicht zu. Es ist auch festgestellt, daß die Finanzbehörden grundsätzlich nicht die Praxis ausüben, allen Reisenden, die für die Reichsfluchtsteuer in Frage kommen, die Stellung von Sicherheiten aufzuerlegen. Das schließt aber nicht aus, daß die Finanzämter in den Fällen eine Sicherheit in solcher Höhe verlangen müssen, in denen die begründete Vermutung besteht, daß eine Vergnügungsreise vorgetäuscht wird, um die Reichssteuer zu umgehen. Eine Richtigstellung. Infolge mangelhgfter drucktechnischer Anordnung wurden die in der „Hessischen Landeszeitung" (Oberhessischen Tageszeitung) zum Beweis für die Verlogenheit der kommunistischen Presse zitierten Meldungen aus der Saarbrücker kommunistischen Zeitung über angebliche Meuterei und Auflösung der SA. in Darmstadt und Frankfurt vielfach als Eigenberichte der „Landeszeitung" aufgefaßt und als Tatsache angesehen. Der Staatspressechef bittet uns, diesen Irrtum zu berichtigen. Es handelt sich, wie bei aufmerksamem Lesen der „Landeszeitung" hervorgeht, lediglich um Zitate aus der Saarbrücker kommunistischen Zeitung, die v o n A bis Z erlogen sind. Oer Reichskanzler im Goldenen Buch des Deutschen Lustfahrtverbandes. München, 21. Juli. (TU.) Der Sonderkommissar der Obersten SA.-Führung für Luftfahrtfragen in Bayern teilt mit: Der Deutsche Luftfahrtverband hat ein Goldenes Buch für die Förderung des deutschen Luftsports angelegt, in das sich am Donnerstag Reichskanzler Hitler eingetragen hat. Damit hat der Reichskanzler erneut zum Ausdruck gebracht, welches V e r st ä n d n i s er der Bedeutung der Luftfahrt und der Ertüchtigung der Jugend entgegenbringt. Das Goldene Buch wird den einzelnen Fliegerlandesgruppen zu einer großzügigen Werbung für den Luftsport zur Verfügung gestellt werden. Reichsführertagung des Stahlhelm auf den 8. bis 10. September verschoben. Berlin, 21. Juli. (TU.) Wir entnehmen dem Bundesorgan des Stahlhelm, Bund der Fronsoldaten, folgenden Bundesbesehl des Bundesführers Franz Seldte: Der alljährlich abgehaltene Stahlhelmtag findet nunmehr auch in diesem Jahre statt. Wegen des Anfang September in Nürnberg stattfindenden Reickspartei- tages der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, auf dem der Stahlhelm durch eine Abordnung vertreten sein wird, lege ich jedoch den Stahlhelmtag a u f d e n 8. b i s 1 0. S e p t e m b e r. An diesen Tagen werden sich alle Führer des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, in Hannover zu einem R e i ch s f ü h r e r t a g des Stahlhelm versammeln. Sämtliche Landesverbände haben durch die Entsendung von Sporteinheiten den besten Aufmarsch des Bundes zu gewährleisten. Weitere Befehle folgen. Gez. Seldte. Oerfaschistische Gedanke marschiert Coty gründet eine faschistische Partei. Pari«, 21.3uli. (WTB.) Die faschistischen Tieigungen des Parfümfabrikanten C o t h sind seit langem bekannt. Ohne seine persönlichen Ambitionen allzu ernst zu nehmen, gewinnt aber der Aufruf zur Gründung einer Partei der französischen Solidarität, die gegen die jüdisch-marxistisch-freimaurerische Zersetzung gerichtet ist, gerade in dem Augenblick, in dem selbst bei den französischen Sozialisten sich eine Tendenz zur Abkehr vom Internationalismus bemerkbar macht, eine gewisse Bedeutung. Die neue Partei, die vorerst als ein Sammelbecken der Elemente gedacht ist, die unter dem Motto: „Frankreich den Franzosen im erwachten Vaterland" die Klassengegensätze zu überbrücken gewillt find, hat als Abzeichen den den heimischen Boden verteidigenden gallischen Hahn gewählt. Offenbar im Hinblick auf die Ausführungen der Bürgermeisters von Bordeaux, M a r q u e t, auf dem französischen Sozialistenkongreh, die von Leon Blum als „Faschistisches Programm" bezeichnet wurden, schreibt die Daily Mail: Es «ist ein Zeichen der Zeit, daß in Frankreich eine faschistische Bewegung eingesetzt hat. Frankreich wird der Llnstabili- t ä t müde, die mit der demokratischen Politik Hand in Hand geht, so sie noch in Händen von Parteikombinationen liegt. Dieses System hat den Karrieremachern allzuviele Gelegenheiten gegeben, und es hat auch endlose Verwirrungen angerichtet. Die Franzosen sehen in Italien eine ganz andere Art Obrigkeit am Werke und diese findet bei vielen von ihnen^Anklang. Sie ist männlich und erspart KräfteverAudung, sie bringt Leistungen zustande und verschwendet keine Zeit und Kräfte in ständigen Ausschüssen und älnterau-rschüssen. Es ist gesagt worden, daß die Zivilisation im wesentlichen ein System sei, das in sparsamer Weise die in einem Volke schlummernden Kräfte zur vollen Entwicklung bringe. Mussolini hat gezeigt, wie erfolgreich der Faschismus sein kann und welchen Schutz er gegen den Kommunismus bietet. Eine faschistische Organisation in Irland. London, 21. Juli. Im irischen Freistaat ist eine faschistische Organisation unter der Leitung des früheren Polizeichefs, General O ' D u f f y, eines tüchtigen und energischen Mannes ins Leben gerufen worden. Sie hat sich zu einer Armeekame- raden-Vereinigung einer rechtsstehenden Organisation entwickelt. Etwa 300 Vertreter dieser Vereinigung trafen am Donnerstag in Dublin zu einer Sitzung zusammen und gaben der Organisation den Namen „Nationalgarde". Die Mitglieder der Organisation tragen das blaue Hemd als Uniform. Die Versammlung wählte O'Dufsy zu ihrem Führer. Die Ziele der National- aarde sind: Umgestaltung des parlamentarischen Systems, Bekämpfung des Kommunismus, Abschaffung des Streiks und der Aussper» Verlassene Nation. Von Franz Schauwecker (GOS.). Niemals stand der Deutsche unmittelbarer dem Schicksal gegenüber als vor fünfzehn Jahren in jenen späten Iulitagen 1918, in denen nach der mihglückten deutschen Offensive auf Reims Foch aus den Wäldern von Villers Cotterets in die schwache, ahnungslose Ostflanke der deutschen 7. Armee zwischen Soissons und Chateau-Thierry einbrach und sie, übermächtig in allem, zurück- drängte. Da warf das Schicksal für einen Augen- "blid alle Hüllen fort und stand nackt in unserer Gröhe aufgereckt bis in alle Himmel. Da starrte den Deutschen auf allen Wegen, in allen Schluchten und Wäldern das Schicksal an. Er konnte die Hand ausstrecken und es berühren. Es war jener furchtbare Moment, in welchem die für den Fortgang des Sturms auf Reims bestimmten Eingreifdivisionen, funkelnden Auges, berauschten Herzens, nach vorn marschierten, wo rechts ununterbrochen das Trommelfeuer im bewölkten Horizont hing, jene Stunden, in denen die Fühe der Kolonnen so leicht und beflügelt gingen, obwohl auch der Sieg den Tod brachte... aber es war ja der Sieg, der den Tod brachte, Len Tod, die große, strahlende Sternflamme mitten im Herzen, der Tod des Sieges, der für Sekunden den Himmel mit einem Buck aufreißt bis in seine letzten Tiefen und Höhen, der Tod, die große Begnadung. Es war jener schreckliche Moment, in dem die Kolonnen mit einem Male eine sonderbare Kurve machten und seitab marschierten, wo der Horizont so bleigrau und dumpf lag wie erschlagen und kollerte und Blasen warf und rollte. Cs war jener unvergeßliche Moment, als wir die ersten deutschen Truppen sahen, die finster und stumpf ermattet uns entgegenkamen und Gefangene mit sich führten, die lachten und ungeniert daherkamen, als seien sie gar nicht gefangen, sondern als gingen sie aus Lanue hier und amüsierten sich unverschämt über unsere Kavalkade, die ihnen wie ein Anachronismus vorzukommen schien, wie ein ahnungsloser Anachronismus, der triumphierend dahinzieht und noch gar nicht begriffen hat, was eigentlich los ist. Es war jener entsetzliche Moment, als wir es ahnten, zweifelten, sahen, begriffen: über unsere ausgestreckte Hand weg greift eine andere und reiht uns den Sieg vor den Fingerspitzen fort Da wurden wir gewahr: wir marschieren nicht mehr in den Sieg, sondern wir gehen in einen Rückzug. Lange genug kannten wir den rungen, Einsetzung von Schiedsgerichten zur Regelung von Streitigkeiten, Organisierung der Landwirtschaft, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch besondere Maßnahmen, späterhin Wiederherstellung eines geeinigten Irlands. Als Mitglieder der Organisation werden bisher 25 000 Köpfe gezählt. In den Grafschaften Cork, Limerick und Tipperary hat sie schon einen sehr großen Zustrom und macht der „Irischen revolutionären Organisation" einer d e Valero nahestehenden Organisation großen Abbruch. Nach der Sitzung kam es sofort zu einem Z u - sammenstoß mit kommunistischen Elementen, die die Blauhemden überfielen. Mehrere Personen wurden verletzt. Die Regierung de Valero ist wegen der Tendenz der Nationalgarde in erheblicher Besorgnis und hat erwogen, die Organisation zu unterdrücken. Oie faschistische Idee in China London, 20. Juli. (CNB.) lieber den „Bund der Blauhemde n", der in China die Ideen einer nationalen und sozialen Wiedergeburt vorsieht, berichtet der Korrespondent der „Times" in Schanghai seinem Blatt interessante Einzelheiten. Danach rekrutiert sich ein großer Teil der Angehörigen dieser Geheimorganisation aus Kadetten der Militärakademie in W h a m p o a. Das Ziel des „Bundes der Blauhemden" ist die Bildung einer starken chinesischen Zentralregierung, die Abschaffung der „ungleichen Verträge" mit ausländischen Mächten, die Ausrottung der Korruption, die Förderung der Landwirtschaft, die Sicherung des finanziellen Gleichgewichts im Staatshaushalt, die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht und der allgemeine Schulzwang. Der „Bund der Blauhemden" hat Vertreter nach Europa entsandt, die den Faschismus an Ort und Stelle studieren sollen. Andere Mitglieder der Organisation versuchen, in den wichtigen Zentralen der Verwaltung und insbesondere in allen mit der Volkserziehung betrauten Stellen Fuß zu fassen, um von dort aus die chinesische Nation mit der Idee des Faschismus vertraut zu machen. Oie gehaltliche Gleichstellung der Gemeindebeamten. Berlin, 21. Juli. (VDZ. Funkspruch.) Das preußische Innenministerium und das Finanzministerium weisen darauf hin, daß die durch die preußische Sparverordnung eingeleitete Angleichung der Bezüge der Gemeindebeamten an die gleichzubewertenden Stadtbeamten noch nicht in jeder Beziehung zu den von -der Reichs- und Staatsregierung im Interesse einer gleichen Behandlung der Gesamt-Beamtenschaft verfolgten Ziel der gehaltlichen Gleichstellung der Gemeindebeamten mit den Staatsbeamten geführt habe. Durch das Reichsgesetz vom 30. Juni seien infolgedessen neue Angleichungsvorschriften getroffen worden. Die Gemeinden und Gemeindeverbände haben bis zum 31. Juli erneut die Bezüge ihrer Beamten und Angestellten, Wartestandsbeamten, Ruhegehaltsemp- Krieg und hatten die Waage im Gleichgewicht schweben gesehen und jetzt erkannte es unser Instinkt: die Schale senkt sich nach drüben. Der An- fang vom Ende beginnt. Jetzt ist es aus: Schluß! Lind so betraten wir die riesige Arena der Schlacht. Wir sahen die große, sommerlich blühende reisende Weite der Erde voll gelbem Korn und grünem Klee und glänzendem Laub bis in alle Horizonte erfüllt von Rauchschwaden, Gasnebeln, Kreidestaub, Explosionsqualm, Fliegern, Fesselballons, Schrapnellwolken. Wir wußten: all dies ist französisch, englisch, amerikanisch, belgisch, italienisch. Nichts hiervon ist deutsch. Da stützten wir uns einen Augenblick auf einen gestürzten Baum, auf das Rad eines zerschmetterten Munitionswagens und senkten den Kopf, bevor wir weiter marschierten nach vorn in dieses auf die Erde gegen uns niedergegangene Gewitter aus Brand, Knall, Tod, Rückzug, Gasgift. Wir befanden uns in dieser ersten der Rückzugsschlachten wie die Nibelungen in Etzels brennendem Saale. Rundum stand das Feuer der Welt und umschloß uns unentrinnbar. Alles war zwecklos. Und vor dieser Zwecklosigkeit schieden sich die Geister. Die einen sahen den Zweck in der Flucht, die andern im Kampf. Lind am Ende blieben die einen wie die andern, und der letzte Kampf begann. Was hier vor sich ging im reinen Kampf ohne jede Aussicht auf Sieg, im Einsatz des Lebens zu Hunderten von Malen ohne jeden Wink eines Gewinnes unter den fürchterlichsten Gefahren — das geschah nicht mehr aus irgendeinem rationalen Anlaß, war der Berechnung enthoben in einen höheren Bezirk der Bestimmung und vollzog sich im Namen einer Llnbedinatheit, über die sich damals die wenigsten Rechenschaft zu geben vermochten. Alle aber standen unter ihrem zwingenden Gesetz. Lind so erfüllte sich alles an uns und der Nation: es war kein Lohn dabei, es war kein Glanz des Ruhmes um uns, es war keine Erleichterung der Musik — es ging alles einsam, verlassen, unbeachtet vor sich. Die Welt war nur da, uns möglichst rasch und gründlich zu vernichten: die Heimat war mit sich selber beschäftigt: die Regierung sah ohne Kopf in ihren Sesseln. An der äußersten Grenze des Reiches stand die Nation für sich im Kampf. Sie stand da: grau, abgemagert, halb verhungert, mit bren- fänger und Hinterbliebenen nachzuprüfen. Die Beschlüsse sind dann den Aufsichtsbehörden vorzulegen. Die den Gemeindebeamten bisher zur Erleichterung der durch die Gehaltskürzungen erwachsenen Einkommensminderungen für eine gewisse Zeit gewährten Ausgleichszulagen fallen vom 1. August ab weg. Für die Einstufung der Gemeindebeamten dürfen lediglich Inhalt und Bedeutung der Stellen maßgebend sein, nicht etwa die Amtsbezeichnung oder sonstigen Merkmale. Mit besonderer Sorgfalt mu ßverfahren werden bei der Einstufung solcher Beamten, für die im Dienste des Staates eine unmittelbar vergleichbare Stelle nicht vorhanden ist. Auch bezüglich des Besvldungs- dien st alters darf kein Gemeindebeamter günstiger gestellt sein als ein gleich zu bewertender Staatsbeamter. Wer gehört zum Deutschen Büro- und Behördenangestelltenverband? Berlin, 21. Juli. (TLl.) Der Führer des Gesamtverbandes der Deutschen Angestellten, Pg. Forster, Danzig, hat folgende Anordnung erlassen: „Es b^st:hen trotz der Anordnung des Führers der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Ley, vom 22. Juni 1933 noch Llnklarheiten über den vom Gesamtverband der Angestellten zu erfassenden Personenkreis. Ich weise darauf hin, daß der Deutsche Büro- und Dehörden- Angestellten-Derband die Organisation für alle männlichen versicherungspflichtigen Ang estellten ist, die in Verwaltungen, Büros und Betrieben, die nicht dem HGB. unterliegen, beschäftigt sind. In dieser Anordnung vom 22. Juni 1933 ist auch ausgeführt, daß auch die Volksgenossen zu erfassen sind, welche infolge ihrer Einkommenshöhe nicht mehr versicherungspflichtig sind." Meine politische Nachrichten. Der Reichsleiter des NSLB., Staatsminister S ch e m m, hat zum Leiter der Reichsfachschaft „Lehrer a n H o ch s ch u l e n" Ministerialrat Dr. E i d l - Berlin ernannt. Zum ständigen Stellvertreter des Leiters der Reichshochschulfachschaft ist Professor Dr. med. Fischer -Würzburg bestellt worden. Der Reichsleiter des NSLB. ernannte außerdem zum Leiter der Reichsfachschaft „Lehrer an höheren Schulen" Will Griepen- trog- Berlin. * Nach eingehenden Besprechungen zwischen dem Reichsjugendführer von Schirach und dem Bundesführer des „Scharnhorst", Major a. D. Epen- stein, wurde beschlossen, den „Scharnhorst" in die Hitler-Jugend zu überführen. Die bisherigen Landesoerbandsführer und Gauführer des „Scharnhorst" treten zu den Stäben der Gebietsführer bzw. Obergauführer der Hitlerjugend. Die bisherige Bundestracht darf aufgetragen werden, sie muß aber mit dem Abzeichen der Hitlerjugend versehen werden. * Die Kieler Stadtverordnetenversammlung nahm einstimmig einen Antrag des Oberbürgermeisters Behrens an, dem R e i ch s p r ä s i d e n - ten v. Hindenburg und dem Reichskanzler Adolf Hitler das Ehrenbürgerrecht der Stadt Kiel zu verleihen. Der Präsident der Abrüstungskonferenz Henderson hat München mit dem Zuge Wien— Paris verlassen. Zur Verabschiedung hatte sich der Reichsaußenminister v. Neurath am Zuge eingefunden. Nachdem durch das Reichsgesetz vom 15. Juli 1933 über die Postabfindung die seit Jahren schwebende Frage der bayerischen Postab- f i n d u n g eine endgültige Regelung in Lleber- einstimmung mit der vor einiger Zeit zwischen dem Reich und Bayern getroffenen Vereinbarung gefunden hat, hat Bayern nunmehr die im Jahre 1928 beim Staatsgerichtshof erhobene Klage auf Verzinsung der Postabfindung zurückgenommen. Die durch das Gesetz nenden Augen, mit schweren Armen und Beinen, Sorgen unter der früh gefurchten Stirn, düsterste Schatten der Zukunft über sich, einen mit unübersteiglichen Hindernissen verrammelten Weg vor sich. Es war verlassene Nation, die da antrat. Es war unerbittliches Schicksal, dem sie gegenübertrat. Die Nation nahm den Kamps um das Aussichtslose auf. Sie konnte durch nichts dazu bestimmt werden, nur durch sich selbst. Es konnte hier um nichts mehr gehen, wenn nicht um die Nation selbst. Hier wurde, abseits von Erfolg, äußerem Sieg, Gewinn, Triumph, ein Bekenntnis vollzogen, das Bekenntnis der Nation zu sich selber. Es war das Letzte, das Wesentliche, das hier zum Durchbruch kam. Der innere Bestand der Nation wäre für immer in Frage gestellt worden, wenn hier ein Verzicht eingetreten wäre. Es war nur eine Selbstbestätigung, die hier gegeben wurde, als der deutsche Frontsoldat für das ganze Volk den ersten Schritt in die grauenvolle Hölle des Liebermaterials tat, die sich heulend vor ihm öffnete und sich feurig und erbarmungslos hinter seinem Rücken schloß. Hier mit dem Leben davonzukommen, damit konnte kein Soldat rechnen. Hier war der völlige Selbstverzicht offenbar. Nur die Nation konnte das ermöglichen und konnte es fordern. Es abzulehnen wäre Verrat gewesen. Niemand beging den Verrat. Niemals haben die deutschen Frontsoldaten die Nation so im Eigentlichen gerettet wie in diesen Iulitagen 1918 und späterhin bis zum Ende des Krieges. Keine Frage galt der Zukunft, dem Ergebnis, dem Sinn, dem Ziel. Was kommen würde, wußte niemand, und niemand fragte danach. Lind so ging die Nation in den letzten Kampf und verschwand in den ungeheuren Ausbrüchen der Schlacht. Als der Kampssoldat wieder auftauchte aus diesem Wirbel von Vernichtung und Grauen, war er reif geworden, erst einmal „Nein!" zu sagen zu vielem, das er bisher ungeprüft übernommen hatte. Von nun an konnte aus seinem Herzen nie mehr die große Gemeinschaft der Nation verschwinden, in der er selber damals verschwunden war als ein winziger Teil. Er gewährte den Sinn jenes Lebens mitten im Tode, die Nation, die das ermöglicht hatte, hinüberzuretten über Niederlage, Revolution, Kompromiß, Verrat und Flucht in die Menschen, die einmal das Schicksal herumwerfen werden. Es war nur ein Funke, mit dem der Frontsoldat wieder zum Vorschein kam aus den unterBayern zugebilligte Rente von 4,35 Millionen Mark jährlich entspricht dem mit der erhobenen Klage zulehr verfolgten ^Antrag. Vor dem Ständigen Internationalen Gerichtshof kam die öffentliche Verhandlung in der doutsch-pol- nischen Klagesache wegen der Agrar beschwerde der deutschen Minderheit in Polen mit einer Duplik des polnischen Vertreters zum Abschluß. Die Entscheidung dürfte in etwa zwei Wochen zu erwarten sein. Kunst und Wissenschaft. Der Auftakt in Bayreuth. Nach zwei Jahren ist nun B a y r e u t h wieder einmal für vier Wochen zum Mittelpunkt des künstlerischen Lebens geworden. Größer denn je ist das Interesse, das man den diesjährigen Fe st spielen entgegenbringt. Llnter der straffen, geläuterten Stabführung Elemendorffs gelangten die „Meistersinger" zur Aufführung. * Am Freitagvo'rmittag wurde, wie das Vdz.- Bureau meldet, gleichsam zur feierlichen Einleitung der Festaufführungen, an der in der Billa Wahnsried im Parkheim gelegenen Grabstätte von Richard und Cosima Wagner eine stille Gedenkfeier abgehalten, an der nahezu das gesamte Festspielpersonal in Gegenwart von Frau Winifred Wagner teilnahm. Der Festspielchor sang unter Professor Rüdels Leitung aus dem „Parsival" die Verheißungs- Worte „Der Glaube lebt, die Taube schwebt". Es folgte die Niederlegung großer Lorbeerkränze, wobei die badische Kammersängerin Luise R e u ß- B e l c e, die noch unter dem Meister selbst 1882 im Parsival eins der Blumenmädchen gesungen hat, die Kranzspende des Solopersonals niederlegte. Im Anschluß an den Gedenkakt, bei dem keine Worte gesprochen wurden, begab sich das Festspielpersonal mit Frau Wagner zur Grabstätte Siegfried Wagners, wo ein Gedenkakt gleicher Art stattfand. Aus aller Welt. Acht Tote, zwanzig verletzte bei dem italienischen Eisenbahnunglück. Wie schon kurz gemeldet, stieß der Schnellzug Neapel—Foggia zwischen den Stationen St. Lorenz und Solopaca mit dem Gegenzug aus Bene- vent zusammen, wobei acht Eisenbahnbeamte getötet wurden. Zwanzig Personen wurden verletzt, darunter sechs Schwerverletzte. Von Neapel aus ging sofort ein Hilfszug ab. Das Llnglück soll darauf zurückzuführen sein, daß ein Eisenbahnbeamter irrtümlich ein falsches Signal bediente und dadurch dem Zug aus Benevent die Einfahrt freigab. Die Strecke an der genannten Stelle ist nur eingleisig. Inzwischen hat sich der Llnterstaatssekretär im Verkehrsministerium, Post i l i o n e, zur Llnglücksstelle begeben. Eine genaue Llntersuchung ist eingeleitet worden. Zwei Todesurteile in kiel. Im Prozeß wegen der Ermordung des Siedlers Möller in Wahrendorf verurteilte das Schwurgericht in Kiel den 22jährigen Gärtnergehilfen Ernst Remmel aus Augsburg und die 21jährige Wirtschaftsgehilfin Johanna Degen aus Mainz zum Tode. (Brofefeuer in Erlangen. In der Bürstenfabrik Kraenzlein in Erlangen brach in der Zelluloseabteilung ein Brand aus. Das Feuer entstand an einer Fräsmaschine. Innerhalb zehn Minuten stand das ganze obere Stockwerk der Fabrik in Flammen, denen die großen Zellulosevorräte reiche Nahrung boten. Der Feuerwehr gelang es, den Brand auf das obere Stockwerk zu beschränken. Dieses ist mit sämtlichen Vorräten völlig den Flammen zum Opfer gefallen. Die Maschinen sind kaum noch verwendbar. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Schweres Erdbeben in Kleinasien. Ein schweres Erdbeben hat sich in der Gegend von Denizli bei Smyrna ereignet. Die Erdstöße dauern an. Bisher wurden 20 Leichen geborgen. irdischen Bereichen des Materials. Manchem, der sich bequem an elektrischen Oefen und Zentralheizungen wärmt, mag es sonderbar sein zu sehen, daß einer aufsteht und weggeht von den Paradiesen der künstlichen Wärme in eine durchaus natürliche Kälte hinein und um einen Funken bemüht ist, der nur die Hand wärmen kann, in der er glimmt. Es sind heute wie je und künftig immer jene Menschen, die es nicht fassen, daß man nicht anders kann als das Gesetz vorschreibt, das über uns ist. Es sind die Vereinzelten, die immer einen praktischen Grund für ihr Verhalten angeben können, sei es nun Erfolg, Geld, Stellung, Gewinn, und die dies stets nur in engster Beziehung zu sich selber zu sehen D»rmögen. Es sind jene, die man wahrhaft Individuen nennen muß, die in ihren Einzelheiten immer Recht und in der Ganzheit stets Llnrecht haben, die einen Erfolg morgen der Wirkung von übermorgen sofort unbedingt vorziehen und die stets die bestechendsten Gründe der Oberfläche am wohl- geplätteten Rockkragen haben. Indes die andern in die Schlacht marschieren, die nun erst beginnt. Zeitschriften. Prof. Dr. Emst Schultze schildert in der 3llu- strirten Zeitung (I. I. Weber, Leipzig) den heftigen Währungskrieg, der sich mit äußerster Scharfe zwischen England und Amerika ab- Aelt, und hinter dem alle anderen Probleme der Weltwirtschaft, mit deren Lösung sich die Londoner Konferenz befassen sollte, zurückgetreten «-k 7". schwer Deutschland unter der Welt- frife leidet, zeigt der Beitrag „Deutsche Lands- leute in Südwest-Afrika" von Nora v. Steinmeister. Entsagungsreich und primitiv ist das Leben, das die Afinka-Deutschen fern ihrer Heimat füh- rren, aber sie sind sich bewußt, daß sie nicht nur für ibr eigene^ Schicksal kämpfen: in nimmer- muöcr Zuversicht sind sie bemüht, einen starken cn 2luhenposten für die Heimat zu sichern. Bon dem sportlichen Geist, der auch die deutsche Frau beherrscht, zeugt der Beitrag „Llnsere Amazonen im Sattel" von W. v. Hackewitz. In zahlreichen Bildern treten uns die erfolgreichen deutschen Reiterinnen entgegen, deren Leistungen uuch im Ausland hohe Anerkennung fanden. — 3n den Bildern vorn Nationalsozialistischen Gauparteitag in Leipzig, von Reichswehrmanövern und tagesgeschichtlichen Begebenheiten spiegelt sich das wiedererwachte, neue Deutschland. Ms-: Qti°nalen re,. 'S in der ^'chtshos 'Wi,fc‘!i bensch^. °yreuih w ns”“ i« Li. L^'LL feig* ?BZ, ä3F- äU'S u'edn. ÄlaI bei 2^ sich bo8 Wer zur Grab- em GedenkE De«. e bei dem Ilalsenischea nglüif. ' stieb der Schnellzug >en Stationen 6t. Lo- i ®egenjua auS Bene- vilcnbo^nbcQintc gc* Personen wurden Le r» Schwerverletzte. Ton in Hilfszug ab. M -uführen fein, dah ein ch ein falsches Signal Zug aus Denevcnt die ecle an der genannten Zwischen hat sich der lehrsministeriuin, Poesie begeben. Eine gegleitet worden. ile in Kiel. rmordung des Siedlers rurteilte das Schwur- :igen GürMergMe/r urg unb hie 21 jährige Degen aus Mainz rlavgeu. ieuer- e nzl ein'm Erlangen ung ein Brand aus. :t Fräsmaschine. 3nner- das ganze obere Stock- men, denen die groben rung boten. Der Fl " d aus das obere Stock- ift mit sämtlichen $or= zum Opfer gefallen. Die oerwendbar. Verluste an i beklagen, n in Kleinasien, n hat sich in der TeM ereignet Die Lrdswhe Materials. Manchem, tischen Oefen und Zen- ag es fonbeM siebt und weggeht von tlichen Wärme m em - hinein unD um einen nur die M wmen tmb künftig immer M l-SÄ-S imm# <•. einen «r* f“*8 L öf,Äta*n isten- Ei*1 2- «ch mit äuhew ieg- oimerifa 'S*gS$ ft&s bem^.e Au sich'?' ; die Heimst »u deut' «‘® » S’Ä* rKsrs hoff in Gießen Hot als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit den Betrag von 50 Mark an die Finanzkasse in Gießen abgcführt. *• D i e Museen und Sammlungen im Alten und Neuen Schloß sind am Sonntao zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. * Die Sprechstunden für tuberku- loseerkronkte Kinder, die bisher jeden Mittwoch von 16 bis 17 Uhr in der Kinderklinik ftattfand, wird ab nächster Woche auf Dienstag jeder Woche von 16 bis 17 Uhr verlegt. ** Fahrplanänderungen auf brr Strecke Gieße n—G rünberg. Zur Herstcl- lung des Uebergangs vom Personenzug Nr. 572 W. Grünberg—Gießen (Abfahrt in Gründerg 5.37 Uhr, Ankunft in Gießen 6.19 Uhr) auf Personenzug Nr. 2551 W. Gießen—Lollar—Londorf—Grunbcrg (Ab- fahrt in Gießen 6.18 Uhr, Ankunft in Grünberg 7.29 Uhr), treten ab 24. Juli folgende Fahrplan- änderungcn ein: Pz. Nr. 572 W. wird durch Kürzung der Unterwegsaufenthalte eine Minute früher, das ist um 6.18 Uhr, in Gießen angebracht. Pz. Nr. 2551 W. fährt in Gießen um 6.21, in Lollar um 6.30, in Daubringen um 6.36, in Mainzlar um 6.39, in Treis um 6.47, in Allendorf um 6.54, in Londorf um 7.01, in Kesselbach um 7.05, in Oden- hausen um 7.08, in Geilshausen um 7.13, in Lumda um 7.19, In Beltershain um 7.23 ab und trifft wie seither um 7.29 in Grünberg ein. Einheitsliste für die evangelische Kirchenwahl in Gießen Die Wahlhandlung am E-nntag erübrigt sich in allen Gießener Gemeinden. In den sechs evangelischen Kirchengemeinden ist I nurje eine Vorschlagsliste eingereicht I worden. Mithin gelten die auf dieser Liste! Benannten als gewählt, eine eigentlichc Wahlhandlung unterbleibt. Die Vorschlagslisten nennen an erster Stelle für die 2Ual- thäusgemeinde Landgerichtspräsident l. R. Ludwig Neuenhagen, für die Markusgemeinde hut- machermeisler Rudolf Richter sen., für die £u- kusgemeinde Juwelier Karl Noll, für die Johan- nesgemeinde Oberstudienrat 1. R. Pros. Dr. Otto w e i ma r, für die Luthergemeinde Bürodirektor i. K. Rcchnungsrat Eduard Schiffnie, für die Pe- trusgemeinde Rektor N e b e l i n g. Nachdem die Wahlakten offengelegen und der De- kanatvausschuß übet die Gültigkeit der Wahlen entschieden hat, werden di-e neugcwähllcn Gemeindevertretungen ihre Funktionen übernehmen. Diese bestehen zunääist in der Wahl der Kirchenvorstände, des Gcsamtkirchcnoor- standcs, der Mitglieder des vekanatstages und der Abgeordneten zum Landcskirchentag. Diese Körperschaft wird alsdann die wichtige Ausgabe haben, an der Schaffung einer neuen Kirchenversasfung mitzuwirken und die Begründung einer Großhesfifchen Kirche in die Wege zu leiten. Oer Süßmost auf dem Marsche. Bon Ernst Albert Einsiedel. Süßmost ober unoergorener Obltsaft war einmal eine Angelegenheit einiger weitschauender Obstkel- tereien. Dann war er eine Angelegenheit begeister- ter Lebensreformer. Heute ist er eine wichtige Angelegenheit der deutschen Volkswirt- schäft, b. h. also des Beeren-, Obst- unb Weinbaues. Den Obstbauern, die in Jahren reicher (Ernten mit ihrem Obstüberfluß nicht aus noch ein wußten, ist nicht mit schönen Reden unb in dieser Zeit der Geldnot auch nicht mit Subventionen geholfen. Ihnen ist geholfen mit der Aussicht, ihr gesamtes Obst, vom Fallobst bis zum letzten Winterapfel gut und preiswert loszuwerben. Dem brutschen Weinbauern ist das gleiche Licht aufgegangen. Er weiß heute, daß er kaum mehr mit Auslandswinzern konkurrieren kann. Geholfen ist ihm nur, wenn er seine letzte saure Traube verwertet und gut verwertet hat. Das war ihm bis vor zehn Jahren noch unmög- lich. Niemand kannte die gährungsfreien Verfahren zur Herstellung unb unbegrenzten Haltbarmachung von Süßmost, bie die preiswerte Ausnutzung auch der letzten Beere, des bisher wertlosesten Klein- und sogar Fallobstes, der sauren, unansehnlichen Trauben ermöglichen. Seit der badische Obstbaulehrer Baumann seinen „Flächenerhiger", seinen „Son- nenborn", seine „Entkeimungsglocke" geschaffen, die je nach Größe die kleinsten wie die größten Mengen ausgepreßten, geklärten Obstsaftes, Trauben- saftes bei 72 bis 75 Grad Wärme unbegrenzt halt- bar machen, ist die restlose Verwertung aller Erzeugnisse deutschen Beeren- und Obstbaues möglich. Erst recht, seit die Seitzschen Kältefilter als ausgezeichnete Apparate für das Kaltfilterverfahren hcr- auskamen, die jeden Großkeltereibetrieb in die Lage fetzten, große, allergrößte Mengen Obst- und Trau- bensaft ohne Erhitzung, nur durch Asbestfilterpres- ung keimfrei und unbegrenzt haltbar 3U machen, ist >er deutsche Obst- und Weinbau vor der ausländi- chen Konkurrenz unb Damit vor bem wirtschaftlichen Ruin gerettet. Der Obst- unb Weinbauer hat auch bie Möglichkeit, die durch diese Verfahren gewonnenen gesundheitlich und geschmackmäßig hochwertigen und naturreinen Säfte abzusetzen. Gewähr dafür bieten die zahlreich vorhandenen Jugend- und Sport-Derbände, die Bewegung für gesunde Volksernährung, für natürliche Heilweise, Die Arbeit der Schule und anderer Faktoren, der Frauenoerbände u. a. m. Der Süßmost Hal unter verschiedenen Namen, worunter alkoholfreier wein der unzutreffendste ist, schon starke Verbreitung gefunden. Dom Obstbauland Süddeutschland drang er nach Mittel- und Norddeutschland vor. Wer vor fünf Jahren etwa in Mitteldeutschland Süßmost zu trinken verlangte, der wurde von den Kellnern höchst merkwürdig angesehen. Heute führen mitteldeutsche Großbahnhöfe, Gasthöfe und Kaffeehäuser, sogar schon Feinkosthändler u. a. m. in erheblicher Zahl Süßmost unb sind überrascht, wie oft er verlangt wirb. Große Brauereien, bekannte Sektkellereien, alte, große Brennereien haben Abteilungen für Süßmostherstellung eingerichtet. Damit ist auch bewiesen, bah biefe kein schlechtes Geschäft ist. Denn die genannten Betriebe halten sich mit verlustbringenden Geschäften nicht auf. Obstweinkeltereien sind Großhersteller von Süßmost geworden. In den meisten höheren und mittleren Lehranstalten für Gartenbau sind eigene Abteilungen Dafür eingerichtet. Die verschiedenen Organisationen — des Obstbaues, der Alkoholgegner, der städtischen und ländlichen Hausfrauenvereine, der Kleingärtner, der Jugend — hielten Hunderte von Lehrgängen ab, allen voran die rühmlich bekannte Lehr- und Versuchsanstalt Ober-Erlenbach bei Frankfurt a. M. und die Hauptgeschäftsstelle für gährungslose Früchteverwertung Berlin-Dahlem, sowie die ihr an- geschlossenen Landes- und Provinzialausschüsse. Zahlreiche Kreise und Gemeinden haben O b st v e r • wertungsgenossenschaften gegründet, die das bisher notgedrungen verfütterte oder wegen Unansehnlichkeit unverkäufliche Obst zu Süßmost verarbeiten oder verarbeiten lassen. An vielen Orten sind für diese wirtschaftlich wichtige Frage Kleinbetriebe und Verkaufsstellen von Süßmost entstanden, und zehntausende von beaeifterten Freunden dieser neuen, wertvollen und äußerst angenehm schmeckenden Dolksgetränkesorgen für Wei- terverbreitung der neuen Möglichkeit wirtschaftlicher Gesundung und wirtschaftlichen Fortschritts. Aus der Proviuzialhaupistadt. Rundfunkprogramm. Oer deutsche Gruß. Wie oft haben wir Deutschen es in der Nachkriegszeit besonders erlebt, wenn uns Geschäftsreisen oder auch Vergnügungsfahrten ins Ausland führten, daß sich in Frankreich oder in England, oder wo immer wir auch waren, die Menschen, erklang die Nationalhymne, sich wie ein Mann erhoben unb mitsangen. Das Lachen verschwand von den Gesichtern, feierlicher Ernst löste es ab, sie dankten alle in diesem Augenblick ihrem Daterlande, das sie geboren und erzogen hatte. Wir Deutschen dachten in solchen Augenblicken immer mit einem Gefühl der Beklemmung daran, daß sich in Deutschland beim Absingen der Nationalhymne niemand erhob, außer bei besonders feierlichen Anlässen. Das Deutschlandlied ging über die Zuhörer hinweg, störte sie kaum bei der ^Unterhaltung, war kaum mehr als ein Teil des Konzertprogramms der Kurkapelle, des Kasfeehausorchesters, oder wo immer wir gerade saßen. So mancher Ausländer hat darüber verwundert den Kopf geschüttelt und entsetzt aufgelauscht, wenn sich, wie es bis vor wenigen Jahren noch möglich war, aus den Neihen des Publikums gar lauter Unwille gegen das Spielen der Nationalhymne bemerkbar machte. Dieser Zustand war ein Zeichen der inneren Zerrissenheit Deutschlands, war sichtbarer Ausdruck der krassen Gegensätze, die sich in unserem Baterlande wie Todfeinde gegenüberstanden. Es ist in jeder Weise begrüßenswert, daß nun endlich die beiden Lieder des Deutschen, die Nationalhymne und das Siegeslied der nationalsozialistischen Nevolution, so zu achten und zu ehren sind, wie jedes andere Land ganz selbstverständlich seine Nationalhymne achtet und ehrt. Die deutsche Zwietracht, die deutsche Zerrissenheit wird und muß vollends überwunden werden. Das deutsche Volk soll nur noch deutsch empfinden. Und wenn die deutschen Lieder jetzt in Deutschland erklingen, wenn sie bei feierlichen und fröhlichen Anässen gespielt werden, dann wird ihnen ganz Deutschland den Hitlergruß erweisen, den Gruß der größten innerlichen Nevolution, die je über Deutschland und über Europa hingegangen ist. Dieser Gruß wird von Mensch zu Mensch von nun an das Bekenntnis zum neuen Staate weitertragen, dieser Gruß wird in das gesamte Doll übergehen unb sichtbar Zeugnis ablegen davon, dah die sprichwörtlich gewordene deutsche Uneinigkeit überwunden ist, daß ganz Deutschland geschlossen-hin ter seinen Führer tritt unb aller neidenden Welt zum Trotze nicht gewiUt ist, auch nur einen einzigen Schritt von dem nun in seltener Einmütigkeit begangenen Wege zum endlichen Ziele abzuweichen. S. F. Weiterer Ausbau des hessischen Polizeiwesens. Das Hessische Personalamt Darmstadt teilt mit: In Fortführung Der notwendigen Maßnahmen zum weiteren Ausbau des hessischen Polizeiwesens, zur Stärkung und Festigung der Staatspolizei in organisatorischer wie personeller Beziehung und Durchdringung der Beamtenschaft mit der Staatsidee nationalsozialistischer Weltanschauung hat das Staatsministerium aus dem benachbarten Frankfurt a. M. zwei höhere Polizeioffiziere in diehefsifcheStaats- polizei berufen. Polizeimajor Jacobsen tritt als Chef des Stabes zur Behörde des Staatspolizei- Präsidenten, Polizeimajor R e i ch a r d t übernimmt als Sachberater und Leiter das gesamte Funk- und Nachrichtenwesen. Beide Polizeiosfiziere haben nach Uebernahme ihrer neuen Aemter ihren Dienst sofort aufgenommen. Gleichzeitig trat ein Wechsel in der Leitung des Hessischen Staatspolizeiamtes Darmstadt ein. Zum Nachfolger des vorläufig beurlaubten Regierungsrats Schneider wurde unter Beförderung zum Kriminal-Polizeirat der Krimnalkommisiar Dr. Schulze vom Polizeipräsidium Wiesbaden ernannt. Er hat (eine Dienstgeschäfte ebenfalls bereits aufgenommen. Erleichterung für Aufwertung Hypothekenschuldner. Das Gesetz über die Zahlungsfrist in Aufwertungssachen vom 12. Juni 1933 gibt den Aus- wertungshypothekenschuldnern eine Erleichterung. Der Schuldner kann bei der Aufwertungsstelle unter bestimmten Voraussetzungen bie Zahlungsfrist nach bem Gesetz vom 18. Juli 1933 beantragen, wenn er sein Antragsrecht nach diesem Gesetz bisher nicht ausgenuht oder bereits verbraucht hat. Auf diesem Wege kann erreicht werden, baß Fälle, in denen bie Aufwertungsstelle die Zahlungsfrist versagt hat, noch einmal geprüft werben. Es kann auch eine bereits abgelaufene oder demnächst ablaufende Zahlungsfrist verlängert und ein früher abgelehnter oder zurückgenommener Zahlungssristantrag nachgeholt werden. Anträge auf Grund des neuen Gesetzes müssen jedoch, worauf hiermit nochmals hinge- wiesen wird, spätestens bis zum 31. Juli 1933 bei der zuständigen Aufwertungsstelle gestellt werden. Wer diese Frist versäumt, verliert den Vorteil des Gesetzes. Daten für Samstag, 22. Juli. 1784: Der Astronom Friedrich Wilhelm Bessel in Minden geb. (geft. 1846). — 1872: Der Staatsmann Karl Helfferich in Neustadt a. d. H. geb. (geft. 1924). 1909: Der Dichter Detlev v. Liliencron in Alt-Rahl- ftebt bei Hamburg geft. (geb. 1844). — 1929: Der Psychiater Paul Flechsig in Leipzig geft. (geb. 1847). Daten für Sonntag, 23. Juli. 1532: Religionsfriede zu Nürnberg. — 1562: Ritter Götz v. Berlichingen in Hornberg geft. (geb. 1480). — 1849: Einnahme von Rastatt durch die Preußen; Ende des pfälzisch-badischen Aufstandes. — 1914: Ultimatum Oesterreich-Ungarns an Serbien. BornoNzcn. — Tageskalender für Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebelei". — Aus Dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend, 22.15 Uhr, einmaliges Gastspiel der „Vier Nachrichter" — München mit ihrem Ensemble. Zur Ausführung gelangt: „Der Esel ist los", ein Stück mit Musik in 9 Bildern nach Dem Altgriechischen Des Plagiates. Ende 22.45 Uhr. Preise Der Plätze von 0,50 bis 2,50 Mark. Kassenstunden von 10 bis 13 Uhr und von 16 bis 17 Uhr. — Sonderfahrten nach Oberbayern. Das hiesige Hapag-Reisebüro Kreger veranstal- tet zusammen mit dem Hapag-Reisebüro Frankfurt am Main jeden Sonntag preiswerte Sonderfahrten mit der Reichsbahn nach Oberbayern. Als Standort ist das reizend gelegene Traunstein auserwählt, vo wo aus verschiedene Ausflüge in den Chiemgau und in das Berchtesgadener Land unternommen werden. In dem Teilnehmerpreis von 96 Mark ab Frankfurt a. M. find nicht nur Bahnfahrt hin und zurück, sondern auch volle Verpflegung und zwei Automobilausflüge nach Bad Reichenhall, Berchtesgaden unb an den Königsee eingeschlossen. Diese Fahrten erfreuen sich vor allem deshalb so großer Beliebtheit, weil man nicht an einen Rückreisetermin fest gebunden ist, sondern beliebig innerhalb 60 Tagen zurückreisen kann. Ausführliche Prospekte sind im Torhäuschen am Seltersweg im Hapag- Reisebüro erhältlich. Aus die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. ** Ernennung en im Hessischen H an d> werks- und Gewerbeoerband. Der Präsident der Hessischen Handwerkskammer hat mit so- fortiger Wirkung Herrn Kreiskampfbundführer Friedrich Heinrich Schott, Mitglied des Hessischen Landtags, Schreinermeister zu Beerfelden, zum Führer und Herrn Bezirksoerbandsführer Josef Dasbach, Tapeziermeister zu Groß-Gerau zum stellvertretenden Führer des Hessischen Handwerks- unb Gewerbeoerbanbes ernannt. ** Zur Förberung Der nationalen Arbeit. Die Belegschaft der Firma Gießener Brauhaus und Spiritusfabrik A. 8- W. D e n n i n g- Sonntag. 23. 3uli. 6.35 Uhr: Von Bremen: Hafenkonzert. 9: Aus der Hohen Domkirche in Trier: Katholische Morgenfeier aus Anlaß der feierlichen Eröffnung der Trierer Heiligtumsfahrt. 10: Stunde des Chorgesangs. 11: „Der steinige Pfad", Erzählung von Ulf Uwcfon. 11.15: „Eine Nacht bei Den Aalfischern im Rheinstrom" von Alois Gruber. 11.30: Schottischer Beuch in Trier. Hörbericht. 12: GrenzlanDkunDgebung tm Burghof der Burg Altena. 13: Mittagskonzert Des Orchesters Des WestDeutfchen RunDfunks. 14.10: StunDe Des LanDes. Vom Bauerntag in Wetzlar. 15: StunDe Der JugenD. 16: 15. Deutsches Turnfest Stuttgart 1933. llebertraguna aus Der Hauptkampfbahn. Die Festzüge. Einweihung Der Hauptkampf' bahn. 16.45: Kurhaus WiesbaDen: Nachmittagskon- zert Des stäDtischen Kurorchesters. 18: Mainzer Regatta. 18.25: Fröhliches Zwischenspiel mit Ellen Schwanneke, Berlin. 19: Von Breslau (Reichssendung): StunDe Der Nation. ArbeitsDienst macht uns frei. 20: Buntes Brettl. 20.45 bis 21: Gruß vom Vugilsbergk. Von August Zimmer, Offenbach a. M. 21: Unterhaltungskonzert. Die fröhlichen Fünf. 22.45 bis 24: Karlsruhe: „Wer vieles bringt, wirD man- chem etwas bringen." Eine bunte musikalische Stunde. Montag, 24. Juli. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Baden-Baden- Mit- tagskonzert. 14-20: Jeder hört zu! 15.20: Musikali- scher Zeitvertreib. 16.30: Nachmittagskonzert. Die fröhlichen Fünf. 18: Deutscher Almanach, 18.10: 3 mal 5 Minuten. 18.25: „Die erste deutsche Auswanderung nach Amerika", Vortrag-von Ludolf Müller. 18.45: Kurzbericht vom Tage. 19: Von Leipzig: Reichssendung: „Stunde der Nation". Preußengeist, ein Drama von Paul Ernst. 20: Vom Deutschland- sender: Romantisches Orchester-Konzert. Das verstärkte Orchester des Deutschlandsenders. 21: Klaviermusik. 21.30: Aktivisten der Weltgeschichte. Von Dichtern gestaltet. 22.50 bis 0.30: Nachtmusik. Dienstag, 25. 3uli. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Der Hausfrau zur Erholung. 16.30: Deutsche Märsche und Walzer, gezielt vom Kurorchester. 18: Hans Henning Freiherr Grote lieft aus seinem Buch „Der Hauptmann". 18.25: Zeitfragen. 19: Reichssendung: Stunde der Nation. „Heidelberg", ein Hörwerk. 20.05: Verliebt, verlobt, verheiratet. Eine lustige Stunde. 21: Symphoniekonzert des Nationalsozialistischen Reichs- Symphonie-Orchesters. 22.45 bis 24: Von Hannover: Unterhaltungskonzert. Mittwoch, 26. 3ulL 7.15: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Stunde Der JugenD. 16.30: WiesbaDen: Nachmittagskonzert Des stäDtischen Kurorchesters. 18: „Hinter Den Kulissen einer großen Nachrichtenagentur", Vortrag von Dr. H. I. Hollen- berger. 18.25: Zeitfunk. 19: Vom DeutschlanDsenDer: ReichssenDung: StunDe der Nation. Alte Kompo- :Runt> 1OOOO Landhelfer im Bezirk Hessen. WEN. Frankfurt a. M., 21. Juli. Vereits am 10. April war die erste Frist, von der an Landhelfer eingestellt werden konnten, für die bekanntlich die Verpflichtung übernommen werden muhte, daß sie für ein volles halbes Jahr Beschäftigungsdauer behalten muhten. Die Befürchtung, dah die landwirtschaftlichen Arbeitgeber im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen (Hessen und Hessen-Nassau) mit dem vorgeschrittenen Sommer keine weiteren Einstellungen vornehmen würden, um die Landhelfer wegen der sechsmonatigen Verpflichtung nicht über den kommenden Winter behalten zu müssen, hat sich erfreulicherweise nicht erfüllt. Die Zahl der Landhelfer ist inzwischen auf runb 1 0 000 gc» stiegen. Damit ist wohl auch der Höchststand erreicht. Dos Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Landhelfern ist etwa Ddreiviertel zu Einviertel. Den »Arbeitsämtern ist es in weitgehendem Mähe gelungen, die Arbeitnehmer zu veranlassen. statt fehlender Mädchen junge Landhelfer einzustellen, womit manche älnzulanglichkeiten ausgeglichen worden sind. 75 Jahre Frankfurter Zoo. WSN. Frankfurt a. OIL, 21. Juli. Der Frankfurter Zoologische Garten begeht am 8. August das Fest seines 75jähriaen Bestehens. Dieser Tag wird durch eine akademische Feier und durch einen Festabend begangen und umnisten. 20: Von Berlin: Aufruf für die Spende zur Förderung Der nationalen Arbeit. 20.15: Das Reich rettet Wien. Hörspiel in einem Vorspiel und Drei Akten von Alphons von Czibulka. 21.35: Lieder- stunde Paul Graener. 22.15: Hof des Neuen Schlaft (es: Reichssendung: Feierliche Eröffnung des 15. Deutschen Turnfestes Stuttgart 1933 und lieber gäbe Des Bundesbanners an Die FeststaDt. 23.15 bis 24: Nachtmusik. Donnerstag, 27. 3uli. 7.15: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeher hört zu! 15.30: StunDe Der Jugend. 16.30: Badenweiler: Nachmittagskonzert. 18: „Frauenlyrik", Gedichte. 18.15: „Matthias bringt leine Mutter über den Strom", Novelle von Karl Nils Nicolaus. 18.25: „Der deutsche Angestellte zum Umbau Der Krankenkassen - Versicherung", Zwiegespräch. 19: ReichssenDung: Stunde Der Nation. „Das große WanDern". Ein Hörspiel. 20.10: Von Hamburg: „Die beiDen Schützen". Komische Oper von Albert Lortzing. Freitag, 28. 3uli. 7.15: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. Das Dr- ehester Des Westdeutschen Rundfunks. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: „Die Erhaltung Der bäuerlichen Familie, eine Notwendigkeit des neuen deutschen Staates", Vortrag von Dipl.-Landwirt Willy Völling, Limburg. 18.15: „Der kommende Deutsche Volksempfänger". Von Dr. Fritz Noack. 18.25: Zeitfragen 19: Reichssendung Stunde Der Nation. „Die Nibelungenstraße". Ein Hörspiel. 20: Marktplatz Stuttgart: 15. Deutsches Turnfest Stuttgart 1933. „Die Deutsche Saar". KunDgebung der Deutschen Turnerschaft. 20.20: Von Hamburg: „Monte Rosa". Von Der Reise Der Monte Rosa in die Norwegischen Fjorde. 21: Stuttgarter Festhalle: Volksdeutsche Kundgebung Der Deutschen Turnerschast, verbunden mit der Weihe des Banners des Ium» freifes Ausland. 22: 3 mal 5 Minuten. 23 bis 23.50: (auf den Deutschlandsender): Das junge Deutschland grüßt Italien. Samstag, 29. 3uli. 7.15: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert des West- sälischen Rundfunkorchesters. 14.20 Kleines Wochenend (mit Einlagen). 15.30: Stunde der Jugend. 16.30 Karlsruhe: Aus deutschen Operetten. 17.15: 15. Deutsches Turnfest Stuttgart 1933. Handball- Endspiel der Deutschen Turnerschaft. 18: „Der Marsch auf Rom", Erlebnisbericht von Professor Magnus Werner, Frankfurt a. M. 18.30: Wochen- schau. 19: Von Der Funkstunde Berlin: Reichssen- Dung: Stunde der Nation. „Volk ans Gewehr!" Ein Bild Der Bewegung in fiieDern. 20.05: Von Königsberg (Kurgarten Zoppot): Festkonzert zu- gunsten Der Zoppoter Winterhilfe. 21.30: Von Der Festwiese: Nationale FeierstunDe zum 15. Deutschen Turnfest Stuttgart 1933. 23.10: Von Berlin: Tanz- mvfik. rahmt von einer Festwoche, welche größere Konzertveranstaltungen, Gartenfeste, ein Kinderfest, ein Fest zum Besten des Arbeiterpersonals vorsieht. Eine besondere Note erhalten die Konzerte durch das Gastspiel des Musikkorps des 15. Infanterie-Regiments Kassel unter Leitung des Obermusikmeisters S t e i n k o p s f. 3m V-Zug bestohlen. WSN. Darmstadt, 21. Juli. Am Donnerstag gegen 12 älhr wurde einem Baumeister aus Düsseldorf in dem Schnellzug Heidelberg- Frankfurt kurz vor Darmstadt die Brieftasche mit 3000 Mk. Inhalt von unbekannten Tätern gestohlen. Großfeuer in Eschbach. WSN. Ufingen, 20. Juli. Das außerhalb des Ortes Eschbach belogene Sägewerk von Wilhelm S ch m i d t ist in der Nacht zum Dienstag vollständig nieDergebrannt. Gegen 3 Uhr wurde Das Feuer bemerkt, unD als Die erste Hilfe am BranDort erschien, hatten Die Flammen Das gesamte Besitztum ergriffen. Die Feuerwehr griff tatkräftig ein. Doch konnte sie nichts mehr retten. Sämtliche Räume, Die wertvolle Dampfmaschine, Die Holzbearbeitungsmaschinen unD Das gesamte Werkzeug wurDen vernichtet. Alle Beerensträucher sind verbrannt, das Gemüse und die Kartoffeln wurden vernichtet, und die Obstbäume haben sehr unter Der Feuersglut gelitten. Sogar die Bohnenstangen fingen Feuer und brannten zum großen Teil nieder. SJL-tfpoit Verein Rudersport Gießen in Limburg. Der Verein Rudersport Gießen konnte sich bei ollen Rennen den zweiten Platz erringen und war vom Start bis zur Jmbig stets in Führung, mußte jedoch infolge des so schlechten Außenstarts immer den Vorsprung einbüßen. Im Lahn-Achter zog Verein Rudersport vor, die Mannschaft für die folgenden Rennen zu schonen und brach bei 500 Meter das Rennen ab, da die sehr schön rudernde, aber körperlich viel schwächere Mannschaft der Senior- Mannschaft der Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 nicht gewachsen war. Im Vorrennen zum Ermunterungs- Vierer konnten die Jungmannen Köln 1931 weit hinter sich lassen, und im Hauptrennen mußten sie in der Jmbig infolge eines Fehlschlages gegen Saarbrücken Undine in Führung liegend das Rennen aufgeben. Der Verein Rudersport wird bei den kommenden Regatten in Mainz upb Frankfurt a. M. bemüht sein, sich mit seinen immer besser werdenden Mannschaften durchzusetzen. Handball im Bezirk Hessen (OT.) Tv. Heuchelheim — IRI/B. Gießen. Heuchelheims 1. Mannschaft erwartet am Sonntag auf eigenem Platze eine aus Spielern der 1. und 2. Mannschaft des Männerturnoereins Gießen zulammengeftellte Elf. Die Gäste sind hier nicht unbekannt und geben die Gewähr dafür, daß man em schönes Handballspiel zu sehen bekommt. Lützellinden I — Hochelheim I. Am kommenden Sonntag treffen sich beide Mannschaften zu einem rückständigen Freundschaftsspiel. Im Vorspiel mußte Lützellinden mit einer ziemlich ersatzgeschwächten Mannschaft eine knappe Niederlage hinnehmen. Auf eigenem Platze dürfte sich der Gastgeber diesmal den Sieg nicht nehmen lassen. Favoriten in Front. Vorläufe zur deutschen Steher-Meisterschaft. Bei herrlichem Sommerwetter hatten sich am Mittwochabend auf der Elberfelder Bahn zu den Vorläufen der deutschen Steher-Meisterschaft nur 6000 Zuschauer eingefunden. In den beiden 100- Kilometer-Läufen setzten sich erwartungsgemäß die Favoriten durch. In den Läufen gab es durchweg schöne Kämpfe. Im ersten Vorlauf triumphierte der Dortmunder Metze vor Schindler, Möl- l e r und D e d e r i ch s und im zweiten war der Leipziger Hille vor Rausch, Krewer und Wißbröcker erfolgreich. Diese Fahrer bestreiten denn auch am Sonntag den ebenfalls über 100 Kilometer führenden Endlauf. Die Fliegerläufe kommen erst am Sonntag zur Durchführung. Das 18. Deutsche Bundeskegeln. Nach Beendigung der Deutschen Einzel-Meisterschaften und der Verbands-Mannschaftskämpfe hat ein großer Teil der Gäste des 18. Deutschen Bun- deskegelns Frankfurt wieder verlassen. Ein kleinerer Teil blieb zurück, um die restlichen Kämpfe für die Deutschen Club-Meisterschaften, sowie die Gaukämpfe auszutragen. Ferner kommt am Samstag noch ein Länderkampf mit Belgien zum Austrag. Am Freitagmorgen fuhren ettva tausend Kegler mit zwei Sonderzügen von Frankfurt nach Koblenz zu einer großen Kundgebung am „Deutschen Eck". Anter starker Anteilnahme der Koblenzer Bevölkerung kam es zu einer eindrucksvollen nationalen Demonstration. 3m Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Rede des Bundesführers Schluck, Wernigerode. Schluck sprach von der doppelten Knechtschaft, die die Rheinlands zunächst unter der Besatzung der fremden Mächte und dann unter dem Marxismus' zu erdulden hatten. Erbitterte Kämpfe habe es gekostet, ehe die Stunde der Freiheit schlug und mancher Bruder und Kämpfer habe sein Herzblut dafür hingeben müssen, um dem deutsche".. Volk ein besseres Los zu verschaffen. Zu Ehren dieser Opfer gab es atoei Minuten stilles Gedenken. Als dann das Lied vom guten Kameraden verklungen war, richtete Schluck den Blick der Versammlung auf die Zukunft, die uns deshalb heller erscheine, weil das deutsche Volk nun von der starken Hand des Volkskanzlers Hitler geführt werde. Rach dem „Sieg-Heil!", das der Bundesführer aus den Reichspräsidenten' und auf den Volkskanzler ausbrachte, sangen die Massen das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied. Die Kämpfe in der Sporthalle. Bei den deutschen Klub-Meisterschaften, die erst am Sonntag endgültig zur Entscheidung kommen, hat es am Donnerstagabend und am Freitag einen bemerkenswerten Wechsel in der Führung gegeben. Besondere Erwähnung verdient die Tatsache, daß in zwei Wettbewerben nun Frankfurter Klubs in Front liegen. Im einzelnen führen: Asphalt: Borussia Frankfurt mit 835 vor Horrido Bremen mit 829 Punkten: Bohle: „Weser walle" Bremen mit 1124 vor Hertha/BSC. Berlin mit 1123; Schere: Jupiter Hannover mit 1061 Punkten vor Lindenhof Berlin mit 1051 Punkten; I n - ternationale Bahn: Borussia Frankfurt mit 1060 Punkten vor Roland München mit 1048 P. Erste Entscheiduygen bei den Gaukämpsen. Die Kämpfe der Gau-Repräsentativmannschaften konnten am Freitag auf Schere und Bohle zum Abschluß gebracht werden. Die Resultate waren: Bohle: Norddeutscher Gau 2. Mannschaft 7463 P. 2. Schlesien 7441 P., 3. Norddeutschland 1. Mannschaft 7430 P., 4. Mitteldeutschland 7380 P., 5. Westdeutscher Gau 7372 P. Schere: Mitteldeutschland 6903 P., 2. Norddeutschland 6872 P., 3. Westdeutschland 2. Mannschaft 6866 P., 4. Westdeutschland 1. Mannschaft 6852 P., 5. Schlesien 6711 P. Wer wird Zwölfkampfsieger? Schon von jeher legte die Deutsche Turnerschaft großen Wert auf eine möglichst vielseitige Ausbildung ihrer Mitglieder und stellte daher den Mehrkampf allen anderen Uebungen voran. Um einem jeden Turner oder Turnerinnen die Teilnahme nach seiner Veranlagung zu ermöglichen, wurden verschiedene Formen für die Mehrkämpfe eingeführt: Unter diesen stellt der Zwölfkampf der Männer und der Siebenkampf der Frauen das Vollendetste dar, da hier neben Geräteübungen noch volkstümliche Wettkämpfe und eine Freiübung gefordert werden. Der Zwölfkampf fehl sich aus acht Geräte-, drei volkstümlichen Uebungen und einer Freiübung zusammen. Es ist sehr schwer, unter den vielen Anwärtern den Sieger voraussagen zu können. Nach den bei den einzelnen Ausscheidungen in den Kreisen und Gauen gezeigten Leistungen sind sich so viele gleichwertig, daß sehr oft das Glück eine große Rolle in Stuttgart spielen wird. Um einen Eichenkranz zu erhalten, müssen 160 Punkte erreicht werden, was der größte Teil der Teilnehmer auch schaffen wird. Die höchste Punktzahl hat in den Ausscheidungen der Badener B e ck e r t mit 222 erzielt, dann folgen Klinger-Schwerte (221), Eschweil-Pforzheim (220,5), Loibl-München (220), Hollfelder-Nürnberg (216), Sandrock-Düsseldorf (213) u. a. — Es ist aber noch lange nicht gesagt, daß unter diesen der eigentliche Turnfestsieger zu suchen ist, denn groß ist die Zahl derer, die zu gleichen Leistungen befähigt sind. Wir nennen noch: Höfer-Nürnberg, Stracke-Eichen, Reuter- Gießen, Stadel-Konstanz, Schmidt-Nürnberg, Kanis-'Königsberg, Hüls-Breslau, Mach-Beuthen, Kleine-Leipzig, Winter-Frankfurt und die Brandenburger Wedekind, Mock und Sachse. Der ohnehin schon vorhandene Eindruck, daß die Entscheidung des Zwölfkampfes in erster Linie eine süddeutsche Angelegenheit sein sollte, verstärkt sich noch durch das leistungs- und zahlenmäßig überaus starke Aufgebot des festgebenden Kreises Schwaben. 3m Geräte-Zehnkampf kommt für den Sieg in erster Linie der deutsche Meister Frey (Kreuznach) in Betracht. Ernste Konkurrenten entstehen ihm in Bezler-Gög- gingen, Münder-Augsburg, Molz-Schwabach und Marmor-Nürnberg. Bei 200 erreichbaren Punkten hat der Bayer Bezler mit 190 die bisher höchste Zahl in den Ausscheidungskämpfen erreicht. Die Volksturner messen sich im Fünfkampf, der in drei Altersklassen eingeteilt ist. Mit insgesamt über 4000 Teilnehmern ist dieser Mehrkampf am stärksten besetzt. In der Hauptklasse muß man dem Olympiakämpfer Erwin Wegener (TSV. Schöneberg) die größten Aussichten^ einräumen, der auch die beste Leistung bei den Ausscheidungen vollbrachte. Weitere aussichtsreiche Bewerber sind: Thyrnm-Leipzig, Bornhöfft-Limbach, Drechsel-Thalheim, Haag-Göppingen, Müller-Kuchen, Neumann- Bregenz, Negener-Dortmund, Melles-Essen usw. — Die große Zahl der 2500 Teilnehmer laßt jede Möglichkeit offen und läßt immer wieder zu den schon bekannten neue Kräfte treten, die im Fünfkampf noch zu großen Ueberraschungen Anlaß geben können. Entsprechend dem starken Aufschwung ynd der großen Ausdehnung, der sich die Leibesubungen des weiblichen Geschlechts in der Nachkriegszeit zu erfreuen hatten, fehlen im Kranze der Wettkämpfe des 15. Deutschen Turnfestes natürlich auch nicht die Mehrkämpfe der Frauen. Das Hauptinteresse unter ihnen beansprucht der Siebenkampf, dessen Sieg bei den Turnerinnen nicht weniger begehrt ist, als ein Sieg im Zwölfkampf der Männer. Wenn man den Ergebnissen der Ausscheidungskämpfe folgen darf, dann kann die Siegerin schon jetzt als feststehend bezeichnet werden. Sie müßte Frl. Schmitt- München heißen, die von 140 erreichbaren Punkten 138 erreichte, was bisher noch keiner Turnerin gelang. Nach der Punktzahl am nächsten kamen der Munche- nerin die Brandenburgischen Vertreterinnen Erna Schumann, Elsbeth Schuhmann und Drabsch sowie Bruch-Saarbrücken, Graf-Weißenfels,. Hollfelder- Nürnberg und Mühlhau-München. Aehnlich gute Aussichten wie im Siebenkampf haben die bayerischen Turnerinnen auch im Vier- kampf. An ihrer Spitze steht die vielseitige Münchnerin Mau er meyer, die aber schon annähernd 95 Punkte schaffen muß, wenn sie sich durchsetzen will. Frl. Niederhoff-Velbert brachte nämlich bereits 91 Punkte auf ihr Konto, wie überhaupt die rheinischen Turnerinnen die stärksten Gegner stellen. Den süddeutschen Turnerinnen Hölzl, Aguila, Spitz- weck und Wolf (alle München) stehen in Heid-Zirn- dorf Melchers-Essen, Herrmann-Köln und Notte- Düsseldorf gleichwertige Könnerinnen gegenüber. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Vroduktenmarkt. Die Hoffnung, das Getreidegeschäft werde infolge der unbeständigen Wetterlage mehr in Schwung kommen, hat sich nicht verwirklicht. Nach wie vor bekunden alle am Geschät interessierten Kreise starke Zurückhaltung, so daß Umsätze nur zur Deckung des notwendigsten Bedarf getätigt wurden. Der lieber» gang von der alten zur neuen Ernte hat den Handel in seiner abwartenden Haltung nur bestärkt, und auch die Landwirtschaft gab nur zögernd Ware ab. Das Angebot blieb daher auf allen Gebieten weiter knapp, und die Preise blieben gegenüber denen der Vorwoche unverändert. Die Grundstimmung des Marktes zeigte eine freundliche Veranlagung. Nach der Getreide-Vorschätzung bleibt die diesjährige Gesamternte nur wenig hinter der vorjährigen Rekordernte zurück. Besonders bei Weizen dürfte die neue Ernte noch ein weniges über den großen Ertrag des Vorjahres hinausgehen. Bei dem schwachen Mehlkonsum war es nicht verwunderlich, daß der Preis um eine Mark auf 204 Mark per Tonne nachließ. Anders war es bei R o g g e n, der weiterhin nur knapp angeboten wurde, so daß der Preis mit 180 Mark per Tonne behauptet blieb, wobei jedoch eine eher abgleitende Stimmung nicht zu verhindern war. Eine gewisse Stütze bot das relativ befriedigende Mehlgeschäft. Die einzige Frucht, die sich merklich befestigen konnte, war Hafer, für den ein erheblicher Minderertrag gegenüber dem Vorjahre zu erwarten ist. Da auch der Vorrat nicht mehr bedeutend ist, zog der Preis angesichts dieser Situation um 5 Mk. auf 160 bis 165 Mark per Tonne an. Für neue Wintergerste hat sich eine einheitliche Basis noch nicht herausbilden können. Das meist regnerische Wetter war für die Bergung der geschnittenen Wintergerste durchaus nicht vorteilhaft, und es gelangten bisher sehr viel beregnete Muster ap den Markt. Das M e h l g e s ch ä f t war für Weizenmehl nur schleppend bei unveränderten Preisen, während Roggenmehl bei allerdings auch unveränderten Preisen etwas besser gefragt war. Je 100 Kilogramm in Mark notierten: Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 30,50 bis 31,75, dto. ohne Austauschweizen 29,75 bis 30,25, Roggenmehl, 0—60- prozentige Ausmahlung, 24,75 bis 25,25, dto. südd. Spezial 26. Futtermittel hatten nur sehr ruhigen Markt aufzuweisen, wobei Mühlennachfabrikate eher zur Schwäche neigten, während ölhaltige Futtermittel infolge des knappen Angebots etwas anzogen. Weizenkleie ließ um 20 Pf. auf 7,80 Mark nach, Roggenkleie blieb zu 8,50 Mark behauptet. Sojaschrot incl. Monopolzuschlag stellte sich mit 14,30 bis 14,40 Mark um 75 Pf. je Doppelzentner höher, Treber gab dagegen im gleichen Ausmaß auf 12,50 bis 12,75 Mark nach. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Am Frankfurter Schlachtviehmarkt setzte nach der Erholung in der Vorwoche im abgelaufenen Berichtsabschnitt wieder eine Abwärtsbewegung ein. Nach wie vor bilden die zu hohen Auftriebsziffern den Anlaß hierzu. Der Absatz an den Konsum wurde durch die warmen Witterungsverhältnisse sehr erschwert. An dem mit 1579 gegen 1212 Stück in der Vorwoche beschickten G r o ß v i e h m a r k t, der für die derzeitigen hiesigen Wirtschaftsverhältnisse viel zu stark war, ergaben sich durchweg Preisrückgänge, die bei Ochsen 2 Mark, bei Kühen, Färsen und Bullen je 1 Mark betrugen. Der Markt wurde nach schleppendem Handel nahezu ausverkauft. Notiert wurden für 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 29 bis 32, a2) 25 bis 28, b) 22 bis 24. Bullen a) 26 bis 29, b) 22 bis 25. Kühe a) 25 bis 28, b) 21 bis 24, c) 17 bis 20, d) 12 bis 16. Für- sen a) 29 bis 33, b) 26 bis 28, c) 22 bis 25. Auch der Kälbermarkt konnte sich trotz des niedrigeren Auftriebs (1363 Stück gegen 1631 Stück) einer Preisreduzierung nicht entziehen, zumal sich auch hier der Handel in ruhigen Bahnen bewegte. Im Wochenverlauf wurden die anfänglichen Preis- verlufte etwas gemildert; trotzdem senkten sich die Preise in allen Gattungen bis zu 2 Mark. Es wurden notiert: Kälber a) geftr., b) 37 bis 40, c) 33 bis 36, d) 24 bis 32. Am Markt für Schafe, wo nur 115 Stück gegen 141 Stück in der Vorwoche aufgetriebe.- waren, vermochte sich das Geschäft nur schwer zu entwickeln. Die Preise hielten sich auf vorwöchentlicher Basis. Schafe a) 24 bis 27, b) 20 bis 23. Der um 111 auf 4752 Stück verminderte Auftrieb am Schweinemark konnte eine Abwärtsbewegung des Preisniveaus nicht aufhalten; diese Bewegung wurde im Lause des Berichtsabschnittes durch die etwas geringe Zufuhr jedoch gehemmt. Die Preise lagen gegen die Vorwoche dennoch um 1 bis 2 Mark niedriger. Nach anfangs schleppendem Handel wurde der Markt ausverkauft. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Schweins a) gestrichen, b) 37 bis 40, c) 37 bis 40, d) 35 bis 39, e), f), g) gestrichen. , * Wiederaufnahme des Rhön-Berg- baues. Zur Förderung des Rhön-Bergbaues in der Hohen Rhön wurde in Neustadt a. S. eine Gesellschaft „Rhön-Kohle" gegründet, deren Vorsitz Prof. I. S t e i n st r a ß übernahm. TUe Mittel zur Finanzierung des Unternehmens, das Ten Bergbau bei Bischofsheim wieder aufnehmen will, fließen aus einer bereits zur Zeichnung aufgelegten^ Anleihe. * Spende für d i e nationale Arbeit. Die Mielewerke A.-G., Gütersloh, stellten als Spende für die Förderung der nationalen Arbeit und für die Adolf-Hitlerfpende der deutschen Wirtschaft einen Betrag von 25 000 Mark zur Verfügung. Don den Werksangehörigen der Mielewerke wurde für die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit eine Summe von rund 18 000 Mark zur Verfügung gestellt. frankfurter Abendbörse ruhig. Frankfurt a. M.. 21. Juli. Die Abendbörss verkehrte auf der ganzen Linie in sehr ruhiger Haltung. Die Kulisse übte Zurückhaltung, obwohl aus Reuyork ein Stillstand der Baisse gemeldet wurde, während die Kundschaft fast völlig .fehlte. Infolgedessen entwickelte sich so gut wie kein Geschäft. Indessen war die Stimmung etwas zuversichtlicher, und die Berliner Schluhkurse blieben größtenteils behauptet, nur Reichsbankanteile und die Mehrzahl der Montanpapiere bröckelten noch etwas ab. Arn Rentenmarkt waren von Reichsschuldbuchforderungen mittlere Jahrgänge mehr beachtet, aber auch späte Fälligkeiten konnten sich um etwa 0,25 Prozent erholen. Von deutschen Anleihen ließen Reubesitz 10 Pf. nach, Altbesitz zogen 0,13 Prozent an. U. a. notierten: Reu- besihanleihe 11,20, Altbesihanleihe 75,75, Schuhgebietsanleihe von 1913 bis 1914 7, Reichsbank 152, Gelsenkirchen 62,13, Harpener 97, Klöckner- werke 56, Mannesmann 63,50, Rheinstahl 91,25. Stahlverein 39, AEG. 21,50, Dekula 109, Cement Heidelberg 82, Conti Gummi 157, Scheideanstalt: 172,75, Daimler 29,75, Licht & Kraft 100, Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. V.: H. L. Neuner. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. V 9 Iranksur, a. Ul. Berlin Frankfurt a.31. Berlin Schluß« hird Schlußk. Abendbörse Echluß- kurs Schlußk Mittag börse Schlußkurs Schluß!. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. 31llta9« börse Dalum 20-7- | 21.7 20.7. 21-7. Datum 20-7 21.7 20-7. 21.7. «% Deutsche Retchsanieiye v. 1921 6% eijem.7% Dt. ReichSanl. v. 1929 6/t% Young-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mli Auslos.-Rechten ............ Desgl. ohne AuSIos.-Rechle...... 6% ehern. 8% Hess. Solls float 1929 rnirfgahlh 102%) ........... 83 95,4 82,05 75,4 11,6 76,75 66 80 85,5 68,2 83,75 87,75 87,75 83,75 84 86 1,15 5,1 4.8 5,05 83 95 82,1 75,75 11,2 76 66 80 85,25 67,75 83 82,5 87 86,4 84 84,25 86 12 1,15 5,1 4,65 4,75 7,5 4,85 4,85 83,25 95 82 75,5 11,65 79,5 68 84 84 86 5 4,5 4,75 8,5 5,05 5 83,25 95 82 75,65 11,3 80 67,75 85 84,75 86 12,25 1,1 5,1 4,9 4,75 7,9 4,95 4.9 % veSgl. Serie II ............ 5,05 4,7 3,95 24,13 16 46,25 90 50,25 55 45,25 149 22,5 88 103 51,5 85 93 106,75 156,5 124,5 74,5 114,5 64,25 97 114 58 64,25 5,05 4,6 23,9 16,25 45 90,25 49,75 55,5 45,25 152 21,5 86 100 50,25 91 105,25 123,5 112,75 62,13 97 111 56 63,5 5,15 4,5 8,25 4,1 24,5 15,13 16,25 46,5 89 50,25 55 45,25 149,25 22,5 88 102,75 50,75 85 106 156,75 125 74,4 113,75 64,5 97,75 68 155 113,75 57,75 64,65 5,1 8,25 4,05 24,25 15,25 25 19,4 16,25 45 90 50 55,5 45,25 152,5 22,13 86,25 100 50,25 84 105 156 124 73 112,75 62,13 98 66,25 157 112 56 63,75 % Rumän. verein!,. Rente v. 1903 >^,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 % Rumänische vereinh. Rente .. %% Anatolier.............. lamburg-Amenka-Paket .....t >amburg-Südam. Dampfschiff. 0 >ansa Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 !l.G. für Verkehrswesen Sllt. .. 0 berliner Handelsgesellschaft.... 4 ommerz- und Privat-Bank... 0 deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft................0 dresdner Bank.............. 0 steichSbank .................1 2.E.G.....................i Oberhelsen Provinz-Anleihe ml AuSlos.-Rechlen ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12............ 6/i% Hess. Lande« Hypotheken« bank Darmstadt fiiqui...... Deutsche Komm. Sammelab I.An leihe Seriel mit AuSlos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Ban! Goldpse. 15 unkündbar biS 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Ban! Goldpse. 16 unkündbar biS 1936 6/i% ehern. 4/t% Franks. Hyp. Bank-Llqu.-Psandbrlese ..... 6/i% ehern. 4/t% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 6% ehern. 8% Pr. Landespfand brlesanstalt, Pfandbriefe R. Iß 6% ehern. 7% Pr. Landespsand briesanstalt. Pfandbriefe R. IP Verrechnungskurs ......... 4% Oeslerreichlsche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente Llektr.LieserungSgesellschaft... b licht und Kraft .............f Selten & Guilleaume ........0 Sesellschafl für Elektrische Unternehmungen ...............4 Rheinische Elektrizität ........6 Schultert & Go............. 0 Siemens & Halske...........! Lahme yer & Go..............io Buderus ...................< Deutsche Erdöl .............4 Geilenkirchener___........... 0 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Vj% beifll non 1913......... Zarpener...................0 -welch Eisen—Köln-Neuessen.. 0 Ilse Bergbau ...............7 Ilse Bergbau Genüsse....... 7 nöcknerwerke ...............0 Mannesmann-Röhr« ....... 0 5% äßfleft.’ Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihr Leitet..................... 1 Franksun a. 31. Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abendbörse Schluß« lurs Schluß!. Minag« 6örfc_ Datum 20-7. 21.7 20-7- 21.7. Mansfelder Bergbau...... ... 0 26,5 26,75 25,5 26.75 Kokswerke ............... ... 0 «— — 80,25 80 Phünir Bergbau.......... Rheinische Braunkohlen ... ... 0 ...10 41 202,5 202 41,25 202 39.75 202,75 Rheinstahl ............... ... 0 92,25 91,25 92,65 91,9 Vereinigte Stahlwerke..... ... 0 40,5 39 40,5 39,25 Otavi Minen ............ ... 0 14,25 14,5 14,4 13,9 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 125 124,65 125 125 Kaliwerke Westeregeln..... Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 6 125,75 126,5 125,13 125 ... 9 170 173 170,5 172 I ®. Farben-Jndustrie .... *1 132 130,9 132,4 130,9 Scheideanstatt............ ...10 172 172,75 — — Goldschmidt ............. ... 0 50 49,65 49,75 49,5 RütgerSwerke............ ... 0 59,65 58,5 59,65 58,25 Metallgelellschaft.......... ... l 55 55 55,75 55 Philip» Holzmann........ Zementwerk Heidelberg ... ... 0 54 53 54,5 53 ... 4 83 82 Cemenrwerk Karlstadt...... ... 0 77 77 Schultheis Patzenhoser..... ... 0 _ _ 119 118,4 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 35,75 35,25 35,75 35,13 Bemberg................ ... 0 51,5 50,5 51,75 50,75 Zellstofi Waldhos ......... ... 0 41 40 40 40 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 21,5 21,75 21,5 23 Dessauer GaS............ ... 7 — — 108,65 106,5 Daimler Motoren......... ... 0 30 29,75 30 29,9 Deutsche Linoleum ....... ... 0 44,75 44,4 44,65 44,25 Orenllein L koppel ....... ... 0 —- — 36 36,5 Leonhard Tietz........... ... 6 17 16,5 16,75 16,75 Ehade................... ...12 172,5 170 173 170 Gritzner................. ... 0 20,5 21,65 Mainkraftwerke Höchst a.M- ... 4 63,6 64 Süddeutscher Zucker ..... ... 8 153,5 155 153 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ITC. Banknoten. 20- Juli 21-Juli Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Geld | Ärie> Geld Briet Helsingsor». 6,164 6,176 6,164 6,176 Wien...... 46,95 47,05 46,95 47,05 Prag...... 12,52 12,54 12,52 12,54 Budapest ... —— —— — —— Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,63 169,97 169,23 169,57 Oslo....... 70,08 70.22 70,13 70 27 Kopenhagen. 62,29 62,41 62,34 62,46 Stockholm... 71,93 72,07 71,98 72,12 London..... 13,94 13,98 13,95 13,99 Buenos Aires 0,928 0,932 0,928 0,932 Reuyork.... 2,967 2,973 2,967 2,973 Brüssel_____ 58,59 58,71 58,49 58,61 Italien..... 22,18 22,22 22.13 22,17 Paris..... 16,44 16,48 16,40 16,44 Schweiz .... 81,12 81,28 80,97 81,13 Spanien.... 35,06 35,14 35,04 35,12 Danzig.... 81,72 81,88 81,67 81,83 Japan...... 0,874 0,876 0,874 0,876 Rio de Jan. 0,234 0,236 0,234 0,236 Jugoslawien 5,195 5,205 5,195 5,205 Lissabon... 12,69 12,71 12,69 12,71 Berlin, 21-Juli Geld Zrief Amerikanische Noten.............. 2,92 2,94 Belgische Noten.................. 58,33 58,57 Dänische Noten ................. 62,08 62,32 Englische Noten ................. 13,91 13,97 Französische Noten............... 16,36 168,81 16,47 169,49 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 22,01 69,96 22,09 70,24 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... -- — Schwedische Noten.............. 71,81 72,09 Schweizer Noten................. Spanische Noten................ 80,79 34,91 81,11 35,05 Ungarische Siotr»................