Nr. m KvühauSsabe 185. Jahrgang Montag, 22. Mai 1935 Erschein» täglich, autzn Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Lietzener Familiendlätter Heimat im Bild Die Scholle Monat»-Vezugsprelr: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. $em,pred)anfd)lüfle unter Sammelnummer 2251. Anschrist für Drahtnachrichten Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: fironlfurt nm Main 11686. MtzenerAnzeigei General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitälr Buch- und Sieinörutferei R. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraste 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re« hlameanwtgen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich sör Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.TKynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn. zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Bietzen. Wirtschaftszweigen. Die den am Worten, die unser Führer Adolf Hitler Tag der deutschen Arbeit verkündete, das deutsche Bauerntum. Stärkung des Binnenmarktes durch Wiederaufbau der Landwirtschast. Grundlegende Reden bei der Eröffnung der Landwirischastsausstellung Rom. 21. Mai. (IU.) Ministerpräsident (Boring hat am Sonnfagoormittag nach Ijtngigem Aufenthalt in Rom zusammen mit dem Prinzen Philipp von Hessen Rom mit dem Flugzeug verlassen. Zum Abschied halte sich Luflsahrtminister Dalbo und der deutsche Botschafter eingesunden, mit dem Göring noch am Bormittag eine eingehende Unterredung gehabt hat. Göring ist vom König von Italien das Großkreu; des Mauritiusordens verliehen worden. Zum Besuch des Reichsministers Göring hört man an unterrichteter Stelle, da st bei den diplomatischen Verhandlungen der letzten beiden läge auf Grund der durch die Kanzlerrede und die Botschaft Roosevelts entstandenen Besserung der internationalen Atmosphäre die Frage des Abschlusses des vom italienischen Regierungschef Mussolini vorgeschlagenen Bieter- Paktes in bemerkenswerter weise gefördert werden konnte. Rach dem Berlauf der hiesigen Besprechungen der italienischen Regierung mit Reichs- minifter Göring und den Botschaftern Englands und Frankreichs darf man mit der Möglichkeit rechnen, dast der B i e r e r p a k t schon seine erste Reichstagung ab. Am Samstag sand im großen Saal bei Stroll in Anwesenheit von Behördenvertretern und sührenden Persönlichkeiten der großen landwirtschaftlichen Organisationen die ilcbergabc des Bundespräsidiums an den Reichsbauernführer Darre statt. Nachdem der mit dem Neuaufbau des Deutschen Land- Handelsbundes beauftragte Veschäftssührende Borsitzende des Bundes Eichinger, München, die älebcrgabe des Präsidiums vollzogen hatte, nahm Präsident Darr6 das Wort, um etwa folgendes auszuführen: Wenn man ein liberaler Mensch ist, ist man wohl außerstande, zu verstehen, was in dieser Stunde hier vor sich geht. Wir wollen ganz offen 9er Neuaufbau der deutschen Veamtenschast. Eine Rede des deutschen Beamtenführers, Reichsstatthalters Sprenger. in der nächsten Zeit unterzeichnet werden kann, wenngleich die weiteren Berhandlungen und die Entscheidung vollständig bei den beteiligten Regierungen bleibt. Reuter meldet aus Rom: Es verlautet, dast zum Abschluß des Biermächtepaktes nur noch das formale Einverständnis der beteilig- t e n Mächte aussteht. Wieder in Berlin. Berlin, 21. Mai. (WTB.) Ministerpräsident Göring ist heute nachmittag um 19.25 Uhr von München kommend aus dem Flughafen Tempelhof gelandet. Am Montag außenpolitische Rede Mussolinis. Rom, 20. Mai. (IU.) Die Kammerdebatte über die auswärtigen Angelegenheiten wird am Montag beendet werden, und zwar nicht, m.c bisher uor- gesehen war, durch eine Rede des Staatssekretärs S u v i ch , sondern durch eine große außenpolitische Rede Mussolinis. Die Arbeiten zur Anlage von Rundfunkübertragungsapparalen in der Kammer sind bereits im Gange. und eindeutig zum Ausdruck bringen, daß die gesamten bisherigen Wirtschaftsführer nicht einmal die Grundlagen der Wirtschaft gekannt haben, denn sie haben uns in die 3rrc geführt. 3d) weiß, daß die ganz neue Aufgabe, die jetzt meiner harrt, die verschiedenen Gruppen des landwirtschaftlichen Berufsstandes gegeneinander abzuwägen und miteinander in G l e i ch k l a n g zu bringen, ungeheuer schwierig ist. 3ch werde sie übernehmen, um damit vor der Welt zu beweisen: Die Menschen der deutschen Scholle — unmittelbar die Bauern und mittelbar diejenigen, die die Landeserzeugnisse zu handeln haben — haben den Liberalismus überwunden und sie wollen zusammengehen in nationasoziali- stischen Gedanken unseres Führers Adolf Hitler. (Bravo und Händeklatschen.) Präsident Darre ernannte dann zu seinem Stellvertreter in der Führung des Deutschen Landhandelsbundes den Neichstagsabgeordneten Daßler. Der geschästssührende Borsitzende des Deutschen Landhandelsbundes, Eichinger, machte dann programmatische Ausführungen über die Aufgaben des Deutschen Landwirtschaftlichen Produktenhandels. den übrigen Frankfurt a. M., 21. Mai. (Lpd.) Anläßlich der Weihe von 14 Fahnen der Beamtenfachschaften im überfüllten Frantsurter Zoologischen Garten nahm der Führer von über zwei Millionen deutschen Beamten, Reichsstatthalter Sprenger, das Wort, wobei er die Revision des Berufsbeamtengesetzes ankündigte. Der Redner führte u. a. aus: „Als mir zum ersten Male der Auftrag zuteil ward, die deutsche Beamtenschaft zu betreuen, in dem Sinne, sie mit dem Werden der Par- t e i neu erstehen zu lassen, konnte ich meine Getreuen im Schatten eines kleinen Baumes vereinigen. Und klein war der Kreis der Gefolgschaft. Das soll fein Borwurf der Beamtenschaft gegenüber sein, weil auch sie, wie der Arbeiter, vom Volk getrennt war, weil auch sie allen Grundsätzen, dem Heiligsten, dem deutschen Boden des Dolkes entfremdet war. Der deutsche Beamte in seiner Organisation und seiner Mentalität war nicht mehr der Beamte, der er hätte fein müssen. Der Zerfall deutschen Denkens und handelns war die Geburtsstunde der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und diese Gründung wiederum die Keimzelle zur Wiedergeburt der deutschen Ration. 3n jener Zeit war es jedoch unmöglich, eine Organisation der Beamten im Nahmen der Partei ins Leben zu rufen. Die Rückkehr des deutschen Beamten zu deutschem Denken und Fühlen wurde durch die Herrscher des Systems unterbunden, und es gehörte schon eine gehörige Portion Courage dazu, als Beamter, von dem man verlangte, daß er dem System diene, in den Kampf gegen das System zu treten. Allerdings war es bedauerlich, daß nicht mehr Männer diese Courage aufbrachten und gewillt waren, für die Wiederaufrichtung eines wahren Deutschland Opfer zu bringen. So mußte ich daran denken, den Beamten einzeln wieder zu erwecken. Dank der Aufopferung meiner alten Mitarbeiter, denen ich aus tiefem Herzen an dieser Stelle danke, wuchs die Zahl der Mitstreiter. 3ch mußte die Abteilungen so einrichten, daß sie äußerlich nichts zu fassen waren, Lind es war durchaus verständlich, daß die Dertreter des Systems betonten, daß ihnen die größte Gefahr von der Leitung der Beamtenabteilung drohe. Dank der aufopfernden Arbeit und der straffen Zusammenfassung der Beamtenschaft, sowie der wohlüberlegten Vorbereitungen war es unmöglich, nach dem 30.3anuar den Vormarsch der nationalsozialistischen Revolution aufzuhalten. städtische Bevölkerung, die man gerade hier in der Reichshauptstadt in großer Zahl zu begrüßen hoffe, solle, wenn sie die Jahresschau der deutschen Bauernarbeit betrachte, zweierlei bedenken. Was hier zu sehen sei, seien keineswegs nur Spitzenerzeugnisse. Das würde dem Sinn Der Mempakl vor der Unterzeichnung Ministerpräsident Göring wieder in Berlin. Berlin, 20. Mai. (WTB.) Auf dem erweiterten Mefscgelände am Kaiserdamm fand heute in Anwesenheit des Reichspräsidenten die feier» liche Eröffnung der 3 9. Wanderausstel« lung der Deutschen Landwirtschaft s- Gefellschast statt. Die Ausstellung öürije die größte bisher gesehene Schau Berlins sei. 3n 45 riesigen Zelten ist das herrliche Vieh- zuchtmaterial untergebracht. Don der Biene bis zum 25 Zentner schweren Bullen zeigt die Ausstellung alle Nutztiere der deutschen Landwirtschaft, daneben sämtliche Maschinen, die zur Bebauung des Bodens notwendig sind. Ein Wein- kostzelt schenkt deutschen Wein aus, und selbst ein Dorflheater sorgt für Unterhaltung des Publikums. 3n seiner Begrüßungsansprache wies der Vizepräsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft Rittergutsbesitzer v. Oppen, Dannen- walde, darauf hin, daß der Gau Brandenburg- Pommern-Grenzmark, in dem die Ausstellung stattfinde, dieser ein Stück seiner Wesensart gebe, da die Not der Landwirtschaft um so schwerer gewesen sei, weil die Erzeugnisse der östlichen Gebiete besonders stark dem Preiszerfall unterworfen gewesen seien. Die heutige Ausstellung biete trotzdem ein Bild von dem ungebrochenen Selbstbehauptungswillen des deutschen Bauerntums, das unter der Regierung der nationalen Erhebung neue Hoffnungen auf eine bessere Zukunft für Volk und Vaterland hege. Sodann entbot Oberbürgermeister Dr. S a h m im Namen der Stadt Berlin die herzlichsten Grüße und Wünsche. Dr. Sahm gedachte in seiner Rede auch Max E y t h s , der im Fahre 1882 den Grundstein zur Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft und zu den Wander- ausstellungen gelegt hat. BeichsmmisterOr. Hugenberg überbrachte die Glückwünsche der Reichsregierung und führte u. a. aus: Das, was wir in dieser Ausstellung sehen, ist dos Bild eines ungeheuren Fortschritts. Doch wir wissen zugleich, daß diesem fast beispiellosen Aufstieg der Arbeit ein fast ebenso beispielloser A b ° ft i e g in den Lebensbedingungen der deutschen Landwirtschaft gegenübersteht. Zuchlstätten von Weltruf mußten ihre Tore schließen, und die Frage wurde immer lauter: Kann man ein Mehr noch wünschen, wenn schon das Vorhandene fast unabsetzbar ist und nur zu Preisen abgegeben roerben fann, die der Arbeit keinen Lohn mehr lassen. Dieser verhängnisvolle Irrgarlen ist mit dem Antritt der nationalen Regierung verlassen worden. Mit unserem F e 11 p l a n haben wir die Dinge an der Wurzel gefaßt. Ls ist damit eine Entwicklung eingeleitet, die allmählich die Preise sämtlicher landwirtschaftlicher Erzeugnisse in ein organisches Berhättnis zueinander bringen und damit auch die lanöroirt- schasttiche Produktion aus ihrer Fehlentwicklung wieder heraussühren wird. Rach Iahren fehlgehender agrarpoliticher Bersuche hat die Agrarpolitik hier zum ersten Mal wieder einen vorausgesehenen und mit präziser Genauigkeit eingetroffenen Erfolg. Alles, was man als unheilvolle Folge entschlossener Agrarpolitik früher an die Wand gemalt hat — ich habe cs immer bestritten —, ist tatsächlich nicht eingetreten. Im Gegenteil, es zeigt sich schon heute, daß eine klare B i n n e n m a r k k p o l i t i k zugleich die beste Grundlage für eine g e = sunde Außenhandelspolitik ist. Der Handelsvertrag mit Holland ist der erste Vertrag feit langer Zeit, der mit einem exportwichtigen Land geschlossen ist, ohne daß die Landwirtschaft ein ihre Lebensinteressen berührendes Opfer ,zu bringen brauchte. Auch derdeutscheKonsument wird, wenn er nur etwas Geduld hat, bald ernennen, welcher Segen von einem gesunden Binnenmarkt ausgeht. Wo Preistreibereien auftreten — es liegen darüber einige Beschwerden vor —. haben wir wirksame Mittel des Eingriffs. Die zunehm endeProduttivitätderLand- wirtschaft und die Hoffnung, die sie beseelt, wird auf die anderenBeruss stände übergreifen. Es sind in diesem Frühjahr beispielsweise 60 000 jugendliche Arbeitskräfte mehr in der Landwirtschaft eingestellt als im Vorjahr. Der Aufwand an Dünger ist gleichfalls gestiegen. Auch die sonstigen Anschaffungen werden zunehmen. Die Landwirtschaft weiß jetzt, in roeld)cr Richtung sie sich zu betätigen hat. Jetzt sehen wir alle ohne viele Worte die großen Produttionsziele: Mehr Futtermittel.' Mehr Fette.' Ein weiteres Ziel ist schon abgesteckt. Es gilt, einen Angriff auf d i e ungeheure Ab- hängigkeitDeutschlands von den fremden Textilrohstoffen zu führen. So ist der Gedanke, daß in Deutschland Lieber- Produktion herrsche — ein Gedanke, der aller Arbeit ihre Freude nehmen mußte —, in wenigen Monaten durch die Tat widerlegt. Nach Jahren des Abwärtsgleitens ist der Weg nach oben wieder angetreten. Die Preisbildung ist nicht das einzige Mittel zur Gesundung der Landwirtschaft. Daneben steht Die Notwendigkeit der Ausgabensenkung und die organische Gestaltung des Absatzwesens, der Selbsthilfeeinr chiungen und der S.lbstverwaltung der Landwirtschast. Ein Entschuldungsgesetzentwurf, in dem ich alle auf diesem Gebiet gemachten Erfahrungen niedergelegt habe, steht zur Entscheidung des Reichskabinetts. Der Zins der Land- Wirtschaft muß, wie es auch früher her Fall war, niedriger sein als der Zins in Reichssiatthatter Sprenger kennzeichnete in seinen weiteren Ausführungen den Ernst und die ungeheuren Schwierigkeiten des vorbereitenden Kampfes und betonte, daß die Beamtenabteilung bewußt den Boden der Mherigen Standesorga- nifationen verlassen habe. Sie wollte nicht kämpfen um Geld und Beförderungen willen, sondern einzig und allein die Krast des deutschen Beamten dem Kampf um die Freiheit des gesamten schaffenden Boltes dienlich machen. ,-Heute sehen wir", so erklärte Sprenger, „daß dieser Weg der richtige war. Es hat sich auch erwiesen, daß die N S D A P. nicht — wie vielfach behauptet wurde — ein Feind des Berufsbeamtentums ist, sondern sie schuf erst die Grundlage zu einem Staat, der aus dem Bolk beruht, und in diesem Staat, der keine Klassen oder Stände, sondern nur das Bolk kennt, kann sich die Tätigkeit des Beamten segensreich auswirken. Im neuen Staat soll der Beamte wie zur Zeit seiner Gründung, ein Bestandteil des Boltes sein, der sich durch freue Pflichterfüllung, Sauberfeit des Lharatters und größte Leiftungs- föhigteit auszeichnet. Der deutsche Beamte muß Diener des Boltes fein, da es die höchste Ehre ist, Beamter zu sein. Die Zeiten des Doppeloerdienens sind vorbei. Der deutsche Beamte muß sich des Ehrentitels würdig erweisen. Und deshalb werden in Zukunft die B e - ding un gen für die Aufnahme eines Anwärters inden Beamten st and besonders s ch w e r sein. Der Bewerber muß beweisen, daß er etwas leistet, daß er einen tadellosen Charakter besitzt und daß er sich des Ehrentitels, deutscher Beamter zu sein, würdig erweist. Dem Beamten ist keine Stelle versagt, aber er muß sie sich erkämpfen, sich den Aufstieg durch Leistungen erklimmen." Der Redner berührte dann das Beamtenge s e tz und betonte, daß das Beamtengesetz nur ein Anfang sei. Die nationalsozialistische Revolution werde auch in die Beamtenschaft hineingetragen, das Fenster sei weit geöffnet, auf daß der frische Reoo lutionswind auch den Staub des letzten Aktenbün- bels wegfege. Jeder Beamte müsse sich Har darüber sein, daß die NSDAP, in unverminderter Kraft ihren Weg weitergehe, daß Sonderintercssea nicht Aufgabe der Wirtschaflspolitil aber ist es, die Landwirtschaft in den Stand zu sehen, einen solchen angemessenen Zins zu zahlen. In dem Entschuldungsentwurf befindet sich entsprechend meinen alten Vorschlägen auch ein Abschnitt über die Siedlung. „3n Arbe i t vereint", so schloß der Minister, „wollen wir uns durch nichts auseinandermanövrieren lassen. Der entschlossene Dille der Regierung, die Rettung des Bauern durchzuführen, bedarf einer geschlossenen Unterstützung. Wenn wir von dieser Ausstellung heimkehren, so tun wir es alle mit dem Vorsatz hoffnungsvoller Arbeit. Im Anschluß an die Ausführungen von Reichsminister Dr. Hugenberg nahm Der Präsident des Deutschen LandivirtschastsratsWalterDarre das Wort. Max Eyth, so führte er u. a. aus, der Gründer der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, sei einer der ersten Vorkämpfer des deutschen Bauerntums gewesen. Er, der dem Boden des festgewurzelten Schwabenvolks entstammte, erkannte frühzeitig die Bedeutung des technischen Fortschritts für unsere Bauern. Wieviel Kummer und Trübsal durch deutsche Hadersucht und mangelndes Vertrauen mußte er erfahren, ehe ihm sein Werk gelang. Der zurückliegende Abschnitt unseres Kampfes um den Lebensraum des deutschen Bauern in seiner Zersplitterung und seiner jahrelangen scheinbaren Aussichtslosigteit schien mancherlei Aehnlich- feit aufzuweisen. Diese Zeit sei nun überwunden. Die Bahn sei frei, um abseits aller Sonder- infereßen den Aufbau des deutschen Dolfs und der deutschen wirtschaft von der einzigen Grundlage her durchzuführen, welche die Gewähr für einen Aufstieg der Ration biete. Das sei nach der ganzen Arbeit der DLG. widersprechen. Diese gehe darauf hinaus, nicht einzelne Glanzleistungen hervorzubringen, sondern eine gute gleichmäßige marktfähige Ware für die Versorgung der städtischen Verbraucher bereitzustellen. Damit werde die Reichs-Jahresschau zu einer Mahnung an den städtischen Verbraucher, ganz besonders an die Hausfrau, bei allen ihren Einkäufen in ersterLiniediedeutscheBauernarbeit zu fordern. Und noch etwas anderes müsse angesichts dieser Schau gesagt werden. Aus allem, was zu sehen sei, könne leicht die Ansicht aufkommen, daß es dem deutschen Bauern nicht so schleckt gehe, wie es immer heiße. Dem sei aber nicht so. Wenn der deutsche Bauer trotzdem weitergearbeitet habe, so in der Hoffnung, daß die Schwierigkeiten überwunden werden. Der 30. Januar habe die Richtigkeit dieser Hoffnung erkennen lassen. Der deutsche Bauer werde weiterarbeiten und weiterkämpfen, wie die politische Staatssührung es von ihm erwarte. 3m Namen der kolonialen Verbände, die auf der Ausstellung eine Kolonialausstellung veranstaltet haben, sprach Gouverneur a. D. Dr. S chn c e. Die koloniale Sonderschau solle, so führte er aus, die Lebensnotwendigkeit des eigenen deutschen Kolonialbesitzes vor Augen führen. Nach einem Schlußwort des Vorsitzenden des Vorstands der D. L. G. Dr. h. c. v. W e b s k y , Kaulsdorf, erfolgte ein Rundgang durch die Ausstellung. Oarrepräsideni des Deutschen Landhandelsbundes. Berlin, 20. Mai. (TU.) Der Deutsche Landhandelsbund, der unter nationalsozialistischer Führung zur Gesamtverlretung des bodenständigen deutschen Landhandels ausgebaut worden ist und dem zur Zeit etwa 16 000 Firmen angeschlossen sind, hielt am Samstag in Berlin geduldet werben, daß es nur eine deutsche Be- omtcnschaft gibt. Wer das nicht verstehen will, muh sich damit absinden, wenn er etwas derb an- gefaßt wird, daß ihn der Revolutionswind mit hinwegfegt. Das gegenwärtige Beamtengesetz ist ein Gesetz des Ueberganges, das Grundgesetz steht geschrieben in den 25 Programmpunkten der RSDAP. Deutscher Beamter und kann nur sein, wer deutschen Blutes ist und wer die Voraussetzungen eines Beamten, wie wir ihn verlangen, erfüllt. Deutscher Beamter! Der Weg in die Zukunft ist klar gezeichnet! Du sollst, wie in der Vergangenheit, auf Grund deines Charakters, deines Könnens und deiner Leistungen Vorbild allen Volksgenossen sein. Du sollst mit allen deinen Kameraden kämpfen, insbesondere als Diener des Staates zum Wohle von Volk und Vaterland." Führerprinzip im OOB. Für Wetzt Hastigkeit und Monarchie. Berlin, 20. Mai. (TU.) Der Deutsche Offizier-Bund teilt mit: 1. Der Deutsche Offizier-Bund bekennt sich rückhol t l o s zu der vom Bertrauen des .Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg getragenen nationalsozialistischen Staatsführung durch den Herrn Reichskanzler Adolf Hitler und wird sich für sie e i n s e tz e n. Er dankt dem Herrn Reichskanzler für die den alten Offizieren aus der Seele gesprochenen mannhaften und weisen Worte, mit denen er vor dem Reichstag und der Welt für die L e b e n s » bedingungen, d i e Würde und Ehre des deutschen Volkes eingetreten ist. Besonders begrüßt er die auf allen Gebieten durchgeführte re st lose Säuberung des öffentlichen Lebens der Ration von marxistischer und pazifistischer Unmoral der Nachkriegszeit. Getreu den geheiligten Traditionen der alten ruhmreichen Wehrmacht hält der Deutsche Offizier-Bund an seiner monarchistischen Einstelluna fest und wird als eine seiner vornehmsten Aufgaben die Förderung der Wehrhaftigkeit unseres Volkes und die wehrhafte Erziehung unserer Jugend betrachten. 2. In Anbetracht der großen Aufgaben der Mitwirkung am Wiederaufbau lind der Wiedererstar- kuna unseres Vaterlandes, welche der DOB. auch in Zukunft zu erfüllen hat, wird seine Leitung, den heutigen Forderungen entsprechend, auf das a b - solute Führerprinzip eingestellt werden. Der Führer des Bundes ist der Herr Bundespräsident, Erzellenz v. H u t i e r, der die Vollmacht hat, seine Mitarbeiter selbst zu bestimmen. Ein Gruß an die Brüder jenseits der Grenze. Berlin, 20. Mai. (WTB.) Auf dem Kh f f - Häuser fand heute in Gegenwart von "23ertre* turn aller deutscher Kriegerdereine und in Anwesenheit des Oberleutnants Sicht ing als Vertreter des Wehrpolitischen Amtes der RSDAP. die feierliche We he derGedenkhallefürdie abgetrenntenGebieteim Kuppelraum des Denkmales auf dem Khffhäuser statt. Der Bundesführer des K'yffhäuserbundes General der Infanterie a. D. v. Horn sandte an dieser durch die Tradition geheiligten Stätte folgenden Ruf an alle Brüder und Kameraden in den abgetrennten Gebieten: „3n der Weihesiunde der Gedenkstätte für die abgetrennten Gebiete auf dem Kyffhäuser sendet der Kyffhäuserbund an alle Deutschen, die der Machtspruch von Versailles vom Mutterlande trennt, die herzlich st en Treugrüße inner st er Volksverbundenheit. Wir grüßen insbesondere euch Kameraden aus dem gro- ß e n K r i e g e , die ihr in der vordersten Kampffront des deutschen Geistes steht. Wir grüßen euch aus dem neuen Deutschland, das unter Schwarzweißrot und Hakenkreuz einig wurde wie 1914. Wir bitten euch, mitzukämpfen gegen die Verleumdung unseres Volkes und unserer Regierung. Rein in Ehr und Wehr steht Deutschland." Birkhahnbalz in der Heide. Äon Rüdiger Schwarz. Drei Uhr; kalt und hoch steht der Himmel, matt flimmern die Sterne, dsVMond wirft bleiches Licht über Moor und Bruch. Gespenstisch blitzt und glänzt es in den dunklen, grundlosen Tümpeln; weiße Birtenstämme neigen sich geisterhaft im fahlen Licht. Ein leichter Windstoß geht rasselnd durchs Bruch und läßt leichte Nebelschwaden aufquirlen. Ich schauere zusammen. Das bereifte Gras raschelt und knistert unter meinen Füßen. Ich lasse das Bruch links liegen, schreite am toten Moor vorbei, immer weiter. Eine Eule unkt dumpf und hohl, sonst Totenstille, tiefste Einsamkeit. Ganz leise kommt ein Gefühl der Verlassenheit in mir auf, doch bald ringt sich Zufriedenheit und Ruhe durch; eine Zufriedenheit, einmal all das Unangenehme und den Aerger des Lebens, den Wirrwarr der Stadt hinter mir gelassen zu haben. Hier, in dem urwüchsigen Moor, in der weiten, einsamen Heide, verliert sich alles, hier bin ich ein kleines Etwas in der großen Natur. . . Brechen vor mir schreckt mich aus meinen Grübeleien auf; Rehwild springt ab, schreckt im Bruch, hohl und rauh schallt es herüber. Jetzt bin ich plötzlich wieder ganz Jäger? Zum Hähneoerhören bin ich heute draußen, nicht zum Träumen. Schneller wird mein Schritt, Heidkraut knurpst unter den Füßen, tiefe Schatten tauchen auf: Wacholder, Ginster, Krüppelkiefern. Dann geht es quer durch das hohe Heidkraut, bis sich vor mir eine weite Fläche dehnt, niedriges, versengtes Gras, eine einsame Kiefer, ein krummer Wacholder. — Es wird aber auch höchste Zeit! Schnell mache ich es mir unter dem Wacholder, der aussieht wie eine alte Hexe, so gemütlich wie möglich und warte dann regungslos. Lange liege ich da, schauere zusammen vor Kälte; höre das melodische Flöten der ziehenden Brachvögel. Andere Stimmen werden laut, schemenhaft schnürt ein Fuchs über den Platz. — Und dann, endlich, ein fahler Streifen kündet im Osten den nahenden Tag. Eine Heidlerche dudelt ihr Lied verloren vom Himmel herunter, Kiebitze fallen ein mit klagendem Ruf. Und dann fahre ich zusammen, über mir rauscht es, sausender Flügelschlag und dumpfes Aufschlagen; ein-, zwei-, dreimal! So, da wären die Hähne ja; nöchte nur gerne wissen, wo? Ich sehe nur dunkle Klumpen. Das sind sie — vorbeigeraten, sie entpuppten sich als Heidbülte. FrankreichsDorschlage in Gens Scharfe Auseinandersetzungen im französischen Kabinett. Paris, 21. Ifiai. (WTB.) Der „Populaire" will wissen, daß es im verlauf des gestrigen fiabi- nellsrates zu einer scharfen Aussprache über Frankreichs Haltung auf der Abrüstungskonferenz gekommen fei. Außenminister Paul-Boncour habe die Ansicht vertreten, die Regierung müsse dem Abrüslungs- plan Macdonalds zustimmen unter der Bedingung allerdings, daß ein internationales Rüstungskomitee geschaffen werde. Luftfahrtminister L o t habe die These des Außenministers unterstützt. Marineminister L e y g u e s ihr jedoch energisch widersprochen, wobei er die Mehrheit der Regierungsmitglieder zunächst auf seiner Seite hatte. Ausschlaggebend sei baun aber die Ansicht des Ministerpräsidenten und Kriegsministers D a l a d i e r gewesen. Daladier habe eine vergleichsfor- m e l vorgefchlagen. Danach solle die französische Regierung durch Außenminister Paul-Boncour in Genf erklären lassen, daß sie grundsätzlich dem englischen Abrüstungsplan zustimme, jedoch nur unter zwei Bedingungen: 1. Der Schaffung einer internationalen Rüstungskontrolle, und 2. der Durchführung der Abrüstung in Etappen. Wenn eine Einigung erzielt werde, würde sich die französische Regierung verpflichten, bereits jetzt alle neuen Bauten bei den Rüstungen zu Lande, zu wasser und in der Lust e i n z u st e l l e n. Das bedeute Beschränkung der Rüstungen. Außerdem solle die französische Regierung verlangen, daß eine Frist für die Schaffung der internationalen Kontrolle festgesetzt werde. Die französische Regierung habe beschlossen, daß sie, wenn diese Kontrolle beschlossen sei, das verbot der O f f e n si v w a f f e n annehmen werde. Frankreich werde dann ebenso wie die anderen Rationen bereit sein, alle Offensivwaffen zu zerstören oder zu internationalisieren. Diese Beschlüsse seien vom gestrigen Kabinettsrat, trotz des Widerstandes des Marine- miniffers angenommen worden, und Außenminister Paul-Boncour habe sich bereit erklärt, sie auf der Abrüstungskonferenz zu vertreten. „Zu Deutschland nur Ruhe und Frieden." Erklärungen des früheren amerikanischen Botschafters in Berlin. N e u y o r k, 20. Mai. (WTB.) Der aus Deutschland zurückgekehrte ehemalige amerikanische Botschafter Houghton erklärte Pressevertretern, er habe in Deutschland nur Ruhe und Frieden oorgefunden. Er habe nie gesehen, daß Juden belästigt worden seien oder gehört, daß gegen Juden agitiert worden sei. Die Stimmung in Deutschland sei heute erheblich besser als bei seinem letzten Besuch im Vorjahre. Damals seien die Menschen niedergeschlagen gewesen. Das sei nun alles anders geworden. Es herrsche jetzt unter ihnen die tiefe Ueberzeugung, daß Deutschland wie- derhochkomme n werde. Nirgends sei von Krieg die Rede. Die Deutschen dächten nur an Frie - den, und obwohl sie empfänden, daß der polnische Korridor eine schwere Belastung darstelle, werde er sie nicht in einen Krieg hineinziehen. Deutsche Zusagen in Washington. Washington, 20. Mai. (WTB.) Botschafter Luther suchte heute den Staatssekretär des Aeuhern, Hüll. auf. Der Botschafter legte noch einmal Deutschlands Eingehen auf den Vorschlag Roosevelts im besonderen, so» wie Deutschlands Stellung zur Abrüstungsfrage im allgemeinen dar. Dr. Luther betonte, daß die Reichsregierung sowohl bezüglich des Planes Roosevelts, als auch des Planes des englischen Ministerpräsidenten bereit sei. s o - weit zu gehen wie die anderen Groß- Jetzt schüttelt einer sein Gefieder und fängt an Zu kullern; langsam spielt er sich ein. Und nun fallen Die anderen ein; rhythmisch und voll tlingt ihr Kullern über die Heide. Am Heidberg, im Moor, auf dem Exerzierplatz, überall faucht und bläst, kullert und trommelt es: kullullull, kullullull, kullullul- lullull, tschchuhuuiich, tschchu-hu-hu-huii. Und jetzt sehe ich auch meine Hähne. Rechts neben der Krüppelkiefer schiebt einer sich kullernd durch das Heidkraut, reckt sich und zischt, springt zwei- bis dreimal in die Luft und kullert wieder, daß es weit über die braune Heide tönt. Die andern balzen abseits, schüchtern und zaghaft; es sind zwei Jünglinge, die dem alten Platzhahn das Feld nicht streitig zu machen wagen. Immer klarer kommt die Landschaft heraus. Ein kühler Wind streicht über die Heide. Dunkel und scharf stehen die Kiefern gegen den hellen Himmel, bläulich löst sich der Waldsaum aus der Ferne. Lerchen jubeln. Drosseln singen, Kiebitze und Pieper locken, ein Bussard ruft seinen gellen Schrei und weit hinten im Wald gurrt sehnsüchtig dumpf ein Ringeltäuber. Es ist, als ob die Hähne die Heide aus tiefem Winterschlaf erweckt hätten, so jubelt und singt es überall. Aber lauter als alles tönt das Frühlmgs- lied unserer Heide, das Balzen der Birkhähne. Ich liege da; die Kälte ist vergessen. Vor mir stiebt sich der Platzhahn hin und her; halbmondförmig krümmt sich das starke Spiel; breite, rote Rosen; leuchtend weißes Unterspiel. Und der ganze Kerl schimmert und schillert blauschwarz, ein sehr alter Hahn. Herrlich, wie er kullernd durch das Heidkraut trippelt; jede Feder zittert! Leidenschaft, Erregung! — Sausender Schwingenschlag durch die Luft: ein anderer Hahn fällt ein. Giftiges Girren, haßerfülltes Zischen, und schon wirbelt ein schwarz-weiß-rotes Knäuel durch die Luft. Bald liegt der eine unten, bald der andere, bis sich der Eindringling geschlagen bekennt und zerschunden abstiebt. Hoch springt der Platzhahn in die Luft, haßerfüllt und lang zischt er, trippelt aufgeregt kullernd im Kreis und stürzt sich auf die anderen Hähne. Die Frühbalz ist auf dem Höhepunkt. ©lutrot färbt sich der Himmel, verliert sich ins Schwefelgelbe, ins Blaßgrüne und verläuft sich in kristallklares Blau. Und bann kommt die Sonne; die ersten Strahlen schießen flimmernd über die Heide Tautropfen und Reifkristalle glitzern und funkeln. Wie auf Kommando sind die Hähne verstummt und verharren regungslos: das Morgengebet. Bis sich Die Sonne voll und warm über Die weite, braune glitzernde Heide ergießt. Da fallen sie wieder ein, zuerst ein junger, schüchtern und stockend, und bann alle die andern. Wieder übertönt ihr Zischen und Kullern machte ur.6 nach Kräften an einem Erfolg ter Konferenzen mitzuarbeiten. Das Ausnahmeregime im Eaargebiet. Berlin, 20. Mai. (ERD.) Als die Re- gierungskommission des Saargebietes kurz vor dem l.Mai die offizielle deutsche Rotifizierung über die neuen Rationalflaggen zum Anlaß nahm, um das Verbot der schwarz- weihroten und der Hakenkreuz-Fahne aufzuheben und gleichzeitig die Einstellung aller wegen ilebertretung dieses Verbotes eingeleiteten Strafverfahren anzuordnen, konnte man darin einen erfreulichen Beweis für ihren Wunsch nach Abbau des bisherigen Ausnahmeregimes erblicken. Mit den Derordnungs- entwürfen, die die Regierungskommission nun aber dem Landesrat vorgelegt hat, wird diese Linie wieder verlassen. Die Regierungskommission nimmt für sich Rechte in Anspruch, die sich allzu deutlich gegen die national- sozial! st ische Bewegung richten. Das Verbot aller öffentlichen politischen Versammlungen und Auszüge und die angedrohte Auflösung von Parteien, deren Mitglieder gegen dieses Verbot verstoßen, sind Maßnahmen, deren politischer Sinn unter den heutigen Umftänöen die andern Stimmen, und kündet der erwachenden Heide den Frühling. Ich aber drücke mich fort, schleiche zu der krummen Kiefer am Heidberg und mache mich lang. Vor mir steht ein Sprung Rehwild, unter ihnen ein starker Bock mit prahlendem Bastgehörn. Zwei Hasen jagen sich; in der Luft jubelt und singt es, und warm und voll ruft der Tauber. Aber noch im Eindusseln höre ich das Zischen und Fauchen und Kullern der Birkhähne, das mich alles andere vergessen läßt. Da weiß ich: es ist Frühling! Der schwarze Sänger hat die Heide geweckt aus tiefem, ruhigem Schlaf zu neuem, jubelndem Leben! Des Kanzlers Leibgarde. Wen heute sein Weg durch die Wilhelmstraße und das umliegende Regierungsviertel in Berlin führt, dem fallen immer wieder die markanten und besonders großen Erscheinungen auf, die hier in ©©.-Uniform Dienst tun. Sowohl vor dem Ministerium für Dolksaufklärung und Propaganda als im Besonderen in der Reuen Reichskanzlei sind diese stattlichen Gestalten anzutreffen. Unwillkürlich fällt einem der alte Soldatenkönig mit seinen „Langen Kerls" ein, der, wo er nur immer ein Landeskind über 1.80 Meter Größe erwischen konnte, schnellstens zufaßte, um sich die „Größen" feines Landes zu sichern und seinen Hof damit gebührend auszustatten. Eine bessere Truppe, als sie uns jetzt in der Wilhelmstraße begegnet, konnte auch der richtige Soldatenkönig von ehedem nicht gehabt haben. Sämtliche Mitglieder, die dieser Leibgarde des Kanzlers angehören, sind über 1,80 Meter groß. Sie stellen die Stabswache und bilden den unmittelbaren Schuh des Reichskanzlers. Bei den großen Aufmärschen und feierlichen Paraden verfolgt man sie in ihren schwarzen Stahlhelmen mit besonderem Interesse. Die „Langen Kerls" des Kanzlers sind keine alltägliche Erscheinung. So viel Größen in einem Trupp sieht man selten. Kein Wunder, wenn die Gaue des Reiches alle an ihr beteiligt sind. Von Rord und Süd, aus Ost und West wurden sie aus den besten Schutzstaffeln der RSDAP. zusammengeholt. Die Waterkant, Hamburg, Kiel, Schleswig ist glänzend vertreten' aber auch Ostpreußen, Danzig, Schlesien, Thürin- aen, Rheinland und Bayern sandten ihre Größen". Immerhin, Berlin hat wieder den Rekord aufgestellt: der Längste ist „mit Spreewasser getauft" und mißt genau 1,95 Meter. Als rechter Flügelmann überragt er die ganze Front beinahe um einen Kopf. Dabei ist er erst 21 Iahve alt, klar wäre, w?nn n'chk in einem Weiler en Verordnungsentwurf das Verbot von Vereinen u. a. auch dann für zulässig erklärt wurde, wenn sie „Ziele verfolgen, die mit der durch den Friedensvertrag im Saargebiet geschaffenen Ordnung nicht zu vereinbaren sind". Darin liegt zum mindesten die Absicht, im vorletzten Iahre vor der Volksabstimmung der öffentlichen Betätigung für die Rückkehr ins Reich Beschränkungen aufzuerlegen, und es kann der Verdacht entstehen, daß die frankophile Propaganda, deren Ziel die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes ist, gefördert werden soll. Die Erklärungen der Parteien im Landesrat, der nur begutachtende, aber nicht beschließende Stimme hat, zeigen deutlich, daß die Regierungskommission mit den neuen Verordnungen auf alle Fälle in die Rolle eines Schiedsrichters zwischen, den verschiedenen politischen Richtungen und damit auf eine schiefe Ebene gedrängt wird, die zu ganz unhaltbaren Zuständen führen kann. Die freie Willensbildung und Meinungsäußerung in einem Abstimmungsgebiet darf unter keinerlei politischen oder administrativen Begründungen beeinträchtigt werden, wenn das Volk an der Saar und im Reich das notwendige Vertrauen zur Reutralität und Objektivität der Völkerbundsregierung haben soll. aber ein Sportler durch und durch, ©ein bisheriges Leben führte ihn nach dem Abitur als Banklehrling durch In- und Ausland, zwischendurch versuchte er sein Glück auf der Hohen Schule, bann Banklehrling und dann Autoschlosser, meldete sich bei der Reichswehr und landete zum Schluß bei der ©©., wo er jetzt bereits alle — überragt. Das ist eine der vielen schlanken, sportlichen Gestalten, aus deren klaren Augen die Begeisterung für ihren Führer und die große Sache leuchtet. Sein frisches Gesicht spricht hier für alle: Wir sind da und stehen unseren Mann, einer für alle, alle für einen. Unfere Iugend ist unser Vermögen und die Verpflichtung den Führern gegenüber unser Vermächtnis! Die Weiber von Weinsberg. Als der Belagerer von Weinsberg die tapfer sich wehrende Stadt ausgehungert hatte, mußten die Bürger und Verteidiger sich auf Gnade und UngnaDc den Feinden übergeben. Der Eroberer wollte die Frauen schonen und erlaubte ihnen, unbehelligt die Stadt zu verlassen, ihr Liebstes könnten sie auf dem Rücken davontragen. Am anderen Morgen wurden die Tore geöffnet, und die Weiber von Weinsberg hatten ihren Ehe- liebsten huckepack auf dem Rücken und zogen mit ihm durch das Tor. Die tapfere Tat der Weiber von Weinsberg ist in der ganzen Welt bekannt, steht in allen Schullesebüchern als sprechender Beweis für die Opferfreudigkeit der Frauen. Solche opferfreudigen Frauen gibt es auch heute noch. In München hatte man einen Arbeitslosen beim Betteln erwischt. Er erhielt daher den Polizeibefehl: drei Tage Hast. Er beantragte richterliche Entscheidung und hatte das Glück, in der Zeit bis zur Einberufung des Termins Arbeit zu finden. Der Tag des Termins konnte aber für ihn ein doppelter Unglücks- tag werden. Wenn das Gericht den Polizeibefehl bestätigt und der Arme auf drei Tage ins Gefängnis kommen müßte, dann würde er seine Arbeitsstelle wieder verlieren. Er ging darum überhaupt nicht zum Termin, sondern zur Arbeit und schickte seine Frau aufs Gericht. Die Frau erklärte dem Richter: „Mein Mann will den Einspruch zurückziehen, wenn das Gericht mir erlaubt, an seiner Stelle die Strafe abzubüßen." Tapfere Frau, aber leider ist die Opserwilligkeit der Ehefrau im Gesetz nicht festgelegt und ein Richter kann keine Ausnahme machen. Er mußte daher das Angebot der Frau abweisen und das Persönliche Erscheinen des Mannes anordnen^ Aus aller Well. Großseuer in einem englischen Vergnügungspark. — 50 verletzte. Don einem verheerenden Großseuer wurde der Dergnügungspark-Kursaal in Southend an der Themsemündung heimgesucht. Dabei wurden von den Tausenden von Ausflüglern, die sich auf dem Gelände aufhielten, 50 Personen verletzt. 75 von den etwa 250 Schaubuden und Vergnügungshallen wurden zerstört, darunter ein kleiner Tiergarten, in dem Affen, Schlangen und andere Tiere gehalten wurden, die sämtlich verbrannten. Das Feuer ist infolge Kurzschlusses ausgebrochen. Da sich der Brand mit rasender Schnelligkeit ausbreitete, entstand unter den Besuchern eine große Panik, bei der viele Leute zu Boden geworfen und verletzt wurden. Die Panik wurde noch durch eine umherirrende Wildkatze erhöht, die während des Brandes ausgebrochen war. Der Brand griff auch auf die Schießbuden über, wo Tausende von kleinkalibrigen Patronen explodierten. Die Polizei hatte große Mühe, die Menge zu zerstreuen. Rach zweistündiger Arbeit gelang es das Feuer zu löschen. Der Schaden ist bedeutend. Großfeuer in Ostpreußen. In Dartenstein (Ostpreußen) geriet ein Tank in Brand, der vor dem großen Mehlspeicher der dortigen Mühlenwerke von Meyer stand. Während mehrere Personen sich bemühten, das Feuer mit Handfeuerlöschern zu ersticken, explodierte plötzlich der Tank. Durch den Luftdruck wurden verschiedene Personen fortgeschleudert, erlitten aber zum Glück nur leichte Verletzungen. Durch die Explosieon war aber auch der große Mehlspeicher in Brand gesetzt worden. Im Augenblick schossen hohe Stichflammen aus dem Gebäude hervor und eine riesige Rauchsäule zeigte der ganzen Stadt das Feuer an. Da die Bartensteiner Feuerwehr allein nichts ausrichten konnte, muhten die Wehren aus Königsberg, Rastenburg und arideren Rachbarorten herbeigerufen werden. Rach mehreren Stunden war die größte Gefahr beseitigt, vor allem konnten die Rebengebäude sämtlich erhalten werden, jedoch sind etwa 20 000 Ztr. Roggen durch Wasser fefft restlos vernichtet. Brokat muß seine Gefängnisstrafe antreten. Der im Februar wegen Meineides unter Anwendung des Milderungsparagraphen zu einem Iahr Gefängnis verurteilte ehemalige DVG- Direktor Fritz B r o l a t in Berlin hat die gegen das Schwurgerichtsurteil ursprünglich eingelegte Revision zurückgezogen, so daß das Urteil Rechtskraft erlangt hat. Drolat wird nun demnächst seine einjährige Gefängnisstrafe antreten müssen. In einem weiteren gegen Bro- lat schwebenden Meineidsverfahren, das sich mit seiner Aussage in dem DVG.-Prozeß beschäftigt, in dem er unter Eid bekundete, bei den Entlassungen seien keine politischen Motive maßgebend gewesen, sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen- Schwere Zuchthausstrafen gegen Kommunisten. Nach dreitägiger Verhandlung fällte die Große Strafkammer des Landgerichts Nürnberg gegen eine Anzahl wegen schweren Diebstahls und Spreng st offvergehens angeklagter Kom- muniften bas Urteil. Es lautete für Franz Tanz- berger auf 12 Jahre Zuchthaus, für Johann Sporer auf 9 Jahre Zuchthaus, für Franz 3 u I e g e r auf 8 Jahre Zuchthaus, für Karl Ramme l m e y e r und Franz Machtet auf je 6 Jahre Zuchthaus, für den Angeklagten Oskar Weber auf ein Jahr sechs Monate Zuchthaus. Den Angeklagten Tanzberger, Rammelmeyer, Zuleger, Mach- let und Sporer wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Bei Tanzberger wurde noch Stellung unter Polizeiaufsicht ausgesprochen. Zwei von den Angeklagten wurden f r e i g e s p r o ch e n. Die übrigen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen von drei bis sieben Monate. Den Angeklagten, die zum großen Teil der KPD. angehörten und sich zum Schrecken von Nürnberg und feiner Umgebung ausgewirkt hatten, wurden insgesamt 3 5 große Einbrüche zur Lall gelegt. Ausgerüstet mit den modernsten Einbrecyerwerkzeugen und Waffen nahmen die sechs Hauptangeklagten bei ihren Raubzügen von Mai bis September 1932 mir, was sie erwischen konnten. Ihre Beute hatte einen Wert von über 6000 Mark. An Bargeld und Briefmarken fielen ihnen außerdem 5000 Mark in die Hände. Die übrigen Angeklagten betätigten sich entweder als Aufpasser ober als Hehler, Den Hauptangeklagten war außerdem ein Verbrechen gegen das Sprengstoffgesetz zur Last gelegt. Sie gehörten zu der Nürnberger Terrorgruppe der KPD. und besaßen Sprengstoff, Dynamit und Waffen, um damit im Falle eines politischen Umsturzes vorzugehen. „Regenbogen" wieder in Frankreich. Das französische Flugzeug „Regenbogen", das den Ozean in beiden Richtungen überquert hat und auch längere Zeit in Südamerika geflogen wurde, ist jetzt wieder auf dem Flugplatz von Paris eingetroffen. Aus der Provinzialhauptstadt. „Schlageten-Erstaufführung im Gießener Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird ungeschrieben: Myrgen abend letzte Vorstellung im Dienstag- Abonnement. Kein Theaterabend von alltäglicher Bedeutung, oder ein üblicher Premierenabend, sondern unter Intendant Dr- P r a s ch s Spielleitung die Erstaufführung der deutschen Tragödie „Schlagcter" von Hanns Iohst Ein gutes Geschick hat dem deutschen Theater in den Tagen der nationalen Erneuerung eine dramatische Dichtung in die Hand gegeben, die eS dem Theater ermöglicht, dem neuen Geist deS deutschen Dolles auch von der Dühne aus zu dienen. Hanns Iohsts Schauspiel „Schlageter". nicht für den Augenblick geschrieben, sondern langsam gewachsen aus dichterischem Zwang und vollendet zu einem Zeitpunkt, als noch keinerlei Gewißheit bestand, ob sich viele deutsche Bühnen an die Darstellung diese« gefährlich-revolutionären Werks würden wagen wollen, ist nun zum dichterischen Symbol der Zeit geworden. Iohst kommt cs daraus an, die innere Entscheidung des deutschen Menschen Leo Schlageter darzustellen, und damit deckt sein Drama die seelischen Grundlagen auf. aus denen die deutsche Erneuerungsbewegung auswuchs und in jenen Tagen durch eine entscheidende Prüfung ging. Für die Tragödie Albert Leo Schlageters wurde der passive Widerstand der dunkle Hintergrund, vor dem seine Tat und sein Opfertod zum Fanal deutscher Freiheit emporloderte. Sein Blutopser wurde zur Saat neuer Zukunft: Die Jungen stehen zu ihm, nicht weil er der letzte Soldat des Weltkrieges, sondern weil er der e r st e Soldat des Dritten Reiches ist. Die Titelrolle spielt Jochem Hauer- 3n der Rolle der Frau Professor Thiemann Frau Auguste Prasch-Grevcnberg, EhrenmitAlied des Meininger Landestheaters als Gast. Schlageters Bursche Peter Ludwig L i n k m a n n als Gast. Oberspiel'.eiter Peter F a s s o t t spielt die Rolle des Generals. Gewöhnliche Preise. Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr. Infolge der Despielung des Kurtheaters Bad- Rauheim wird die Mittwoch-Abonnements-Dor- stellung auf Samstag, 27. Mai, verlegt. Warnung vor Preissteigerungen! Meldungen über bereits erfolgte oder beabsichtigte Preiserhöhungen in den verschiedensten Geschäftszweigen veranlassen die Industrie- und Handelskammer Frankfurt c. M./Hanau, alle Wirtschaftskrise eindringlichst aus die Bekanntmachung des Reichskommissars für die Wirtschaft, Dr. W a g e n e r, und des Reichskommissars für Preisüberwachung hinzuweisen und vor der Erzwingung einer künstlichen Preissteigerung durch Ausnutzung wirtschaftlicher oder politischer Machtstellungen nachdrücklichst zu warnen. Die Kammer wendet sich hierbei insbesondere an die Firmen der von ihr vertretenen Wirtschaftsgruppen des Einzelhandels, des Großhandels und der Industrie, sowie an deren wirtschaftspolitische Derbände. Es geht nicht an, daß gewisse Wirtschaftskreise in Umkehrung des nationalsozialistischen Grundsatzes .Gemeinnutz geht vor Eigennutz" die egoistischen Prinzipien der Wirtschastspartei unseligen Angedenkens wieder auferstehen lassen und Die Zeit der nationalen und sozialen Erhebung zu ihrem persönlichen Dorteil auszunutzen suchen. Bei unbedingter Würdigung der Lebensrechte aller Bcrussstände und voller Anerkennung der Rotwendigkeit einer gerechten Preisbildung wird die Kammer gegen Preissteigerungen mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln einschreitcn. Darüber hinaus ist die Kammer entschlossen, nötigenfalls den Einsatz schärfster staatlicher Maßnahmen zu erbitten. In gleicher Weise wird die Kammer gegen Dertreter, Agenten usw. vorgehen, die durch Ausstreuung von Gerüchten über geplante Preiserhöhungen ihr Ge- schäst beleben wollen und damit Beunruhigung in die Bevölkerung tragen. Oie Kriegsopferoersorgung der Hassia. Don dem Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen in der Kriegerkameradschaft Hassia wird uns geschrieben: In bezug aus die Tätigkeit des Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen der Kriegerkameradschaft Hassia * Darmstadt, der dem Kysfh useroerband der Kb.u. Kh. als Landesgruppe Hessen angcschlossen ist, liegt Veranlassung vor, mitzuteilen, daß der Deutsche Reichskriegerbund Kqff- häuser, mit ihm die Kriegerkameradschaft Hassia, sich seinem Wesen entsprechend zum neuen Deutschland bekennt. In dem Kampf für Ehre, Freiheit und Größe des Vaterlandes fühlt sich der Kyffhäufer- bund und mit ihm die Hassia schon immer mit der nationalen und nationalsozialistischen Bewegung, dem jungen Träger soldatischen Kampsgeistes, auf das engste verbunden. Der Deutsche Reichskrieger- bund ^yfshäuser hat sich aus diesem Grunde in allen seinen Aufgaben dem Neuschöpfer des Reiches, Reichskanzler Adolf Hitler, unterstellt. Unter Bezugnahme auf die Kriegsopferoersorgung hat der Kyfshäuserverband der Kb. u. Kh., dem der Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinter, bliebenen der Hassia angehört, sich der n a t i o n a l sozialistischen Kriegsopferoersorgung angeschlossen. Hierdurch soll eine organisatorische Vereinheitlichung der Kb.- u. Kh.-Verbandc für die nächste Zeit erreicht werden. Der nationalsozialiin- schen Kriegsopferoersorgung gehören als Abteilungen an der Nationalsozialistische Reichsverband, der Knffhäuseroerband, der Deutsche Offizierbund und die Kriegsblinden. Jede der genannten Abteilungen ist in der Bundesleitung durch ein Mitglied vertreten. Beim Zusammenschluß der national]o.3iali|h1d)en Kriegsopferoersorgung ist zum Ausdruck gebracht worden, daß die obengenannten Abteilungen, somit auch der Verband der Kb. u. Kh. der Krlegerkame- radschaft Hassia, in ihrer bisherigen Tätigkeit als e l b st ä n d i g anzusehen sind. In der letzten Zeit ist mehrfach in den Reihen der Kriegsopfer die Aus- sassuna zum Ausdruck gekommen, als ob die Krie- gerkameradschaft Hassia mit dem nationalsozmlistl- schen Rcichsvcrband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen verschmolzen sei und formt ihre bisherige Selbständigkeit aufgegeben habe.^Dles ist keineswegs der Fall. Es liegt nicht im «Sinne öer Reichsleitung der nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung, eine Agitation gegen den nationalen Kriegsopferoerband der Hassia zu entfalten und eine allgemeine Unruhe in die Reihen der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen zu tragen Der Verband der Kriegsbeschädigten uno Kriegerhinterbliebenen der Hassia wird, wie seicher. in selbständiger Arbeit dem Wohle der Kriegsopfer dienen. Innerhalb der nationalsozialistischen Kriegs- opserversorgung soll ausdrücklich völlige Gleichberechtigung ber' obengenannten Abteilungen gewahrt bleiben. Dies bezieht sich auch darauf, daß die bis herigen Mitglieder des Reichsbundes, die nach ihrer Auflösung zum Kyffhäuserverbande und somit zur Hassia übertreten, denjenigen Reichsbundmitgliedern gegenüber, die zum nationalsozialistischen Reichsoer bande übertreten, nicht etwa benachteiligt werden. Die Kriegerkameradschast Hassia wird auch im neuen Deutschland, wie bisher, getreu ihrer vaterländischen Vergangenheit in altbewährter Selbstän- digkeit und wahrer Volksgemeinschaft sich restlos für diejenigen einsetzen, die die größten Opfer für Volk und Vaterland gebracht haben. Beschaffungen für den Arbeitsdienst. Amtlich wird mitgeteilt: Das Wirtschastsamt der Reichsleitung für den Arbeitsdienst bittet, um auch der Wirtschaft unnötigen Zeit und Kostenaufwand zu ersparen, von Vertreterbesuchen, telephonischen und schriftlichen Angeboten jeder Art, ebenso wie von Einsendungen unangeforberler Bemusterungen ab- zusehen. Das Amt sicht sich zu seinem Bedauern gezwungen, eine Beantwortung allgemeiner Angebote und Anfragen, sowie die Annahme von Vertreter- befuchen bis auf weiteres einzustellen. Aufträge irgendwelcher Art sind seitens des Wirtschaftsamtes nicht vergeben worden und auch vorläufig nicht zu erwarten. Sobald die notwendigen Vorarbeiten abgeschlossen und ausreichende Grundlagen geschaffen worden sind, wird das Wirtschaftsamt die Oessentlichkeit durch Presse und Rundfunk rechtzeitig unterrichten. An die Wirtschafts- und Berussverbände jeglicher Art ergeht die dringende Bitte, auch ihrerseits in diesem Sinne auf ihre Mitglieder einzuwirken. Bornotizcn. — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Feldherrnhugel" und „Mein Freund der Millionär". Daten für Montag, 22. Mai. 1813: Richard Wagner in Leipzig geboren; — 1848: der Maler Fritz von Uhde in Wolkenburg i Sa. geboren; — 1846: Einführung des Staate- bahnsiistems in Bayern; —1885: der Dichter Viktor Hugo in Paris gestorben. • ** Gottesdienst am Himmelfahrtstag auf dem Schiffenberg. Im vorigen Jahre sand zum erstenmal auf dem Schisfenberg am Himmelfahrtstag in der alten Klosterkirche ein Gottesdienst statt, um den vielen Ausslüglern am Himmel- sahrtstage Gelegenheit zu geben, inmitten der frühlingsprangenden Natur eine stille Feierstunde zu erleben. Da dieser Gottesdienst einen über Erwarten guten Besuch aufzuweisen hatte, soll auch in diesem Jahre ein solcher Gottesdienst gehalten werden. Er beginnt am Himmelfahrtstage um 8.30 Uhr. Für diejenigen, die den Autobus zur Fahrt nach dem Schisfenberg benutzen wollen, steht der Omnibus um 8 Uhr auf dem Ludwigsplatz bereit. Bei dem Gottesdienst wirken der Frauenchor Hausen und der Posaunenchor Watzenborn mit. Reichsbeihilfen für Kraftbrosch, kenunternehmer. Wie das Dbz.-Büro meldet hat ber Reichsfinanzminister eine Verfügung erlassen, die bestimmt. Daß Kraftdroschkenunternehmern auf Antrag aus Mitteln des Reiches eine Beihilfe gezahlt wird. Die Verordnung ergeht auf Grund des Gesetzes über die Aende- rung des Kraftfahrsteuergesches, sie sieht Iahres- beihilfen von 640 Mark für den sogenannten Eigenwagenbetrieb und von 960 Mark in den Fällen vor, in denen der Unternehmer mehr als eine Kraftdroschke im Betrieb hält. Die genannten Summen sind Höchstbeträge und haben die Leistung einer gewissen Kilometerzahl zur Voraussetzung. Die Anträge müssen polizeilich bescheinigt sein. Das Finanzamt entscheidet über die Anträge. Die erste Abschlagszahlung auf Die Beihilfe ist für das Dierteljahr April/Juni 1933 zu gewähren. Oer Hessische Sängerbund gleichgeschaltet. WSR. D a r m st a d t, 20. Mai. Die vom Staatspräsidenten Dr. Werner mit der Gleichschaltung des Hessischen Sängerbundes Beauftragten, Kreisschulrat Adam Dorn, Kapellmeister Friedel Fischer und Musikoberlehrer Hubert Samper, hatten angenommen, daß der Gesamtvorstand des Hessischen Sängerbundes seine Aemterzur Der- f ü g u n g stellen würde. Da der Rücktritt freiwillig jedoch nicht erfolgte, wurde der gesamte Dorstand durch ein Schreiben an Ministerialrat Dr. Siegert seiner Aemtcr enthoben. Der vorläuf. geschäftss Bundesvorstand seht sich wie folgt zusammen: Brückmann, Offenbach, Bundesschatzmeister; Wilk. Darmstadt. Geschäfts- führet; W a l l i o t, Bingen. 1. Schriftführer; Wendler, Dad-Rauheim. 2. Schriftführer. Zu vorläufigen Provinzial-Dorsihendcn wurden ernannt: Brückmann, Offenbach, für Starkenburg; Wallior, Bingen, für Rheinhessen; Wendler, Dad-Rauhcim. für Ober- Hessen; Rüdiger, Wetzlar, für die preußischen Dereine; Bauer. Klcin-Wallstadt. für den Maintal-Sängerbund Die Gauvorsihenden bleiben vorläufig im Amt. Für den seitherigen Bundes- Vorsitzenden. Ministerialrat Dr. E i e g e r t. ist ein Amt im Dorstand vorgesehen- Etwa geplante Gau- und Dereinsveranstaltungen sollen durchgeführt werden. Zn Schuhhast genommen. WSR. Mainz. 20. Mai. Das Polizeiamt teilt mit: Der Rechtsanwalt Tschvrnicki, sowie die Gebrüder Lothar, Sigwart und Achim Friedmann muhten im Interesse ihrer eigenen Sicherheit in polizeiliches Gewahrsam genommen werden. Sie sind am Samstag in das Konzentrationslager Oftholcn verbracht worden, wo sie bis auf weiteres verbleiben. EineDilla beraubt und in Brand gesteckt WSR. Darmstadt. 20. Mai. In der vergangenen Rächt wurde in einer Dilla in Urberach eingebrochen. Den Tätern fielen Gobelins im Werte von 100 000 M k. in die Hände. Rach dem Einbruch steckten die Täter die D i 11 a in Brand. Der Besitzer der Villa, ein Fabrikant, befindet sich zur Zeit auf Reisen. Kreis Alsfeld. ss. Grebenau. 20. Mai. Die hiesige A r - beitsamtsneben stelle wurde nach Schwarz verlegt und in der Wohnung des Bürgermeisters Krug eingerichtet. - Lehrer Mink, der über vier Jahre hier wirkte, wurde mit Beginn des neuen Schuljahres nach Lauterbach verseht. Die hier srcigewordene Stelle wurde Lehrer Brunne übertragen. ss. Eulersdorf. 20 Mal Nachdem schon vor einiger Zeit Reichskanzler Adolf Hitler durch einstimmigen Gcmeinderatsbeschluß zum Ehrenbürger von Eulersdorf ernannt worden ist. wurde nun auch eine Hitlereiche gepflanzt._____________________________________________ Sprech stunden ver Redaktion. 11.30 bl» 12.30 Ut)t. 16 bi» 17 Uhr Sonntag nachmittag geschlossen Was erben wir? Oie Ergebnisse der menschlichen Erblehre. — Oie Aufgaben der Hassenhygiene. Don Or. Freiherr v. Derfchuer, Leiter der Abteilung für menschliche Grblebrc am Kaiser-DilhelmZnchtut für Anthropologie, Berlin. Es sind erst 25 Jahre her, daß die Wissenschaft- liebe Forschung es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Vercrbungserscheinungen beim Menschen zu ergründen. Trotzdem verfugen wir heute schon über eine solche Fülle von Tatsachenmaterial, daß wir bereits für viele Eigenschaften des 'Menschen — kranke und gesunde, körperliche und geistige — die Bedeutung der erblichen Veranlagung kennen (zum tieferen Eindringen in diese Fragen sei der „Grundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene" von Baur-Fischer-Lenz, 2. Auslage, München 27, empfohlen). Zwei grundlegende Begriffe aus der Vererbungs- wissenschaft seien hier erläutert: der Genotypus und der Phänotypus. Der Genotypus — wir können ihn auch gleichbedeutend Erbgut nennen — ut die Gesamtheit der erblichen Anlagen eines Menschen, die Gesamtheit der Kräfte, die in den Keimzellen schlummern, und die nach der Vereinigung von Ei- und Samenzelle durch fortgesetzte Zellteilung und Zclldiffcrenzierung zur Entwicklung eines Geschöpfes mit ganz bestimmten Eigenschaften führen. Der Genotypus besteht aus den einzelnen Erbanlagen, den Genen ober Iden, die einer bestimmten Ordnung in den Chromosomen (durch Färbung mit bestimm- ten chemischen Stoffen erkenntliche fadenförmige Teile des Zellkerns) lokalisiert finik Der Phänotypus ist der Organismus, wie er in Erscheinung tritt mit all seinen Eigenschaften. Es sind zweierlei Kräfte, die den Phänotypus prägen: Erbanlagen und Umwelt. In wechselseitiger Beeinflussung — Hemmung oder Förderung der erblich angelegten Entwicklungsrichtung — bestimmen diese Kräfte die Gestaltung des Geschöpfes. Es sind stets zwei Anlagen — väterliche und mütter- liche — welche gemeinsam die erbliche Grundlage der Erbeigenschaften bilden. Je nach dem Verhalten der beiden Anlagen zueinander spricht man von dominantem ober rezessivem Erbgang. Ziehen wir zur Veranschaulichung des dominanten Erbgangs eine Krankheit heran, beispielsweise die Anlage der Krampfadern: sind beide Eltern frei davon, so sind auch sämtliche Kinder gesund. Ist einer der beiden Eltern krank, so ist im Durchschnitt die Hälfte der Kinder krank. Ein kranker Mensch hat stets mindestens einen kranken Elter und durchschnittlich je zur Hälfte kranke Geschwister und kranke Kinder. Vollkommen andere Erscheinungen liegen bei dem rezessiven Erbgang vor. Als Beispiel betrauten wir hier eine bestimmte Form der Epilepsie: gesunde Eltern können kranke Kinder haben; sind beide Eltern krank, so haben sie ausschließlich kranke Kinder. Eltern und Kinder kranker Menschen sind äußerlich häufig gesund, doch tragen sie — durch die gesunde Anlage überdeckt — die krankhafte Erbanlage in ihrem Erbgefüge. Es kann also bei einer rezessiv erblichen Eigenschaft vorkommen, daß in einer Familie nur ein einzelner Eigenschaststräger anzutreffen ist. Bisher glaubte man, daß solch vereinzeltes Vorkommen einer Eigenschaft gegen ihre Erblichkeit spräche; heute aber wissen wir, daß diese Erscheinung sehr wohl mit der Tatsache der Vererbung vereinbar ist. Während für viele Eigenschaften die erbliche Anlage ausschlaggebend ist, gibt es auch solche Eigenschaften, deren Ursachen in irgendwelchen äußeren Momenten liegen. Eine Infektionskrankheit beispielsweise kommt zustande, wenn ein Infektionserreger in den Körper Eingang findet. Anderseits wissen wir, daß nicht selten sich Infektionserreger in einem Körper aufhalten, ohne zu einer Erkrankung zu führen, und zwar dann, wenn den betreffenden Menschen eine bestimmte Anfälligkeit (Disposition) zu der Krankheit fehlt. — Und eben diese Disposition ist es, die — wie wir bezüglich mehrerer In- sektionskrankheiten wissen — durch die erbliche Veranlagung bedingt wird. Ein ähnliches Bild ergibt sich für Krankheiten, die durch andere äußere Schädlichkeiten bedingt sind. Die Anfälligkeiten gegenüber Schädlichkeiten, deren Ursachen wir beispielsweise finden >n Mißbrauch von Genußstoffen, in gewerblichen G-s ten, in schlechten Wohnungsverhältnissen, in falscher Ernährung, in körperlicher oder geistiger Ueberan- ftrengung — ist ebenso verschieden wie die oben genannte Disposition zu Insektionskrankheiten, und sie ist ebenso bedingt durch Erbanlagen. Es steht heute außer Zweifel, daß ebenso wie die körperlichen Eigenschasten auch viele geistige Begabungen und psychische Rc - aktionsweisen in erblichen Anlagen ihre Ursache haben. Familienuntersuchungen bei großen Musikern und Gelehrten beispielsweise liehen deutlichen Erbgang einer besonderen Begabung erkennen. Charakterliche Eigentümlichkeiten wie Reigung zu Zornausbrüchen, unwiderstehlicher Wank^rtrieb und dergleichen mehr geben sich in bestimmten Familien im Erbgang zu erkennen. Die Bedeutung der erblichen Deranla- gung wird in besonderer Weise beleuchtet durch die bekannte Liebereinstimmung von eineiigen also erbgleichen Zwillingen, selbst wenn sie in ganz verschiedenen Verhältnissen leben. Bei kriminellen Zwillingen zeigte sich, daß die erb- gleichen eineiigen Zwillinge saft immer die gleiche DerbrechenSart begehen, während bei zweieiigen, also erbungleichen ZwiUingen es häufig vor- kommt, daß nur der eine Zwilling eines Paares mit dem Strafgesetz in Konflikt kommt, während der andere in geordneten Verhältnissen lebt. Diel umstritten ist die Frage nach der 33 ererb u n g .erworbener" Eigenschaften. Es ist nicht gelungen, irgendeinen einer wissenschaftlichen Kritik standhaltenden Beweis dafür zu erbringen, daß erworbene Eigenschaften sich vererben; wir müssen also diese in Laienkreiscn so vielfach vertretene Theorie ablehnen. Damit soll aber keineswegs gesagt sein, daß der Zustand des Organismus oder die Llmwelt. in der er lebt, für das Erbaut gleichgültig ist Vielmehr wissen wir, daß gelegentlich Erbändcrungcn Vorkommen. Ss ist beispielsweise gelungen, experimentell durch Röntgenstrahlen Erbändcrun- gen hervorzurufen. Wunschgemäße örbänberun» gen Hervorzurusen, wird allerdings wohl immer unmöglich bleiben. Wenn wir es also nicht in der Hand haben, unser Erbgut durch äußere Einwirkungen zu bereichern ober zu verbessern, so bleibt uns doch noch eine große und wundervolle Aufgabe: Sorge zu tragen für die Erhaltung unseres Erbgutes, seine Bewahrung vor Schädigung und seine bestmögliche Entfaltung! Die menschliche Erbforschung hat schon zu mancherlei praktischen Auswirkungen geführt: für die Eheberatung ist die Kenntnis der erblichen Öteranlagung der Rachkommen von ganz grundlegender "Bebeutung; und es ist zu hoffen, bah mit zunehmendem Derantwortlichkeitsgefuhl des einzelnen die an vielen Orten schon eingerichteten Eheberatungsstellen in wachsendem Mähe in Anspruch genommen werben. Letztes Mittel Aur "Verhütung der Vererbung schwerer erblicher Krankheiten ist die k ü n st l i ch e LI n s r u ch t b a r- machung (Sterilisierung), deren gesetzliche Regelung in nächster Zeit zu erwarten ist. Weiterhin bietet die Vererbungswissenschaft für die Ermittlung der Vaterschaft wichtige Hilfsmittel. Bewußte Pflege bet guten Erbanlagen ist von größter Bedeutung für die Zukunft unseres Volkes, eine Ausgabe, die sich die Eugenik (Rassenhygiene) gestellt hat. Inhalt der Aufgabe ist Ausschließung der krankhaften Erbanlagen, sowie Förderung und Llnterstützung der wertvollen Erbträger. Gelingt cs uns. in allen Gebieten unseres Lebens die Erfüllung dieser Ausgabe zu sinden. dann können wir mit Zuversicht der Zukunft unseres Volkes entgegensehen. Buntes Allerlei. Oie größteLautsprecheranlage derWelt. Die große Lautsprecheranlage, die von der Telesunken-Gesellschast für die Feier der nationalen Arbeit auf dem Tempelhofer Feld in Berlin eingerichtet worden war. ist die größte derartige Anlage, die bisher überhaupt für eine Massenversammlung im Freien aufgestellt worden ist Die Liebertragung der auf dem Feld sich abspielenden Ereignisse erfolgte durch zehn Tele- sunken-Milrophone. Außerdem war durch eine direkte Leitung vom Funkhaus die Liebertragung der allgemeinen Funksendungen des Tages auf das Feld ermöglicht worden. Für die Verstärkung waren zehn Verstärkergruppen eingerichtet, die sämtlich durch besondere Stromzuleitung vom Retz gelpeist wurden. Bei der Verteilung der mehr als 120 Lautsprecher war sowohl daraus Rücksicht genommen, daß eine gleichmäßige und störungsfreie ^Übertragung auf das gesamte riesige Feld zustande kam. als auch durch Bildung bestimmter Lautsprechergruppen eine Sicherung für Auslälle»getroffen. Mehr als 15 Kilometer an Kabeln und Leitungen wurde für diese gewaltige Lautsprecheranlage verlegt. Für die Kontrolle der Arbeit und für die gesamte technische und ordnungsmäßige Llebcrwachung von Lleber- tragung und Aufmarsch wurde außerdem eine Fernsprechzentrale im Telefunkenzelt eingerichtet, durch die eine Reihe von Kontrollstellen auf dem Feld sowie mehrere Polizeistationen mit der Zentrale verbunden waren. Endlich war im Telefunkenzelt auch noch eine Reihe von Apparaten zur Aufnahme und Wiedergabe von Schallplatten ausgestellt. Reben dieser Riesenanlage in der Reichshauptstadt waren in zahlreichen anderen Großstädten des Reiches ähnliche Anlagen kleineren Llmfanges von Telefunken eingerichtet worden. Den Millionen endlich, die von ihrem Heim aus diesen ersten Feiertag des Volkes miVerlebten, gaben ihre Empfangsanlagen in Verbindung mit ber musterhaften ^Übertragung und dem aus- gewählten Programm der deutschen Sender einen vollkommenen Eindruck dieser gewaltigen Versammlung. Oie alte pfeife. Kürzlich wurde in London ein Arzt, Dr I.T.Hill, nach seinen letztwilligen Bestimmungen mit ungewöhnlichen Grab-Beigaben beige,ept. In einer seiner Hände hielt er seine alte Pfeife. in die andere hatte man ihm eine Streichholzschachtel gesteckt. Auf feiner Brust lag fein alter Tabaksbeutel, und neben ihm befand sich fein Lieblingsbuch. Mit diesen treuesten Gefährten seines Lebens wollte er auch im Sarge vereint fein, und feine Freunde haben feinen Abschiebswunsch getreulich erfüllt. Man kann in dieser Bestimmung die Laune eines „spleenigen" Engländers sehen, aber es liegt doch auch etwas Rührendes in dieser Liebe zu den kleinen Freuden, die das irdische Dasein verschönten, über den Tod hinaus. Die Zermonie zeigte deutlich, eine wie enge Derbin- bung zwischen dem Menschen und seinen täglichen Gewohnheiten besteht, und sie ließ erkennen, wie tief in unterer Ratur jene uralten Bräuche verwurzelt sind, bei denen in vergangenen Zeiten dem Toten das mitgegeben wurde, was ihm im Leben am notwendigsten gewesen, damit er auf der langen Reife ins Jenseits nicht ganz ohne Trost und Freude bleibe. Es war ein echter Män- verwünsch, der die Llnzertrennlichkeit von der alten Pfeife betonte, denn der Mann liebt gewöhnlich alte Sachen mehr als neue, hängt zärtlicher an den Begleitern langer Jahre als bi.- Frau unb schließt sich enger an solche stillen Freunde an, wie es eine Pfeife ober ein Buch sind. S.A.-’SpoTt Die Deutsche Iußballmeisterschast Süd- und Westdeutschland in Front. Die -Zwischenrunde zur Deutschen Fuß- ball-Meisterschaft hat keine eigentlichen ilcber- raschungen gebracht. D. h., in allen vier Spielen blieben die Mannschaften in Front, die schon bei den Voraussagen die besseren Chancen auf sich vereinigt hatten. Lind dennoch kann man von Lleberraschungen reden, wenn man sich die Höhe der Ergebnisse und den Verlauf der einzelnen Spiele betrachtet. Hindenburg Allen st ein der Bezwinger des Berliner Meisters Hertha-BSC. galt auch für die Frankfurter Eintracht als ernst zu nehmender Gegner. Aber die Warnungen an die Adresse der Süddeutschen waren unnütz, die in glänzender Form spielende Eintracht konterte den Gegner einfach nieder und sie hätte noch höher als mit 12:2 (7:0) gewinnen können. Daß derartige Ergebnisse in einer Zwischenrunde zur Deutschen Fußball-Meisterschaft möglich sind, sagt über den Wert des Systems, mit dem man zur Zeit noch diese Titelkämpfe austrägt, wirklich mehr als genug. Der zweite süddeutsche Vertreter, München 1 860, konnte in Nürnberg den enttäuschten süddeutschen Meister Beuthen 09 mit 3:0 (2:0) zwar sicher, aber keineswegs sehr überzeugend schlagen. Mit fliegenden Fahnen untergegangen ist Süddeutschlands Meister, der FSV. Frankfurt. Er war in Essen im Kampf gegen den Meister des Westens, Schalke 04, wesentlich besser als man erwartet hatte und hat es nur bösem Mißgeschick zuzuschreiben, daß er schließlich knapp mit 0:1 (0:0) verlor. Die Frankfurter Elf war nach überlegenem Spiel während der ersten Halbzeit nach der Pause durch Verletzungen gehandicapt. Man vermißte besonders den alten Kämpen Knöpfle. Zeitweilig standen neun Frankfurter gegen elf Leute von Schalke im Feld und so kam es schließlich, daß Schalte noch in der vorletzten Minute zu einem wenig verdienten Sieg kommen konnte. Eine weitere Mannschaft hat Westdeutschland mit Fortuna Düsseldorf in die Vorschlußrunde gebracht. Mit 3:0 (2:0) siegten die Rheinländer in Hannover über Arminia. Zwei süddeutsche, zwei westdeutsche Mannschaften in der Vorschlußrunde zur Deutschen Meisterschaft. Das ist ein Bild, das deutlich davon spricht, wo zur Zeit in Deutschland der beste Fußball gespielt wird. Der Süden dominiert noch immer, aber auch der Westen hat Fortschritte gemacht, er besitzt zumindest zwei recht gute Spitzenmannschaften. In der Vorschlußrunde treffen nun am nächsten Sonntag die Süddeutschen mit den beiden westdeutschen Spitzenmannschaften zusammen. Die zur Zeit wieder ganz glänzend disponierte Frankfurter Eintracht dürfte in Berlin die Düsseldorfer Fortuna schlagen können, hingegen ist der Ausgang des Treffens in Leipzig zwischen Schalke 04 und München 1860 völlig offen. Adolf Hitler empfing die CRomreifer. Reichskanzler Adolf Hitler zeigte am Samstag erneut sein großes Interesse für den deutschen Sport anläßlich des Münchener Reit-Turniers. Die beim Reit-Turnier in Rom erfolgreich gewesenen deutschen Reiter wurden ihm vorgestellt. Das Hauptereignis des zweiten Münchener Turniertages bildete der Preis des Reichsführers der SS., der von Oberleutnant Lippert überlegen auf ,^)asdrubal" gewonnen wurde. Gießener Sport am Wochenende. Am Samstag wie am Sonntag traten die Gießener Sportler wieder in den verschiedensten Konkurrenzen aus den Plan. Am Samstag abend hatte man Gelegenheit, auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 einem spannenden Handball-Lokal- kämpf zwischen der I. Handballelf der Spielvereinigung 1900 und der gleichen des Männerturn- vercins beizuwohnen. Die Blauweißen siegten nach überaus dramatischer Kampshandlung knapp mit 5:4 Toren. Die II. Mannschaften der beiden Vereine standen sich vorher gegenüber. Hier blieben die MTV.er mit 8:3 Toren Sieger. Das besondere Zntersse am Sonntag galt dem A u s st i e g s r ü ck s p i e l der I. Fußball-Mannschaft des VfB. gegen die I. Elf von Germania Fulda. Rach hartem Kampfe siegten die Fuldaer mit 1:0 Toren. Die I. Mannschaft der Spieloereinigung 1900 trat in Wetzlar zu einem Gesellschaftsspiel gegen die I. des dortigen Sportvereins an und mußte sich mit 6:2 geschlagen bekennen. Die I. Jugend der Spielvereinigung siegte im Lokalkampf gegen die 1 Jugend des VfB. mit 5:0 Toren. In Wetzlar wurden am gestrigen Sonntag die leichtathletischen Meisterschaften des Gaues Gießen-Wetzlar ausgetragen. Von den 13 ausgetragenen Meisterschaftswettbewerben brachte die Spieloereinigung 1 9 0 0 7 an sich. Insgesamt wurden (einschließlich der Rahmenwettbe- wcrbe) 11 erste, 12 zweite und 7 dritte Siege erzielt. Der Olympische Sportklub Gießen konnte insgesamt 7 erste, 8 zweite und 3 dritte Siege buchen. Als hervorragend gilt die Leistung von Luh, der im Kugelstoßen 13,98 Meter erreichte. Er erzielte die beste Leistung des Tages. Oer deutsche Oavispokalsieg An einem deutschen Erfolge im Davispokalkampf gegen Holland hate man zwar nach den Ergebnissen des ersten Tages nicht mehr gezweifelt, aber daß der „nötige" dritte Punkt schon am Samstag im Doppel fallen würde, das hatten nur einige unverbesserliche Optimisten gehofft. Von Gramm/ Rourney bezwangen ihre Gegner Timmer/ K o p p m a n in einem wenig schönen Viersatzkampf 6:3, 6:1, 1:6, 8:6 und haben damit die deutschen Farben 3:0 in Führung gebracht. Deutschland hat mit diesem Siege sich die Anwartschaft auf den nächsten Kampf gegen Japan in der dritten Runde erworben. Der Besuch auf dem in herrlichem Sonnenschein prangenden Blauweiß-Anlagen in Berlin war wieder recht gut. In den Ehrentribünen hatten wieder der Reichssportkommissar von Tschammer- O st e n und Direktor Kolb vom Reichsinnenministerium neben anderen Persönlichkeiten Platz genommen. * Am Sonntag wurde der Kampf abgeschlossen. Mit 4:1 ist Deutschlands Davispokalmannschaft über Holland siegreich geblieben, v. ©ramm besiegte den Holländer Feembruggen mit 6:3, 6:2, 6:3, während Hollands Spitzenspieler Hendrik Timmer Kuhlmann mit 6:2, 6:1, 6:2 besiegen konnte. * Im Davispokalkampf der Europazone sind außer Deutschlands Sieg über Holland noch zwei weitere Entscheidungen gefallen. Japans Kampf gegen Irland in Dublin endete 5:0 für Japan und Südafrika holte sich gegen die Schweiz in Basel bereits eine Führung von 3:0. In der Nordamerikazone ist USA. Sieger über Kanada. Auslandssiege auf der „Avus". Das große Sportereignis der Reichshauplsladt. Berlin hatte am Sonntag mit dem 3. ADAC.-- Avusrennen wieder einmal ein ganz großes Sportereignis. Alles strömte zur Avus, die von einer nach Hunderttausenden zählenden Menge umlagert war. In der Ehrenloge bemerkte man Vizekanzler von Papen, die Reichsminister Dr. Goebbels, Dr. Hugenderg, Frhr. v. Neurath, Graf Schwerin-Krosigk, General o. Blomberg, Rust, Oberpräsident Kube, den Kommandanten von Berlin, Generalmajor Schaumburg, den englischen Botschafter, das Kronprinzenpaar und zahlreiche Führerpersönlichkeiten der NSDAP. Das Rennen selbst wurde ein großer Erfolg für die französische Marke Bugatti, die die bisherige Siegesserie der deutschen Fabriken unterbrach. Zum ersten Mal seit Bestehen des Avusrennens siegten ausländische Fahrer auf ausländischen Marken. Bei dem ausgezeichneten Wetter verlief das Rennen ohne jeglichen Unfall. Pierre Veyron auf Bugatti siegte im Rennen der „Kleinen", nachdem er mit 186,51 Stundenkilometer die schnellste Runde gefahren hatte. Der Italiener Achille D a r z i schlug Graf Czaikowski ebenfalls auf Bugatti mit einem Stundenmittel von 205,9 Kilometer. Damit wurde zum ersten Mal auf die Avus die 200-Stun- denkilometergeschwindigkeit überschritten. Der Deutsche v. Brauchitsch, der die Hoffnungen aller trug, mußte nicht weniger als viermal die Reifen wechseln und damit waren seine Chancen besiegelt. * Dr. Goebbels an varzi und Brauchitsch. An den Sieger des Avusrennens, Varzi, richtete Reichsminister Dr. Goebbels folgendes Telegramm: „Zu Ihrem bewundernswerten Siege beglückwünsche ich Sie auf das herzlichste. Sie haben mit Mut und Entschlossenheit sich selbst und ihrem Lande Ehre gemacht." An Manfred von Brauchitsch sandte Dr. Goebbels folgendes Telegramm: „Lieber Herr von Brauchitsch: Wir haben zwar nicht gesiegt, aber trotzdem möchte ich Sie auf dos herzlichste beglückwünschen und zwar, weil Sie trotz fünfmaligen Materialschadens das Rennen nicht aufgaben und zäh und unentwegt für Ihre Firma und für die deutschen Farben weiterkämpften. Auch das ist ein Sieg und zwar der Charakterfestigkeit. Sie haben alles Recht darauf stolz zu sein. Mit herzlichen Grüßen Ihr Dr. Goebbels." Reichssportkomniiffar vor -er OT. 2m Hause der Deutschen Turnerschaft in Berlin fand am Samstag eine mehrstündige Aussprache Über die für die Deutsche Turnerschaft durch die politischen Verhältnisse geschaffene neue Loge statt, die von allen Kreisen der DT. beichickt war. Rach der Vorstellung des neuen Geschäftsführers Diewerge hieß der Führer der Deutschen Turnerschaft, Direktor Reuendorff, die zum ersten Male anwesenden Führer des Deutschen Turnerbundes, K u p k a und Zenker, willkommen und begrüßte nach seiner Cinsührungsansprache über die zur Aussprache stehenden Fragen besonders herzlich den Reichssportkommissar v. Tscham- mer-Osten. Dieser führte in seiner Ansprache u. a. aus: „Die Geschichte der Deutschen Turnerschaft anzutasten, wäre ein Verrat an der deutschen Geschichte, das gleiche gilt für die Geschichte des Deutschen Turnerbundes. Ich muh das Konglomerat von verbänden, die sich Jahre hindurch bekämpft haben, in ein neues Maß bringen. Ich muß getragen sein von einem großen Paket von Vertrauen. Das habe ich auch Herrn Direktor Reuendorff gegenüber ausgedrückt. Ich bin ehrlich geblieben, ich bleibe es auch in Zukunft. Daß ich mit der Aebernahme der gesamten Sport- und Turnbewegung in den Staat hinein und mit deren Unterteilung unter die Autorität des Staates in erster Linie das erzieherische Moment betonen muh, auch wegen meiner zukünftigen Einflußmöglichkeit, das wird Ihnen wohl von vornherein klar sein. Glauben Sie, wir werden die Ausgaben zu meistern wissen, wir wissen auch, daß wir Berge zu überwinden haben, weil wir die Psyche des Deutschen beachten müssen. Der gute Deutsche liebt seinen Verein mit treuem Herzen, will ihn betreuen und umsorgen. Diesen Menschen müssen wir ein neues Ethos, eine neue Kraftquelle verschaffen. Das ist unsere Aufgabe. t Ich möchte beim Turnfest in Stuttgart — das ist ein Vorschlag von mir — die alten herrlichen Banner der Deutschen Turnerschaft um- rahmt sehen von den Standarten der neuen Bewegung. Es soll auch aus jedem Kreis ein SA.-Sturm teilnehmen, gewissermaßen als Ehrenkompanie. Ich empfehle der Deutschen Turnerschaft, daß sie sich , etzt mit der revolutionären Entwicklung gleichichaltet. Lieber die völkischenBelange der Deutschen Turnerschaft werden wir uns unterhalten müssen. Ich bitte aufrichtig, die verantwortlichen und verehrungswürdigen Mitglieder des Deutschen Turnerbundes, ihre Hilfestellung dazu zu bieten turngemeinschaftlich in freier Aussprache mit meiner Unterstützung. Ich bin mir über die Schwere meiner Aufgabe vollkommen klar. Ich bin dankbar für das Vertrauen des Führers, der mir dieses Amt gegeben hat." In der anschließend von einmütigem Geist getragenen Aussprache, die in einem erneuten Bekenntnis zum Staate Adolf Hitlers ihren Höhepunkt fand, wurde über alle schwebenden Fragen Klarheit geschaffen. Kurze Sporinoiizen. Sportflugzeuge sind mit Wirkung vom 1. Iuni ab auf allen deutschen Flughäfen sowohl von Start- und Landegebühren als auch von Unter» stellgebühren befreit. * Deutscher Frauenmeister im Handball (DSB.) wurde der SC. Charlottenburg, der m Atagdeburg Eintracht Frankfurt mit 4:2 (2:2) besiegen konnte. Wirtschaft. Abermals starke Erhöhung der Belegschaft bei Opel. Wie die A d am O p e l A G. uns mitteilt, hat die Belebung im Automobilgeschäst nicht nur angehalten, sondern sich derart verstärkt, daß abermals Reueinstellungen großen Umfanges möglich geworden sind. Bis Ende Februar 1933 beschäftigten die Opelwerke in Rüsselsheim durchschnittlich zirka 6000 Arbeiter und Angestellte, Ende März" stieg die Zahl auf über 6600, Ende April auf über 7500, Mitte M a i erreichte sie den Rekordstand von 8767. Es ist somit der Adam Opel AG. gelungen, binnen zwei Monaten ihre Belegschaft allein in Rüsselsheim am Main um 46 Prozent zu steigern, bzw. 2767 Arbeitslose wieder produktiv in die Wirtschaft einzuordnen. Auch die Lieferanten konnten infolge der gesteigerten Produktion der Adam Opel AG. Reueinstellun- gen vornehmen, die diese Zahl um ein Vielfaches übersteigen. Arbeitsbeschaffung durch die Vereinigten Stahlwerke. Durch Neu- und Ausbauten auf den verschiedenen Konzernwerken will auch die Vereinigte Stahlwerke A. - G., Düsseldorf, zur Arbeitsbeschaffung beitragen. Vor allem sollen bei der Gruppe Siegerland durch den Ausbau der Gasfernversorgung bessere Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden, um der notleidenden Siegerländer Industrie zu Hilfe zu kommen. Zur Sicherstellung der Ferngasmenge, die für das Siegerland erforderlich ist, werden auf der Zeche „Minister Stein" Generatoren aufgestellt und auf der „Zeche Alma" die Koksreinigungsanlagen erweitert. Auch bei den Blech verarbeitenden Betrieben der Gruppe Siegerland des Stahlvereins hat man verschiedene Verbesserungen für die Herstellung hochwertiger Feinbleche durchgeführt. Wie der WTB.- Handelsdienst hört, wurden ferner bei der Dortmunder Union Maßnahmen für eine verbessrete Herstellung schwerer Schmiede- und Preßstücke getroffen. Schließlich fallen noch die bereits früher begonnene Errichtung einer Brikettfabrik auf der Zeche Engelsburg und der Bau einer 'Anlage für die Erzeugung nahtloser Rohre bis zu 20 Zentimeter Durchmesser im Stahl- und Walzwerk Thyssen unter die Maßnahmen der Arbeitsbeschaffung. Für die gesamten Arbeiten sind mehrere Millionen Mark aufgewendet worden. Es wird angenommen, daß die Belegschaftsziffer im Konzern der Vereinigten Stahlwerke in der nächsten Zeit weiter erhöht werden kann, namentlich infolge von Neueinstellungen in den Siegerländer Gruben als Auswirkung der vorgesehenen stärkeren Verwendung von Jnlandserzen. ' Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 17. Mai berechnete Indexziffer stellt sich auf 92,3. Sie hat sich gegenüber der Vorwoche (91,3) um 1,1 Prozent erhöht. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 85,3 (plus 2,9 Prozent), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,9 (plus 0,6 Prozent) und industrielle Fertigwaren 111,6 «unverändert), Produktionsmittel 113,9 (unverändert), Konsumgüter 109,8 (unverändert). Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 20. Mai. Das Geschäft in den Eiermärkten hat durch die dauernden Preiserhöhungen im Laufe dieser Woche eine merkliche Beruhigung erfahren, zumal auch die Zufuhren infolge der wärmeren Witterung etwas stärker geworden sind, und auch aus dem Auslande wieder etwas Angebot vorlag. Um das Geschäft wieder in gewissen Schwung zu bringen, hat man die Preise um Pf. ermäßigt. Es notierten: Bayern 58—60 Gramm 8X—-8%, do. 56—57 Gramm 8 bis 8%, deutsche Frischeier Sonderklasse 65 Gramm 9 bis 9%, Kl. A 60—65 Gramm 8%—9, Kl. B 55—60 Gramm 8—8%, Kl. C 50—55 Gramm 7%—8. Holländer Sonderklasse 66—67 Gramm 9—9%, Kl. A 62 bis 63 Gramm 8%—9, Kl. B 57—58 Gramm 8 bis 8x/-i. Enteneier 7XA—8. Rumänen 48 Gramm 7—7% Pfennig per Stück franko Frankfurt. Frankfurter Buttermarkt. Die feste Tendenz am Frankfurter Butter-Groß- markt hielt auch in der vorigen Woche unvermindert an, die Zufuhren sind jedoch etwas stärker geworden. Der Absatz war daher ruhiger. Die Preise haben eine neuerliche Erhöhung erfahren und stellten sich wie folgt: Holländische Butter 138 bis 140, deutsche Butter 136 bis 138 Mk. per 50 Kilogramm franko Frankfurt. In Fachkreisen beurteilt man die weitere Entwicklung des deutschen Marktes zuversichtlich, man hat aber für den Absatz Bedenken, sobald der Kleinhandelspreis die l,60°Mk.°Grenze per Pfund überschreitet, die durch die letzte Erhöhung nunmehr erreicht ist. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 o. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. chranfturi a. DI. 23erltn fur< | Schluß!. Abend- borse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 19.5. 1 20-5- 19-5. 20.5. 6% Deulicke Retchsanicihe v. 1921 85 85,2 85 85,25 6% eljem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 90,1 90,65 90,5 91 6/i% Doung-Anleihe von 1930 .. 83 85 84 85 Deutsche Anl.-AblSs.-Schuld mti Auslos.-Rechten ............ 76,75 76 76,4 76,4 Desgl. ohne AuSIos.-Rcchte..... 6% ehern. 8% Heft. Bolksstaat 1929 12,8 12,75 12,7 12,75 krückzahlb. 102%)........... Oberhcften Provinz-Anleihe ml 79 79 78,75 78,5 Auslos.-Rechten ............ 6% Heft. Landesbank Darmstadt — 68 — — Gold R. 12......... 5'/i% Heft. Lande« Hypotheken- 82 82,5 — — bank Darmstadt Liqui...... Deutsche Komm. Sammelab l.An 85 85,75 — — leihe Eeriel mit Auswf.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Banl 69 69 69,25 69 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks Hyp.-Ban! 82,75 84 — — Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 5/i% ehern. 4/.% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandvriese ..... 82,75 83,75 — 84,25 85,75 — — 5/i% ehern.