Mittwoch,21 Februar (YZ3 185. Jahrgang Nr. 45 Erstes Blatt GietzeimAnMger Oie Hirtenberger Affäre erledigt Oesterreich wird das französisch-englische Ultimatum nicht beantworten England zieht zurück nale Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen hin- Zeugenvernehmung im Brolat Prozeß Dom gegen geben. Oie Umstellung französi. de P« □Duftnert« (Bienener Familienblatier Heimat mBild Di-Scholle Manatr-vezugrpretr. gjlil 4 Beilagen (Rlt 1.95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr . . -25 Au bei Nichterscheinen t>cn einzelnen Nu-"mern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Jranlfvrl am Main 11686. Der frühere Unterstaatssekretär im Reichspostamt, Exzellenz Bruno Fritsch, dessen 90. ®<* burtstag vor etwa Jahresfrist mit besonderen Ehrungen verbunden war, ist in Lichterfelde gestorben. Er war Mitarbeiter des Staatssekretärs Stephan und Mitbegründer der Weltpost- längeren;. 1902 schied er aus dem Reichsdienst aus, war von 1902 bis 1918 nationalliberaler Abgeordneter im Preußischen Landtag und besonderer Förderer der Deutschen Gartenbaugesellschaft. Die Versammlung mußte frühzeitig ausae- 1 ö st werden, da infolge einer Aeußerung des Redners Rufe und Geaenrufe erfolgten, die sich in Der- bindung mit dem Werfen einer Rauchpatrone b i s zum Tumult ft e i g e r t e n. Da sich die vom diensthabenden Polizeiosfizier zunächst ungeordnete Räumung der Galerie als nutzlos erwies und sich inzwischen an mehreren Stellen des Saales 2 ch l äge r e i e n entwickelten, sah sich dieser veranlaßt, die Versammlung für aufge 1 öst zu erklären. Die Räumung des Saales vollzog sich ohne weitere Zwischenfälle." — Das Zentrum hat ein Proteft- telegramm an Reichskommifsar Göring gesandt. Der Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, Adolf Hitler, hat einen Ausruf erlassen, in dem es heißt: Provokatorische Elemente versuchen unter dem Deckmantel der Partei durch Störung oder Sprengung insbesondere von Zentrumsoersamm- 1 u n g e n die nationalsozialistische Bewegung zu belasten. Ich erwarte, daß alle Nationalsozialisten ich in äußer st er Disziplin gegen diese Ab- ichten wenden. Der Feind, der am 5. März nieder gerungen werden muß, ist der Marxismus. Auf ihn hat sich die gesamte Propaganda und damit der gesamte Wahlkampf zu konzentrieren. Wenn das Zentrum in diesem Kampf durch Angriffe gegen unsere Bewegung den Marxismus unter tützt, so werde ich f e I b ft von Fall zu Fall m i ch mit dem Zentrum auseinandersetzen, diese Angriffe zurückweisen und bamit^ erledigen. Die kommissarische pr.eußische Staatsregierung teilt mit, daß eine amtliche Unter- u d) u n g der Vorfälle bei der Stcgerwald-Ver- ammlung in Krefeld eingeleitet wurde. Reichskom- mifsar von Papen hat seine Mißbilligung über die Vorfälle ausgesprochen. STodeSopferpoliiischerAuSfchreitungen In Berlin ereigneten sich schwere politische Zusammenstöße, bei denen insgesamt zweiTo t e unddreiSchwervcclehtezu beklagen f inb. Die Polizei meldet darüber u. a.: Bor einem KPD. -Berkehrslokalin Spand au entstand eine Schießerei: bei der ein 20jähri- ger Nationalsozial i'st durch einen Rückenschuh getötet wurde. Anderthalb Stunden später fand in Spandau eine weitere Schießerei statt, in deren Verlauf eine Person getötet, zwei weitere durch Bauchschüsse schwer verletzt wurden. Die Personalien des Getöteten konnten noch nicht ermittelt werden. In Hannover kam es aus Anlaß einer Ver- sammlung der SPD. vor dem Versammlungslokal zu einer Schießerei. Ein Bersammlungsteilnehmer wurde getötet, fünf wurden schwer verletzt. In einer zweiten SPD-Versammlung in Buchholz wurde ebenfalls geschossen. Bier Personen wurden schwer und sieben leicht verletzt. In Hamburg zog ein Trupp von etwa 20 Kommunisten vor das nationalsozialistische Berkehrslokal in der Schanzen- straße und zertrümmerte mehrere Scheiben. Auch Revolverschüsse wurden abgegeben. Eine Frau erlitt einen Oberarrnschuh, eine andere einen Halsschuß. Die Schwerverletzte ist inzwischen gestorben- Ein Gastwirt aus Altona wurde durch Nierenschuß, ein SA -Mann durch Oberschenkel- schuß verletzt. Der Gastwirt ist im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Meter überflogen hätten. re.chische (Regierung habe sogar in _ _ dieses Heberflicgcn durch fremde Militärflugzeuge protestiert, worauf man ihr geantwortet habe, daß die Flieger sich verflogen hätten. „Daily Telegraph" meldet, baß in englischen amtlichen Kreisen von einer Ueberfütjrung von 32 Kampfflugzeugen von Italien nach Ungarn nichts bekannt sei. Angesichts der unangenehmen Weiterungen, die die englisch-französische Note an Oeste- reich zur Folge gehabt habe, sei es unwahrscheinlich, baß bie englische Diplomatie sich n o ch e i n m a l auf die letzthin verfolgten Methoden einlaffe. Man würde es vielmehr den Ländern, chersachverstöndigen Grade hineingekommen seien. Nachdem das Schwurgericht den Antrag bis zum Schluß der Beweisaufnahme zurückgestellt hatte, wurde der Zeuge Münch gefragt, ob er feiner Sekretärin die Anweisung gegeben habe, bei dem für den Sachverständigen Grade bestimmten Konto- Auszug die Posten, die Brolat bezahlt hatte, a u s - zulassen. Der Zeuge erklärt, daß dies fein könne, aber er glaube es nicht. Bei der Vernehmung der kaufmännischen Angestellten- F is ch e r , bie Privatsekretärin des Inhabers der Wäschefabrik Gebr. Mvsse gewesen war, packte der Verteidiger einsdervvnLevSkla- rek an (Brolat geschenkten Seidenhern - den aus. Unter allgemeiner Begutachtung und „Bewunderung" wanderte das „70-Mk.-Hemd" durch bie Hänbe ber Richter, der Staatsanwälte und Geschworenen. Brolat bat bei der Firma um Ausstellung einer Rechnung über zwei Dutzend seidener Hemden, da er nicht wollte, daß in der Oeffent» lichleit bekannt werde, daß er von Leo Sklarek ein Dutzend seidener Hemden, das Stück zu 7 0 Mark, geschenkt bekommen erhalten habe. Brolat erklärte, er habe sich sehr geschämt, daß er Hemden für 70 Mk. trage. Der Untersuchungs- richler Tapolski erklärte nochmals, daß Brolat seine Beziehungen zu den Stadtbankdirektoren absichtlich verschwiegen habe, weil diese Beziehungen in der damaligen Situation geeignet gewesen feien, Brolat zu belasten. Stadtbankdirektor Hoffmann bestritt, daß er Brolat die Hand geküßt habe, vielmehr sei Brolat es gewesen, der einmal über Lro Sklarek den Ausspruch gemacht habe: „Ich habe den Kerl so lieb, ich möchte ihm am liebsten einen Kuh geben.“ Daraus wurde die Beweisaufnahme geschlossen. Die Plädoyers beginnen Donnerstag. Dr. Hassenstein beauftragt. Ferner hat Reichskommissar Rust in Würdigung ber feit langem gegen Geist und Verfassung ber Karl-Marx- Schule in Berlin-Neukölln erhobenen Beschwerden bieUmorganifationber Schule und die Beurlaubung ihres Leiters Dr. Karsen angeordnet. Gleichzeitig ist die Entziehung des dem Dr. Karsen an der Universität Berlin erteilten Lehrauftrages für ausländisches Schulwesen in die Wege geleitet worden. Schließlich ist zur Klärung der gesamten Verhältnisse an der Staatlichen Kun st schule in Berlin- Schöneberg, die zu den Vorgängen am 17. Februar geführt haben, als Untersuchungs- k o in m i s f a r mit Sonderauftrag der Oberregierungsrat Dr. Zier old eingesetzt worden. Die Untersuchung beginnt unverzüglich und wird mit größter Beschleunigung durchgeführt. Reichs- und Landeewahlvorschläge der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot. Berlin, 21. Febr. (TU.) Der Reichs- Wahlvorschlag der Kampffront Schwarz- Weih-Rot beginnt mit folgenden Kandidaten: 1. Franz von Papen, 2. Franz Seldte, 3. Dr. Friedrich von Winterfeld, 4. Annagrete Lehmann, 5. Dr. Alfred Hanemann, 6. Dr. Reinhold Qua ah, 7. Walter Graef, 8. Dr. Martin Spahn, 9. Dr. Erich Wi ende ck, 10. Dietrich Bogemann, 11. Alfred Möllers, 12. Dr. Wilhelm Koch, 13. D. Magdalene von Tiling, 14. Otto Schmidt, 15. Dr. Friedrich Ever 1 ing , 16. Otto Hem - b e ck , 17. Gustav Harmonh , 18. Dr. Erich Schmidt. Der Landeswahlvorschlag für Preußen der Kampffront Schwarz-Weih-Rot beginnt mit folgenden Kandidaten: 1. Dr. Friedrich von Winterfeld, 2. Dr. Elisabeth Spohr, 3. Ludwig S ch w e ch t, 4. Dr. Wilhelm von Waldthausen, 5. Eldor Borck, 6. Dr. Otto Hoffmann, 7. Emil Ebersbach, 8. Paul R ü f f e r. Eine Zentrumsversammlung in Krefeld gesprengt. Krefeld, 21.Febr. (TU.). Arn Mittwochabend wurde in Krefeld eine W a h l k un b ge bungber Zentrumspartei, auf der Minister a. D. Stegerwald sprach, von politischen Gegnern gesprengt. Vom Polizeipräsidium wird darüber folgender Polizeibericht herausgegeben: „Die am 21. Februar in der Stadthalle stattgefundene Versammlung der Zentrumspartei war von etwa 1200 Personen besucht, darunter auch ein großer Teil Angehöriger anderer Parteien und Verbände. Berlin, 21. Febr. (TU., In dem Meineidprozeß gegen Brolat wurde als Zeuge vernommen der Kaufmann Flachs, Inhaber des Maß- schneiderateliers Keller & Furch. Der Zeuge mußte jahrelang bei den Sllarels als deren Zuschneider auftreten, wenn er den prominenten Freunden der Sklarels Maß nahm. Flachs, bei dem nach der Verhaftung der Sklarels Brolat seine ausstehenden Rechnungen und ebenfalls die der städtischen Beamten und Stadtbankdirettoren beglichen hatte, konnte dem Gericht keine Erklärung dafür geben, warum er bei dem Quittieren der Rechnungen kein Datum dazu geschrieben habe. Der Vorsitzende hielt dem Zeugen vor, daß dadurch unbedingt der Eindruck erweckt worden fei, als ob Brolat die vier Rechnungen, die man ihm statt einer gemeinsamen mit verschiedenen Daten ausgestellt hatte, an diesen vier verschiedenen Daten bezahlt habe. Der nächste Zeuge, der Mitinhaber der Maßschneiderei Keller L Furch, Kaufmann M ü n ch , vermochte auch nicht anzugeben, warum der Büchersachverstän-- dige Grade, der für den Sklarek-Prozeß Aufstellungen darüber machen muhte, welche Beträge die einzelnen städtischen Beamten durch Brolat und welche Beträge Brolat selbst bei der Firma Keller & Furch bezahlt hatten, k ei n e n C i n- blick in die Bücher nehmen konnte, aus denen hervorging, daß Brolat die seit Dezember 1928 von den Sklarels bezogenen Anzüge bei der Firma Keller & Furch bezahlt Halle. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Weißenberg beantragte nun, den Büchersachverstänbigen Grabe als Zeugen zu hören, um zu beweisen, wie systematisch Brolat bereits 14 Tage vor feiner Vernehmung seine falschen Aussagen d o r bereitet habe, inbem er bafür Sorge getragen habe, baß bie von ihm bei ber Firma Keller und Furch bezahlten Anzüge nicht in bas Gutachten des Bü- Wien, 21. Febr. (ERB.) Wie heute bekannt wird, weilte gestern abend der italienische Gesandte beim ö st erreich ischen Bundeskanzler. Aus Grund dieser Unterredung ist bann ein M i n i st e r r a t anberaumt worden, der den Vorschlägen des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß einstimmig zustimmte. Der Bundeskanzler begab sich nach dem Ministerrat ins Par- lament, wo er eine eingehende Darstellung der Hirtenberger Waffenangelegenheit gab und den Wortlaut der fran^ösisch-engllschen Note mitteilte. Er wiederholte den Rcchtsstandpunll. daß es sich um keine Verletzung des Friedensvertrages handele. Trotzdem werde die (Regierung für Beschleunigung der Reparaturen sorgen. Dec Winisterrat habe ihn ermächtigt, die Forderung der französischen und der englischen (Regierung abzulehnen. Der englische Ge- fanbte habe ihm Mitteilung von einer im englischen Parlament erfolgten Antwort des englischen Außenministers auf eine Anfrage gemacht. Der Gesandte sprach im Interesse einer gedeihlichen Erledigung der Angelegenheit die Hoffnung aus,-daß auch der Bundeskanzler der vorgefchlage- ncn Lösung zustimme. Danach, so schloß der Bundeskanzler, stehe nur fest, daß d e r ö st e r r e i ch i s ch e Rechts st andpunkt tatsächlich anerkannt werde, daß eidliche Erklärungen nicht mehr in Frage kommen und von der 14- tägigen Frist nicht mehr gefprochen werde. Bezüglich der Vorlage der Zolldokumente müsse, wie im internationalen Verkehr üblich, den offiziellen Mitteilungen der Bundesregierung voller Glauben beigemessen werden. Bei dieser Sachlage werbe die französisch-englische Note überhaupt nicht beantwortet werden. Vom Hauptausschuß des Nationalrates wurde der Bericht des Kanzlers und der darin enthaltene Beschluß des Ministerrates, auf die Note in der Hirtenberger Angelegenheit keine Antwort zu erteilen, mit Mehrheit angenommen. Von den Anträgen der Sozialdemokraten wurde einer angenommen, nachdem der Hauptausschuß mit Genugtuung feftfteUt, daß nunmehr die Aussicht hefte bt, diese Angelegenheit ohne demütigende Verletzung der Republik zu liquidieren. Ferner wurde ein von der Mehrheit abgeänderter sozialdemokratischer Antrag einstimmig angenommen, der in seiner endgültigen Fassung hahin lautet: „Der Hauptaus- schuß bekennt sich nach wie vor zur Einhaltung strenger und gewissenhafter Neutralität gegenüber allen Bündnissen, Richtungen und Konflikten der Nachbarstaaten, die die Republik Oesterreich vor Gefahren bewahren kann." Eine italien'sche Erklärung in London. Die Massen gehen »ach ersolgtcr Reparatur nach Italien z irück. London, 21. Febr. (WTB.) Im Unterhaus richtete Lansbury an die Regierung die Anfrage, ob die Hirtenberger Waffenangelegenheit geregelt fei. Der Staatssekretär des Auswärtigen erklärte: Der italienische Botschafter hat mich gestern in dieser Sache aufgesucht. Er teilte mit, daß die italienische Regierung bereit sei, die zur Wiederinstandsetzung nach Oesterreich geschickten Waffen wieder zurückzunehmen, sobald die Waffen auftragsgemäß wieder in Stand gefetzt seien. Der Botschafter teilte mir weiterhin mit, daß ein Bruchteil der Waffen sogar s ch o n wieder nach Italien geschickt wurde. Wie verlautet, wird au gegebener Zeit über die Zurück- fenbung des noch in Hirtenberg verbliebenen Teiles ein Beleg in Gestalt von Ausfuhrbe- fd)einigungen ber österreichischen Zollbehörde vorgelegt werden. Angesichts ine- fer Tatsachen glaubt bie englische Regierung, sich ber Hoffnung hingeben zu können, daß der Fall durch die allgemeine Annahme dieses Vorschlages als geregelt gelten könne. Frankreich bereitet eine neue Aktion vor. England hält sich abseits. General-Anzeiger für Oberheffen $n,d nnb Verlag: vrühl'sche Univeifiiätr-Vnch. und Steinöruderet B. lange in Sietzen. $d>riftkihing und S-schZsis°ielle: SchnUttatze 1. Aus -er Provinzialhauptstadt Winterliche Landfchast. 3u SedemieklimmkiiNin! nach auf- zwei mei- Wählerliste einsehen! Die Liste liegt bis einschl. Sonntag, 26. Februar, auf. Linzusehen in Gießen, Stadthaus Bergstraße. Zimmer 14, werktags von 8 bis 13 Ahr und 15 bis 18.30 Ahr, Samstags von 8 bis 13 Uhr, Sonntag von 9 bis 13 Uhr. 3d) fahre weiter gegen Sufchak. Die öden Karsthochflächen tragen eine Schneedecke, an jeder Windung heult die Dora auf, Daß die geheizten Waggons plötzlich eiskalt werden, die Bahnwächter vor den Wärterhäuschen tragen wie in Kriegszeiten das Gewehr geschultert. Lind jeder größeren Station wird die Abteiltür des neuen Jahres umwehte uns Fruhlmgsluft, die Böget versuchten leise ihre Stimme, am Wegrand grünten die kleinen Blüm- chen und wollten schon Knospen zeigen. 3a, der ^caikafer konnte es nicht erwarten und kam zu uns, tm Januar! Man wollte schon vom Frühling sprechen. . 3n Sufchak, das während der Reisesaison einen lebhaften Verkehr ausweist, scheint alles L e b e n f a st erloschen zu sein. Auch drüben lenseits des kleinen Baches, in Fiume, sieht man bloß müde Schläfrigkeit. Rur auf der Grenzbrücke herrscht etwas Betrieb. Drüben die italienische Trikolore, hüben das jugoslawische Banner, Pendelverkehr. Leibesuntersuchungen, Geldkontrollen — es riecht ein bißchen nach Krieg. und etwas später, als es dunkel wird atmet man wieder Frieden, wenn die Fiurner Damen eiligst nach 3ugoslawien trippeln, um in Sufchak den neuesten Hans-Albers-Filrn zu bewundern. Die Dampfer der Jadranska plovidba, die den Kustenl^rkehr bis Kotor unterhalten, leiden nicht an Leberfüllung, eher am Gegenteil. Taucht einmal ein Passagier auf, dann wirkt das wie eme Sensation. Die Stewards hocken schläfrig un Speisesaal erster Klaffe und lauschen der Radiomusik. Zu tun gibt es nichts. 3n R a b wo das Schiff mehrere Stunden vor Anker liegt geht man durch tote Straßen. Die Hotels find alle geschlossen. 3n einer kleinen Osteria sieht man ein paar Männer schreiend gestikulieren. Sie treiben Politik. Auf einer kleinen 3nsel, in Korcula, steige ich aus. Dor dem kleinen Zeitungskiosk nahe der Landungsstelle stehen die Menschen Schlange wie m Sowietrußland um Drot und Fett. Aul q 6Zeitungen aus VCA x"..,®I>Ht. 3eden Tag warten sie auf die Nachricht vom Ausbruch der Revolution. Weiß der Himmel, was sie sich alles davon ver- sprechen. Denn Rot leidet man hier nicht. Man hat nicht viel, gerade das notwendige, aber man n$A?-erm - ,®l,nc8 . allerdings darf man jetzt Politik treiben, laut und offen für seine Lieberzeugung eintreten, gegen die Re- gierung schimpfen oder sonstwie seinem Herzen Luft machen Die Menschen hier, naiv gut- herzig und leidenschaftlich, nicht sonderlich von Sorgen geplagt, aber mit einem heißen, eben südlichen Temperament gesegnet, haben nichts rfn tolftet mcht, wie sie die Zeit tot- schlagen sollen. Wenn sie nicht politisieren dürfen dann macht ihnen das Leben keine Freude mehr’ ?tet*e9lCM in ?elgrad begeht einen pshcho^ logischen Fehler, daß sie dem Bürger ihres Staates nicht gestattet, zu politisieren. Sie könnte ruhig eine Steuer auf diese Tätigkeit legen Diese Steuer würde wahrscheinlich die beste Einnahmequelle des Staates werden. Denn der Kroate läßt es sich gern auch etwas kosten, wenn er — Politik machen darf. Ein fremdes G e s icht auf einer 3nsel — ha muß etwas bahinterstecken! Rach einigen Tagen Aufenthalt erfahre ich vertraulich, daß man mich für einen Spion hält, daß ich scharf beobachtet werde, daß die Gendarmerie "Dienstjubiläumbei der Reichsbahn. Zugführer Philipp Weigel in Klein-Linden, tätig beim Bahnhof Gießen, konnte dieser Tage auf eine vierzigjährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurück- blicken. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar Glückwünsche des Reichspräsidenten und der Reichs- bahnverwaltung unter Ueberreichung von Ehrenurkunden übermittelt. ** Hausange st ellten-Jubiläum. Am morgigen Donnerstag kann die Hausangestellte Marie Rink auf eine dreißigjährige Tätigkeit in Der Familie des Kaufmanns Fritz Jung (in Firma ?AnroaÄen^anb(un9 Hensel), Walltorstraße, zurück- blicken. Das seltene Jubiläum ist sowohl für die Jubilarin, wie auch für die Familie Jung ein gleichermaßen ehrendes Zeugnis einer einträchtigen Arbeits- gemeinschaft. ** Reue Sonntags-Rückfahrkarten. Dom Bahnhof Gießen aus sind für drei neue Strecken Sonntags-Rückfahrkarten genehmigt worden, und zwar für die Fahrt von Gießen nach Homberg (Oberhessen), von Gießen nach Rieder-Ofleiden (über Kirchhain oder über Saasen), und von Gießen nach Siegen. Die Sonntags-Rückfahrkarte nach Homberg kostet (jeweils 3. Klasse) 2,50 Mark, nach Rieder- Ofleiden 3 Mark, nach Siegen 3,90 Mark. Kirche und Schule. Oopfkirchenvorstehertagung in Leihgestern. Am Montag fand in Leihgestern eine außerordentlich gut besuchte Dorfkirchenvorsteher t a g u n g statt, veranstaltet von der Dorf- kirchenvereinigung für das nordwestliche Oberhessen, Kreis Wetzlar und Umgegend. 3m Bormittagsgottesdienst predigte in der schönen Dorfkirche, die bis auf den letzten Matz besetzt war, der Superintendent der Provinz Oberhessen, Oberrirchenrat D. Wagner. Zwei Mahnungen legte er der Gemeinde, und insbesondere den versammelten Kirchenvorstehern, die weit aus der Rabenau, aus dem Preußischen und Umgegend von Gießen gekommen waren, ans Herz und zwar im Anschluß an 1. Kor. 15, B. 58: Seid fest und unbeweglich. Rehmt immer zu in dem Werk des Herrn. Er wies in ernsten Worten hin auf den Grund, auf dem alle Arbeit, unsere Kirche steht, und auf den Auftrag, den jeder Christ, jeder Vorsteher und jedes einzelne Glied der Gemeinde, hat: Zeuge des Glaubens zu sein und immer zuzunehmen in diesem Werk, das ihm aufgetragen ist. Solche Kirchenvorstehertagungen seien mit Recht immer mehr zu großen Kirchentagungen geworden, da der einzelne neue Freudigkeit und neue Kraft mitnehme in sein Leben in der Gewißheit, nicht allein in seinem -Glauben zu stehen, sondern zur großen Kirche zu gehören. Die Rachmittagsversammlung sand tm Saal des Gasthauses _3um Löwen" statt. Bor etwa 600 Männern sprach der Direktor des Landesvereins für 3nnere Mission, Pfarrer Röhricht (Darmstadt), in einftüntiger Rede über las Thema: »Bor welche Aufgaben stellt uns die Gottlosenbewegung?" Der Vortragende beschäftigte sich hauptsächlich mit der Fccidenkerbewegu.'g. Er zeichnete den Umfang der Bewegung, die Art des Kampfes, den Gedankenkreis der Gottlosenbewegung. Der Kampf richtet sich nicht nur gegen die Institution oer Kirche, sondern ebenso sehr gegen den Glauben und die Moral des Christentums. Bilder aus der antichriftlichen Agitation proletarischer Zugendverbände, erschütternd in ihrer Verrohung, illustrierten Art und 3nhalt dieses Kampfes. Die Kirche hat nach dem Vortragenden nicht nur die Ausgabe der Verteidigung, was zu wenig bedeute, sondern die Aufgabe des Angriffs. Staatliche Verbote versagen zumeist: die Agitation setzt sich unterirdisch fort. Mission, das Hineintragen des Evangeliums in Zeugnis und Bekenntnis in die Massen der Kirchen- und Glaubensentfremdeten, sei die rechte Antwort auf die Arbeit des Frei- denkertums. Die Arbeit geschieht in der Dolks- mission, in der neuen und sehr fruchtbaren Methode Des »Cvangcliumwagens", d. h. der fliegenden Mission von Dorf zu Dorf im Wagen, in einer Kleinarbeit, die in die Tiefe geht und dcx'Z in die Weite wirkt. Richt minder in Aufbauarbeit in der Gemeinde selbst: Männerabende. Bibel- stunde usw. Eine lebendige und sehr angeregte Aussprache. geleitet von dem Vorsitzenden der Dorfkirchenvereinigung, Pfarrer Mahr (Gießen), folgte dem Vortrag. Prälat D. Dr. Diehl eröffnete die Aussprache. Er überbrachte die Grüße der Kirchenregierung und gab seiner Freude Ausdruck, daß es der Dorskirchenbewegung in 25 3ahren Arbeit gelungen sei, bodenständige kirchliche Arbeit zu fördern und überall anzuregen. Rezepte für den Aufbau unseres deutsch-christlichen Lebens lassen sich nicht geben, aber so viel lasse sich für unsere Dörfer sagen: Als unsere Dörfer noch Dorf, Gemeinschaft, Markgenossenschaften waren, als diese Markgenossenschaften noch nicht aufgelöst waren und das Dorf nicht in lauter einzelne zerfiel, da jeder nur an sich denkt und nicht an das Ganze, waren unsere Dörfer noch gesund in Gemeinde und Kirche. Was unsere Gemeinden brauchen, ist. daß sie wieder Ordnung schaffen: Ordnung im Haus. Ordnung auch in der Gemeinde. Darum Stärkung an Sitte Brauch Gemeinschaft im Dorf! Seine'Hoffnung ift die 3ugenö, in der ganz neu ein Gefühl für £rDf?.en &cr Heimat, des Volkstums, des Volksgedankens letzt erwache. Es sprachen noch Dekan Guß mann (Kirchberg), Rektor Lotz (Leihgestern), Pfarrer Mahr (Gießen) u. a • ? * u s ch (Leihgestern) hatte zu Beginn der Versammlung die Anwesenden im Ramen der Leihgestemer Gemeinde in herzlichen Worten begrüßt. Mit dem Gesang des Lutberliedes »Ein feste Burg schloß die eindrucksvolle Tagung. jeden meiner Schritte kontrolliert. 3ch werde an die schonen Zeiten erinnert, die ich in Rumänien verlebte, wo man mir heimlich die Koffer durchschnüffelte, während ich im Speisesaal des Hotels mein Frühstück einnahm. Korcula hat als Schmugglernest eine besondere Bedeutung. Einen größeren Katzensprung entfernt liegt die jetzt im italienischen Besitz be° findl.che 3nsel ßagofta. 3n Lagosta. das einen Freihafen hat, ist der Zucker lächerlich billig, in Korcula ist er rar und teuer dazu. Kein Wunder, wenn da kräftig geschmuggelt wird. 3n den Kanälen zwischen den 3nseln rings um Korcula lauem die kleinen Zollmotorboote auf Deute. Aber die Schmuggler, die einen ausgezeichneten 3nformationsdienst besitzen, wissen gewöhnlich schon vorher, an welcher Stelle die „Finanzer" Wache halten, und treiben ihr Handwerk luftig weiter. Kritischer und einer besonderen Betrachtung wert ist das Verhältnis zwischenden3ugo- slawen und den 3 talienern längs der Adriaküste. 3n dieser Beziehung hat sich in den letzten 3ahres manches in bedenklicher Weise geändert. Doch darüber wird noch ausführlicher gesprochen werden. Hauptversammlung -es Hessischen Verkehrsverban-es Darmstadt, 21. Febr. (WSN.) Im hiesigen Rathaussaal tagte heute die 27. Hauptversammlung des Hessischen Derkehrsoerbandes, zu der zahlreiche Vertreter der Provinzial-, Reichsund Kommunalbehörden, der Industrie- und Handelskammern, des Einzelhandels usw. erschienen waren. Der Vorsitzende Theodor Stemmer erstattete den Jahresbericht, der einstimmig genehmigt wurde. In ihm wird besonders auf die erfolgreiche enge Zusammenarbeit mit den übrigen deutschen Verkehrsverbänden, den Handelskammern, dem! Hotelgewerbe, den Fremdenoerkehrsorganisationen sowie der Akademischen Auslandsstelle bei der Technischen Hochschule Darmstadt hingewiesen. Der Vorsitzende betonte, daß, wenn auch nicht alle, doch die meisten Bestrebungen des Verkehrsoerbandes auf Verbesserung der Fahrpläne der Reichsbahn, der Kraftpost usw., sowie der Straßenherstellung von gutem Erfolg begleitet waren. Der Rundfunk habe zugesagt, daß im Mai ein Hessenabend veranstaltet wird. bem Kassenbericht balanciert der Abschluß mit etwa 19 000 Mark bei einem Ueberschuß von etwa 6000 Mark. Die neuen Satzungen des Verkehrsverban- des wurden genehmigt. Hiernach wird der Verband außer der Mitgliederversammlung als Organe in Zukunft einen Vorstand von 5 und einen Vermal- tungcrat von 30 Mitgliedern umfassen. Im Ver- waltungsrat sind sämtliche Landesteile unmittelbar vertreten. J)er Vorsitzende sich außerstande er- ä'L v6' den Vorsitz noch länger beizubehalten, schritt die Versammlung zur Reuwahl des Vorstandes, der einstimmig wie folgt zusammengesetzt wurde: Vorsitzender Dr. iur. Roe- Jener Darmstadt, Wckhelminenstrahe 32; erster stellvertretender Vorsitzender Bürgermeister Dr. Hamm, Gießen; zweiter stellvertretender Dor- sthender Stadtsyndikus Dr. Sch wahn, Mainz; Schriftführer Bürgermeister Dr. A n g e r m e i e r, Dcnsheim a. d. B.; Schatzmeister Dr. iur. Prik - Mainz. Der neugewählte Vorsitzende übermittelte dem zurücktretenden hochverdienten Gründer und langjährigen Vorsitzenden Herrn Th. Stemmer, Darmstadt, den herzlichen Dank des Verbandes für die überaus ersprießliche Tätig» iw 3nteresse der Förderung der hessischen Verkehrsbelange. Die Mitgliederversammlung be- fdjlofj einftunmig, den bisherigen Vorsitzenden du.ch Ernennung zum ersten und bislang einzigen Ehrenmitglied unter Lieberreichung eines künstlerischen Diploms auszuzeichnen. Mit Wor- ^5" des Dankes und Wünschen für ein weiteres Gedeihen der gemeinnützigen Verbandstätigkeit nahm der bisherige Vorsitzende die verdiente Ehrung entgegen. 3Triften an den Verband sind für Die Folge ohne Zusatz eines Ramens nach Darmstadt, Wilhelminenstrahe 32 zu richten, Fernruf Darmstadt 368. Lind nun ist er doch noch gekommen, der Win- ter. Der Frost bannt das Wasser in Eis. Am Küster erblühen die zarten Eisblumen; sie vlihen und glanzen im Sonnenlicht und strahlen m den Warben D^ Regenbogens. Lind wenn die Schneeflocken durch die winterlich herbe Luft stieben, dann ist die Zeit, wo Himmel und Erde in- einander verschwimmen. Was einst grünte und blutte dann aber schwarz und starr dastand Das glanzt nun im Schmuck des reinen Schnees Mit zarten Händen hat Der Schnee alles in gleicher Liebe bedeckt. Eine heilige ungeahnte Stille ist draußen im W.nterwald. Al.es Starre ist gewichen. Flirrende, leuch.ende L.chtfaden umspinnen die Zweige. Die Schatten der Aeste erscheinen warm und blau -^x^Enzweige beugen sich, rühren sich aber nupt, denn sie furchten, etwas von der Herrlichkeit zu verlieren. Es ist nicht nur die klare, reine Luft, nicht nur das Gefunkel auf der hellen Landschaft, das so wohl tut, sondern die Sonnenstrahlen sind es, die mit ihrer fFeJ,f1JlMtenbeilr mächtig auf uns einwirken. A lehlt wohl die Warme die Sonne steht zu tief. Ker die Lebensstrahlen sendet sie uns auch im ’Zuinter. Glücklich sind diejenigen, die sich jetzt auf Beraes- hofje in der frischen Winterluft und dock) eingehüllt in goldne Sonnenstrahlen erholen können, ob sie S^-P°rt reJben' Qcuf den Hölzern durch die Land- N wgen oder auf dem See Schlittschuhe laufen. ?!.cf..®in*?Ff°nne erschlafft nicht, sie erfrischt und traftigt. Sffiir brauchen den Schatten nicht zu suchen wie im Sommer im Gegenteil, wir freuen uns der PuffenUtlb 9Cme6en l'e uw so mehr, je kälter die ^.usl i|t. W OefBauvInWafferstraßen-Siaustu^en Auf Einladung der Gießener Studentenhilfe f®e*frn im Studentenhaus in einer ^reftß Uffl rnP^CrtmmhUnl ber Diplomvolkswirt ■üireEtor ©rebe über den Bauverlauf bei der Er- ri$tung einer Staustufe bei Großschiffahrts-Bin- nenwasierstraßen. Der Vortrag sollte in technisch ft;1" untmidjtenber Weile ein Bild von dem uilh °h^Cr©'I,C^ H.nb Wasserbauarbeiten geben ÖCn K°mpf ihrer Erbauer mit der Natur zeigen. Der Vortragende wies in seiner einführenden Betrachtung auf die im Gießener Wirtschaftsbezirk zur Zeit aktuellen Bestrebungen zur Lahnkanalisie- jung h.n, deren guter Wegbereitung er mit feinem ?n°htrha9e Mutvolles Hilfsmaterial bieten wollte Er n c.ein£n Rückblick auf die Entwicklung des r?benbaues im Wettbewerb mit ber Reichs- bahn und auf die feit den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts steigende volkswirtschaftliche und verkehrspol,tische Bedeutung der Wasserwirt- schäft überhaupt. Sodann skizzierte er die Gesichts- e b^-s^"äe>tllchen Verwaltung der Wasser- krafte und ihre moderne Nutzbarmachung im Jnter- Ä ^r^r.Äamten Volkswirtschaft. Die9 allgemein- wirtschaftlichen Darlegungen des Redners boten cmen guten Ueberblick über die ganze Materie und E fiir die Zuhörer die sich bisher mit ben Problemen bes Wasserstraßenbaues 6cnfaft?"ab®n.,ferftraBeUn,ir,|Ci,afl naher 3m zweiten Teile seines Vortrages schilderte der a" ^d vieler guter Lichtbilder ben 23er- lauf des Baues der Neckar-Staustufe bei Wieblin- gen im Zuge des Rhein-Neckar-Donau-Kanals Der Vortragende erzählte dabei aus eigener genauer Sachkenntnis, die sich auf seine Mitarbeit an dem 5ßerf gründete. Er gab da- b.?i nicht nur allgemein verständliche technische Er- ^uterungen von dem großen Bauwerk dem fnnhV500 ^beiter lange Zeit beschäftigt waren sondern er ließ auch in fesselnder Weise erkennen welche große wirtschaftliche Bedeutung ein derartiges Bauunternehmen für die Gegenwart und Zukunft hat. Der aufschlußreiche und interessante Vortrag fand mit Recht den lebhaften Beifall der Zuhörer. Wegen Angriffs gegen einen po»izei- beamien vor dem Gchnellrichier. Der heutige Polizeibericht meldet: Wegen tätlichen Angriffs mit Widerstands gegen die Staatsgewalt und Beleidigung eines Kriminalbeamten wurde gestern nachmittag in der Wolkengasse der 19 Jahre alte Schlosser Heinrich Nanz von hier, der nach seinen Ausrufen der KPD. angehört oder nahesteht, festgenommen und dem Richter vorgeführt. Der Verhaftete ging gegen den Kriminalbeamten, als dieser seinen Namen feststellen wollte, mit Tätlichkeiten vor und beleidigte ihn außerdem noch. Nanz wurde im Schnellgerichtsoerfahren zu vier Wochen Ge- fananis verurteilt und gleich in Haft behalten. Das Urteil ist sofort rechtskräftig geworden. Arbeiisiosenversicherungsbeiträge auch für Krankheitszeiten. _Das Reichsversicherungsamt hat sich in einer Ende vorigen 3ahres ergangenen Entscheidung aus den Standpunkt gestellt, daß Arbeitslosenversicherungsbeiträge auch für solche Zeiten zu zahlen find, in denen Versicherte erwerbsunfähig krank und daher von der Zahlung von Kranken- kafienbeiträgen befreit find. Gegen diese Entscheidung ist von allen Seiten Einspruch erhoben worden. Der Cewerkschaftsring deutscher Arbeiter». Angestellten- und Deamtenverbände hat, wie man uns mitteilt, das Re'.chsarbcilsministerium gebeten, die erforderlichen Schritte in die Wege zu leiten, um dieses Urteil gegenstandslos zu ma- chen und den Zustand wiederherzustellen, nach Dem d.e Befreiung von Der Krankcnlässenbeitrags- sah.Iung automatisch auch Die Befreiung von der Beitragszahlung zur Arbeitslosenversicherung zur Zolge hat. 3n Der BegrünDung wirD u. a. Darauf hin- gcto.efen, Daß nach Den gesetzlichen Bestimmungen per Betrag zur Arbeitslosenversicherung als Zuschlag zu den Krankenkassenbeiträgen uno mit die» fen zu erheben ist. Daraus gehe ohne weiteres hervor, Daß, wenn die Zahlung Des Kranlen- kasicnbe.träges Wegfalle, auch Der in Der Form etneä Zuschlages zu zahlenDe Arbeitslosenversicherungsbeitrag nicht zu erheben sei. Ein Eingreifen Des Ministeriums sei um so nottoenDiger, alä mit Der Beitragszahlung zur Arbeitslosen- vers.cherung auch Die Zahlung Der Abgabe zur Arbeitslosenhilfe verkoppelt fei. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadt- tpeater: 19.30 bis nach 22 Uhr: „Der Bundschuh". — Oberhessischer Kunstoerein Turmhaus am Brand- £aK15f?,3c.17 ^r' Ausstellung. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Morgenrot" — Die DeutfcheVolkspartei veranstal- y am Freitag, 24. Februar, 16 Llhr, im Hotel Hindenburg eine Frauenversammlung. Frau Dr M a h, Berlin, wird über das Thema „Sie Frau im Staat sprechen. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. -Der BundHausund Schule veran- staltet am Freitag, 24. Februar, 20 Llhr, im einen Familienabend, wobei ein mi?hblI^rDf°vtrr& über Gustav Adolf gehalten wird. Musikalische Dorträge gesanglicher und instrumentaler Art werden Den Vortrag umrahmen. Siehe heutige Anzeige. nr'e£mrOnta9Sfondcrf im Cafe Rosenmontag (27. Februar). 20.11 M 'M Cafe Leib das bekannte Rosen- montagskonzert statt. Das Musikkorps unseres Vataillons wird unter Leitung von Obermusik- melster Krauß e konzertieren. Auf Die heutige Anzeige fei hingewiesen. * V* den Ruhestand verseht. Aus S^np Des Altersgrenzegesetzes wirD Der Regi- strator Ernst Rumpf beim Landgericht zu Gie- bom April in Den Ruhestand versetzt. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Die fieberhaften Bemühungen Der K l e i- n e n Entente, einen militärischen Block gegen Deutschland, Ungarn und 3talien zu schaffen, — als Antwort auf die bestellte französische Zwecklüge von einem angeblichen Geheimvertrag Berlin—Rom- Budapest — haben an Der ADria eine Politische Gewitter st immung erzeugt, Die Der Aufsatz unseres SonDer- berichterstatters packend schildert. Die Schriftleitung. Korcula (Südslawien), im Februar. 3n Den Tagen, Da in Deutschland die Temperatur viele Grad unter Rull gesunken war, fegte über die Adria ein gewaltiger Sturm, Rächt für Rächt ballten sich die Wolken zusammen, stundenlang tobte das Meer, jagten Die Blitze einanDer, und das Donnern nahm kein Ende. Selten gab es eine solche Häufung von Gewittern wie in diesem Winter, da tief unten in ©üddalmatien die Karsterhebungen weihe Echneemäntel tragen, während Die Küstenstriche durch schwere Hagelfälle heimgesucht werden. Von dieser für diese 3ahreszeit höchst merkwürdigen Gewitterstimmung ist aber ganz 6üd- flatoicn erfaßt. Rur in Slovenien, an Der österreichischen Grenze herrscht eine ruhigere Stimmung. Aber schon in Zagreb, der kroatischen Hauptstadt, merkt man, daß ein Land in schweren Zuckungen liegt, fühlt man die Kluft, die zwischen Regierung und Bevölkerung besteht. Am Bahnhof stehen Detektive und Kriminalbeamte in Zivil. Alle Reisende müssen wie an der Grenze ihre Koffer offnen. Man erkundigt sich nach dem Zweck und erhält nur ein Achselzucken als Antwort. Rachher erfährt man, daß Attentate befürchtet werden, daß Gerüchte kursieren, Revolutionäre und Desperados seien mit Höllenmaschinen unterwegs. Daher Die scharfe Kontrolle. 3n Zagreb selbst fiel mir auf, Daß Die Schutzmänner nach Einbruch Der Dunkelheit mit Karabiner bewaffnet waren. Wollte man Den Versicherungen oppositioneller Führung glauben, so mühte bereits in Den nächsten Stunden Der Zerfall Jugoslawiens Beginnen. Gewiß hat Die allgemeine Volksstimmung einen SieDepunkt erreicht, gewiß sinD Die Gegensätze zwischen Regierung unD Den Oppositionsparteien, Die aber nur eine kleine Mehrheit des Volkes hinter sich haben, kaum zu überbieten, trohDem glaube ich nicht an einen Zusammenbruch, wenigstens nicht in Der nächsten Zeit. Gewitter über der Adria Von unserem Dr. R.).-Berichterstatter. gerissen. Ein Polizeikommissar. hinter ihm EenDarme. „Legittrpation, bitte!" 3ch weise nen Paß vor. Dann beginnt Die Fragerei. »Wohin fahren Sie? Rach Fiume?" »Rein, nach Sufchak!" »W as wollen Sie in 3ugoslawie n?" 3ch versuche Den Beamten glaubhaft zu machen, Daß ich keinerlei ho verräterischen Absichten hege. UeberDies weise ich, um Das ewig gleiche und nutzlose Verhör zu beendigen, ein Empfehlungsschreiben Der jugoslawischen GesanDtschaft in Ber- un vor. Damit habe ich bis zur nächsten größeren Station Ruhe. Aber Dann beginnt Das Kontrolle- sprel von neuem, Das nicht Dazu angetan ist, Das reisende Publikum zu beruhigen. Aber immer toieder bekommt man zu Horen: Attentatsgefahr Bomben, Höllenmaschinen. Es ift eine wahre Attentatspshchose. Ntfoti! Sonnla9.26,-t.u Slab^ bis 13 nut*8* 9t| Sonntag ruSksköB :einlr*eenäIiril5, s W- öchule. Vertagung em. e ft e r n eine außer« i itreßenborße« itet von der Dors, " das nord« Äreid Wetzlar ^dienst predigte 'dw auf den letzten uenoent der Provinz ’■ Wagner. Zwei memoe, und inibe« ürchenvorflehern, die dem Preußischen und men waren, ans Herz .Kor. 15,2.58: Seid nt immer zu in dem in ernsten Dorten hin : Arbeit, unsere Kirche den jeder Christ, jeder • Glied der Evneinde, u fein und immer zu« das ihm aufgetragen gungen feien mit Recht jrchentagungen eue Freudigkeit und Leben in der @e« i Glauben zu stehen, u gehören. sammiung fand m Löwen" statt. 2or er Direktor des Lan« sion, Pfarrer Aöh« .ntiger Rede überlas Aufgaben stellt -wegung?" Der i hauptsächlich mit der nchnete den Umfang i Kampfes, den Ge« Wogung. Der Kamps ; die Institution oer : gegen den Glauben iums. Bilder aus der .roletarischer Jugend« irer Berrvhung, iUu» iefes Kampfes. Die zenden nicht nur d,e aszu wemgbedeuk Angriffs. S aatl.che > Agitation fetzt >s Him«en M Beimntnrs mJM Iaubm8cntfreW )ic Arbeü des Fw in der Bolts GZ znnerabende, iüSffS LrS •r nut an iw JÄÄ an yv^Ägffnung xMießenf * lern) JjjKjW’1* -Sotten .Ä > *£$ ** Auf der Internationalen Automobil- Ausstellung, Berlin, Halle 1, Stand 86 Treu der traditionellen 'Verantwortung fürdieWeiter- entwMung und Ausdehnung des Automobilverkehrs bietet Deutschlands größte Automobilfabrik 1933: 4. Die Wahl unter 17 Personenwagen-Modellen, die sich auf drei Stärkeklassen verteilen. Wer den Wagen« fahren will, den er wirklich braucht, wählt Opel 5. Höchste Leistung bei niedrigsten Kosten. Die Konstruktion der Opel-Wagen ist eine Garantie für zeitgemäße Wirtschaftlichkeit Wer mit ungetrübter Freude seinen Wagen fahren will, fährt Opel. 6. Opel Kundendienst überall. Vorbildlich mit modernsten, zeitsparenden Maschinen eingerichtete Kundendienst- Stationen, mit Fach-Monteuren, die im Werk hierfür besonders ausgebildet wurden, betreuen jeden Opelwagen, wo immer er ist Für Opel sprechen alle Erfahrungen der Praxis, für Opel spricht der Vergleich zwischen Wert und Preis. NEUE 1,2 LITER 4 ZYLINDER-MODELLE VON RM 2190.- AN NEUE 1,8 LITER 6 ZYLINDER-MODELLE VON RM 2695.- AN REGENT MODELLE VON RM 2890 -AN Preise ab Werk Adam Opel AG., Rüsselsheim am Main Das neue Automobil - einer der willigsten Entschlüsse im ganzen Jahr! Wettkämpfe um die Ltniversttäismeisterschast im Geräteturnen 1. Niedrigere Preiset Jeder soll seinen eigenen Wagen fahren. Nur Opel kann — dank der großen Produktion und des ständig steigenden Exports — mit seinen seit Generationen dem Werk verbundenen Facharbeitern bei Verwendung höchstwertigen deutschen Qualitätsmaterials so hohen Wert zu so kleinen Preisen bieten. Wer seinen Vorteil zu wahren weiß, fährt Opel. 2. Zur Vollendung fortentwickelte Konstruktionen, millionenfach bewährt, immer wieder erprobt, ohne jedes Risiko für den Käufer! Die Fahreigenschaften der Opel-Wagen sind unübertroffen und bieten ein Höchstmaß an Sicherheit. Wer sich die weltweiten Erfahrungen verantwortungsbewußter Konstrukteure sichern will, wer einen unbedingt zuverlässigen, fortschrittlichen Wagen fahren will, fährt Opel. 3. Geräumigere Karosserien, neue rassige Formen, fliessende Linien. In den mit kultiviertem Geschmadc und großem Komfort ausgestatteten 1933 er Modellen findet jeder seine Bequemlichkeit. Wer Behaglichkeit schätzt und auf unaufdringlich vornehme Erscheinung Wert legt, fährt Opel 'Wahlen Sie nur einen Wagen, der zu Ihrem Vorteil gebaut wurde. OPEL konischen Behörden haben der Abreise Cameras trotz des ergangenen Haftbefehls nichts in den Weg gelegt. Jaques Cartonnet, der französische Welt« rekordmann im Brustschwimmen, trifft am 5. März in Hamburg auf die drei besten deutschen Brustschwimmer, Schwarz, Wittenberg und Durchkriechen überwinden muhten. Beim Dreikampf war Acker weitaus der Beste. Seine Leistungen im Steinstohen (9,25 Meter) und Hochsprung sind für die Halle hervorragend. Die im Verlaufe der Kämpfe eintretenden Pausen wurden von Vorführungen einiger ikbungsgruppen ausgefüllt. Hier verdienen besonders die unter Leitung des Herrn Dr. Herzog gezeigten Uebungen im Jiu-Jitsu Erwähnung, die für die Zuschauer eine lebendige Schule in allen Arten von Abwehrgriffen bildeten. Eine Musterriege am Barren zeigte teil- weise ausgezeichnete Uebungen. Den Abschluß des Abends bildeten die Sprünge der Turnphilologen am 1,70 Meter hohen Quer« und Längspferd unter Leitung von Herrn Sportlehrer König, die viel Mut und Geschicklichkeit erforderten. Die Gerätemeisterschaften bildeten einen eindrucksvollen Abschluß der an der Universität im Wintersemester in sportlicher Hinsicht geleisteten Arbeit. Es folgen die Cinjelergebniffe. Studentinnen: Fünfkampf: 1. Sohnemann, TS., 96 i Pkte.: 2,. Oppenheimer, Univ., 82-; 3. Wächtler, TS., 77i; 4. Lichtenfels, U„ 76; 4. Dietrich, TS., 76; 5. Herzog, U., 71i Pkte. Studenten: Fünfkampf, Unterstufe: 1. Fucker, Arminia, 89 Pkte.; 2. Hilgert, Rheinfranken, 86; 3. Hofmann, Rheinfranken, 84j; 4. Ploch, Rheinfranken, 84; 5. Brenner, Wingolf, 834; 6 Preist I, Arminia, 83; 7. Schorkovf, Rheinfranken, 81%; 8. Vaubel, Rheinfranken, 78%; 9. Seibert, Arminia, 78; 10. Bcchtler, Wingolf, 77 % Punkte. Studenten: Volkstümlicher Drei- kämpf: 1. Acker, Peter, 4 Pkte.; 2. Wenzel, Hasso- Rassooiae, 9; 3. Frey, Rassooiae, 10; 4. Ploch, Rhein- fronten, 12 Pkte. Kurze Sportnotizen. Bei den Eishockey-Weltmeisterschaften in Prag sicherte sich am Montag Oesterreich durch einen Sitzg von 7:1 (2:1, 3:0, 2:0) über Rumänien die Teilnahmeberechtigung an der Zwischenrunde. Auch Polen kommt nach einem Sieg von 1:0 (0:0, 0:0, 1:0) über Belgien in die zweite Runde. • Vier Paare liegen beim Stuttgarter Sechstagerennen am Montagnachmittag in der Spitzengruppe und zwar Richli-Pijnenburg, Kilian-Pütz- feld, Tietz-Preuß und Wambst-Mouton. Mit einer Runde Rückstand folgen Göbel-Hürtgen, die übrigen Mannschaften liegen drei bis sechs Runden zurück. , 21 u f der Heimreise nach Italien befindet sich zur Zeit der Schwergewichtsboxer Primo Earnera, der bekanntlich der letzte Gegner des tödlich verunglückten Ernie Schaafs war. Die ameri- Einen neuen Europarekord über 200- Meter Damen-Crawl stellte die holländische Olym- piateilnehmerin Earrie Ladde in 2:40,6 auf. Dell! Saarincn, der Sieger im 50-Kilo- rneter-Langlauf bei den Olympischen Spielen in Lake Placid und bei den EI8-Rennen 1933 in Innsbruck wurde vom Finnischen Sportoerband mit der Goldenen Medaille für die beste sportliche Leistung des Jahres 1932 ausgezeichnet. Beim Stuttgarter Sechstagerennen lagen am Dienstagnachmittag nach 2068 880 gefahrenen Kilometern Richli - Pijnenburg (573 Punkte) und Kilian-Pützfeld (418 Punkte) mit Rundenoorsprung in Front. Straßenfahrer Hermann Buse wurde nunmehr ebenfalls für die deutsche Mannschaft zur „Tour de France" verpflichtet. * Die Austragung der Deutschen Sil« meisterschasten am kommenden Wochenende in Freudenstadt-Baiersbronn können jetzt als ge- sichert gelten, da es am Dienstag im Schwarzwald stark geschneit hat. Insgesamt sind zu den Meisterschaften über 400 Meldungen eingegangen. Kunst und Wissenschaft. Die Beisetzung von ^rofxssor Arnold Mendelssohn. Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung der Darmstädter Bevölkerung fand die Beisetzung des verstorbenen Komponisten Professor Arnold Mendelssohn auf dem Besinn- ger Friedhof statt- Dem Wunsch des Entschlafenen entsprechend hielt lediglich der Geistliche, Pfarrer Dr. Müller, eine ergreifende Gedenkrede auf den großen Meister der Töne, der dem deutschen Gesang und der deutschen Kirchenmusik so wertvolle Gaben geschenkt hat. Die Beisetzung war umrahmt von Chorvorträgen des Hessischen Sängerbundes und der Bereinigten K.rchenchöre. Unter den Trauergästen sah man u.a. Staatspräsident Dr. Adelung, den evangelischen Prälaten D. Dr. Dr. Diehl, den Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt Müller, deren Ehrenbürger der Verstorbene war. - 3ritz Philippi t- Der als Schriftsteller weithin bekannte Wiesbadener Landeskirchenrat Fritz Philippi ist im Alter von 64 Jahren auf der Reise von Freiburg nach Wiesbaden gestorben. Das Hin- scheiden des geschätzten Seelsorgers wird nicht nur von seiner Gemeinde, sondern von weiten Kreisen der Bevölkerung bedauert. Philippi hat eine lange Reihe von Romanen, Rooellen, Dramen und Gedichtbänden veröffentlicht. Der Schriftsteller Karl Strecker f. Der bekannte Berliner Schriftsteller Karl Strecker ist vor wenigen Tagen im Alter von 71, Iahren in Garmisch gestorben. Strecker stammte auS Pommern und wurde nach kurzem UniDcrfitätSftuöium zunächst Offizier, folgte aber bald seinen literarischen Reizungen und lebte als Schriftsteller und Kritiker in Berlin. Don seinen Büchern seien die Romane .Der Pfeifenkönig" und .Der Weg durchs Addermoor", von seinen Bühnenstücken das Lustspiel »Das Krokodil" genannt. — 3n den letzten Jahren hat Strecker durch jene fatale Brandstiftungsaffäre Aufsehen erregt, die 1931 zu seiner Verurteilung führte; die Zuchthausstrafe wurde in einem zweiten Verfahren bestätigt, später aber auf dem Gnadenwege gemildert. — Tod eine» bekannten Frankfurter Schauspieler». 3n Frankfurt starb dieser Tage ganz unerwartet der seit Jahrzehnten am Schauspielhaus wirkende Schauspieler Alexander Engels. Engels zeichnete sich durch eine ungewöhnliche Sprachkunst aus, die ihn zu einem hervorragenden Vertreter der alten guten Schule klassischer Schauspielkunst stempele. Das Frankfurter Schau- spielhaus verliert in ihm eines seiner beliebtesten Solomitglieder. Beim Schlittenfahren tödlich verunglückt. WSR. Marburg, 21. Febr. Auf der Straße Wommelshausen—Bottenhorn fuhren zwei Jungen, die sich mit Schlittenfahren vergnügten, in das Auto eines Arztes aus Gladenbach. Der Führer versuchte mit aller Kraft den Zusammenstoß zu verhüten, doch wurde der Schüler Ludwig K o ch so schwer verletzt, daß er alsbald nach dem Unfall gestorben ist. Der zweite Zunge erlitt schwere Beinverletzungen. Wettervoraussage. Durch die Ausbreitung der Störungstätigkeit über Deutschland nimmt die Wetterlage einen wechselhaften Charakter an. Der milderen Ozeanlust, die auch bei uns Bewölkung und ctroas Schnee verursacht hat, folgt wieder Kaltlust nach. Unter ihrem Einfluß treten wechselhafte Bewölkung und vorübergehend noch leichte Schneeschauer auf. Da sich der Himmel auch zeitweise aufklart, kommt die nächtliche Ausstrahlung wieder zur Geltung, so daß der Nachtfrost etwas zunimmt. Aus tagsüber gehen die Temperaturen nur wenig über den Gefrierpunkt. Aussichten für Donnerstag: Wechselnd wolkig mit Aufklaren, noch vereinzelte Schneeschauer, wieder Zunahme des Nachtfrostes. Lufttemperaturen am 21. Februar: mittags — 1,8 Grad Celsius, abends -2 Grad; am 22. Februar: morgens —3,7 Grad. Maximum —1 Grad, Minimum —13,8 Grad. — Erdtcmperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Februar: abends —0,8 Grad? am 22. Februar: morgens — 0,9 Grad Celsius. Unter Leitung von Dr. Möckelman n trugen gestern die Studenten vor einer sehr zahlreichen Zuschauerschaft in der Reichsbahnturnhalle am Aulweg die vom Institut für Leibesübungen und dem Studentischen Amt für Leibesubungen ausgeschriebenen Meisterschaften im Geräteturnen aus. Als Kampfrichter Ritten sich einige Herren ber hiesigen Turnvereine zur Verfügung gestellt die zu allgemeiner Zufriedenheit ihres 2lmtcs walteten. Der Wettkampf sollte zugleich Manw- schaftskampf sein. Jede Korporation sollte nach Möglichkeit sechs Mann stellen, die als (Emjel- turnet starteten, in der Mannschaftsleistung aber nach der Reihenfolge der Sieger bewertet wurden. Oluf Grund der abgegebenen Meldungen duvste man auf scharfe Kämpfe in Oberstufe und Linier- stufe redjnerk Leider sahen sich zwei Korporationen in letzter Minute gezwungen, ihre Jur die Oberstufe gemeldeten Mannschaften zuruck- zuziehen, sv daß der flam# dieser Klasse aus- fallen mußte. Dafür gestaltete sich aber das Turnen in der Unterstufe sthr interessant, da die für die Oberstufe gemeldeten Leute hierin teilnahmen. Die Spitzengruppe wartete mit ziemlich gleichwertigen Leistungen auf, wie man aus der knappen Aufeinanderfolge der Punktzahl der Sieger ersehen kann. ImMannschaftstampfder Studentinnen gegen die Surnfeminari ft innen der Aliceschule war man von vornherein auf einen leichten Sieg der letzteren gefaßt; es bereitete daher sichtlich Ueberrcychung, welch zähen Widerstand die Studentinnen leisteten, bis sie sich schließlich doch geschlagen bekennen mußten. Die Wettkämpfe wurden mit den Uebungen der Studentinnen eröffnet. Schon bald zeigte sich die Überlegenheit von Frl. Sohnemann, Turnseminar, deren hervorragende Leistungen an allen Geräten ihr einen sicheren Punktoorspruna brachten und ihr den verdienten Sieg eintrugen. Aber auch die anderen Teilnehmerinnen führten teilweise sehr schwierige Uebungen vor, die vom Publikum mit großem Interesse verfolgt wurden. Unterdessen hatte auch der Kamps der Studenten begonnen. Bei ihnen blieb der Ausgarw lange hin offen bis dann Fucker Arminiae, auf Grund seiner ausgezeichnet durchgeführten schwierigen Kürübungen sich den Sieg holte. Der Mannschaflskampf ging zugunsten der Akad. Turnverbindung „Rheinfrankeu" au», deren geschlossene Gesamtleistung ihr mit 485% Punkten den ehrlich verdienten Sieg brachte. Ihr folgte mit 450% Punkten die Turnerschaft Arminia. Zn den volkstümlichen Uebungen war ein Dreikamps im Steinstohen, Hochsprung und im Hindernislauf ausgeschrieben. Als Hindernisse wurden alle zur Verfügung stehenden Geräte benutzt, die die Läufer durch Ueberspringen, Klettern ober tat 1 I y-1 | . Opel bietet als neueste Type einen 1 Ltr. 4 Zylinder von höchster Epochemachender Fortschritt ! Leistung und aufsehenerregender Wirt- 1990wm Schädlichkeit! Als erster und einziger Q^alitätswagen dieser Art kostet die schöne, geräumige, elegante LIMOUSINE nur.......... .... Motorwagen-Verkaufsgesellschaft m b H., Giefeen Telephon Nr.^7. 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Mit ungläubig geweiteten Augen blickte er seinem Einzigen entgegen, der jetzt zu Oehmes Seite die Stufen heraufkam. Harrach war aufgesprungen und streckte ihm beide Hände entgegen: „Das heiß' ich Freude bringen." „Jung'!" Mehr brachte der alte Baron fürs erste nicht heraus. Aber es war Seligkeit, sich von Hans Jürg küssen zu lassen. Und dann mußte Hans Jorg wieder und wieder seine Hand in all die anderen vielen legen, die sie drücken wollten. Oehme kam sich reichlich überflüssig vor. Namen schlugen an sein Ohr, die ihm schon in der nächsten Minute nicht mehr geläufig waren. Nach einer Viertelstunde aber war auch er in den Strudel der Geselligkeit hineingezogen. Die UnterhaUung war lebhafter denn je. Nur Maria Brentano verhiell sich reserviert. Sie war ganz Beobachterin. Früher als ursprünglich geplant war, drängte sie zum Aufbruch. Stephanies Wangen glühten: in deren Blick lag eine Trunkenheit, die sie mit Angst erfüllte. Das einzige war beruhigend, der junge Merlin hatte kaum einen Blick für Tie gehabt. „Ich werde mir erlauben, dieser Tage meine Aufwartung zu machen." Mit diesen Worten neigte sich Hans Jorg über ihre Hand. „Wir gedenken zlnfang nächster Woche zu reisen", gab sie zurück. „Dann will ich mich nach Möglichkeit beeilen, gnädige Frau." Stephanie bekam nur einen kurzen Druck seiner muskulösen Hand. Oehme ging an ihrer Seite, bis sie den Mercedes an- die Rampe lenkte. Die Eben- hausener zeigten gern ihre schönen Pferde und waren in zwei Chaisen gekommen. Die Battenberger fanden die Gäule, die sie herübergetragen hatten, im Gutshof gesattelt. Und dann verklang das Rattern des Motors, einmal noch hallte der Hufschlag der Rosse auf. Ichenhausen lag wieder so märchenstill, wie es seine Insassen gewohnt waren. Hans Jörg suchte die Lisaweth in der Küche auf und mußte zu seiner Befriedigung konstatieren, daß ihr die Freude über sein Kommen ein paar ehrlich geweinte Tränen entlockte. „Es ist beinah nimmer wahr, daß Sie dagewesen sind, Herr Baron!" Es dünkte ihm selbst so. „Ich habe schauderhaften Hunger", gestand er und sah enttäuscht auf die leeren Platten, die nur noch ganz klägliche Uederreste all der pikanten Herrlichkeiten trugen. „Alles ratzkahl gegessen, ja! Die gan« Vorratskammer leer. Aber wenn Sie ein Stünoerl warten können —", lockte sie. „Was krieg ich bann?" Er lehnte, die Hande in den Taschen, gegen das große Büfett, welches die Küchenbreite ausfüllte. „Backhuhn mit Salat und frischen Aprikosen!" „Und hinterdrein Erddeer mit Sahne! — Ja, Lisaweth?" Wie einst als Junge konnte er schmeicheln, wenn er von allem, was da in den Töpfen brodelte, eine Probe haben wollte. „Alles kriegen Sie —", und sich über die Augen wischend, konstatierte sie: „Es ist nicht halb so schlimm, wie wir immer gemeint haben." „Wer hat gemeint —?" „Der Herr Baron Vater und ich!" „Und was haben die Herrschaften gemeint?" Sein Ton reizte sie zur Auflehnung: „Daß es nimmer ganz richtig mit Ihnen wäre." Sein Lachen klang wie eine Fanfare durch das Haus. Der Lisaweth fiel dabei der letzte Stein vom Herzen. Weiß Gott, wenn einer noch so lachen konnte, roar’s noch lange nicht gefehlt um ihn, und wenn er dann etwas Vernünftiges zu essen bekam, wurde alles noch vollends wieder recht. Auf sie herabblinzelnd, führte er das Stück Kuchen, das sie in der Vorratskammer noch entdeckt hatte, zum Mund. Sie sah schon, so lange er hier bei ihr stand, kam sie nicht zum Arbeiten. Mit einem Aufatmen begrüßte sie es, daß ihn der alte Baron noch oben rief. An der Tür nickte er ihr noch einmal zu und sprang die Stufen hinauf. , Während Oehme mit dem Vater plauderte, unternahm er einen Trott durch Hof und Haus und suchte alte Lieblingsplätze aus der Kinderzeit auf. Es war doch schön daheim! Das Abendbrot wurde zu einem Festmahl. Der alte Baron wurde nicht müde, auf den Sohn zu trinken und auf dessen Erfolge und seine unerwartete Heimkehr. Und dann trank man auf den Freund, der sich durch zehn Jahre der Treue erprobt hatte. Spät nach Mitternacht ging man zu Bett. Aber in Oehmes Zimmer war das Licht schon längst erloschen, als es in dem des alten Merlin noch immer brannte. Vater und Sohn saßen sich gegenüber und hatten rote Gesichter, und ihre Wangen glühten in Erregung, während ihre Stimme zuweilen beängstigend anschwoll. „Es kann unmöglich dein Ernst sein, was du mir da gesagt hast", sprach Hans Jörg. „Auf Ehrenwort, mein Jung! Denn siehst du, es geht nicht mehr! Sieh morgen die Bücher durch, dann mußt du mir recht geben. Ich nehme an, daß dir nicht sonderlich viel an Ichenhausen ließt!" „Wie kannst du das annehmen?" fuhr der junge Merlin auf. ,^Jch schließe es aus der Seltenheit, mit der du nach Hause kommst. Drei volle Jahre hast du dich nicht mehr sehen lassen!" „Du weißt, was mich in Konstanz hielt!" „Weiß ich, ja! — Bleib wenigstens jetzt." Hans Jörg rückte ungeduldig auf seinem Stuhle, sprang auf und begann das Zimmer zu durchqueren. „Ich kann nicht, Vater!" „Siehst du!" Der alte Merlin lehnte resigniert gegen das braungestrichene Fensterkreuz. „Zehn Jahre sitz' ich nun gottverlassen allein hier auf der Klitsche. Im Sommer geht's noch, und wenn das Frühjahr durch das Tal zieht. Aber der Winter — der letzte war zum Verzweifeln." Hans Jörg gab das Umherwandern auf und ließ sich wieder auf einen Stuhl sinken. Die Arme auf die Knie gestützt zwang er seine Gedanken zur Konzentration: „Ueoersiedle im Winter zu mir." „Und das Ende vom Lied? — Daß hier alles drunter und drüber geht. — Ich habe einen anderen Vorschlag: heirate!" Er sah den Ruck, den es dem Jungen gab und fühlte Erbarmen. Das sah gerade aus, als habe der Bub Angst vor der Ehe. „Du mußt keine nehmen, die du nicht lieb hast", tröstete er, vor ihm stehen bleibend. „Ich habe dir schon gesagt, Vater, ich kann nicht hierbleiben." „Verlange ich auch gar nicht." Er legte seinem Einzigen beide Hände auf die Schulter und räusperte sich, ehe er zu sprechen ansetzte. „Die Steffie bleibt bei mir." Hans Jörgs Gesicht schnellte auf: „Wer?" „Die Steffie Brentano!" Jörg zuckte zusammen, als habe ihn ein Messer geritzt. „Das ist die Höhe — eine — eine —" „Laß mich erst ausreden", beschwichtigte Merlin und hielt den Errengten auf dem Stuhl zurück. „Das Mädel ist mir ans Herz gewachsen." „Es scheint! Warum heiratest du sie bann nicht?" „Jung! —" Der alte Baron starrte seinen Einzigen aus gläsernen Augen an. „Jung", gurgelte seine Kehle noch einmal nach. Hans Jörg tat er mit einemmal so unfaßbar leib. „Ich finbe es unweiblich, sich zuerst an ben Vater heranzumachen, um auf diesem Umweg zum Sohn zu kommen", sagte er verärgert. Der alte Merlin schüttelte nur den Kopf. — Das war häßlich gesprochen, Jörg. Hast du ben Einbruck gewonnen, baß sie eine Kokotte ist?" „Ich habe überhaupt keinen Einbruck von ihr gewonnen, weil ich mich nicht mit ihr beschäftigt habe. Die Mutter imponiert mir jebenfalls mehr als bie Tochter. Wenn ich wirklich an eine Frau denke, bann schwebt sie mir anders vor, als Stephanie Brentano!" Der alte Baron empfand ein Schmerzgefühl, das sich in keinem Worte zu äußern vermochte. Erst nach einer Weile sagte er resigniert: ,Zch habe es gut gemeint und für dich bas gesucht, was bie beste Ergänzung beiner Persönlichkeit ist. Nichts liegt mir ferner, als bich zwingen zu wollen. Aber bu wirst keine Frau mehr finben, die so wie Stephanie völlig in dir aufzugehen gewillt ist." „Du hast bereits mit ihr gesprochen?" Der Alte wurde verlegen: „Ich hab' sie gefragt, ob sie bich lieb haben könnte unb zur Antwort bekommen, sie wisse es nicht!" „Sehr schmeichelhaft." Jörg turnte nervös auf ber Lehne bes Stuhles. „Scheinbar entspreche ich ber Onäbigen nicht in allem!" „Du bist ihr zu gescheit!" „Möglich!" Der Spott war beißend. „Allerdings ein Dummer wäre müheloser ins Garn zu bringen!" „Jetzt sei aber still!" fuhr ber Alte auf. „Sie ist nicht dein Genre! Gut!>--Du weißt dir eine Bessere! Auch gut. Du--" „Ich habe nicht gesagt, daß ich mir eine Bessere weiß!" fiel Hans Jörg dazwischen. „Warum echauffierst bu bich--Sie gefällt bir. Schön! Schließlich mußt bu ja mit ihr leben. Mich wird sie wenig behelligen. Ob ich nun die paar Tage im Jahr sie oder eine andere als Frau im Arme halte, ist völlig nebensächlich." Merlin starrte seinen Einzigen mit entsetzten Augen an: „Jung--bas — bas — ich — so weit kann es boch mit dir nicht gekommen sein!" „Immer, wenn es sich um ein Weib handelt, kommt man so weit, Vater!" Er ging mit zurück- gedrückten Schultern nach dem Fenster und öffnete es. Vom Park herauf kam das Zirpen ber Grillen, unb von dem großen Weiher, der sich an den Guts- Hof schloß, quakten die Frösche. Aber es störte nicht, Jörg wurde ganz eigen zumute. Er sah bie übervolle Schale bes Mondes, bie jedes Gebüsch mit silberhellem Licht übergoß unb ben Glimmer auf ben Wegen aufblitzen ließ, der Abenb fiel ihm ein, an welchem ganz Jettenbach in Aufruhr war, weil bie damals zehnjährige Steffie nicht wie sonst nach Hause kam und man die schrecklichsten Vermutungen hegte. Fackeln tanzten über Aecker und Wiesen. Die Spürhunde waren losgelassen und hetzten sohlend über bas Gelände. Selbst auf den Nachbargütern war alles auf ben Füßen. Er war auf dem Anstand gewesen und hatte Pech gehabt. Verärgert trollte er durchs Moos und fließ an etwas Weiches, das ein leises Grunzen ausstieß. Es hatte in der Tat nicht anders geklungen. Und als er sich bückte, lag die kleine Brentano zwischen den Himbeersträuchern und blinzelte verschlafen zu ihm auf. (Fortsetzung folgt) Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L. Bernard Bund f. christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule 1291 D leicht verkäuflichen 1289 V Lichtspielhaus • Gießen Heute Mittwoch Vorstellung Fest kaufen-. 01161 Uteenrot Hauptrollen Rudolf FOfStef Adele Sandrock 2,34 fm [Vermietungen tragen. 1291D Ferner: Die Ufa-Ton-Woche. 1292 C oder hinter eine Anfangszeiten: 4 Uhr. 6 Uhr und 830Uhr Haus der Handarbeit Seltersweg 73 fm Alchte: Angebote Derbstangen. 1. Klasse 26 Stuck des neuen vaterländischen Groß-Films der l’fa-- des ersten und einzigen lebensechten deutschen U-Boot-Films: In leöem Malt nenöl. WsseiMlkei. Hoher Tagesverdienst. — Vorzustellen Donnerstag, 9 bis 12 Uhr, Hotel Schütz. 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Hier in diesem vollkommen neuartigen, zuvor nie erlebten, erregenden Film mit feiner beklemmenden Eindringlich leit war einer jener noch immer seltenen Fälle gegeben, wo die raffinierteste Präzisionsmechanik bis an die Grenzen des übersinnlichen heranreicht: Magie des Fi'.ms. des bewegten und tönenden Abbildes unserer Welt. H er konnte man erleben, was der künstlerische Film, eine der zauberhaftesten Erllnbun- aen unserer Zeit, vermag. An solchen Spitzenleistungen — wir denken daneben auch etwa an den „Letzten Befehl", die ..Frau im Mond", den „Mörder Dimitri Kararnasiw" „M“ und ,.F. P. 1“ — wird deutlich, was eine wirklich schöpferische Produktion erschließen und lebendig machen tarnt Rudolf Forster als U-Boot-Kommandant Liers und Elfe Knott als Helga in dem Tonfilm „Morgenro t", der von heute ab tm Gießener Lichtspielhaus gezeigt wird. Der spezielle Teil aber müßte endlich eine Aesthetik des Films formulieren, ausgehend von der durch die Technik erschlossenen neuen Optik. Er müßte untersuchen die Doppelwirkung von Bild und Klang. Er müßte vor allem Grundregeln dessen Stoff......... — ------ „ künstlerisch bewältigt werden kann. Eine Fabel also, oder ein Motiv, das nicht gleichzeitig auch ein Drama, eine Novelle oder einen Roman hätte ergeben können. — Da liegt der Hase im Asta Nielsen svielt in ihrem ersten Tonfilm eine Frau in jenem Alter, das man einst das „gefährliche" nannte. Sie, die erwachsene Töchter hat, verliebt sich im Herbst ihres Lebens noch einmal mit der ganzen Leidenschaft der reifen Frau. Aber das späte Glück ist ihr nicht vergönnt, eine ganze Kette widriger Umstände zwingt sie zum Verzicht, da sie ihren Kindern nicht im Wege stehen will. Hand aufs Herz: die wirklich hervorragenden. Wirklich „echten" Filme der letzten Jahre kann Fingern beider Hände.bequem auf» Mißverständnisse zu vermeiden: na- es eine Menge guter Filme: wir in diesem Zusammenhang den Film, nur mit den Mitteln des Films Ein großer Erfolg, der in erster ' der Schauspielkunst ist. „Nach..." Wic viele Filme gibt es „nach einem Roman" oder einem Bühnenstück: wieviel Kolportage und wieviel Weltliteratur ist schon gekurbelt worden. Um die Kolportage ist es nicht schade, aber um die Weltliteratur. Wie viele Historien! Wie viele Operetten! Wie unzählig: Frühling in Wien, Herzen am Rhein, Studenten in Heidelberg. Wieviel Ausstattung, wie viele glänzende Schauspieler und tüchtige Regie an Dinge verschwendet, die längst da waren — gut und endgültig formuliert. Man kann aber nicht, wie Hans Sachs, alles über einen Leisten schlagen, auch nicht denselben Stoff mal so, mal so „gestalten". Entweder — oder. Dazu ist zweierlei zu bemerken: der deutsche Film steht heute — wenn man von den Russen absieht, die auch hier eine Sonderstellung einnehmen — wohl unbestritten an der Spitze der Weltproduktion. Die Borherrschaft von Hollywood ist erledigt. Also: wie muß es da erst bei den andern aussehen. (Als Beispiel für eine erstaunliche Ausnahme: „Sous les toits de Paris“.) Außerdem ist aber zu bedenken, daß die Filmindustrie in aller Welt nicht — um vorsichtig zu fein: zum mindesten nicht nur — nach künstlerischen Gesichtspunkten arbeitet, sondern nach geschäftlichen. Zwei es K?mprcblem. Wich igste Faktoren: Publikum, Presse. Produktion. Ihre Wechselbeziehungen zueinander hätte ein Buch zu klären, das in ästhetischer, psychologischer und wirtschaftlicher Hinsicht fchr wesentliche Aufschlüfse Es mag auch der nicht sehr glücklich gewählte Titel daran schuld gewesen fein oder der Begleitvortrag. der durchaus' zu entbehren gewesen wäre — und bei einem guten Film auch immer entbehrlich sein sollte —. aber was gezeigt wurde, ganz abgesehen von der hervorragenden Besetzung (in der Hauptrolle Werner Krauß.'), schlechthin erstaunlich und noch nicht dagewesen. Man sah einen psychoanalytischen Film — so spannend wie ein wildes Kriminaldrama: man sah photographierte Traumbilder von so phantastischer Wirklichkeit, daß dem Beschauer hier einmal die volle und noch längst nicht erschlos- Näheres über das Ergebnis: doch konnte man hören, daß sie einen Kumpel, einen einfachen Bergarbeiter aus dem Industriegebiet, dabei entdeckt haben, dessen Idee so gut schien, daß man ihn gleich nach Berlin kommen lieh. Bielleicht hat der Mann die Chance seines Lebens in der Hand. Dieses Preisausschreiben scheint uns ein Kernproblem zu berühren: die schöpferische Gestaltung des Film-Manuskriptes ist von der _ rasanten Entwicklung der Film-Technik glatt überrannt worden. Wir können heute — technisch — im Film alles. Was noch unvollkommen ist. wird bald verbessert sein. Aber wir haben keine Ideen, uns fällt nichts ein. und Hände haben". Eine heitere Note dagegen bringen jene Schreiben in ihr Haus, in denen sich der Wünschende durch völlige Ahnungslosigkeit auszeichnet. „Wenn ich sie lese", so erzählt Henny Porten, „frage ich mich jedesmal, was sich die guten Leutchen wohl so denken mögen. Sie scheinen noch in einem hübschen Traumland zu leben, wo man bloß auf den Knopf zu drücken braucht, und alle Wünsche gehen in Erfüllung. Aber vielleicht haben sie doch schon so eine dunkle Ahnung. daß solch ein Mechanismus $u schön ist, um wahr zu sein, und nun kommen sie alle so zu mir und verlangen, daß ich die Rolle der guten Fee spiele. Ach. ich täte es ja furchtbar gern, aber leider steht dem einiges im Wege. Wenn ich nämlich die Wünsche alle erfüllen sollte, mit denen man Tag für Tag zu mir lemmt, müßte ich erst einmal ein mindestens zehnstöckiges Haus voll Gold besitzen, und das Gold müßte außerdem noch die angenehme Eigenschaft haben, daß es nie alle würde, sondern sich immer im Berliner Filmpremieren. „Menschen im Hole«." Man kann zu dem Roman „Menschen im Hotel" von Dicky Baum stehen wie man will, man wird zugeben müssen, daß Stoff und Milieu dieses Buches in aleicher Weife für den Film geradezu geschaffen sind, wie manche der scharf herausgearbeiteten Figuren des Buches, die oor Jahren auch schon auf der Bühne ihre Lebensfähigkeit erwiesen. Der Film „Menschen im Hotel" wird — das sei vorweggesagt — den Anforderungen, die der Roman an ihn stellt, nicht gerecht. Es bedeutet keine überscharfe Kritik, wenn man diese Feststellung vorausschickt, denn immer noch ist das, was der Re- aiffeur Edmund G o u l d i n g mit seinen Schauspielern aus dem Manuskript gemacht hat, ein Film- wert, das in der Spitzengruppe der amerikanischen Produktion marschiert und auch in der übrigen Welt einen großen berechtigten Erfolg haben wird. Nur eben: der Film, auf den wir warten, ist es nicht geworden ... „Hervorragendes im Frahenschneiven . . /' Aus Henny Porlcns Briefkasten. Bunt und kraus wie das Leben, das der Filmstar auf der Leinwand verkörpert, find die Briefe, die ihm alltäglich ins Haus flattern. Wie sehr sie aber einen Teil seines Daseins bilden, davon erzählt He nny Porten in ihrem im Carl» Reihner-Berlag, Dresden, erschienenen amüsanten Buch „Bom Kintopp zum Tonfilm, ein Stück mit- erlcbter Filmgeschichte". „Ich freue mich immer wie ein Kind darüber", gesteht sie. „es ist so wunderbar, wenn man auf diese Weise ein Echo seiner Arbeit spürt." Da sind die Briese, die ihr berichten, wie sie die Menschen in allen Himmelsgegenden erfreut hat und gerade die oft ungeschickt gestammelten Huldigungen sind es, die sie am meisten beglücken. Zu ihren schönsten D a n I- Tagungen zählt sie die ihr aus einem Gefängnis zugegangenen Briefe, in welchen in warmen Worten Dank gesagt wird für die Freude, die sie durch unentgeltliche Darleihung zweier Filme bei einer Weihnachtsvorstellung bereitet hat. Frei- lich gibt es auch viele Bitten, die sie nicht erfüllen kann, denn „das tausendfache Leid, das einem aus Briefen entgegenklingt, auch nur annähernd zu lindern, müßte man 1000 Stimmen Industrie _ . . füllt hat, Asta Nielsen auch einmal aus der tönenden Leinwand zu sehen. Doch nun ist diese Bitte aller jener, die sich aus den Zeiten des stum- men Films her das Andenken an die unoergleich, liche Ausdrucksfähigkeit der stummen Asta Nielsen auch in die tönende Epoche des Films hinübergerettet hoben, überflüssig aeworden. Denn der erste sprechende Asta-Nielsen-Film hat so eindringlich be- wiesen, wic Unrecht man getan hat, der großen Schauspielerin so lange keine Arbeit gegeben ju haben, daß man nun nicht mehr zu furchten braucht, es könne für die Nielfen abermals eine Epoche er» zwungener Untätigkeit eintreten. rechten Augenblick wieder erneuerte. 2a, was man sich nicht alles von mir wünscht! Ich muß schon sagen, wenn ich auch manchmal beim Lesen solcher Briefe einen Seufzer nicht ganz unterdrücken kann, hier fließt eine unerschöpfliche Quelle des Humors! Da schreibt mir z. B. ein Kaufmann, der in ganz geordneten Verhältnissen lebt, eine auskömmliche Stellung hat und Frau und vier Kinder dazu, er fühle sich schon seit langem zur Musik hingetrieben, und der Drang sei nun so stark geworden, daß er ihm unbedingt folgen müsse: er wolle also Komponist werden und bitte mich — da ja das für Sie, geehrte Künstlerin, eine Kleinigkeit fein dürfte und außerdem das Lebensglück eines Menschen davon abhängt" —, ihm das Studium aus der Musikhochschule und dazu den Unterhalt für ihn und seine Familie zu bezahlen. „solange ich noch nichts verdiene, zahle dann nach meinem ersten Erfolg alles genau zurück." Oder ein Student in einer kleinen üni» verfitätsstadt wendet sich mit der Bitte an mich, er habe das Kleinstadtleben gründlich satt, und ich möge ihm doch das Geld für e i n e W elt- reife „v o r f ch i e h e n " , da er sich von ihr eine große Anregung verspreche, die er später dann „dem Bolksganzen nutzbar zu machen hoffe". Ein Ehepaar wiederum, das ein gutgehendes Möbelgeschäft besitzt, „könnte gerade so sehr günstig eine Möbelfabrik erwerben", wenn ich ihm das nötige Kapital von zwanzigtauscnd Mark zur Derfügung stellen würde, und eine junge Braut hat alles Glück auf Erden, nur keine Aussteuer — „und ich hoffe deshalb keine Fehlbitte getan zu haben, würde als schönsten Schmuck in meinem Heim auch Ihr Bild aufhängen". Und bann die vielen, vielen, die sich berufen fühlen, Filmschauspieler zu werden und die ich nun „protegieren" soll. Da schreiben xtoei junge Mädchen, daß sie „Hervorragendes im Frahen- schneiden leisten" und zu einer Probeaufnahme gern bereit feien, da lobt ein hoffnungsvoller junger Mann feine „seltsame" Figur und weist noch besonders darauf hin. daß er Schuhgröße 38 habe, und ein anderer glaubt die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Karriere mitbringen zu können. „da ich im Küssen und Poussieren völlig bewandert bin“, ünb nun soll also die „hochgeschätzte Künstlerin" Helsen, wobei es sich natürlich von selbst versteht, daß sie zuerst einmal das Reisegeld sendet und sich auch bereit erklärt, dem verheißungsvollen Talent, das sich ihr Dorftellen will, die Kosten für feinen Auf- 1 enthalt in Berlin zu zahlen... fb. Das Manuskript nach einem Roman von Alfred Schi ro kau er ist nicht gerade hinreißend, wenn es auch teilweise interessante Milieustudien bietet und dem gesamten Ensemble, aus dem insbesondere Hans R e h m a n n , Ery Bos. EU n SMwanne k e , Anton Pointner und Hilde Hildebrand hervorragen, eine gute Basis verschosst. Aber den eigentlichen Reiz des Films und seinen größten Vorzug bildet doch das Spiel Asta Nielsens, die heute noch mit sparsamsten Mitteln, mit einem Blick, mit einer Bewegung die Zuschauer in ihren Bann zwingt und auch die deutsche Sprache meisterhaft in den Dienst ihrer Schauspielkunst stellt. Der Märkischen Filmgesellschaft und ihrem ausgezeichneten Regisseur Erich W a s ch n e ck gebührt aufrichtiger Dank für dieses Erlebnis, das hofsentlich nicht einmalig bleiben wird. Noch nie sah man bis jetzt in einem amerifani- scheu Film so viele auserwählte Darsteller versammelt wie in den „Menschen im Hotel'. Sechs Stars in einem Film — fo dröhnte die amerikanische Werbetrommel, und so ist in der Tat die Wirklichkeit. An der Spitze der Darsteller Greta Garbo. Man begreift, daß sie diesen Film als einen ihrer besten, wenn nicht den besten überhaupt, bezeichnet hat, in dem sie nach ihrer Zusammenarbeit mit dem unvergeßlichen Mouritz Stiller spielen durste. Sie gestaltet die Tänzerin Grusinskaja, die glück- suchende, müde, gehetzte Frau, die in der Liebe zu einem Hochstabler ein spätes Glück findet. Greta Garbo spielt diese Rotte mit aller Menschlichkeit und Schlichtheit, deren sie fähig ist, sie liefert einen zwin- genben, überzeugenden Beweis für die Größe ihrer Schauspielkunst und wächst hier weit über das hin» aus, was sie in ihren letzten Filmen bieten durste. Neben der Garbo stehen eine ganze Reihe von Schauspielern, die wir ebenfalls zur Elite des ame- rikanifchen Films rechnen müssen. John Barry- m o r e als Gentlemanhochstapler im wahrsten Sinne bes Wortes, fein Bruder Lionel Darrnrnore als plötzlich von Lebenslust besessener Buchhalter Krin- gelein, den er mit etwas zu dick aufgetragenem Realismus fpielt, Lewis Stone als vom Kriege zerrütteter Dr. Otternschlag, Joan C r a w s o r d als kaum erblühte, doch wissende Großstadt-Steno- typistin und Mattace Beery als aufrechter, in einer Beschränktheit fast sympathischer Fabrikant. schaffen und Grenzen ziehen: er müßte sagen, was ein 5ilm seinem innersten Wesen nach eigentlich ist. Hnb was er nicht ist. Was er darf, was er kann, was er soll — und was nicht. Auf Grenzübertretungen stehe Todesstrafe ober mindestens Lizenzentziehung. Absetzung des Films vom Drama, von der Oper, von der Operette, vom epischen Kunstwerk, sei es Novelle, sei es Roman. Ein neues ästhetisches System mit neuen Gesehen von Zeit und Raum und Handlungseinheit müßte errichtet werden, von dem weder Aristoteles noch Lessing träumen konnten. Magie des Films. Einer der besten Filme, die wir überhaupt kennen, erschien vor etlichen Jahren auch bei uns in Gießen, im Lichtspielhaus. Leiber hat ihn kaum jemanb gesehen: er lief nämlich nur zweimal unb zwar jebesmal in einer Nachtvorstellung. Da waren schon an unb für sich nicht viele Leute brin, unb von benen, welche brin waren, kamen bie wenigsten auf ihre Kosten. Denn bie meisten von ihnen hatten sich etwas ganz an» beres barunter vorgestellt unb erwartet. geben müßte. Hier ist nur gerade Raum, es anzubeuten. Rollende Räder. Haben Sie schon einmal darauf geachtet, welche magische Anziehungskraft das rollende Lokomo- tivrad auf den Filmregisseur hak? In wieviel Filmen, wo nur ganz von weitem und ungefähr von Reife, Bahnhof, Schauplahwechfel, von Flucht, Verfolgung und Riviera die Rebe ist, haben wir biefe Räber gesehen ... von ber Seite und von vom, von hinten und von unten, große und lleine, rollend und ruhend, von Dampf um« zischt — gewissermaßen in allen Lebenslagen. Wie kommt das? Wir wissen doch alle, wie eine Lokomotive aussieht. 3ft das eine unausrottbare Kinderkrankheit aus schüchternen Anfängen ... oder langweilige Nachahmung ... oder Unter- schähung des Zuschauers ... oder Mangel an neuen, optisch wirksamen Einfällen? (Siehe oben!) Neubabelsberger Dramaturgie. Vielleicht fehlt dem Film wirllich fo etwas, wie es die Hamburgische Dramaturgie von Lessing für die Sprechbühne ift Vielleicht wird einmal eine geschrieben, wenn man sich darauf besinnt, daß die Lessingsche (ganz unter uns) auch heute noch nicht völlig überholt, veraltet und erledigt ift Und wenn man sieht, daß es beim Film vielleicht auf die Dauer fo nicht weitergeht. Eherne Gefchcs- tafeln mühten geschaffen werden. Oder wenigstens handliche Broschüren ober zum allerwenigsten Schreibmaschinenburchschläge, bie gewissermaßen als künstlerische Notverorbnung. Katechismus unb Vademecum in allen bramaturgischen Büros unb allen Ateliers an bie Wanb genagelt werben können. Der allgemeine Teil mag sich mit ben oben angedeuteten Wechselbeziehungen befassen. Mit der Psychologie des Publikums, mit den Gesehen der Konjunktur, mit dem großen ABC der Reklame. Auch mit dem Verhältnis zwischen Theaterbesitzern unb Probuzenten, mit ber Unsitte ber „Schwänze", mit dem aufgedrängten Beiprogramm, das einer kaufen muß. wenn er einen Spitzenfilm erwerben will. In diesem Zusammenhang fei der folgende Satz aus ber Zuschrift eines Kinobesihers an den „Film-Kurier" zitiert: „Wenn man jahrelang im Theaterbetrieb steht unb immer im Kontakt mit feinen Besuchern bleibt, bann weih man, was ber Film bringen muh unb schüttelt manchmal den Kopf über bas. was man gezwungen ist, feinen Kunden vorzufetzen." Bemerkungen über den Film. Don Or. Hans Thyriot. Der Begriff des Films — im weitesten Sinne — umschließt eine ber mertourbigften und problematischsten Erscheinungen unseres technischen Zeitalters. Wer privatim ober von Berufs wegen regelmäßig ins Kino geht unb ein wenig über bas nachbenkt. was er ba sieht, unb hort, wirb früher ober später auf überraschenbe Entdeckungen und höchst ungelöste Fragen stohen: sie in einen systematischen Zusammenhang zu bringen, kann nicht ber Sinn dieses Aufsatzes sein: es mühte ein Buch darüber geschrieben werben (obwohl es schon viele Bücher über den Film gibt). Hier soll nur einiges, ganz zwanglos, gesagt werben, was nach jahrelanger Be- schästigung mit ben Erscheinungsformen des Films sich aufbrängt Phantastische Entwicklung. Der Fllm an sich scheint uns eine der zauberhaftesten Erfindungen unserer Zeit zu Mn. Wenn man seinen Werdegang etwa während der letzten 20 oder 30 Iahre überschaut — vorher dürste von Film in unserem Sinne kaum ernstlich die Rede sein — kann man schwindlig werden: welch eine phantastische und sprunghafte Entwicklung von jenen ersten, fürchterlich „verregneten Schauerdramen auf der Leinwand bis zu den letzten Systemen des Klangfilms. ... vom Klavierspieler. ber auf feinem Drehsessel zwischen Piano und Harmonium hin und herpendelte, bis zu einer, die ganze akustische Welt erschliehenden Tonfülle ber jüngsten- Probuktion. Naturlaut im Dunkel. Geblieben ist, unveränderlich unb unverfälscht tm Wanbel ber Zeiten, die Stimme des Volkes im Parkett. Jener vom Herzen kommende Natur- laut, der die feierliche unb erwartungsvolle stille des verdunkelten Raumes wahrhaft erlösend durchbricht: wenn die Köpfe des Helden und seiner Geliebten in Grohaufnahme sich zum ersten Kuh stumm zueinander neigen —: „Hach!' stöhnt ba einer aus tiefstem Mitgefühl in den Bezirken des 3. Platzes ... und gibt so schallend dem Ausdruck, was jeder dumpf empfindet, aber sonst keiner laut werben läßt. In solchen erfrischenden Augenblicken, di» man immer wieder erlebt, ift das ganze Publikum eine grohe Familie. So ist es geblieben durch ein Vierteljahr- hundert vom Kinematographentheater bis zum Afapalast. Wir können alles. Vor einiger Zeit hat einer der größten deut- scheu Filmkonzerne in einer bekannten Zeitschrift ein Preisausschreiben veröffentlicht, bas sich an jedermann wandte unb zur Gewinnung brauchbarer Zllm-Ideen führen sollte. Wir wissen nichts i > r c i l c t s X c IX N t s a n n r ß r IC 'd- 1. c. rt) x n 1 5 r •Ix» n, ’ir» n, ie .im ch •n r» ic ch ät -it 18 ie, r- m e- ;r- m ?it d* e* ä- er s- as ür er er >ci n- «- r * • n f- en ei» ’t» ch ch gs er ge en klick m ch r» id n. ch id b. ib iS m m Wirtschaft. Berlin im Verlaufe freundlicher. Berlin, 22. Febr. (WTB. Funkspruch./'Die Anfangsnotierungen lagen auf einige Glattstellungen, denen gegenüber zunächst nur ziemlich wenig Aufnahmeneigung bestand, teilweise etwas schwächer. Die Grundstimmung war jedoch ziemlich wider st andsfähig: im allgemeinen betrugen die Abweichungen nicht mehr als 1 Prozent nach unten oder oben. Die Tendenz der Auslandbörsen, sowie die noch immer nicht voll b:hobenen Dankschwierigkeiten in Teilen der USA. und in Belgien wurden mit Interesse zur Kenntnis genommen, vermochten sich aber kurs- mähig kaum auszuwirken. Verschiedentlich gelangten wieder Stillhaltegelder zur Anlage. Ilse und Dortmunder Änion waren aus Dividendenbefürchtungen stärker angeboten. Jlse- Dcrgbau wurden etwa 7 Proz. schwächer taxiert, Ilse-Genuhscheine verloren 1,5 Proz. und Dortmunder Union 2,5 Prozent. Außerdem bemerkte man bei Rheinische Braunkohlen, den Werten des Salzdetfurth-Konzerns, Orcnstein und Koppel, Deutsche Linoleum, Siemens. Schultheis und Braubank Verluste bis zu 2 Prozent. Ausfallend fest lagen AEG., die angeblich neue Aufträge des Reiches erhalten haben sollen. Dieses Papier zog nach und nach bis auf 28,38 Proz. nach gestern 26,50 Proz. an. Hiervon ausgehend ergaben sich im Verlaufe ziemlich allgemein Erholungen. Die Kurse waren unmittelbar nach der Eröffnung bis zu 0,5 Proz. abgebröckelt und zogen dann vielfach bis etwas über Anfang an. Chadeaktien gingen gegen 13 Uhr um 3 Mark auf 128 Mk. herauf. Deutsche Anleihen lagen ruhig, Altbesitz fester. Der Gewinn betrug insgesamt etwa 0,75 Prozent. Variable Industrieobligativnen hatten kaum Veränderungen au^uweisen. Reichsschuldbuchforderungen konnten such bis zu 0,50 Prozent bessern. An den übrigen festverzinslichen Märkten mochte sich etwas Angebot bemerkbar. Die Kurse lagen nur knapp behauptet. Recht freund- lich blieben Reichsbahnvorzugsaktien, die bis auf 94,13 Prozent anzogen. Von Ausländern waren Bosnier etwas stärker gedrückt, d. h. 0,50 Prozent rückgängig. Sonst ergaben sich nur kleinere Abbröckelungen. Am Geldmarkt blieben die Sähe unverändert, doch war Tagesgeld weiter gesuchter. Privatdiskonten waren gefragt, doch lag in Erwartung der Diskontermähigung kaum Angebot vor. Bei kleinem Geschäft hielt die Rachfrage nach Reichswechseln per 20. Mai und Reichsschatz- anweisungcn per 16. Oktober an. Frankfurt: Aktien fd)tt>Mer,Henfen fest. Frankfurt, 22. Febr. (WTB. Drahtmeldung.) Auf Grund der erneuten Ermattung der gestrigen Auslandsbörsen herrschte zum heutigen Börsenbeginn wieder stärkste Zurückhaltung, zumal Anregungen fehlten und vor allem keine Orders der Kundschaft vorlagen. Auf kleine Abgaben der Spekulation neigten die Kurse am Aktienmarkt überwiegend etwas zur Schwäche, doch hielten sich die Deränderun- gen im Rahmen von 0,25 bis 0,50 v. H. Lediglich einige Spezialwerte, wie Reichsbank, Siemens, Ilse Bergbau-Genuß und Lahmeyer waren mehr gedrückt und gaben bis zu 1,50 v. f). nach. Es kamen zunächst nur sehr wenig Werte zur amtlichen Notiz, von denen Scheideanstalt, Gesfürel, Aku und Stahloerein 0,25 bis 0,50 v. H. niedriger lagen und anderseits LG., Deutsche Erdöl, Licht und Kraft und Holzmann unverändert eröffneten. Etwas fester lagen am Elektromarkt AEG. mit plus 0,90 v.H. auf Gerüchte, wonach eine Sanierung von 2:1 gegenüber früheren Vermutungen von 3:1 beab- fei. Chadeaktien lagen um 1 v. 5). erholt. Auf den übrigen Marktgebieten stagnierte das Geschäft fast vollkommen. Rach den ersten Notierungen ergaben sich für die Mehrzahl der Aktienkurse Abschwächungen von 0,25 bis 0,50 v. H., mit Ausnahme von AEG. und Chade, die gut behauptet blieben. Zm Gegensatz zum Aktienmarkt verkehrten die Rentenpapiere überwiegend freundlicher, wobei man dis Hoffnung hegt, daß noch in dieser Woche die Reichsbank eine Diskontsenkung vorneh. men werde. Bei relativ lebhaftem Geschäft zogen Altbesitz 0,90 und späte Reichsschuldbuchsorderungen 0,75 v.H. an, Neubesitz lagen unverändert. Goldpfandbriefe lagen uneinheitlich. Während Frankfurter Hypothekenbank etwa 0,50 v. H. bis 0,75 v. H. höher lagen, blieben die Kurse der übrigen Institute nur behauptet. Liquidationspfandbriese gaben zum Teil bis 0,50 v. H. nach. Kommunalobligationen waren nur wenig verändert, und Staats- und Stadtanleihen lagen still. Im Verlaufe war die Tendenz des Aktien- Marktes, ausgehend von der festen Haltung der AEG., die erneut um 1,25 v. H. anzog, etwas freundlicher und die Anfangsverluste wurden meist aufgeholt. Darüber hinaus lagen einige Papiere von 0,25 bis 0,50 v. H. höher. Deutsche A n - leihen lagen auf dem erhöhten Niveau gut behauptet. Tagesgeld war zu 3,50 v.H. unverändert. Schweinemarki in Gießen. Auf dem heutigen Schweinemarkt in Gießen standen 112 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis 6 Wochen alt 13 bis 16 Mk.. 6 bis 8 Wochen alt 16 bis 20 Mk.. 8 bis 13 Wochen alt 20 bis 25 ML Tendenz: Schleppend, ausverkauft. Oberheffen. Landkreis Gießen. :/: G r o ß e n - B u s e ck, 21. Febr. Der Zweigverein „Duseckertal" des Vogelsberger Hö- hen-Clubs hielt im Saale der Wirtschaft Gerlach sein Jahres- und Auszeichnungsfest unter Vorsitz von L. I u n g (Grohen-Buseck) ab. Des verstorbenen Mitglieds Aug. Gerlach wurde ehrend gedacht. Die Mitgliederzahl ist auf 28 gesunken. Die vom Rechner Friedr. Hahn (Grohen-Buseck) vorgclegte Rechnung zeigt einen guten Stand, so daß für 1933 eine Ermäßigung des Beitrags eintreten konnte. Mit der Plakette zur Goldenen Radel konnten den erreichten Wandertagen gemäß ausgezeichnet werden: Gisela Iung (Grohen- Buseck) mit 25, Siegsr. Günther (Beuern) mit 25, Frau Jun g (Grohen-Buseck) mit 50, Frau Stumpf (Wicseck) mit 50, Ludw. Wehrum (Gießen) mit 75, Johanna Schmidt (Alten- Buscck) mit 100, Frau Kahle (Beuern) mit ICO, und Val. Stumpf (Wieseck) mit 100. Eine weitere Auszeichnung erfolgt bei 50 Wanderungen mit einem Wanderstock und bei je 100 Wanderungen mit einem silbernen Ring zum Stock. 2$. Reiskirchen, 21. Febr. Vor Mitgliedern des hiesigen Kriegervereins und der „H a s s i o" - 2 u g en d sprach am Samstagabend der Schriftsteller Reuter von Dornholzhausen über das Thema „So war der Weltkrieg". Der Vortragende schilderte eine Reihe feiner Erlebnisse aus dem Weltkrieg und außerdem die Eindrücke, dir er bei einer Reise zu den Kriegergräbern in Frankreich gesammelt hat. Mit der Ermahnung an die Iugend durch I. A. F. Glaub, die Tugenden des Frontkriegers vor das eigene „Ich" zu stellen, fand der Vortrag seinen Abschluß. Gemeinsam wurde dann das Deutschlandlied gesungen. OeufscA Amtsgericht Gießen. Ein Arbeiter aus Gießen hat sich der schweren Mißhandlung eines kleinen, etwa l1/. Jahre alten Kindes schuldig gemacht. Sie trug ihm unter Ausschluß mildernder älmstände eine Gefängnis- strafe von 3 Monaten ein. Es handelte sich um ein uneheliches Kind, das unter der Fürsorge der Mutter stand. Diese hat den Angeklagten einige Wochen nach der Mißhandlung geheiratet. Als die Mißhandlung sich zutrua, war die Mutter seine Braut: er weilte zufällig bei ihr, als das Kind, das zu Ungezogenheiten neigte, wiederum ungezogen war. und der Angeklagte gab ihm nut Zustimmung der Mutter zur Abwehr der Ungezogenheiten ein paar Schläge. Aus den Schlägen wurde aber eine fortgesetzte grausame Mißhandlung. Er warf das Kind zu Boden, versetzte ihm wahllos Schläge ins Gesicht, so daß dieses auf beiden Seiten bis zu den Schläfen anschwoll. Weiterhin wies der Körper des Kindes eine große Reihe blutiger und blutunterlaufener Stellen auf. die ebenfalls von Schlägen — der Arzt nahm deren 20 an — herrührten. Eine Rachbarsfrau hatte das Kind alsbald nach der Mißhandlung zum Arzt gebracht. Dann kam es in die Kinderklinik, wo es 5 Tage verblieb. Mildernde Umstände konnten nirgends gefunden werden. Im einzelnen war die Beweisaufnahme schwierig, da die Mutter als Frau des Angeklagten - sie war die einzige Tatzeugin — in ihren Aussagen sehr zurückhaltend war. Die überaus rohe Mißhandlung des Kindes stand fest und die ausgesprochene Strafe war durchaus geboten. Ein Kaufmann hatte derart minderwertige und der Vereinbarung mit seinem Abnehmer nicht entsprechende Kohlen gegen eine Anzahlung von 50 Mk. geliefert, daß es dem Käufer unmöglich war. die Kohlen auch nur in einem einzigen seiner Oefen zu brennen. Eie waren für ihn wertlos. Der Verkäufer soll dadurch einen Betrug begangen haben, konnte aber nicht überführt werden, namentlich deshalb nicht, weil die Kohlen von der Bahn aus unmittelbar an den Abnehmer geliefert werden waren. Der Angeklagte will sie gar nicht gesehen haben. Trotz des Dorliegens mancher Verdachtsgründe erfolgte Freisprechung wegen nicht ausreichenden Beweises. Der Geschädigte muh nunmehr versuchen, sein Recht auf dem Zivilgerichtsweg zu finden. Oer Volksbank-prozeß in Darmstadt. WER. Darmstadt, 21. Febr. In der Dienstagsitzung des Volisbankprozesses wurde die Vernehmung des sachverständigen Zeugen Verbandsrevisor Schneider fortgesetzt. Eingehend wurde der Revisionsberich't 1929 behandelt und dessen Besprechung im Aufsichtsrat. Rach Ansicht des Zeugen sind Termingeschäfte auch bei Genossenschaften grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn die nötigen Sicherheiten und Einschüsse durch die Auftraggeber geleistet werden. Der Zeuge erklärt, er habe seinerzeit, als in der Generalversammlung der Au, si^tsratsvo.fixende Rohl fragte, ob der Revisionsbericht verlesen werden sollte, hinzugefügt, daß er Beanstandungen nicht enthalte, dem Aufsichtsratsvorsitzenden Rohl deshalb Vorhaltungen gemacht, da ja der Bericht 1929 tatsächlich kritische Bemerkungen enthielt. Der Angeklagte P a e ch erklärte dazu, daß er seinerzeit in dieser Aussichtsratssitzung sich energisch gegen die hohen Kredite ausgesprochen habe und daß die Kredite seinerzeit nur weiterbestanden. weil angesichts der wirtschaftlichen Lage eine Herabsetzung in dem gewünschten Tempo nicyt möglich war. Auch der Revisionsbericht 1931 mit der gleichzeitigen Vernehmung eines weiteren Verbandsrevisors enthält die starken Bedenken der Revisoren gegen die hohen Kredite und die Art ihrer Sicherung. Die Liquidität betrug nur 35 Prozent, die Höchstkreditgrenze war in neun Fällen überschritten und die vielen unterdeckten und Blankokredite in Verbindung mit den dubiosen Sicherheiten haben eine starke Gefahr für den Bestand der Volksbank bedeutet. Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Scbristleitung ) L. ß. 111. 1. Ein Vermieter ist nicht berechtigt, ohne Zustimmung des Mieters einen diesem auf Grund mündlich oder schriftlich abgeschlossenen Mietvertrags überlassenen Raum (Zimmer) ohne weiteres deshalb zu entziehen, weil er durch den Insassen dieses Raumes in seiner Ruhe gestört wird. Ist diese Ruhestörung aber erheblich und hilft der Mieter der Ruhestörung nicht ab. so kann er vom Vermieter auf Unterlassung oder auf Aufhebung des Mietverhältnisses verklagt werden. 2. Das Verlangen, einen Briefkasten im Hausflur anzubringen, hätte beim Abschluß des Mietvertrages gestellt und vereinbart werden müssen. Einem späteren Verlangen des Vermieters, den Briefkasten, wie angegeben, aufzuhän- gen, muh der Mieter nicht Folge leisten. 3. Bei Vorhandensein einer Waschküche muh diese auch vom Mieter im üblichen Turnus benutzt werden. Die Wohnungsküche darf der Mieter nur für kleinere Wäsche benutzen, vorausgesetzt, dah die Küche durch den entstehenden Wasserdampf hierbei nicht beschädigt wird. Ist letzteres der Fall, so kann letzten Endes der Vermieter wie unter pos. 1 angegeben verfahren. Queckborn. 1. Nach Ihrer Schilderung der Sachlage ist der betreffende Spar- und Kreditverein verpflichtet, die ihm von dem Rotar überwiesene Summe unverzüglich an Sie zur Auszahlung zu bringen, vorausgesetzt, dah der Rotar über das Geld verfügungsberechtigt war. Dieses dürfte aber anzunehmen sein. Sie können die betreffende Genossenschaft auf Zahlung verklagen. 2. Die Entscheidung darüber, ob Sie sich mit einem Sparbuch der Genossenschaft begnügen wollen, steht bei Ihnen und ist abhängig davon, ob Sie das Geld der Genossenschaft als Einlage, d. h. als Kredit, überlassen können und wollen. Einen entsprechenden Anspruch hat die Kasse nicht. ■ In eilen Apotheken erhältlich zum Preise von RM. 089. 1.30.1.88. Nur echt mildem Namcny- Zug l&aiedtfca eut jeder Packung 1309 D Todes-Anzeige. Heute nachmittag ’/45 Uhr starb. Gott ergeben, im Glauben an ihren Heiland nach langem, mit Geduld ertragenem Krankenlager meine liebe Frau, unsere Hebe, treusorgende Mutier, Schwiegermutter, Grobmutter, Schwägerin, Schwester und Tante Frau MarieWallwaey geborene Wendt im Alter von 58 Jahren. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Wallwaey. Kineenbacher Mühle, den 21 Februar 1933. Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Februar, nachmittags um 7,4 Uhr statt. Donnerstag, den 23. Februar 1933, nachmittags 2 lihr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1306D 2 National-Registrierkassen, 1 Radio» onlage, 4 Diwans, 2 Kühlschränke, 4 Sofas, 1 komplettes Schlafzimmer, 2 Klaviere, 2 Registraturschränke, 2 Wa- renschränke, 4 Schreibmaschinen, 3 Vertikos, 4 Tische^ 75 Weinbücher, 1 Perforier- und Rillmaschine, 10 Flaschen Likör, 6 Büfetts, 1 Kristallüster, 3 Grammophone, 1 Kommode, 3 Kleiderschränke, 1 Wanduhr, 1 Blumenkrippe, 1 Leder- rralze, 1 Steppmaschine, 2 Kassenschränke, 1 Sessel, 3 Schreibtische, 1 Wäsch>- schrank, 1 Vitrine, 1 Spiegel, 1 Wasch- tisch, 2 Bücherschränke, 2 Kredenzen, 1 Eiskonseroator, 1 Harmonium, 2 Bilder. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal): verschiedene Spielwaren, Besen, Chrtst- baumschmuck, 1 Aga-Personenwagen, 1 Horch-Personenwagen, 2 Schweine. 2Hö(l, Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 — Televbon 3239 halten warrn. schützen vor Erkältung und — sind ja jetzt so billig. i3o»a In Gummi nur Süss ADülERMASCH NEN verkauft und verleiht äusserst günstig NIEDERHAUSEN & CO. SelterswegUEisterStock vonKle der-Köhler. 1147d Nachhilfe s.Schül.bill. b.Wachmann.Schr. Ang. u. 01132 a. d. G. Anz. meiMHMi Für BOchembschlüsso nebst Aufstellen von Bilanzen, SLuerbe- ratungen ioroie für die Durchführung v. Vergleichsverfahren zwecks Konknrsver- btttong empfiehlt sich Heinrich Friedrich Keplerstr 6 Fernspr.3i22 IIHtlHIOM Garten <>1133 a. ö. Nahrunasberg ca.1200 qm l Wasserleitung )zn verpacht. Näh Bergstr. 7II. -sSSÄLM Dermählungs-Anzeige Reg.-Rat Fr. Guiermuth Lotti Guiermuth, geb. Zben Hamburg-Lokstedt, Sehrkampsweg 15, I 22. Februar 1933 i i .||[|[|.IT....11...T.....T.Ttr„...r,T[If,.................. 0110?,, Deutsche Volkspartei Gießen Freitag, den 24. Februar, nachmittags 4 Uhr im Hotel „Hindenburg" i3ood Musik in der Küche! Das sind aber keine normalen Instrumente, sondern richtige Pfeifsignale. Und alle sorgen dafQr. daß Sie Feuerungekosten sparen: der Schnellkochtopf der Flflten-Wasserkessel der Milchkocher Es kostet nichts, wenn Sie slchdleseSachen ansehen bei J.B.Häuser Am Oswaldsgarten Gießen • Ruf 2145/2146 422 A Frauenverfammlung Es spricht Frau Or Matz, Berlin, über: „Oie Frau im Staat" Der Dorstand. 1293 V Anfang 20.il Uhr. Eintritt 75 Pfennig. Cafe Leib Das grofee OOHOWMMO Ha «Verwaltungen einfehl Erleb, aller damit zusammen-; hängenden Steuer-1 lachen übern, ovss Heinrich Friedrich, Keplerstratze 5 । Fernsprecher 3122. RosewWimzeri ausgeführt vorn Musikkorps 1/15 Leitung: Ober musiktn eister E. Kraute _ -006A -Schleier ® Modehaus "5: Salomon Billige । Schnäpse! la Weinbrand Vt FL 3.20 7i Fl. 1.76 la W.-Verschnitt 7. Fl 2.50 '/, Fl. 1.40 la Rum 7, Fl. 3.- V,FL 1.60! la Kümmel 7. FL 2.25 7? Fl. 1.20 la Nordhäuser I V, Fl. 2.1J V, FL 1.15 Aug. Noll Kreuz-Drogerie Bahnhofstr. 53.